Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / KÖRPERGEFÜHL- Der wichtigste Faktor | mit Dr. Peter Leo.
Transcript
- 0:03SPEAKER_02: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:09SPEAKER_02: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_02: Golo Birken, ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_00: Und mein Name ist Dr.
- 0:14SPEAKER_00: Lena Pansala, ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näherbringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:30SPEAKER_02: Moin Leute und willkommen zu einer neuen Folge von Rocket Science.
- 0:34SPEAKER_02: Diese Folge hat mir ganz, ganz, ganz besonders viel Spaß gemacht, muss ich sagen.
- 0:39SPEAKER_02: Und zwar spreche ich mit Peter Leo.
- 0:42SPEAKER_02: Und Peter ist auf der einen Seite Coach, er ist auf der anderen Seite Sportwissenschaftler und er forscht auch noch in der Uni Innsbruck.
- 0:51SPEAKER_02: Deswegen hatten wir ziemlich viele Gemeinsamkeiten anders, wo wir ansetzen konnten, um darüber zu sprechen.
- 1:00SPEAKER_02: And let's end up daraus ein ganz, ganz anderer Talk entstanden, als wie ich es eigentlich vermutet habe.
- 1:08SPEAKER_02: Peter hat in der letzten Zeit zwei ziemlich coole Paper veröffentlicht zu Critical Power.
- 1:14SPEAKER_02: And we werden definitiv nochmal einen Podcast machen, wo wir darüber sprechen.
- 1:19SPEAKER_02: Und das eigentliche Ziel war auch über diese beiden Paper zu sprechen.
- 1:24SPEAKER_02: Aber wir haben nachher viel mehr über Körpergefühl.
- 1:31SPEAKER_02: Herzrat.
- 1:31SPEAKER_02: Herzfrequenz, Herzratenvariabilität, Gefühl und Coaching Lessons gesprochen.
- 1:38SPEAKER_02: Und weil wir irgendwie so auf einer Linie waren, habe ich lange Zeit überlegt, ob ich diesen Podcast überhaupt veröffentlichen sollte.
- 1:49SPEAKER_02: Der Input, der hier drin zu finden ist, ist ultimativ viel wert.
- 1:53SPEAKER_02: Und wenn ihr das berücksichtigt, worüber Peter und ich da irgendwie sprechen, dann wird es euch enorm weiterbringen in eurem Athletendasein, Gesundheitsdasein oder auch in eurem Selbstbewusstsein und eurem Lebensstil.
- 2:08SPEAKER_02: Und es sind ganz, ganz viele Themen, die wir auch immer wieder mit unseren Athleten besprechen, and wo wir auch immer die größten Fehler sehen.
- 2:17SPEAKER_02: Also long story short.
- 2:28SPEAKER_02: Moin Leute, und willkommen zu einer neuen Folge von Rocket Science.
- 2:31SPEAKER_02: Heute sprechen wir über ein spannendes Thema und zwar reden wir heute so ein bisschen über den Querschnitt aus Wissenschaft, Sportwissenschaft und Coachingpraxis.
- 2:42SPEAKER_02: Warum ist das relevant?
- 2:44SPEAKER_02: Ich hoffe, wir können in diesem Talk so ein bisschen darstellen, dass es ziemliche Unterschiede manchmal gibt zwischen den Ansichten, vielleicht die Coaches haben, mit Ansichten, die vielleicht in der Wissenschaft vorhanden sind, und auch Ansichten, die irgendwie in der Sportwissenschaft sich etabliert haben.
- 2:59SPEAKER_02: Und dazu, um darüber zu sprechen, habe ich mir einen Gast eingeladen und der Gast ist Peter Leo.
- 3:06SPEAKER_02: Und Peter Leo bringt Erfahrungen mit sowohl aus der Sportwissenschaft, er ist Sportwissenschaftler, macht gerade seinen PhD an der Uni Innsbruck.
- 3:14SPEAKER_02: Er ist Coach.
- 3:15SPEAKER_02: Er ist Coach für das Tiro Cycling Team.
- 3:19SPEAKER_02: Und er hat auch noch ein, er arbeitet noch als Wissenschaftler, wie gesagt, an der Uni Innsbruck in Kombination mit Sportwissenschaft.
- 3:27SPEAKER_02: Aber das soll ich ja alles gar nicht erzählen, sondern dafür habe ich mir ja Peter eingeladen.
- 3:31SPEAKER_02: Also Peter, willkommen.
- 3:32SPEAKER_02: Hallo Gulo, danke für die Einladung.
- 3:36SPEAKER_02: Cool, ja, cool, dass du dabei bist.
- 3:38SPEAKER_02: Freut mich total.
- 3:39SPEAKER_02: Vielleicht stellst du dich einfach mal ein bisschen vor.
- 3:41SPEAKER_02: Wie hat das alles so bei dir angefangen?
- 3:44SPEAKER_01: Ja, also wie du schon erwähnt hast, ich habe Sportwissenschaften studiert, habe in Wien meinen Bachelor und Master gemacht mit Schwerpunkt Leistungsphysiologie und Trainingswissenschaften und habe mich dann durch meine Arbeit im Leistungssport immer mehr dafür natürlich auch für diese Materie interessiert, auch empirisch, wissenschaftlich.
- 4:06SPEAKER_01: Und habe halt dann mit Tirol Cycling die Möglichkeit gehabt, das auch in Form eines wirklich lang angelegten über drei Jahre Wissenschaftsprojekt zu machen.
- 4:18SPEAKER_01: Und dann ist es halt eben mit der Uni Innsbruck gemeinsam zu diesem PhD-Projekt gekommen.
- 4:25SPEAKER_01: Und ja, das ist sozusagen momentan für mich der Status Quo.
- 4:30SPEAKER_01: Okay, aber wie alt bist du jetzt, Peter?
- 4:33SPEAKER_01: Also ich 26, werde aber am 4.04.2027.
- 4:39SPEAKER_02: Okay.
- 4:41SPEAKER_02: Aber deine ganze sportliche Karriere, sag ich mal, hat ja noch ein bisschen früher angefangen, oder?
- 4:46SPEAKER_01: Genau, also ich komme auch selber aus dem Leistungssport, bin eigentlich über klassischer polysportiven Grundausbildung im Sport mit Skifahren bei uns in Tirol, Tennis, Fußball, also relativ bulysportiv aufgewachsen bis zu ins 15., 16.
- 5:04SPEAKER_01: Lebensjahr.
- 5:05SPEAKER_01: Und dann habe ich mehr und mehr das Laufen für mich entdeckt.
- 5:08SPEAKER_01: Da bin dann auch über den Großlauf und über die Straße ein bisschen mehr und mehr in den Austauschsport gelangt.
- 5:15SPEAKER_01: Und habe dann relativ als Späteinsteiger mit 16 Triertland begonnen.
- 5:22SPEAKER_01: Habe auch davor wirklich keine Schwimmerfahrung gehabt.
- 5:25SPEAKER_01: Und das war dann für mich, das war 2010, relativ eine, anfangs eine Challenge, quasi das wegzumachen, wo andere natürlich schon im sechsten, siebten Lebensjahr mit dem Schwimmsport anfangen.
- 5:40SPEAKER_01: Aber ich bin da relativ schnell mal reingekommen und konnte gleich so im zweiten, dritten Jahr auch österreichweit, sage ich mal, mit dazu mal Junioren, Jugendjunioren gut mithalten.
- 5:52SPEAKER_01: Bin dann daraufhin auch sehr viel in Deutschland gestartet, über Grassau, haben wir dann eigentlich auch den Aufstieg über die Regionalliga, zweite Bundesliga und Bundesliga geschafft.
- 6:03SPEAKER_01: Ich war zwar mehr in der zweiten Mannschaft vertreten, aber ab und zu konnte ich halt auch in der ersten Mannschaft aushelfen.
- 6:11SPEAKER_02: Also Triathlet bist du, kurz abgeklossen.
- 6:13SPEAKER_01: Genau.
- 6:15SPEAKER_02: Genau, und ein ziemlich guter eigentlich auch.
- 6:17SPEAKER_02: Also du machst das, glaube ich, jetzt eher auch als Hobby, aber so von deinem Werdegang her hast du ja auch irgendwie, was du gerade auch beschrieben hast, einiges aufzuweisen.
- 6:26SPEAKER_02: Also du bist so diesen klassischen Weg gegangen, von Jugendlichen angefangen, dann sich das Schwimmen so ein bisschen nachträglich noch beizubringen und dann halt aber auch Sprintdistanz, zweite Bundesliga und dann erste Bundesliga.
- 6:39SPEAKER_01: Genau.
- 6:41SPEAKER_01: Und das war für mich, also das war zum Beispiel für mich auch immer sehr wichtig, als Sportwissenschaftler diesen Bezug auch selbst zum Sport zu haben, weil du einfach ganz andere Denkweisen bekommst als Sportler, als Athlet.
- 6:56SPEAKER_01: Und ich glaube, diese Wechselwirkung auf der anderen Seite jetzt mehr als Wissenschaftler Trainer tätig zu sein, aber trotzdem selber den Sport für dich zu machen, immer noch einem relativ strukturierten Training nachzugehen, auch Trainingsinhalte an einem selber auszuprobieren, das macht das ganze Feld für mich so spannend.
- 7:16SPEAKER_02: Ja, absolut.
- 7:18SPEAKER_02: Kann ich total nachvollziehen.
- 7:19SPEAKER_02: Also du meinst, der praktische Bezug, den du einerseits als Athlet mitbringst, hilft dir auch weiter in der Wissenschaft.
- 7:26SPEAKER_01: Genau, also das habe ich auch schon öfters erwähnt, wenn mich Leute gefragt haben, wo holst du dir grundsätzlich die Ideen und holst du sie von der Wissenschaft, dann sage ich eigentlich, nein, eigentlich ist es immer umgekehrt, ich mache eine Beobachtung in der Praxis und verfolge es dann quasi über die Wissenschaft hin zu einer Konklusio.
- 7:46SPEAKER_01: Und es ist ja ganz oft so, dass eigentlich die Trainer und Athleten eigentlich immer quasi der Wissenschaft ein wenig voraus sind, was quasi das Experimentelle betrifft, weil sie eigentlich tagtäglich, der Trainingsprozess ist immer so ein Feldversuch, wenn man es überspitzt formuliert.
- 8:07SPEAKER_01: Und dieses Feedback, was man dann wiederum bekommt, wenn man mit vielerlei Athleten arbeitet, also angefangen jetzt, sage ich mal, von normalen Age Groupern, die einfach fit sein wollen oder die vielleicht gar nicht so das sportliche Ziel haben, bis hin zu Leuten, die es vielleicht in die World to schaffen wollen oder sehr ambitioniert Triathlon machen, also diese Wechselwirkung und dieses Feedback, was man von allen Seiten bekommt, das, sage ich mal, macht dann wiederum die Fragen für mich als Wissenschaftler interessant.
- 8:38SPEAKER_02: Also meinst du, dass du dadurch, dass du Fragen beantworten kannst, irgendwie aus deinem Athletendasein, aus deinem Coaching-Alltag, dass du dadurch auch bessere Studien baust oder bessere Ideen formulierst?
- 8:51SPEAKER_01: Ja, in der Tat, also vor allem in dem Feld, wo ich mich quasi mich jetzt in der Trainingswissenschaft festgesetzt habe, und das ist halt die ganze Leistungsmodellierung und das ganze Power Profiling, hat natürlich sehr, sehr viel mit Felddaten zu tun.
- 9:05SPEAKER_01: Und ich würde sagen, für diesen Zweig ist es absolut sinnvoll, wenn man sich mit den Athleten draußen unterhaltet und sagen, hey, was fällt euch auch oder was habt ihr für Erfahrungen?
- 9:15SPEAKER_01: Also das hilft mir schon extrem, auch die entsprechenden Ableitungen zu treffen.
- 9:22SPEAKER_01: Ich würde jetzt nicht sagen, dass es jetzt in jedem Bereich der Forschung geht.
- 9:25SPEAKER_01: Also da muss man schon auch gewisse Dinge trennen, aber vor allem im angewandten Bereich, in den Trainingswissenschaften, glaube ich, kann man sehr viel von den Athletengesprächen, Trainergesprächen mit erfahrenen Trainern sehr viel mitnehmen.
- 9:40SPEAKER_02: Ja, würde ich auch auf jeden Fall so unterschreiben.
- 9:42SPEAKER_02: Und du hattest gerade so gesagt, was ich auch immer sehr interessant finde, dass man als Coach oder als Trainer häufig der Wissenschaft so ein bisschen voraus ist, was wahrscheinlich auch so seine Denkweise angeht oder was Ausprobieren von neuen Sachen erklärt.
- 9:58SPEAKER_02: Erklär mal, was meinst du damit genau?
- 10:01SPEAKER_01: Zum Beispiel ganz einfach die Trainingsquantifizierung.
- 10:05SPEAKER_01: Wie quantifiziere ich Training?
- 10:07SPEAKER_01: In Form von wie dokumentiere ich es, in welchen Abschnitten mache ich quasi eine Erfolgskontrolle oder Trainingskontrolle und auf welche Werte schaue ich?
- 10:19SPEAKER_01: Schaue ich nur auf internales Feedback, sprich Herzfrequenzdaten, schaue ich auf subjektives Feedback von subjektivem Empfinden oder schaue ich auf externale Daten, sprich Leistung, Gesamtarbeit, oder verwende ich quasi ein Konglomerat aus allem.
- 10:37SPEAKER_01: Und das hat zum Beispiel mich schon sehr interessiert, diese einzelnen Feedbacks, was ich bekomme, wie korrelieren oder wie hängen die mit einem Wettkampferfolg zusammen oder mit einer Wettkampf-Performance, mit einer komplexen Leistung?
- 10:53SPEAKER_01: Und das ist zum Beispiel, was ich sehr, sehr spannend finde und wo es keine wirklich noch gute Antwort drauf gibt, weil das, glaube ich, sucht jeder Trainer im Trainingsprozess ein wenig.
- 11:05SPEAKER_01: Was ist wirklich dieses Merkmal oder gibt es überhaupt eines, was ich konstant verfallen kann und was mir am Ende genug Aufschluss darüber gibt, and I think this Spagat must for all the experimentelle trainingswissenschaft versucht to schließen, damit we da mehr weggehen from these abstrakten Kennziffern, die derzeit by sehr vielen Plattformen existieren, angefangen von FDP, TSS and diese ganzen, sage ich mal, willkürlichen Einteilungen, hin zu, sag ich mal, wirklich robusten überprüften Werten oder Skalen, wo man sagt, okay, das, was ich hier messe, hat auch irgendwas am Ende mit einer komplexen Leistungsfähigkeit zu tun.
- 11:55SPEAKER_01: Und nicht, dass ich hergehe und sage, okay, es hängt genau das ganze, also diese ganze Willkür hängt von einem Parameter ab.
- 12:03SPEAKER_01: Und dieser Parameter quasi ist, zum Beispiel, wenn wir jetzt die FDP hernehmen, noch nicht wirklich ganz gut untersucht, was es vor allem für eine physiologische Relevanz hat.
- 12:15SPEAKER_01: Und da, glaube ich, muss man diese Trennschärfe auch über die Wissenschaft probieren, reinzubringen.
- 12:20SPEAKER_01: Ansonsten ist man, glaube ich, auch immer als Trainer in dieser Diskrepanz zwischen, okay, was Athleten glauben zu wissen, was die Wissenschaft am Ende behauptet.
- 12:30SPEAKER_01: Und selber ist man immer so, oder geht es mir selber immer so, man ist quasi so ein bisschen immer in der Mitte.
- 12:38SPEAKER_02: Absolut.
- 12:38SPEAKER_02: Also da war jetzt unglaublich viel drin, in dem, was du gerade beantwortet hast.
- 12:42SPEAKER_02: Weil wir haben zuerst hast du so ein bisschen erzählt über internalen und externalen Training Load.
- 12:47SPEAKER_02: Und da möchte ich, glaube ich, nochmal auch ansetzen, weil ich das Thema super, super wichtig finde.
- 12:52SPEAKER_02: Und ich glaube, das ist vielen, also das ist ja auch eins von deinen Forschungsschwerpunkten, sage ich mal.
- 12:57SPEAKER_02: Und erkläre doch mal, was ist denn der Unterschied zwischen einem internalen und einem externen Training Load?
- 13:03SPEAKER_02: Oder was ist überhaupt Training Load?
- 13:05SPEAKER_02: Was bezeichnet das überhaupt?
- 13:07SPEAKER_01: Also Training Load ist natürlich so ein Anglizismen, was natürlich aus der englischsprachigen kommt, was grundsätzlich eigentlich nichts anderes als eine Belastungsmetrik für das Training darstellen.
- 13:22SPEAKER_01: Und nicht nur als von einer einzelnen Einheit, sondern von einer Summe von Einheiten, beispielsweise von einer Woche, von einem Monat, von einem spezifischen Trainingszyklus.
- 13:33SPEAKER_01: Also das kann man sozusagen sich vorstellen unter Training Load über einen längeren Zeitraum.
- 13:39SPEAKER_01: Und dieser kann sich sozusagen aus internal alles, was quasi Bio-Feedback ist, über Herzfrequenz, über wenn ich habe Blutlaktat, wenn ich habe Sauerstoffaufnahme, das ist natürlich jetzt eher nur im Labor zu messen, aber primär ist es am Ende Herzsequenz und vielleicht Herzfrequenzvariabilität, wo immer mehr ankommen ist, auch für die Trainingsbeschreibung und Dokumentation, aber auch für die Diagnostik.
- 14:03SPEAKER_01: Das ist sozusagen alles, was ich vom Körper als Reiz messe.
- 14:07SPEAKER_01: Und external ist quasi alles, was ich, was eher so, sage ich mal, eine physikalische Basis hat.
- 14:16SPEAKER_01: Sei es die Leistung, sei es eine Geschwindigkeit, sei es eine Zyklusrate über Trittfrequenz, Armfrequenz.
- 14:24SPEAKER_01: Also das kann man sich quasi als externales Load vorstellen.
- 14:29SPEAKER_01: Und dann habe ich natürlich auch noch den Kopf, der mitspielt.
- 14:32SPEAKER_01: Weil quasi nicht immer das externale und das internale sich deckt von der Beanspruchung her.
- 14:40SPEAKER_01: Und deshalb sagt er quasi dieses Rating, wie ich es tagtäglich in der Einheit oder nach der Einheit empfinde, kann man sozusagen dem subjektiven Empfinden zuordnen.
- 14:51SPEAKER_01: Und dann hat man so eine Art Dreieckskonstellation, die natürlich sehr, sehr viele Einblicke ermöglicht, wenn man es eben richtig von der Dokumentation und auch von der Herangehensweise beachtet.
- 15:05SPEAKER_02: Also ist der internale Training Node das, was wir von unserem Körper direkt messen können, wie Herzfrequenz, wie Herzratenvariabilität, wie irgendwie Blutparameter oder sonst was.
- 15:17SPEAKER_02: Dass der externale ist die Leistung eigentlich, also das ist ja alles, was wir produzieren.
- 15:21SPEAKER_02: Und der dritte Baustein ist dann so, dass subjektive Belastung, wie wir es quasi empfinden.
- 15:26SPEAKER_01: Genau, also das ist sozusagen diese Dreifaltigkeit, wenn man das christlich interpretiert.
- 15:32SPEAKER_02: Ja.
- 15:33SPEAKER_02: Und das wird ja häufig irgendwie alles über einen Kamm geschert.
- 15:37SPEAKER_02: Und das ist, glaube ich, ein Riesenproblem.
- 15:39SPEAKER_02: Also das sprichst du ja auch häufig an.
- 15:42SPEAKER_02: Und sag mal, warum ist das ein Problem, wenn man irgendwie sagt, alles ist eins.
- 15:46SPEAKER_02: Also Dreifaltigkeit, alles ist eins.
- 15:49SPEAKER_01: Ja, weil es natürlich unterschiedliche Bezugssysteme und unterschiedliche, sage ich mal, biologische Anpassungen gibt.
- 15:59SPEAKER_01: Wenn ich sage, quasi, ich steue alles von internal, also alles basierend auf der Reaktion des Körpers, sei es über die Herzfrequenz, dann weiß man bei einem ganz einfachen Beispiel, wenn ich Intervalle mache oder zum Beispiel jetzt nehmen wir her hochintensive Ausdauerintervalle, hinkt natürlich die Herzfrequenz von der Beanspruchung immer ein wenig hinterher zeverzögert.
- 16:23SPEAKER_01: Das heißt, das gibt mir nicht wirklich eins zu eins ein Feedback über die Belastungsveränderungen.
- 16:29SPEAKER_01: Hingegen, wenn ich es jetzt mit Leistung zum Beispiel mache, die reagiert eins zu eins.
- 16:33SPEAKER_01: Das sehe ich direkt auf den Power Meter.
- 16:36SPEAKER_01: Oder ich sage, ich blende beide Feedback-Systeme aus und arbeite nur über das subjektive Empfinden, was jetzt quasi für mich als hart oder als sehr hart entspricht oder als locker.
- 16:47SPEAKER_01: Und wie gesagt, man kann aus allen drei Richtungen wertvolle Informationen für die Trainingsdokumentation, aber auch für die Trainingsbeschreibung.
- 16:58SPEAKER_01: Also wie beschreibe ich als Trainer, als Athlet eine Einheit heranziehen.
- 17:03SPEAKER_01: Nur, was sehr, sehr selten funktioniert, ist, wenn ich probiere, alles zugleich anzuwenden.
- 17:09SPEAKER_01: Das ist quasi sozusagen ein Systemfehler dann, weil, wie gesagt, entweder ich habe eine klare Vorgabe, im Intervalltraining eignet sich vielleicht eher nach einem äußeren Parameter, das zu beurteilen, nach einer fixierten Geschwindigkeit oder nach einer bestimmten Leistung.
- 17:26SPEAKER_01: Für das Grundlangtraining vielleicht eher ein bisschen schauen auf die Herzfrequenz oder das subjektive Empfinden.
- 17:31SPEAKER_01: Aber da sage ich mal, da gibt es keinen wirklichen Goldstandards, sondern das ist sehr, sehr athletenabhängig, auch von der Coaching-Philosophie.
- 17:40SPEAKER_01: Ich kenne zum Beispiel, ich habe mal Darren Smith, der war früher, hat sehr, sehr viel erfolgreiche Kurzdistanz-Triathleten betreut.
- 17:49SPEAKER_01: Da weiß ich von einem Kollegen, der ein Praktikum bei ihm gemacht hat, der arbeitet zum Beispiel nur über RPI, also über das subjektive Empfinden.
- 17:58SPEAKER_01: Und er hat damit Erfolg gehabt.
- 18:00SPEAKER_01: Und es gibt, glaube ich, auch Brad Sutton, dieser Triathlon, Coryfair als Coach, der auch sehr, sehr viel über subjektives Empfinden arbeitet.
- 18:09SPEAKER_01: And it scheint so that eigentlich dieses subjektive Empfinden, eigentlich schon, wenn man chronologisch über die letzten 60, 70 years betrachten, was eigentlich immer das, was schon immer da war.
- 18:26SPEAKER_01: And natürlich, then durch den technologischen Fortschritt, ist Herzögen dann in den 80er Jahren dazu gekommen, in den 90er Jahren dann mit Uli Schoberer die Leistungsmessung, dann die GPS-Uhren.
- 18:36SPEAKER_01: Und dann würde das Ganze natürlich mehr und mehr systematisiert.
- 18:40SPEAKER_01: And so wie wir es heute haben mit den ganzen Anbietern, mit Strava und so weiter, das ist ja wirklich jetzt ein Business geworden, auch mit den ganzen Trainingsmetriken.
- 18:49SPEAKER_01: Da ist jetzt das natürlich ganz in das Gegenteil gekippt.
- 18:53SPEAKER_01: Früher hat man die Informationen gesucht und jetzt hat man das Problem, dass man aus dieser Überinformation eigentlich die wertvolle Quintessenz sozusagen extrahieren muss.
- 19:05SPEAKER_01: Und das ist natürlich immer nicht so einfach.
- 19:10SPEAKER_02: Absolut.
- 19:11SPEAKER_02: Und siehst du das problematisch, dass vielleicht sich manche Athleten auch nur auf diese externen Parameter verlassen?
- 19:18SPEAKER_01: Ja, in der Tat.
- 19:19SPEAKER_01: Und wir haben das jetzt erst kürzlich diskutiert, auch bei uns im Radi.
- 19:24SPEAKER_01: Was wir mittlerweile beobachten, ist es sogar so, dass Strava regelrecht zu einem gewissen Zwang führt.
- 19:30SPEAKER_01: Zum Beispiel jetzt auch hinsichtlich Leistungswerte, wenn man dann wieder wie letzte Woche das von Mathieu van der Bull liest, von Stradi Bianca, diese Wattwerte.
- 19:42SPEAKER_01: Natürlich, die sind sehr beeindruckend, aber ich glaube nicht, dass Mathieu van der Bull am Schlussanstieg auf seinen Tachometer schaut und sagt, okay, ich fahre jetzt 1300 Watt, sondern das war halt am Ende das Endprodukt dieser Sieges.
- 19:56SPEAKER_01: Und natürlich, durch diesen technologischen Fortschritt bekommt man jetzt auch natürlich ganz andere Informationen auch von den Profi-Rennen, wenn man jetzt nur Velone hernimmt, wo Echtzeitdaten auch in den quasi sozialen Netzwerken über Rennen existieren.
- 20:14SPEAKER_01: Und das ist natürlich für begeisterte Sportler, wow, ich habe Echtzeitdaten, die kann ich eins zu eins mit mir vergleichen.
- 20:22SPEAKER_01: Das hat natürlich auch einen sehr reizvollen Vergleich.
- 20:27SPEAKER_01: Nur das Problem ist halt, wie du gesagt hast, dass das oft für den Trainingsprozess, für den individuellen, und ich will mich ja quasi im Trainingsprozess immer individuell entwickeln und nicht gruppenorientiert entwickeln, das kann das Ganze natürlich dann zum Kippen dringen, wenn man nur quasi den Vergleich mit anderen auch im Training sucht.
- 20:48SPEAKER_01: Und da ist natürlich jetzt so eine Plattform wie Strava oder andere, Swift zum Beispiel, nicht immer förderlich.
- 20:56SPEAKER_02: Ja, siehst du auch, dass einige Athleten auch vielleicht dieses Körpergefühl verlieren?
- 21:02SPEAKER_01: Ja, das kann ich auch bestätigen und wir haben uns aus diesem Grunde auch dazu entschlossen, das mag vielleicht auch jetzt für viele ein bisschen verstören klingen, aber wir gehen wieder einen Schritt zurück und sagen, wir fahren heuer die Rennen im Team, alle ohne Power Meter.
- 21:20SPEAKER_01: Ist vielleicht ein bisschen gewagt, aber wir wollen auch den Jungs einfach wieder ein bisschen Freiheit geben.
- 21:26SPEAKER_01: Und nicht quasi, weil das Problem ist auch so, du bist natürlich gläsern von den Leistungsdaten her und du kannst natürlich als leichtes dann hergehen nach dem Rennen und den Athleten natürlich auch aufgrund seiner Leistungsdaten leicht evaluieren.
- 21:41SPEAKER_01: Man kann quasi wirklich auch das mit der Teamtaktik dann vergleichen und zu sagen, hat er wirklich seine Arbeit gemacht.
- 21:47SPEAKER_01: Also ist quasi, man kann nicht nur das Endergebnis analysieren, sondern man kann wirklich auch spezifische Abschnitte im Rennen analysieren, ob er seinen Job erledigt hat oder nicht.
- 21:58SPEAKER_01: Und das löst natürlich auch bei vielen Jungen.
- 22:00SPEAKER_01: Fahren ein bisschen so ein Druckgefühl aus, wo sie quasi keine Fehler machen würden, weil sie so gläsern sind.
- 22:05SPEAKER_01: Und wir haben gesagt, okay, vielleicht ist es sogar für die Entwicklung dieser Fahrer, um diesen Renninstinkt zu fördern, weil das ist es ja, was wir jetzt gerade von diesen top jungen Talenten sehen.
- 22:17SPEAKER_01: Vielleicht ist es ein positiver Schritt, wenn wir eher wieder back to the roots gehen.
- 22:21SPEAKER_01: Sie zwar nach Leistung und Trainingsdaten mit Leistungsmesse trainieren, aber im Rennen quasi das ein wenig ausblenden.
- 22:30SPEAKER_02: Ja, finde ich echt einen ziemlich smarten Move, muss ich sagen.
- 22:34SPEAKER_02: Also ich finde, also was mir aufgefallen ist, auch bei den Leistungsdiagnostiken bei vielen Profis, ist, dass es halt schon einen sehr starken Druck natürlich erzeugt, so gewisse Daten und Sachen natürlich irgendwie auch zu erreichen.
- 22:46SPEAKER_02: Und das ist, glaube ich, bei einer Leistungsdiagnostik auch wichtig, vielleicht das mal zu haben.
- 22:51SPEAKER_02: Aber ich glaube, wenn man dauerhaft diesem Druck ausgestattet ist, das schafft man einfach nicht.
- 22:55SPEAKER_02: Das ist ja wie ein Zwang.
- 22:57SPEAKER_01: Genau, und es ist, glaube ich, auch so, dass man, ich glaube immer, der Körper ist relativ gut in Coping.
- 23:04SPEAKER_01: Das heißt, sich neuen Situationen anpassen.
- 23:06SPEAKER_01: Und was wir oft gesehen haben, ist, wenn da eine Leistungszahl oder ein Leistungswert am Dach staht, bewirkt das quasi im Kopf des Athletes eine Bewusstseinsänderung, obwohl er sich vielleicht anders entschieden or and reagiert when he this information not gehabt.
- 23:26SPEAKER_01: And that is manchmal so that Rennen oft auf instinktiver Basis basieren sollte.
- 23:37SPEAKER_01: And Iron Man, when many more of Triathlon revidiert, then I think from a diagnostic wonderful saga from Substratstoffwechsel, when you then genau analysiere, wo Fat Max lie, wo CarbMax lie, and so we can die anchoring and can ziemlich detailliert sagen where the leistungsbereiche lie.
- 23:57SPEAKER_01: It can also be that an Renntag then, entweder kalte Bedingungen, Umwelteinflüsse, Wind, Rückenwind, das Back zusammen, diese Leistung gar nicht notwendig is, um quasi an diesen Zielvorgaben von der Zeit zu halten.
- 24:14SPEAKER_01: And then the athlete vielleicht fälschlicherweise die Rennsituation unter oder überschätzt und dann eben aufgrund diesen Überinformationen die falsche Entscheidung trifft, was er vielleicht instinktiv dann gar nicht machen würde.
- 24:28SPEAKER_01: Und das kann natürlich dann, vor allem auf der Langdistanz, kann natürlich blöd enden, im Sinne, dass er dann vielleicht beim Laufen nicht mehr dieses Potenzial abrufen kann.
- 24:39SPEAKER_01: Und da bin ich deiner Meinung, dass es sehr wichtig ist, dass man punktuell über eine Diagnostik sehr wohl die Parameter abfregt und das natürlich dann auch sauber dokumentiert, aber es tatsächlich im tagtäglichen Trainingsprozess oder auch im Wegkang nicht immer gefragt ist.
- 24:59SPEAKER_02: Ja, und ich finde auch interessant, dass du auch gerade den Ironman ansprichst, weil was ich auch häufig erlebt habe, gerade beim Ironman Hawaii, wo du ganz besondere klimatische Bedingungen hast, dass die Leute sich halt total an diesen Nummern festbeißen und dass sie sagen, bei mir ist eine Leistungsdiagnostik festgestellt worden, dass ich den und den Substratverbrauch habe, bei den und den Leistungswerten.
- 25:22SPEAKER_02: Aber bei dem Rennen kann das ganz anders aussehen.
- 25:24SPEAKER_02: Und vor allen Dingen durch die klimatischen Bedingungen, die natürlich davor herrschen, dadurch kann auch dieser Substratverbrauch komplett anders aussehen.
- 25:31SPEAKER_02: Weil letztendlich, wie testet man meistens eine Leistungsdiagnostik?
- 25:34SPEAKER_02: Irgendwie bei 18 Grad trockener Raumtemperatur und beim Iron Man hat man dann irgendwie 36 Grad, 90% Luftfeuchtigkeit.
- 25:42SPEAKER_02: Das macht natürlich einen enormen Einfluss.
- 25:45SPEAKER_02: Und das vergessen viele immer.
- 25:46SPEAKER_01: Absolut, also da bin ich völlig deiner Meinung.
- 25:48SPEAKER_01: Und wie gesagt, ich werde nie quasi ein Labor draußen repräsentieren können und umgekehrt auch nicht.
- 25:58SPEAKER_01: Und ich glaube, eine Laboruntersuchung ist ein sehr, sehr starkes Tool für den Trainingsprozess, für die langfristige Begleitung eines Athleten, aber sie soll quasi keine übergeordnete Dominanz sein nehmen, vor allem im Trainingsprozess mit dem Athleten, wo es nur noch um quasi diese Werte geht und eigentlich das didaktische, psychosozialen Verhältnis auch mit dem Trainer ein bisschen verloren geht.
- 26:26SPEAKER_01: Und man darf wirklich nicht außer Acht lassen, dass auch diese psychologische Komponente, vor allem in der Langdistanza- oder Langzeitausdauer, eine extrem wichtige Rolle hat.
- 26:39SPEAKER_01: Und man darf nicht unterschätzen, dass genau diese Informationen massiv auch in diese mentale Komponente mit reinfließen.
- 26:50SPEAKER_01: Also das kann man nicht so einfach rausblenden.
- 26:53SPEAKER_02: Ja, total.
- 26:54SPEAKER_02: Und das ist halt, ich finde das so super interessant, weil ich meine, du bist Wissenschaftler, ich bin Wissenschaftler und wenn wir das beide so sagen, dann ist es einfach schon witzig, weil letztendlich, wie es meistens abläuft, ist ja komplett auf der anderen Seite das Ganze anzusehen.
- 27:10SPEAKER_01: Absolut.
- 27:11SPEAKER_01: Und ich finde immer so spannend, wenn du es, und das habe ich, das sage ich nämlich auch oft Athleten, die zu sehr auf Leistungswerte quasi orientiert schauen, auch im Training, aber wenn du dir die meisten Interventionsstudien anschaust, dann basieren die auf Self-Paced.
- 27:27SPEAKER_01: Also die sehen dann meistens keine Leistung, die sehen meistens, die haben wenig Informationen.
- 27:32SPEAKER_01: Also auch zum Beispiel bei den Feldtests, wo wir Feldtests gemacht haben, über Critical Power zum Beispiel, die Jungs haben nur die Zeit gesehen und anhand der Zeit haben sie sich self-pacen müssen.
- 27:43SPEAKER_01: Das hat natürlich auch einen Lerneffekt.
- 27:45SPEAKER_01: Das kann man jetzt nicht als Untrainierter gleich hergehen und einen Kapazitätstest über drei und zwölf Minuten machen, weil es natürlich eine unterschiedliche Pacing-Strategie auf sich hat.
- 27:55SPEAKER_01: Deswegen muss man auch sagen, auch diese Feldtests haben ihre Limitation.
- 28:01SPEAKER_01: Und man muss sich gut überlegen, ob der Athlet bereit ist, das schon erfolgreich machen zu können.
- 28:06SPEAKER_01: Ansonsten, glaube ich, ist man mit der Labordiagnostik da immer einen Schritt safer, weil es natürlich eher graduell steigert.
- 28:13SPEAKER_01: Aber eben, wie gesagt, wenn man darauf zurückkommt und eigentlich dieses Self-Basing im Training auch nie probiert, und ich mache das zum Beispiel sehr immer gern, dass ich, um den Druck ein wenig wegzunehmen vom Athleten, jede Einheit einen gewissen Wert zu erzielen, mache ich sehr viel eben mit subjektivem Empfinden, mit der Trainingsbeschreibung.
- 28:33SPEAKER_01: Also ich gebe ihnen eine Zahl und Sie müssen sich dann selber an diesen Tag einordnen.
- 28:39SPEAKER_01: Und dann macht es natürlich dann im Anschlusssinn, wenn ich dann Leistungswerte habe, wenn ich dann Herzegrenzdaten habe, herzugehen und sagen, wenn ich vier mal acht Minuten gemacht habe, wie hast du das im ersten gemacht, im zweiten, im dritten und im vierten?
- 28:53SPEAKER_01: And überraschenderweise, wenn man relativ gut in subjektiven Empfinden is, hast du eigentlich genau eine kontinuierliche Leistungsabgabe.
- 29:03SPEAKER_01: Also when I selber an mir immer verglichen habe, and gestartet, ich war immer verblüfft, wie gut my Länge der Intervalle einschätzen konnte.
- 29:18SPEAKER_01: Und wenn man das, sag ich mal, nicht nutzt, dieses körpereigene, diesen körpereigenen Instinkt, dann das sorgt für mich echt manchmal für Kopfschütteln, warum ich mir nicht diesen, sag ich mal, immanenten biologischen Rhythmus dann abtrainiere.
- 29:36SPEAKER_01: Und das passiert leider.
- 29:38SPEAKER_02: Absolut.
- 29:39SPEAKER_02: Und was ich da auch interessant finde, ist, erstens, wir hatten bei uns in der Coaching Group mit unseren Athleten sehr, sehr, wir haben immer noch sehr viele Diskussionen, wenn wir irgendwie Tests fahren, dann sagen wir halt immer den Ergmodus ausschalten und das Ganze self-paced auch durchführen.
- 29:56SPEAKER_02: Und also man kann sagen, so gerade das erste Mal oder das zweite Mal, wenn die es durchführen, fühlen sie sich so unsicher, dass sie halt jetzt diesen Ergmodus ausschalten müssen und dass sie jetzt nicht mehr irgendwie von Swift oder von sonst was vorgegeben haben, pass auf, du musst die und die und die Leistung irgendwie erreichen.
- 30:14SPEAKER_02: Und das ist für viele richtig, richtig schwierig.
- 30:16SPEAKER_02: Und was ich da auch mache, ist dann, dass ich sage, ihr könnt ja irgendwie euch als Richtwert am Anfang an dem Wert orientieren und von mir aus startet ihr auch ein bisschen darunter und dann guckt ihr aber, wie ihr euch im Verlauf dieses Intervalls fühlt, um halt dann, sag ich mal, irgendwie, sag ich mal, im 20-Minuten-Test oder so, den gut zu pacen.
- 30:34SPEAKER_02: Und das andere ist, dass, was du auch angesprochen hast und was, glaube ich, viele auch wirklich nicht wissen, ist, dass es auch in der Wissenschaft so ist, dass auch das genau so durchgeführt wird.
- 30:44SPEAKER_02: Wenn man sich zum Beispiel auch irgendwie die Studien anguckt von Seiler und teilweise auch von Ronestadt, die machen ja immer so ein ISO-Effort, so eine ISO-Effort-Methode.
- 30:54SPEAKER_02: Und das heißt auch genau das, was du eigentlich beschrieben hast.
- 30:57SPEAKER_02: Das heißt, sie probieren über die gesamte Intervalllänge einen möglichst hohen Effort, also eine möglichst hohes subjektive Belastung durchzuziehen.
- 31:04SPEAKER_02: Und das ist auch, was viele immer gar nicht denken, sondern die meisten denken immer, ich habe diesen Laktatwert eingestellt, diesen Belastungswert eingestellt und dann halte ich mich nur daran.
- 31:13SPEAKER_02: Und das führt ganz oft zu Problemen.
- 31:15SPEAKER_01: Ja, und wie du es so schön in euren Triathlon-Magazin-Artikel, den ich übrigens sehr, sehr empfehle, auch für die Athleten als sehr, sehr gute, sage ich mal, wirklich Information mit Hintergrund, wie du und wer war dein Kollege, der war es jetzt mit dir, genau, Max Höflich, ja.
- 31:38SPEAKER_01: Ihr habt ja diese Studie präsentiert und von den Pilar-Intervallen, wo man genau durch diese intermittierende Form zwischen einer Intervallbelastung probiert quasi die Sauerstoffaufnahme, weil das ist immer das Ziel eines High-Intensity-Trainings, dass ich wirklich eine hohe Sauerstoffaufnahme erreiche, bis hin eigentlich zu 100% V zur Max.
- 32:04SPEAKER_01: Und was man da gesehen hat, ist, wenn ich beispielsweise diesen traditionellen Stufentest hernehme, der quasi von 100 Watt startet and then sukzessive bis zur subjektiven Ausbelastung geht.
- 32:18SPEAKER_01: And da die Sauerstoffaufnahme mit erhoben wird, dann fällt eigentlich oft auf, dass diese Sauerstoffaufnahme, wenn man es zum Beispiel mit 3-5 Minuten self-based Trials vergleicht, eigentlich niedriger ausfällt as we said by dieser Self-based Geschichte.
- 32:36SPEAKER_01: Das sagt eigentlich sehr, sehr viel über diese psychologische Komponente, wie ich quasi diese Anstrengungen finde und wie ich quasi das auch von meinem Körper zulasse.
- 32:48SPEAKER_01: And deshalb sage ich, da ist sehr viel Hintergrundwissen noch versteckt, was am Ende den Athleten gar nicht bewusst ist.
- 32:55SPEAKER_01: Und deshalb glaube ich schon, dass die Zukunft auch mehr Richtung subjektiven, vorgegebenen, self-based Intervallen, also dass diese Tendenz klar in diese Richtung geht und nicht eben über einen bestimmten Wattwert, weil auch dieser Wattwert, wir haben, sage ich mal, tägliche Schwankungsbreite, individuelle Schwankungsbreite von 5%.
- 33:21SPEAKER_01: Dann nimmst du mal eine Schwelle her von 300 Watt und rechnen es mal dir dann diese Schwankungsbreite aus, wo diese Schwelle dann aufgrund dieser tagtäglichen Fluktuation ausfallen kann.
- 33:32SPEAKER_01: Und deswegen sage ich, wir reden nicht von einem Punkt, sondern wir reden von einer Phase Transition, wo sich quasi gewisse Stoffwechselprozesse dann in einen anderen verändern, in einen E-Room oder Anderroom-Zustand vom biologischen System her.
- 33:49SPEAKER_01: Und deshalb habe ich dann immer diese Diskursionen, wenn es geht um diese Critical Power oder FDP, wie man es nennen will, ob die jetzt bei 301 ist oder bei 299, das kann man in dem Hinblick dann eigentlich vernachlässigen.
- 34:05SPEAKER_02: Ja, das ist auch, also was du gerade angesprochen hast, ist auch ein echt total wichtiger Punkt.
- 34:10SPEAKER_02: Einfach diese, ja, auch dieses Bewusstsein zu schaffen, dass halt diese Schwelle oder Critical Power oder FDP, wie nachdem wie man es halt nennt, dass das einfach ein Bereich ist, in dem man sich bewegt und nicht ein festgeschriebener Punkt.
- 34:23SPEAKER_02: Und dass das natürlich auch davon abhängig ist, wie man irgendwie an dem Tag vielleicht auch drauf ist und irgendwie das Ganze performen kann.
- 34:30SPEAKER_02: Und ich meine, bei Profis ist das Ganze sehr, sehr eng, glaube ich.
- 34:34SPEAKER_02: Und die können einfach das sehr, sehr gut auch, die haben einfach ein viel besseres subjektives Bewusstsein, was irgendwie sie auch leisten können an dem Tag.
- 34:42SPEAKER_02: Aber wir haben auch zum Beispiel viele Amateure bei uns im Coaching und für die ist es unglaublich schwierig, gerade so dieses Bewusstsein zu schaffen, auf ihren Körper zu hören, auf eine subjektive Belastung einfach mehr zu achten.
- 34:52SPEAKER_02: Und man muss sie wirklich dahin hinteachen, um zu sagen, die Profis können das und ihr glaubt, ihr seid besser als die Profis, weil ihr euch nur nach was orientiert.
- 35:01SPEAKER_02: Ja, ist schwierig.
- 35:02SPEAKER_02: Ist schwierig.
- 35:03SPEAKER_01: Eben, aber ich glaube, da hat man genau, und das ist etwas, das kannst du durch künstliche Intelligenz, weil das ist der Momentan wird immer ein bisschen so quasi, wird der Trainer durch künstliche Intelligenz ersetzt, wird der Trainer durch irgendwelche Algorithmen ersetzt und ich glaube, nein, wird er nicht.
- 35:18SPEAKER_01: Weil diese menschliche Komponente, die kann kein anderer vermitteln.
- 35:22SPEAKER_01: Und deshalb wird es auch noch in 100 Jahren Trainer geben.
- 35:26SPEAKER_01: Ein Trainer muss definitiv mit der Zeit gehen und ein Trainer vor 20 Jahren hat sicher andere Möglichkeiten gehabt, das Training zu planen, zu evaluieren wie jetzt und auch vielleicht in 20 Jahren.
- 35:39SPEAKER_01: Aber ich glaube, der Trainingsprozess als solches ist immer zwischen zwei Menschen.
- 35:45SPEAKER_01: Und da wird sehr, sehr viel vermittelt, was diese ganzen Plattformen und diese ganzen Tools nicht können.
- 35:52SPEAKER_01: Und es geht am Ende um eine Dienstleistung, die quasi auch, man muss sich das vorstellen, überspitzt wie ein Verkaufsgespräch.
- 36:00SPEAKER_01: Bis ein Athlet quasi überzeugt wird von einer Strategie, von einem Produkt oder in seinem Fall für sein Training.
- 36:08SPEAKER_01: And als Trainer ist man schon in einer gewissen Weise ein Verkäufer, aber ein Verkäufer im Sinne von das ist jetzt gut für dich, das macht jetzt Sinn für dich, lass das weg, weil das keinen Sinn macht für dich.
- 36:23SPEAKER_01: Und ich glaube, das muss man auch wirklich anerkennen.
- 36:27SPEAKER_01: Und deshalb glaube ich immer, ich habe immer zu diesen Trainern aufgeschaut, die diese Souveränität verkörpert haben.
- 36:35SPEAKER_01: Diese Souveränität in ihrem Konzept, obwohl man vielleicht auch über das Konzept streiten kann.
- 36:41SPEAKER_01: Man kann über jedes streiten.
- 36:43SPEAKER_01: Das ist auch in der Wissenschaft so.
- 36:44SPEAKER_01: Es wird in der Wissenschaft nie eine Meinung gehen.
- 36:47SPEAKER_01: Wissenschaft ist Diskurs und Wissenschaft ist Austausch and dieser gegenseitige Respekt for gewisse Sichtweisen.
- 36:54SPEAKER_01: But what then, glaube ich, a guten Trainer auszeichnet, and deshalb glaube ich auch that so ein Trainer wie Brad Sutton auf Athleten auch so wirkt, ist, weil er einfach Sicherheit, Souveränität anderzeugung verkörpert.
- 37:11SPEAKER_01: And these things, die bekommst du durch künstliche Intelligenz und durch Algorithmen und durch Trainingsplattformen und alles nicht.
- 37:18SPEAKER_01: Das ist der Unterschied.
- 37:21SPEAKER_02: Ja, da war jetzt auch wieder unglaublich viel drin, wo ich jetzt nochmal drauf eingehen muss.
- 37:26SPEAKER_02: Also erstens, ich fange mal mit dem letzten an, weil das ist mir noch am präsentesten, finde ich, total der wichtige Punkt, den du gerade angesprochen hast.
- 37:34SPEAKER_02: Und zwar, ich weiß nicht, sagt dir so ein bisschen dieses Power versus Force-Konzept, so ein bisschen was?
- 37:40SPEAKER_02: Dass man halt sagt, ja, dass du halt sagst, auf der einen Seite ist halt irgendwie Force, was halt eher so Zwang ist, eher Strang ist, eher wo man irgendwie unbedingt etwas erreichen will, wo man sich halt irgendwie aufgibt, um etwas zu erreichen.
- 37:53SPEAKER_02: Und das ist letztendlich etwas, was eher so energiezerrend ist, was nicht so fordernd ist oder förderndlich ist, für dich ist.
- 38:01SPEAKER_02: Und dann gibt es halt irgendwie so, was sich so, was man so als Power bezeichnet, was halt so eine innere Stärke ist, was irgendwie so ein Ausdruck ist, von dem halt auch irgendwie, dass man souverän, gut auftritt.
- 38:12SPEAKER_02: Und das ist eigentlich das, was du gerade beschrieben hast, was halt, glaube ich, auch einen guten Coach ausmachen sollte.
- 38:17SPEAKER_02: Dass er dich halt dahin hinführt als Athlet, dass du halt eher Kraft entwickelst, dass du eher Power entwickelst, dass du eher souverän bist, dass du eher auch in schwierigen Situationen die richtigen Lösungen parat hast.
- 38:30SPEAKER_02: Darum geht es ja eigentlich.
- 38:31SPEAKER_02: Und es geht nicht darum, sich eine Woche vor dem wichtigsten Wettkampf des Jahres nur auf Strava zu vergleichen mit anderen Powerwerten und dadurch sich sein gesamtes psychologisches Mindset halt komplett zu verschießen.
- 38:46SPEAKER_02: Ich vergleiche das immer so, ich denke immer, es gibt auf der einen Seite so einen physiologischen Account, den irgendwie ein Athlet mitbringt, der halt irgendwie aufgebaut ist, natürlich irgendwie auf unsere Indizes, auf unsere Leistungsdiagnostiken, auf unsere Inputs, die wir da halt geben.
- 39:02SPEAKER_02: Und dann gibt es aber auch einen psychologischen Account, der halt irgendwie auch durch Vertrauen, durch schöne Momente, durch Liebe, durch viele Dinge einfach auch geschaffen ist.
- 39:14SPEAKER_02: Und der muss halt auch vor einem Wettkampftag da sein, um halt einfach diese Souveränität zu machen, um halt Sachen auch durchzuziehen.
- 39:22SPEAKER_02: Und ich finde zum Beispiel, Matthew van der Pöhl, den du eben angesprochen hast, ist halt so ein typisches Beispiel dafür, wo einfach eine sehr, sehr hohe Souveränität, glaube ich, von sich selber einfach auch da ist.
- 39:30SPEAKER_01: Ja, oder zum Beispiel letzte Woche Johannes Klebo, ja, der hat, und jetzt ist er halt einmal in seinen, sag ich mal, jetzt musste er einstecken.
- 39:39SPEAKER_01: Er war zum Beispiel auch dieser gute Langläufer auch sehr, sehr jung.
- 39:43SPEAKER_01: Er hat natürlich auch mit seinen Aktionen manche Leute provoziert und Athleten provoziert und letzte Woche hat halt er mal einstecken.
- 39:51SPEAKER_01: Und das ist aber genau das.
- 39:54SPEAKER_01: Das erfährt ein Athlet und das muss auch ein Trainer erfahren.
- 39:57SPEAKER_01: Aber wie du gesagt hast, am Ende ist das, glaube ich, ich könnte jetzt hergehen und das in einem Ton sein Training ihm näher bringen und im gleichen Tonfall und in der gleichen Stärke.
- 40:10SPEAKER_01: Ob das den Athleten dann beflügelt, ist eine andere Sache.
- 40:14SPEAKER_01: Oder ich gehe her und ich arbeite genau mit diesem Psyching ab manchmal, und probiere den Athleten zu erreichen.
- 40:20SPEAKER_01: Und da ist es, und das finde ich auch wieder spannend, da gibt es wirklich auch zwischen Trainer und Athlet, wo sich zwei finden oder wo es nicht funktioniert.
- 40:32SPEAKER_01: Und ich habe das auch selber schon erlebt.
- 40:35SPEAKER_01: Es hat bei gewissen Athleten, zwischen mir und dem Athleten, die Kommunikations-barriere gegeben.
- 40:43SPEAKER_01: Und wir wussten beide nicht, wie wir, wir hatten Respekt von beiden, ich als Trainer, er als Athlet, aber da wurden wir, in dieser Kommunikation kamen wir nicht weiter.
- 40:56SPEAKER_01: Und das ist dann automatisch immer auch ein bisschen mit Misstrauen verbunden, indem man nicht 100% von dieser Linie überzeugt ist.
- 41:05SPEAKER_01: Und das ist aber im Training genau das Wichtige, dass man von dieser Linie überzeugt ist.
- 41:11SPEAKER_01: Und ich sage, ich kann keinem Athleten beim Training weiterhelfen, wenn er nicht überzeugt ist, dass ich ihm weiterhelfen kann.
- 41:19SPEAKER_01: Wenn jetzt ein Athlet nur kommt, weil es ihm ein anderer empfohlen hat und sich das nur anschauen will, in der Erwartung, dass er automatisch besser wird, wird das nicht funktionieren.
- 41:29SPEAKER_01: Und da habe ich halt auch schon meine Erfahrungen gemacht, wo ich dann gesagt habe, ehrlicherweise, wir haben das jetzt probiert.
- 41:37SPEAKER_01: Es ist in der Hinsicht nicht so erwartungsmäßig ausgegangen.
- 41:41SPEAKER_01: Und da muss man halt auch so professionell sagen und sagt, vielleicht gibt es einen besseren Trainer-Athleten-Mix, der dich dann bei deinen Zielen hinführen kann.
- 41:50SPEAKER_01: Und ich glaube, diese Offenheit muss man auch haben.
- 41:52SPEAKER_01: Man kann nicht für jeden der Alleslöser sein.
- 41:57SPEAKER_01: Total.
- 41:58SPEAKER_02: Auch finde ich auch total den wichtigen Punkt, den du gerade angesprochen hast, dass man einfach, dass es einerseits dieses Ding Respekt, also Respekt gegenüber dem Coach, Respekt gegenüber seiner eigenen Leistung, Respekt auch gegenüber anderen Athleten.
- 42:12SPEAKER_02: Das ist letztendlich das, was auch so eine Stärke erschafft und auch so eine gewisse, ja, ich nenne das immer, so ein Commitment von dem Athleten, was ich halt haben will.
- 42:22SPEAKER_02: Ich will einfach haben, dass die selbstverantwortlich für sich einfach handeln und selbstverantwortlich für sich auch gewisse Dinge durchziehen, auch ihr Training, ihren Alltag handeln können.
- 42:33SPEAKER_02: Und viele Coaches, was ich halt feststelle, ist, dass sie halt dem Athleten einfach zu viel abnehmen, dass sie ihn zu sehr an die Hand nehmen wollen oder auch, sag ich mal, an die Leine nehmen, um halt zu sagen, mach das genau so, wie ich dir das sage, mach das nicht anders, aber das will ich nicht.
- 42:48SPEAKER_02: Ich will ja irgendwie auch, dass der Athlet sich selber entwickelt.
- 42:51SPEAKER_02: Und Coaching ist ja immer irgendwie auch, etwas jemanden zu befähigen, selbstständig was selber zu machen oder Großes zu erreichen.
- 43:00SPEAKER_01: Also du sprichst es genau bei Namen an.
- 43:03SPEAKER_01: Und ich kann dir ein gutes Beispiel nennen.
- 43:05SPEAKER_01: Ich hatte einen Athleten oder ich habe nach einem Athleten, der ist immer noch bei mir.
- 43:09SPEAKER_01: Ich bin manchmal, wenn ich Schwimmtrainingspläne schreibe, schreibe ich am Ende immer diese Gesamtdistanz hin.
- 43:15SPEAKER_01: Und ich habe mich, glaube ich, da zwei, dreimal verzählt um 100 Meter oder um 150 Meter.
- 43:20SPEAKER_01: Und er hat mir ernsthaft eine WhatsApp-Nachricht dann geschrieben, dass heute die Gesamtdistanz von seinem Schwimmtraining nicht gestimmt hat.
- 43:28SPEAKER_01: Und dann habe ich ihn ernsthaft gefragt, auf was er jetzt hinaus will.
- 43:33SPEAKER_01: Dass das quasi zu viel oder zu wenig war.
- 43:36SPEAKER_01: Und das sind zum Beispiel so Sachen, wo ich einfach als Trainer dann nicht weiterreden muss.
- 43:41SPEAKER_01: Da gibt es für mich keine Diskussion.
- 43:44SPEAKER_01: Ich bin auch ein Mensch, mir passieren auch Fehler, ich vergesse manchmal eine Intervallpause zu viel oder zu wenig, aber dann muss er das halt selber mal für sich lösen, wenn es ihm auffällt.
- 43:54SPEAKER_01: Und wenn es ihm nicht auffällt, das wie einmal, also ich habe.
- 44:00SPEAKER_01: habe Kurzzeitintervalle mit dem Athleten gemacht, ja, und ich habe für Minuten ein Apostrophe verwendet, weil das meistens die Abkürzung ist, und für Sekunden zwei.
- 44:10SPEAKER_01: Und er hat das verwechselt, weißt du?
- 44:12SPEAKER_01: Er hat das mit Minuten gemacht, 30 Minuten, 30, 30, und er hat nach drei Minuten abgebrochen und hat mich gefragt, was das soll.
- 44:21SPEAKER_01: Das ist wieder so ein Punkt, wo ich sage, der Athlet muss sich halt davor das auch mal ein bisschen genauer anschauen.
- 44:28SPEAKER_01: Und das war für mich schon auch manchmal relativ amüsant, wo ich selber schmunzeln musste, weißt du?
- 44:34SPEAKER_02: Ja, das ist mega.
- 44:35SPEAKER_02: Also wenn man sich so vorstellt, dass man irgendwie dann 10 mal 30 dran ist.
- 44:42SPEAKER_02: Ja, weil das ist das.
- 44:43SPEAKER_02: Das ist genau das, was ich auch meine.
- 44:45SPEAKER_02: Und wo ich auch die Coaches manchmal noch mehr zur, ja, ich glaube, dass das auch viel mit unserer Profession so ein bisschen zu tun hat, dass sich viele auch da auch unter Wert verkaufen oder so sehr stark den Athleten immer wollen, halt dieses pleasen, dass man den Athleten immer irgendwie denkt, nur weil der Athlet einem vielleicht auch irgendwie was dafür gibt, dass man halt sich seine eigenen Prinzipien da über Bord werfen sollte.
- 45:12SPEAKER_02: Und das finde ich so falsch, weil du musst doch irgendwie, um jemanden zu coachen, musst du ja eigentlich der sein, der von den Athleten halt hilft, aber du musst es ja irgendwie dein Konzept hundertprozentig durchziehen.
- 45:23SPEAKER_02: Und das funktioniert nicht, wenn du den Athleten pleasst.
- 45:25SPEAKER_02: Definitiv nicht.
- 45:26SPEAKER_01: Genau, ich sage immer, man muss den Athleten nicht verhätscheln.
- 45:30SPEAKER_01: Und nur weil er jetzt ein Package mit 250 Euro nimmt, ja, was quasi, und ich finde das immer so witzig.
- 45:37SPEAKER_01: Und das hat natürlich auch momentan mit dieser, sag ich mal, Institutionalisierung des Trainers zu tun.
- 45:44SPEAKER_01: Man will natürlich daraus Geld machen, man will natürlich davon leben und ich verstehe das, auch ich lebe davon, ja.
- 45:50SPEAKER_01: Nur es ersetzt nicht diesen erzieherischen Effekt oder diesen erzieherischen Weg, was der Athlet lernen muss.
- 46:01SPEAKER_01: Und auch wenn er 500 Euro für den Trainingsplan zahlt, muss er trotzdem am Ende seine Lektionen lernen.
- 46:08SPEAKER_01: Also man kann das auch nicht mit Geld wegmachen.
- 46:10SPEAKER_01: Und viele glauben halt, je mehr quasi ich an Geld für die Trainingsplanung herannehme, desto mehr wird auch von Athletenseite mir abgenommen.
- 46:20SPEAKER_01: Aber so funktioniert es nicht.
- 46:22SPEAKER_01: Und das ist oft dieses Missverständnis, was dann natürlich aus diesem Angebot und Nachfrage entsteht, wo man dann quasi fast als Trainer nimmt, beisteht und auch die Trinkflasche vielleicht beim Intervalltraining reichen soll.
- 46:37SPEAKER_01: Und das geht eindeutig meiner Meinung nach in die falsche Richtung des Trainersjobs, weil man ist sehr wohl, man will den Athleten mündig machen, man will den Athlet selbstständig machen, man will den Athleten auch, wie du gesagt hast, davor dieser Force in sich erzeugen lassen, wo er diese Souveränität auch gegenüber der Konkurrenz ausstrahlt und nicht bei jedem vorm Rennen, bei jedem Gespräch darauf einsteigt.
- 47:03SPEAKER_01: Ich habe das mal beobachtet bei einem Wettkampf, wie viele Athleten sich eigentlich vor dem Wettkampf in sinnlose Diskussionen verwickeln lassen, was ihnen null bringt, wo man merkt, wie die Energie eigentlich aus dem Körper geht und wo ich dann sage, hey Junge, du hast jetzt gerade ein Ironman vor dir, konzentriere dich jetzt auf dein Business, das ist dein Tag, da hast du dich jetzt sechs Monate drauf vorbereitet, weißt du?
- 47:27SPEAKER_01: Und das sieht man leider oft, da gibt es, da ist das einfach von Athletenseite oft, das Verhalten, ansonsten will ich jeden CDA-Wert verbessern, die den besten Eiler haben, den besten Erolaufräder, und auf das wird vergessen, weißt du?
- 47:44SPEAKER_01: Und das ist für mich so eine Riesendiskrepanz.
- 47:48SPEAKER_02: Ja, man spricht da ja auch so ein bisschen von Champions Mind manchmal, dass man halt sagt, dass Leute, die halt, vielleicht auch dadurch, dass sie halt auch schon mehrere Rennen gewonnen haben, aber dass sie einfach eine andere Grundsouveränität ausstrahlen.
- 48:04SPEAKER_02: Das sind natürlich auch Werte, die irgendwie relativ früh vermittelt werden müssen, die aber einen enormen Einfluss darauf haben, ob man nachher erfolgreich ist oder nicht.
- 48:13SPEAKER_02: Und ich sehe es halt auch ganz oft so, dass sich Leute dann halt sehr aggressiv werden, sich halt auch in sinnlose Diskussionen, wie du auch gesagt hast, verstricken und dann einfach auch schon klar ist, dass das Rennen von ihnen nicht wirklich gewonnen werden kann, weil sie einfach auch das Emotional nicht durchstehen werden.
- 48:32SPEAKER_02: Und da halt vor allen Dingen Iron Man, das ist ja ein ganz typisches Beispiel, wo du jetzt irgendwie acht Stunden in einer extrem Situation mit dir beschäftigt bist, da muss man sich schon ein enormes emotionales Bankkonto aufgebaut haben, um das halt durchzustehen.
- 48:47SPEAKER_01: Ja, und die meisten sage ich mal auch, und ich war jetzt bei einigen, ich habe Profis beim Iron Man betreut, ich habe aber auch gute Amateure betreut, die Richtung Hawaii dann die Quelle geholt haben, aber auch einfach der Age-Gupper, der seine Bestzeit aufstellen wollte.
- 49:02SPEAKER_01: Und was in meiner Erfahrung eine gute Performance in vergleichs zu einer schlechten Performance unterschieden hat, war halt auch einfach mit welchem emotionalen Gelage er sich vor dem Rennen herumgeflagen hat.
- 49:17SPEAKER_01: And der Kardinalfehler meines Erachtens, was du machen kannst, ist, obwohl es natürlich für dich ein einzigartiger Tag ist, du hast extrem lange daraufhin trainiert.
- 49:27SPEAKER_01: Du willst es natürlich auch dann mit gewissen Familienangehörigen und so weiter teilen.
- 49:32SPEAKER_01: Nur diese Familienangehörigen machen den Sport nicht, die haben den Einblick nicht.
- 49:38SPEAKER_01: Und da passieren genau dann oft diese emotionalen Diskussionen.
- 49:42SPEAKER_01: Wenn jetzt zum Beispiel die Frau oder die Kinder das oder das nicht beachtet, er hat sich dann natürlich massiv gestresst gefühlt oder umgekehrt, die Frau.
- 49:52SPEAKER_01: And that is natürlich, das willst du vor dem Rennen natürlich dundlichst vermeiden.
- 49:56SPEAKER_01: Und da merkt man schon erfahrene Athleten, die sagen gleich, stellt euch darüber, nehmt euch einen Kaffee, ich mache mein Ding, ich mache meinen Procedere und dann läuft eh der Wettkampf und danach ist es sowieso an der Ziellinie oder wenn ihr jetzt zielt, das ist alles okay, weißt du, dann das gehört dazu.
- 50:15SPEAKER_01: Aber genau vor diesem Start, wo man wirklich in diesem Fokus sein sollte, und das ist, glaube ich, da gibt es keinen Unterschied, ob das ein Profi ist oder ein Amateur, da glaube ich, sollte man schon sich selber diese Zeit eingestehen und diese Selbstfindungsphase haben, vielleicht das Rennen noch einmal kurz visualisiert oder sich da einfach ein bisschen auf seine eigenen Gedanken wieder ein bisschen einlässt.
- 50:41SPEAKER_02: Ja, ja.
- 50:42SPEAKER_02: Ja, super spannend, Peter, echt super, super spannend alles der ganze Talk.
- 50:46SPEAKER_02: Jetzt haben wir noch überhaupt gar nicht über deine Studien gesprochen.
- 50:49SPEAKER_02: Ich glaube, dafür müssen wir wahrscheinlich nochmal einen anderen Talk machen, weil wir sind jetzt irgendwie natürlich in dieses wichtige Thema emotionaler Status.
- 51:00SPEAKER_02: Aber das war echt ein sehr, sehr interessanter Talk, finde ich, muss ich sagen.
- 51:04SPEAKER_01: Ja, mir auch.
- 51:04SPEAKER_01: Und ich, obwohl wir, glaube ich, ein bisschen eine andere Agenda gehabt haben für heute, hat es mich auch, ich finde immer gut, wenn ich, ich gehe immer eigentlich relativ offen in einen Podcast, ohne großen Vorbereitungen, weil ich glaube einfach, es ergibt sich sowieso der Austausch.
- 51:21SPEAKER_01: Aber mit dem habe ich heute auch nicht gerechnet, dass wir über diese Dinge reden.
- 51:24SPEAKER_01: Also wir können gerne über Wissenschaft und Studien ein anderes Podcast machen.
- 51:30SPEAKER_02: Ja, dann machen wir da, glaube ich auch.
- 51:32SPEAKER_02: Also ich fand's auch, ich fand es aber auch interessant, dass wir uns da so gut ergänzt haben, dass du auch sehr ähnliche Ansichten da, glaube ich, vertrittst wie ich.
- 51:38SPEAKER_02: Das finde ich schon spannend, muss ich sagen.
- 51:42SPEAKER_02: Ja, cool, aber zum Abschluss, wo findet man dich denn, Peter?
- 51:46SPEAKER_02: Sonst haben die Leute ja gar nicht, wissen die gar nicht, wo man dich findet.
- 51:49SPEAKER_01: Also grundsätzlich, ich habe weder eine Website noch einen großen Instagram-Account.
- 51:55SPEAKER_01: Ich bin sehr auf Twitter aktiv, da booste ich meine freie Meinung zu gewissen Dingen, natürlich eher sportlichen Dingen.
- 52:04SPEAKER_01: Also Twitter ist eigentlich da, wo man mich am besten erreicht.
- 52:09SPEAKER_01: Ansonsten, ja, meine E-Mail-Adresse kann auch jeder haben.
- 52:14SPEAKER_01: Das sollte nicht das Problem sein, das kannst du vielleicht auch unten anführen im Podcast-Link.
- 52:20SPEAKER_01: Ja, perfekt.
- 52:21SPEAKER_01: Aber bei Twitter, wie heißt du da?
- 52:23SPEAKER_01: Peter Leo, genau, Peter Underlein Leo.
- 52:26SPEAKER_01: Dann findet man mich.
- 52:27SPEAKER_02: Cool.
- 52:28SPEAKER_02: Sehr gut.
- 52:29SPEAKER_02: Und das Cycling-Team ist Tirol Cycling, richtig?
- 52:32SPEAKER_01: Tirol KTM Cycling Team, genau.
- 52:35SPEAKER_01: Ich arbeite auch für die Privatklinik in Tirol als Leistungsdiagnostiker und Sportwissenschaft, das ist die MEDAL Group.
- 52:43SPEAKER_01: Da biete ich neben meiner Arbeit für das Cycling-Team die ganzen Athleten, die ich quasi individuell betreue, mache ich in Kooperation oder in meiner Anstellung über die MEDALT Group.
- 53:02SPEAKER_02: Okay, also du coachst über die MEDALT Group.
- 53:04SPEAKER_02: Genau.
- 53:05SPEAKER_02: Okay, cool.
- 53:06SPEAKER_02: Ja, perfekt.
- 53:07SPEAKER_02: Okay.
- 53:08SPEAKER_02: Hast du noch was, was du loswerden möchtest?
- 53:10SPEAKER_01: Nein, es ist mein erster Podcast in Deutschland.
- 53:12SPEAKER_01: Ich hoffe, er stößt auf großes Interesse.
- 53:16SPEAKER_01: Und wie gesagt, danke für deine Einladung, danke für diesen coolen Austausch mit dir.
- 53:21SPEAKER_01: Und ich hoffe, wir können uns in einem anderen Podcast über die wissenschaftliche Seite unterhalten.
- 53:29SPEAKER_02: Ja, finde ich auch super.
- 53:30SPEAKER_02: Und wenn ihr noch irgendwie Fragen habt zu Peter, also wir werden auf jeden Fall nochmal einen Seitenpodcast dazu machen, dann schreibt uns das super gerne per E-Mail auf der Seite rocket-racing.com.
- 53:41SPEAKER_02: Könnt ihr euch nochmal ein bisschen umgucken und dann könnt ihr gerne da auch eine Mail schreiben.
- 53:45SPEAKER_02: Perfekt.
- 53:46SPEAKER_02: Alles klar.
- 53:47SPEAKER_02: Dann macht's gut, Leute.
- 53:49SPEAKER_02: Ciao, ciao.
- 53:52SPEAKER_02: Sehr cool.