Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / Warum Dein UMFELD und FREUNDE Wichtiger sind, als Dein TrainingsPlan
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- 0:00SPEAKER_00: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:03SPEAKER_00: Heute sprechen wir über ein etwas unangenehmes Thema für viele.
- 0:10SPEAKER_00: Und zwar reden wir darüber, warum dein Umfeld wichtiger ist als dein Training.
- 0:18SPEAKER_00: 95% der Trainingsfortschritte entstehen nicht unbedingt durch den Trainingsplan und durch das richtige Training, sondern eher durch Dinge zwischen den Zeilen.
- 0:31SPEAKER_00: Das habe nicht ich gesagt, sondern das ist so ein relativ häufiger Konsens in ganz vielen Coaching-Kreisen.
- 0:38SPEAKER_00: Und ich bin jemand, der sehr stark an wissenschaftliche Prinzipien glaubt und wo es sehr viel darum geht, den Trainingsplan möglichst gut und strukturiert aufzustecken.
- 0:50SPEAKER_00: Nur Fakt ist auch, dass Menschen ganz häufig ihre Willenskraft total überschätzen und sehr stark unterschätzen, wie viel sozialer und emotionaler Kontext ausmacht.
- 1:08SPEAKER_00: Das bedeutet, dass du niemals stärker sein wirst als das System, in dem du einfach gerade dich bewegst.
- 1:18SPEAKER_00: Und heute sprechen wir darüber, warum du vielleicht stagnierst, warum du auch vielleicht dazu tendierst, überzutrainieren und was das auch damit zu tun hat, dass du eventuell, und ich würde sagen, das ist bei sehr vielen Menschen der Fall, dir einfach ein komplett falsches Umfeld gebaut hast.
- 1:41SPEAKER_00: Einmal ganz kurz zum Background des Ganzen.
- 1:45SPEAKER_00: Und ich habe lange überlegt, auch das Thema überhaupt zu besprechen.
- 1:51SPEAKER_00: Und letztendlich habe ich mich dazu entschieden, generell den Podcast mehr auch mit zwischen den Zeilen-Themen mehr anzureichern.
- 1:58SPEAKER_00: Weil ich immer mehr das Gefühl habe, dass es sehr, sehr, sehr, sehr viel Content darüber draußen gibt, zu wissenschaftlichen Prinzipien, zu wie du richtig das Training aufziehst und was du auch optimieren kannst.
- 2:09SPEAKER_00: Und das ist absolut valide und absolut richtig und absolut gut, das auch so aufzusetzen und so zu ziehen.
- 2:16SPEAKER_00: Nur entscheidend dabei ist, dass es nicht nur Studien gibt, sondern dass das Individuum und wie du darauf reagierst, ganz viel eben auch mit dir zu tun hat.
- 2:26SPEAKER_00: Und in sportlichen Studien gibt es einen ganz, ganz, ganz großen Bias, den du in medizinischen Studien auch hast, aber vor allen Dingen in Sport, Sportstudien und auch in Verhaltensstudien.
- 2:41SPEAKER_00: Und dieser Bias ist, dass es meistens eine relativ kleine Anzahl gibt von Probanden, die daran mit teilnehmen.
- 2:50SPEAKER_00: Und dass man eben die Studien immer beschreibt im Mittel.
- 2:53SPEAKER_00: Das bedeutet, man benutzt statistische Mittel, um zu sagen, was sich wirklich auch verändert hat.
- 3:01SPEAKER_00: Das führt aber dazu, dass meistens die Ausreißer nicht wirklich thematisiert werden.
- 3:06SPEAKER_00: Und dass es meistens in Studien immer viele Menschen gibt, die sich durch etwas enorm verbessern und immer auch Menschen gibt, die sich durch etwas gar nicht verbessern.
- 3:16SPEAKER_00: Und einer der ganz großen Gründe, was auch ein Bias ist, den man da häufig beschreibt, ist eben dieser Bias von Umfeld, von anderen Faktoren, von Begleitfaktoren, die die Ergebnisse mehr auch erklären.
- 3:33SPEAKER_00: Und dabei ist diese Meta-Ebene und dieses Umfeld, was man sich baut, häufig der unsichtbare Einflussradius.
- 3:45SPEAKER_00: Das bedeutet, du kannst dich nicht wirklich unabhängig von deinem Kontext auch aufbauen.
- 3:54SPEAKER_00: Du musst immer schauen, wer ist in diesem Umfeld von dir auch mit daran beteiligt.
- 4:01SPEAKER_00: Und viele vergessen einfach, dass sie häufig davon abhängig sind, was ihnen auch ihre Freunde, ihre Familie, ihre Beziehungen oder auch die Gesellschaft vermittelt, was das Richtige für sie ist und sich auch nach vorne zu bringen.
- 4:19SPEAKER_00: Und dabei ist das Umfeld nicht ein Faktor, so wie jetzt zum Beispiel das Training oder die Ernährung oder die Recovery, sondern Umfeld ist eher die Außenbedingung oder wie man sagt, in gewisser Weise ein Container, der es erst ermöglicht, sich wirklich zu verbessern.
- 4:41SPEAKER_00: Das ist jetzt etwas abschweifen oder was bedeutet das ganz genau?
- 4:45SPEAKER_00: Das bedeutet, dass wir verschiedenste Faktoren haben, die auf uns einwirken.
- 4:50SPEAKER_00: Sei es die richtige Trainingsstrategie, worüber wir sehr viel in diesem Podcast gesprochen haben, sei es die richtige Ernährungsstrategie, wo wir auch einigermaßen viel drüber gesprochen haben, sei es irgendwie Pacing-Strategie oder andere Dinge, die du einsetzen kannst.
- 5:03SPEAKER_00: Das sind Faktoren, die machen viel aus, wie nachher das funktioniert, wie dein Training funktioniert, wie du funktionierst.
- 5:12SPEAKER_00: Nur wichtiger dabei ist noch der Container, den du hast.
- 5:16SPEAKER_00: Also das, wie du es halt reingibst, das Gefäß, was du irgendwie auch eingibst.
- 5:22SPEAKER_00: Ich bin ein sehr großer Freund von Bob Baumann.
- 5:25SPEAKER_00: Bob Baumann ist Schwimmcoach, war damals Coach von Michael Phelps.
- 5:31SPEAKER_00: Und er hat immer beschrieben, dass er mit seinen Schwimmern eine Art Gefäß baut und danach dieses Gefäß halt mit Wasser füllt.
- 5:38SPEAKER_00: Und er hat immer gesagt, okay, Bass Training, die richtigen Bedingungen, das richtige Umfeld, das ist alles, wie man halt dieses Gefäß einfach baut.
- 5:44SPEAKER_00: Und nachher haben wir es halt mit den richtigen Training-Sessions und mit High-Intensity-Training eher auch dann so in gewisser Weise gefüllt.
- 5:50SPEAKER_00: Nur um dieses Gefäß richtig zu bauen, braucht man ein Umfeld, was einen eben unterstützt.
- 5:59SPEAKER_00: Und dabei sind wir nie alleine.
- 6:03SPEAKER_00: Und ich finde gerade auch heutzutage, auch besonders durch Social Media und aber auch durch unsere Medienlandschaft generell, haben wir eben sehr viele verschiedene Container und sehr viele verschiedene Gruppierungen, die sich entwickeln.
- 6:17SPEAKER_00: Es gibt irgendwie sehr extreme Tendenzen zu sagen, hey, wir wollen irgendwie alles wieder so haben, wie es irgendwie in den 90ern war oder in den 95ern.
- 6:27SPEAKER_00: Dann gibt es irgendwie andere, die total auf den AI-Zug springen und Bitcoin und was auch immer sagen und sagen, in die Richtung, das ist, wo ich mich hinentwickeln will.
- 6:35SPEAKER_00: Und dadurch sozialisiert man sich sehr stark und baut sich auch so seine eigene Gruppe.
- 6:40SPEAKER_00: Das gleiche sieht man zum Beispiel auch in der Politik, wo wir irgendwie gefühlt nur noch zwei Richtungen haben.
- 6:47SPEAKER_00: Die einen, die halt irgendwie sehr, sehr, sehr stark in die rechte Richtung mehr gehen und die anderen, die halt irgendwie mehr in die linkere Richtung gehen.
- 6:54SPEAKER_00: Und es fehlt halt so ein bisschen dieser ganze Middle Ground.
- 6:58SPEAKER_00: Und in diesen verschiedenen sozialen Cirkeln, die man sich halt baut, prägt sich halt ein Verhalten aus.
- 7:05SPEAKER_00: Und wenn man probiert, dann diesen Container etwas anderes zu machen, also gegen den Strom zu schwimmen, dann wird es eben verdammt, verdammt schwierig.
- 7:16SPEAKER_00: Und dabei ist es in gewisser Weise aber so wichtig, dass man eben versteht, dass das Umfeld, wo man lebt, mit wem man sich umgibt, dass das ultimativ wichtig ist, um nach vorne zu kommen, um gesund zu bleiben, um seine Ambitionen auch auszuleben, was sein Selbstbild auch ausmacht, was seinen Selbstwert auch ausmacht.
- 7:44SPEAKER_00: Und dabei gibt es auch Dinge, die zum Beispiel in der Neurobolibiologie beschrieben werden als Spiegelneurone.
- 7:52SPEAKER_00: Das bedeutet, wenn man zum Beispiel ein Baby konstant Schwimmvideos präsentiert und es fängt irgendwie an zu schwimmen, dann hat es viele Bewegungen schon mal gesehen.
- 8:06SPEAKER_00: Und es fällt einfacher, diese Bewegung in gewisser Weise dann zu imitieren.
- 8:11SPEAKER_00: Weil unsere Neurone sehr stark davon profitieren, dass wir Verhalten imitieren.
- 8:18SPEAKER_00: Und genauso prägen wir uns auch Verhalten ein, was wir täglich beobachten oder was du täglich beobachtest.
- 8:28SPEAKER_00: Das ist das einerseits viel zu tun mit den Bewegungen, die wir haben.
- 8:34SPEAKER_00: Das ist das eine.
- 8:35SPEAKER_00: Das bedeutet, wenn du zum Beispiel technische Übungen dir anschaust und du fängst an mit dem Laufen und beschäftigst dich aber nie mit der technischen Lehre und wie halt ein optimaler Laufstil in gewisser Weise aussieht.
- 8:51SPEAKER_00: Und du fängst an mit dem Laufen, weil dann ist es wirklich der beste Moment, um sowas zum Beispiel zu tun, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen, mit der Technik auseinanderzusetzen, mit der Basis, mit den Grundlagen auseinanderzusetzen.
- 9:03SPEAKER_00: Wenn du das tust, dann hast du die Möglichkeit, diese Spiegelneurone für dich wirken zu lassen.
- 9:08SPEAKER_00: Wenn du erstmal eine Abfolge und eine technische Ausführung gelernt hast, das dann wiederum umzuwandeln und aufzubrechen, ist viel, viel, viel, viel schwieriger und viel härter, das auch in gewisser Weise zu tun.
- 9:24SPEAKER_00: Das bezieht sich jetzt auf technische Komponente.
- 9:27SPEAKER_00: Genauso haben wir aber auch in unserer Verhaltensbiologie diese Elemente mit drin.
- 9:32SPEAKER_00: Das bedeutet, wenn wir von klein auf ein Verhalten lernen, was asozial ist, was gegen etwas arbeitet, was unseren Werten entspricht, dann ist es auch schwieriger, dieses Verhalten wieder neu zu lernen und anders auch sozialisiert zu werden.
- 9:51SPEAKER_00: Genauso ist es aber auch mit unserem limbischen System.
- 9:54SPEAKER_00: Das limbische System ist eher so unser altes System, unser altes Gehörnsystem, was viel darüber reguliert, wie gut, wie reagieren wir auf Stress, wie reagieren wir auf Angst, wie reagieren wir auf Glück, wie sehr wollen wir auch Pleasure haben, also wie sehr wollen wir auch Vergnügen zum Beispiel empfinden.
- 10:22SPEAKER_00: Das sind alles Dinge, die haben viel mit unserem limbischen System zu tun.
- 10:26SPEAKER_00: Dieses limbische System hat verschiedene Areale, die halt irgendwie da sind und die funktionieren vor allen Dingen so mit Neurotransmittern, zum Beispiel Acidopamin, Serotonin, das sind alles Substanzen, die vor allen Dingen im lymbischen System einfach gut funktionieren.
- 10:40SPEAKER_00: Und dabei regulierst du dich als Person an anderen Menschen in deinem Umfeld hoch oder runter.
- 10:49SPEAKER_00: Das bedeutet, dein Umfeld macht auch ganz viel darüber aus, wie ängstlich du bist, wie viel Freude du hast und was du auch kennst.
- 11:00SPEAKER_00: Das bedeutet zum Beispiel, unser Nervensystem und unser autonomes Nervensystem fühlt sich vor allen Dingen gut und sicher, nicht durch gesundes Verhalten.
- 11:13SPEAKER_00: Ich finde es immer interessant, also wir werden sicherlich auch nochmal einen Podcast machen über Intuition, weil viele denken immer, hey, es fühlt sich etwas intuitiv richtig an, gut für mich an.
- 11:26SPEAKER_00: Die Gefahr oder die Wahrscheinlichkeit, dass du denkst, dass sich das gut für dich anfühlt und dabei total ungesund ist, ungesundes Verhalten ist, ist relativ hoch.
- 11:38SPEAKER_00: Warum?
- 11:40SPEAKER_00: Weil unser Nervensystem vor allen Dingen das als gut abspeichert und als sicher abspeichert, was bekannt ist.
- 11:50SPEAKER_00: Das bedeutet, alles, was in deiner Kindheit passiert ist, was vielleicht nicht so gut ist, speichert aber dein autonomes Nervensystem erstmal als etwas ab, was bekannt ist.
- 12:03SPEAKER_00: Und wenn du zum Beispiel dauerhaft sehr, sehr viel Chaos hattest in deiner Kindheit, vielleicht auch jemand für dich nicht da war, vielleicht du auch irgendwie durch Verlust gegangen bist, vielleicht durch andere Dinge gegangen bist, dann speichert das dein autonomes Nervensystem ab als einen bekannten Zustand und dann cravest du auch diesen bekannten Zustand.
- 12:22SPEAKER_00: Und dann fühlt sich zum Beispiel ein lockeres Zone 2-Training, wenn wir jetzt einfach mal den Transfer machen in Performance-Dinge, vielleicht für dich total, total unrealistisch an, weil du früher mit deinem Vater trainiert hast und dein Vater halt einfach gesagt hat, hey, no pain, no gain, was anderes gibt es halt einfach nicht und ich pushe dich die ganze Zeit nur, dann ist das das Training, was du abgespeichert hast, als den Normalzustand.
- 12:51SPEAKER_00: Und dann fühlt sich Training, was total locker ist, was an deiner Basis baut, was dich nicht total außer Atem bringt, erstmal für dich komplett, komplett falsch an.
- 13:02SPEAKER_00: Und hier ist eben diese ganz große Gefahr, dass du dir dann auch ein Umfeld baust von Menschen, mit denen du resonierst.
- 13:14SPEAKER_00: Das bedeutet, mit denen du gleichmäßig bist, also mit denen, die dir das gleiche Gefühl wiedergeben, was du halt kennst und nicht, was gut für dich ist, um dich halt zu verändern.
- 13:25SPEAKER_00: Und dabei ist es dann ebenso schwierig, dass wenn du dich verändern willst, dass es halt so schwer ist, weil du einfach aus diesem ganzen Container, den du dir gebaut hast, aus dieser ganzen Box, die du dir gebaut hast, einfach erstmal ausbrechen möchtest.
- 13:45SPEAKER_00: Das ist halt gerade geklingelt unten.
- 13:47SPEAKER_00: Ich gehe aber jetzt nicht hin, weil ich das jetzt wichtiger finde, hier weiterzumachen.
- 13:53SPEAKER_00: Und das ist auch sowas.
- 13:54SPEAKER_00: Früher wäre ich jetzt nicht mit dir vorgegangen.
- 13:57SPEAKER_00: Egal, anderes Thema.
- 13:59SPEAKER_00: Das bedeutet, du musst manchmal unterscheiden, hey, es ist nicht die Intensität.
- 14:06SPEAKER_00: Es ist nicht die Intensität, die du immer wieder reinblockst in dein Training, es ist nicht so diese kleinen Peaks, die du immer wieder machst, die deinen Fortschritt bestimmen.
- 14:14SPEAKER_00: Also nicht, wie gut irgendwie auch reagierst du auf Intensität und wie sehr veränderst du dich auch durch solche Dinge, sondern es ist eher dieser Container und der energetische Rahmen, den du halt baust und den du dir halt einfach aufbaust.
- 14:25SPEAKER_00: Zum Beispiel.
- 14:27SPEAKER_00: Wenn du jetzt zum Beispiel in einer Stadt gelebt hast, in einer Stadt sehr, sehr lange gelebt hast und vielleicht auch über Jahre lang in einer Stadt gelebt hast, dann ist es auch so, dass du in dieser Stadt hast du dir eine Identität erschaffen, in dieser Stadt hast du dir einen Container erschaffen.
- 14:40SPEAKER_00: Und in dieser Stadt hast du dir ein Umfeld geschaffen von Freunden, Familie, von anderen Dingen, was dich bestimmt.
- 14:47SPEAKER_00: Und du bist nicht deine Gedanken, du bist nicht deine Träume, du bist nicht das, was du sagst zu sein.
- 14:55SPEAKER_00: Typisches Beispiel, viele Leute kommen ins Coaching und sagen, hey, ich möchte mich verändern, weil ich habe den Traum, irgendwann mal ein Halbmarathon zu machen, einen 70.3 zu machen, dann sind das prinzipiell erstmal nur die Gedanken und nur das, was die Person sagt.
- 15:10SPEAKER_00: Was letztendlich die entscheidende Wahrheit ist und das, was wirklich passiert, sind die Taten, sind die Dinge, die dann auch wirklich passieren.
- 15:20SPEAKER_00: Und wenn du jetzt zum Beispiel in einer Stadt lebst, wo du die ganze Zeit das Gefühl hast, hey, mein Nervensystem ist halt auf 180, weil ich hier die ganze Zeit irgendwie Partyszene, krasse Partyszene habe, wo ich das Gefühl habe, hey, ich habe einen alten Partykreis von Leuten, die mich total daran unterstützen, und die pullen mich immer in diesen alten, in diesen alten Modus, in den 25-Jährigen, der dich vor fünf Jahren war, du hast ganz krasse soziale Erwartungen von einem Umfeld, das du dir gebaut hast.
- 15:51SPEAKER_00: Und der allergrößte Pull ist für ganz viele Menschen halt auch noch so das ganze Thema Familie.
- 15:56SPEAKER_00: Also, was erwartet dann auch in gewisser Weise deine Familie, was deinen Sport angeht, was deine Gesundheit angeht, was all das einfach angeht.
- 16:06SPEAKER_00: Und da musst du dir auch dann in gewisser Weise überlegen, was ist auch so ein bisschen der generationale Konflikt, den ich ausgesetzt bin.
- 16:13SPEAKER_00: Das bedeutet, wenn zum Beispiel jemand in deiner Familie ein größeres Problem hatte mit Alkohol, was in Deutschland, sind wir mal ehrlich, relativ häufig ist, dass es eben so ein sehr starken, großes Alkoholproblem gibt, wo eigentlich jeden Abend Alkohol getrunken wird und am Wochenende ordentlich gefeiert wird.
- 16:32SPEAKER_00: Ich komme vom Dorf, ich kenne dieses, was letztendlich das bedeutet.
- 16:36SPEAKER_00: Dann ist es so, dass man dieses Muster erstmal durchbrechen muss, weil man erstmal Alkohol mit einem normalen, normalen System einfach verknüpft.
- 16:50SPEAKER_00: Und dass es erstmal ungewohnt ist, dann zum Beispiel dabei rauszugehen.
- 16:54SPEAKER_00: Und das ist dann nicht unbedingt ein Charakterproblem und dass du einfach zu schwach bist, sondern das ist das System, was du dir gebaut hast.
- 17:04SPEAKER_00: Und das hat dann nichts mit Schwäche zu tun.
- 17:07SPEAKER_00: Zum Beispiel, ich nutze das ganz bewusst, dass ich auch alleine wegfahre, in Urlaub fahre oder mal einfach drei, vier Tage mich in eine Hütte in Norwegen setze oder irgendwo anhinsetze, wo ich keinerlei externe Faktoren einfach habe, um mich selber erstmal wieder zu regulieren und auch eine Klarheit zu bekommen, in welche Richtung will ich mein Leben überhaupt strukturieren und steuern.
- 17:40SPEAKER_00: Und sonst ist es sehr, sehr, sehr schwer, sich davon abzugrenzen, was sein Umfeld will.
- 17:48SPEAKER_00: Und dann aber auch ganz klar in dieser Klarheit auch für sich zu bewerten, was sind gute Einflüsse für mich, was fühlt sich auch richtig für mich an und was fühlt sich auch nicht so gut an für mich.
- 18:02SPEAKER_00: Ein Thema, was man natürlich hier unbedingt besprechen muss, was man absolut nicht auslassen sollte, ist halt das ganze Thema Partnerschaft und auch Dating.
- 18:16SPEAKER_00: Weil du wirst am allermeisten Zeit mit der Person verbringen, die du wahrscheinlich als dein oder deine Partnerin formulierst und mit der du halt was aufbaust.
- 18:29SPEAKER_00: Man sagt eigentlich so, dass man, wenn man in einer stabilen Partnerschaft ist, dass man schon so ein Drittel seines gesamten Lebens mit seinem Partner, seiner Partnerin verbringt.
- 18:40SPEAKER_00: Und dabei ist es enorm wichtig, auch hier ganz klar zu machen, diese Person wird dich krass verändern.
- 18:50SPEAKER_00: Punkt.
- 19:36SPEAKER_00: Diese Person wird ein, es ist wahrscheinlich eine krassere Entscheidung, als was du studiert hast.
- 19:44SPEAKER_00: Als in welcher sozialen Schicht du kommst.
- 19:49SPEAKER_00: Wen du als Partner nimmst, ist eine, wenn nicht, die wichtigste Entscheidung in deinem Leben.
- 19:54SPEAKER_00: Einfach weil du so viel Zeit mit dieser Person verbringst.
- 20:00SPEAKER_00: Und wenn du zum Beispiel merkst, dass hier einfach vieles nicht sich gut anfühlt und du zum Beispiel keinerlei Sicherheit hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit eben unglaublich groß, dass du dir Begleitbaustellen suchst, um das nicht zu fühlen, was dir vielleicht gerade in der Partnerschaft halt fehlt, an Sicherheiten, an anderen Dingen.
- 20:28SPEAKER_00: Und wenn dich zum Beispiel eine Partnerschaft emotional destabilisiert, dann kompensieren ganz viele, gerade sportliche Menschen, gerade Menschen, die einen sehr hohen Leistungsanspruch haben an sich, kompensieren über Training, über Leistungsdruck, über ich baue mich jetzt richtig auf und ich werde einfach die beste Version ever.
- 20:52SPEAKER_00: Genauso sieht man aber auch, dass viele Menschen dann auch sich komplett zurückziehen und sich nicht mehr damit exponieren, einen Partner zu suchen oder eine Partnerin zu suchen.
- 21:06SPEAKER_00: Weil sie so viel Angst haben davor und dann in diesen sogenannten Lone-Wolf-Charakter fallen, wo man dann eben so dieses Thema hat, hey, ich blocke halt einfach alles ab, was da ist, und ich baue mir nur noch eine Bubble, mittlerweile halt eine Bubble aus Online-Bekanntschaften und ich ziehe mich von all diesem zurück.
- 21:28SPEAKER_00: Was aber dabei man auch sagen muss, ist, dass es letztendlich ein Weglaufen, nur in einer anderen Hinsicht.
- 21:36SPEAKER_00: Weil das Schwierige dabei ist, uns sein Umfeld richtig zu bauen, ist damit absolut klar zu kommen, abgewiesen zu werden.
- 21:46SPEAKER_00: Ich glaube, es gibt weniger Skills, die man auch irgendwie entwickeln muss im Leben, als auch konstant abgewiesen zu werden von jemandem.
- 21:57SPEAKER_00: Und die meisten Menschen haben solche Angst davor, abgewiesen zu werden.
- 22:01SPEAKER_00: Aber letztendlich ist es gut, wenn man weiß, in welche Richtung sich dieses Umfeld auch gestalten sollte, aus Freunden, aus Partnerschaft, aus Familie.
- 22:12SPEAKER_00: Familie kann man nicht ändern, das ist immer so ein bisschen der tricky Part hier.
- 22:16SPEAKER_00: Aber zumindest dann auch so zu entscheiden oder auch wenn sich jemand gegen einen entscheidet, damit auch vollkommen d'accord zu sein, weil man halt weiß, dass das für einen langfristig gesehen die bessere Wahrscheinlichkeit ist, weil es die bessere Wahl ist.
- 22:33SPEAKER_00: Weil ganz endlich ehrlich, man möchte auch nicht.
- 22:36SPEAKER_00: Oder es ist gut mit jemandem, dass sich solche Dinge ändern, weil man sonst mit jemandem zusammen ist oder eine Partnerschaft aufbaut.
- 22:44SPEAKER_00: Wo die Person gar nicht so mit drin ist und so committed ist für einen und für die Ziele, die man auch sogar gesammelt hast.
- 22:55SPEAKER_00: Das heißt, die zentrale These ist hier, dass der größte Performance-Limiteur nicht unbedingt dein Trainingsplan ist.
- 23:01SPEAKER_00: Trainingsplan ist wichtig.
- 23:02SPEAKER_00: Es ist ein essentieller Faktor.
- 23:04SPEAKER_00: Don't get me wrong.
- 23:06SPEAKER_00: Aber häufig bei ganz vielen Menschen ist diese energetische Disregulation, die durch das Umfeld entsteht, ein viel wichtigerer Partner und ein viel wichtigerer Faktor.
- 23:18SPEAKER_00: Und die meisten Menschen haben so Angst, daraus auszubrechen.
- 23:23SPEAKER_00: Die meisten Menschen haben Angst, gesellschaftlich oder gesellschaftlich ist ein großes Wort, aber aus dieser Peergroup, die man sich gebaut hat, daraus auszubrechen.
- 23:34SPEAKER_00: Es ist aber enorm wichtig, sich dessen bewusst zu machen und darüber wirklich auch mal nachzudenken, was sind die Menschen, mit denen ich am allermeisten Zeit verbringe.
- 23:43SPEAKER_00: Und wenn da einfach dieser eine Onkel ist, der bei jedem Familienmeeting alle 14 Tage halt irgendwie seine Soße produziert und einfach einmal komplett mit ganz unangenehmen Emotionen, die einfach bei einem auslöst.
- 24:02SPEAKER_00: Und immer man sich danach erstmal fühlt wie drei Tage, wie drei Tage Regenwetter, dann macht es durchaus Sinn, darüber nachzudenken, diese Person nicht mehr in seinem Leben zu treffen oder den Kontakt dadurch enorm zu reduzieren.
- 24:20SPEAKER_00: Ganz wichtig hier ist auch, dass man sich klar macht, es gibt immer einen energetischen Leak.
- 24:26SPEAKER_00: Also jeder im Umfeld zieht meistens Aufmerksamkeit, emotionale Stabilität, Fokus ab, Bedeutung ab.
- 24:34SPEAKER_00: Und das sind alles Dinge, die kann man nicht einfach so.
- 24:38SPEAKER_00: Wenn man ein Energie Energy-Leak hat in seinem System und konstant der Fokus wird weggenommen von jemandem, die Aufmerksamkeit wird die ganze Zeit von jemandem gefordert, von Freunden, von anderen Leuten.
- 24:53SPEAKER_00: Man hat das Gefühl, sein Nervensystem ist sehr häufig bei 180, dann sind das alles Faktoren, die sehr viel darüber aussagen, wie gut kannst du performen.
- 25:04SPEAKER_00: Und wenn du solche Dinge hast in deinem Umfeld, die das bei dir bestärken, dann machen ganz viele nicht unbedingt den Cut, dass sie sagen, ich will das nicht mehr und ich reduziere das und ich verbringe weniger Zeit mit diesen Menschen.
- 25:18SPEAKER_00: Sondern viele probieren dann übers Training das Ganze zu kompensieren.
- 25:22SPEAKER_00: Aber dann ist es nicht unbedingt so, dass man im Training besser wird, sondern der Container stimmt einfach nicht.
- 25:29SPEAKER_00: Das heißt, auch wenn Menschen um dich herum konstant im Chaos leben, dann wird es schwierig für dich, dagegen konstant abzukämpfen.
- 25:38SPEAKER_00: Sondern es hat damit zu tun, dass dann deine Identität verschoben wird und du dann einfach zum Beispiel auch eher in dieses Chaos gedrückt wirst.
- 25:50SPEAKER_00: Was ist dabei der wissenschaftliche Kern auch so?
- 25:53SPEAKER_00: Und woran liegt das auch, dass es so wichtig ist, dass man sein Umfeld halt konstent hinterfragt?
- 26:00SPEAKER_00: Und das eine dabei oder prinzipiell hat es mit diesen archaischen Gehirnstrukturen zu tun, die eine ganz wichtige Rolle dabei spielen.
- 26:11SPEAKER_00: Es ist einerseits unser Dopaminergesystem, was sicherlich den meisten von euch bekannt ist.
- 26:19SPEAKER_00: Dopamin ist ein gewisses Belohnungshormon, was uns langfristig gesehen eher zu einer gewissen Aktivierung führt.
- 26:28SPEAKER_00: Wenn wir aber konstant und mittlerweile durch sehr viele externe Faktoren, tendieren wir dazu, dass wir Dopamin konstant überstimulieren bei uns.
- 26:43SPEAKER_00: Kleiner Exkurs übrigens Dopamin ist gar nicht so einfach zu messen.
- 26:46SPEAKER_00: Also es gibt, ich habe mal einige Athleten, die dann irgendwie mal mit dem Bluttest kommen, wo Dopamin gemessen wurde.
- 26:52SPEAKER_00: Das kann man eigentlich nicht wirklich, weil Dopamine ein Neurotransmitter ist, der vor allen Dingen im Gehirn wirkt und das Blut zu messen ist eigentlich so gut wie nicht wirklich valide und aussagekräftig.
- 27:00SPEAKER_00: Es sind eher Symptome, die damit einhergehen.
- 27:03SPEAKER_00: Und es ist eher auch so sein Verhalten, dass man das protokolliert und auch da relativ ehrlich mit sich ist.
- 27:09SPEAKER_00: Das hat vor allen Dingen damit zu tun, wie hoch ist der Konsum von Nachrichten, von Social Media, von anderen Dingen, die alle um ständige Aufmerksamkeit bohlen.
- 27:20SPEAKER_00: Und je höher auch da meines Erachtens der Konsum ist von konstanten Beschallungen über Nachrichten, über Social Media.
- 27:28SPEAKER_00: Nachrichten und Social Media sind mittlerweile irgendwie 1-1, same, same, hat keinen großen Unterschied mehr.
- 27:34SPEAKER_00: Desto schwieriger fällt es dann auch, konzentriert zu bleiben.
- 27:37SPEAKER_00: Und desto schwieriger fällt es auch zum Beispiel, klar im Training irgendwie auch eine gute Session zu machen oder sich auch richtig zu erholen.
- 27:48SPEAKER_00: Häufig ist Erholung oder Erholung, wie sie heute stattfindet, hat ja viel damit zu tun, irgendwie, ich liege auf der Couch, schaue irgendwie next Netflix und schaue dabei irgendwie noch auf Instagram.
- 27:58SPEAKER_00: Was natürlich schwierig ist, weil dein System die ganze Zeit auch da überstimuliert wird mit etwas.
- 28:05SPEAKER_00: Und ich merke das zum Beispiel immer, dass wenn ich das Gefühl habe, ich habe irgendwie heute gerade wenig zu tun und ich habe eher so, dass ich gerade eigentlich Zeit habe für mich und ich tue mein Handy einfach weg, dass ich dann sehr schnell das Gefühl habe, ich bin gelangweilt und es langweilt mich einfach alles.
- 28:27SPEAKER_00: Das ist aber nicht wirkliche Langweile, sondern das ist einfach nur dieser Detox von dieser konstanten Dopamin-Überstimulation.
- 28:36SPEAKER_00: Genauso kann aber auch so eine Überstimulation sein, dass man in fünf verschiedenen WhatsApp-Gruppen sind, die die ganze Zeit irgendwas feuern, sei es irgendwelche Bilder oder auch sei es irgendwelche Party-Meldungen oder sonstige andere Sachen, dass man einfach da die ganze Zeit geschhared wird, was halt irgendwie bei den Leuten im Umfeld gerade passiert, was dann so ein eigenes Social-Media-System ist, was dann so ein bisschen dahinter geht.
- 29:00SPEAKER_00: Genauso können es aber auch die Trainingskollegen sein, die halt einfach erwarten, dass man irgendwie alle Training-Session zusammen macht.
- 29:11SPEAKER_00: Man macht irgendwie alles zusammen.
- 29:13SPEAKER_00: Und das führt dann auch zu einem gewissen Social Overload und auch eine sehr hohe Erwartungshaltung, die dann dabei da ist.
- 29:21SPEAKER_00: Was dann auch dazu führt, dass häufig Training-Sessions nicht in individuell guten Zonen irgendwie durchgeführt werden.
- 29:26SPEAKER_00: Man sich vielleicht sich auch danach nicht richtig erholt.
- 29:30SPEAKER_00: Kann ich auch eine kleine Geschichte zu sagen.
- 29:32SPEAKER_00: Das war so ein kleiner, besonderer Rant-Moment von mir.
- 29:38SPEAKER_00: Ich war in seiner relativ guten Trainingsgruppe irgendwie auch unterwegs und wir haben eine Session zusammen gemacht und die Session war relativ hart.
- 29:44SPEAKER_00: Und danach habe ich gemerkt, okay, ich will jetzt unbedingt was essen.
- 29:48SPEAKER_00: Und sie wollten aber irgendwie sofort zum Strand, wo ich dann halt irgendwie erstmal so alle überstimmt habe und gesagt habe, wir gehen jetzt erstmal was essen, Leute, weil ich will, dass wir irgendwie unsere Kohlenhydratspeicher auffüllen und den Open-Window-Effekt vermeiden.
- 30:00SPEAKER_00: Und dann habe ich irgendwie erstmal alle angeguckt, als wäre ich halt so ein Alien.
- 30:04SPEAKER_00: Und damit lebe ich dann irgendwie auch.
- 30:08SPEAKER_00: Aber wichtig ist halt auch solche Dinge, sag ich mal, wahrzunehmen und dann auch zu gucken, so, ne?
- 30:16SPEAKER_00: Das andere ist, dass wir auch den präfrontalen Kortex haben, wo eigentlich alles so verarbeitet wird, was uns ausmacht.
- 30:25SPEAKER_00: Und diese Region ist total anfällig, gerade so für das ganze Thema emotionaler Stress und Unsicherheit.
- 30:33SPEAKER_00: Und auch so, ich sag mal, wo auch viel so soziale Vergleiche und sowas stattfinden.
- 30:39SPEAKER_00: Und das ist auch was, wo man sich, glaube ich, sehr bewusst darüber werden sollte, dass wir mittlerweile konstant sozialen Vergleichen ausgesetzt sind.
- 30:51SPEAKER_00: Das geht los im Fitnessstudio, wie dich Leute halt angucken.
- 30:55SPEAKER_00: Das geht los auf der Straße.
- 30:59SPEAKER_00: Das geht los oder geht weiter bei Partys, sozialen Veranstaltungen, sonst was.
- 31:04SPEAKER_00: Und das Allergrößte ist natürlich so Social Media, wo enorm die ganze Zeit sozial verglichen wird.
- 31:11SPEAKER_00: Was macht der, was macht die?
- 31:13SPEAKER_00: Und das führt alles dazu, dass diese präfrontale Selbstkontrolle, Cortex, eben konstant störanfällig wird.
- 31:23SPEAKER_00: Das bedeutet, man entwickelt automatisch einen gewissen Bias dafür, dass man denkt, andere trainieren immer härter, andere haben immer bessere Voraussetzungen, irgendwie auch zu Recovery-Metrics oder sonst was.
- 31:38SPEAKER_00: Und es führt auch dazu, dass man immer das Gefühl hat, okay, andere sind irgendwie viel weiter in der Performance-Entwicklung als man selber.
- 31:43SPEAKER_00: Wenn man sich nicht davon etwas probiert zu distanzieren.
- 31:48SPEAKER_00: Und da eben auch, darüber werden wir sicherlich auch nochmal ein Podcast-Thema machen, so das ganze Thema Konsum und Konsum eben mit externer Stimulation ist für die Performance-Entwicklung echt nicht gut.
- 32:01SPEAKER_00: Weil es eben dazu führt, dass wir eigentlich ein komplettes Overmanagement haben und Multitasking haben, anstatt wirklich einen Fokus und sich klar auf Dinge irgendwie auch so zu fokussieren.
- 32:12SPEAKER_00: Ich weiß nicht, ob es einigen von euch bewusst ist, aber es gab jetzt auch so die ersten Studien, ich glaube, aus skandinabischen Ländern, die halt sich mal angeguckt haben, so neuronale und kognitive Entwicklung bei Kindern durch AI und Social Media Konsum.
- 32:26SPEAKER_00: Und die Ergebnisse sind erstmal nur vorläufig publiziert worden.
- 32:32SPEAKER_00: Aber so wie es eben aussieht, hat Social Media Konsum einen enormen negativen Einfluss auf das ganze Thema Aufmerksamkeitsspanne, kognitive Entwicklung und eben auch, und das ist das allergrößte eigentlich an der ganzen Sache, emotionale Stressresilienz.
- 32:54SPEAKER_00: Depression, Suizidraten sind enorm auf dem Vormarsch.
- 33:01SPEAKER_00: Und ein Großteil davon sind Männer.
- 33:03SPEAKER_00: Ich glaube, neun von zehn Suiziden sind Männer.
- 33:06SPEAKER_00: Und es gibt eine ganz große Kultur von Männern, die sich komplett isolieren und abgrenzen.
- 33:14SPEAKER_00: Und ich habe das Gefühl, dass sehr viel damit zusammenhängt, dass wir eben in konstantem emotionalen Overload unterwegs sind.
- 33:27SPEAKER_00: Und dass sehr, sehr, sehr viel gekopt wird dadurch, dass wir jetzt sportlicher werden, dass wir aktiver werden, was gut ist.
- 33:35SPEAKER_00: Also Sporttraining hilft dir, weil es ein gewisses Ventil ist.
- 33:39SPEAKER_00: Nur man muss auch immer an die Ursache gehen und muss immer auch schauen, was ist der Container, was ist das Gefäß, was ich mir einfach gerade baue.
- 33:49SPEAKER_00: Und jetzt kommen wir mal zum harten Punkt.
- 33:52SPEAKER_00: Du kannst dich nicht hochtrainieren, wenn dein Umfeld dich runterzieht.
- 33:57SPEAKER_00: Punkt.
- 33:59SPEAKER_00: Du brauchst eine gewisse Stabilität in deinem Umfeld.
- 34:03SPEAKER_00: Und du brauchst eher ruhige Bedingungen, um dich langfristig gesehen aufzubauen.
- 34:08SPEAKER_00: Wenn du konstant das Gefühl hast, dass deine Freunde oder deine Familie keine Lust hast auf Sport, auf einen gesunden Lebensstil, auf gesunde Lebensstilfaktoren, wie auch immer, auch vor allen Dingen Lust hat, dass du dich dahingehend entwickelst, dann wird es für dich sehr schwer.
- 34:31SPEAKER_00: Dann musst du probieren, weniger Zeit damit zu verbringen oder dir vielleicht sogar das Umfeld etwas neuer zu bauen.
- 34:40SPEAKER_00: Die meisten Menschen auch im Umfeld oder sehr wenige Menschen im Umfeld wollen auch, dass du dich entwickelst, wenn sie auch in einer Energie-Negativspirale gefangen sind.
- 34:52SPEAKER_00: Man muss sagen, viele Menschen sind in einer negativen Spirale gefangen, von dass sie sich nicht gut fühlen, dass sie das Gefühl haben, alle machen viel coolere Sachen als sie und dass sie eben auch unsportlich sind.
- 35:04SPEAKER_00: Ich glaube, also 80 Prozent oder 85 Prozent der Menschen in Deutschland schaffen nicht die WHO-Kriterien von 150 Minuten Training die Woche.
- 35:14SPEAKER_00: Und wahrscheinlich ist die Dunkelziffer sogar nochmal deutlich, deutlich höher.
- 35:17SPEAKER_00: Und wenn du ein Umfeld hast, wo du jetzt probierst, sportlich aktiv zu werden und dich zu verändern, und dieses Umfeld aber daraus besteht, aus Leuten, die eigentlich nur Couchpotatoes sind, die keine Lust haben und die vielleicht irgendwie den ganzen Tag konsumieren auf Social Media, dann wird es verdammt schwer für dich, dich nachhaltig zu verändern.
- 35:39SPEAKER_00: Wenn du ein Umfeld hast aus Menschen, die nur unglücklich sind, die nur passiv-aggressiv sind, die nur dieses Ganze jetzt das Gefühl geben, dass du falsch bist, weil du dich verändern willst, dann wird es auch schwer für dich.
- 35:52SPEAKER_00: Und dabei gibt es diesen schönen Satz, zu sagen, die Menschen, die fünf Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbindest, verbringst, du bist der Durchschnitt von denen.
- 36:01SPEAKER_00: Und da ist sehr viel Wahres dran, so wie wir besprochen haben mit Spiegelneuronen, so wie wir besprochen haben, eben mit Energiesystemen, so wie wir besprochen haben, mit autonomem Nervensystemen.
- 36:11SPEAKER_00: Es reguliert sich alles über dieses Umfeld, was du dir halt einfach auch brauchst.
- 36:20SPEAKER_00: Und dabei musst du dir klarmachen, dass wenn du dich entwickeln willst, dann brauchst du Führung.
- 36:28SPEAKER_00: Und diese Führung brauchst du aus dir selbst heraus.
- 36:33SPEAKER_00: Du kannst dich nicht immer abhängig machen von anderen Menschen.
- 36:36SPEAKER_00: Du brauchst diese Klarheit aus dir selber heraus.
- 36:38SPEAKER_00: Und diese Klarheit erlangst du wahrscheinlich nur, wenn du einfach mal einen wirklichen Cut machst mit dieser Überstimulation, die du konstant vielleicht erlebst durch dein Umfeld oder durch Medien.
- 36:54SPEAKER_00: Das bedeutet, dieses Thema von zum Beispiel Selbstwert und Wille und ich gehe allen voraus, ist in gewisser Weise nicht so ganz wahr, weil du kannst nicht konstant gegen etwas ankämpfen, was dich runterzieht.
- 37:14SPEAKER_00: Du kannst nicht denken, ich bin der Lonely Wolf und ich isoliere mich von all diesen Dingen, ich isoliere mich eigentlich von der gesamten Gesellschaft und baue mir nur nochmal eine Social Media Gruppe.
- 37:23SPEAKER_00: Das wird auch nicht funktionieren.
- 37:25SPEAKER_00: Weil dir dann einfach alles fehlt, was halt cool ist im Leben.
- 37:29SPEAKER_00: Das heißt, Umfeld macht auch viel damit aus, wie zufrieden bist du mit dir bist?
- 37:33SPEAKER_00: Wie gut funktioniert dein Nervensystem?
- 37:35SPEAKER_00: Bist du konstant irgendwie im Angstmodus?
- 37:37SPEAKER_00: Bist du konstant irgendwie unterwegs, dass du Angst hast vor sozialen Kontakten?
- 37:41SPEAKER_00: Dann hilft es dir auch, wenn du dir halt probierst, ein soziales Umfeld zu bauen aus Menschen, die vielleicht mehr outgoing sind, die halt vielleicht mehr diese Qualität haben, die du halt, die du halt cool findest.
- 37:54SPEAKER_00: Und dann hilft es aber auch nichts, dann vielleicht sich abzugrenzen und einen Hate-Kommentar gegen genau diese Menschen zu schreiben, sondern eben dann auch offen dafür zu sein, sich zu verändern.
- 38:07SPEAKER_00: Die meisten Menschen wollen sich aber nicht verändern, sondern die meisten Menschen wollen einfach in diesem ganz klaren Umfeld bleiben.
- 38:13SPEAKER_00: Und das ist egal, ob man auf dem Land wohnt oder ob man in der Stadt wohnt.
- 38:19SPEAKER_00: Es gibt einfach gewisse Peergroups von Menschen, die immer gleich bleiben wollen und die auch das nicht ändern wollen.
- 38:30SPEAKER_00: Und hier geht es auch darum, diese Menschen in Ruhe zu lassen, aber wenn man sich verändern will, auch ganz klar hier einen Cut zu ziehen.
- 38:37SPEAKER_00: Und die Exposition und die Verbindung zu diesen Menschen nicht so krass aufrechtzuerhalten, sondern eben in guten Dosierungen.
- 38:47SPEAKER_00: Dosis macht dann auch in gewisser Weise hier auch das Gift, wenn man so will.
- 38:53SPEAKER_00: Das bedeutet, du kannst auch nicht immer nur Training benutzen, um deinem Umfeld zu empfliehen.
- 38:59SPEAKER_00: Sondern du musst dir schon bewusst machen, dass Umfeld, richtige Trainingsbedingungen, gute Struktur, Spaß zu haben an der Sache, das sind alles Dinge, die werden vor allen Dingen durch dieses Umfeld, was du dir baust, halt erschaffen.
- 39:12SPEAKER_00: Was bedeutet jetzt ganz genau als praktische Empfehlung?
- 39:14SPEAKER_00: Was kann ich da auch noch mitgeben?
- 39:17SPEAKER_00: Scann mal dein Umfeld und sei da mal verdammt ehrlich mit dir.
- 39:22SPEAKER_00: Wer gibt dir Energie?
- 39:24SPEAKER_00: Wer zieht dir Energie?
- 39:27SPEAKER_00: Bist du die ganze Zeit im Panikmodus mit einer Person?
- 39:30SPEAKER_00: Hast du das Gefühl, dass wie fühlst du dich, wenn die Person bei dir ist?
- 39:36SPEAKER_00: Wie fühlst du dich, wenn die Person nicht bei dir ist?
- 39:40SPEAKER_00: Wie fühlst du dich im Urlaub?
- 39:43SPEAKER_00: Wie fühlst du dich, wenn du wieder zurückkommst?
- 39:48SPEAKER_00: Wessen Probleme trägst du unbewusst mit, vor allen Dingen vielleicht aus deiner Familie.
- 39:56SPEAKER_00: Wer ist die Person, die den stärksten Einfluss auf dich hatte, als du dich noch nicht wehren konntest, als du ganz klein warst?
- 40:04SPEAKER_00: Und welche Probleme hat diese Person?
- 40:06SPEAKER_00: Und was erkennst du in gewisser Weise da auch bei dir wieder?
- 40:10SPEAKER_00: Wir haben alle unsere Traumata.
- 40:13SPEAKER_00: Zieh so ein bisschen energetische Grenzen.
- 40:16SPEAKER_00: Grenzen zu ziehen ist Selbstliebe und Nein zu sagen ist viel wichtiger als ja zu sagen.
- 40:24SPEAKER_00: Und das frühzeitig zu lernen, wird dir sehr viele Schmerzen ersparen.
- 40:31SPEAKER_00: Und auch Menschen zu enttäuschen, abgewiesen zu werden, gehört zum Leben dazu und ist enorm wichtig, das ist möglichst auch frühzeitig zu lernen und danach aber sich nicht zurückzuziehen, verbittert zu sein, resentful zu werden, zu sagen, ich hasse Frauen, ich hasse Männer, ich hasse Schule, ich hasse Heteros, sondern offen zu sein und weiterhin zu lieben, so ungefähr.
- 41:02SPEAKER_00: Das bedeutet, du aber auch dabei so eine gewisse Umfeldselection machst, ey.
- 41:08SPEAKER_00: Weniger Freunde vielleicht zu haben, aber die, die du wirklich, die dir relevant sind, wen kannst du nachts um drei Uhr anrufen?
- 41:16SPEAKER_00: Wen kannst du anrufen und sagen, hey, es tut mir fucking leid, dass ich dich gerade irgendwie raustelefoniere, aber mir geht es echt gerade richtig, richtig beschissen.
- 41:28SPEAKER_00: Wie kannst du mir helfen?
- 41:30SPEAKER_00: Oder kannst du hast du mal ganz kurz fünf Minuten, einfach nur, dass ich einmal mit dir kurz einchecken kann.
- 41:35SPEAKER_00: Die meisten, man sagt, auch hier wiederum ist es, glaube ich, so ein typischer Bias bei sehr vielen Männern und Frauen, dass viele Männer nicht eine Person kennen, die sie einrufen könnten.
- 41:48SPEAKER_00: Und dass Qualität in Freundschaften ist mehr entscheidend als Quantität.
- 41:54SPEAKER_00: Wenn du hundert verschiedene Freunde hast, aber nicht eine oder zwei Personen, die wirklich deep connected sind, dann ist es schwieriger.
- 42:06SPEAKER_00: Dabei solltest du auch so ein bisschen verstehen, dass es relativ egal ist was jemand träumt, was er sagt, wer er gerne sein möchte, sondern ich würde immer darauf schätzen und darauf am meisten Wert legen, so was tun die Personen?
- 42:23SPEAKER_00: Sind die Personen auch wirklich die, was sie auch zu sein scheinen?
- 42:28SPEAKER_00: Was ist auch wirklich der Track Record?
- 42:30SPEAKER_00: The Track Record sagt schon viel aus, auch wenn viele mal sagen, dass das relativ unwichtig ist.
- 42:35SPEAKER_00: Aber was hat die Person bisher auch so in ihrem Leben gemacht?
- 42:38SPEAKER_00: Was sind die Werte?
- 42:40SPEAKER_00: Was sind die Dinge, die sie auch verkörpert und hat sie auch ihr Leben danach ausgerichtet?
- 42:46SPEAKER_00: War sie auch mutig genug, in diese Richtung zu gehen.
- 42:50SPEAKER_00: Und dann auch zu verstehen, dass häufig dann Performance, sportliche Performance-Training ist eine Zusammenfassung von all dem.
- 43:03SPEAKER_00: Und man schafft sich über sein Umfeld, über den Ort, wo man legt, schafft man sich den Container.
- 43:08SPEAKER_00: Man schafft sich das Gefäß, das Gefäß, was man dann befüllen kann, mit eben Training, mit Recovery, mit guter Ernährung, mit all diesen Dingen, die entscheidend sind.
- 43:21SPEAKER_00: Aber das Umfeld, was du dir schaffst, sowohl offline als auch online, bestimmt letztendlich, in welche Richtung entwickelt sich dein Leben, in welche Richtung entwickelt sich deine Performance, in welche Richtung entwickelt sich deine Gesundheit.
- 43:35SPEAKER_00: Und hat das eher ein, geht es eher nach oben oder geht das langfristig eher nach unten?
- 43:46SPEAKER_00: Okay, also abschließend, ja.
- 43:49SPEAKER_00: Dein Umfeld reguliert maßgeblich deine sportliche Performance und du kannst dich eigentlich dagegen nicht wirklich wehren, wenn du dieses Umfeld hast.
- 43:57SPEAKER_00: Außer du kannst halt klare Grenzen ziehen und kannst halt probieren, dir ein neues Umfeld zu schaffen oder Dinge zu ändern und eben Zeit mit Menschen bewusster einzusetzen und klar zu sagen, das ist der Weg, wo ich mich hin entwickeln möchte oder das ist der Weg, wo es für mich leider nicht mehr weitergeht.
- 44:20SPEAKER_00: Alles klar.
- 44:21SPEAKER_00: Ich hoffe, euch hat der Pott das gefallen.
- 44:23SPEAKER_00: Es werden in der nächsten Zeit mehr von solchen Themen kommen.
- 44:26SPEAKER_00: Und ich wünsche euch einen schönen Nachmittag.
- 44:30SPEAKER_00: Macht's gut, bis dann.
- 44:31SPEAKER_00: Ciao, ciao, ciao.