Latest / SOMMELIER / Romana Echensperger MW - Wein ganzheitlich
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- 0:00Hallo, mein Name ist Joachim Frank. Ich bin Journalist und arbeite in der Chefredaktion
- 0:17als Chefkorrespondent des Kölner Stadtanzeiger. Wir haben über zehn Jahre beim Kölner Stadtanzeiger
- 0:22mit Romana zusammengearbeitet. Sie kam als Weinkolumnistin zu uns, hat ungezählte Kolumnengeschwieber
- 0:29über Weine aus aller Welt, spannende Tipps, Neuentdeckungen, Schätzchen, Raritäten und auch
- 0:36immer den Menschen was erklärt, was mit Wein zusammenhängt. Romana zeichnet eine unglaubliche
- 0:42Begeisterungsfähigkeit aus, also sie kann die Menschen mitreißen. Als wir sie verabschiedet haben,
- 0:48hat sie wirklich den Saal gerockt in einer Weise, in der die Kolleginnen und Kollegen, die dabei waren,
- 0:53dass selten erlebt haben. Was mich mit Romana verbindet, sind viele gemeinsame Projekte.
- 0:59Also sie hat nicht nur Kolumnen geschrieben, sondern wir haben zum Beispiel eine Serie aufgesetzt,
- 1:04die hieß "Wein und Sein". Da hat Romana prominente Menschen, die irgendwie eine Verbindung zu Wein
- 1:10haben, sei es professionell, sei es aus Liebhaberei, Interviewt. Und mir kam dann immer die Freude zu,
- 1:17das abzuschreiben und in Form zu bringen und ich durfte auch immer dabei sein, habe jede Menge
- 1:22dabei gelernt. Da waren so spannende Sachen dabei wie Wein zur Gültezeit oder die Suche nach einem
- 1:29Pomeroll für unter 20 Euro, was sich als recht schwierig erwiesen hat. Wir haben über Klimawandel
- 1:36und die Folgen für den Wein geredet und wir haben mit dem Trierer Bischof Stefan Ackermann in dessen
- 1:42Besitz das letzte bischöfliche Weingut ist mit riesigen Weinkellern in Trier da selbst,
- 1:48also in so einem Kellergewölbe über Wein und Religion philosophiert. Ein ganz besonderes
- 1:55önologisches Abenteuer waren die regelmäßigen Supermarkt-Weintests, die wir im Sommer oder
- 2:02insbesondere auch vor den Weihnachtsfeiertagen gemacht haben, um Menschen, die jetzt nicht
- 2:06wahnsinnig viel Geld für Wein ausgeben wollen und das gewohnt sind vielleicht im Supermarkt und
- 2:10beim Discounter einzukaufen, gute Tipps zu geben, Empfehlungen zu geben. Und was ich da bewundert
- 2:16habe war, dass Romana als eine Spitzenzommelier, die in der höchst dekorierten Gastronomie und mit
- 2:23den teuersten Weinen gearbeitet hat, überhaupt nichts Herablassendes oder Verächtliches gegenüber
- 2:28dieser Form des Weintrinkens hatte, sondern immer auch nach den Schätzchen gesucht hat,
- 2:33nach den verworbenen Tipps, aber immer auch erklärt hat, wie es zustande kommt, dass es einen Melofi
- 2:381999 beim Aldi gibt, dem sie dann übrigens manchmal gar nicht so schlecht fand. Aber sie hat eben erklärt,
- 2:44wie das sein kann, dass Weine so viel kosten und immer auch das Auge drauf gehabt hat, dann
- 2:49vielleicht doch den Gutswein zu finden, das von einem Weingut hergestellte Produkt, das dann am
- 2:55Ende des Tages auch nicht so viel teurer ist. Also wir haben viele, viele, viele, ich kann fast sagen
- 3:00hunderte von Weinen probiert in dieser Zeit und manche Sommeliers zeichnen sich ja dadurch aus oder
- 3:07viele Sommeliers zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders präzise und blumige Begriffe für
- 3:13Wein finden, um ihn zu preisen, um ihn hochleben zu lassen. Manchmal muss man auch Begriffe finden,
- 3:19um wirklich ganz, ganz schlimme Beine eben auch zu charakterisieren. Also was wie Humibärchen oder
- 3:27Schmecknatterpendien und so, das sind mir dann so auch Erlebnisse, die so in Erinnerung geblieben sind
- 3:33und Begriffe, die man sich gemerkt hat, auch wenn die am Ende des Tages dann vielleicht nicht zu
- 3:37vernichten in der Zeitung gestanden haben. Also kurz und gut, mit Romana kann man jede Menge Spaß
- 3:42haben, man kann unglaublich viel lernen, sie ist ein toller Mensch.
- 4:06Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 4:12Meine heutige Gästin ist Romana Echensberger, Master of Wine und einen der renommiertesten
- 4:17Weinexpertinnen. Ihre Spezialisierung in der Biodynamie ist einzigartig und sie vermarkt das
- 4:24auf eine Weise zu erklären, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Die Chefredakteurin der
- 4:30Weinsparte des Fallstaff, wohnt in Deutschland durch ihre Anstellung als Sommliere im Brandenburger Hof,
- 4:36bei Christian Bau im Pearl Nenning und im Restaurant von Dom im Berges Glattbrach bei Joachim
- 4:41Wissler weit über die Grenzen hinaus bekannt. Bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen,
- 4:46möchte ich mich bei unserem Partner der Schlumberger Gruppe, mit den Handelshäusern
- 4:49Segnetz, Konziu Vini, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollig aufs
- 4:54allerherzlichste für die händische und wirtschaftliche Unterstützung bedanken. Und nicht zuletzt dank
- 4:59ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen, liebe Romana Echensberger!
- 5:03Du hast mich dermaßen beeindruckt, als ich bei einem Seminar bei der Vivinum im letzten Jahr
- 5:10bei dir zusätzlich sein durfte und du hast für mich dieses Thema Biodynamie in der Betrachtung,
- 5:17in der Entwicklung, in allem komplett neu beleuchtet und wie kein anderer und das fand ich so so
- 5:24überwältigend erklärt, weil ich finde, es kann niemand erklären und ich frag mich immer, was
- 5:29muss man als Sommi eigentlich über das Thema Biodynamie wissen? Ja, das ist ein interessanter
- 5:35Punkt, da ich mich ja immer auch für das Thema interessiert. Ich beschäftige mich schon seit
- 5:39über 13 oder fast schon 15 Jahre mit dem Thema Biodynamie. Ich wollte da übrigens auch meine
- 5:45Master of Wine Abschlussarbeit darüber schreiben, das ist aber leider, hat das nicht geklappt, weil
- 5:49damals das Thema noch total kontrovers und auch im Institut sehr negativ behaftet war. Heute
- 5:58kommt man ja auch nicht mehr daran vorbei. Und ich mich hat immer gestört, auch diese
- 6:05Kommunikation über Biodynamie, weil es ist total diffus, wenn Leute oft viele können das nicht
- 6:11gut erklären, das endet dann immer in so einem erkenntnistheoretischen Delirium, wo man danach
- 6:15irgendwie mehr verwirrt ist, als dass man irgendwann ein Erkenntnis gewinn hat. Und ich wollte
- 6:23aus der Perspektive an das Thema rangehen mit der Frage, was finden Winzer, die ja an den besten
- 6:31Universitäten studiert haben und Top-Weine machen und auch finanziell und auch Kapitalisten sind und
- 6:37hier also auch richtig ein Unternehmen leiten, was finden die an 100 Jahre alten Ideen, die ja
- 6:45angeblich total bescheuert und esoterisch sind. Das hat mich interessiert. Und in dem Zusammenhang
- 6:52bin ich dann auf die Agrarhistorie gestoßen und das ist für mich so ein Schlüssel, um die
- 6:59Biodynamie zu verstehen und auch warum das heute so aktuell ist, weil die Fragen, mit der sich
- 7:06Steiner vor 100 Jahren beschäftigt hat, sind heute noch so aktuell wie vor 100 Jahren. Das heißt,
- 7:12wie versteht man Bodenfuchbarkeit und kann man die Arbeit mit der Natur einfach so runter
- 7:21so so so einen reduktionistischen Blick reicht es aus, um die ganze Zeit der Natur zu begreifen.
- 7:28Und man sieht ja einfach, dass es nicht ausreicht und das auch, ich muss ja immer ein bisschen
- 7:34lachen, wenn ich mir Leute sagen, die Biodynamie ist ja nicht wissenschaftlich, dann ergegege ich
- 7:40immer, ja die Agrarwissenschaft war auch nicht sonderlich wissenschaftlich die letzten 100 Jahre,
- 7:45weil sonst hätte man zum Beispiel in der Mechanisierung nicht 30 Zentimeter durch den Boden
- 7:50geackert, einfach ohne zu wissen, was man damit anrichtet zum Beispiel. Da gibt es 100.000 Beispiele.
- 7:56Und die Biodynamie und auch das, was Steiner da versucht ist, Wissenschaft und einfach die
- 8:05Geistessissenschaft zusammenzudenken. Eigentlich das, was auch schon Goethe immer versucht hat,
- 8:11dass man sagt, man kann nicht die Natur immer nur ganz reduktionistisch runterbrechen und dann die
- 8:17Teile betrachten und daraus einfach den Rückschluss aufs Ganze zu ziehen, sondern es braucht den
- 8:22Menschen, der die ganze Zeit betrachtet und auch mit so einem Blick darauf die Teile zusammenfügt und
- 8:29daraus Handlungsanleitungen sich für sich rauszieht. Und das fand ich eben super, super interessant.
- 8:39Also im Prinzip ist die Biodynamie eine Frage, ob die Erkenntnistheorie, wie wir sie heute haben,
- 8:47dass wir die Wissenschaft betreiben, sagt, es ist total wichtig, das brauchen wir auch, aber es braucht
- 8:53auch immer noch den Menschen, der das Ganze in ein Verhältnis bringt und anwendet. Und wenn ist
- 9:00die aktuelle? Da habe ich zwei Fragen. Zum einen war Steiner der Erste, der es in irgendeiner Form
- 9:04kombiniert und zum Besten gegeben hat und davor eigentlich die restlichen 8.000 Jahre, wo es
- 9:12Weinbau gibt, noch niemand. Weil der ja eigentlich der Einzige ist, der immer zitiert wird oder der
- 9:17immer dargestellt wird. Und zum anderen, wenn ich mich intensiv und ernsthaft mit dem Thema
- 9:23beschäftigen möchte, reicht es, wenn ich mir die Vorträge, die es ja auch auf YouTube gibt,
- 9:27aus den 20er Jahren alle anhöre und dann bin ich, so wie du, ein Expertin oder ein Expertin.
- 9:32Also erstens mal war Steiner überhaupt nicht der Erste, der das aufgebracht hat. Das ist hoch
- 9:37interessant auch, wenn man sich mit der aufkommenden Agrarwissenschaft in den 1920er Jahren auch
- 9:45beschäftigt. Da gab es sehr, sehr viele tolle Wissenschaftler, übrigens auch zum Beispiel
- 9:50Anfang 20. Jahrhundert in Russland, in St. Petersburg, die sich mit diesen Schwarz-Erdelböden
- 9:58beschäftigt haben und eine Bodenfruchtbarkeitstheorie aufgelegt haben, wenn du das heute liest. Denkst du,
- 10:06das steht im Parteivokram der Grünen. Also es ist unfassbar. Es hat alles auch verschüttgegangen
- 10:12und diese Leute sind nicht durchgedrungen mit Bodenbiologie, Bodenphysik, Bodenaufbau, weil
- 10:18die nichts hatten, was sie kommerzialisieren konnten. Der Grund, warum die Agrarchemie,
- 10:25die Hegemonialwissenschaft in der Landwirtschaft ist, ist, dass man mit Kunststünger im Produkt
- 10:32hatte, das man verkaufen konnte. Und als sich die Agrarwissenschaften so formiert haben,
- 10:37war deshalb einfach der Punkt, wo die dann so richtig sich durchsetzen konnten, weil sie
- 10:44einfach viel mehr finanzielle Power hatten. Und mir ist auch ganz wichtig, dass sich jetzt
- 10:50schnell so anhören, oh, das ist jetzt so eine Lobbykacke und so. Ich finde, man muss diese
- 10:56Sachen kritisch beleuchten, ohne zu urteilen, weil wir können nicht mit dem Blick von heute
- 11:04Sachen von vor 100 Jahren schlecht oder sagen, das waren alles Deppen und so weiter. Man
- 11:10muss immer sehen, vor 100 Jahren, wir hatten noch mit Hungersnöten zu kämpfen, die Leute
- 11:15wollten was essen, die wollten nicht mehr so hart arbeiten, auch wenn es um die Thema
- 11:21Mechanisierung geht. Kein Mensch will heute noch im Ochsenfuhrwerk irgendwie ein Acker
- 11:26beackern. Also man muss schon auch immer dann das große Ganze sehen, aber das hilft dann
- 11:32eben auch, dass man sich kritisch damit auseinandersetzt und sagt, wo sind wir in der Agrarhistorie,
- 11:37was haben wir da einfach zu weit getrieben und wie können wir jetzt eine Entwicklung
- 11:43anstoßen, die wieder in eine andere Richtung geht. Und ich spreche explizit von Entwicklung und nicht
- 11:48von Revolution. Es geht um Evolution und nicht um Revolution. Man kann nicht alles einfach über
- 11:54einen Haufen schmeißen, sondern man muss einfach zusammen gucken. Alle zusammen in der
- 12:00Landwirtschaft, wie können wir einfach gemeinsam die Dinge weiterentwickeln und überhaupt nicht so
- 12:06ein Schwarz-Weiß denken. Das lehne ich in absolut ab. Wir müssen einfach gemeinsam gucken, wie wir
- 12:11weiterkommen. Ich denke, das ist für die Gesamtheit der Branche auch nicht wirklich gut von jemand.
- 12:16Dieses, sage ich mal, radikale Schwarz-Weiß-Denken hat das oftmals sowohl von Sonnenseite als auch von
- 12:23Winzerseite nicht selten gelebt wird, dass man das andere verteufelt und nicht versucht einen
- 12:28Mittelweg aus beiden Welten zu gehen, weil das ja eigentlich letztlich die Erkenntnis sein sollte,
- 12:33die uns dann irgendwo auch weiterbringt. Und auch die letzten 50 Jahre, in dem die Industrialisierung
- 12:41ja radikal vorangetrieben wurde, hat ja trotzdem Erkenntnisse mit sich gebracht, wenn man an dem
- 12:46anderen vielleicht irgendwo integrieren kann. Und so dieses Reine, natürlich sind jetzt auch wieder
- 12:50Ochsen und Pferde in den Weidenbergen oder in den Weinfeldern zu finden. Und es gibt viele,
- 12:57die das vorantreiben oder eben auch gut heißen, Bodenverdichtung etc. Aber es muss ja sowohl
- 13:04das ein als auch das andere oder je Erkenntnisse aus dem einen, dem anderen vielleicht eine ganz
- 13:08neue Zukunft bringen. Wie siehst du die Zukunft? Also da ist es auch so, wenn mir jetzt überlegt,
- 13:14was hat denn die Biodonomie, was kann die für Antworten liefern für die Fragen der Zukunft?
- 13:18Weil das ist ja die entscheidende Frage. Und auch jetzt mit dem, was du sagst, man kann nicht
- 13:24mit dem Mindset, das ist da hart für mich auch so bisschen diese Umweltdebatte, wenn man das auch
- 13:31anschieht. Man kann nicht mit dem Mindset von 1986, Chernobyl und Reinkatastrophe und so weiter
- 13:39die Probleme von heute lösen. Das ist erstmal für mich ein ganz wichtiger Punkt. Man muss
- 13:44einfach gucken, wie bringen wir das in die Zukunft? Und man muss auch sehen. Also das ist auch
- 13:52ein Punkt, was ich an der Biodonomie finde, was ein wichtiger Punkt ist, was wir auch lernen können
- 13:57daraus und der mich auch total überzeugt. Das Steiner geht davon aus, dass die Welt, wie sie ist,
- 14:04für den Menschen gemacht ist. Also der Mensch, die Welt ist ein Abbild des Menschen und umgekehrt.
- 14:11Singulär ohne Betrachtung der Tierwelt und ohne Respekt auf die Tierwelt?
- 14:15Doch, doch, doch. Es geht immer um Respekt, dass der Mensch innerhalb dieses Dings auch dann innerhalb
- 14:21dieser einfach eine gute Rolle findet. Am Schluss geht es um die Freiheit des Menschen und Freiheit
- 14:29aber nicht Ego-Trip, sondern Freiheit in Verantwortung. Und das ist ein Gedanke, den ich total toll
- 14:36finde, weil was mir man in der Umweltdebatte, auch wenn du so diese Klima-Kleber sag ich jetzt mal oder
- 14:42diese, da denkt man ja oft, die haben so den Eindruck, wenn es die Menschen nicht geben würde,
- 14:50wäre die Welt eine bessere. Und das ist ja Bullshit, weil der Mensch, wenn keiner Menschen da
- 14:56werden, könnte niemand sagen, dass die Welt ist. Und das ist ein Punkt für Steiner, das ist
- 15:02essentiell bei Steiner. Und das ist eine Idee, dass man sagt, Mensch, der Mensch hat eine ganz
- 15:10wichtige Rolle, um die Fortentwicklung der Welt weiterzumachen. Wir können auch nicht
- 15:16konservieren. Also zum Beispiel ist das auch so ein Thema. Die Welt ist immer dynamisch,
- 15:23auch die Natur ist immer dynamisch, sonst würden ja heute noch die Nussauere hier rumrennen. Es geht
- 15:28nur darum, dass der Mensch in dieser Dynamik eine positive Rolle einnimmt. Und wie die positive
- 15:35Rolle aussieht, da wird ständig daran verhandelt und gearbeitet. Und das wird sich immer weiter
- 15:41entwickeln. Und diese Entwicklung kann man auch nicht einfrieren und stark machen, weil dann geht es
- 15:45total in die falsche Richtung, weil der Mensch nicht so ist. Es geht immer weiter. Und wenn man
- 15:50mal so eine Umweltdebatte hört oder auch so, wenn ich jetzt auch so mir das anschaue, was so die
- 15:55Grünen so machen, dass man fast so diese Umweltdebatte nutzt, so mit der Hintertür,
- 16:03irgendwie so eine Kommunismusidee, da so ich übertreibe jetzt mal abbewusst, so ein bisschen
- 16:07so ein Sozialistennummer da durchzudrücken, das halte ich für grundfalsch. Das lehne ich
- 16:12absolut ab. Und ich finde auch, dass verschiedene Punkte so ein extrem diskutiert werden, was
- 16:19der ganzen Sache nicht hilfreich ist. Sprich jetzt auch diese Thematik Klimaveränderung. Natürlich
- 16:24gibt es Klimaveränderungen. Die gab es die letzten, keine Ahnung, 50 Millionen Jahre schon. Es ist nur
- 16:29grad radikal und falsch, wie der Mensch das Ganze unterstützt und verändert und auch zu einem
- 16:36nicht kontrollierbaren dann letztlich führt und wir dann wieder darunter leiden müssen. Wir
- 16:41sollten eigentlich mittelweg finden, dort diese Klimaveränderungen vielleicht zu begleiten oder
- 16:47eben auch der Lösung draus zu finden und nicht noch so intensivieren oder anzuhalten. Ja, ich
- 16:52glaube, dass es also einfach ein Thema ist. Es gibt so viele Herausforderungen im Moment. Weißt
- 16:56du, ich glaube, man kann auch nicht immer nur so eine Sache bedenken, weil der Klimawandel ist ein
- 17:01Riesenproblem. Wir müssen da auch was machen. Aber andererseits muss man sagen, wenn wir jetzt
- 17:06unsere Wirtschaft ruinieren und Europa, wir sind der wichtigste Anker in Europa, wenn unsere
- 17:13Wirtschaft kaputt ist, ist die europäische Wirtschaft am Boden und wenn die Wirtschaft am Boden ist,
- 17:18werden wir Freiheit und Demokratie nicht erhalten. Und das ist genauso wichtig wie der
- 17:23Schutz vorm Klimawandel. Wie kann man dann auch in diesem Spielball zwischen diesen
- 17:28geopolitischen Sachen, man muss das alles zusammen denken, weil ich finde Europa darf
- 17:33jetzt auch nicht der Spielball zwischen China und USA und Russland werden. Und das werden wir,
- 17:38wenn wir keine starke Wirtschaft mehr haben, da darf man, finde ich, auch nicht naiv sein. Und das
- 17:43gilt es gemeinsam zu überlegen und nicht einfach sagen, okay, jetzt schalten wir die Erdumkraftwerke
- 17:48ab und jetzt finden wir uns ganz toll und hat einfach einen Riesenratenschwanz, nicht bedacht,
- 17:54der uns total vor die Füße fällt. Also, und das ist die Aufgabe, die wir haben und dass wir nicht
- 18:00so immer, die Welt ist wahnsinnig komplex und wir müssen versuchen, nicht nur eine Sache zu
- 18:07bedenken, sondern einem größeren Kontext zu denken. Ich glaube, das Grundproblem auch in
- 18:13den Diskussionen, keine Ahnung, auf der Straße oder beim Glaswein, ist zum einen dieses
- 18:17segmentierte Halbwissen, was man hat, was man irgendwie aufgeschnappt hat. Also jetzt sind
- 18:21nicht nur dieses große klimapolitische, wirtschaftspolitische, sondern eben auch wieder zurückgerollt
- 18:28in diese Richtung Biodynamie, wo jeder mal irgendwas gehört hat, da wird irgendwas vergraben,
- 18:33da wird irgendwas weitergemacht. Das ergibt dann irgendwas, was man sowieso nicht versteht,
- 18:37sondern dass man sich dann mit diesem Thema, und ich finde, das ist auch eine gewisse Grundaufgabe
- 18:41letztlich, der Sommys mit diesem Thema ein bisschen tiefsinniger beschäftigt, denn nicht ohne
- 18:45Grund, und das ist ja eigentlich fast auffällig, ist nahezu jeder Topwinzer in diesem Thema
- 18:51integriert. Also es gibt ja kaum einen Winzer, der noch richtig radikal konventionell arbeitet,
- 18:55groß Spritz und sonstiges, sondern zumindest 98 Prozent aller Topwinzer, die Weine über
- 19:0210 Euro erzeugen, beschäftigen sich mit dem Thema. Wo kann man sich da am besten informieren?
- 19:09Hast du da irgendwelche Hinweise, Gedanken oder?
- 19:11Das sind nicht auch wahnsinnig schwierig, weil einem auch so viel Quatsch erzählt wird.
- 19:16Da muss man auch immer durch dieses Marketinggedöns erst mal durchkommen. Deswegen kriege ich
- 19:22auch mal, weil du gerade auch noch mal erzählt hast von diesem Ackert in Pferden und so. Da
- 19:27kriege ich ehrlich gesagt auch immer so ein bisschen einen Anfall, weil ich mir denke immer,
- 19:31oh, da siehst du so ein Biodynamiekatalog, wie da so ein Pferd durch die Welt ackert,
- 19:36dann denken viele ja, der Biodynamiker wird am liebsten noch mit dem Faust-Keil hinter
- 19:41Mamut herrennen, aber das ist Bullshit, weil vielleicht gibt es auch zum Beispiel in Zukunft
- 19:46Drohnen, die besser spritzen können oder irgendeine agrar technologische Entwicklung,
- 19:54die der Hammer ist, wo man einfach den Boden nicht mehr verdichten und das, weißt du das?
- 19:58Dafür muss man total offen sein und dieses Bild vom Ackert Pferd vermittelt für mich was,
- 20:04was die Biodynamie für mich absolut nicht ist, so ein rückwärtsgewandtes, konservierendes Bild.
- 20:10Ja, und ja, wie kann man sich gut informieren? Ich glaube, einmal muss sich immer mit allem
- 20:17beschäftigen. Also, das ist auch so ein Herzensangelegenheit. Also, ich habe mich sehr intensiv mit der Biodoniebe
- 20:24beschäftigt, aber ich beschäftige mich auch mit der ganzen Weinbranche. Also, zum Beispiel,
- 20:30ich bin im Tasting-Team für die Lufthansa und da suchen wir auch die Weine zum Beispiel für
- 20:37die Economy Class aus und da werden wahnsinnig große Mengen gebraucht, die dann im PET-Flaschen
- 20:44an Bord ausgeschenkt werden und viele Menschen finden es toll, wenn die da an Bord eben aus
- 20:49der PET-Flasche einen soliden Wein trinken und so ein Wein, wir kann nicht produziert werden,
- 20:55indem man beim Pferd durch die Weinberge Ackert. Also, weißt du, was ich mein? Aber
- 21:00das sind wahnsinnige Mengen, das ist ein Riesenhebel, wo man auch was verändern kann. Und da kann
- 21:07man ja sagen, hey, wenn jetzt die Winzer, die solche Weine produzieren, schon mal keinen
- 21:13Glyphosat mehr verwenden, dann ist es doch schon mal ein Fortschritt. Und da muss man doch nicht
- 21:17sagen, jetzt hatte aber irgendwie was weiß ich gespritzt, der kann, der, der, der, man muss
- 21:23auch immer sehen, wie ist denn die Weinwelt? Und die Weinwelt ist nicht nur, wir trinken jetzt
- 21:2960 Euro Barolo, der biodynamisch erzeugt worden ist, sondern die Weinwelt ist riesengroß und
- 21:35da hängen ganz, ganz viele Existenzen daran. Und ich finde, da muss man sich immer offen mit den
- 21:43Leuten, die auch solche, also wirklich von A bis Z die Weinbranche im Blick behalten und mit den
- 21:51Leuten sprechen, was die umtreibt. Und dann, finde ich, kriegt man vielleicht einen Eindruck, wo
- 21:59irgendwo die Wahrheit liegen könnte. Also auch da wieder im Mittelweg finden und nicht verurteilen.
- 22:04Nicht verurteilen. Weißt du, du hast auch Erzeuger, die Trauben liefern, die das irgendwie
- 22:12übernommen haben, schon seit Generationen, die wurden halt dann da, du übernimmst es jetzt,
- 22:18dann tun die Trauben produzieren. Die haben jetzt nicht in Geisenheim studiert und die haben auch,
- 22:24zum Beispiel, geh mal nach Bordeaux, wenn du jetzt kein super Gistig Shasti-Château bist,
- 22:30das sieht es wirklich finanziell und sozial ganz schlimm aus, weil die Leute,
- 22:36Katastrophal, ja, die leben seit Jahrzehnten von der Substanz, dann sollen die diesen Betrieb
- 22:41übernehmen, die können den auch nicht verkaufen, weil das keiner, versuchen mal 20 Hektar in der
- 22:49Cote d'Aubelay oder irgendwie einen Ente de Merf zu verkaufen, weil du kriegst dann auch irgendwas
- 22:54dafür. Also da werden auch Leute, die dann in Rente gehen wollen, die haben keine Rente,
- 22:58weil sie einfach das gar nicht mehr kapitalisieren können. Und jetzt diesem Winzer vorzuschreiben,
- 23:04hey, du nimmst Glyphosat, du bist eine Umweltzao, das finde ich, das ist menschenfeindlich. Also ich
- 23:12finde, man muss schon, das ist eine Verantwortung, die wir haben, dass wir das ganze Blick, dass man
- 23:17versucht, wie kann man da weiter machen? Wo sind die Grenzen da oder wie kann man sich dann ernsthaft
- 23:22mit dem Thema beschäftigen? Zum einen hast du Grenzen, wo du sagst, jetzt diese Weine würde ich
- 23:27nicht trinken, sowohl nach unten als auch nach oben. Wäre das oder wo sind da die Grenzen jetzt
- 23:32so direkt gefragt? Und wie gehe ich als, von mir aus auch junger Sommelier, der sagt, okay,
- 23:40ich möchte eine ernsthafte Weinkarte zusammenstellen, soll ich, wäre ein erster Schritt es zum Beispiel
- 23:45zu deklarieren auf der Weinkarte, wo ich sage, das sind konventionelle Weine, das sind biologisch
- 23:49oder biodynamisch produzierte Weine. Nein, das würde ich gar nicht. Was würde ich gar nicht so machen.
- 23:55Also ich glaube, was ich da eher sehen würde, ist, dass man neugierig bleibt. Also ich habe
- 24:04oft mal den Eindruck, dass man zu wenig neugierig ist auch in der Branche. Zum Beispiel wenn ich jetzt,
- 24:12an dem wenn ich sage, ich will Winzern und ich will eine Partnerschaft für Winzer haben, aber ich
- 24:17will ja auch, dass das meine Karte toll ist und Ausdruck stark ist. Warum geht man nicht immer auf
- 24:22eine Messe und sagt, okay, ich habe jetzt da drei Tage, zwei Tage probiere ich, was mich, wo ich sage,
- 24:29das wollte ich schon über. Und einen Tag nehme ich mir für Entdeckungen zu machen. Ich war jetzt
- 24:34zum Beispiel letztes Jahr auf der Mille Symbiou in Montpellier und das finde ich eine tolle Messe,
- 24:39weil zum Beispiel da die Stände nicht so aufgebaut sind. So jetzt da sind alle Griechen und da sind
- 24:46alle Franzosen, sondern da steht halt ein Wein aus Lamprosko, also Lamprosko aus der Emilia Romagna,
- 24:51die eben einem österreichischen aus dem Vagramm und dann machen die Stände, die sind auch alle
- 25:00gleich, nach der Anmeldung, wann die Anmeldung reinkommt. Und das finde ich total interessant,
- 25:06weil du dann auch mal gezwungen wirst, Sachen zu probieren, die du nicht auf dem Schirm hast oder
- 25:12wo du Vorurteile hattest. Also ich habe zum Beispiel dann ein Lamprosko probiert, der hat mich total
- 25:17umgehauen, das sieht mich total wahnsinnig aus. Dann komme ich ins Gespräch mit denen, das sagt er,
- 25:22ja, wir haben eine Genossenschaft geliefert und das hat uns überhaupt nicht mehr gefallen und wir
- 25:27haben jetzt hier drei und ein halb Hektar und wir machen jetzt diesen Line. Das ist doch mal, weißt
- 25:32du, da denkst du, Mensch, wenn man jetzt ein Someli hätte, der hat ein kleines Restaurant oder eine
- 25:36kleine Weinbar und ihr würdet die jetzt hier weine von dem importieren. Das wäre doch eine tolle
- 25:41Partnerschaft, wo man jemanden, der unternehmerischen Mut hat und einen Change machen will, auch
- 25:48belohnen kann oder sagt, das finde ich toll, das will ich unterstützen. Und da fehlt mir manchmal,
- 25:53ist ja auch keine Kritik, man hat auch, ich weiß, ich habe es selbst lange als Someli gearbeitet.
- 25:57Das ist ja eine wahnsinnige Arbeitsbelastung und dann hat man nicht auch immer noch Antennen
- 26:01für sowas. Aber das wäre vielleicht mal eine Anregung zu sagen, Mensch, bleibt neugierig,
- 26:08probiert mal was. Oder auch das Thema Peavies, da beschäftige ich mich. Ich habe jetzt ein ganz
- 26:14tollen Rotwein probiert, weil ich habe oft mal das Problem. Bei Peavierotweinen ist es oft so,
- 26:19Kabe ne Sovignon Lastig, dann ist es immer irgendwie, riecht es immer so nach Kassis und
- 26:23grüner Paprika, aber schon so, das ist mir echt oft schon zu too much und ich habe jetzt so ein
- 26:29Divico probiert von Theos Wein und Gut. Das ist ein Wein, der ist ein Winzer, der hat gesagt,
- 26:35ich habe mich damit beschäftigt. Ich wollte einen Rotwein machen, der eben nicht so Kabe ne
- 26:40Lastig ist und ich bin damit, ich bin in die Schweiz gefahren und habe das probiert und so.
- 26:44Und jetzt habe ich dann halt ein Hektar gepflanzt und probieren, ich habe von dem Weingut noch
- 26:49nie was gehört. Und dann dachte ich, jetzt probiere ich jetzt mal, es ist echt toll,
- 26:53was dieser Winzer macht und das finde ich toll. Die Leute probieren was, die machen was, aber sie
- 26:57haben oft das Problem, dass sich die Leute nicht dafür interessieren und dann hängt man oft
- 27:02auch immer so ein, so ein Image nach, dann wird halt ein Weingut ist geheilt und ah,
- 27:07und jetzt laufen alle dahinterher, dass man da mal ein bisschen neugieriger bleibt. Das würde ich mir
- 27:13ein bisschen wünschen. Er gilt als flüssiger Bernstein, in dem die Zeit ihren Geschmack hinterlassen hat.
- 27:35Berm Whiskey und ein Apparateproduzent für Berm Whiskey's Heaven Store. Die Geschichte von
- 27:41Heaven Store ist nicht nur eine Geschichte, eine Brennerei, sondern ein Zeugnis von Vision, Kunst
- 27:46und einer tiefen Verwurzelung zur amerikanischen Kultur. Gegründet wurde die Marke von Bob Dylan.
- 27:52Ja, richtig, Bob Dylan. Einem der einfluchsreichsten Musiker, doch Heaven Store ist mehr als
- 27:58ein prominenten Label. Es ist ein Ort, an dem Handwerk Innovation und Kreativität so etwas
- 28:02außergewöhnlichen verschmelzen. Bob Dylan hatte eine klare Vision. Er wollte einen Whiskey
- 28:08schaffen, den nicht nur durch seinen Geschmack, sondern auch durch seine Philosophie beeindruckt.
- 28:12Diese Philosophie ist in der Brennerei tief verankert. Heaven Store ist kein typischer
- 28:17Produktionsbetrieb für eine Spiritose, er ist ein Refugium für Handwerkskunst. Jede Entscheidung,
- 28:23eine Auswahl der Zutat bis hin zur Gestaltung der Flasche wurde mit Sorgfalt und Leidenschaft
- 28:27getroffen. Die Brennerei befindet sich im Herzen des amerikanischen Mittleren Westens,
- 28:32eine Region, die seit Jahrhunderten für ihre Getreideproduktion bekannt ist. Die Auswahl des
- 28:37Standorts war kein Zufall. Die Fruchtbahnböden und das temperierte Klima bieten ideale Bedingungen
- 28:42für den Anbau von Rocken, Mais und Gerste. Den Grundpfeilern der bourben Whiskeyherstellung.
- 28:47Doch Heaven Store geht ein Schritt weiter. Die Brennerei ist jetzt auf lokale Partnerschaften
- 28:51um sichertzustellen, dass nur die besten Rohstoffe verwendet werden. Diese enge Verbindung zur
- 28:56Region spiegelt sich in jedem Tropfen des Whiskeys wieder. Ein entscheidender Aspekt der Brennerei
- 29:01ist ihr Engagement für Nachhaltigkeit. Heaven Store hat sich zur Aufgabe gemacht, die Umweltbelastung
- 29:08so gering wie möglich zu halten. Die Brennerei verwendet erneuerbare Energie und effiziente
- 29:13Wasseraufbereitungssysteme. Darüber hinaus werden die Fässer, in denen der Whiskey reift,
- 29:18aus nachhaltig bewirtschaften Wäldern hergestellt. Heaven Store benutzt zwei unterirdische Grundwasserleiter
- 29:24für unberührtes Kalksteinwasser und geothermische Heizung und Kühlung für seine Gebäude. Die
- 29:30Brennerei baut ihr eigenes Erbstückgetreide an und recycelt proteinreich Brei aus Regierungen,
- 29:36um Rinder auf den umliegenden Bauernhöfen zu ernähren. Diese Maßnahmen sind nicht nur
- 29:41umweltfreundlich, sondern tragen auch zur einzigartigen Qualität der Produkte bei.
- 29:46Die Flaschen von Heaven Store sind ein Kunstwerk in sich. Sie sind mit Elementen aus denen es
- 29:51Metallarbeiten verziert, die seine künstlerische Vision und seinen persönlichen Stil widerspiegeln.
- 29:56Diese Kunstwerke, oft inspiriert von den Songtexten, geben dem Whiskey eine visuelle Identität,
- 30:03die ebenso einzigartiges wie sein Geschmack. Die Kombination aus Kunst und Handwerk macht
- 30:09Heaven Store zu einem Symbol für die Verschmelzung von Tradition und Innovation. Die Besonderheit
- 30:15von Heaven Store liegt jedoch nicht in seiner Optik, sondern vor allem in seiner Herstellung.
- 30:19Der Whiskey wird in kleinen Chargen hergestellt, um die Qualität zu maximieren. Dabei werden
- 30:25ausschließlich Kupferbrennenblasen verwendet, die für ihre Fähigkeit bekannt sind, die
- 30:30Reinheit und Komplexität des Distillates zu bewahren. Erst im letzten Jahr wurde der
- 30:35offizielle Teil der Brennerei im Pleasureville, Kentucky eröffnet. Das malerische Anwesen
- 30:41liegt auf über 160 Hektar högliegem Land am Six-Migreek und gehörte 1 Squire Boon, dem
- 30:49Bruder des Legenden-Grenzgänger Daniel Boon. Die Brennerei verfügt über zwei separate
- 30:54Reiferhäuser. Heaven Store steht für die Essenz der amerikanischen Whiskey-Kunst. Nicht
- 30:59zuletzt deshalb wurde Ken Pierce, ein Branchenveteran, als Meisterbrenner eingestellt, um das Projekt
- 31:04vom Design bis zur Distillation zu leiten. Und das merkt man beim Kentucky Straight Riversky.
- 31:09Die Herstellung des Straight Riverskis unterlegt strengen gesetzliche und technischen Anforderungen,
- 31:14die sowohl die Qualität als auch die Authentizität des Produktes sicherstellen sollen. Ein Straight
- 31:19Riversky muss zumindest 51% aus Rocken bestehen. Dies ist der gesetzlich festgelegte Mindestanteil
- 31:25und dient dazu, das charakteristische Aromenprofil von Rocken sicherzustellen, das durch würzige,
- 31:32verfrische und komplexe Noten gekennzeichnet ist. Die restlichen 49% der Getreidemischung
- 31:37können aus Mais, Gerste oder anderen Getreidesorten bestehen. Meistens wird gemelsterter Gerstenanteil
- 31:43zugefügt, um die Fermentation zu erleichtern, da Gerstenmals natürlich vorkommende Enzyme
- 31:47enthält, die die Umwandlung von Stärke in Zucker unterstützen. Der Whisky darf bei der
- 31:51Distillation nicht höher als 80 Vol.% Alkoholgehalt erreichen. Die Obergrenz ist entscheidend,
- 31:56um die Aromen und Geschmackstoffe des Rockens zu bewahren, die bei höherer Alkoholkonzentration
- 32:01verloren gehen könnten. Und ein Straight Riversky muss mindestens 2 Jahre in 9 ausgekohlten
- 32:07weichen Eisfässern gereift sein. Diese Anforderung geht für alle Straight-Klassifikationen und
- 32:13dient dazu, dem Whisky die typischen Noten von Vanille, Karamell und geräucherten Holz
- 32:17zu verleihen. Der Whisky darf nicht mit mehr als 62,5 Vol.% in die Fässer gefüllt werden.
- 32:23Die Beschränkung dient dazu, die in der Aktionsverstehende Silat in dem Holz zu optimieren, da ein höherer
- 32:28Alkoholgehalt die Extraktion vom Bitterstoff aus dem Holz verstärken könnte.
- 32:32Nach der Reifung muss der Whisky mit mindestens 40 Vol.% abgefüllt werden, um als Whisky
- 32:37vermarktet werden zu können. Ein Straight Riversky darf keine Zutatstoffe enthalten,
- 32:41weder Farbstoffe, Aromen oder Geschmacksverstärker sind erlaubt.
- 32:44Das kann man nachempfinden, wenn man ihn einmal im Glas hat, dieses intensive Aroma an Orangeschal
- 32:50und Koriander erinnern. Dieser weiche Gaum, dieser herrliche Schmelz, diese ausgeprägte
- 32:54Würze, diese Fruchtigkeit, diese Zugänglichkeit, dieser lang anhaltende Komplexe, feinwürzige,
- 33:00pfeffrige Zimtige und in sanfte Holznoten übergehende Nachgang, der ewig den Gaum
- 33:06zu streichen scheint. Vielen lieben Dank für dieses besondere
- 33:09Produkt, für diese Innovation, der Heaven Store Distillery und dem deutschen Importeur, dem
- 33:15Handelzausch Schlumberger.
- 33:16Ich dachte, dass die beiden Weine vielleicht irgendwie interessant sein könnten für dich.
- 33:32Ich wusste auch nicht wohin das Gespräch geht in welche Richtung.
- 33:36Und zum einen, ich weiß nicht, also den einen wirst du kennen, den anderen wahrscheinlich
- 33:40nicht oder den anderen hoffentlich nicht.
- 33:42Da würde ich mich freuen, wenn du ihn nicht kennst.
- 33:45Alper Gretitschig ist im Prinzip so das älteste Weingut, das es in Walte-Lina gibt und das
- 33:50besondere ist dabei, dass es in NiBiolo weiß gekältert.
- 33:54Und ich finde, es war für mich so einer der Vorreiter dieser blonde Noir Bewegung oder
- 34:00dieser Interpretation, die teilweise eben auch farbübergreifend ist, wo man eine
- 34:05rote Rebsort weiß kälter, die versucht irgendwie Eigen zu interpretieren, trotzdem zwei Seelen
- 34:12in einem Weinschlummern hat.
- 34:13Also auf der einen Seite schon die Charakteristik, teilweise das Arombild eines NiBiolos herauslösen
- 34:20greifen kann, aber dann trotzdem die Authentizitäten, die Typizität eines Weisfreinens.
- 34:25Das fand ich so unfassbar spannend dabei.
- 34:27Total, es ist ein toller Wein.
- 34:29Wahnsinn.
- 34:30Also ich mag jetzt, also ich habe jetzt, gestern das Praktische im Winter, finde ich, da kann
- 34:37man immer alles vor die Tür stellen und brauchen, weil der Kühlschrank bei uns ist
- 34:41immer so rappelvoll.
- 34:42Das stimmt, ja, wir haben zwei Kinder.
- 34:44Da brauchst du auch Futter, ja.
- 34:46Und jetzt ist es ein bisschen zu kalt.
- 34:48Ich glaube, den muss man fast ein bisschen wärmer servieren.
- 34:51Aber es ist ein, finde ich, was ich auch mag, es ist jetzt nicht so ein plakativer Primärfrucht,
- 34:57sondern es ist so eine feine Dezente, gell?
- 35:00So eine feine Aromatik.
- 35:02Ah, toll, ja.
- 35:04Und auch dieses bisschen Florale.
- 35:06Ich finde die Aromen auch schwer zu beschreiben.
- 35:11Also ich bin ganz, ganz schwer zu greifen und man hat dann nicht so dieses typische Arom-Muster,
- 35:15wo man sagt, oh, da rieche ich jetzt die Himbeere vom NiBiolo raus oder rieche ich halt irgendwie,
- 35:20keine Ahnung, irgendwelche gelfruchtigen Aromen oder sonstiges, sondern er hat für mich nichts
- 35:24für jetzt aufgrund dieser ganz leichten Reife, die er hat mit zwei Jahren, als 22er, schon
- 35:29eine gewisse Fülle, aber auch Leichtigkeit.
- 35:34Er hat leicht Floralearomen.
- 35:36Er hat, finde ich, ganz viel Substanz und für mich hat er das, was du vorhin bei der Besonderheit
- 35:43vieler natürlicher Weine beschreibst, dieses entdeckungswürdige und nicht greifbare.
- 35:48Genau, wo man so sagt, oh, da kann ich mir jetzt auch ein bisschen beschäftigen mit dem
- 35:52Wein.
- 35:53Ich finde das so was Anisartiges, Fenchel, dieses gelfruchtige, aber Orange, Orange ist
- 36:01auch so bisschen drin, ist auch so bisschen gewürzig auch.
- 36:05Und ich mag das Mundgefühl von dem Wein.
- 36:07Ich bin auch eher so ein Struktur-Tränker.
- 36:09Ich finde, auch in der Weinbegleitung, das ist vielleicht auch noch ein Punkt, den ich
- 36:17vielleicht bei der Biodynamie noch sagen möchte, dass man da auch mit unserer Art Wein zu beschreiben,
- 36:24finde ich, auf den Wein nicht gerecht wird.
- 36:26Weil ich finde, diese Aromenreiterei kommt eigentlich aus so einer industrialisierten
- 36:32Weinbereitung heraus.
- 36:33Und wir sollten eigentlich mehr Begriffe finden, um die Strukturen des Mundgefühls eines
- 36:40Weines zu beschreiben.
- 36:41Weil alles, was man in der Nase riechen kann, kann man ja im Keller manipulieren.
- 36:45Aber das, was so ein Mund-Gefühl ist, das kommt irgendwie so aus dem Weinberg.
- 36:50Und da könnte man sich nochmal mehr Mühe machen.
- 36:55Ich glaube, da gab es vor ein oder zwei Wochen extrem interessanten Artikel im Dekanter
- 37:02über diesen Ansatz, dass man sagt, die Nase kann täuschen, der Mund nicht.
- 37:06Wenn man Wein bewerten sollte, sollte man eigentlich nahezu niemals über die Nase gehen, wenn
- 37:11man da natürlich auch immer momentane Entwicklungsphasen manipuliert oder nicht.
- 37:17Aber das Wein es hat, auch verschiedene, nicht unbedingt qualitativ fundamentierte Qualitätsansätze
- 37:26oder Gegebenheitsansätze des Weines.
- 37:29Und das ist beim Mund aber nicht so.
- 37:30Du kannst ihn kaum, du kannst ihn natürlich auch in gewisser Weise schon beeinflussen
- 37:34durch verschiedene Gegebenheiten.
- 37:36Aber es ist wesentlich schwerer und es ist auffälliger.
- 37:40Wenn du am Gaumen, wenn du Säure zusetzt, wenn du keine Ahnung den Wein irgendwie gußertorisch
- 37:47versuchst zu manipulieren, dann merkt man das eher, als wenn man es eben von der Aromatik
- 37:52her macht.
- 37:53Absolut.
- 37:54Was ich jetzt an dem Wein unglaublich mag, dass es sich im Rachenraum so schön entwickelt.
- 37:59Du schluckst ihn runter und dann kommt im Rachenraum eben so eine Seidigkeit, so eine
- 38:07Kalkigkeit, Kreidigkeit.
- 38:10Diese Gelbfrucht kommt am Rachenraum richtig heraus und hast so eine ganz angenehme feine
- 38:15Würze.
- 38:16Der kleidet den mittleren Gaumen sehr schön aus und hast so eine angenehme Balance von
- 38:22Grip.
- 38:23Also da hat es so einen schönen Grip auch.
- 38:25Und die Säure ist auch gut eingewoben, ist auch nicht zu Säurelastik oder so.
- 38:29Das ist ein ganz toller Wein.
- 38:32Also danke für diesen Wein.
- 38:34Großartig.
- 38:35Super, super gerne.
- 38:36Und was ich eben toll finde, 11,5 Volumenprozent.
- 38:38Und das schmeckt man nicht.
- 38:44Er schmeckt so viel eigentlich, so gehaltvoll, so komplex, so intensiv, so präsent.
- 38:52Ganz toller Wein.
- 38:54Bin ganz begeistert.
- 38:55Die Entwicklung wird großartig.
- 38:57Also wenn du den heute Abend mit deinem Mann probierst, wirst du nochmal eine ganz andere
- 38:59Wahrnehmung dafür haben.
- 39:00Und das finde ich macht ihn in der Tat sehr besonders.
- 39:05Das war für mich eine große Entdeckung.
- 39:06Und ich finde, heutzutage werden zu wenig Klassiker probiert oder eben auch besprochen.
- 39:12Jeder braucht irgendwie was Hippis oder irgendwas, was man noch durch Insta noch mit durchbalantern
- 39:16kann, wo man sagt, meine Entdeckung.
- 39:17Und damit meine ich auch nicht, diese Riesenklassiker, wo man dann mehr oder weniger das dann irgendwie
- 39:22als Flaschenleiche dann noch abfotografiert, sondern die Weine, die gesetzt sind, die für
- 39:28ein Gebiet stehen, die für einen Stil dann irgendwo auch stehen, die das ganz klar tragen
- 39:33oder eben auch mit beständig halten.
- 39:37Die werden zu selten wahrgenommen.
- 39:41Wolltest du irgendwie auch langweilig erscheinen?
- 39:43Da rennst du bei mir sowas von offener Tür ein.
- 39:46Ich bin ein Riesenbordeaux-Fan.
- 39:48Auch wieder geworden.
- 39:50Ich habe mir die Zeit genommen, kurz nachdem die Corona-Sache so abgeklungen war, eine
- 39:58Bordeauxreise zu machen.
- 40:00Zusammen mit Tobias Lassac, der ist der Bordeauxbeauftragte von Le Grand Ché-de-France.
- 40:07Und der hatte auch so den Kenne-Ich-Gut-Nin, ich mag den total gerne.
- 40:11Der ist super, dass wir mal so Weine probieren, "Ups, Off the Beatentrack".
- 40:16Und ich habe auch gesagt, ich möchte da eine Sache im Biodynamie und das sagt, Mensch,
- 40:19da gibt es so tolle Weine, mittlerweile kommen und schautet es an.
- 40:24Und dann waren wir fünf oder sechs Tage unterwegs und ich habe so fantastische Weine probiert.
- 40:30Ich bin so begeistert.
- 40:31Die haben alles geändert.
- 40:33Also wenn man denkt, das ist immer noch irgendwie Robert Parker und ich auch noch mal Holz drauf.
- 40:39Und es gibt so tolle Weine für überschaubares Geld.
- 40:44Also zum Beispiel, was ich liebe ist Chateau-Mango.
- 40:46Das gibt es auch bei Visanteur, glaube ich, hat das ein Programm.
- 40:50Das ist Todeskini, ist die Familie.
- 40:53Die haben 80 Hektar arrondiert, ins Sondemilion, an der Grenze, rüber zu Cote Castillo.
- 40:5980 Hektar komplett biodynamisch.
- 41:02Die arbeiten top und da kann es halt irgendwie für 20 Euro, Sondemilion und Cue so geiles Zeug.
- 41:09Ich war beim Graf Neiberg, ich habe nirgendwo so geile Weinberge gesehen.
- 41:18Die sind, der ist auch bio.
- 41:20Das ist so tolle Weinberge.
- 41:23Die Reben, die waren so vital, die standen da im Saft.
- 41:27Das war hammerg und die Weine sind geil.
- 41:29Ich mag diesen Stil, der hat immer so ein bisschen mehr Gerbstopfen.
- 41:32Das ist so zupackend und so.
- 41:34Ich liebe Utbarsch Liberal im Puyac.
- 41:37Also das ist Claire Villard und auch ihr Mann, Gonzac Lodin, der macht du fort.
- 41:43Vivan Cine-Mango.
- 41:44Das ist so toll.
- 41:46Also ich bin ein totaler Bordeaux-Fan.
- 41:50Und es lohnt sich da wieder hinzufahren und mit offenen Augen da durchzugehen.
- 41:55Und du kannst...
- 41:56Und dieser Wein, den du mir jetzt hier geschenkt hast, Chateau-Dépès.
- 41:58Das wurde damals bei der Klassifikation leider nicht berücksichtigt.
- 42:02Aber man würde es heute mit dem Bewusstsein relativ hoch einstufen.
- 42:07Die sind nicht klein, haben 200.000 Flaschen ungefähr, Gesamtproduktion.
- 42:11Ganz, ganz klassisch eigentlich.
- 42:13Ich glaube, es besteht so in der Regel aus 45 Prozent Cabernet-Soméon, 44 Prozent mehr
- 42:21Lodin.
- 42:22Das ist recht ungewöhnlich auch für Sandra Stéph.
- 42:24Und der Rest dann eben Cabernet-Front-Pétit-Verdot.
- 42:27Daher hast du aber diese zwei Säulen, eben auf der einen Seite das Gelett, den Cabernet-Soméon
- 42:33und dann dieses fleischige Meloge.
- 42:35Dadurch ist der Wein relativ außergewöhnlich in seiner Reife-Fähigkeit.
- 42:3940 Hektar haben sie, recht lehmkies, kalklastig, vom Bodenfundamenten.
- 42:47Ich finde es für mich so eine ganz, ganz schundmodernere, aber auch sehr authentische
- 42:52Interpretation eines.
- 42:53Total.
- 42:54Und du merkst sofort, Son de Stéph finde ich dieses Erdige.
- 42:56Finde ich toll, ne?
- 42:58Das Geheimnisvolle, dieses Trüffelige, bisschen zu Trüffel, Unterholz, bisschen diese Würze
- 43:03dann drin.
- 43:04Der hat auch so ein bisschen so was Herbes.
- 43:07Also ich finde, wenn du jetzt Pouillac trinkst, das ist ja auch, das hat mal der Hütt-Schonsten
- 43:14gesagt, Cabernet-Soméon schmeckt ja immer total kräftig durch.
- 43:19Es gibt nur eine Region, wo das nicht der Fall ist und das ist Pouillac.
- 43:25Pouillac zähmt den Cabernet.
- 43:27Und du hast eine Süße im Wein, obwohl der Wein Knochen trocken ist, eine Süße, die
- 43:32nicht süß ist.
- 43:33Und was ich ansäunte, Steffliebe ist diese herrliche Herbreit, dieses herzhaft Herbe.
- 43:41Das liebe ich.
- 43:42Also es ist ein ganz toller Wein.
- 43:44Was ich interessant fand, ich war vor zwei Jahren da im Bordeaux seit langmals wieder.
- 43:49Also man muss viel, viel öfters nach Bordeaux allein, wenn die Stadt großartig ist, aber
- 43:52es gibt auch die Gegner und vor allen Dingen auch die Winzer und die Menschen, da sich
- 43:56damals erfahren hat, dass 80 Prozent der Weinküter in der Umstellung sind.
- 43:59Da sind noch nicht komplett zertifiziert, aber es ist ja ein Riesen-Movement, ein Riesenbewegung,
- 44:03die in Richtung Natürlichkeit dort geht, war auch überrascht von diesem teilweise extrem
- 44:09spannenden Preis-Leistungsverhältnis, was du eben auch ausgelobt hast, dass du dort
- 44:13richtige Schätze und Entdeckungen machen kannst.
- 44:16Da war ich nur in diesem großen Weingut-Bereich, wo es um die 200-500.000 Flaschen geht, sondern
- 44:23teilweise Weingüter, die auch im kleinen Segment produzieren.
- 44:28Und was ich jedem ans Herz legen möchte, für mich eines der beeindruckendsten Museen,
- 44:33war Lisettin, war es halt nicht großartig.
- 44:37Da war ich noch nicht drin.
- 44:38Ah, da musste unbedingt, da wird Wein multimedial inszeniert und das so großartig und so verständlich
- 44:44war für mich so eins, wo ich sagte, boah, warum war hier nicht schon jeder.
- 44:48Also da haben sie es wirklich verstanden, dieses eigentlich komplizierte Thema Wein
- 44:52runterzubrechen, attraktiv zu inszenieren, zu gestalten, fand ich ganz großartig.
- 44:57Also da, wenn du es nicht mal da bist, unbedingt ist ein Muss.
- 45:00Ja, wir fahren jetzt mit der Familie hin im Sommerurlaub und haben dann auch noch Sulak
- 45:05fahren und wir fahren mit dem Zug.
- 45:09Also auch ganz, wir fahren mit dem TGW nach Vize.
- 45:11Wow.
- 45:12Ja, mit der Familie.
- 45:13Ach, krass.
- 45:14Ja, super, haben wir schon mal gemacht.
- 45:15Das ist total toll.
- 45:16Wir fahren mit dem TGW rüber erst nach Paris.
- 45:20Wir bleiben jetzt zwei Tage in Paris, weil mein Mann möchte unbedingt Notre Dame sehen,
- 45:23ich möchte es auch sehen, aber er ist auch Hitech, der hat da irgendwie will unbedingt
- 45:27es da rein.
- 45:28Ja, natürlich.
- 45:29Das ist totalismus und dann fahren wir weiter nach Bordeaux und dann wird bei uns ein Auto
- 45:33da und fahren nach Sulak.
- 45:35Und ...
- 45:36Total.
- 45:37Auch sehr vernünftige Ansatz, also das ist vor allen Dingen ein stressfreier Ansatz.
- 45:40Total.
- 45:41Also zwei Kinder, wenn die da hinten im iPad zwölf Stunden zugespielt werden, das ist
- 45:45ja ordentlich im Sinne der Sache.
- 45:46Nee.
- 45:47Und so kannst du entspannt irgendwie noch eine Runde Uno spielen oder kannst du noch
- 45:51arbeiten oder was auch immer.
- 45:52Ja, das ist total toll.
- 45:53Und der TGW ist auch noch verlässlich zeitlich, also da weißt du, der kommt.
- 45:57Der kommt nicht so wie die Deutsche Bahn.
- 46:00Ja, genau.
- 46:01Absolut, absolut.
- 46:02Aber danke für diesen tollen Wein.
- 46:06Also ich breche auch eine Lanze für den Bordeaux.
- 46:09Da sind wir total auf der gleichen Welle.
- 46:11Schön, dass wir Bordeaux mal wieder neu entdecken.
- 46:15Nicht auch.
- 46:16Das ist auch ein bisschen ein Problem, wenn du so Fachbücher kaufst.
- 46:19Die sind oft lieblos und dann merkst du oft, oh Gott, dann schaust du die Klimadaten an
- 46:24und sagst, oh Gott, die Klimadaten sind ja noch aus den 50ern.
- 46:27Hat einer von einem alten Sachbuch, der schon aus einem alten Sachbuch abgeschrieben hat.
- 46:31Das ist wirklich ...
- 46:32Alles, was man von Bordeaux aus alten Sachbüchern weiß, kann man wegschmeißen.
- 46:39Wirklich.
- 46:40Du musst da neu hin und dich neu inspirieren lassen.
- 46:44Und wir sind auch manchmal Opfer von unserem Ego, weil dann hat man vielleicht drei Tage
- 46:48im Bordeaux, aber dann will man ein Selfie aus dem neuen Schreib und Chevrolet Blanc machen
- 46:53und fährt dann wieder zu diesen ganzen Turbo-Weingütern und hat dann keine Zeit mehr, sich auch mal
- 47:00mit was neuem zu befassen.
- 47:02Da müssen wir uns alle an der reine Nase fassen.
- 47:03Aber die man auch kennen muss, also ich finde, man muss einmal bei Großnässeln vor diesem
- 47:07Fancy-Schloss stehen oder man muss einmal keine Ahnung auch in den Gärten von in die
- 47:12Cam gestanden haben und das einfach so um dieses Gefühl und sich auch diese Verbindung und
- 47:17diese Emotionen auch lebendig zu halten.
- 47:20Also ich finde, das gehört auch dazu.
- 47:22Es ist natürlich immer, wo man sagt, muss man das unterstützen und es ist ja Kommerz,
- 47:27aber doch ja, es gehört zum Stück weiter zu.
- 47:29Und es sind manchmal auch diese Meilensteine, in denen man sich nach 20, 25 Jahren gerne
- 47:34noch zurück erinnert.
- 47:35Total, ja, ja.
- 47:36Wir leben, also ich finde, Planet Wein ist toll.
- 47:40Ja, weil du gerade über das Probieren redest, kann man biodynamische Weine schmecken?
- 47:47Könntest du es heraus schmecken, wenn du zwei, ein konventionell und ein biologisch
- 47:51und biodynamisch produzierter Wein, ich weiß, das beides kann man auch nicht in einen Top
- 47:55werfen, biologisch und biodynamisch produziert.
- 47:57Also jetzt einfach so in dieser Dreierkonstellation, kann man dann Unterschiede rausschmecken
- 48:02oder worauf müsste man achten?
- 48:03Ah, okay.
- 48:04Ich finde, was schmeckt da anders?
- 48:06Ich finde, da kann man jetzt erstmal so diesfrage technisch beantworten.
- 48:11Du hast halt im biodynamischen viel weniger, also wenn du zertifiziert bist, viel weniger
- 48:16Mittel, die du einsetzen kannst.
- 48:18Und wenn du diese Zusatzstoffe im Keller betrachtest, für was werden die verwendet?
- 48:25Da gibt es drei Gründe dafür.
- 48:27Einmal, wenn im Weinberg was schief gelaufen ist, dass du halt irgendwas korrigieren musst.
- 48:33Wenn du Prozesse beschleunigen willst, weil man jetzt schon den neuesten Wein auf den
- 48:38Markt bringen will.
- 48:39Und wenn du den Stil in eine Richtung drücken möchtest.
- 48:44Das heißt, wenn du, also Sauvignon Bleu ist ein gutes Beispiel, Sauvignon Bleu, Modell
- 48:52Tutti Frutti machen willst, dann hättest du Schwierigkeiten, das zertifiziert biodynamisch
- 48:58zu machen.
- 48:59Du kannst vielleicht biodynamische Trauben erzeugen und dann sagen, okay, die Trauben
- 49:04sind biodynamisch erzeugt, aber ich will ein Tutti Frutti Cloudy Basestyle machen.
- 49:08Dann kannst du auch da irgendwie Mittel draufhauen.
- 49:12Also weißt du, was ich meine?
- 49:13Es ist ja immer dann so ein Spiel.
- 49:15Also da könntest du schon mal einmal das so beantworten.
- 49:19Ich finde die Kunst von biodynamischen Wein oder überhaupt von handwerklich erzeugten
- 49:24Wein ist es, Trauben zu erzeugen, die in ihrer biologischen Zusammensetzung, also
- 49:30sagen wir mal Säure, Zucker und so weiter und in ihrem mikrobiologischen Besatz so sind,
- 49:36dass sie nur noch Schwefel brauchen, um einen komplexen, terrorbezogenen Wein zu erzeugen.
- 49:44Das ist die handwerkliche Kunst.
- 49:46Und das ist für mich auch so ein bisschen das Geheimnis von Biodenamie, wenn man dann
- 49:51so Spitzenweine erzeugt, dass das der Anspruch ist.
- 49:54So, das ist mal vorausgeschickt.
- 49:56Jetzt darf man wieder mit dem Brechstange diese Sachen anwenden.
- 50:03Es gibt mal Probleme im Weinberg.
- 50:05Da kann auch der beste Winter ist nicht gefeiert davor, dass du ein regnerisches Jarrah hast.
- 50:10Wir sprechen ja vom Klimawandel, du hast regnet, es schimmelt alles.
- 50:13Keine Ahnung, dann ist es ja vielleicht doch besser, man nimmt mal eine Reinstuchthebe,
- 50:18anstatt dass man das jetzt vielleicht irgendwie total umher werden lässt.
- 50:21Da muss man wieder so sein.
- 50:23Aber jetzt nochmal auf die Frage zurückzukehren, kann man es schmecken.
- 50:26Ich finde ja, die Weine haben für mich nochmal mehr Lebendigkeit.
- 50:31Die behören mich nochmal anders und ist es jetzt so, dass ich nur noch biodynamische
- 50:38Weine trinke oder verurteile ich jetzt andere absolut nicht, weil ich halt auch sehe, wie
- 50:45der Markt funktioniert.
- 50:46Und ich finde, man muss auch ja da vielleicht ein Stück weit auch aufpassen, dass wir uns
- 50:51nicht total verrennen.
- 50:52Wir haben ja auch allgemein die Thematik, dass immer weniger Wein getrunken wird.
- 50:58Das bringt die Weinbranche jetzt auch richtig in Druck.
- 51:02Die Zahlen gehen ja weltweit zurück.
- 51:04Es gibt eine riesige Anti-Alkohol-Lobby.
- 51:08Und wir müssen halt auch gucken, dass wir junge Leute und Wein-Einsteiger für Wein
- 51:15begeistern.
- 51:16Und ich weiß nicht, das ist eine Frage, die ich mir darstelle.
- 51:22Und da habe ich auch noch keine abschließende Antwort gefunden.
- 51:24Wenn wir jetzt das alles so auf die Spitze treiben und sagen ja, nur natural Wein und
- 51:29so organic und nur, können wir da Leute ansprechen, die sich noch nie mit Wein beschäftigt haben?
- 51:37Oder müssen wir vielleicht auch eher so Crowd-Pleasing-Weine auch machen, um Leute für das Thema Wein
- 51:43zu begeistern?
- 51:44Erst mal so einen Einstieg zu schaffen.
- 51:46Es ist interessant, irgendwie auch zu entlocken, dass jemand, der Holunda Blüte schmecken möchte,
- 51:51auch Holunda Blüte schmeckt, die identifizieren kann und sagen kann, okay, so was kommt auch
- 51:56im Wein.
- 51:57Wie kommt das da rein?
- 51:58Wie kann man jemand eine Holunda Blüte reinfallen lassen?
- 52:00Nein, das kommt aus der Traube und eben dieses ganz, ganz Bodenständige erklären, was man
- 52:05zum einen selber ja irgendwann gelernt hat, aber ja auch tagtäglich im Restaurant dann
- 52:09irgendwo praktiziert.
- 52:10Aber letztlich ist es mehr eine Gefühlssache, wenn ich das hinter richtig interpretiere,
- 52:15mit dem Schmecken eines biodynamischen Weines als wirklich explizit, dass ich sage, der
- 52:20muss immer nach Schachtelheim schmecken.
- 52:23Dann weiß ich, das ist ein Blabberblabber.
- 52:26Ja, ich finde das eine gefühlssache.
- 52:28Also so was.
- 52:29Gibt es da für dich eine Preiseorientierung?
- 52:32Weil es klingt ja immer so, als wäre dieser Gesamtaufwand bei einem doch naturorientierten
- 52:39Wein, wenn man dem produziert höher wäre, als wäre der höher als bei einem konventionellen
- 52:45produzierten Wein, wo ich einfach mehr oder weniger mit mittelchen arbeite.
- 52:50Das wird ja irgendwo dann auch wirtschaftlich umgelegt oder sollte wirtschaftlich umgelegt
- 52:54werden.
- 52:55Wo wäre für dich da ein Preis, wo du sagst?
- 52:58Ich glaube, es kommt auch auf die Reaktion darauf an, wo du bist.
- 53:01Also ich sage mal, wenn du…
- 53:02Das ist ganz wichtig für dich.
- 53:03Das vergisst man.
- 53:04Vergisst man auch.
- 53:05Total.
- 53:06Dass halt in Südspanien wesentlich einfacher ist, sich biologisch zertifizieren zu lassen
- 53:10als an der Art.
- 53:11Genau, absolut.
- 53:12Wo du steil lagen hast und so weiter.
- 53:14Also das ist auch so.
- 53:18Das muss man sich eher fragen.
- 53:19Ich glaube aus Chile gibt es glaube ich…
- 53:21Das müssen wir nochmal nachrecherchieren.
- 53:23Das ist ja auch das größte biodynamische Weingut.
- 53:26Da kannst du ein Cabernet Sauvignon, das ist ja auch noch beispielsweise eine Traube,
- 53:29die viel weniger anfällig ist.
- 53:31Und da kannst du auch mit der Maschine lesen, weil Cabernet Sauvignon mit der dicken Schale
- 53:35qualitativ völlig okay, sage ich jetzt mal.
- 53:39Und dann kannst du im Bio-Laden, im Bio-Supermarkt, im guten chilenischen Cabernet Sauvignon
- 53:46schon für 6-7 Euro bekommen.
- 53:47Also wenn du sagst, ich will jetzt einen Riesling haben oder ich will jetzt einen Pinot Noir,
- 53:54die viel empfindlicher ist, mit einem affengeiles Zeug aus dem Elters probiert, dann ist das
- 54:00irgendwie eine Grand-Grühlage, Steilhang, dann hast du die Schanklone, die wenig Ertrag
- 54:05liefern, die viel mehr Aufwand brauchen.
- 54:08Dann muss man halt da einen anderen Preis ansetzen.
- 54:12Ja, ich glaube so muss man es sehen.
- 54:14Was soll man sehen?
- 54:15Die Zertifizierung, was ja ganz viel extrem diskutieren, die einen sagen, okay, ich arbeite
- 54:20so, aber ich möchte mich nicht zertifizieren lassen, um eben in den gewissen Jahren, die
- 54:25du vorhin geschildert hast, auch flexibel zu sein und auch eingreifen zu können, dass
- 54:29mir nicht mein Jahres-Ertrag dann irgendwo flöten geht.
- 54:32Auf der anderen Seite sagen viele, es gibt zu viele Tricksereien und entweder lebst du
- 54:37es oder lebst du es nicht.
- 54:39Dann eben auch welche Art der Zertifizierung, da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten,
- 54:44sich zertifizieren zu lassen.
- 54:45Das lässt denjenigen, der sich nicht intensiv damit beschäftigt, manchmal auch so ein bisschen
- 54:49ratlos zurück.
- 54:50Wie siehst du das?
- 54:51Ist das unabdingbar, sich zertifizieren zu lassen?
- 54:54Ja, das ist jetzt auch eine super spannende Frage, die du mir da stellst.
- 54:57Also ich glaube, Zertifizierung ja oder nein, es gibt so einen Knackpunkt, an dem sich jetzt
- 55:03auch entscheidet, wie die Zukunft der Biodenomie ist, ist, ob Kaliumphosphonate wieder zugelassen
- 55:08wird.
- 55:09Weil das hat man ja bei einem Bio-Anbau mal erlaubt.
- 55:12Das ist ein Mittel, das hilft gegen falschen Mehltaus, den man ja sonst nur mit Kupfer
- 55:19bekämpfen kann.
- 55:20Und Kupfer ist ja ein Kontaktmittel, was dann, wenn da irgendwie 18 Milliliter Regen kommen
- 55:26wird, das abgewaschen, du musst es neu auftragen.
- 55:28Und es gibt Jahre wie Jahre, 21, wo Bio-Winzer halt dann über 20 Mal spritzen müssen.
- 55:35Und da muss man sich dann echt fragen.
- 55:37Ist das jetzt noch Bio?
- 55:39Das ist ja die große Achillesferse.
- 55:42Und da kann man jetzt aber auch die Bio-Winzer nicht in die Pfanne hauen, weil es so eine
- 55:48Lobby-Interessensgeschichte ist.
- 55:50Da haben auch die Bio-Verbände geschlafen, als man das Kaliumphosphonate, v.a. von der
- 55:55Europäischen Union da rausgestrichen hat.
- 55:57Und jetzt sind die Verbände eben dran, mit Druck auch in der Europäischen Union, jetzt
- 56:03das wieder reinzubekommen, als Mittelumhalt eben den falschen Mehltau damit auch zu bekämpfen.
- 56:11Und jetzt eben auf diese Zertifizierung zu sprechen zu kommen.
- 56:16Also die Zertifizierung haben ja verschiedene Funktionen, einmal auch zu sagen, hey, wir
- 56:20nehmen die Sache ernst.
- 56:22Es ist auch so, dass man damit auch, wenn man jetzt bei so einem Verband sich zertifizieren
- 56:27lasst, auch die Verbandsarbeit unterstützt.
- 56:31Das ist schon auch wichtig, dass man politischen Einfluss dann hat, weil sonst, ich weiß nicht
- 56:37in Brüssel, wie viele Lobbyisten da rumschwirren.
- 56:40Da ist schon gut, auch wenn die Bio-Verbände mit ihren Themen und ihren Anliegen auch
- 56:45dort gehört werden.
- 56:47Und diese Arbeit muss finanziert werden, das geht nicht anders.
- 56:51Und andererseits muss man aber schon die Frage stellen, wie so Zertifizierungen sind.
- 56:57Und da komme ich wieder von dem Mindset 1986.
- 57:00Also, EcoVin wurde 1986 gegründet und was war das für eine Zeit?
- 57:05Das war die Zeit der großen Umweltbewegung.
- 57:071986 ist Chernobyl in die Luft geflogen.
- 57:11Es war die Sandusreinkatastrophe, wo irgendwie Chemieumfall, die Fische sind nur noch rückwärts
- 57:16in die Nordsee gekommen.
- 57:17Und diese Zertifizierung atmen diesen Ungeist des Misstrauens.
- 57:24Also, man geht immer so davon aus, die Leute sind die größten Umweltverbrecher und eigentlich
- 57:31wollen sie alles totspritzen und alles vernichten.
- 57:34Und nur wenn wir jetzt hammerhart alles aufschreiben, kriegen wir die dazu, dass sie auch das einhalten.
- 57:39Und da frage ich mich, ich übertreibe jetzt mal auch ein bisschen, da frage ich mich, sind
- 57:44wir heute nicht schon viel weiter?
- 57:46Es ist in Zeiten, wo Klimawandel ist und wo wir Probleme haben, da regnet es einmal
- 57:53wie Hölle und dann regnet es wieder drei Monate gar nicht, ist es wirklich den Winzern
- 57:59und auch den Landwirten nicht bewusst, dass Boden total wichtig ist, um überhaupt ekonomisch
- 58:05wirtschaftlich zu sein?
- 58:06Und da glaube ich, dass wir heute im Mindset von den Leuten viel weiter sind und dass wir
- 58:15viel mehr vertrauen wagen.
- 58:22Und auch die Winzer entlasten von dieser Bürokratie-Wahnsinn, weil das hat sich so
- 58:26verselbstständig, dass wir nur noch irgendwelche Formulare ausfüllen und Excel-Tabellen und
- 58:32irgendeinem Bullshit.
- 58:33Das Pendel ist so in diese Richtung gelaufen, dass man sagt, hey Leute, weniger Dirigismus
- 58:41wagen und Kontrolle ist gut.
- 58:45Wir könnten uns aber auch mehr Vertrauen jetzt mal leisten.
- 58:48Und in dem Blickpunkt müsste man mal die Zertifizierung auf dem Prüfstand stellen, auch wenn man
- 58:55jetzt auf den Hof geht und sich das anschaut, wie arbeitet der Winzer, das nicht mit so
- 59:04Kontrolle, jetzt Schulaufgabe schreiben und dann kriegst du eine Sex-Unfälzdurch, sage
- 59:08ich jetzt mal, sondern auch mit so einem Blick drauf gehen, hey, was kann der Winzer denn
- 59:13besser machen?
- 59:14Könnte man ihm denn helfen, so ein Betriebsgespräch führen, zu sagen, ich finde supergeil, wie
- 59:22du jetzt die Kompostwirtschaft machst, aber hast du dir mal überlegt, da und da, was weiß
- 59:28ich, könnte man was einsparen oder da und da könnte man mit einer kleinen Investition
- 59:34dir die Arbeit erleichtern und das wäre auch umweltfreundlicher.
- 59:37Zum Beispiel, so könnte man ja auch Zertifizierung gestalten, dass es Hofgespräche sind, die
- 59:45auch eine Entwicklungsmöglichkeit bieten, die auch nützlich ist, dass man das irgendwie
- 59:50anders denkt.
- 59:51Das machen die Organisationen auch nicht, also die gehen auch nicht auf den Hof und beraten
- 59:57begleiten, sondern kontrollieren auch nur und vergeben entweder ein Stempel oder nicht.
- 1:00:01Genau, so habe ich das auch, ja.
- 1:00:03Also da ist echt noch Luft nach oben, ich glaube, Demeter macht das auch ein Stück weit
- 1:00:07und EcoVin macht das ein Stück weit, aber da ist definitiv noch Luft nach oben und
- 1:00:11wir müssen vom Bürokratie entlastet werden, weil das, den Unternehmergeist und die Kreativität
- 1:00:18erstickt, man erstickt darunter und das soll so nicht sein.
- 1:00:25Aber ist das etwas, wo ich als Sominie darauf achten sollte, ob da ein Label hinten dran
- 1:00:31klebt oder?
- 1:00:32Ja, das ist schwierig, also.
- 1:00:33Oder nicht.
- 1:00:34Das ist ja manchmal so eine erste Orientierung, wo man vielleicht auch sagtlich unterstützt
- 1:00:37das Gesamtkonzept und ich versuche diejenigen, die sich da mit einer ganz anderen Ernsthaftigkeit,
- 1:00:43ich möchte ja in anderen keinen Ernst absprechen, aber es ist ja doch ein zusätzlicher Aufwand,
- 1:00:47sich da zertifizieren zu lassen, die Formulare auszufüllen, diesen dreijährigen Weg zu
- 1:00:52gehen, sich so offenbaren offen zu legen.
- 1:00:55Es ist sehr wahnsinnig viel Arbeit, um letztlich das zu erzählen, was man vielleicht aus einem
- 1:00:59intuitiven Heraus auch machen würde, sollte man die nicht unterstützen, in dem man ganz
- 1:01:03einfach diese Weine nimmt, auf die Karte nimmt und das kritisiert.
- 1:01:06Also ich finde, wenn der Winzer sagt, er ist biodynamisch, dann soll er sich bitte auch
- 1:01:10zertifizieren.
- 1:01:11Sonst soll er es einfach nicht sagen.
- 1:01:13Das ist mein Anliegen.
- 1:01:14Also so würde ich das machen, so sehe ich das, weil das wäre auch einfach, finde ich, auch
- 1:01:20schwierig für die Leute, die dann die Arbeit auch machen und die auch den Beitrag bezahlen,
- 1:01:25damit Lobbyarbeit passiert, damit wir auch im Bio-Anbau auf EU-Ebene da auch weiter kommen.
- 1:01:34Also das gehört dann auch dazu.
- 1:01:38Und andererseits hätte ich schon auch einen Wunsch.
- 1:01:40Ich habe jetzt ein sehr tolles Gespräch mit Axel Neiss gehabt, den ich sehr, sehr schätze.
- 1:01:45Das ist Weingut Ludi Neiss.
- 1:01:46In der Pfalz findet es einen ganz tollen Unternehmer auch, der ist ja jetzt CO2-neutral zertifiziert
- 1:01:53und er ist ein großer Verfechter von Fair & Green.
- 1:01:56Und er wird ja oft auch in der Branche schnell so der Stab gebrochen, er heißt, wir alles
- 1:02:01Greenwashing.
- 1:02:02Aber ich habe mich dem wirklich auch mal sehr lange unterhalten und er hat mir das auch
- 1:02:06alles gezeigt.
- 1:02:07Der hat damit angefangen mit dieser Fair & Green Zertifizierung, ist ja im Betrieb der
- 1:02:13relativ große, ich weiß nicht genau, zahl aber ich glaube, an die 40 Hektar hat der
- 1:02:18und der produziert zum Beispiel auch so Literware, die ja auch in der Pfalz, in der Gastronomie
- 1:02:23unglaublich wichtig ist.
- 1:02:25Weißt du, da treffen sich die Leute, da gibt es halt einen Doppelglas mit sonst was,
- 1:02:29irgendwie Schorle oder sonst was.
- 1:02:31Das heißt, da werden ja Mengen produziert, die auch zum bestimmten Preispunkt auch treffen
- 1:02:36müssen.
- 1:02:37Und er sagt, das war für ihn so augenöffnet mit Fair & Green, weil die sind da zum Beispiel
- 1:02:41durchgegangen und da wird ein punktesystem kreiert, da schaut man sich an, auch bei den
- 1:02:48Spritzmitteln, wie giftig sind die?
- 1:02:51Das ist zum Beispiel das Kaliumphosphonat, der hat null Punkte, weil das irgendwie gar
- 1:02:56nicht giftig ist.
- 1:02:57Und dann hast du halt irgendwie keine Ahnung, so ein Mittelchark, also wenn es schon so
- 1:03:01ein Mittelchark heißt, wie so Haifisch, ich glaube, der ganze, irgendwie, ganze Dörfer
- 1:03:07er vergiften damit.
- 1:03:08Also das hat dann irgendwie so, sag ich mal, ich kann jetzt den genauen Zahlen nicht, aber
- 1:03:12sagen wir mal 100 Punkte.
- 1:03:13Und er sagt halt, das hat ihm total geholfen, dass da so, weil du bist ja oft, also wenn
- 1:03:19es auch betriebsblind, du Acker hast, du fährst auf 115 Messen, dann musst du noch hier und
- 1:03:23Hofwesern so.
- 1:03:24Dann kam eben dieser Berater ins Haus und hat gesagt, guck mal, du kannst die mit dir
- 1:03:29im Mittel austauschen, dann hast du die Toxiditätslast schon mal total runter reduziert.
- 1:03:34Und das ist doch schon mal ein Anfang, dass man sagt, hey, bei diesen Flächen, die für
- 1:03:39eine Literware, da hat man jetzt schon mal einen Pluspunkt.
- 1:03:43Und dann ging es so weiter und so weiter und er sagt, es hat ihm total geholfen, seinen
- 1:03:49Betrieb weiterzuentwickeln und er ist jetzt mittlerweile biozertifiziert, weil das für
- 1:03:54ihn dann am Schluss noch nur noch so ein kleiner Schritt war.
- 1:03:57Und ich finde, das ist eine tolle Geschichte, oder?
- 1:04:02Dass man sagt, du...
- 1:04:03Der Einstieg einfach zu wagen und dass nicht die große Hürde, sondern das Step by Step
- 1:04:07absolut.
- 1:04:08Und dein gewusstsein für Öffene.
- 1:04:10Und dem nehme ich das auch ab.
- 1:04:12Das ist ein ganz ehrlicher Typ und dem nehme ich, für den will ich die Hand ins Feuer legen.
- 1:04:17Ja, genau.
- 1:04:18Und du kannst auch zum Winzern nicht gehen, du hast 40 Hektar, du verkaufst einen Großteil
- 1:04:23in Literware zum günstigen Preis, du musst jetzt bio, sonst bist du die Umweltsau, das
- 1:04:28ist doch nicht realistisch, oder?
- 1:04:30Gibt es...
- 1:04:31Da kann man doch gar keinen Urteil fehlen.
- 1:04:33Verstehst du, was ich meine?
- 1:04:34Da sind wir oft sehr schnell zu sagen, äh, äh.
- 1:04:37Sondern das fand ich einen sehr, sehr interessanten Punkt, der mich sehr beeindruckt hat.
- 1:04:41Gehe ich ganz, ganz doll mit oder bin ganz doll bei dir.
- 1:04:46Dieses schwarz-weiß-denken, was man eben oftmals hat, resultiert meistens, glaube ich,
- 1:04:50auch aus der Überforderung.
- 1:04:51Ja.
- 1:04:52Die sowohl auch Somnys als auch Winzer haben, weil sie halt unglaublich viel leisten müssen.
- 1:04:55Genau.
- 1:04:56Dann doch schnell irgendwie sich quer informieren müssen und dann ist dieses, ähm, da brauche
- 1:05:02ich schnell eine Meinung für und dann wird irgendwas herkonstruiert, was vielleicht
- 1:05:07auch kein, kein tiefen Verständnis, noch nicht mal Wissen, sondern Verständnis für
- 1:05:11die andere Seite, für die andere Branche oder für die Mitmenschen dann irgendwo hat.
- 1:05:15Also das, was du vorhin eigentlich auch schon mehrfach gesagt hast, einfach diese Offenheit,
- 1:05:19dieses Graudenken zwischendrin und sich vielleicht nach und nach und nicht mit dem Brecheisen
- 1:05:26dort durch diese, diese Thematik zu kämpfen.
- 1:05:34Egal ob Dry Generary, ob die Fastenzeit, das Auto fahren oder ob es der schönste Grund
- 1:05:51ist auf Alkoholsversichten, die Schwangerschaft gibt es hier die gute Nachricht.
- 1:05:55Auch wenn man auf den Alkohol verzichten muss oder möchte, muss man nicht auf den Geschmack
- 1:05:59verzichten.
- 1:06:00Alkoholfreie Weine waren viele Jahre keine rumreiche, aber sind mittlerweile eine faszinierende
- 1:06:06Kategorie in der Welt der Getränke und verantwortlich dafür zeichnen sich großartige Produzenten
- 1:06:11wie Oddbird aus Schweden.
- 1:06:12Was sie mit ihrem Oddbird-Spumante erschaffen haben, definiert die Welt der alkoholfreien
- 1:06:18Genussgetränke komplett neu.
- 1:06:20Sie haben es geschafft, eine perfekte Balance zwischen Tradition und Technologie zu erschaffen.
- 1:06:25Das heißt auch hier beginnt im Kern alles mit einem klassischen Wein.
- 1:06:29Und genau hier wird es tricky.
- 1:06:31Alkohol ist ein Trägerstoff für Aromen und gibt den Wein Struktur und Fülle.
- 1:06:35Entfernt man ihn, riskiert man das der Wein flach und leer wirkt.
- 1:06:38Und wenn wir total ehrlich sind bei den meisten Weinen ist es leider auch so.
- 1:06:41Es braucht deshalb hochpräzise Methoden um den Alkohol schon zu entfernen, ohne die
- 1:06:45komplexen Aromen und die Textur des Weines zu zerstören.
- 1:06:48Das Ziel ist es, das Geschmacksprofiere des ursprünglichen Weines so authentisch wie
- 1:06:53möglich zu bewahren.
- 1:06:55Gesetzlich sind die Vorgaben in der EU relativ klar.
- 1:06:58Der Begriff "alkoholfrei" darf nur verwendet werden, wenn der Alkoholgehalt unter 0,5
- 1:07:04Vol.
- 1:07:05Prozent liegt.
- 1:07:06Denn diese Grenze stellt sicher, dass der Alkoholgehalt vernachlässigbar ist und keine
- 1:07:09physiologischen Effekte hat.
- 1:07:11Ferner muss der Ursprung des Weines ganz klar deklariert werden.
- 1:07:15Die Bezeichnung Wein darf nur verwendet werden, wenn das Produkt tatsächlich aus Trauben
- 1:07:18hergestellt wurde und die gesetzlichen Anforderungen an Wein erfüllt, bevor der Alkohol entfernt
- 1:07:23wird.
- 1:07:24Wenn die Aromen und Süßungsmittel sind erlaubt, müssen aber angegeben werden, was aber bei
- 1:07:28Oddbird absolut undenkbar ist.
- 1:07:31Und so ist alkoholfreie Wein nicht mehr nur ein Nischenprodukt.
- 1:07:34Es ist eine Chance für Menschen, die auf Alkohol verzichten möchten, sei es aus gesundheitlichen,
- 1:07:38religiösen oder persönlichen Gründen, trotz allem einen genussreichen Moment zu erleben
- 1:07:42und einen gesellschaftlichen, ritualen Teil zu nehmen, ohne Kompromisse einzugehen.
- 1:07:47Und ja, es gibt alkoholfreie Weine und es gibt Oddbird.
- 1:07:50Oddbird ist die Geschichte einer Idee, die nicht nur eine Marke, sondern eine Bewegung
- 1:07:54ins Leben gerufen hat.
- 1:07:55Es beginnt im Jahr 2013, als Moa Gebürser eine Familientherapeut mit über 20 Jahren Erfahrung
- 1:08:02beschließt, etwas zu verändern.
- 1:08:04Nach unzähligen Gesprächen mit Familien und Einzelpersonen, die durch alkohol geprägte
- 1:08:09Konflikte erlebt haben, erkennt sie ein gesellschaftliches Muster.
- 1:08:12Alkohol ist nicht nur ein Getränk, sondern ein fest verankerter Bestandteil sozialer
- 1:08:17Rituale.
- 1:08:18Und Moas Vision war, Genuss und Gemeinschaft von Alkohol zu entkoppeln und dabei eine
- 1:08:24echte Alternative zu schaffen, die Idee war radikal.
- 1:08:27Kein Ersatzprodukt, das nur halbwegs an echte Weine heran reicht, sondern etwas, das sich
- 1:08:33in dem Maßstäben traditioneller Weinkunst stellt, zu erschaffen.
- 1:08:36Moa wollte den Menschen ermöglichen, hochwertige Weine zu genießen ohne den Einfluss von Alkohol,
- 1:08:41Weine, die Respekt vor Handwerk und Geschmack haben.
- 1:08:45Oddbird war geboren.
- 1:08:46Der Name steht im traditionellen Englisch für einen Außenseiter von etwas anders denkenden
- 1:08:51Menschen und spiegelt die Philosophie wieder, die Oddbird leben möchte, sich gegen den
- 1:08:56Strom zu stellen.
- 1:08:57Es ist eine Umarsch an diejenigen, die mutig genug sind, etwas Neues zu wagen, ohne sich
- 1:09:02den Erwartungen der Gesellschaft zu beugen.
- 1:09:04Das Besondere an Oddbird ist, dass sie keine Abstriche machen.
- 1:09:08Moa und ihr Team arbeiten mit renommierten Winzern in dem besten Anbau-Region Europas
- 1:09:13zusammen, von den sanften Hügeln Venezien bis hin zu den kalkhaltigen Böden Südfrankreichs.
- 1:09:18Die Weine werden nach demselben Standardzeit gestellt, wie ihre alkoholischen Prendance,
- 1:09:23mit Leidenschaft, Geduld und Präzision.
- 1:09:26Erst nach der vollständigen Winifikation wird der Alkohol entfernt und zwar so schonend,
- 1:09:31dass Aromen und Struktur des Weines erhalten bleiben.
- 1:09:33Der Protest der Endalkoholisierung ist ein Meisterwerk der Technik.
- 1:09:38Mittels Vakuumdyslation wird der Alkohol bei niedrigen Temperaturen entfernt, dabei
- 1:09:42bleiben die komplexen Aromen, die die Traube durch ihre Reise von den Weinbergen bis ins
- 1:09:47Glas entwickelt haben, vollständig ent- und erhalten.
- 1:09:51Und darum möchte ich hier und heute exemplarisch den Oddbird Spumand empfehlen.
- 1:09:55Seine Einzigartigkeit liegt in einer Vielzahl von Faktoren, die sowohl in den Weinbergen
- 1:10:00als auch in der Veredelung in Schweden verurzelt sind.
- 1:10:04Die Herkunft, die Kläratraube und das Theroa Veneziens.
- 1:10:08Was Klärra besonders macht, ist ihre Fähigkeit, die Essenz ihres Anbaugebietes einzufangen.
- 1:10:13Die kalkhaltigen Böden der Region Venezien in der Provinz Treviso kombiniert mit einem
- 1:10:17militäranen Klima bieten zusammen mit den subtilen mineralischen Kalkböden der Region
- 1:10:23eine perfekte Umgebung.
- 1:10:25Und was den Oddbird Spumante wirklich heraushiebt, ist der Prozess der Endalkoholisierung.
- 1:10:31Anders als viele alkoholfreie Weine, bei denen der Alkohol durch Erhitzen entfernt wird,
- 1:10:36nutzt man bei Oddbird die Vakuum-Distillation.
- 1:10:39Im Vakuum verdampft Alkohol bereits bei 30 Grad statt der üblichen 78.
- 1:10:44Dies minimiert den Verlust von flüchtigen Aromen, die für das Geschmacksprofil entscheidend
- 1:10:48sind.
- 1:10:49Durch die Methode bleibt nicht nur das Aromen erhalten, sondern auch die Textur des Weines.
- 1:10:54Und gerade für Schaumweine ist dies enorm wichtig, da die Feine per Lasch und das Mundgefühl
- 1:10:59maßgeblich den Genuss beeinflussen.
- 1:11:00Und dann haben wir ihn im Glas.
- 1:11:02Mit seinen herrlichen Aromen, an Apfel, an Böhren, an Hüll und Blüte, an Grappleur
- 1:11:07der Inland.
- 1:11:08Mit seinem frisch lebendigen Gaumen und seiner bemerkenswerten Struktur.
- 1:11:12Mit seinem Geschmacksfinale, das erstaunlich lange anhält, mineralisch ist.
- 1:11:16Und die subtilen Noten der kalkhaltigen Böden wenigstens perfekt widerspiegelt.
- 1:11:20Moa Geböse.
- 1:11:21Und ihr Team wollten keinen Wein ohne Alkohol, sondern einen Wein, der Genuss neu definiert.
- 1:11:26Vielen lieben Dank dafür.
- 1:11:28Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:11:31Wie gehst du?
- 1:11:42Also was ich immer sehr schwierig finde, ist, dass man ganz selten einfach erzählen
- 1:11:49kann, ohne politisch zu werden.
- 1:11:51Also du hast jetzt auch, ich habe lange überlegt, ob ich jetzt zum Beispiel einen Namen Steiner
- 1:11:55erwähnen soll.
- 1:11:56Weil der ja auch sehr stark, wo man sich auch informiert, man hat unterschiedliche Informationen,
- 1:12:00die einen sagt, er wurde instrumentalisiert.
- 1:12:02Die anderen sagen, er hatte ein gewisses Gedankengut, was heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist.
- 1:12:08Auf der anderen Seite hat er natürlich sehr viele Dinge konstruiert, zusammengefügt,
- 1:12:16die vorher nur wenige bis keiner dann irgendwo so dokumentiert haben.
- 1:12:22Und somit ist er schon ein recht wichtiger Mensch in dieser gesamten Branche.
- 1:12:25Aber es ist ja nur ein Name, eine Person.
- 1:12:28Ich hatte das auch, ich glaube, eineinhalb Monate davor, wo ich einen Posting hatte
- 1:12:33und mit Steiner.
- 1:12:34Und ich hatte so viele Nachrichten bekommen, ob ich mir meiner Verantwortung bewusst bin
- 1:12:39und diesen Namen und so weiter.
- 1:12:41Du bist ja täglich damit, wenn du einen Thematik dann auch politisierst, dass du dafür angreifbar
- 1:12:49bist und sollte man das.
- 1:12:50Oder ist das auch unsere Aufgabe?
- 1:12:52Wie gehst du damit um?
- 1:12:53Ja, das ist eine sehr, sehr interessante Sache.
- 1:12:55Denn da gibt es so regelrechte Hater, die dieses total hassen und sich an irgendwas da hochziehen.
- 1:13:03Das ist ganz interessant, weil zum Beispiel es gibt auch oftmals beim öffentlich-rechtlichen
- 1:13:10Rundfunk, dann gab es so eine Berichterstattung über Steiner, biodynamisch.
- 1:13:14Und dann wird immer irgendein so ein Blogger immer zitiert, der da als Experte auftritt
- 1:13:23und der erzählt seit 20 Jahren den gleichen Scheiß, also auch immer in den gleichen Sätzen.
- 1:13:29Und das ist irgendwie auch so schlecht recherchiert, dass ich mir immer denke, hey Leute, und
- 1:13:36dann wird das nachgeplappert und dann wird dann so die Nazikäule rausgezogen und dann
- 1:13:41hat man ja sowieso dann bis dahin raus aus der Diskussion.
- 1:13:45Also da kannst du ja dann immer die Nazikäule schwingen und fertig.
- 1:13:48Ich bin immer dafür, also ich gehe jetzt mal von mir aus, ich bin ein mündiger Mensch
- 1:13:56und ich habe hier in meinem Kopf so eine Masse mit der ich denken kann und ich benutze
- 1:14:03mir meinen Verstand und meinen Geist und bilde mir mein Urteil selber.
- 1:14:08Und ich glaube, dass es im Umgang mit dieser Thematik unglaublich wichtig, dass man immer
- 1:14:14ein kritischer Geist bleibt und immer selbst denkt.
- 1:14:19Das ist auch die Aufgabe, so habe ich das auch verstanden, wie ich mit den Schriften
- 1:14:24von Steiner auch beschäftigt habe, wir müssen selber denken und nicht einfach glauben,
- 1:14:29dass jemand, was er vor 100 Jahren gesagt hat, wie so guhomäßig, jedes Wort total richtig
- 1:14:35und sonst was ist.
- 1:14:37Also das ist, du musst einfach selber denken, das gilt aber auch für alles andere auch.
- 1:14:43Alles was einem erzählt wird, also muss man immer hinterfragen, ja ist das jetzt, kann
- 1:14:48ich dem zustimmen, bin ich der gleichen Meinung, höre ich mir nochmal eine andere Meinung
- 1:14:52ein und bild mir dann meine eigenen Gedanken und das ist ganz essentiell.
- 1:14:57Ja und ich finde auch, wenn man sich jetzt zum Beispiel auch mit diesem langwirtschaftlichen
- 1:15:04Kurs beschäftigt und das liest, deswegen finde ich auch, wenn man jetzt auf YouTube
- 1:15:09da sich die Vorträge anhört, dann versteht man original null.
- 1:15:14Es ist wirklich schwierig, ich habe mir das angetan vor 10 Jahren.
- 1:15:16Du brauchst jemand, der dir das entschlüsselt.
- 1:15:20Also was meint er damit?
- 1:15:21Zum Beispiel, es gibt den Satz,
- 1:15:23die Kunst des Düngens ist das riechend,
- 1:15:28der zusammen zu halten.
- 1:15:29Und dann denkst du, Alter, was ist denn jetzt hier schon wieder los?
- 1:15:31Und dann weißt du aber, Ammoniak,
- 1:15:34also wenn du jetzt zum Beispiel ein Mishaufen da hast,
- 1:15:37dann ist es immer wichtig, die Torausscheidungen
- 1:15:40irgendwie an Kohlenstoff zu binden,
- 1:15:41weil sonst hast du den Ammoniak in der Luft,
- 1:15:44und wenn dann der Luft ist, ist er weg.
- 1:15:45Das heißt, wenn du ein Komposthaufen aufsetzt,
- 1:15:48ist es wichtig, dass du das riechende Zusammenhältst.
- 1:15:52Das ist eben dann der Stickstoff eben noch im Komposthaufen ist
- 1:15:56und nicht in der Luft.
- 1:15:57So.
- 1:15:58Und Streiner denkt ja phänomenologisch.
- 1:16:03Das heißt, er guckt sich an, wie Dinge wachsen,
- 1:16:07was hat die Pflanze, wie verwext die,
- 1:16:09was hat die dafür einen Ausdruck,
- 1:16:11und kann ich da Dinge ableiten davon.
- 1:16:13Und das formuliert er oft in einer Sprache,
- 1:16:17die man dekodieren muss.
- 1:16:19Und wenn man das dann sofort ins Lächerliche zieht,
- 1:16:22dann finde ich das auch schwierig, zum Beispiel, er spricht
- 1:16:26immer von den naturintimen Wechselwirkungen,
- 1:16:30die wir oft auch noch nicht verstanden.
- 1:16:31Und da hat er 100%ig recht, weil zum Beispiel
- 1:16:36gibt es eine interessante Studie,
- 1:16:39dass zum Beispiel Kühe, wenn die Grasfressen in der Natur draußen
- 1:16:44besser verdauen können und gesünder sind.
- 1:16:46Und dann hat man lange überlegt und hat dann gefunden,
- 1:16:49dass irgendwie auf Blumen so bestimmte Bakterien sind.
- 1:16:52Und dann hat man weitergesucht und hat mal rausgefunden,
- 1:16:55dass Hummeln, die ein Erdlöchern überwintern,
- 1:16:58wenn die dann so eine Blume anfliegen,
- 1:17:00dann sind die Bakterien drauf, die Kuh frisst es,
- 1:17:03die hat lustige Darmbakterien und kann besser verdauen,
- 1:17:06und dann ist die Kuh happy.
- 1:17:07Also ich sage es jetzt mal, das ist jetzt sehr wissenschaftlich
- 1:17:10ausgedrückt, aber es geht...
- 1:17:12So hilft es aber manchmal.
- 1:17:13Also wenn man es wirklich so blümelig mit Bildern arbeitet.
- 1:17:17Und das meint man damit.
- 1:17:19Und dann hat einfach...
- 1:17:21Das ist ja so diese interessante Sache.
- 1:17:24Die Wissenschaft ist hergegangen und sagt,
- 1:17:25die Kuh braucht irgendwie so und so viel Hals-Jurgen,
- 1:17:28bla bla bla in der Ernährung.
- 1:17:30Und dann kann die 10.000 Liter geben.
- 1:17:33Und dann sagt er nicht, dass Steiner es gibt,
- 1:17:34natürlich, und da ist auch Wurst,
- 1:17:36dann kannst du einfach Sojabonen aus Brasilien,
- 1:17:38der Kuh füttern, weil es scheißegal ist,
- 1:17:41die es dann trotzdem mit Nährstoffen versuchte.
- 1:17:43Und das sagt der Steiner, nein, es gibt
- 1:17:45naturintime Wechselwirkungen.
- 1:17:47Die wissen wir oft noch gar nicht.
- 1:17:49Die haben wir noch gar nicht wissenschaftlich erkundet.
- 1:17:51Und das ist schon die Stärke auch von der Biodänomie,
- 1:17:53dass man mit dieser Sichtweise auf die Natur, aufs Ganze,
- 1:17:57den Dingenraum gibt, die man noch nicht weiß.
- 1:18:00Die es aber gibt.
- 1:18:01Und in der Agrarwissenschaft hat man oft Dinge,
- 1:18:05die der Ökonomisierung,
- 1:18:07die dem Prinzip alles ökonomischer,
- 1:18:10ökonomischer zu machen,
- 1:18:12dieses Wissen, auch dieses Praktikerwissen,
- 1:18:14was diesem Prinzip entgegengestellt war,
- 1:18:17hat man, dieses Wissen, hat man marginalisiert
- 1:18:19und dann tischgekehrt, ins Lächerliche gezogen,
- 1:18:21da ist man drüber gerannt
- 1:18:23und ist damit voll gegen die Wand gefahren.
- 1:18:26Und das ist eben, man muss schon immer, finde ich,
- 1:18:29bevor man jetzt den Stab bricht und alles ins Lächerliche zieht,
- 1:18:33überlegen, was hat er damit gemeint?
- 1:18:37Wo stehe ich da?
- 1:18:39Und es ist auch völlig zu okay, so zu sagen,
- 1:18:40damit kann ich jetzt nichts anfangen.
- 1:18:42Es ist völlig okay.
- 1:18:43Aber ich finde, man muss schon sich die Mühe machen,
- 1:18:47sich damit zu beschäftigen und nicht einfach,
- 1:18:49ja, das ist die blöde Sprache und alles dumm
- 1:18:51und es sind alles isoterische Deppen und so weiter.
- 1:18:55Ja.
- 1:18:56Aber wie gesagt, immer gucken und auch wirklich kritisch hinterfragen.
- 1:19:01Ja, nur als Gedanke.
- 1:19:03Mir hat es damals geholfen,
- 1:19:05als ich mich auch mit den Schriften
- 1:19:06zumindest exemplarisch beschäftigt habe,
- 1:19:08dass ich die nicht Deutsch oder Englisch gelesen habe.
- 1:19:11Okay, das ist interessant.
- 1:19:12Wenn jemand, der es ins Englische übersetzt hat,
- 1:19:14der hat ja nicht Wort für Wort Übersetz, macht man ja nicht,
- 1:19:17sondern der versucht den Sinn herauszulösen
- 1:19:19und gibt dem dann natürlich auch mal eine Interpretationssache.
- 1:19:23Sehr spannend.
- 1:19:24Aber ich habe wesentlich mehr dabei verstanden,
- 1:19:26als ich es Deutsch gelesen habe.
- 1:19:28Ja, total interessant.
- 1:19:29Und das war, also hatte mir damals geholfen.
- 1:19:32Aber man, man, also ich finde es dann,
- 1:19:34wenn man sich mit den verschiedenen Mechanismen
- 1:19:36in verschiedenen Ebenen beschäftigt,
- 1:19:37wird es richtig spannend.
- 1:19:39Und dann sieht man, wie übergreifend beeinflussend das ist.
- 1:19:41Also das ist, wenn ich einen Zaun im Wald ziehe,
- 1:19:44dann wird mit einmal eine gesamte,
- 1:19:47eine gesamte, ein gesamte Ablauf in der Tierwelt
- 1:19:49komplett durch den Ellenbeer gebracht,
- 1:19:50was man komplett vergisst.
- 1:19:51Und so ist es dann eben im Kleinen,
- 1:19:53eben auch wie mit der Hummel und der,
- 1:19:54mit der Kuh dann, wie du es gerade geschildert hast.
- 1:19:58Ja, auch.
- 1:19:58Aber wenn man so tief sich mit dem Thema beschäftigt,
- 1:20:02wie sieht man dann Wein?
- 1:20:03Was ist Wein für dich?
- 1:20:04So in einem Wort gepresst.
- 1:20:05Wein ist für mich...
- 1:20:07Also vielleicht sage ich jetzt ein bisschen,
- 1:20:10was für viele erst mal komisch klingt.
- 1:20:14Aber ich bin gläubiger Christ.
- 1:20:16Und in der Bibel kommt sehr viel Wein vor.
- 1:20:20Und da ist oft Brot und Wein.
- 1:20:22Und Brot stillt deinen Hunger.
- 1:20:25Und Wein sagt ja, du bist mehr als ein Tier,
- 1:20:28das nur Hunger und Durst hat.
- 1:20:30Und das ist für mich Wein.
- 1:20:31Super Ansatz.
- 1:20:33Also eigentlich ist es Wein Mensch,
- 1:20:34wenn man so möchte.
- 1:20:35Genau. Also ich finde, das ist so eine ganz tiefe Bedeutung
- 1:20:41auch fürs menschliche Miteinander.
- 1:20:44Es wird ja immer sofort das Thema Alkohol und so bla.
- 1:20:48Und so ist...
- 1:20:49Da bin ich wieder bei der Freiheit in Verantwortung.
- 1:20:52Wein ist eben der Mensch...
- 1:20:57Es ist eine Anforderung an den Menschen,
- 1:20:59verantwortungsvoll damit umzugehen.
- 1:21:02Auch mit dem Rausch.
- 1:21:04Ist ja mit vielen Dingen, also mit Zucker ja zum Beispiel auch.
- 1:21:07Zucker wird ja auch völlig überproportioniert,
- 1:21:10genossen, gefressen, was auch immer, oder konsumiert.
- 1:21:13Das ist vielleicht die bessere Bezeichnung
- 1:21:14oder die elegantere Bezeichnung.
- 1:21:16Aber wo ist da die Grenze?
- 1:21:18Zucker im gewissen Maße, zum einen kann es der Körper
- 1:21:20gut verarbeiten, braucht es, es bereichert uns,
- 1:21:22es kann unser Leben bereichern.
- 1:21:24Aber in dem Übermaßen, wie wir es konsumieren,
- 1:21:26ist es mit Sicherheit nicht mehr gesund.
- 1:21:28Und so vielleicht auch mit dem Alkohol,
- 1:21:29vielleicht kann man es so runterbrechen oder so eben auch...
- 1:21:31Aber was verliert man jetzt, wenn man den Wein
- 1:21:36völlig, also so Verteufel, so dieses Zusammensitzen
- 1:21:43bei einem Glas Wein.
- 1:21:45Und dann kommt man auf Gespräche, das geht uns doch...
- 1:21:47Also, Mist, ich kann schon 100.000 Beispiele sagen,
- 1:21:50wo Wein einfach total verbindet, wo du sofort,
- 1:21:54wo du einfach ins Gespräch kommst,
- 1:21:56und dann nimmt man sich ein Thema, redet über Gott und die Welt
- 1:21:59und hat oft auch so Gedanken, die man vorher noch gar nie gedacht hat.
- 1:22:05Weil man eben zusammensitzt und ein Glas Wein trinkt
- 1:22:09und auf einmal, weißt du, kommt...
- 1:22:12der Geist geht irgendwie auf und man ist empfänglich
- 1:22:16und hat auf einmal Gedanken, die man vorher noch nie hatte.
- 1:22:20Ich habe beim Glas Wein mit meinem Mann zusammen gesessen,
- 1:22:24da haben wir ganz viele Sachen beschlossen,
- 1:22:29wie wir unser Leben weiter gestalten wollen.
- 1:22:31Und da haben wir oft auch Sachen gedacht,
- 1:22:33Mensch, wir können doch in das, das können wir noch mal...
- 1:22:35Da haben wir auch gar nicht darüber nachgedacht,
- 1:22:37aber das ist es jetzt.
- 1:22:39Und ich weiß ja, das ist jetzt nur ein Beispiel,
- 1:22:41mir geht das ganz oft so.
- 1:22:43Ich bin zum Beispiel auch sehr engagiert
- 1:22:45für die deutsch-israelische Freundschaft,
- 1:22:48weil als mündiger Bürger setzt man sich natürlich
- 1:22:52mit unserer Geschichte zusammen auseinander.
- 1:22:55Und mir war immer wichtig,
- 1:22:57also ich bin aus einem kleinen Dorf in Bayern groß geworden,
- 1:23:00da triffst du kein Juden.
- 1:23:02Also wo trifft man da mal in Bayern auf dem Dorf in Juden?
- 1:23:05Da gibt es keine.
- 1:23:06Und es hat mich irgendwie immer interessiert,
- 1:23:08ich wollte, dass diese Kultur mal kennenlernen
- 1:23:10und dann hat sich die Möglichkeit ergeben,
- 1:23:12dass ich mit diesen Twin Wineries,
- 1:23:15wo sich deutsche und israelische Weingüter,
- 1:23:17also quasi wie so Städtepartnerschaften,
- 1:23:19Verbrüdern und den Austausch pflegen,
- 1:23:21da habe ich die René Salzmann kennengelernt,
- 1:23:23das mittlerweile einer meiner besten Freundinnen,
- 1:23:26die in der Nähe von Tel Aviv da eben wohnt
- 1:23:29und die das initiiert hat.
- 1:23:31Und das sind unglaublich tolle Freundschaften,
- 1:23:33entstanden von Menschen,
- 1:23:34die vielleicht vorher noch gar nie Kontakt hatten.
- 1:23:38Aber das Wein verbindet die.
- 1:23:41Und dann treffen sich die, trinken ein Glas Wein
- 1:23:44und man kommt ins Gespräch.
- 1:23:46Das ist was, was ich wahnsinnig toll finde.
- 1:23:49Und wenn man jetzt wieder so reductionistisch,
- 1:23:52wissenschaftlich, Alkohol und bla bla bla,
- 1:23:55das so eindimensional betrachtet,
- 1:23:58dann wird man dem nicht gerecht.
- 1:24:00Kann man eventuell sagen,
- 1:24:02das Wein ein Opfer des Alkohol- oder der Anti-Alkohol-Bewegung
- 1:24:07ist, wie es, also viele spiegeln das zurück
- 1:24:10in die 20er Jahre USA, wo man die Prohibition hatte
- 1:24:15und letztlich der Leidtragende darunter war.
- 1:24:18Also auch die Weinkultur.
- 1:24:20Und viele versuchen im Nachhinein zu rekonstruieren,
- 1:24:25dass es wesentlich sinnvoller wäre,
- 1:24:29dem Wein separat zu sehen.
- 1:24:31Es ist natürlich Alkohol,
- 1:24:32aber es ist eine andere Art von Alkohol-Konsum
- 1:24:35oder eine andere Art von Alkohol-Bewusstsein,
- 1:24:38die auch viele Weintrinker letztlich leben.
- 1:24:41Natürlich gibt es da auch Alkoholik,
- 1:24:43wo man auch ein Problem damit haben muss.
- 1:24:45Man braucht es dann nicht irgendwie
- 1:24:47dann auch Greenwashing oder Schönreden.
- 1:24:49Es kann auch ein Problem sein,
- 1:24:51aber das kann es eben auch mit Fleisch- und Zucker-Konsum auch.
- 1:24:54Und wenn man die Kultur des Ganzen betrachtet,
- 1:24:57nimmt man den Menschen eigentlich so viel
- 1:24:59von dem, was er eigentlich durch den Wein geschenkt bekommt.
- 1:25:02Wenn man es ihm nimmt.
- 1:25:04Also wenn man es ihm auch verbal oder mental oder ideologisch nimmt.
- 1:25:07Also insofern, dass man schlechtes Gewissen hat,
- 1:25:09dass man ein Glas Wein trinkt.
- 1:25:11Man kann schnell den Schneid abkaufen.
- 1:25:13Oder? Findest du nicht?
- 1:25:15Wir lassen uns immer total schnell den Schneid abkaufen.
- 1:25:17Da kommt so ein selbstgerechter,
- 1:25:19der jetzt sagt,
- 1:25:21"Wein ist ja Alkohol, ist ja voll schlimm."
- 1:25:24Und dann kommt der gleich so die Totschlag-Akkurschein.
- 1:25:27Es gibt 150.000 Verkehrstote.
- 1:25:30Und dann wird er gleich mit so Hammer-Dingern
- 1:25:32da draufgeschlagen.
- 1:25:34Und wir stehen dann in der Ecke und sagen,
- 1:25:36"Oh Gott, ich will jetzt auch nicht politisch unkurekt sein."
- 1:25:39Und ich will ja, das sage ich lieber nichts.
- 1:25:42Und ich finde, das können wir uns in keinem Bereich mehr leisten.
- 1:25:47Also da ist das Wein nur so ein Thema.
- 1:25:50Ich finde, wir können es uns keinem Bereich,
- 1:25:53in edelich ja politischer Klimawandel,
- 1:25:55in Richtung mehr Erlauben, aus Bequemlichkeit den Mund zu halten
- 1:26:00und uns billig den Schneid abzukaufen.
- 1:26:05Ich finde, da muss man sich hinstellen,
- 1:26:07hör mal zu, Wein ist ein soziales Schmiermittel.
- 1:26:14Es geht darum, verantwortlich damit umzugehen.
- 1:26:18Da kann die Walmrosche auch immer noch besser werden,
- 1:26:21dass man mehr Aufklärungskampagnen hat und so weit und sofort.
- 1:26:24Aber ein Glas Wein zum Essen beim guten Gespräch ist Kultur
- 1:26:27und wenn das fehlt, dann haben wir ein Riesenproblem auch gesellschaftlich.
- 1:26:31Du siehst ja auch, es hängt ja wieder alles mit allem zusammen.
- 1:26:34Das sind wir wieder bei den naturintimischen Wechselwirkungen.
- 1:26:37Zum Beispiel ein großes Thema ist, wenn die Gastronomie stirbt.
- 1:26:41Was passiert denn dann?
- 1:26:43Gerade auf dem Dorf, ich komme vom kleinen Dorf.
- 1:26:45Wenn da die Gastronomie stirbt, wo man sich trifft,
- 1:26:48und jetzt bin ich in Bayern, da trinkt man kein Wein,
- 1:26:51da trinkt man halt ein Bier zusammen und dann redet man,
- 1:26:54dann gibt es keine Gastronomie mehr,
- 1:26:56dann hockt jeder zu Hause vor seinem Schachtal in seiner politischen Blase
- 1:27:01und versteift total auf seine Ansichten.
- 1:27:05Und dann heißt die Gesellschaft ist gespalten und bla bla bla
- 1:27:09und alle drehen nur noch durch und wählen irgendeinen Scheißdreck.
- 1:27:12Wo kommt es denn her?
- 1:27:15Gastronomie und auch zusammensitzen beim Glas Wein
- 1:27:19und sich auch mal die Meinung zu sagen und das auszuhalten und das auszudiskutieren,
- 1:27:24das ist doch elementar wichtig für uns als Gesellschaft.
- 1:27:28Und das ist das, was wir jetzt auch in der Gesellschaft haben.
- 1:27:31Wir haben uns auch mitgebracht, die Kommunikation dabei zu pflegen,
- 1:27:34also auch zu kommunizieren und auch miteinander und eine Antwort zu bekommen
- 1:27:38und nicht, was ja dann letztlich auch im heutzatlichen,
- 1:27:41noch mal eine ganz andere Entwicklung wäre,
- 1:27:44wenn man zu Hause und alleine sitzt, sich in den sozialen Medien komplett fallen zu lassen,
- 1:27:48die Blase immer kleiner werden zu lassen.
- 1:27:51Und vor allen Dingen auch nur einerseits zu kommunizieren
- 1:27:54und keine Antwort zu akzeptieren,
- 1:27:56denn jetzt hast du Bier gesagt, also ist Bier ein vergleichbares Element
- 1:27:59oder ist Wein in seiner Art so einzigartig?
- 1:28:02Ich finde Wein schon sehr einzigartig.
- 1:28:04Ich hatte mal ein ganz tolles Interview mit Hans-Josef Orteil,
- 1:28:07das ist ja so ein Schriftsteller aus Köln,
- 1:28:09mit dem wir für den Kölner Stadtanzeiger Interview haben.
- 1:28:12Und der hat das so gesagt, also das fand ich so überzeugend.
- 1:28:16Also guck mal, wenn du Bier trinkst, dann gehst du aufs Oktober.
- 1:28:18Ich liebe das Oktoberfest, gehierts ja hin, auch mit den Kindern,
- 1:28:21Vormittags, Esfma, Hinchel, vor allem Karo Sel, fahren wieder nach Hause,
- 1:28:24das ist super.
- 1:28:26Aber wenn du jetzt irgendwie so ein, so später,
- 1:28:28und dann hocken die alle so gebückt über ihrer Maß,
- 1:28:30und die Körperhaltung ist schon so nach unten, so irgendwie, ja?
- 1:28:34Ja, ja, ja.
- 1:28:37Und dann trinkst du ein Glas Wein,
- 1:28:39und da geht die Körperhaltung nach oben, so irgendwie.
- 1:28:42Das ist eine ganz andere Körperhaltung.
- 1:28:44Tolle Betrachtung.
- 1:28:46Und dann hat der Hans-Josef Orteil gesagt, also er hat ja einen ganz tollen Weinkeller,
- 1:28:49und wenn er dann schreibt, dann hat er eine Roman,
- 1:28:51und dann wach er nach zum Drei auf, und dann kommt ihm ein Gedanke,
- 1:28:54und dann geht er ein Weinkeller, und öffnet sich eine Flasche Wein,
- 1:28:58und schinkt sich ein Glas ein, und geht ihm seinem Weinkeller auf und ab,
- 1:29:02und schreibt und formuliert es, und dann geht er wieder ins Bett.
- 1:29:06Und dann am nächsten Tag steht er auf und denkt, was habe ich denn da geschrieben,
- 1:29:10und dann, ja, das muss ich jetzt noch weiterentwickeln und so.
- 1:29:13Aber das ist oft so ein kreativer Prozess ist.
- 1:29:16Und das hat er so toll beschrieben, dass er genau so ist,
- 1:29:19und dann ist er wirklich so, oder?
- 1:29:21Er findet es nicht, wie der Phänomenologisch, wie Steiner betrachtet,
- 1:29:24wie ist die Körperhaltung, die ist beim Bier anders als beim Wein.
- 1:29:27Und das sehe ich ganz genauso.
- 1:29:29Ja, na klar.
- 1:29:31Aber geht mir genauso. Also ich habe ja oft gefragt,
- 1:29:33wann trinkt jemand Wein bei den vorangegangenen Gästen,
- 1:29:3699% trinken Wein in Gesellschaft.
- 1:29:39Ich mag es manchmal auch den zu Hause, wenn ich irgendwas schreibe,
- 1:29:42oder wenn ich irgendwas über irgendwas grübeln,
- 1:29:44keine fünf Flaschen, sondern dann in der Tat auch dieses eine Glas,
- 1:29:47geistesöffnend ist, im wahrsten Sinne des Wortes,
- 1:29:50und lass mich da total drauf ein, trinkst du Wein lieber alleine,
- 1:29:53also nicht alleine, sondern singulär oder mit Speisen.
- 1:29:56Also magst du es mehr zu kombinieren,
- 1:29:58oder magst du den Wein als solches zu deklinieren und zu entdecken?
- 1:30:03Also ich mag ganz gern, also ein Glas Wein zum Essen,
- 1:30:08das ist für mich kürz so zusammen.
- 1:30:11Aber auch, also zum Beispiel mein Mann und ich,
- 1:30:14und wir sind beide ja selbstständig, wir arbeiten sehr viel,
- 1:30:17ich habe auch noch zwei kleine Kinder,
- 1:30:19und das ist ja auch immer riesen viel zu tun auch,
- 1:30:23und das ist auch total schön.
- 1:30:24Das ist eine Aufgabe, zwei Selbstständigkeiten, zwei Kinder, das ist ...
- 1:30:27Genau, das ist echt, aber wir lieben das auch, ich arbeite auch total gerne,
- 1:30:30ich mag das total, ich bin gerne unter Strom,
- 1:30:33und finde es irgendwie toll, und liebt es so, mitten im Leben zu stehen.
- 1:30:37Und dann, wenn mein Mann und ich dann,
- 1:30:39der Kinder sind im Bett, und dann hock mal an unserem Küchentil,
- 1:30:42und machen noch vielleicht Brotzeit, oder ...
- 1:30:45und dann trinken wir zusammen eine Flasche Wein,
- 1:30:48und das sind immer auch die tollsten Gespräche,
- 1:30:51und das ist auch so, dass man ins Gespräch,
- 1:30:53dann weißte jeder ist gerade noch so, die letzten E-Mails,
- 1:30:56und morgen, also mein Mann ist Architekt,
- 1:30:58und dann, morgen früh sind wir auf die Baustelle,
- 1:31:00da habe ich das dabei, und oh Gott, der kommt schon wieder nicht,
- 1:31:02und so, und dann sollst du irgendwie Gespräche führen,
- 1:31:06dann ist ja jeder noch in seinem Ding da drin und so,
- 1:31:09und dann hocken wir uns hin, und dann kommt man irgendwie so,
- 1:31:13oh jetzt kommt man so hoch, und dann kann man ganz toll gespeichern,
- 1:31:17was einen auch so bewegt, dann kommt man auch so wie der Mensch reflektierend,
- 1:31:22der Korbinen, also ein Sohn, der hat jetzt das mir gesagt,
- 1:31:26und das irgendwie, da müssen wir jetzt vielleicht mal ein bisschen aufpassen,
- 1:31:30oder da müssen wir ihn unterstützen, oder den Ludweg,
- 1:31:33das ist mein kleinerer Sohn, der hat das und das,
- 1:31:36und wie kann man da, und da müssen wir mehr das machen,
- 1:31:39oder einfach sich auch witzige Geschichten erzählen,
- 1:31:41was man jetzt mit den Kindern erlebt hat, die da andere nicht erlebt hat,
- 1:31:44oder einfach was ein bewegt, und mal diskutieren,
- 1:31:47und ins Gespräch kommen.
- 1:31:49Und da wage ich zu behaupten, das kann nur Wein, also das kann,
- 1:31:53also wenn du jetzt einen Abend hättest ohne Wein,
- 1:31:56dann würdest du nicht in diese Stimmung, in diese Situation,
- 1:31:59du hättest nicht dieses Rituelle dabei,
- 1:32:01du könntest das nicht mit Fruchtsaft machen,
- 1:32:03oder mit, keine Ahnung, mit Traubenschwolle,
- 1:32:05dass du sagst, okay, jetzt setzen wir uns hin, jetzt reden wir,
- 1:32:08jetzt haben wir dieses, auch im Alltag Stress, gedankenlose, zeitlose,
- 1:32:11und lassen einfach den Tag sanft und entspannt ausklingen.
- 1:32:15Ja, das ist auch ein Interesse, was du sagst,
- 1:32:17das kann man nicht mit Fruchtsaft, ich habe noch eine andere Sache,
- 1:32:20also ich bin auch im Mitglied der Gesellschaft katholischer Publizisten,
- 1:32:26und das ist ja oft auch ganz interessant,
- 1:32:28wenn man mal so außerhalb seiner Bubble mal Leute kennenlernt,
- 1:32:32und da habe ich die Chefin vom Konat Adenauer Archiv getroffen
- 1:32:38und kennengelernt, und da werde ich jetzt auch bald hinfahren,
- 1:32:42und Adenauer war ein großer Freund vom Wein,
- 1:32:46und er hat Wein auch immer als Geschenk mitgebracht,
- 1:32:51und ist auch ganz interessant, dass der deutsche Wein ja eigentlich
- 1:32:54erst so in den Ende 50er, 60er Jahren,
- 1:32:58dass er so erstmal total untergegangen ist,
- 1:33:01also als die Bundesrepublik gekündet worden ist,
- 1:33:04gab es noch diese alte Wein-Faszination mit die besten Weine der Welt,
- 1:33:09und er hat zum Beispiel Bernd Kastler-Doktor mitgenommen,
- 1:33:13als er nach Kurschschoff gereist ist,
- 1:33:16um die letzten Kriegsgefangene nach Hause zu holen,
- 1:33:19und da saßen die Wolle in der Dutchin,
- 1:33:21und da war das einfach ein Geschenk,
- 1:33:23und um einfach da auch Eindruck zu machen, ein gutes Atmosphäre zu eröffnen,
- 1:33:28und das hätte er nicht gekonnt mit Apfelsaft,
- 1:33:31und das fand ich irgendwie, das möchte ich raus recherchieren,
- 1:33:35ich werde da jetzt mal hinfahren in das Archiv,
- 1:33:37und mich da mal eingraben,
- 1:33:39und das ist so fahr-, das finde ich auch so ein Thema,
- 1:33:44dass man der Anti-Alkohol-Lobby mal wirklich entgegenschleudern kann,
- 1:33:48und sagen, hör mal zu, Leute, was wollt ihr eigentlich?
- 1:33:53Witzigerweise wird die,
- 1:33:55es war gerade gestern in den Nachrichten,
- 1:33:57wird die Lage aktuell verkauft, Bernd Kastler-Doktor,
- 1:33:59also eben auch diese Parzelle,
- 1:34:01wo der Wein herausresortiert, den er damals mitgenommen hat,
- 1:34:04die vom Haken vom Schloss Lise be-be-be-stellt wird,
- 1:34:08und mal schauen, was draus wird,
- 1:34:11aber da sieht man eben auch, wie geschichtsträchtig so eine Lage wie der Wein,
- 1:34:15als solch, also die Frage, ob du dir ein Leben ohne Wein vorstellen kannst,
- 1:34:19kann ich mir sparen, oder?
- 1:34:21Nein, ich kann mir das nicht vorstellen.
- 1:34:23Ich kann auch mal wirklich auch ganz gut ohne Wein auskommen,
- 1:34:25wenn man sagt, du Mensch, wir sind ja beruflich viel unterwegs,
- 1:34:28und jetzt, dann kann ich auch mal unter der Woche oder mal zwei Wochen,
- 1:34:33oder ich kann auch wirklich, ich brauche das nicht,
- 1:34:35ich kann auch einen Monat, ein zwei Mon-
- 1:34:37ich brauche nicht, wir waren jetzt auch im Urlaub im neuen Jahr,
- 1:34:40waren wir jetzt mit den Kindern unterwegs,
- 1:34:42im Bayerischen Wald, da gab es keine tolle Weinkarte,
- 1:34:45wir waren in so einer kleinen Pension, wurscht, brauchen wir nicht,
- 1:34:49da habe ich überhaupt kein Problem damit,
- 1:34:52aber wenn ich jetzt sage, ich müsste jetzt ganz darauf verzichten,
- 1:34:55da würde das, finde ich, traurig.
- 1:34:58Ich habe mir zum Beispiel auch abgewöhnt, Diäten zu machen,
- 1:35:02weil ich habe irgendwie, als Frau manchmal,
- 1:35:05irgendwann muss er schlank sein, und irgendwie, und so,
- 1:35:08und dann in unsere Branche, dann bist du wieder irgendwie eingeladen,
- 1:35:10bei Fresco Baldi, und er lädt dich in so eine dreistärne Putze ein,
- 1:35:14und dann denkst du, oh Gott, eigentlich will ich jetzt Low Carb machen,
- 1:35:17aber da steht da so Teller Nudeln vor dir,
- 1:35:20und Teller hat nicht das so deprimiert, ich war so depressiv,
- 1:35:25ich war so schlecht gelaunt, dass mein Mann so mehr gesagt haben,
- 1:35:28Schatzi, bitte, ist jetzt was, es ist unerträglich,
- 1:35:32ich habe dann nicht gesagt, okay, ich schau,
- 1:35:35dass ich irgendwie halbwegs im Rahmen bleibe,
- 1:35:37aber es ist mir scheißegar nicht,
- 1:35:39ich habe keine Kleidergröße, 36, ich finde, dass ich trotzdem gut aussehe,
- 1:35:43ich habe mir das abgewöhnt, ich will keine Zeit mehr damit verschwenden,
- 1:35:47mit irgendeinem Scheiß.
- 1:35:49Wie ist das bei dir überhaupt gekommen, also wie hast du dich in dieses Thema
- 1:35:53Weinrein gearbeitet, das ging bei dir extremst früh los,
- 1:35:58also direkt nach der Ausbildung, hattest du ja,
- 1:36:00soweit ich das zumindest weiß, direkt eine relativ hochdottierte Anstellung?
- 1:36:05Ja, das hat sich immer so entwickelt, also ich komme aus so einem kleinen Dorf,
- 1:36:09wie gesagt, und ich habe irgendwie auch nie so gewusst,
- 1:36:13was ich jetzt machen soll, und meine Eltern,
- 1:36:17ich liebe meine Eltern über alles, aber meine Mutter hat zu mir gesagt,
- 1:36:21ach du brauchst kein Abitur und Gymnasium, weil du wirst immer heiraten,
- 1:36:24dann kannst du auf Latein die Knödel ins Wasser drehen und so,
- 1:36:27also es war immer so, ja du machst halt irgendwie eine Ausbildung,
- 1:36:31und dann wusste ich auch nicht, ich wollte irgendwas Kreatives machen,
- 1:36:34und da bin ich aus so Praktischkeitsgründen in der Trockerei gelandet
- 1:36:39und habe dort Schriftzettel gelernt, weil die Trockerei war in der gleichen Straße,
- 1:36:43wo mein Vater in der Maschinenbauffirma hat,
- 1:36:46und da konnte er mich morgens mitnehmen, konnte ich da hinlatschen, meine Lehre machen, so.
- 1:36:51Und das war so überhaupt so was von falsch für mich,
- 1:36:55ich habe dann immer angefangen, nebenbei zu shoppen,
- 1:36:58ich wollte immer auch noch zusätzlich Geld so verdienen und so,
- 1:37:01und bin dann irgendwie in der Gastronomie gelandet
- 1:37:04und erstmal in so einer Vereinsgaststätte,
- 1:37:07weißt du wo so Fußballer sich treffen,
- 1:37:09und da irgendwie so nach so C-Klassenspiel, so völlig hammerhard,
- 1:37:14weißt du wo dann irgendwie, du kommst mit einem Tablett Weißbier,
- 1:37:17irgendein so ein Depp schießt ein Tor und alle springen auf
- 1:37:20und du schattest das Weißbier immer, alles drüber,
- 1:37:23also das war irgendwie, also das waren meine gastronomischen Anfänge,
- 1:37:28und dann bin ich irgendwie in so einem anderen Restaurant gelandet,
- 1:37:32da haben sehr viele Hochzeiten und so gemacht,
- 1:37:35und das hat mir total Spaß gemacht, ich habe unglaublich gern mit Leuten zu tun.
- 1:37:38Und dann habe ich mit 21 nochmal gesagt, ich mache nochmal eine Lehre,
- 1:37:43ich habe dann mit Königshof in München, Restaurantfach, Frau gelernt,
- 1:37:46und das war mein großes Glück, das war damals geisel,
- 1:37:49und die Ausbildung war fantastisch, also ich liebe ja den Herrn Friedl,
- 1:37:55das war damals der Metre, eine richtige Leben der Legende,
- 1:37:59diese totale Kombination aus Menschlichkeit,
- 1:38:04aber auch eine positive Stränge und Disziplin, aber auch so eine Menschlichkeit,
- 1:38:11also das war für mich so, auch im Rückblick muss ich sagen, genial,
- 1:38:18es hat mir total geholfen, und total auch mich da irgendwie,
- 1:38:23das ist meins, das will ich machen, und da war im Königshof immer Wein,
- 1:38:28total ein großes Thema, und das hat mich auch dann total geflasht,
- 1:38:33und dann habe ich ja meine Ausbildung, das ist jetzt auch der Restaurantfach Ausbildung,
- 1:38:38ich habe dann die Ausbildung mit 1,0 abgeschossen,
- 1:38:41das ist aber jetzt nicht so sonderlich schwer,
- 1:38:43und da gibt es ja vom im Bayerischen Staat, wurde man dann gefördert von der IHK,
- 1:38:48und da hatte man so ein 3000 Mark damals bekommen für Ausbildungszwecke,
- 1:38:53und dann habe ich das in meine Weinausbildung gesteckt,
- 1:38:56und dann habe ich schnell, dann auch bin ich nach dem Königshof zum Christian Bau,
- 1:39:01und da war dann der Sommelier weg, und dann konnte ich die Sommelierstelle übernehmen,
- 1:39:05und dann ging es halt los.
- 1:39:07Kast, direkt nach der Ausbildung oder?
- 1:39:09Ja, da war ich erstmal in der Kombi, und dann bin ich da so reingerutscht,
- 1:39:12war aber allerdings im Rückblick zu früh, muss ich sagen, ich habe zu früh...
- 1:39:16Wir haben eine nächste Frage gewesen, also fällst du das dann hilfreich,
- 1:39:19wenn man so ein Frühstück schlussrecht hat?
- 1:39:21Ja, das war schon eine wahnsinnige Überforderung auch, das muss man schon sagen.
- 1:39:24Also da hast du ja dann auch die ganzen fetten Bordeaux,
- 1:39:27und dann liest du immer den Parker da rauf und runter,
- 1:39:29und dann hast du eigentlich keine Ahnung, aber trotzdem irgendwie...
- 1:39:35ich habe mich da durchgebissen, wirklich, und dann war ich ja in Berlin,
- 1:39:41bei Brandenburger Hof, genau, ja, das war auch eine Hammerart.
- 1:39:47Das war noch vorderein deutschen Weinkarten?
- 1:39:49Nein, nein, nein, ich bin nach Matthias' Datan gekommen.
- 1:39:52Ah, so rum war das ja? Genau, okay.
- 1:39:54Ja, das war eine tolle Karte, der Betrieb war ja so ein bisschen schwierig auch,
- 1:39:57ist das ja nochmal ein anderes Thema, aber ich habe sehr viel mit deutschen Weinen dazu tun gehabt,
- 1:40:02das war natürlich spitzell.
- 1:40:04Und dann war ich auf Mallorca, also ich wollte immer mal im Ausland arbeiten,
- 1:40:09aber Mallorca weiß ich nicht, ob das so auswandt ist, weil ich war...
- 1:40:14Und ich kann sagen, hast du ja nicht geschafft?
- 1:40:17Das war wirklich lustig, weil ich habe irgendwie versucht, spanisch zu lernen,
- 1:40:21ich bin ja mit meinem Auto runtergefahren, und ich hatte damals eine Stammbärgernummer,
- 1:40:26und dann bin ich da so ein Bäcker und habe mir ein Abgemurkst auf Spanisch,
- 1:40:31da meine Bestellung, und die Frau hinterm Dresen,
- 1:40:34"Ja, mein Sancti, das ist mit der Stammbärgernummer, ja, wo sind Sie denn hier?"
- 1:40:39Das war nicht so aufweirisch, auch noch so...
- 1:40:41Ich dachte, ah, das ist mit Spanisch, das kannst du echt vergessen,
- 1:40:44da hat sich hier Spanisch lernen vergessen, einfach.
- 1:40:47Das war so lustig, also ich habe da bei der Schörkurve Gruppe gearbeitet im Hotel Madaval,
- 1:40:52es war so easy, also um 5 Uhr musste ich anfangen abends,
- 1:40:56und da so ein paar Fläschern aufmachen, da waren so viele russische Leute,
- 1:41:00so Russen, Gäste, die konnten immer nur so zwei englische Wörter, so "bring, bring, put, put",
- 1:41:05das war das einzige, und dann hat man da irgendwie so Weinchen aufgemacht,
- 1:41:09ah, und Röderer Kristalle ausgeschenkt und so,
- 1:41:12und dann morgens bist du dann Strand, und da hast du ja irgendwie so eine Melone gekauft,
- 1:41:16es war wirklich toll, es war so cool, das war die relax der Arbeitsstelle aller Zeiten,
- 1:41:23war so fast so hippiemäßig.
- 1:41:27*Klopfen*
- 1:41:30Okay, stellt euch vor, ihr steht irgendwo in Nordspanien,
- 1:41:46vor euch diese riesigen Pyrenäen, wie eine Mauer zwischen Frankreich und Spanien,
- 1:41:52und unten, ganz am Rand liegt Empoda, dort treffen Berge auf Mittelmeer, klingt malerisch, oder?
- 1:41:58Aber was da abgeht, ist pure Naturgewalt, es gibt einen Wind,
- 1:42:01die Transmontane, der pustet mit über 120 Stundenkilometer durchs Land, der trocken alles aus,
- 1:42:07und du denkst dir, wie um alles in der Welt wachsen hier überhaupt Trauben?
- 1:42:11Aber genau dieser Wind ist das Geheimnis, er schützt die Reben vor Krankheiten
- 1:42:16und bringt diese unglaubliche Klarheit in die Luft,
- 1:42:19und das Beste, die Trauben, die hier überleben, sind pure Konzentration, Geschmack, pure,
- 1:42:24kein Schnickschnack, nur Natur und Kampfgeist, und dann das Weingut Perilader.
- 1:42:29Seit 1923 gibt es das, und dahinter steckt ein Mann namens Miguel Mateo, der hatte richtig was vor.
- 1:42:36Er wollte die alte Weinbautradition der Mönche aus dem 14. Jahrhundert wieder beleben,
- 1:42:40also hatte die Burg von Perilader gekauft, eine Burg, nicht nur mit Weinbergentrum herum,
- 1:42:46und auch mit einer Kunstsammlung historischen Dokumenten, um so einen Ort nicht nur für Wein,
- 1:42:50sondern für Wein und Kultur zu schaffen. Hier denkt man Gesamtheit auf jeder Ebene.
- 1:42:55Also auch wie man im Einklang mit der Natur arbeitet, minimaler Wasserverbrauch, erneuerbare Energien,
- 1:43:00Schutz der Böden, das Weingut ist ein Paradebeispiel für ein gesamtheitliches Denken,
- 1:43:05und dann diese einzigartigen Weinberge.
- 1:43:08Lehmböden, Schiefer, vulkanischen Ursprung, da ist alles dabei.
- 1:43:12Es ist sogar einen Weinberg, direkt am Mittelmeer, unfassbar wie die salzige Brise, die Reben überzieht.
- 1:43:18Und genau das macht die Trauben so einzigartig.
- 1:43:21Dieser Ort ist Faszination, ist Geschichte pur.
- 1:43:24Und Miguel Mateo hat diesen Ort nicht nur bewahrt, er hat ihn weiterentwickelt.
- 1:43:28Er wollte das Wein mehr als so ein Getränk, und so ist Wein bei ihm, Kunst, Kultur, Tradition und Innovation in einem.
- 1:43:35Und das spürt man.
- 1:43:37Das spürt man, wenn man den Perelada Tintur Reservas Cinco Finques 2019 probiert.
- 1:43:42Es ist nicht nur ein Wein, es ist die Essenz der Empodar.
- 1:43:45Von diesen krassen Naturgewalten, von Böden, den Menschen, die alles dafür geben, dass dieser Geschmack in die Flasche kommt.
- 1:43:52Es ist das Beste von Geschichte und Moderne.
- 1:43:55Wie großartig ist das denn bitte?
- 1:43:57Und so haben wir in diesem Wein auch wieder das Gesamtheitsdenken.
- 1:44:00Die Gesamtheit aus fünf Rebsorten.
- 1:44:02Wir haben auf der einen Seite Cabernet Sauvignon.
- 1:44:04Der sorgt für Struktur und Ordentlichtanin.
- 1:44:06Das rückt gerade im Wein.
- 1:44:08Und dann haben wir Ganache.
- 1:44:09Die liebt die Sordene und die trockene Hitze, schmeckt nach roten Beeren und hat so eine intensive Würze.
- 1:44:15Syrativ, dunkel, ein bisschen Pfeffer, gemacht für kräftige Aromen.
- 1:44:19Wir haben dem erloh.
- 1:44:21Der bringt die Eleganz rein.
- 1:44:22Das Weiche, das Harmonische, das den Wein so geschmeidig macht, ihn untermalt fundamentiert, ihm die Fleischigkeit gibt.
- 1:44:29Und dann ist er noch Samso, auch Carinio genannt, die heimliche Helden.
- 1:44:33Die hat eine dicke Schale, kommt mit allem klar, was die Natur ihr entgegenwirft und liefert diese mineralische Tiefe, die so richtig begeistert.
- 1:44:41Und jetzt zu den Weinbergen.
- 1:44:43Das sind die Cinco Fingis.
- 1:44:45Also fünf verschiedene Lagen, jede mit einem eigenen Charakter.
- 1:44:48Zum Beispiel Malavienna.
- 1:44:50Da ist der Boden voll von Eisen und Leben.
- 1:44:53Perfekt für kraftvolle Weine.
- 1:44:55Oder Spoiler, vulkanischen Ursprungs.
- 1:44:57Das bringt so richtig Kraft und Intensitäten, die Mineralität.
- 1:45:00Und nicht zuletzt die Finkachewert.
- 1:45:02Wir erwähnt direkt am Mittelmeer.
- 1:45:04Und das sind ein Jahr wie 2019.
- 1:45:06Erst milde Winter, dann früher Austrieb im Sommer, heiß und trocken wie die Hölle.
- 1:45:10Die Reben mussten tief graben um Wasser zu finden.
- 1:45:13Und das hat die Trauben noch mal intensiver gemacht.
- 1:45:15Später im Jahr kam kühle Winter und klare Nächte.
- 1:45:17Das hat die Reife langsam und gleichmäßig abgeschlossen.
- 1:45:21Ein Jahrgang mit einer absolut perfekten Balance und Konzentration.
- 1:45:25Im Keller, Temperatur kontrolliert die Vergierungen, damit die Arroben halten bleiben, wo sie hingehören.
- 1:45:30Der Ausbau 18 Monate in französischen Eichenfässern.
- 1:45:33Eine Mischung aus neuen und gebrauchten Fässern, um Holz und Frucht perfekt auszubalancieren.
- 1:45:38Und dann das Erlebnis im Glas.
- 1:45:40Tiefes Rubinrot, leichte Violette Reflexe.
- 1:45:43Was für ein Anblick.
- 1:45:44In der Nase Reife kürschen schwarze Johannesbären.
- 1:45:47Ein bisschen Vanille, Zehen an Holz und diese mediterranen Kräuter,
- 1:45:50die so faszinierend das Ganze ergänzen.
- 1:45:53Am Gaum, kraftvoll aber elegant.
- 1:45:55Feinkönigentaninen und einer feinen Säure, die den Wein trotz seiner Kraft frisch erscheinen lässt.
- 1:46:00Der Abgang lang, komplex, mineralisch mit einer perfekten Balance.
- 1:46:04Der Perilade Tinte Reserver Schinkofinges 2019 ist kein einfacher Wein.
- 1:46:09Er ist ein Statement.
- 1:46:10Er ist ein Sinnbild für die Region Empoda.
- 1:46:12Und es ist unfassbar, was die Familie so ge Matheos über Generationen hier erschaffen hat.
- 1:46:16Denn wenn man diesen Wein trinkt, schmeckt man die salzigen Küstenwände,
- 1:46:20die tiefen Wurzeln der Reben und die unbärndige Suche nach Perfektion.
- 1:46:23Vielen lieben Dank dafür.
- 1:46:25Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:46:30Und dann hat mich der Anruf ereilt aus Schloss Beensberg vom Restaurant Van Do.
- 1:46:48Die brauchen 9 Sommelier und ob ich da Interesse hätte.
- 1:46:51Und da war ich dann fast vier Jahre.
- 1:46:53Und das war auch nochmal so ein letzter Schliff.
- 1:46:56Das war auch sehr anstrengend.
- 1:46:59Es war wahnsinnig viel Arbeit.
- 1:47:01Wir haben ja Teildienst gearbeitet.
- 1:47:03Und dann gab es ja auch dann dieses 21-Gang-Menü,
- 1:47:06das mittags und abends serviert wurde.
- 1:47:08Also da hast du eigentlich rund um die Uhr geackert nur noch.
- 1:47:11Und trotzdem war das ...
- 1:47:13Was für ein Pensum, was man da absolviert, oder?
- 1:47:16Wahnsinn.
- 1:47:17Das war ein Mittags in kompletter Vollanspannung.
- 1:47:20Und dann abends gleich nochmal, also zweimal, drei, vier Stunden,
- 1:47:24richtig extrem konzentriert.
- 1:47:26Das waren ja auch die Zeiten dann noch, wo die Restaurants noch anders besucht wurden.
- 1:47:30Wo Wissler ja da gerade extrem gehypt wurde in dem oder seine erste Hypephase.
- 1:47:36Wo er im Fokus von allen war, mehr oder weniger als bester Deutscher Koch,
- 1:47:41neben Harald Wulfer damals gefeiert wurde.
- 1:47:43Und du da mittendrin.
- 1:47:46Du warst ja da auch noch extrem jung.
- 1:47:48Da ist man natürlich belastbar.
- 1:47:50Aber parallel dazu lernt man natürlich noch ganz krass.
- 1:47:53Und dann merkt man, okay, da hat mich jemand was nach ...
- 1:47:56keine Ahnung, Schattelkeer Warn gefragt.
- 1:47:58Den haben wir jetzt nicht auf der Karte noch nie gehört vielleicht,
- 1:48:00weil der erst 25 warst.
- 1:48:03Man liest dann in den Zwischenzeiten, hat irgendwelche Weinreisern,
- 1:48:06hat dort die Einladung, weil du natürlich dann auch im Fokus stehst.
- 1:48:09Absolut.
- 1:48:10Und diese Einladung, die man dort bekommt,
- 1:48:12natürlich dann auch wahrnehmen möchte zu der Probe oder zu der Veranstalte.
- 1:48:15Du bist ja im wahrsten Sinne des Wortes vielleicht nicht 24/7,
- 1:48:19aber 20 und 7 unterwegs.
- 1:48:21Ja, absolut.
- 1:48:22Aber es war wirklich toll auch ...
- 1:48:26war nicht alles toll, aber nirgendwo ist alles toll.
- 1:48:29Aber es war im Rückblick, muss ich schon sagen, war das eine ...
- 1:48:32Da hat mir unglaublich geholfen auch danach.
- 1:48:36Ich bin ja der Master auf Wein geworden.
- 1:48:38Und ein Thema ist ja Master auf Wein zu werden,
- 1:48:40aber es ist andere auch, was daraus zu machen.
- 1:48:43Und da haben wir diese Kontakte, die ich da in dieser Zeit auch geknüpft habe.
- 1:48:47Und auch dieses, das mich dann schon viele Leute kannten,
- 1:48:51als Chefsommelier im Dreier-Sterne-Restaurant,
- 1:48:54hat mir dann unglaublich geholfen.
- 1:48:58Ja, ich fand die Zeit toll.
- 1:49:00Mir haben die ersten zwei Jahre deutlich mehr Spaß gemacht.
- 1:49:04Da gab es noch nicht dieses ...
- 1:49:06Die ersten zwei Jahre beim Bau oder beim Vando?
- 1:49:08Beim Wissler, die ersten zwei Jahre.
- 1:49:10Da gab es noch eine Allerkartkarte, da gab es auch noch ein kleineres Menü,
- 1:49:14also so sieben Gänge halt, klassisch.
- 1:49:17Und das fand ich als Sommelier viel interessanter.
- 1:49:20Weil da auch noch nicht so diese Weinreisen ...
- 1:49:24Weil wenn du 21-Gang-Menü hast, dann bestellen alle Weinreise,
- 1:49:28weil sie völlig überfordert sind,
- 1:49:30weil da steht ja auch keine Ahnung, auch diese Produkte.
- 1:49:33Und so, da weiß ja dann immer keiner,
- 1:49:35oh Gott, da ist jeder unsicher, was soll ich denn jetzt da trinken?
- 1:49:38Und viele sind dann hingekommen, sagen,
- 1:49:41ich will die Küche vom Wissler erleben.
- 1:49:43Und der Wein interessiert mich jetzt eigentlich gar nicht so wirklich.
- 1:49:47Und da war das als Sommelier dann irgendwie Fahrt, muss ich sagen.
- 1:49:51Da hat man dann immer diese Weinreisen gemacht.
- 1:49:54Und das ist ja auch Wahnsinn.
- 1:49:56Du kannst ja auch 21 Gänge, du kannst ja nicht 21 Weine.
- 1:49:59Also, wenn du sieben Weine aussteigst, das war eh schon zu viel,
- 1:50:02weil da sind die Leute ja nach dem ...
- 1:50:04Das waren ja alle dann ... Das war auch zu viel.
- 1:50:06Macht das heute auch gar nicht mehr.
- 1:50:08Ja, also besoffen und zwar der Aromenoberflow.
- 1:50:10Also, dass man dann halt eigentlich zu viel konsumiert hat,
- 1:50:13sich auf zu viele Sachen einstellen musste
- 1:50:15und das dann irgendwann nicht mehr verarbeiten kann.
- 1:50:17Und am Schluss dann fast entweder betrunken oder missmutig wird.
- 1:50:20Wenn man dann irgendwie das Gefühl hat, ich kann das sowieso alles nicht mitnehmen.
- 1:50:23Also, das wäre so die Frage dann auch gewesen,
- 1:50:25wie macht man das dann mit 21 Gängen, fügt man dann 3 Gänge zusammen?
- 1:50:28Ja, man macht das zu sehr genau.
- 1:50:30Man macht das zusammen dann auch.
- 1:50:32Da kannst du es ja dann ohnehin mehr oder weniger nur mit der Schrotflinte
- 1:50:35beschießen, die verschiedenen Gänge, wo du sagst,
- 1:50:38irgendwas passt dann dort und trinkst du selber Weinmenü,
- 1:50:41wenn du im Restaurant bist oder ...
- 1:50:43Nee, gar nicht.
- 1:50:45Also, weil ...
- 1:50:47Ich hab dann so Bock auf einen Wein.
- 1:50:49Und den möchte ich dann in die Flasche nehmen.
- 1:50:51Auch, weißt du, damit mein Mann zusammen, wenn wir dann essen gehen,
- 1:50:55und dann finde ich auch, dass man einen Wein dann auch richtig kennenlernt.
- 1:50:59Immer nur so ein kleines Schluck, und dann kommt schon der nächste.
- 1:51:02Das finde ich manchmal auch ...
- 1:51:04Ich find's auch schön, wenn man mal so eine Flasche bis zum Schluss,
- 1:51:08jetzt nicht alleine, sondern halt zu zweit oder auch zu dreht,
- 1:51:12dann kannst du den Wein ...
- 1:51:14Dann, ah, wie entwickelt er sich?
- 1:51:16Wie ist der, wie erlebt ist denn auch der Gast?
- 1:51:18Und so, das finde ich irgendwie viel spannender.
- 1:51:22Und ja ...
- 1:51:24Wie man sagt, das ist eine Berufskrankheit,
- 1:51:26weil die Tame ist eigentlich selten Weinmenüs nehmen,
- 1:51:29weil sie den Wein dann nicht so als Erlebnis wert,
- 1:51:32sondern einfach als Begleitelement nehmen.
- 1:51:34Oder manchmal einfach dann eine Trophäe trinken wollen,
- 1:51:37wo sie sagen, die hab ich sonst selber nicht auf der Karte,
- 1:51:40oder die kann ich mir sonst, wer, keine Ahnung, nicht leisten oder nicht suchen,
- 1:51:43oder was auch immer,
- 1:51:45anstatt sich von einem Kollegen inspirieren und begeistern zu lassen.
- 1:51:48Gut, also, man kann ja trotzdem sagen ...
- 1:51:50Dass der Wein wieder zur Arbeit wird?
- 1:51:52Ich finde, man kann trotzdem ja sagen, Mensch,
- 1:51:54wir haben ja jetzt auf diesen Rieslingen hin,
- 1:51:56und der ach, guck mal, die haben hier Jahrgang 17 und 8,
- 1:51:59und dem, da hab ich jetzt Bock, den Kauber.
- 1:52:01Aber dann kann man ja trotzdem so ein Someli sagen,
- 1:52:03Mensch, wir kriegen Zwischengang,
- 1:52:05das und das, oder der Someli sagt,
- 1:52:07Mensch, da kann man ja einen Glaster zunehmen,
- 1:52:09zu dem Eingang, kann man ja trotzdem machen,
- 1:52:11dass man so ein bisschen kombiniert,
- 1:52:13dass der Someli auch zeigen kann,
- 1:52:15oder dass man sagt, ah, Mensch, da hab ich jetzt wieder was Neues,
- 1:52:18und da entdeckte ich das, mach ich schon.
- 1:52:20Ich meinte damit auch mehr, dass wenn wir diese Weinreise,
- 1:52:23dieses Weinmenü dann nehmen,
- 1:52:25dass wir automatisch diesen Arbeitsmotor zu haben.
- 1:52:28Ja, genau.
- 1:52:29Also dann wieder anfangen zu bewerten,
- 1:52:31und wieder anfangen zu kategorisieren,
- 1:52:33und hat das jetzt gut gemacht oder nicht gut gemacht.
- 1:52:35Oder hätte ich das anders gemacht,
- 1:52:37und dann ist man raus aus der totalen Entspannung,
- 1:52:39also gar nicht despektierlich, den Kollegen gegenüber zu sein,
- 1:52:42oder zu sagen, ich trinke lieber meine drei Flaschen alleine,
- 1:52:45sondern einfach, dass man entspannen möchte.
- 1:52:47Und da hilft es dann schon mit Wein,
- 1:52:49weil wir das ja irgendwie alle wertschätzen,
- 1:52:51aber sich darin dann im wahrsten Sinne des Wortes fallen zu lassen,
- 1:52:54und dahin rieseln zu lassen.
- 1:52:56Ja, weil ich finde auch,
- 1:52:58also Wein ist für mich Warn,
- 1:53:00ist ein ganz wichtiges Thema,
- 1:53:02aber ich mag auch über andere Dinge sprechen können.
- 1:53:05Das ist ja auch ganz witzig oft,
- 1:53:07also wenn man jetzt so maßdorfwein wird,
- 1:53:10dann ist das ja für viele Leute ja irgendwie interessant,
- 1:53:14und dann ist es mir oft passiert,
- 1:53:17dass Leute sich so mit einem anfreunden wollen,
- 1:53:19und dann findet man die auch Sympathis,
- 1:53:21und dann kommen die zu mir nach Hause,
- 1:53:24und die denken dann, wenn die bei mir sind,
- 1:53:27wir trinken nur Kostürie und Romani Conti,
- 1:53:30und weil Romani Conti aus ist, trinken wir halt Mutton Rutschelt
- 1:53:33und zwar Jahrgang 45,
- 1:53:35weil das 47er Chevrolet Blanc jetzt aus ist, ja.
- 1:53:38Und dann reden die noch,
- 1:53:41mein Mann ist da auch da, der wohnt auch hier, ja.
- 1:53:44Und die interessiert sich,
- 1:53:47die interessiert sich null für mein Mann,
- 1:53:50der ist ja auch ein interessanter Mensch,
- 1:53:52der ist Architekt, der macht ganz tolle Sachen,
- 1:53:55und dann wollen die nur über Wein reden,
- 1:53:57und das würde ich da irgendwie gruselig,
- 1:53:59weil ich sage, Mensch, mach doch noch andere Interesse,
- 1:54:02wir haben zwei Kinder, wir reisen viel,
- 1:54:04wir haben irgendwie ein Riesenumfeld,
- 1:54:06ganz verschiedene Leute, die wir kennen,
- 1:54:08da habe ich überhaupt keinen Bock drauf.
- 1:54:11Lehne ich auch kategorisch ab, also auch wenn wir Familienfeiern haben,
- 1:54:14und jemand fängt mit dem Weintema an, bin ich raus.
- 1:54:17Also dann wechsle ich sofort das Gespräch,
- 1:54:19weil das ist für mich in dem Sinne, ich liebe das Thema,
- 1:54:22ich liebe es immer, aber es ist bei mir sonst der Rest des Tages,
- 1:54:25und ich möchte mich mit anderen Dingen beschäftigen,
- 1:54:28als im Wein.
- 1:54:30Absolut, absolut.
- 1:54:32Ich sage, wenn jetzt mein Mann irgendwo eingeladen ist
- 1:54:34und mich anerfragt, und was machen Sie,
- 1:54:36ich sage, ich bin Hausfrau,
- 1:54:38dann bin ich raus.
- 1:54:40Es funktioniert super, also,
- 1:54:44da wird man so ein bisschen mitleidig angeguckt und so,
- 1:54:47aber ist egal.
- 1:54:49Was ja auch schade ist, ein Ehembe hat ja so ein Ruf.
- 1:54:53Absolut, absolut.
- 1:54:55Hast du einen Alltagswein zu Hause, also wenn du dann Gäste hast,
- 1:54:58der wird schon Alltagswein, oder ist es dann,
- 1:55:00wenn halt mein 45er Blanc aus ist, dann doch 45 Mutant.
- 1:55:03Ja, also ich habe schon einen Weinkeller,
- 1:55:06der sich aber nie fühlt, weil ich immer so viel Wein verschenke,
- 1:55:09weil da bin ich immer so begeistert,
- 1:55:11und dann komme ich immer so, Mensch, da habe ich den, wo du probierst,
- 1:55:14und ich verschenke immer alles.
- 1:55:16Und ich habe aber schon,
- 1:55:18mein Mann liebt Silvana, der ist ja Frank,
- 1:55:21und wir haben aber so ein Haustilvana.
- 1:55:23Also das wechselt dann auch immer.
- 1:55:25Also ich habe jetzt schon vom Ökowheingutzang,
- 1:55:29der reine Zang aus Nordheim,
- 1:55:31oder dann halt irgendwie vom Luka-Zähenthof.
- 1:55:34Aber jetzt nie das große Gewächs oder so,
- 1:55:37sondern irgendwie so ein schöner Silvana,
- 1:55:39oder Ups, vom Weingut Wirsching,
- 1:55:41oder von den Knolls, die liebe ich ja ohne Ende.
- 1:55:44Das Weingut Knoll finde ich auch immer so toll.
- 1:55:46Und dann, oder vom Bürgerspital,
- 1:55:48weil meine Schwiegermamma, die war aus Würzburg,
- 1:55:51der war immer der Inbegriff der Kultiviertheit,
- 1:55:54irgendwie erst mal in die Kirche zu gehen,
- 1:55:56und dann irgendwie am Friedhof vorbei zu gehen,
- 1:55:58und danach Mittagessen im Bürgerspital
- 1:56:00und ein Silvaner trinken.
- 1:56:02Und das pflegen wir auch.
- 1:56:04Also ich habe, wir haben so ein Bild von meiner Schwiegermamma,
- 1:56:07die ist leider schon verstorben, aufgestellt,
- 1:56:09und da stelle ich immer eine Flasche Bürgerspital zu Weihnachten,
- 1:56:12neben das Bild, weil der weiß, da gehen wir immer vor,
- 1:56:15an den Bild vorbei, weil man hat nicht, ach, Mumi,
- 1:56:18das war der Spitzname, der würde jetzt schmecken,
- 1:56:21aber wir trinken ihn irgendwann an Weihnachten für dich.
- 1:56:24Das ist irgendwie, das ist so ein Running Gag auch.
- 1:56:27Aber Wein ist ein gutes Geschenk.
- 1:56:30Also wonach suchst du den aus?
- 1:56:32Versuchst du deinen Geschmack dann zu repräsentieren
- 1:56:35oder versuchst du den Beschenken zu erkennen
- 1:56:38oder zu sehen oder was Besonderes?
- 1:56:41Oder ist das, ah, und der Wein ist dann
- 1:56:44mehr oder weniger im Mittel des dazu?
- 1:56:47Ja, absolut. Ja, finde ich auch.
- 1:56:49Also such mal aus, auch Mensch, was könnte,
- 1:56:51oder man weiß, ach, der hat gern Rotwein oder so,
- 1:56:54ach, Mensch, was habe ich im Gerichenland so viel probiert,
- 1:56:57ich habe da einen tollen Eichhittiko, das könnte dem schmecken
- 1:57:00und dann brich ich das mit.
- 1:57:02Und dann, ja, also ich bestelle auch immer dann
- 1:57:05verschiedene Sachen, also ich trinke im Moment total gern Lack rein.
- 1:57:08Gott, ich fuhre überhaupt gar nichts mit anfangen,
- 1:57:11Lack rein, was haben die denn immer mit ihrem komischen Lack rein
- 1:57:14und eben als Klick gemacht, ist das lecker.
- 1:57:17Und dann trinke ich, ich trinke im Moment viel lieber Rotwein
- 1:57:20als Weißwein. Ja.
- 1:57:22Bist du das oder ist das die Entwicklung?
- 1:57:24Weil das habe ich manchmal auch, dass man sagt,
- 1:57:26okay, früher bin ich da nie dran gekommen
- 1:57:28und mittlerweile habe ich zu der und der Rebsorte
- 1:57:31zu dem Gebiet eine gewisse Affinität oder Begeisterung
- 1:57:34und ich stelle dann irgendwo fest, manchmal bin ich das,
- 1:57:37dass ich mich in meiner persönlichen Entwicklung
- 1:57:40mit einmal auf einer ganz anderen Ebene befinde.
- 1:57:42Manchmal ist es aber eben auch die Entwicklung,
- 1:57:44zum Beispiel beim Lack rein um die Rebsorte
- 1:57:46oder im Laufe von Ränkischen ist ja auch so etwas,
- 1:57:48was die letzten zehn Jahre eine wahnsinnige Entwicklung
- 1:57:50vollzogen hat und durchlaufen ist.
- 1:57:52Und da ist immer die Frage, wer ist das?
- 1:57:54Ich glaube, es bauscheidlich beides auch.
- 1:57:56Oder findest du nicht auch? Ja, irgendwie, ne?
- 1:57:58Ich finde auch, wenn du "Somily" anfängst,
- 1:58:03dann ist ja eigentlich Bordeaux,
- 1:58:06ist ja Baby einfach, eigentlich im Prinzip.
- 1:58:09Deswegen, ich sage immer, das ist das, ich trinke auch,
- 1:58:11die Yuppies, alle Bordeaux, weil das ist ja total Baby einfach.
- 1:58:14Das checkt die da. Weißt du, weißt du,
- 1:58:17weißt du Jahrgang, weißt du, Schattöchen,
- 1:58:19bist du fertig, so.
- 1:58:21Und dann musst du dich aus "Somily" mit Burgund beschäftigen.
- 1:58:25Was ja in unserer Zeit oder Silvia, wo wir angefangen haben,
- 1:58:28noch wesentlich einfacher war, weil die Dinge noch halbwegs bezahlbar waren.
- 1:58:31Heute ist es ja wahnsinnig.
- 1:58:33Dann hast du mit "Pinot Noir" zu tun, völlig kompliziert.
- 1:58:36Irgendwie 150 Weingut, 57 Millionen verschiedene Lagen,
- 1:58:41die Jahrgänge, alle total krass.
- 1:58:43Und dann die Entwicklung auch von "Pinot Noir".
- 1:58:46Und dann ist ja da, dann ist er wieder weg im Glas.
- 1:58:49Und dann sollst du "Somily" in der Empfehlung machen.
- 1:58:53Und dann gerade diese Burgundertrinker, wo ja viele total die Weingicks sind,
- 1:58:57das fand ich mit das Schwierigste.
- 1:59:01Da hab ich echt geschwitzt, wie blöd.
- 1:59:03Burgund hat mich, bringt dein echtes Schwitzen.
- 1:59:05Und dann musst du wirklich, also Bordeaux kannst du dann auch so vielleicht
- 1:59:10hier arbeiten, aber Burgund, da musst du ein paar Mal hin und paar Mal...
- 1:59:14Freak werden.
- 1:59:15Ja, und dort sein Vorort, sein Verstehen.
- 1:59:17Genau. Und dich auch mit der Reb-Sorte anfreund, damit du die Qualität checkst.
- 1:59:21Weil ich finde, Bordeaux, also früher, also als...
- 1:59:27Ich hörte es hier an, die Oma erzählt vom Krieg, ich komm immer schon mal so vor.
- 1:59:31Aber damals war das so, Qualität hat sich dann so mit Konzentration gleichgesetzt.
- 1:59:36Das hat sich ja jetzt auch geändert, Gott sei Dank.
- 1:59:38Aber da konnte man das die Qualität auch leichter beurteilen so.
- 1:59:42Aber Burgund ist ja die Qualität, dass es einfach der Wein mehr Schichten bekommt
- 1:59:46und nicht unbedingt fetter und kräftiger wird.
- 1:59:48Und das muss doch Someli erstmal diese kapieren.
- 1:59:51Was ist denn da eigentlich jetzt Qualität in Pino Nora?
- 1:59:54Weil da trinkst du dann, am Anfang denkst du das, ja, irgendwie so eine dürre Plöre.
- 1:59:58Manches ist ja auch eine dürre Plöre.
- 2:00:00Das muss man jetzt auch mal ganz ehrlich sagen, oder?
- 2:00:02Man muss auch sagen, das 95-alter produzierte Burgund hat wirklich schrotzen in seinem Namenleben.
- 2:00:06Also das ist halt in der Tat so.
- 2:00:08Also das Gebiet ist ja auch relativ groß.
- 2:00:10Und es gibt ja auch viele Produzenten, die nicht wirklich glänzen.
- 2:00:13Und wenn man das in seinem Glas hat, dann fragt man sich auch, okay, dreistellig.
- 2:00:19Der Preis war jetzt nicht wirklich angemessen und das finde ich jetzt irgendwie schade.
- 2:00:23Und ich finde es auch sehr, sehr schwer, das dann irgendwann zu erkennen.
- 2:00:26Also da ein Bewusstsein für Qualität, für Besonderheit, für Außergewöhnlichkeit.
- 2:00:31Aber noch schwerer.
- 2:00:32Und das finde ich, ist so die ganz, ganz große Kunst, es zu vermitteln.
- 2:00:36Also als Sommi begun zu erklären ist für mich die aller, aller schwierigste Aufgabe.
- 2:00:39Du hast nicht bestimmte Aromenfelder, die du deklinieren kannst, wo du sagen kannst, okay,
- 2:00:43wenn man darauf achtet, es hat nur der Wein.
- 2:00:45Darum schmeckt ein Rhumier so oder ein Kompogysch so.
- 2:00:48Und darum ist es ja so außergewöhnlich, dass der Gast es übersetzen und eben auch verstehen
- 2:00:53und dann auch wertschätzen kann.
- 2:00:55Total.
- 2:00:55Weil ich ja nicht immer unbedingt auch die Erfahrungen seitens des Gastes habe.
- 2:00:59Und der sagt, okay, ich möchte jetzt gerne mal 200 Euro für eine Flasche Wein ausgeben
- 2:01:03oder 500 oder 1000 Euro.
- 2:01:05Und möchte die Wertigkeit greifen und ihm das dann verbals begleitend darzulegen,
- 2:01:11dass das eine gute Wahl war, dass er darauf achten muss, dass genau darum dieser Wein
- 2:01:16diese Einzigartigkeit ist.
- 2:01:18Ich finde, das ist das Schwere.
- 2:01:20Ja, absolut.
- 2:01:21Und darum wird eigentlich zur Königsklasse.
- 2:01:24Also nicht wegen der Weine oder das schon auch und auch von Winzer Seite oder wie auch immer.
- 2:01:28Aber für uns Sommi ist es zur Königsklasse.
- 2:01:30Und wenige finde ich, können das die meisten gehen dann irgendwie hin und sagen,
- 2:01:34das Wein gut bla bla bla oder eben die Lage oder die Klassifikation
- 2:01:39oder der Jahrgang, der sowieso bei jedem Wein gut dann irgendwie gut war.
- 2:01:43Aber du hast auch nicht mehr die Keller.
- 2:01:45Du hast auch nicht mehr die Keller.
- 2:01:46Weißt du, diese Weinkeller, wo gibt es denn die noch, also wer kann sich noch so viel Kapital binden?
- 2:01:51Also da gibt es vielleicht noch die Traube Thumbach, die haben Riesenkeller
- 2:01:55oder ich weiß nicht auch, wo noch so Riesenkeller sind,
- 2:01:59wo du auch so eine Jahrgangstiefe hast und wo auch Stefan Gass ist für mich einer der besten.
- 2:02:04Ja, es ist unglaublich.
- 2:02:05Der kann das alles.
- 2:02:07Ja, auch.
- 2:02:08Der kann wirklich die ganzen...
- 2:02:09Du hast auch die Personen, die das vermitteln können.
- 2:02:11Wahnsinnig unglaublich.
- 2:02:13Das finde ich unglaublich beeindruckend.
- 2:02:16Aber du musst auch Sommi die Möglichkeit haben.
- 2:02:19Und dann auch, ich finde, das ist so ein bisschen auch,
- 2:02:25dass wenn man, das gibt eine sehr hohe Fluktuation in diesem Job.
- 2:02:29Und die Weinkarten, eine Weinkarte aufzubauern, dauert ja auch ein paar Jahre.
- 2:02:34Und das merkst du halt dann auch.
- 2:02:38Also das ist halt dann, ich habe auch noch vier Jahre,
- 2:02:41hatte ich, konnte ich nicht mehr, ich war einfach durch beim Wissle.
- 2:02:45Also das war einfach dieses Arbeitspensum.
- 2:02:47Und ich wollte ja dann auch Master auf Wein machen.
- 2:02:49Und ich war dann auch 32.
- 2:02:51Wolltest du damals schon?
- 2:02:52Ja, ja.
- 2:02:53Dann hast du das damals schon?
- 2:02:54Ich habe das dann auch aufgehört, um mir ein Jahr Auszeit für den Master auf Wein zu nehmen.
- 2:02:58Ich habe das da schon alles vorgeplant gehabt.
- 2:03:01Also ich habe gesagt, so, da höre ich jetzt auf.
- 2:03:03Das erste Jahr habe ich noch berufsbegleitend gemacht.
- 2:03:06Und dann habe ich gemerkt, der Job und dann noch das Studium vergiss es.
- 2:03:10Das wirst du niemals, das geht einfach nicht.
- 2:03:12Du kannst dich 20, 7 und dann noch ein Master auf Wein machen.
- 2:03:15Das geht einfach nicht.
- 2:03:16Und dann konnte ich mir das damals leisten und konnte mir ein Jahr Auszeit nehmen.
- 2:03:20Und warum?
- 2:03:22Ich wollte halt immer auch Kinder haben.
- 2:03:25Und ich wollte immer eine Familie haben.
- 2:03:27Und ich dachte, wenn ich jetzt hier so weiter mache, ich bin 32.
- 2:03:30Und ich will aber trotzdem auch meinen Job haben.
- 2:03:33Ich will auch eine Karriere machen.
- 2:03:35Aber Gastronomie bietet einem da nicht so viel.
- 2:03:39Und dann habe ich viel zu tun.
- 2:03:41Ich fand es schon ganz wichtig, was du erwähnt hast, Master auf Wein zu werden.
- 2:03:45Das ist eine, das ist ja schon eine riesen, riesen Leistung.
- 2:03:47Also ich glaube, 400 gibt es in der ganzen Welt davon.
- 2:03:50Auf der anderen Seite Master auf Wein zu sein, findest du, wir haben in Deutschland die Möglichkeit, Master auf Wein zu sein.
- 2:03:57Denn meinem Bewusstsein nach gibt es eigentlich lediglich Länder wie zum Beispiel,
- 2:04:02vielleicht China, Amerika, teilweise Japan, die die Möglichkeit auf dem Bahn,
- 2:04:08das, was man dort an Zeit und an Geld reinterpretiert, das wirklich auch irgendwo umzusetzen.
- 2:04:13Und diesen Beruf eben auch mit der Anerkennung und auch mit der Bühne dann eben auch entsprechend zu leben.
- 2:04:18Wenn du es bist, ist ja auf der einen Seite, aber die Frage ist ja eben auch, will dich jemand?
- 2:04:21Und in Deutschland ist es glaube ich ganz schwer, da Orte zu finden, wo dich jemand will.
- 2:04:26Wie zum Beispiel diesen Fachvortrag bei der Vivinum, wo du für mich unglaublich viele wichtige Sachen, die Augen öffnen, waren gesagt hast.
- 2:04:33Aber diese Plattform findet man kaum in Deutschland oder sehe ich das falsch?
- 2:04:38Ja, das ist jetzt auch eine sehr spannende Frage.
- 2:04:42Also ich bin ja viel international unterwegs, eigentlich eher mehr international als national.
- 2:04:49Also ich habe viele Kunden, also ich habe einen Kunder, der ist die Napa Valley Wine Academy in Kalifornien.
- 2:04:57Für dich auch Online-Kurse mache, für dich Reisen organisiere.
- 2:05:01Ich bin jetzt im Juni in Japan, wo wir fürs Deutsche Wein-Institut was machen.
- 2:05:06Ich bin in Schweden viel unterwegs, ich bin in Holland auch viel unterwegs.
- 2:05:13Da hilft dieser Titel ungemein.
- 2:05:16Ich würde die Sachen nicht machen, wenn ich nicht Master of Wine wäre.
- 2:05:19Könnte man es rein in Deutschland sein?
- 2:05:21Ich glaube schon.
- 2:05:22Also könnte man, hat Deutschland eine Plattform?
- 2:05:24Ich glaube schon.
- 2:05:25Ich glaube, dass wir viele Sachen auch gar nicht auf dem Schirm haben als Someli.
- 2:05:30Also ich war zum Beispiel vorgestern eingeladen auf einer Schiffstaufe.
- 2:05:36Und zwar bei so einer...
- 2:05:37Habe ich gesehen, fand ich toll.
- 2:05:39Das war nicht total irre.
- 2:05:41Ich fand es auch toll, wie du es beschrieben hast, also auch mit der Schere und so weiter.
- 2:05:45Auch dass der Champagner warm sein muss und so.
- 2:05:47Das ist ja auch so eine Aufgabe, so was zu vermitteln.
- 2:05:49Es ist ein Teil der Weinkultur dann auch irgendwo.
- 2:05:51Total.
- 2:05:52Da ist ein Gut Wein.
- 2:05:53Ja, total.
- 2:05:54Ich war nicht Taufpartin, ich war nur eingeladen als Gast und fand es aber trotzdem hinreißend.
- 2:05:58Und das ist ein Unternehmen.
- 2:06:01Sküller heißen die, ist eine Rederei aus der Schweiz.
- 2:06:04Die haben 50 Flusskreuzfahrtschiffe.
- 2:06:06Und die haben jetzt drei hammerharte, megageile Kreuzfahrtschiffe da gebaut,
- 2:06:12wo die so Gourmetreisen auch da jetzt anbieten wollen.
- 2:06:15Und jemand suchend, der so übergeordnet auch für ein internationales Publikum
- 2:06:20und Standing für Wein hat.
- 2:06:22Das werden Maas da auf Wein.
- 2:06:24Und ich glaube, da müsste den Titel noch ein bisschen bekannter machen
- 2:06:28und auch noch mehr promoten.
- 2:06:30Ich glaube, da müssten auch noch mehr junge Leute auch noch mal nachkommen,
- 2:06:35die auch, sagen wir mal, auch eine, ich formuliere es jetzt mal ein bisschen diplomatisch,
- 2:06:44die auch, sagen wir mal, eine Qualität in der Zusammenarbeit erkennen.
- 2:06:49Also auch Nutzen in der Zusammenarbeit erkennen,
- 2:06:51dass man als Maas auf Wein zusammen vielleicht mal guckt, dass man Dinge voran bringt.
- 2:06:56Und dann glaube ich, dass es da sehr viel Platz auch dafür gibt.
- 2:07:00Also ich fand das Studium, da kann man jetzt immer diskutieren, ist das jetzt,
- 2:07:04also aber es geht ja jetzt nicht immer nur um, dass man jetzt Wein verkosten kann.
- 2:07:10Es können ganz viele Tollwein verkosten.
- 2:07:12Es geht um das Netzwerk.
- 2:07:14Und ich finde auch diesen englischen Ansatz sehr interessant, dieses Essay-Schreiben.
- 2:07:17Das können wir in Deutschland ja gar nicht.
- 2:07:19Aber ich finde, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
- 2:07:22Ich finde, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
- 2:07:25Ich finde, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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- 2:10:58Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
- 2:11:00Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
- 2:11:02Hat es du ein Vorbild?
- 2:11:04Wie ist es bei dir so gekommen, wie es ist?
- 2:11:06Wie ist es bei dir so gekommen, wie es ist?
- 2:11:08Braucht man ein Vorbild?
- 2:11:10Es gibt zu wenig Vorbilder,
- 2:11:12weil es zu viele Sommys gibt.
- 2:11:14Da will ich uns nicht ausnehmen.
- 2:11:16Es wird zu schnell erfolgreich.
- 2:11:18Du hast direkt nach der Ausbildung,
- 2:11:20ich wurde auch relativ schnell erfolgreich.
- 2:11:22In noch recht jungen Jahren,
- 2:11:24wo ich noch gar nicht die menschliche Erfahrung hatte.
- 2:11:26Ich finde schon jemand wie Stefan Gass.
- 2:11:28Was finde ich schon?
- 2:11:30Du hast gesagt, ich möchte sein wie Stefan Gass.
- 2:11:32Ja.
- 2:11:34Ich habe den damals junger Sommelier kennengelernt.
- 2:11:36Dann war ich irgendwie so voller Ehrfurcht.
- 2:11:38Ich dachte, oh Gott, ich traue mich gar nichts zu sagen.
- 2:11:40Weil er bestimmt denkt, dass ich bei der Päne oder so.
- 2:11:42Ich habe den auf einer Weinreise erlebt.
- 2:11:44Da habe ich ihn mit Sebastian Wiesentau an der Rhone erlebt.
- 2:11:46Ich habe den auf einer Weinreise erlebt.
- 2:11:48Ich habe ihn mit Sebastian Wiesentau an der Rhone erlebt.
- 2:11:50Ich finde diese Art, wie er auch Wein beschreibt,
- 2:11:52das ist phänomenal.
- 2:11:54Ich finde diese Art, wie er auch Wein beschreibt,
- 2:11:56das ist phänomenal.
- 2:11:58Ich habe den Blindenverkoster vor dem Herd.
- 2:12:00Den stest irgendwo ein August Klapp und Kornas.
- 2:12:02Ja, was weiß ich.
- 2:12:04Ja, ging 1708.
- 2:12:06Dann checkt er das halt.
- 2:12:10Da merkst du einfach so eine ganz tiefe,
- 2:12:14ernsthafte Auseinandersetzung mit Wein.
- 2:12:18Das finde ich das Tolle, diese Profession.
- 2:12:22Dass man sagt, das ist meine Profession.
- 2:12:24Ich setze mich so intensiv und ernsthaft damit in Perfektion.
- 2:12:28Das ist wie jemand, der Pianist ist.
- 2:12:32Wie einer der besten Pianisten,
- 2:12:35Egoer Levitt oder so,
- 2:12:37der dieses Instrument beherrscht.
- 2:12:40Man kann ja schon sehr viel klimpern.
- 2:12:43Kannst du ja irgendwie so eine,
- 2:12:45keine Ahnung, mit den Flo-Walzer.
- 2:12:47Kannst du ja schon mal sehr überzeugt spielen.
- 2:12:50Der Klassiker.
- 2:12:52Aber dann,
- 2:12:54und das ist für mich schon Stefan Gass,
- 2:12:57dieses wahnsinnige Auseinandersetzen
- 2:13:00mit diesen Top-Weinen.
- 2:13:02Ich habe einen anderen Blick auf Wein.
- 2:13:05Ich habe ja auch Lufthansa,
- 2:13:07Economy Class im Blick.
- 2:13:09Das weiß ich nicht, ob er das könnte.
- 2:13:11Vielleicht kann er bestimmt auch, er kann alles.
- 2:13:13Ich habe einen anderen Blick auf Wein,
- 2:13:15weil ich eine andere Zielgruppe und ein anderes Marketing
- 2:13:19und ein anderen,
- 2:13:21das gibt ja nicht nur eine Weinbranche,
- 2:13:23das gibt ja Zick-Breinbranche.
- 2:13:25Der Weinwelt ist ja so fragmentiert.
- 2:13:27Das gibt ja so eine,
- 2:13:29aber das,
- 2:13:31das ist das, was ich bei Stefan Gass,
- 2:13:34dieser wahnsinnige Blick auf Wein
- 2:13:36und dieses Können.
- 2:13:38Hättest du gerne mal bei ihm gearbeitet?
- 2:13:41Ja, das hat sich wie nie ergeben.
- 2:13:43Und ich weiß auch nicht, ob man dann so eine Chance hat,
- 2:13:46aber das wäre dann so eine Masterclass.
- 2:13:49Also das ist eigentlich der Enbegriff von Masterclass.
- 2:13:52Wenn du, sagen wir mal, bei Stefan Gass,
- 2:13:54eine Masterclass machst.
- 2:13:56Und jetzt nicht irgendwie da ein paar Boa-Boobus hier,
- 2:13:59sondern einfach wirklich mein Jahr mitläufst
- 2:14:02und das erleben kannst.
- 2:14:04Da musste aber vorher schon ein Master-Student sein,
- 2:14:07der schon ganz viel kann.
- 2:14:09Dass du dann auch, sagen wir mal, das Privileg hättest dich dann da,
- 2:14:13um so zu kommen.
- 2:14:15Und ja, vielleicht bräuchte man,
- 2:14:17ja, aber die Gastronomie leidet eben an diesen Personalmangel.
- 2:14:21Es gibt sehr viel Fluktuation
- 2:14:23und da baut sich so viele Möglichkeiten,
- 2:14:26können sich gar nicht aufbauen.
- 2:14:28Und ich kann ja auch,
- 2:14:30ich sehe sie an mir selber.
- 2:14:32Ich könnte mir jetzt heute nicht mehr vorstellen,
- 2:14:34mit zwei kleinen Kindern in der Gastronomie zu arbeiten,
- 2:14:36die Arbeitszeiten sprechen dagegen
- 2:14:38und hat sich ja Gott sei Dank schon viel geändert.
- 2:14:41Also sind ja nicht mehr Mittags- und Abendservice
- 2:14:44und zwar mal, wenn 21 Gänge serviert.
- 2:14:46Das könntest du heute,
- 2:14:48dann bräuchtest du drei Mannschaften dafür.
- 2:14:50Wahrscheinlich ja.
- 2:14:52Gibt es sonst einen Laden, wo du gerne noch mal arbeiten würdest,
- 2:14:54sei es für eine Woche oder für einen Tag,
- 2:14:56oder wo du einfach mal reinschauen würdest, wie es dort läuft,
- 2:14:58der dich so als gastronomisch
- 2:15:00und als Vino-fiele-Einrichtung interessiert
- 2:15:02oder begeistern würde?
- 2:15:04Also ich weiß, was wäre das irgendwie,
- 2:15:06ja, irgendwie in so ein Frankreich,
- 2:15:08irgendwie nochmal, irgendwie so bei Torghroh oder so.
- 2:15:10So Old Style?
- 2:15:12Ja, irgendwie so Old Style, würde ich mir immer antun.
- 2:15:15Aber dann auch, wenn ich jetzt nochmal die Karriere
- 2:15:18nochmal machen würde heute,
- 2:15:20weiß ich nicht, ob ich mir nochmal
- 2:15:23so ein Dreisterne-Laden antun würde.
- 2:15:25Ich weiß es nicht. Keine Ahnung, kann ich das so gut im Wahljahr?
- 2:15:27Findest du nicht, man braucht das für eine wirklich
- 2:15:29erfolgreiche Karriere,
- 2:15:31dass das so entweder als Schmuckstücke
- 2:15:33oder als harte Prüfung da irgendwie mit beiseinem muss.
- 2:15:37Das müssen die über drei Sterne, das kann auch zwei Sterne,
- 2:15:39oder wie auch immer, so ein relativ hoch dotiertes,
- 2:15:42diskonligiertes Restaurant mit einer großen Weinkarte.
- 2:15:45Das sollte schon, ne?
- 2:15:47Ja, ich finde auch, das hat mir unglaublich viel gebracht,
- 2:15:51diese Resilienz zu entwickeln.
- 2:15:54Also du kannst, viele Leute in so einem Dreisternerestaurant,
- 2:15:58da geht es ja immer lustig zu,
- 2:16:00und es ist ja auch viel Druck,
- 2:16:02der da auch ausgeübt wird,
- 2:16:04seitens der Gäste, seitens der Tester, dieser Druck, der da ist.
- 2:16:09Manche brechen auch da dran, die ist einfach zu viel,
- 2:16:14die schaffen das nicht, das ist auch völlig okay,
- 2:16:17kann ich verstehen.
- 2:16:19Ich habe unglaublich viel Resilienz entwickelt.
- 2:16:22Und die bringt mich, das ist für mich,
- 2:16:26empfinde ich als große Stärke für mich jetzt.
- 2:16:29Die bringt mich unglaublich weiter.
- 2:16:31Ich kann sehr gut organisieren, ich kann gut mit Stress umgehen.
- 2:16:35Und was mir auch unglaublich hilft, ist diese Menschenkenntnis.
- 2:16:39Also wenn du 13 Jahre in der Gastronomie gearbeitet hast,
- 2:16:42dann kann dich nichts mehr schocken.
- 2:16:44Und du hockst Leuten gegenüber, und du redest drei Sätze,
- 2:16:48und du weißt genau, wie du den zu nehmen hast.
- 2:16:52Und das meine ich jetzt gar nicht irgendwie so.
- 2:16:54Stumpfen man da ab?
- 2:16:56Nein, ich habe aufgehört, um nicht abzustumpfen.
- 2:16:59Ich glaube, wenn ich da in diese Mühle weitergetrieben wäre,
- 2:17:03dann wäre ich abgestumpft.
- 2:17:06Und so habe ich, glaube ich, nochmal richtig den Abstrumpf gefunden,
- 2:17:09um mir auch so, ich wollte mir auch so eine Naivität auch noch so behalten,
- 2:17:16so ein Stück weit Naivität auch noch behalten,
- 2:17:19dass man nicht so völlig abgebrüht ist irgendwann.
- 2:17:22Ich glaube, da habe ich einen richtigen Abstrumpf geschafft.
- 2:17:24Aber trotzdem finde ich das irgendwie diese Menschenkenntnis,
- 2:17:28die ich finde, die hilft mir unglaublich weiter.
- 2:17:31Ich weiß, wie ich die Leute zu nehmen habe.
- 2:17:33Ich habe irgendwie, jetzt war ich auch bei diesem Kreuzfahrtschiff,
- 2:17:36ich bin ja auch mittlerweile Chefredaktion im Fallstaff,
- 2:17:39ich bin ja weiterhin selbstständig, aber einer meiner Posten ist da eben
- 2:17:42Chefredaktion Wein, Fallstaff zusammen mit Uli Sauter,
- 2:17:45und ich soll eben auch in den Eventbereich stärken.
- 2:17:50Und die haben sehr viele Kunden, die eben auch jemand aus der Redaktion,
- 2:17:54an Boa Zähne wollen, und diese Kreuzfahrtlinie ist eben Kunde von Fallstaff,
- 2:17:59und zur Taufe habe ich eben für viele Gäste, Presseleute,
- 2:18:05dann eben eine Weinverkostung gemacht.
- 2:18:07Und das erlebe ich total gerne, weil ich bin dann so mittendrin,
- 2:18:12und merke dann so, hey krass, diese ganzen Abläufe, die du 13 Jahre gemacht hast,
- 2:18:17du gehst da rein, du siehst sofort, okay, Miesham Plasmus dahin,
- 2:18:20hier Musterkühler hin, da und da,
- 2:18:23dann kommen die Leute, du weißt sofort, den musst du so nehmen,
- 2:18:26mit denen kannst du einen Witz machen, da musst du eher zurückhalten,
- 2:18:30und das ist so wie Radfahren.
- 2:18:32Und das macht mir so uns Spaß, das zu erleben.
- 2:18:36Also deswegen, ich bin total happy über diese Sache,
- 2:18:39auch mit dieser Eventsgeschichte bei Fallstaff, weil ich das total gern mache.
- 2:18:43Die Hohekunst dann irgendwann, also aus dem Restaurant heraus,
- 2:18:46ja, und das dann so in dieser Event-Ebene dann trotzdem besonders zu machen,
- 2:18:50aber eben nicht gewöhnlich erscheinen zu lassen, was ja im Restaurant
- 2:18:53eigentlich auch jeden Tag gefordert wird, jeden Tag eine absolute Höchstleistung zu bringen,
- 2:18:58ist niemals routiniert werden zu lassen, trotzdem eben diesen Zauber mitzutragen,
- 2:19:02den die Gäste ja in dem Augenblick haben, wenn sie sich schon seit Wochen darauf freuen,
- 2:19:07und man sie da abholen kann, weiter begleiten kann.
- 2:19:11Absolut, nee, absolut.
- 2:19:13Nee, es ist ein toller Top.
- 2:19:15Ich habe es sehr, sehr geliebt, im Restaurant zu stehen.
- 2:19:19Es ist auch wie eine Bühne.
- 2:19:21Ich bin auch eine Rampensau.
- 2:19:24Vielleicht sag mal, ich bin eine Rampenpfau, ich hört sich vielleicht irgendwie netter an.
- 2:19:29Ich mag das einfach, und ich mag gerne auch mit Leuten zu tun haben,
- 2:19:40und dann mit denen sprechen, und das ist wie eine Bühne ein Restaurant.
- 2:19:44Das habe ich sehr, sehr genossen.
- 2:19:47Habs für dich da mal ein besonders schönes und besonders schreckliches Erlebnis?
- 2:19:51Ja, ein besonders schönes, gab es ja viele.
- 2:19:55Es ist ja oft sehr interessant, dass man, wenn man sich mit Kollegen trifft,
- 2:20:00spricht man ja immer über die blöden Gäste, sag ich jetzt mal.
- 2:20:07Aber wenn du jetzt mal ehrlich bist und du machst ja wieder eine Statistik,
- 2:20:10dann würde es sagen, 3% sind echt blöd, und es gibt aber so viele tolle Gäste,
- 2:20:16wo man sagt, wow, und da waren schon immer so,
- 2:20:21wenn die Leute dann rausgegangen sind und gestrahlt haben.
- 2:20:24Das hat einem irgendwie total viel gegeben, man hat auch tolle Leute kennengelernt.
- 2:20:31Total, vor allen Dingen auch in einer ganz eigenen Situation.
- 2:20:34Sie sind ja dort privat, sie geben sich auch privat, und sie öffnen sich,
- 2:20:38weil sie sich eben auch, also sie lassen einen Einblick in ihr Inneres,
- 2:20:42also in ihrer Wahrnehmungswelt, in ihrer Empfindung, reden über ihre Gefühle,
- 2:20:46was ja eigentlich, also man erlebt die Gäste so unfassbar persönlich,
- 2:20:50was ein solches Geschenk ist, und was so viel Spaß macht.
- 2:20:53Also daher bin ich da ganz doll bei dir, dass man sehr viele tolle Menschen
- 2:20:57und das vor allen Dingen, und das finde ich eben so besonders in unserem Beruf,
- 2:21:00von einer tollen Seite kennenlernt, ein tollen Moment in einem Moment,
- 2:21:03wo sie in der Regel, wenn sie nicht gerade irgendwie ein Businessgespräch haben,
- 2:21:06wo es um viel Geld oder Stress geht, von einer schönen Seite dann irgendwo kennenlernt.
- 2:21:10Total, also ich habe auch viele tolle Sachen, guck mal, ich komme aus einem kleinen Dorf in Bayern,
- 2:21:15und dann arbeitest du in Berlin und du machst Catering und Kanzleramt,
- 2:21:22und bist dann in der Kanzlerwohnung, weißt du, ist das, wie geil ist das denn jetzt,
- 2:21:27bitte schön hier an. Und der Kanzler ist noch da, kannst du auch mal kurz auf den Balkon,
- 2:21:31schaust du auf den Kanzleramt vom Balkon, da, ah, so ist das alles,
- 2:21:35wenn man da runter guckt, und das ist, das fand ich immer mega, oder, ist doch geil.
- 2:21:44Also, ich habe den Herrn Alfred Nebentumot damals kennengelernt,
- 2:21:50das ist der leider schon verstorbene Verleger vom Kölner Stadtanziger.
- 2:21:56Den habe ich auch kennengelernt, und die hat mir eine Flasche,
- 2:21:59eine halbe Flasche 45er Kludler-Rosch-Geschichte.
- 2:22:02Den habe ich auch bekommen von ihm.
- 2:22:04Nein, nein, nein, das gibt es ja nicht.
- 2:22:08Das ist so lustig, und weißt du, wie die Geschichte war?
- 2:22:14Nein.
- 2:22:15Das ist gibt's nicht, ich habe die leere Flasche noch, ich mache ein Bild und schickst dir,
- 2:22:19es gibt's nicht, aber ich, warte mal auf, ich habe den kennengelernt,
- 2:22:23und dann, witzig, und dann habe ich den Weinkeller begutachtet von dem,
- 2:22:29der hat einen riesen Weinkeller, und da weint ich, witzig,
- 2:22:33und da weint diese Ecke, diese Kludler-Rosch, kannst du dich ja erinnern, diese Kleine,
- 2:22:36und dann habe ich die Augen nicht mehr zubekommen,
- 2:22:39und dann haben sie den den hier, weißt du was er gesagt hat,
- 2:22:43ich glaube den hat Francois mit der Romar mitgebracht.
- 2:22:46Und das ist der Wein, ich blip aus, okay.
- 2:22:51Was so was?
- 2:22:52Nein, ich schieb dir ein Bild davon, entschuldige jetzt,
- 2:22:58dass ich deinen Mythos kaputt gemacht habe.
- 2:23:00Das ist überhaupt kein Bild, das ist jetzt auch größer, aber Mythos ist das unglaublich.
- 2:23:05Unfassbar.
- 2:23:06Ja, Wahnsinn.
- 2:23:07Ja, cool.
- 2:23:08Aber ich habe auch mal nicht jedem geschenkt, also ist das super, da haben wir einen Eindruck.
- 2:23:13Nein, das ist ja...
- 2:23:14Weil du weißt ja, im Lehrbach, und ich war in der Nachbar, Bude.
- 2:23:18Genau, genau, tolle Zeit.
- 2:23:20Genau, genau, genau.
- 2:23:22Wahnsinn, schön.
- 2:23:25Super.
- 2:23:27Selten findet man einen Experten, einen Expertin,
- 2:23:34die so authentisch, so fundiert, so voller Wissen,
- 2:23:39und trotz allem so lebensfroh, ihr im Beruf zu leben vermag,
- 2:23:43dein lachen ist ansteckend, dein lachen ist wahnsinnig betörend,
- 2:23:46und vielen lieben Dank dafür.
- 2:23:48Danke dafür auch, dass du deinen Wissen, deinen Emotionen,
- 2:23:50deine Erfahrung mit uns geteilt hast,
- 2:23:52und uns gezeigt hast, dass Biodynamie eben nicht verkauft sein muss,
- 2:23:55sondern ein ganz unkompliziertes Lebensgefühl sein kann.
- 2:23:59Vielen lieben Dank, liebe Romana.
- 2:24:01Und noch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten, fürs Unterstützen, fürs Kommentieren, fürs Liken, fürs Bewerten.
- 2:24:07Vielen Dank für jede einzelne Bewertung, und dafür, dass ihr einfach bei uns seid.
- 2:24:11Und ebenfalls ein großes Dankeschön an die Schlumbergergruppe,
- 2:24:15mit den Handelshäusern Conzio Vini, Schlumberger Segnetz und den Privatkundenportal Bremer Weinkornek.
- 2:24:21Dank ihnen ist dieses Projekt jetzt seit über einem Jahr möglich,
- 2:24:24und ich freue mich auf viele neue Sommies und Gäste, damit ich wieder sagen kann,
- 2:24:29nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:24:31Und ich freue mich auf die kommenden Freitag, und freue mich auf sie, die großartige und liebe Susanne Spies!
- 2:24:50Hallo, mein Name ist René Salzmann. Ich lebe in Israel.
- 2:24:56Seit 20 Jahren bin ich im Weingeschäft und exportiere israelische Weine nach Deutschland unter dem Firmennamen "Sug Wines".
- 2:25:04Der Wein hat Romana Echensberger und mich vor 14 Jahren zusammengebracht.
- 2:25:10Schon seit dem ersten Telefongespräch war eine gegenseitige Begeisterung.
- 2:25:15Und nach der ersten persönlichen Begegnung in Deutschland war es lieber auf den ersten Blick.
- 2:25:21Dann kam Romana nach Israel, lernte das Land, die Menschen und natürlich die Weine kennen.
- 2:25:27Nach mehreren Besuchen in Israel und auch Treffen in Deutschland wurde Romana für uns die Weinbotschafterin der israelischen Weine in Deutschland.
- 2:25:37Gemeinsam organisierten wir Verkostungen und Masterclasses in verschiedenen Städten Deutschlands.
- 2:25:44Auch bei den deutsch-israelischen Weingipfeln, die abwechselnd in Deutschland, wie auch in Israel stattfinden, ist Romana immer dabei.
- 2:25:54Mit Vorträgen und führt Podiumsdiskussionen, wie zum Beispiel über Riesling.
- 2:26:00Das erinnert mich an eine interessante Geschichte.
- 2:26:03Als Romana 2013 zum zweiten Mal nach Israel kam, fuhren wir zu einem neuen Weingut, das erst 2012 gegründet wurde und nur Weisweine herstellt.
- 2:26:15Sphera Weine.
- 2:26:17Romana war damals noch kein Master vorhin.
- 2:26:21Wir verkosteten einige Beine und dann führte der Winzer sie durch die Kellerei und ließ Romana einige noch nicht fertige Beine verkosten.
- 2:26:31Bei einem Stahltank, fragte er sie, möchtest du einen Riesling, den ich zu einem Qw hinzufügen werde, mal verkosten?
- 2:26:40Romana verkostete diesen Wein und sagte dem Winzer.
- 2:26:44Also, diesen Riesling musste unbedingt rein sortisch ausarbeiten.
- 2:26:49Der ist viel zu gut, um in einem Qw zu landen.
- 2:26:53Der Winzer hörte auf Romana und seit damals gibt es diesen rein sortigen Riesling, der in vielen Ländern genossen wird und von dem auch Stuart Piggit sagte, es wäre einer der besten Rieslinge, die er verkostet und getrunken hat.
- 2:27:10Romana hat auch von Anfang an die Twin Wineries unterstützt.
- 2:27:16Vor knapp 17 Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Mann die Twin Wineries Initiative gegründet.
- 2:27:23Die Twin Wineries Initiative ist eine Partnerschaft zwischen Deutschen und israelischen Winzern und Weingütern.
- 2:27:31Sie dient dazu, beide Länder und Kulturen besser kennen und verstehen zu lernen, Wein Know-How auszutauschen, Freundschaften zu entwickeln und die Weine beide Länder bekannt herzumachen.
- 2:27:47Es dient also zur gegenseitiger Völkerverständigung und Wein ist der bester Botschafter, durch den Menschen in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen.
- 2:27:59Heute gibt es 52 Winzer, die sich dieser Twin Wineries Initiative angeschlossen haben.
- 2:28:07Natürlich gab es auf dem Laufe der Jahre viele persönliche Treffen, gemeinsame Erlebnisse und unglaubliche Erringerungen.
- 2:28:15Und natürlich waren wir auch bei Romanas Hochzeit dabei und haben sie, ihren Mann Norbert und ihre später geborenen zwei tollen Söhne total ins Herz geschlossen.
- 2:28:28Unsere Freundschaft ist in der Zwischenzeit so stark und unzerbrechlich.
- 2:28:34Als Romana mit ihrem zweiten Sohn schwanger war, wünschten sie und Norbert die Taufe in Jerusalem in eine katholischen Kirche zu machen und zu feiern.
- 2:28:44Als Gläubig Christen war so eine Taufe für beides sehr, sehr wichtig und emotionell.
- 2:28:52Leider mussten wir wegen der Corona-Epidemie zwei Jahre warten bis wir alles gemäß ihren Wünschen organisierten konnten, aber die Geduld hat sich gelungen, denn es war ein unglaubliches Erlebnis für uns alle.
- 2:29:08Bei jedem Treffen zwischen Romana und mir, ob per Telefon oder persönlich, ist immer so viel Freude verbunden und wir können das nächste Treffen kaum erwarten.
- 2:29:20Was ich besonders an Romanas schätze, ihr unglaubliches Weinwissen und ihre Neugeher für neue Entwicklungen und Weine,
- 2:29:30ihre Begeisterung und Leidenschaft für Wein, was dazu führt, dass wenn sie über Wein spricht, ob bei einem Vortrag oder bei einer Schulung oder einfach bei einer Diskussion, sie gleich jeden mitreißt.
- 2:29:44Romana ist auch eine wahre, aufrechte, sensible und sehr loyale Freundin und hat einen unermüdlichen Romant.
- 2:29:54Wir freuen uns schon auf zukünftig gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer innerhalb wie auch außerhalb der Weinrecht.
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