Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / Krafttraining als Ausdauerathlet - Worauf Du unbedingt achten solltest! mit David Hillmer von BrainBased Movement
Transcript
- 0:03SPEAKER_02: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:09SPEAKER_02: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_02: Golo Wörken.
- 0:11SPEAKER_02: Ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_00: Und mein Name is Dr.
- 0:14SPEAKER_00: Leon Pansala.
- 0:16SPEAKER_00: Ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näherbringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:31SPEAKER_03: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:34SPEAKER_03: In der heutigen Folge spreche ich mit David von David Hilmer von Brain-Based Movement.
- 0:40SPEAKER_03: Und wir sprechen über Athletiktraining, wir sprechen über Krafttraining, wir sprechen über Neuroathletik.
- 0:46SPEAKER_03: Und die Folge ist vor allen Dingen für die Athleten und Athletinnen geeignet, die vielleicht einen Ansatz wählen, der einerseits Ausdauer umfasst, andererseits aber auch Krafttraining, die, sag ich mal, vor allen Dingen daran interessiert sind, auch vielleicht erstmal ihre Fitness auf ein neues Level zu bringen.
- 1:04SPEAKER_03: Es ist jetzt keine ganz spezifische Triathlon-Folge, würde ich sagen, sondern sie betrifft eigentlich eher alle Ausdauerathleten und Athletinnen.
- 1:12SPEAKER_03: Sie betrifft aber auch Athleten, die vielleicht mehr auch aus dem Kraftbereich kommen.
- 1:16SPEAKER_03: Und da auch nochmal, vielleicht wird sich auch nochmal feststellen wollen, ist das Krafttraining, was ich mache, wirklich zielführend?
- 1:23SPEAKER_03: Macht es Sinn, nur tiefe Kniebeugen zu machen?
- 1:26SPEAKER_03: Oder macht es Sinn, vielleicht auch mal andere Übungen zu integrieren?
- 1:29SPEAKER_03: Und ja, ohne weitere Verzögerung, viel Spaß jetzt mit dem Podcast heute.
- 1:33SPEAKER_03: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 1:36SPEAKER_03: Ich habe heute David hier.
- 1:38SPEAKER_03: David war schon einmal bei uns im Podcast, damals zu neuroathletischem Training, glaube ich.
- 1:43SPEAKER_03: Und David ist Sportwissenschaftler, wir haben zusammen studiert an der Spoho und er macht mit seiner Freundin Brain-Based Movement hier in Hamburg die Institution für Neuroathletik, für Weiterbildung in dem Bereich.
- 1:57SPEAKER_03: Und wir wollen heute einfach so ein bisschen nochmal über Krafttraining sprechen.
- 2:01SPEAKER_03: Krafttraining auch vor allen Dingen so für Ausdauerathleten.
- 2:04SPEAKER_03: Und deswegen vielleicht so die erste Frage oder erstmal cool, dass du David da bist, David.
- 2:09SPEAKER_04: Vielen Dank, wie üblich, für die Einladung und schön wieder hier beim Podcast mit dabei zu sein.
- 2:14SPEAKER_03: Cool.
- 2:15SPEAKER_03: Erste Frage.
- 2:17SPEAKER_03: Würdest du sagen, dass Krafttraining wichtig ist für Ausdauerathleten?
- 2:23SPEAKER_04: Einfach nur mit einem Wort zu beantworten, würde ich sagen, ja, Krafttraining ist nicht nur für den Ausdauersportbereich relevant.
- 2:31SPEAKER_04: Allerdings gerade im Ausdauersportbereich ist es ein häufig vergessener Faktor, weil einfach der Aufmerksamkeitsfokus logischerweise eher auf der Ausdauertrainingsbelastung liegt und dementsprechend Krafttrainingsreize in dem Ausmaße, wie es jetzt wahrscheinlich erstmal assoziiert wird.
- 2:46SPEAKER_04: Also Krafttraining an sich, wir müssen irgendwie zusätzliche Lasten bewegen, wie es nämlich häufig im Ausdauerbereich eher seltener der Fall ist.
- 2:53SPEAKER_04: Und da kommen aber viele positive Faktoren mit ins Spiel, die nämlich dazu beitragen, dass auch die Ausdauerleistungsfähigkeit dadurch optimiert wird.
- 3:00SPEAKER_04: Das heißt, Summa Summarum würde ich dazu definitiv sagen, ja, es ist relevant, als Ergänzung mit in das Programm mitzunehmen.
- 3:07SPEAKER_03: Ich weiß, du sagst auch immer, es ist relativ kritisch, einfach nur ein klassisches Programm und Krafttraining durchzuführen.
- 3:15SPEAKER_03: Also ich beispielsweise mache gerade sehr viel klassische, tiefe Kniebeuge und du siehst das sehr häufig, sage ich mal, kritisch und erklär vielleicht einmal, warum.
- 3:28SPEAKER_04: Ja, also spannender Punkt, beziehungsweise du hast jetzt gerade schon direkt zwei Übungen reingeworfen, zu sagen, okay, Kreuzheben und Kniebeugen werden irgendwie absolviert, um unabhängig jetzt von der Sportart, die praktiziert wird.
- 3:39SPEAKER_04: Das ist aber eigentlich schon ein weiterführender, gar nicht so schlechter Ansatz, wirklich auch mal mit Übungen zu kommen, weil vielleicht, wenn wir uns zurückerinnern, im Sportstudium geht es recht zügig erstmal um verschiedene Kraftqualitäten, Kraftfähigkeiten, die thematisiert werden.
- 3:53SPEAKER_04: Und da ist dann recht zügig die Herangehensweise zu sagen, Maximalkrafttraining ist irgendwie für jeden Sportler relevant, es ist die Mutter aller Kraftfähigkeiten, es gibt die Transfereffekte auf die anderen Kraftqualitäten, wenn man jetzt auf einmal von Schnellkraft redet, von Kraftausdauer spricht, sodass die Maximalkraft aber irgendwie das A und O ist, wo jeder nämlich eigentlich zumindest einen bestimmten Anteil seiner Saisonvorbereitung drin trainieren sollte.
- 4:18SPEAKER_04: Und da fand ich es gerade ganz schön, dass du direkt aber mal Kniebeuge und Kreuzheben reingeworfen hast, weil die Sportwissenschaft, die fragt sich meistens gar nicht, ja okay, Moment mal, wenn wir jetzt die Maximalkraft trainieren, ähm, welche Übung greifen wir denn dafür auf?
- 4:31SPEAKER_04: Und es hat sich mittlerweile aber etabliert und da sind wir jetzt bei diesen Übungen, dass wenn man von Maximalkraft spricht in den Sportwissenschaft und von den positiven Anpassungen durch das Maximalkrafttraining, wenn immer die klassischen Übungen nur thematisiert.
- 4:45SPEAKER_04: Das heißt, wir sind wie du bei Kniebeuge, Kreuzheben, wir sind beim Bankdrücken, wir sind beim Schulterdrücken und bei den Klimmzügen unterwegs.
- 4:50SPEAKER_04: Oder auch bekannt als The Big Five Exercises.
- 4:53SPEAKER_04: Und in den Bereichen wird dann auf einmal Maximalkrafttraining gemacht.
- 4:56SPEAKER_04: Und da jetzt zu deiner Frage nämlich auch dem kritisch gegenüberstehen, würde ich einfach mal einen Raum werfen.
- 5:02SPEAKER_04: Warum macht man immer diese Big Five Exercises?
- 5:06SPEAKER_03: Okay, spannend.
- 5:08SPEAKER_03: Ja, ich weiß, was du meinst.
- 5:10SPEAKER_03: So, im Sportstudium muss man ja auch sagen, wird sehr, sehr viel theoretisch behandelt und sehr wenig praktisch.
- 5:20SPEAKER_03: Leider.
- 5:21SPEAKER_03: Also ich weiß, in Biomechanik haben wir sehr viele Abhandlungen gemacht über irgendwelche Vektoren, wo ich immer nur die Hälfte von wirklich gut verstanden habe.
- 5:28SPEAKER_03: Und ich habe mich halt gefragt, okay, what's the point?
- 5:31SPEAKER_03: So ein bisschen.
- 5:33SPEAKER_03: Und wenn du jetzt sagst, okay, diese Big Five, die halt irgendwie so abgerufen werden, warum, also würdest du sagen, dass das nicht ausreicht?
- 5:42SPEAKER_04: Ja, also ich finde, es ist ein guter Startpunkt, mit dem Big Five Exercises zu arbeiten, warum so ein bisschen der Gedankengang von diesen fünf Übungen ist, dass unterschiedliche Bewegungsmuster auch aufgegriffen werden.
- 5:53SPEAKER_04: Das heißt, beim Bankdrücken spricht man vom horizontalen Drücken als Bewegungsmuster eigentlich.
- 5:58SPEAKER_04: Wenn man jetzt den Klimmzug nimmt, hat man ein vertikales Zugmuster, was aufgegriffen wird.
- 6:02SPEAKER_04: Dann haben wir das Schulterdrücken, da sind wir beim vertikalen Druckmuster unterwegs.
- 6:06SPEAKER_04: Wir haben das Kreuzheben, wo man ein hüftdominantes Muster aufgreift und die Kniebeuge, wo man ein kniedominantes Muster aufgreift.
- 6:13SPEAKER_04: Das heißt eigentlich, wenn man von den klassischen Bewegungsmustern spricht, gibt es sechs davon.
- 6:18SPEAKER_04: Eines fehlt nämlich noch und das ist das horizontale Zugmuster, sodass gerne zu den Big Five Exercises noch irgendwie ein vorgebeugtes Rudern oder so aufgegriffen wird.
- 6:26SPEAKER_04: Und das ist erstmal als Aufhänger natürlich gar nicht so schlecht, um nämlich ganzheitlich verschiedene Bewegungsmuster in der Krafttrainingspraxis nämlich auch aufzugreifen.
- 6:35SPEAKER_04: Wenn man jetzt aber noch weiter denkt, also deshalb wie gesagt, ich habe nichts gegen diese Übungen, das ist ein gutes Fundament, aber über den Tellerrand schauen, muss man sich dann die Frage stellen, okay, welches Bewegungsmuster tritt denn in der jeweiligen Sportart überhaupt auf?
- 6:48SPEAKER_04: Sodass man vielleicht dort auch technisch bis hin zu dann Kapazitäten über das Krafttraining auch aufbauen kann.
- 6:54SPEAKER_04: Welche Bewegungen werden denn in der Sportart absolviert?
- 6:56SPEAKER_04: Und wenn wir jetzt Ausdauersport, ist auch erstmal sicherlich die erste Attribution, was ist für wen Ausdauersport jetzt?
- 7:04SPEAKER_04: Also von welchen Disziplinen, von welchen Sportarten sprechen wir denn überhaupt?
- 7:07SPEAKER_04: Und ich glaube, bei dir sind wir recht zügig beim Radfahren, sind wir beim Laufen und wir sind beim Schwimmen unterwegs.
- 7:12SPEAKER_04: Sodass man da natürlich komplett anderes Bewegungsverhalten hat, als jetzt über diese fünf bis sechs Übungen im Krafttrainingsbereich abgedeckt werden.
- 7:21SPEAKER_04: Und dementsprechend ist es eine Ergänzung, aber es ist 0,0 spezifisch auf die Anforderungen, die eigentlich in der Sportart wirken.
- 7:29SPEAKER_03: Was wir ja auch, sag ich mal, so im Ausdauersport auch klassischerweise machen, dass wir auch sagen, wir bereiten jetzt unsere Ausdauerathleten oder Triathleten oder Marathonlage, wie auch immer, nicht nur in der spezifischen Sportart vor, sondern wir sagen zum Beispiel jetzt auch in der Vorbereitungssaison, macht es auch mal Sinn zu rudern?
- 7:45SPEAKER_03: Macht es auch mal Sinn, mehr Skilanglaufmäßig zu machen oder eben auch mehr generell auch im Krafttraining auch zu absolvieren und vielleicht dann auch unspezifisch dazu arbeiten.
- 7:55SPEAKER_03: Aber würdest du es auch sinnvoll finden, sage ich mal dann vielleicht, dass man sagt, okay, unspezifische Basis so, dass man dann erstmal mit diesen Big Five sich auch so ein gewisses Kraftfundament einfach auch schafft?
- 8:06SPEAKER_04: Genau, und das ist der Gedankengang, dass wir thematisieren das gerne mit den Begrifflichkeiten.
- 8:11SPEAKER_04: Es gibt ein allgemeines Krafttraining oder allgemeine Krafttrainingsvorbereitung und dann gibt es aber mit der Zeit auch ein spezifisches Krafttraining, wenn wir nämlich jetzt wirklich an die eigentliche Saison denken und dann irgendwann auch die unmittelbare Wettkampfvorbereitung, sodass dann aus dem allgemeinen Krafttraining mit der Zeit das Ganze auch logischerweise auch spezifiziert werden muss.
- 8:30SPEAKER_04: Wenn ich da aber mal nochmal einen ganz anderen Gedankengang reinwerfe, weil wir sind hier recht zügig schon bei Übungen angekommen, mit der Hypothese, die aufgestellt wird, dass jeder in der Lage ist, diese Übungen überhaupt absolvieren zu können.
- 8:43SPEAKER_04: Das heißt, da die technische Komponente, wir sprechen hier wirklich von komplexen Bewegungsmustern, auch wenn jeder der Meinung ist, dass eine Kniebeuge, Kreuzheben und und und halt fester Bestandteil von jedem sein sollte, haben wir uns nie die Frage gestellt, ist derjenige denn überhaupt in der Lage, technisch sauber diese komplexe Bewegung ausführen zu können?
- 9:02SPEAKER_04: Und eine schöne Metapher, die wir dafür vor allem in der Lehre aufgreifen, ist, wer überprüft überhaupt die Qualität von Bewegung?
- 9:12SPEAKER_04: Und das ist heutzutage, egal ob es Coaches oder Therapeuten sind, das ist wirklich Mangelware.
- 9:16SPEAKER_04: Und die Metapher, die wir da aufgreifen, ist, was machst du, bevor du jetzt beispielsweise, wir sind hier in Hamburg unterwegs und gib den schönen Vaseberg.
- 9:23SPEAKER_04: Wie viel Grad Steigung haben wir beim Vaseberg?
- 9:26SPEAKER_04: Weiß ich nicht.
- 9:26SPEAKER_04: Aber es ist auf jeden Fall, wenn du da runterfährst, dann brauchst du zwei funktionierende Bremsen, sonst kriegst du ein Problem.
- 9:31SPEAKER_04: Das bedeutet, da, bevor wir uns aufs Fahrrad schwingen und einen Vaseberg irgendwie hoch oder runter fahren, dann überprüfen wir erstmal die Funktionstüchtigkeit von dem Fahrrad.
- 9:39SPEAKER_04: Funktionieren die Bremsen?
- 9:41SPEAKER_04: Ist Reifendruck überhaupt gerade gegeben?
- 9:43SPEAKER_04: Funktioniert die Gangschaltung?
- 9:45SPEAKER_04: Habe ich Licht, wenn ich nämlich abends unterwegs bin?
- 9:47SPEAKER_04: Habe ich überhaupt Licht am Fahrrad?
- 9:48SPEAKER_04: Etc.
- 9:49SPEAKER_04: Wir überprüfen die Funktionstüchtigkeit des Fahrrads.
- 9:51SPEAKER_04: Was wird aber im klassischen Krafttrainingsbereich absolviert, kommt rein, sagt, okay, ich bin Ausdauerathlet, ich möchte eine ergänzende Krafttrainingseinheit absolvieren und es wird direkt ein Programm geschrieben, ohne einmal überhaupt sich die Frage gestellt zu haben, kann derjenige dieses Programm überhaupt absolvieren?
- 10:06SPEAKER_04: Wie funktioniert das Bewegungssystem von demjenigen gegenüber, sodass er überhaupt in der Lage ist, genau diese komplexen Bewegungen auszuführen?
- 10:14SPEAKER_04: Und ich glaube, das wird so ein bisschen auch weiterhin leider die, oder leider zum Glück, die Zukunft sein, im Krafttrainingsbereich, wirklich Programme zu schreiben, die für das Individuum geeignet sind und halt nicht pauschal, mach einfach diese sechs Übungen und dann kann ich dir direkt ein Periodisierungsprogramm an den Kopf klatschen, was aber für jeden quasi gleich absolviert wird.
- 10:31SPEAKER_04: Das ist in unseren Augen grob fahrlässig, genauso wie den Vaseberg runterzurasen, ohne funktionierende Bremsen und vielleicht mit ein paar Speichen, die schon rausgebrochen sind.
- 10:41SPEAKER_04: Das könnte böse enden.
- 10:42SPEAKER_03: Ja, voll.
- 10:43SPEAKER_03: Und also was ich da auch, das ist ja auch genauso der Transfer, auch dann wieder, was wir halt auch im Coaching so sehen, dass die Athleten sofort ein Programm kriegen, wo sie halt High-Intensity Sessions drin haben, wo sie Medium-Intensity Sessions drin haben, wo sie Zeitverintervalle zum Beispiel drin haben.
- 10:59SPEAKER_03: Und wir uns auch immer fragen, können die das überhaupt umsetzen?
- 11:03SPEAKER_03: Und dann hast du auch Athleten, die dann so einer Hit-Session zum Beispiel machen, irgendwie auf Teufel komm raus, aber die Umsetzung des Ganzen ist halt mangelhaft.
- 11:12SPEAKER_03: Egal in welchen Bereichen, egal ob es so eine Bewegungsausführung ist, egal ob es so eine Herzfrequenzantwort ist, egal ob es vom Pacing her zum Beispiel ist.
- 11:19SPEAKER_03: Und das, glaube ich, überschneidet sich wahrscheinlich mit dem, was ihr dann einfach auch so seht bei der Ausführung der tiefen Kniebeuge.
- 11:25SPEAKER_04: Definitiv.
- 11:26SPEAKER_04: Und auch im Ausdauersportbereich, weil du jetzt gerade Hit-Varianten angesprochen hast, vielleicht aber auch verschiedene Sprints, die recht zügig in den Trainingsprogrammen wiederzufinden sind, aber das Fundament gar nicht gegeben ist.
- 11:39SPEAKER_04: Also das heißt irgendwie Grundlagenausdauerbereiche 1 und 2, die sicherlich, auch hattest du mal durch die Blume auch häufiger schon angesprochen hast, das ist Mangelware.
- 11:48SPEAKER_04: Und wenn wir uns jetzt aber auch wieder die Frage stellen, okay, was ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt eine lange Ausdauersaison absolvieren zu können, da geht es nicht nur um die Ermüdungswiderstandsfähigkeit, also klassische Definition von Ausdauer, sondern es geht vor allem um die Regenerationsfähigkeit.
- 12:03SPEAKER_04: Und die wird wie trainiert über Grundlagenausdauer.
- 12:07SPEAKER_04: Und auch da, also sehr, sehr schöne Parallele, wo wir im Krafttraining davon sprechen, da fehlt die Grundlage, das Fundament von qualitativ hochwertiger Bewegung und sicherlich im Ausdauerbereich fehlt, dass das Fundament von einer Grundlagenausdauer häufig nicht gegeben ist.
- 12:23SPEAKER_04: Also wir sehen viele Parallelen, genau, woran idealerweise zu arbeiten, beziehungsweise wo wir dran arbeiten sollten mit den Athleten.
- 12:33SPEAKER_03: Wie ist da so, also das, weil das, finde ich, ist ein super spannende Thema, wie ist so deine Wahrnehmung, wenn jetzt Leute zu euch kommen und wie schnell wollen die Fortschritte machen in dem Bereich, wo sie halt irgendwie unterwegs sind?
- 12:47SPEAKER_04: Ja, super unterschiedlich, da unser Klientel besteht sowohl aus Gesundheitsbreitensportlern, Leistungssportlern und Patienten, die wirklich mit Wewehchen und Schmerzen zu uns kommen.
- 12:58SPEAKER_04: Und deshalb sind die Erwartungshaltungen und die Zielsetzungen einfach schon sehr unterschiedlich.
- 13:02SPEAKER_04: Das, was wir aber meistens vor allem im Erstermin bzw.
- 13:05SPEAKER_04: immer im Erstermin machen, ist so ein bisschen Brainwashing.
- 13:08SPEAKER_04: Wir hören uns nämlich erstmal alles an, warum derjenige überhaupt zu uns kommt.
- 13:12SPEAKER_04: Und dann sage ich frech wortwörtlich die folgenden Sätze.
- 13:15SPEAKER_04: All das, was du mir jetzt erzählt hast, probiere ich jetzt wieder zu vergessen, weil ich möchte einfach ganz roh Bewegungen analysieren.
- 13:22SPEAKER_04: Und wir machen Bewegungs-Assessment, wir machen Neuroassessment, um erstmal den Status quo, nämlich unvoreingenommen, einfach zu überprüfen.
- 13:29SPEAKER_04: Und wir sprechen bei Brain-Based Movement immer davon, also wie der Name schon widerspiegelt, wir betrachten Bewegung aus neurozentrierter Perspektive, also die Anforderungen, die auf zentralnervöser Ebene wirken.
- 13:41SPEAKER_04: Aber es geht immer um Bewegung.
- 13:42SPEAKER_04: Das heißt, egal welches Ziel derjenige verfolgt, ob es, ich wiederhole nochmal, Schmerzen reduzieren ist, aber vielleicht auch einfach fitter im Alltag, gesunder, leistungsfähiger zu sein, im Leistungssport präventiv oder rehabilitativ bis hin zu 1-2% noch rauszukitzeln.
- 13:58SPEAKER_04: Wie lösen wir das?
- 13:59SPEAKER_04: Über Bewegung.
- 14:00SPEAKER_04: Und unser erster Aufhänger ist wirklich, wir wollen bewegungseffizienter unterwegs sein, sodass wir nicht immer direkt nur an Trainingsprogramme Vollgas denken, sondern einfach die Ökonomie quasi verbessern, wie der Organismus arbeiten kann, um sich effizienter zu bewegen.
- 14:16SPEAKER_04: Und dementsprechend zu deiner Frage zurück, was ist so die Erwartungshaltung oder wie zügig wollen die dann ein intensives Krafttrainingsprogramm beim Aufhänger jetzt vom Krafttraining absolvieren, wir müssen erstmal gewährleisten, dass derjenige sich effizient bewegt, um überhaupt ein Krafttraining intensiv absolvieren zu können.
- 14:34SPEAKER_04: Und das meine ich mit Brainwashing.
- 14:36SPEAKER_04: Da müssen wir klar kommunizieren und denjenigen abholen, weil wenn er sich wie ein Grobmotoriker bewegt, dann ist es nicht sinnvoll, mit dem ein intensives Krafttrainingsprogramm zu absolvieren.
- 14:45SPEAKER_04: Sondern wir müssen rausfiltern, woran gilt es zu arbeiten und in welchen Mustern ist er schon gut aufgestellt, sodass wir ihn beladen können.
- 14:52SPEAKER_04: Und das ist, glaube ich, die Kunst, auch als Coach wirklich das identifizieren zu können, was beladen werden kann, was aber nicht beladen werden sollte, weil ansonsten wieder Dinge provoziert werden, die wir nicht haben wollen.
- 15:04SPEAKER_03: Okay, also guckt ihr euch, sag ich mal, auf dem Vorhinein, wenn ich es so richtig verstanden habe, erstmal auch an, wo steht derjenige gerade?
- 15:12SPEAKER_03: Und wie ist es dann, wenn du jetzt so jemanden hast, wie du gerade so beschrieben hast, so ein Grobmotoriker, hat der dann meistens auch schon so eine Historie im Fitnessstudio oder ist der dann so ein, also wie kann ich mir das so vorstellen oder wie durchlebt der so seine Sportlichkeit?
- 15:29SPEAKER_04: Ja, da vielleicht dann ein konkretes Beispiel einfach.
- 15:32SPEAKER_04: Wenn jemand zu uns kommt und wir überprüfen erstmal über den Functional Movement Screen, überprüfen wir elementale, grundlegende Bewegungsmuster.
- 15:39SPEAKER_04: Und da geht es nicht um eine spezifische Analyse der aktiven Bewegungskontrolle von irgendwie einem einzelnen Segment, sondern es ist auch da schon wieder ein komplexeres Bewegungsmuster.
- 15:49SPEAKER_04: Und da sind zum Beispiel die ersten beiden Tests als Aufhänger, ist da Shoulder Mobility.
- 15:54SPEAKER_04: Da geht es in Anführungszeichen um die Bewegungskontrolle der gesamten oberen Extremität.
- 15:59SPEAKER_04: Wie weit kannst du beide deine Fäuste hinter dem Rücken zusammenbringen?
- 16:02SPEAKER_04: Und da suchen wir wirklich nach gröbsten Auffälligkeiten.
- 16:05SPEAKER_04: Also nicht, ob jemand super beweglich ist, sondern wir suchen genau das Gegenteil, ob Leute da wirklich grob auffällig sind und dieses Muster nicht hinbekommen, beziehungsweise gegebenenfalls sogar Schmerzen haben.
- 16:14SPEAKER_04: Und was fangen wir mit diesem Testergebnis an?
- 16:17SPEAKER_04: Alle Überkopfbewegungen sind für diese Person temporär gestrichen.
- 16:21SPEAKER_04: Weil, wenn dieses Muster nicht funktioniert, macht es recht wenig Sinn, über Kopf irgendwelche Bewegungen zu absolvieren, weil derjenige wird verdammt gut in Kompensationsbewegungen.
- 16:30SPEAKER_04: Und die treten dann häufig über die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, gesamte Wirbelsäule auf, sodass wir aber durch diesen recht simplen Bewegungsscreen identifizieren können, was machen wir mit dem, beziehungsweise noch krasser formuliert, was dürfen wir nicht mit demjenigen machen.
- 16:45SPEAKER_03: Das ist auch super interessant, finde ich, weil dieses Thema Schonhaltung und dieses Thema Ausgleichbewegung, das finden wir dann auch ganz häufig bei Ausdauerathleten, wo wir dann halt auch sehen, so eigentlich eine symmetrische Bewegung, die aber absolut asymmetrisch vollzogen wird und derjenige hat aber auch nicht das Bewusstsein, dass die Bewegung einfach absolut asymmetrisch ist.
- 17:09SPEAKER_03: Und sie denken, sie sind komplett gerade im Raum, aber bewegen sich halt absolut nicht gerade.
- 17:15SPEAKER_04: Ja, genial.
- 17:16SPEAKER_04: Darf ich da einmal kurz zwischengrätschen?
- 17:18SPEAKER_04: Da ist es nämlich so, ein Leitfaden, den wir probieren, auch von Beginn an unseren Kunden nämlich auch einzupflegen, ist der folgende.
- 17:26SPEAKER_04: Die kommt zu uns und haben eine unbewusste Inkompetenz.
- 17:29SPEAKER_04: Das heißt, sie sind sich dessen gar nicht bewusst, dass der ein oder andere sich nicht gut bewegen kann.
- 17:34SPEAKER_04: Das heißt, was mit Kompetenz oder Inkompetenz gemeint ist, ist die Bewegung an sich.
- 17:39SPEAKER_04: Sie können sich noch nicht kompetent bewegen.
- 17:41SPEAKER_04: Deshalb unbewusste Inkompetenz.
- 17:43SPEAKER_04: Unsere number one Aufgabe ist es, vor allem zu beginnen, demjenigen ein Bewusstsein zu schaffen.
- 17:49SPEAKER_04: Und genau diese Begrifflichkeit hast du gerade aufgegriffen, dass derjenige gar nicht selber spüren und wahrnehmen kann, dass das noch gar nicht gut funktioniert, beziehungsweise dass es nicht gut funktioniert.
- 17:58SPEAKER_04: Und deshalb ist da der nächste Schritt zu sagen, okay, lass uns doch von dieser unbewussten Inkompetenzebene der Bewegung erstmal das Bewusstsein schaffen, sodass derjenige sich bewusst inkompetent bewegt.
- 18:10SPEAKER_04: Also erstmal feststellt, oh, das funktioniert ja gar nicht so reibungslos und ich war mir dessen gar nicht bewusst.
- 18:15SPEAKER_04: Weil jetzt haben wir auf einmal die Möglichkeit, eine Veränderung vorzurufen über das Training, nämlich auf einmal diese Kompetenz wiederherzustellen.
- 18:22SPEAKER_04: Und das heißt, von der unbewussten Inkompetenz geht es in die bewusste Inkompetenz und dann wollen wir natürlich über das Training und über die Begleitung im Training, wollen wir die bewusste Kompetenz quasi erwerben, sodass derjenige nämlich auch für sich selber versteht, oh, ich habe jetzt Übungen zur Hand und kann es selbst umsetzen, um nämlich meine Gesundheit oder meine Bewegung wieder in den Griff zu bekommen, um Schmerzen zu lösen, Verspannungen zu lösen, etc.
- 18:48SPEAKER_04: Eigenverantwortlichkeit, also in dem Kontext zu fördern.
- 18:52SPEAKER_03: Ja, das gerade, was du angesprochen hast, ist, glaube ich, etwas, was viele wissen, die, sag ich mal, aus einem sportlichen Kontext kommen, die auch aus einem anderen Kontext kommen, wo man halt was lernen möchte, dass man zuerst immer eine unbewusste Inkompetenz hat.
- 19:12SPEAKER_03: Und das ist immer ein sehr gefährlicher Bereich, weil man eben sich nicht bewusst ist, dass man absolut nichts drauf hat in einem Bereich.
- 19:20SPEAKER_03: Und das ist aber eben häufig der Bereich, wo man abgeholt wird.
- 19:25SPEAKER_03: Und ich glaube, das ist egal, ob es Kraftsportler sind oder ob es Triathleten sind oder Ausdauersportler, die verlassen auch niemals diesen Bereich der unterbewussten Inkompetenz.
- 19:37SPEAKER_03: Weil sie einfach denken, dass was sie machen, dass es gut ist.
- 19:41SPEAKER_03: Und sie halt auch in einzelnen, so einzelne Schnipsel, die sie aufgreifen, dann halt auch denken, dass es immer so die Wahrheit ist zu vielen Dingen.
- 19:50SPEAKER_03: Und dann eben Leute zu einer bewussten Inkompetenz zu führen, ist, finde ich, eigentlich immer die Königsaufgabe.
- 19:57SPEAKER_03: Und wenn man das halt geschafft hat, dann ist auch das Bewusstsein da, dass man halt was verändern muss, um halt weiterzukommen.
- 20:04SPEAKER_04: Definitiv.
- 20:05SPEAKER_04: Und ich glaube, um das, weil es klingt immer so negativ, oder erstmal die erste Auffassung dann beim Kunden ist, oh mein Gott, ich habe jetzt gerade festgestellt, was nicht so gut bewegungstechnisch gerade funktioniert.
- 20:15SPEAKER_04: Dass wir das in der Psychologie auch bekannt als Reframing, dass wir dem Ganzen einen ganz anderen Rahmen nämlich verpassen, zu sagen, Moment mal, wir haben jetzt Potenziale aufgedeckt, an denen, wenn wir daran arbeiten, du auch keine Plateaus mehr zwangsweise in deinem Training nämlich erreichen musst, sondern diese können einfach durchbrochen werden, weil wir jetzt Lösungen, logischerweise, wenn Dinge festgestellt wurden über Bewegungstests, dann wollen wir auch Lösungen dafür parat haben, um daran zu arbeiten und dann nämlich einen stetigen Fortschritt auch feststellen zu können.
- 20:44SPEAKER_03: Ja, ich glaube, also was ich dabei auch immer sage, ist, dass, ich habe letztens noch einen Podcast aufgenommen, zu scheitern und zu fehlern.
- 20:53SPEAKER_03: Und dass es manchmal gut ist, wenn man einen Fehler erkennt und wenn man auch vielleicht auch erkennt, dass man gescheitert ist, egal in welchem Lebensbereich, egal ob das jetzt im Sport ist, egal ob das akademisch ist, egal ob es in seiner Beziehung ist, wie auch immer, es ist einfach wichtig zu erkennen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass da noch Potenzial ist und dass man in gewisser Weise daran wachsen kann.
- 21:14SPEAKER_03: Und ich glaube, das ist, was das machen so viele Menschen halt nicht, dass sie auch dann bewusst sagen, okay, pass auf, ich bin einfach nur nicht so gut in dem Bereich oder ich habe noch nicht die Kompetenz und ich habe halt Lust, sie aber zu erwerben, sondern dass sie halt eher dann in so eine Arroganz oder so eine Schutzhaltung gehen, wo sie halt sagen, ich weiß schon super viel und dabei sind sie halt eigentlich inkompetent, nur unterbewusst eben.
- 21:38SPEAKER_04: Ja, definitiv.
- 21:39SPEAKER_04: Und ich glaube, deshalb ist Bewusstseinsschaffen auch wirklich der erste Schritt im Coaching-Prozess, unabhängig aus welchem Bereich man kommt.
- 21:46SPEAKER_04: Und wie du gerade schon angesprochen hast, ist auf eigentlich jeden Bereich im Leben sogar zu übertragen.
- 21:50SPEAKER_04: Also bevor wir da ein philosophisches Fass öffnen, bleiben wir vielleicht bei der Thematik, also Krafttraining war der Aufhänger.
- 21:56SPEAKER_04: Und dementsprechend, wenn du davon oder die Frage gestellt hast, Instagram, Insgesamt, wie steht man zu dem Krafttraining, würde ich sagen, bevor wir uns um das Krafttraining kümmern, müssen wir uns erstmal aus sportwissenschaftlicher Sicht die Frage stellen, was sind die konditionellen und koordinativen Fähigkeiten.
- 22:08SPEAKER_04: Es gibt Kraft, Aussichterschnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination.
- 22:11SPEAKER_04: Und was ist das Fundament von diesen fünf Aspekten?
- 22:14SPEAKER_04: Es geht um Beweglichkeit und Koordination, dass sich jemand erstmal nämlich effizient bewegen kann, bevor er sich dann viel bewegen kann.
- 22:20SPEAKER_04: Und das kommt auch aus Amerika vom Functional Movement Systems beispielsweise.
- 22:25SPEAKER_04: Die haben das als Motto, first move well, then move often.
- 22:28SPEAKER_04: Also beweg dich erst gut, damit du dich dann viel auch gut bewegen kannst.
- 22:32SPEAKER_04: Und ich glaube, das sollten wir alle hier als Aufhänger auch in Deutschland definitiv zunutze machen, beziehungsweise halt auch gewissenhaft einfach mal praktizieren als Coaches, als Therapeuten und das weitergeben an unsere Kunden.
- 22:45SPEAKER_04: Weil ich glaube, beziehungsweise ich stelle dir mal da die Frage, was sind da denn die Erwartungshaltungen beispielsweise von deinem Klientel, von deiner Kundschaft?
- 22:53SPEAKER_04: Die kommen meistens nämlich vorbei und sagen, okay, ich möchte meine Ausdauer verbessern und das Erste, was gemacht wird, halt ein intensives Ausdauerprogramm zu schreiben.
- 22:59SPEAKER_04: Beziehungsweise da jetzt die konkrete Frage an dich, wie probierst du das dann zu lösen, wann ist wo, an welchen Inhalten mit demjenigen überhaupt zu arbeiten gilt, beziehungsweise oder bekommt er einfach genau das, was er haben möchte?
- 23:12SPEAKER_03: Ja, natürlich kriegt er genau das, was er haben möchte.
- 23:16SPEAKER_03: Nein, ich glaube, bei uns ist eben, sage ich mal, auch so das medizinische Assessment auch erstmal sehr, sehr wichtig, auch genau zu gucken, wo steht derjenige gesundheitlich, welche Herausforderungen hat er auch gesundheitlich, wie sieht das, sage ich mal, auch so aus vom hormonellen System, von anderen Dingen in seinem Leben.
- 23:34SPEAKER_03: Was kann er auch wirklich leisten, so als Stress, als Trainingsstress?
- 23:38SPEAKER_03: Weil meistens sind viele von unseren Kunden natürlich auch Leute, die erfolgreich sind in vielen Bereichen irgendwie von ihrem Leben und wollen aber sich halt auch diesen athletischen Lebensstil noch erarbeiten, können sich aber nicht vorstellen, das wirklich zu machen, weil sie halt so oft gescheitert sind, weil sie sich halt falsch bewegt haben, weil sie halt falsche Trainingsprogramme eingebaut haben, viel zu viel Hit-Training gemacht haben, ausgebrannt sind.
- 23:56SPEAKER_03: Das war halt nicht vereinbar mit ihrem Leben.
- 23:57SPEAKER_03: Und so kommen ganz, ganz viele Dinge auch irgendwie zusammen, die sich so akkumulieren.
- 24:01SPEAKER_03: Und dann arbeiten wir, wenn wir so ein gewisses Onboarding gemacht haben mit denen.
- 24:06SPEAKER_03: Danach arbeiten wir halt dann schon in der Base, wo wir dann auch die technische Komponente angucken, zum Großteil halt irgendwie online, wo wir halt dann Sachen, sag ich mal, assessen.
- 24:15SPEAKER_03: Aber klar, ich meine, natürlich ist das auch limitiert, sodass wir dann auch nicht sagen können, wir gehen jetzt mit den Leuten ins Krafttraining und machen dann auch mit denen da nochmal genau einen Bewegungsstream.
- 24:24SPEAKER_04: Und ich finde, genau da ist dann der springende Punkt.
- 24:26SPEAKER_04: Du hast jetzt medizinisches Assessment angesprochen.
- 24:28SPEAKER_04: Das heißt, was sind da so Parameter, die ihr zu Beginn erstmal erhebt, um nämlich dann die Weichen auch richtig einzustellen für denjenigen, woran es zu arbeiten gilt.
- 24:37SPEAKER_04: Kannst du da ein, zwei Beispiele nennen oder Fragen, Parameter, die erhoben werden?
- 24:42SPEAKER_03: Ja, klar.
- 24:43SPEAKER_03: Also prinzipiell, woran wir viel arbeiten, ist einerseits so mit Stoffwechseltools.
- 24:48SPEAKER_03: Das heißt, da machen wir zum Beispiel einen Oranglucose-Toleranztest, womit du relativ gut herausfindest, wieso die Stoffwechselsituation im Körper ist.
- 24:56SPEAKER_03: Und darüber kriegen wir schon eine relativ gute Aussage, ist das, sag ich mal, der Blutzuckerwert in Ordnung?
- 25:04SPEAKER_03: Gibt es da irgendwelche Auffälligkeiten, dass der Stoffwechsel total ineffizient ist?
- 25:07SPEAKER_03: Das sind zum Beispiel Sachen, die wir etablieren.
- 25:10SPEAKER_03: Jetzt bauen wir halt noch zwei Fragebögen ein, die gerade so das hormonelle Assessment mit aufnehmen, also auch zu gucken, wie ist so der Schlaf, wie ist so das sexuelle Verhalten, wie ist so die Schilddrüsenfunktion.
- 25:22SPEAKER_03: Das sind alles Dinge, wenn du halt ein bisschen suchst, dann findest du halt relativ gute Fragebögen, den du halt deinen Athleten auch mit an die Hand geben kannst.
- 25:29SPEAKER_03: Wie ist der Zyklus bei Frauen?
- 25:30SPEAKER_03: Das sind alles Dinge, die da, sag ich mal, noch mit eine Rolle spielen.
- 25:34SPEAKER_03: Und dann, sag ich mal, im dritten Schritt geben wir denen halt auch noch Blutwerte mit an die Hand, die sie halt bitte einmal bei ihrem Hausarzt zum Beispiel kontrollieren lassen, sodass wir da einfach auch die großen Auffälligkeiten uns angucken, wie es Vitamin B12, wie ist Eisen, wie sind die ganzen Dinge letztendlich da aufgestellt.
- 25:50SPEAKER_03: Genau, und das sind eigentlich so, sag ich mal, das medizinische Assessment, was wir eigentlich zum Großteil mit den Leuten machen.
- 25:55SPEAKER_04: Ja, genial.
- 25:56SPEAKER_04: Und da ist nämlich jetzt dann der springende Punkt, zu sagen, okay, mit jedem einzelnen Test, der in der Praxis aufgegriffen wird, in diesem medizinischen Assessment, wie verändert sich dadurch jetzt das weitere Prozedere in der Betreuung?
- 26:09SPEAKER_04: Das heißt, welche Programme werden an die Hand gegeben, beziehungsweise du hast jetzt gerade auch davon gesprochen, dass zu Beginn dann vielleicht einzelne Laborparameter, Blutwerte auch noch aufgegriffen werden.
- 26:20SPEAKER_04: Ich weiß nicht, ob da dann die Herangehensweise ist, beispielsweise zu sagen, okay, es wird über eine zusätzliche ergänzende Supplementation gearbeitet oder bei bestimmten Auffälligkeiten der Hormonparameter, dass dann in bestimmten Intensitätsbereichen des Ausdauertrainings zunächst erstmal trainiert werden muss.
- 26:37SPEAKER_04: Das heißt, ich glaube, der springende Punkt ist da einmal, wir wollen nicht nur testen, nur der Testung wägen, sodass wir irgendwelche Parameter haben und am Ende verschwinden die in irgendeiner Schublade, sondern wir wollen uns die Frage stellen, stiftet oder trägt dieser Test dazu bei, dass sich irgendetwas in der Betreuung des Kundens auch wirklich verändert?
- 26:55SPEAKER_04: Und wenn das der Fall ist, dann hat der Test definitiv seine Berechtigung, weil wir auf einmal darüber nämlich auch die Betreuung individualisieren können.
- 27:04SPEAKER_03: Ja.
- 27:04SPEAKER_03: Sorry, Wimmer hat sich gerade übergeben, ich kann es ja sagen.
- 27:09SPEAKER_03: Ja, ich habe leider, muss ich sagen, deswegen auch nur 20% wirklich mitbekommen, weil sie mir sonst, glaube ich, hier einmal schön auf den Tempel gekümbelt hätte.
- 27:18SPEAKER_03: Ja, wie gesagt, mir wird nichts geschnitten.
- 27:22SPEAKER_03: Aber was ich so ein bisschen rausgehört habe, ist, dass du dann auch gesagt hast, dass wir über die Tests natürlich auch erstmal das Bewusstsein schaffen bei demjenigen, dass man was halt verändern muss.
- 27:31SPEAKER_04: Genau, Bewusstsein schaffen, definitiv.
- 27:33SPEAKER_04: Und vor allem, was du gerade angesprochen hast, derjenige ist sich meistens darüber dann auch wieder nicht bewusst, dass bestimmte Parameter vielleicht gerade voll im Keller sind.
- 27:42SPEAKER_04: So, und dann ist aber, und das ist logischerweise dann die Expertise, dann auch von dir mit der Schnittstelle aus Sportwissenschaften, aber auch der Medizin, zu sagen, okay, wie sind denn diese Parameter überhaupt in den Griff zu bekommen?
- 27:52SPEAKER_04: Sodass dann vielleicht seine Traumvorstellung war, cool, ich möchte mich, jetzt Leistungssportler, Triathlon möchte sich auf Hawaii vorbereiten, aber die Parameter schreien gerade danach, nein, du solltest alles andere machen, als jetzt ein intensives Trainingsprogramm zu fahren für deine Vorbereitung auf Hawaii.
- 28:09SPEAKER_04: Und das ist, glaube ich, der springende Punkt.
- 28:10SPEAKER_04: Wo können wir dann ansetzen?
- 28:12SPEAKER_04: Welche Parameter führen zu welchen Entscheidungen der Betreuung?
- 28:15SPEAKER_03: Das ist gerade ein super, super wertvoller Punkt, ehrlich gesagt.
- 28:19SPEAKER_03: Weil so viele Athleten sich, sag ich mal, auch so bei uns vorstellen, die absolut die Basis halt nicht mitbringen.
- 28:26SPEAKER_03: Das heißt, sie haben ein Leben, was im Moment absolut stressig ist in ganz, ganz, ganz vielen Bereichen.
- 28:33SPEAKER_03: Und sie wollen aber möglichst Vollgas geben im Sport.
- 28:37SPEAKER_03: Sie sagen halt, ich muss jede Woche 13, 14, 15 Stunden trainieren, weil ich sonst halt einfach nicht erfolgreich bin.
- 28:43SPEAKER_03: Und dann guckst du das Trainingsbaartagebuch an und dann fällt dir schon direkt auf, dass die Trainingsleistung absolut inhomogen ist.
- 28:51SPEAKER_03: Das heißt, du hast dann Wochen, wo du dann 14, 15 Stunden hast und dann hast du eine Woche oder zwei Wochen, wo du auf einmal nur noch gar keine Stunden hast oder zwei, drei, vier, fünf Stunden, weil sie jetzt sagen, ich bin krank geworden, ich konnte es halt einfach nicht umsetzen, mir ging es mental nicht so richtig gut.
- 29:05SPEAKER_03: Ich hatte Wehwehchen, ich hatte Schmerzen, ich hatte vom Bewegungsapparat Probleme.
- 29:09SPEAKER_03: Und dann musst du diesen Athleten an die Hand nehmen und musst ihnen ganz klar zeigen, pass auf, bei dir ist jetzt einfach der größte Hebel, nicht mehr Training zu machen, sondern weniger Training zu machen, sondern ein Programm mit dir zu machen, was du einfach absolvieren kannst, was dich aber voranbringt und was halt vielleicht auch erstmal die gesundheitlichen Fragestellungen beantwortet.
- 29:29SPEAKER_03: Weil ganz viele von den Athleten waren beim Arzt.
- 29:32SPEAKER_03: Klar, der Arzt hat ihnen dann gesagt, hören Sie auf mit Sport.
- 29:35SPEAKER_03: Aber das ist keine Option.
- 29:37SPEAKER_03: Und das ist eben das, was auch so viele Ärzte dann halt nicht verstehen, dass sie halt den Leuten keinen guten Dienst auch tun, wenn sie halt nur sagen, okay, geh halt wieder nach Hause.
- 29:46SPEAKER_03: That's it.
- 29:47SPEAKER_04: Man muss definitiv neue Lösungen präsentieren, die dann aber dazu beitragen, manchmal ist weniger mehr, sodass effizienter trainiert werden kann, obwohl vielleicht der zeitliche Umfang dadurch gar nicht nach oben geschraubt wird oder zwangsweise immer die Intensität, das Volumen etc., gerade in den Ausdauersportarten, einfach nur nach oben geschraubt werden muss.
- 30:05SPEAKER_04: Und ich glaube, wenn wir das halt gewährleisten können als Ansprechpartner im Gesundheit- und Leistungssportbereich, dann macht man erst einen richtig guten Job.
- 30:13SPEAKER_04: Aber wie gesagt, es startet bei dieser Bewusstwerdung und der Aufklärung.
- 30:17SPEAKER_04: Und ich glaube nicht nur beim Kunden, sondern da wir sehr, sehr viel in der Lehre tätig sind, auch bei Coaches und Therapeuten, dass die auf dem Schirm haben, sie sind da der passende Ansprechpartner für und müssen das aber auch klar an den Kunden kommunizieren.
- 30:30SPEAKER_04: Weil ansonsten spreche ich immer frech davon, wenn derjenige schon weiß, was er für ein Programm bekommen möchte bei mir, weil er sagt, okay, ich möchte meine Kraftwerte verbessern, ich möchte meine Ausdauerleistungsfähigkeit verbessern und und dann stelle ich immer die Gegenfrage, warum hast du das nicht bei Google eingegeben?
- 30:45SPEAKER_04: Weil wenn du bei Google einfach eingibst, wahrscheinlich auch Hawaii-Triathlon-Vorbereitung, dann wirst du genügend Trainingspläne finden.
- 30:52SPEAKER_04: Aber warum ist derjenige bei dir dann trotzdem?
- 30:55SPEAKER_04: Und da geht es genau darum, erstmal zu identifizieren, okay, woran gilt es, bei demjenigen zu arbeiten, dass er nämlich irgendwann vielleicht in der Lage ist, genau solche Trainingspläne auch absolvieren zu können, ohne dabei drauf zu gehen.
- 31:08SPEAKER_04: Nämlich wortwörtlich einfach nur gegen die Wand zu laufen, sich gegen die Wand zu fahren.
- 31:12SPEAKER_04: Und das ist, glaube ich, unsere Expertise.
- 31:14SPEAKER_04: Und da müssten wir alle noch immer einen besseren Job machen.
- 31:17SPEAKER_03: Ja, das ist halt total Goldwert, was du gerade sagst.
- 31:21SPEAKER_03: Genau dieses so, du gibst halt einfach einen bei Google, Iron Man Hawaii, Janfrodino Plan.
- 31:27SPEAKER_03: Klar, du findest halt was und dann gibt es immer die Leute, die sagen, okay, ich setze den halt einfach eins zu eins um und mach alles genauso, wie es da drin steht, dann bin ich der beste Athlet der Welt.
- 31:35SPEAKER_03: Nee, nee.
- 31:36SPEAKER_03: Du wirst dramatisch gegen die Wand fallen, das wird sich ja mal gar nichts verändern.
- 31:39SPEAKER_04: Und genau das Gleiche ist jetzt nochmal aufs Krafttraining bezogen.
- 31:42SPEAKER_04: Du gibst das ein, was findest du?
- 31:44SPEAKER_04: Du kriegst die Big Five Exercises, beziehungsweise noch nicht mal immer das, sondern, keine Ahnung, manchmal auch nur Kniebeuge und Kreuzheben halt.
- 31:51SPEAKER_04: Und dann schaut der ein oder andere ein bisschen über den Tellerrand und sagt, okay, aus dem Big Five Exercises machen wir die Six Big Exercises, wohl halt dieses horizontale Ruder noch dabei ist.
- 32:01SPEAKER_04: Aber es ist immer noch fern von der eigentlichen Bewegung, dem Bewegungsverhalten, wie es im Alltag auftritt, geschweige denn im Sport auftritt.
- 32:09SPEAKER_04: Und da müssen wir einfach auch im Krafttrainingsbereich so weiter über den Tellerrand schauen, okay, wie kann man dem Ganzen das Ganze annähern?
- 32:16SPEAKER_04: Und gerade wenn wir jetzt bei den Leichtathletik-Disziplinen unterwegs sind, machen es beispielsweise die Sprinter, und ich hoffe, dass einfach im Ausdauerbereich dort sich mehr an den Sprintern noch orientiert wird, sich mehr die Scheibe von abgeschnitten wird, zu sagen, wie sehen so Warm-up-Programme von Sprintern aus?
- 32:32SPEAKER_04: Was machen die dafür?
- 32:34SPEAKER_04: Laufmotorik, also Motorikläufe, Laufmotorikläufe, Lauf ABC.
- 32:38SPEAKER_04: Aber das in Perfektion, das ist unglaublich.
- 32:42SPEAKER_04: Und dass auch da gibt es noch mehr Möglichkeiten, das Ganze vorwärts zu absolvieren, rückwärts zu absolvieren, aufwärts, abwärts, seitlich.
- 32:49SPEAKER_04: Also bei Sprintern funktioniert gefühlt immer alles nur linear.
- 32:52SPEAKER_04: Alles immer nur geradlinig nach vorne ausgerichtet.
- 32:55SPEAKER_04: Was ist aber, wenn wir denjenigen beibringen, schneller rückwärts zu laufen?
- 32:58SPEAKER_04: Ja, wir wissen, dass in seiner Sportart, jetzt beim 100 Meter Sprint, 60 Meter Sprint, 200, was auch immer, es geht primär um einen geradlinigen Sprint vorwärts.
- 33:07SPEAKER_04: Inwieweit werden aber jetzt hier diese Motorikläufe im Ausdauersport wieder aufgegriffen?
- 33:12SPEAKER_04: Also jetzt nur aufs Laufen bezogen.
- 33:14SPEAKER_04: Recht wenig, beziehungsweise vielleicht am Anfang so ein bisschen integriert, aber es wird eher so als Alibimäßig ein bisschen anders aufwärmen, als einfach nur ein paar Schritte zu laufen, bevor man dann nämlich wieder ans Pacing denkt.
- 33:27SPEAKER_04: Und ich glaube, also wir haben unmenschlich viele Möglichkeiten dort, die Effizienz zu verbessern, indem wir eine Vielfalt im Training fördern.
- 33:38SPEAKER_04: Und halt gerade im Ausdauerbereich nicht nur denken an beim Schwimmen, sprengen wir vom Kacheln zählen.
- 33:43SPEAKER_04: Ich weiß nicht, welche Metaphern ihr dafür aufgreift.
- 33:45SPEAKER_04: Also einfach nur Kacheln zählen, beim Laufen geht es um Kilometer zählen.
- 33:49SPEAKER_04: Und wie es beim Radfahren?
- 33:51SPEAKER_04: Auch Kilometer zählen?
- 33:52SPEAKER_03: Ja, auch Kilometer machen.
- 33:53SPEAKER_03: Gerade beim Radfahren ist ja dieses so Hauptsache Volumen, Volumen, Volumen.
- 33:56SPEAKER_03: Als Profi musst du mindestens eine 30.000 Kilometer im Jahr fahren, sonst ist es halt.
- 34:00SPEAKER_04: Und da einfach nur die Vorstellung, stell mal vor, du bewegst dich ein, zwei Prozente besser.
- 34:05SPEAKER_04: Was das für weitere Anpassungen dann aber mit sich bringen kann, wenn du solche Volumina nämlich fährst.
- 34:11SPEAKER_04: Und ja, da muss ein Umdenken passieren.
- 34:14SPEAKER_03: Ja, und ich finde auch im Ausdauersport, wenn du die halt anguckst, so gerade auch vielleicht, zum Beispiel, Jan Ulrich ist so ein typisches Beispiel, finde ich immer, der so aus dieser DDR-Sportfördergruppe halt irgendwie gekommen ist, die mega multisportiv war.
- 34:30SPEAKER_03: Also die haben sich in super vielen Bereichen entwickelt und haben zum Beispiel zuerst Skilanglauf gemacht, Eisschnelllauf, Kunstturen, alles ganz, ganz viele verschiedene Bewegungen, bevor die sich halt erst wirklich spezialisiert haben, so mit 15, 16, 17, 18.
- 34:45SPEAKER_03: Und dann haben die dann das Volumen draufgegeben und dann haben die den Umfang gemacht und sind dann irgendwie ihre 30.000, 35.000 Kilometer jedes Jahr gefahren auf dem Fahrrad.
- 34:53SPEAKER_03: Ja, fein.
- 34:54SPEAKER_03: Aber die hatten einfach diese ganze Grundlage und dieses ganze, ich sag mal, Verständnis von Sport und Bewegung vorher, was ihnen, glaube ich, einfach so krass geholfen hat.
- 35:03SPEAKER_04: Definitiv, da schießt mir direkt zwei Gedankengänge durch den Kopf.
- 35:06SPEAKER_04: Nummer eins, polisportive Ausbildung, hatte ich lustigerweise bei einer Weiterbildung vom DUSB beim olympischen Gewichtheben.
- 35:15SPEAKER_04: Es ist verpflichtend, ich hoffe, das ist immer noch so, ist es verpflichtend, dass man bis zu einem gewissen Alter nicht nur olympisches Gewichtheben praktiziert, sondern noch eine ergänzende Sportart ebenfalls mit aufgreift.
- 35:26SPEAKER_04: Sodass nämlich genau dieser Gedanke von mehr Bewegungen kennenlernen, polisportiv ausgebildet werden, um nämlich dann langfristig im Karriereverlauf der spezifischen Sportart festzustellen, der hat weniger Verletzungen und er praktiziert diesen Sport dadurch auch länger.
- 35:42SPEAKER_04: Das heißt, ein Riesenpluspunkt, warum es so wertvoll ist, polisportiv aufgestellt zu sein, gerade im Kindes-Jugendalter.
- 35:49SPEAKER_04: Und der zweite Aspekt ist natürlich unser Aufhänger, wenn es um Neuroplastizität geht, was wir über Bewegung für Aktivierungen auf zentralnervöser Ebene fördern können, das ist immens.
- 35:59SPEAKER_04: Und da ist es verdammt wichtig, eines der größten Stichwörter ist halt Bewegungsvielfalt zu fördern.
- 36:04SPEAKER_04: Und es gibt, glaube ich, nichts Einfacheres als eine Bewegungsvielfalt zu fördern, wenn jemand mehrere Sportarten absolviert und nicht nur eine stupide, immer nur geradlinig, geradeaus.
- 36:13SPEAKER_03: Ja, okay, cool.
- 36:15SPEAKER_03: Ich sag mal, wie würdest du denn jetzt so für, nehmen wir mal einen Triathleten jetzt zum Beispiel, wie würdest du den kraftmäßig, was würdest du als einen guten Plan für den ansehen, wenn der jetzt sagen will, er will halt irgendwie das verbessern, sein Kraftniveau vielleicht verbessern und möchte auch spezifisch daran langfristig arbeiten?
- 36:35SPEAKER_04: Jawohl, zuerst würde ich, genau wie wir eingangs davon gesprochen haben, ein allgemeines Krafttrainingsprogramm oder ein allgemeines ergänzendes Programm demjenigen an die Hand geben.
- 36:44SPEAKER_04: Und das startet erstmal wieder mit dem Bewegungsassessment.
- 36:46SPEAKER_04: Zu schauen, okay, wie gut kannst du dich jetzt bezogen auf Koordination und Beweglichkeit, wie gut bist du da bei grundlegenden Bewegungen aufgestellt, bevor derjenige überhaupt irgendein Krafttrainingsprogramm an die Hand bekommt.
- 36:58SPEAKER_04: Sodass nämlich dort das Minimum oder wir sprechen von körperlichen Mindestanforderungen dieser Bewegungen, dass die erstmal gegeben sind, um dann darüber nachzudenken, okay, was kann ich jetzt auch schwerer beladen, um erstmal dieses Fundament aufzubauen.
- 37:13SPEAKER_04: Das heißt, das wäre eiskalt, der Startpunkt, nicht von der Spezifität, sondern von allgemeinen Bewegungsmustern erstmal zu sprechen.
- 37:20SPEAKER_04: Und dann, nachdem natürlich diese grundlegenden Inhalte aber auch abgedeckt sind, dass man zweierlei Wege fährt, nämlich einmal das allgemeine Krafttraining, um genau in verschiedenen klassischen Bewegungsmustern, die im Krafttrainingsraum nämlich auch aufgegriffen werden, dass diese beladen werden können.
- 37:36SPEAKER_04: Zunächst auch erstmal Einsteinsprogramme, wo es nämlich auch weiterhin um unter leichten Lasten gegen neue Bewegungsmuster, also koordinative Anforderungen, diese Lasten bewegen zu können, bevor wir dann auch darüber nachdenken, eine Periodisierung zu fahren, um denen an höhere Lasten zu gewöhnen.
- 37:54SPEAKER_04: Auch wenn häufig davon gesprochen wird, wir müssen recht zügig zum Maximalkrafttraining irgendwie kommen.
- 37:58SPEAKER_04: Ja, bereite jemand erstmal auf dieses Maximalkrafttraining auch vor, wenn er komplett neue Bewegungen ausführen soll, die er vielleicht vorher noch nie kennengelernt hat.
- 38:07SPEAKER_04: Das wäre eine Schiene.
- 38:09SPEAKER_04: Die zweite Schiene ist aber dann die Spezifität, zu sagen, okay, in der Sportart und ich kenne mich jetzt weniger im Schwimmen und im Radfahren aus, deshalb nehme ich mal den Aufhänger eher das Laufen.
- 38:18SPEAKER_04: Denken wir an die koordinativen Anforderungen, die im Laufen auftreten, die Anforderungen, die auf die einzelnen Gelenke und die Bewegungsmuster beim Laufen wirken.
- 38:26SPEAKER_04: Wie können diese noch beladen werden?
- 38:28SPEAKER_04: Sodass man halt nicht nur sagt, ich arbeite mit verschiedenen Geschwindigkeiten, sondern auch mit zusätzlichen Widerständen und Lasten.
- 38:34SPEAKER_04: Und da kommt dann ebenfalls eher aus dem klassischen Athletiktraining mehr multidirektionales Schnelligkeitstraining beispielsweise als Stichwort mit ins Spiel.
- 38:43SPEAKER_04: Aber auch vor der Schnelligkeit kommt erstmal wieder die Koordination und die Bewegung an sich erstmal aufs Programm.
- 38:49SPEAKER_04: Das bedeutet hier, vorbereitend in der Laufmotorik geht es dann um Shinruns, um Ankle Runs, um Knee Runs, es geht um Pogo, es geht um Popflow-Skip.
- 38:58SPEAKER_04: Also verschiedene Bewegungsskills, die wir alle dafür nutzen, um die Technik des Laufens zu verbessern.
- 39:04SPEAKER_04: Und dann kommt wieder ein Zugwiderstandslauf, Schlittenläufe, Fallschirmläufe etc.
- 39:09SPEAKER_04: All das kommt dazu, um aber das klassische Bewegungsmuster des Laufens nämlich oder des Gangmusters, nämlich zu überladen.
- 39:17SPEAKER_04: Und das ist halt grandios für eine Technikschulung, wo wir dann sehen, dass bei einer längeren Ausdauerbelastung derjenige sich auf einmal effizienter, technisch sauberer bewegen kann.
- 39:26SPEAKER_04: Und das wäre die Kopplung aus, wie gesagt, allgemeinem Krafttraining oder Vorbereitung auf ein Krafttraining im Gym.
- 39:33SPEAKER_04: Und das zweite ist immer Field.
- 39:35SPEAKER_04: Das Ganze kommt aus dem Athletiktraining von Exos.
- 39:37SPEAKER_04: Da gibt es dann halt Gym-based und Field-Based-Übungen, die aufgegriffen werden.
- 39:41SPEAKER_04: Das eine im Kraftraum und das andere draußen auf dem Feld.
- 39:44SPEAKER_03: Ja, okay, cool.
- 39:46SPEAKER_03: Und ich sag mal, würde man das auch parallel fahren, sage ich mal, dann jetzt irgendwie Gym-Based und draußen-based?
- 39:52SPEAKER_03: Oder ist es eher so, dass man sagt, okay, jetzt ist erstmal Gym-based als Fokus dran und danach machen wir mehr Field-Based?
- 39:58SPEAKER_04: Genau, also gerade Gym-Based, weil es halt ferner von den natürlichen Bewegungsmustern in den einzelnen Sportarten ist, ist es meistens in der Off-Season erstmal geplant, so ein bisschen als dann in klassisch sportwissenschaftlicher Sicht.
- 40:10SPEAKER_04: Wir wollen erstmal grundlegende Kapazitäten aufbauen, um davon dann langfristig bei der Spezifität von Bewegungsmustern in der Sportart zu profitieren.
- 40:19SPEAKER_04: Das heißt, in der Off-Season wird meistens mehr Gym-based aufgegriffen, um aber einen Transfer auf die benötigsten Muster in der Sportart gewährleisten zu können, muss beides mit der Zeit stärker kombiniert werden und dann ein fließender Übergang mehr Richtung Field-Based praktiziert werden.
- 40:35SPEAKER_01: Okay.
- 40:36SPEAKER_03: Also jetzt, wenn ich mir jetzt klassischerweise so ein Triathlet zum Beispiel angucke, dann würde man wahrscheinlich irgendwie in so einer Anpassungs-Anaptions-Base-Phase eher dann irgendwie mehr im Kraftraum unterwegs sein.
- 40:47SPEAKER_03: Vielleicht irgendwie erstmal die Grundlagen schaffen und dann, sag ich mal, Richtung Saison, dann vielleicht eher sportartspezifischere Elemente einfach einbauen.
- 40:56SPEAKER_03: Definitiv.
- 40:57SPEAKER_03: Also vom Allgemeinen zum Spezifischen da aufgreifen.
- 40:59SPEAKER_03: Ja, top.
- 41:00SPEAKER_03: Ja, genau.
- 41:01SPEAKER_03: Ich meine, so ähnlich sehen wir das auch und so ähnlich machen wir es eigentlich auch mit vielen von unseren Athleten, dass wir auch jetzt gerade im Moment sagen, mehr im Kraftraum auch vielleicht zu arbeiten, mit, wenn man es umsetzen kann, eben auch klassischen Übungen.
- 41:14SPEAKER_04: Und genau da kommt vielleicht dann nämlich, weil Zeit ist der limitierende Faktor.
- 41:18SPEAKER_04: Wenn wir jetzt sagen, okay, im Jahr sind es nur wenige Wochen bis vielleicht ein, zwei Monate, wo jetzt gym-based viel gearbeitet wird und Krafttrainingsreize gesetzt werden, dann soll es natürlich Richtung Kapazitäten auch gehen.
- 41:30SPEAKER_04: Also wir wollen dann auch mit der Zeit diese Muster beladen können.
- 41:33SPEAKER_04: Wenn wir jetzt aber im Bewegungs-Assessments beispielsweise feststellen, dass es technisch noch nicht so sauber funktioniert, können wir ja immer noch die Entscheidung treffen, auf welche Alternativübungen und Muster kann ich aber zugreifen, um dieses Muster schneller zu beladen.
- 41:47SPEAKER_04: Also einfach ein Bewegungsmuster wählen, welches koordinativ weniger anspruchsvoll ist, wie beispielsweise die Kniebeuge oder einige jetzt olympisches Gewicht heben.
- 41:56SPEAKER_04: Also wir sprechen hier davon, das ist eine eigene Disziplin, wo Jahre, Jahrzehnte dieses Bewegungsmuster perfektioniert wird und auf einmal kommen wir in irgendwie breiten Gesundheitssport oder auch Fußballer und Tennisspieler, Triathleten kommen in die Ecke und praktizieren olympisches Gewicht heben.
- 42:13SPEAKER_04: Also wenn das nicht frühzeitig im Kindesjugendbereich erlernt wird, dann werden wir uns da zu Tode coachen.
- 42:18SPEAKER_04: Derjenige ist hauptberuflich, ist ja Fußballer, hauptberuflich, Tennisspieler, hauptberuflich vielleicht Triathlet.
- 42:24SPEAKER_04: Da wollen wir keine eigentlich große Zeit verschwenden, dem irgendwie olympisches Gewichtheben beizubringen.
- 42:29SPEAKER_04: Und warum können wir da nicht einfach einfachere Übungen rauspicken, die aber Mittel zum Zweck trotzdem die Performance in seiner Sportart nämlich verbessern?
- 42:37SPEAKER_03: Ja, super, super guter Punkt, finde ich auch.
- 42:39SPEAKER_03: Also gerade so jetzt auch, ich finde, das sieht man auch häufig so in Crossfit-Boxen, dass eben dann sehr, sehr viele Übungen aus dem olympischen Gewichtheben halt rausgenommen werden, wo du halt einfach ganz klar siehst, okay, don't do it einfach, weil da einfach die Bewegung nicht sauber ist und nicht mehr, ja, und dann auch langfristig eher zu Schädigungen führt, als dass sie dich halt fit macht.
- 43:04SPEAKER_04: Ja, und so ein Leitsatz, und ich hoffe, den können wir in dem Podcast einfach direkt jedem Zuhörer hier mit an die Hand geben, ist, welches wir gerne im Zusammenhang nämlich mit dem neurozentrierten Training aufgreifen willst.
- 43:15SPEAKER_04: Eine komplexe Bewegung ist nur so gut, wie du jedes einzelne verdammte Gelenk deines Körpers aktiv kontrollieren kannst.
- 43:21SPEAKER_04: Das heißt, wenn du ein maximal komplexes Bewegungsmuster nimmst, wie beispielsweise jetzt den Snatch, das Reißen, dann ist diese Bewegung nur so gut, wie du einen Zugriff auf deine 140 echten Gelenke hast.
- 43:32SPEAKER_04: Das heißt, da einfach rudimentär die Frage zu stellen, gerade bei dem Kliente, Gesundheitsbreitensport oder Average Joe, Autonomalverbraucher, der 60 Stunden auf seinen beiden Arschbacken vom PC hängt und da maximal performen muss in seinem Job, wie gut hat der eine Bewegungskontrolle über seine einzelnen Gelenke, dass er annähernd darauf vorbereitet ist, so etwas wie ein Reißen überhaupt absolvieren zu können?
- 43:53SPEAKER_04: Keine Chance.
- 43:54SPEAKER_04: Das bedeutet hier definitiv Kurzantwort, eine andere Übung einfach mit aufgreifen.
- 44:00SPEAKER_04: die weniger komplex und anspruchsvoll ist, sodass wir trotzdem Krafttrainingsreize setzen können.
- 44:04SPEAKER_04: Wir wollen auf gar keinen Fall zusätzliche Laden, äh zusätzliche Lasten in Bewegungsmuster setzen, wo derjenige noch nicht kompetent ist.
- 44:13SPEAKER_04: Das heißt, da gibt es auch von Gray Cook die schöne Aussage, never at load on dysfunction.
- 44:18SPEAKER_04: Wenn derjenige sich dysfunktional bewegt, packt er keine Lasten drauf.
- 44:21SPEAKER_03: Ja, total.
- 44:23SPEAKER_03: Und was würdest du so, sag ich mal, jetzt vielleicht als Alternative nehmen zu so einer hochkomplexen, sag ich mal, Übung von den Big Five?
- 44:31SPEAKER_04: Ja, recht simpel ist, also der Startpunkt ist erstmal, und da kann ich immer nur wärmstes, wie gesagt, empfehlen, Functional Movement Systems über den Functional Movement Screen.
- 44:39SPEAKER_04: Da steckt in meinen Augen so viel mehr dahinter, als wirklich in diesen Lehrgängen an ein, zwei Tagen geteached wird.
- 44:44SPEAKER_04: Aber wenn ihr mit dem arbeitet, werden euch Dinge ermöglicht und offenbart, woran ihr nämlich mit eurem Kunden nicht arbeiten solltet, das ist phänomenal wertvoll für nämlich die Handhabung.
- 44:55SPEAKER_04: Und die starten mit, wie gesagt, Überprüfung, Mobilität, also Bewegungsamplitude und Kontrolle im Oberkörper und Unterkörper.
- 45:02SPEAKER_04: Und wenn du da halt feststellst, dass es im Oberkörper nicht funktioniert über den schon angesprochenen Shoulder Mobility, dann sind alle Dinge über Kopf gestrichen.
- 45:10SPEAKER_04: Das heißt, auch da könnt ihr das durch den Filter laufen lassen.
- 45:13SPEAKER_04: Welche Übungen im Krafttraining würdest du normalerweise mit Armen über Kopf machen?
- 45:18SPEAKER_04: Da sind wir auch bei Nummer 1 beim Reißen und beim Stoßen, also Olympisches Gewichtheben ist schon mal gestrichen.
- 45:25SPEAKER_04: Was ist noch gestrichen, sowas wie Klimmzüge und Schulter drücken, alles vertikale Bewegungsmuster.
- 45:29SPEAKER_04: Wie sieht es denn jetzt aber auch, Hokuspokus, Ausfallschritte, ebenfalls mit irgendwie einer Überkopfhaltung.
- 45:36SPEAKER_04: All die Dinger werden gestrichen, sodass wir recht zügig sagen können, okay, wieso kann ich nicht, wenn nämlich die Mobilität im Unterkörper gegeben ist, der zweite Test nämlich funktionstüchtig ist, diese Mindestmaß erreicht sind, dann können wir so aus die klassische Ausfallschritte aufgreifen.
- 45:49SPEAKER_04: Gegebenenfalls eine Regression von den Ausfallschritten aufgreifen.
- 45:52SPEAKER_04: Also auch da keine Raketenwissenschaft draus machen, sondern simplere Übungen umzusetzen.
- 45:58SPEAKER_04: Aber man bekommt halt eine Idee davon, welche Muster beladen werden können und welche nicht beladen werden können.
- 46:03SPEAKER_04: Und genau das gleiche gilt dann aber auch andersrum, wenn halt grob auffällig wirklich die Mobilität im Unterkörper ist, ja, es tut mir leid an der Stelle, dann sind erstmal alle klassischen Übungen fürs Krafttraining des Unterkörpers temporär gestrichen.
- 46:17SPEAKER_04: Ich möchte unterstreichen das Wort temporär, weil langfristig soll derjenige auch diese Bewegungen und Übungen machen können.
- 46:24SPEAKER_04: Allerdings braucht er jetzt zunächst, vielleicht über die nächsten zwei bis vier Wochen, braucht er passende Übungen an die Hand, wir nennen sie auch gerne Korrekturübungen, um nämlich dieses Mindestmaß an Bewegungskontrolle und Beweglichkeit im Unterkörper wiederherzustellen.
- 46:38SPEAKER_04: Und wenn das gegeben ist, geil, dann können wir wieder ein Krafttraining auch im Unterkörper absolvieren.
- 46:43SPEAKER_04: Häufigster Fehler ist aber, gerade bei groben Auffälligkeiten, weil das ist jetzt vielleicht spezifischer für einen Laufsport, super interessant, wenn dort im Unterkörper das nicht gegeben ist, was machen wir durchs Laufen?
- 46:53SPEAKER_04: Durch ein Laufen, durch den Kniehub, durch diesen Wechsel aus Rechte gegenüber linker Seite, ist es ein reziprokes Muster.
- 46:59SPEAKER_04: Das heißt, auf der einen Seite wandern wir in die Flexion, auf der anderen Seite wandern wir in der Extension.
- 47:03SPEAKER_04: Wenn da das Minimum nicht gegeben ist, dann trainieren wir schon allein durchs Laufen die ganze Zeit auf eine Dysfunktion obendrauf.
- 47:09SPEAKER_04: Und dann wird es hartnäckig, dieses Muster irgendwann rauszubekommen.
- 47:13SPEAKER_04: Und da wäre dann sogar Laufen temporär gestrichen, Alternativübungen für zwei bis vier Wochen an die Hand, um dann wieder einzusteigen ins Training.
- 47:20SPEAKER_04: Manchmal es weniger mehr.
- 47:22SPEAKER_03: Ja, okay, verstehe.
- 47:24SPEAKER_03: Also dass ihr letztendlich erstmal ein Assessment macht und guckt, ist die Funktion, ist die Mobility erstmal irgendwie auch gegeben.
- 47:30SPEAKER_03: Wenn das dem nicht der Fall ist, dann gewisse Übungen einfach erstmal zu streichen und sich auf andere Dinge zu fokussieren, bis einfach dann die Grundlagen, sage ich mal, vorhanden sind.
- 47:40SPEAKER_04: Genial und da letzte Ergänzung noch dazu, weil du gerade Stichwort Mobility reingeworfen hast.
- 47:45SPEAKER_04: Da denken viele dran, es ist klassisches Beweglichkeitstraining.
- 47:48SPEAKER_04: Wir gewinnen über weitere Bewegungs- und Stabilisationstests, aber noch eine Idee auch darüber, sollte man jetzt wirklich an der Mobilität arbeiten, beziehungsweise an den einzelnen Gelenken, wo diese Bewegungseinschränkung vorhanden ist, oder es ist ein globaleres Phänomen, sodass man dann beispielsweise über ein Gleichgewichtstraining oder Rumpfaktivierungen, Voraktivierungen der gesamten Körpermitte auf einmal die Bewegungsamplitude in den Extremitäten wiederherstellt, ohne überhaupt irgendwas an den Extremitäten gemacht zu haben.
- 48:15SPEAKER_04: Aber wie können wir diese Entscheidung im Training erst treffen, indem wir es getestet haben und festgestellt haben, funktioniert nicht so gut.
- 48:21SPEAKER_04: Und wenn es gut funktioniert, dann müssen wir daran nicht arbeiten.
- 48:23SPEAKER_04: Dann können wir langfristig dran denken, Kapazitäten auch wirklich drauf zu packen.
- 48:28SPEAKER_03: Okay, also dass man auch durch Übungen, die man so ein Pref-Movement oder sowas nähert, dadurch einfach dann manchmal auch so Kapazitäten herstellen kann, die man eigentlich gar nicht vorher so hatte.
- 48:37SPEAKER_04: Genau, ich hatte letztens noch eine Kunde beispielsweise, da ging es auch immer, dass sie Hamstrings, die Oberschenkelrückseite immer dicht macht, die Wadenmuskulatur immer dicht macht.
- 48:45SPEAKER_04: Das heißt, im Bewegungsassessment macht sich das vor allem dann bemerkbar, wenn man beispielsweise in die Vorbeuge geht.
- 48:51SPEAKER_04: Also wie weit kommst du mit deinen Fingerspitzen an die Zähnen nach unten?
- 48:54SPEAKER_04: Oder alternativ aus dem Functional Movement Screen ist es der Active Straight Leg Race.
- 48:58SPEAKER_04: Du bist in Rückenlage und sollst ein Bein gestreckt nach oben bringen, während das andere gestreckt unten auf dem Boden bleibt.
- 49:03SPEAKER_04: Und wenn das halt grob auffällig ist, dann denkt man natürlich erstmal, weil derjenige da auch das Feedback gibt, ja, ich merke es ganz doll an meinen Hamstrings, an meiner Oberschenkelückseite.
- 49:12SPEAKER_04: Okay, liegt es jetzt wirklich an den Hamstrings oder an der Beweglichkeit der Rückseite oder kann es an weiteren Stabilisationsmechanismen des Rumpfes liegen, welche nicht gut funktionieren, die dann nämlich als Konsequenz dazu führen, dass deine Rückseite dicht macht.
- 49:27SPEAKER_04: Aber das müssen wir auch testen, um dann festzustellen, was passiert denn, wenn wir jetzt den Rumpf voraktivieren, auf einmal lassen die Hamstrings los.
- 49:34SPEAKER_04: Funktioniert das bei jedem?
- 49:36SPEAKER_04: Nein, aber wenn wir es testen, wissen wir auf einmal, woran es zu arbeiten geht.
- 49:39SPEAKER_04: Und genau bei der Kunden, in dem Fallbeispiel, ist nämlich genau die entgegengesetzte Empfehlung, wir wollen auf gar keinen Fall irgendwelche Stretches, Mobilizer, irgendwas für die Hüfte, für die Beinrückseite, für die Wadenmuskulatur etc.
- 49:50SPEAKER_04: machen, sondern einfach an der posturalen Kontrolle, an der Stabilisation der Körper mitarbeiten und die Hamstrings erledigen sich von alleine.
- 49:58SPEAKER_03: Okay, interessant.
- 49:59SPEAKER_03: Kann man auch, sag ich mal, so ein Functional Movement Screen, kann man auch sowas online machen, würdest du sagen?
- 50:05SPEAKER_03: Oder brauchst du jemanden, der dich da anleitet?
- 50:07SPEAKER_03: Oder wie würdest du das sehen?
- 50:10SPEAKER_04: Je nachdem, wer jetzt vor uns sitzt.
- 50:12SPEAKER_04: Also wenn du davon sprichst, dass es ein Kunde ist, beziehungsweise genau, geh gerne auf die Frage ein.
- 50:17SPEAKER_04: Also sprechen wir jetzt von Coaches und Therapeuten, die wir begleiten viel oder sprichst du vom Endkunden?
- 50:23SPEAKER_03: Ja, ich spreche natürlich schon eher so auch vom Endkunden in gewisser Weise, weil viele von meinen, zum Beispiel unseren Kunden, sind ja irgendwie schon ganz über ganz Deutschland verteilt.
- 50:31SPEAKER_03: Und ich finde es halt interessant, wie du sowas zum Beispiel auch überprüfen könntest, ohne dass du jetzt irgendwie direkt dabei bist.
- 50:39SPEAKER_04: Genau, also da würde ich Nummer eins empfehlen, einen Experten suchen, einen Coach-Therapeut, der in diesen Inhaltsbereichen geschult ist, der dann idealerweise immer vor Ort.
- 50:48SPEAKER_04: Natürlich online mittlerweile aber auch viel möglich, wo dann wahrscheinlich die Einleitung enorm wichtig ist, wie derjenige sich immer zu der Kamera zu positionieren hat, sodass man aber eine recht gute Idee auch über einfach nur eine Videokamera gewinnt, wie derjenige sich bewegt.
- 51:03SPEAKER_04: Das ist zum Glück bei einem Functional Movement Screen, ist es noch recht simpel, weil es standardisierte Bewegungsmuster sind und je mehr derjenige in diesen Mustern geschult ist und diese auch anleiten kann, desto einfacher ist das auch umzusetzen.
- 51:14SPEAKER_04: Und dann bekommt man direkt, also unmittelbar im Anschluss, kann man auch schon Empfehlungen aussprechen, woran es nämlich zu arbeiten gilt und welche Muster auch beladen werden können.
- 51:24SPEAKER_04: Also definitiv Gold wert, wenn wir nochmal zurückdenken, bevor wir an Krafttraining denken, denken wir an Beweglichkeit und Koordination.
- 51:31SPEAKER_04: Und genau diese Aspekte wollen wir über verschiedene Bewegungsmuster erstmal überprüfen.
- 51:35SPEAKER_04: Gold wert.
- 51:36SPEAKER_03: Voll gut.
- 51:36SPEAKER_03: Ich meine, man muss ja auch sagen, es muss auch nicht alles immer Rocket Science sein und viele Leute haben ja auch gerade vielleicht auch Anfänger oder auch vielleicht Intermediates, die einfach grobe Auffälligkeiten haben, die man einfach wahrscheinlich auch sehr, sehr schnell herausfindet.
- 51:50SPEAKER_04: Genau.
- 51:51SPEAKER_04: Und wir brauchen uns da auch gar nicht im Detail verlaufen und jedes einzelne Gelenk wirklich runterbrechen, wie es häufig in der Therapie dann gemacht wird, beziehungsweise immer nur das Symptom betrachtet wird, sondern wir bleiben in diesem globalen Bewegungskontext, um nämlich bewegungsorientierte Lösungen demjenigen auch an die Hand zu geben.
- 52:07SPEAKER_04: Und das ist das Spannende an all diesen Bewegungsscreens oder bewegungsweiterführenden Bewegungstest, um nämlich dort auf einmal ganz andere Lösungen parat zu haben, die meistens der Endkunde noch nie von gehört hat.
- 52:21SPEAKER_04: Die aber fantastisch gut funktionieren.
- 52:23SPEAKER_03: Ja, cool.
- 52:24SPEAKER_03: Super, super spannendes Thema, finde ich.
- 52:26SPEAKER_03: Ja, David, tausend Dank für den Podcast.
- 52:29SPEAKER_03: Ich sag mal, wo findet man euch denn?
- 52:31SPEAKER_03: Wie kann man euch erreichen?
- 52:33SPEAKER_04: Und ja, genau.
- 52:35SPEAKER_04: Ja, wir sind mittlerweile hier vor Ort in Hamburg, sind gerade umgezogen und Lokalität ist gerade brandneu auch eröffnet worden in der Hafen City.
- 52:42SPEAKER_04: Brain-Based Movement findet ihr uns sowohl auf Instagram, ganz normal bei Google logischerweise eingeben, auf Instagram aber sehr aktiv.
- 52:50SPEAKER_04: Das heißt da, wenn ihr Inspiration sucht, schaut auf jeden Fall da vorbei.
- 52:53SPEAKER_04: Wir sind primär in der Lehre tätig, das heißt, wir bilden Coaches und Therapeuten in den Inhaltsbereichen Neuroathletiktraining und funktionelles Training, also klassische Bewegungslehre, bilden wir auch aus.
- 53:03SPEAKER_04: Für den einen oder anderen, der hier aber vor Ort in Hamburg ist und vor allem nach einer professionellen Betreuung vor Ort sucht, dann schaut auf jeden Fall mal an der Hafen City vorbei.
- 53:12SPEAKER_04: Freuen wir uns, euch kennenzulernen.
- 53:14SPEAKER_03: Cool, cool.
- 53:15SPEAKER_03: Ja, also tausend Dank für den Podcast.
- 53:17SPEAKER_03: Hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht und hat auch nochmal, finde ich, meinen Horizont in vielen Dingen irgendwie auch nochmal erweitert.
- 53:22SPEAKER_03: Danke dir, David.
- 53:23SPEAKER_03: Gibt es noch irgendwas, was du loswerden willst, was du noch sagen möchtest?
- 53:26SPEAKER_04: Vielen, vielen Dank für die Einladung.
- 53:28SPEAKER_04: Und der Aufhänger war zwar am Anfang, dass wir über Krafttraining sprechen, recht zügig haben wir da so ein bisschen umgeschlagen und eher über Bewegung an sich gesprochen, dass das vielleicht das Fundament darstellt.
- 53:37SPEAKER_04: Das heißt, irgendwann wird sicherlich noch eine weiterführende, ergänzende Podcast-Episode über das Krafttraining geben, wo dann hoffentlich jeder sich aber diese erste Variante reingezogen hat, weil das das Fundament dasteht, um dann nämlich ein ordentliches Krafttraining überhaupt absolvieren zu können.
- 53:52SPEAKER_03: Ja, finde ich auch.
- 53:53SPEAKER_03: Ich glaube, unsere erste Podcast-Folge ist jetzt gut so eineinhalb Jahre her.
- 53:56SPEAKER_03: Vielleicht schaffen wir die nächste schneller.
- 53:59SPEAKER_03: Aber finde ich gut.
- 54:00SPEAKER_03: Das ist eine gute Idee.
- 54:01SPEAKER_03: Genial, vielen, vielen Dank für die Einladung.
- 54:03SPEAKER_03: Sehr gerne.
- 54:04SPEAKER_04: Und ja.
- 54:06SPEAKER_04: Mach's gut.