Latest / Ease & Power- Entspannt,erfüllt und erfolgreich / Halt mal die Luft an. Was dann passiert, erklärt mehr als du denkst.
Transcript
- Celine Podcast Breath: Hat dir schon mal jemand gesagt, halt mal kurz die Luft an? Vielleicht in einem hitzigen Moment, vielleicht als gut gemeinter Rat oder hast du es vielleicht selber schon mal gemacht, unbewusst, wenn du dich konzentrierst, etwas Spannendes liest oder wenn du auf eine Antwort wartest, die dir wichtig ist? Die meisten Menschen halten nämlich regelmäßig die Luft an, ohne es zu merken. Aber was passiert da eigentlich? Und was geht in deinem Körper vor, wenn du bewusst oder unbewusst aufhörst zu atmen? Und das wollen wir uns heute anschauen. Und ich verspreche dir, es ist spannender, als du denkst. Und vielleicht erkennst du dich darin auch wieder. Hallo, ich bin Celine, Nervensystem-Coach und Breathwork-Facilitatorin. Und letzte Woche haben wir uns angeschaut, woran du im Alltag erkennst, dass dein Nervensystem gerade keine Sicherheit hat. Dieses Scanning, das Seufzen, die Momente, in denen du Ja sagst, obwohl dein Körper längst Nein gemeint hat. Und heute gehen wir noch mal einen Schritt weiter. Wir schauen uns an. Was passiert, wenn du bewusst die Luft anhälst und warum das einer der effektivsten Wege ist, dein Nervensystem zu trainieren und warum es für manche Menschen leichter ist und für andere schwerer? Lasst uns mal anschauen. Wie gesagt, du erfährst heute, was wirklich in deinem Körper passiert, wenn du die Luft anhälst und warum es nicht der Sauerstoff ist, der dich zum Atmen zwingt. sondern etwas anderes und du verstehst, warum manche Menschen dabei unter Umständen sofort in Panik geraten und andere völlig entspannt bleiben. Und du bekommst ein Bild davon, warum das Üben von Breath Holes, also diesem Atemhalten, eines der kraftvollen Werkzeuge für dich sein kann. Und ich möchte dich kurz zu einem kleinen Experiment einladen. Wenn du gerade sitzt und zuhörst, machen wir jetzt gleich mal Folgendes und du kannst dann gerne auf Pause drücken. Und das würde ich ausprobieren. Atme einmal tief ein und wieder aus. Und nochmal einatmen und wieder ausatmen. Mit dem nächsten Atemzug atmest du die gesamte Luft aus bis auf leere Lungen. Und dann ziehst du über den Mund langsam die Luft tief ein. und hältst sie dann oben an. Und jetzt hältst du einfach mal die Luft so lange an, wie du kannst und beobachte, was passiert. Nach ein paar Sekunden kommt vielleicht ein Ziehen. Der Drang, wieder einzuatmen, das nennt man Atemhunger. Vielleicht kommt sogar ein leichtes Unbehagen, Gefühl von, ich brauche jetzt Luft, sofort. Vielleicht spürst du, wenn du länger anhältst, sogar eine leichte Kontraktion deines Zwerchfels. Und jetzt kommt die entscheidende Frage. Woher kommt dieser Drang eigentlich? Die meisten denken, mir geht die Luft aus, ich brauche Sauerstoff. Stimmt so nicht, weil es ist nicht der Sauerstoffmangel, der dich zum Atmen zwingt, sondern es ist der Anstieg von CO2 in deinem Blut. Und genau das ist der Schlüssel zu dem, worüber wir heute sprechen. Dein Gehirn hat einen eingebauten Wächter und der sitzt im Hirnstamm. Und sein einziger Job ist es, deinen CO2-Spiegel im Blut zu überwachen. Und dieser Wächter ist extrem empfindlich. Schon eine winzige Veränderung kann reichen und er fängt an, Alarm zu schlagen. Und dieser Alarm fühlt sich dann an, ich brauche Luft, ich muss atmen, ich muss mehr atmen, jetzt, sofort. Aber hier kommt das Interessante. Dieser Alarm kommt nicht, weil du wirklich in Gefahr bist, sondern er kommt, weil dein Wächter gelernt hat, früh genug zu reagieren. sehr früh, oftmals viel früher als es überhaupt nötig wäre. Und jetzt stell dir vor, du hast einen Rauchmelder zu Hause, der schon piepst, wenn du den Toaster anmachst. Und hier ist der Unterschied. Technisch gesehen macht er seinen Job. Aber er ist überempfindlich. Er schlägt Alarm, bevor wirklich etwas brennt oder bevor zu viel Rauch aufsteigt. Und genau so funktioniert ein Nervensystem, das unter dauerhafen Stress steht. Und jetzt kommt der Teil, der mich wirklich fasziniert, weil er viel erklärt. Stell dir jetzt mal zwei Menschen vor, die gleichzeitig die Luft anhalten. Vielleicht kannst du das einfach auch noch mal mit einer Freundin oder mit einem Partner testen. Der eine sitzt entspannt da, atmet tief ein und hält die Luft an und denkt nach zwanzig Subgrunden, ach jo geht ja noch. Die andere Person hält die Luft an und nach kürzester Zeit fängt das Herz an zu rasen. Die Brust zieht sich zusammen. Der Drang zum Einatmen wird stärker, so stark, dass man es kaum abwarten kann. Gleiche Situation. Gleicher CO2-Anstieg im Blut. Aber zwei völlig unterschiedliche Reaktionen. Und der Unterschied liegt nicht in der Lunge, sondern er liegt im Nervensystem. Die erste Frau oder der erste Mann ist in einem ruhigen, ausgeglichenen Nervensystems-Date. Das heißt, ihr Wächter ist entspannt eingestellt. Er weiß, ein bisschen mehr CO2 ist kein Notfall. Die zweite Person trägt gerade mehr Belastung, mehr Stress, vielleicht sogar alte Erfahrungen, die sich im Körper gespeichert haben. Und ihr Wächter ist überempfindlich. Er schlägt früher an. Stärker, schneller. Und das ist nicht, weil da irgendwas falsch ist, sondern weil das Nervensystem gelernt hat, Nummer sicher zu gehen. Und vielleicht kennst du das von dir selbst, dass du in bestimmten Momenten vielleicht beim Sport, beim Einschlafen das Gefühl hast, dass du nicht genug atmen kannst, dass du das Gefühl hast, wenig Luft zu bekommen, obwohl eigentlich alles in Ordnung ist oder dass dir sprichwörtlich etwas den Atem verschlägt. Und das ist dein Wächter, der arbeitet einfach auf Hochtouren. Und jetzt kommt der Punkt, warum Atemhalten oder Breath Holds so kraftvoll sein können. Und jetzt kommt auch das Schöne daran, weil dieser Wächter ist lernfähig. Du kannst ihm beibringen, dass ein bisschen mehr Atemhalten, also ein bisschen mehr CO2 in deinem Körper kein Notfall ist. Dass er sich entspannen darf, dass er warten kann. Und das passiert durch gezieltes Üben von diesem Atemhalten, von diesem Breath Holds, dem bewussten Anhalten. Nicht dramatisch, sondern in einer geschützten Umgebung positiven Stress zu kreieren. Dosiert, kontrolliert und mit Respekt vor dem, was gerade dein System braucht. Was dabei konkret Passiert es, du atmest tief ein, hältst die Luft an, der CO2-Spiegel steigt langsam, dein Wächter beginnt zu reagieren, aber du bleibst, du gehst nicht sofort in den Fluchtmodus. Du wartest. Vielleicht noch eine Sekunde, vielleicht noch eine. Und in diesem Moment passiert etwas Entscheidendes. Dein System macht eine neue Erfahrung. Es lernt. Aha, ich muss nicht sofort reagieren, ich kann warten. Es ist sicher und es passiert nichts. Und mit der Zeit, durch Wiederholung und Regelmäßigkeit verschiebt sich diese Schwelle. Dein Wächter entspannt sich. Er schlägt vielleicht etwas später an, weniger stark. Du bleibst ruhiger in Momenten, wo du normalerweise überreagieren würdest oder wo du anfängst hektisch zu werden oder dich gestresst zu fühlen oder sogar in Panik zu geraten. Und das spürst du im Alltag in den Momenten, in dem du früher sofort reagiert hättest und jetzt einfach einen Atemzug nehmen kannst und einen Moment wartest. Das ist Nervensystem-Training. Und das ist keine Magie, das ist kein Zufall, das ist Biochemie sozusagen. Und trotzdem ein wichtiger Hinweis. Dieser Wächter ist bei jedem Menschen natürlich anders eingestellt. Und deshalb kann auch nicht jede Art und Technik für jeden gleich funktionieren. Bei manchen Menschen kann ein intensives Breath Holding das System eher in Alarm versetzen. Genau aus den Gründen, die wir gerade besprochen haben. Anstatt es zu beruhigen. Und besonders dann, wenn im Hintergrund schwierige Erfahrungen liegen. Wenn das Nahrungssystem ohnehin schon sehr belastet ist. Und dann braucht der Körper nicht noch mehr Intensität, sondern eher das Gegenteil. langsames, behutsames Rantasten. Und ich sage das, weil ich es in meinen Sessions immer wieder beobachte, was für die eine Frau befreiend sein kann, kann für die andere überwältigend sein. Und deswegen reicht es nicht, irgendeine Technik aus dem Internet zu machen und zu kopieren, sondern es geht darum herauszufinden, was dein System gerade braucht und vor allen Dingen wann und in welche Art und Weise. Und vielleicht erinnerst du dich an das 12. aus der letzten Woche. Im Grunde ist das derselbe Mechanismus. Nur eben ungesteuert, unbewusst. Dein Körper stößt unbewusst CO2 aus, weil er Anspannung abbauen will. Aber er verstärkt die Unruhe dadurch eher, anstatt sie wirklich zu lösen. Bewusstes, dosiertes Atemhalten macht im Prinzip das Gegenteil. Du gehst eher kontrolliert an die Grenze. Du bleibst kurz da und du zeigst deinem inneren Wächter, es ist gerade kein Notfall. Und das passiert über regelmäßiges kurzes Training. Das muss nicht immer lang sein, sondern wirklich, es geht hier diese Regelmäßigkeit. Immer wieder in kleinen Dosen. Und das hat einen spürbaren Effekt. Nicht nur auf dein System und auf die Länge des Atemhaltens, was du dann natürlich zählen kannst, kleine Erfolge zu haben, sondern es ist einfach für dein System spürbar. Du wirst ruhiger, du klarer, du wirst gelassener. Und genau das, welche Atemtechnik zu welchem Nervensystem passt und wie du den Atem einfach und simpel in deinen Alltag integrierst, Das ist zum Beispiel ein Thema meines Essential Breathwork Workshops. Dort schauen wir gemeinsam, in welchem Zustand bist du denn gerade? Was braucht dein Nervensystem jetzt? Und wie kannst du den Atem in unterschiedlichen Situationen für dich nutzen? Und zwar ohne großen Aufwand, ohne komplizierte Techniken, sondern einfach integrieren in deinen Alltag. Und du lernst auch dein persönliches Atemmuster kennen. Vielleicht hältst du unbewusst oft die Luft an. und gerät dadurch immer wieder in Stress, ohne überhaupt zu wissen, warum. Oder du atmest zu flach, zu schnell, zu viel in den Brustkorb. Weil all das hat Auswirkungen auf das, wie du dich fühlst und natürlich, dein Nervensystem reagiert. Und das täglich, permanent, ohne dass du es merkst. Im Workshop kannst du dieses Muster erkennen und du lernst es Schritt für Schritt zu verändern. Und diesen Workshop gibt es sowohl online als auch offline. Die Infos dazu findest du auf meiner Webseite. Ich verlinke dir unten den Link. Schau einfach rein und schau, was sich für dich stimmig anfühlt. Und natürlich freue ich mich, wenn wir uns dort einmal begegnen. Weil dein Nervensystem ist nicht in Stein gemeißelt. Es ist nicht festgelegt. Es ist formbar. Es lernt. Es verändert sich durch jede Erfahrung, die ihm sagt, du bist sicher. Du kannst warten. Du musst nicht sofort reagieren. Und der Atem, genauer gesagt das bewusste Atmen und das bewusste Anhalten des Atems ist dafür ein kraftvolles Werkzeug, das du nutzen kannst. Und nicht weil es super spektakulär ist oder was Neues ist, sondern weil es einfach direkt dort ansetzt, wo Sicherheit entsteht, nämlich in deinem Nervensystem, im Körper. Und du investierst letztendlich in das, was du wirklich verändern willst. Das war jetzt erstmal die letzte Folge vor der Sommerpause. Die nächste Folge gibt es ab dem 17. September. Und bis dahin darfst du dir gerne nochmal die letzten Folgen anhören. Vielleicht ist etwas dabei, dass du beim letzten Mal oder beim ersten Mal anhören überhört hast. Ich wünsche dir frohes Atmen und bis bald.