Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / RUDERN beste Ausdauersportart der WELT? - mit Lars Wichert.
Transcript
- 0:03SPEAKER_02: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:09SPEAKER_02: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_02: Golo Börken, ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_03: Und mein Name ist Dr.
- 0:14SPEAKER_03: Leonschala.
- 0:16SPEAKER_03: Ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_03: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näher bringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft.
- 0:27SPEAKER_02: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit und Leistung.
- 0:34SPEAKER_02: Heute haben wir das wunderbare Thema, ob Rudern der beste Ausdauersport der Welt ist.
- 0:41SPEAKER_02: Und weil ich ein ziemlicher Ruder-Newy bin und eigentlich gar keine Ahnung habe, habe ich mir dazu einen ziemlichen oder einen Mega-Ruder-Crack dazu geholt.
- 0:51SPEAKER_02: Und zwar Lars Fichert.
- 0:53SPEAKER_02: Lars ist Olympionik, er ist Weltmeister, Silbermedaillengewinner, Goldmedaillengewinner und wirklich jemand, der sehr, sehr viel Ahnung hat im Rudern.
- 1:05SPEAKER_02: Er hat aber seine Ruderkarriere mittlerweile an den Nagel gehangen und widmet sich eher dem Triathlontraining und Radsporttraining in den letzten Jahren.
- 1:14SPEAKER_02: Und so habe ich auch Lars kennengelernt, weil er sich bei uns in der Studie vorgestellt hat und jetzt auch in unserer Studie mit dabei ist, was mich total freut und was eigentlich uns alle sehr, sehr stark freut.
- 1:25SPEAKER_02: Und wir reden heute darüber, was das Rudern so besonders macht und warum vielleicht auch Rudern einen unglaublich starken Reiz auf unseren Körper setzt, der uns letztendlich vielleicht auch nochmal anders auslastet, als zum Beispiel das Radfahren oder das Laufen.
- 1:44SPEAKER_02: Und wir vielleicht auch mit dem Rudern nochmal einen anderen Reiz setzen können auf gerade solche Sachen wie maximale Sauerstoffaufnahme, aerobes Niveau und andere Faktoren.
- 1:57SPEAKER_02: Und was aber auch die Unterschiede sind, sag ich mal, vom Rudern zum Radsport.
- 2:02SPEAKER_02: Und ich kann euch nur schon mal so viel vorweg sagen, ich bin nämlich gerade auch, habe angefangen mit dem Rudern und es ist unglaublich hart, wie langsam man sich in dem Bereich steigert und wie schwierig es auch ist, da eine gute Form aufzubauen.
- 2:19SPEAKER_02: Aber wenn man einmal diese Form aufgebaut hat, hat man ziemlich gute Effekte direkt aufs Radfahren, die ich zumindest merke und die sich hoffentlich dann auch in meine Performance widerspiegeln.
- 2:32SPEAKER_02: Na gut, aber darüber soll es jetzt nicht gehen, sondern wir sprechen heute über das Rudern, die beste Ausdauersportart der Welt.
- 2:39SPEAKER_02: In dem Podcast sprechen wir heute zunächst über die Unterschiede vom Rudern zum Radsport und vielleicht auch zum Laufen.
- 2:46SPEAKER_02: Dann reden wir über Lars Karriere, über Lars Werdegang, wie er zum Rudern gekommen ist, was er vielleicht auch vorher für Sportarten gemacht hat, wofür er sich dann nachher entscheiden musste zum Rudern und was ihn auch so am Rudern fasziniert, wie er halt auch dann zu den Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gefahren ist, was das für ihn auch für Gefühle waren, die er da erlebt hat.
- 3:08SPEAKER_02: Und dann sprechen wir noch über das Thema Depression im Sport.
- 3:13SPEAKER_02: Weil Lars Ruderkollege, Janin Corinth, hat sich das Leben genommen als Leistungssportler.
- 3:23SPEAKER_02: Und für Lars war das einer der Aufhänger, sich auch für Depressionen im Leistungssport.
- 3:33SPEAKER_02: Ich würde jetzt sagen, einzusetzen, aber da passt das Wort nicht so ganz.
- 3:36SPEAKER_02: Ich würde eher sagen, das aufmerksam zu machen, dass Depression eine Erkrankung ist, die jeden von uns betreffen kann, die man behandeln kann und die aber gerade so im Spitzensport häufig übersehen wird, weil man einfach als Sportler immer so in diese Lage kommt, einfach nur zu funktionieren.
- 3:56SPEAKER_02: Und ich glaube, gerade in der jetzigen Zeit ist es super wichtig, dass man halt auch über solche Themen spricht, weil im Moment einfach natürlich die Voraussetzungen gerade im Spitzensport nicht ganz optimal sind, um es mal milde auszudrücken.
- 4:12SPEAKER_02: Und auch solche negativen Gedanken, eine negative Spirale, negative Emotionen einfach auftreten können.
- 4:20SPEAKER_02: Und Blas da einfach sich sehr für einsetzt, dass halt Depressionen im Spitzensport darauf aufmerksam gemacht wird.
- 4:28SPEAKER_02: Er hat dabei auch mehrere Projekte, die er da unterstützt.
- 4:31SPEAKER_02: Eins davon ist das Projekt Gemeinsam für Yannick, wo sie eben mehrere Aktionen machen für ihren im Gedenken an ihren Ruderkollegen Yannick Corinth und sie da einfach Aufmerksamkeit schaffen, dass es erstens die Erkrankung Depression gibt und dass sie im Spitzensport vorhanden ist und dass man dagegen aber auch etwas tun kann.
- 5:00SPEAKER_02: Also viel Spaß beim Podcast mit Lars.
- 5:04SPEAKER_02: Macht's gut.
- 5:06SPEAKER_02: Moin Leute und willkommen zu einer neuen Folge von Rocket Science.
- 5:10SPEAKER_02: Heute sprechen wir über nicht Triathlon, sondern heute sprechen wir mal so ein bisschen über das Rudern und dafür, weil ich darüber gar keine Ahnung habe, habe ich mir mal einen Experten dazu geholt.
- 5:23SPEAKER_02: Und zwar habe ich mir dazu Lars Richert geholt.
- 5:27SPEAKER_02: Lars ist der erste, der meiner Gäste, der einen Wikipedia-Eintrag, glaube ich, hat, den ich erstmal gerade eben nochmal verfolgt habe.
- 5:35SPEAKER_02: Und ich bin zu Lars gekommen, weil er bei uns in der Studie mitmacht.
- 5:41SPEAKER_02: Aber ich glaube, am besten stellt sich Lars mal selber vor.
- 5:45SPEAKER_02: Und willkommen.
- 5:47SPEAKER_02: Lars Wiechat.
- 5:48SPEAKER_00: Ja, moin.
- 5:50SPEAKER_00: Ganz ursprünglich bin ich sogar Berliner, also ein bisschen die großen Städte gewechselt.
- 5:55SPEAKER_00: Ja, war Leistungssportmäßig, 13 Jahre in der Nationalmannschaft im Rudern unterwegs.
- 6:00SPEAKER_00: Hab da 2012 und 16 bei den Olympischen Spielen teilgenommen.
- 6:04SPEAKER_00: Dadurch hat er wahrscheinlich auch den Wikipedia-Eintrag, der nicht von mir stammt.
- 6:07SPEAKER_00: Also es muss ihn irgendjemand für mich erstellen.
- 6:11SPEAKER_00: Genau, und konnte in meiner Leistungssportkarriere im Leichtgewichtsbereich war ich unterwegs.
- 6:17SPEAKER_00: Also Durchschnittsgewicht 70 Kilo, beziehungsweise maximales Einzelgewicht von 72,5 Kilo.
- 6:23SPEAKER_00: Konnte ich auch international ein paar Erfolge feiern mit drei Weltmeistertiteln und ein paar weiteren Medaillen.
- 6:30SPEAKER_00: Genau, und seitdem ich 2019 da so ein bisschen meinen Riemen an den Nagel gehangen habe, versuche ich mich immer noch fit zu halten.
- 6:40SPEAKER_00: Und da kam mir so eine Studie mit ein bisschen Trainingsplan schon ganz gelegen.
- 6:46SPEAKER_02: Sehr cool, sehr cool.
- 6:48SPEAKER_02: Ja, aber erzähl doch mal so generell, wie ist es denn so, nach Olympia zu fahren?
- 6:55SPEAKER_00: Ja, zu den Olympischen Spielen, das ist natürlich so ein Traum eines jeden Sportlers.
- 7:00SPEAKER_00: Also das kann man nicht anders sagen.
- 7:02SPEAKER_00: Und bei mir gab es zwei ganz unterschiedliche Voraussetzungen.
- 7:07SPEAKER_00: Einmal 2012 Richtung London, da habe ich mich quasi drei Jahre vorher mich mit meinem Partner zusammengesetzt oder habe drei Jahre vorher erst mit dem Riem angefangen.
- 7:17SPEAKER_00: Also da wo ich nur auf einer Seite ruder.
- 7:20SPEAKER_00: Vorher bin ich die ganze Zeit geskult.
- 7:22SPEAKER_00: Und der Bastian Seid, der auch aus Hamburg kommt, war 2008 schon da, hat ein Pausenjahr hinter sich.
- 7:29SPEAKER_00: Und ich meinte, ob er nicht Lust hätte, mir so das Riem beizubringen und ob wir nicht dann als Ziel zusammen die Olympischen Spiele in London haben wollen.
- 7:36SPEAKER_00: Und dann hat man das so als sehr langfristiges Ziel angesetzt und am Ende auch geschafft, uns da als schnellstes Kleinboot, also als Zweier, für den Vierer zu qualifizieren.
- 7:50SPEAKER_00: Weil eben beim Leichtgewichtsrudern gibt es entweder nur den, by 2016, nur den Vierer ohne, also wo vier Leute drin sitzen, ohne Steuermann und jeder rudert auf einer Seite, oder eben den Doppelzweier.
- 8:02SPEAKER_00: Da wo zwei Leute drin sitzen, aber jeder hat quasi auf jeder Seite einen Skull sozusagen.
- 8:08SPEAKER_00: Ah, okay.
- 8:09SPEAKER_00: Genau.
- 8:10SPEAKER_00: Und ja, dann in London wurden wir Neunte, nachdem wir im Halbfinale, ja, sagen wir mal, 1950 Meter im Finale standen und dann hat man uns so mit den letzten paar Schlägen den Finalplatz weggenommen.
- 8:26SPEAKER_00: Oh nein.
- 8:27SPEAKER_00: Ja, war schon bitter, genau, aber echt eine super Erfahrung, insgesamt London mitgenommen zu haben, gerade so von den Zuschauern und was so die Begeisterung anging, war das wirklich bombastisch, was da abging.
- 8:43SPEAKER_00: Und als Ruderer, sagen wir mal, wenn man da bei normalen Weltmeisterschaften unterwegs ist, sind vielleicht so tausend Zuschauer da an Höchstagen und in London waren es dann über 15.000.
- 8:55SPEAKER_00: Also da war schon eine etwas andere Atmosphäre da.
- 8:59SPEAKER_02: Eine andere Soundkulisse wahrscheinlich.
- 9:02SPEAKER_00: Absolut, genau.
- 9:03SPEAKER_00: Wenn man dann am Start schon die Tribüne hört, dann weiß man, dass da auf jeden Fall ein paar Zuschauer da sind, wenn die zwei Kilometer entfernt sind und man da trotzdem ganz schön Applaus und alles hört.
- 9:17SPEAKER_02: Und wie qualifiziert man sich für die Spiele im Rudern?
- 9:22SPEAKER_00: Genau, also es ist so, dass sich, deswegen meinte ich auch, es gab zwei unterschiedliche Voraussetzungen.
- 9:28SPEAKER_00: Beim Rudern ist es so, dass die Plätze für die Olympischen Spiele werden quasi erst in dem Jahr qualifiziert oder man muss sich halt im Deutschen Ruderverband qualifizieren, aber die Bootsklasse an sich wird immer schon ein Jahr vorher über die WM qualifiziert.
- 9:46SPEAKER_00: Also bei der Weltmeisterschaft gibt es, je nachdem, in welcher Bootsklasse man unterwegs ist, wenn man jetzt zum Beispiel in Deutschland Achter nimmt, dann ist es so, dass dort im Achter nur fünf Boote sich über die Weltmeisterschaft qualifizieren und dann zwei Boote nochmal ein Jahr später quasi so einen All-or-Nothing-Wettkampf haben, wo es darum geht, die letzten beiden Plätze zu qualifizieren.
- 10:11SPEAKER_00: So, und wenn der Deutschlandachter zum Beispiel sich, der hat sich 2019 qualifiziert mit dem Weltmeistertitel, und dann ist es so, dass die Bootsklasse qualifiziert ist und dann wird komplett neu gewürfelt.
- 10:23SPEAKER_00: Und im deutschen Ruderverband ist es eigentlich so, dass man dann eine Langstrecke hat, nochmal einen Ergo-Test, individuell Trainingszeiten, Leistungen angeguckt werden und dann nochmal eine Kleinbootüberprüfung gibt.
- 10:37SPEAKER_00: Also beim Scrollen der Einer und beim Riemen der Zweier.
- 10:41SPEAKER_00: Und anhand der ganzen Ergebnisse sitzt dann der Bundestrainer da und setzt dann das Boot zusammen.
- 10:48SPEAKER_00: Also es ist so ein bisschen, genau, es ist so ein bisschen, man kann sich so ein bisschen vorstellen, wie Yogi Löw mit der Nationalmannschaft.
- 10:54SPEAKER_00: Also es muss nicht immer so sein, dass der beste Torschütze dann auch wirklich im besten Boot sitzt.
- 11:00SPEAKER_00: Wenn es zum Beispiel irgendwie technisch oder rein vom Gesamtmannschaftsgefüge nicht passt, dann kann es auch mal sein, dass da der Allerbeste aktuell dann nicht in dem Boot sitzt, wo man ihn eigentlich erwartet.
- 11:12SPEAKER_00: Aber genau, es kommt zum Glück nicht so häufig vor.
- 11:16SPEAKER_02: Aber es ist so, dass sich eigentlich, wenn du jetzt Yugi Löw ansprichst, dann würde sich die Nationalmannschaft quasi ein Jahr vorher qualifizieren für die WM, aber in dem Jahr wird dann eigentlich erst ausgewürfelt, welche Spieler dabei sind.
- 11:31SPEAKER_00: So ist es, genau.
- 11:32SPEAKER_00: Also bei mir war es zum Beispiel bei den ersten Olympischen Spielen, war es so, dass ich 2011 nicht im leichten Vierer ohne saß, sondern in dem Sinne Ersatzmann war und ja, vier andere Leute das Boot für mich qualifiziert haben und ich war dann ein Jahr später in dem Boot drin und zwei, die das Boot das Jahr vorher qualifiziert haben, sind dann rausgesetzt worden.
- 11:57SPEAKER_02: Das klingt auf jeden Fall ziemlich hart, muss man sagen.
- 12:00SPEAKER_00: Ja, ist schon ein harter Auswahlprozess.
- 12:03SPEAKER_00: Also es ist auch, ja, definitiv.
- 12:06SPEAKER_00: Also selbst wenn ich mich jetzt dieses Jahr gut präsentiere und da wirklich meine Leistung zeige und aus irgendeinem Grund das dann nicht passen sollte oder dann ein Newcomer kommt und einen da wirklich blass aussehen lässt, ja, dann ist es so, dass ich mich freuen kann, dass ich das Boot das Jahr vorher qualifiziert habe, aber dann habe ich nichts von den Olympischen Spielen.
- 12:28SPEAKER_00: Genau.
- 12:29SPEAKER_00: Also da so der gesamte Zeitraum über den Winter ist schon und desto weiter es Richtung der Kleinbootentscheidung geht, wo ja, was so am höchstwertigsten ist, da merkt man dann schon, dass da auch ab und an die Stimmung ein bisschen schlechter wird in den Trainingsgruppen.
- 12:50SPEAKER_02: Und also so, ich habe letztens mal so einen 2000 Meter Test gemacht auf dem Argometer.
- 12:57SPEAKER_02: Kann man auch noch an meiner Instagram-Story sonst nachgucken.
- 13:00SPEAKER_02: Und es war sehr, sehr, sehr anstrengend, muss ich sagen.
- 13:02SPEAKER_02: Und ich glaube, ich, genau, ich bin genau bei 700 rausgekommen.
- 13:05SPEAKER_02: Und es war wirklich übel.
- 13:08SPEAKER_02: Was müsste ich denn jetzt ungefähr einen 2000 Meter-Test rudern, um in den 4er Skull zu kommen oder riemen?
- 13:18SPEAKER_00: Ja, man muss da wirklich schon unterscheiden, ob leicht oder Schwergewicht.
- 13:22SPEAKER_00: Dadurch, dass das Ergometer schon mit so ein bisschen mehr Körpermasse auf jeden Fall leichter anzutreiben ist.
- 13:29SPEAKER_00: Aber man kann sich so ein bisschen überlegen, um in Deutschland Doppelvierer zu kommen, also den Schwergewichtsvierer oder in den Achter, muss man schon so möglichst um die 555 fahren.
- 13:42SPEAKER_00: Also Norm ist sechs Minuten.
- 13:44SPEAKER_00: Aber man muss schon so Richtung 5,55 eigentlich ziehen oder drunter.
- 13:49SPEAKER_00: Also das ist auf jeden Fall so, in welche Richtung man gehen möchte.
- 13:53SPEAKER_00: Als Beispiel, Olli Zeigler, aktuell so der Einerfahrer in Deutschland und auch der stärkste oder schnellste Ergo-Fahrer in Deutschland die hatte, der liegt jetzt eine Sekunde oder 1, noch was über dem Weltrekord und gehört zum ganz erlesenen Kreis von, glaube ich, insgesamt fünf oder sechs Sportlern, die es weltweit bis jetzt geschafft haben, unter 540 zu fahren.
- 14:17SPEAKER_00: Also das ist dann nochmal ein Quantensprung.
- 14:22SPEAKER_02: Ja, die Leistung steigt ja auch eher exponentiell, ne?
- 14:25SPEAKER_02: Das darf man auch immer nämlich nicht vergessen.
- 14:27SPEAKER_00: Richtig, richtig, genau.
- 14:28SPEAKER_00: Und als Gleichgewicht ist es jetzt eigentlich so, dass man unter 6,10 ziehen muss.
- 14:33SPEAKER_00: Also das ist so das Minimum.
- 14:35SPEAKER_00: So zwischen 605 und 610, dann bist du als Leichtgewicht schon richtig stark dabei.
- 14:41SPEAKER_00: Aber das ist auch so der Bereich, wo man aktuell hin muss.
- 14:44SPEAKER_00: Genau.
- 14:44SPEAKER_00: Also so um die unter 1,32 auf 500 Meter.
- 14:50SPEAKER_02: Das kann ja mal, wenn die Fitnessstudios öffnen, kann man ja jemand probieren, eine 1,40 und eine 1,35 da einfach nur anzuziehen, was das bedeutet.
- 15:02SPEAKER_02: Was das einfach heißt.
- 15:03SPEAKER_02: Das ist schon eine ziemliche Hausnummer, muss man sagen.
- 15:07SPEAKER_00: Das stimmt.
- 15:08SPEAKER_00: Also, so genau, also sechs Minuten wären dann eine 1,30.
- 15:13SPEAKER_00: Das ist dann schon.
- 15:15SPEAKER_00: Und dann einfach mal gucken, wie weit man kommt und dann nochmal Zähne zusammenbeißen und zu Ende fahren.
- 15:20SPEAKER_00: So ungefähr funktioniert der Ergo-Test.
- 15:23SPEAKER_02: Aber wie bist du überhaupt zum Rudern gekommen?
- 15:25SPEAKER_02: Wie hat das bei dir angefangen?
- 15:27SPEAKER_00: Ach, ich war so, ich habe früher Handball gespielt erstmal, in meiner oder ganz klein als Kind angefangen.
- 15:36SPEAKER_00: Und dann war es so, dass ich mit meinen Großeltern häufig im Ruderverein war, die mich immer mitgenommen haben.
- 15:42SPEAKER_00: Und dann war erstmal Haus- und Hofarbeit, immer Lauparken im Winter oder im Herbst.
- 15:48SPEAKER_00: Und rudern kann man so grob mit neun Zehen anfangen, sagt man immer.
- 15:52SPEAKER_00: Weil es einfach so ist, dass man schon eine gewisse Körpergröße mitbringen sollte und einfach vom Körperbau her so ist, dass es da dann passt.
- 16:00SPEAKER_00: Und dann, ja, als ich zehn war, ich habe einen Zwillingsruder, einen Zweijähigen, also wir sehen nicht ganz gleich aus.
- 16:08SPEAKER_00: Haben wir uns dann damals zusammen ins Boot reingesetzt und ab da an so einmal die Woche beim Kindertraining mitgemacht.
- 16:16SPEAKER_00: Und ja, dann hat sich so stetig entwickelt.
- 16:19SPEAKER_00: Also Handball immer noch weitergespielt, auch die Spiele mitgenommen.
- 16:23SPEAKER_00: Und beim Rudern, dann ist ja die Saison sehr begrenzt, sage ich mal.
- 16:28SPEAKER_00: Da ist es ja wirklich so von Anfang, Mitte April bis Juni, Juli, so wenn man als Junior unterwegs ist oder als Kind, so Richtung Kinderregatten.
- 16:40SPEAKER_00: Und ja, es ist eigentlich so, beim Rudern, wenn man da Wettkampfsport machen möchte, dann führt nach dem Kinderbereich, also bei 13-, 14-Jährigen, führt danach eigentlich nichts mehr am Leistungssport vorbei, weil es so irgendwie so hobbymäßig gibt, findet Rudern wenig wettkampfmäßig statt.
- 16:58SPEAKER_00: Oder man hat gar keine Chance, weil man eh immer gegen die Top-Leute fährt.
- 17:02SPEAKER_00: Und ja, dann war es so Richtung Ende des zweiten Kinderjahres, also mit 14 so, dass meine Eltern dann meinten, ihr solltet euch mal bitte entscheiden, was ihr machen wollt, weil die Wochenenden, da gibt es jetzt immer Konflikte.
- 17:19SPEAKER_00: Und ja, dann haben wir gesagt, okay, wechseln wir zum Rudern.
- 17:23SPEAKER_00: Und dann war auch ziemlich schnell klar, dass es dann irgendwie mit dem Leistungssport anfängt.
- 17:30SPEAKER_00: Dann mit im Junior B-Bereich als 15-, 16-Jähriger.
- 17:34SPEAKER_02: Und wie viel habt ihr da trainiert?
- 17:38SPEAKER_00: Ich komme in Berlin aus einem sehr kleinen Verein.
- 17:41SPEAKER_00: Also ich habe wirklich so einen ziemlich stetigen Aufbau gehabt.
- 17:45SPEAKER_00: Also ich habe das so ein bisschen an den Ostberlinern gesehen, wo da wirklich schon am Anfang im Junior B-Bereich ziemlich mit der Keule raufgehauen wurde, die mir dann auch richtig um die Ohren gefahren sind, weil sie da einfach schon einen Trainingsvorsprung hatten, aber auch dann alle relativ früh wieder aufgehört haben.
- 18:05SPEAKER_00: Aber ich hatte am Anfang so ungefähr siebenmal die Woche Training.
- 18:11SPEAKER_00: Und dann wurde es gesteigert.
- 18:13SPEAKER_00: Also das erste Junior-B ja so sieben bis achtmal.
- 18:16SPEAKER_00: Dann war es so, dass man es am Wochenende häufig zweimal trainiert hat in der Woche, so wie es mit dem Schulsport oder mit der Schule zu vereinbaren war.
- 18:28SPEAKER_00: Und dann als Junior A kann man schon sagen, also als 17-, 18-Jähriger hatte ich dann, glaube ich, auch schon so zehn bis zwölf Einheiten.
- 18:37SPEAKER_00: Und danach ist es dann nochmal hochgegangen, auch einfach so vom Gesamtumfang, was so die Kilometer anging und so.
- 18:44SPEAKER_00: Und ich würde mal sagen, also ich bin erst relativ spät in die Nationalmannschaft gekommen.
- 18:50SPEAKER_00: Als Leichtgewicht kann man eh nicht, als 17 oder als Junior A kann man dann nicht in die Nationalmannschaft.
- 18:56SPEAKER_00: Es sei denn, man setzt sich bei den Schwergewichten durch, aber da gab es gar, oder es gibt quasi keine Leichtgewichtsnationalmannschaft.
- 19:02SPEAKER_00: Und ich bin dann halt im U23-Bereich auch erst im dritten Jahr in die Nationalmannschaft gerutscht.
- 19:09SPEAKER_00: Und dann war ich aber da ziemlich schnell fester Bestandteil.
- 19:13SPEAKER_00: Okay.
- 19:14SPEAKER_02: Und wie lange ist dann so eine Session bei euch?
- 19:18SPEAKER_02: Also wenn du jetzt irgendwie so sagst, so siebenmal, achtmal die Woche.
- 19:22SPEAKER_00: Ja, also man muss natürlich wie in allen Sportarten eigentlich immer so ein bisschen unterscheiden, in welcher Phase man sich gerade befindet.
- 19:29SPEAKER_00: Aber so man kann schon grob sagen, dass eine Rudereinheit zwischen 90 und 120 Minuten ist, wenn man so in einer ganz normalen Phase ist oder eher so 190 bis 100, 110 Nettozeit dann, so die Wänden und das Gequatsche wird dann rausgestockt.
- 19:46SPEAKER_00: Also man ist dann schon meistens ein bisschen länger auf dem Wasser.
- 19:50SPEAKER_00: Genau, und dann gibt es noch Krafttraining, da sind wir auch, je nachdem, ob man Kraftausdauer oder Maximalkraft, Schnellkraft macht, ist man auch so zwischen, sag ich mal, 75 und 900 Minuten unterwegs.
- 20:04SPEAKER_00: Also das ist so ein ziemlich guter Schnitt.
- 20:06SPEAKER_00: So die kürzesten Einheiten sind, sag ich mal, Mobilisation, Kräftigung und Dehnung, das liegt so zwischen 45 und 60 Minuten.
- 20:15SPEAKER_00: Und dann halt jetzt, sag ich mal, im A-Bereich oder dann, wenn man da hinkommt, liegt so ein ganz klassisches Training halt mit zweimal drei Einheiten, einmal zwei Einheiten, also zwei Tage drei Einheiten, ein Tag zwei Einheiten.
- 20:29SPEAKER_00: Und an dem Tag, wo man zwei Einheiten macht, macht man genauso viel, aber alles nur am Vormittag so ungefähr.
- 20:34SPEAKER_00: Nein, nicht ganz, aber so ein bisschen in die Richtung und dann hat man halt nachmittags frei.
- 20:39SPEAKER_00: Genau.
- 20:39SPEAKER_00: Okay.
- 20:40SPEAKER_00: So ist ein ganz ganz klassischer Rhythmus.
- 20:43SPEAKER_00: Also dass man zwei lange Einheiten hat an einem Tag und eine kurze.
- 20:47SPEAKER_02: Okay.
- 20:47SPEAKER_02: Und so eine Ergo-Einheit dauert aber dann auch bei euch eine Stunde bis 90 Minuten oder wenn es nur eine Stunde dauert, dann freust du dich schon darüber.
- 20:56SPEAKER_00: Das ist ja wirklich kurz einmal runtergerissen.
- 20:59SPEAKER_00: Nee, also so eine Ergo-Einheit ist auch 90 Minuten eigentlich, genau.
- 21:02SPEAKER_00: Also größtenteils wird es eigentlich auch nach Minuten gefahren, ab und an mal nach Kilometern.
- 21:08SPEAKER_00: Da kann man dann natürlich so minimal was rausholen, dadurch, dass man schneller fährt.
- 21:13SPEAKER_00: Aber jetzt auch nicht so.
- 21:15SPEAKER_00: Genau.
- 21:15SPEAKER_00: So zwischen 90 und 100 Minuten ist so eine grobe Ergo-Einheit.
- 21:19SPEAKER_02: Okay.
- 21:19SPEAKER_02: Also hast du dann auch so mit 16, 17 auch schon so deine 12, 13, 14 Stunden die Woche trainiert.
- 21:27SPEAKER_00: Ja, genau.
- 21:27SPEAKER_00: Also ich würde mal sagen, so zwischen 10 und 12 am Anfang, genau.
- 21:30SPEAKER_00: Und dann, sobald ich da dann den Sprung in die Nationalmannschaft gemacht habe, war es dann auch so zwischen 12 bis 18 Stunden, so ungefähr.
- 21:39SPEAKER_00: Je nachdem halt in welcher Phase man sich befunden hat.
- 21:42SPEAKER_00: Oder im Trainingslager dann auch mal mehr.
- 21:45SPEAKER_02: Okay, spannend, spannend.
- 21:47SPEAKER_02: Ja, was ich halt so super interessant finde, ist, dass beim Rudern muss ja irgendwie das Blut immer relativ schnell zwischen Beinen und Rücken und Oberkörpermuskulatur halt hin und her geschiftet werden.
- 22:00SPEAKER_02: Und ich glaube, man entwickelt seinen Motor relativ gut durch diese Sportart.
- 22:06SPEAKER_02: Oder also was glaubst du, warum seid ihr so viel leistungsfähiger als vielleicht auch Radsportler, die genauso viel trainieren wie ihr, aber lange nicht diese Leistungskapazität mitbringen?
- 22:21SPEAKER_00: Das ist eine gute Frage.
- 22:22SPEAKER_00: Ich glaube, oder insgesamt Rudern ist, glaube ich, wirklich so eine sehr, sehr komplexe Sportart, nicht nur an sich, so was das Gesamttechnische angeht, sondern auch was so den Gesamttrainingsaufbau angeht.
- 22:33SPEAKER_00: Also ich merke es selber jetzt, wo ich mich so ein bisschen befasse, auch in der Studie mit Hit- und Lit-Training, also es gibt definitiv auch Sportler, die so eher Lit und Hit trainieren.
- 22:44SPEAKER_00: Wobei beim Rudern trainiert man schon häufiger so ein bisschen in diesem Graubereich, den die ganzen Ausdauersportler komplett vermeiden wollen.
- 22:52SPEAKER_00: Aber wenn man sich überlegt, dass so die V2MAX von so den Ruderern ungefähr bei denen liegt von Skilangläufern, die ja mit auch die Höchste haben.
- 23:05SPEAKER_00: So, ja, ich glaube, wenn man so eine V2 Max von 75 hat, ist man schon eher so einer von den kleineren Werten.
- 23:13SPEAKER_00: Und dann ist es aber auch so, dass eben die Endlaktatwerte zum Beispiel bei so einem Ruderer, also wenn es wirklich einer ist, der eher nicht so viel Laktat aufbaut, dann hat er nach einem 2000 Meter Rennen vielleicht so 13, 14 Laktat.
- 23:28SPEAKER_00: Und das wäre, sag ich mal, im Querschnitt schon eher wenig.
- 23:32SPEAKER_00: Also wenn man sonst so guckt, nichts so zwischen 17 und 22, was so die Endergebnisse angeht, wenn man sich da voll ausbelastet.
- 23:41SPEAKER_02: Da fühlt man sich dann aber auch nicht mehr ganz so gut, ne, muss man sagen, oder?
- 23:46SPEAKER_00: Das fällt das Lächeln schon schwieriger, wenn man nicht gewinnt.
- 23:50SPEAKER_00: Genau.
- 23:51SPEAKER_00: Ja.
- 23:53SPEAKER_00: Definitiv.
- 23:55SPEAKER_00: Und ich glaube, was so den Rudern insgesamt oder wirklich so recht leistungsstark macht, ist wie den Triathleten oder auch Schwimmern, ist, dass sie einfach wirklich sehr trainingsfleißig sind oder da wirklich ein hoher Trainingsfleiß an den Tag gelegt werden muss, weil es sonst einfach hinten raus nicht passt, dass man da wirklich gut Grundlagen macht und ja auch durchs Ergo-Fahren da ein gewisser Hang zur Selbstgeißelung ist und man weiß, wie man sich da zu quälen hat.
- 24:28SPEAKER_02: Aber wie war so früher, ich sag mal, so eure Intensität?
- 24:30SPEAKER_02: Weil du hast ja gerade schon mal so ein bisschen angesprochen, so Lit, Hit und Medium Intensity.
- 24:35SPEAKER_02: Also würdest du sagen, das meiste, was ihr gemacht habt, war eher so Schwelle oder?
- 24:43SPEAKER_00: Also so, ich kann es jetzt nicht komplett pauschalisieren, weil es auf jeden Fall auch welchen gibt, die zum Beispiel Jason Osborne ist ein ganz gutes Beispiel dafür.
- 24:54SPEAKER_00: Extrem talentiert, leistungsstark, der verschiebt natürlich auch viele Einheiten dadurch, dass er eher Belastungen auf dem Wasser fährt dann aufs Fahrrad und fährt da dann halt wirklich seine Lite-Einheiten.
- 25:07SPEAKER_00: Wenn man jetzt so grob den, ich will jetzt nicht sagen, klassischen Ruderer anguckt, aber schon so mal hinguckt, dann ist es schon viel, dass man die 90 Minuten eher in dem Sinne für uns im Graubereich fährt, genauso was ist es dann knapp so zwischen 1,2 bis 1,5 Laktat, vielleicht ein bisschen höher.
- 25:33SPEAKER_02: Okay, da fahrt ihr dann die 90 Minuten.
- 25:36SPEAKER_00: Genau, also schon so in den Dreh.
- 25:38SPEAKER_00: Also wenn ich die Zonenverteilung quasi angucke, dann würde ich sagen, dass es für die Studie Zone zwischen Zone Ende 2 bis Mitte 3 ist, so ungefähr.
- 25:49SPEAKER_00: Genau, das wäre so der Bereich, wo man sich im EXA-Bereich aufhält.
- 25:54SPEAKER_00: Also bei uns heißt es EXA, genau.
- 25:56SPEAKER_00: Beim Brudern wird es eingeteilt in EXA, INA, HINA, WSA.
- 26:00SPEAKER_00: Also extensive Ausdauer, intensive Ausdauer, hochintensive Ausdauer und wettkampfspezifische Ausdauer.
- 26:06SPEAKER_02: Ja, das sind aber auch diese witzigen deutschen Klassifikationen.
- 26:10SPEAKER_02: Das gibt es ja im Radsport.
- 26:11SPEAKER_02: Da gab es auch immer GA1, GA1 Plus, G A2, EB, WSA, SB.
- 26:21SPEAKER_02: Das ist halt, das ist, ich finde das immer so witzig in der Sportwissenschaft oder auch im Coaching-Bereich, dass es halt für jede Sportart tausend verschiedene Klassifikationen gibt.
- 26:30SPEAKER_00: Ja, ich glaube, das macht es teilweise auch so ein bisschen komplizierter, dann sportartübergreifend da wirklich durchzublicken oder direkt zu wissen, okay, keine Ahnung, eine INA ist Zone 3 oder Zone 3 bis 4.
- 26:43SPEAKER_00: Genau, aber ja, also so, sag ich mal, ganz im Z1-Bereich wird eher nicht trainiert.
- 26:48SPEAKER_00: Also es ist schon eher so Z2, Z3, also diese medium-harte Intervalle, genau, das sind so die Grundlageneinheiten.
- 26:59SPEAKER_02: Ja, aber das finde ich interessant, dass du halt sagst, auch in diesem Bereich von 1,2 bis 1,5 Millimol, das ist halt bei einem Profisport da schon relativ intensiv, ne?
- 27:08SPEAKER_02: Also es ist jetzt nicht so easygoing, muss man sagen.
- 27:11SPEAKER_00: Also sei, vielleicht ist es noch so bis 0,8, ja, 0,8 bis 1,5, aber so unter 0,8 ist definitiv nichts unterwegs.
- 27:19SPEAKER_00: Also da genau.
- 27:20SPEAKER_02: Ja, aber in dem Bereich habe ich auch das Gefühl, dass immer man am besten so diesen aeroben Motor, sag ich mal, entwickelt.
- 27:29SPEAKER_02: Und da gibt es auch viele Radsportcoaches, die auch eine ähnliche Ansicht haben.
- 27:33SPEAKER_02: Also die auch sagen, dass dieses Training, was deutlich darunter gefahren ist, dass das nicht so effektiv ist, wirklich, um das Ganze zu entwickeln.
- 27:40SPEAKER_02: Also es ist schon spannend, definitiv.
- 27:42SPEAKER_02: Finde ich auch schon super interessant.
- 27:44SPEAKER_02: Und wenn ihr vielleicht da einfach mehr drin gemacht habt und einfach vielleicht auch mit der Disziplin, könnte ich mir schon vorstellen, dass dadurch einfach auch viel so durchgegangen ist.
- 27:55SPEAKER_00: Und dann, sag ich mal, wenn du es so ein bisschen aufs auf den Radsport beziehst, also Rudern ist ja schon, sag ich mal, man denkt immer, Ruderer müssen so richtig dicke Oberarme haben, aber letztendlich aus den Armen kommt, ja, es wird schon was gezogen über die Arme, aber der Großteil kommt aus den Beinen und aus dem Rumpf.
- 28:14SPEAKER_00: Also einfach über die Massenverschiebung dann.
- 28:17SPEAKER_00: Das sind schon so die Hauptantriebe und ja, dadurch gibt es auf jeden Fall eine ganz gute Beinmuskulatur und die ist ja fürs Radfahren auch ganz förderlich.
- 28:27SPEAKER_00: Wenn man es dann noch einmal so ein bisschen vergleicht, Schwergewicht und Leichtgewicht, die Schwergewichte haben definitiv auch ordentlich was am Blatt in dem Sinne, wenn sie Rad fahren.
- 28:38SPEAKER_00: Aber das Problem ist einfach deren Wettkampfgewicht.
- 28:42SPEAKER_00: Und da relativiert sich das Ganze schon wieder.
- 28:45SPEAKER_00: Und wenn man sich dann eben so einen Leichtgewichtsruderer anguckt, der eben zu den Wettkämpfen zwischen 70 und 72,5 Kilo wiegt, dann kommt da halt ganz schnell schon wieder ein ganz gutes Watt pro Kilogramm-Verhältnis raus.
- 28:58SPEAKER_02: Ja, auf jeden Fall.
- 28:59SPEAKER_02: Das ist halt auch, gerade im Radsport ist das natürlich irgendwie super, super wichtig.
- 29:03SPEAKER_02: Genau.
- 29:06SPEAKER_02: Was da auch echt interessant ist, ist, was du eben angesprochen hast, ist mit der so maximalen Sauerstoffverarbeitung, also der V2 Max, dass ihr ja irgendwie ähnliche Werte habt, so wie Skilangläufer.
- 29:16SPEAKER_02: Aber wenn man sich die maximalen Werte anguckt, habt ihr oder hatten die Ruderer meistens sogar noch bessere Werte als die Skilangläufer.
- 29:23SPEAKER_02: Also ihr bewegt einfach unglaublich viel Sauerstoff.
- 29:26SPEAKER_02: Ihr habt teilweise irgendwie, 6,5 Liter oder so, die ihr halt da zieht.
- 29:30SPEAKER_02: Das ist einfach so viel.
- 29:32SPEAKER_00: Wie so ein Topolader.
- 29:35SPEAKER_00: Ja, aber das stimmt, genau.
- 29:38SPEAKER_00: Aber woran das jetzt liegt, kann ich dir auch nicht sagen.
- 29:41SPEAKER_00: Aber es ist auf jeden Fall so, über so ein, sag ich mal, ein durchschnittliches 2000 Meter-Rennen, je nachdem.
- 29:47SPEAKER_00: Es ist halt schon zwischen 5 Minuten 30, wenn man im Achter sitzt, Richtung 6 Minuten 40.
- 29:53SPEAKER_00: Also es ist halt wirklich schon auch nochmal ein Unterschied, in welcher Bootsklasse man sitzt.
- 29:58SPEAKER_00: Und da kann sich die Renndauer schon über eine Minute unterscheiden, was definitiv dann hinten raus auch ab und an mal ein bisschen härter sein kann, wenn man sich vorstellt, dass man da einfach noch eine Minute drauflegen muss, als wenn man zum Beispiel im Achter die 2000 Meter fährt.
- 30:16SPEAKER_00: Und da muss halt schon auch einfach ordentlich was versorgt werden.
- 30:20SPEAKER_00: Also dadurch, dass auch, ich kann mir auch gut vorstellen, dadurch, dass beim Rudern einfach so ein hoher Anteil von Muskelmasse bewegt wird, was ja beim Radfahren zum Beispiel nicht so ist, dass da auch einfach der Organismus ein bisschen besser drauf reagiert, um da ein großes Volumen auszuarbeiten.
- 30:40SPEAKER_02: Ja, auf jeden Fall.
- 30:42SPEAKER_02: Aber hattet ihr dann früher so high-Issension, du hast ja auch ein paar High-Intensity Sessions in der Studie gemacht.
- 30:47SPEAKER_02: Hattet ihr solche Sessions auch früher oder eher weniger?
- 30:52SPEAKER_00: Eher weniger.
- 30:54SPEAKER_00: Also so, wenn man es so ganz klasschlich sieht, ist es wirklich eher so im intensiven Ausdauerbereich.
- 31:02SPEAKER_00: Also das sind dann wirklich so dann eben die höheren Graubereiche im Triathlon oder so, da bewegt man sich schon recht viel im Winter.
- 31:12SPEAKER_00: Das ist dann auch so ein bisschen unterfrequent, wenn man jetzt sagt, so die Schlagfrequenz, da wird es schon immer so ein bisschen dran orientiert im Rudern, ist in so einem durchschnittlichen 2000 Meter-Rennen zwischen 38, 37, 38 Schläge die Minute, dann fährt man so eine Inner-Belastung zwischen 22 bis 26.
- 31:35SPEAKER_00: Und da ist es dann halt wirklich so, dass ich Kraft pro Schlag fahre und richtig hinterm Skull oder Riem hänge.
- 31:43SPEAKER_00: Und dann so hochintensive Ausdauereinheiten oder WSA-Strecken sind dann eher im Aufbau Richtung der Saison, Wettkampf, aber so den gesamten Winter über fährt man hauptsächlich so INA-Belastungen.
- 31:58SPEAKER_00: Also das ist schon, wobei es auch aktuell schon einige Trainingsgruppen gibt, die das im Winter auch so ein bisschen anders orientieren, dass man da auch dann eben ein paar intensivere Sachen macht.
- 32:11SPEAKER_00: Also man merkt es auch selber, dass man hinten raus dann ab und an Schwierigkeiten hat, die Frequenz oder wenn man frisch reinkommt in die Saison, dass es dann schwieriger ist, die Frequenz zu treffen.
- 32:20SPEAKER_00: Ja, genau.
- 32:21SPEAKER_02: Also so eine ganz klassische Periodisierung ist das ja auch so ein bisschen, ne?
- 32:25SPEAKER_02: Sag ich mal so vom Ding her.
- 32:27SPEAKER_01: Ja, das stimmt.
- 32:29SPEAKER_02: Ja, Rudan ist ja eigentlich auch eine Sportart, auch wenn da auch viel natürlich irgendwie vom Leistungsaufbau Scoot in der letzten Zeit läuft, wo relativ wenig technische Finessen noch so an den Tag gelegt werden, oder?
- 32:45SPEAKER_02: Es ist auch eigentlich immer noch so ein bisschen im Vergleich jetzt zum Radsport, sag ich mal.
- 32:50SPEAKER_02: Also ihr habt jetzt keine Leistungsmesser, die ihr da benutzt.
- 32:53SPEAKER_02: Oder Herzfrequenzsensoren habt ihr wahrscheinlich schon benutzt, oder?
- 32:57SPEAKER_00: Bitte was?
- 33:01SPEAKER_00: Genau, also Herzfrequenzsensoren, sag ich mal, ist ja so ganz grob schon eine sehr gute Orientierung und da, sag ich mal, ist man auch so weit, dass so das ganze Boot in dem Sinne verkabelt ist und der Trainer dann einfach hinterherfährt und auf seinem iPad sieht, wer sich wie in welchem Bereich bewegt.
- 33:19SPEAKER_00: Das ist auch nochmal ein ganz guter Unterschied.
- 33:21SPEAKER_00: So ein Schlagmann zum Beispiel kann häufig auch von der Mannschaft dahingetrieben werden, dass er einfach viel, viel mehr zieht oder so das Gefühl hat, dass er mehr machen muss und die Mannschaft hinter ihm setzt einfach immer so einen Ticken früher.
- 33:34SPEAKER_00: Und dann muss der Schlagmann da richtig mit reingehen.
- 33:38SPEAKER_00: Deswegen versucht man in so Trainingslager nochmal den Schlagmann vielleicht so ein bisschen zu entlasten und ihn von da wegzusetzen, damit es so ein ganz gutes Verhältnis ergibt.
- 33:47SPEAKER_00: Ja, sonst, sag ich mal, die größte technische Sache ist dann halt, dass man so ein bisschen mit GPS gucken kann, wie die Zeiten sind, wobei es da auch dann immer witterungsabhängig ist.
- 33:59SPEAKER_00: Also wenn ich dann mit dem Wind fahre oder gegen den Wind, ist da natürlich schon ein großer Unterschied, da muss man immer so ein Mitteln.
- 34:06SPEAKER_00: Und es gibt eine Leistungsmessung, das heißt, oder es gibt ein Messboot sozusagen.
- 34:12SPEAKER_00: Da wird dann alles verkabelt und ich sehe dann auch, wie viel Newtonmeter oder was ich eben am Blatt habe.
- 34:19SPEAKER_00: Aber das wird hauptsächlich wirklich nur so zum Training eingesetzt, geguckt, wie es in der Mannschaft ist, wer wie viel zieht für die Synchronisierung.
- 34:28SPEAKER_00: Da ist es jetzt nicht so, dass ich dann, wenn ich auf dem Wasser bin, sage, okay, wir fahren jetzt, weiß ich nicht, dreimal vier Minuten mit den und den Newtonmetern oder so.
- 34:38SPEAKER_00: Das gibt es nicht.
- 34:39SPEAKER_00: Also da wird dann eher Richtung Herzfrequenz geguckt, genau.
- 34:44SPEAKER_00: Und auf dem Land, also auf dem Ruderergometer, ist es merkwürdigerweise so, dass sich das irgendwie sehr, sehr etabliert hat, dass man wirklich fast nur nach Schnitt pro 500 Meter fährt.
- 34:57SPEAKER_00: Also da hat man auf jeden Fall eine Wattanzeige, aber ja, also ich kann jetzt nicht hundertprozentig sagen, welche Watt welche Schnitte sind, weil ich hauptsächlich nach den Schnittenphase.
- 35:08SPEAKER_00: Also da weiß ich dann, okay, weiß ich nicht, sechs Minuten zum Beispiel ist ein 1,30er Schnitt und dann wird das prozentual auf meine Belastung runtergerechnet und dann fahre ich da halt meinen Schnitt und gucke, dass ich dann halt mit dem Schnitt auch die Herzfrequenz treffe.
- 35:24SPEAKER_02: Okay, okay.
- 35:26SPEAKER_02: Und was hattet ihr da immer so?
- 35:28SPEAKER_02: Also was bist du gefahren, wenn du locker gefahren bist?
- 35:32SPEAKER_00: Ganz normale Ausdauer, meinst du?
- 35:34SPEAKER_00: Also um die 1,50, 1,50, 1,51, wenn ich da ganz gut.
- 35:39SPEAKER_00: Oder wenn es nicht die ersten Einheiten im Winter waren oder in der Herbstsaison, genau, dann ist es so um die 1,50 fährt man.
- 35:48SPEAKER_02: Und welche Frequenz hat man das denn immer so?
- 35:51SPEAKER_02: Oder du?
- 35:53SPEAKER_00: Ja, man, so eine Ausdauerfrequenz, Schlagfrequenz liegt bei 20.
- 35:58SPEAKER_00: So zwischen 19 und 21 drüber sollte sie eigentlich nicht sein.
- 36:01SPEAKER_00: Das ist so eine ganz klassische, entspannte Ausdauerfrequenz.
- 36:05SPEAKER_02: Wahnsinn, ja, ich glaube, das mache ich auch echt falsch am Rudern immer.
- 36:09SPEAKER_02: Ich habe immer so eine 28er, 29er Frequenz.
- 36:12SPEAKER_00: Ja, das ist dann für einen ganz normalen Exa-Bereich, also für eine normale Ausdauer schon zu hoch.
- 36:19SPEAKER_00: Genau.
- 36:19SPEAKER_00: Also da ist es wirklich viel mit Rhythmus und Entspannung, Kraft pro Schlag.
- 36:26SPEAKER_00: Und dann versucht man da wirklich bei einer Schlagfrequenz 20, auch auf dem Ergo, auf dem Wasser, ist es dann halt so, dass man da wirklich versucht, das Boot laufen zu lassen und im Freilauf dann möglichst wenig stört und die Meter macht.
- 36:40SPEAKER_02: Kriegt ihr dann da eigentlich auch immer so Kommandos, dass sie jetzt sagen, so irgendwie die Frequenz angeben?
- 36:47SPEAKER_00: Jetzt im Rennen oder im Training, meinst du?
- 36:49SPEAKER_00: Im Training.
- 36:51SPEAKER_00: Also, wenn der Trainer so gerade so den Eindruck hat, also hauptsächlich fahren sie im Motorboot daneben, ab und an oder in manchen Gebieten kann man nicht mit dem Motorboot fahren, sondern dann sind die auch mit dem Fahrrad nebendran.
- 37:03SPEAKER_00: Wenn die dann so der Meinung sind, okay, gerade sieht es irgendwie unrhythmisch aus oder so, dann heißt es das schon, okay, jetzt versucht man hier einen Schlag runter zu fahren, um hier mal ein bisschen Stabilität reinzubringen oder wieder einen guten Rhythmus zu finden.
- 37:20SPEAKER_00: Das wird auch gesagt, ja.
- 37:21SPEAKER_02: Okay, spannend, spannend.
- 37:24SPEAKER_02: Ja.
- 37:25SPEAKER_02: Ja, du bist ja jetzt bei uns in der Low Intensity oder in der Lit-Studie und ist es dir vom Training her, fällt es dir leicht oder ist es so, dass du denkst, es ist anspruchsvoll?
- 37:40SPEAKER_00: Sagen wir so, wenn ich so diese Lit-Einheiten habe, da ist schon das Anstrengende, einfach so lang drauf zu sitzen, ohne wirklich was zu machen in dem Sinne.
- 37:49SPEAKER_00: Also sowas bin ich wirklich nicht gewöhnt.
- 37:50SPEAKER_00: Also sonst bin ich halt wirklich vom Ergo abgestiegen oder wenn ich alleine Radfahren bin, dann steige ich vom Rad ab und merke richtig, dass ich da was gemacht habe.
- 37:59SPEAKER_00: Und so steige ich ab und denke so, ich habe was gemacht, aber fühle mich jetzt noch nicht so richtig platt.
- 38:04SPEAKER_00: Das ist auf jeden Fall so was anderes.
- 38:07SPEAKER_00: Und sonst, zum Beispiel letzte Woche, das Seiler-Intervall, das fand ich auch schon sehr interessant.
- 38:15SPEAKER_00: Das wurde hinten raus auf jeden Fall auch schon ein anstrengender.
- 38:19SPEAKER_00: Aber alles noch machbar.
- 38:22SPEAKER_02: Ich sag jetzt mal nicht, wie viel Watte da getreten ist, aber sonst haben wir wahrscheinlich 80% der Zuhörer, die nicht mehr zuhören, weil es einfach für die alle unangenehm ist.
- 38:33SPEAKER_00: Ja, nee, aber ich muss auch sagen, so bei Intervallen fällt es mir, oder wahrscheinlich hast du es auch schon gesehen, zum Beispiel fällt es mir viel, viel leichter, wenn ich jetzt zum Beispiel, wenn du mir da irgendwie eine Wattzei vorgibst, auch eine hohe Wattzahl, wenn ich einfach raufgehe und die trete.
- 38:48SPEAKER_00: Das fällt mir viel leichter, als wenn ich so eine Variation drin habe.
- 38:52SPEAKER_00: Zum Beispiel, wenn dann irgendwie noch so Variationen kommen mit irgendwie 150 Prozent oder so, dann ist es schon eher so rein für mich als Typsportler schwieriger, das zu machen.
- 39:03SPEAKER_00: Also ich kann wirklich lange an einer Papierkante langfahren, aber dann einmal nochmal so einen richtigen Peak geben, fällt mir immer so ein Ticken schwieriger.
- 39:11SPEAKER_02: Also du meinst eine 30, 15 oder sowas, das fällt dir schwieriger?
- 39:15SPEAKER_00: Ja, wobei, ja genau, aber neulich war es so von den Wattzahlen noch sehr angenehm.
- 39:19SPEAKER_00: Also das war gut machbar.
- 39:20SPEAKER_00: Aber wenn die 30 Sekunden dann, glaube ich, noch höher gehen, dann könnte es schwieriger werden, hinten raus.
- 39:29SPEAKER_02: Okay.
- 39:29SPEAKER_02: Also wenn dann nicht eine 5, sondern eine 5,5 oder sowas da steht, dann wird es wahrscheinlich schwieriger.
- 39:35SPEAKER_00: Also genau, wenn wir Watt pro Kilogramm nehmen, ich glaube so alles, was dann über 7,7,5 geht, auf die Dauer wird dann schon ein bisschen härter.
- 39:44SPEAKER_02: Okay.
- 39:45SPEAKER_02: Verstehe.
- 39:47SPEAKER_02: Kann ich eigentlich nicht nachführen.
- 39:51SPEAKER_02: Aber sag mal, willst du Triothlon machen?
- 39:55SPEAKER_00: Also ich habe auf jeden Fall, das Lustige ist, ich schreibe so ein bisschen für die Sporting.
- 39:59SPEAKER_00: Das ist ein Stadtsportmagazin hier in Hamburg, das liegt kostenlos bei Edeka und so aus.
- 40:04SPEAKER_00: Und die haben irgendwie mitbekommen oder der Chefredakteur hatte mitbekommen, dass es da eben eine Challenge gibt oder es gab irgendwie mal den Active City Hero, also jemand, der alle vier großen Wettkämpfe in Hamburg mitgemacht hat.
- 40:21SPEAKER_00: Und dann meinte er, okay, das wäre was für uns und hat da jetzt die Startplätze organisiert.
- 40:26SPEAKER_00: Und dann bin ich so ein bisschen derjenige, der den Active City Hero machen soll, also dass der alle vier großen Events mitmacht.
- 40:34SPEAKER_00: Genau, und den Startplatz habe ich dadurch für den Ironman Hamburg.
- 40:39SPEAKER_00: Aber wirklich Triathlon Luft geschnuppert habe ich noch nie bis auf diesen Club-Triaton beim Club La Santa.
- 40:49SPEAKER_00: Sonst habe ich keine Triathlon-Erfahrung.
- 40:52SPEAKER_02: Aber du hast meine Frage noch nicht beantwortet.
- 40:54SPEAKER_02: Willst du Triathlon machen?
- 40:56SPEAKER_00: Den, ja, also den will ich auf jeden Fall machen, genau.
- 41:00SPEAKER_02: Aber hast du auch Bock, so ein bisschen mehr noch zu investieren?
- 41:04SPEAKER_02: Also hast du Bock, so willst du gerne so ein bisschen mehr Triathl machen.
- 41:10SPEAKER_00: Was meinst du damit?
- 41:11SPEAKER_00: Also ich habe auf jeden Fall Bock, oder wozu ich wirklich Lust habe, ist einfach zu trainieren und Wettkämpfe zu haben.
- 41:17SPEAKER_00: Und mit Triathl ist es schon so, dass man gerade bei der Mittel- und Langdistanz ja schon auch so Kämpfe mit sich selber ausfechten muss.
- 41:28SPEAKER_00: Und das ist auf jeden Fall eine Sache, die mir sehr viel Spaß macht oder die mich wirklich reizt.
- 41:36SPEAKER_00: Und zum Beispiel, ich habe auch, ohne wirklich viel Langlauferfahrung zu haben oder so, den Rucksacklauf im Schwarzwald mitgemacht, über den ihr auch schon mal erzählt habt, glaube ich.
- 41:46SPEAKER_00: Und das ist zum Beispiel sowas, was dann einfach Spaß macht, wenn man nicht in seiner angestammten Sportart ist, da jetzt auch nicht unbedingt sich mit den allerbesten messen muss, aber trotzdem mit denen an den Start steht und erstmal gucken kann, wie weit man es schafft.
- 42:03SPEAKER_00: Also ja, habe ich auf jeden Fall Interesse.
- 42:07SPEAKER_02: Cool.
- 42:08SPEAKER_02: Also hast du bis zu dem Leistungssport nicht überdrüssig, sag ich mal.
- 42:13SPEAKER_00: In dem Sinne nicht, genau.
- 42:14SPEAKER_00: Also ich habe es auf einer gesunden, hohen Hobby-Ebene.
- 42:19SPEAKER_00: Also wenn man es so ausdrücken darf, genau.
- 42:23SPEAKER_02: Also ehrlich gesagt, du hast Leistungswerte, die würde ich mal sagen, die entsprechen vielleicht 1% von den Profis der Triathleten.
- 42:34SPEAKER_02: Nur, dass es nur mal so, was ich halt vom Papier her sehe und deswegen finde ich es halt irgendwie witzig, dass du es halt auch charmant, dass du halt so sagst, so ja, ich will es einfach mal so ein bisschen hobbymäßig probieren.
- 42:45SPEAKER_02: Ich glaube, das könnte ganz gut werden.
- 42:47SPEAKER_02: Aber ja, cool.
- 42:48SPEAKER_02: Ich bin auf jeden Fall spannend.
- 42:50SPEAKER_02: Hast du denn Erfahrung mit dem Schwimmen?
- 42:53SPEAKER_00: Ich kann schwimmen, glaube ich, bin technisch auch jetzt nicht so extrem schlecht unterwegs.
- 42:58SPEAKER_00: Ich glaube, jeder Triathlet, der jetzt so ungefähr hört, was ich mir vornehme, der lacht sich ins Fäustchen.
- 43:05SPEAKER_00: Also wenn ich sei, wenn ich die 3,8 Kilometer da in einer Stunde 10 schaffe, dann bin ich schon, glaube ich, in meinem Rahmen recht glücklich.
- 43:15SPEAKER_00: Und der Rest muss dann im Radfahren und Laufen rausgeholt werden.
- 43:18SPEAKER_02: Ja.
- 43:19SPEAKER_02: Machst du erstmal den Lionel Sanders.
- 43:21SPEAKER_00: Genau.
- 43:23SPEAKER_00: Lauftechnisch vielleicht ein bisschen hübscher, aber so in die Richtung.
- 43:27SPEAKER_02: Okay, cool.
- 43:28SPEAKER_02: Ja, ist auf jeden Fall interessant.
- 43:31SPEAKER_02: Ich glaube halt auch, also du hast ja auch so ein bisschen Jason angesprochen.
- 43:35SPEAKER_02: Und ich glaube, Jason ist halt so optimal auch von so einer Gewichtsverteilung her so für den Radsport, sag ich mal.
- 43:42SPEAKER_02: Und ich sag mal, als Triathletisch ist es, finde ich, häufig auch ein bisschen besser, wenn man ein bisschen mehr athletisches Fundament, sag ich mal, so mitbringt.
- 43:50SPEAKER_02: Und wenn du dann halt irgendwie so diese 5-6 Kilo noch mehr vielleicht hast an Muskelmasse, kann das dir halt auch so ein bisschen helfen, gerade auch so hinten raus gut zu laufen und auch, sag ich mal, über die Die Ironman-Distanz einfach auch so eine gewisse gute Konstant halt rauszukriegen.
- 44:04SPEAKER_02: Und das ist, glaube ich, halt so genau, weil du genau in diesem Mittel, sag ich mal, bist zwischen Schwergewichtruderer und Leichtgewicht, dass das dir halt da, glaube ich, auch so ganz gut entgegenkommt.
- 44:15SPEAKER_00: Ja, also es ist auch jetzt so, dass ich jetzt nicht mehr so arg auf mein Gewicht achte.
- 44:21SPEAKER_00: Also es ist jetzt schon so, dass ich mit 1,86 auch nicht wirklich gerade klein war bei den Leichtgewichten.
- 44:27SPEAKER_00: Wenn man sich jetzt aktuell anguckt, geht der Trend bei den Leichtgewichten schon eher wieder Richtung unter 1,80 oder sagen wir zwischen 1,78 und 1,82 so in dem Dreh.
- 44:39SPEAKER_00: Als die Riemer noch dabei waren, war es eher so, dass die Riemer auch immer eben den Skullern da überlegen waren, was die Größe anging.
- 44:47SPEAKER_00: Also da war man schon so 1,86 bis 1,92 beim Körpergewicht von 70 bzw.
- 44:53SPEAKER_00: maximal 72,5.
- 44:55SPEAKER_00: Das heißt, wenn ich 72,5 wiege, da brauche ich halt jemanden, der 67,5 wiegt, damit er mich ausgleicht.
- 45:00SPEAKER_00: Aber drüber durfte ich halt nicht wiegen.
- 45:02SPEAKER_00: Und da war es schon so, ich habe das Gewicht zum Wettkampf gebracht, war dann danach, bin ich auch nicht so mega hoch aufgeschossen, damit ich da einfach ein ganz gutes Niveau halten konnte und weil es auch einfach anstrengend ist, das dann über alles wieder runterzukriegen.
- 45:20SPEAKER_00: Aber eben anders als bei den Kampfsportlern ist es halt, dass man da sich wirklich so ein bisschen an der, ja, eben auch wieder an der Papierkante bewegen muss.
- 45:31SPEAKER_00: Also es ist eine Belastung von über sechs Minuten oder um die sechs Minuten.
- 45:36SPEAKER_00: Und da braucht man auch einfach insgesamt Substanz.
- 45:39SPEAKER_00: Also da kann man nicht alles komplett über den Wasserhaushalt machen.
- 45:43SPEAKER_00: Das merkt man dann auch relativ früh.
- 45:46SPEAKER_02: Aber wie hast du das gemacht?
- 45:47SPEAKER_02: Also mit dem Abnehmen?
- 45:49SPEAKER_00: Ja, schon mit einem kalorischen Defizit.
- 45:52SPEAKER_00: Also ich habe dann grob einen Monat vorher, vor dem ersten Wettkampf, mich raufgestellt, geguckt, wo ich bin.
- 45:59SPEAKER_00: Oder man hat generell sich eh häufig raufgestellt, aber dann halt mit einem gewissen kalorischen Defizit und dann die restliche oder man kann grob sagen, so ein Kilo drüber hat man schon immer gewogen, den man dann rausgeschwitzt hat.
- 46:12SPEAKER_00: Also das morgens stellt, genau, morgens, je nachdem, Leichtgewichte sind schon relativ häufig früh eher dran, aber dann stellt man sich halt morgens auf die Waage, guckt, was man hat und dann weiß man, wie viel man anziehen muss.
- 46:28SPEAKER_00: Also das sieht man dann relativ schnell, weil wenn es dann halt im Sommer lauter Leute nur im Einteiler rausgehen und dann gibt es da Boote, die dick eingepackt mit Regenjacke und Mütze durch die Gegend laufen, dann weiß man, dass die auf jeden Fall noch ein bisschen was machen müssen.
- 46:44SPEAKER_00: Sehr gut.
- 46:45SPEAKER_00: Aber in die Sauna.
- 46:47SPEAKER_02: Und der Coach hält dann die Tür zu, ne?
- 46:50SPEAKER_00: Ja, in die Sauna eher nicht.
- 46:52SPEAKER_00: Also man macht es dann dadurch, dass vor dem Wettkampf eh immer Bronx nochmal eine Runde gerudert wird, um einfach da auch die Bedingungen zu sehen, wie sie an dem Tag sind und da so einfach den Kreislauf hochzukriegen, ist es natürlich ein ganz gutes Zusammenspiel, dass man es da immer noch mitnehmen konnte.
- 47:11SPEAKER_02: Und wo siehst du die größten Herausforderungen für dich im Triadon?
- 47:19SPEAKER_00: Ich glaube, die größte Herausforderung ist wirklich für mich, wenn ich angucke, dann der Übergang vom Radfahren zum Laufen.
- 47:27SPEAKER_00: Ich glaube, wenn ich alle Teildisziplinen mir einfach so hinnehme, dann kann ich alle auch Distanzen, glaube ich, recht stark absolvieren.
- 47:39SPEAKER_00: Das Wichtige wird dann, glaube ich, wirklich so, dass man so das Fueling-Management richtig gut hinbekommt.
- 47:46SPEAKER_00: Weil jetzt als Ruderer die 90 Minuten, da habe ich jetzt auch nicht unbedingt immer was zum Trinken mitgenommen oder mir irgendwie ein Gel mitgenommen, sondern 90 Minuten konnte ich dann auch schon immer morgens einfach ohne Frühstück abreißen, ohne irgendwie einen großen Leistungseinbuße zu haben.
- 48:02SPEAKER_00: Und das wird, glaube ich, schon so die größte Herausforderung, das alles so hinzubekommen.
- 48:08SPEAKER_00: Und dann natürlich beim Radfahren da, sag ich mal, möglichst die guten Wattwerte, die ich da habe, irgendwie effektiv auf die Straße zu bringen.
- 48:17SPEAKER_00: Also da nicht irgendwie wie so eine Schrankwand da zu sitzen.
- 48:23SPEAKER_00: Das sind, glaube ich, schon so die Sachen, die da eine ganz große Herausforderung mit sich bringen.
- 48:28SPEAKER_02: Ja, also Management, sagst du so, das meinst du, dass das noch so ein bisschen fehlt?
- 48:33SPEAKER_00: Auf jeden Fall, auf jeden Fall, genau.
- 48:35SPEAKER_00: Und gerade jetzt mit der Studie ist es natürlich top, dass ich da auch wieder so in lange Grundlageneinheiten komme, weil die, muss ich sagen, wirst du ja wahrscheinlich auch gesehen haben, sind bei mir aktuell eher weniger gewesen.
- 48:51SPEAKER_02: Ja, okay.
- 48:53SPEAKER_02: Aber siehst du auch so das Mentale für dich als Herausforderung?
- 48:57SPEAKER_02: Dieses Alleine mit dir, nicht im Boot zu sein, mit neuen Leuten zusammen, sondern sich alleine zu quälen, alleine auch so einen Wettkampf anzugehen?
- 49:08SPEAKER_00: Es geht.
- 49:09SPEAKER_00: Also mental muss ich sagen, dass mir so ein paar Wettkämpfe schon Spaß machen, egal ob man im Team ist oder alleine, weil ich eher immer so wirklich das Ziel vor Augen habe.
- 49:20SPEAKER_00: Also ich habe das Ziel vor Augen, hab da meine kleinen Etappen, die ich mir da setze und ja, hab da vielleicht auch so meine eigenen Gespräche oder so, aber es ist wirklich, dass ich mental mich da schon, glaube ich, ganz gut vorbereite, da einfach nicht so dieses Riesenganze zu sehen, sondern dann wirklich erstmal den Schwimmabschnitt, dann hat man den ersten Wechselabschnitt.
- 49:45SPEAKER_00: Keine Ahnung, in Hamburg kenne ich ja auch die Strecke, sodass man sich da von Anhaltspunkt zu Anhaltspunkt hangelt.
- 49:52SPEAKER_00: Das Gleiche eben wirklich ist zum Beispiel bei einer 90-Minuten-Ergo-Einheit.
- 49:56SPEAKER_00: Wenn ich 90 Minuten auf dem Ergo sitze, kommt mir das ewig lange vor.
- 50:00SPEAKER_00: Aber wenn man sich dann sich das irgendwie runterbricht in einzelne Teile, dann finde ich das immer leichter, als wenn man da vor so einem Riesenhaufen steht.
- 50:11SPEAKER_00: Deswegen, ja, ich kann natürlich nicht sagen, was mich da erwartet mit Krämpfen und Fueling und dass es dann ganz lange wird, aber ja.
- 50:21SPEAKER_02: Erwartest du denn beim Iron Man, dass du dich immer gut fühlen wirst?
- 50:26SPEAKER_00: Definitiv nicht.
- 50:27SPEAKER_00: Also das kenne ich schon so ein, oder sag ich mal, ich gehe nicht davon aus, dass es mir immer gut gehen wird.
- 50:33SPEAKER_00: Ich kann nur von diesem Rucksacklauf berichten, als ich den das erste Mal mitgemacht habe.
- 50:39SPEAKER_00: Da waren es zum Glück nur die ein bisschen mehr als 50 Kilometer, aber ich hatte auch noch nicht mehr als 50 Kilometer auf den Skieren zusammen.
- 50:47SPEAKER_00: Deswegen war es schon eine ganz gute Herausforderung.
- 50:50SPEAKER_00: Und da war es so, dass ich nach 25 Kilometern gedacht habe, ich bin gleich im Ziel, dann ist mir mein Stock auch noch gebrochen.
- 50:58SPEAKER_00: Und habe mir dann einen Stock an der Strecke organisiert und endlich einen Sportler getroffen, der ein GPS hatte, weil Mainz ausgegangen ist.
- 51:07SPEAKER_00: Und dann hatte ich den gefragt, wie lang es noch ist.
- 51:09SPEAKER_00: Und dann meint er, ja, du hast jetzt knapp 20 Kilometer.
- 51:12SPEAKER_00: Und ich habe gedacht, das kann niemals im Leben sein, dass ich erst 20 Kilometer habe.
- 51:19SPEAKER_00: Und da ging es mir dann teilweise auch nicht mehr ganz so frisch.
- 51:22SPEAKER_00: Aber ja, gerade so ein paar Punkte sind, glaube ich, da muss man positiv denken.
- 51:30SPEAKER_00: Ich glaube, nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch.
- 51:33SPEAKER_00: Also ist ja, wenn man sich so einige Profis anhört, dann ist es ja wirklich so eine Berg- und Talfahrt.
- 51:39SPEAKER_00: Und aus meiner Sicht ist es dann immer nur die Frage, wie man sich da im Tal eben auffällt und wie man es schafft, sich da wieder alleine rauszuholen.
- 51:48SPEAKER_00: Also wenn es dann so ist, dass man da mental gar nicht mehr rauskommt, weil man eben auch keine positiven Gedanken mehr hat, das Ziel zu erreichen, dann wird es, glaube ich, insgesamt ein langer Tag.
- 52:01SPEAKER_02: Ja.
- 52:02SPEAKER_02: Aber du hast ja gerade auch so ein bisschen so negative Gedanken und sowas angesprochen.
- 52:06SPEAKER_02: Und du hast ja auch ein bisschen Erfahrung damit, mit negativen Gedanken, vor allen Dingen mit Kollegen von dir, die mehr negative Gedanken hatten.
- 52:14SPEAKER_02: Vielleicht kannst du dazu auch ein bisschen was erzählen.
- 52:18SPEAKER_00: Genau, mit Yannick Corinth, das war mein damaliger Zweierpartner, mit dem bin ich 2013 zusammengefahren.
- 52:28SPEAKER_00: Und genau 2014 oder Richtung Ende 2013 hatten sich unsere Wege so ein bisschen getrennt, weil er dann nach Freiburg gezogen ist.
- 52:39SPEAKER_00: Aber wir hatten immer noch sehr viel Kontakt.
- 52:42SPEAKER_00: Er war dann auch im Radsport dabei und gar nicht mal so unerfolgreich.
- 52:48SPEAKER_00: Und hat sich dann eben im Laufe des Jahres 2016 das Leben genommen, ohne dass irgendjemand davon wirklich mitbekommen hat, wie schlecht es ihm geht.
- 53:00SPEAKER_00: Und das waren dann schon so Punkte, die ja, wo ich selber auch erstmal darüber nachgedacht habe, warum man es einmal nicht mitbekommen hat.
- 53:12SPEAKER_00: Und natürlich ist dann so dieses ganz große Fragezeichen, warum jemand überhaupt so einen Schritt wagt, wo er wirklich ein komplett gefestigtes Familien- und Freunde-Netzwerk hat.
- 53:27SPEAKER_00: Aber ich glaube, wenn so ein Punkt ist, darf man häufig dieses Warum gar nicht fragen, weil man nicht weiß, was in diesen Menschen wirklich vorgeht oder was die wirklich durchmachen.
- 53:40SPEAKER_00: Aber gerade damit man denen helfen kann, haben wir halt zusammen, also auch sein bester Freund Philipp Birkner und ich, wir haben dann zusammen mit seiner Mutter einen Verein gegründet, wir für Yannick, um eben hauptsächlich im Rudersport, aber wir waren jetzt auch schon im Radsport so ein bisschen unterwegs, da einfach auf der Trainerseite auch ein bisschen Aufklärung zu machen, beziehungsweise auch im Jugendbereich, wie man eventuell Depressionen erkennen kann, was Anzeichen sein könnte und dass man da eben einfach diese Stigmatisierung von der Krankheit Depressionen wegnimmt und wirklich so umgeht, als wäre es in dem Sinne eine Erkältung.
- 54:24SPEAKER_00: Also dass es wirklich jedem treffen kann und es nichts Schlimmes ist, dass man auch mental krank ist.
- 54:30SPEAKER_00: Also das ist was ganz Wichtiges.
- 54:33SPEAKER_00: Aber gerade auch so in dem Zeitraum eben war das auf jeden Fall dann ein großes Thema, auch in der Nationalmannschaft, wo man da auf jeden Fall drüber gesprochen hat.
- 54:45SPEAKER_02: Ja, und ich finde das total wichtig und gut, dass ihr das halt auch ansprecht.
- 54:49SPEAKER_02: Und gerade so diese Stigmatisierung, du die du ansprichst, ist was, was, glaube ich, sehr häufig passiert.
- 54:56SPEAKER_02: Also ich glaube, man denkt halt immer so, als Leistungssportler muss man einfach funktionieren, man muss einfach irgendwie über sich hinaus wachsen und darf keine Schmerzen akzeptieren.
- 55:09SPEAKER_02: Und gerade von Leistungssportlern wird halt irgendwie gesellschaftlich immer so viel erwartet, dass es für sie halt, glaube ich, sehr, sehr schwierig ist, offen mit so einer Erkrankung umzugehen.
- 55:18SPEAKER_00: Absolut, genau.
- 55:19SPEAKER_00: Also ich glaube, desto mehr der Sportler bzw.
- 55:22SPEAKER_00: die Sportart im Fokus der Öffentlichkeit steht, umso schwieriger ist es für die Sportler.
- 55:27SPEAKER_00: Also gerade wenn man sich zum Beispiel auch Fußballer mit Robert Enker anguckt, ist es, glaube ich, einfach so, dass den Druck, den so ein Sportler hat, einmal den, den er sich selber auferlegt, weil er seine eigenen Leistungsziele hat, dann den Druck, den er vom Verein bekommt, weil da die gewissen Vorgaben sind und dann eben beim Fußballer noch viel heftiger jedes Wochenende, gut aktuell nicht, aber bis dahin war es ja wirklich so, jedes Wochenende da irgendwie 30.000 Zuschauer hat, die entweder für oder gegen einen sind.
- 56:02SPEAKER_00: Das sind schon Situationen, glaube ich, die man ja einfach wirklich gut verarbeiten muss.
- 56:08SPEAKER_00: Und wenn es mal nicht passt, dann ist es wirklich kein Schaden, weil auch ein Leistungssportler oder wenn man alle Leistungssportler zusammennimmt, ist das auch insgesamt nur ein Querschnitt der Gesellschaft.
- 56:20SPEAKER_00: Also das ist, auch wenn sie vielleicht körperlich den Durchschnitt überlegen sind, dadurch, dass sie trainieren, ist es so, dass sie mental oder insgesamt auch nur einen Querschnitt der Bevölkerung abdecken.
- 56:36SPEAKER_00: Und da muss man, und das ist, glaube ich, so wirklich, wie du eben auch sagst, der Punkt, der häufig nicht erkannt wird.
- 56:43SPEAKER_00: Eben, dass ein Leistungssportler immer funktionieren muss.
- 56:46SPEAKER_00: Aber so die Ängste, ja, zum Beispiel auch ganz häufig so Zukunftsängste oder finanzielle Gedanken, weil nur weil man Leistungssportler ist, heißt es ja nicht, dass man da irgendwie wie die Top-Leute ein volles Konto hat oder so.
- 57:04SPEAKER_00: Also das ist ganz klar.
- 57:07SPEAKER_02: Man ist ja auch sehr stark abhängig, ne?
- 57:09SPEAKER_02: Das finde ich halt auch immer das.
- 57:10SPEAKER_02: Man ist halt abhängig von den Sponsoren, vom Staat, besonders wenn man halt Olympionie ist.
- 57:15SPEAKER_02: Wir haben ja auch darüber gesprochen, wie hart der Auswahlprozess ist und natürlich kommen da Zweifel.
- 57:20SPEAKER_02: Natürlich kommen da einfach auch Gedanken, dass es vielleicht auch nicht funktionieren könnte.
- 57:25SPEAKER_02: Und ist bei einer Depression ist es ja einerseits immer Veranlagung und andererseits auch immer dann auslösende Prozesse.
- 57:32SPEAKER_02: Und ich glaube, es ist super wichtig, dass man halt darüber offen spricht.
- 57:36SPEAKER_00: Genau, und gerade auch, sag ich mal, bei einigen ist es ja auch, wenn eine Verletzung da ist.
- 57:41SPEAKER_00: Und das darf man eben auf jeden Fall auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn man sich überlegt, dass ein Leistungssportler jeden Tag Sport macht oder so gut wie jeden Tag und dort einfach gewisse biochemische Prozesse im Körper sind mit Adrenalin, Neuadrenalin, Dopamin, alles Mögliche, was Mögliche, was ausgeschüttet wird.
- 58:04SPEAKER_00: Und dann nur mal angenommen, ein Skifahrer fährt die Piste runter, jetzt bricht sich das Kreuzband und von jetzt auf gleich bist du eigentlich vom absoluten Vollzeitsportler zum Bettliegen erstmal geworden.
- 58:18SPEAKER_00: Diese ganzen Prozesse sind außer Kraft gesetzt.
- 58:21SPEAKER_00: Du hast eben, wie du sagst, diesen Leistungsdruck, dass du nicht weißt, ob du dann nächstes Jahr immer noch gefördert wirst, weil wer weiß, in welchem Rahmen der Saison ist es passiert.
- 58:30SPEAKER_00: Kann ich noch meine Leistung bringen, plant der Verband mit mir?
- 58:35SPEAKER_00: Und dann einfach noch, dass die ganzen Prozesse außer Kraft gesetzt sind, dann ist das teilweise wie eine Spirale, die bergab geht.
- 58:42SPEAKER_00: Also dass der Körper auch gar keinen hormonellen Ausgleich mehr hat.
- 58:47SPEAKER_00: Und das ist einfach so Dinge, die gar nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen, sondern dass man da wirklich dann ein Auge drauf hat oder schon sensibilisiert ist und da vielleicht auch nochmal ein bisschen vorsichtiger und mehr Fingerspitzengefühl hat.
- 59:06SPEAKER_02: Ja, ich glaube, das kennt auch jeder, der Sport macht, der weiß, wenn man sich verletzt, dann fühlt man sich daran meistens nicht so gut, weil einem halt auch genauso dieser Kick fehlt.
- 59:15SPEAKER_02: Und es gibt auch sehr, sehr viele Sportler natürlich, die auch vielleicht andere Süchte unterdrücken mit ihrer Sportsucht ein bisschen.
- 59:25SPEAKER_02: Das ist halt schon was, was man definitiv, worüber man sprechen muss.
- 59:28SPEAKER_02: Hattet ihr denn da Support bei euch, sage ich mal immer, dass ihr die Möglichkeit hattet, Gespräche zu suchen oder war es bei euch eher, dass ihr alleine wart?
- 59:37SPEAKER_00: Also sagen wir, das Gute war, dass er auch Leichtgewichtsruderer waren und wir auch so die ersten waren, die darüber informiert worden sind.
- 59:46SPEAKER_00: Beziehungsweise dadurch, dass ich auch mit Philipp sehr gut befreundet bin, war da der direkte Kontakt, sodass ich es auch wusste, bevor es irgendwie öffentlich wurde.
- 1:00:00SPEAKER_00: Und wir einfach in dem Kreis, das war auch quasi, dass ich gerade im Trainingslager war, beziehungsweise ja doch im Trainingslager war, wir eh ein großer Teil der Nationalmannschaft da waren, sodass wir uns untereinander sehr gut miteinander austauschen konnten, darüber reden konnten.
- 1:00:19SPEAKER_00: Man hat auf jeden Fall schon gemerkt, dass so die Leute, die oder so meine Freunde, Mitruderer, mit denen man vielleicht nicht immer offen über so, oder nicht offen, was heißt nicht offen, aber dass man so ein paar Themen sonst nicht angesprochen hat oder so, weil man nicht unbedingt das Bedürfnis hatte oder gar nicht quasi dieses Thema irgendwie gerade aktuell war, war schon, dass man da tiefgründig drüber gesprochen hat und da wirklich Gespräche geführt hat, die sonst so nicht da waren.
- 1:00:51SPEAKER_00: Und wir hatten auch oder hätten auch die Chance gehabt, eben die Psychologen des Deutschen Ruderverbands zu benutzen.
- 1:01:01SPEAKER_02: Genau, ob es Hilfe bei euch, sag ich mal, gab oder nicht?
- 1:01:04SPEAKER_00: Innerhalb der Sportler, dadurch, dass es im Trainingslager war, schon auch so Gruppen gab und insgesamt Gespräche zwischen den Athleten, wo man das einfach aufgearbeitet hat, auch einfach gemerkt hat, dann ich hatte auch noch Kontakt zu anderen Freunden von ihnen, was das wirklich für eine große Anteilnahme war.
- 1:01:25SPEAKER_00: Und ich glaube, das waren einfach so Sachen, die er wahrscheinlich auch gar nicht so im Hinterkopf hatte, dass er da wirklich so eine stark gefestigte Freundesgruppe hat.
- 1:01:35SPEAKER_00: Da hatten wir uns schon ziemlich stark ausgetauscht und dann hatten wir, sofern wir wollten, auf jeden Fall auch die Chance, mit einer Sportpsychologin vom Deutschen Ruderverband zusammenzuarbeiten, beziehungsweise wir hätten auch wahrscheinlich zur Psychologin von unserem Stützpunkt gehen können.
- 1:01:53SPEAKER_00: Genau, das wäre auf jeden Fall möglich gewesen.
- 1:01:57SPEAKER_00: Aber es war nicht so, dass währenddessen oder zur Verkündung oder so quasi eine Psychologin mit anwesend war.
- 1:02:05SPEAKER_00: Also das hätte dann extra noch ins Trainingslager kommen müssen.
- 1:02:10SPEAKER_02: Ja.
- 1:02:14SPEAKER_02: Okay.
- 1:02:15SPEAKER_02: Ja, ich hatte auch schon mal einen Talk mit Janine Olert von der Deutschen Sporthochschule in Köln.
- 1:02:20SPEAKER_02: Die meinte damals auch, dass es halt super wichtig ist, dass es dafür halt Angebote gibt und die haben halt auch Angebote, wo man sich quasi direkt daran wenden kann.
- 1:02:28SPEAKER_02: Ich glaube, Stark mit Sport oder so heißt das Angebot, was die machen, wo sich halt auch Leute mit Depressionen und sportlichem Hintergrund halt daran wenden können.
- 1:02:36SPEAKER_02: Und ja, ich finde es super, was ihr macht.
- 1:02:39SPEAKER_02: Wie heißt nochmal eure Stark mit Yannick?
- 1:02:41SPEAKER_02: Nee, Wir für Yannick.
- 1:02:44SPEAKER_00: Genau, das ist ein bisschen dadurch entstanden, es gab oder es gibt doch auch diesen Slogan Wir für Deutschland.
- 1:02:49SPEAKER_02: Ja.
- 1:02:50SPEAKER_00: Und nachdem er mit dem Leistungssport aufgehört hat, sind Philipp und er einfach bei Wettkämpfen Wir für uns gestartet, weil sie ja nicht mehr für Deutschland unterwegs waren, sondern nur noch für sich selber.
- 1:03:03SPEAKER_00: Und daraufhin hatten wir gesagt, okay, es ist eigentlich doch wirklich was sehr Nettes, wenn wir sagen, dass wir eben jetzt für Yannick unterwegs sind und so ein bisschen versuchen, in unserem kleinen Rahmen, den wir haben, da wirklich Aufmerksamkeit zu generieren.
- 1:03:20SPEAKER_00: Und ja, insgesamt habe ich schon den Eindruck, dass es so über Strava etc.
- 1:03:27SPEAKER_00: ganz gut funktioniert, auch über einzelne Radsportwettkämpfe, wo dann mehrere von einem Team unterwegs sind und dann alle das Trikot wir für Yannick anhaben oder so, kommt man schon ins Gespräch, sagt, ey, sag mal, was ist denn hier?
- 1:03:40SPEAKER_00: Wer ist denn Yannick?
- 1:03:41SPEAKER_00: Warum wir für ihn oder so?
- 1:03:43SPEAKER_00: Und das sind einfach schon so Dinge, wo man merkt, dass da dann auch wirklich Interesse besteht und ein offenes Ohr ist.
- 1:03:52SPEAKER_02: Cool, ja, auf jeden Fall.
- 1:03:54SPEAKER_02: Das finde ich echt gut.
- 1:03:55SPEAKER_02: Und bei Radsport-Wettkämpfen seid ihr denn auch manchmal am Start?
- 1:03:59SPEAKER_02: Ihr habt doch irgendwie eine Gruppe, ne?
- 1:04:00SPEAKER_02: Wo ihr zusammenfahrt, oder?
- 1:04:03SPEAKER_00: Nee, so richtig.
- 1:04:04SPEAKER_00: Also Training oder so haben wir nicht, aber es gibt den Aalberg-Giro, den hatte Yannick in Rekordzeit einmal gewonnen.
- 1:04:12SPEAKER_00: Und seit 2017 sind wir da, oder 2016 war es sogar schon, sind wir da eben immer möglichst in einer großen Anzahl da.
- 1:04:22SPEAKER_00: Und wirklich über alle Leistungsklassen.
- 1:04:24SPEAKER_00: Also über welche, die Bock haben, da zu gucken, dass sie da mit den Siegern mitfahren können oder weil sie einfach Bock haben, da die, was ist das, Hoch-Albergstraße oder so hochzufahren.
- 1:04:37SPEAKER_00: Kann ich dir nicht genau sagen.
- 1:04:39SPEAKER_00: Ich bin die Route nur abgefahren.
- 1:04:43SPEAKER_00: Nee, genau.
- 1:04:45SPEAKER_00: Das sind so die Sachen, wo hauptsächlich, oder der Alberg-Diro, wo wir hauptsächlich so zusammen unterwegs sind.
- 1:04:52SPEAKER_02: Spannend.
- 1:04:52SPEAKER_02: Ja, cool.
- 1:04:54SPEAKER_00: Und sonst, wenn wir uns irgendwie schaffen, zu irgendwelchen Wettkämpfen zu committen.
- 1:04:58SPEAKER_02: Ja.
- 1:04:59SPEAKER_02: Ja, cool.
- 1:05:01SPEAKER_02: Ja, finde ich sehr, sehr gut.
- 1:05:03SPEAKER_02: Sehr cool.
- 1:05:05SPEAKER_02: Freut mich.
- 1:05:08SPEAKER_02: Hast du noch was, Lars?
- 1:05:10SPEAKER_00: Nee, absolut nicht.
- 1:05:12SPEAKER_00: Also wenn du mich jetzt hier, wenn du sagst, ich bin da so stark und willst mich da durchbringen, dann freue ich mich darauf.
- 1:05:22SPEAKER_00: Nein, sagen wir so.
- 1:05:24SPEAKER_02: Ja gut, Lars, du machst jetzt gerade bei der Litstudie mit, ne?
- 1:05:27SPEAKER_02: Das ist ja, das dauert ja jetzt noch sechs Wochen.
- 1:05:31SPEAKER_02: Anfang Mai.
- 1:05:32SPEAKER_02: Da darf ich nicht intervenieren, muss ich sagen, weil sonst kriege ich gar nicht mit meinem Doktorvater, dann klappt das alles nicht.
- 1:05:40SPEAKER_02: Aber wenn du danach Interesse hast an dem Coaching, würde ich mich sehr, sehr freuen.
- 1:05:45SPEAKER_00: Ja.
- 1:05:46SPEAKER_00: Also als Leistungssportler oder als Ruderer war ja das Ziel, immer zu den Olympischen Spielen zu kommen.
- 1:05:53SPEAKER_00: Als Triathlon habe ich ja gehört, dass es Hawaii ist.
- 1:05:57SPEAKER_00: Und du bist ja auf jeden Fall auch schon mal in den gekommen.
- 1:06:02SPEAKER_00: Wäre auf jeden Fall so mittel langfristiges Ziel, was ich mir da auf jeden Fall vorstellen könnte, zu setzen.
- 1:06:09SPEAKER_00: Hawaii.
- 1:06:11SPEAKER_00: Ja, das wäre schon, genau.
- 1:06:13SPEAKER_00: Ob jetzt schon über Hamburg oder über irgendwas anderes, das ist mir ganz egal.
- 1:06:18SPEAKER_00: Aber ich glaube, in Hamburg muss ich erstmal überall Lehrgeld zahlen und dann darf ich weitergucken.
- 1:06:23SPEAKER_00: Wo es gehapert hat.
- 1:06:25SPEAKER_02: Ja, kriegen wir hin.
- 1:06:26SPEAKER_02: Kriegen wir auf jeden Fall hin.
- 1:06:29SPEAKER_02: Aber dann als Amateur?
- 1:06:34SPEAKER_00: Boah, ich glaube schon.
- 1:06:36SPEAKER_00: Also als Profi natürlich, ich glaube, es hört sich immer so cool an, wenn man als Profi unterwegs ist.
- 1:06:42SPEAKER_02: Es ist eher so, hast du Bock darauf?
- 1:06:44SPEAKER_02: Also jetzt mal so vom Ding her, hast du Bock nochmal auf Leistungssport, hast du Bock nochmal irgendwie auch auf den Druck?
- 1:06:49SPEAKER_02: Oder ist es eher so, dass du sagst, nö, muss nicht sein?
- 1:06:54SPEAKER_00: Sagen wir so, wenn man es von der Kampagne komplett so aufstellen kann, dass es wirklich funktioniert, dass man da eben in Anführungsstrichen als Profi leben kann, dann würde ich sagen, hätte ich Bock.
- 1:07:05SPEAKER_00: Also dann würde ich dem wirklich meinen Alltag so nochmal komplett strukturieren, dass ich das auf jeden Fall so hinkriege.
- 1:07:14SPEAKER_00: Ansonsten sage ich, wenn es einfach so wirklich so von der Hand in den Mund ist und da das richtig, richtig geknappst ist, dann mache ich es lieber so, dass ich da als Hobby unterwegs bin.
- 1:07:30SPEAKER_02: Ja, kann ich verstehen.
- 1:07:31SPEAKER_00: Als das Klassenathlet sozusagen.
- 1:07:34SPEAKER_02: Was ich sehr sympathisch finde, Lars, was du gerade gesagt hast, ist, dass du es so ansiehst, dass man als Profi alles dem Sport committen muss.
- 1:07:44SPEAKER_02: Und ich habe den Eindruck, und ich weiß, dass auch ganz viele von meinen Coaching-Freunden den Eindruck haben, dass ganz viele Profis heutzutage es halt so sehen, dass sie irgendwie Influencer sind, irgendwie bei Social Media und sich so ein bisschen vermarkten und so ein bisschen als Profi-Sein nebenbei machen.
- 1:08:00SPEAKER_02: Und eigentlich ist ihr Hauptjob dieses Influencer-Ding und dann sind sie noch so ein bisschen Profi nebenbei.
- 1:08:04SPEAKER_02: Und ich finde es voll gut, dass du sagst, wenn ich Profi bin, dann committe ich mich dafür auch.
- 1:08:11SPEAKER_00: Also für mich ist es ja wirklich, wenn ich das jetzt so wie du sagst, ist es für mich, wenn ich Profi bin, wenn ich meine Rudol-Karriere angucke, dann war ich in dem Sinne ja auch fast Profi.
- 1:08:23SPEAKER_00: Also natürlich auf einer kompletten Amateurebene, aber ich habe dem alles untergeordnet, weil ich eben das Ziel hatte, egal zu welchem Zeitpunkt, immer das Beste aus mir rauszuholen.
- 1:08:33SPEAKER_02: Und ob das jetzt irgendwie auf Social Media unterwegs war oder nicht, ist mir natürlich kein Profi gewesen sein, wenn du zur Olympia gefahren bist, zwei Weltmedaillen, zwei Weltmeisterschaften gewonnen hast.
- 1:08:45SPEAKER_02: Wie kannst du dann kein Profi sein?
- 1:08:49SPEAKER_00: Ich sag mal, mit Rudern oder ich habe meinen Lebensunterhalt eben durch die Sportfördergruppe der Bundeswehr bekommen.
- 1:08:58SPEAKER_02: Wie viele Triathleten ja auch.
- 1:09:00SPEAKER_00: Genau, wie viele Triathleten auch.
- 1:09:02SPEAKER_00: Und man muss ganz klar sagen, das ist mein Arbeitgeber und ich bin dem halt verpflichtet, da das Training so auszuführen, wie es mir vorgegeben wird.
- 1:09:13SPEAKER_00: Und natürlich bin ich in dem Sinne dann wirklich ein Profi.
- 1:09:15SPEAKER_00: Die zahlen mich eben für den Sport.
- 1:09:17SPEAKER_00: Ich bin von dem militärischen Dienst größtenteils bis auf der normalen militärischen Unteroffizierslaufbahn, die ich eben absolvieren muss, freigestellt und habe eben den Freiraum, meinen Sport so auszuprobieren, wie ich das möchte.
- 1:09:31SPEAKER_00: Also wenn man es so sieht, bin ich da schon Profi.
- 1:09:34SPEAKER_00: Aber ich habe halt keine Werbeverträge gehabt oder also das, das für mich ist Profi hört sich immer so rosig an, muss ich sagen.
- 1:09:44SPEAKER_00: Aber genau, letztendlich ist das die Bundeswehr meine Einnahmequelle gewesen oder meine Einnahmequelle und sonst gibt es da quasi oder gab es keine anderen Sponsoren oder so.
- 1:09:54SPEAKER_00: Dann war ich da komplett unterm Radar.
- 1:09:58SPEAKER_02: Ja, Profi, also Profi ist für mich immer ein ziemlich harter Begriff, finde ich, ehrlich gesagt.
- 1:10:03SPEAKER_02: Also wenn man wirklich weiß, was das bedeutet, dann ist Profi schon verdammt hart.
- 1:10:09SPEAKER_00: Ja, absolut, aber ich glaube so insgesamt vom Lebensstil her und von der Gesamteinstellung, Ehrgeiz und so, würde ich mich da, hätte ich mich schon Profi genannt, dann, wenn man es so hart definieren.
- 1:10:23SPEAKER_00: Ja, ist doch gut.
- 1:10:25SPEAKER_02: Ich meine, die meisten Arbeitnehmer, die von einem 9-to-5-Job haben und sich da jeden Tag irgendwie hinschleppen, die haben sicherlich nicht so einen harten Tag wie ein Profi.
- 1:10:34SPEAKER_02: Muss man auch mal so sagen.
- 1:10:35SPEAKER_02: Es ist schon ein harter Lebensstil.
- 1:10:37SPEAKER_02: Es ist jetzt nicht so easygoing.
- 1:10:39SPEAKER_02: Auf jeden Fall.
- 1:10:40SPEAKER_00: Genau.
- 1:10:40SPEAKER_00: Also ich meine, und das vergessen glaube ich auch viele, es sind halt nicht nur die Trainingsstunden.
- 1:10:45SPEAKER_00: Also wenn man nur die Trainingsstunden aufrechnet, dann würde ich auch als normaler 9-5-Worker sagen.
- 1:10:51SPEAKER_00: Also willst du mich hier so ein bisschen veräppeln.
- 1:10:54SPEAKER_00: Aber da gehört halt wirklich viel mehr dazu und man kann, oder ich lege vielen einfach nur ans Herz, wenn sie das so belächeln, dann dürfen sie gerne mal so zwei, drei Wochen wirklich das so einmal durcharbeiten.
- 1:11:08SPEAKER_00: Dann kann jeder überlegen, was er gerne machen möchte.
- 1:11:13SPEAKER_00: Also aber ja, ich glaube, es hat beides Vor- und Nachteile, muss ich ganz ehrlich sagen.
- 1:11:19SPEAKER_00: Und ich glaube, ich habe als Leistungssportler extrem viel mitbekommen, konnte extrem viel mitmachen, wofür ich auch wirklich richtig dankbar bin.
- 1:11:29SPEAKER_00: Dafür musste ich, glaube ich, auch auf genügend Sachen verzichten, wo ich aber auch überhaupt nicht irgendwie mit dem trendenden Auge nachschaue oder so, weil ich sage, okay, da habe ich was verpasst.
- 1:11:40SPEAKER_00: Da wiege ich dann doch lieber die Sachen auf, die ich da mitgenommen habe.
- 1:11:44SPEAKER_00: Und genau, das fühlt sich schon gut an.
- 1:11:48SPEAKER_02: Ja, Hawaii ist auch echt schön, Lars, muss ich auch sagen.
- 1:11:50SPEAKER_02: Lohnt sich.
- 1:11:51SPEAKER_02: Okay.
- 1:11:54SPEAKER_02: Ja, perfekt.
- 1:11:55SPEAKER_02: Alles klar.
- 1:11:56SPEAKER_02: Danke dir für den Talk.
- 1:11:57SPEAKER_02: Wo findet man dich denn?
- 1:11:58SPEAKER_02: Das ist immer noch auch mal eine gute Sache.
- 1:12:03SPEAKER_00: Auf Instagram wird man mich auf jeden Fall finden.
- 1:12:05SPEAKER_00: Und sonst auf den Straßen um Hamburg.
- 1:12:09SPEAKER_00: Bei Strava kann man mich auch so ab und an mal sehen.
- 1:12:12SPEAKER_00: Genau.
- 1:12:12SPEAKER_00: Und sonst auf der Alster bin ich auch ab und an mit dem Ruderboot unterwegs.
- 1:12:17SPEAKER_00: Also wer da jemand langflitzen sieht, der ähnlich aussieht wie ich, da ist dann die Wahrscheinlichkeit auf jeden Fall gegeben, dass man mich mit Lars ansprechen kann.
- 1:12:25SPEAKER_00: Sehr gut.
- 1:12:26SPEAKER_02: Instagram ist Lars Wichert einfach, dein Name?
- 1:12:29SPEAKER_00: La Wicht, glaube ich.
- 1:12:31SPEAKER_00: Lar Wicht.
- 1:12:33SPEAKER_02: Perfekt.
- 1:12:34SPEAKER_02: Sehr gut.
- 1:12:35SPEAKER_02: Dann hast du hoffentlich bald ein paar mehr Follower von unserem.
- 1:12:38SPEAKER_02: Jo, perfekt.
- 1:12:40SPEAKER_00: Dann kann das Profi-Leben doch anfangen.
- 1:12:42SPEAKER_02: Dann kann das Influencer-Leben doch letztendlich loslegen.
- 1:12:45SPEAKER_00: Genau.
- 1:12:46SPEAKER_00: Sehr gut.
- 1:12:47SPEAKER_00: Ja, perfekt.
- 1:12:48SPEAKER_00: Sehr schön.
- 1:12:49SPEAKER_02: Danke dir, Lars.
- 1:12:50SPEAKER_00: Sehr gerne.
- 1:12:51SPEAKER_00: Dann auf eine erfolgreiche Studie.
- 1:12:54SPEAKER_02: Perfekt.
- 1:12:55SPEAKER_02: Macht's gut, Leute.
- 1:12:56SPEAKER_02: Bye, bye.