Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / Echte Performance, oder warum VO2max und Zone2 nicht ausreicht.
Transcript
- 0:00SPEAKER_00: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:03SPEAKER_00: Heute geht es um eine Frage, die mich ehrlich gesagt seit Jahren schon beschäftigt.
- 0:09SPEAKER_00: Einerseits so als Athlet, als Arzt, als Coach, aber auch menschlich betrachtet.
- 0:16SPEAKER_00: Und zwar geht es um das ganze Thema Performance.
- 0:20SPEAKER_00: Was ist so ein bisschen echte Performance?
- 0:22SPEAKER_00: Und wie viel ist davon auch wirklich noch so gesund?
- 0:28SPEAKER_00: Wenn du mich kennst, weißt du, glaube ich, dass ich ja sehr lange auch versucht habe oder ich schon Ewigkeiten probiere, meine Leistungsfähigkeit zu optimieren.
- 0:43SPEAKER_00: Ich mich aber auch sehr stark immer über Leistung definiert habe.
- 0:48SPEAKER_00: Egal ob auch als Ironman-Athlet, als Mediziner, jetzt auch irgendwie mehr auch als Selbstständiger, als Unternehmer.
- 1:00SPEAKER_00: Es ist halt schon so, dass ich immer auch durchgezogen habe und es immer auch sehr cool fand, zu funktionieren, abzuliefern, nach vorne zu gehen, zu pushen.
- 1:15SPEAKER_00: Ich habe auch immer wieder an den Punkt gekommen bin, wo ich gesagt habe, es wird zu viel.
- 1:23SPEAKER_00: Zuerst nicht bewusst, dann immer bewusster.
- 1:27SPEAKER_00: Und ich auch immer mal wieder gemerkt habe, ich bin dauerhaft müde, ich bin übertrainiert, ich bin leer, ich habe super hohe Stresshormonlevel, ich schlafe fast gar nicht nachts oder ich schlafe viel zu viel nachts, ich komme nicht mehr richtig hoch, ich trainiere, aber verbessere mich nicht mehr.
- 1:47SPEAKER_00: Und vor allen Dingen, dass ich nicht mehr verbunden mit mir selber war und unauthentisch auch geworden bin, dadurch, dass ich halt immer nur funktioniert habe.
- 1:58SPEAKER_00: Ich kann das gut, ich kann das gut wegdrängen, ich kann gut meine innere Gefühlslage wegdrängen und einfach nur Performance zeigen und nach vorne gehen.
- 2:07SPEAKER_00: Aber das ist meines Erachtens nach kein richtiger Weg zu Leistungsfähigkeit und auch, wie manches so bezeichnen würden, keine richtige High-Performance, wenn man diesen Ausdruck benutzen sollte.
- 2:23SPEAKER_00: Die Folge ist deswegen ein bisschen anders.
- 2:25SPEAKER_00: Es geht um VZ Max, ja.
- 2:28SPEAKER_00: Es geht um die richtigen Trainingszonen, ja.
- 2:30SPEAKER_00: Es geht um Zone 2, High-Intensity Training, ja.
- 2:34SPEAKER_00: Und auch darum, aber auch darum, warum du nicht noch einen einfachen Trainingsplan vielleicht brauchst.
- 2:41SPEAKER_00: Und nicht noch einfach nur das absolvieren solltest, sondern ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Training ehrlich und nachhaltig in dein Leben richtig integriert werden sollte.
- 2:56SPEAKER_00: Wenn du das Gefühl hast, du trainierst viel, aber du trittst auf der Stelle, wenn du merkst, du jagst irgendwie die ganze Zeit auch Zahlen hinterher und fühlst dich aber eigentlich nicht besser, und wenn du vielleicht auch nach dem Wettkampf immer so das Gefühl hast, what's next, dann ist diese Folge definitiv für dich.
- 3:16SPEAKER_00: Mir geht es darum, dir auch meine eigenen Geschichte zu zeigen, da auch sehr ehrlich mit zu sein, dir auch die wissenschaftlichen Zusammenhänge mit darzustellen, was dabei wichtig ist.
- 3:27SPEAKER_00: Und aber auch vielleicht so ein bisschen den ganzen Begriff Training und Erholung neu zu denken.
- 3:34SPEAKER_00: Und wenn du nach der Folge dann sagst, okay, mir fehlt immer noch struktur, tiefe Klarheit, dann schau dir auch super, super gerne einfach mal die neue V2 Max Challenge an.
- 3:42SPEAKER_00: Den Link packe ich in die Shownotes, weil da geht es genau darum, das nochmal zu verbessern für dich.
- 3:50SPEAKER_00: Okay, fangen wir einmal an mit dem V2Max-Begriff, weil ohne V2Max wird es immer schwierig.
- 3:57SPEAKER_00: Die V2 Max ist nicht nur irgendein Leistungswert.
- 4:02SPEAKER_00: Es ist der wichtigste oder einer der wichtigsten Parameter für Gesundheit, für Langlebigkeit und auch für deine sportliche Performance.
- 4:11SPEAKER_00: Das zeigt sich einerseits durch Studien an Profisportlern.
- 4:16SPEAKER_00: Das heißt, man braucht eine solide V2 Max.
- 4:19SPEAKER_00: Ohne eine V2 Max oberhalb von 60, 70, 75, 80, 90 reicht es halt einfach nicht.
- 4:26SPEAKER_00: Das heißt, wenn du an der Tour de France teilnehmen möchtest und du hast eine V2 Max von 65, dann wird es einfach relativ schwierig.
- 4:34SPEAKER_00: Andererseits zeigt es aber auch, dass Studien mit teilweise über 50.000, 60, 70.000 Teilnehmern zeigen relativ klar, dass je höher deine V2 Max, desto geringer ist dein Risiko für Herzinfarkt, Diabetes, Krebs und auch einen frühen Tod zu erleiden.
- 4:53SPEAKER_00: Das heißt, die V2 Max ist einerseits präventiv gut für deine Gesundheit und sie ist aber auch wichtig für deine Performance.
- 5:07SPEAKER_00: Häufig ist es so, dass viele Athleten Boosterprogramme bevorzugen.
- 5:12SPEAKER_00: Das heißt, es geht darum, die V2 Max sehr schnell zu steigern, sehr schnell nach vorne zu bringen.
- 5:19SPEAKER_00: Das führt kurzzeitig oft zu einer Verbesserung, die aber nicht unbedingt nachhaltig ist.
- 5:27SPEAKER_00: Weil viele bauen dann Trainingszyklen ein oder Trainingsprogramme und auch Trainingspläne, die vielleicht nicht unbedingt zu ihnen selbst passen.
- 5:37SPEAKER_00: Und das funktioniert dann für eine gewisse Zeit, also so für vier, acht Wochen.
- 5:41SPEAKER_00: Aber sie verlieren dabei so die Balance in ihrem Leben und verstehen nicht ganz, dass sie, wie sie es sich gerade aufbauen, das nicht Ewigkeiten aufrechterhalten können.
- 5:56SPEAKER_00: Das heißt, viele fangen an mit dem Training und stellen sich ein Image vor, ein athletisches Image, was nicht wirklich d'accord ist mit ihnen selbst.
- 6:10SPEAKER_00: Sie sind diese Person nicht.
- 6:12SPEAKER_00: Und diese Person, die sie sich da einfach vorstellen, die ist vielleicht fünf, sechs Jahre von ihnen entfernt.
- 6:18SPEAKER_00: Aber nicht vier Wochen.
- 6:20SPEAKER_00: Und das ist ein ganz großes Problem.
- 6:25SPEAKER_00: Kommen wir als nächstes zu Zone 2.
- 6:30SPEAKER_00: Zone 2 ist ein gewisses Keyword geworden.
- 6:35SPEAKER_00: Und ich finde, das ist absolut zu Recht.
- 6:37SPEAKER_00: Ich habe vielleicht auch ein bisschen zu beigetragen.
- 6:40SPEAKER_00: Es ist ein sehr effektives Training.
- 6:43SPEAKER_00: Zone 2 optimiert Fettoxidation, sie schafft die Grundlage, sie ist enorm wichtig, um euch langfristig zu entwickeln.
- 6:53SPEAKER_00: Und gerade Anfänger und Anfängerinnen profitieren enorm von dieser Zone 2, weil es so diese Grundlagen schafft, um die Ausdauerfähigkeit nach oben zu bringen.
- 7:04SPEAKER_00: Aber, das muss man auch sagen, Zone 2 ist auch kein Allheilmetal.
- 7:09SPEAKER_00: Nur nach Zone 2 zu trainieren, führt langfristig eben auch zu Stagnation.
- 7:15SPEAKER_00: Es fehlt dann auch so die Variationen, es fehlt dann auch die Belastungsspitze, es fehlt auch Motorik und eine Anpassung ans Nervensystem.
- 7:24SPEAKER_00: Das heißt, wenn du das Longevity-Protokoll benutzt, was relativ häufig im Umlauf ist, und du fünfmal die Woche genau dasselbe machst, wird dein Körper kurzfristig sicherlich besser, aber nicht unbedingt langfristig.
- 7:43SPEAKER_00: Es wird effizient in dem, was du machst, aber du adaptierst dich nicht mehr, also du veränderst dich nicht mehr.
- 7:52SPEAKER_00: Das heißt, im Training brauchst du halt verschiedene Reize.
- 7:54SPEAKER_00: Es ist so ein bisschen so wie Musik, wenn du halt irgendwie immer nur die Pause mit einem Song hörst, ist es auch halt irgendwann ziemlich langweilig, sondern du brauchst vielleicht einen verschiedenen Input.
- 8:11SPEAKER_00: Und du brauchst dabei halt irgendwie auch einen Rhythmus, du brauchst einen Aufbau, du brauchst einen Chorus, du brauchst eine Bridge, du brauchst verschiedenste Elemente, damit das Ganze irgendwie auch funktioniert.
- 8:24SPEAKER_00: Das heißt, nur Zone 2 zu trainieren, bringt dich halt auch nicht wirklich langfristig gesehen weiter.
- 8:30SPEAKER_00: Der nächste große Stimulus auf die VO2 Max ist das ganze Thema High-Intensity Training.
- 8:36SPEAKER_00: Und High-Intensity-Training ist auch was, was sehr häufig präsentiert wird.
- 8:43SPEAKER_00: Nur das Problem ist, dass häufig High-Intensity Training, wie es in vielen Kursen umgesetzt wird, kein echtes High-Intensity-Training ist.
- 8:50SPEAKER_00: High-Intensity-Training bedeutet, du verbringst relativ viel Zeit, also im Bereich so von 10, 15, 20 Minuten oberhalb von deiner maximalen Herzrequenz.
- 8:58SPEAKER_00: Das ist ein relativ langer Bereich und das ist etwas, wo du dich pacen musst, also aufrechterhalten musst.
- 9:05SPEAKER_00: Das ist kein 30 Sekunden All-Out, gefühlt gefolgt halt von 5 Minuten Pause.
- 9:11SPEAKER_00: Das ist kein Sprint, den man irgendwie dreimal in einem Fitnesskurs umsetzt und dann dazwischen halt irgendwie 20 Minuten Krafttraining.
- 9:20SPEAKER_00: Das ist es nicht.
- 9:21SPEAKER_00: Echtes Hit-Training ist hart, aber es ist dosiert.
- 9:26SPEAKER_00: Das fordert dich, sollte dich nicht unbedingt überfordern, aber es führt dazu, dass du einen sehr starken Reiz setzt auf dein kardiovaskuläres System.
- 9:36SPEAKER_00: Du hast danach so eine gewisse Sauerstoffschuld, wo du eingehst.
- 9:39SPEAKER_00: Und das funktioniert über Intervallen, über unter verschiedenste Intervallformen, die man aufbaut.
- 9:45SPEAKER_00: Aber es braucht eine Struktur.
- 9:48SPEAKER_00: Das bedeutet, einfach nur zu sagen, ich mache jetzt High-Intensity-Training, klappt meistens nicht.
- 9:54SPEAKER_00: Wenn man sich dann häufig die Auswertung anguckt von den Intervallen, wie das Ganze absolviert worden ist, sieht man halt relativ schnell, das war nicht wirklich High-Intensity Training.
- 10:06SPEAKER_00: Der andere Punkt ist beim High-Intensity Training ist, dass du dafür einen starken Fokus brauchst und dass du gut regeneriert in diese Sessions steigen solltest.
- 10:19SPEAKER_00: High-Intensity Sessions klappen meistens nicht so gut, wenn du dieser busy Amateur Athlete bist, der keinen Wert auf seine Regeneration legt, sondern eigentlich nur von einer Trainings-Session zur nächsten Training-Sessions tanzt und dazwischen nicht genug regeneriert, nicht genug fueled, nicht an seiner Ernährung arbeitet und vielleicht auch manchmal Training-Sessions benutzt, um sich danach besser zu fühlen.
- 10:50SPEAKER_00: Das heißt, das Training häufig zu so einem Ventil, zu so einem mentalen Ventil.
- 10:56SPEAKER_00: Also häufig so, ich fühle mich nicht ganz so gut, ich bin vielleicht ein bisschen sauer, ich bin vielleicht ein bisschen traurig, Job läuft nicht so gut, Beziehung ist auch gerade so ein bisschen so ein Thema.
- 11:10SPEAKER_00: Und ich mache jetzt Sport und ich mache jetzt meinen High-Intensity Kurs, weil sich das doch so gut für mich anfühlt.
- 11:21SPEAKER_00: Und danach ist mein Leben wieder perfekt.
- 11:25SPEAKER_00: High-Intensity Training hat natürlich einen sehr starken Einfluss auf das autonome Nervensystem.
- 11:31SPEAKER_00: Und ja, nach einer Session, auch wenn sie nicht richtig durchgeführt worden ist, fühlt man sich danach erstmal deutlich besser, auch zum Beispiel, als nach einer Low-Intensity Session.
- 11:41SPEAKER_00: Das ist normal.
- 11:42SPEAKER_00: Trotzdem, wenn man sich wieder so anguckt, okay, Consistency ist key, dann sollte dieses High-Intensity Training auch zu deinem Alltag passen und es sollte zu dir passen und zu deinem Athletentyp passen.
- 11:53SPEAKER_00: Weil wenn du konstant im High-Intensity Training Gas gibst und vielleicht auch vor anderen Problemen wegläufst, dann ist die Gefahr, dass du stagnierst, eigentlich bei 100%, muss man sagen, dass du dich über verletzt und ins Übertraining gerätst, leider auch nicht ganz so gering.
- 12:14SPEAKER_00: Worüber ich als nächstes mit euch sprechen werde, ist auch so ein bisschen über das ganze Thema Wissenschaft.
- 12:19SPEAKER_00: Weil Wissenschaft ist teilweise, finde ich, wird sehr irrtümlich in der Fitnesswelt dargestellt.
- 12:28SPEAKER_00: Und gerade aktuell in Zeiten von sehr vielen Reaction-Videos habe ich das Gefühl, dass Wissenschaft so dargestellt wird, als wäre es etwas Absolutes.
- 12:41SPEAKER_00: Es ist jedoch ein Irrtum zu glauben, dass Wissenschaft die absoluten Wahrheiten gibt.
- 12:45SPEAKER_00: Wissenschaft sagt dir nie oder sagt nicht, das ist so, sondern Wissenschaft sagt dir immer, die Wahrscheinlichkeit, dass es so ist, ist hoch.
- 12:55SPEAKER_00: Gerade in einer medizinischen, sportwissenschaftlichen Wissenschaftsatmosphäre ist es immer, es ist keine Determinante.
- 13:04SPEAKER_00: Das heißt, es ist nicht ein physikalisches Gesetz, worauf wir uns verlassen können, sondern es ist eben immer zu sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert, ist relativ hoch.
- 13:15SPEAKER_00: Dabei gibt einem Wissenschaft eine gute Orientierung.
- 13:18SPEAKER_00: Das ist auf jeden Fall.
- 13:19SPEAKER_00: Das ist ganz klar so, dass man sagen muss, okay, wenn man wissenschaftliche Studien benutzt und auch so danach Trainingssessions designt und auch sein Programm vielleicht mehr nach wissenschaftlichen Studien ausrichtet und sich vorher anguckt, sind das die gleichen Athletentypen, wie haben die das umgesetzt, wie war das Setup, also haben die Pausenzeiten gemacht, haben die, wie gut haben die erholt die zwischen, wie war das Fueling und es vielleicht ähnlich absolviert, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass es halt auch funktioniert.
- 13:51SPEAKER_00: Aber das ist trotzdem keine Vorschrift.
- 13:54SPEAKER_00: Und für dich auch, glaube ich, ganz wichtig zu verstehen, du bist keine Studie.
- 13:59SPEAKER_00: Die meisten Studien, gerade so in der Sportwissenschaft, werden auch an Studenten durchgeführt, die meistens auch etwas mehr Zeit haben.
- 14:06SPEAKER_00: Das heißt, die haben jetzt nicht so ganz den hektischen Alltag, vielleicht aus Arbeitsleben, aus Familie, aus noch ein paar anderen Themen, sondern die haben vielleicht ein Leben, wo sie sich auch mehr auf diese Studie konzentrieren können.
- 14:23SPEAKER_00: Und du bist meistens ein Mensch mit Geschichten, mit einem Alltag, mit verschiedensten Emotionen, emotionalen Problemen, Schlaf, Stress.
- 14:32SPEAKER_00: Und genau deswegen brauchst du meistens eher für dich ein etwas individualisierteres Programm.
- 14:38SPEAKER_00: Oder du musst zumindest verstehen, wie du dich auch langfristig gesehen optimierst.
- 14:44SPEAKER_00: Und dabei ist, was halt relativ schnell passiert, ist, wenn man über Performance einfach auch spricht, ist, dass man schnell anfängt, so eine gewisse Maske auch aufzusetzen und sich auch sehr stark über die gewisse Leistungsfähigkeit so zu definieren.
- 15:04SPEAKER_00: Ich würde sagen, das ist egal, ob es jetzt sportliche Leistungsfähigkeit ist, ob es unternehmerische Leistungsfähigkeit oder wie auch immer ist, ob es akademische Leistungsfähigkeit ist.
- 15:17SPEAKER_00: Viele Menschen wollen natürlich ein gewisses Schubladendenken haben und gesellschaftlich sind wir auch sehr dazu verleitet, dass wir uns sehr stark immer auch über Leistung definieren.
- 15:27SPEAKER_00: Ich würde sagen, vor allen Dingen auch Männer sind dazu sehr stark verleitet, sich über Leistung zu definieren.
- 15:32SPEAKER_00: Und bei mir war das auch nicht anders.
- 15:36SPEAKER_00: Ich war in meinen Teenage-Jahren sehr unzufrieden mit meiner Leistung, mit meiner Leistungsfähigkeit, auch zu Recht.
- 15:45SPEAKER_00: Ich habe mich sehr, sehr viel rumgetrickst und sehr viel so, ich musste keine Leistung bringen, auch von zu Hause aus.
- 15:53SPEAKER_00: Und es hat mir aber gefehlt.
- 15:55SPEAKER_00: Ich hätte das gerne gehabt, irgendwie.
- 15:57SPEAKER_00: Dass mir jemand so ein bisschen Regeln vorgegeben hat, dass mir jemand so sagt, okay, so, geh den Weg.
- 16:02SPEAKER_00: Und ich war sicherlich ein bisschen rebellisch und habe dann als Rebellentum so den Weg gewählt, dass ich mich halt selber diese Regeln auferlegt habe.
- 16:12SPEAKER_00: Das war gut.
- 16:13SPEAKER_00: Dadurch bin ich irgendwie Ironman geworden, bin ins Medizinstudium gekommen, Triethlet, war erfolgreich damit, habe auch hier viele Athleten gecoacht und bin stolz darauf und bin auch immer noch stolz darauf.
- 16:30SPEAKER_00: Aber irgendwie habe ich dann auch immer wieder mal gemerkt, dass ich manchmal auch vor Themen weglaufe.
- 16:39SPEAKER_00: Und ich nur noch diese Funktion war von ich kann das alles halten und ich schultere alles.
- 16:44SPEAKER_00: Und ich habe das dann auch bei vielen von meinen Kunden auch gemerkt, dass viele von meinen Kunden auch immer so gemerkt haben, okay, ich muss zeigen, was ich kann und ich muss dieses Wettkampfziel erreichen.
- 16:59SPEAKER_00: Und ich hatte ganz oft das Gefühl, es klappt genau dann auch nicht.
- 17:02SPEAKER_00: Dass wenn man sich eben zu viel Druck macht und zu viel auch so an dieser Performance-Seite schraubt, dass es eben nicht funktioniert, weil man halt irgendwann auch nicht mehr authentisch mit sich ist.
- 18:03SPEAKER_00: Und dabei ist es eher so, nicht so ganz zu sagen, okay, ich muss zeigen, was ich kann oder ich kann zeigen, was ich kann.
- 18:12SPEAKER_00: So dass es nicht Wettkampf sollte dich nicht davon befreien und Performance, dass du authentisch mit dir bist und dass du auch mal schwach bist.
- 18:24SPEAKER_00: Weil sonst kommt einfach so nach dem Ziel, erstens performt man meistens dann im Wettkampf schon nicht.
- 18:32SPEAKER_00: Wenn man zu hohe Erwartungshaltungen hat, wenn man zu viel Druck sich macht, wenn man zu sehr auf seinen Selbstwert an dieses Wettkampfziel koppelt, dann klappt es meistens im Wettkampf nicht.
- 18:45SPEAKER_00: Das kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen.
- 18:49SPEAKER_00: Das kann ich dir sagen von Wettkämpfen, gerade wo ich noch jünger war, wo ich mir sehr, sehr viel Druck gemacht habe.
- 18:54SPEAKER_00: Und ich kann dir auch sagen, dass die Wettkämpfe, die am besten funktioniert haben, ist, wo ich mit einer relativen Entspanntheit in dieses ganze Ding reingegangen bin und dann mental sehr fresh war.
- 19:02SPEAKER_00: Und ich kann es dir aber auch von vielen Athleten-Stories sagen, wo immer eigentlich die Wettkämpfe am besten so gefluppt haben.
- 19:08SPEAKER_00: Nicht immer, aber oft, wenn der Druck irgendwie reduzierter war.
- 19:14SPEAKER_00: Und das andere ist, dass für viele Athleten sonst auch nach dem Wettkampf diese Lehre kommt.
- 19:21SPEAKER_00: Deine Hormone sind unten, du fühlst dich nicht so gut und du hinterfragst erstmal irgendwie so ein bisschen alles.
- 19:28SPEAKER_00: Und dann kommt nach dem Wettkampf ganz schnell dieser Modus.
- 19:31SPEAKER_00: Das machen auch die Hersteller oder nicht die Hersteller, aber die Wettkampf, ich glaube, das machen die Events auch mit Absicht, so dass sie direkt zwei, drei Tage danach sagen, hey, die Anmeldung ist wieder offen.
- 19:43SPEAKER_00: Weil man eben dann genau in diesem Modus ist, dann zu sagen, oh ja, stimmt, ich habe wieder Bock.
- 19:48SPEAKER_00: Und eigentlich bist du noch so in diesem Down, weil eigentlich verarbeitest du noch diesen ganzen Wettkampf und probierst es erstmal noch so zu integrieren.
- 19:56SPEAKER_00: Und du bist halt vielleicht auch erstmal so ein bisschen leer nach so einem Wettkampf, weil so wie Lance Armstrong auch irgendwie gesagt hat, ich war immer traurig nach der Tour.
- 20:08SPEAKER_00: Und das glaube ich auch.
- 20:10SPEAKER_00: Weil ich war auch immer traurig nach meinen besten Wettkämpfen.
- 20:15SPEAKER_00: Ich war super traurig nach 2018 Hawaii und ich war auch super traurig nach 2017 irgendwie Iron Man Hamburg, weil die Vorbereitung und dieses Überwinden und dann einen geilen Wettkampf zu erleben, das ist so viel, was einfach auf einen einwirkt.
- 20:33SPEAKER_00: Und so viel, was das miteinander macht, das kann man in dem Moment noch gar nicht richtig begreifen, aber man ist halt eher traurig.
- 20:44SPEAKER_00: Was auch viele, glaube ich, nicht immer so richtig verstehen, ist: Consistency ist key.
- 20:50SPEAKER_00: Consistency oder Konsistenz heißt immer besser werden für viele.
- 20:55SPEAKER_00: Und das verstehen auch viele unter dem ganzen Begriff Consistency is key.
- 20:59SPEAKER_00: Das stimmt aber nicht.
- 21:01SPEAKER_00: Das mag vielleicht im Profibereich mal mehr so stimmen.
- 21:03SPEAKER_00: Aber ich würde selbst sagen, da ist es nicht so.
- 21:06SPEAKER_00: Weil zum Beispiel eine Story von Mark Allen ist, Mark Allen ist einer der erfolgreichsten Ironman-Athleten weltweit, der immer auch beschrieben hat, dass er konsistent an sich gearbeitet hat, aber auch konsistent zum Beispiel an seinem Mindset gearbeitet hat und an seinem Bewusstsein und auch ganz bewusst nach den Wettkämpfen eine Zeit hatte, wo er vom Training her etwas rausgenommen hat, ein gewisses, ja, er sagt immer, er hat gar nicht trainiert, das glaube ich aber nicht, aber er hatte auf jeden Fall so ein gewisses Maintenance-Training, also so eine gewisse Fitness, die du irgendwie auch erhalten kannst.
- 21:38SPEAKER_00: Aber du hast dann eher an anderen Themen gearbeitet, die vielleicht auch mal nicht den Ausdauer-Aspekt umfassen, sondern vielleicht am Krafttraining.
- 21:48SPEAKER_00: Oder an mentalen Komponenten.
- 21:51SPEAKER_00: Weil Consistency ist Key heißt mit sich arbeiten, nicht gegen sich.
- 21:55SPEAKER_00: Das heißt auch mal Tempo rausnehmen, anpassen, umdenken.
- 21:58SPEAKER_00: Vor allen Dingen so, wenn das Leben auch gerade andere Dinge fordert.
- 22:01SPEAKER_00: Das heißt Familie, Job, Stress, Krankheit, Unfälle.
- 22:07SPEAKER_00: Das ist eher so der Moment, wo man dann wirklich schauen kann, wie konsistent bist du auch?
- 22:15SPEAKER_00: Wie gut performst du auch under pressure?
- 22:19SPEAKER_00: Wenn immer alles nur gut läuft, das ist super easy.
- 22:24SPEAKER_00: Wenn du dich immer konstant verbesserst, das ist super easy.
- 22:27SPEAKER_00: Das ist mental gar nicht herausfordernd.
- 22:30SPEAKER_00: So ist aber nicht, so läuft es halt nicht im Leben.
- 22:33SPEAKER_00: Sondern die Kunst ist, meines Erachtens nach, wie gut performst du, wenn alles brennt?
- 22:41SPEAKER_00: Wenn du halt gerade tausend Dinge gleichzeitig Hast.
- 22:44SPEAKER_00: Und was ist so das Minimale, was du aufrechterhalten kannst.
- 22:48SPEAKER_00: Und das Problem ist bei vielen, dass dann dieses Kartenhaus zusammenfällt, wie ja.
- 22:55SPEAKER_00: Also du ziehst dann eine Karte raus und alles fällt zusammen.
- 22:58SPEAKER_00: Das heißt, das Haus war nie wirklich aufgebaut.
- 23:03SPEAKER_00: Viele Athleten lieben sich zudem auch dann nur, wenn sie liefern.
- 23:10SPEAKER_00: Das heißt, was ist denn los mit den Tagen, wo du halt nicht performst?
- 23:13SPEAKER_00: Wo du halt im Wettkampf, im Trainingscamp bist und jemand ist die ganze Zeit irgendwie stärker als du?
- 23:19SPEAKER_00: Kommst du damit klar?
- 23:21SPEAKER_00: Bist du weniger wert als der?
- 23:23SPEAKER_00: Was ist, wenn du bei Intervallen vielleicht einfach mal nicht der schnellste bist?
- 23:29SPEAKER_00: Warum musst du immer vorne laufen?
- 23:32SPEAKER_00: Obwohl du eigentlich jetzt nicht der Stärkste bist.
- 23:34SPEAKER_00: Oder selbst wenn du der Stärkste bist, warum musst du mal vorne laufen?
- 23:37SPEAKER_00: Warum hältst du dich die ganze Zeit nicht an deine Trainingszone?
- 23:42SPEAKER_00: Hat es damit zu tun, dass du deine Trainingszone nicht kennst?
- 23:44SPEAKER_00: Oder hat es damit zu tun, dass du gerade ein Ego-Problem hast, weil du halt gerade dir beweisen musst, dass du das kannst?
- 23:52SPEAKER_00: Warum ist es so, wenn ich dir als Coach immer in Taballa aufschreibe, du sie aber komplett in den falschen Zonen machst?
- 23:59SPEAKER_00: Warum machst du das so?
- 24:02SPEAKER_00: Viele Athleten koppeln ihren Selbstwert ganz stark an das Thema Performance und dass sie konstant diese Performance erreichen.
- 24:10SPEAKER_00: Und wenn sie dann nicht an einem Tag so performen, wie sie es erwarten, dann bricht für sie auch eine Welt zusammen.
- 24:17SPEAKER_00: Und das ist auch Gefahr, weil Performance ist variabel und sie ist ein Ausdruck.
- 24:25SPEAKER_00: Es ist keine Bedingung.
- 24:27SPEAKER_00: Du musst verstehen, dass Consistency ist key und Performance ist keine Perfektion.
- 24:32SPEAKER_00: Es ist darum, dass du mit dir zusammenarbeitest und dass du eine Balance hast, wie du langfristig dich entwickelst und wie du besser wirst.
- 24:42SPEAKER_00: Aber eben auf mehreren Ebenen.
- 24:44SPEAKER_00: Auf der Trainingsebene, auf der Erholungsebene, auf deiner Lebensebene, wie du es halt in dein Leben richtig integrierst.
- 24:51SPEAKER_00: Es geht nicht darum, dich zu verleumden.
- 24:56SPEAKER_00: Es geht nicht darum, dass du jemand anderes wirst.
- 25:00SPEAKER_00: Es geht darum, dass du das für dich integrierst, dass du dein Training, deine Ernährung, all das für dich integrierst.
- 25:06SPEAKER_00: Und das ist der langfristige Weg, wie du deine VZR Max steigerst.
- 25:13SPEAKER_00: Wenn du jetzt für dich merkst, ich will nicht einfach nur trainieren, sondern ich will verstehen, ich will das integrieren, ich will mich entwickeln, ich verbock zum Experten von meinem Körper zu werden und wie ich verstehen kann, wie ich mich halt nachhaltig entwickeln kann und auf die nächste Stufe heben kann, dann kann ich dich einladen zu der Vzermax Challenge, die dann sicherlich dein nächster Schritt ist.
- 25:35SPEAKER_00: Da erhältst du zehn Wochenstruktur, du erhältst aber auch das Wissen, die Umsetzung mit einem klaren Ziel, dich einfach leistungsfähiger zu machen, ohne dass du ins Übertraining gräst oder dich einfach auch selbst verlierst.
- 25:49SPEAKER_00: Schau dir super gerne an.
- 25:50SPEAKER_00: Ich verlinke das unten in den Shownotes und ich würde mich total freuen, auch wenn du mit dabei bist.
- 25:56SPEAKER_00: Ich wünsche dir auf jeden Fall sowieso einen schönen Tag.
- 25:58SPEAKER_00: Wenn dir die Folge gefallen hat, würde ich mich auch sehr freuen über einen Daumen hoch.
- 26:01SPEAKER_00: Und ich wünsche dir einen schönen Tag.
- 26:02SPEAKER_00: Mach's gut.
- 26:03SPEAKER_00: Bis dahin.
- 26:03SPEAKER_00: Sehr gut.
- 26:04SPEAKER_00: Ciao, ciao.