Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / METABOLISCHE GESUNDHEIT und PERFORMANCE - Fettstoffwechsel optimieren.
Transcript
- 0:01SPEAKER_00: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:04SPEAKER_00: Heute sprechen wir über nüchterne Sessions, wir sprechen über Fasten, wir sprechen generell über das Thema Stoffwechsel optimieren und wie ihr euren Stoffwechsel als Athlet, als Athletin optimieren könnt, um mehr herauszuholen.
- 0:23SPEAKER_00: Einerseits, um mehr aus eurer Leistungsfähigkeit herauszuholen, um aber auch eure Gesundheit langfristig auf ein neues Level zu bringen und langfristig die Zusammenhänge zu verstehen, warum Stoffwechsel so ein wichtiges Thema ist, dass ihr gesundheitlich optimal performen könnt und dass ihr auch viele klassischerweise bezeichnete Zivilisationskrankheiten nicht entwickelt.
- 0:52SPEAKER_00: Ich werde das Thema so ein bisschen so aufbauen, dass ich zuerst über Energiebalance spreche, über Muskelkontraktion, über Energiestoffwechsel im Allgemeinen etwas.
- 1:02SPEAKER_00: Ich werde es probieren, möglichst oberflächlich das ganze Thema zu halten, aber es ist schon ein ziemlicher Brocken immer wissenschaftlich.
- 1:09SPEAKER_00: Danach werde ich so ein bisschen darauf eingehen, welche Erkrankungen auch damit korreliert sind, was auch so ein bisschen passiert, wenn der Energiestoffwechsel nicht mehr ganz so gut funktioniert und danach auch noch, welchen Einfluss das so ein bisschen hätte auf eure Performance und wie ihr das Ganze auch praktisch umsetzen könnt.
- 1:29SPEAKER_00: Ich werde das so ein bisschen übernichterne Sessions sprechen, weil das geht so ein bisschen damit einher, dass man das Ganze versteht.
- 1:35SPEAKER_00: Da auch so den Querschnitt oder den Zusammenhang zwischen Stoffwechsel auf der einen Seite und Hormonhaushalt auf der anderen Seite, was ein wichtiger Aspekt ist diesbezüglich.
- 1:45SPEAKER_00: Und danach werden wir auch nochmal so ein bisschen in die Praxis einsteigen.
- 1:50SPEAKER_00: Das heißt zu sagen, für wen sind wann welche Sessions wirklich sinnvoll?
- 2:01SPEAKER_00: Gut, dann starten wir.
- 2:03SPEAKER_00: Starten wir mit dem Thema Energiebalance.
- 2:07SPEAKER_00: Was ist Energiebalance?
- 2:09SPEAKER_00: Warum ist das wichtig?
- 2:10SPEAKER_00: Was hat das dann für einen Einfluss auf unseren Stoffwechsel?
- 2:14SPEAKER_00: Und was passiert, wenn wir entweder dauerhaft zu viel Energie haben oder wenn wir vielleicht auch dauerhaft zu wenig Energie haben.
- 2:26SPEAKER_00: Generell brauchen wir Energie, um uns zu bewegen und um jegliche Art von Aktivität, aber hohe Zustand zu ermöglichen.
- 2:39SPEAKER_00: Dabei brauchen unsere Muskeln Energie, unser Gehirn braucht Energie, aber auch so gut wie jedes Organsystem.
- 2:48SPEAKER_00: Und das Ding in unserem Körper ist, dass wir chemisch betrachtet eigentlich nur eine einzige Energieform haben, die wir wirklich verwenden können.
- 2:56SPEAKER_00: Also das heißt, wir haben nur eine Währung in unserem Körper.
- 2:59SPEAKER_00: Wir haben nicht irgendwie Dollar Ying Yang, wir haben nicht Dollar, Yang, Euro, sonst was, sondern wir haben einfach nur ATP.
- 3:09SPEAKER_00: Und ATP oder Adenosin-Triphosphat ist in super kleinen Mengen einfach nur vorhanden in unserem Körper.
- 3:18SPEAKER_00: Es ist ein Molekül, was man nicht ganz so einfach speichern kann.
- 3:22SPEAKER_00: Und deswegen müssen wir sehr stark immer recyceln, dieses ATP.
- 3:29SPEAKER_00: Das heißt, unser Körper hat sehr, sehr geringe Mengen, aber er ist unglaublich gut darin, das Ganze zu recyceln und schnell ATP wiederherzustellen.
- 3:41SPEAKER_00: Schnell ATP wieder zu Triphosphat hochzuregulieren.
- 3:46SPEAKER_00: Zum Beispiel, wenn ein ATP zerfällt, wird es dann erstmal zu Adenosin-Difosphat, also Zweiphosphate und dann sogar zu Adenosin-Monophosphat, ein Phosphat.
- 3:55SPEAKER_00: Dann kann es relativ schnell wieder recycelt werden zu Difosphat oder eben zu Triphosphat.
- 4:02SPEAKER_00: Und dafür haben wir diverseste Prozesse und dafür haben wir diverseste Prozesse, die evolutionär betrachtet unser Überleben gesichert haben.
- 4:15SPEAKER_00: Und Energiestoffwechsel ist etwas, was in unseren Zellen, was generell sehr stark mit Überlebensmechanismen verbunden ist.
- 4:27SPEAKER_00: Das heißt, unser Körper mag es nicht so gerne, wenn er merkt, dass Adenosin-Triphosphat schon in geringen Mengen noch weniger vorhanden ist.
- 4:39SPEAKER_00: Das heißt, es gibt diverse Mechanismen, die getriggert werden, wenn wir Adenosin-Difosphat mehr in unserem Körper haben oder wenn wir sogar Adenosin-Monophosphat mehr in unserem Körper haben.
- 4:51SPEAKER_00: Und generell kann man sagen, oder generell benutzen wir zum Recyceln von Adenosin-Triphosphat, Kohlenhydrate oder Fette.
- 5:02SPEAKER_00: Die Sportwissenschaftler unter euch mögen das jetzt, mögen mir das entschuldigen, dass ich jetzt, sage ich mal, noch energiereiche Phosphate nicht mit reinnehme.
- 5:10SPEAKER_00: Aber das finde ich passt nicht so richtig hier in den Podcast mit rein, weil es geht eher so darum, wie Energiebalance in unserem Körper reguliert wird und wie wir das Ganze so für uns umsetzen können und welche Erkrankungen bzw.
- 5:23SPEAKER_00: Performance-Dinge sich daraus auch so ergeben.
- 5:27SPEAKER_00: Wir können auch Proteine umsetzen, um Energie zu gewinnen und um Recycling von ATP zu betreiben.
- 5:33SPEAKER_00: Das ist aber sehr, sehr, sehr aufwendig und das macht unser Körper relativ ungerne.
- 5:38SPEAKER_00: Und generell, wenn man sich so ein bisschen anguckt, wie das Ganze aufgebaut ist, dann kann man sagen, sind Kohlenhydrate unsere sehr, sehr schnellen Energieträger, die wir sehr gut in sehr hohen Intensitäten auf Verstoff wechseln können.
- 5:53SPEAKER_00: Und Fette sind Energieträger, die wir eher so ein bisschen wie ein Dieselmechanismus funktionieren, die ökonomischer verbrannt werden, bei dem wir mehr Sauerstoff brauchen und die nicht so stark anfluten wie Kohlenhydrate.
- 6:07SPEAKER_00: Kohlenhydrate sind also so ein bisschen das Kerosin unter den Energieträgern.
- 6:13SPEAKER_00: Brauchen wir für sehr High-Intensity Sessions zum Beispiel in großen Mengen ausreichend.
- 6:19SPEAKER_00: Und Fette sind eher so das, was man als Diesel, sage ich mal, benutzt.
- 6:25SPEAKER_00: Dabei ist eine Balance entscheidend, ja.
- 6:28SPEAKER_00: Das heißt, wenn, wie gesagt, wir unser Systeme mit zu wenig Energie versorgen, dann kommt unser Körper in Mechanismen, wo er alles runterreguliert.
- 6:40SPEAKER_00: Und dann werden starke Überlebensmechanismen getriggert.
- 6:44SPEAKER_00: Und diese Überlebensmechanismen haben sehr viel mit unserem Hormonhaushalt zu tun.
- 6:49SPEAKER_00: Das heißt, wenn unser Körper sagt, okay, pass auf, wir haben dauerhaft einen Energieunterfluss, ein Energieunterflussproblem, dann werden hier Überlebensmechanismen getriggert und dann werden sehr viele so Mechanismen mit Adrenalin, Stresshormonen, starker Erregungszustand, Erhöhung der Herzfrequenz, Schweisausbrüche, schlechter Schlaf, Sympathikotonus, krasse Aktivierung, also euer ganzes System wird einfach hochreguliert, weil unser Körper in so einen Modus verfällt, wo er sagt: Boah, nee, ich habe einfach nicht genug Energie gerade an Bord, meine Kohlenhydratspeicher sind leer, meine sogenannten Glykogenspeicher und ich kann die Intensität gerade so nicht mehr wirklich aufrechterhalten.
- 7:33SPEAKER_00: Oder auch in eurem Alltag, wenn euer Körper da auch merkt, so, meine Glykogenspeicher sind komplett leer, komplette Entleerung oder sehr starke Entleerung der Glykogenspeicher gehen immer mit so einem sogenannten energiereichen Überlebensmechanismus einher.
- 7:46SPEAKER_00: Und dann fängt euer Körper an, auch Fette umzubauen in Glykogen, einfach um ein gewisses Speichermetabolismus einfach auch aufrechtzuerhalten.
- 7:58SPEAKER_00: Unser Körper kann, wie gesagt, auch Fettverbrennen als Dieselmechanismus, er kann auch auf die Fettverbrennung alleine aufrechterhalten werden.
- 8:06SPEAKER_00: Er kann auch Fette umbauen in Kohlenhydrate, ist relativ aufwendig für unseren Körper, aber es ist auch ein Mechanismus, den wir nutzen können.
- 8:15SPEAKER_00: Und man spricht in unserem Stoffwechsel von Flexibilität.
- 8:21SPEAKER_00: Das heißt, wie gut können wir auf der einen Seite Kohlenhydrate verbrennen zu Fetten?
- 8:27SPEAKER_00: Also wie gut können wir Kohlenhydrate verbren im Vergleich zu unserer Fettoxidation.
- 8:34SPEAKER_00: Und unser Körper ist ein sehr ausgeklügeltes System.
- 8:39SPEAKER_00: Wir haben sehr viele Mechanismen, die darauf bauen, dass wir energiemäßig überleben.
- 8:49SPEAKER_00: Dies bedeutet, wir haben alle eine gute Eigenschaft, sowohl Kohlenhydrate zu verbrennen als auch Fette zu verbrennen.
- 8:58SPEAKER_00: Generell sinkt, wenn der Glykogenspeicherapparat sinkt, wenn wir weniger Glykogen zur Verfügung haben, wenn unsere Kohlenhydratverfügbarkeit sinkt, steigt automatisch die Fettoxidation.
- 9:10SPEAKER_00: Wenn wir ein geringeres Angebot haben an Fette in unserem Körper, steigt automatisch die Fettoxidation.
- 9:16SPEAKER_00: Wenn wir ein geringeres Angebot haben an Kohlenhydraten in unserem Körper, steigt automatisch die Fettoxidation.
- 9:20SPEAKER_00: Wenn wir ein höheres Angebot haben an Kohlenhydraten, das heißt, wenn unsere Glykogenspeicher stark gefüllt sind, wenn wir mehr Kohlenhydrate aufnehmen, wenn wir mehr Zucker aufnehmen, wenn wir mehr Kohlenhydrate essen, sinkt unsere Fettoxidation.
- 9:35SPEAKER_00: Das ist ein ganz normaler, ganz natürlicher Prozess.
- 9:39SPEAKER_00: Und deswegen zum Beispiel misst man im Labor die Fettoxidation, also wie viel Fette du verbrennst, steht in eigentlich einem nüchternen Zustand.
- 9:49SPEAKER_00: Und es ist auch so ein bisschen davon abhängig, wie stark sind so ein bisschen deine Glykogenspeicher entleert.
- 9:54SPEAKER_00: Also eigentlich misst man es so, dass man die Glykogenspeicher so semi-entleert, schon relativ stark, meistens noch eine etwas intensivere Session macht, danach sich sehr fettreicht ernährst und am nächsten Tag geht man dann ins Labor und kontrolliert, wie viel, wie hoch ist dann einfach die Fettoxidation im nüchternen Zustand.
- 10:12SPEAKER_00: Das Problem ist natürlich, dass es eben sehr schwierig ist, das genau zu messen, weil wenn du Glykogenspeicher schon ein bisschen voller sind, sinkt so ein bisschen die Fettoxidation.
- 10:22SPEAKER_00: Wenn du morgens irgendwie einen Snack gegessen hast mit irgendwie Gels oder mit irgendwie vielen Bananen, mit irgendwie mehreren Kohlenhydraten, dann sinkt eben auch die Fettoxidation.
- 10:32SPEAKER_00: Und deswegen ist es nicht ganz so einfach, das so primär zu assessen.
- 10:40SPEAKER_00: Trotzdem ist es so, dass unser Körper sowohl auf Kohlenhydraten gut funktionieren kann, als auch auf Fetten gut funktionieren kann.
- 10:49SPEAKER_00: Wichtig ist aber zu verstehen für dich als Athlet, als Athletin, dass du aufpassen solltest, eben mit Unterversorgung von Kohlenhydraten, mit Unterversorgung im Bereich von sehr niedrigen Energiespeichern.
- 11:01SPEAKER_00: Deswegen, ich würde ganz gerne jetzt erstmal anfangen mit der Unterversorgung von Energie, was viele Athleten, was vor allen Dingen aber auch viele Athletinnen immer wieder betrifft.
- 11:12SPEAKER_00: Und zwar ist Sportler, Sportlerinnen, die häufig einfach in Energiedefizite tappen, also ihre Kohlenhydratspeicher stark entleeren und weiterhin auch intensiv trainieren, tappen in Energiefallen.
- 11:28SPEAKER_00: Und hierdurch droht die Wahrscheinlichkeit sehr schnell, ein relatives Energiedefizit-Syndrom, ein sogenanntes Red S zu entwickeln.
- 11:38SPEAKER_00: Und Red S ist dabei ein Zustand, bei dem eben die Balance aus Energieaufnahme zu Belastung gestört ist.
- 11:47SPEAKER_00: Das heißt, wir haben nicht genug Reserven, wir haben nicht genug Energie, um ausreichend Intensitäten oder die sportliche Belastung zu versorgen.
- 11:56SPEAKER_00: Es ist ein relatives Energiedefizit.
- 11:59SPEAKER_00: Das müsst ihr euch auch nochmal so klar machen.
- 12:01SPEAKER_00: Es ist kein absolutes.
- 12:02SPEAKER_00: Das heißt, auch wenn du normalgewichtig bist, auch wenn du vielleicht sogar leicht zu viel drauf hast, kannst du in ein relatives Energiedefizit tappen.
- 12:12SPEAKER_00: Athleten, Athletinnen, die sehr schnell Gewicht verlieren und das mit hoher sportlicher Intensität koppeln, tappen sehr schnell in diese Falle.
- 12:23SPEAKER_00: Das Problem ist, dass dadurch eine krasse Hormonkaskade aus Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin getriggert wird.
- 12:31SPEAKER_00: Und das ist ein Cocktail, der unser System sehr stark anregt, der auch sehr stark da natürlich so in gewisser Weise zur Leistung führt.
- 12:40SPEAKER_00: Das heißt, du fühlst dich erstmal ziemlich gut.
- 12:43SPEAKER_00: Es ist aber ein Überlebensmodus, der mit sehr, sehr starkem zellulären Stress einhergeht.
- 12:51SPEAKER_00: Zellulärer Stress, was ist das?
- 12:53SPEAKER_00: Zellulärer Stress ist etwas, was unser Körper produziert, um Trainingsanpassungen zu gewährleisten.
- 12:59SPEAKER_00: Das ist etwas, was gut ist, was in akuter Form gut sein kann, um Trainingsanpassungen zu gewährleisten.
- 13:07SPEAKER_00: Das ist das, was dich letztendlich besser macht.
- 13:09SPEAKER_00: Das sind irgendwie Sauerstoffradikale, das sind hohe Laktatwerte, das sind Stoffwechselmetabolite, die alle in deinem Körper entstehen, wenn du dich stark vorausgabst.
- 13:20SPEAKER_00: Chronischer zellulärer Stress ist nicht so gut.
- 13:24SPEAKER_00: Ist vergesellschaftet mit inflammatorischen Erkrankungen, also mit entzündlichen Erkrankungen.
- 13:31SPEAKER_00: Das heißt, mit so einem Zustand, der die ganzen Entzündungsmechanismen in deinem Körper nach oben trimmt.
- 13:37SPEAKER_00: Es ist Verstoffwechsel, das geht einher, auch sogar mit einer negativen Körperkomposition.
- 13:43SPEAKER_00: Das heißt, wenn wir dauerhaft sehr hohen zellulären Stress haben, dann haben wir meistens auch dauerhaft erhöhtes Stresshormon.
- 13:49SPEAKER_00: Das geht eher einher mit einem Anstieg des viszeralen Fettgewebes, also gerade so in der Bauchregion herum.
- 13:56SPEAKER_00: Und dieses Fettgewebe kommt gesundheitlich auch nicht so gut dabei weg.
- 14:01SPEAKER_00: Man sagt immer so, dieses viszerale Fettgewebe ist ein eigenes Organ, medizinisch betrachtet, aber ein Organ, was eben mehr auch diesen Entzündungsstatus weiter fördert.
- 14:14SPEAKER_00: Das heißt, chronischer zellulärer Stress ist nicht so wirklich gut und wollen wir auch nicht so wirklich erreichen.
- 14:21SPEAKER_00: Und wenn du diese Hormonkaskade triggerst, aus der wir gerade gesprochen haben, aus einem relativen Energiedefizit, dann hast du diese Belastung und danach geht dein Körper aber nicht mehr wirklich in einen Erholungszustand, sondern er ist weiterhin in diesem Überlebenszustand und in diesem Überlebensmodus und der geht weiterhin eben mit sehr viel zellulärem Stress einher.
- 14:46SPEAKER_00: Und diese zellulären Stressmechanismen haben unser Überleben gesichert.
- 14:52SPEAKER_00: Aber eben, wenn wir absolute Mangelzustände hatten.
- 14:55SPEAKER_00: Die haben unser Überleben gesichert, wenn wir Hungersnöte hatten.
- 14:59SPEAKER_00: Die haben über unser Überleben gesichert, wenn wir in absoluten Notzuständen waren und jetzt möglichst schnell Energie aufnehmen müssen.
- 15:08SPEAKER_00: Die Folge sind nämlich, dass alle Hormone, die euer System aufbauen, das heißt, die Muskelmasse zum Beispiel aufbauen, das heißt, die euch in einen regenerativen Zustand übersetzen, das heißt, die Hormone, die zum Beispiel auch euer Sexualsystem regulieren, die eure Schilddrüse auch teilweise regulieren, die werden alle dadurch angegriffen und in Mitleidenschaft gezogen.
- 15:34SPEAKER_00: Und wenn man diesen chronischen zellulären Stress aufrechterhält und wenn man chronisch hohe Cortisolwerte aufrechterhält, dann führt es dazu, dass diese Hormonachsen geschädigt werden.
- 15:46SPEAKER_00: Diese Hormonachsen und dabei vor allen Dingen so die Sexualhormonachse, das ist die erste, die meistens angegriffen wird, reagiert sehr sensibel auf chronisch erhöhte Stresswerte und die reagiert auch sehr sensibel auf dieses relative Energiedefizit-Syndrom.
- 16:03SPEAKER_00: Das kann man auch sehr schnell bemerken, gerade als Mann kann man das sehr, sehr schnell bemerken, dass wenn man häufiger mal in so relative Energiedefizitsyndrome tappt, was dann so ein bisschen mit seiner Sexualität passiert.
- 16:19SPEAKER_00: Und wie viel Lust man noch hat, wie gewisse Prozesse auch funktionieren und wie auch so die Libido reguliert ist.
- 16:27SPEAKER_00: Und wenn man häufiger an solche Prozesse tappt, dann führt es relativ schnell dazu, dass man nicht mehr so wirklich eine krasse sexuelle Petenz hat, dass die Libido runtergeht, dass man auch nicht mehr so wirklich sexuell aktiv ist.
- 16:39SPEAKER_00: Und dass man, ja, dass auch vielleicht die Motivation und die gewisse Aggressivität, die man braucht, zum Beispiel auch für Wettkämpfe, dass die einfach auch runtergeht.
- 16:51SPEAKER_00: Frauen merken das meistens ein bisschen später, dann aber verheerender, weil es dann zu Zyklusproblemen kommt und vielleicht mal ein Zyklus sich verlängert, dann vielleicht mal ein Zyklus ganz ausfällt, dann vielleicht auch ein Zyklus über einen längeren Zeitraum ganz ausfällt und er dann einfach auch gar nicht mehr vorhanden ist.
- 17:15SPEAKER_00: Das heißt, Frauen merken es später, aber dann verheerend.
- 17:21SPEAKER_00: Wobei die Männer, muss man auch sagen, sprechen da halt einfach nicht drüber, weil es jetzt auch nicht sowas ist, wo man direkt irgendwie so darauf hingewiesen wird, sondern man merkt einfach nur vielleicht so, okay, gewisse Prozesse funktionieren einfach nicht mehr ganz so gut wie vorher.
- 17:40SPEAKER_00: Meistens sind diese Symptome aber alles nur Vorläufer von Stressfaktoren und von Dingen, wo auch dann andere Stoffwechselprozesse und dabei so vor allen Dingen der Knochenstoffwechsel, der muskuläre Stoffwechsel, einfach gestört wird.
- 17:57SPEAKER_00: Das heißt, es treten deutlich schneller jetzt Verletzungen auf, es treten deutlich schneller Stressfakturen auf, es treten deutlich schneller irgendwie kleine WWchen auf, Muskelverletzungen.
- 18:07SPEAKER_00: Ist alles viel wahrscheinlicher, weil man einfach in diesen pro-inflammatorischen Zustand gefangen ist und in diesem Zustand alle Regenerationsprozesse nicht mehr so wirklich optimal funktionieren und optimal dabei das Ganze so aufgebaut wird.
- 18:23SPEAKER_00: Und dabei hat man dann, ich sag mal so, Frauen, und deswegen, das ist auch häufig bei Frauen festgestellt, von das ganze Thema bei Red S, ist eine typische Triade aus Zyklusstörungen, Stressfaktoren und sehr geringer Muskulatur oder sehr auch geringere Fettmasse.
- 18:39SPEAKER_00: Und das findet man häufig bei vielen Athleten, Athletinnen im mittleren Lebensalter, gerne auch Leichtathletinnen, Läuferinnen, Triathletinnen, Adsportlerinnen und bei Männern dann eben eine sogenannte erektile Dysfunktion, sehr geringer Körperfettanteil und auch teilweise Stressfaktoren.
- 18:58SPEAKER_00: Das sind so typische Dinge.
- 19:00SPEAKER_00: Und wenn das bei euch festgestellt wird, Leute, oder wenn ihr da jetzt auch schon so Anzeichen habt, dann lasst euch bitte helfen, weil diese ganze Kaskade und dieses Ganze wird reguliert von der Hypophyse.
- 19:14SPEAKER_00: Die Hyphyse ist die Hirne-Anhangsdrüse, was eine Struktur ist bei uns, unserem Gehirn, die sehr, sehr stark daran bedingt ist, viel zu regulieren.
- 19:25SPEAKER_00: Und wenn die Hypophyse erstmal so ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen wird, dann dauert das gerne mal 1, 1,5, 2, 3, 4, 5 Jahre, bis das ganze System wieder gut funktioniert und bis hier auch genug Hormone auch wieder produziert und bis es auch wieder eine gute Balance einfach dahergestellt wird.
- 19:44SPEAKER_00: Deswegen, das Thema ist wichtig, das Thema haben auch viele Ärzte nicht so wirklich auf dem Schirm, aber es ist was, was man definitiv daran arbeiten muss.
- 19:54SPEAKER_00: Und wenn ihr dazu Fragen habt, wie gesagt, schreibt das auch gerne in den Podcast oder sonst was oder schreibt mir auf Instagram oder so in der Art, dann kann man da auch irgendwie an die entsprechenden Stellen verweisen oder vielleicht auch einen Plan einfach mal rausgeben, was man so initial, sage ich mal, machen kann.
- 20:12SPEAKER_00: Ich kann dir auch so ein bisschen erzählen, was man da eigentlich so machen kann.
- 20:15SPEAKER_00: Das Wichtigste, wenn du merkst, so bei dir, okay, du hast eine gewisse Unterversorgung mit Energie, dann musst du erstmal aufpassen, tierisch mit der Trainingsintensität.
- 20:25SPEAKER_00: Du solltest eigentlich nur noch Low-Intensity Sessions machen und auch nicht wirklich hoch, also nicht wirklich hohes Volumen.
- 20:29SPEAKER_00: Alles, was länger ist als anderthalb Stunden, solltest du kategorisch eigentlich rauscutten.
- 20:33SPEAKER_00: Dann solltest du darauf achten, dass du ernährungsmäßig gut aufgestellt bist.
- 20:37SPEAKER_00: Gerade auch Veganer, Vegetarier müssen jetzt sehr, sehr stark aufpassen, weil da viele Mikronährstoffe nicht so ganz vorhanden sind, die die Testosteron, Sexualhormonen, Synthese fördern.
- 20:46SPEAKER_00: Dabei musst du halt so ein bisschen darauf achten, dass du genug Energie auch erstmal reinkriegst, dass du eben nicht in diese relativen Energiefallen tappst und dass da auch ein gewisses Umdenken stattfindet.
- 20:56SPEAKER_00: Dann musst du vielleicht auch so ein bisschen an deinem Körperschema arbeiten, gerade als Ausdauer, als Ausdauersportlerin und gucken, dass du vielleicht auch ein gesundes Körperschema hast, also auch psychologisch da vielleicht dran arbeiten, dir nicht mehr so ganz alle Instagram-Posts angucken von vielen Athleten und Athletinnen, die einfach auch ein paar Filter vielleicht da drauflegen oder die sich auch nur ablassen, ablichten lassen, wenn sie halt gerade mal super, super skinny sind und definiert sind.
- 21:23SPEAKER_00: Das sind auch Themen, die sind da auch sehr wichtig.
- 21:27SPEAKER_00: Und dann auch eventuell oder gerade auch, wenn du Probleme hast, geh bei deinen Hausarzt, geh über deinen Gynäkologen, sprich die Zyklusstörung klar an.
- 21:38SPEAKER_00: Du musst dir nicht unbedingt eine Pille dann verschreiben lassen, aber dann mach vielleicht mal einen Termin aus bei deinem Endokrinologen.
- 21:44SPEAKER_00: Eine Pille kann aber auch sinnvoll sein in gewissen Situationen.
- 21:49SPEAKER_00: Einfach auch, um eine Substitution wiederherzustellen.
- 21:53SPEAKER_00: Und auch bei Athleten, die starke Probleme haben mit ihrem Testosteron Stoffwechsel.
- 22:00SPEAKER_00: Kann auch mal eine Substitution sinnvoll sein, wenn sie nicht jetzt im Wettkampfgeschehen unterwegs sind, involviert sind, weil es natürlich dann ein Dopingverfahren ist.
- 22:14SPEAKER_00: Trotzdem kann auch eine Substitution da, sage ich mal, auch sinnvoll sein.
- 22:18SPEAKER_00: Bei Männern auch im mittleren Lebensalter kann das da auch noch sinnvoller sein.
- 22:22SPEAKER_00: Da aber, wie gesagt, geht dann mal zu eurem Endokrinologen, zum Andrologene vielleicht, um das Ganze da auch nochmal so zu besprechen und da auch dann vielleicht nochmal einzusteigen.
- 22:35SPEAKER_00: Supplements kann man auch ein bisschen mit arbeiten, generell ist ganz gut.
- 22:38SPEAKER_00: Magnesium, Boron, Zink, Ashwanganda, ja, das wären auf jeden Fall die Sachen, die man auch benutzen kann.
- 22:47SPEAKER_00: Omega-3-Fettsäuren, um die Synthese da noch ein bisschen zu verbessern und auch Cholesterinreicher sich ein bisschen zu ernähren.
- 22:55SPEAKER_00: Das ist so ein bisschen das Thema bei Veganern, Vegetariern, weil die nicht so viel Cholesterin in ihrer Ernährung haben.
- 23:00SPEAKER_00: Cholesterin ist ein Vorbeurteil so ein bisschen von unserem Sexualstoffwechsel und kann einen positiven Einfluss haben, gerade so auf die Testosteron-Synthese, Hormonsynthese.
- 23:12SPEAKER_00: Okay, gut.
- 23:15SPEAKER_00: Dann gehen wir auf die.
- 23:17SPEAKER_00: Und wie gesagt, da würde ich definitiv keine nüchternen Sessions empfehlen.
- 23:21SPEAKER_00: Und da müsst ihr auch aufpassen, wie gesagt, weil das ist ein relatives Energiedefizit, ja, also relativ.
- 23:26SPEAKER_00: Das heißt, wenn ihr morgens dauerhaft irgendwie unterversorgt seid mit Glykogen, und das passiert relativ häufig, und das passiert auch gerade bei Frauen relativ häufig, dann sind nüchterne Sessions nicht so gut für euch.
- 23:36SPEAKER_00: Ich empfehle zum Beispiel meinen Athletinnen eigentlich keinerlei nüchterne Sessions mehr vor dem Hintergrund, dass es eben nicht so einen geilen Impact hat auf die Sexualhormone, Zyklushormone.
- 23:48SPEAKER_00: Gut, dann gehen wir mal so ein bisschen auf die andere Seite der Stoffwechselstörung.
- 23:55SPEAKER_00: Und zwar gehen wir auf die Seite, die einen Großteil unserer Bevölkerung betrifft.
- 24:00SPEAKER_00: Und das ist so ein bisschen ein Überangebot an Energie.
- 24:05SPEAKER_00: Auf der anderen Seite der Balance findet sich nämlich dann so beginnende metabolische Syndrome, ein Prädiabetes oder dann auch, wenn es mehr wird, ein Diabetes Typ 2.
- 24:16SPEAKER_00: Evolutionär betrachtet, wie gesagt, gab es stets auf der einen Seite Mangelzustände, aber auch Überflusszustände, aber es war eine Balance dazwischen.
- 24:27SPEAKER_00: Nehmen wir aber nun konstant Energie auf und überladen unser System.
- 24:32SPEAKER_00: Das heißt, wir haben gefüllte Glykogenspeicher und gehen dann noch mehr da rein und überladen die dauerhaft und immer mehr und immer mehr, dann führt es dazu, dass wir dann auch in inflammatorische Zustände kommen.
- 24:48SPEAKER_00: Und zwar müsst ihr euch das so vorstellen, dass unsere Muskulatur da so ein bisschen ist wie so ein Lager, wo wir halt Glykogen und wo wir Kohlenhydrate abspeichern können.
- 24:57SPEAKER_00: Und dieses Lager funktioniert gut, wenn es natürlich irgendwie kapazitätsmäßig gut ausgelastet ist.
- 25:08SPEAKER_00: Und irgendwie unsere Lagerarbeiter, die dafür sorgen, dass wir halt irgendwie Energie reinbringen können und dass wir gut Energie speichern können, das ist Insulin.
- 25:18SPEAKER_00: Insulin ist das Hormon, das dazu führt, dass wir Energie abspeichern.
- 25:23SPEAKER_00: Wenn wir hohe Insulinwerte haben, können wir prinzipiell nicht abnehmen, weil Insulin dazu führt, dass wir Energie in unserer Muskulatur einlagern, dass wir Energie abspeichern.
- 25:34SPEAKER_00: Deswegen zum Beispiel fällt es Diabetikern Typ 1 sehr schwer abzunehmen, weil sie sich eben Insulin spritzen und mit Insulin arbeiten.
- 25:44SPEAKER_00: Und Insulin, wie gesagt, ist halt so ein Speichermolekül.
- 25:47SPEAKER_00: Und wenn man ewig mit hohen Insulinwerten häufig agiert, was man bei der Erkrankung zum Beispiel meistens machen muss, fällt es schwer abzunehmen.
- 25:57SPEAKER_00: Weil Insulin eigentlich das anabolste, schrägstrich, aufbauendste Hormon ist, was wir in unserem Körper haben.
- 26:07SPEAKER_00: Da merkt man auch schon wieder, wie wichtig unserem Körper der Energiestoffwechsel ist.
- 26:13SPEAKER_00: Wenn wir Insulin beispielsweise ausschütten, hat das den krassesten Effekt auf unsere Fettoxidation.
- 26:21SPEAKER_00: Haben wir hohe Insulinwerte, haben wir prinzipiell keinerlei Fettoxidation.
- 26:26SPEAKER_00: Und Insulin könnt ihr euch eben so vorstellen, wie die Lagerarbeiter, die die ganze Zeit da rumplitzen.
- 26:31SPEAKER_00: Und wenn Energie ankommt, dann haben wir verschiedene Regale, wo wir das ablegen können und alles funktioniert wunderbar.
- 26:38SPEAKER_00: Und erstmal haben wir vielleicht wenig Lagerarbeiter und jetzt merken wir aber, okay, es wird immer voller und es kommt ganz schön viel gerade an.
- 26:46SPEAKER_00: Dann braucht unser Körper halt mehr Lagerarbeiter, die dann irgendwie daran auch noch arbeiten und das Ganze halt gut verwalten können.
- 26:51SPEAKER_00: Gerade so eben, wenn sehr, sehr viel Energie plötzlich auf einmal einfach anflutet, dann brauchen wir sehr viel Lagerarbeiter.
- 26:58SPEAKER_00: Und irgendwann kommt halt an der Punkt, da hoch.
- 27:03SPEAKER_00: Irgendwann kommt dann halt der Punkt, wo noch mehr Energie anfällt, aber wir können das Ganze nicht mehr gut bewerkstelligen.
- 27:12SPEAKER_00: Und dann sagt unser Körper, okay, dann brauchen wir halt noch mehr Lagerarbeiter.
- 27:14SPEAKER_00: Dann müssen wir Lagerarbeiter holen, die irgendwie noch alles mehr rein stopfen und halt irgendwie noch dickere Lagerarbeiter, die halt dann dafür sorgen, dass wir halt irgendwie noch alles in die Ecken drücken können.
- 27:24SPEAKER_00: Oder eben Lagerarbeiter, die ein bisschen mehr Kraft haben, um das alles nochmal in die Ecken zu drücken.
- 27:27SPEAKER_00: Und es kommen mehr und mehr und mehr und mehr und mehr Lagerarbeiter.
- 27:30SPEAKER_00: Und irgendwann kommt aber der Punkt, wo irgendwie auch die Lagerarbeiter das alles denen zu viel wird und die funktionieren alles nicht mehr so richtig gut.
- 27:38SPEAKER_00: Und dann spricht man davon, dass unsere Insulinsensitivität abnimmt.
- 27:43SPEAKER_00: Das heißt, der Lagerarbeiter, der Einzelne, ist nicht mehr so funktionell.
- 27:48SPEAKER_00: Der funktioniert nicht mehr so gut, der kann jetzt irgendwie nicht mehr alles da so richtig gut reindrücken und der hat auch nicht mehr so richtig viel Lust.
- 27:54SPEAKER_00: Das heißt, Insulinsensitivität sinkt und es fällt trotzdem noch mehr Energie an.
- 28:01SPEAKER_00: Und dann kommt irgendwann der Punkt, wo Insulin einfach gar nicht mehr funktioniert.
- 28:05SPEAKER_00: Das heißt, du kannst noch mehr in der Lagerarbeiter haben, du kannst noch mehr irgendwie einstellen, aber die haben alle keinen Bock mehr.
- 28:10SPEAKER_00: Die wollen nicht mehr und die sind eigentlich auch viel, viel, viel zu sehr überarbeitet.
- 28:14SPEAKER_00: Und dann hört Insulin auf zu wirken und dann entwickeln wir prinzipiell einen Diabetes Typ 2.
- 28:23SPEAKER_00: Diabetes Typ 2 und Diabetes Typ 1 sind aber komplett verschiedene Erkrankungen.
- 28:28SPEAKER_00: Diabetes Typ 1 ist ein Energiemangelsyndrom.
- 28:31SPEAKER_00: Das heißt, Insulin funktioniert per se gar nicht.
- 28:34SPEAKER_00: Und Diabetes Typ 2 ist ein Energieüberfluss-Syndrom.
- 28:38SPEAKER_00: Das heißt, wir haben viel, viel, viel zu viel Energie und deswegen funktioniert Insulin nicht mehr richtig.
- 28:45SPEAKER_00: Problematisch ist aber, dass von der Pharmaindustrie späte Stadien von Diabetes Typ 2 relativ gleich behandelt werden wie Diabetes Typ 1.
- 28:56SPEAKER_00: Das heißt, sie werden beide mit Insulin behandelt.
- 28:58SPEAKER_00: Was definitiv keine gute Option ist.
- 29:01SPEAKER_00: Und wenn ihr euch die Analogie von den Lagerarbeitern vorstellt, dann könnt ihr euch ja auch vorstellen, dass das Ganze einfach nicht mehr so gut funktioniert in der Form.
- 29:11SPEAKER_00: Das heißt, für euch ist es auch wichtig, dass ihr versteht, dass ihr auch Glykogenüberflusszustände vermeiden solltet.
- 29:19SPEAKER_00: Und dass ihr vielleicht auch, wenn ihr es in eurer Menschen seht, die vielleicht nicht ganz so sportlich sind oder auch Menschen, die eben daran arbeiten wollen, dass man auch mit denen daran arbeitet, dass sie nicht ein Überangebot an Energie produzieren.
- 29:37SPEAKER_00: Weil es ist einfach so, dass unsere Muskulatur fungiert einfach wie ein Schwamm für Kohlenhydrate.
- 29:41SPEAKER_00: Sind die Speicher entleert, ist der Speicher leer.
- 29:44SPEAKER_00: Kohlenhydrate werden einfach effizient aufgenommen, das System funktioniert super gut, Insulin funktioniert guter, super gut.
- 29:50SPEAKER_00: Dann aber, wenn es halt immer mehr und immer mehr und immer mehr und immer mehr gesättigt wird, ist der Schwamm einfach irgendwann voll.
- 29:56SPEAKER_00: Und dann drängt einfach diese ganze Flüssigkeit, kann einfach nicht mehr aufgenommen werden.
- 30:00SPEAKER_00: Es geht sich, lagert sich einfach überall ab.
- 30:03SPEAKER_00: Und dann entstehen enorme Stoffwechselprobleme.
- 30:07SPEAKER_00: Und dann entstehen eben solche Sachen wie Diabetes Typ 2 und zum Beispiel auch, dass sich mehr Blutglucose bei uns in der Blutbahn äußert, was zu diversen Problemen führt.
- 30:19SPEAKER_00: Und was wichtig dabei ist, ist, dass wir immer eigentlich auch so aus Longevity-Sicht, also aus möglichst lebenszeit verlängernden Maßnahmen und die Gesundheit zu optimieren, wollen wir eben unser Hormonsystem schützen, wir wollen unsere Blutgefäße schützen und wir wollen dafür sorgen, dass wir einen sehr flexiblen, guten Stoffwechsel haben.
- 30:41SPEAKER_00: Das heißt, wir wollen daran arbeiten, dass wir halt die Flexibilität verbessern.
- 30:47SPEAKER_00: Und wenn ihr jetzt zum Beispiel merkt, dass ihr vielleicht auch mal ein Überangebot habt an Kohlenhydraten oder dass ihr nicht so wirklich gut Kohlenhydrate verstoffwechselt, das ist klassischerweise so der Endomorphe-Athlet.
- 31:00SPEAKER_00: Das heißt, Endomorphe Athleten sind eigentlich so die Athleten, die vielleicht ein bisschen höheren Bauchansatz haben, die ein bisschen kleiner sind, die ein bisschen rundlicheren Typ haben, die ein bisschen rundlicheres Gesicht haben, die meistens ein bisschen kürzer sind von ihren Extremitäten her, wo, wenn man sich die Verteilung aus Rumpf zu Bauch anguckt, wo eigentlich der Becken- und Bauchbereich ein bisschen größer ist wie der Rumpfbereich, wo man klassischerweise keinen V-Shape hat, also keinen sehr, sehr athletischen Shape, sondern wo es eher gleichmäßig ist und eher so eine Apfelform vielleicht auch so ein bisschen vorliegt oder eine smoothere, rundlichere Form.
- 31:42SPEAKER_00: Der Typ reagiert meistens nicht so gut auf Kohlenhydrate.
- 31:47SPEAKER_00: Und der Typ muss meistens auch ein bisschen mehr aufpassen mit einem Überangebot von Energie, weil so klassischerweise, irgendwie im Fitnessstudio, hat man die mal als Softgainer bezeichnet.
- 31:57SPEAKER_00: Das heißt, die Athleten bauen sehr schnell Fettmasse und auch Muskelmasse eigentlich auf.
- 32:03SPEAKER_00: Und bei den Athleten muss man aufpassen, dass man hier, sag ich mal, eher agiert mit energievermeidenden Situationen.
- 32:15SPEAKER_00: Und für die Athleten kann es absolut sinnvoll sein, mehr mit Intermittent Fasting zum Beispiel zu arbeiten.
- 32:22SPEAKER_00: Das heißt, ganz bewusst mal acht Stunden lang nichts zu essen, ganz bewusst mehr daran zu arbeiten, den Stoffwechsel zu resetten, bewusst daran zu arbeiten, auch mal eben in diese energetischen Überlebensmechanismen auch mal reinzutappen.
- 32:36SPEAKER_00: Für die Athleten macht es auch Sinn, auch viel nüchtern zu trainieren, auch viel da einzusteigen und zu sagen, ich mache irgendwie zwei, drei, viermal die Woche nüchtern und gucke, was so ein bisschen passiert und dann mit 30, 45 Minuten Sessions, weil die Athleten sehr schnell auch ihre Kohlenhydratspeicher vollmachen, speichern, weil sie eher ein Überangebot haben, auch aus Anamolenhormonen und weil sie dadurch auch weniger Probleme haben, so mit ihrem Sexualhormon.
- 33:04SPEAKER_00: Das heißt, sehr athletische Athleten oder Athleten, die vielleicht auch ein bisschen schnell Muskelmasse aufbauen, dafür nicht ganz so schnell Fettmasse aufbauen, die dazu tendieren, eher vielleicht ein bisschen zu skinny werden, die haben eher Probleme mit ihren Sexualhormonen.
- 33:26SPEAKER_00: Die müssen daran mehr arbeiten, dass sie vielleicht eben von ihrem Stoffwechsel her gut aufgestellt sind und energiemäßig auch gut aufgestellt sind, genug Energie aufzunehmen.
- 33:35SPEAKER_00: Die Athleten, die vielleicht Softgainer sind, die schnell Gewicht zunehmen, die auch vielleicht schnell eben Fettmasse zunehmen und die auch auf Kohlenhydrate nicht so gut reagieren, die können mehr nüchtern trainieren, die können mehr nüchtern arbeiten und die können mehr auch Intermitted Fasting-Strategien machen, die können auch Low-Carb-Strategien machen.
- 33:56SPEAKER_00: Bei den Athleten kann es auch absolut sinnvoll sein, vielleicht auch mal Low-Carb oder sogar eine Keto-Strategie auszuprobieren und das Ganze dann eben mit Sport zu kombinieren, dann aber auch natürlich mehr Low-Intensity-Sessions.
- 34:08SPEAKER_00: Aber die müssen da nicht ganz so dabei aufpassen.
- 34:11SPEAKER_00: Wichtig ist aber natürlich, dass man eben auch eine Balance findet.
- 34:15SPEAKER_00: Und auch so Athleten, die vielleicht auch eher so ein bisschen zunächst endomorph sind und dann aber irgendwie athletischer werden, ihre Körperkomposition mehr in den Griff kriegen, können dann auch irgendwann auch Probleme bekommen mit ihren Sexualhormonen, wenn sie es einfach übertreiben.
- 34:34SPEAKER_00: Diese Klassifikation ist ja auch stark medizinisch überholt.
- 34:37SPEAKER_00: Ich benutze sie aber trotzdem immer noch relativ gerne so ein bisschen bei meinen Athleten und wir bauen auch ein paar Dinge jetzt so um, weil es schon so ein bisschen andeutet, worin bist du gut als Athlet, worin bist du nicht ganz so gut oder was ist so ein bisschen dein genetisches Risikoprofil, woran man arbeiten kann.
- 34:54SPEAKER_00: Und dabei unterscheidet man so ein bisschen exomorph, skinny Athleten, breite Schultern, lange Extremitäten, lange Finger, sehr dünn, niedriges Körperskelett zu athletischen Athleten, die sehr muskulär sind, V-Shape, langer Rumpf, mittlere Extremitäten, sehr muskulär, starkes Körperskelett zu Endomorphen, die dann eben ein bisschen rundlicher sind, kürzere Extremitäten rundlicher Gesichtsform.
- 35:23SPEAKER_00: Und danach kann man schon ein bisschen was optimieren und danach kann man auch so ein bisschen was gucken, wo können Athleten auch mit ihrem Stoffwechsel das Ganze einfach optimieren.
- 35:34SPEAKER_00: Okay, jetzt habe ich ein bisschen verloren, den Faden verloren.
- 35:36SPEAKER_00: Ich entschuldige mich.
- 35:38SPEAKER_00: Okay, gut, aber ich hoffe, ihr habt das Ganze so ein bisschen verstanden, was ich einfach damit sagen will, dass man jetzt nicht per se sagen kann, okay, pass auf den Athleten, für die Athletinnen sind per se nüchterne Sessions gut oder für den sind sie halt per se nicht so gut.
- 35:52SPEAKER_00: Sondern man muss so ein bisschen herausfinden, für wen sind welche Sessions gut.
- 35:59SPEAKER_00: Was wir immer vermeiden wollen, sind eben Entzündungsprozesse, sind Inflammationen.
- 36:05SPEAKER_00: Die können wir entwickeln, einerseits durch ein Energiemangelsyndrom, durch ein Red S, was auch nichts anderes ist als dann eine Inflamationsreaktion, die dadurch ausgelöst wird, dass wir zu viele Stresshormone haben, dass unser Körper einfach in so einen Dauererregungszustand gebracht wird, weil er einen Energiemangel hat.
- 36:25SPEAKER_00: Das können wir aber auch erreichen, dadurch, dass wir ein Energieüberflusssyndrom haben, dass wir dadurch viel, viel, viel zu viele Anabolehormone haben, dass wir zu viel Insulin ausschütten, dadurch aber auch Cortisol, also Stresshormon, ausschütten, weil wir in unserem Körper einfach in so einen Überfluss befördern.
- 36:44SPEAKER_00: Und das kann auch wiederum zu Problemen führen, weil wir dann auch eine andere, aber auch ähnliche Reaktion haben, gerade so, was unseren Energiestoffwechsel angeht.
- 36:55SPEAKER_00: Und dann gibt es noch so ein bisschen eine Besonderheit, auf die ich auch noch ganz kurz eingehe.
- 37:01SPEAKER_00: Ich denke mal, dazu werde ich nochmal noch einen extra Podcast machen.
- 37:04SPEAKER_00: Und zwar kann man auch ein sogenanntes Skinny-Fat-Syndrom entwickeln.
- 37:09SPEAKER_00: Und Skinny Fat Athletes ist etwas, wenn dieser inflammatorische Zustand in eurem Körper sehr lange erhalten bleibt und ihr immer wieder auch von Energiemangel zu zum Beispiel Energieüberfluss immer wieder hin und her switcht, dann kommt es relativ häufig dazu, dass man so einen präinflammatorischen Zustand gerät und Extremitäten, alles ist sehr, sehr skinny, sehr, sehr definiert, aber gerade so um die Bauchregion herum bildet sich eben so ein starkes Pölsterchen.
- 37:45SPEAKER_00: Und dieses Pölsterchen ist eine Zunahme des viszeralen Fettgewebes.
- 37:52SPEAKER_00: Und dieses viszerale Fettgewebe wollen wir als Athleten, als Athletinnen vor allen Dingen vermeiden, weil es diesen präinflammatorischen Zustand, weil es Inflation mehr und mehr fördert.
- 38:05SPEAKER_00: Und das kann passieren, dass man, obwohl man auch sehr skinny ist, obwohl man auch sehr athletisch ist, es trotzdem zu einer Abnahme der Insulinsensitivität kommt, obwohl die Speicher nicht wirklich gefüllt sind.
- 38:18SPEAKER_00: Und zwar funktioniert Insulin in dem Fall nicht mehr so gut, weil wir einfach diesen Entzündungszustand haben in unserem Körper und weil wir so eine paradoxe Ablagerung haben von Triglyceriden im Bereich des viszeralen Fettgewebes.
- 38:32SPEAKER_00: Das heißt, Athleten sind dann eigentlich schlank, sehr dünn, aber sie lagern besonders um den Bauch herum Fett ein und das erhöht langfristig das Risiko, gerade von stoffwechselbedingungen Erkrankungen, also Typ 2, Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt, Arteriosklerose, sehr, sehr stark.
- 38:52SPEAKER_00: Das heißt zum Beispiel so eine klassische Triade aus Red S auf der einen Seite, danach überladen, viel Hit-Sessions, stark verarbeitete Lebensmittel, qualitativ schlechte Ernährung, schlechte Erholung, andere Stoffe, die man vielleicht noch einnimmt, führt dazu, dass man dieses Skinny-Fett-Syndrom eben entwickeln kann.
- 39:15SPEAKER_00: Und wichtig für die Athleten ist es halt auch vor allen Dingen hier, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
- 39:21SPEAKER_00: Und dann kann es auch für die sinnvoll sein, mehr Energie aufzunehmen, weil sie dadurch langfristig fit und gesunder werden und viel besser aussehen auch.
- 39:31SPEAKER_00: Sie reduzieren das viszerale Fettgeweb, was einen enormen Unterschied ausmacht.
- 39:35SPEAKER_00: Und das ist auch häufig, wenn Athleten halt nicht wirklich zu ihrem Aktivitätsniveau, zu ihrem Body Type, zu ihren individuellen Faktoren sich ernähren und auch eine Struktur finden, die da einfach zu ihnen passt.
- 39:53SPEAKER_00: Top, okay, ich glaube, es war ein guter Abschluss.
- 39:57SPEAKER_00: Ziemlich volle Folge.
- 39:59SPEAKER_00: Stoffwechsel ist etwas, was sehr wichtig ist.
- 40:01SPEAKER_00: Also zusammenfassend, ihr müsst darauf achten, dass ihr eine gute Energiebalance habt, dass ihr eine gute Flexibilität habt eures Stoffwechsels.
- 40:08SPEAKER_00: Das heißt, ihr müsst sowohl Kohlenhydrate gut vor Stoff wechseln, als auch Fette.
- 40:13SPEAKER_00: Und das erreicht ihr dadurch, dass ihr qualitativ hochwertig esst, dass ihr gut darauf achtet, nicht zu viel Energie aufzunehmen, auch nicht zu wenig, euch gut zu ernähren, qualitativ hochwertig, quantitativ aber auch genug, damit ihr nicht in so ein Energiemangelsyndrom rutscht, dann, dass ihr natürlich irgendwie auch Regenerationsmaßnahmen gut genug durchführt, um halt nicht so eine chronische Stressreaktion von eurem Körper da zu triggern.
- 40:41SPEAKER_00: Sehr gut.
- 40:43SPEAKER_00: Wenn euch der Podcast gefallen hat, würde ich mich sehr freuen für einen Daumen hoch.
- 40:46SPEAKER_00: Schreibt mir gerne auch ein bisschen Feedback.
- 40:48SPEAKER_00: Wir freuen uns natürlich auch immer, Feedback auf Apple.
- 40:50SPEAKER_00: Freut mich immer sehr, wenn da auch irgendwie der eine oder andere ein bisschen was zuschreibt.
- 40:54SPEAKER_00: Und ich wünsche euch einen schönen Tag.
- 40:57SPEAKER_00: Macht's gut.
- 40:58SPEAKER_00: Bis dahin.