Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / HUSTLE MODUS vs FLOW: Was macht Dich langfristig schneller, besser und gesünder?
Transcript
- 0:03SPEAKER_01: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:09SPEAKER_01: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_01: Golo Wölken.
- 0:11SPEAKER_01: Ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_00: Und mein Name ist Dr.
- 0:14SPEAKER_00: Leon von Schaller.
- 0:16SPEAKER_00: Ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näherbringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:29SPEAKER_01: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:32SPEAKER_01: Heute sprechen wir über das Thema Kontrolle versus Flow.
- 0:37SPEAKER_01: Was bringt dich wirklich weiter in deinem Training?
- 0:40SPEAKER_01: Was wirklich bringt dich wirklich weiter in deinem Leben?
- 0:44SPEAKER_01: Bringt es dich weiter, immer mehr zu kontrollieren, immer mehr Dinge so anzugehen, dass du denkst, es ist sehr zwanghaft, oder bringt es dich eher weiter, Dinge mit einem gewissen Flow zu machen?
- 1:03SPEAKER_01: Der Podcast ist für allen Dingen, ich würde sagen, der ist für jeden interessant.
- 1:08SPEAKER_01: Der ist für Athletinnen und Athletinnen interessant, die auf die nächste Stufe kommen wollen.
- 1:14SPEAKER_01: Es ist aber auch ein gewisses Lebenskonzept.
- 1:17SPEAKER_01: Und es hat den Hintergrund, dass ich gelernt habe, mehr im Flow zu agieren und mehr auch dadurch mein Training zu verbessern, weil es ein gewisser Identifikationsschiff ist.
- 1:41SPEAKER_01: Und es hat viel damit zu tun, Dinge eben nicht nur aus Zwang herauszutun.
- 1:48SPEAKER_01: Hintergrund des Ganzen ist, ich habe gestern einen sehr, sehr guten Podcast gehört, ein sehr, sehr gutes YouTube-Video mir dazu angeguckt, wo es so ein bisschen so um das Konzept geht von Letting Go von David Hawkins, was prinzipiell ein Mindset-Thema ist, wo sich Leute gerne das auch mal angucken können und wo es um herausfordernde Situationen in deinem Leben geht, wie du die Ganzen überwinden kannst, wie du generell zufriedener vielleicht auch mit deinem Leben werden kannst und wie du die Möglichkeit hast, dich auf die nächste Stufe zu bringen.
- 2:18SPEAKER_01: David Hawkins ist Psychologe und hat relativ spät in seinem Leben die Bücher geschrieben.
- 2:25SPEAKER_01: Und da geht es darum, dass verschiedenste emotionale Stadien mit verschiedenen energetischen Stufen verbunden sind.
- 2:35SPEAKER_01: Es ist ein sehr spirituelles Konzept.
- 2:38SPEAKER_01: Es hat aber auch einen physiologischen Background, beziehungsweise einen Background, wie man es sich relativ gut erklären kann.
- 2:46SPEAKER_01: Und es ist auch was, was ich sowohl in meinem Leben, aber auch so im Sport sehr, sehr stark erlebt habe.
- 2:55SPEAKER_01: Okay, zur Einführung vielleicht mal so: Ich würde gerne gerne in das Thema einsteigen, so ein bisschen einen Überblick zu geben, was ich meine mit zwanghaftem Verhalten im Sport und danach eben den Ausblick geben, wie man das Ganze vielleicht verbessern kann und eher in so einen gewissen Flow-Zustand kommt.
- 3:12SPEAKER_01: Was ist ein Flow-Zustand?
- 3:13SPEAKER_01: Wie kann man das auch wissenschaftlich erklären?
- 3:15SPEAKER_01: Was gibt es da für Studien zu?
- 3:16SPEAKER_01: Was gibt es da für Erkenntnisse zu?
- 3:18SPEAKER_01: Was hat das Ganze auch mit Hormonen zu tun?
- 3:20SPEAKER_01: Und da rein gehen wir heute so ein bisschen ein.
- 3:24SPEAKER_01: Oberflächlich auf jeden Fall.
- 3:26SPEAKER_01: Aber ich glaube, das wird vielen sehr, sehr weiterhelfen.
- 3:30SPEAKER_01: Ich sehe gerade jetzt in der Zeit von Iron Man unglaublich viele Videos, unglaublich viele Videos von Sportlern, viele auch vielleicht von Leuten, die ihren ersten Iron Man machen, auch von Influencern, die sagen: Boah, Iron Man, das ist das Härteste, was ich hier gemacht habe.
- 3:47SPEAKER_01: Ich musste mich so quälen.
- 3:49SPEAKER_01: Ich musste bis an meine Grenze gehen, bis darüber hinaus.
- 3:53SPEAKER_01: Und dann kommen häufig die Fragen von euch oder von Menschen, die halt wissen wollen, so, okay, muss ich mich quälen zum Iron Man?
- 4:06SPEAKER_01: Muss ich die ganze Zeit irgendwie an meine Grenze gehen?
- 4:10SPEAKER_01: Und als Voraussetzung wird dann zum Beispiel auch genannt, häufig, dass man einfach nur sich anmelden muss zum Iron Man und einfach nur richtig, richtig durchziehen muss.
- 4:21SPEAKER_01: Endlich mal Gas zu geben, endlich mal irgendwie Schmerzen wirklich zu verspüren.
- 4:27SPEAKER_01: Dann geht man vielleicht noch irgendwie jede Woche dreimal in die Eistonne jeden Morgen und springt da irgendwie rein und boah, es ist so hart, es ist so hart, ich ziehe das einfach durch und ich bin so cool und das gibt mir so viel und ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf und ja, das ist es einfach.
- 4:43SPEAKER_01: Das Problem bei dieser Aktion ist, dass du deinem Körper eine krasse Stressreaktion auslöst.
- 4:51SPEAKER_01: Und dass du das als absolut krasseste Challenge siehst.
- 4:58SPEAKER_01: Und du kommst nie an den Punkt, das für dich als normal zu identifizieren.
- 5:05SPEAKER_01: Und alles, was eine krasse Stressreaktion ist für eurem Körper, führt eher dazu, dass du eine Reaktanz dagegen entwickelst.
- 5:13SPEAKER_01: Das heißt, du pusht es eher weg.
- 5:16SPEAKER_01: Und was meine ich damit?
- 5:18SPEAKER_01: Damit meine ich, dass wenn du so eine Eistonnen-Challenge zum Beispiel machst und du sagst irgendwie, ja, ich gehe jetzt jeden Tag, dusche ich mich jeden Morgen eine Minute kalt, zwei Minuten kalt, dann springst du da rein, stellst dir diesen Timer und so volle Möhre findest das sehr, sehr, sehr stark und ziehst das Ganze halt durch.
- 5:37SPEAKER_01: Du hast vielleicht dann auch ein bisschen gesundheitliche Benefits davon.
- 5:41SPEAKER_01: Aber dein Körper empfindet das nicht als cool, sondern dein Körper geht in eine gewisse Reaktanzreaktion da rein und hat auch prinzipiell immer noch Angst vor diesem Reiz.
- 5:54SPEAKER_01: Er fängt nicht an, komfortabel damit zu werden.
- 5:58SPEAKER_01: Sondern es ist so, dass man eigentlich nach einer gewissen Zeit immer wieder sagt, okay, ich möchte diesen Reiz nicht haben und bitte reduziere ihn.
- 6:07SPEAKER_01: Und dann gibt es zum Beispiel auch solche Videos von David Gorgons, wo ich zum Beispiel auch mit Max immer wieder drüber diskutiere und spreche.
- 6:15SPEAKER_01: Dass David Gorgons, ich weiß nicht, für allen, die ihn kennen, können sich gerne mal auf YouTube darüber ein Bild machen, ist ein Athlet, der immer bis an seine Grenze geht, der der härteste ist, der der crazieste Mother ist auf diesem Planeten und super hart einfach die ganze Zeit am Trainieren ist.
- 6:30SPEAKER_01: Und ja, take it in, little mother, ist so sein gewisser Grundsatz, mit dem er so sein Leben bestreitet.
- 6:39SPEAKER_01: Und Hauptsache hart, Hauptsache bis an die Grenze und darüber hinaus.
- 6:46SPEAKER_01: Und das ist auch so eine Sache, das führt dazu, dass du das nicht unbedingt gerne machst, sondern dass du das Gefühl hast, ich muss mich dazu zwingen.
- 6:59SPEAKER_01: Und dein Körper fängt auch an, eher Stress zu entwickeln.
- 7:04SPEAKER_01: Und Stress ist chronisch nicht mit einem Leben vereinbar.
- 7:08SPEAKER_01: Unser Körper ist so programmiert darauf, von jeglicher Art von Hormonen.
- 7:13SPEAKER_01: Also unsere gesamte Stresshormonachse ist letztendlich immer die Basis, die uns reguliert.
- 7:18SPEAKER_01: Und dabei haben wir halt Cortisol, was unser Stresshormon ist, was von den Nierenrinde ausgeschüttet wird, was dafür sorgt, dass wir in einen Aktivierungsmodus kommen.
- 7:28SPEAKER_01: Dazu haben wir dann auch verschiedenste andere Alarmhormone, die damit einhergehen.
- 7:33SPEAKER_01: Und Cortisol wird vor allen Dingen morgens ausgeschüttet, gibt uns einen gewissen Kick in den Tag, ist so ein bisschen wie unser natürliches Koffein.
- 7:41SPEAKER_01: Und dann werden diverse Systeme aktiviert.
- 7:44SPEAKER_01: Unser Blutdruck geht nach oben, unser Blutzuckerspiegel geht nach oben.
- 7:48SPEAKER_01: Und das hat erstmal einen sehr positiven Effekt.
- 7:50SPEAKER_01: Das ist so ein kurzfristiger Kick in den Tag.
- 7:54SPEAKER_01: Langfristig betrachtet aber chronische Cortisolwerte, Stresshormonwerte, sind nicht so gut und sind absolut nicht förderlich, weil die zum Beispiel einhergehen mit einem deutlich erhöhten Risiko von Stoffwechselerkrankungen, sie gehen einher mit einem deutlich erhöhten Risiko von Bluthochdruck, gehen mit einem erhöhten Risiko her, sogar von neoplastischen, also von Krebserkrankungen.
- 8:18SPEAKER_01: Und hier ist dann, wenn du Stress, Cortisol, über einen längeren Zeitraum applizierst, dann ist das nicht förderlich.
- 8:25SPEAKER_01: Und für Athleten und Athletinnen führen zum Beispiel erhöhte Cortisolwerte dauerhaft auch zu Problemen in anderen Hormonachsen.
- 8:33SPEAKER_01: Man kann schon sagen, dass wenn die Cortisolwerte zum Beispiel dauerhaft erhöht sind, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man auch Probleme bekommt, so mit seiner Sexualhormonachse.
- 8:41SPEAKER_01: Dass Frauen vielleicht Zyklusprobleme bekommen, dass Männer Libido-Probleme bekommen.
- 8:45SPEAKER_01: Und das ist assoziiert mit dauerhaft erhöhten Cortisolwerten.
- 8:53SPEAKER_01: Wenn wir jetzt in so einen Modus verfallen, bei dem wir sagen, wir müssen sehr, sehr krass immer Gas geben und uns halt einfach nur quälen immer über einen langen Zeitraum.
- 9:09SPEAKER_01: Und Iron Man, es geht einfach nur darum, Schmerzen so lange wie möglich auszuhalten, dann ist es nicht smart.
- 9:19SPEAKER_01: Sondern dann führt das dazu, dass dein Körper das als Stress wahrnimmt und als dauerhaften Stress wahrnimmt und dem auch eine Reaktion entgegenbringt, die sehr viel mit Cortisol zu tun hat und die sehr viel mit einer erhöhten Stressreaktion zu tun hat.
- 9:40SPEAKER_01: Dadurch erkennt dein Körper das als Stress an und entwickelt eine gewisse Angst demgegenüber oder hat eine gewisse Angst demgegenüber und du exponierst dich dem, aber fängst nicht an, das wirklich anzunehmen.
- 9:56SPEAKER_01: Was heißt das?
- 9:58SPEAKER_01: Das heißt, du musst probieren, wenn du diesen Reiz dir setzt, den eher komfortabler zu machen.
- 10:07SPEAKER_01: Zum Beispiel, du gehst morgens in die Eistonne und sagst nicht, boah, das ist jetzt so hart, das ist so hart, das ist so hart, sondern du setzt dich da rein und denkst darüber nach, wie gut dir das gerade tut.
- 10:19SPEAKER_01: Und zu relaxen und deine Muskulatur nicht mehr anzuspannen, sondern zu entspannen und ruhig zu atmen, runterzufahren.
- 10:26SPEAKER_01: Probieren, den Moment wahrzunehmen und komfortabel zu werden mit dem Nicht-Komfortablen.
- 10:36SPEAKER_01: Komfortabel zu werden mit dem Nicht-Komfortablen oder mit dem Ungewohnten, komfortabel zu werden mit dem Ängstlichen, mit dem Herausfordernden, das ist der Schritt, um seine Identifikation zu verändern.
- 10:55SPEAKER_01: Die besten Athleten von mir funktionieren so, dass sie als primäre Identifikation als Athleten sehen und als Ironman-Athleten sehen.
- 11:11SPEAKER_01: Es ist jetzt nicht die große Herausforderung, einen Ironman zu absolvieren.
- 11:17SPEAKER_01: Auch wenn ich, so blöd es klingt, wenn ich mich jetzt anmelden würde für einen Ironman, hätte ich darüber Angst.
- 11:24SPEAKER_01: Hätte ich.
- 11:25SPEAKER_01: Klar.
- 11:26SPEAKER_01: Aber ich wüsste auch ganz genau, ich kann das Ding zu Ende bringen.
- 11:30SPEAKER_01: Und ich wüsste auch ganz genau, dass ich auch komfortabel werde mit dem Training zum Beispiel.
- 11:37SPEAKER_01: Es ist nicht so bei jeder Session, dass ich dann sage, boah, jetzt ist es wieder so hart.
- 11:41SPEAKER_01: Boah, und jetzt muss ich mich wieder quälen.
- 11:43SPEAKER_01: Sondern es ist eher so, dass du diesen Weg und diesen Prozess cool findest und spannend findest.
- 11:51SPEAKER_01: Du freust dich teilweise auch zum Beispiel auf eine Hit-Session.
- 11:54SPEAKER_01: Und dann geht es auch nicht in der Hit-Session darum, sich komplett aus dem Leben zu knallen und komplett nicht mehr zu funktionieren.
- 12:03SPEAKER_01: Sondern es geht auch eher darum, die Sessions smart zu absolvieren und gut durchzuführen und in den richtigen Zonen unterwegs zu sein.
- 12:13SPEAKER_01: Das hat auch sehr viel mit Geduld zu tun.
- 12:18SPEAKER_01: Athleten, die gut sind, und wenn du dich entwickeln möchtest als Athlet, geht es darum, geduldig zu sein, smart zu agieren, zu gucken, was du langfristig rausholen kannst.
- 12:32SPEAKER_01: Was wirklich ein Problem ist und immer mehr wird, ist der Hustle-Modus.
- 12:38SPEAKER_01: Egal in welchem Bereich.
- 12:41SPEAKER_01: Egal, ob das business mäßig ist, diese ganzen Scams, das ist so nervig einfach nur.
- 12:48SPEAKER_01: Dass wenn du natürlich irgendwie was aufbauen willst, unternehmerisch, wie auch immer, dann ist es ein langfristiger Weg.
- 12:55SPEAKER_01: Und dann umarme diesen langfristigen Weg.
- 12:58SPEAKER_01: Wenn du eine Marke aufbauen willst und du andere Sachen aufbauen willst, dann begib dich daran und umarme das und freue dich auch auf den Weg.
- 13:06SPEAKER_01: Ich finde es auch schwierig und man will immer schnell, schnell, schnell, schnell, schnell vorankommen.
- 13:12SPEAKER_01: Aber das führt auch zu einer starken Stressreaktion.
- 13:18SPEAKER_01: Und ich erlebe das ja auch bei vielen von meinen Freunden oder von anderen, die auch vielleicht selbstständig sind, dass man auch schnell in so einen gewissen Hassle-Modus verfällt und schnell probiert, super, super schnelle Erfolge irgendwie zu zeichnen.
- 13:34SPEAKER_01: Und ich bin auch in den Modus häufiger mal gefallen.
- 13:37SPEAKER_01: Ich würde auch zum Beispiel sagen, letztes Jahr mit Rocket Racing, wo wir relativ gut schnell gewachsen sind, bin ich auch in so einen gewissen Modus verfallen, wo ich halt gesagt habe, okay, jetzt schnell, schnell, schnell, schnell, schnell.
- 13:46SPEAKER_01: Aber nicht so wirklich darauf geachtet habe, was hinten vielleicht auch runterfällt und was das Ganze auch mit mir macht.
- 13:56SPEAKER_01: Und genauso ist es eben auch im Sport, dass du darauf achten solltest, ich muss ja das Fenster zumachen, Moment.
- 14:08SPEAKER_01: Und genauso ist es auch in deinem Training, dass es darum geht, eben einen guten Reiz einzubauen.
- 14:15SPEAKER_01: Und du wirst im Wettkampf deutlich erfolgreicher werden, wenn du auch diesen Wettkampf für dich als etwas wahrnimmst, wo es natürlich eine Stressreaktion auslöst, keine Frage.
- 14:24SPEAKER_01: Du bereitest dich darauf vor, es löst Stress aus, es ist ein gewisser Druck, der dabei auch entsteht.
- 14:28SPEAKER_01: Und du freust dich auch darauf, das irgendwie zu absolvieren und da auch Gas zu geben.
- 14:34SPEAKER_01: Aber du solltest auch hier darauf achten, dass du eher die Stressreaktion reduzierst.
- 14:39SPEAKER_01: Und dass du genau weißt, in gewissen Situationen kannst du dem annehmen und kannst du da auch nochmal Vollgas geben.
- 14:44SPEAKER_01: Und du kannst auch immer mal reinsteigen mit so einem gewissen Hustle-Modus, um zu sagen, okay, ich gebe jetzt mal einfach Vollgas für eine, anderthalb Wochen.
- 14:51SPEAKER_01: Aber du solltest dich dem bewusst sein, dass es eher ein Flow-Zustand ist, der dich langfristig besser macht und der dich langfristig weiterbringt.
- 14:59SPEAKER_01: Weil chronisch Stress, chronisch Vollgas zu geben, führt nicht dazu, dass du besser wirst.
- 15:06SPEAKER_01: Und das kann man sogar sagen, dass es dafür diverse physiologische Begründungen gibt.
- 15:11SPEAKER_01: Es gibt diverse Studien, die halt auch zeigen, dass zum Beispiel Hit-Interventionen für einen Zeitraum sehr, sehr gut funktionieren.
- 15:20SPEAKER_01: Ja, auf jeden Fall.
- 15:21SPEAKER_01: Hit-Studien funktionieren gut für einen Zeitraum von vier bis acht Wochen, wahrscheinlich.
- 15:26SPEAKER_01: Aber alles, was darüber hinaus ist, funktioniert sehr wahrscheinlich nicht so gut.
- 15:30SPEAKER_01: Zumindest ist das meine Coaching-Erfahrung und das ist aber auch die Coaching-Erfahrung von vielen anderen Coaches, wie sich das Ganze einfach deckt, mit denen sich das einfach auch deckt.
- 15:39SPEAKER_01: Deswegen auch hier, es geht darum, individuell zu schauen, was funktioniert für denjenigen Athleten, was funktioniert nicht ganz so gut, wie ist auch so die allgemeine Situation im Leben und kann man da auch gerade zum Beispiel so einen Hit-Einsatz anbauen.
- 15:56SPEAKER_01: Und zum Beispiel muss auch sagen, Hit-Studien funktionieren vor allen Dingen gut bei Athleten, die schon sehr, sehr fortgeschritten sind.
- 16:03SPEAKER_01: Und die Athleten, die sehr fortgeschritten sind, die kennen so ein Hit-Training und die wissen auch, wie das Ganze funktioniert und dass es eben nicht bei jener Einheit darum geht, sich komplett aus dem Leben zu schießen.
- 16:17SPEAKER_01: Was ich häufig erlebe, ist dieser Ansatz, eben auch aus No Pain, no gain.
- 16:23SPEAKER_01: Ich meine, das wisst ihr, dass ich das immer wieder verurteile.
- 16:26SPEAKER_01: Aber es ist eben auch so ein gewisser Kick und so ein gewisses, so eine gewisse Sucht, auch einerseits sich so darzustellen, dass man halt immer hart am Trainieren ist, dass man immer der härteste Typ im Club ist, dass man immer der härteste ist, der seine Ziele nach vorne bringt.
- 16:45SPEAKER_01: Das ist natürlich auch einfach.
- 16:47SPEAKER_01: Das ist ein sehr einfaches Mindset, weil du musst dir halt keinerlei Schwäche einstehen.
- 16:52SPEAKER_01: Und die haben natürlich alle keine Schwächen, niemand hat natürlich Schwächen, was absoluter Bullshit ist, sondern die Leute verdrängen ihre Schwächen halt sehr, sehr gut genau so.
- 17:04SPEAKER_01: Und es hat viel damit zu tun, seine Schwächen wahrzunehmen und zu sagen: Okay, daran bin ich gut, daran bin ich vielleicht nicht ganz so gut.
- 17:15SPEAKER_01: Und das sind Dinge, die aufkommen können und an denen, die muss ich berücksichtigen.
- 17:22SPEAKER_01: Wenn zum Beispiel du jobmäßig eine krasse Situation hast, die dich sehr, sehr stark emotional fördert, dann solltest du parallel dazu eben nicht die krasseste Trainingsstruktur einbauen.
- 17:34SPEAKER_01: Weil dann wirst du sicherlich zuerst sagen, ja, schaffe ich alles und du belügst dich einfach nur selber.
- 17:39SPEAKER_01: Und das führt dazu, dass du eben nicht in so einen Flow-Zustand kommst.
- 17:43SPEAKER_01: Sondern das führt alles dazu, dass sich dein Training nach Zwang anfühlt und alles, was du machst, sich nach Zwang anfühlt.
- 17:53SPEAKER_01: Und wie gesagt, dein Körper reagiert mit diesem Zwang, mit diesem Force, mit diesen Dingen, die du einbaust, die sich nicht gut für dich anfühlen, reagiert er einfach nicht mit einer Identifikationsänderung.
- 18:05SPEAKER_01: Sondern du musst Dinge für dich einbauen, die sich gut anfühlen.
- 18:08SPEAKER_01: Du musst Dinge für dich einbauen, die sich so anfühlen, dass es für dich normal ist und dass es für dich eine Normalität ist.
- 18:14SPEAKER_01: Und dass du merkst, wie viel dir dieser Sport gibt und wie viel dir diese ganze Struktur gibt.
- 18:20SPEAKER_01: Und so blöd das klingt und vielleicht auch wieder so paradox das klingt.
- 18:25SPEAKER_01: Ich habe aufgehört mit Wettkampfsport vor so vier Jahren und ich habe krass gemerkt, wie mir richtig was fehlt.
- 18:35SPEAKER_01: Wie mir eben diese Struktur fehlt und auch dieses an die Grenzen zu gehen und dass auch ein Teil von meiner Identifikation auch verloren gegangen ist, weil ich halt nicht mehr richtig compete.
- 18:47SPEAKER_01: Ich habe jetzt angefangen wieder mehr mit High Rocks und habe gemerkt, das gibt mir auch eine ganze Menge und es gibt mir halt vor allen Dingen auch so wieder diese Interidentifikation, zu sagen, ey, ich bin wieder am Wettkampf, ich nehme wieder daran teil.
- 18:57SPEAKER_01: Ich war jetzt aber auch wieder so bei zwei, drei Triathlons, auch hier so lokal, war ich gestern zum Beispiel bei einem und ich hab, klar, wir machen natürlich auch immer viele Events, wo ich auch immer viel sehe.
- 19:09SPEAKER_01: Und ich merke, dass da auch ein Teil von meiner Identifikation mich auch da als Athlet sieht und auch Bock darauf hat.
- 19:16SPEAKER_01: Ich habe davor auch Angst, keine Frage.
- 19:19SPEAKER_01: Aber ich merke auch, wie es auch mich drift.
- 19:22SPEAKER_01: Und wie es mich halt auch drive von meiner Identifikation her.
- 19:27SPEAKER_01: Ich weiß aber auch, ich möchte nicht mehr in diesen krassen Modus reinkommen, zu sagen, ich muss oder habe den Anspruch, die und die Platzierung zu erreichen.
- 19:39SPEAKER_01: Weil das, glaube ich, nicht so gut wäre.
- 19:42SPEAKER_01: Und ich fall sehr, sehr schnell in diese Trick-Trap, dass ich eben sage, ich brauche die Platzierung, um halt auch in gewisser Weise zufrieden zu sein.
- 19:53SPEAKER_01: Und daran will ich einfach mehr arbeiten.
- 19:55SPEAKER_01: Ich will daran arbeiten, auch wenn ich ein geiles Rennen habe, dass ich dann auch das meiste daraus ziehe.
- 20:03SPEAKER_01: Und egal prinzipiell, welche Platzierung es ist.
- 20:05SPEAKER_01: Sondern einfach nur, wenn ich ein geiles Rennen habe, mein Potenzial entfessle, gesund bin, geile Community-Sachen habe, mit Leuten zusammen unterwegs bin, die ich cool finde, dass mir das viel, viel, viel, viel mehr gibt.
- 20:20SPEAKER_01: Und das ist eine Baustelle.
- 20:22SPEAKER_01: Weil so blöd das klingt, der Hustle-Modus ist super einfach.
- 20:28SPEAKER_01: Es ist super einfach, es ist super simpel.
- 20:31SPEAKER_01: Es ist einfach super easy, sich da reinzubauen und zu sagen, ja, ich ziehe das einfach, einfach durch.
- 20:36SPEAKER_01: Ich bin so hart, ich bin so cool, ich hab's voll drauf, ich habe keinerlei Schwächen, das ist super easy.
- 20:43SPEAKER_01: Ganz ehrlich, das habe ich mit 16 gemacht.
- 20:46SPEAKER_01: Das ist wirklich nicht schwer.
- 20:47SPEAKER_01: Da gehört auch keine Kunst dazu.
- 20:50SPEAKER_01: Und das macht dich langfristig halt kaputt, weil du einfach nicht hinguckst.
- 20:54SPEAKER_01: Weil du einfach nicht hinguckst, wo wirklich deine Schwächen sind und woran du arbeiten solltest.
- 20:58SPEAKER_01: Und wenn du dann, weiß ich nicht, nur sagst, dass du einen Ironman machst, um dich zu quälen, dann hast du wahrscheinlich irgendwo ein anderes Big Topic, in dem du arbeiten solltest.
- 21:10SPEAKER_01: Parallel vielleicht zu deinem sportlichen Training.
- 21:12SPEAKER_01: Weil das ist eben dann jetzt auch, jetzt wird es ein bisschen breiter noch.
- 21:17SPEAKER_01: Wir machen den Sport natürlich auch alle aus einem bestimmten Grund.
- 21:20SPEAKER_01: Und der Sport kann auch ein richtig geiles Ventil sein, kann aber auch ein Ventil sein, um wegzulaufen und um sich gewissen emotionalen Themen vielleicht auch nicht zu stellen und vielleicht in gewisse Dinge einfach auch nicht reinzugehen.
- 21:33SPEAKER_01: Und vielleicht auch genau um seine Schwächen einfach nicht darzustellen in gewissen Bereichen, sondern sich über eben zu sagen, ich habe noch das Wettkampfergebnis XYZ, da zu sagen, ey, ich bin ein coolerer Typ, weil ich halt dieses Wettkampfergebnis habe.
- 21:49SPEAKER_01: Das führt aber nicht dazu, dass du dass du dich besser fühlst und dass du ein besserer Mensch wirst und dass du dich cooler fühlst.
- 21:56SPEAKER_01: Genauso wie Erfolg in anderen Bereichen nicht dazu führt, dass du deinen Selbstwert prinzipiell viel, viel mehr nach oben bringst.
- 22:04SPEAKER_01: Weil es wird immer Leute geben, die besser sind wie du.
- 22:06SPEAKER_01: Und wenn du dich dauerhaft vergleichst, nur mit den Leuten, die besser sind wie du, dann wirst du dich nicht besser fühlen.
- 22:14SPEAKER_01: Sondern vielleicht solltest du dann auch erstmal daran arbeiten, dass du okay bist mit und ohne Sport.
- 22:20SPEAKER_01: Und dass der Sport eine Identifikation von dir ist und dass du Sport machst, weil du dich besser fühlst, weil es sich geil für dich anfühlt.
- 22:29SPEAKER_01: Aber nicht um Dinge wegzudrücken und um konstant zwanghaft Strukturen zu absolvieren.
- 22:40SPEAKER_01: Okay, gut.
- 22:41SPEAKER_01: Kurzer Podcast heute.
- 22:44SPEAKER_01: Flow und Push Force sind zwei sehr, sehr wichtige Strukturen.
- 22:51SPEAKER_01: Und wenn ihr wirklich besser werden wollt, dann müsst ihr mehr in so einen Flow-Zustand kommen.
- 22:55SPEAKER_01: Dann müsst ihr eure Identifikation switchen.
- 22:57SPEAKER_01: Und das ist egal, ob du jetzt Gewicht abnehmen willst oder ob du ein Ironman machen möchtest.
- 23:03SPEAKER_01: Das ist ganz egal.
- 23:04SPEAKER_01: Also es wird dir immer helfen in deinem Leben, wenn du Dinge mehr umarmst und wenn du Letting Go, wenn du Dinge loslässt, aber Dinge so loslässt, indem du sie wahrnimmst und umarmst und sagst so: Ey, ich finde das ganze Thema cool, ich hab Bock, einen Ironman zu machen, aber es ist nicht so, dass es ein kompletter Force ist.
- 23:27SPEAKER_01: Ich will nachher nicht über die Ziellinie kriechen, sondern ich will über die Ziellinie fliegen und ich will einen geilen Tag haben.
- 23:34SPEAKER_01: Und um diesen geilen Tag zu erleben, hat es damit zu tun, dass du das Ganze gerne machst.
- 23:40SPEAKER_01: Und dass du Spaß an der Sache hast.
- 23:42SPEAKER_01: Und klar werden Tage kommen, wo es sich nicht mehr so geil anfühlt.
- 23:45SPEAKER_01: Das gehört dazu, natürlich.
- 23:47SPEAKER_01: Aber es gibt auch viele Tage, wo es sich geil anfühlt.
- 23:50SPEAKER_01: Und wenn du immer nur im Hustle-Modus bist, dann fühlen sich alle Tage nicht so geil an.
- 23:56SPEAKER_01: Und dann, wenn du dann wirklich herausfordernde Tage hast, dann ziehst du sie nicht durch.
- 24:01SPEAKER_01: Dann hörst du auf.
- 24:02SPEAKER_01: Weil dann bricht dieses Kartenhaus komplett zusammen.
- 24:05SPEAKER_01: Dein Körper ist schon komplett im Überlebensmodus.
- 24:08SPEAKER_01: Dein Körper ist schon in so einem Modus, wo er sagt, ich fühle mich nicht so geil.
- 24:14SPEAKER_01: Und wenn du dann mehr Push drauf gibst, dann fällst du halt zusammen.
- 24:18SPEAKER_01: Und dann klappt es halt gar nicht mehr.
- 24:21SPEAKER_01: Deswegen, Leute, mehr annehmen, mehr umarmen, mehr Bock darauf haben, die Sachen auch durchzuziehen und vor allen Dingen auch mehr Spaß dabei zu haben, ist the way to go.
- 24:34SPEAKER_01: Man darf beim Sport auch Spaß haben.
- 24:36SPEAKER_01: Man darf beim Iron Man auch Spaß haben.
- 24:38SPEAKER_01: Man darf beim Triathlon auch Spaß haben und man darf auch in seinem ganzen Leben Spaß haben.
- 24:44SPEAKER_01: Und alle, die euch was anderes erzählen, sollen das Ganze beweisen.
- 24:51SPEAKER_01: Okay, mit dieser kleinen Provokation beende ich den Podcast.
- 24:54SPEAKER_01: Ich wünsche euch einen schönen Tag und ja, ich freue mich auf die nächste Zeit.
- 25:00SPEAKER_01: Macht's gut, Leute.
- 25:01SPEAKER_01: Bis dann.
- 25:01SPEAKER_01: Bye bye.
- 25:01SPEAKER_01: Euer Golo.