Latest / SOMMELIER / Nina Mann – Ein großes Herz voller Wein und Mensch
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- 0:00Ja, ich kenne die Nina Manns seit den Wintermonaten 2015 und über sie fachlich etwas zu erzählen
- 0:23wäre ungefähr genauso wie wenn man Eulen nach Athen tragen würde. Ich schätze mich extrem glücklich,
- 0:32nicht nur ich, sondern auch meine Frau, dass wir die Nina als wirklich enge Freundin und wahrscheinlich
- 0:41als engste Vertraute heißen dürfen. Wir arbeiten jetzt seit über acht Jahren gemeinsam zusammen
- 0:50und ich bin jeden einzelnen Tag extrem dankbar und glücklich, dass ich die Livenina an meiner
- 0:57Seite habe. Sie ist eine wunderbare, einfühlsame Gastgeberin, eine Weinfachfrau, die ihres Sonderes
- 1:06gleicht, aber was maße ich mir an über eine dreifache Somaliere des Jahres zu sprechen,
- 1:13das spricht alles für sich und bei mir überwiegt einfach nur die Dankbarkeit jeden Tag mit ihr,
- 1:22die Tür und zu öffnen und sie an meiner Seite zu wissen und ich glaube, da bin ich nicht alleine.
- 1:28Ich spreche dafür unser Team, ich spreche dafür meine Frau und wir sind dankbar und glücklich,
- 1:35dass wir sie haben und sind darüber hinaus extrem stolz auf so eine Mitarbeiterin.
- 1:41Wenn Christian Bau, einer der kreativsten aber auch qualitätsfanatischsten drei Sterneköche unserer
- 2:09Republik, solch lobende Worte über einen seiner Mitarbeiter verliert, dann muss das was heißen
- 2:13und umso mehr freue ich mich auf unsere heutige Gäste auf Ninaman und heiße euch herzlich willkommen
- 2:18zu einer neuen Ausgabe von Somaliere, die interessantesten Weikenne unserer Zeit.
- 2:23Ninaman ist eine Somaliere Welt ein Begriff, denn sie hat in den Jahren, bevor sie in die Babypause
- 2:28entspannt, richtig für Vorrohr gesorgt und das zuletzt über sieben Jahre im Weg des Feindain
- 2:34bei Christian Bau und Nennig, wo die mehrfach ausgezeichnete Somaliere des Jahres als Chefsomaliere
- 2:40tätig war. Zuvor begeisterte sie ihre Gäste als Somaliere in der Söbelstube im Hotel am Schlossgarten
- 2:46in Stuttgart, im Restaurant Nagaya in Düsseldorf, im Restaurant Markies West in Düsseldorf,
- 2:51im Restaurant Leonhardt in Königswinter und im großartigen Hotel und Restaurant Gronschlösschen
- 2:57in Hattenheim. Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem
- 3:03Partner der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern segnend Konzio Vini Schlumberger und dem
- 3:08Privatkundenportal Bremer Weinkollekt für die händische und wirtschaftliche Unterstützung.
- 3:13Ganz herzlich bedanken. Dank ihnen ist es möglich, dieses Projekt zu realisieren und Woche für Woche
- 3:18eine neuen, interessanten Somaliere zu präsentieren. So wie sie und ich freue mich sehr auf sie.
- 3:24Herzlich willkommen, liebe Ninaman!
- 3:26Hey. Du bist zurück. Ja. Wahnsinn.
- 3:32Wirklich Wahnsinn. Ich glaube, nach der Nachricht von Nancy, die uns aufgehört hat und jetzt
- 3:38im Kriere Royal ist, so die zweite Benchmark-Nachricht unter den Sommis.
- 3:43Oh wirklich? Also ich nehme das so gerade gar nicht weich, habe viele Nachrichten bekommen,
- 3:47das mich super gerührt hat, dass die Sommiwelt doch so an mich denkt. Für mich war natürlich
- 3:56super viel im Kopf und von daher kam das, na ja überraschend, kam es ja nicht.
- 4:02Machen Sie das auch schon beim Kaffee? Ach du, lass mal wieder drei Sterne machen.
- 4:08Nee, das war schon von lange Hand geplant und wir waren ja Gott sei Dank immer sehr in
- 4:13engen Kontakt. Das schaffte ich und trotzdem ist es so jetzt, wo es so ist, ist es so
- 4:20überwältigend. Die Aufregung war groß, wieder zurück in meinem Job. Ich wusste nicht, was
- 4:26mich erwartet. Ich hatte noch nie eine Pause seit ich diesen Job mache, oder eine längere
- 4:31Pause, despektive und dann dachte ich mir, habe ich was verlanden? Wäre ich dem Ganzen
- 4:37noch gerecht? Wirklich war, weil in so einer Zeit, in einer Schwangerschaft, da tut sich
- 4:41viel im Kopf. Die Hormone machen einen, verändern einen einfach auch und mein Geht, das ist
- 4:47rückläufig, selbstverständlich und trotzdem wusste ich nicht, wie ich im Restaurant reagieren
- 4:52werde. Das war schon dann doch ein großes Stück von diesem, kann ich oder können wir
- 4:58wieder zusammenarbeiten bis hin zu, ich stehe jetzt im Restaurant. War das dann doch, da
- 5:02ist viel passiert.
- 5:04Bist du anders? Also warst du früher eine andere Nina, als du heute in der Beinempfehlung,
- 5:12Auswahl, Präsentation, Kommunikation mit Gästen, Aufbau des Tages?
- 5:17Ich finde mich ein bisschen weicher und einfühlsamer, wenngleich ich doch schon immer, ich glaube,
- 5:26ich möchte gar nicht so viel ich sagen, wenn ich doch, dass ich eine sehr freundliche
- 5:34Sommie bin und trotzdem denke ich jetzt, dass ich ein Stück weit weicher und noch mal
- 5:40einfühlsamer bin. Also gerade auch mit der Kommunikation mit dem Gästen, ich will vielleicht
- 5:46da gleich von her wegnehmen, es gibt eine Sommie auf Schlossberg, er ist der Eckert,
- 5:52ganz tolles Mädchen, ganz tolle Frau, Verzeihung und es gibt auch eine Mätere, das ist Thomas
- 5:58Blessing und den nehme ich auch den Job gar nicht weg. Ich bin zum Chef gegangen, zu
- 6:05gestern baue und habe gesagt, ich würde ganz gerne mit dir zusammenarbeiten wieder und
- 6:09er hat gesagt, er wünscht sich das auch sehr und daher haben wir jetzt eben diese Position
- 6:13gefunden, in der ich im Service bin und quasi alle unterstütze, hauptsächlich mit meiner
- 6:21Erfahrung natürlich, als, so eine Art Abteilungsleiterin, nennen wir es so, das heißt im Service
- 6:34hauptsächlich bin ich dafür da, ich fühle die Gäste, ich unterhalte mich viel mit den
- 6:37Gästen, die Weine überlasse ich der Äste noch, aber sie darf mich jederzeit fragen
- 6:43oder ich komme hier entgegen, wo ich sehe, da kann man was machen oder so, also genau
- 6:49das und dann in den Videorum ist es so, dass mich die Gäste natürlich sehr kennen, seit
- 6:54acht Jahren auf Schlossberg und wir haben viele Stammgäste und das ist ein unglaublicher
- 6:59Segen und das hilft halt dann, wenn die in Gesicht haben, dass sie schon lange kennen,
- 7:05es ist mir jetzt in den vier Wochen, wo ich wirklich Service gemacht habe, schon so viele
- 7:10bekannte Gesichter entgegen gekommen und es ist halt die Freude auf beider Seite und
- 7:16es ist total rürig, es ist so ein Wiedersehen und mein Gott, was da plötzlich auch für
- 7:21andere Gespräche auftauchen, gar nicht persönlicher, aber man ist jetzt, man hängt mehr aneinander,
- 7:27also man ist deutlich interessierter aneinander.
- 7:29Also du bist jetzt mehr oder weniger die Restaurantdirektorin, was ist früher in
- 7:35der ganz alten Restaurantbrigade gab, dass es halt ein Restaurantleit, ein Sommer gab
- 7:41und dann so eine übergeordnete Stelle, kann man das so verstehen oder?
- 7:46Ja, durchaus genau.
- 7:47Wobei so jeder seine Kompetenzen hat, also sowohl der Metra als auch die Sommerjahre,
- 7:53aber du verbindest das, also kann man sowohl wollen sagen, auf der anderen Seite wahrscheinlich
- 7:57mehr Mädchen für alles oder?
- 7:58Auch nein, nein, nein.
- 8:01Ich habe hinzukommen, dass ich wirklich alle Freiheiten habe.
- 8:05Wenn ich das Bedürfnis habe, in der Hause zu gehen, so meiner Tochter, dann kann ich
- 8:08das auch tun, wenngleich wir den Anspruch haben, dass ich immer da bin.
- 8:13Also zu jedem Service werde ich auf jeden Fall alle begrüßen, das ist einfach auch für
- 8:17den Zusammenhalt im Team deutlich besser das Gefühl, wenn wir alle miteinander starten.
- 8:21Nur wenn ich sehe, heute läuft es vielleicht auch mal so entspannt, dass ich vielleicht
- 8:27immer ganz kurz mich ausglinken kann und dann komme ich halt abends bitte zum Service.
- 8:31Genau.
- 8:32Mir, die haben alle ihre Verantwortung gemacht und das haben sich so toll gemacht.
- 8:37Und das sage ich jetzt so, weil sie alle junge Menschen sind, aber so engagiert und in den
- 8:4213 Monaten, in denen ich weg war, sind ich so gewachsen und ich bin doch so unglaublich
- 8:47stolz auf jeden Einzelnen.
- 8:48Da wäre es jetzt auch, also da kann ich mich natürlich, da setze ich mich hin und sage
- 8:54es und jetzt machen wir irgendwie was anderes.
- 8:56Es ist ein Gentle Foreman, nein so auch nicht.
- 9:04Also ich nehme es ja einfach alle an die Hand und bin an deren Seite und gebe ihnen einfach
- 9:09ein gutes Gefühl.
- 9:10Was du gesagt hast, ging mir in der Tat genauso.
- 9:14Ich war damals ja bei Dieter Müller, als ich oder als wir unseren Sohn bekommen haben.
- 9:18Und davor war ich glaube ich zumindest auch so der sehr strikte, sehr direkte, sehr eigentlich
- 9:26schon hartes, weil ja damals noch ein anderes Regime, was dort geführt wurde.
- 9:30Und mit der Geburt, mein Sohn, es war das so, dass ich mit einem richtig weich wurde
- 9:36und richtig sanft und daher kann ich das sehr, sehr nachvollziehen.
- 9:39Also es verändert einen dann schon richtig stark.
- 9:42Und es trotzdem stark, dass du zurück ins Restaurant gegangen bist, weil die meisten gehen ja dann
- 9:48doch andere Wege.
- 9:50Also entweder keine Ahnung, in den Frühstück-Service, wenn überhaupt in die Gastronomie oder in
- 9:54ein Tagesrestaurant oder in den Handel.
- 9:56Das wäre natürlich auch so ein natürlicher Weg.
- 9:58Aber du hast dann nochmal diese Aufgabe gesucht, eines der besten Restaurants zu begleiten,
- 10:04die es gibt.
- 10:05Also wie viel Anteil trägt da der Arbeitnehmer bei der Entscheidung, bei dem Weg, bei dem
- 10:08Ganzen, bei der Veränderung?
- 10:10Also fast, also wirklich zu 90 Prozent, möchte ich sagen.
- 10:13Ja, denn wenn er mir an Christian Baunich gesagt hat, ich würde so gern wirklich mit
- 10:20ihm zusammenarbeiten, also wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis mittlerweile.
- 10:25Weil ja, ein Kind klingt, verbindet irgendwie alle Menschen und er hat ja auch zwei Töchter.
- 10:29Und er hat gesagt, ich möchte, dass wir wieder zusammenarbeiten und ich gebe dir alle Freiheiten.
- 10:34Und das war natürlich für mich das Signal, dass es auch funktioniert.
- 10:38Denn so sehr, wie ich meine Tochter liebe, ich liebe auch unseren Beruf und ich habe gesagt,
- 10:45wenn es möglich ist, möchte ich gern beides machen.
- 10:47Gar nicht egoistisch gesagt oder so, sondern einfach wirklich, ich liebe es in diesem Restaurant,
- 10:54die Türen zu öffnen, alle herzlich willkommen zu heißen, denen eine wundervolle Zeit zu
- 10:58bescheren, weil was was Schlossberg einfach bietet, ist so einzigartig und es macht so
- 11:02Spaß, diese Teller an den Tisch zu bringen.
- 11:05Zu sehen, wie die Menschen genießen und dann, wenn quasi Espresso getrunken, das Dishes
- 11:13Tiefglas leer ist und wie die Gäste nach draußen führen, dass alle sich bedanken für die gute
- 11:18Zeit und das ist etwas, das wollte ich nicht missen.
- 11:20Das ist das, was ich nicht, was ich umgehen müssen wollte und dass es möglich ist, dass
- 11:25es allein Christian Maus verdient.
- 11:26Wo sind die größten Hürden?
- 11:28Du bist ja jetzt noch nicht so lange wieder zurück, aber zumindest so vom ersten Empfinden
- 11:34beziehungsweise bis hin zum zwei, drei Jahren?
- 11:38Jetzt gerade ist die größte Hürde wirklich von diese, Fricier ist jetzt 13 Monate, wird
- 11:45bald 14 Monate, die ist bei ihrem Papa zu Hause.
- 11:50Wir sind hier in Saarburg zu zweit, Stefan und ich, wir waren jetzt während der Zeit
- 11:53viel bei der Familie in Bayern, aber hier in Saarburg sind wir alleine, es darf die
- 11:58Kleinen in die Kita gehen und das gönne ich ja von ganzem Herzen, weil wir, also sie hat
- 12:03jetzt einfach Kontakt zu anderen Kindern und sie kann, sie spielt da und sie hat da einfach
- 12:08eine gute Zeit, es ist ein totale Mehrwert für sie, wer das nicht der Fall würde, würde
- 12:12das ganze so nicht stattfinden, sondern das funktioniert mit der Kita so wunderbar, dass
- 12:17sie sich da jetzt gut und gerne aufhält.
- 12:18Daher möchte ich fast sagen, dass die größte Hürde gerade bei mir liegt, denn als Mama
- 12:25ist es gerade schwierig, schon so lange vom Kind getrennt zu sein.
- 12:29Das melke ich gerade am Wochenende, also ich arbeite Wochenende mittags und abends und
- 12:35gehe aber dazwischen nach Hause und ich melke einfach, dass es Mama gar nicht notwendig.
- 12:39Also ich habe dann das Bedürfnis, zu meiner Tochter zu gehen, das ist das gleiche Bedürfnis
- 12:43übrigens, wie eine Mama intuitiv sagt, was ihr im Kind fehlt oder was ihr jetzt braucht
- 12:47und es genau dieses Gefühl weckt sich, wenn ich denke, ich muss jetzt zu meiner Tochter
- 12:52nach Hause und ich denke, dass es einfach dieser Abnabelungsprozess, um das es pragmatisch
- 12:56zu sagen, was ich nicht heisst, dass ich sie am Samstag, Sonntag, die ganze Zeit bei
- 13:01einem Papa lassen wollen würde, denke ich, das ist das falsche Signal, aber das ist
- 13:07gerade für mich im Kopf einfach die größte Hürde.
- 13:09Bis in drei Jahren, ich kann es so nicht einschätzen, ich will, wie du erwischt mich ziemlich frisch
- 13:16nach dieser ganzen Situation und von daher kann ich da noch ganz wenig prognostizieren.
- 13:21Also ich denke, wenn man eben auch diese zwei Leben hat, die miteinander vereint, dass
- 13:27man sich anders aufstellen muss als eben der konventionelle Arbeitnehmer oder jeder andere
- 13:31mehr oder weniger in der Gesellschaft, wenn man natürlich ganz andere Zeiten, ganz andere
- 13:34Rhythmien hat, völlig gegen eigentlich den normalen Tagestrom lebt und das war für mich
- 13:40auch mal eine ganz, ganz große Herausforderung, wenn ich jetzt in der Bar dann nachts bis
- 13:44drei Uhr unterwegs war und die Bar dann irgendwann abgeschlossen habe und morgens dann aber
- 13:50trotzdem mit den Kindern um sechs aufstehen wollte, um die fertig zu machen, Kindergarten,
- 13:55die Schule zu bringen.
- 13:56Man findet aber seine Lösungen daraus und ich finde es schöner, dann trotz allem seine
- 14:01Berufung zu folgen, das zu leben, das auszuleben, als irgendwie einen Beruf zu machen, den
- 14:07man überhaupt nicht mag oder nicht so sehr oder so gerne mag und es ist natürlich auch
- 14:10schade, dass so viele Fachleute ihre Berufung aufgeben müssen und somit auch ihre Erfahrung
- 14:17aufgeben müssen für die Familie.
- 14:19Also da finde ich es toll, dass ihr einen Weg findet, wie man einen Zwischenweg gehen
- 14:24kann und glaubst du, du kannst dich in Zukunft dann trotzdem noch so intensiv mit dem Thema
- 14:30Wein beschäftigen, weil ja deine Zeit mehr oder weniger oder deine Freizeit dann halbiert
- 14:35ist, zumindest halbiert ist oder findet man da auch einen anderen Weg, eine andere Herangehensweise
- 14:42an das Thema Wein, an den Umgang mit Wein?
- 14:44Ich glaube ich will ganz kurz nochmal zum Anfang, was du gerade gesagt hast, zu rekommen.
- 14:50Das ist klar, also wenn du sagst, es ist schön, dass es möglich ist und es ist schade, dass
- 14:57es andere nicht tun.
- 14:58Das will ich super relativieren, weil gerade mit den Kindern, das ist einfach so eine emotionale
- 15:03Sache, da ist jeder einfach, jeder Charakter anders.
- 15:06Ich glaube, zu deiner Verpflichtung, die du im Restaurant hast, kommt plötzlich eine
- 15:14Verpflichtung hinzu, die dir mindestens genauso wichtig ist, vielleicht sogar wichtiger.
- 15:19Und wenn man sich entscheidet, finde ich da gar nichts Falsches dran zu sagen.
- 15:24Ich wollte auch nicht sagen, dass das falsch ist oder es sind einfach Schadungen bedauerlich,
- 15:28also es muss auch mal zum Typ passen, jeder Typ kann das.
- 15:30Das ist ja so, ich meine die Arbeit in einem drei-Stellen-Restaurant ist ja nicht, ich
- 15:35gehe mal schnell irgendwo zu McDonalds an den Schalter und kass ich einfach nur ab, sondern
- 15:39das ist ja noch mal eine ganz andere Verantwortung, das ist ja kein berufsende Berufung, die man
- 15:42dort ausleben muss.
- 15:43Und wenn man dort die ganze Zeit nur mit halbem Kopf ist, weil, keine Ahnung, die Maus Schnupfen
- 15:48hat, dann keine Ahnung, Einschulung ist und gerade die ersten Schultage oder eben auch
- 15:54bei der Eingewinnung jetzt in der Kita, was du vorhin erwähnt hast, dann nützt es eben
- 15:58auch keinem was.
- 15:59Also man muss da schon der Typ für sein.
- 16:01Ich wollte es nur für die gesamte Situation, sprich Fachkräftemangel und der ganze Kram,
- 16:06beziehungsweise auch die ganzen Jahre, die du ja genutzt hast, um etwas aufzubauen und
- 16:11um eben die Nina zu formen, die so großartig war und die so unglaublich präsent in der
- 16:16Comedy-Zene war, die nicht, ich sag mal, sterben zu lassen, sondern die weiterleben
- 16:21zu lassen, anders, auch erfahrender, man hat auch andere Gespräche sicher am Tisch, man
- 16:26kann wesentlich komplexer und eben auch noch mehr, glaube ich, auf Augenhöhe mit den
- 16:31Gästen interagieren, argumentieren und kommunizieren, aber man muss der Typ dafür sein.
- 16:38Daher wollte ich da niemanden was absprechen, der es nicht tut.
- 16:42Das will ich dir auch gar nicht unterstellen, ich wollte es aber trotzdem unterstreichen,
- 16:46weil ich nämlich immer super mutig finde, wenn man sein Leben so komplett umwandelt,
- 16:51wenn man sich für ein Kind entschädt.
- 16:52Wenn man hat sich ja schon für ein großes Stück in sein Leben entschieden und das dann
- 16:55praktisch so durchzuziehen, das ist schon auch super mutig zu sagen, dann mache ich ganz
- 17:00was anderes damit.
- 17:01Mit der Weiterbildung, das wird sich zeigen.
- 17:04Also ich bin immer noch super interessiert, dafür habe ich ja meine Äste, die werde ich
- 17:08auf jeden Fall auf alle Veranstaltungen schicken und ich werde die natürlich immer ausquetschen,
- 17:12sagen was war da, was ist da, kannst du mir was Neues erzählen.
- 17:15Ich lese auch unheimlich gern und ich lese die Fachzeitschriften auch sehr gerne, also
- 17:20wenn es möglich ist, so viel lesen kann ich gerade nicht, das hört sich jetzt so ein
- 17:24aber wenn ich es schaffe, dann möchte ich mich wirklich auf den Laufenden halten.
- 17:29Aber sicherlich wird es keinen Niveau haben, wo meine Kollegen sagen, die ist jetzt auf
- 17:34dem selben Niveau wie ich.
- 17:35Allerdings habe ich da auch ganz schnell für mich den Frieden geschlossen, weil ich
- 17:41noch lange in diesem Job bleiben werde, ist das etwas für, wenn ich alte bin, also in
- 17:4715 Jahren.
- 17:48Also wenn ich mich, ich habe so den Plan, wenn ich mich auf einen guten Niveau halte,
- 17:53dann würde ich irgendwann vielleicht ein bisschen voller einsteigen kann.
- 17:56Ich gebe das nicht auf, nein.
- 17:58Das finde ich ist ein ganz ganz wichtiger Ansatz, dass man nicht immer unter Vollgas
- 18:04fahren muss, sondern manchmal einfach auch so einen Schritt zurückfahren kann und man
- 18:08hat sich natürlich auch ganz viel Wissen und Erfahrung aufgebaut, die dann von denen
- 18:12man irgendwann zähren kann und wovon man profitieren kann.
- 18:15Und man muss das eine nicht wegstecken, damit man das andere nutzen oder lieben kann, sondern
- 18:21man kann einen sehr guten Zwischenweg finden und es wird eben auch in der Kombination mit
- 18:24einem Kind dann irgendwann eine Phase geben, wo es nicht mehr so viel Aufmerksamkeit braucht,
- 18:28sondern wo man sich eben dieser liebe Wein dann nochmal mit einer anderen Intensität
- 18:33wieder widmen kann und dem einen anderen Raum dann irgendwo geben kann.
- 18:38Man muss ja auch nicht auf jeder Hochzeit, auf jeder Weinparty, bei jeder Weingutstour
- 18:42und so weiter mit dabei sein.
- 18:44Und es ist vielleicht fast sogar schöner, dass dann an eine andere Generation mit deiner
- 18:49Äster dann irgendwie weiterzugeben und auch diese dann junge Sommiäre zu Formen, zu
- 18:55Begleiten und mit einer gewissen Metaperspektive nicht allein zu lassen.
- 19:02Weil das größte Problem, glaube ich, von vielen Sommis in Restaurants ist, dass sie
- 19:06allein sind, dass sie niemanden haben, mit dem sie kommunizieren, sich austauschen können,
- 19:10die auf Augenhöhe interagieren können oder eine Meinung haben.
- 19:15Und wenn man im Wein aussucht, wo man jemanden fragen kann, wie findest du den und man
- 19:19kriegt nicht eine Weinliebhaber-Weinung, sondern eine Fachkompetentemeinung und somit
- 19:25seid ihr als Doppelspitze dort, glaube ich, mehr ein Geschenk.
- 19:28Loksus-Situation habe ich schon festgestellt.
- 19:31Also es mich so auszutauschen und jemanden zu haben, wo ich immer, wenn ich das Gefühl
- 19:38hatte, es werde ich gerade ein bisschen zu intensiv für anderen Kollegen oder so, wo
- 19:42ich zurück, wo ich mich gebremst habe und gesagt habe, verstehst du den Grund, was
- 19:45ich dir sage?
- 19:46Und bei ihr kann ich jetzt halt ins Detail gehen, ins Detail gehen und dann kommen
- 19:49halt Rückfragen, mehr Details wie wir besprechen, um so, ah, okay, das Thema fehlt mir noch
- 19:54und dann kann man natürlich sagen, ah, dann werden wir das nächste Mal vielleicht darauf
- 19:59aufbauen, weil da fehlt uns vielleicht auch gerade etwas und also das ist super spannend
- 20:03wirklich, wenn man sich das so zu zweit hat.
- 20:06Hat sich deine Sicht auf Wein verändert?
- 20:09Also die Frage sollte mir oder weniger sein, was ist Wein für dich?
- 20:12Und was war Wein für dich?
- 20:14Wenn es dich verändert hat?
- 20:17Jetzt gerade kann ich das so nicht sagen.
- 20:20Zerweines glaubt keine Selbstverständlichkeit für mich geworden, das will ich nicht sagen,
- 20:25aber für mich hatte schon ein Stellenwert, also ich habe das glaubt etwas verinnerlichert
- 20:31mehr, denn für mich war Wein immer etwas, was ich, also der ja die Herkunft zeigt,
- 20:37der die Geschichte zeigt, wenn ich mich mit Wein beschäftigt habe, habe ich immer auch
- 20:40geguckt, wo kommt er her und warum ist er entstanden?
- 20:44Ich liebe die Weingeschichte, weil da ja auch so viel zufällig passiert ist und ich
- 20:50finde, es ist irgendwie so so witzig, dass wir manchmal Größen in der Hand haben, die
- 20:55gar nicht entstanden werden, wenn die Geschichte dahin, also wenn es nicht so zufällig dazu
- 20:59gekommen wäre, ne?
- 21:01Und da es und dann noch zeigt Wein die Herkunft, also das ist für mich so dieses, was es so
- 21:07spannend macht und deshalb habe ich es so verinnerlicht mittlerweile, dass ich für
- 21:14mich ein Sprachrohr, es macht, es macht eine gute Gesellschaft, man kann es nicht wegdenken,
- 21:23er hat so viele, auch so viele Sprachen, bin ich einfach, bin ich komplex, also es ist
- 21:33der meinteste Teil von mir geworden, ja, merke ich gerade.
- 21:37Wie war das Leben ohne Wein?
- 21:40Ich habe, ich habe verkostet mit Spucken, das ging wunderbar für mich, also davon daher,
- 21:49ich habe ihn kaum vermisst, weil ich habe er wirklich verkostet auch noch, ziemlich
- 21:53lange.
- 21:54Ich weiß, da hat jeder sein eigenes, eigene Meinung jetzt an dieser Stelle, ob das gut
- 22:00ist oder nicht, aber ich habe auch gerade mit Speisen und mit Essen, ich habe mich so
- 22:05mit so vielen Dingen auseinandergesetzt, wo dann auch wirklich Alkohol drin ist und
- 22:08wo nicht, von daher habe ich mich dazu entschieden, dass ich auch verkosten kann, weil wenn ich
- 22:14andere Speisen, es gibt bestimmte Lebensmittel mit Alkohol essen kann, dann kann ich auch
- 22:19Wein verkosten.
- 22:20Und Apfelsaft hat ja auch zwei Volumen prozent.
- 22:23Richtig, das würde ich sagen.
- 22:25Richtig.
- 22:26Wir machen auch eine alternative Begleitung auf Schloss Berg, die ich bewusst so nenne,
- 22:30weil ich ziemlich schnell festgestellt habe, wie wenig Alkohol frei da ist.
- 22:33Also Alkohol frei ist ja wirklich nur Wasser, Tee und Kaffee und alles andere ist ja fast
- 22:38schon nicht Alkohol frei.
- 22:39Also deswegen nennen wir unsere Begleitung auch alternative Begleitung, damit wir das
- 22:45nicht so auf die Goldwerke legen kann.
- 22:47Und das sind dann Sachen mit wenig Alkohol, also mit zwei, drei, vier Volumen prozent,
- 22:51wie zum Beispiel Kompucharkie, vier etc.
- 22:53Voilà, genau, davon spreche ich.
- 22:55Ja.
- 22:56Wir haben jetzt ganz neu, seit nach dem Urlaub haben wir ein Ginger Beer gemacht, das ist
- 23:00unglaublich gut funktioniert.
- 23:01Also selber gemacht?
- 23:02Ja, das ist cool, wie das funktioniert.
- 23:04Ich war überrascht, dass es gar nicht so schwierig ist.
- 23:07Und es schmeckt richtig gut.
- 23:09Okay.
- 23:10Also wir reichen es nicht in pure Form, aber das ist so als Backup ganz cool.
- 23:18Also, so Helfermentation, ich will es ehrlich sagen, es gibt diesen Getränken einfach nochmal
- 23:25ein dichter, den Charakter.
- 23:27Wenn ich es nur eine Infusion mache mit Tee, dann ist es oftmals, wenn ich es so intensiv
- 23:32mache, wird es oftmals so bitter, dann habe ich ein Ergebnis, das mir nicht gefällt.
- 23:37Aber das sind Lösungen, Kompucharkiefe und eben solche Ansätze, die getränke Intensiver
- 23:45machen und Dichter einfach.
- 23:47Wir basteln das bei euch zusammen.
- 23:49Also ist das jetzt deine Aufgabe oder macht da jeder so seinen Teil?
- 23:53Wie im Team.
- 23:54Macht das die Küche?
- 23:55Ja, wir im Team.
- 23:56Die Küche unterstützt uns, wenn wir, also, Säfte nehmen wir nur frisch gepresst und
- 24:03die haben natürlich die bessere Maschinen dafür.
- 24:05Entweder alleine muss sie uns aus oder sie haben sogar Zeit für uns das zu machen.
- 24:09Wenn es um Reisrösten geht oder so, also so eine Kleinigkeit ist nicht, das ist immer
- 24:14ein großer Teil, wenn sie uns unterstützen.
- 24:16Aber wir machen es alle zusammen.
- 24:19Ja.
- 24:20Und das ist dann auch ein Abschlung mit dem Menü?
- 24:22Oder sollen die Getränke Intensiver funktionieren und spannend sein?
- 24:25Die Speisefolge von Christian Bau ist ja so komplex, das allein Wein dazu zu finden,
- 24:33stelle ich mir, oder habe ich, wenn ich es genießen durfte, leider erst zweimal im Restaurant,
- 24:38einmal beim Rhein-Gor-Gor-Mee-Festival, da war das für mich schon eine große Herausforderung,
- 24:44da irgendwas zu auszuwählen oder mir was dazu vorzustellen und mit alkoholfreien Getränken
- 24:49stelle ich mir das noch schwerer vor.
- 24:51Wir haben, ich für mich mit Christians Einverständnis habe mich ziemlich früh dazu entschieden,
- 24:58dass wir die Weinbegleitung als ein bisschen was anderes sehen auf Schlossberg.
- 25:01Und dazu gebracht, also dazu gebracht haben, haben ich unsere Gäste.
- 25:07Wir stellen Weine dazu, die zum Menü passen, allerdings niemals zu überfordern sind.
- 25:13Aus dem einfachen Grund, wir haben wirklich Gäste, die kommen und sagen, es ist so ein
- 25:19wahnsinnig Leifteil, was ich mir leisten möchte.
- 25:21Und wenn ich bei denen im vierten Gang dann nochmal eine große Story bringe und lange
- 25:28erkläre, warum wir den Wein so ausgesucht haben, dann sind die irgendwann durch mit
- 25:33dem Kopf.
- 25:34Weil das, was auf dem Teller bei uns wirklich passiert, schon so...
- 25:36Komplex.
- 25:37Ja, und aber auch, also die Emotionen sind halt einfach immer hoch.
- 25:42Und wenn ich das mit dem Wein auch immer nochmal verlange, dass wir dann noch mehr
- 25:48abverlangen, dann ist der Kopf irgendwann durch und dann ist der Genuss nicht da.
- 25:53Deswegen ist unsere Weinbegleitung eine Mischung aus, ein bisschen Entspannung und dabei auch
- 25:56natürlich immer spannend zu sein.
- 25:58Wir machen drei verschiedene Begleitungen aus dem Grund.
- 26:01Also die heißen "Weine zum Menü", exklusive Weine und eben die alternativen Begleitungen.
- 26:05Die "Weine zum Menü", da spinnen wir uns als Sommelieri einfach etwas aus.
- 26:09Da gibt es ein, zwei Dinge, die wir halt cool finden.
- 26:12Da arbeiten wir viel mit gereiften Sachen.
- 26:13Also Dinge, die erklärt werden müssen.
- 26:18Auch was Herkunft angeht, nicht nur aus was, was Reife angeht oder so.
- 26:23Und zwischen so und aber immer was, wo jeder sagt "Ah cool, das kenne ich doch", dann
- 26:28entspann ich mich damit.
- 26:29Bei der exklusiven Weinbegleitung geht es ein bisschen mehr um die Namen auch, wo was
- 26:33aber gleichzeitig einhergeht mit, das kenne ich sehr verständlich.
- 26:37Also da stehen dann die Bugunder drin, da stehen dann auch Rieslinge von nun fast ausschließlich
- 26:44namhaften Winzeln drin und die Alternativen eben dazu.
- 26:47Bei den Alternativen haben wir uns auch ziemlich schnell zu entschlossen, dass es etwas ist,
- 26:51was ich gar nicht trinken möchte.
- 26:53Also sobald zu viel Geharomatik, zu viel Säure, zu viel Essigaroma entsteht, das unabinden
- 26:59wir total.
- 27:00Also wir passen die Getränke schon immer so ab, dass sie nicht zu zu heftig werden.
- 27:05Vielleicht an dem Beispiel Ingwerbier, weil ich es ganz gut vorstelle, dieses Ingwerbier
- 27:10hat eine ganz feine Präglung, nicht das was in der Dose kennen wir es doch mit sehr lemmonadenhaftig.
- 27:15Unser Ingwerbier ist schön rosa, ist ein bisschen trüb und hat eine ganz feine Perlung nur,
- 27:19weil wir das wirklich jeden Sonntag nochmal kurz neu ansetzen und am Donnerstag ist es
- 27:23so weit durchgegangen, dass es eine nette Perlung hat.
- 27:26Und wir machen dann Auszug aus Sellerie mit rein.
- 27:29Und das ist unglaublich, wie es zusammenpasst, aber es trinkt sich auch wie eine Lemanade.
- 27:33Also es ist nicht zu heftig einfach.
- 27:36Okay.
- 27:37Und dann haben wir einen Wasserkäfer, den wir mit Rode Bethe und Limette ansetzen.
- 27:42Und auch das hier, da ist die Rode Bethe, bringt diese süße Erdige mit und dann die
- 27:45Limette, die dann doch wieder recht frische und Lemanaden eher was Frisches wieder mitbringt.
- 27:50Und das ist etwas, da trinkt man auch mal einen Schluck davon und sagt Gott, wie nett ist das
- 27:54eigentlich.
- 27:55Und dann ist es rosa und also und dann will ich auch mit dieser alternativen Bekleidung
- 28:00ganz arg drauf aufpassen, dass ich an den Gerichten nichts verändere.
- 28:03Also bei deinem Begleitung eher der devote Partner zu sein und das Ganze zu untermalen
- 28:10und der Küche die Bühne bieten.
- 28:12Immer.
- 28:13Ja.
- 28:14Okay.
- 28:15Auch bei den High End-Weinen und was wäre dann für dich so exemplarisch schon High End-Weinen,
- 28:19wo du sagst, dass das suche ich dafür aus?
- 28:22Wir haben viel jetzt auch mit, also High End ist oftmals auch rar.
- 28:27Also das hatte ich letztens auch, also wir arbeiten mit Winsomie, Pierre-Ref, Kullo,
- 28:34Morey, vielleicht zusammen, solche Geschichten.
- 28:37Dann kommt auch mal ein Egon Müller mit dazu.
- 28:39Für mich ist die exklusive Bekleidung super die Bühne für die Versteigerungsweine.
- 28:43Goldkapseln, so war es eher die Idee für die exklusive Bekleidung.
- 28:50Dinge, die wir, also selbst, es ist ja eh bald wieder die Versteigerung in Trier und da
- 28:54geht auch in Somie jemanden hin und weiß, was in der Lifetime Tasting und...
- 28:59Großartig, oder?
- 29:00Was man da probieren darf und ich finde das so, also so überwältigend.
- 29:04Also allein auch die Spannung bei der Versteigerung selber.
- 29:07Es ist wahrscheinlich nicht mehr so wie, keine Ahnung, vor 100 Jahren, noch vor 200 Jahren,
- 29:10wo noch andere Sachen nochmal anders ausgerundet wurden.
- 29:12Aber es ist immer eine Leistungsschauend, richtig emotional, also was da teilweise dann auch
- 29:18für Preise aufgerufen werden.
- 29:19Ja, wirklich.
- 29:20Also da schaue ich mir auch den Stream immer an, nachts noch, normalerweise, wie es dieses
- 29:25Jahr sein wird, schaue ich mal.
- 29:27Aber ich finde es auch super spannend und das Tasting ist ja morgens um 9 und wenn man die
- 29:34Möglichkeit hat, das versuche ich schon immer mitzunehmen, weil, ja, ich bin mal ehrlich,
- 29:39wenn es probiert, so eine Trockenbärenauslese von Egon Müller, die probiert man ja wahrscheinlich
- 29:45sonst nicht.
- 29:46Weil die, bis die reif ist, weiß ich nicht, ob ich das noch erlebe, also von daher.
- 29:51Findest du diese weinahe, haben eine Berechtigung im Restaurant?
- 29:57Das fand ich persönlich immer so ein wenig schwer, weil die ja oftmals allein aufgrund
- 30:00der Versteigerungssituation einen gewissen Mehrwert dabei bringen sollen und damit ganz,
- 30:07ganz selten irgendwo auf Restaurantkarten, sondern eigentlich mehr in Weinkeller, in
- 30:12Sammeln oder teilweise in Weinbuttiken oder sonstiges zu finden sind, aber seltenes
- 30:17auf Restaurantkarten.
- 30:18Ich, je nach Charakter, weil Herr Gast das gerade bestellt hat, es gibt Gäste, die Superkennens
- 30:26haben, die das bestellen, da muss ich nicht viel sagen, weil die wissen nicht darum und
- 30:30dann haben wir aber dennoch viele Gäste, die, die nicht die Versteigerung erstmal grundsätzlich
- 30:35noch erklären kann, die dann da schon sehr beeindruckend sind.
- 30:38Und dann kommt der Wein ins Glas und dann habe ich natürlich mit meiner Story ganz schön
- 30:40hochgegriffen, weil wegen dieser Einzigartigkeit und, und denen sage ich dann bitte, verstehen
- 30:50Sie, das ist nicht falsch oder erwarten Sie jetzt, dass Sie diese, diese Tiefe und diese
- 30:54Brillanz in diesen Wein so fortschmecken, das wird kommen, das wird mit dem Essen kommen,
- 30:59es kommt mit dem zweiten Schluck, aber und vor allen Dingen würden wir es wahrscheinlich
- 31:02am deutlichsten sehen, wenn ich Ihnen die anderen Weine des Winzers noch daneben stelle,
- 31:05dann sieht man immer, dass diese Weine etwas Besonderes haben, entweder lösen sie, genau,
- 31:10entweder lösen sie das schon ein Gefühl aus oder man merkt einfach, dass sie tiefe sind,
- 31:14dass sie brillieren.
- 31:15Wie gesagt, das ist aus dem Kontext gerissen, oftmals nicht so deutlich wahrnimmt man,
- 31:21aber wenn ich Ihnen das sage, dass man es darauf vertrauen kann, weil es gibt ja ein Gremium,
- 31:24die die auch verkosten.
- 31:25Also es sind ja, also man darf darauf vertrauen, dass das Versteigerungsweine sind und die Wertschätzung
- 31:32bringe ich dem Wein dann schon entgegen und die, also ja, ich, ich finde schon, dass das
- 31:38eine Berechtigung hat.
- 31:39Das ist ja wie mit dem Beerenauslesen.
- 31:41Ich habe da mal ein Essay drüber geschrieben über edelschüße Weine und war auch da, also
- 31:46das war das Schwierigste, was ich glaube mal gemacht habe, Entverbrauchen davon zu überzeugen,
- 31:53was es an Beerenauslesen und Trocknbeerenauslesen hat und dazu habe ich bei der Familie Zilliken
- 31:59angerufen und habe aber vor mal mit Rotzilligen sprechen wollen, denn die war mir, die wollte
- 32:06ich fragen, wann macht ihr denn solche Weine auf und das für die sind das Familienweine,
- 32:11das ist Sonntag, wenn Nachmittag noch zusammengesessen wird, man hat zusammen Gessenmittags und dann,
- 32:18also das sind Situationweine, die die Situation besonderer machen sollen und das will ich ja
- 32:25auch mit den Weinen der exklusiven Weinbegleitung erreichen.
- 32:29Die sollen einfach die Situation auch aufwerten.
- 32:32Also es ist eine sehr emotionale Geschichte, denke ich.
- 32:35Das finde ich auch, dass süßweine Beerenauslesen, Trocknbeerenauslese manchmal so tagesbereichernd
- 32:42sein kann oder eben so Menü ergänzend und dass man da eigentlich viel öfter darauf
- 32:47zurückgreifen sollte und also für mich war so die Rechtfertigung dafür im Restaurant auch
- 32:54so das Gefühl zu vermitteln, dass es dann nicht mehr ums Wein trinken, sondern man
- 33:00diesen Wein manchmal eben auch mehr wie ein Disches-Tiefs sieht.
- 33:03Ganz lange, dann riechen sich Zeit dafür nehmen, die Sinnlichkeit genießen und daher eben
- 33:09entweder Sonntag, Nachmittag, wenn er mit der Familie zusammensitzt und einfach nach
- 33:14mittags ja noch nicht so viel trinken möchte, ganz, ganz kleine Schlückchen probiert und
- 33:18dem Wein auf sich wirken lässt, auch mit der Entwicklung, mit dem Sauerstoff, wenn er
- 33:21sich entwickelt.
- 33:22Und das ist schade ist, dass eigentlich diese Tradition des Süßweintrinkens zumindest
- 33:27in den letzten 20 Jahren fast komplett verschwunden ist und kaum Süßweine ausgeschenkt werden.
- 33:32Also finde ich gut und wichtig und hoffe, dass das wieder auflebt oder dass das wieder
- 33:37praktiziert wird, dass man das genießt.
- 33:38Ja, gleich ist auch immer eine finanzielle Geschichte.
- 33:41Die Weine sind halt durch jede Besonderheit auch oft hochpreisig.
- 33:45Also gerade an der Mosel natürlich, an der Saar.
- 33:48Und von daher ist es aber doch eben daher die besondere Situation, weißt du?
- 33:55Du trinkst ihn doch aber anders, du trinkst ihn, also trinkst kein Null Zweierglas, sondern
- 34:00du trinkst vielleicht eine 5CL und das in Relation gesetzt mit einer Flasche Schnaps oder Brand.
- 34:06Das klingt ein bisschen edler und wenn ich es genauso betrachte und genauso genieße und
- 34:11mir genauso die Zeit nehme, dann habe ich dort, glaube ich, noch mal einen ganz, ganz
- 34:14anderen Mehrwert und lasse so eine Flasche 80 oder vielleicht 100 Euro kosten.
- 34:18Das runter gerechnet auf 5CL oder 4CL oder wie auch immer man es auch schenkt.
- 34:23Man braucht ja auch nicht mehr, man ist dann satt und jedes Schlückchen mehr würde einen
- 34:26dann übersättigen.
- 34:27Das wäre dann zu viel.
- 34:28Und man findet es sanfter aus den Abend raus, wenn man dieses lange Nachschmecken hat.
- 34:35Man möchte gar nichts danach noch trinken, sondern man möchte ihn einfach auf der Zunge
- 34:38behalten und selbst der Espresso danach, wer manchmal störend.
- 34:41Wenn man im Auto noch sitzt und immer noch die Weine auf der Zunge hat, das ist so
- 34:47eine Momente, wenn man es gerade haben, das ist so ein Moment, wenn ich von ausdrehen würde
- 34:50nach der Versteigerungsverkostung, oder so wie lange man im Auto sitzt und immer noch
- 34:55die Weine schmeckt.
- 34:56Also so her.
- 34:57Und wie stark die einen auch fesseln, wie die einen emotional ergreifen und wie man von
- 35:04den Weinen nicht loslassen kann.
- 35:05Ich finde es gibt so Weine, die recht belanglos sind, die man ganz schnell wieder vergisst.
- 35:10Es gibt so Weine, wie so ein ganz große Oper oder Musikstück, was einen so richtig immer
- 35:16wieder so diesen Ohrwurm, den man ständig hat.
- 35:18So hat man eben einen Ohrwurm als Geschmack, den man nicht los wird.
- 35:22Wer Musik richtig verstehen möchte, muss Beethoven, Mozart, Bach, Tchaikovsky und Wagner
- 35:45kennen.
- 35:46Und wer die Weinwelt verstehen möchte, muss mehr als nur einmal ein Brunnello di Montacino
- 35:49getrunken haben.
- 35:50Doch welchen?
- 35:51Der Brunnello di Montacino steht als exemplarisches im Bild für diese Weinweltgröße.
- 35:55Einer vermag das.
- 35:56Ein Weingut produziert im wahrsten Sinne des Wortes "den ure typischen Wein" dieser
- 36:01Region.
- 36:02Es ist der Brunnello di Montacino aus dem Hause Biondi Santi, dem Vater dieses Weltweines.
- 36:06Und hier würde ich euch exemplarisch den Jahrgang 2017 ans Herz und auf die Zunge legen.
- 36:12Warum?
- 36:13Der Jahrgang 2017 im Brunnello di Montacino war geprägt von extremen Wetterbedingungen,
- 36:16insbesondere einer starken Hitzewelle und Trockenheit im Sommer.
- 36:19Die Herausforderungen führten zu einer reduzierten Ernte, jedoch mit kleineren, konzentrierten
- 36:23Trauben.
- 36:24Die Weine aus diesem Jahrgang zeigen eine bemerkenswerte Intensität und Dichte.
- 36:27Mit kräftigen Tannin und reifen Fruchtnoten aufgrund der Hitze sind die Weine auf zugänglicher
- 36:32und rundern ihrer Jugend mit weniger Säurestruktur.
- 36:35Im Vergleich zu klassischen Jahrgängen insgesamt gilt 2017 als ein Jahrgang der Weine mit großem
- 36:41Potenzial.
- 36:42Für frühes Trinkverglüging hervorbringt und somit die Fruchtpräsenz des Sanggewese in
- 36:46Verbindung mit der handwerklichen Arbeit von Biond Tisanti und der einzigartigen Prägung
- 36:51des Montaginos in sich vereint.
- 36:54Heute gilt Biond Tisanti nicht nur als Erfinder, sondern auch als Bewahrer dieses einzigartigen
- 36:59Weines, der für seine Langlebigkeit und einzigartige Ausdruckskraft geschätzt wird.
- 37:04Warum?
- 37:05Der Brunnello di Montagino ist ein reinsortiger Sanggewese, hergestellt aus dem speziellen
- 37:09Klon Sanggewese-Grosso, der auch als BBS 11 bekannt ist.
- 37:13Diese Klon-Sendition wurde eins von Ferruccio Biond Tisanti entwickelt und bildet bis heute
- 37:17das Fundament der Weinbereitung auf diesem Gut.
- 37:20Ferruccio war es auch der 1880 den ersten Brunnello-Riserverschuf, ein Wein der mindestens 10 Jahre
- 37:27im Fassreif und von der ersten Stunde an durch seine außergewöhnliche Struktur, Frische
- 37:32und Haltbarkeit bestach.
- 37:33Ferruccio's Arbeit und seine selektive Herangehensweise nur die besten Trauben zu nutzen prägnet den
- 37:38Stil des Weingutes für Generationen.
- 37:40Die Weinberge von Biond Tisanti befinden sich auf fünf Lagen, nördlich und östlich
- 37:44von Montagino, auf einer Höhe von 400 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel.
- 37:49Hier ist der Boden geprägt vom berühmten Galestroschiefer, einem für die Region typischen
- 37:54Gestein, das den Weinmineralität und Tiefe verleiht.
- 37:56Das mediterrane Klima kombiniert mit kontinentalen Einflüssen schafft ideale Bedingungen für
- 38:01den Anbau von Sanggewese.
- 38:03Doch die wahre Einzigeartigkeit liegt in dem Mikroklimater, der verschiedenen Hanglagen
- 38:07die Biond Sanctige zielt für unterschiedliche Weinstile nutzt.
- 38:10Die Geschichte des Guts begann mit Clemente Sancti, einem vielseitigen gelehrten und Schriftsteller
- 38:16der 1840, die Tnutte E. Krepo gründete.
- 38:19Clemente, der das Weihgut südöstlich von Montagino gründete, widmete sich intensiv
- 38:23der Frage, was Wein haltbarer macht und entwickelte dabei wesentliche Techniken wie das Klären
- 38:29und das Abziehen des Mostes.
- 38:30Sein Forscher Drang führte ihn schließlich zur ersten experimentellen Trennung eines
- 38:35besonderen hochwertigen Sanggewese-Klons, ein Vorläufer des heutigen Brunnello bzw.
- 38:40Sanggewese-Krosshop bzw.
- 38:42BBS 11.
- 38:43Nach Clemente übernahm sein Enkel, der eben schon erwähnte, Verrutsche Biondi Sancti
- 38:47des Weihgutten setzte die Arbeit seines Großvaters fort.
- 38:50Mit enormer Weitsicht isolierte er 1888 den Klon Sanggewese-Krosshop BBS 11 und begann,
- 38:56reinsortige Sanggewese zu kältern, was damals eine Seltenheit darstellte.
- 39:01In einer von der Reblausplage gezeichneten Zeit schuf Verrutsche damit den ersten echten
- 39:07Brunnello die Montagino und legte so den Grundstein für den Weltrum des Gutes.
- 39:11Verrutsche's erste Brunnellus reiften bereits zehn Jahre in großen Fässern und entwickelten
- 39:15so jede einzigartige Struktur, die noch heute das Markenzeichen des Weines ist.
- 39:20Sein Sohn, Tankredi Biondi Sancti, ein Marketing-Genie, führte des Weihgutten die Moderne, exportierte
- 39:25den Wein erfolgreich und trug maßgeblich dazu bei, den Brunnello weltweit als Qualitätsbegriff
- 39:31zu etablieren.
- 39:32Tankredi war zudem weitsichtig genug, wer des Zweiten Weltkrieges Weine einzulagern
- 39:36und diese erst nach dem Krieg zu verkaufen.
- 39:391932 erkannte die italienische Regierung Biondi Sancti offiziell als den einzigen Produzenten
- 39:45des Brunnellus an.
- 39:46Und von 1888 bis 1945 war das Wein gut tatsächlich der einzige Hersteller dieses Weins.
- 39:52Innerhalb dieser Zeit wurden nur vier Jahrgänge Brunnello Reserve abgefüllt.
- 39:561888, 1891, 1925 und 1945.
- 40:00Alle mit einer zehnjährigen Fasslagerung.
- 40:03Diese Tradition setzt sich fort und inzwischen existieren sage und schreibe 39 Jahrgänge
- 40:08des Reservers.
- 40:09Tankredi's Sohn, Franco Biondi Sancti trat in den 1970er Jahren in seine Fußstapfen.
- 40:14Auf Franco war ein visionärer Winzer, der weiterhin auf höchste Qualität setzte.
- 40:19Unter seiner Leitung erhielt der Brunnello di Montalcino 1980 als einer der ersten Weine
- 40:25Italiens, die DOCG-Klassifikation.
- 40:28Franco perfektionierte den BBS 11-Klon, der für das Gut Biondi Sancti einzigartig bleibt
- 40:33und hielt an traditionellen Methoden wie akribische Handlese, langer Meisterstandszeit und einer
- 40:38Fassreife von mindestens 36 Monaten in großen slavonischen Eichenfässern fest.
- 40:44Nach Franco's Tod im Jahr 2013 übernahm Jack-Coupo Biondi Sancti sein Sohn das Weingut, verließ
- 40:50jedoch später das Unternehmen.
- 40:51Die EPI-Gruppe und der Leitung von Christopher D'Cour erwab 2017 eine Mehrheitsbeteiligung
- 40:57und übergab die Leitung an Jean-Pierre Robertoli sowie den technischen Direktor Frederic
- 41:02Corardi, die das Erbe im Sinne der Familie fortführen.
- 41:05Das Credo laut dabei "Evolution statt Revolution".
- 41:08Diese Weine, die oft ein reifem Potenzial von über 100 Jahren haben, stehen exemplarisch
- 41:13für die Faszination, die der Brunnello di Montagino auslösen kann.
- 41:16Mit seiner akribischen Arbeit, seinem unverwechselbaren Terror und einem hohen Anspruch an Qualität
- 41:21setzt Biondi Sancti seit fast zwei Jahrhundertmarschdebe in der Welt des Weines.
- 41:26Ein herzliches Dankeschön gilt dem Hause Biondi Sancti und seinem deutschen Impoteur
- 41:30dem Handelshaus Segnetz für diese besonderen Weinerlebnisse und die Unterstützung des heutigen Podcasts.
- 41:36Wenn du selber essen gehst, bist du da auch ein Freund von Weimenmenü oder bist du allgemein
- 41:51Freund von Weimenmenü, also auch im Restaurant bei dir selber?
- 41:53Oder findest du Flasche im Allgemeinen schöner zum einen, wenn du selber essen gehst, als
- 41:58auch im aktiven Verkauf bei euch im Restaurant?
- 42:01Ich mag beides.
- 42:02Ich finde beides spannend.
- 42:04Ich habe aber schon immer die große Lust, mir eine Flasche auszusuchen, weil dieses
- 42:11Intensive verkosten und dann verschiedene Speisen dazu zu einer Flasche, das mache ich dann
- 42:16doch nicht so oft.
- 42:18Und daher finde ich das schon immer sehr spannend.
- 42:21Wenn ich was entdecke, was ich super gerne probieren möchte, dann ist meine Entscheidung
- 42:27liebe die Flasche, um zu gucken, was macht die Flasche oder was macht der Wein, wie entwickelt
- 42:31er sich und wie passt es dann immer wieder zum Essen dazu?
- 42:35Und im Restaurant?
- 42:36Wenn du selber im Restaurant bist?
- 42:38Dann die Weinbegleitung ehrlich gesagt.
- 42:40Ich finde das manchmal mit einer Flasche schwierig, wenn man da empfiehlt, weil du hast nur eine
- 42:43Chance und diese eine Chance muss sitzt, musst du über den Abend faszinieren.
- 42:46Bei der Weinbegleitung hast du immer viele verschiedene Momente anzugreifen und den Gast
- 42:50nochmal weiterzutragen und weiterzudrücken.
- 42:52Genau, richtig.
- 42:53Wenn ich gleich dann schon immer schaue, wenn ich eine Flasche empfohlen habe und du
- 42:56schenkst danach und dann schaust du ja mal, vielleicht kommt doch immer wieder mal, da kommt
- 43:00schon auch Gespräche auf, das ist ja so nicht.
- 43:03Aber du kannst natürlich dieses Erlebnis, du hast das Erlebnis nicht so eins zu eins,
- 43:07auf welchem Niveau ist er jetzt gerade an dem Punkt und wie empfindet er das, der Gast,
- 43:11dass das das Ganze halt leider nicht so sehr nachvollziehen, weil du ja nicht beim Verkosten
- 43:16dabei sitzt.
- 43:17Kennst du den Schlüssel deines Erfolges?
- 43:20Also ist es deine Ansprache?
- 43:23Damals gewesen heute immer noch, wie du die Weine präsentierst, ist deine Auswahl
- 43:27in der Karte.
- 43:28Ist das dein Umgang mit den Gästen oder hast du eine Ahnung, warum du so ultra erfolgreich
- 43:35warst?
- 43:36Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht.
- 43:38Ich bin da.
- 43:39Aber gab es für dich mal eine Situation, wo du sagst, jetzt so muss meine Weinansprache
- 43:43sein.
- 43:44Wenn ich in Wein präsentiere, ich möchte 84 Worte zur Aromatik sagen, 23 Worte zur
- 43:49Historie und so weiter oder?
- 43:51Unser Restaurant ist relativ klein, unsere Gäste sitzen nicht eng beieinander, aber
- 43:57jeder hat einen großzügigen Platz, aber es ist halt einfach dieses Restaurant, es ist
- 44:04halt einfach kein Riesenraum und ich habe immer so das Gefühl, alle hören alles.
- 44:08Und deswegen, ich habe keine die Weinansprache, sondern ich erzähle, wir erzählen zu jedem,
- 44:15also zu dem einen Wein an allen Tischen was anderes.
- 44:198 bis 10 Tische, je nachdem wie wir es stellen, machen wir ja.
- 44:26Und eigentlich, wenn die Weinbegleitung trinken, erzählen wir dir mal was anderes.
- 44:33Also es ist kurz und knackig, so dass wenn der Gast mir am Nebentisch zuhört, dass
- 44:38er sagt, ach, schau, das hat sich so anders, also kommt noch was dazu, was ich miterlebt
- 44:43habe.
- 44:44Also, dass niemand langweilig wird, wenn es zuhört.
- 44:46Ja, was ja auch schön ist, wenn man dann eben, man wird nicht alle 10 Geschichten, es werden
- 44:52vielleicht auch nicht alle 10 Weinbegleitung nehmen, aber die drei, die um einen herum
- 44:56sitzen, haben das vielleicht auch und dann erfährt man immer noch ein bisschen mehr zu
- 45:00dem Wein, den man entweder erwartet oder schon hinter sich hat.
- 45:03Das kann durchaus auch interessant sein.
- 45:06Versuchst du die Gäste dann eher von der emotionalen Seite von dem Wein zu überzeugen,
- 45:12zu begeistern, einzuführen, oder bist du da eher der Wissenstyp, dass du sagst, 84 Hektar
- 45:17200.000 Flaschen, 4 Gramm Säure, 1,5 Gramm Restzucker und 5 Monate Holz?
- 45:23Technisch werden wir eigentlich selten.
- 45:26Es kommt auch ein Gast drauf an.
- 45:29Das wird den ersten Wein von der Begleitung servieren, haben wir schon ein paar Kontakte
- 45:35gehabt.
- 45:36Entweder habe ich mit dem Essen erklärt, dann weißt du ja schon, wie interessiert ist
- 45:39er, nimmt er das einfach nur hin, was du immer zählst oder gibt es Rückfragen und da passen
- 45:44wir das auch ein Stück weit an.
- 45:46Das heißt, wenn ich jemand habe, der ganz gar nur berieselt werden möchte, dann male ich
- 45:50mal lieb am liebsten im Bild von der Herkunft vom Wein und erzähle dann noch in einem
- 45:55Satz, warum wir es dann zum Essen zur Zustand stellen.
- 45:57Richtig.
- 45:58Und dann gibt es welche, also was ich an dem Mussel oder hier überhaupt gelandet habe,
- 46:04ich spreche nicht über technische Daten vom Wein, weil halt einfach es ist nonsense
- 46:08zu sagen, der Wein hat 36, der Kabinett hat 36 Gramm Restzucker und das hört sich jetzt
- 46:13gerade viel an, weil wir müssen über den pH-Wert und über die Säule sprechen und dann ist
- 46:17es mit zu drucken.
- 46:18Also sowas.
- 46:19Ist da die Mussel aber nicht eine Ausnahmeerscheinung, insofern, dass dort ja Restsüße und Säure
- 46:28oftmals relativ wert werden und es aber in anderen Gebieten wie keine Ahnung, Pujen,
- 46:32noch schon andere Präsenzen, eine andere Rolle spielt, denn wenn ich höre, dass der
- 46:35Rotwein dann irgendwie 12 Gramm Restzucker hat, dann erklären sich viele, viele Dinge
- 46:40für mich, was an der Mussel keine Rolle spielt.
- 46:42Ja, gerade deswegen möchte ich da auch nicht drüber reden, weil es halt, wenn ich dieses
- 46:49Bild auf andere Regionen umsetze, dann stimmt es für mich auch irgendwie, aber weißt du,
- 46:56dann stimmt es für mich nicht, dass man da überhaupt drüber reden muss, weil der Wein
- 46:58wird ja so gemacht, wie er schmecken soll.
- 47:00Ja.
- 47:01Und ist es für dich auch so, dass du es nicht wissen musst oder möchtest du es trotzdem
- 47:07wissen?
- 47:08Oftmals weiß ich es, aber einfach nur, weil ich interessiert bin, weil für mich das
- 47:13halt Aufschluss über das Jahr auch gibt, wie das Jahr, wie das Weinjahr war.
- 47:18Ich möchte es schon wissen, aber es ist nicht, kann ich meine Priorität ist, zu wissen.
- 47:22Also wenn ich mal jemand habe und sage, ich kann es dir gerade nicht sagen, dann sage
- 47:26ich, es ist gut, muss ich nicht wissen.
- 47:27Was ist die Priorität für dich, was du wissen musst?
- 47:30Also es gibt für mich da, um die Frage vielleicht zu erklären, so zwei verschiedene Betrachtungsweisen,
- 47:34auf der einen Seite bin ich selber manchmal so nördig, dass ich da stehe und sage, ah,
- 47:37so ein so viel Prozent Carbone, so ein so viel Prozent Merlot und so viel, so ein so viel
- 47:41Prozent Carbone-France.
- 47:42Auf der anderen Seite frage ich mich dann manchmal, war das jetzt wirklich für mich wichtig,
- 47:47diese Informationen?
- 47:48Also musste ich jetzt wirklich, wenn das 54 Prozent Carbone sind, wäre das für mich irgendwie
- 47:53schrecklich, wenn ich nur 45 hätte?
- 47:55Oder ist man da manchmal einfach nur zu verkauft und vergisst dann dabei, dem Wein mehr anzuführen,
- 48:01sich auf dem Wein einzulassen?
- 48:02Aber findest du nicht, dass es für uns das erklärt?
- 48:06Weißt du, wir wissen doch, dass auch Weingewicht zusammengesetzt werden, weil das ja so war,
- 48:10wie es war.
- 48:11Also um vielleicht Dinge auseinander auszugleichen oder nicht.
- 48:14Und wenn du jetzt von jedem Wein jedes Jahr weißt, also auch mal gegenübersetzt, wie warst
- 48:18du das in einem anderen Jahr, findest du schon spannend zu sagen, ah, okay, er muss da jetzt
- 48:2354 Prozent machen oder 45 Prozent machen und da muss er 60 machen?
- 48:27Ich finde das, ich finde das schon super spannend.
- 48:29Also gut, im Gast musst du das aber nicht erzählen, da hast du schon recht.
- 48:33Ja, auch für einen selber ist man da, also vergisst man manchmal nicht, dass das Wein
- 48:38fühlen und den Wein einfach anführen zu, den Wein emotional zu greifen und einzulassen.
- 48:44Klar versuchen wir alles.
- 48:45Aber die Wertigkeit zumindest bei mir war oftmals in dieser Wissensebene und sich da so richtig
- 48:51rein zu verbeißen, welches Holz, welchen Toßungsgrad, wie lange im Holz, welche Holzgröße
- 48:57und da gibt es ja verschiedene Prozesse, wo man sich da mitgemadert hat mehr oder weniger.
- 49:03Ich habe aber auch für mich gesehen, dass ich eine, es gibt für mich eine Summe im Restaurant
- 49:10und eine außerhalb, die außerhalb ist, die will das alles wissen und die im Restaurant,
- 49:16die ist eher auf den Wein, also Wein fühlen, gucken, ist so korrekt und dann relativ schnell
- 49:22servieren und das ist gar nichts, gar nichts Schlechtes, weil ich maße mir an zu sagen,
- 49:28ich bin im Restaurant, im Service, bin ich korksicherer als außerhalb vom Schloss.
- 49:34Ach so?
- 49:35Mhm.
- 49:36Oh wow.
- 49:37Mhm.
- 49:38Verkostest du sonst auch anders, also schmeckst du auch anders?
- 49:41Sicher, ich hab halt im Restaurant nicht die große Zeit, da muss der Wein einfach sitzen
- 49:47und da darf halt nichts Falsches an den Gast und im Restaurant mag ich noch so jede kleinste
- 49:54Abweichung, wir haben jetzt erst wieder am Wochenende, wir hatten eine Veranstaltung,
- 49:59unsere Vorhänzdinner und da werden ja dann doch von einem Wein mehrere Flaschen aufgemacht
- 50:04und wenn ich, es war ein gereiftes Jahr und dann merke ich da, jede Abweichung schneller,
- 50:10wie wenn ich das außerhalb vom Schloss habe, ich natürlich die Situation mit den vielen
- 50:14Flaschen nicht so sehr, aber da würde ich, ich meine ich habe aber die Flasche halt einfach
- 50:19probiert und habe gewusst, der ist nicht so richtig, habe die anderen aber nicht verkostet,
- 50:24ich meine also die Esser hat die Flaschen aufgemacht und sagt Nina, schau dir mal den an und ich
- 50:28habe die praktisch die eine Flasche aus der Situation genommen, hatte den Wein die andere
- 50:32Flasche nicht probiert und wusste aber, dass das nicht stimmen kann und das gelingt mir
- 50:37im Restaurant ohne Fehler, allerdings außerhalb vom Restaurant verbrücke ich mich dann nicht
- 50:45dafür.
- 50:46Was kann der Grund sein, also kann das sein, dass man außerhalb des Restaurants abgelenkt
- 50:50da ist, wenn man vielleicht irgendwie beim Winter ist und am Freunden ist, wenn man eine
- 50:54andere Umgebung hat oder ist man im Restaurant fokussierter, konzentrierter oder ist es die
- 51:00Umgebung selber vom Schloss, die dich denn so?
- 51:02Ich denke im Restaurant bin ich konzentrierter, also weißt du, wir haben diesen Punkt, da
- 51:09musste es jetzt sitzen, also ich habe keine zweite Chance, das muss jetzt sitzen und es
- 51:13geht an den Gast.
- 51:14Und kokiger Wein wäre fatal?
- 51:16Fertal.
- 51:17Hatte ich einmal auch für Steigerungszeiten und dann hatte ich was sehr gereiftes aufgemacht
- 51:25und ich wusste der Kok nicht, aber gereifte, also sehr gereifte Rieslinge in einem vielleicht
- 51:31schwierigen Jahr können, weißt du wie es ist, da ist diese, das eine Aroma, wo viele
- 51:37sagen, das ist Kok, aber es ist kein Kok oder so, da habe ich oft das Leben gelernt, dass
- 51:42ich weiß, wenn dem Wein schon in die Richtung geht, dann brauche ich ihn dazu.
- 51:46Servierst du auch nicht, also auch wenn du weißt, er hat kein Kok, aber es könnte als solches
- 51:50identifiziert oder als solches analysiert oder irgendwie, man könnte denken, es wäre Kok,
- 51:57bei dir nur Kok.
- 51:58Dann würde ich ihn nicht, also es waren keine Kollegen, aber es waren von der Versteigerung
- 52:04und da habe ich es dann auch drauf ankommen lassen und wir haben darüber gesprochen,
- 52:09da musste ich praktisch nicht gegen, ich möchte nicht gegen sprechen, aber es waren
- 52:15fünf Wein-Profis, die sie natürlich angesteckt haben mit ihrer Idee und ich hatte die andere
- 52:20Idee und das war dann spannend.
- 52:21Es gibt ja so manchmal Jahrgänge oder manchmal auch Weine, die die alten, keine Ahnung, Fischak,
- 52:28die alten Montrose, die alten Decrébocca-Yu, wo du immer das Gefühl hattest, die haben
- 52:34Kok.
- 52:35Wir hatten jetzt am Wochenende, hatten wir 96 Saint-Géin, und einer in der Runde hat direkt
- 52:44rausgeschrienzt, natürlich immer so ein K.O.
- 52:46Kriterium für den Wein, der hat Kok, der hat Kok, aber es hat sich relativiert, dass
- 52:50er eben kein Kok hatte.
- 52:51Wir haben zweite Flaschen aufgemacht und es ist dieses, was du eben auch gesagt hast,
- 52:55eine Aroma, was manchmal in die Irre führt und warum dann eigentlich fast machlos ist.
- 53:01Ich finde es so lustig, dass du gerade auf Fischak gesagt hast, es liegt bei mir gerade noch
- 53:04ein Fischak, 68 im Klimafandel, der wartet nämlich drauf, geöffnet zu werden, weil die
- 53:14erste Flasche, da waren vier Weinprofis am Tisch gesessen, eine Inologe und drei Sommiers,
- 53:21also inklusive mir, und wir haben die ganze Nacht darüber diskutiert, ob diese Flasche
- 53:25jetzt kockt oder nicht, wir sind die Morgenstunden und wir haben es übrig gelassen, haben das
- 53:29am nächsten Tag, und ich war die Einzige, die gesagt hat, der Kok nicht, und deswegen
- 53:33habe ich uns dann auch irgendwo bei Paris, habe ich noch eine Flasche gefunden und die
- 53:37habe ich mir schicken lassen.
- 53:38Die wartet bis heute noch seit drei Jahren drauf, dass wir die jetzt endlich nachverkosten,
- 53:42ob das ein Charakter war von Wein oder ob es wirklich Kork war.
- 53:48Ja, gibt es für dich eine Möglichkeit, das zu erkennen, als wir jetzt in der Nacht,
- 53:54wo wir den Sompier hatten, war es so, dass ich diesen alten Wassertrick, also dass man
- 53:59das Glas mit 2 C.A. befüllt und dann mit Wasser aufhüllt und wenn der Wein dann nach Kork
- 54:03riecht, hat er Kork, weil eine korknachemische Verbindung ist, die nicht wasserlöslich ist,
- 54:08was aromier sind, also je mehr Wasser du zugibst, umso weniger riecht der Wein nach der Aromatik,
- 54:12aber das Kork-Aroma bleibt gleich, das ist für mich so das K.O.-Kritäm gewesen, um
- 54:17einen Kork zu eliminieren, also gedanklich.
- 54:19Hast du irgendeine Möglichkeit, dass dann oder ist es dann eine Gefühlssache?
- 54:25Nein, das haben wir auch gemacht, also wir waren ja Gott sei Dank alle vier befreundet,
- 54:28also da ist jetzt, wenn wir das nachverkosten, wird es keines sich schämen zu sagen, okay,
- 54:35hat er das recht oder jemand anderes hat das unrecht, also aber das haben wir auch gemacht,
- 54:39ja wir machen, dass wir den mit Wasser für vielfältig haben und auch da war immer noch
- 54:43der Streit groß.
- 54:44Ah, super.
- 54:45Eine schöne Situation, manchmal beschäftigt man sich noch umso intensiver mit dem Wein,
- 54:51aber es ist natürlich manchmal auch, finde ich, fatal, wenn du irgendwie bei der Weinprobe
- 54:54bist und irgendeiner von den Nasenbären fragt dann, oh, riecht ihr das auch?
- 55:00Das ist die Stimmung im Eimer.
- 55:03Und das ist dann auch mal, selbst wenn der kein Recht hatte, dann ist die Situation so daneben
- 55:13und ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich weiß manchmal nicht, was richtig oder nicht
- 55:18richtig ist, wenn du in der Weinprobe bist und der Wein ist zu einem Drittel oder zu
- 55:21zwei Drittel ausgeschenkt und du kriegst ein Glas und du vermutest der hat Kork, soll
- 55:26man das in dem Augenblick ansprechen, wenn man natürlich auch die Kollegen, die dort
- 55:31sitzen oder die anderen Fachleute komplett negativ dastehen lässt oder also nicht so
- 55:37gut dastehen lässt oder soll man es verschweigen und dann selber einer von denen in der Regel
- 55:43oder Reihe sein, der es nicht zu erkennen scheint, dass der Wein Kork hat.
- 55:47Ja, ganz schwierig.
- 55:48Ich glaube, es kommt echt immer auf die Situation.
- 55:51Wenn ich jemand bin, der gerade zugekommen ist und die Situation läuft schon länger,
- 55:56ist es schwierig dann, weil dann bist du ja da herkommt und das ist plötzlich, da
- 56:01ist es tatsächlich so dropped und so.
- 56:03Genau, wie gericht sein hat Kork.
- 56:05Ich glaube auch, für mich hat es sich immer ganz gut erwiesen, wenn ich dann quasi
- 56:10das unter vier Augen habe, ich bin dann immer ein bisschen zu nahe zum Kollegen und ich
- 56:17sage, ich weiß nicht, bin ich nicht unsicher, du schmeißt du was oder kann es sein, dass
- 56:20der was hat.
- 56:21Und da hatte ich schon oft die Situation, dass ich ein, ja ich habe es auch und dann
- 56:25löst mir das vielleicht untereinander langsam auf.
- 56:27Ich glaube, diese Gentle Geschichte ist da glaube ich ein bisschen, ist etwas besser, ja.
- 56:33Ah, skumine Situation, immer wieder.
- 56:36Immer, immer, immer schwierig.
- 56:38Vor allen Dingen, wenn es so eine schnelle Verkostungssituation an einem Weinstand ist
- 56:42oder so, weißt du, auf unseren Messen, dann kommst du da dazu und dann willst du sagen,
- 56:47also vor allen Dingen willst du ja den Weinmaker irgendwie nicht bloßstellen und also, da
- 56:51muss man vorsichtig sein, ja.
- 56:54Vielleicht sollte man so.
- 56:55Ja, man kann ja.
- 56:56Ich habe gerade überlegt, vielleicht sollten wir künftig für solche Situationen, weißt
- 57:01du, wie so eine Visitenkartengrosse Skrettchen in der Hosentasche haben und so sagen, guck,
- 57:06der Weinfrage sei.
- 57:07Das muss ganz einfach nur jemandem geben kann.
- 57:09Stell dir schräg.
- 57:10Aber es gibt natürlich auch die Situation, dass man selber keinen Recht hat und dass
- 57:15man selber daneben ist und dann, finde ich, darf man sich aber auch nicht schlecht damit
- 57:18fühlen, sondern es ist ja einfach eine Meinungsaustausch, wo der eine halt die eine Meinung hat und
- 57:24ja eigentlich auch nur mit lernen möchtest, natürlich auch eine Frage, wie man das verargumentiert
- 57:28oder wie man das platziert, ob man dann wirklich banal rausruft, der Kork oder ob man in die
- 57:35Kommunikation geht.
- 57:36Genau, also die Frage, korkt der Wein oder nicht?
- 57:38Der Wein korkt ja.
- 57:39Also das muss man glaube unterscheiden.
- 57:41Ja.
- 57:42Und mit anderen Weinfehlern ja genauso.
- 57:44Wie geht es mit anderen Weinfehlern im Restaurant um?
- 57:46Weil das kann ja genauso schwierig manchmal sein, auch zu eruieren, ist es jetzt die Flasche,
- 57:53ist es der Weinstil, ist es noch erträglich für den Gast, schmückt es dem Wein vielleicht,
- 57:58da meine ich nicht nur immer diese gesamte Natural-Nummer, sondern auch allgemein andere
- 58:04Weinarten-Style, Krateristiken.
- 58:07Ja, also es ist wirklich immer eine Ermessenssache, welchen Gast erwartet diesen Wein und kann
- 58:17er damit umgehen?
- 58:18Kann ich ihm das erklären?
- 58:19Haben wir schon so viel Vertrauen zueinander, dass er sagt, ah, dann erklären Sie es mir
- 58:23bitte.
- 58:24Gibt ja auch Moseljagg, die super schwierig sind auch bei den großen Winzern.
- 58:29Erst letztes 2014 wird er von einem sehr namhaften Winzer ausgeschenkt.
- 58:32Ich meine, der schaut aus wie Orange Wein.
- 58:35Da ist diese Eiweißdrühmung mit drin, den muss ich manchmal noch durch den T-Sieb.
- 58:39Also wenn er in der Begleitung ist, habe ich den durch den T-Sieb gemacht, damit ein bisschen
- 58:44klarer dann serviert werden kann.
- 58:46Das letzte Gast, das praktisch dieses ganze Trub im Glas hat, das sind Dinge, die muss
- 58:53man erklären, aber das finde ich immer dann wiederum auch spannend.
- 58:56Also das ist natürlich kein Weinfehler, das will ich unterstreichen, aber das ist
- 58:59halt ein Jahr, das zu 100 Prozent eher eine Speisebegleitung ist als ein Trinkwein und
- 59:06wenn der halt so nach Safran riecht und so dick und fast schon, ja.
- 59:15Also so konzentriert ist, dann muss man das auch erklären und wenn man darüber nicht
- 59:20spricht, dann wird er ja auch immer gleich abgeschoben, aber diese Weine haben ja eine
- 59:23super Daseinsberechtigung.
- 59:24Und jetzt vielleicht noch mal zu den Weinfehlen, wenn ich ein Weinfehler erkenne, werde ich
- 59:29ihn einfach nicht servieren.
- 59:30Also ich weiß, dass mit diesen Mäuseln und das es gibt Menschen, die mögen das, es gibt
- 59:33Weine, da gehört es dazu, ist es eine Ermessenssache.
- 59:36Ich kann da kein GMAF sagen.
- 59:39Hm.
- 59:40Wann trinkst du selber Wein?
- 59:42Jetzt gerade recht selten, aber zu den verschiedensten Situationen.
- 59:49Also ich komme aus Bayern und also für mich gibt es, gehört ein Feierabendgetränk auch
- 59:58manchmal einfach dazu.
- 59:59Ich will das einmal so sagen, weil mir geht das gerade auch ein bisschen ab und man verteufe
- 1:00:03den Alkohol gerade immer so, aber so ein Glas.
- 1:00:06Ich habe auch früh gemerkt, ich muss unterscheiden zwischen Verkosten und Trinken.
- 1:00:12Also wenn ich als Sommie unterwegs bin, muss ich alles ausspucken, weil sobald ich ein Schluck
- 1:00:16Wein trinke, entspannte ich mich einfach.
- 1:00:18Und dann, also selbst wenn ich was Hochwertiges im Glas habe, wo ich sage, dass es eigentlich
- 1:00:24zum Spucken zu schade, spucke ich es trotzdem, weil für mich schlucken automatisch bedeutet
- 1:00:28jetzt ist es Feierabend so.
- 1:00:30Und von daher, ich trink gerne mal ein Feierabendglas und zum Essen ist es für mich auch wichtig
- 1:00:36dazu, insofern nicht arbeiten muss.
- 1:00:41Also es würde ich immer, oder Wein mehr eine Selbstverständlichkeit und weniger immer
- 1:00:46ein Fest oder sehe ich das, oder interpretiere ich das falsch?
- 1:00:51Es kommt auf die Flasche an.
- 1:00:53Es hört sich jetzt so an, als würde ich die ganze Zeit immer Wein trinken, aber doch
- 1:00:56für mich ist es schon so eine ...
- 1:00:57Egal.
- 1:00:58Ich vermisse es ein bisschen, ich will das noch ein bisschen länger hochhalten, weißt
- 1:01:02du, dass dieses, dieser Mittagswein, ein Glas ist schon gut, dieses gemäßigte Wein trinken,
- 1:01:08das lieb ich sehr, sich auf einen Glas auch mal zu reduzieren und nicht immer gleich die
- 1:01:13ganze Flasche zu zweit oder zu dritt oder zu vier zu lernen.
- 1:01:16Ja, das ist eh ...
- 1:01:18Ja, auch die Denkstabenkeit an zu zelebrieren, dass man sagt, man hat dieses eine Glas, man
- 1:01:24kann sich da rein denken.
- 1:01:25Ja.
- 1:01:26Ist es für dich anders?
- 1:01:27Ich mag diese Anti-Alkoholkampagne auch nicht.
- 1:01:31Ich finde, sie hat in einem gewissen Rahmen eine Daseinsberechtigung.
- 1:01:34Ich finde es nur schade, dass das Wein da mit reinfließt.
- 1:01:38Und ich glaube, diese Anti-Alkoholkampagne, man sollte da differenzieren auch zwischen
- 1:01:43Bier und Brandwein oder Schnäppsen oder Dyssilaten, die natürlich auch eine gewisse Kultur haben,
- 1:01:50aber vielleicht nicht so diese extreme Art der Kultur, wie sie beim Wein gelebt wird, also
- 1:01:56diese historische Kultur.
- 1:01:57Und ich denke, da vielleicht auch so ein wenig zurück an verschiedene Alkoholverbote, die
- 1:02:03es ja gab, die Prohibition, Amerika-Alkoholverbote in Russland, sei der Zeit, das fundierte ja
- 1:02:11seltenst bis gar nicht auf Wein.
- 1:02:14Weinkonsum hat ja immer eine gewisse Genusskultur, die da mit einhergeht.
- 1:02:20Es gibt natürlich auch Menschen, die diesen Alkohol auch missbrauchen oder die dieses
- 1:02:23nicht mehr händeln können.
- 1:02:25Aber im Großen und Ganzen ist es schade, dass der Wein selber, der Weinkonsum und die
- 1:02:30Weinkultur darunter leidet, dass andere Alkoholiker anders konsumiert werden, schneller konsumiert
- 1:02:37werden, anders einen anderen Rausch erzeugen, ein anderes Betrunken sein erzeugen, eine
- 1:02:43sehr andere Sucht auslösen, als es Wein tut.
- 1:02:47Von dem her finde ich das ein bisschen schade.
- 1:02:49Für mich ist Wein immer Situation, also ganz, ganz Arksituation.
- 1:02:54Ich genieße es, Wein zum einen mit Freunden zu trinken.
- 1:02:59Ich mag Wein, aber auch gerne allein, wenn ich irgendwas schreibe.
- 1:03:03Da ein Glas Wein dabei genießen und dann eben auch so diese Gedankenentspannung, die
- 1:03:09man dabei hat.
- 1:03:10Und den Fluss, den man dabei hat und bekommen da manchmal Gedanken oder einen kreativen
- 1:03:16Ansatz, den ich ohne Wein nicht hätte, den ich aber auch nicht mit Bier oder mit irgendwas
- 1:03:20anderes habe.
- 1:03:21Das ist in der Tat bei mir Wein, der mich dazu animiert.
- 1:03:26Und das Gesellige bei Sammelssein, also mit Wein finde ich, finde ich großartig und
- 1:03:31löst bei mir auch etwas anderes aus, als wenn wir Bier trinken oder irgendwelche Cocktails,
- 1:03:36irgendwelche Mixgetränke oder sonstiges.
- 1:03:40Da begeistert mich Wein nochmal an.
- 1:03:42Also ich habe auch beim Wein insofern keine Grenze.
- 1:03:44Also ich könnte auch Wein am Lagerfeuer am Strand trinken.
- 1:03:47Im Weinglas, ich bin nicht so der Flaschendrinker.
- 1:03:51Also Wein, ich glaube, ich habe ein einziges Mal Wein aus einer Flasche getrunken.
- 1:03:54Das war 2000 bei der Silvesterfeier, Millenniumsfeier in Santa Barbara.
- 1:04:02Da gab es halt keine Gläser und die Party war dementsprechend.
- 1:04:05Aber sonst würde ich das wahrscheinlich nie machen und würde so eben auch am Strand
- 1:04:09ein Weinglas nehmen.
- 1:04:11Aber für mich passt Wein eigentlich immer, wenn die Menschen oder die Situation sehr
- 1:04:16geben.
- 1:04:17Würdest du irgendwas mit Wein nicht tun?
- 1:04:19Also bist du der Flaschend Typ oder Strohhalm oder auch nicht?
- 1:04:23Oder Wein nicht vor um sieben Morgenstuhl oder?
- 1:04:26Nein, ich bin voll bei dir.
- 1:04:28Ich weiß, wenn ich nach Hause komme, meine Familie länger nicht gesehen habe.
- 1:04:32Diese Freude.
- 1:04:33Und da ich habe immer ein Insekten von dem Odel dabei, weil das für mich eben dieses
- 1:04:40"Wie sehen uns wieder" Rund macht.
- 1:04:42Und Gott sei Dank habe ich eine Familie, die das auch so sieht, denn die freuen sich
- 1:04:45immer das "Ah Nina" und "Sack!" und es gibt so ein bisschen Zäck dazu.
- 1:04:49Und es macht für mich, ich drückt da auch meine Freude aus, wenn ich Menschen wie das
- 1:04:55sehe.
- 1:04:56Also für mich gehört es da auch so super zur Situation oder auch mit dem Schreiben.
- 1:05:00Das hatte ich auch schon mal, dass ich dann, wenn ich dann Glas Wein dazu habe, dass ich
- 1:05:05probieren schlug.
- 1:05:06Der Wein hat sich verändert und animiert mich dazu, vielleicht ein Sichtweise zu ändern
- 1:05:10auf das, was ich gerade schreibe und dann wird der Text auch besser.
- 1:05:14Ich kann das super nachvollziehen und ich habe auch noch nie Wein aus der Flasche getrunken.
- 1:05:19Wirklich noch nie.
- 1:05:20Aus Kunststoffbädern habe ich mal Rotkäppchensekt getrunken, aber auch das war eine Sache,
- 1:05:25weil ...
- 1:05:26Ich weiß nicht, was der größere Fehler von beiden war.
- 1:05:28Richtig.
- 1:05:29Aber da habe ich Freunden mit dem Fein getan.
- 1:05:32Also ich wollte halt niemals dies sein, die sagt "Entschuldigung, ich trink doch keinen
- 1:05:36Rotkäppchensekt aus dem Kunststoffbächer."
- 1:05:39Also die will ich niemals sein.
- 1:05:41Deswegen nehme ich den Becher und stoße auch an.
- 1:05:44Also da stelle ich mich jetzt nicht so an.
- 1:05:46Ja.
- 1:05:47Was ich persönlich nie wirklich konnte oder wo ich nie der Fan war oder wo ich nie den
- 1:05:52Sinn darin gesehen habe, aber da werden manche ihre Rechtfertigung haben, ist Sekt am Frühstücksbefehl.
- 1:05:58Also ich würde mir glaube ich, ich bin nicht der Sekt- und Frühstücktyp.
- 1:06:02Aber da ist auch jeder anders.
- 1:06:05Also das wäre für mich auch so eine Sache, wo ich sagen würde, Wein dann eher oder Sekt
- 1:06:09für mich eher nicht, aber wahrscheinlich auch aus der Ehrerbietung dem Getränkigen
- 1:06:14über, da ich sage morgens, will ich das noch nicht irgendwie feiern oder zelebrieren und
- 1:06:18ich entspende dann irgendwie nicht anders.
- 1:06:20Also da.
- 1:06:21Aber das ist so ein persönliches Ding.
- 1:06:23Ja, verstehe ich.
- 1:06:24Also, was soll danach vielleicht, aber zum Frühstück, den großen Mehrwert habe ich auch noch nicht
- 1:06:30gefunden, das stimmt.
- 1:06:31Also gibt es für dich sonst irgendwas, wo du sagst, da passt Wein nicht oder das wäre
- 1:06:38abends in der Disco im Club?
- 1:06:40Nein, ich glaube im Disco fände ich es vielleicht noch besser, weil dann weg von den Mischgetränken,
- 1:06:46eigentlich eher, wenn man streitet, das hat kein Wein verdient, glaube ich.
- 1:06:51Ja, stimmt.
- 1:06:52Für Streitgespräche ist es falsch und dann auch ein Schluck Wein mit Alkohol, das lenkt
- 1:07:00an, manchmal auch in die falsche Richtung.
- 1:07:01Das möchte ich nicht.
- 1:07:02Ja, das stimmt.
- 1:07:03Also auch allein für deine Gesamtstimmung, wenn du streitest und dann passt für mich
- 1:07:07dieses, für mich ist Wein friedensgetränk.
- 1:07:09Und da möchte ich gar nicht streiten, weil.
- 1:07:14Nein, apropos, sollen wir mal was trinken?
- 1:07:16Super gerne.
- 1:07:17Sollen wir mal probieren?
- 1:07:18Gut.
- 1:07:19Ich muss noch aufmachen.
- 1:07:21Wo nach suchst du Weine aus?
- 1:07:28Will gerade aufmachen bis können wir die Zeit ja immer brücken.
- 1:07:31Ja, richtig.
- 1:07:32Gibt es da für dich ein Credo?
- 1:07:33Also muss es immer was schräge sein?
- 1:07:34Muss es was?
- 1:07:35Hast du ein Alltagswein?
- 1:07:36Wenn du Wein trinkst, irgendwie was immer was Besonderes oder gibt es da für dich Parameter,
- 1:07:41wo du sagst?
- 1:07:42Gar nicht.
- 1:07:43So und danach such ich das aus.
- 1:07:45Je nachdem, ob ich es auch im Kühlschrank habe, weißt du, wenn abends mein Mann sagt,
- 1:07:51hast du Lust auf ein Glas?
- 1:07:52Und dann bin ich eigentlich eher gespannt, was es sein wird.
- 1:07:55Dann gehe ich in den Kühlschrank und gucke mir und wenn mir die Flasche gefällt, dann
- 1:07:59sage ich, hast du Lust?
- 1:08:00Nein, das stimmt.
- 1:08:01Mein Mann sagt dann schon ab und zu, das ist mir jetzt zu kompliziert, kann man was Einfaches
- 1:08:04machen.
- 1:08:05Das kommt, wie du auch schon sagst, das ist super langweilig, aber es kommt auf die Situation
- 1:08:10drauf an.
- 1:08:11Manchmal möchte man gefordert sein und manchmal möchte man einfach nur einen Schluck und
- 1:08:15dann läuft es über die Zunge und es macht vielleicht die Zunge sauber und dann freut
- 1:08:19man sich.
- 1:08:20Und dann essen dabei oder nur Wein?
- 1:08:23Also bist du ein singulärer Trinkler oder bist du ein Kombinator?
- 1:08:26Auch da kommt es auf den Wein drauf an.
- 1:08:28Oh Mann, ich kann keinem was helfen, weil es kommt immer drauf an.
- 1:08:31Nein, also so ein riesling Feinherb, Ortswein, von einem Mosel kann man zum Pfannsee gucken,
- 1:08:39trinken, das machen wir sogar noch als Kabinettchen, aber das habe ich schon festgestellt, das
- 1:08:43ist ja eine Sache, das macht mir halt eine Mosel, dann ist das so, Kabinettchen geht
- 1:08:46immer.
- 1:08:47Und dann, wenn der Wein einfach, es gibt ja Weine, die keine Trinkweine sind, also
- 1:08:53weil sie zu kompliziert sind, dann kannst du mal einen Schluck und ein Glas davon trinken
- 1:08:57und die Flasche nicht.
- 1:08:58Ich glaube, das kann aber jeder nachvollziehen, wenn man sagt, davon keine ganze Flasche
- 1:09:02und das sind für mich Speisebegleiter und die sucht man dazu oder anders weiß man das
- 1:09:07vielleicht und wir haben was gekocht und dann sucht man die Weine dazu.
- 1:09:11Und es ist natürlich eine Sommie-Geschichte und das kann keiner privat zu Hause machen
- 1:09:16oder vielleicht doch, weil er seine Weine kennt, aber ich persönlich mache so.
- 1:09:20Was erfüllst du gerade?
- 1:09:25Will ich dir sagen, etwas, was ich nicht kenne.
- 1:09:28Schön, da freu ich mich.
- 1:09:30Ja wirklich, darf ich sagen, dass es von dir ist?
- 1:09:33Ja, unbedingt.
- 1:09:34Ja, sehr gut.
- 1:09:35Das ist sehr doof, wenn du es nicht kennst und wir haben beides gleiche.
- 1:09:40Ja richtig, das ist Nino-Negri.
- 1:09:43Nino-Negri?
- 1:09:44Ja.
- 1:09:45Komm aus der Lobba rein.
- 1:09:46Ah, N ist das, Entschuldigung, Nino-Negri.
- 1:09:48Wie du siehst, ich habe es nicht gegoogelt vorher, ich wollte das unterlassen.
- 1:09:53Das ist wunderbar, gerade wenn man den Wein dann eben auch viel natürlicher nimmt oder
- 1:09:56sich ganz anders drauf einlässt und den Wein ganz anders greifen soll.
- 1:10:02Soll ich dir schon etwas dazu sagen und warum ich den ausgesucht habe oder willst du ihn
- 1:10:06erst probieren?
- 1:10:07Sehr gerne und du erwischst mich sowieso kalt, denn ich habe nicht die alle höchste Meinung
- 1:10:13immer von Weißwein aus Italien.
- 1:10:14Ach schön, super.
- 1:10:15Ja, finde ich super, schön, dass du das ausgesucht hast.
- 1:10:18Aber mich gleich gefreut wirklich.
- 1:10:20Ich bin ja, wie gesagt auch mit, ich habe so einen Sauvignon-Blau, muss nicht sein, aber
- 1:10:26umso mehr muss ich probieren, weil das hat mich auch schon immer überrascht.
- 1:10:30Wobei das ja glaube ich bei dir auch so ein bisschen verargumentierbar ist, dadurch,
- 1:10:38dass du mit eurem Restaurant eine gewisse Prägung hast.
- 1:10:42Also bei euch gibt es ja wahrscheinlich nicht selten Riesling und Mosel und dann ist man
- 1:10:47natürlich darauf dann irgendwo eingelordet und versucht andere Sachen, kann ich mir
- 1:10:52zumindest vorstellen, daran zu werten oder das so als Nonplus Ultra zu nehmen und ist
- 1:10:59manchmal vielleicht auch so ein bisschen, will ich dir nicht unterstellen, aber kann
- 1:11:03ich mir vorstellen, verkopft.
- 1:11:04Und dann war das relativiert sich jetzt momentan und umso mehr freue ich mich darauf, dass
- 1:11:11ich jetzt so etwas wieder mehr probiere, weil als ich angefangen habe auf Schlossberg,
- 1:11:15dann hatten wir noch eine ziemlich steife Schiene, um den Gästen nachzukommen, denn
- 1:11:23wir hatten einfach Gäste aus Frankreich, die wollten nur Frankreich trinken, die absolut
- 1:11:29intolerant waren gegenüber den deutschen Weinen.
- 1:11:31Und mit Gästen aus Luxemburg auch, selbst wenn du sagst, das war eine meiner ersten
- 1:11:37Dingen, ich habe luxemburgische Weine hier verkostet, weil ich sie viel zu wenig kannte
- 1:11:41und habe dann ziemlich schnell gemerkt, dass es eine Stilistik ist.
- 1:11:44Also die Weine sind ja oftmals etwas fester, etwas intensiver vom Charakter und auch nicht
- 1:11:49zu 100% trocken.
- 1:11:50Also das war meine Meinung ziemlich schnell, ich finde auch was deutsches, was in Luxemburg
- 1:11:55gefällt.
- 1:11:56Und mittlerweile sind die aber so tolerant geworden bzw. der deutsche Wein hat so einen
- 1:12:00tollen Ruf bekommen, dass Gäste aktiv, selbst die, die du einschätzen würdest als konservativ
- 1:12:05trinken, die aktiv an einer Rand treten und sagen, können sie uns was aus Deutschland
- 1:12:08einschenken.
- 1:12:09Und daher sehe ich es als unsere Verpflichtung auch die Weinbegleitung, also die Weine zum
- 1:12:15Menü so zu ändern, dass wir eben so was immer mit einbauen.
- 1:12:20Also was ich schon von Erfolgen habe, hatte mit Weinen aus Teneriffa bei unseren Gästen.
- 1:12:24Weißt du, haben die nicht auf dem Schwimmkapters, auf dem kanarischen Inseln überhaupt Wein
- 1:12:30angebaut wird.
- 1:12:31Hör ich so.
- 1:12:32Also es war und von daher das...
- 1:12:35Manchmal ist das ein selber dann irgendwie fasziniert oder wo man sich selber begeistern
- 1:12:40lässt, manchmal eben auch eine Erinnerung mitbringt.
- 1:12:41Und diese Offenheit hat, weil die Weinwelt ja wirklich riesengroß ist und schade ist,
- 1:12:47wenn man sich eben auf gewisse Sachen nur immer konzentriert und da seine Scheuklappen
- 1:12:52niemals irgendwie abstreift und links und rechts blickt.
- 1:12:55Und das heißt aber auch nicht, dass wir das Konzept unserer Weinkarte plötzlich über
- 1:13:01einen Haufen berufen.
- 1:13:03Wir halten immer noch an ihr fest, dass wir Namen haben, die wir ehren damit und also
- 1:13:10Jahrgangstiefe produzieren.
- 1:13:11Und dann, Chef hat ziemlich schnell zu mir gesagt, er möchte keine überdimensionale
- 1:13:18Weinkarte auf Schlossberg.
- 1:13:19Also wir wollen auf jeden Fall dreistellig bleiben mit den Anzahl der Weinen, die wir
- 1:13:23haben.
- 1:13:24Und das finde ich ganz, ist ein Genuss, denn du kannst Akzente setzen.
- 1:13:27Wenn ich jetzt sage, ich habe gerade aus Österreich habe ich gerade fünf Rotweine da und jetzt
- 1:13:33habe ich aber plötzlich das Bedürfnis, weil wir einen schönen Wein gefunden haben, eine
- 1:13:37andere Weinregion mehr zu Ehren, dann kannst du da halt relativ schnell sagen, ich reduzier
- 1:13:41hier was und kann da was aufbauen.
- 1:13:43Und so hat die Weinkarte auch eine Dynamik, die natürlich für unsere Stammgäste, die
- 1:13:48wir hier haben, auch attraktiv bleibt.
- 1:13:50Wenn ein singulärer Weinberg die Weinwelt maßgeblich beeinflusst hat, dann ist das
- 1:14:12der Ärmitage im nördlichen Rondental.
- 1:14:15Hier, wo einst der Kreuztritter, Gaspar des Sterrenberg, seine Einsamkeit sucht und eine
- 1:14:19kleine Kapelle errichtete, die heute als Laschappel bekannt ist, begann im 13.
- 1:14:24Jahrhundert eine Geschichte, die den Ärmitage-Wein zur Legende machte.
- 1:14:28Dieser Einsiedler gab den Hügel seinen Namen.
- 1:14:30Ärmitage, was Einsiedlerei bedeutet.
- 1:14:33Seit dem 17.
- 1:14:34Jahrhundert trinkt Europa diesen Königswein eine zeitlose Faszination, die er bis heute
- 1:14:39ausstrahlt.
- 1:14:40Der Ärmitage-Hügel selbst ist ein Naturdenkmal einzigartig und geschichtsträchtig.
- 1:14:44Sein Theroar ist geprägt vor geologischen Wunder und klimatischen Eigenheiten.
- 1:14:48Die Basis der Weinberge bildet Granit, vermischt mit einer Reihe von Gesteinschichten die Kalkstein
- 1:14:54und Kiese umfassen.
- 1:14:55Diese Böden bieten den Reben eine perfekte Trinage und ermöglichen ihnen tief in die
- 1:15:00Erdschichten vorzudringen.
- 1:15:01Mit jedem Schluck eines Ärmitage-Weins schmeckt ihr diese Mineralität, eine intensive Konzentration,
- 1:15:07die aus den Tiefen des Bodens emporsteigt und von der Rebe über Jahrzehnte aufgenommen
- 1:15:12wird.
- 1:15:13Hier entsteht der Ärmitage-Rot, weil ein Meisterwerk aus 100% Zürer.
- 1:15:17Und man vermutet, dass der Zürer auf diesem einzigartigen Berg das erste Mal seine Großartigkeit
- 1:15:23demonstrieren konnte.
- 1:15:24Der Ärmitage gilt als die Wiege des Zürer.
- 1:15:26Durch deren Analyse wurde festgestellt, dass Zürer eine natürliche Kreuzung der alten
- 1:15:30Rebsorten, Duréza und Mondus Blanc ist.
- 1:15:33Im 19.
- 1:15:34Jahrhundert wurde Zürer aus Ärmitage als Ärmitage-Schwein im Bordeaux-Cuvets verwendet, um die Struktur
- 1:15:40und Reifefähigkeit zu verbessern.
- 1:15:41Ein Beweis für die hohe Wertschätzung dieser Rebsorte und vor allen Dingen der Herkunft.
- 1:15:47Und einer, der wie kein anderer die Klaviatur des Zürers beherrscht, ist das Haus de la
- 1:15:51Spréer.
- 1:15:52Das Weingut wurde 1835 in Toulon-sur-Rond von den Herren Dallas und Audubereg gegründet.
- 1:15:58Bis 1977 blieb es ein Familienunternehmen.
- 1:16:01In diesem Jahr wurde es von Champagne-Deutsch übernommen.
- 1:16:04Im Jahr 1993 die Champagne-Deutsch und somit auch de la Spréer zur Familie geführten
- 1:16:09Bröderer-Kollektion.
- 1:16:10In den letzten Jahrzehnten wurden laufend in Weinberg und Keller investiert.
- 1:16:14Höhepunkt dieser Investition bildet sicher, die im Jahr 2019 in Tarnler-Mitage vollendete,
- 1:16:20sich auf den neusten Stand des inologischen Wissens und technikbefindliche Qüvery.
- 1:16:25Diese wurde vom gleichen Architekten-Team entworfen, da sich schon für die Qüvery von
- 1:16:28der Domänot verantwortlich zeichnete.
- 1:16:30Ein echtes Schmuckstück für die Winification und Reifung der pristischsträchtigen Weine
- 1:16:35von de la Spréer.
- 1:16:36Ein Kompetenzzentrum, an dem die Technik sowie das Talent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- 1:16:42ausschließlich der Schöpfung der großen AOC-Weine der Region dient.
- 1:16:47Die Weine der Domäne und die Einzellagenselektion veranschauliche eindrücklich die Philosophie
- 1:16:51des Hauses, welche sich konsequent auf den individuellen Charakter des Terroirs und
- 1:16:56jeder einzelnen Partizelle konzentriert.
- 1:16:58Der ambitionierte Inologe Jacques Granch, inspiriert von seiner Heimat begund und die
- 1:17:03Inologien Claire D'Anneau, McCarrough, setzen ihr umfassendes Fachwissen engagiert um.
- 1:17:09Der Lastbisit ist heute 77 Hektar.
- 1:17:11Erstklassige Weinberge im Rondental.
- 1:17:13Darunter 24 Hektar auf dem berühmten Ermitage-Hügel, die Reben des Hauses der Last, den auf
- 1:17:18erstklassigen Parzellen des Hügels, darunter der Domäne Tourette.
- 1:17:22Diese Weinberge in den felsigen Steinen hängen, sind ein Erbe, das sorgfältig gepflegt
- 1:17:27und erhalten wird.
- 1:17:29Die Weinmacher von de la Spréer haben einen tiefen Respekt vor der Natur und dem Terror,
- 1:17:33was sich in jedem Glas dieses Weines zeigt.
- 1:17:36Die Kellermeister Jacques Granch und sein Team setzen bei der Winifizierung auf eine vorsichtige
- 1:17:40Balance zwischen Tradition und Innovation.
- 1:17:43Die Trauben für den Ermitage werden selektiv von Hand geerntet und gelangen direkt nach
- 1:17:47der Lese in die Kellerei, wo sie berutsam vergoren werden.
- 1:17:50Die Fermentation findet in temperaturkontrollierten Beton und Edelstalltanks statt, bevor der
- 1:17:56Wein in Eichenfässer umzieht.
- 1:17:57Eine Praxis, die seit Jahrhunderten als Garant für Struktur und Komplexität gilt.
- 1:18:02Die Reifung im Holz bringt ihm seine tiefe, samtige Struktur und verleiht ihm eine Langlebigkeit,
- 1:18:07die Ermitagerotweine zu einem der am längsten lagerfähigen Weine der Welt macht.
- 1:18:13Dabei sorgt die sorgsame Selektion der Eichenfässer dafür, dass die Holzaromen perfekt mit dem
- 1:18:18Frucht- und Würznoten verschmelzen.
- 1:18:20Der Domäne Tourette-Ermitage, einer der renommiertesten Weinen des Hauses, ist ein Paradebeispiel dafür,
- 1:18:25was Ermitage zu bieten hat.
- 1:18:27Die Weinberge sind steil und schwer zu bearbeiten, doch gerade das macht ihr besonderen Reiz aus.
- 1:18:31Die Reben hier wurzeln extrem tief und diese Wurzeltiefe bringt die Minaralien des Granitboden
- 1:18:36ins Glas.
- 1:18:37Nicht zu vergessen sind die klimatischen Bedingungen, die diesen Wein so außergewöhnlich machen.
- 1:18:41Der Ermitage-Hügel liegt in einer klimatischen Nische, die das Beste aus Béditerran und
- 1:18:46kontinentalem Klima vereint.
- 1:18:48Heiße Sommer- und milde Winter ermöglichen eine langsame kontrollierte Reifung der Trauben.
- 1:18:52Die kühlen Nächte bewahren die Frische und Säure der Bären, die tagsüber die Hitze
- 1:18:56der Sonne aufnehmen und nachts regenerieren.
- 1:18:58Der Mistral, der kalte Nordwind hält die Reben gesund, indem er die Luftfeuchtigkeit reguliert
- 1:19:03und Schimmel vorbeugt.
- 1:19:04Es ist ein perfektes Zusammenspiel, das die Aromen in den Trauben konzentriert und
- 1:19:08ihnen Struktur und Finesse verleiht.
- 1:19:10Die weiße Weine des Ermitage aus Marsan und Russan dürfen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.
- 1:19:15Doch es sind die Rotweine, die den Ermitage-Hügel weltberühmt gemacht haben.
- 1:19:18Mächtig, elegant und voller Geschichte.
- 1:19:21Wer einen Ermitage-Rotwein trägt, er trägt nicht nur ein Wein, sondern er lebt ein
- 1:19:25Stück Geschichte und Natur.
- 1:19:27Er nimmt eine Tradition Teil, die Jahrhunderten überdauert hat und die von Dillas Freer mit
- 1:19:31Hingabe gepflegt wird.
- 1:19:33Jeder Schluck ist ein Zeugnis für die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur, ein
- 1:19:37Spiegels-Teroise und ein Tribut an die Visionen derer, die diesen Wein zudem gemacht haben,
- 1:19:42was ja heute ist, eine Ikone der Weinwelt.
- 1:19:44Vielen Dank für dieses Wein-Erlebnis und noch ein großes Dankeschön dem deutschen
- 1:19:47Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:19:49Wie viele Positionen habt ihr im Auge?
- 1:20:02Jetzt gerade sind wir um die knappe 900.
- 1:20:04Ich weiß es nicht genau, aber um die 900 sind es...
- 1:20:07Ist ja auch nicht wenig, also in einer Position zu verwalten bzw. die dann zu strukturieren,
- 1:20:15lebendig sein zu lassen, das ist ja schon eine Aufgabe.
- 1:20:18Es gibt aber ein, zwei, drei Winzer, da haben wir halt auch eine Dienerviersseite davon,
- 1:20:22weißt du, weil Jahrgangstiefe und so.
- 1:20:24Na klar.
- 1:20:25Und dann relativ viel...
- 1:20:27Also wir haben nicht so viele verschiedene Winzer, wir haben aber viele verschiedene
- 1:20:30Weine.
- 1:20:31Was ja auch gro...
- 1:20:32Also toll viel ist, finde ich.
- 1:20:33Also wenn man in die Jahrgangstiefe gehen kann, wenn man in den verschiedenen Lagen arbeiten
- 1:20:37kann, die trotzdem diese eine Handschrift hat und da dann auch Sachen bietet, die man beim
- 1:20:41Winzer oder sonst im Markt vielleicht nicht bekommt.
- 1:20:44Ja.
- 1:20:45weil wir gerade beim Namen sind, bezieht sich auf die retischen Alpen in der Richtung.
- 1:20:50Valentina in der Lombardy ist in der Tat einer der größeren Produzenten dort. Die produzieren in
- 1:20:57die 800.000 Flaschen, was ja nicht wenig ist, gerade für diese Region, fürs Valentina. Und ich
- 1:21:06finde den interessant und außergewöhnlich zum einen aufgrund der Aromatik. Also ich finde,
- 1:21:12wenn man reinricht, man hat so dieses zitrusartige für sich aromatische, so diese ganz leichte
- 1:21:19Gelbfrucht, man hat so ein bisschen was Florales mit dabei. Ich finde die Rebsorten der Predation
- 1:21:24spannend. Es ist Nibbio-Loh. Das ist ein weiß gewirkt kälter Nibbio-Loh. Und was ich dabei mag,
- 1:21:32ist 11 mal Volumenprozent. Genau. War das etwas, was mir aufgefallen ist. Ja, Wahnsinn, oder? Es ist
- 1:21:38so schön und so herrlich und trotzdem geschmacksfest, hat eine tolle Säure. Genau das. Also es ist,
- 1:21:44ich empfinde ihn auch, als er, also er hat, wenn du reinwichst, zog er da eine gewisse Zartheit
- 1:21:53eben durch dieses Kreutriege. Und dann auf dem Mund hat er es doch richtig dicht, er ist gerade
- 1:21:59linig. Also er ist nicht, ja er ist nicht der Schwertetyp auf der Zunge, aber das ist super,
- 1:22:05weil er hat so eine Verspieltheit in der Mineralität. Also es macht mir so schön die Zunge auch sauber,
- 1:22:11weißt du, also das ist so, prickelt schön nach, also das ist super gemacht. Hat für mich eine
- 1:22:18Eigenständigkeit, das mag ich so sehr daran. Also es ist kein Wein, den man mit Riesling,
- 1:22:22mit Chardonnay, mit Weißbogunder, mit Sauvignon Blanc oder sonstiges vergleichen könnte und
- 1:22:27damit hat er für mich eine Daseinsberechtigung. Also ich find's manchmal nicht so reizvoll oder so
- 1:22:32interessant, wenn man Wein hat, wo man sagt, oh ja, es ist ja fast ein guter, was auch immer.
- 1:22:38Damit verliert er Wein und damit hat er keinen Stellwert mehr. Ach, du willst doch auf jeden
- 1:22:46aus, weil es ein weißgekehrteter Nebiolo ist und so von wegen, warum brauchen wir das überhaupt?
- 1:22:50Das ist auch nicht nütig, das kann man machen, das ist ein Spielarten, das finde ich gar nicht so
- 1:22:54reizlos, wenn man das gezielt auskostet. Meistens werden ja Blondenoir irgendwie immer nur produziert,
- 1:23:01um möglichst säure Armeweine zu produzieren, die möglichst geschmeidig sind und charmanten. Die
- 1:23:06haben dann, die finde ich dann lasch und die möchte ich auch irgendwo nicht trinken oder
- 1:23:10möchte ich auch gar nicht verkaufen. Aber hier finde ich, hat er eine ganz eigene oder ist auch
- 1:23:15eine eigene Interpretation des Nebiolo, weil diese typischen Aromen vom Nebiolo finde ich
- 1:23:19eigentlich gar nicht in der Nase. Nicht mal, wenn man's weiß. Weißt du, ist das jetzt nur in dem
- 1:23:23Jahrgang so oder ist es immer bei dem so? Nee, dem Wein gibt's seit dem 20. Jahrhundert, also
- 1:23:29seit dem 19. Jahrhundert blablabla. Das Weingut ist ultra alt, also 1897, ich weiß aber nicht wann die
- 1:23:35angefangen haben, den zu kältern, ich glaube um den 1980er Jahren. Und das ist so einer der
- 1:23:42schon der der wichtigsten Weinedote in dem Weingut und nicht nur eine Spielerei, sondern was was die
- 1:23:46richtig mit Konzept und mit mit ihren eigenen Visionen leben. Sind teilweise sogar Wurzelächte,
- 1:23:54Rebstöcke noch, im Schnitt 50 bis 80 Jahre. Worauf ich auch hier anspielen will,
- 1:24:01das weißt du, ob dieses Wein jedes Mal so gelingt oder ist das jetzt der Jahrgang?
- 1:24:06Gelingt jedes Mal so. Also ich habe da jetzt drei Jahrgänge von probiert und dann hat da eine
- 1:24:11gewisse Konstanz. Das was variiert, was ich jetzt im 22. Jahr sehr angenehm fand, waren eben diese
- 1:24:16F-Halb-Volumenpotent, manchmal sind es zwölf und halb. Ich glaube ich habe auch schon mal 13 gesehen,
- 1:24:21aber da bin ich nicht sicher, aber es ist immer so niedrig alkoholisch und das finde ich grundsympathisch.
- 1:24:28Wo ich ein Problem damit hätte bei diesem Wein und da weiß ich auch nicht, wie das weinrechtlich
- 1:24:33veranlagt ist, weil eigentlich wäre es ja ein Roseh. Rein weinrechtlich und man müsste es ja bei
- 1:24:40Roseh reinschreiben, was total verwirrend ist. Aber weißwein darf man ja eigentlich auch nicht,
- 1:24:44weil es aus einer roten Rebsorte heraus resultiert. Man könnte ihn verrückterweise bei
- 1:24:49Rotwein ja mit ein Orten auf der Weinkarte, aber er hat eine weiße Farbe. Eigentlich denke ich
- 1:24:55ein Roseh, was denkst du? Wo würdest du den Rosehfarben in Graubigunde hinschreiben? Der müsste
- 1:25:01eigentlich bei Weißwein rein, weil es ja rein weinrechtlich, also ich bin dann wahrscheinlich zu
- 1:25:05sehr ein Rasterdenker oder ein Schienendenker, der sagt, was gibt es Weinrecht her? Also denke ich,
- 1:25:15so bin ich auch, aber ich möchte... Entschuldigung, wo würdest du sonst die Grenze sonst bei der
- 1:25:20Rosehfarbe, beim Graubigunder der Rosehfarben sehen? Sagt du, es ist ein leichtes Lachs,
- 1:25:25duftet dahin, sagt du, es ist ein kräftiges Roseh. Das zu ermessen ist da manchmal schwierig und mit
- 1:25:30der entsprechenden Alterung, wenn du so ein Wein auch mal fünf, sechs Jahre auf der Karte behältst,
- 1:25:34nicht ausversehen, sondern wirklich gewollt, dann verändert er sich da ja auch, dann musst du
- 1:25:38ja ständig hin und her schieben. Für mich ist ein Graubigunder eine weißweinrebsorte und deswegen
- 1:25:43kommt das für mich zu den Weißweinen. Also so wird ich denken. Hier müsste mich jetzt aber in
- 1:25:47den Gast hineinversetzen. Ich würde den im Joule aber nicht bei den Rotweinen reinsetzen, also
- 1:25:52das fände ich auch falsch. Also ihn nicht. Auch ein Gehen nicht bei Rosés, weil wenn den ein
- 1:25:56einschätzen, der hat keine Roséfarbe, geht dieser typische Rosétrinker ja komplett emotional
- 1:26:03von dir weg und da schwierig. Ich würde ihn bei den italienischen Weißweinen rein setzen und wer
- 1:26:11würde es, wenn er ohne meine Empfehlung bestellt werden würde, würde ich es erklären. Also das
- 1:26:18Funde wegnehmen, bevor ich ihn geöffnet habe. Ja, und dann sehe ich ja gar kein Problem,
- 1:26:24weil dann kann der Gast dir sagen, das wollte ich so nicht oder deutlich spannender, wenn es so ist.
- 1:26:28Also ich würde es eher so nehmen. Für dich mehr Speisebegleiter und Trinkwein, jetzt von vom
- 1:26:36ersten Eindruck. Beides. Also ich mag die Salzigkeit, die er hat und ich sehe jetzt schon, also durch
- 1:26:42diese Saftigkeit, die wiederum auch mit rum spielt, könnte ich den super zu unseren Vorspeisen auch
- 1:26:48dazu setzen oder vielleicht eher zu den Amisbusch, weil er ja doch nicht ganz so superkräftig
- 1:26:53gerade ist. Also das ist für mich so ein Wein, den ich gerne servieren wollen würde, wenn der
- 1:26:59Champagne oder der Apparativ ausgetrunken ist und wir mit dem Menü noch nicht verstarben. Dann
- 1:27:04einfach nur sagen, komm, wie wär's denn mit dem Gläschen? Und dann würde ich so was einschicken.
- 1:27:09Welche Temperatur welches Glas? Ich habe ihn jetzt aus dem Kühlschrank gestellt und ich glaube,
- 1:27:17jetzt ist es schon eine dreiviertel Stunde, ist er jetzt warm und ich finde ihn jetzt sehr gut so.
- 1:27:22Da hat eine ganz zarte Temperatur. Ich habe keine Manchette drum gemacht, damit ich es jetzt
- 1:27:26er die Kette sehe. Und ich glaube, der hat jetzt so um die neun Grad und das finde ich sehr schön.
- 1:27:31Würde ihn aber wahrscheinlich köstlich servieren. Einfach nur, weil das zum Zeitpunkt in dem Menü ist,
- 1:27:36wo die Gäste noch nicht offen sind für sowas. Also da habe ich mich noch nicht genaubt. Und vom Glas
- 1:27:44her würde ich nicht in das kleinste Glas, das ich habe. Denke ich auch. Also dass die Rotwein-
- 1:27:51Charakteristik dann irgendwann richtig emportiert, wenn der Temperatur bekommt und dass er dann mehr
- 1:27:57Nibyolo wird, ist das Glas im Allgemeinen für dich wichtig? Ja, sehr. Was habt ihr im Restaurant
- 1:28:03für Gliese? Gemischt. Wir haben Zalt-Hau, wir haben Gabriel-Gliese. Eigentlich auf die beiden,
- 1:28:12das sind wir momentan beschränkt. Nicht so viel weit haben wir auch was da. Also Ästhetik ist uns
- 1:28:20sehr wichtig. Ästhetik und Haptik. Damit erwischen wir die Gäste aber auch immer. Also die lieben,
- 1:28:27dass diese Gliese anzufassen. Wir haben schon nicht immer nur so diese Gäste, die auf drei
- 1:28:32Ständerniveau alles selbstverständlich halten. Also das ist, wir überraschen wirklich viele
- 1:28:35Gäste noch mit uns im Porzellan, aber auch mit unseren Gläsern. Ich hier zu Hause habe
- 1:28:41Sophienwald, weil ich die auch sehr schätze. Ich mag die sehr gern. Und ich habe sie in dem
- 1:28:50mittleren Glas. Also die Sophienwald ist ein bisschen anders. Die haben mir das kleine Weißwein-Glas,
- 1:28:54das mittlere, und dann haben sie große Gläser. Dann das in dem mittleren habe ich es jetzt drin.
- 1:28:58Und das darf ich nicht perfekt drin. Hat sich das bei dir verändert? Deine Betrachtungsweise,
- 1:29:05Übergläser, verschiedene Glasmarken? Oder bist du da einmal fest, immer fest?
- 1:29:11Ich glaube, das war mal Zeitlang, war das auch für mich so, das war so ein Stellenwert,
- 1:29:16in welches Glas schenke ich was ein. Mittlerweile sehe ich es eher so, dass mir die, ja was die
- 1:29:25Aromen in dem Weinen-Glas machen. Also anders würde ich sagen, ich liebe unsere Gläser,
- 1:29:30aber sie ziehen mir manchmal die Weinzu sehr aus. Und dann möchte ich eigentlich lieber was anderes,
- 1:29:34möchte ich Wein in was anderes setzen. Also mir ist die Verkostung doch persönlich sehr,
- 1:29:39sehr wichtig geworden. Halt ich aber auch für richtig, weil das gehört für mich auch zusammen.
- 1:29:43Ist es nur das Glas oder sind es auch andere Sachen, wie du den Wein behandelst? Also
- 1:29:50dekantieren, karafieren, irgendwelche Tools, die du gebrauchst. Was macht für dich einen guten
- 1:29:56Service aus? Sowohl bei dir selber, als auch wenn du essen gehst. Ich bin ganz arg davon abgegangen,
- 1:30:01zu dem Gast irgendwie zu sagen, wir dekantieren ihn. Ich frage ihn. Früher hätte ich gesagt,
- 1:30:08da habe ich wirklich, also ich bin von der Meinung weg, dass es meine Aufgabe ist, dem Gast es zu
- 1:30:15empfehlen, also zu sagen, ich empfinde, also doch ich kann ihn hinweisen darauf, aber ich möchte
- 1:30:20nicht mehr sagen, ich würde ihn wirklich dekantieren, sondern ich gehe hin und frage den Gast, was er
- 1:30:25lieber hat, weil die Gäste wirklich eine Meinung haben, was das angeht. Und ich sehe es total ein,
- 1:30:30wenn ich eine Flasche bestelle, dann lieber ein großes Glas dazu, um die Entwicklung vielleicht
- 1:30:34schneller zu sehen. Aber okay, auch da muss man natürlich skippen, es gibt Weine, die brauchen
- 1:30:39eine Stunde bis überhaupt aufmachen, aber dann werde ich das dem Gast vorne weg sagen und dann
- 1:30:44probieren wir mit dem ersten Eindruck, also damit er das Erlebnis von vorne bis hinten hat. Und
- 1:30:48das würde ich ihm ja nehmen, wenn ich ihn jetzt dekantiere in erster Stunde serviere. Und ich finde,
- 1:30:54das ist so spannend, doch genau das mitzuerleben. Magst du das, dekantieren, karafieren oder ist
- 1:31:01es nicht so dein... Doch, ja, weil es ja einfach manchmal notwendig ist. Es ist einfach manchmal ein
- 1:31:06Muss für Weine. Gibt es der Nogos für dich, dass du sagst, manche Sachen nicht, also manche
- 1:31:13Rebsorten, manche Charakteristiken, mehr Weiß, mehr Rotweine? Also eigentlich, wenn ursprünglich
- 1:31:23haben wir ja Weine vom Depot getrennt, und das würde ich jetzt fast nicht mehr tun, weil die
- 1:31:30sich manchmal zu schnell verändern. Also das Glas ist doch mittlerweile so hochwertig geworden,
- 1:31:35dass die Weine sich so sehr entwickeln können darin. Und deswegen würde ich es für sehr schwierig,
- 1:31:44ein Wein von vorne weg dekantieren, speziell Rotweine. Und sonst vom Service her, hast du da
- 1:31:51irgendwelche Empfehlungen oder Dinge, wo du sagst, das macht deinen Service aus, das ist deine
- 1:31:58Handschrift, das ist dein Stil, was kein anderer macht? Ich arbeite relativ intuitiv. Wohl mache
- 1:32:06ich mir Gedanken darüber, was Situationen wie sie zu Hand zu haben sind, aber ich gehe jetzt nicht
- 1:32:12hin und sage, das muss ich machen, weil das ist mein Service. Wir gehen auf den Gast einfach drauf
- 1:32:17ein. Also wir haben auf dem Schloss in unsere Gerritos, machen wir nicht groß genug, dass wir
- 1:32:22die Weine am Gerritor öffnen vom Gast, was ja eigentlich Nogo ist, den woanders zu öffnen. Wir
- 1:32:28präsentieren ihn und öffnen ihn dann an unserem Sommelier Tisch. Ist dir trotzdem in Sichtweite
- 1:32:35für den Gast oder ist der außerhalb der Sicht? Außerhalb der Sichtweite und damit hatte ich
- 1:32:40noch nie ein Problem. Und das heißt aber, also trotzdem bei Champagner zum Beispiel ist das
- 1:32:45andere Geschichte, den Champagner öffnen wir liebend gern am Tisch. Also weil die Abolitivsituation
- 1:32:50natürlich ein bisschen dringlicher sieht, der Gast kommt an und wenn der die Flasche abolitiv
- 1:32:55aussucht, dann muss die dann dann dann gehe ich mit ihnen an den Tisch und dann will ich nicht erst
- 1:32:59wieder weglaufen, weil mir das dann praktisch die falsche, also das ist das falsche Zeichen,
- 1:33:03zu sagen, jetzt lauf ich wieder weg bis wir den Apparativ serviert haben, sondern in die Flasche
- 1:33:07Champagner kann ich gern mal schnell am Tisch öffnen, weil es etwas anders ist, wie man es
- 1:33:11zelebriert, aber die Weine, die wir dann nachdrinken werden ja vorbereitet, also die kommen ja nicht
- 1:33:15erst an den Tisch, wenn es Essen schon steht oder wenn die Dringlichkeit da ist und daher und ich hatte
- 1:33:22dann noch nie ein Problem, wenn wir, wenn wir beide das jetzt so besprechen, würde ich sagen eigentlich
- 1:33:25ein totales No-Go und trotzdem im Service ist es gar kein Problem die Weine so zu öffnen. Ich
- 1:33:32hatte auch nie ... war damals bei uns, bei uns aber genauso, als ich im Lehrbach gearbeitet hatte,
- 1:33:37wir hatten auch einen separaten Sommetisch, den vielleicht nur 10 Prozent der Tische eingesehen haben
- 1:33:42und da haben wir die Weine geöffnet und dekantiert, weil wir im Restaurant selber, es war irgendwie
- 1:33:48nicht so enger gestellt, kein Platz dafür hatten. Ich fand es ein bisschen schade, weil einem selber
- 1:33:53so ein bisschen die Redezeit genommen wird, dann wenn du jetzt den Wein aufmachst, wenn du den
- 1:33:57dekantiertes Kaffee belüftest, dann hat man ja immer diese Handgriff und kann nebenher mit dem
- 1:34:04Gas kommunizieren, was über den Wein erzählen, was übers Wetter erzählen oder was auch immer
- 1:34:08und sich austauschen und die Zeit wird eigentlich eingenommen. Und dann habe ich dann aber danach
- 1:34:15so viel Zeit mit dem Gast darüber zu sprechen. Also der hat ... wenn der Wein nicht zu kompliziert ist
- 1:34:22und keine Worte von mir bedarf, dann ist es ja eigentlich ganz nett, weil der Gast verschafft
- 1:34:26seinen ersten Eindruck und wenn ich dann komme und sage und was sagen sie, dann hat er ja schon eine
- 1:34:31Meinung. Oftmals, also dann haben wir auch das schon über Brück zur Von wegen, jetzt muss ich vom
- 1:34:36Sommetisch immer ganz schnell irgendwas degustieren, wäre ja kein Mensch. Also diese Situation kann man
- 1:34:41dann auch lösen, sondern dann hat er schon mal Zeit gehabt, das zu probieren und dann ist es ... also ich sehe
- 1:34:47da gar kein Problem, genauso wie mit Korama, wir machen gerne was mit Korama, aber das wird
- 1:34:55das am Tisch, aus der Flasche, ich habe dann verspritzt das mittels Glas, ich bin da kein Fan davon.
- 1:35:00Wir machen das auch an unserem Sommetisch in eine schöne kleine Karaffe rein und gehen dann mit der
- 1:35:05Flasche, mit der Karaffe, mit dem Glas an den Tisch und so wie uns aus der Karaffe rein und erzählen
- 1:35:09dann, warum wir so ... ja. Wie schenkt ihr denn aus, 0,1? Genau, richtig. Schöner Gedanke mit der
- 1:35:18Karaffe, das fand ich, das habe ich davor eigentlich nur bei Justin im Tatris gesehen und schön
- 1:35:25das von euch zu hören, finde ich eine ganz tolle Lösung, weil es ist in der Tat nicht ganz so ideal,
- 1:35:28zum einen sehr zeitaufwendig mit Korva auszuschenken, weil es halt teilweise, je nachdem welche Nadel
- 1:35:35du hast, es relativ lange dauert und zum anderen eben das Glas sieht nicht wirklich schön aus und
- 1:35:40da ist die Lösung mit der Karaffe und dann auch der zusätzliche Ansatz, dass der Weihnummer mehr
- 1:35:44Luft bekommt, weil es ja oftmals hochwertige Weine, die mit Korva ausgeschenkt werden,
- 1:35:47die diese Luft dann einfach brauchen. Richtig. Also, was ist es gibt andere Dinge, die wir am
- 1:35:56Tisch tun könnten, die schöner sind, um ein Weihn, also vielleicht dann Venieren, die Gläser Venieren,
- 1:36:00also wenn man sagt, dieses Too-Fee-Show bin ich jetzt auch nicht der Fan davon. Also, es gibt Dinge,
- 1:36:07die einfach mir ein bisschen zu aufgeblasen wirken und wenn ich da mit dieser Maschine am Tisch
- 1:36:12stehe, ist das für mich, ich fühle mich da manchmal immer ein bisschen wie so, wie nennt man das,
- 1:36:17diese Sensationsharscherei, das möchte ich nicht. Man kann es ordentlich wirklich elegante einschenken.
- 1:36:25Na gut, man kann es zur Seite gehen, da gibt es auch Lösungen. Doch, ihr ja.
- 1:36:31Wie hat das bei dir angefangen? Wie bist du zum Weihn gekommen?
- 1:36:34Ich war, ich wollte einfach eigentlich ein Kölnissen sein, der sich damit auskennt,
- 1:36:45was er hier gerade serviert. Ich war damals am Tegensee und ich habe in diesem Haus einfach nur
- 1:36:51die Inventur übernommen. Ich war dafür zuständig, wir hatten kein So-Me-E, aber das Haus damals war
- 1:36:57wohl sehr Gastro-Affin, also nicht nur ein Hotel, sondern halt aber auch was Restaurant und Weine
- 1:37:05angeht, war wert draufgelegen, aber das Gewicht war nicht sehr groß, wir hatten 40 Weiß und 40
- 1:37:13Rotweine, also relativ klein und trotzdem, und das hat der Direktor damals eingekauft, weil die
- 1:37:19Kompetenz nicht im Service so da war, die dann das entschieden hat oder auch die Kompetenz,
- 1:37:24kann man sagen. Und so habe ich diesem Direktor halt im Report geleistet, was wir im Keller haben,
- 1:37:29damit er nachbestellen kann. Und ich habe aber halt einfach das in der Zunehmend gewusst, also ich
- 1:37:34habe im Kühlhaus und dann halt, das steht weiß, guckt drauf, also das war ich. Für mich alleine
- 1:37:41habe ich übrigens, ich verstehe keinen Wort davon und bin dann zu einem mir damals lieben Freund
- 1:37:46und Weinhändler, also von dem Haus und mit dem habe ich gut verstanden, höchstens ich denke
- 1:37:50darüber nach, eine Sommelierausbildung zu machen, eigentlich nur als reine Fortbildung, weil ich mir
- 1:37:55damals gedacht habe, das hat wirklich was damit zu tun, dass ich mir das Wissen zeigen und ich
- 1:37:59einfach danach halt einfach Bescheid weiß. Die Realität war ja anders, also du kommst ja in
- 1:38:04die Sommel-Schulen, es wäre ganz gut, wenn du schon mal einen Vorwissen hast, ich hatte das nicht.
- 1:38:07Und also es war relativ blau, der hat mich davor gewarnt, er hat gesagt, das ist eine sehr
- 1:38:13anspruchsvolle Weiterbildung und ich habe es trotzdem gemacht, habe mich da durchgebissen,
- 1:38:17war meistens sehr klein laut, weil ich ja weder über Ansprache noch sonst war ich ja in gar
- 1:38:22nichts geschult, noch hatte ich irgendwelche Routine in irgendwas und habe einfach nur aufmerksam
- 1:38:28zugehört, also für mich war einfach nur, ich hatte halt einfach die Ambition, ich war dann die 1.
- 1:38:32morgens und habe dann auch mit die Gläse poliert und keine Ahnung, habe halt einfach mich gefreut
- 1:38:37mit den Menschen, mit denen ich die Schule damals in München in den Siemens-Welken war, das damals
- 1:38:42noch, da war die IHK noch gar nicht in der, also da war die Schule noch nicht in die IHK und habe
- 1:38:47einfach nur versucht aufzusaugen so gut wie es möglich war und für mich ging dann das mit der
- 1:38:52Sommel die erst dann nach los, aber die Frage war natürlich, wie ich da mitzumein, eigentlich
- 1:38:55wollte ich wirklich in den Oberkönne sein und mit dieser Ausbildung ist mein Wissenzunge losgegangen
- 1:39:01und so habe ich nicht mehr aufgehört, darüber nachzudenken.
- 1:39:04Gab es an Personen, die dich inspiriert hat oder ein Vorbild, wo du sagst, der hat mich, also
- 1:39:09außerdem Weinhändler oder vielleicht gerade der Weinhändler an die Hand genommen?
- 1:39:12Astrid Löwenberg zu 100 Prozent. Die hat niemals aufgehört an mich zu glauben.
- 1:39:19In diesem Moment, also die hat mich wahrscheinlich zu 100 Prozent eingeschätzt,
- 1:39:25hat sie und hat aber trotzdem gewusst, lasse mal laufen, das wird schon und dann,
- 1:39:30ich meine danach habe ich halt dann eben, ich habe dann versucht, also ich bin am Weg gegangen,
- 1:39:35um mit Wein zu arbeiten und habe da einfach nie aufgehört. Und so kam mir das einen zum anderen,
- 1:39:42weißt du mein auch, dass ich heute so eine kleine Leidenschaft in Sake habe,
- 1:39:47war ja nur dem Glück geschuldet, dass ich, ich war damals im Monkeys West in Düsseldorf und
- 1:39:53das hatte leider dann zugemacht, obwohl ich mich da sehr gut gefühlt habe, aber ich bin danach
- 1:39:56ins Nagaya gegangen und ohne, ohne her Nagaya hätte ich niemals den Zugang zu Sake so gefunden,
- 1:40:01wie ich ihn damals hatte. Ja, es kommt manchmal, wie es kommt, einfach mal laufen lassen,
- 1:40:07das ist eigentlich gar nicht so meine Art und Weise, aber da hatte ich Glück, dass ich in diesen
- 1:40:10jungen Jahren einfach mal alles laufen liess. Und die Chance einfach genutzt hast, um,
- 1:40:14um dort zu lernen oder das einfach anzunehmen, findest du Sake kommt dem Wein gleich?
- 1:40:21Nein, ist eine eigene Welt und bitte niemals vergleichen, damit steht man sich nur selber
- 1:40:25auf die Füße immer wieder. Also das habe ich nicht empfehlt.
- 1:40:28Die gleichen Komplexitäten, die gleiche Tief sind, die gleiche, ah.
- 1:40:32Ja, hat man, definitiv. Und ich habe da jetzt noch mehr, also vor Corona hatte ich schon was
- 1:40:38angestoßen mit einem ganz tollen Händler aus, aus Holland und es hat echt nach Corona funktioniert,
- 1:40:45also musst du mal vorstellen, was, also ich habe letztes Mal diesen E-Mail-Verlauf,
- 1:40:48den ich mit ihm hatte, habe ich nochmal durchgescrollt und der ist ja über,
- 1:40:51über drei Jahre gegangen, also völlig verrückt und bis ich dann wirklich die Sachen verkosten
- 1:40:58konnte, bis ich dann auch nach Holland reisen konnte und die haben wir eben verkosten konnte.
- 1:41:02Und da habe ich Sake nochmal auf eine ganz andere Art und Weise erlebt, weil der viel mit
- 1:41:07kleinen Familien arbeitet, viel Garage Breweries hat so gesehen und mir dann auch viele Wahrheiten,
- 1:41:16die wir glauben im Sake, weil so dieses, diese Top 5 der Reißsoften, die, die von dem man den
- 1:41:23besten Sake macht oder auch mit diesem Pasterisieren und die, ich habe ausschließlich Sake probiert,
- 1:41:30die weder verdünnt waren noch Pasterisiert und dann auch noch aus Reißorten, die die Familien
- 1:41:34selber gezüchtet haben. Also da habe ich eine ganz andere Wahrheit und auch ein anderes Geschmackserlebnis
- 1:41:39gehabt, wo ich dann wiederum wusste, ich habe keine Ahnung über Sake und daher für mich Sake wirklich
- 1:41:44ein Thema ist, ich nehme es jetzt auch da nur noch über, über das Verkosten, weißt du,
- 1:41:50ich versuche da, Sake ist für mich wirklich, da gehe ich weg vom Wein, Wein den ich in meinem
- 1:41:54Kopf einkarigurisieren will, weil ich Infos habe im Vorweg und dann denke okay, da habe ich zu erwarten,
- 1:42:00genau das Gegenteil mache ich bei Sake, weil ich habe so, also gerade ich sehe Junmae, Junmae,
- 1:42:05Daiginjo Geschichten, ich dachte auch, da kann ich Kategorien finden und dann gibt es wieder
- 1:42:10Verschutzus, die mir das Gegenteil beweisen, die mir eigentlich sagen, es ist ja oder auch Tafelsake,
- 1:42:16also die praktisch im Basic Bereich rumschwinden, die aber besser sind als schon mal Daiginshos und
- 1:42:22von daher, ich glaube, ich habe entweder nicht den Gaumen dafür oder ich habe einfach,
- 1:42:26ich denke, dass ich Sake nur mit Wissen nicht verstehe, ich kann den Verkosten und ich habe
- 1:42:33Spaß daran und meine Gäste haben Spaß damit und so nehme ich Sake. Das klingt super amateurhaft,
- 1:42:39aber ich habe so meinen Weg gefunden mit Sake und ich maße mir auch gar nicht an, weil ich glaube,
- 1:42:44wenn wir beide, Sylvia, du und ich uns jetzt hinsetzen und zwei Monate lang nichts anderes essen
- 1:42:48und trinken, also in Japan sind zwei Monate lang und nur diese Kultur dort leben, ich glaube,
- 1:42:53dass wir diesen Sake dann anders verkosten würden als jetzt mit unserem europäischen Gaumen,
- 1:42:57der ja auf Säure gedrückt ist. Kann man als Normalweintrinker die Besonderheit im Sake greifen?
- 1:43:03Du hast es auf der einen Seite genauso formuliert, aber du bist ja kein Normalweintrinker. Also kann
- 1:43:10man das verstehen und vor allen Dingen manchmal auch kann man das Geldwert aufwiegen, weil in
- 1:43:15guter Sake, bist du ja auch bei, keine Ahnung, 50 bis 100 Euro pro Flasche, ist es das jemanden,
- 1:43:23der vielleicht nicht so in dem Thema drin steckt, wert oder ist es, die Frage haben wir oft beim
- 1:43:28Weinen auch, aber beim Sake finde ich es noch schwieriger, das in wirtschaftliche Relationen
- 1:43:32zu setzen. Also mit diesem Sake habe ich ganz schön viele Gäste geketzt, also es sind eigentlich
- 1:43:37natürliche Sake so in der Art. Und mit dieser Art von Sake habe ich ganz viele mitgenommen.
- 1:43:43Und ich wusste, dass auch das diese, also über diesen Kontakt bin ich ja drauf gekommen,
- 1:43:49also ich kannte den Kontakt schon in Stuttgart damals und dann hatten wir ja einmal die Jungs
- 1:43:55von The Chain da und die haben auch schon mit ihm gearbeitet, also das war für mich so
- 1:43:58zweimal den Dietz, dass ich mich mit diesen Menschen auseinandersetzen musste. Und mit diesem Sake
- 1:44:05kann ich die Gäste sehr catchen, weil da oftmals, weißt du, ich bin kein Natural Wine Fanatic oder
- 1:44:11so, aber ich erkenne, dass da halt eine Wahrheit hier und da einfach drin steckt und in diesen Sake
- 1:44:17stört mich der Alkohol nicht. Die sind so harmonisch ausgeglichen, die sind aber auch keine
- 1:44:23John May D'Aginjus, die diese Glockenklare, feichen Aromatik mitbringen, wo dann der Alkohol einfach
- 1:44:28manchmal präsent ist, sondern die sind so umami komplett gebunden, dass die 17 Prozent einfach
- 1:44:35nicht so auffallen, nicht so ins Gewicht fallen, weißt du? Haben wir ja im Wein auch manchmal
- 1:44:39diese, die Spanier, die halt einfach plötzlich nach zehn Jahren toll sind, weil dann der Alkohol
- 1:44:44einfach einen anderen Sinn macht, oder ich? Und so kommen mir diese Sake vor. Wie servierst du die?
- 1:44:50Im Weinglas. Und dann, genau, und dann bin ich auch noch nicht an einem Punkt, dass ich sage,
- 1:44:57das ist ein feste Bestandteil Menü. Ich frage unsere Gäste, ob ich, ob sie Lust hätten,
- 1:45:01dass ich was so zusätze und mittlerweile ist die Antwort häufiger ja als nein. Und dann
- 1:45:09gehe ich und dann haben wir ja unsere Vorspeisen mit der Hamachi oder so oder mit Tundfisch oder
- 1:45:15Lachs, die ja natürlich präsentiert werden vom Gedanken her, vom Wemmel logisch, denkt man,
- 1:45:20okay, jetzt, jetzt, da sollte man Sake da zu trinken, weil es ja sashimi-artig ist. Und dann
- 1:45:25gehe ich erst recht hin und mach's dann zu den Gerichten, die eigentlich eher französisch,
- 1:45:29also wo der französische Stil noch deutlich ist, weil zum einen sich der Gast mit den Gerichten
- 1:45:35anders fühlt und dann aber auch, dass er sich lieber einen Urteil machen möchte, weißt du? Weil
- 1:45:42er kennt vielleicht die Soße, es scheint ihm vertrauter zu sein und deswegen erlaubt, dass ich
- 1:45:46doch eher mir zu sagen, ob es passt für ihn oder nicht, wie wenn er jetzt nur ein Vinigrate
- 1:45:51dabei ist oder wenn der Fisch nur mariniert ist. Und dann finde ich das aber auch spannend,
- 1:45:55oder die Sake da dazu zu servieren. Und dann auch niemals, also es gibt ja viele verschiedene
- 1:46:01Temperaturen im Sake, wenn man ihn servieren soll und ich finde, dann gehe ich auch nie hin und sage,
- 1:46:05der jetzt zu dem Gang, sondern probieren sie es doch mal, es wird sich mit jedem Grad oder
- 1:46:09mit jedem halben Grad manchmal sogar, wird sich diese Sake verändern und beobachten sie es doch
- 1:46:13einfach mal und vielleicht gefällt sie ihn ja zum Dessert am besten. Kann Sake reifen? Ja, kann
- 1:46:20aber das ist wie so eine, das wird im Vorhinein entschieden beim, beim Brau, bei der Brauerei,
- 1:46:29so wie ich das verstanden habe, weil es gibt Sake, also es, alle, jeder Sake ist ja Jahrgangssake
- 1:46:34und dann gibt es halt, welche, die wurden bewusst liegen gelassen oder auch in Zerrenholz gepackt
- 1:46:39und dann kriegen, dann schreiben die auch einen Jahrgang drauf. Nicht, und dann gibt es aber wieder
- 1:46:45um Sake, die sind auch sehr hoch, also auch zum mal der Ginsch, auch die Hochwertigsten, die dafür
- 1:46:51gemacht sind, dass du sie relativ schnell trinkst, weil sie die Frucht verlieren würden. Also nicht
- 1:46:56jeder Sake kann gleichzeitig reifen, das, so wie ich das weiß, muss das von der Brauerei vorher entschieden
- 1:47:01worden sein. Hast du mal einen gereiften Sake probiert? Ja, ich habe gerade zwei Jahrgänge im
- 1:47:07Schloss 2019/2020, also gereift, das ist jetzt, glaube ich, nicht mit der Weinwelt vergleichen
- 1:47:14und die sind super, also die werden, die sind so cremig, so voll, also das ist auch, also
- 1:47:23all der Parmesan und Rohr schinken dazu, solcher Aromen sind da vorher, herrschen, also das ist
- 1:47:30sehr spannend. Viel Umami. Ist das deine Leidenschaft oder hast du eine andere Anbauregion, die du
- 1:47:40absolut verfechtest und wo du sagst, da schlummert mein Herz? Ich glaube, momentan bin ich so hungrig
- 1:47:47auf Neues, also ich habe, also ich koste gerade so wenig, so wenig Neuesachen und dann bin ich
- 1:47:53gerade so sehr, wenn jemand kommt und sagt, jetzt habe ich gerade wieder was aus Georgien oder so,
- 1:47:57dann denke ich immer so, wow, viel zu wenig probiert, möchte ich sofort oder auch was du mir
- 1:48:01ich bin super dankbar dafür, weil ich halt einfach momentan irgendwie das Gefühl zu wenig an solche
- 1:48:07Sachen rankomme. Also was jetzt nicht heißt, dass ich jetzt nur noch andere Sachen verkosten möchte,
- 1:48:12weil ich habe immer nur die, ich möchte die Verantwortung im Schloss gegenüber ist ja,
- 1:48:17jetzt will ich da nicht zukundebund werden, weißt du wie mein, aber jetzt gerade bin ich sehr
- 1:48:22wissenshungrig ja und nutze jeden Gelegenheit, jede Gelegenheit. Finde ich erweitert ja auch
- 1:48:28oftmals so das eigene Bewusstsein, also auch wenn ich jetzt neue Sachen probiere oder
- 1:48:34andersartige Sachen probiere, heißt es ja ordentlich, dass ich die auf die Karte nehme,
- 1:48:38sondern manchmal fühle ich mich ja in meiner dann auch traditionellen Weinwälder, traditionellen
- 1:48:42Weinkarte, das ist ja auch immer auf die Umgebung so ein bisschen abgestimmt, wo man gerade arbeitet
- 1:48:47oder in welchen Stil man dort lebt und haben anderes Verständnis dafür kann es anders als
- 1:48:51verargumentieren, kann es anders an das darstellen und meine Neugierden dann trotzdem in dem sind
- 1:48:56befriedigt, was ist bei dir neu, also sind das auch Länder wie Thailand, Uruguay, Mexiko etc. Indien
- 1:49:03oder andere Stile, die es so nicht gibt oder ist es Moldavien, Georgien, Bulgarien, Rumänien,
- 1:49:11also dieses neue alte? Beides, also ich habe ein Buch gelesen hier über indische Weine,
- 1:49:18aber so richtig was probiert habe ich noch nicht und also, ne, ich glaube, es gibt Weinanbaugebiete,
- 1:49:29da habe ich noch gar nichts darüber so richtig erfahren und dann gibt es Welte, über die habe
- 1:49:33ich relativ viel gelesen, also ich kann das so gerade gar nicht beantworten, aber für mich ist
- 1:49:38auch neu, diese Situation, die ich jetzt hatte, ich war auf Mütter aus Mosel und konnte natürlich
- 1:49:43aus dieser Situation heraus an einem Tag, an dem ich normalerweise gearbeitet hatte, habe ich eine
- 1:49:47kleine Moderation machen dürfen und habe da mit so vielen jungen Menschen an dem Mosel kennengelernt
- 1:49:52wieder, die so tollen Wein machen, an die, an das wäre ich auch nicht rangekommen ohne diese,
- 1:49:56ohne diese Möglichkeit, also im Moment bin ich halt auch den Möglichkeiten recht offen,
- 1:50:01als ich freue mich über all das. Großartig, gibt es für dich eine Weinregion, die unterbewertet ist?
- 1:50:07Also ist es die Mosel, weil du gerade das Thema hattest, die ohne Frage nach wie vor, obwohl es
- 1:50:12weltweit anerkannt ist, unterbewertet ist, aber gibt es für dich irgendwie eine Weinregion, wo du sagst,
- 1:50:17hey Leute, guck da mal ein bisschen intensiver hin.
- 1:50:19Hm, ne, hab ich grad so nicht auf dem Schirm, aber weißt du, und da genau da haben wir jetzt
- 1:50:26den Punkt, wo ich sage, ich glaube, ich hab den Waldblick momentan nicht so sehr.
- 1:50:29Gibt es für dich schon irgendwie eine Planung, wo du sagst, das wäre für mich das Entziel,
- 1:50:34ist es Winterin irgendwann zu werden, wolltest du mal ein Weingut haben?
- 1:50:37Wir haben über Corona zu ein Weinberg, haben wir bewirtschaften können, weil wir halt zu Hauses
- 1:50:43saßen und so viel Zeit hatten und raus wollten und keine Garten hatten und dann hat ein Befreundeter
- 1:50:48Winzer, hat ein Weinberg den er gesagt hat, du, der ist für mich wirtschaftlich so sinnlos,
- 1:50:54weil ich immer Umwege fahren muss, und deswegen bewirtschafte ich ihn auch wirklich nur, wenn
- 1:50:59ich zu viel Zeit habe und dem entspraynt hatte uns die 0,437 Hektar überlassen und dann haben
- 1:51:07wir den dann halt ein bisschen auf Vordemann gebracht und war es mir einfach nur vier Respekt
- 1:51:12gegenüber den Winzern noch gebracht hat, aber ich glaube, das ist nicht so mein Entziel,
- 1:51:16ehrlich gesagt.
- 1:51:17Es ist die Selbstständigkeit, ich weiß es nicht, weil ich habe auch so viel Respekt
- 1:51:23vor jedem selbstständigen Gastenomen, jetzt gerade momentan, wo alles so schwierig ist,
- 1:51:27ich bin mir einfach, meine Situation bin ich gerade einfach super dankbar, wo das hinführt,
- 1:51:33ich möchte es noch nicht sagen, jetzt werden wir es sehen.
- 1:51:35Was ja trotzdem auch erstmal eine krasse Situation ist, also unser Eingangsgespräch, du hast
- 1:51:40ja ohnehin sehr viel Grad zu bewältigen, organisieren, auch emotional irgendwo aufzulösen
- 1:51:47oder zu festigen und dein Weg dann nochmal ganz neu zu finden, von dem her, da hält es
- 1:51:52noch weiter zu denken, heute zu sagen, Alter, soll es hingehen, da spielen erst noch ein
- 1:51:55paar Jahre andere Leute auch eine Geige in deinem Leben, die das nochmal eben fremdbestimmt
- 1:52:00dann letztlich für dich.
- 1:52:01Gab es für dich schon mal ein absolut Ultra-geniales oder ein richtig schreckliches Sommiererlebnis?
- 1:52:06Ja, ja und ich glaube, das war auch mal ein Schuld.
- 1:52:13Also puh, da habe ich mich richtig, richtig schlimm gefühlt.
- 1:52:17Was war ich da jetzt für ein Fünftelpass auf?
- 1:52:19Nein, nein, das ist, aber das war mein, also im Grunde, wenn ich, vielleicht weiß ich auch,
- 1:52:25es kommt Gott sei Dank recht selten vor, aber das war so, da habe ich einfach, ich dachte,
- 1:52:30ich tue dem Gast was Gutes und habe den Menschen völlig falsch eingeschätzt und der war dann
- 1:52:35so böse mit mir, das war der Stil.
- 1:52:38Und rein?
- 1:52:39Ja, ja, das war, wir haben einen super teuren Rad und Wein aufgemacht und ich, es war Sommertag
- 1:52:46und wir haben die Klima in der Lage laufen gehabt und trotzdem habe ich den Wein mal
- 1:52:51schnell auf das Eis gestellt, also nur damit das Glas kalt wird von der Karaffe, also
- 1:52:56er war dekantiert der Rotwein und ich wollte, dass das Glas wieder kühl wird und nicht
- 1:52:59der Wein und das hat der Gast mir verstanden.
- 1:53:02Also war halt dumm, weil ich jetzt vielleicht kommunizieren müssen, aber dann, ja, da wurde
- 1:53:09ich ganz schön in Frage gestellt, das hat mich verletzt einfach, weißt du, und das war
- 1:53:13für mich so, warum muss man Menschen verletzen, das war, glaube ich, das Einzige, was ich da
- 1:53:16rundher nicht verstanden habe, aber ja, mein Gott passiert, gell?
- 1:53:19Ja.
- 1:53:20Habe ich gelernt, raus?
- 1:53:21Ja, man muss sowas, glaube ich, auch immer als lernenden Meilenstein irgendwo sehen
- 1:53:27und es hat einfach einen Fehler kann man immer machen, solange man Fehler nicht zweimal macht.
- 1:53:31Richtig.
- 1:53:32Puh, das dabei hat's drauf gekauft.
- 1:53:36Das ist, glaube ich, auch so der, oh Gott, der Punkt, den du dann wahrscheinlich auch an
- 1:53:40Esther weitergeben kannst, also ich glaube, sie ist ja ein großes Sieger in Grat, dass
- 1:53:44du sie begleiten kannst und von deiner Erfahrung profitieren lassen kannst.
- 1:53:48Ja.
- 1:53:49Und schönstes Erlebnis, also wo du sagst, dass dich das berührt hat oder wo du selber ganz
- 1:53:56ergriffen warst, bei Kollegen oder bei dir?
- 1:54:00Also, habe ich gar nicht so dieses eine Erlebnis, also mir fällt gerade leider nichts ein, weil
- 1:54:08ich habe wirklich, ich bin oft gerührt, wenn die Gäste sich so freuen, auch dass es
- 1:54:12gepasst hat, aber so dieses eine Erlebnis habe ich gerade eigentlich gar nicht.
- 1:54:17Vielleicht kommt nachher nochmal.
- 1:54:19Wahrscheinlich ist es aber auch, dass du total werfst rein, aber ich glaube, das Problem in
- 1:54:24Anführungszeichen, was natürlich kein Problem ist, ist, dass ihr so viele schöne Erlebnisse
- 1:54:28habt, weil ihr jeden Tag besondere Momente für andere schafft.
- 1:54:33Ihr spielt ja da die absolute Champions League und wenn der ein oder andere, sein besonderes
- 1:54:40Sommeliererlebnis skizziert, dann werdet ihr da ganz, ganz weit vorne mit schwimmen und
- 1:54:45somit habt ihr jeden Tag besonderes Sommeliererlebnisse und nicht dieses eine, was dann irgendwie
- 1:54:49herausleuchtet und das dann irgendwie dann noch herauszuarbeiten ist, dann glaube ich
- 1:54:55schwieriger.
- 1:54:56Das ist ja auch auf der Sonnenseite und natürlich fällt dann so ein Schatten, den du gerade
- 1:54:59skizziert hast, nochmal ganz anders auf, aber die Sonne nimmt man da ja dann gar nicht mehr
- 1:55:03bewusst wahr und trotzdem will ich es eher doch nicht.
- 1:55:07Ich wertschätze sie schon, aber ich glaube, das ist auch der Anspruch, weiß ich so, dass
- 1:55:11ich sage, ich möchte, dass jeder ein besonderes Erlebnis irgendwo hatte.
- 1:55:14Also kein Tisch wird irgendwie nur abgearbeitet, weißt du.
- 1:55:19Selbst jetzt am Wochenende, wenn so eine große Veranstaltung eigentlich ihr Bankett-Charakter
- 1:55:26hat, ich kann die vier gestern diesem Abend und wir machen die Bank, also wir machen diese
- 1:55:31Veranstaltung immer ein bisschen größer als unser Standardallerkarteservice, also wir
- 1:55:34stellen nochmal ein Tische rein und selbst da ist es mir wichtig, dass wir Individualität
- 1:55:40schaffen.
- 1:55:41Es gibt, ich kann die vier Tische nennen an dem Abend, die ein besonderes Augenmarkt
- 1:55:45brauchen und das haben wir geschaffen, weißt du.
- 1:55:48Und das ist nicht so, also trotz des Banketts zu sagen, wir schaffen es, dass doch nur Individualität
- 1:55:52entsteht.
- 1:55:53Es ist auch ganz wichtig und glaube ich auch wichtig für einen selber, dass man die Freude
- 1:55:57dabei behält und dass es kein Standard wird oder ist mein, für den Gast ist es ja auch
- 1:56:03kein Standard zu euch zu kommen.
- 1:56:04So wie ein Koch ein Signature-Disch hat, hat er im Weingut ein Signature-Wein, ein Wein,
- 1:56:26der das Fundament des Weingutes ist, aber zugleich auch wie kein anderer die Handschriften
- 1:56:31in den Stier des Weingutes spiegelt.
- 1:56:32Und beim renovierten Portweinhaus Ramos Pinto ist das der RP10.
- 1:56:36Dieser steht als Symbol für die Raffinesse, die historisch tiefe und die technische Meisterschaft
- 1:56:40des modernen Portweins.
- 1:56:42Der 10-jährige Torniport ist das Ergebnis akribischer Assemblageprozesse und langer Reifung in
- 1:56:48kleinen Holzfässer.
- 1:56:49Durch diese Prozesse erhält der RP10 seine charakteristische Bernsteinfarbe, die ihm
- 1:56:54seine tiefe Eleganz und Komplexität verleiht, die von Holz, getrockneten Früchten, Nüssen
- 1:56:59und einer dezenten Karamellennot runtermalt wird.
- 1:57:02Aber was ist eigentlich ein Portwein?
- 1:57:03Oder besser, wie wird er gemacht?
- 1:57:05Das Besondere beim Portwein ist, dass er nur eine kurze Gärung durchläuft, Farbe und
- 1:57:09Aroma und viele andere Stoffe werden durch das Stampfen der Meische mit Holzstößeln,
- 1:57:14neuerdings auch Maschinen oder traditionell im großen Umfang auch noch mit bloßen Füßen
- 1:57:18extrahiert.
- 1:57:19Die Gärung des maximal halb ausgegorenen Weines wird durch Zusatz eines farb- und geschmacklosen
- 1:57:25Weingeises mit 77 Vol.
- 1:57:27Prozent gestoppt.
- 1:57:28Er wird aus Weinen aus dem Süden Portugals oder auch aus Überschusswein des Duoro selbst
- 1:57:34gebrannt.
- 1:57:35Im Durchschnitt werden 440 Liter Wein 110 Liter Weingeis zugesetzt, was den Inhalt von 550
- 1:57:42Liter der Pipes ergibt, den traditionellen Duorofessern.
- 1:57:46Die Grundweine werden noch in den Kellereien der Produzenten im Duoro-Teil fertiggestellt.
- 1:57:51Sie werden in großen Beton-Tanks in den Weinbergen gelagert und dann im Frühjahr in die Portoforstadt
- 1:57:56Villanova de Gaia am gegenüberliegenden Flussufer transportiert.
- 1:58:00Erst dort werden die Weine in den Kellern am Nordhang und in den Lagernhäusern, der hier
- 1:58:05ansässig zahlreichen Portweinhäusern in langer reife Zeit und durch kunstvollen Verschnitt
- 1:58:10zum berühmten Likörwein.
- 1:58:12Bis zum EU-Eintritt Portugal zum Jahre 1986 mussten hier alle Portweine den Lodges reifen,
- 1:58:17abgefüllt und ausgeliefert werden.
- 1:58:20Und zu gerne fokussieren wir uns mit dem RPC, nicht auf dem britischen Stil, mit dunklen,
- 1:58:25süßen und fruchtigen Wein, den Ruby, sondern auf dem portugiesischen Portweinstil, mit
- 1:58:29ihren eleganten, weichen Torniweinen.
- 1:58:32Torni bedeutet Lofa.
- 1:58:33Durch die längere Reifung entwickelt dieser Portwein eine Farbpalette, die vom Bernstein
- 1:58:37bis Maragoni reicht.
- 1:58:38Diese Färbung entsteht im Gegensatz zu den meist rötlich-schwarzen Farben anderer Portweintypen
- 1:58:44durch die Verwendung von leichteren Wein mit geringerer Farbintensität sowie den höheren
- 1:58:48Anteil an weißen Weinen dieser Küwe.
- 1:58:50Es ist immer ein Verschnitt aus mehreren Jahrgängen.
- 1:58:52Das als Durchschnitt zu verstehen der Alter der verwendeten Weine ist aber die Kette
- 1:58:56angegeben, also in unserem Fall 10 Jahre.
- 1:58:58Ramos Pintos eines der traditionsreichsten Häuser hat den RPC so komponiert, dass er
- 1:59:03die Essenz des gereiften Weines widerspiegelt, was zu einer Subtilbalance zwischen frischer
- 1:59:09und reife führt.
- 1:59:10Es ist ein Blend, der durch die Wahl hochwertigster Trauben aus verschiedenen Lagen im Dorotal
- 1:59:14und eine präzise Fassreifung geprägt ist.
- 1:59:17Die behutsame Holzlagerung über ein Jahrzehnt hinweg trägt zu der enormen Komplexität in
- 1:59:23Tiefe bei, die Weinliebhaber weltweit schätzen.
- 1:59:26Anders als bei vielen Portweintypen, die jung gedruckt werden, entfaltet sich beim RPC
- 1:59:31eine intensive Aromatik von getrockneten Früchten, hohen nicht mandeln und feine Gewürzen,
- 1:59:36während die Tanine im Verlauf der reife Zeit weicher und geschmeidiger werden.
- 1:59:40Sensorisch zeichnet sich der RPC durch eine sanftige Textur und ein lebendiges, dennoch
- 1:59:45harmonisch des Säuregrüßt aus, dass sie besonders vielseitig macht.
- 1:59:49Doch warum kann Ramos Pinto das so gut?
- 1:59:51Komm mit mir auf einen kleinen Exkurs in die Geschichte, das erklärt vieles.
- 1:59:54Adriano Ramos Pinto war kein träumerischer Künstler.
- 1:59:57Als er mit nur 21 Jahren das Weingut im portugiesischen Dorotal gründete, hat er eine ganz klare Vision.
- 2:00:03Die kinderte Bomberin Ciro existierte bereits seit über 100 Jahren, aber Ramos Pinto brachte
- 2:00:09neuen Schwung in das alteigesetzten Weingut.
- 2:00:12Er entschied sich, nach Brasilien zu exportieren und innerhalb weniger Jahre eroberte der
- 2:00:16er den dortigen Portweimarkt.
- 2:00:18Bis zum Ende des 20.
- 2:00:19Jahrhunderts stammen bereits 50 Prozent aller Nachts Südamerika verschickten Flaschen
- 2:00:24von Ramos Pinto.
- 2:00:25In der Nähe vom Pinau befinden sich die Weiberge von Ramos Pinto.
- 2:00:29Ursprünglich wurden die Weiberge in traditionellen Terrassenlagen bewirtschaftet.
- 2:00:32Um das älteste Weingut von Ramos Pinto, die kinderte Bomberin Ciro herum, etablierte
- 2:00:38das Unternehmen den Anbau von Terrassenanlagen, die den Höhenlinien folgen.
- 2:00:43Ramos Pinto war auch das erste Unternehmen, das diese Steilagen im Durum ich Handsch bewirtschaftete,
- 2:00:48was eine kleine Revolution darstellte.
- 2:00:50Die kinderte Bomberin Ciro wurde 1789 gegründet und erstreckt sich über etwa 110 Hektar Rehmfläche
- 2:00:57in einer Höhe von 110 bis 400 Meter.
- 2:01:00Hier werden ausschließlich rote Rehmsorten angebaut.
- 2:01:02Das zweite Portweingutes Unternehmen, das ist die kinderte Sponsorisch.
- 2:01:05Mit 25 Hektar Rehm, die auf über 600 Meter Höhe wachsen und besonders aromatische, frische
- 2:01:11Weine hervorbringen.
- 2:01:12Die Kinder der Erwermeurer mit insgesamt 234 Hektar gehören ebenfalls zu Ramos Pinto.
- 2:01:17Seit den 1980er Jahren hat das Unternehmen hier weiße und rote Rehmsorten weiterentwickelt.
- 2:01:22Die Weine aus diesen Weibergen zeichen sich durch große Konzentration und volle Körper
- 2:01:26aus.
- 2:01:27Heiße Sommer und kalte Winter prägen das Klima dieser Weiberge.
- 2:01:30Die Bekanntheit seiner Portweine verdanktes Unternehmen bis heute einem unter schütterlichen
- 2:01:35Qualitätsanspruch.
- 2:01:36Der langjährige Chefinologe Jura Nicolaoua Meeder revolutionierte den Weinbaum der
- 2:01:41Urothals er 1976 ins Unternehmen stieß.
- 2:01:44Er erforscht akribisch die Möglichkeit des Anbaus an den steilhängigen Urothals und
- 2:01:48trug maßgeblich zum Ruhm des Urothals.
- 2:01:51Seit 2014 führen Roche Rosas als Manager und Anna Rosas als Chefkellermeisterin des
- 2:01:57Unternehmen.
- 2:01:58Die Rostaus Pinto gehört heute zur Röderer Familie und steht für Qualitätsweine sowie
- 2:02:03einige der besten Portweine der Welt.
- 2:02:05Vielen Dank für diese großartigen Portweinerlebnisse und ein großes Dankeschön dem deutschen
- 2:02:10Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:02:12Ich spreche leider kein Französisch.
- 2:02:31Ich habe es schon oft probiert.
- 2:02:32Es gibt ein paar Brocken, Smalltalk zwischendrin, die ich machen kann, aber ich kann den Gro
- 2:02:38meiner Konversation nicht auf Französisch führen.
- 2:02:40Dann habe ich Menschen drinsitzen, die eigentlich nur Französisch sprechen und schlechtes Englisch.
- 2:02:46Wir trotz dem den ganzen Abend aneinander hingen, weil wir uns über Wein ausgetauscht
- 2:02:52haben.
- 2:02:53Kannst du dir das vorstellen?
- 2:02:54Also Hand- und Fuß-Kommunikation und der Weinhaber, die Sprache eigentlich.
- 2:02:58Er konnte mir auf Englisch von der Welt mitteilen, dass er super interessiert ist am Wein und
- 2:03:05er mag einfach nur kein Rosé und dann dachte ich, okay, ist das sein Standard?
- 2:03:09So, weil er sagt ja gut, kein Rosé.
- 2:03:11Und dann habe ich ihm trotzdem so einen, also dann konnten wir einfach mit ein, zwei
- 2:03:16Dingen Handgriffen, anderen Weinen den Abend so besonders machen für ihn und das war anspruchsvoll.
- 2:03:22Und trotz Hand und Füße, also sein Nachbar zum Beispiel, wie du rumhattest, hat von dem
- 2:03:27Englisch gar nichts verstanden und er hat dann übersetzt.
- 2:03:30Ich habe eine Kollegin geholt und die hat mir dann noch gesagt, was ich auf Französisch
- 2:03:33eigentlich gerade sagen wollte.
- 2:03:34Also die hat auf Französisch übersetzt, was ich gerade sagen wollte.
- 2:03:37Also so haben wir dann den ganzen Abend begleitet und wir uns quasi, also wirklich mit einem
- 2:03:43festen Händedruck verabschieden und sagen, danke für den Abend, das war echt toll.
- 2:03:47Ach schön.
- 2:03:48Ja, Wein ist die Sprache.
- 2:03:49Ja, wirklich.
- 2:03:50Das sind doch ganz besondere Momente.
- 2:03:53Ja.
- 2:03:54Gibt es für dich einen Ort, wo du gerne einmal Wein empfehlen würdest?
- 2:03:59Also du hast dich jetzt ganz bewusst noch mal für Schloss Berg, für Christian Bauer
- 2:04:04zu sein.
- 2:04:05Aber ich kann mir vorstellen oder mir würde es zumindest so gehen, dass in dieser Überlegungsphase
- 2:04:11denkt man ja auch da wäre es mal schön oder das würde ich ganz gerne.
- 2:04:14Aber gibt es, wo du nur für einen Tag rein sneaken könntest?
- 2:04:17Die Frage habe ich, über die habe ich schon echt überlegt.
- 2:04:23Es gibt so viele besondere.
- 2:04:25Ich glaube, ich würde es ganz gerne mal in einer anderen Kultur einfach probieren.
- 2:04:28Weißt du, wenn ich angelehnt an das, was ich dir gerade zählt habe, aber dann wieder
- 2:04:32rum in einer Kultur, für mich ist die japanische Kultur zum Beispiel so super komplex.
- 2:04:37Und da habe ich auch so Respekt, weil die ja ganz anders denken einfach wie wir in Europa.
- 2:04:41Und ich glaube, da würde ich ganz gerne mal Wein empfehlen.
- 2:04:44Aber jetzt in den Location kann ich dir so gar nicht nennen.
- 2:04:47Also ist auch interessant.
- 2:04:50Ich war jetzt über drei Wochen in Japan im Sommer und allein die Dorten Weingut zu besuchen
- 2:04:56ist eine so andere Respektkultur auch.
- 2:04:59Wie man miteinander umgeht, wie man die Weine probiert, wie die Weine einem eingeschenkt
- 2:05:03werden, wie man kommuniziert, wie man Sachen auch zeigt, wie das dramaturgisch alles anders
- 2:05:09inszeniert ist.
- 2:05:10Also auch in ganz kleinen Weingütern.
- 2:05:11Das war schon unfassbar beeindruckt.
- 2:05:14Daher kann ich das sehr nachvollziehen.
- 2:05:16Ich glaube, ja in Japan, es ist eine riesige Herausforderung bis unmachbar.
- 2:05:22Weil es ja da so viele Regeln, also selbst beim Einsteigen die U-Bahn gibt es fünf Regeln,
- 2:05:27an die wir niemals denken würden.
- 2:05:28Und ich denke, das ist halt…
- 2:05:30Wenn wir jetzt die Location raussuchen würden, würden wir uns wahrscheinlich was recht
- 2:05:35naheliegendes…
- 2:05:38Ja, und bekanntes raussuchen.
- 2:05:40Aber ich glaube, da haben wir nur europäische Gäste oder internationales Klientel drin.
- 2:05:43Weißt du?
- 2:05:44Ich glaube, wir müssen uns halt einfach eine Location raussuchen, die…
- 2:05:47Also nochmal an den Sakehändler, der Holländer, der war 20 Jahre, 30 Jahre in seinem Leben,
- 2:05:55hat er schon in Japan gelebt, 15 davon ohne Sakehend, 15 mit.
- 2:05:59Und die Sakehende hatte er auch nicht von den Japanen mitbekommen, sondern der war dann
- 2:06:04in Kyoto in eine Bar und da ist dann ein…
- 2:06:08Ich weiß es in den Koryanern drin, der die Bar gefüttert und der hat ihn auf diese
- 2:06:13Weine gebracht, weißt du so?
- 2:06:14Auf diese Sakehende gebracht.
- 2:06:15Also weißt du, das ist halt einfach nie das naheliegendste so.
- 2:06:18Und daher musst du eher in solchen Leben, wo du tief in die Kultur rein kannst, damit du
- 2:06:27sowas machen kannst.
- 2:06:29Wow, interessant.
- 2:06:31Gab es einen Weinladen, der dich mal beeindruckt hat?
- 2:06:34Eine Bar oder ein Geschäft?
- 2:06:37Und du hast mir die Frage von ihm weggestellt und ich habe darüber nachgedacht und ich
- 2:06:41kann es leider so nicht beantworten.
- 2:06:43Ich habe in Winoverde, in Lisbon, das war ganz toll, aber einfach nur weil es so gelebt
- 2:06:52war.
- 2:06:53Oh Gott, das war diese kleine Laden und alles standen.
- 2:06:55Also um diesen Laden bis nach zum Ultimo war eine Riesentraube und alles junge Menschen
- 2:07:01und alle haben Wein gefeiert.
- 2:07:03Oh herrlich.
- 2:07:04Das sind…
- 2:07:05Ja, herrlich, das habe ich auch gesagt.
- 2:07:07Und die gibt es ja in…
- 2:07:09Wenedig gibt es ihn auch und ich war halt in dem in Lisbon und das sind echt tolle Menschen.
- 2:07:15Also da war ich freundschaftlich, ich habe zum Schluss noch einen T-Shirt, das trage
- 2:07:19ich bis heute, einen T-Shirt geschenkt bekommen.
- 2:07:21Also…
- 2:07:22Hintenheitlich.
- 2:07:23Und ich fand es so toll, wir haben uns darauf abredet und deutsche Pünktlichkeit, wir
- 2:07:28treffen uns um 8 und wir haben bis um halb 10 standen wir hier rum und haben auf unsere
- 2:07:31Freunde gewartet.
- 2:07:32Das fand ich so.
- 2:07:33Und das war schon normal und die kamen dann auch nicht zu 400, sondern zu 20 gefühlt
- 2:07:38und das war echt verrückt.
- 2:07:39Herrlich.
- 2:07:40Ja.
- 2:07:41Im Lisbon war ich im Black Sheep.
- 2:07:44Das erwähnt immer wieder dort bis einer der absolut interessantesten Weinläden, die
- 2:07:51ich je gesehen habe.
- 2:07:52Ist Natural ausgerichtet, was…
- 2:07:55Ich bin ja sehr, sehr offen dem gegenüber.
- 2:07:57Aber auch klein, ich glaube in den Laden selber passen 5 oder 6 Leute, wenn es hoch kommt
- 2:08:0310.
- 2:08:04Cool.
- 2:08:05Und eins haben wir hier, der empfiehlt und der aber sich für jeden Gast, das standen
- 2:08:09Riesenschlangen auch draußen, hat sich für jeden Gast die Mühe gemacht und das erklärt,
- 2:08:12den Wein empfohlen, zwei, drei Weine immer parallel probieren lassen, bevor man sich
- 2:08:16für ein Glas entscheidet.
- 2:08:17Und das war unfassbar.
- 2:08:18Das war für mich so pure Weinleidenschaft.
- 2:08:21Daher kann ich das, im Video werde, war ich nicht.
- 2:08:23Aber kann ich das mega, mega nachvollziehen.
- 2:08:25Und dort eben auch Riesentraube draußen, alle Lebenweinen.
- 2:08:28Ganz, ganz tolle Musik und bis in den Arm treuen.
- 2:08:31Vielen Dank, habe ich notiert.
- 2:08:33Habe ich mir aufgeschrieben fürs nächste Mal.
- 2:08:36Was wärst du, wenn du kein Zommel je wärst?
- 2:08:38Also ich glaube, ich wäre dann doch immer noch Dienstleister.
- 2:08:42Aber ich war auch im Handwerk irgendwo.
- 2:08:46Meine Eltern sind beide gelandet Schlosser.
- 2:08:50Also so, wässer, schweißen und so.
- 2:08:52Ich komme vom Bauernhof, als ich war irgendwo im Handwerk auf jeden Fall.
- 2:08:58Ja.
- 2:08:59Also ich finde Holzarbeiten ganz arg toll.
- 2:09:02Ich glaube, ich wäre irgendwie in die Schreinde.
- 2:09:05Kannst du dreckseln und schnitzen?
- 2:09:08Nee, ich stelle mich nicht ungeschickt an, aber nein, kann ich nicht.
- 2:09:12Ich kann...
- 2:09:13Also wir haben ein Wald in der Familie.
- 2:09:16Der Wald muss verarbeitet werden, der muss bearbeitet werden.
- 2:09:19Also ich bin eher so für Skope ein bisschen, kraftarbeiten und so.
- 2:09:23Wir haben auch hier zu Hause in Schwedenofen.
- 2:09:26Das war mir immer wichtig, dass ich Holzwärme habe im Winter.
- 2:09:29Und das sind eher so meine Dinge.
- 2:09:32Nein, da bin ich ein bisschen grob gebaut.
- 2:09:34Welche Weinwäste bin du in Weinwärst?
- 2:09:37Ich habe keine Ahnung, gebe mir mal einen Anhaltspunkt.
- 2:09:40Was wärst du?
- 2:09:41Also interessante Frage, weil ich die Frage am Samstag erst beantwortet habe.
- 2:09:45Oh, hier.
- 2:09:46Ich bin die auch gestellt.
- 2:09:47Und ich habe es damit so ein bisschen immer vergleichen, wenn du fragst, wer im früheren
- 2:09:53Leben irgendwas war.
- 2:09:54Und dann waren irgendwie alle immer Könige und irgendwelche Architekten oder irgendwelche
- 2:09:59Musiker und zwar keiner die Kröte.
- 2:10:01Und deswegen glaube ich, wenn ich ein Wein wäre, wäre ich wahrscheinlich mehr eine
- 2:10:06Rebsorten-Karakteristik und ich wäre eine Scheurebe.
- 2:10:08Also hoffentlich relativ interessant der Eltern, völlig kortriere Eltern.
- 2:10:14Es kommt immer darauf an, in welcher Umgebung sie präsentiert wird und sie kann sowohl
- 2:10:19attraktiv als sie auch wahnsinnig tiefsinnig sein, kann sehr authentisch sein, kann sehr
- 2:10:23eigensinnig sein, dient aber letztlich immer dem, dass es andere bereichert.
- 2:10:30Das war auch fordert, aber schöne Momente schafft.
- 2:10:34Und deswegen glaube ich, ich wäre eine Scheurebe.
- 2:10:36Aber auch weil es so bunt ist?
- 2:10:38Ja, aber das Bunte muss man wirklich erst herausarbeiten oder für das Bunte muss man
- 2:10:47sich von der Vordergründigkeit nicht blenden lassen.
- 2:10:49Okay, dann kann ich mich auch entscheiden.
- 2:10:52Ich glaube, dann wäre ich, denke ich, Silvana.
- 2:10:55Silvana, okay.
- 2:10:57Ja, ein bisschen an der Statement.
- 2:10:59Kann einfach sein und kann dabei auch gar nur ein bisschen Kraft, also nicht nur ein
- 2:11:09bisschen, sondern kann auch große Beine.
- 2:11:10Also und das mit dem Groß, nicht dass ich groß bin, sondern Möglichkeit eben Schloss
- 2:11:16Berg, das zu tun, was wir da tun.
- 2:11:18Also die Möglichkeit gibt es und die kann umgesetzt werden.
- 2:11:22Auch von der Idee her bin ich eigentlich eher ein bisschen mehr an der Statement.
- 2:11:29Extrem unterschätzte Rebsorte.
- 2:11:30Also sie hat zum Glück jetzt die letzten zehn Jahre eine gewisse Präsenz bekommen.
- 2:11:34Aber ist der Hammer, was teilweise an Silvanern produziert wird, welche Langlebigkeit die
- 2:11:41haben, welche Strahlkraft die haben, welche eigene Identität oder Authentizität die
- 2:11:46haben können, wie stark die jegliche Art von Einfluss spiegeln.
- 2:11:52Für mich die eigentlich eine der schwierigsten Rebsorten, weil sie jeden Fehler des Winters
- 2:11:58komplett offenbart.
- 2:12:00Und es macht keine Rebsorte so krass.
- 2:12:02Jetzt eine Scheurebe, was ich halt finde, da wirst du einmal so drüber, hast du ein
- 2:12:06bisschen Frucht lecker.
- 2:12:07Aber bei Silvana ist das Gnaden los, finde ich.
- 2:12:11Und das würde ich bei der Scheurebe jetzt aber auch nicht sagen.
- 2:12:16Richtig nicht.
- 2:12:17Die muss man.
- 2:12:18Na ja, aber da kann man schon ein bisschen mehr kaschieren.
- 2:12:20Da geht auch immer so viel schräg und dann ist es, wenn man die natürlich richtig anfasst,
- 2:12:27dann ist es ja auch, wenn man mal schräg im Mund, also weiß ich nicht, nein.
- 2:12:30Stimmt schon.
- 2:12:32Aber hin zu dem, wo du vor der Entscheidung stehst, ich habe die Trauben, habe die abgepresst,
- 2:12:37dann kannst du beim Silvaner schon so viel falsch machen.
- 2:12:39Bei der Scheurebe nimmst du dann irgendwie noch eine Aromenhiefe dazu und dann hast
- 2:12:43du wenigstens irgendwie ein bisschen Blöbner.
- 2:12:45Und dann hast du irgendeinen Loverwein, aber die kannst du zumindest vercheckern.
- 2:12:49Und das ist beim Silvada dann schwierig.
- 2:12:51Ja, ich glaube, ich weiß nicht, wie tief du in der Inologie drin bist, aber wir haben
- 2:12:57das ein Jahr versucht mal mit dem Weinberg, den wir hier bewirtschaftet haben und das
- 2:13:01ist riesling, alte Reben und und und und und und und ich dachte, wir können hier mal
- 2:13:04in Kabinett Feinheit machen und dann, weil wir das halt eine Freizeit machen, haben
- 2:13:08wir gelesen, bevor der Regen kam und jetzt ist es irgendwie so eine mit 14 Säure, 12
- 2:13:19Gramm Restzucker, aber wenig Alkoholgeschichte, also das ist kein Kabinett Feinheit geworden.
- 2:13:24Weiß ich mal, so einfach ist es halt einfach nicht mit dem Wein machen, gell.
- 2:13:27Ja, sehr komplexes Thema.
- 2:13:30Wohne Frage.
- 2:13:31Vor jedem, der mit Önologie viel zu tun hat, also ja.
- 2:13:35Gibt es irgendwas, was eh nicht komplex ist?
- 2:13:39Also wie Wein ist es für dich Musik, ist es keine Ahnung, Kunst, ist es Essen oder?
- 2:13:47Musik und was es so verbindet, also im Tanzen, weißt du, dieses ein Körper spüren und denen
- 2:13:53dachte ich, Musik bewegen, das ist für mich schon auch sehr komplex.
- 2:13:59Ist das verbindbar, Musik und Wein?
- 2:14:02Ja.
- 2:14:03Also findest du, zur Musik gibt es immer den richtigen Wein oder verändert die Musik
- 2:14:11den Wein oder der Wein die Musik?
- 2:14:15Der Wein die Musik vielleicht, weil die Musik ist für mich etwas sehr beständiges Festes.
- 2:14:19Also da, ich glaube bestimmt jemand, der vielleicht mehr into Musik ist, der kann das vielleicht
- 2:14:24auch nochmal anders sehen oder so, aber ich nehme Musik wie sie ist, weil ich aber, ich
- 2:14:28bin keine Künstlerin, ich mache keine Musik, sondern ich nehme sie ja nur an und dann,
- 2:14:33einzige was ich dazu zeigen kann ist der Wein, den kann ich aussuchen und deswegen verwendet
- 2:14:38für mich der Wein die Musik, beziehungsweise ich kann, ich liebe Klavier, weil ich mag,
- 2:14:47das ist das Melodische, das Wein kann heiter sein, ein Klavier kann heiter sein und kann
- 2:14:53aber auch, kann einfach so viel Emotionen widerspiegeln und das kann man ja dann mit
- 2:15:00dem Wein verbinden.
- 2:15:01Also so eine Knackigkeit, eine knackigkeit, eine superchamantische Rebe ist für mich immer
- 2:15:09eher etwas Positives, wie wenn ich sage, ich mache hier so einen melancholischen, breit
- 2:15:15ausgebauten, mach so vielleicht manchmal, weißt du, das ist so und dann nimmt man die
- 2:15:21Musik an, das war.
- 2:15:22Spielst du ein Instrument?
- 2:15:24Ich habe, ich habe mal Tinochen gespielt.
- 2:15:28Tinochen ist die kleine Version von einem Bass, also es ist ein Blechblas-Instrument
- 2:15:33und das habe ich sehr gern gemacht und das vermisse ich mittlerweile wieder, das habe
- 2:15:38ich halt in der Teenager-Zeiten, habe ich das gespielt und jetzt würde ich es ganz
- 2:15:42gerne noch können, ich habe vielleicht erst mal das von meinem Cousin in der Hand gehabt
- 2:15:45und dann bringt Leide keinen Ton mehr raus, weil der ja die Lippenspannung weißte.
- 2:15:48Die Lippenspannung ist ja da sehr wichtig und da merkt man erst mal, also was früher,
- 2:15:54ich habe das als sehr verständlich hingenommen dieses Instrument zu spielen und das man
- 2:16:00das jetzt nicht mehr kann, das ist, habe ich schon.
- 2:16:02Ist das nicht wie Fahrradfahrt, dass wenn man einmal, dass man es doch relativ schnell
- 2:16:07wieder drin hat?
- 2:16:08Ich müsste üben, dann kann ich das sagen, aber ja.
- 2:16:12Hast du sonst ein Hobby, irgendwas, was für dich ein Ausgang, klar, jetzt gerade ein Kind,
- 2:16:16das ist ein großes Hobby, aber.
- 2:16:17Ja richtig.
- 2:16:18Irgendwas, was dich begeistert fordert, Ausgleich.
- 2:16:21Tanzen, Paletten und da war immer eine riesen Leidenschaft für mich, das habe ich lange,
- 2:16:25lange gemacht, das ist auch etwas, das habe ich zu einer Zeit in meinem Leben gemacht,
- 2:16:29also blöd zu sagen, aber ich habe das halt mit meinem 7.
- 2:16:33Lebensjahr angefangen und habe erst mit 19 wieder aufgehört, weil ich dann halt im Job
- 2:16:37so weit drin war, dass es halt nicht mehr ging, das zu bewerkstelligen, aber das war so,
- 2:16:43ich muss nicht sagen, Kindheit prägt halt einfach sehr und das fühle ich schon immer
- 2:16:50noch, also obwohl es sehr lange her ist schon so, aber diese Bewegungen, das was man dann
- 2:16:55damit fühlt und was man damit macht, das ist kein aktives Hobby mehr, aber.
- 2:17:02Wenn man einmal so in diesem Ballett-Thema drin ist, dann wird man da nie rauskommen.
- 2:17:05Und das weiß ich, weil ich in Wiesbaden war, ich damals in der Ballettschule und ich war
- 2:17:10da in manchen Gruppen, weil wir halt nur so ein Hobbygruppe waren, eine der Jüngsten,
- 2:17:16also ich weiß, dass das irgendwann wiederkommen kann, auf jeden Fall.
- 2:17:19Mit Internet?
- 2:17:20Wenn du sagst, Wiesbaden?
- 2:17:21Nee, nee, das war, ich habe, als ich im Grundschlussing gearbeitet habe, da bin ich nach Wiesbaden
- 2:17:27zum Tanz, also in die Musik, jetzt bin ich so als Leie quasi dahin.
- 2:17:32Ja.
- 2:17:33Wir haben ja hier in Dresden einen wie Palooka-Schule, ich weiß nicht, ob die was sagt, von
- 2:17:39Palooka, so einen der Ballettschulen in Europa.
- 2:17:43Und die Kids kommen dann manchmal mit sieben Jahren ins Internet und bleiben dann bis
- 2:17:4817, 18 sind, bleiben ihre gesamte Kindheiten, diese Internat und leben das dort.
- 2:17:53Das finde ich so heftig eigentlich, aber die scheinen da alle so glücklich mit.
- 2:17:59So verrückt war das bei mir nicht.
- 2:18:00Also ich habe einmal in der Woche hatte ich Unterricht, also das war alles.
- 2:18:06Aber das hat mich, aber das prägt trotzdem ziemlich.
- 2:18:09Wahnsinn.
- 2:18:10Sehr.
- 2:18:11Und jetzt Wein.
- 2:18:12Sammelst du eigentlich Wein?
- 2:18:17Also geht es bei dir so verrückt, dass du sagst, ich brauche unbedingt Wein?
- 2:18:20Nee.
- 2:18:21Den riesen Wein, du bist eher die aktive Trinkerin.
- 2:18:23Ich bin Weintrinkerin genau richtig.
- 2:18:25Die für den A.
- 2:18:26Also es gibt so ein, zwei Stückchen, die lege ich weg für mich oder für vielleicht auch
- 2:18:32für meine Tochter, aber das war es dann auch.
- 2:18:35Also ich bin.
- 2:18:36Hast du für deine Tochter Wein gekauft?
- 2:18:38Oder?
- 2:18:39Ich plane mir.
- 2:18:40Richtig.
- 2:18:41Für später?
- 2:18:42Ich habe schon so ein, zwei Winzer angehaut.
- 2:18:44Es braucht ja noch ein bisschen, bis der dann auf dem Markt ist.
- 2:18:46Genau.
- 2:18:47Okay.
- 2:18:48Hab ich damals auch, also für meine Kinder, da ich ein bisschen Wein weggetan habe und
- 2:18:51es sind interessante Sachen mittlerweile geworden.
- 2:18:55Also teilweise sehr riskante Weine, teilweise sicher.
- 2:18:57Bei einem großen war ich noch riskante.
- 2:19:00Er hat damals witzigerweise Philipp Kuhn für mich einen eigenen Wein gefüllt.
- 2:19:04Da war er aber auch noch, das war 2003.
- 2:19:06Gerade erst in diesem Betrieb am Rheinwachsen.
- 2:19:09Und dankenswerterweise Holger Koch aus dem Badischen.
- 2:19:13Und die haben dann so beide den Namen, also haben beide Namen Tristan.
- 2:19:17Das fand ich ganz ergreifend.
- 2:19:19Kann ich.
- 2:19:22Kann ich empfehlen.
- 2:19:23Also man hat eine gewisse Wertigkeit und trägt sich durch das Leben der Kinder und die Kinder
- 2:19:32wertschätzen.
- 2:19:33Also zwei, drei Weine und die dann eben auch so publiziert.
- 2:19:36Wertschätzung ist nochmal ganz, ganz anders.
- 2:19:38Wenn man auch so einen besonderen Tag zum 14, 18 Geburtstag oder so oder vorher dann
- 2:19:44schon ohne Kinder und irgendwie die Flasche öffnet und sagt, das ist ein Dein Wein, ist
- 2:19:48schon besonders.
- 2:19:49Kann ich sehr empfehlen.
- 2:19:51Meine beste Freundin hat jetzt immer einen Gustenkind bekommen.
- 2:19:55Die lebt jetzt in der Schweiz und der in Kiel.
- 2:19:58Also ich bin die Patentante dieses Kindes.
- 2:20:01Und die beiden machen jetzt am Vierwaldster des Sees ein Weingut.
- 2:20:06Also da gibt es kein Weinbaugebiet, das wissen wir beide.
- 2:20:09Und die sind die einzigen zweieinhalb Hektar weit und breit.
- 2:20:13Also bei Luzon gibt es wohl ein paar Sachen.
- 2:20:15Ich weiß, aber weit und breit dort am Vierwaldster des Sees sind sie die einzigen.
- 2:20:18Und die haben jetzt ein Sektgrundwein aus Sovignon Gris gemacht.
- 2:20:24Und der schmeckt jetzt fantastisch und da werden Flaschen erst degustiert, wenn die
- 2:20:30beiden im Trinkalter sind, wurde entschieden.
- 2:20:32Und das finde ich auch nochmal eine ganz spannende Sache.
- 2:20:36Interessant.
- 2:20:37Wow.
- 2:20:38Bin so gespannt.
- 2:20:39Ja.
- 2:20:40Das ist mir auch ein schöner Ansatz.
- 2:20:41So was.
- 2:20:42Aber es wird immer so mehr oder weniger viele Machen.
- 2:20:46Es ist einfach, dass ihr irgendwie so eine Flasche kaufen oder sechs Flaschen will,
- 2:20:49das Kind aus dem Jahr kommt.
- 2:20:51Aber ich bin auch mal ein Freund davon, lieber nicht ganz so super teuer und davon viel.
- 2:20:58Dass man es wirklich aktiv trinkt und nicht irgendwie ...
- 2:21:02Und ich bin auch ein Freund davon, lieber weiß als rot und dann auch gern weiß mit
- 2:21:09Restsüße.
- 2:21:10Wenn man sich die Situation vorstellt, wenn der Spross oder wenn das Kind dann irgendwann
- 2:21:15den Wein mittringt und du hast dann irgendwie so einen alten, motrigen Bordeaux, du hast
- 2:21:18dann irgendwie keine Ahnung, 2000 Blablabla, Fijac.
- 2:21:23Und das ist der erste Weiden, der das Kind probiert.
- 2:21:26Das gewöhnt sich ab.
- 2:21:27Aber wenn du dann irgendwas mit einer gewissen Restsüße hast, einen Spätleser, Auslese,
- 2:21:30irgendwie von einem Osel, herrlich.
- 2:21:31Ja.
- 2:21:32Und das mögen die ja noch.
- 2:21:34Ja, wirklich war.
- 2:21:35Ich find's ganz süß.
- 2:21:38Wir haben ihm jetzt auch ein Bild gemacht, da hat die Fritzi den Saft probiert von diesem
- 2:21:44Grund ein, vom Sekt.
- 2:21:46Also bevor er in die Gärung ging, haben wir ihn probiert.
- 2:21:51Und das sind so Momente.
- 2:21:54Das ist ganz, ganz besonders.
- 2:21:59Und von daher, ich geb dir recht, weil was willst du denn?
- 2:22:03Also das sind so das ... Lieber erzähle ich mal da davon oder auch ... Ja.
- 2:22:10Also wie wenn man jetzt sagt, das hat jetzt schon mal, der hat damals 800.
- 2:22:14Was willst du denn auch sagen?
- 2:22:15Schau mal, das ist ein Opreon und der kostet 2000 Euro.
- 2:22:19Was interessiert die doch gar nicht?
- 2:22:21Ja, und meistens machst du's dann ohnehin nicht auf.
- 2:22:24Also ich würde die Flascheobringer auch schon verschenken, aber damit ein 600-Flaschen
- 2:22:27Weinkeller.
- 2:22:28Und man sagt, das ist nicht der einzige Wein, an dem man alles klammert, sondern wenn man
- 2:22:33irgendwie das Budget dafür hat, dann den Umwandeln von mir aus dann irgendwie so als besondere.
- 2:22:39Aber der Wein kann das auch gar nicht erbringen.
- 2:22:43Welche Erwartungen man dann 20 Jahre an dem Wein irgendwie klammert, wenn der dann irgendwie
- 2:22:48aufgemacht wird.
- 2:22:49Und dann ärgert man sich vielleicht, wenn man das Gefühl hat, dass er doch nicht wert.
- 2:22:53Der Apropos, du hast noch eine zweite Flasche.
- 2:22:55Weil wir gerade bei Rotwein sind, ne?
- 2:22:57Könnten wir ...
- 2:22:58Mhm, dachte mir, bin ich gerade drauf gekommen.
- 2:23:01Und du warst sehr großzügig, dass du mir Le Volte schickst.
- 2:23:06Dachte ich, dass das interessant sein könnte.
- 2:23:09Auf der einen Seite eher was Unbekanteres.
- 2:23:11Mit dem weißen Nebiolo, mit dem Albi Redice.
- 2:23:15Zum anderen den Le Volte.
- 2:23:18Wo ich ... ich weiß immer nicht, welcher Wein für ein Restaurant geeigneter wäre.
- 2:23:26Also wie ein Restaurant, wie das Olbe.
- 2:23:29Ob es der Le Volte wäre oder ob es On-Layer selber wäre.
- 2:23:33Ich weiß nicht, weil man, weil man On-Layer einsetzt, ob das wirklich ein Restaurant-Wein
- 2:23:38ist oder ob das ein Wein für zu Hause zum trinken ist.
- 2:23:41Le Volte dann schon eher für ein Wein, der in der Restaurantsituation, weil er, wie
- 2:23:49du es ja auch gesagt hast, immer so ein Devoterbegleiter sein sollte für die Speisen und die Speisen
- 2:23:55nicht einvernehmen sollte.
- 2:23:57Der ... also On-Layer ist auf jeden Fall eher ein Wein, glaube ich, den du das Wein deswegen
- 2:24:06so nicht wegen des Essens bestellst.
- 2:24:09Also ich kann das super nah verziehen.
- 2:24:11Wir haben Gäste, die vorne weg sind, den Champagner trinken oder ein Glas trinken und
- 2:24:14dann sagen und essen Flasche Rotwein.
- 2:24:16Aber stell dir das mal vor, wenn das dann allergrößte Genuss ist, dann siehst du da, zurückgelehnt
- 2:24:22in diesen bequemen Stühlen, das wird dir ein fantastisches Essen serviert und dabei trinkst
- 2:24:26du ein Wein, der dir einfach nur schmeckt.
- 2:24:28Und ob das der ... ob das Rot ist oder weiß, es ist mir in dem Moment ganz, ganz, ganz
- 2:24:32arg egal.
- 2:24:33Und von daher darf ... für solche Situationen sehe ich On-Layer.
- 2:24:37Für Levolte eher für das ... oh, schau mal, wir haben gleich ein Stück Fleisch zum
- 2:24:43Hauptgang oder so.
- 2:24:44Lass da mal ein Schluck Levolte dazudrinken.
- 2:24:47Ich glaube so würde ich die beiden unterscheiden fürs Restaurant.
- 2:24:50Ist für dich ein Wein fürs Wein, Mene?
- 2:24:53Lass mich mal probieren.
- 2:24:5722 kenne ich nämlich noch nicht.
- 2:25:01Ja, aus dem Grund, dass ... ich weiß, ich würde viele Menschen damit glücklich machen.
- 2:25:11Wenn sie das lesen, wenn sie sagen, oh, schau an, ich kann mich damit identifizieren.
- 2:25:16Gerade zum Fleisch sind wir ja an einem Punkt im ... im Menü meistens, wo man ein bisschen
- 2:25:25dankbar ist, wenn man bitte sich an was, an was klammern kann, was man gut kennt.
- 2:25:29Ja.
- 2:25:30Auch nach den vielen Eindrücken, die man dann bei euch hat.
- 2:25:33Also es ist ja ... die Speisen sind ja alle sehr emotional und nehmen einen ja auch mal
- 2:25:37relativ stark mitten.
- 2:25:38Wenn man dann mit dem Wein, den man kennt oder selbst wenn man ihn nicht kennt, wenn man
- 2:25:43nicht probiert hat, kann man ganz viele Parameter da herauslösen, die einem Vertraut vorkommen.
- 2:25:49Zum einen dieses Vertrautearoma, dass man riecht Toskana, obwohl sie ein moderner Toskana
- 2:25:52ist, obwohl es ein Supertask ist.
- 2:25:55Ja. - Trotzdem, Toskana von der Ausstrahlung von dieser Rotfrucht, von dieser lauten Präsenz,
- 2:26:01kennt ihr die Aromen der Rebsorten mit Carbonemelo und vielleicht die Melolastigkeit, bisschen
- 2:26:06soundschulwese mit drin.
- 2:26:08Man hat den Namen, den man kennt, wo man sich vertraut fühlt und all das da rein gibt
- 2:26:14einem so ein bisschen, als wenn man sich immer wieder auf neuen Wein einstellen muss.
- 2:26:18Eine gewisse Ruhe.
- 2:26:19Mhm.
- 2:26:20Mhm.
- 2:26:21Genau, das strahlt diese Wein aus.
- 2:26:23Ruhe.
- 2:26:24Er hat es unheimlich esshaftig und er hat dieses ... Weißt du, wenn du rein riechst,
- 2:26:31er hat diese Warmfruchtigkeit.
- 2:26:33Also ich finde, es ist ein totaler Wohl für Wein.
- 2:26:36Also jetzt grad 22, ich habe schon überlegt, ob der Luft braucht oder was, da wollte ich
- 2:26:40dich vielleicht noch fragen, aber ich bin jetzt grad froh, dass ich ihm keine gegeben
- 2:26:43habe, weil der wirkt grad so kompakt und so stabil und trotzdem hat er eine ausladende
- 2:26:48Frucht, die aber ... Und das Holz ist wohl super eingearbeitet.
- 2:26:52Also das ist super rund, es ist wirklich zum Wohl für ihn.
- 2:26:55Du nimmst einen Schluck und sagst toll und gleich noch einen Schluck, weil er ist einfach
- 2:26:59toll und ich fühle mich wohl damit.
- 2:27:00Ich finde es auch interessant, welche Veränderungen ...
- 2:27:03Schön, dass er sich so schön ...
- 2:27:04Ja, ich finde, jetzt schon so schön ist, so präsent ist.
- 2:27:07Ja, auch.
- 2:27:08Interessant wahrscheinlich auch, wenn der eine gewisse Reife dann irgendwann hat, aber manchmal
- 2:27:13ist es die Jugendlichkeit, die Weine auch einfach strahlen lässt und die ihnen manchmal auch
- 2:27:18diese Frechheit so ein bisschen gibt.
- 2:27:20Also wie beim Jugendlichen Menschen auch, diese Unverblümtheit und dann muss aber auch Substanz
- 2:27:25kommen und ich finde, das hat er, was ich halt toll finde, 12-8 Alkohol.
- 2:27:29Das ist ja eben keine 14-15 Volumenprozent, wo du sagst, ich kriege den Rest des Menüs nicht
- 2:27:35mehr mit, das finde ich so schade, wenn man eine Weinbegleitung hat und dann irgendwie
- 2:27:387 Gläser Wein trinkt und das Dessert ist dann irgendwie nur noch nebulös und da zählt
- 2:27:43dann jedes Volumenprozent, was dann irgendwo damit reinspielt und hier mit dieser Leichtfüßigkeit
- 2:27:48oder dieser traditionellen Leichtigkeit finde ich das mehr, mehr als dankbar.
- 2:27:53Ja, wirklich war.
- 2:27:56Ja, das ist super spannend.
- 2:28:00Was der mal zeigen mag, wenn er gereift ist.
- 2:28:03Ich habe letztens eine ganz tolle Situation gehabt, ich saß in Sarik hier an der Saar
- 2:28:07in einem Restaurant und der Tischnachbar hatte ein Wein von einer Mosel, rotwein von einer
- 2:28:15Mosel dabei von einem Winster, den ich nicht kannte.
- 2:28:17Auch kleines Weingut, so noch nie gehört habe und es war Jahr 2006.
- 2:28:22Und ich weiß nicht ob du dich hierinnerst, aber 2006 war schwierig und da habe ich schon
- 2:28:27große Namen aus dem Jahr getrunken, das ist nicht nur an der Mosel, sondern auch in Deutschland
- 2:28:31generell, da war halt ein Loch in der Mitte, aber mein Gott, es war halt schwierig in
- 2:28:37dem Jahr und der war so schön, den Wein der mir eingeschickt hat, der war perfekt mürbel,
- 2:28:42der war stabil und da weißt du aber vielleicht auch, vielleicht hatte er mehr in seinen Jugend,
- 2:28:47hätte er mir nicht gefallen, weil er mir vielleicht ein bisschen zu straff und vielleicht auch
- 2:28:52zu stabil ist oder so, das hätte mir das vielleicht nicht gefallen und der war so perfekt mürbel,
- 2:29:04das war jetzt wirklich erst vor zwei Wochen.
- 2:29:06Na herrlich.
- 2:29:07Und dann dachte ich mal, schau an, also, hat auch lange gedauert wahrscheinlich, bis der
- 2:29:12Wein mir gefallen hätte.
- 2:29:13Ist ja gerade auch ein Thema, Rotwein und Mosel, was viele spielen, findest du das gut oder
- 2:29:23findest du das schwierig?
- 2:29:25Ich mag eigentlich kein Spittbogunder auf Schiefe so recht.
- 2:29:30Ja, wegen der Aromatik oder wegen der Güssaturik oder?
- 2:29:35Ja, also das Mundgefühl gefällt mir gar nicht so oft.
- 2:29:38Ah, okay.
- 2:29:39Ich bin beim Spittbogunder vielleicht doch eher, wenn der auf diesem weichen Kalkboden
- 2:29:48vielleicht eher gestanden ist, das kommt, aber vielleicht habe ich da einfach zu enge
- 2:29:53Meinung, weil ich so Spittbogunder halt erliebend gelernt habe und deswegen mir das einfach
- 2:29:59zu anders ist.
- 2:30:00Ich verkoste es, ich kann dir sagen, das ist ein fantastischer Wein, momentan gefällt
- 2:30:05mir die Stilistik noch nicht so gut, aber ich sage niemals nie.
- 2:30:07Ja, manchmal ist es auch eine Entwicklung, dass die Winzer lernen müssen, dem Boden
- 2:30:14noch mal anders zu interpretieren, mittels der Rebsort und vielleicht auch andere Wertigkeiten
- 2:30:19der Präsenz, irgendwie suchen müssen und ja, es gab es in einer anderen, die ich gar nicht
- 2:30:27so so interessant fand.
- 2:30:28Ich bin gespannt, was daraus wird, um wie sich das entwickelt.
- 2:30:34Bei welcher Temperatur hast du ihn?
- 2:30:37Hat es ihn auch im Kühlschrank oder hast du den außen stehen lassen?
- 2:30:40Den habe ich jetzt in der, da habe ich eine Manchette drum herum gemacht, damit der Kühler
- 2:30:44ein bisschen kühler ist.
- 2:30:45Also ich habe ihn jetzt glaube ich so 13 Grad, hätte ich gesagt.
- 2:30:49Ist das für dich ein riesen Thema im Restaurant?
- 2:30:51Temperatur und die A-Dien zu servieren oder ist das mehr Pimal da?
- 2:30:57Sehr, sehr großes Thema.
- 2:30:58Also gerade rot, weil niemals zu warm.
- 2:31:00Und dann mit Komstorbe immer ins Gespräch mit dem Gast, weil der dann gewohnt ist, rot
- 2:31:07weil ein Walmer zu trinken.
- 2:31:08Aber ich habe gereifte Bordos, also gerade gereifte Bordos an den Beispielen, nehm ich
- 2:31:14es jetzt mal, mag ich lieber etwas gekühlte, da entsteht für mich immer so ein Trinkanimation,
- 2:31:20das mir übrigens gerade der Levolte auch hat.
- 2:31:22Also dieses "Ach, noch ein Schluck".
- 2:31:24Und das entsteht mir lieber bei kühleren Temperaturen, als wenn er warmer ist.
- 2:31:29Und wiederum weiß, weine möchte ich nicht zu kühl servieren.
- 2:31:33Auch da, einzige wo ich die groß bin ist Champagner halt, da muss irgendwie immer Eis kalt sein.
- 2:31:38Das tut mir auch leid, aber zu dem Zeitpunkt möchte ich das Thema noch gar nicht haben,
- 2:31:45sondern das will ich ja später, wenn wir über die Weine sprechen.
- 2:31:47Aber wenn du eine Flasche Champagner servierst, trotzdem die ganze Zeit durch kühl oder dann
- 2:31:57ein großes Glas und temperiert und ihn sich entwickeln lassen.
- 2:32:01Wohl größere Gläser, ja, aber kalt zu werden, ja.
- 2:32:08Das ist einfach noch so, das ist so in den Köpfen noch drin, dass ich da, zu dem Zeitpunkt,
- 2:32:16also weißt du, da sind wir noch im Moment, wo du das Vertrauendes Gass, also wenn sie
- 2:32:19dich nicht kennt, das Vertrauendes Gass, das ihr noch aufbauen musst.
- 2:32:23Und wenn du jetzt da schon anfängst so zu sein, um die Gegend zu sprechen, dann hast
- 2:32:27ihr ja später gerade mal gewonnen.
- 2:32:29Und deswegen, ja, zu dem Zeitpunkt gerne noch kalt und dann können wir da vielleicht
- 2:32:32auch spielen, also im Verlauf, im Laufe des Abends dann nochmal anders drüber reden.
- 2:32:38Das ist ein nicht zu verachtener Aspekt in der Art von Gastronomie oder Art von Restaurant,
- 2:32:45den du für ansprichst oder stets schon öfters angesprochen hast.
- 2:32:49Das Schwierigste ist, am Anfang die Gäste nicht nur weich zu klopfen, dass die entspannen,
- 2:32:54wird ja natürlich eine Vorfreude haben, eine gewisse Erwartung dann auch dabei, wenn sie
- 2:32:58bei euch noch nicht oft waren und dass man halt ständig dabei ist, zu überzeugen oder
- 2:33:02von sich zu überzeugen oder Vertrauen aufzubauen.
- 2:33:05Was man halt in, sag ich mal, weniger hochdotierten Restaurants nicht so in diesem krassen Maß
- 2:33:11hat, das ist so ein Punkt, den ich auch ganz krass erst lernen musste.
- 2:33:15Also das Schwierigste war eigentlich immer so die ersten zehn Minuten, die Leute nicht
- 2:33:19mal weich zu klopfen klingt irgendwie sehr banal ausgedrückt, aber eben locker zu machen
- 2:33:22oder eben auch zu vermitteln, wir sind für euch da, dass ihr entspannt und ihr müsst
- 2:33:29hier keine Rolle einnehmen, sondern seid einfach wie ihr seid und all diese verschiedenen
- 2:33:33Punkte und dann auch zu zeigen, ja, wir können das, was wir machen, wir haben das schon mal
- 2:33:38gemacht und genießt es gerne, bewertet uns auch, wenn ihr das wollt, aber vergesst dabei
- 2:33:45nicht, dass der Abend für euch ist.
- 2:33:47Und dann sind sie, also die Gäste, die wir auf Schluss packen, alle Gäste, die kommen
- 2:33:54ja zu uns, zu uns Ormees oder zu uns Gastronomen, weil sie Hunger haben und durscht, also das
- 2:34:01sind ja Bedürfnisse und ich bin, ich bin unausstätig, wenn ich Hunger habe, weißt du
- 2:34:06wie ich meine, also das sind immer, da bin ich super, super empfindlich und gerade deswegen
- 2:34:11weiß ich, und dann lege ich auch Dinge, gerne mal auf die Goldweite, wenn ich sonst so
- 2:34:14entspannt bin, aber ansonsten, da kann ich auch mal einen falschen Weg abdriften, wo ich
- 2:34:18sogar weiß, dass ich gerade in eine falsche Richtung abdrifte, aber ich kann den nicht
- 2:34:22zurück rudern, weil ich habe Hunger.
- 2:34:24So, und wenn ich, ich versetze mich in unsere Gäste, gerade wenn man immer denkt, man ist
- 2:34:30ein ganzes Menü, die kommen ja wirklich, dann erzählen sie mir noch, wir haben heute nur
- 2:34:33gefrühstückt, dann denken wir so, oh nein, ihr müsst ja super hungrig sein, also von
- 2:34:38daher, jetzt müssen wir erstmal einfach nur liefern und alle glücklich machen und dann
- 2:34:42kann man später mal über andere Dinge reden, weil Hunger und Durst ist schlimm.
- 2:34:48Ja.
- 2:34:49Gibt es für dich vielleicht als letzte Frage noch irgendwas, wo du sagst, das ist mein Ziel,
- 2:34:55das möchte ich irgendwie erreichen, das stelle ich mir irgendwann vor, hast du irgendwelche
- 2:34:58Wünsche?
- 2:34:59Die Gesundheit meiner Tochter, klar, dann will ich ihr auf jeden Fall ein gutes Vorbild
- 2:35:03sein und ja, ich würde wirklich gar nicht in unserem Beruf bleiben können, so lang
- 2:35:12wie möglich, das ist das, was ich mir wünsche.
- 2:35:15Ich möchte in Restaurants, in Zeiten, wo jede über Fachkräfte mangel spricht, will ich
- 2:35:20ganz arg lang da drin bleiben, weil es das wert ist, es ist das schönste Beruf, den wir
- 2:35:26haben.
- 2:35:27Ich kann mir auch kaum mehr vorstellen, ich habe immer sofort die Reaktion, ich weiß
- 2:35:35immer, habe ich mein Job heute gut gemacht oder nicht, wenn ich die Gäste verabschiede,
- 2:35:38ich habe immer eine direkte Reaktion auf das, was ich tue, ich kann mir nicht vorstellen,
- 2:35:43also das ist, ohne das zu sein, also ich möchte gerne im Restaurant bleiben, zumal mir fehlen
- 2:35:53unsere Leute in den Restaurants.
- 2:35:56Ich finde das ganz, ganz wichtig und finde es so schade, dass wenn man die High End Gastronomie
- 2:36:00anschaut, es sind so viele junge Leute, was auf der einen Seite toll ist, auf der anderen
- 2:36:04Seite haben ältere Leute eine andere Erfahrung, eine andere Ausstrahlung und davon gibt es
- 2:36:09viel zu wenig, wenn du alle hoch dotierten Restaurants anschaust, das ist teilweise in
- 2:36:16Frankreich anders und das finde ich großartig, wenn man dort diesen alten Metra hat oder
- 2:36:20teilweise in Österreich ja genauso und ich finde, es gibt der Gastronomie noch mal eine ganz
- 2:36:25andere, eine andere Basis oder eine andere Vertrautheit und ich würde mich freuen, wenn
- 2:36:31im dein Beispiel der ganz, ganz doll Schule macht und es viele, ich bin jetzt ein schlechtes
- 2:36:36Beispiel, weil ich gerade raus bin aus der Gastronomie, aber wenn das Schule macht und
- 2:36:40ganz, ganz viele diese Besonderheit, dieses Berufes wertschätzen und das weiterleben.
- 2:36:47Ja, ich erkenne in Esther so viele Dinge von mir, wie ich in dem Alter war und da war mir
- 2:36:55der Individualismus so wichtig und jetzt heute, was ja, ja heute will ich sagen, mir ist einfach
- 2:37:03der Gast das wichtigste.
- 2:37:04Hospitality bedeutet nicht, dass ich heute Abend mein Können und Beweis gestellt habe,
- 2:37:13sondern der Gast geht nach draußen, war einfach noch glücklich und das ist eine Seite, die
- 2:37:17kommt nur mit der Erfahrung, die kann ich keinem aufdrücken, ich kann das ganz jetzt noch
- 2:37:21so erzählen, wie du willst, das ist das, was unseren Job durch die Erfahrung einfach so
- 2:37:27wertvoll macht.
- 2:37:28Ohne Quatsch, ich habe immer noch Gänsehaut.
- 2:37:37Ich finde, es berührt richtig ihre Art, ihre Leidenschaft, ihre Herzlichkeit, ihre Unvereingenommenheit,
- 2:37:43ihre Offenheit, ihre Neugierde, ihre sehr eigenes Stilistik, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen,
- 2:37:50einen Gesprächspartner und da kann ich mich so richtig da reinversetzen, wie sich ein Gast
- 2:37:54bei ihrem Restaurant führen muss, Raum und Zeit zu schenken, um einfach einen großartigen
- 2:37:59Abend zu verleben.
- 2:38:00Vielen Dank, liebe Niner, dass du heute unsere Gäste warst.
- 2:38:03Es war ein Erlebnis, es war bereichernd und ich habe immer noch Gänsehaut und ich hoffe,
- 2:38:08euch ging es genauso und vielen Dank, dass ihr jetzt noch dabei seid, dass ihr zugehört
- 2:38:12habt, dass ihr bei uns seid, dass ihr dieses Podcast Format verfolgt, begleitet, sehr gerne
- 2:38:17auf Spotify oder Apple Podcast bewertet und einfach bei uns seid.
- 2:38:22Dank euch ist es zu dem geworden, was es ist, euer Somelier.
- 2:38:26Und ein großes Dankeschön, unserem Partner der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern
- 2:38:31Konzi Jovini Schlumberger segnet und den Privatkundenportal Bremer Weinkollekt.
- 2:38:36Vielen Dank für die händische und wirtschaftliche Unterstützung und dass wir dank ihnen dieses
- 2:38:41Projekt am Leben halten können.
- 2:38:42Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:38:46Und so sehr ich das Gespräch genossen habe, freue ich mich auf die kommende Woche, auf
- 2:38:50den kommenden Freitag und auf die großartige Gésiré Steinheuer.
- 2:38:54Hallo, hier ist die Andrea Schäfer vom Weingut Willy Schäfer in Grach an der Mosel.
- 2:39:12Ich freue mich, heute ein paar Worte über die Nina Mann sagen zu dürfen.
- 2:39:16Für mich ist die Nina ein absoluter Herzensmensch, eine richtig sympathische Powerfrau.
- 2:39:24Und sie macht einfach gerne, was sie tut und ist ja mit Leidenschaft zum Meleure und
- 2:39:32auch Gastgeberin.
- 2:39:33Sie brennt richtig für die Gastro und für den Wein und mir gefällt, dass sie sich
- 2:39:41gut auskennt natürlich.
- 2:39:42Absoluter Profi ist ein wunderbarer Draht, so Menschen hat, so den Winzern, so den Gästen.
- 2:39:49Und ja, es ist ja als Someliere auch erfolgreich, sehr sogar.
- 2:39:56Und ich finde es toll, dass sie sich trotzdem nicht so wichtig nimmt und nicht so viel Gedöns
- 2:40:03darum macht.
- 2:40:04Und für mich ist die Nina aber auch eine ganz tolle Botschafterin für die Weine unserer
- 2:40:12Region, von der Mosel, der Saar und der Rova.
- 2:40:15Aber vor allem auch ist sie für mich eine unfassbar tolle Botschafterin für die gesamte
- 2:40:22Gastronomie.
- 2:40:23Weil sie zeigt nämlich, wie schön es sein kann, in der Gastro zu arbeiten, im Restaurant
- 2:40:30zu arbeiten.
- 2:40:31Es ist wirklich ein eigentlich sehr, sehr toller Beruf.
- 2:40:36Und ja, ich denke, die Nina ist einfach ein ganz grandioses Vorbild für den kompletten
- 2:40:43Nachwuchs.
- 2:40:44Wir kennen uns jetzt schon ein paar Jahre und wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen.
- 2:40:53Und ja, ich denke, was uns verbindet, ist vielleicht, ja, das war das, was wir machen
- 2:41:00aus ganzem Herzen tun und einfach viel Freude daran haben.
- 2:41:05Nina, ich hoffe, dass du noch lange so viel Spaß daran hast und einfach deinem Herzen
- 2:41:12folgst.
- 2:41:13Und das wir uns ganz oft noch wieder sehen.
- 2:41:15[Musik]