Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / Drei unsichtbare Ängste, die deine Performance maßgeblich beeinflussen.
Transcript
- 0:00SPEAKER_00: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:02SPEAKER_00: Heute sprechen wir über drei Ängste, die dich zurückhalten, beziehungsweise die generell Menschen zurückhalten, sodass sie langfristig gesehen keine Fortschritte machen, aber auch unzufrieden werden, häufig mit ihrem Leben.
- 0:18SPEAKER_00: Das sind Ängste, die würde ich sagen, sind in der letzten Zeit noch deutlich mehr verstärkt worden.
- 0:25SPEAKER_00: Und das sind alles Dinge, die ich auch selber experienced habe und die auch ich oft sehe bei vielen, die, sag ich mal, mehr erreichen wollen, die auch mehr aus sich rausholen wollen und die dann auch häufig im Weg stehen mit ihrer Leistungsfähigkeit, also mit ihrer Performance auf der einen Seite, die dann auch dazu führen, dass man ein sehr ungesundes Verhalten an den Tag legt.
- 0:53SPEAKER_00: Und dass man, sag ich mal, vielleicht auch nicht so ganz realisiert, dass man mit dem, wie man gerade agiert, dass man langfristig sich gesehen immer mehr sabotiert.
- 1:05SPEAKER_00: Das sind, ich würde es runterbrechen, so auf drei Faktoren, die wichtig sind.
- 1:09SPEAKER_00: Und danach gehe ich aber auch nochmal so ein bisschen darin ein, welche Fähigkeit man eigentlich behalten sollte oder welche Fähigkeit ich glaube, man behalten sollte, um dem auch entgegenzuwirken oder dass man es immer daran festmachen kann, dass man diese Fähigkeit auch immer wieder erhält.
- 1:26SPEAKER_00: Das sind alles irgendwie drei Ängste, über die ich spreche, die in der letzten Zeit und ich würde sagen, auch durch Technologie eher verstärkt werden, anstatt vermindert werden.
- 1:36SPEAKER_00: Und es sind aber auch Punkte, die evolutionär schon bei uns angelegt sind und die auch gesellschaftlich, würde ich sagen, verstärkt werden durch viel, wie wir in unserer Gesellschaft agieren.
- 1:50SPEAKER_00: Das sind alles Dinge, die aber langfristig dazu führen, würde ich sagen, dass man eigentlich nicht das wirklich macht, was man machen möchte.
- 1:57SPEAKER_00: Und sich dann vielleicht auch immer wieder in so Situationen findet, wo man merkt, das ist eigentlich nicht das Leben, was ich führen möchte.
- 2:06SPEAKER_00: Oder das ist auch nicht die Leistungsfähigkeit, die ich haben möchte, dass es auch nicht die Gesundheit, die ich eigentlich haben möchte.
- 2:13SPEAKER_00: Und das sind vielleicht auch nicht die Partnerschaften oder die Menschen, mit denen ich mich eigentlich gerne umgeben will.
- 2:21SPEAKER_00: Okay, gut.
- 2:22SPEAKER_00: Steigen wir einmal ein.
- 2:24SPEAKER_00: Ganz wichtig aber auch noch zur Einführung ist sozusagen, dass viele Menschen motivierter sind oder dass man generell meistens motivierter ist, durch Schmerzen und durch Pain Points und durch Ängste denen aus dem Weg zu gehen, anstelle von Zielen und Herausforderungen.
- 2:42SPEAKER_00: Also es ist häufig so, dass man eigentlich viel mehr bereit ist, sich zu verändern, wenn man eine Herausforderung hat, wenn man eine Baustelle hat, anstatt von hey, das ist das Ziel, was ich erreichen möchte.
- 2:55SPEAKER_00: Meistens ist so einem Ziel immer etwas Tiefergehendes vorgelagert, wo man sagt, hey, zum Beispiel, ich möchte, weiß ich nicht, ein Ironman machen, ich möchte einen Hyrux machen, ich möchte gut in irgendwas abschneiden.
- 3:05SPEAKER_00: Aber eigentlich ist da druntergehend vielleicht eine Angst, zum Beispiel, dass man eben nicht genug ist, wenn man nicht dieses Ziel zum Beispiel erreicht.
- 3:15SPEAKER_00: Oder dass man immer wieder seinen Wert zum Beispiel darstellen muss und dafür benutzt man zum Beispiel dieses Ziel.
- 3:21SPEAKER_00: Also klammert man eigentlich das Ziel immer auch an einen gewissen Schmerzpunkt.
- 3:26SPEAKER_00: Und es ist total wichtig, auch sich dessen bewusst zu machen, dass wir alle irgendwie gewisse Schmerzpunkte haben und diese Schmerzpunkte auch dazu führen, dass wir uns zum Beispiel verändern können und dass wir auch Dinge ändern können in unserem Leben, wenn wir es wollen, weil wir eher an die Schmerzpunkte irgendwie auch gehen.
- 3:45SPEAKER_00: Gut, starten wir mal mit dem allerersten Punkt.
- 3:48SPEAKER_00: Und der allererste Punkt ist so die Angst vor Ablehnung oder Rejection.
- 3:58SPEAKER_00: Viele haben ein sehr großes Problem damit, abgelehnt zu werden, von anderen Menschen, abgelehnt zu werden, von Gelegenheiten, die sich ergeben und auch von Fehlern zu machen.
- 4:13SPEAKER_00: Ehrlich gesagt, um, sag ich mal, erfolgreich zu werden im Leben und auch um, auch je älter man wird, finde ich, desto mehr merkt man das auch, dass wir eigentlich sehr viele, dass das Leben eigentlich eine Art ist von Spielen und wir haben sehr viele Shots, also wir haben sehr viele Möglichkeiten, Einsätze zu legen.
- 4:41SPEAKER_00: Eigentlich unlimitierte.
- 4:43SPEAKER_00: Also wir können eigentlich so viel spielen, wie wir möchten, nur unsere Zeit ist eben limitiert.
- 4:51SPEAKER_00: Und das ist ziemlich wichtig, dass man eben auch immer spielt.
- 5:00SPEAKER_00: Also dass man immer auch sich neu erfindet und immer wieder auch neue Sachen durchführt und macht und nicht Angst davor hat, abgelehnt zu werden.
- 5:09SPEAKER_00: Vieles ist total zufällig im Leben und ganz, ganz vieles passiert auch zufällig im Leben.
- 5:14SPEAKER_00: Zum Beispiel, dass man irgendwie motiviert ist, irgendwas anzugehen, einen Wettkampf durchzuführen.
- 5:20SPEAKER_00: Meistens sind es zufällige Situationen, die einen irgendwie dahin geführt haben.
- 5:25SPEAKER_00: Man hat irgendwie eine, weiß ich nicht, eine Werbung gesehen oder man hat irgendwie in einem Magazin geblättert und schaut sich irgendwie was an oder man sieht einen Vereinskollegen, der irgendwie was gemacht hat und denkt, oh, das ist aber interessant.
- 5:35SPEAKER_00: Und es sind ganz viele Zufälle, die einen irgendwo hin bewegen oder man lernt Menschen kennen, man lernt neue Menschen kennen, das verändert das Leben und Leben passiert meistens, wenn wir planen.
- 5:47SPEAKER_00: Also wir planen irgendwas und dann passiert irgendwie was ganz, ganz anderes.
- 5:52SPEAKER_00: Und wie wir was unser Leben passiert auch nur in der Realität.
- 5:58SPEAKER_00: Also es passiert nur hier, im Jetzt.
- 6:01SPEAKER_00: Und es ist eigentlich egal, was in der Zukunft passiert, weil ganz viele Menschen sind ganz viel in der Zukunft, im Future-Pacing, was sie erreichen wollen, wohin sie gehen möchten, oder sie sind halt in der Vergangenheit, wo sie denken, oh, das hätte ich vielleicht anders machen sollen.
- 6:14SPEAKER_00: Unser Leben findet aber eigentlich immer nur im Hier und Jetzt statt.
- 6:17SPEAKER_00: Future Pacing oder auch in der Vergangenheit, das sind alles Dinge, die man sich eigentlich nur vorstellt in seinen Gedanken.
- 6:22SPEAKER_00: Aber wo wir wirklich leben, ist jetzt, im Hier und Just, dass du jetzt den Podcast hörst und dass ich jetzt zum Beispiel diesen Podcast aufnehme.
- 6:31SPEAKER_00: Dabei haben aber so viele Angst auch vor Ablehnung und beziehen es auch sehr stark auf sich selber, das korrespondiert auch so ein bisschen mit dem dritten Punkt, über den ich noch spreche.
- 6:43SPEAKER_00: Aber sie haben sehr viele Angst davor, auch zu scheitern.
- 6:48SPEAKER_00: Weil sie einen gewissen Perfektionismus an den Tag legen.
- 6:52SPEAKER_00: Die Wahrheit ist aber, dass man sehr oft scheitern muss, um auch daraus zu lernen und nach vorne zu kommen.
- 6:58SPEAKER_00: Und wenn man sich immer wieder davor diese Wahrheit irgendwie auch nimmt und auch so diese Ablehnung auch irgendwie nimmt, dann kommt man auch nie an den Punkt wirklich, wo man auch lernt, durch diesen Fehler, was habe ich daraus gelernt, was kann ich daraus mitnehmen.
- 7:15SPEAKER_00: Und so haben eben auch ganz viele, sage ich mal, Angst, mit anderen zu trainieren, auf neue Menschen zuzugehen, neue Trainingsmethoden auszuprobieren, irgendwas in seiner Ernährung vielleicht auch mal zu verändern.
- 7:27SPEAKER_00: Und auch gerade im sozialen Kontext haben auch viele Angst, dann zum Beispiel mit anderen zusammen zu trainieren.
- 7:34SPEAKER_00: Ich kann nur sagen, meine größten Veränderungen, auch so in der sportlichen, aber auch persönlichen Hinsicht, hat immer auch mit anderen Menschen stattgefunden.
- 7:42SPEAKER_00: Dass man auf andere Menschen zugegangen ist, dass man neue Menschen kennengelernt hat.
- 7:46SPEAKER_00: Ein Teil davon hat dann abgelehnt, ein Teil davon fand das cool, was man macht.
- 7:49SPEAKER_00: Und so baut man sich natürlich auch seine Gruppe in gewisser Weise um sich herum.
- 7:54SPEAKER_00: Und so findet man auch Menschen, die einen unterstützen.
- 7:57SPEAKER_00: Und genauso auch im sportlichen Kontext, dass es auch so wichtig ist, sich auch auf neue Dinge zuzugehen und auch zum Beispiel ein Triathlonverein, eine Ironman-Gruppe, eine Hyrox-Community, dass man eben auch diese Menschen schafft und aber auch darauf zugeht und nicht Angst davor hat, abgelehnt zu werden.
- 8:17SPEAKER_00: Zum Beispiel für seine Leistungsfähigkeit.
- 8:20SPEAKER_00: Was ein ganz häufiger Punkt ist, dass viele Menschen Angst haben, davor abgelehnt zu werden von der Gruppe, weil sie zum Beispiel noch nicht so leistungsfähig sind.
- 8:29SPEAKER_00: Und dadurch bauen sie sich aber einfach diese Chance kaputt, weil viele denken immer, sie müssten schon total leistungsfähig sein, um zum Beispiel aufgenommen zu werden.
- 8:41SPEAKER_00: Das ist so ein, zum Beispiel, das ist sogar im Coaching bei uns auch ein Thema, dass viele auch sagen am Anfang, hey, ich bin, glaube ich, noch nicht leistungsfähig dafür, um auch gecoacht zu werden.
- 8:53SPEAKER_00: Was natürlich absolut in gewisser Weise hirnrissig ist, weil natürlich gibt es immer auch sehr gute Athleten, sage ich mal auch bei mir im Coaching oder bei uns im Coaching.
- 9:02SPEAKER_00: Aber es gibt auch viele, die vielleicht auch am Anfang stehen von ihrem Weg.
- 9:07SPEAKER_00: Und Coaching ist natürlich auch immer eine Befähigung von Athleten von Punkt A zum Punkt B.
- 9:13SPEAKER_00: Also es geht ja viel mehr darum, jemanden dahin zu begleiten, wo er hinkommen möchte.
- 9:18SPEAKER_00: Zum Beispiel an Iron Man Finish in 12 Stunden oder in 13 Stunden, versus ein Ironman Finish in irgendwie Sub 9.
- 9:31SPEAKER_00: So.
- 9:32SPEAKER_00: Und das ist, glaube ich, vielen haben eben Angst davor, dann auch abgelehnt zu werden.
- 9:38SPEAKER_00: Und deswegen erschaffen sie sich nie so ganz die Realität.
- 9:44SPEAKER_00: Und vor allen Dingen, was auch so wichtig ist an der ganzen Sache, man hat halt nichts zu verlieren.
- 9:50SPEAKER_00: Also durch Ablehnung passiert eben auch nichts.
- 9:53SPEAKER_00: Man hat nichts dadurch zu verlieren.
- 9:56SPEAKER_00: Es ist egal, wenn man abgelehnt wird, weil dadurch ergeben sich wieder neue Opportunities.
- 10:03SPEAKER_00: Und man kann sehr, sehr, sehr viele Gelegenheiten in seinem Leben schaffen, wenn man das möchte und rausgeht und sich auch immer wieder damit konfrontiert, dass man abgelehnt wird.
- 10:15SPEAKER_00: Es gibt auch relativ schöne Statistiken dazu, auch dass eben Menschen sich zum Beispiel immer mehr zurückziehen und immer weniger auch teilhaben, auch an sozialen Veranstaltungen oder an anderen Dingen.
- 10:30SPEAKER_00: Und es gibt so eine große Divergenz gerade irgendwie in unserer Gesellschaft, dass ein Teil sich komplett auch zurückzieht und ein anderer Teil auch mehr nach draußen geht, sodass wir hier auch eine relativ starke Polarisierung haben, was, glaube ich, auch noch mit dem dritten Faktor zu tun haben, auf den wir gleich nochmal sprechen kommen.
- 10:49SPEAKER_00: Aber es hat auch damit zu tun, dass Menschen sehr starke Angst davor haben, abgelehnt zu werden und damit auch nicht mehr so ganz so gut umgehen können, abgelehnt zu werden.
- 11:00SPEAKER_00: Und das Ganze wird natürlich auch amplifiziert, also verstärkt durch moderne Technologien, durch Apps, durch.
- 11:08SPEAKER_00: Es ist natürlich viel einfacher mittlerweile, auch mit anderen Leuten in Kontakt zu treten, zum Beispiel, oder auch neue Dinge auszuprobieren.
- 11:19SPEAKER_00: Und ich glaube, dass es auch sehr, sehr schön ist und dass es auch sehr gut ist an unserer Zeit, dass wir diese Möglichkeit haben.
- 11:25SPEAKER_00: Weil früher war es eben so, dass wir nicht so viele Möglichkeiten auch hatten.
- 11:30SPEAKER_00: Aber durch diese vielen Möglichkeiten wird natürlich auch die Ablehnungsquote viel höher.
- 11:35SPEAKER_00: Also von Dingen, die nicht funktionieren, von Menschen, die einen ablehnen, von Situationen, die nicht klappen, von Wettkämpfen oder anderen Dingen, die man macht, die einfach nicht funktionieren.
- 11:45SPEAKER_00: Und dadurch scheitert man natürlich viel, viel häufiger.
- 11:49SPEAKER_00: Aber das ist eben auch so wichtig, dass man so oft scheitert.
- 11:53SPEAKER_00: Weil je mehr man auch scheitert, desto mehr lernt man eben auch daraus.
- 11:57SPEAKER_00: Und dabei eben auch ganz klar zu sagen, so Wachstum, egal auf welcher Ebene, passiert vor allen Dingen durch das Scheitern.
- 12:06SPEAKER_00: Es passiert nicht durch dieses, durch die Bilder, die man eben so sieht von, hey, ich bin der, der rausgeht und meine Ziele erreicht und immer hart arbeitet und immer an der Schmerzgrenze ist.
- 12:24SPEAKER_00: Nee, also meistens passiert es so, dass man eine Erwartung, man trainiert, man bereitet sich auf was vor und man scheitert.
- 12:34SPEAKER_00: Es klappt nicht.
- 12:35SPEAKER_00: Ich meine, story of my life.
- 12:38SPEAKER_00: Ich habe mich ewigkeiten auf irgendwie den Ironman Hawaii vorbereitet, 2015, und bin jahrelang nicht besser geworden, obwohl ich trainiert habe, obwohl ich mich immer mehr verbessert habe.
- 12:52SPEAKER_00: But that was eben auch so, ich habe mich isoliert in gewisser Weise und ich habe irgendwie so mein eigenes Ding so gemacht.
- 12:59SPEAKER_00: Und bin nicht wirklich nach draußen gegangen mit vielen Dingen.
- 13:02SPEAKER_00: Und bin aber dann auch wirklich gescheitert in dem Ironman.
- 13:08SPEAKER_00: Absolut.
- 13:09SPEAKER_00: Ich musste 30 Kilometer vom Marathon gehen.
- 13:11SPEAKER_00: Ich habe mich geschämt für meine Performance.
- 13:13SPEAKER_00: Das war furchtbar.
- 13:15SPEAKER_00: Aber ich habe enorm viel daraus gelernt für die Zeit dann auch danach.
- 13:20SPEAKER_00: Bin danach auch wieder gescheitert.
- 13:22SPEAKER_00: It's not so, als danach alles perfekt war und die Story zu Ende ist, sondern ich bin danach in anderen Bereichen auch wieder gescheitert, hat auch mal wieder schlechtere Rennen, habe mich aber auch so weiterentwickelt.
- 13:34SPEAKER_00: Genauso zum Beispiel auch in meinem Medizinstudium.
- 13:37SPEAKER_00: Ich bin nicht direkt ins Studium gekommen.
- 13:39SPEAKER_00: Ich habe am Anfang echt gestruggelt, da reinzukommen.
- 13:43SPEAKER_00: Weil mein NC war etwas zu schlecht.
- 13:47SPEAKER_00: Und ich musste diesen, in Hamburg gab es einen extra Test, den man absolvieren konnte.
- 13:51SPEAKER_00: Den haben natürlich und den musste ich halt irgendwie, nämlich zweimal gemacht.
- 13:55SPEAKER_00: Und beim ersten habe ich mich nicht richtig darauf vorbereitet.
- 13:58SPEAKER_00: Und ich wusste auch noch nicht so genau, ich hab's oder da, das klappt schon irgendwie.
- 14:02SPEAKER_00: Ich habe ein gutes Abi und ich kann das.
- 14:04SPEAKER_00: War auch vielleicht ein bisschen, bin ein bisschen blauäugig da reingegangen.
- 14:08SPEAKER_00: Und ja, dann bin ich gescheitert.
- 14:10SPEAKER_00: Dann bin ich da echt gegen die Wand gefahren und musste dann ein Jahr extra rotieren, wo ich dann noch VWL studiert habe in Mannheim.
- 14:22SPEAKER_00: Und das war keine leichte Zeit.
- 14:23SPEAKER_00: Das war echt schwer, weil mir so diese Vision und Perspektive einfach gefehlt hat in meinem Leben.
- 14:30SPEAKER_00: Und ich wusste aber dann, als ich dann wieder in Hamburg den Test gemacht habe, wie wichtig das ist und was auch auf der Linie gerade liegt.
- 14:39SPEAKER_00: Und ich habe mich dann natürlich ganz anders auch irgendwie darauf so vorbereitet.
- 14:46SPEAKER_00: Und dabei eben auch, ich würde sagen, eine Eigenschaft von Menschen, die ihre Ziele mehr erreichen, ist, ich sage immer, be bold, be true, be you.
- 15:05SPEAKER_00: Also so ein bisschen aufzutreten, wie sie sind.
- 15:10SPEAKER_00: Also schon bold in gewisser Weise, also breit oder auch wenn du so willst, relativ ohne sich zu entschuldigen für sich.
- 15:20SPEAKER_00: Das heißt jetzt nicht arrogant zu sein, aber ohne sich zu entschuldigen.
- 15:25SPEAKER_00: Ehrlich zu sein, wie man ist, aufrichtig zu sein, wie man ist.
- 15:30SPEAKER_00: Und da sich auch nicht für entschuldigen.
- 15:34SPEAKER_00: Was heißt das mit dem Nicht-Entschuldigen?
- 15:37SPEAKER_00: Häufig entschuldigen sich Menschen für Verhaltensweisen, die sie an den Tag legen, obwohl sie niemanden damit verletzen, aber weil sie einfach so sind, wie sie sind.
- 15:47SPEAKER_00: Und dann entschuldigen sie sich für sich.
- 15:48SPEAKER_00: Das ist der dritte Punkt, worüber wir noch sprechen.
- 15:51SPEAKER_00: Und ehrlich zu sein, aber auch, man selbst dadurch auch zu sein.
- 16:43SPEAKER_00: Das ist, glaube ich, sehr wichtig.
- 16:45SPEAKER_00: Und keine Angst davor zu haben, abgelehnt zu werden.
- 16:48SPEAKER_00: Also es ist sehr wichtig, nach draußen zu gehen, Fehler zu machen, die hinzunehmen und abgelehnt zu werden.
- 16:53SPEAKER_00: Das ist einer, würde ich sagen, der wichtigsten Faktoren im Leben, um nach vorne zu kommen auch.
- 17:00SPEAKER_00: Ray Delio sagt dazu immer, pain plus reflection equals progress, was eigentlich prinzipiell nichts anderes ist.
- 17:06SPEAKER_00: Also Schmerz plus Reflexion führt zum Fortschritt.
- 17:09SPEAKER_00: Und einer der häufigen Schmerzen ist, eben im Leben abgelehnt zu werden.
- 17:12SPEAKER_00: Egal von wem, von seinen Freunden, von Partnern, von Dates, von Trainings, von gesundheitlichen Dingen scheitern, abgelehnt zu werden.
- 17:21SPEAKER_00: Wichtig.
- 17:23SPEAKER_00: Zweiter Punkt ist die Angst vor Isolation.
- 17:27SPEAKER_00: Das ist für viele aber auch die Lösung für viele Dinge.
- 17:32SPEAKER_00: Alleine zu sein mit sich selbst kann sehr herausfordernd sein.
- 17:38SPEAKER_00: Wenn man alles alleine macht, kann es sehr herausfordernd sein.
- 17:42SPEAKER_00: Es ist aber auch sehr schön und es gibt einem auch eine Menge.
- 17:49SPEAKER_00: Zurück.
- 17:51SPEAKER_00: Viele, wir sind schon in gewisser Weise natürlich irgendwie soziale Tiere.
- 17:56SPEAKER_00: Und wir bauen uns unsere Peergroups um uns herum.
- 18:00SPEAKER_00: Und es ist auch wichtig, dass wir diese Peergroups auch für uns entwickeln und haben.
- 18:05SPEAKER_00: Sei es der Sportclub, sei es eine Community, was online oder offline, sei es die besten Freunde, sei es die Familie, das sind alles Dinge, die natürlich einen sozial einbinden.
- 18:18SPEAKER_00: Und es ist wichtig, das auch aufzubauen.
- 18:23SPEAKER_00: Deswegen auch Faktor 1 und 2 bedingen sich auch in gewisser Weise, dass viele Menschen auch Angst haben, abgelehnt zu werden und dann aber auch Angst haben, isoliert zu werden.
- 18:32SPEAKER_00: Und dann isolieren sich manche aber auch komplett.
- 18:35SPEAKER_00: Also für viele ist es auch die Lösung, sich dann komplett zu isolieren.
- 18:39SPEAKER_00: Aber viele haben auch Angst vor dieser Isolation und alleine zu sein und beschäftigen sich dann die ganze Zeit und suchen irgendwelche Lösungen durch übermäßiges Training, durch übermäßigen ist es egal, was übermäßig ist.
- 18:55SPEAKER_00: Übermäßiges Training, übermäßiges Arbeiten, übermäßiger Partykonsum, übermäßiges Dating, übermäßige andere Dinge, um sich nicht alleine zu fühlen.
- 19:07SPEAKER_00: Und das ist eine Verhaltensweise, die auch dazu führt, dass man sich meistens verändert oder beziehungsweise, dass man Angst davor hat, alleine zu sein und dann auch gerade auch Menschen vielleicht in sein Leben lässt, die nicht so gut für einen sind, gerade sich auch eine Peergroup um sich herum baut, die nicht so gut für einen ist, weil man Angst davor hat, eigentlich alleine zu sein.
- 19:37SPEAKER_00: Und erstmal vielleicht auch sich selber besser kennenzulernen.
- 19:44SPEAKER_00: Weil, wenn man noch jünger ist, ich sage mal so in den 20ern und 25ern und 30ern, ist es manchmal gar nicht so einfach, auch zu wissen, was man auch will.
- 19:54SPEAKER_00: Ich finde es auch in späteren Jahren ist das auch noch schwierig.
- 19:57SPEAKER_00: Aber sich auch erstmal selbst besser kennenzulernen und selbst zu connecten mit sich selbst, ist was, was sehr schwierig ist, was nicht einfach ist, was echt auch viel Arbeit an sich braucht und auch sich dessen bewusst zu machen.
- 20:16SPEAKER_00: Aber es ist dann auch sehr lohnenswert, weil man natürlich mehr weiß auch, warum man viele Dinge auch durchführt und tut.
- 20:25SPEAKER_00: Und weil man auch keine Angst davor hat, auch alleine zu sein und mit sich auch alleine zu sein.
- 20:34SPEAKER_00: Es kann auch dann sehr cool sein, mit sich auch Zeit alleine zu verbringen, zu verbringen.
- 20:38SPEAKER_00: Und das ist, glaube ich, sehr gesund, das auch zu tun.
- 20:43SPEAKER_00: Das andere Thema ist aber auch, dass viele auch dann diese loneliness oder diese Isolation auch als Lösung sehen für viele Probleme, die entstehen.
- 20:56SPEAKER_00: Was aber dann auch eine gewisse Art von Weglaufen ist.
- 20:59SPEAKER_00: Weil man sich nicht mehr wirklich exponiert, weil man nicht mehr nach draußen geht, weil man nicht mehr auf Menschen zugeht, weil man nicht mehr neue Sachen ausprobiert, sondern sich halt irgendwie zurückzieht in seine stille Kammer und da halt irgendwie alles durchführt.
- 21:13SPEAKER_00: Das ist so ein bisschen der Lonely Wolf oder der Hero-Charakter, wenn man so will, der eigentlich nur noch mit sich selber beschäftigt ist und sagt, hey, ich brauche einfach alles nicht, was draußen ist, was aber auch eine Art ist von Angst, weil man sich nicht wirklich, weil man halt Angst davor hat, zum Beispiel auch abgelehnt zu werden.
- 21:38SPEAKER_00: Und deswegen sagt man irgendwie, ich brauche das alles nicht.
- 21:40SPEAKER_00: Und ich ziehe mich halt komplett zurück.
- 21:42SPEAKER_00: Und dann fängt man meistens an, auch so mit dem No Pain, no gain, Hustle-Modus, nach vorne kommen, let's go, let's go, let's go, macht vielleicht nur noch sport, wird super, super excessive.
- 21:54SPEAKER_00: Driftet auch up, dann natürlich in sucht verhalten, weil es eigentlich einen anderen Grund gibt, der irgendwie da liegt, mit dem man sich aber nicht beschäftigt, and then geht man eben in diese Isolation, sag ich mal, rein.
- 22:11SPEAKER_00: So that isolation so ein bisschen wie so ein zweischneidiges Schwert ist.
- 22:14SPEAKER_00: Auf der einen Seite hat man Angst davor, auf der anderen Seite gibt es aber auch einem eine Menge.
- 22:19SPEAKER_00: Ich merke immer, dass es auch so ein gewisser, für mich persönlich fühlt sich das dann auch immer so ein bisschen so bittersweet an.
- 22:28SPEAKER_00: Also, dass es schon so einen positiven Aspekt daran gibt, aber auch einen negativen Aspekt.
- 22:35SPEAKER_00: Also ich mag es auch, zum Beispiel mich zu isolieren und ich mag es auch gerne, an meinen Zielen zu arbeiten und nach vorne zu kommen und zu pushen.
- 22:44SPEAKER_00: Und darauf zu achten.
- 22:46SPEAKER_00: Aber ich weiß auch, dass ich damit ein bisschen aufpassen muss, dass es nicht zu extrem wird, weil ich sonst ungesunde Verhaltensweisen auch entwickle und auch dann so ein Alles- oder Nichts-Prinzip anwende.
- 23:04SPEAKER_00: Das bedeutet, zum Beispiel zu sagen, ich muss jede Training-Session durchziehen.
- 23:09SPEAKER_00: Jede Training-Session muss irgendwie grün bei Training Peaks sein, ich muss alles richtig absolviert haben.
- 23:15SPEAKER_00: Was nicht wirklich mit meinem Leben kompatibel ist und auch nicht wirklich, wie ich mein Training sonst immer gut gestalte.
- 23:21SPEAKER_00: Oder ich muss jede Training, ich muss alles alleine machen, ich kann mit niemandem mehr zusammen zum Beispiel trainieren, weil die andere Person ein anderes Programm irgendwie draufgeschrieben hat.
- 23:28SPEAKER_00: Oder ich gehe nicht auf neue Menschen zum Beispiel zu, ich kreere nicht irgendwie neue Räume, weil ich alles nur für mich machen will.
- 23:36SPEAKER_00: Und das ist dann auch wieder ein nicht gesunder Modus.
- 23:39SPEAKER_00: Und das sieht man auch bei vielen Athleten.
- 23:44SPEAKER_00: Und das führt dann zu extremerem Verhalten.
- 23:49SPEAKER_00: Gut, kommen wir zum dritten Faktor.
- 23:51SPEAKER_00: Und der dritte Faktor ist sicherlich der größte Faktor, gerade in unserer heutigen Zeit.
- 23:57SPEAKER_00: Und zwar ist das Angst vor Bewertung.
- 24:04SPEAKER_00: Und vor gewisser Weise auch, ich sage mal, in Anführungsstrichen, von Verfolgungen oder so von böser Nachrede.
- 24:14SPEAKER_00: Und ich glaube, ganz viele Menschen haben sehr viel Angst vor der Meinung von anderen.
- 24:21SPEAKER_00: Von der Meinung von der Gesellschaft auf der einen Seite, aber auch von der Meinung von ihrer Peergroup, also von den Leuten, die sie um sich herum gebaut haben.
- 24:33SPEAKER_00: Und das ist etwas, was durch Social Media enorm verstärkt wird, dass man viel mehr in die Bewertung reingeht, dass man viel mehr auch ein falsches Image sieht von vielen Menschen, was nicht wirklich auch der Realität entspricht und dann vergleicht man sich aber auch damit.
- 24:56SPEAKER_00: Aber wir haben heutzutage ganz stark den Faktor, wo man merkt, es wird viel bewertet.
- 25:06SPEAKER_00: Es wird viel bewertet auf einer persönlichen Ebene, obwohl es eigentlich ein sachlicher Kontext ist.
- 25:14SPEAKER_00: Zum Beispiel, ich sag mal, Gesundheitsthemen oder Fitnessthemen.
- 25:21SPEAKER_00: Es gibt so viele, ich sag mal, Reels da draußen und auch so viele Creator da draußen, die darauf aufbauen, ihre gesamte Präsenz auf Reaktionen von anderen Videos zu setzen, von anderen Menschen und dann aber auch sehr persönlich die Menschen anzugreifen mit Kommentaren über dann bist du halt blöd, hinüber Idiot, hin über noch mehr.
- 25:49SPEAKER_00: Und hier muss man sagen, dass dann natürlich so ein gewisser Shitstorm auch entsteht durch Meinungen, durch andere Dinge.
- 25:58SPEAKER_00: Und es ist so einfach heutzutage eben Menschen auch zu bewerten.
- 26:03SPEAKER_00: Ich weiß, ich saß mal in der Deutschen Bahn hinter jemandem und die Person ist auf YouTube gegangen und hat sich YouTube-Kanäle angeguckt und hat dann ein YouTube-Video geöffnet und hat unterstützt einen Hate-Kommentar geschrieben.
- 26:17SPEAKER_00: Da hat sie das nächste Video geöffnet, YouTube-Video, wieder ein Hate-Comment hat runtergeschrieben.
- 26:22SPEAKER_00: Und das nächste wieder ein Hate-Comment hat drunter geschrieben.
- 26:25SPEAKER_00: Und ich dachte so, boah, krass, das ist echt traurig, das eigentlich zu sehen.
- 26:30SPEAKER_00: Dass jemand so viel Hass irgendwie in sich drin hat und halt so seine Meinung und sein Hate so doll rausgeben muss.
- 26:38SPEAKER_00: Ich meine, jeder hat eine Meinung and eine Meinung ist auch gut.
- 26:43SPEAKER_00: Aber hate ist ein bisschen was anderes.
- 26:47SPEAKER_00: Viele Menschen haben aber Angst davor, bewertet zu werden.
- 26:52SPEAKER_00: Und das führt dazu, dass sie dann auch in Kombination mit der ersten, mit dem ersten, also sie werden abgelehnt und dann werden sie noch bewertet.
- 27:03SPEAKER_00: Und das löst bei vielen eine gewisse Spirale aus, dass sie sich dann sehr stark hinterfragen oder dass sie sich sogar, ich muss mal immer in Journal hier rübernehmen, dass sie dann auch sich sehr stark isolieren.
- 27:23SPEAKER_00: Es ist aber enorm wichtig, dass man auch diesen Muskel baut, abgelehnt zu werden.
- 27:29SPEAKER_00: Und dass man auch diesen Muskel baut, sich nicht durch Bewertung von anderen Menschen von seinem Weg abbringen zu lassen.
- 27:38SPEAKER_00: Das ist, glaube ich, sehr wichtig.
- 27:41SPEAKER_00: Dass Freunde, Familie kennen einen in einem bestimmten Image.
- 27:50SPEAKER_00: Gerade auch, ich sag mal, Freunde von früher, aus der Kindheit kennen einen in der Situation, wie man vielleicht auch war.
- 28:00SPEAKER_00: Mit 15, mit 20, mit 25.
- 28:03SPEAKER_00: Und hier ist es so, dass dann die auch an diesem Image häufig auch festhalten.
- 28:09SPEAKER_00: Auch Familie hält dann häufig so an diesem Image fest, was man damals auch vielleicht so erzeugt hat.
- 28:14SPEAKER_00: Und nicht jede Familienkonstellation ist auch irgendwie gesund, sondern da gibt es auch häufig Auffälligkeiten, die da sind.
- 28:20SPEAKER_00: Menschen lassen sich dann aber oft von ihrem Weg abbringen, wenn Familie oder Freunde ihnen eben auch was sagen und sagen, hey, es gefällt mir irgendwie nicht, oder warum machst du das auch so?
- 28:32SPEAKER_00: Und dann hinterfragen sie sich sehr stark und lassen sich dann auch in gewisser Weise abbringen oder hören nicht auf ihre eigene Autorität und ihre eigene Intuition.
- 28:42SPEAKER_00: Und dann, wenn man diesen Muskel seltenst bedient, dann fällt man in so einen funktionalen Modus rein, oft.
- 28:52SPEAKER_00: Dass man eigentlich nur noch funktioniert und eigentlich nur noch macht, macht, macht, macht macht, weil man einem Image entsprechen möchte.
- 29:02SPEAKER_00: Weil man einem Image entsprechen möchte, was seine Peergroup einem vorgibt, was aber vielleicht auch seine Familie einem vorgibt oder andere starke Einflüsse einem vorgibt.
- 29:10SPEAKER_00: Man verliert damit aber die Connection zu sich selbst, weil man selbst vielleicht was ganz anderes machen möchte.
- 29:17SPEAKER_00: Und dabei fängt das häufig schon an mit der Schule, wo man vielleicht Fächer auswählt, weil einem die Familie irgendwie das empfehlt.
- 29:30SPEAKER_00: Danach geht es irgendwie weiter mit Studium, wo man vielleicht irgendwie ein Studium wählt, was aber eigentlich gar nicht zu einem selbst passt, sondern was halt seine Familie einen vor allem ausgewählt hat.
- 29:45SPEAKER_00: Ich hatte damals das Glück, definitiv das Glück, dass ich relativ schnell gemerkt habe, dass das, was meine Familie mir vorliebt, dass das nicht mein Leben ist und dass mir das nicht so gut gefällt.
- 29:56SPEAKER_00: Ich habe dann meine Nachbarn kennengelernt und meine Nachbarn haben mir einen anderen Weg vorgelebt und vorgegeben.
- 30:02SPEAKER_00: Und der war für mich der Ausbruch aus dem Ganzen.
- 30:07SPEAKER_00: Vorher war sehr wenig Struktur da und danach war deutlich, deutlich mehr Struktur da.
- 30:11SPEAKER_00: Für mich persönlich.
- 30:12SPEAKER_00: Und mir hat diese Struktur total viel gegeben.
- 30:14SPEAKER_00: Und so bin ich eigentlich auch in den Triet lang gekommen.
- 30:17SPEAKER_00: Es war nicht, weil meine Familie gesagt hat, hey, mach das doch, sondern meine Familie fand das eher nicht so gut.
- 30:22SPEAKER_00: Und ich fand das aber cool.
- 30:24SPEAKER_00: Es hat mir viel gegeben.
- 30:26SPEAKER_00: Und so bin ich dann auch da reingekommen.
- 30:28SPEAKER_00: Und ich habe das dann gesehen auch bei vielen Freunden, und das sieht man auch heutzutage viel, auch bei Leuten im Coaching sieht man das auch viel, dass oft vielleicht auch durch die Familie ein Image vorgegeben ist.
- 30:40SPEAKER_00: Und daran hält man sich dann so bis seine Mitzwanziger, bevor man dann halt irgendwie ausbricht aus diesem ganzen Image.
- 30:49SPEAKER_00: Eigentlich ist die Pubertät dafür da, daraus auszubrechen.
- 30:52SPEAKER_00: Aber viele machen es nicht und bleiben konform in dieser Familiensituation.
- 30:58SPEAKER_00: Also es ist super wichtig, daraus auszubrechen und auch viel mehr damit d'accord zu sein, dass man anders ist und Dinge anders sieht und sich auch, ich sag mal, der Bewertung auszusetzen.
- 31:17SPEAKER_00: Ich glaube, es ist ein riesengroßes Thema auch für Gen 6, weil man eben so früh in diese Bewertung eingeht, in diese Peergro-Bewertung eingeht und sich dem auch letztendlich so schwer nur entziehen kann.
- 31:32SPEAKER_00: Weil man natürlich durch hier Social Media es so schwer ist, weil man so schnell in diese Bewertung reingeht.
- 31:42SPEAKER_00: Und man eigentlich so schwer mit sich selber connecten kann, weil man automatisch natürlich durch seine Schule, durch andere Dinge, durch alle, die irgendwie verbunden sind in irgendwelchen Gruppen, man automatisch bewertet wird.
- 31:59SPEAKER_00: Und viele isolieren sich dann, haben dann total auch, ich sag mal, ideale Vorstellungen von allem, wie das Leben auch zu laufen hat.
- 32:14SPEAKER_00: Und isolieren sich eigentlich, weil sie Angst davor haben, sich wirklich zu exponieren.
- 32:19SPEAKER_00: Also mit anderen Dingen zu beschäftigen und Angst davor haben, abgelehnt zu werden und danach auch eben bewertet zu werden.
- 32:30SPEAKER_00: Fragen wir mal so ein bisschen, wie ist es eigentlich gesellschaftlich?
- 32:33SPEAKER_00: Also, wie werden diese drei Faktoren auch so gesellschaftlich gesehen?
- 32:40SPEAKER_00: Und hier muss man sagen, dass unsere Gesellschaft wenig dafür tut, dass wir authentischer werden und dass wir mehr zu uns selber finden.
- 32:48SPEAKER_00: Das ist eigentlich was, was selbst in unserer westlichen Gesellschaft, der Muskel wird relativ wenig trainiert.
- 32:56SPEAKER_00: Vor allen Dingen eben Faktor Ablehnung, Bewertung von anderen und auch so Isolation.
- 33:07SPEAKER_00: Gerade so eins und drei, also abgelehnt zu werden und auch bewertet zu werden, ist was, was in unserer Gesellschaft nicht positiv oder förderlich gesehen wird.
- 33:16SPEAKER_00: Ganz im Gegenteil.
- 33:18SPEAKER_00: Man sieht eben auch, auch würde ich sagen, das ist auch ein neueres Phänomen, wie schnell auch bewertet wird und auch eben mit einer riesengroßen Reichweite bewertet wird, also es riesengroße Aufreger dann auch immer wieder gibt, die da sind, wo man natürlich dann die Aufmerksamkeit zieht.
- 33:40SPEAKER_00: Also Aufmerksamkeit ist natürlich eine Währung, wenn man so will.
- 33:43SPEAKER_00: Also es muss immer jedem irgendwie auch bewusst sein, dass dadurch, dass wenn wir, wenn irgendwas Aufmerksamkeit bekommt, dass wir dann auch Geld geben, wenn man so will, weil das letztendlich die Währung ist, heutzutage ganz stark.
- 33:56SPEAKER_00: Und so auch, weiß ich nicht, Medien funktionieren, so auf Social Media funktioniert, es ist letztendlich alles irgendwie das gleiche Prinzip, dass wenn wir Aufmerksamkeit generieren, dass wir dadurch natürlich irgendwie Energie investieren, Energie gleich irgendwie Investitionen, Währung, Geld.
- 34:12SPEAKER_00: Und hier lebt es davon, dass man dann sehr schnell in die Bewertung geht von Menschen, obwohl zum Beispiel auch wirklich bei Fällen, obwohl es noch keinerlei Verurteilung gab oder noch niemand wirklich in das Rechtssystem überführt worden ist.
- 34:35SPEAKER_00: Es gibt mehrere Beispiele, die ich jetzt dazu irgendwie auch nehmen könnte, auch so in der jüngsten Vergangenheit, die irgendwie da sind.
- 34:42SPEAKER_00: Und ich glaube, es ist eben wichtig, immer zu sagen, hey, bevor irgendjemand verurteilt wird und wir diesen riesengroßen gesellschaftlichen Shitstorm uns darüber ergießen, ist es halt so wichtig, dass man eigentlich erstmal abwartet, wie so die Sachlage ist.
- 35:07SPEAKER_00: Und bevor das irgendwie passiert, so wird die Person schon dermaßen verunglimpft.
- 35:18SPEAKER_00: Und viele schaffen das auch nicht, da auch wieder irgendwie so rauszukommen, weil auch der Selbstwert dadurch so stark daran gekoppelt ist, an externe Bewertungen.
- 35:30SPEAKER_00: Und das ist eben so die große Gefahr, dass man auch dann selbst sich selbst so stark damit vergleicht, was andere Menschen von einem denken.
- 35:38SPEAKER_00: Und man ganz stark davon abhängig ist, was denkt meine Gruppe, was denkt Gesellschaft, was denken die Dinge von mir.
- 35:46SPEAKER_00: Und so ist es so schwer, seinen eigenen Weg zu finden, weil man die ganze Zeit von der Bewertung von anderen Menschen eigentlich abhängig ist.
- 35:53SPEAKER_00: Und wenn man mit denen nicht d'accord ist, dann wird man dafür verurteilt, was man isst.
- 36:00SPEAKER_00: Klassisches Beispiel dazu irgendwie auch, weiß nicht, man hat irgendwie eine relativ gute Partyvergangenheit, relativ viele Partyfreunde.
- 36:07SPEAKER_00: Und dann geht man irgendwie mit denen wieder feiern und man sagt halt irgendwie so: Boah, du, ich fühle das heute nicht, ich möchte irgendwie keinen Alkohol trinken.
- 36:14SPEAKER_00: Und dann fühlen die sich echauffiert, finden das nicht gut, dass du Alkohol trinkst, weil du denen auch in gewisser Weise einen Spiegel vorhältst, dass du halt irgendwie heute kein Alkohol trinkst.
- 36:23SPEAKER_00: Und dann müssen sie sich selber hinterfragen, warum sie denn jetzt irgendwie Alkohol trinken.
- 36:27SPEAKER_00: Und das führt alles dazu, dass du dann in gewisser Weise abgelehnt wirst von dieser Gruppe.
- 36:33SPEAKER_00: Und das fühlt sich erstmal nicht so cool an, weil die dir auch nicht das Gefühl geben, dass es besonders cool ist, es zu tun.
- 36:38SPEAKER_00: Langfristig ist es aber vielleicht das gesündere Verhalten für dich.
- 36:41SPEAKER_00: Kann aber jetzt auch eine Sportgruppe sein, die irgendwie ins Trainingscamp fährt und dann stehen da irgendwie 35 Stunden auf dem Programm und du hast aber irgendwie vorher nur 15 Stunden trainiert.
- 36:51SPEAKER_00: Typisches Beispiel aus dem Coaching, was ich irgendwie gerade hatte, wo jemand sich vorgestellt hat mit schon gesundheitlichen Herausforderungen.
- 37:00SPEAKER_00: Und dann war jetzt irgendwie, wir haben irgendwie gut zusammen gearbeitet für vier, fünf Monate, jetzt stand ein Trainingscamp an, wo irgendwie 35 Stunden gescheduled worden sind, wo ich so dachte, hey, why?
- 37:15SPEAKER_00: Was zur Hölle?
- 37:16SPEAKER_00: Du hast bisher irgendwie zwölf Stunden die Woche trainiert mit Ach und Krach und wir haben dich irgendwie einigermaßen wieder hingekriegt mit richtigem Krafttraining, mit der richtigen Struktur, mit richtigen Sub-Mons, mit all dem haben wir irgendwie richtig aufgebaut.
- 37:28SPEAKER_00: Und jetzt willst du 35 Stunden einfach irgendwie chaotisch trainieren, hat es den auch einfach so gemacht.
- 37:35SPEAKER_00: Aber ja, dann halt auch wieder so: da ist natürlich dann ein riesengroßer Peergroup-Effekt.
- 37:41SPEAKER_00: Wenn du dann nicht so machst wie die anderen, dann wirst du irgendwie jetzt schwach dargestellt, dann wirst du irgendwie dargestellt, als ob du nicht richtig trainieren würdest.
- 37:48SPEAKER_00: Dann fühlst du dich irgendwie schlecht.
- 37:50SPEAKER_00: Und das ist dann ein anderer Peel Group, der erzeugt wird, der aber letztendlich super, super ähnlich ist zu dem Ganzen.
- 37:59SPEAKER_00: Und deswegen gesellschaftlich betrachtet, ist es auch was, was.
- 38:03SPEAKER_00: Es wird nicht positiv gesehen, wenn du dein eigenes Ding machst.
- 38:06SPEAKER_00: Und deswegen ist es halt so verdammt wichtig, dass du diesen Muskel für dich baust, dass du mehr auf dich selber hörst und deine eigene Autorität hörst und weniger dich abhängig davon machst, was andere Menschen über dich denken, über deine Entscheidungen denken.
- 38:19SPEAKER_00: Und dass du langfristig natürlich auch Menschen für dich findest, die dich mehr reflektieren und dich mehr so sehen, wie du auch bist.
- 38:28SPEAKER_00: Und wie du auch, wer du auch sein möchtest.
- 38:33SPEAKER_00: Und nicht, dass sich Menschen dafür unterstützen, wie du vielleicht mal früher warst oder wer du nicht sein möchtest.
- 38:40SPEAKER_00: Und dass du es schon danach irgendwie auch aufbaust.
- 38:43SPEAKER_00: Vor allen Dingen aber auch keine Angst davor hast vor Bewertung.
- 38:49SPEAKER_00: Okay, was kannst du dagegen tun?
- 38:51SPEAKER_00: Oder welche Fähigkeit solltest du auch stets erhalten, wenn wir uns das Ganze irgendwie angucken?
- 38:57SPEAKER_00: Und eine der wichtigsten Fähigkeiten ist maintain the ability to walk away or to start new.
- 39:07SPEAKER_00: Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die, um stets auch bei sich zu bleiben, ist die Fähigkeit, wegzugehen und neu anzufangen.
- 39:23SPEAKER_00: Da bin ich sehr fest von überzeugt, dass du wenigstens weißt, dass du diese Fähigkeit letztendlich hast.
- 39:31SPEAKER_00: Das ist immer so natürlich der letzte Schritt, aber wenn man, ich glaube, sich neu erfinden möchte und wenn man merkt, man geht in Situationen, wo es einem so schwerfällt, diese drei Punkte nicht aufrecht zu erhalten und immer wieder davor Angst hat, abgelehnt zu werden, wenn man vor Angst hat, alleine zu sein und Angst davor hat, auch bewertet zu werden.
- 40:05SPEAKER_00: Dann muss man sich immer hinterfragen, have ich gerade die Fähigkeit zu gehen und mich neu zu erfinden?
- 40:14SPEAKER_00: Diese Fähigkeit, es klingt immer sehr einfach und ich glaube, da gibt es einen gesunden Weg und einen nicht so gesunden Weg.
- 40:22SPEAKER_00: Der nicht so gesunde Weg geht damit einher, dass man geht und sich komplett zurückzieht und dass man nicht darüber spricht, auch zum Beispiel.
- 40:33SPEAKER_00: Ich meine das jetzt nicht nur auf, ich meine das generell im Leben, also zum Beispiel auch den Job zu wechseln, auch zum Beispiel zu wechseln, den Arbeitsplatz zu gehen, den Wohnort zu wechseln, auch von seiner Familie sich mehr zu distanzieren, den Partner zu wechseln.
- 40:50SPEAKER_00: Das sind alles so Dinge, wo man eben diese Fähigkeit erhält, auch zu gehen und sich neu zu erfinden.
- 40:56SPEAKER_00: Und ich glaube, es ist sehr wichtig, darüber zu kommunizieren auch, weil wenn man nicht darüber kommuniziert, dann isoliert man sich einfach nur.
- 41:06SPEAKER_00: Und es ist wichtig, dass man auch dann alles, was hochkommt in der Zeit an negativen Emotionen, dass man dem Raum gibt.
- 41:13SPEAKER_00: Viele, glaube ich, blockieren das dann auch.
- 41:15SPEAKER_00: Und hier ist es wichtig, dass man dem eher Raum gibt, dass man dafür offen ist, was dann auch in gewisser Weise passiert.
- 41:21SPEAKER_00: Und das wird sich immer, es ist immer sehr hart, das zu tun.
- 41:26SPEAKER_00: Und man sollte in der Situation sicherlich dem Raum geben, sich öffnen dafür, aber natürlich in gewisser Weise auch funktional bleiben.
- 41:38SPEAKER_00: Das heißt, frustriert zu sein, sauer zu sein, traurig zu sein, nicht so ganz zu verstehen, wo man sich gerade befindet.
- 41:50SPEAKER_00: And auch damit, das Leben ist nicht immer nur positiv and man ist nicht immer nur glücklich.
- 41:56SPEAKER_00: Der Weg, um glücklich zu sein, ist eher so der Weg, um zufrieden zu sein mit sich.
- 42:00SPEAKER_00: Aber es wird immer Tage geben, es wird immer Zeiten geben, es wird immer situation geben, womit man natürlich auch struggled and unzufrieden ist.
- 42:07SPEAKER_00: And that is ganz natürlich anders.
- 42:09SPEAKER_00: Es ist nicht diese Idealvorstellung, dieser Perfektionismus von hey, du wirst dich immer gut fühlen.
- 42:16SPEAKER_00: Das ist absolut, absolut unrealistisch.
- 42:18SPEAKER_00: I glaube sogar that when du the emotion drückst von Trauer, Wut, Frustration, so gut empfinden kannst Freude, Euphorie, Zufriedenheit.
- 42:31SPEAKER_00: I glaube that this is Balance, die einfach da sein muss und dass jede Emotion auch hier Raum haben sollte.
- 42:39SPEAKER_00: Trotzdem die Fähigkeit zu erhalten, sich neu zu erfinden, neu anzufangen, zu gehen und loszulassen, ohne zu frustrieren, ohne irgendwie super krass alte Dinge schlecht zu machen und zu hinterfragen und zu frustrieren, ist magic.
- 42:59SPEAKER_00: Ich glaube sehr, sehr gut.
- 43:02SPEAKER_00: Es gibt dazu ein schönes, ich liebe das Lied von Fleetwood Mack, Dreams dazu.
- 43:08SPEAKER_00: Und da gibt es so einen Lyric-Fetzen, wo es drin steht, thunder only happens when it's raining.
- 43:19SPEAKER_00: Und ich denke immer, dass man halt den Regen selber erzeugen muss.
- 43:24SPEAKER_00: Also man muss, glaube ich, mit sich sehr im Reinen sein und man muss, glaube ich, daran arbeiten, vor allen Dingen an Faktor 1 und 3, also dass man keine Angst davor hat vor der Bewertung von anderen und wenig Angst davor hat, auch abgelehnt zu werden und dann immer wieder auch neue Gelegenheiten zu erzeugen für sich.
- 43:49SPEAKER_00: Sei es egal, auf welcher Ebene, sei es gesundheitlich, sei es partnerschaftlich, sei es beruflich, sei es von der Vision her, schon viel, viel, viel, viel, viel, viel, viel, viel auszuprobieren, immer auch.
- 44:01SPEAKER_00: Konstant in seinem Leben.
- 44:03SPEAKER_00: Immer so ein Mindset, glaube ich, zu haben, neugierig zu sein, für was kommt und auch offen und tolerant zu sein.
- 44:10SPEAKER_00: Und dann kommt halt irgendwann immer auch der Blitzeinschlag, weil man den Regen halt selber erzeugt hat.
- 44:16SPEAKER_00: Wenn man aber nie den Regen erzeugt, dann kann es halt auch nie einen Blitz geben.
- 44:22SPEAKER_00: Okay, in dem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Tag und hören uns bald.
- 44:28SPEAKER_00: Bis dann.