Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / RUDERN regiert die AUSDAUER WELT - mit JASON OSBORNE und LARS WICHERT.
Transcript
- 0:03SPEAKER_01: Willkommen zu Rocket Find, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Lifestyle.
- 0:09SPEAKER_01: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_01: Godo Worken, ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_00: Und mein Name is Dr.
- 0:14SPEAKER_00: Leonsteller, ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näher bringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:28SPEAKER_01: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:31SPEAKER_01: Heute spreche ich mit Jason Osborne und Lars Wichert über das Thema, warum Ruderer die besten Ausdauersportler sind.
- 0:42SPEAKER_01: Wer die beiden nicht kennt, hat in den letzten Jahren vielleicht ein bisschen was verpasst.
- 0:47SPEAKER_01: Und zwar ist Jason Osborne zweimaliger Olympionik im Rudern und konnte letztes Jahr in Tokio die Silbermedaille belegen und hat jetzt gewechselt in den Radsport.
- 0:59SPEAKER_01: Und zwar fährt er da für Quickstep.
- 1:02SPEAKER_01: Und daneben konnte er auch bei den Online-Weltmeisterschaften auf Swift die Weltmeisterschaft für sich entscheiden und gewinnen.
- 1:13SPEAKER_01: Lars Wichert ist auch zweimalige Olympionike im Rudern, ist Weltmeister und hat jetzt die Disziplin, beziehungsweise letztes Jahr gewechselt in den Triathlon, konnte da den Ironman Hamburg gewinnen, schaut euch auch gerne mal unser Video dazu an und bereitet sich gerade auf Hawaii vor.
- 1:30SPEAKER_01: Ich spreche mit den beiden über ihre Ruderkarriere, über ihre über das Aufwachsen, wie sie letztendlich gerade bei Jason auch nochmal so ins Rudern gekommen sind, danach aber auch den Unterschied zwischen Rudern und anderen Ausdauersportarten, warum sie auch glauben, dass Ruderer so erfolgreich sind und wie es jetzt einfach auch so für die beiden weitergeht.
- 1:51SPEAKER_01: Ohne weitere Verzögerung wünsche ich euch jetzt viel Spaß bei diesem Podcast zu Rudern, die beste Ausdauersportart der Welt.
- 2:01SPEAKER_01: Willkommen zu Rocket Science und ich bin heute hier mit Jason Osborn und Lars Wichert und wir sprechen über das Thema, warum sind Ruderer denn so gut im Ausdauersport?
- 2:15SPEAKER_01: Und ich würde direkt mal anfangen, Jason, mit dir.
- 2:17SPEAKER_01: Warum glaubst du denn, dass Ruderer im Moment so alles wegfetzen im Ausdauersport, was es denn da so gibt?
- 2:26SPEAKER_03: Ja, das ist direkt mal eine gar nicht mal so einfach zu beantwortende Frage.
- 2:34SPEAKER_03: Ja, wo fange ich an?
- 2:35SPEAKER_03: Also ich denke halt, zum einen bringen Ruderer halt sehr gute Fähigkeiten schon mal mit.
- 2:43SPEAKER_03: Das ist ja jetzt keine reine Kraft, also keine Ausdauersportart, rein Ausdauersportart, sondern halt auch noch mit einer Kraftkomponente halt mit drin.
- 2:52SPEAKER_03: Insofern, ja, wie soll ich sagen, also dieser gewisse Tunch, diese Spritzigkeit bringt man halt auf jeden Fall, denke ich mal, schon mit.
- 3:03SPEAKER_03: Und ja, auch eine Art, sag ich mal, Schmerztoleranz.
- 3:11SPEAKER_03: Ist ja bekannt, dass Rudern halt einer der, sag ich mal, härtesten Spoderten mit ist, weil halt, man kann es so ein bisschen vergleichen mit einem 400-Meter-Läufer, quasi der baut halt Lactat auf und hat dann halt echt einen hohen Laktatspiegel.
- 3:32SPEAKER_03: Nur dass es da halt nach 400 Metern Schluss und beim Ruderinnen geht es halt meistens dann noch fünf Minuten weiter in etwa.
- 3:39SPEAKER_03: Oder im Zweifel noch eine Minute länger.
- 3:43SPEAKER_03: Insofern sind Ruderer halt auf jeden Fall darauf trainiert, halt hohe Laktatwerte relativ lange aufrechtzuerhalten.
- 3:50SPEAKER_03: Und deswegen denke ich schon mal da, dass da eine hohe Schmerztoleranz auf jeden Fall mit dem Spiel ist.
- 3:59SPEAKER_01: Okay, ja.
- 4:01SPEAKER_01: Cool.
- 4:01SPEAKER_01: Ich sag mal, was hattest du so jemals in deiner Ausbelastung für Laktatwerte?
- 4:07SPEAKER_03: Ich glaube, das Höchste müsste mal so an die.
- 4:10SPEAKER_03: Also ich steuere relativ hoch aus auch.
- 4:13SPEAKER_03: Also ich denke mal 23, glaube ich, war das höchste, was ich mal gesehen hatte.
- 4:20SPEAKER_03: Ach, Last ist ja eher das Ding.
- 4:23SPEAKER_03: Da gibt es auch Unterschiede, auch unter Ruderern.
- 4:29SPEAKER_03: Okay.
- 4:30SPEAKER_03: Okay.
- 4:31SPEAKER_03: Ja, das stimmt.
- 4:32SPEAKER_02: Also ich bin wirklich eher so der geborene Diesel.
- 4:37SPEAKER_02: Vielleicht ein Common Ray, wie ich mal 10 mag.
- 4:40SPEAKER_02: Aber ich bin wirklich ziemlich jemand, der echt nicht hoch aussteuert.
- 4:45SPEAKER_02: Also mein höchstes, was ich jemals gesehen habe, waren 16,5.
- 4:49SPEAKER_02: Und damit liege ich halt echt in Ruderakreisen schon sehr weit unten.
- 4:55SPEAKER_02: Oder auch, sag ich mal, meine, wenn man jetzt beim Rudern eben den 2000 Meter Ergo-Wert so als den physischen Wert heranzieht, den man, sag ich mal, jede Saison oder schon in einem gewissen Abstand immer mal liefern muss.
- 5:07SPEAKER_02: Da bin ich dann halt auch so im Schnitt, würde ich sagen, so zwischen 14 und 16 Laktat ausgestiegen, wo Jason dann mit einer sehr ähnlichen, sag ich mal, Output-Leistung mit 20 bis 23 war.
- 5:20SPEAKER_02: So dass man da halt wirklich sehen kann, dass wir eben da mit unseren 605 bis 607, die wir da auf den 2000 Metern gefahren sind, eben einen ganz anderen Stoffwechsel oder Stoffwechsel haben, um die Leistung zu erbringen.
- 5:34SPEAKER_02: Also Jason kann da wirklich mega gut hinten raus sprinten und mobilisieren, wo ich dann eher derjenige bin, der, wenn es so ans richtig Sprinten geht, so wie so eine Primel eingeht, sag ich mal, wenn ich mir da über die Gesamtstecke nicht gut erarbeitet habe.
- 5:50SPEAKER_02: Also ich fahre einfach wirklich an einer höheren Kante und das halt möglichst lange gleichmäßig und kann noch ein bisschen raufsetzen, im Gegensatz zu Jason, der, sag ich mal, über die Mitte so etwas in Anführungsstrichen durchatmen kann, wenn man das auf dem Niveau sagen kann und dann halt hinten raus richtig den Punch setzt.
- 6:09SPEAKER_02: Das ist halt wirklich so der ziemliche Unterschied bei uns.
- 6:12SPEAKER_02: Und das wäre dann zum Beispiel auch so der Unterschied, wenn man jetzt noch so die Komponente dazu nimmt, zum Beispiel bei der Swift-Meltmeisterschaft, die Jason gewonnen hat, dass es halt einfach so mit dem Anstieg hinten raus.
- 6:25SPEAKER_02: Also ich glaube, wenn er sich hätte einen Kurs aussuchen dürfen, dann wäre es genau so einer gewesen, weil das wirklich einfach wie auf dem Tablett serviert war, sag ich mal, für die Gesamtbereitschaft, die Jason da hat.
- 6:40SPEAKER_01: Okay.
- 6:40SPEAKER_01: Jason, siehst du es auch so?
- 6:42SPEAKER_03: Ja, kann ich eigentlich nur zustimmen.
- 6:44SPEAKER_03: Also, das ist in der Tat so.
- 6:48SPEAKER_03: Da gibt es halt wirklich Unterschiede, also von Athlet zu Athlet, auch unter den Ruderern.
- 6:53SPEAKER_03: Wie Lars eben gerade erzählt hat, also ich steuere halt sehr, sehr hoch aus vom Lakatwert.
- 7:00SPEAKER_03: Das muss aber nicht unbedingt schlecht sein.
- 7:04SPEAKER_03: Also ich sag mal, ja, ich kann, also ich habe halt echt die Fähigkeit, irgendwie nochmal, wenn es halt wirklich schon hart zur Sache geht, da halt meistens nochmal einen Sprint oben drauf zu setzen.
- 7:15SPEAKER_03: Und halt, wie gesagt, bei so einem Kurs wie 2020 bei der Swift BM, wo dann am Ende nochmal dieser 90-sekündige Anstieg da entscheidend ist, dann ist es halt echt für mich wie auf dem Tablet serviert, wie Lars eben gesagt hat.
- 7:31SPEAKER_01: Also hast du dich gefreut, als du den Kurs gesehen hast und hast gedacht, so, hm, ja, ich habe mich auch immer über den D-Jährigen-Kurs gefreut.
- 7:39SPEAKER_03: Also der ist jetzt auch gerade nicht gerade schlecht, sag ich mal.
- 7:44SPEAKER_03: Also mit dem New York-Anstieg, dieser zweieinhalbminütige Anstieg auch fällt auch so ein bisschen in meine Schiene rein.
- 7:53SPEAKER_03: Also von daher, Swift macht aktuell einen guten Job in der Kursausweitung.
- 8:02SPEAKER_01: Definitiv.
- 8:04SPEAKER_01: Wann findet die Weltmeisterschaft statt, Jason?
- 8:07SPEAKER_01: Die ist jetzt am 22.
- 8:09SPEAKER_03: Februar, genau.
- 8:11SPEAKER_01: Oha, ja.
- 8:12SPEAKER_01: Also nicht mehr lang.
- 8:13SPEAKER_01: Cool.
- 8:14SPEAKER_01: Ja, okay.
- 8:15SPEAKER_01: Das klingt echt gut.
- 8:17SPEAKER_01: Ich sag mal, Lars, warum denkst du denn auch, dass Ruderer auch so gut sind im Ausdauersport?
- 8:24SPEAKER_02: Aber man muss halt auch so ein bisschen unterscheiden zwischen Sperr und Leichtgewicht.
- 8:29SPEAKER_02: Leichtgewichte dürfen halt maximal 70 Kilo im Durchschnitt bzw.
- 8:33SPEAKER_02: maximales Einzelgewicht von 72,5 erbringen.
- 8:37SPEAKER_02: Damit bringen wir halt natürlich schon auch ein ganz gutes Kraft-Lastverhältnis mit.
- 8:41SPEAKER_02: Auch wenn ich jetzt ein Ticken schwerer bin als 72,5, aber ich bin halt trotzdem kein Sperrgewicht mit, sag ich mal, 90 bis 100 Kilo.
- 8:50SPEAKER_02: Also da haben wir definitiv auf jeden Fall schon mal einen sehr großen Vorteil.
- 8:54SPEAKER_02: Und was wir dann eben auch noch mitbringen, ist auch ein extrem hoher Trainingsumfang.
- 9:00SPEAKER_02: Der liegt ungefähr auch eben beim Umfang von den Schwimmern und von den Triathleten.
- 9:06SPEAKER_02: Wir haben ein sehr geringes Verletzungsrisiko, dadurch, dass wirklich kaum strukturelle Belastungen vorhanden sind, bis auf, sag ich mal, die Verletzung, die kommen, wäre Rücken oder Knie, aber sonst gibt es eben wirklich nichts für den Seen-Bandapparat.
- 9:20SPEAKER_02: Und deswegen kann man wirklich sehr oft und viel trainieren.
- 9:26SPEAKER_02: Und das wird halt wirklich auch gemacht.
- 9:29SPEAKER_02: Und das sind, glaube ich, schon so der Grundbaustein, den wir einfach mitbringen, dass wir da wirklich eine richtig gute Basis eben über unsere Trainingsjahre schon haben.
- 9:40SPEAKER_02: Und dann ist es halt in Anführungsstrichen relativ leicht, wenn man da auch noch eine gewisse weitere sportliche Ausbildung hat, vielleicht ein bisschen multisportiv unterwegs ist, dass man es da wirklich schafft, mit der guten Grundlage eben vieles gut umzusetzen.
- 9:58SPEAKER_01: Ja, ja.
- 10:00SPEAKER_01: Ja, ich meine, beim Trainingsumfang, ich will dir nicht widersprechen, Lars, aber wenn du dir jetzt so die klassischen Radsportler zum Beispiel auch anguckst und auch viele Triathleten, die halt so immer ihre 25, 30 Stunden klatschen und nicht mal annähernd so hohe Leistungswerte oft aufweisen wie Ruderer.
- 10:24SPEAKER_02: Ja, das stimmt.
- 10:25SPEAKER_02: Sag ich mal, Radfahrer oder Triathleten machen natürlich auch noch viel Umfang übers Radfahren.
- 10:31SPEAKER_02: Also sag ich mal, vier oder fünf Stunden werden wir definitiv nicht im Boot sitzen.
- 10:36SPEAKER_02: Da ist so eine maximale Einheit zwischen, ja, sag ich mal, wenn es wirklich lange ist, so 110, vielleicht mal 120 Minuten, dann auch eher Richtung Brutto als Richtung Nettozeit.
- 10:49SPEAKER_02: Und sag ich mal, die Gesamtbelastung, die aber so im Ruderboot, sag ich mal, ist es schon häufig eher höher, als wenn ich so eine Vier- oder Fünf-Stunden-Ausfahrt mache.
- 11:01SPEAKER_02: Oder wenn man auf dem Ergo fährt, da geht es schon eher so in, wenn man eben in mit unterscheidet, schon eher im oberen Lid-2-Bereich, vielleicht mal im Mitbereich.
- 11:11SPEAKER_02: Das sind eher so die Trainingszonen, in denen, sag ich mal, ein normales Rudertraining stattfindet.
- 11:17SPEAKER_02: Aber es gibt natürlich auch unterschiedliche Ansätze im Rudern, wie quasi trainiert werden kann.
- 11:22SPEAKER_02: Oder mittlerweile gibt es da unterschiedliche Ansätze, dass man eben auch, sag ich mal, ein ganz großes Volumen im unterschwelligen Bereich macht, eben im Lit-1-Bereich auf dem Fahrrad.
- 11:32SPEAKER_02: Und wenn man dann aufs Wasser geht, dass man da eher noch ein bisschen intensiver unterwegs ist, als wenn man, sag ich mal, dieses klassische periodisierte Rudertraining macht.
- 11:43SPEAKER_01: Ja, okay.
- 11:44SPEAKER_01: Dieses hochvoluminöse Konstrukt, so hast du eigentlich viel trainiert, Jason, oder?
- 11:51SPEAKER_03: Ja, gut, ich trainiere jetzt seit ich eigentlich bei meinem neuen Trainer gelandet bin, seit 13, bei dem ich jetzt aktuell aber nicht mehr bin, polarisiert, also ganz klar polarisiert.
- 12:05SPEAKER_03: Also eigentlich seitdem ich meine Laufbahn begonnen habe, also außer jetzt Juniorjahre, Kinderjahre abgesehen davon, trainiere ich eigentlich schon immer polarisiert und dann auch immer mal wieder mit hohen quasi Volumenphasen zwischendrin auch.
- 12:25SPEAKER_03: Ja, und das funktioniert für mich eigentlich sehr gut.
- 12:28SPEAKER_03: Also ich komme damit recht gut klar.
- 12:31SPEAKER_03: Und ich glaube jetzt auch langfristig echt ein Benefit.
- 12:34SPEAKER_03: Also, denke ich.
- 12:37SPEAKER_03: Also ich denke halt, desto länger man halt in diesem System halt trainiert, desto mehr kommt dann das halt langfristig auch zugute.
- 12:44SPEAKER_03: Also so ist mein Eindruck.
- 12:48SPEAKER_01: Okay, ja.
- 12:50SPEAKER_01: Und wenn du sagst polarisiert, wie kann ich mir das bei dir, ich sag mal auch so früher im Rudern vorstellen?
- 12:57SPEAKER_03: Ja, halt, also dieses ganze, sag ich mal, mittelschwellige Training, also das Medium-intensive, sag ich mal, fällt halt mehr oder weniger weg.
- 13:08SPEAKER_03: Eigentlich das, was die Triathleten häufig trainieren, sag ich mal.
- 13:12SPEAKER_03: Das klassische, ja, ich will jetzt nicht Schwellentraining.
- 13:16SPEAKER_03: Also das heißt, also Triathleten, weiß ich nicht, ich war jetzt zum Beispiel auf Mallorca-Rennradfahren jetzt letztes Jahr mit einem Triathlet zusammen.
- 13:28SPEAKER_03: Der hat halt echt viel so 20, 30, 40 Minuten Intervalle gefahren.
- 13:34SPEAKER_03: Aber halt immer auf jeden Fall unter der Schwelle.
- 13:37SPEAKER_03: Und ja, sowas meine ich halt mit Mittelintensives, also was halt nicht wirklich Überschwelle ist und auch nicht Schwelle, sondern immer drunter und das versuche ich halt mehr oder weniger ein bisschen zu vermeiden.
- 13:53SPEAKER_03: Jetzt nicht ganz zu vermeiden, ich will jetzt das Sony irgendwie verteufeln oder so.
- 13:56SPEAKER_03: Das ist jetzt ab und zu vielleicht auch mal nicht verkehrt, sag ich mal.
- 14:00SPEAKER_03: Beim Rudern vielleicht vergleichen wir uns mit einer klassischen Sparring-Einheit, sag ich mal, wo man ja einfach, also es heißt immer, er fahrt mal locker nebenher so und dann artet das dann immer aus in einem gegeneinander gefahre, bis der andere halt nachgibt.
- 14:21SPEAKER_03: Und es muss immer die halbe Bootslänge natürlich davor sein von den anderen und sowas meine ich halt mit Mittelintensiven.
- 14:30SPEAKER_03: Also da gucke ich halt, dass ich da möglichst rausbleibe aus dem Bereich und halt immer mal wieder Faden halt auch einstreue, wo halt hohes Volumen stattfindet und weniger Belastungen.
- 14:44SPEAKER_03: Weil klar, beides zusammen ist halt jetzt auch nicht so langfristig aufrechtzuhalten.
- 14:49SPEAKER_03: Also hohes Volumen und viele Intensitäten.
- 14:53SPEAKER_03: Man muss ja immer den Mix quasi finden.
- 14:56SPEAKER_03: Und ja, da versuche ich so ein bisschen so die Balance zu finden, sage ich mal.
- 15:03SPEAKER_01: Okay.
- 15:04SPEAKER_01: Und ich sag mal, also ich ruder jetzt irgendwie so seit gefühlt drei, vier Monaten und es fällt mir definitiv sehr schwer.
- 15:14SPEAKER_01: Und ich bin im Moment rein bei Low-Intensity Sessions.
- 15:18SPEAKER_01: Und ich kann mir nicht richtig vorstellen, eine High-Intensity Session auf dem Ruder-Ergo zu fahren.
- 15:23SPEAKER_01: Vielleicht führt ihr mich mal beide ein, wie sehen denn so High-Intensity Sessions auf dem Ergometer oder auf dem Wasser auf?
- 15:31SPEAKER_01: Was macht ihr da?
- 15:32SPEAKER_01: Sind das eher so längere Intervalle?
- 15:34SPEAKER_01: Sind das eher irgendwie so neue Dinge, so 3015, 4020 oder womit habt ihr früher gearbeitet?
- 15:42SPEAKER_01: Oder was machen jetzt so die Jungs?
- 15:47SPEAKER_02: Genau, also ich war eher auch, sag ich mal, in dem Bereich unterwegs, dass immer eher längere Belastungen waren, genau, im High-Intensity-Bereich.
- 15:57SPEAKER_02: Sag ich mal, komplett High Intensity sind sie dann eher nicht, aber zum Beispiel sowas wie vier mal vier Minuten, die man eben im Bereich von 80 bis 100 Prozent von seinem 2000 Meter Schnitt fährt.
- 16:09SPEAKER_02: So was wäre zum Beispiel schon eine recht intensive Einheit hinten raus.
- 16:14SPEAKER_02: Gerade wenn man dann 95 und 100 Prozent hat, kann man sich ungefähr vorstellen, dass man da eben dann schon fast 1300 Meter auf 2000 Meter Schnitt fährt.
- 16:26SPEAKER_02: Es gibt dann auch so Sachen wie 3x2000, die man eben alle versucht Richtung Knappschnitt drunter zu fahren.
- 16:35SPEAKER_02: Also so, sag ich mal, in der Endzeit dann ungefähr 10 bis 15 Sekunden langsamer als seine 2000 Meter Bestzeit.
- 16:47SPEAKER_02: Das wären zum Beispiel so höhere oder intensivere Einheiten oder 11x350, 10x1 Minute, das sind so, sag ich mal, ganz klassische Einheiten, die ich schon auch häufiger auf dem Ergo gefahren bin, die dann intensiver sind.
- 17:04SPEAKER_02: Anders oder zum Beispiel so als Wettkampfvorbereitung finde ich persönlich sehr gut, um sich selber mal auch so einzuschätzen, wie man pacen kann und alles sind.
- 17:16SPEAKER_02: Zum Beispiel so, dass man die 2000 Meter so ein bisschen splittet.
- 17:20SPEAKER_02: Dann fährt man zum Beispiel entweder 250 oder 500 als Anfang, hat eine Minute Pause, fährt dann den ganzen Mittelblock von eben 1250 Metern und hinten raus dann eben entweder 500 oder die 250 Meter, je nachdem wie man angefangen hat.
- 17:36SPEAKER_02: Und gerade eben durch diese eine Minute am Anfang und nach dem langen Block sind es zwei Minuten Pause, hat man da wirklich schon eine sehr hohe Belastung, aber noch nicht so komplett intensiv wie bei so einer 2000 Meter Strecke.
- 17:50SPEAKER_02: Aber man kann anhand dessen wirklich schon ziemlich gut so sein Rennverhalten pacen und das wären so intensive Belastungen.
- 17:58SPEAKER_02: Sag ich mal, im Medium-Intensiven sind es dann eher so wie zweimal vier Kilometer in, sag ich mal, moderaten Schlagzahlen.
- 18:06SPEAKER_02: Das sind dann so zwischen 22er und 24er Frequenz und da geht es dann wirklich eher darauf, dass man Kraft pro Schlag fährt.
- 18:13SPEAKER_02: Also da wird dann halt ordentlich an der Kette gezogen.
- 18:22SPEAKER_02: Genau, zum Beispiel, ja, beim Fahrradfahren wäre es so K3-mäßig, genau.
- 18:26SPEAKER_02: Also beim Rudern kann man halt schon recht viel auch über die Frequenz steuern.
- 18:32SPEAKER_03: Okay.
- 18:35SPEAKER_03: Ja, also soll ich mal einfach mal ein bisschen von mir erzählen.
- 18:38SPEAKER_03: Also ich, also vieles, was Lars gesagt hat, sag ich mal, mache ich auch, sag ich mal, in meinem Rudertraining.
- 18:46SPEAKER_03: Also da ergänzt sich sehr viel, sag ich mal.
- 18:50SPEAKER_03: Und ja, man muss ja auch immer so ein bisschen gucken, denke ich, wo quasi, was ist es für ein Athlet.
- 18:56SPEAKER_03: Also kommt der Athlet eher, sag ich mal, jetzt über hohe Schwellenwerte oder kommt der Athlet über eine hohe anaerobe Kapazität oder wie setzt er sich halt zusammen?
- 19:06SPEAKER_03: Und dementsprechend muss man ja dann auch das Training so ein bisschen anpassen.
- 19:09SPEAKER_03: Man muss ja mal irgendwie alle möglichen Bereiche quasi hochpushen und dann halt gucken, wo gerade Defizite sind oder wo nicht.
- 19:18SPEAKER_03: Und dann fährt man halt Stufentests und dann sieht man halt, okay, man hat die und die Schwelle, okay, die ist aber ein bisschen niedriger, da muss man halt ein bisschen an der Schwelle arbeiten, um die wieder ein bisschen hochzukriegen.
- 19:27SPEAKER_03: Und das ergänzt sich ja alles so ein bisschen.
- 19:31SPEAKER_03: Aber was Lars eben gesagt hat, auch mit diesen, mit dem K3, sag ich mal, das machen wir halt sehr viel im Winter insbesondere.
- 19:41SPEAKER_03: Weil quasi, besonders wir als Leichtgewichte, machen jetzt nicht so das umfangreiche Krafttraining.
- 19:48SPEAKER_03: Also das fällt jetzt bei uns eher weg.
- 19:52SPEAKER_03: Und halt, um halt im Winter so ein bisschen Kraft aufzubauen, ist es halt so, sag ich mal, das optimale Krafttraining, so für so ein Leichtgewicht.
- 19:59SPEAKER_03: Also diese Kraft pro Schlagbelastungen.
- 20:01SPEAKER_03: Ja, weil das halt auch nochmal spezifisch ist.
- 20:04SPEAKER_03: Also du gehst halt nicht in den Kraftraum und machst halt irgendwelche Kraftübungen und baust halt Muskulatur auf, sondern du baust halt wirklich die Muskulatur halt auch auf, die du im Boot dann auch brauchst, wenn du da auf so einer Art Belastungen fährst.
- 20:20SPEAKER_01: Auf jeden Fall, ja.
- 20:22SPEAKER_01: Und ich sag mal, Jason, wie war so dein Weg zum Rudern?
- 20:27SPEAKER_01: Wie bist du eigentlich?
- 20:28SPEAKER_01: Hast du vorher noch was anderes gemacht?
- 20:30SPEAKER_01: Wann hast du angefangen?
- 20:31SPEAKER_01: Wie hat sich das so für dich entwickelt?
- 20:34SPEAKER_03: Ich sag mal, ganz früher als Kind, da habe ich alles durchgemacht.
- 20:37SPEAKER_03: Also halt von Fußball bis die ganzen Ballsportarten, alles mögliche und dann irgendwann bin ich halt beim Rudern gelandet.
- 20:44SPEAKER_03: Mit 10 war es.
- 20:47SPEAKER_03: Ja, und dann halt, weiß ich nicht, also die erste Regatta oder sowas.
- 20:53SPEAKER_03: Ich glaube, direkt schon irgendwie in den Sieg eingefahren und dann war ich halt irgendwie gefesselt und bin halt voll dann im Ruderfieber gewesen und halt, ja, dann einfach dabei geblieben.
- 21:05SPEAKER_03: Und dann war halt immer das Ziel, Nationalmannschaft und so weiter.
- 21:09SPEAKER_03: Und dann hat sich das halt alles so ergeben und so in Lauf genommen.
- 21:15SPEAKER_01: Ja, cool.
- 21:16SPEAKER_01: Und wann war so, sag ich mal so, für dich, bei Lars kenne ich die Antwort, oder wann war so weit für dich die Entscheidung, okay, ich mach das professionell und okay, entwickelt sich gut?
- 21:28SPEAKER_03: Ja, ich sag mal so, klar, also als, sag ich mal, Junior Klasse, man halt noch sehr viel mit der Schule und so weiter beschäftigt und dann irgendwann, wenn man da so ein bisschen mehr Freiräume hat, dann denkt man sich schon, okay, wenn ich jetzt halt ein bisschen mehr Zeit darin investiere, ähm, ja, dann kann ich vielleicht zu den Top Paar Prozent der Welt gehören und da halt mitmischen und dann, ja, weil halt so ein bisschen so der Anreiz geschaffen und dann hat man da noch mehr Zeit drin investiert in den Sport und Ja, dann ist ja auch glücklicherweise das entsprechende Ergebnis bei rumgekommen.
- 22:05SPEAKER_03: Also da kann ich mich jetzt nicht beklagen erstmal.
- 22:10SPEAKER_01: Ja, nice, cool.
- 22:12SPEAKER_01: Und dann habt ihr euch kennengelernt, oder?
- 22:14SPEAKER_01: Über wann habt ihr euch kennengelernt?
- 22:16SPEAKER_01: Ja, wir waren ja erst.
- 22:18SPEAKER_03: Ja, oder last.
- 22:19SPEAKER_02: Wir hau raus.
- 22:21SPEAKER_02: Sag ich mal, ich war ja schon in der Nationalmannschaft, weil Jason dann kam, liegen ja schon ein paar Jahre zwischen uns.
- 22:28SPEAKER_02: Letztendlich ist Jason, glaube ich, seine erste AWM 2015 gefahren, ne?
- 22:33SPEAKER_02: Kann das sein?
- 22:35SPEAKER_03: Ab 2015.
- 22:36SPEAKER_03: Nee, war es nicht.
- 22:38SPEAKER_03: Nee, es war 2013 sogar in Chunggyu, hier der Leichte Doppelfierer.
- 22:43SPEAKER_02: Stimmt, genau.
- 22:44SPEAKER_02: Also ab 2013 waren wir zusammen in einer Nationalmannschaft oder quasi im A-Team unterwegs.
- 22:50SPEAKER_02: Da ist Jason leichten Doppelfierer gefahren.
- 22:52SPEAKER_02: Ich war im leichten Vierer ohne unterwegs.
- 22:54SPEAKER_02: Also der eine ist geskult, der andere ist geriemt.
- 22:57SPEAKER_02: Und so hat sich es eben bis 2016 eigentlich aufrechtgehalten, dass ich geriemt bin.
- 23:03SPEAKER_02: Jason ist geskult.
- 23:05SPEAKER_02: Genau.
- 23:06SPEAKER_02: Und dann sind wir eben zusammen auch 2016 zu den Olympischen Spielen gefahren.
- 23:12SPEAKER_02: Jason eben im Doppelzweier und ich im leichten Vierer ohne.
- 23:15SPEAKER_02: Da haben wir uns auch zusammen die Wohnung geteilt im Olympischen Dorf.
- 23:22SPEAKER_02: Wie bitte?
- 23:23SPEAKER_02: Auf der Steiner Fluss Professor.
- 23:26SPEAKER_02: Und dann ist quasi der leichte Vierer ohne aus dem Olympischen Programm genommen worden.
- 23:33SPEAKER_02: Und dann bin ich 2017 und 18 jeweils geskult und da waren Jason und ich in dem Sinne zusammen in einer Disziplin.
- 23:40SPEAKER_02: 2017 war ich der Ersatzmann für Jason.
- 23:44SPEAKER_02: Also da bin ich den einer gefahren und Jason ist den Olympischen Doppelzweier gefahren, weil ich eben der, sag ich mal, Dritte in Deutschland war im Einer.
- 23:54SPEAKER_02: Ich habe dann in die Disziplin gewechselt.
- 23:56SPEAKER_02: Und genau, 2018 bin ich dann auch nochmal gescultert, da ist Jason dann in einer gefahren.
- 24:02SPEAKER_02: Ich saß anfangs noch im Zweier, wobei Jason eben den Einer gefahren ist, weil er es wollte und auch konnte.
- 24:11SPEAKER_02: Also da war es so, dass Jason derjenige war, der das schnellste war.
- 24:14SPEAKER_02: Gesagt hat, er hätte Bock auf eine Saison einer und da saß ich erst noch mit im Zweier.
- 24:20SPEAKER_02: Und hatte dann aber Richtung Mitte der Saison gesagt, dass ich da für die Saison nicht mehr bereitstehe.
- 24:27SPEAKER_02: Genau, und dann quasi von 2013 an bis 18 waren wir so zusammen in einer nationalmannschaft.
- 24:36SPEAKER_01: Cool.
- 24:36SPEAKER_01: Ja, da gibt es wahrscheinlich ziemlich viele Storys.
- 24:41SPEAKER_02: Wenn man sich überlegt, wir haben viele Trainingslager zusammen gemacht, dann auch unterschiedliche Seed Races, sind wir auch zusammen im Boot gefahren.
- 24:52SPEAKER_02: Ja, sag ich mal, man verbringt schon viel Zeit miteinander.
- 24:56SPEAKER_02: Also so ist es ja nicht.
- 24:58SPEAKER_01: Ja, ja, cool.
- 25:01SPEAKER_01: Und dann hast du, Jason, einfach noch weitergemacht und hast gesagt, okay, voller Fokus, Tokio.
- 25:08SPEAKER_03: Ja, genau.
- 25:09SPEAKER_03: Also es war dann halt mehr oder weniger nach dem Jahr im Einer, 2018, war halt so der Punkt, wo ich halt irgendwie, klar, das war das Jahr vor Olympia, also 2019 dann.
- 25:23SPEAKER_03: Und da geht es ja darum, halt die Boote zu qualifizieren, dann auch für Olympia.
- 25:28SPEAKER_03: Und dann war halt für mich der Punkt, nach dem Jahr im Einer, okay, ich muss jetzt irgendwie zusehen, dass ich einen schnellen Zweierpartner finde, dass ich mich da halt qualifiziere, ne?
- 25:38SPEAKER_03: Weil das ist ja immer so eine Sache halt.
- 25:39SPEAKER_03: Der leichte Doppel ist halt schon eine hart umkämpfte Bootsklasse, sag ich mal.
- 25:45SPEAKER_03: Und da muss halt alles stimmen.
- 25:47SPEAKER_03: Also da muss halt wirklich individuelle Leistungen stimmen, aber auch die Harmonie halt zusammen.
- 25:53SPEAKER_03: Also wenn jetzt zwei Leute aufeinandertreffen, die halt extrem stark sind, aber wo das Boot halt einfach nicht läuft, dann kann man da noch so viel Zeit teilweise drin investieren.
- 26:06SPEAKER_03: Ja, aber das Ergebnis kommt dann halt einfach nicht bei rum.
- 26:10SPEAKER_03: Und insofern hatte ich da extremst Glück, dass ich da den Johnny halt gefunden habe, Jonathan Rommelmann.
- 26:18SPEAKER_03: Und ja, das hat dann, also wir waren die Komponente halt physische Fähigkeiten war halt sowieso vorneweg schon da.
- 26:28SPEAKER_03: Also wir waren beide sehr stark und konnten auch beide in einer da echt gut was hinlegen.
- 26:37SPEAKER_03: Und dann ging es halt darum, dass das halt in zwei irgendwie harmoniert und dass das Boot halt halbwegs läuft.
- 26:44SPEAKER_03: Ja, und dann so nach den ersten Einheiten hat man halt so schon so gemerkt, okay, so verkehrt ist das Ganze hier gar nicht.
- 26:50SPEAKER_03: Und ja, dann haben wir halt gesagt, gut, wir lassen es jetzt auf das Projekt ein und mehr oder weniger auch notgedrungen halt, weil es ja um diese Olympia-Qualifikation ging.
- 27:01SPEAKER_03: Ja, und dann quasi, kamen auch schon die ersten Regatten im Frühjahr und ich glaube, die erste Regatta war sogar die Europameisterschaft in Luzern, welche wir dann auch mit Überraschung halt auch gewinnen konnten.
- 27:17SPEAKER_03: Das war wirklich für uns eine Überraschung.
- 27:21SPEAKER_03: Ja, und ab dem Zeitpunkt war halt klar, okay, also da war halt Blut geleckt und da wusste man, okay, krass, also das ist es jetzt.
- 27:29SPEAKER_03: Jetzt ist der Zweier halt endlich da, dass man sich eigentlich all die Jahre auch erhofft hat, dass man halt einen Zweier hat, der wirklich da um die Medaillen mitfährt, sag ich mal.
- 27:41SPEAKER_03: Und von da an haben wir da eigentlich immer eine recht gute Saison hingelegt.
- 27:46SPEAKER_03: Ich glaube, wir waren immer stabil in den Medaillenrängen.
- 27:49SPEAKER_03: Also ich glaube, wir haben nie irgendwie einen Weltcup oder sowas abgeschossen ohne Medaille.
- 27:54SPEAKER_03: Ja, und dann kam ja der große Ärger mit der Olympia-Verschiebung und war halt auch alles nochmal nicht so einfach.
- 28:03SPEAKER_03: Gut, weil jetzt sage ich mal für jeden Sport nicht einfach.
- 28:07SPEAKER_03: Nur ja.
- 28:09SPEAKER_03: Wir haben uns aber gut durchgekämpft, sag ich mal, und hat ja alles zum Ziel geführt jetzt, letzten Endes, ne?
- 28:16SPEAKER_03: Deswegen da nochmal alles gut gegangen.
- 28:19SPEAKER_01: Silbermedaille ist doch mega.
- 28:23SPEAKER_01: Ich sag mal, du hast das gerade schon so ein bisschen angesprochen, aber als dann irgendwie es klar war, dass Tokio 2020 nicht stattfinden wird, wie war das für euch so im Zweier auch so mindset-mäßig?
- 28:36SPEAKER_01: Seid ihr dann irgendwie erstmal in so ein Loch gefallen oder habt ihr komplett durchgezogen oder wie habt ihr es so aufgebaut?
- 28:43SPEAKER_03: Ja, also erstmals war halt, lief eigentlich erstmal alles so weiter.
- 28:47SPEAKER_03: Also es war jetzt halt klar, war blöd mit den ganzen Regelungen, man konnte nicht ins Trainingslager und so weiter und so fort.
- 28:55SPEAKER_03: Das war dann schon ärgerlich und diese ganzen Lockdowns dann auf Dauer auch irgendwann von der Motivation her schwierig.
- 29:03SPEAKER_03: Mit immer zu Hause trainieren, immer Indoor, nie zum Verein und komplett abgekapselt und so weiter und so fort.
- 29:12SPEAKER_03: Ja, und dann kam noch ein großer Abschnitt für mich dazu, hier mit einem Trainerwechsel.
- 29:18SPEAKER_03: Das war auch alles nicht so einfach.
- 29:20SPEAKER_03: Mitten in der Olympia-Vorbereitung.
- 29:24SPEAKER_03: Fam dann aber glücklicherweise vom Johnny, sage ich mal, die Heimtrainerin, die Sabine Cegel, die eigentlich da für den U19-Bereich zuständig war im Deutschen Ruderverband, die dann kurzerhand gesagt hat, okay, ja, da ist gerade Not am Mann, ich mach das mit euch.
- 29:43SPEAKER_03: Und ja, da hatten wir echt Glück, dass es quasi so schnell dann ging und hat dann auch relativ schnell gefunden, so das Trio.
- 29:53SPEAKER_03: Und hat auch gut funktioniert und da war mir dann erstmal froh, dass das erstmal, sag ich mal, neu gefestigt war.
- 30:02SPEAKER_03: Ja, und dann klar, ist alles erstmal ein bisschen entspannter, wenn man weiß, okay, man hat jetzt hier den passenden Trainer hinter sich und ja.
- 30:17SPEAKER_01: Ja, auf jeden Fall.
- 30:18SPEAKER_01: Es gibt einem auch irgendwie so ein bisschen Zuversicht und Unterstützung.
- 30:23SPEAKER_01: Aber klar, Trainer zu wechseln, Olympiavorbereitung ist wahrscheinlich nicht so optimal vom Ding her.
- 30:33SPEAKER_01: Ja, und dann kam Tokio 21 und Silbermedaille.
- 30:39SPEAKER_01: Wie war der Tag so für dich?
- 30:41SPEAKER_01: Was war das für ein Erlebnis?
- 30:43SPEAKER_03: Ja, also ich sag mal, es war ja jetzt quasi vom Erlebnis her nicht so viel Neu, sag ich mal, weil ich ja 2016 mit Larsa auch schon in Rio war.
- 30:54SPEAKER_03: Also ich kannte Olympia schon.
- 30:57SPEAKER_03: Und sag mal, zumindest konnte ich diese ganze Reizüberüberflutung und so, die man da ja durchmacht, wenn man da ins Dorf kommt, also so ein bisschen ja, das kannte ich alles schon und dementsprechend hat mich jetzt das Ganze nicht so getroffen.
- 31:10SPEAKER_03: Und ich konnte so ein bisschen auch den Fokus drin behalten.
- 31:15SPEAKER_03: Und ja, wir haben uns halt auf jeden Fall mega gefreut, dass es halt überhaupt ganz stattgefunden hat.
- 31:22SPEAKER_03: Und auch wenn sie halt nicht so die normalen Olympischen Spiele gewesen sind, waren wir halt trotzdem froh, dass wir überhaupt da sein können und auch dass die Rennheit stattfinden, dass halt nicht diese vier, fünf Jahre Arbeit quasi jetzt am Ende leer ausgehen.
- 31:39SPEAKER_03: Und ja, umso glücklicher sind wir, dass wir es unter den Umständen dann auch noch in den Top 3 Plätzen dann absolvieren konnten.
- 31:50SPEAKER_03: Genau.
- 31:52SPEAKER_01: Ja, mega.
- 31:53SPEAKER_01: Glückwunsch auch nochmal dazu.
- 31:54SPEAKER_01: Das ist schon echt ein unglaublich krasse Arbeit.
- 31:57SPEAKER_03: Es war halt wirklich teilweise ein ganz anderes Erlebnis, sage ich mal, von der Olympiade an sich.
- 32:04SPEAKER_03: Ja, fing an, mit halt, klar, in der Mensa mit diesen ganzen Sichtschutzscheiben und alles.
- 32:11SPEAKER_03: Also du konntest da kaum irgendwie mit anderen Athleten im Austausch sein.
- 32:16SPEAKER_01: Und ja, dann.
- 32:20SPEAKER_01: Ihr wart auch krass abgeschottet, oder?
- 32:22SPEAKER_01: Ihr durftet nicht richtig raus und oder es war nicht so einfach rauszugehen.
- 32:28SPEAKER_03: Ding's eigentlich sogar.
- 32:29SPEAKER_03: Also man konnte auch mit anderen Athleten, Trainern und so weiter Betreuern auch quatschen und sich da austauschen.
- 32:38SPEAKER_03: Nur, ich glaube, was halt untersagt war, waren halt wirklich so Partys, sage ich mal mehr oder weniger.
- 32:46SPEAKER_03: Alkohol und so weiter.
- 32:48SPEAKER_03: Aber da hat man Wege gefunden, sag ich mal, das zu umgehen.
- 32:54SPEAKER_03: Ja, und sonst denke ich mal, man hat das Beste draus gemacht.
- 32:59SPEAKER_03: Von daher alles in Ordnung.
- 33:00SPEAKER_03: Und wenn die Medaillen vergeben worden sind, auch gut.
- 33:05SPEAKER_01: Sehr gut, ja top.
- 33:07SPEAKER_01: Ich sag mal, wie bewertest du oder wie bewertet ihr beide denn so den Unterschied einfach auch so im Medien-Echo, weil ich meine, ihr habt beide Olympia mitgemacht im Rudern und da das Medienecho und jetzt im Vergleich zum Medienecho, was ihr vielleicht jetzt gerade so erfahrt über Triathlon, über Radsport, gibt es da einen Unterschied?
- 33:33SPEAKER_02: Da hat Jason ja, glaube ich, schon gegenüber mir den Vorteil, auch wenn ich zweimal bei den Olympischen Spielen war, habe ich es eben nicht geschafft, die Medaille zu holen.
- 33:42SPEAKER_02: Und dadurch steht man natürlich bei den Olympischen Spielen immer so den ganzen Athleten oder auch Gutesklassen, wenn man es in Rudern sieht, im Schatten, die eine Medaille holen.
- 33:52SPEAKER_02: Da ist es definitiv eben vom medialen Interesse eher, sag ich mal, ja, lokal gesehen, eher dann in der Vorberichterstattung, wenn man dann dabei ist und dann danach wird eher nicht mehr darüber gesprochen, weil da die Medaille dann doch mehr wert ist.
- 34:07SPEAKER_02: Deshalb kann ich aus meiner Sicht sagen, und da ist es natürlich auch dann wieder so ein bisschen dem Erfolg geschuldet, dass ich da mit dem Sieg in Hamburg und auch mit der schnellen Zeit doch schon ein relativ großes Medienecho, fand ich persönlich, oder sage ich mal so, für meine kleine Welt hatte ich da schon den Eindruck, dass da ein relativ großes Medienecho war.
- 34:27SPEAKER_02: Was natürlich, glaube ich, auch ein bisschen daran liegt, dass eben Triad und eine ziemliche Volkssportart ist, viele Interesse daran haben.
- 34:34SPEAKER_02: Und im Rudern ist es dann eben doch schon Hochleistungssport, High-Performance-Sport, wo eben nicht ganz so viele eben auch einfach am Wettkampf teilhaben.
- 34:45SPEAKER_02: Also wenn ich jetzt in Hamburg mir angucke, ich überhaupt mit 1500 Startern da, da ist natürlich schon ein ganz anderes Interesse da.
- 34:54SPEAKER_02: Und da muss ich halt einfach sagen, dass so im Nachhinein schon ein größeres Medienecho bei mir war, als zu den Olympischen Spielen oder zu dem Zeitpunkt, wo ich Weltmeister wurde.
- 35:06SPEAKER_02: Das kann man schon einfach ganz klar so sagen.
- 35:10SPEAKER_03: Ja.
- 35:13SPEAKER_03: Da kann ich nur zustimmen.
- 35:15SPEAKER_03: Also definitiv halt.
- 35:16SPEAKER_03: Rudern muss man ja leider zugeben, gehört eher, sag ich mal, zu den Randsportarten.
- 35:23SPEAKER_03: Muss man so zugeben.
- 35:24SPEAKER_03: Von daher, Radsport, Triathlon ist da halt ein ganzes Stück weiter oben vom medialen Interesse auch.
- 35:32SPEAKER_03: Und ja, was man da halt nochmal durchfahren hat, durch den ganzen Radsport und so weiter.
- 35:38SPEAKER_03: Und beim LAS bestimmt auch mit dem Triathlon, das ist auf jeden Fall nochmal was ganz anderes als im Rudern.
- 35:43SPEAKER_03: Auch wenn es jetzt halt durch Olympia im Rudern doch durchaus schon ein bisschen was, was da war an medialen Interesse.
- 35:52SPEAKER_03: Aber wie gesagt, auch halt dem geschuldet, dass halt auch der entsprechende Erfolg damit verbunden war.
- 35:58SPEAKER_03: Also wenn jetzt halt die Boote, die jetzt keine Medaille holen, die stehen dann eher im Schatten, sage ich mal, traurigerweise.
- 36:06SPEAKER_03: Und ja, da wird halt echt eigentlich viel nur nach Leistung geschaut und ja, die ganzen anderen Boote gehen dann am Ende jetzt vom medialen Interesse her eher leer aus.
- 36:21SPEAKER_01: Ja, und ich sag mal, wie war das, als du so Swift Weltmeister wurdest oder bei den ESports im Cycling Weltmeister wurdest?
- 36:31SPEAKER_01: Wie war da das Medien echt?
- 36:32SPEAKER_03: Ja, das war halt eben auch schon sehr, sehr überraschend hoch.
- 36:38SPEAKER_03: Also auch wenn es jetzt eine E-Sports-WM war, also man hatte jetzt wirklich das Gefühl, ja, man ist Weltmeister im Radsport.
- 36:49SPEAKER_03: Also so von dem, was man, was man so halt erlebt hat.
- 36:54SPEAKER_03: Und ja, in dem Sinne, es ist ja auch eine offizielle UCI-Weltmeisterschaft.
- 37:01SPEAKER_03: Also insofern ist es ja auch ein Weltmeistertitel, aber ja, die Anfragen, die medialen Anfragen und so weiter, das hat mich schon so ein bisschen umgehauen, sag ich mal.
- 37:14SPEAKER_03: Also das war schon sehr krass.
- 37:17SPEAKER_03: Lag vielleicht noch ein Teil halt auch daran, dass es halt wirklich mitten in der Pandemie, sag ich mal, war, wo halt sehr viel nicht stattfinden konnte.
- 37:26SPEAKER_03: Und klar, da suchen die Medien halt alles, was sie kriegen können.
- 37:32SPEAKER_03: Um das jetzt mal so auszudrücken.
- 37:35SPEAKER_03: Ja, aber trotzdem, ja, was man da erlebt hat, war schon krass.
- 37:41SPEAKER_01: Glaubt ihr, dass das ein Vorteil für euch ist, dass ihr, als ihr vielleicht herangewachsen seid im Rudern, in einer, ich sag mal, wenn man sagt, Leistungssportrand oder sagen wir mal, Ausdauer-Performance-Sport hat, aber die eher medial so ein bisschen Randinteresse hat und ihr jetzt letztendlich in Sportarten wechselt, ich sag mal so gerade auch Radsport, Triathlon, auch so langsam, aber ihr vielleicht in Sportarten wechselt, die viel mehr so diesen Kult um Sportler, um mediales Interesse halt noch viel mehr nach oben pushen.
- 38:14SPEAKER_01: Meint ihr, dass das ein Vorteil für euch ist?
- 38:22SPEAKER_02: Das weiß ich gar nicht.
- 38:23SPEAKER_02: Ich glaube so als junger Sportler ist es gar nicht verkehrt, wenn man eben nicht zu großen Druck von außerhalb bekommt.
- 38:31SPEAKER_02: Sag ich mal, der Druck selber, egal in welcher Sportart man ist, wenn man sich einfach auf diesem Level bewegt, auf dem wir ja in dem Sinne auch schon in jüngeren Jahren waren, dass man da Richtung Weltmeister-, Europameisterschaft unterwegs ist, ist ja der eigene Druck, den man sich macht, so der Druck, der so ein bisschen vom Verband entsteht, so die Erwartungshaltung, die ist ja schon groß genug.
- 38:52SPEAKER_02: Und wenn man sich dann eben sich jetzt zum Beispiel so einen Fußballer vorstellt, der irgendwie 21 ist oder ja teilweise jetzt noch jünger, der eben den gleichen Druck einfach schon hat, den wir haben, plus dann nochmal, sag ich mal, 80 Millionen, die vor dem Fernseher sitzen und schimpfen, warum der jetzt den Elfmeter verschießt.
- 39:11SPEAKER_02: Das sind definitiv Riesenunterschiede.
- 39:14SPEAKER_02: Und da ist es, glaube ich, einfach schon gut, wenn man einfach, sag ich mal, in der kleinen Blase lernt, wie man mit allem umgehen kann, wie man das hinkriegt und, sag ich mal, vielleicht dann so die Werkzeuge, die man für sich gefunden hat, anwenden kann, wenn da eventuell medialer Druck noch dabei ist oder man eben vor einfach so sehr wichtigen Wettkämpfen steht.
- 39:36SPEAKER_02: Das ist natürlich dann leichter, noch damit umzugehen, gerade wenn man das eventuell auch dann schon ein paar Mal mitgemacht hat.
- 39:42SPEAKER_02: Also zum Beispiel, ich kann jetzt nur sagen, ich stand einmal eben vor der olympischen Nachqualifikation, wo es auch nur darum geht, entweder ich überquere die Ziellinie als erster oder zweiter oder das war es quasi mit vier Jahren Arbeit für die Olympischen Spiele.
- 39:57SPEAKER_02: Also mit dem Rennen, wo man so die Pistole auf der Brust hat, wo sich quasi wirklich alles innerhalb von sechs Minuten entscheidet.
- 40:05SPEAKER_02: Und ich glaube, das sind einfach so Situationen, wo man dann schon gut lernt, mit umzugehen, wo der Druck extrem hoch ist.
- 40:13SPEAKER_02: Und wenn ich das jetzt betrachte, sage ich mal, gut, in Hamburg hatte ich jetzt noch keinen Druck, aber ich glaube, das wird diese Saison definitiv so ein bisschen anders sein, weil ich jetzt nicht mehr so als die kleine graue Maus irgendwo rumspringen kann.
- 40:23SPEAKER_02: Beziehungsweise wenn man mich auf der Startliste sieht, dann ist wahrscheinlich schon eine gewisse Erwartungshaltung von außen.
- 40:29SPEAKER_02: Aber ja, solange ich quasi das nicht so hundertprozentig an mich ranlasse, beziehungsweise da aus meiner Sicht immer noch im selben Rhythmus verfahre und da jetzt nicht auf einmal versuche, keine Ahnung, irgendwie anstatt meinen normalen Vierkantschlüssel zu benutzen, auf einmal einen Sechskantschlüssel für die gleichen Lösungen zu suchen.
- 40:46SPEAKER_02: Ja, wenn man es so ganz einfach sagt, dann bin ich da, glaube ich, auf dem richtigen Weg.
- 40:54SPEAKER_01: Ja, also ich sehe das Ganze eigentlich auch so wie du, Lars.
- 40:59SPEAKER_01: Ich sehe halt, dass es kritisch auch ist im Heranwachsen, sage ich mal so, gerade wenn du, sag mal, du bist irgendwie 16, 17, 18, 19, 20, 21.
- 41:07SPEAKER_01: Und dann erlebst du letztendlich schon ein unglaublich krasses, mediales Interesse für vielleicht eine Performance, wo du was gut war und was in einer guten Entwicklung sich abspielt, aber du erlebst halt schon so, dass alles schon perfekt ist und du letztendlich schon so einen Superstar-Charakter hast.
- 41:25SPEAKER_01: Und ich glaube, dass das dich nicht mehr so nicht mehr so zu den Sternen greifen lässt oder vielleicht nicht mehr so hungrig macht, vielleicht auch zu dem, wohin du dich vielleicht auch noch entwickeln kannst.
- 41:36SPEAKER_01: Und ja.
- 41:37SPEAKER_02: Ja, absolut.
- 41:38SPEAKER_02: Also glaube ich auch.
- 41:40SPEAKER_02: Und ich meine, es ist in der Anführung gestrichen, ja, aber es ist halt schon so.
- 41:44SPEAKER_02: Es ist immer leicht, einmal so ein Ding zu zünden.
- 41:46SPEAKER_02: Das Schwierige ist, es dann nochmal zu machen, weil da einfach alle wissen, wie es ist.
- 41:51SPEAKER_02: Man weiß selber, wie es ist.
- 41:53SPEAKER_02: Und das ist eben das absolut Schwierige.
- 41:56SPEAKER_02: Und wenn man da schon eine gewisse Herangehensweise hat, versucht da eben auch die Lockerheit zu haben.
- 42:02SPEAKER_02: Und auch wenn es dann vielleicht mal nicht klappen sollte, nicht gleich als Riesenniederlage ansieht, je nachdem, wie die Performance war.
- 42:09SPEAKER_02: Also ich glaube, es gibt immer zwei Seiten, aber ich glaube, man kann dann trotzdem immer noch zufrieden sein mit seiner Leistung, auch wenn man dann vielleicht nicht gewinnt, wenn an dem Tag aus seiner Sicht dann eben doch alles gepasst hat, aber jemand anders dann schneller war.
- 42:24SPEAKER_02: Und da finde ich, zählt dann auch noch die Größe dazu und das ist, glaube ich, auch so eine gewisse Stärke, die man lernen muss, dass man akzeptiert, dass andere auch stark sein können oder an dem Tag sogar stärker sein können.
- 42:36SPEAKER_02: Das ist, glaube ich, auch eine ganz große Sache, die da mit reinzählt.
- 42:42SPEAKER_01: Ja.
- 42:44SPEAKER_01: Ja, ich sag mal, das, was du gerade ansprichst, ist ja auch so ein bisschen so dieses Dark Horse-Ding, dass du letztendlich noch so komplett unterm Radar fährst.
- 42:51SPEAKER_01: Jason, wie ist das bei dir?
- 42:52SPEAKER_01: Empfindest du dich gerade noch so als Dark Horse im Radsport oder hast du schon so das Gefühl, dass alle Augen auch schon auf dich gerichtet sind?
- 43:01SPEAKER_03: Naja, alle Augen würde ich jetzt mal nicht direkt in den Mund nehmen, aber ich sag mal, ich denke mal, mein Name ist mittlerweile bekannt unter vielen Radfahrern, sag ich mal.
- 43:14SPEAKER_03: Auch gerade jetzt natürlich durch die Swift DM und jetzt meinem Stagiär ja jetzt bei QuickStep vor allem auch.
- 43:22SPEAKER_03: Von daher denke ich, jetzt bin ich jetzt nicht mehr unbedingt das Dark Wars, vor allem halt im E-Sports-Bereich.
- 43:29SPEAKER_03: Da wird man auf jeden Fall jetzt mehr Augen auf mich haben.
- 43:32SPEAKER_03: Also jetzt auch im Hinblick auf die nächste Swift DM.
- 43:35SPEAKER_03: Ich kann mir schon vorstellen, dass halt vielleicht ist nicht nochmal sowas passiert, dass die man mich halt verfahren lassen, sag ich mal.
- 43:44SPEAKER_03: Und mehr oder weniger, weil ich halt eben das Dark Horse war und sich halt denken, ja, lass den fahren, den holen wir noch, so nach dem Motto.
- 43:53SPEAKER_03: Das denke ich, wird jetzt eher weniger eintreffen.
- 43:58SPEAKER_03: Und Ja, also genau, ich denke halt wirklich, dass die Phase jetzt zumindest erstmal vorbei ist bei mir.
- 44:09SPEAKER_01: Ja, wie war für dich so der Wechsel in Radsport?
- 44:15SPEAKER_03: Ja, man muss halt sagen, es war halt schon auch nicht so unkompliziert.
- 44:19SPEAKER_03: Also jetzt auch gerade, ja, man kommt halt von Olympia quasi, ist halt im Rudern top vorbereitet.
- 44:26SPEAKER_03: Also hat halt wirklich die Top-Form jetzt im Rudern.
- 44:29SPEAKER_03: Und ich sag mal, in den letzten Wochen, Monaten vor Olympia hat man da jetzt auch wirklich, also alles abgesehen von Grundlagen auf dem Rad, hat man jetzt alles an Intensitäten eigentlich zurückgefahren auf dem Rad.
- 44:42SPEAKER_03: Ist halt dann, hat den Schwerpunkt natürlich aufs Rudern gelegt und ist dann die meisten Intensität nach dem Ruderboot gefahren und nicht auf dem Rad.
- 44:52SPEAKER_03: Was ich ja schon auch häufiger auch gerne mal mit einstreue, so in meinem Training halt auch specifische Radbelastungen und so weiter, auch irgendwelche Koms oder was auch immer.
- 45:03SPEAKER_03: Spaß muss ja auch immer sein.
- 45:05SPEAKER_03: Und insofern hat man halt schon gemerkt bei den ersten Rennen, dass halt die Form jetzt nicht so da ist, wie sie halt eigentlich hätte sein können.
- 45:15SPEAKER_03: Und so jetzt im Nachhinein ein bisschen ärgerlich ist es halt vielleicht schon, weil man sich schon denkt, okay, vielleicht hätte ich da ein bisschen besser irgendwie was abreißen können.
- 45:25SPEAKER_03: Aber gut, man kann sie jetzt auch nicht den Kopf machen, weil halt beim Rudern halt jetzt nochmal die Medaille rumgekommen ist und das ja das Hauptziel war.
- 45:34SPEAKER_03: Und ja, Radsport kann man immer nochmal danach dann machen.
- 45:40SPEAKER_03: Und insofern ein bisschen schwieriger angefangen, aber er hat da so meinen Weg auch irgendwie gefunden, dann so mit den ersten Rennen.
- 45:50SPEAKER_03: Und dann irgendwie habe ich es jetzt auch nicht für so schwer empfunden, wie halt viele halt mal sagen.
- 45:56SPEAKER_03: Also es ist ja immer, hört man ja häufig den Satz halt, ja, okay, physisch stark, aber muss es auch in den Rennen umsetzen und so weiter und so fort.
- 46:06SPEAKER_03: Also das hört man ja immer, muss man sich ja immer anhören.
- 46:11SPEAKER_03: Aber ja, so quasi das Gefühl konnte ich jetzt nicht zustimmen.
- 46:21SPEAKER_03: Also ich kam eigentlich relativ gut klar in den Rennen und auch jetzt in den eher hektischen Kriterien, die ich da in Belgien gefahren bin, diese Kirmesrennen, kam ich auch recht gut klar und insofern, also alles fahrtechnische und abfahrtsmäßige, kurvenmäßige, ja, war jetzt nicht so problematisch bei mir, sag ich mal.
- 46:48SPEAKER_01: Cool, ja, okay, spannend.
- 46:50SPEAKER_01: Baut ihr beiden denn noch Rudern auch in euer Training ein?
- 46:55SPEAKER_01: Als Triathleten oder Tratzsportler?
- 46:58SPEAKER_02: Also ich habe ab und an schon noch Rudereinheiten, auch gerade weil ich ab und an Training gebe.
- 47:05SPEAKER_02: Aber so gewisse Rudereinheiten, genau, oder ab und an mal aufs Ergo mache ich auf jeden Fall.
- 47:11SPEAKER_02: Auch im Hinblick dadurch, dass ich letztes Jahr auch noch die Coastal WM, also so ein bisschen breitere Boote gefahren bin, bietet es sich halt einfach an, auch mal einfach so eine ruderische Belastung mit einzustreuen.
- 47:24SPEAKER_02: Dadurch, dass das echt schwer vergleichen kann, sag ich mal.
- 47:31SPEAKER_02: Auch wenn man fit unterwegs ist auf dem Fahrrad, dann kann es teilweise auch echt extrem schwer sein, da irgendwie vernünftige Zahlen auf dem Ruderergometer hinzubekommen oder das irgendwie zu haben, was man sonst so hat.
- 47:44SPEAKER_03: Ja, sehe ich genauso.
- 47:46SPEAKER_03: Also ich denke halt auch, Rudern ist halt wirklich eine der besten Ausgangssportarten, weil es halt wirklich quasi den ganzen Körper betrifft.
- 47:58SPEAKER_03: Also es ist quasi ganz Körpersportart mehr oder weniger.
- 48:03SPEAKER_03: Und halt ja, denkt man, da hin und wieder mal eine Einheit hinzulegen, schadet auf jeden Fall nicht.
- 48:13SPEAKER_01: Ja, also hast du es auch immer noch ein bisschen so in deiner Vorbereitung drin.
- 48:17SPEAKER_03: Ja, ja, auf jeden Fall.
- 48:18SPEAKER_03: Also ich denke mal, es ergänzt sich halt wirklich alles sehr gut.
- 48:24SPEAKER_03: Rudern und diverse andere Sportarten wie Thermod oder Radsport.
- 48:31SPEAKER_01: Ja, und man darf ja auch nicht vergessen, so Never Change a Running System.
- 48:35SPEAKER_01: Das scheint ja in der Vergangenheit bei euch ganz gut funktioniert zu haben mit dem Rudern und mit dem Aufbau.
- 48:41SPEAKER_01: Deswegen ist der Stimulus vielleicht da vielleicht auch ganz gut drin zu behalten.
- 48:47SPEAKER_01: Ja, tausend Dank für eure Zeit.
- 48:50SPEAKER_01: Was mich noch interessiert, ist natürlich, was sind denn eure Ziele so fürs nächste Jahr und vielleicht auch langfristig betrachtet.
- 48:59SPEAKER_02: Jason darf anfangen.
- 49:00SPEAKER_03: Ja, also ich sage mal jetzt kurzfristig natürlich die Swift DM.
- 49:05SPEAKER_03: Die steht ja jetzt kurz vor der Tür.
- 49:07SPEAKER_03: Da bin ich jetzt auch fleißig am Trainieren.
- 49:09SPEAKER_03: Und ja, Form ist soweit auch ganz gut.
- 49:13SPEAKER_03: Also schauen wir mal.
- 49:16SPEAKER_03: Dann so Sachen, sag ich mal, wie Zeitverdm.
- 49:20SPEAKER_03: Möchte ich auf jeden Fall nächstes Jahr auch nochmal anseifen.
- 49:25SPEAKER_03: Ja, jetzt insbesondere insbesondere wo Toni Martin jetzt auch nicht mehr da ist, sehe ich da schon meine Chancen, irgendwie weiter vorne zu landen.
- 49:37SPEAKER_03: Ja, und dann muss man mal schauen.
- 49:39SPEAKER_03: Also einfach dann ein Rennen mitnehmen und gucken, wo die Reise hingeht.
- 49:44SPEAKER_03: Kann ich noch nicht so genau sagen.
- 49:47SPEAKER_03: Hättest du auch Lust auf die Tour?
- 49:49SPEAKER_03: Also wenn es jetzt im Radsport da so weit vorgehen sollte, dann wäre schon cool, aber keine Ahnung, ich halte mir da alles so ein bisschen offen.
- 50:00SPEAKER_03: Also ich sage auch, ich kann mir, ich kann auch nicht ausschließen, sag ich mal, wieder zurück ins Ruderboot zu gehen, um ehrlich zu sein.
- 50:08SPEAKER_03: Von daher, ich weiß es noch nicht.
- 50:10SPEAKER_03: Also man wird sehen.
- 50:13SPEAKER_02: Gut, da muss man ja natürlich auch betrachten, jetzt die Leichtgewichte sind höchstwahrscheinlich in drei Jahren in Paris das allerletzte Mal dabei.
- 50:24SPEAKER_02: Das letzte oder derjenige zu sein, der die allerletzte Medaille mit nach Hause nimmt, zum Beispiel, egal ob Gold, Silber oder Bronze, hat natürlich auch was.
- 50:32SPEAKER_02: Also da kann einem dann nie jemand irgendwie nochmal das nachmachen.
- 50:38SPEAKER_03: Ist der Gott lang ein Thema Lübecker?
- 50:42SPEAKER_02: Also in der Bootsklasse dann wirklich.
- 50:47SPEAKER_01: Okay, spannend.
- 50:48SPEAKER_02: Ja, was sind meine Ziele?
- 50:51SPEAKER_02: Gute Frage.
- 50:52SPEAKER_02: Also ich habe ja den Hawaii-Startplatz und bin auch bei der Challenge Rot mit am Start dieses Jahr.
- 51:00SPEAKER_02: Somit habe ich beide, sag ich mal, Triathlon-Mecca-Events in einem Jahr.
- 51:05SPEAKER_02: Mein Ziel ist da natürlich bei beiden Events wirklich gut zu performen, in den Zeitenbereich zu kommen oder, sag ich mal, so die Leistung zu bestätigen, die ich jetzt so in Hamburg gezeigt habe, damit ich eben wirklich auch beweise, dass es keine Eintagsfliege war, so ein One-Hit-Wonder, sondern dass da wirklich was hintersteht.
- 51:26SPEAKER_02: Und dann ist natürlich auch so das große Ziel, dass man möglichst gesund, ohne große Verletzungen durchkommt.
- 51:33SPEAKER_02: Das struggle ich ja gerade auch so ein bisschen mit dem Mittelfußbruch.
- 51:38SPEAKER_02: Aber ja, also insgesamt bin ich da schon zuversichtlich.
- 51:41SPEAKER_02: Und sag ich mal, Großziel ist natürlich, Hawaii irgendwie aufs Podium zu kommen.
- 51:48SPEAKER_02: Das wäre natürlich super.
- 51:52SPEAKER_01: Cool.
- 51:52SPEAKER_01: Bei den Profis oder bei den Amateuren, Lars?
- 51:55SPEAKER_02: Ah, dieses Jahr bei den Amateuren und dann mal gucken, genau.
- 52:01SPEAKER_01: Sehr gut.
- 52:02SPEAKER_01: Ja, cool.
- 52:03SPEAKER_01: Ja, tausend Dank für eure Zeit.
- 52:04SPEAKER_01: Und wo findet man euch denn?
- 52:06SPEAKER_01: Wo findet man dich, Jason?
- 52:07SPEAKER_01: Und wo findet man dich, Lars?
- 52:09SPEAKER_01: Und möchtet ihr noch irgendwas sagen?
- 52:11SPEAKER_01: Ja, klar.
- 52:12SPEAKER_01: Also auf Instagram Jason von Rowing.
- 52:17SPEAKER_03: Sozusagen gibt es eigentlich nicht mehr viel, denke ich.
- 52:20SPEAKER_03: Es wurde alles gesagt.
- 52:23SPEAKER_02: Genau, also mich findet man auf Instagram unter Lars-Wichert.
- 52:29SPEAKER_02: Lars Wiechert auch bei Strava, wenn man mir da folgen will.
- 52:33SPEAKER_02: Und genau, bei Fragen kann man sich sonst auch immer melden.
- 52:37SPEAKER_02: Wer zum Beispiel Interesse am Rudern hat, darf sich auch gerne melden.
- 52:40SPEAKER_02: Ein paar Tipps kann man, glaube ich, geben.
- 52:43SPEAKER_02: Auf jeden Fall so technisch oder so.
- 52:45SPEAKER_02: Genau, aber ansonsten super hier gewesen zu sein.
- 52:52SPEAKER_01: Perfekt.
- 52:53SPEAKER_01: Tausend Dank für eure Zeit.
- 52:56SPEAKER_01: Jo.
- 52:56SPEAKER_01: Und hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht.