Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / MENTALE STÄRKE & MINDSET mit Dr. Jeannine Ohlert, Sportpsychologin
Transcript
- 0:11SPEAKER_03: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:17SPEAKER_03: My name is Dr.
- 0:18SPEAKER_03: Bodo Wörken.
- 0:19SPEAKER_03: Ich bin Arzt und Coach.
- 0:25SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse herbringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:36SPEAKER_04: Moin Leute.
- 0:38SPEAKER_04: In diesem Podcast geht es um mentales Training.
- 0:42SPEAKER_04: Und dabei hatte ich die Ehre, mit Dr.
- 0:44SPEAKER_04: Janine Olert von der Sporthochschule Köln zu sprechen.
- 0:48SPEAKER_04: Janine ist Diplompsychologin und Sportpsychologin, betreut dabei relativ viele Athleten, gerade so aus dem Teamsportbereich, hat viel für einen DFB gearbeitet, für viele Handballvereine und befasst sich dabei in Arbeitsschwerschpunkten mit Gruppenprozessen, wie man quasi mental innerhalb der Gruppe stärker wird, mit sogenannten, mit sozialen Faulenzen, was man als Social Laughing bezeichnet, worüber wir auch kurz in dem Podcast sprechen.
- 1:26SPEAKER_04: Danach uns halt über Persönlichkeitsentwicklungen von jungen Athleten.
- 1:31SPEAKER_04: Janine ist jemand, den ich im Sportstudium kennenlernen durfte und der mich persönlich in meiner Trainerentwicklung sehr weitergebracht hat, weil sie einfach echt eine sehr, sehr interessante Sichtweise auf viele Dinge hat.
- 1:45SPEAKER_04: Wir sprechen in dem Podcast über mentales Training erstmal so im Allgemeinen, vielleicht auch über Missverständnisse und was vielleicht auch in dem Bereich so ein bisschen manchmal ein bisschen schiefläuft, da sich vielleicht auch Akteure in dem Bereich bewegen, die nicht so eine fundierte Ausbildung haben.
- 2:04SPEAKER_04: Danach sprechen wir über Strategien, die man einerseits im Teamsport anwenden kann, andererseits aber auch im Ausdauersport, auch im Triathlon-Bereich.
- 2:14SPEAKER_04: Darauf gehen wir dann alles ein bisschen näher ein.
- 2:16SPEAKER_04: Wir sprechen viel über Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitsregulation und was man machen kann, um seine Leistungsfähigkeit eben zu steigern.
- 2:27SPEAKER_04: Und abschließend sprechen wir noch so ein bisschen über mentale Ermüdung, was wir auch schon vorher im Podcast mal besprochen haben.
- 2:34SPEAKER_04: Wie wichtig es eben ist, dass man nicht nur physiologisch gut drauf ist an einem Wettkampftag, sondern eben auch psychologisch und von der mentalen Komponente.
- 2:44SPEAKER_04: Ja, viel Spaß bei dem Podcast mit Janine.
- 2:48SPEAKER_04: Moin Janine.
- 2:50SPEAKER_04: Hallo.
- 2:51SPEAKER_04: Ja, erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, dass wir hier so ein bisschen über mentales Training reden kannst.
- 2:58SPEAKER_04: Ich weiß, deine Zeit ist immer sehr begrenzt und du bist jemand, der als Wissenschaftlerin sehr stark aktiv ist bei der SPO, aber auch viele Kurse gibst, wahrscheinlich im Moment auch viel virtuell Kurse anbietest.
- 3:17SPEAKER_04: Aber erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, dass wir hier so ein bisschen über mentales Training reden können.
- 3:23SPEAKER_05: Ja, gerne, kein Problem.
- 3:25SPEAKER_05: Ist ja auch wichtig, dass unsere Forschungsergebnisse irgendwie in der Praxis ankommt.
- 3:31SPEAKER_04: Das hoffe ich.
- 3:33SPEAKER_04: Zunächst einmal so ein bisschen zu dir.
- 3:37SPEAKER_04: Also du bist ja jemand, der forschungsmenge sehr, sehr aktiv ist und sehr viel auch in der Spure geforscht hat.
- 3:46SPEAKER_04: Du hast sehr viel auch für den DFB geforscht und für Teamsportarten im Handballbereich und hast, sag ich mal, sehr viel so diesen Teamsportbereich abgebildet.
- 3:57SPEAKER_04: Und ich glaube, es ist ganz interessant für unsere Hörer, da irgendwie nochmal so ein bisschen auf den Unterschied rauszukristallisieren zwischen Team und Individualsportarten.
- 4:07SPEAKER_04: Wir haben relativ viele Leute, die bei uns zuhören, die eigentlich eher so Ausdauersportler sind.
- 4:11SPEAKER_04: Und deswegen wollte ich erstmal so ein bisschen global anfangen, so, das würde ich jetzt wahrscheinlich so ein bisschen drüber lachen, aber mentales Training im Sport.
- 4:21SPEAKER_04: Was ist das überhaupt?
- 4:23SPEAKER_05: Ja, also es ist ein ziemlich breites Feld, muss man tatsächlich sagen.
- 4:26SPEAKER_05: Also das heißt, wir unterscheiden tatsächlich zwischen mentalem Training allgemein und dann Mentaltraining im engeren Sinne.
- 4:35SPEAKER_05: Und wenn wir mentales Training sagen, dann meinen wir tatsächlich im Grunde alles, was mit dem Kopf zu tun hat, wenn man so will.
- 4:41SPEAKER_05: Das heißt, wenn jemand jetzt zum Beispiel lernt, wie er effektive Selbstgespräche führt, gehört das auf jeden Fall zu mentalem Training schon dazu.
- 4:50SPEAKER_05: Aber auch so Sachen wie Teambuilding-Maßnahmen gehören streng genommen zu mentalem Training, weil das halt einfach dann mentales Training mit in der ganzen Mannschaft ist, wenn man so will.
- 4:59SPEAKER_05: Und dann gibt es halt noch die ganze Bandbreite.
- 5:01SPEAKER_05: Also wir fangen an von Aufmerksamkeitssteuerung.
- 5:04SPEAKER_05: Also die Frage, wie konzentriere ich mich im Wettkampf, wohin lenke ich meine Aufmerksamkeit, dann über Stressregulation, wie gehe ich um mit Stress vor dem Wettkampf, Stress im Wettkampf, auch privatem Stress, gehört ja auch für Sportler dazu, darf man ja auch nicht vergessen.
- 5:18SPEAKER_05: Solche Geschichten.
- 5:20SPEAKER_05: Und wenn wir dann über Mentaltraining im engeren Sinne reden, dann reden wir meistens über Techniken, wo es darum geht, wie schaffe ich es im Kopf, mein Techniklernen quasi zu unterstützen.
- 5:30SPEAKER_05: Das heißt, in jeder Sportart muss man manchmal eben neue Techniken lernen.
- 5:34SPEAKER_05: Und das kann ich einfach mit dem Kopf unterstützen durch verschiedene Maßnahmen.
- 5:38SPEAKER_05: Und das ist das, was wir eigentlich mit Mentaltraining meinen.
- 5:41SPEAKER_05: Also mentales Training ist dann eher sportpsychologisches Training im Allgemeinen.
- 5:45SPEAKER_05: Und Mentaltraining im engeren Sinne bezieht sich dann eher auf Bewegungslernen.
- 5:49SPEAKER_05: Aber wir haben auch noch andere Bereiche.
- 5:51SPEAKER_05: Geht es noch um Visualisierung, also sich Sachen vorzustellen, Selbstgesprächsregulation, wie kriege ich es hin, dass ich mich selber so ein bisschen beruhige, vielleicht in verschiedenen Situationen kann ich auch ganz unterschiedlich einsetzen und so weiter.
- 6:03SPEAKER_05: Wahrscheinlich habe ich jetzt noch die Hälfte vergessen, aber das ist auf jeden Fall schon mal, es ist relativ breit, wie gemerkt.
- 6:08SPEAKER_04: Ja, klar.
- 6:09SPEAKER_04: Und ist es dann so, dass ihr, sag ich mal, ein bestimmtes Alter habt, wo ihr anfangt mit den Sportlern an solchen Faktoren zu arbeiten?
- 6:19SPEAKER_04: Oder ist es eher so, dass sich das eigentlich von Kindheit an mal auch an mentalen Faktoren mit Leuten arbeitet?
- 6:26SPEAKER_05: Also im Grunde ist es tatsächlich so, dass wir sagen, eigentlich sollte mentales Training so früh wie möglich anfangen.
- 6:33SPEAKER_05: Das heißt, wir haben jetzt tatsächlich in Kooperation mit dem ersten FC Köln, das mache ich nicht selber machen, Kollegen von uns, die arbeiten da tatsächlich mit der U8, also mit sechs, Sieben-Jährigen.
- 6:44SPEAKER_05: Da muss man natürlich anders arbeiten, muss anders rangehen.
- 6:47SPEAKER_05: Aber auch mit denen kann man schon darüber sprechen, wie fühlen die sich manchmal vor dem Spiel.
- 6:51SPEAKER_05: Also wie, und was kann man denn da machen, dass man nicht so nervös ist?
- 6:55SPEAKER_05: Weil auch in dem Alter haben die zum Teil schon versagensengesetzt und solche Geschichten.
- 7:00SPEAKER_05: Natürlich so massiv, das wird dann natürlich, je mehr man in Richtung Leistungsorientierung geht, wird es stärker.
- 7:06SPEAKER_05: Aber wir haben eigentlich die Erfahrung gemacht, dass wenn man das altersgemäß macht, man schon ziemlich früh anfangen kann und dass das eigentlich auch gut ist, weil die dann halt relativ schnell lernen, der Kopf ist wichtig und der Kopf kann mich behindern in meiner Leistungsfähigkeit.
- 7:20SPEAKER_05: Aber wenn ich es richtig mache und wenn ich mir ein paar Techniken aneigne, dann kann er mir halt auch sehr gut helfen in vielen Situationen.
- 7:26SPEAKER_05: Das heißt, er kann mich eben zu besserer Leistung bringen und mir geht es dann halt auch insgesamt besser.
- 7:31SPEAKER_05: Und das ist, glaube ich, auch so ein wichtiges Merkmal von einer guten sportpsychologischen Betreuung, ist, dass wir halt nicht nur darauf gucken, wie wird jemand im Wettkampf besser, sondern es geht immer um den gesamten Menschen.
- 7:42SPEAKER_05: Das heißt, es geht auch um die Persönlichkeitsentwicklung.
- 7:45SPEAKER_05: Und es geht auch darum, tatsächlich psychisch gesund zu bleiben.
- 7:48SPEAKER_05: Gerade eben, wenn jemand professioneller unterwegs ist, viel Stress hat, viel Zeitdruck hat, dass dann halt die psychische Gesundheit nicht darunter leidet.
- 7:56SPEAKER_04: Okay, das finde ich total der interessante Gesichtspunkt eigentlich.
- 8:00SPEAKER_04: Das letzte, was du angesprochen hast, dass es auch, also man sagt ja eigentlich immer so mentales Training, es geht darum, irgendwie Stress zu reduzieren, sich bereit zu machen für den Wettkampf, aber eben, dass du auch sagst, dass es auch dadurch darum geht, einfach den Trainingsprozess so zu unterstützen und dass jemand auch, ich sage mal, im Leistungssportbereich hat man ja auch viele Leute, die eher so zum Perfektionismus neigen und vielleicht Sachen dann auch eher zu perfekt machen wollen.
- 8:28SPEAKER_04: Und dass das wahrscheinlich auch ein gewisses Problem dann einfach erzeugen kann, finde ich super interessant.
- 8:34SPEAKER_05: Ja, und es ist halt auch wichtig, weil also wir können halt den Sportler nicht auf seinen Sport reduzieren, sondern ich habe halt immer den gesamten Menschen vor mir sitzen.
- 8:43SPEAKER_05: Also was wir auch in der Sporthochschule viel machen, ist, wir arbeiten in der Initiative Mentaltalent, die halt eher so sich um Jugendliche kümmert, arbeiten wir ganz viel mit den Sportunternaten zusammen, wo die ja wirklich Richtung Leistungssport unterwegs sind und wo viele Jugendliche zusammen wohnen und wo das Leben halt eigentlich nur auf den Sport ausgerichtet ist.
- 9:03SPEAKER_05: Und da bieten wir jetzt in verschiedenen Internaten so sportpsychologische Sprechstunden an.
- 9:08SPEAKER_05: Das heißt, da ist ein Kollege, eine Kollegin vor Ort, ist dann einfach da und die Sportler können kommen.
- 9:13SPEAKER_05: Und die kommen dann natürlich auch mit Themen aus dem Sport, aber die kommen halt ganz viel auch und sagen, keine Ahnung, ich habe Stress mit meiner Freundin oder ich komme in der Schule gerade nicht klar oder meine Eltern reden irgendwie nicht mehr mit mir oder wie auch immer.
- 9:27SPEAKER_05: Das sind solche Geschichten.
- 9:28SPEAKER_05: Und natürlich wirkt sich das irgendwie dann auch auf die Leistung aus, die die bringen können im Training und im Wettkampf.
- 9:33SPEAKER_05: Und da können wir ja irgendwie schlecht sagen, ja so, das sind jetzt ja eine privaten Sachen, da reden wir mit dir nicht drüber.
- 9:38SPEAKER_05: Also das heißt, die Idee ist eigentlich immer, dass wir den Menschenfokus sehen.
- 9:42SPEAKER_05: Und klar ist eine Orientierung da, dass wir die Person vorwärts bringen wollen.
- 9:47SPEAKER_05: Aber vorwärts heißt in den meisten Fällen natürlich auch dahin bringen, dass er oder sie bessere Leistungen bringen kann.
- 9:54SPEAKER_05: Aber wenn ich eine Person vor mir sitzen habe, die sagt, ich bin nicht sicher, ob ich mit Leistungssport weitermachen soll, bin ich bestimmt nicht diejenige, die sagt, nee, nee, du musst es auf jeden Fall machen und wir gucken jetzt, dass du deine Leistung optimierst, sondern ich gucke mir, ich versuche dann mit der Person zu helfen, dass sie eine eigene Entscheidung treffen kann.
- 10:10SPEAKER_05: Und wenn die Entscheidung ist, Leistungssport ist vielleicht gar nichts für mich, weil ich mit dem Druck nicht umgehen kann oder solche Geschichten oder weil mir andere Dinge des Lebens fehlen, dann würde ich die Person immer in der Entscheidung unterstützen und niemals sagen, nee, nee, du musst dich aber jetzt auf den Sport fokussieren.
- 10:24SPEAKER_05: Und das ist tatsächlich so, dass das in der Öffentlichkeit häufig noch falsch wahrgenommen wird, weil es halt eben in den Medien auch sehr einseitig dargestellt wird.
- 10:31SPEAKER_05: Dann wird eben häufig gesagt, ja, die Mentaltrainer, die sind halt nur dafür da, dass die Leistung optimiert wird.
- 10:38SPEAKER_05: Vielleicht ist es tatsächlich an manchen Stellen auch so, es kommt halt immer drauf an, wo man eingesetzt wird als Sportpsychologe.
- 10:44SPEAKER_05: Und man darf halt auch nicht vergessen, dass leider der Begriff auch nicht geschützt ist.
- 10:48SPEAKER_05: Das heißt, es rennen auch viele Leute da draußen rum, die sich Mentaltrainer nennen, also die behaupten, Mentaltrainer zu sein, und aber eigentlich relativ wenig Hintergrund haben.
- 10:59SPEAKER_05: Und dann mit so Sachen wie, ich laufe über höhere Kohlen und ich motiviere euch mal kurz und dann ist alles besser.
- 11:06SPEAKER_05: So funktioniert die Arbeit halt nicht.
- 11:07SPEAKER_05: Deswegen sind wir da immer relativ sensibel, sage ich jetzt mal, dass man eigentlich, wenn man mit einem Sportpsychologen zusammenarbeitet, auch guckt, dass man jemanden hat, der auch einen wissenschaftlichen Hintergrund hat.
- 11:17SPEAKER_05: Das heißt, entweder ein Sportstudium oder ein Psychologiestudium und dann eben noch eine Zusatzausbildung.
- 11:23SPEAKER_05: Und am besten, es gibt so eine Expertenliste vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft, wenn eine Person da drauf ist, dann kann man relativ sicher gehen, dass das jemand ist, der Ahnung hat von dem, was er da tut.
- 11:32SPEAKER_05: Und der arbeitet dann eigentlich auch so, wie ich das gerade gesagt habe, nämlich den Menschen im Blick.
- 11:37SPEAKER_04: Und da gibt es extra eine Liste für, wo man das quasi im Internet nachgucken kann.
- 11:41SPEAKER_05: Genau, weil wir halt immer die Probleme hatten, dass, also das ist ja auch nach wie vor so, dass Leute da rumlaufen, die halt nur sagen, sie können das und aus irgendwelchen Gründen auch immer wieder an Jobs kommen, finde ich immer sehr spannend.
- 11:54SPEAKER_05: Aber deswegen hat das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, die kürzen sich BISP ab und die haben eine Expertenliste für Sportpsychologen.
- 12:03SPEAKER_05: Das heißt, da kommen nur die drauf, die auch schon eine gewisse Erfahrung haben, die schon eine Weile mit Verbänden zusammenarbeiten und die eben die Kriterien erfüllen.
- 12:12SPEAKER_05: Das heißt, dass die eben schon eben eine Ausbildung haben, eine wissenschaftliche und ausgebildete Sportpsychologen zusätzlich sind.
- 12:20SPEAKER_04: Und wenn ihr dann so jetzt jemandem euch unterhaltet, der vielleicht noch so ein bisschen jünger ist oder so, gibt es dann auch so, sag ich mal, Red Flags, die ihr dann irgendwie so beachtet bei so einem Gespräch, wo er eben irgendwie, ja, ich meine, wenn man jetzt irgendwie eine psychologische Analyse oder so von jemandem macht, wo man halt irgendwie merkt, okay, da gibt es halt Dinge, die irgendwie gar nicht zum Leistungssport passen oder ist es eher so eine subjektive Sache, die ihr dann probiert durchzuführen?
- 12:50SPEAKER_05: Also man muss immer so ein bisschen vorsichtig sein, weil die wenigsten Sportpsychologen sind auch ausgebildete Psychotherapeuten und richtig therapieren darf die Menschen ja tatsächlich nur, wenn ich da nochmal eine Zusatzausbildung gemacht habe.
- 13:04SPEAKER_05: Von daher würde ich immer gucken, worum geht es, was erzählt mir der Sportler, der gerade vor mir sitzt.
- 13:11SPEAKER_05: Was ist sein Anliegen?
- 13:12SPEAKER_05: Das würde ich auf jeden Fall klären.
- 13:14SPEAKER_05: Und wenn ich halt merke, da ist was dahinter, was jetzt vielleicht gar nichts mit Sport zu tun hat und dieser Mensch hat wirklich tiefergehende Probleme, die kann ich dann als Sportpsychologin auch nicht lösen.
- 13:23SPEAKER_05: Das heißt, in dem Moment greife ich auf ein Netzwerk zurück und da haben wir zum Glück auch an der Sporthochschule die Initiative mental gestärkt.
- 13:30SPEAKER_05: Da gibt es ein Netzwerk in ganz Deutschland, wo Sportler sich quasi melden können, wenn sie gerne tatsächlich therapeutische Unterstützung hätten.
- 13:40SPEAKER_05: Sportpsychologische geht auch, kann man sich da auch jemanden suchen lassen.
- 13:43SPEAKER_05: Und dann würde ich halt gucken, dass ich in der näheren Umgebung des Sportlers tatsächlich einen Therapeuten finde und ihn dann dahin weiterverweise.
- 13:52SPEAKER_05: Weil das wirklich halt nochmal eine andere Ausnahme ist, wenn ich merke, Schottler kämpft mit Depressionen oder wirklich mit Geschichten jetzt tiefer gehen und Problem, vielleicht mit Trauma oder solchen Geschichten.
- 14:03SPEAKER_05: Das bringt dann halt auch wenig, wenn ich mit der Person weiterarbeite, weil dann komme ich halt irgendwann an einen Punkt, wo es einfach nicht geht.
- 14:10SPEAKER_05: Also wenn halt das Problem, sage ich jetzt mal, tiefer liegt, dann kann ich da auch nichts machen.
- 14:15SPEAKER_05: Und das wäre für mich dann ein Punkt, wo ich sagen würde, okay, hier gehe ich auch nicht weiter in meiner Arbeit.
- 14:22SPEAKER_04: Aber würdest du sagen, jetzt so im Leistungssportbereich gibt es gewisse psychologische Faktoren, die du in früher Kindheit irgendwie entwickeln musst?
- 14:30SPEAKER_04: Oder die relativ schnell sich irgendwie, ja, die du einfach haben musst, so gerade Stressbekannt.
- 14:37SPEAKER_05: Also wenn es jetzt tatsächlich um die Frage geht, haben Leistungssportler eine andere Persönlichkeit als andere Menschen, muss man ganz klar sagen, es gibt noch keine Studie, die das nachweisen konnte, interessanterweise.
- 14:49SPEAKER_05: Was finde ich auch immer wieder spannend, weil man hat ja selber so ein Bild, aber es ist tatsächlich so, dass Leistungssportler Menschen sind wie alle anderen auch.
- 14:56SPEAKER_05: Das heißt, es gibt welche, die sind eher extrovertiert, es gibt welche, die sind eher introvertiert.
- 15:01SPEAKER_05: Was, glaube ich, hilft im Leistungssport, aber manche kommen halt trotzdem in den Leistungssport rein, auch wenn sie das nicht haben, sind zwei Dinge aus meiner Sicht.
- 15:10SPEAKER_05: Das eine ist halt wirklich eine gute Disziplin.
- 15:14SPEAKER_05: Du hast schon den Perfektionismus angesprochen.
- 15:17SPEAKER_05: Ich glaube, da gibt es tatsächlich auch zwei Formen von Perfektionismus.
- 15:21SPEAKER_05: Das eine ist ein relativ gesunder Perfektionismus und der ist, glaube ich, wichtig.
- 15:24SPEAKER_05: Und das andere sind dann eher wirklich ungesundere Formen.
- 15:27SPEAKER_05: Also wenn es dann zu extrem wird, ist es dann auch zu viel.
- 15:31SPEAKER_05: Und auch daran kann man arbeiten, das ist immer okay.
- 15:35SPEAKER_05: Aber man muss, glaube ich, wirklich dann gucken, welche Form hat man hat.
- 15:39SPEAKER_05: Und ich glaube, so ein bisschen dieses Hinterhersein und sich selber verbessern wollen, das ist schon sehr wichtig.
- 15:45SPEAKER_05: Und was auch extrem wichtig ist für Leistenssportler, ist ein guter Umgang mit Niederlagen.
- 15:51SPEAKER_05: Da gibt es auch mittlerweile verschiedene Studien zu.
- 15:54SPEAKER_05: Eine ganz spannende aus dem Fußball, die hat Birgit Prinz in ihre Diplomarbeit gemacht, also die ehemalige Weltfußballerin.
- 16:00SPEAKER_05: Die hat ja auch Psychologie studiert und hat dann ihre Diplomarbeit dazu geschrieben, wie sich Bundesligaspielerinnen und Spieler von Nationalspielerinnen und Spielern unterscheiden.
- 16:11SPEAKER_05: Und findet tatsächlich, dass sogar die Nationalspieler noch besser mit Niederlagen umgehen können als Bundesligaspieler.
- 16:17SPEAKER_05: Also dass sogar in dieser extremen Form findet man da noch Unterschiede.
- 16:21SPEAKER_05: Also das heißt, das ist schon ein Persönlichkeitsmerkmal, was wichtig ist.
- 16:24SPEAKER_05: Aber auch das kann man lernen.
- 16:26SPEAKER_05: Also auch da kann man sich noch durch sportpsychologische Unterstützung verbessern.
- 16:31SPEAKER_04: Also dass man quasi aus einer Niederlage auch die positiven Seiten zieht und nichts nur darauf konzentriert oder persönlich auf sich bezieht, das man eben verloren hat.
- 16:41SPEAKER_05: Genau, also es gibt halt, also ganz grob gesagt, unterscheiden wir im Grunde zwei Typen von Leuten.
- 16:46SPEAKER_05: Die einen, die dann eher nach einer Niederlage oder manchmal ja auch schon nach Fehlern, die einem im Wettkampf passieren, die sich dann ständig um diesen Fehler kreisen oder um diese Niederlage kreisen und gar nicht mehr loslassen können.
- 16:57SPEAKER_05: Und es halt immer nur darum geht, wie schlecht es einem geht und wie bescheuert man gerade war und was für einen blöden Fehler man gerade gemacht hat.
- 17:05SPEAKER_05: Und das ist natürlich nicht so funktional.
- 17:07SPEAKER_05: Und dann gibt es halt die anderen Typen, die sagen halt, okay, ich hack das ab, ich kann es jetzt sowieso nicht mehr ändern, was kann ich denn als nächstes tun?
- 17:16SPEAKER_05: Und das ist natürlich die viel produktivere Geschichte für den Sport.
- 17:19SPEAKER_05: Natürlich ist man enttäuscht nach einer Niederlage, natürlich ärgert man sich über einen Fehler, aber die Frage ist halt, wie schnell man das da quasi drüber kommt und wie schnell man es eben auch schafft, aus den eigenen Fehlern zu lernen und sich dann auch das selber zu nutzen für die eigene Weiterentwicklung.
- 17:33SPEAKER_04: Ja, ich meine, Fehler zu machen ist ja auch wichtig und richtig.
- 17:37SPEAKER_05: Total wichtig.
- 17:38SPEAKER_05: Und das ist halt auch was, was man jüngeren Sportlern, also gerade perfektionistischen Sportlern, muss man das, glaube ich, auch beibringen, dass Fehler eben dazugehören und dass sie sogar super wichtig sind.
- 17:49SPEAKER_05: Weil wenn ich einen Fehler nicht mache, dann weiß ich nie, an welcher Stelle ich vielleicht noch die letzte Stellschraube drehen könnte.
- 17:56SPEAKER_05: Und manchmal hilft ein größerer Fehler was Kleineres, was die ganze Zeit schon so im Verborgenen lag, so ein bisschen zu erkennen und mich dadurch halt weiterzuentwickeln.
- 18:05SPEAKER_04: Ja, total.
- 18:06SPEAKER_04: Das ist jetzt, glaube ich, auch so ein gesellschaftliches Ding, wo ich auch immer denke, so unsere Gesellschaft wird irgendwie gelernt, nie Fehler zu machen.
- 18:13SPEAKER_04: Und das ist total kritisch, also in allen Bereichen, dass es irgendwie es irgendwie immer probiert wird, so perfektionistisch Dinge anzugehen.
- 18:20SPEAKER_04: Das ist zumindest das, was ich immer so erfahren habe.
- 18:22SPEAKER_04: Aber es ist interessant, ich sehe es auch so wie du.
- 18:24SPEAKER_04: Ich finde es super wichtig, dass die Leute Fehler machen, gerade auch in Wettkämpfen und dass man daraus, habe ich auch immer in meiner Karriere oder in meinem Sportleben am meisten daraus gelernt eigentlich.
- 18:35SPEAKER_05: Ja, und also ich meine, es hat ja auch was mit der Fehlerkultur zu tun.
- 18:39SPEAKER_05: Also es ist jetzt total egal, ob das jetzt bei der Arbeit ist oder im Sport.
- 18:42SPEAKER_05: Also auch für einen Sportler ist es, glaube ich, auch immens wichtig, wie der Trainer mit Fehlern umgeht.
- 18:48SPEAKER_05: Also vermittelt mir auch mein Trainer, dass Fehler okay sind und dass ich auch Fehler machen darf.
- 18:54SPEAKER_05: Und dass man natürlich die große ganze Entwicklung im Auge halten muss und nicht jetzt einzelne Fehler, die passieren.
- 19:02SPEAKER_05: Und Menschen machen Fehler.
- 19:04SPEAKER_05: Wir sind keine Maschinen, wir sind nicht perfekt und deswegen müssen wir Fehler machen.
- 19:08SPEAKER_05: Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass man das so für sich im Kopf hat, dass Fehler dazugehören einfach zur Welt des Sports, zur Welt der Arbeit.
- 19:17SPEAKER_05: Und dass man halt eher gucken muss, wie kriegen wir das hin, wenn wir ein perfektes Produkt haben wollen.
- 19:22SPEAKER_05: Wie kriegen wir das hin, dass wir das schaffen, obwohl wir Menschen sind?
- 19:26SPEAKER_05: Also wie kriege ich das geschafft, dass ich das trotz der Fehler, die passieren, vernünftig transportieren kann.
- 19:34SPEAKER_04: Ja.
- 19:35SPEAKER_04: Und wenn man so jetzt zu Methoden und so kommt, sorry.
- 19:46SPEAKER_04: Wie bekommt man das hin, wenn man, sage ich mal, so von der Methodik her, wenn man dann irgendwie sagt, okay, du kannst damit nicht umgehen, zum Beispiel jetzt mit Fehlern irgendwie, dass du übermäßig oder dass du einen Fehler gemacht hast und du kannst damit gar nicht umgehen, wie würde man so jemanden anpacken?
- 20:03SPEAKER_05: Also das Spannende der Sportpsychologie ist ja auch, dass wir mit Menschen arbeiten.
- 20:07SPEAKER_05: Das heißt, da gibt es halt auch kein so ein Kochrezept, was man da machen kann, sondern es gibt eher so ein, ich sag mal, eine Batterie von Methoden, die man so in der Tasche haben sollte und dann muss man halt einfach gucken, was passt zu der Person, mit der ich arbeite.
- 20:22SPEAKER_05: Was wir tatsächlich häufig machen, wenn wir mit Sportlern an Fehlern arbeiten, ist, dass wir den sogenannten Gedankenstopp einsetzen.
- 20:32SPEAKER_05: Das heißt, was eben häufig passiert bei Fehlern ist, also gerade wenn es jetzt ein Fehler im Wettkampf ist zum Beispiel, ist, dass ich mich danach halt einfach mich mit meinem Kopf nicht von dem Fehler lösen kann.
- 20:42SPEAKER_05: So und dass mich das natürlich beeinflusst, weil ich bin mit meiner Konzentration ja nicht da, wo ich sie brauche, nämlich am aktuellen Punkt des Wettkampfs, sondern ich hänge immer noch in der Vergangenheit, wenn man so will.
- 20:52SPEAKER_05: Und dann kann ich halt hergehen und kann quasi lernen, und das ist auch wichtig, dass man das, also man muss das tatsächlich trainieren.
- 20:59SPEAKER_05: Das funktioniert jetzt nicht beim ersten oder zweiten Mal.
- 21:02SPEAKER_05: Aber wenn man dann mit dem Sportler mal drüber spricht, was sind denn typische Gedanken, die du hast nach einem Fehler, dann kann er das wahrscheinlich relativ gut sagen.
- 21:11SPEAKER_05: Das kann man dann auch nochmal testen über einen Wettkampf, was so typische Gedankengänge sind, weil jeder hat so seine Standardsätze, die dann immer im Kopf rumgehen.
- 21:18SPEAKER_05: Was weiß ich, was bist du für ein Idiot oder wie auch immer.
- 21:21SPEAKER_05: Und was wir dann halt häufig verwenden, ist eben, dass wir sagen, okay, jetzt setzt dir ein Stopp-Signal.
- 21:28SPEAKER_05: Und das Stopp-Signal sollte wirklich deutlich sein für den Körper.
- 21:31SPEAKER_05: Also so ähnlich wie wenn einem jemand anders richtig anschreit, stopp.
- 21:36SPEAKER_05: Und so trainieren wir das manchmal auch, dass wir halt dann da sitzen, der Sportler soll seine negativen Gedanken erzählen, der soll das sagen, der redet dann, was er so normalerweise sich Negatives selber sagt.
- 21:48SPEAKER_05: Und dann brüllen wir den an und sagen, stop.
- 21:51SPEAKER_05: Und es geht halt wirklich darum, diesen Gedanken anzuhalten, und zwar eigentlich so schnell wie möglich.
- 21:56SPEAKER_05: Und dann können wir gucken, wenn man jetzt nur sagt, stopp, Dann das Einzige, was passiert, ist, dass hinterher der gleiche Gedanke wieder losgeht.
- 22:04SPEAKER_05: Oder irgendwann später kommt er wieder.
- 22:06SPEAKER_05: Ich brauche auch einen positiven Gedanken, den ich stattdessen dagegensetzen kann.
- 22:10SPEAKER_05: Das heißt, ich muss im Grunde den Kopf mit was anderem beschäftigen.
- 22:13SPEAKER_05: Und dann überlegen wir eben mit dem Sportler, was könnte das sein?
- 22:16SPEAKER_05: Und da gibt es halt alles Mögliche.
- 22:18SPEAKER_05: Das kann ein einfacher Satz sein, an dem ich dann denke, oder ich stelle mir was vor.
- 22:21SPEAKER_05: Kommt halt auch ein bisschen auf den Wettkampf drauf an.
- 22:23SPEAKER_05: Wenn ich jetzt einen Triathleten habe, ich nehme einfach mal das Beispiel und da ist jetzt in der Wechselzone irgendein Fehler passiert und dann habe ich dann aber, keine Ahnung, beim Laufen hinterher ziemlich viel Zeit darüber nachzudenken.
- 22:35SPEAKER_05: Und es passiert vielleicht auch aktuell gar nichts.
- 22:37SPEAKER_05: Und dann habe ich aber auch Zeit, eine Gegenstrategie zu entwickeln.
- 22:40SPEAKER_05: Das heißt, ich kann mir auch Bilder vorstellen oder kann mich damit beschäftigen, wie jetzt der Wettkampf weitergeht.
- 22:47SPEAKER_05: Ich kann meine Konzentration auf meine Gegner lenken.
- 22:49SPEAKER_05: Das heißt, es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ich produktive Gedanken einbauen kann und quasi meine Aufmerksamkeit wieder dahin lenke, wo ich sie eigentlich haben will.
- 22:57SPEAKER_05: Wenn ich jetzt einen Wettkampf habe, wo ich wenig Zeit habe, keine Ahnung, über meinem Handball oder sowas, wo man wenig Zeit hat, nachzudenken, da ist es häufig so, dass wir sagen, okay, was kannst du in der Kürze der Zeit vielleicht machen?
- 23:07SPEAKER_05: Und dann kann das halt ein einfacher Satz sein, dass man sich selber sagt, okay, abhaken, weitermachen.
- 23:12SPEAKER_05: Irgendwie sowas, also was, was schnell geht.
- 23:15SPEAKER_05: Aber wie gesagt, das kommt halt echt immer auf die Sportart an und es kommt halt auch sehr auf die Person drauf an.
- 23:20SPEAKER_05: Manche arbeiten eher über Bilder, das ist für die einfacher, manche eher darüber, dass sie mit sich reden, manche wollen eher ihre Aufmerksamkeit dann lenken.
- 23:28SPEAKER_05: Und das versuchen wir dann halt rauszufinden im Gespräch.
- 23:31SPEAKER_05: Deswegen ist es halt eigentlich auch gut, wenn man das nicht alleine macht, sondern wenn man sich halt jemanden dazu holt, der ein bisschen Ahnung hat, sage ich jetzt mal, und der einen dann durch so einen Prozess auch leiten kann, sowas zu entwickeln.
- 23:42SPEAKER_05: Und wenn man dann diese roten und grünen Gedanken, so nennen wir die dann hat, dann schreiben wir das beides auf, gucken nochmal, wie kann das Stopp-Signal aussehen.
- 23:51SPEAKER_05: Also wie stelle ich mir das vor, weil es ist ja nicht immer jemand dabei, der einen dann anschreien kann.
- 23:56SPEAKER_05: Und wenn wir das erarbeitet haben, dann wird das wirklich alles aufgeschrieben, sodass der Sportler sich das auch alles immer wieder angucken kann und dann im Training halt auch üben soll.
- 24:04SPEAKER_05: Das heißt, immer wenn die Gedanken kommen, versuchen den negativen Gedanken zu erkennen und dann den richtigen positiven Gedanken, den man sich dann natürlich idealerweise vorher noch ein paar Mal durchgelesen hat, damit man den auch im Kopf hat, dagegen zu setzen und zu überlegen, wie geht es weiter.
- 24:19SPEAKER_05: Das wäre jetzt eine Methode, relativ kurz beschrieben.
- 24:22SPEAKER_05: Aber es gibt halt auch noch andere Varianten.
- 24:24SPEAKER_04: Ich finde auch, was du erzählst, was du ansprichst mit der Aufmerksamkeit, das ist, finde ich, auch ein Tretn, sowas, was unglaublich wichtig ist.
- 24:32SPEAKER_04: Also diese Aufmerksamkeitsregulation und worauf man quasi seinen Fokus richtet, das ist was, das finde ich auch, das hat mir persönlich auch sehr, sehr stark geholfen, im Wettkampf mich mehr zu fokussieren auf gewisse Dinge.
- 24:44SPEAKER_04: Gerade weil es so ein längerer Wettkampf ist und man sich halt schon immer diesen Selbstdialog sich halt in dem immer aussetzt.
- 24:52SPEAKER_05: Ja, also der Triathl hat einerseits den Vorteil, aber andererseits halt auch den Nachteil, dass ich zwischendrin ganz schön viel Zeit habe, nachzudenken.
- 24:59SPEAKER_05: Und das führt natürlich dazu, dass wenn ich meinen Kopf laufen lasse, einfach so, dass er denken kann, was er will, dann macht er das natürlich auch.
- 25:07SPEAKER_05: Und das ist nicht immer produktiv und das muss man halt einfach irgendwie im Griff behalten.
- 25:11SPEAKER_05: Aber es ist natürlich schwierig, also je länger so ein Triathl dauert, ob man sich acht Stunden lang durchkonzentrieren kann, das ist natürlich schon auch, also das ist, glaube ich, auch wichtig.
- 25:23SPEAKER_05: Das ist in allen Sportarten so, die länger dauern, dass man halt auch gucken muss, okay, an welchen Stellen kann ich denn jetzt einfach auch mal vielleicht den Kopf ein bisschen runterlassen.
- 25:32SPEAKER_05: Also wenn ich irgendwo allein unterwegs bin, keinem Gegner weit und breit, dann kann ich vielleicht auch einfach mal zehn Minuten irgendwie Pause machen und mal die Gedanken irgendwo hinlaufen lassen.
- 25:41SPEAKER_05: Aber wenn es dann natürlich halt wieder irgendwo hingeht, wo ich merke, okay, jetzt wird es entscheiden, dann muss ich auch meine Aufmerksamkeit wieder anschalten können.
- 25:48SPEAKER_05: Insofern bin ich total bei dir, das ist ein sehr, sehr wichtiger Faktor, dass ich halt an der richtigen Stelle mit der Aufmerksamkeit bin, dass ich halt die wesentlichen Dinge mitkriege und einfach nichts verpasse.
- 25:59SPEAKER_05: Wenn ich nicht mitkriege, wie irgendein Gegner von hinten ankommt, dann kann ich halt vielleicht zu spät reagieren.
- 26:03SPEAKER_05: Solche Dinge.
- 26:04SPEAKER_04: Ja, und das, finde ich, merkst du halt auch ganz oft, gerade so jetzt bei den langen Wettkämpfen, irgendwie so sieben, acht, neun Stunden, wie dann auch genau diese Komponente halt auch sehr stark leidet.
- 26:19SPEAKER_04: Also am Ende haben die Leute dann einfach einerseits nicht mehr so die Aufmerksamkeit auf die wichtigen Dinge, weil sie sich einfach wohl in diesem Selbstdialog sind.
- 26:29SPEAKER_04: Und zum anderen fehlt dann auch so dieses, ja, das ist ja auch dann irgendwie so eine Kapazität, die dann fehlt, um sich dann nochmal so zu aktivieren und das dann nochmal anzuziehen.
- 26:39SPEAKER_05: Ja, und ich glaube, das ist halt, also der Fehler ist häufig, dass man versucht, sich tatsächlich diese acht, neun Stunden durchzukonzentrieren.
- 26:46SPEAKER_05: Es funktioniert halt einfach nicht.
- 26:47SPEAKER_05: Wir haben eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne.
- 26:50SPEAKER_05: Das heißt, ich brauche zwischendrin auch die Pausen und es ist halt dann hilfreicher, wenn ich mir vorher schon überlege, an welchen Stellen kann ich denn mal Pausen machen.
- 26:58SPEAKER_05: Oder wenn ich direkt merke, okay, jetzt ist vielleicht eine Situation, wo ich mal Pause machen kann, wo ich meine Konzentration tatsächlich mal abschalten kann.
- 27:05SPEAKER_05: Aber dann muss ich halt auch gucken, okay, wo ist ein Signal oder wo ist ein Punkt, wo ich vielleicht meine Konzentration wieder anschalten sollte.
- 27:12SPEAKER_05: Also wenn ich mit, ich sage jetzt mal platt, ab ausgeschalteter Konzentration in die Wechselzone gehe, ist jetzt auch ungünstig.
- 27:20SPEAKER_05: Also ich bin mit Getrieadlohn jetzt nur rudimentär vertraut, aber das wäre für mich jetzt so ein Beispiel.
- 27:26SPEAKER_05: Und dann gibt es halt sicher andere taktische Situationen, wo es halt auch wichtig ist, dass ich 100% da bin.
- 27:30SPEAKER_05: Aber es gibt vielleicht halt auch Strecken, wo es jetzt erstmal nicht so wichtig ist.
- 27:35SPEAKER_05: Wo es auch okay ist, wenn ich mal eine Viertelstunde lang den Kopf nicht so sehr beschäftige.
- 27:40SPEAKER_05: Und ich glaube, das ist halt wichtig, dass man dieses An- und Ausschalten lernt.
- 27:44SPEAKER_05: Das ist halt in allen Sportarten, die länger dauern.
- 27:46SPEAKER_05: Bei Golfern haben wir das gleiche Problem in Anführungszeichen.
- 27:49SPEAKER_05: Die müssen das auch lernen.
- 27:50SPEAKER_05: Weil man kann sich auch nicht fünf Stunden durchkonzentrieren.
- 27:52SPEAKER_05: Das funktioniert halt noch nicht.
- 27:54SPEAKER_04: Also muss man quasi ja noch diese Pausenphasen bewusst probieren, einzuplanen oder zu sagen, okay, ich brauche das jetzt.
- 28:02SPEAKER_05: Ja, würde ich tatsächlich machen.
- 28:03SPEAKER_05: Und zwar eigentlich schon, bevor ich das erste Mal das Gefühl habe, ich bräuchte jetzt die Pause.
- 28:07SPEAKER_05: Das heißt, den Kopf eigentlich schon dann entlasten, wenn es vielleicht halt noch nicht so entscheidend ist.
- 28:13SPEAKER_05: Wenn ich auch, falls ich jetzt zufällig dann doch irgendwas verpassen sollte, wo ich es dann auch wieder aufholen kann.
- 28:19SPEAKER_05: Weil das ist halt in dem Moment, wo ich merke, okay, meine Aufmerksamkeit lässt nach, ist es eigentlich fast schon zu spät.
- 28:24SPEAKER_05: Dann kriege ich es halt schlechter wieder aufgeholt.
- 28:26SPEAKER_05: Wenn ich aber immerhin zwischendrin mal kleinere Pausen mache, dann halte ich vielleicht auch einfach länger durch.
- 28:31SPEAKER_04: Okay, interessant.
- 28:33SPEAKER_04: Ja.
- 28:34SPEAKER_04: Womit du dich ja auch noch viel beschäftigt hast, ist so mit Social Laughing oder Loafing.
- 28:41SPEAKER_04: Loafing, ja.
- 28:42SPEAKER_04: Loafing, genau.
- 28:44SPEAKER_04: Das finde ich eigentlich auch sehr interessant.
- 28:45SPEAKER_04: Das hat zwar nicht so viel jetzt mit einer Individualsportart zu tun, aber vielleicht erklärst du einmal kurz, was das ist.
- 28:51SPEAKER_05: Ja, also Social Loafing ist der englische Begriff.
- 28:54SPEAKER_05: Im Deutschen, der deutsche Begriff Soziales Foulenzen, den finde ich halt nicht so treffend, deswegen benutze ich häufig den Englischen.
- 29:02SPEAKER_05: Es geht im Grunde darum, dass man, wenn man gemeinschaftlich irgendwas tut, dass man dann häufig auch einfach ein bisschen weniger macht, als man vielleicht machen würde, wenn man alleine wäre.
- 29:14SPEAKER_05: Das ist zum Teil auch unbewusst.
- 29:17SPEAKER_05: Zum Teil aber, glaube ich, auch einfach eine Geschichte, die man mehr oder weniger strategisch macht, auch wenn man das wahrscheinlich gar nicht zugeben würde.
- 29:24SPEAKER_05: Also ganz typisches Beispiel ist eben Tauziehen.
- 29:28SPEAKER_05: Wenn ich vier gegen vier Tauziehen machen lasse und vergleiche das mit den Einzelkräften, die die theoretisch da bringen würden, sind die Kräfte viel, viel niedriger, wenn sie zu vier ziehen, als wenn sie alleine ziehen.
- 29:39SPEAKER_05: Weil einfach jeder unbewusst sich ein bisschen auf die anderen verlässt.
- 29:43SPEAKER_05: Und das kriegt man auch im Alltag hin.
- 29:45SPEAKER_05: Das heißt, wenn ich irgendwie einen Umzug mache und sage, acht Leuten räumt zusammen die Wohnung aus, das dauert garantiert länger, als wenn ich dem einen sage, du machst das Zimmer, du machst das Zimmer, du machst das Zimmer.
- 29:55SPEAKER_05: Also das ist halt so ein bisschen auch schon das, was wir daraus lernen können.
- 30:00SPEAKER_05: Das ist halt einfach, man darf das gar nicht negativ betrachten, sondern das hat auch einfach was mit unseren Kapazitäten zu tun.
- 30:06SPEAKER_05: Und zwar sowohl mentale Kapazität als auch körperliche Kapazität.
- 30:09SPEAKER_05: Jeder ist so ein bisschen darauf ausgerichtet, eigentlich dann die beste Leistung zu zeigen, wenn es auch jemand wahrnimmt.
- 30:15SPEAKER_05: Und wenn es keiner merkt, was ich gemacht habe.
- 30:18SPEAKER_05: Also warum soll ich der einzige Idiot sein, der doppelt so viel läuft wie die anderen beim Umzug?
- 30:22SPEAKER_05: Die anderen können auch was tun.
- 30:23SPEAKER_05: Und da das jeder so ein bisschen denkt, machen dann halt alle ein bisschen weniger.
- 30:27SPEAKER_05: Das ist tatsächlich so das, was ja relativ grob gesagt dahinter steckt.
- 30:32SPEAKER_04: Ja, das ist interessant.
- 30:33SPEAKER_04: Also ich habe das so gedacht mit Team Training und Individualtraining.
- 30:38SPEAKER_04: Also ich meine, mit unserer Sport da trainieren relativ viele individual oder individuell.
- 30:43SPEAKER_04: Aber wir haben natürlich auch immer so unsere Squads, unsere Teame-Meetings oder wie auch immer, wo wir halt viel zusammen trainieren.
- 30:52SPEAKER_04: Und wir denken immer, dass eigentlich so diese Teamsachen am produktivsten für uns alle sind, oder beziehungsweise wo wir am allermeisten irgendwie draus schöpfen und wo man sich vielleicht auch so ein bisschen mehr, sag ich mal, quält.
- 31:06SPEAKER_04: Und das geht ja genau eigentlich in die entgegengesetzte Richtung, so ein bisschen von dem Gedanken.
- 31:11SPEAKER_04: Aber ich habe auch schon mal gedacht, vielleicht liegt es auch daran, dass man einfach besser im Team trainiert, weil man sich vielleicht ein bisschen zurücknimmt und man so an diesen Individualsachen einfach zu sehr immer so an seine Grenze geht.
- 31:23SPEAKER_04: Wenn ich es halt so.
- 31:24SPEAKER_05: Also das kann natürlich ein Punkt sein, aber grundsätzlich ist es so, dass wir das soziale V-Lenzen eigentlich vor allem dann finden, wenn für die anderen nicht so richtig klar ist, also wenn schon klar ist, es gibt eine gemeinsame Aufgabe, aber für die anderen nicht so richtig klar ist, was tragen jetzt die einzelnen Leute dazu bei.
- 31:42SPEAKER_05: Und so ein Triathlon-Training würde ich eigentlich nicht dazu zählen, weil der Trainer sagt ja nicht, macht jetzt mal zusammen, also macht jetzt mal zu 500 Liegestütze.
- 31:52SPEAKER_05: Und mir ist es aber egal, wer wie viel beiträgt.
- 31:54SPEAKER_05: Wenn man das so machen würde, dann würde jeder weniger machen.
- 31:58SPEAKER_05: Aber ansonsten ist es schon so, dass das sind dann wieder andere soziale Prozesse.
- 32:03SPEAKER_05: Also es hat schon was mit der Gruppe zu tun, dass man sich da besser fühlt und dass man auch irgendwie wahrscheinlich tatsächlich mehr macht.
- 32:10SPEAKER_05: Weil man sich dann halt schon, also die, die nicht die stärksten sind, orientieren sich am stärksten und versuchen dann, denen zu erreichen.
- 32:18SPEAKER_05: Dadurch werden sie besser.
- 32:19SPEAKER_05: Der Stärkste weiß, dass er so ein bisschen die Vorbildfunktion hat und ist dadurch halt mehr motiviert.
- 32:24SPEAKER_05: Also es ist schon einfach so, wir sind soziale Wesen, das darf man einfach nicht vergessen, auch in den Einzelsportarten.
- 32:30SPEAKER_05: Und deswegen finde ich es gut und finde es auch total wichtig, dass im Team trainiert wird, weil ich glaube schon, dass das halt auch motivierender sein kann.
- 32:37SPEAKER_05: Und deswegen bringen halt viele auch im Wettkampf einfach eine bessere Leistung, weil sie dann sich mit den anderen vergleichen und weil sie eben gucken wollen.
- 32:44SPEAKER_05: Dann läuft einer vorher, man will den noch kriegen oder wie auch immer, solche Geschichten.
- 32:48SPEAKER_05: Also man ist ja nicht alleine mit sich und seiner Zeit und guckt immer nur auf die Uhr und ist mir total egal, was die anderen machen.
- 32:54SPEAKER_05: Weil es geht ja halt auch um Platzierungen.
- 32:56SPEAKER_05: Und das ist halt, das hat ja auch was mit sozialen Effekten zu tun.
- 33:00SPEAKER_04: Ja, denke ich eigentlich.
- 33:03SPEAKER_04: Das ist eigentlich gut, finde ich auch.
- 33:05SPEAKER_04: Wenn wir so ein bisschen auf Motivation kommen, ich weiß nicht, wie es bei euch irgendwie in den Teamsportarten gerade ist, aber bei uns ist die Motivation gerade relativ gering, weil einfach alle Wettkämpfe so ein bisschen weggefallen sind.
- 33:19SPEAKER_04: Hast du ein paar Tipps zu Motivation, wie man sich vielleicht jetzt gerade motivieren kann in der jetzigen Zeit?
- 33:25SPEAKER_05: Ja, es ist total schwierig, ich verstehe das.
- 33:28SPEAKER_05: Also das Problem, was wir so ein bisschen haben bei Motivation, ist, dass es ja ganz viel mit Zielen zu tun hat.
- 33:34SPEAKER_05: Also wenn ich ein Ziel habe und habe ein konkretes Ziel, dann bin ich einfach motivierter.
- 33:38SPEAKER_05: Von daher ist es natürlich ein Problem, wenn jetzt keine Wettkämpfe stattfinden, wenn ich mich nicht messen kann mit anderen und ich habe halt auch irgendwie wenig Perspektive, weil es ist ja auch nicht so absehbar.
- 33:47SPEAKER_05: Also das ist halt wirklich motivational gesehen für alle eine mega schwere Aufgabe.
- 33:53SPEAKER_05: Also auch für die Teamsportler ist es ja, also die Fußballer dürfen jetzt wieder spielen, aber ja auch nur in den höheren Ligen und keine Ahnung, das ist ja alles noch nicht so richtig klar, was jetzt da wie wo passiert.
- 34:04SPEAKER_05: Und die Frage ist so ein bisschen, es ist natürlich total schwer, aber halt so ein bisschen für sich zu überlegen, was könnte denn mein alternatives Ziel sein.
- 34:13SPEAKER_05: Also wenn ich jetzt nicht auf den nächsten Wettkampf hinarbeite, worauf arbeite ich denn dann hin?
- 34:18SPEAKER_05: Also was will ich vielleicht erreichen?
- 34:20SPEAKER_05: Und dann ist halt, ich will besser werden, ja klar, das wollen immer alle.
- 34:25SPEAKER_05: Das ist vielleicht nicht so ganz optimal auch als Ziel.
- 34:28SPEAKER_05: Das heißt, es ist auch so ein bisschen die Frage, wie definiere ich meine Ziele.
- 34:31SPEAKER_05: Das heißt, ein gutes Ziel ist eigentlich irgendwie messbar.
- 34:34SPEAKER_05: Das ist bei euch im Triathlon ja eigentlich auch super einfach, weil ich habe immer Zeiten, an denen ich mich orientieren kann.
- 34:38SPEAKER_05: Das ist in anderen Sportarten schwieriger.
- 34:41SPEAKER_05: Aber das heißt, ich kann zum Beispiel jetzt sagen, ich nutze die Corona-Zeit und trainiere jetzt eben vor allem zum Beispiel Schwimmen und gucke, dass sich halt meine Schwimmzeit verbessere.
- 34:52SPEAKER_05: Das kann ich ja auch für mich selber dann messen.
- 34:54SPEAKER_05: Und dann klar, es ist keine Wettkampfzeit, aber wenn ich schon mal für mich, jetzt, keine Ahnung, ich messe dann heute, wie schnell bin ich auf eine bestimmte Strecke.
- 35:01SPEAKER_05: Und dann lege ich mir halt fest, in acht Wochen oder was messe ich nochmal, trainiere dann vermehrt schwimmen und dann gucke ich tatsächlich, was ist in den acht Wochen passiert.
- 35:11SPEAKER_05: Und wenn ich dann sehe, okay, ich habe Fortschritte gemacht, dann ist das halt auch wieder eine neue Motivation.
- 35:15SPEAKER_05: Und dann kann ich mir eben eben überlegen, was setze ich mir als nächstes dann für ein Ziel, wie kann ich weitermachen.
- 35:20SPEAKER_05: Ich meine, klar kann ich auch an der Technik feilen und da kann ich auch gucken, wie habe ich mich verbessert.
- 35:27SPEAKER_05: Also wichtig ist halt immer, wenn ich mir ein Ziel setze, ist, dass das möglichst spezifisch ist.
- 35:31SPEAKER_05: Das heißt, irgendwas, was ich messen kann.
- 35:35SPEAKER_05: Und es sollte halt auch wirklich irgendwas sein, was mich produktiv weiterbringt.
- 35:39SPEAKER_05: Also das ist so ein bisschen, und das muss meins sein.
- 35:42SPEAKER_05: Wenn mein Trainer mir ständig sagt, ich muss meine Laufleistung verbessern, ich habe da aber gar keine Lust drauf, das bringt mir halt auch nichts.
- 35:48SPEAKER_05: Also das heißt, ich muss mir überlegen, was will ich erreichen, was ist mein Ziel, was will ich als nächstes besser machen, wie sieht das konkret aus, wie messe ich es und vor allem dann auch wirklich festsetzen, wann messe ich es.
- 36:00SPEAKER_05: Wann schaue ich mir an, wie ich mich verbessert habe.
- 36:04SPEAKER_05: Und da gibt es keine richtige oder falsche Zeitspanne, sondern es hängt da halt auch davon ab, was ich verbessern will und wie oft ich zum Trainieren komme.
- 36:11SPEAKER_05: Wenn ich in drei Wochen besser werden will und habe aber keine Zeit zu trainieren, das ist natürlich dann Quatsch.
- 36:17SPEAKER_04: Ja, klar, total.
- 36:19SPEAKER_04: Aber das mit so Zielformulierungen, das finde ich auch, ist eine sehr, sehr gute Strategie.
- 36:23SPEAKER_04: Und gerade auch, was du sagst, dass man halt sagt, dass man ganz klare Ziele formulieren sollte und die messbar sind, die definiert sind an einem bestimmten Tag oder zu einem bestimmten Zeitpunkt halt zu Ende sein sollten.
- 36:34SPEAKER_04: Das ist, glaube ich, was, was häufig falsch gemacht wird.
- 36:37SPEAKER_04: Weil gerade so dieses will besser werden, ist natürlich irgendwie so der O-Ton von ganz vielen, aber sich so kleine Planziele zu setzen, glaube ich, motiviert in der jetzigen Zeit immer schon ganz gut.
- 36:49SPEAKER_05: Ja, man kann sich halt an Zwischenschritten einfach besser weiterhangeln.
- 36:53SPEAKER_04: Ja, ich glaube, unser Kopf funktioniert da einfach auch so ein bisschen so, dass man genau das sowas ganz gut abgreifen kann.
- 37:01SPEAKER_04: Arbeitet ihr da auch mit so Gewohnheiten oder sowas?
- 37:05SPEAKER_04: Also manche Leute, die, also das machen, was machen wir irgendwie, wenn Leute sich so relativ schlecht motivieren können, dann probiere ich gerade so in der jetzigen Zeit, Leuten so einen relativ festen Tagesablauf zu geben.
- 37:17SPEAKER_04: Dass sie halt genau sagen, okay, mach immer dann das und mach immer dann das, so ein bisschen so eine Gewohnheit, sag ich mal, in den Tag reinzukriegen.
- 37:25SPEAKER_04: Und das schafft auch so eine gewisse Motivation.
- 37:28SPEAKER_05: Also sagen wir so, es erleichtert das auf jeden Fall.
- 37:31SPEAKER_05: Und das gehört eigentlich auch zu einer Zieldefinition dazu, dass ich mir halt auch überlege, was tue ich denn jetzt dafür, um mein Ziel zu erreichen.
- 37:39SPEAKER_05: Also die erste erste Geschichte ist, ich definiere mir ein Ziel, das ich erreichen will.
- 37:43SPEAKER_05: Und dann überlege ich mir, was tue ich dafür und ganz wichtig, wann mache ich es.
- 37:48SPEAKER_05: Das heißt, und das läuft im Grunde auf das raus, was du sagst.
- 37:51SPEAKER_05: Das heißt, ich habe einen Termin mit mir selber, wenn ich jetzt alleine trainiere.
- 37:55SPEAKER_05: Dass ich sage, keine Ahnung, ich mache jetzt eben jeden Dienstag um 18 Uhr mein Spezialtraining, weil ich mir das vorgenommen habe.
- 38:02SPEAKER_05: Und dann setze ich mir den Termin auch idealerweise ins Handy.
- 38:05SPEAKER_05: Und das ist in dem Moment, wo ich den Termin habe, ist es für uns auch viel schwieriger, den wieder abzusagen, sage ich jetzt mal, auch wenn es nur ein Termin mit mir selber ist.
- 38:13SPEAKER_05: Was man dann auch noch machen kann, was auch noch ein zusätzlicher Motivationstrick ist, ist, dass ich mir Leute zur Unterstützung suche.
- 38:19SPEAKER_05: Das heißt, wenn ich noch irgendwen habe, der das mit mir macht, ist es nochmal schwerer, das Ganze abzusagen.
- 38:24SPEAKER_05: Das heißt, oder nur jemand, der mich daran erinnert, dass ich irgendwie, keine Ahnung, den WG-Kumpels sage, hier, ihr erinnert mich jeden Dienstag bitte eine Viertelstunde vor meinem Termin, dass ich das auch machen wollte.
- 38:36SPEAKER_05: Und dann habe ich natürlich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich es mal nicht mache, ich muss mir Ausreden einfallen lassen.
- 38:40SPEAKER_05: Und dann wird es für mich schon viel, viel schwieriger, das immer abzusagen.
- 38:43SPEAKER_05: Also das sind halt so Tricks, wie man sich dann selber so ein bisschen überlistet oder dranbleibt, um dann ja tatsächlich auch besser zu werden.
- 38:50SPEAKER_05: Aber ich glaube, es hilft schon, weil man dann halt auch, wenn man es als Gewohnheit hat, dann muss man sich eben nicht mehr so stark daran erinnern.
- 38:59SPEAKER_05: Dann kann ich einfach, dann weiß ich schon, der Termin kommt und dann mache ich das und dann ist auch gut.
- 39:06SPEAKER_04: Ja, cool.
- 39:07SPEAKER_04: Nee, das finde ich finde ich auch.
- 39:09SPEAKER_04: Das klappt eigentlich immer so ganz gut.
- 39:13SPEAKER_04: Ja, erstmal tausend Dank für das Gespräch.
- 39:18SPEAKER_04: Hast du noch irgendwas, was dir noch irgendwie, was du besonders spannend findest, auch so vielleicht war ich nicht im Hinblick auf Triadeten oder so, was du vielleicht in deiner Praxis oder so erlebt hast.
- 39:38SPEAKER_05: Was mir spontan noch einfallen würde, ist dieser Punkt der Wettkampfvorbereitung.
- 39:42SPEAKER_05: Und tatsächlich auch diese Aspekte mit den Wechselzonen.
- 39:48SPEAKER_05: Da hatten wir jetzt schon häufiger in der Betreuung, also ich fange mal mit der Wettkampfvorbereitung an.
- 39:54SPEAKER_05: Ich glaube, dass es sehr hilfreich ist, wenn es dann irgendwo mal wieder Wettkämpfe gibt, dass man eine einigermaßen routinierte Wettkampfvorbereitung hat.
- 40:03SPEAKER_05: Das heißt, dass man wirklich sich mal zu Hause hinsetzt und mal überlegt, wie sieht denn meine letzte Stunde oder was vor dem Wettkampf aus?
- 40:11SPEAKER_05: Was mache ich dann, was mache ich dann, was mache ich dann?
- 40:13SPEAKER_05: Natürlich immer ausreichend Zeitpuffer einplanen, weil ja immer nicht alles so funktioniert, wie man das gerne hätte.
- 40:20SPEAKER_05: Aber dass ich so einen Standardablauf habe.
- 40:23SPEAKER_05: Und die Idee dahinter ist so ein bisschen, wenn ich in einem Wettkampf bin oder zu einem Wettkampf komme, dann ist meistens der Wettkampfort ja neu, ich kenne mich da nicht aus, so richtig, ich muss immer mich orientieren und es ist viel, viel Unsicherheit dabei.
- 40:36SPEAKER_05: Und das kostet mich total viel schon Konzentration tatsächlich, einfach mentale Kapazität.
- 40:42SPEAKER_05: Und wenn ich die vor dem Wettkampf schon verbrauche, dann habe ich die halt im Wettkampf nicht mehr.
- 40:47SPEAKER_05: Und natürlich ist es so, das kann man jetzt nicht ändern.
- 40:50SPEAKER_05: Man kann sich natürlich vorher mit dem Wettkampfort vertraut machen.
- 40:52SPEAKER_05: Das ist natürlich auch hilfreich, dass ich das in meine quasi vor Wettkampfroutine einbaue, dass ich sage, okay, einen Tag vor dem Wettkampf gucke ich mir schon mal, keine Ahnung, die Karte an, dass ich weiß, wo ich hin muss, wo muss ich meine Startnummer abholen, wie läuft das alles ab, von wo geht es wohin?
- 41:07SPEAKER_05: Und es ist aber auch total hilfreich zu wissen, in welcher Reihenfolge mache ich jetzt meine persönliche Vorbereitung, mein Warm-up.
- 41:14SPEAKER_05: Ist das körperlich?
- 41:15SPEAKER_05: Ist das, mache ich auch ein mentales Warm-up, das ist ja auch immer ganz hilfreich.
- 41:19SPEAKER_05: Gucke ich mir die Strecke irgendwann vorher nochmal an.
- 41:22SPEAKER_05: Und wenn man da keine so eine Reihenfolge hat, dann kostet das halt auch Kapazitäten, weil ich dann immer wieder drüber nachdenken muss, okay, was muss ich jetzt noch machen?
- 41:30SPEAKER_05: Das und das habe ich schon, das und das habe ich noch nicht.
- 41:32SPEAKER_05: Wenn ich aber eine festgelegte Reihenfolge habe, dann weiß ich, okay, jetzt kommt das, jetzt kommt das, jetzt kommt das.
- 41:37SPEAKER_05: Und dann kann ich immer noch in Relation einigermaßen entspannt dann an den Start gehen.
- 41:41SPEAKER_05: Insofern ist das, glaube ich, eine Komponente, die man nicht, also von der Kopfsache her, nicht unterschätzen sollte.
- 41:46SPEAKER_05: Und die kann mir halt, also die nimmt mir einmal diese Unsicherheit, die nimmt mir Konzentrationslast, sage ich jetzt mal, und die kann halt auch meine Nervosität so ein bisschen in Grenzen halten, weil ich mich dann auf was konzentrieren kann, das immer gleich ist.
- 42:00SPEAKER_05: Und das hilft mir halt auch, wenn ich zur Nervosität neige.
- 42:03SPEAKER_05: Ich hoffe, das wäre ein Punkt, der mir noch einfallen würde zum Thema Triathlon.
- 42:07SPEAKER_05: Und das andere ist tatsächlich diese Geschichte mit den Wechselzonen.
- 42:12SPEAKER_05: Und da haben wir wirklich jetzt schon häufiger in der Betreuung festgestellt, dass das gar nicht trainiert wird.
- 42:16SPEAKER_05: Und das finde ich total spannend.
- 42:19SPEAKER_01: Also, wenig, ja.
- 42:20SPEAKER_05: Ja.
- 42:21SPEAKER_05: Und das ist eigentlich, also ich meine, da passieren so viele Fehler und da kann so viel schief gehen, ich kann so viel Zeit verlieren.
- 42:28SPEAKER_05: Und deswegen ist es, glaube ich, wichtig, das auch immer wieder und vielleicht auch im Kopf dann durchzugehen.
- 42:33SPEAKER_05: Das ist eine Stelle, wo dann Mentaltraining gut helfen kann.
- 42:35SPEAKER_05: Das heißt, ich setze mich vorher nochmal wirklich hin, überlege mir, wie ist denn genau der Ablauf?
- 42:39SPEAKER_05: Wann mache ich was?
- 42:40SPEAKER_05: Wann mache ich was, welchen Schuh ziehe ich zuerst an, welchen Schuh ziehe ich zuerst wieder aus oder solche Geschichten.
- 42:45SPEAKER_05: Also dass man wirklich da auch mehr Ruhe reinbringt, weniger Mentalkapazität einfach braucht und der Ablauf dann halt einfach viel glatter läuft.
- 42:54SPEAKER_05: Und ich glaube, dass das schon halt, also ich kann mich an ein Triathlonrennen erinnern, was ich gesehen habe, wo einer in der Wechselzone halt im Grunde das komplette Rennen irgendwie verbastelt hatte dann.
- 43:04SPEAKER_05: Das war ein kurzer Triathlon, aber da ist es dann natürlich noch entscheidender als bei den langen Strecken, aber ich glaube, dass es grundsätzlich einfach wichtig ist.
- 43:14SPEAKER_05: Und das hat mich sehr erstaunt, dass das nicht so trainiert wird.
- 43:17SPEAKER_05: Insofern ist jetzt nicht nur 100% Sportpsychologie, aber ich glaube, dass es einfach wichtig ist, dass Dinge Routinen werden, die man trainieren kann, wo man eine Routine draus machen kann.
- 43:28SPEAKER_05: Und dann alles, was, also gerade, wenn wir über begrenzte Aufmerksamkeitskapazität sprechen, ist das eben wichtig.
- 43:34SPEAKER_05: Das kann mir meine Kapazität eben für andere Teile dann wieder erhalten.
- 43:38SPEAKER_04: Ja, also ich finde das auch super interessant.
- 43:41SPEAKER_04: Einerseits wird es ganz wenig trainiert, das ist schon wahr.
- 43:46SPEAKER_04: Meistens erst ganz kurz vor den Wettkämpfen.
- 43:48SPEAKER_04: Und das andere ist, was du ansprichst mit dieser mentalen Kapazität, ich glaube, das ist ganz vielen Leuten gar nicht so bewusst.
- 43:57SPEAKER_04: Dass wenn man einfach so mental ermüdet, Dass man dann einfach nicht mehr die Leistung abrufen kann, die man normalerweise abrufen kann.
- 44:05SPEAKER_05: Das ist definitiv so.
- 44:06SPEAKER_05: Und ich meine, was man halt auch noch berücksichtigen sollte, ist, dass je stärker meine körperliche Beanspruchung ist, desto geringer ist halt überhaupt auch meine Aufmerksamkeitskapazität.
- 44:15SPEAKER_05: Das heißt, nach vier, fünf, sechs Stunden habe ich per se schon mal eine geringe Aufmerksamkeitskapazität, einfach weil mein Körper dann schon schlapp ist.
- 44:21SPEAKER_05: Also dann ist halt einfach, dann sagt der Körper, okay, Hirn wird gerade nicht so sehr gebraucht, dann kriegt das nur ein bisschen weniger Blut.
- 44:28SPEAKER_05: Und also das ist ja tatsächlich das, was passiert.
- 44:31SPEAKER_05: Und dadurch sinkt halt auch meine Aufmerksamkeitskapazität.
- 44:34SPEAKER_05: Und dann muss ich eben gucken, dass ich mit diesen begrenzten Ressourcen wirklich gut haushalte.
- 44:38SPEAKER_05: Das ist glaube ich wichtig.
- 44:39SPEAKER_04: Ja.
- 44:40SPEAKER_04: Was ich da auch irgendwie immer witzig finde, ist, wenn man so zum Iron Man Hawaii fährt, dann ist das immer eine, ich würde sagen, im Tredlon-Altag ist das immer die hektischste Woche des ganzen Jahres.
- 44:53SPEAKER_04: Also weil das ist gerade für Amateure, es gibt tausend verschiedene Sachen, an denen man teilnehmen kann.
- 44:59SPEAKER_04: Es ist alles interessant, alles super spannend, ja, alles ganz neu.
- 45:05SPEAKER_04: Man ist irgendwie im tropischen Paradies.
- 45:08SPEAKER_04: Und ich finde, also ich habe das jetzt dreimal gemacht und beim letzten Mal war das einzige Mal, wo ich mich komplett zurückgezogen habe und es überhaupt nicht mehr daran teilgenommen habe in der Woche vor dem Wettkampf.
- 45:20SPEAKER_04: Und ich hatte das Gefühl, dass ich viel konzentrierter im Wettkampf war und auch viel mehr abrufen konnte als vorher.
- 45:26SPEAKER_05: Ja, ich glaube, dass es definitiv so ist.
- 45:28SPEAKER_05: Das ist genau das gleiche Problem, was die Athleten bei Olympia haben, die dann im olympischen Dorf sind und dann erstmal gerade die jungen Athleten erstmal total überfordert sind von diesen ganzen Sachen, die sie machen können.
- 45:37SPEAKER_05: Und natürlich ist das cool, ja, und man will das ja auch irgendwie mitnehmen, aber man muss sich halt wirklich gut überlegen, wenn ich 100% Leistung bringen will, dann muss ich halt vielleicht erstmal die Leistung bringen und dann kann ich mich noch mit dem tollen Ort, an dem ich da bin, auseinandersetzen.
- 45:52SPEAKER_05: Aber vorher ist es definitiv hilfreich, wenn ich bei mir bleibe, wenn ich mich da rausziehe.
- 45:57SPEAKER_05: Man darf das einfach nicht unterschätzen, was da auf den Kopf einstürzt.
- 46:00SPEAKER_05: Und das muss alles der Kopf verarbeiten und es funktioniert einfach nicht so schnell.
- 46:04SPEAKER_05: Und dann ist einfach mentale Kapazität gerade nicht da, die ich aber eigentlich für den Wettkampf bräuchte.
- 46:10SPEAKER_04: Ja, kann man nur hoffen, dass sein olympischer Wettkampf nicht am letzten Tag der Spiele ist.
- 46:16SPEAKER_05: Ja, das ist dann schlecht, ja.
- 46:18SPEAKER_05: Ja, das, also ich glaube, man muss halt immer ein Zwischending finden.
- 46:21SPEAKER_05: Das geht wahrscheinlich auch.
- 46:23SPEAKER_05: Man muss sich jetzt nicht unbedingt komplett wegschotten, aber dass man halt irgendwie sagt, okay, und ich nehme mir jeden Tag, keine Ahnung, drei Stunden und gehe mal raus und gucke mir mal an, was so los ist, aber dann bin ich halt auch wieder konzentriert dabei und fokussiere mich auf meinen Wettkampf, weil der ist ja letztendlich wahrscheinlich der Grund, weshalb ich da bin.
- 46:40SPEAKER_05: Wenn ich dann nur als quasi Touristin fahre und sage so, ja, ich nehme mal mit dem Wettkampf mal mit und gucke mal, was bei rauskommt, ist das alles okay.
- 46:47SPEAKER_05: Aber für 100% Leistung ist das echt schwieriger.
- 46:50SPEAKER_04: Ja.
- 46:52SPEAKER_04: Ja, cool.
- 46:53SPEAKER_04: Vielen Dank.
- 46:53SPEAKER_04: Das war echt interessant.
- 46:56SPEAKER_05: Ja, hat Spaß gemacht.
- 46:58SPEAKER_04: Wo können die Leute denn mehr über dich erfahren und eure Arbeit?
- 47:02SPEAKER_04: Und du hast ja schon so ein paar Foren angesprochen und genau.
- 47:06SPEAKER_05: Genau, also ja an der Sporthochschule sind wir natürlich auf jeden Fall über die Homepage zu finden.
- 47:11SPEAKER_05: Da stehen auch unsere Forschungsschwerpunkte so ein bisschen drauf.
- 47:13SPEAKER_05: Ich mache jetzt tatsächlich in letzter Zeit auch relativ viel zum Thema sexualisierte Gewalt im Sport, was glaube ich ein sehr, sehr wichtiges Thema ist in allen Sportarten, was jetzt mit uns nichts zu tun hatte, deswegen habe ich es jetzt auf jeden Fall rausgelassen.
- 47:27SPEAKER_05: Und ansonsten, ja, sportpsychologische Betreuung, wenn man wirklich bundesweit guckt, also wir haben die Initiative mental gestärkt, die hat auch eine eigene Homepage, die heißt mentalgestärkt.de.
- 47:37SPEAKER_05: Das heißt, wenn sich jemand für sportpsychologische Betreuung interessiert, ist das auf jeden Fall die richtige Anlaufstelle.
- 47:42SPEAKER_05: Oder wenn jemand, also wenn ihr jemanden kennt, der vielleicht, wo ihr das Gefühl habt, okay, der leidet unter einer Depression, kann man da auch anrufen.
- 47:51SPEAKER_05: Dann können halt eben Psychotherapeuten vermittelt werden oder Psychiater auch, Menschen, die weiterhelfen können.
- 47:56SPEAKER_05: Das heißt, wenn es anderen, gerade jetzt im Sportbereich Leuten nicht gut geht, ist das wirklich eine super Anlaufstelle.
- 48:02SPEAKER_05: Weil die Leute, die wir im Netzwerk haben, auch immer wissen, wie es im Leistungssport zugeht.
- 48:08SPEAKER_05: Das ist dann halt nicht irgendwer, sondern das sind halt eben Psychotherapeuten, die schon viel mit Leistungssportlern gearbeitet haben und die wissen, wie Leistungssportler ticken und was denen so wichtig ist.
- 48:17SPEAKER_05: Insofern, das wäre eine Stelle, wo man sich gut hinwenden kann.
- 48:21SPEAKER_05: Und ansonsten, ja, keine Ahnung, wir haben immer mal Fort- und Weiterbildungsangebote auch an der Sporthochschule, auch aus dem sportpsychologischen Bereich, die, glaube ich, nicht so uninteressant sind, jetzt im Moment halt relativ wenig.
- 48:33SPEAKER_05: Aber ich arbeite auch im Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport, Momentum heißt das.
- 48:37SPEAKER_05: Und wir machen immer mal Fort- und Weiterbildungen speziell für Trainer.
- 48:41SPEAKER_05: Da hatte ich jetzt gerade eine Online-Veranstaltung, wo es um Leistung unter Druck geht und was die Trainer dafür halt tun können.
- 48:48SPEAKER_05: Da haben wir tatsächlich eher die Trainer im Fokus.
- 48:50SPEAKER_05: Also da kann man sich auch mal umgucken, was da für Veranstaltungen gibt.
- 48:54SPEAKER_05: Jetzt nicht nur aus dem psychologischen Bereich, sondern auch aus anderen Bereichen der Sportwissenschaft wird da immer mal wieder was angeboten.
- 49:01SPEAKER_05: Gerade jetzt auch zu Covid-19 machen wir relativ viele Online-Seminare.
- 49:04SPEAKER_05: Insofern, wir haben da ein paar Sachen auf die Füße gestellt, wo man tatsächlich auch die Arbeit der Universität, die da sonst häufig hinter verschlossenen Türen mehr oder weniger stattfindet, wie wir das auch in die Öffentlichkeit bringen und die Sportler auch von uns profitieren können, hoffentlich.
- 49:18SPEAKER_04: Cool, klingt doch echt gut.
- 49:19SPEAKER_04: Und wahrscheinlich habt ihr auch, wenn Leute irgendwie bei euch ein bisschen wissenschaftlich arbeiten wollen oder sowas, gibt es vielleicht auch Möglichkeiten, für die, falls sich jemand darüber informieren möchte.
- 49:29SPEAKER_05: Klar, das auf jeden Fall.
- 49:30SPEAKER_05: Also wir bieten auch Praktika an, wobei das leider halt dann Forschungspraktika sein müssen, die im Studium vorgeschrieben sind, aber die gibt es auf jeden Fall für interessierte Leute auch bei uns im Institut.
- 49:40SPEAKER_05: Und ja, ansonsten halt tatsächlich eben diese typischen wissenschaftlichen Aspekte.
- 49:45SPEAKER_05: Das gibt es logischerweise auch.
- 49:48SPEAKER_04: Cool.
- 49:49SPEAKER_04: Ja, super.
- 49:49SPEAKER_04: Vielen Dank.
- 49:51SPEAKER_05: Ja, sehr gerne, danke auch.
- 49:53SPEAKER_04: Und ja.
- 49:55SPEAKER_04: Ja, einen schönen Tag.
- 49:56SPEAKER_04: Mach's gut.
- 50:00SPEAKER_04: Ja, tschüss danke.