Latest / «Call the Boss» / Markus Hedinger: Der Lebensverlängerer von Wilchingen
Transcript
- 0:00Ja, also tun wir schon immer ein bisschen.
- 0:02Aber jeder hat eigentlich seinen Bereich.
- 0:07Ein Format vom Schaffhauser Wirtschaftsnewsetter Zahltag,
- 0:10unterstützt von der Schaffhauser Kantonalbank, GF und Radio
- 0:14Munot. Karl the Boss, 76 Markus
- 0:18Hedinger, Inhaber Hedinger, Weingut und Kellerei.
- 0:26Hedinger. Hallo Markus, hier ist Robin
- 0:28Blank vom Wirtschaftsminusländer Zahltag.
- 0:30Hallo. Robin, Hallo.
- 0:32Du, wie geht es dir jetzt? Ist das Wetter schön, das heisst
- 0:35du bist am Arbeiten in den Reben oder wie sieht das aus bei dir
- 0:38aus? Doch wir machen heute
- 0:40Pflanzenschutz, weil es ist einfach.
- 0:43Wir müssen diese Tage fast zählen, wo schönes Wetter ist.
- 0:46Jetzt warten wir noch ein bisschen bis abtrocknen und dann
- 0:49sind 2 Karren unterwegs, wir spritzen und Pflanzen schuld.
- 0:52Und was hat denn jetzt diese Regenperiode mit den Reben
- 0:55gemacht? Ist das irgendwie schon kritisch
- 0:57oder ist das gar nicht so schlimm für die Pflanze?
- 0:59Das geht Ihnen gut. Ich sage jeweils immer, wenn ein
- 1:02Mensch den ganzen Tag duschtau gesund und bei den Reben ist es
- 1:06eigentlich auch sehr gesund. Es fehlt da ein bisschen die
- 1:09Wärmewasser hätten wir genug, aber bis jetzt hat es eigentlich
- 1:12noch nichts gemacht, wenn jetzt das in Blust drin gewesen wäre,
- 1:16dann wäre es dümmer, weil dort brauchen wir trockene Däcke und
- 1:20Luft, weil es ist ein Wimpern und wenn wenn die Käppli dann
- 1:25auf dem auf der Blüte kleben bleiben, wird es nicht
- 1:27befruchtet, aber wir haben noch keinen Bluscht, wir sind immer
- 1:30noch vor dem Blut. Aber er kommt jetzt.
- 1:33Bei normalen Lagen, die nicht Frost haben, denke ich, wird es
- 1:37so in den nächsten ein bis 2 Wochen wird es dann so anfangen.
- 1:43Also dauert noch weit gut, Markus, Du bist Weintechnologe
- 1:47und Winzer mit Meisterprüfung, so steht es auf alle Fälle auf
- 1:50der Homepage von deinem Betrieb. Als was würdest du dich denn
- 1:54selber bezeichnen, was sagst du, wenn dich jemand fragt, was
- 1:57machen sie? Also wenn ich praktisch arbeite,
- 2:00bin ich eigentlich jetzt mehr in den Reben.
- 2:02Ich schaue. Dass die Reben.
- 2:04Organisiert sind. Ich habe einen ganz einen guten
- 2:07Kellermeister, der Dominic Wolfgang übernimmt eigentlich
- 2:11das Handling in im Keller und ich tue mir einfach sprechen,
- 2:15das Abkontrolliere, den Wein und so, aber ich bin eigentlich mehr
- 2:18im Verkauf und die Präsentation bei den Gruppen und in in im
- 2:22Rebbau. Das heisst, du bist ein Winzer
- 2:25und ein Verkäufer. Den pinzon Verkäufer und
- 2:28kontrollieren natürlich die Weine die er macht.
- 2:31Also vor das wir abfüllen werden diese mir serviert.
- 2:34Wir machen Proben und schauen genau was mir passt und dann
- 2:38diskutieren wir bis wir uns einig sind und dann wird es
- 2:40abgefüllt. Aber der Chef bist du.
- 2:42Ich sage, wie es läuft. Ja, also am Schluss habe ich
- 2:46natürlich die Hauptstimme, aber wir müssen, ich muss sagen, ich
- 2:49bin mit dem Dominic Wolfgang sehr harmonisch, also wir sind
- 2:52eigentlich uns am Schluss einig, er haben jetzt auch gemerkt,
- 2:55etwa was die Leute trinken. Du bist also ihr seid quasi ein
- 2:58guter Güet. Ja, ja, wir ergänzen uns gut.
- 3:02Ich bin dazu vielleicht ein bisschen heikler, er hat eine
- 3:05gute Zunge für die Cola Harmonie beim Wein, also wir, wir
- 3:09ergänzen uns sehr gut. Jetzt im Laubgrundland gibt es
- 3:12vierhundertachzig eh klar Reben plus minus und in deiner Firma
- 3:16werden Trauben von 35 Hektar zu Wilchinger Qualitätseinen
- 3:21verarbeitet, habe ich gelesen, das gibt eigentlich auch
- 3:24zweihunderttausend Flaschen Wein pro Jahr.
- 3:27Ist das richtig? Es gibt 200, wir tun
- 3:29zweihunderttausend Flaschen abfüllen und dann gibt es noch
- 3:32etwas Offenwein, das dann gerade im Tankwagen vorkommt.
- 3:35Also was wir dann nicht selber ausbauen und abfüllen.
- 3:38Aber das ist ja eine riesenmenge, zweihunderttausend
- 3:40Flaschen. Ja, aber da ist natürlich der
- 3:42Halbliter der Zweierli in der Zweieinhalber.
- 3:45Da ist alles. Dabei was heissen das in Liter.
- 3:49Ja, ja, ich lebe hier. Ist es wahrscheinlich etwa 180
- 3:53150 bis 180 in Flaschen und der Rest wird offen verkauft?
- 3:58OK, und jetzt um ein bisschen ein Gespür für die Grösse meines
- 4:01Betriebs. Ich nehme an, es gibt noch
- 4:03grössere in der Region, ein Paar kenne ich und vermute sie sind
- 4:06grösser, aber wo bist du in dieser, in dieser Range der
- 4:09grösse her? Von der Grösse her bin ich etwa
- 4:12die Nummer 4 bis die Nummer 5, also die erste.
- 4:16Die Rosen 2 ist GVS und die Remo.
- 4:18Ada dann. Kommt die Erfolg?
- 4:20Und dann kommt. Hedinger und der Rötiberg sind
- 4:23etwa reich. Und wie geht das weiter?
- 4:26Willst du mal der grösste werden oder ist das gar nicht unbedingt
- 4:29dein Ziel? Ja, ich habe jetzt eine AG
- 4:32gemacht und habe eigentlich eingefädelt.
- 4:34Mal ein junger kommt, ich habe ja einen Sohn, den Johannes, der
- 4:38ist jetzt im zweiten Lehrjahr, kommt jetzt sein drittes als
- 4:41Winzer und am Schluss muss der dann entscheiden, wenn er kommt,
- 4:46in etwa 10 Jahre, wie gross das nicht er will bleiben.
- 4:49Also ich weiss, dass Johann das übernehmen wird.
- 4:51Habe ich auch schon gehört und darum nimmt es mich Wunder.
- 4:54Was würdest du ihm mit auf den Weg geben, wenn er mal dein Erbe
- 4:58antritt? Ich muss sagen, die Welt
- 5:00verändert sich so schnell. Ich meine, seit Corona hat sich
- 5:04der Weinmärkt auch verändert, die Ladenketten laufen besser,
- 5:08Getränkehändler haben eher habt ihr ein bisschen weniger Umsatz
- 5:12und wie das dann am Schluss herauskommt, werden am Schluss
- 5:16der Wein kauft, da kann man eigentlich noch nicht so sagen,
- 5:18ich denke, man muss immer sich einen Markt anpassen, ist wie im
- 5:22im Web Bau auch, man muss bei den Reben jetzt mit dem Frost
- 5:25auch anpassen und beim beim Wein auch und dann ist ja immer die
- 5:29Frage was für Sorten laufen oder wenn wir ja eben anpflanzen.
- 5:33Dann sind die 40 Jahre drin, da muss man sich ganz gut
- 5:36überlegen, wenn man junganlagen macht, die auch dann getrunken
- 5:39wird. Und es gibt ja jetzt die Tendenz
- 5:42von diesen P vten, die man weniger spritzen muss, aber auch
- 5:45sie sind halt dann ein bisschen zuerst.
- 5:48Muss man sich ein bisschen an die gewöhnen, und das mache ich
- 5:51jetzt im Moment nicht, ich Pflanze keine P vten an, sondern
- 5:55das müsste dann ernst scheiden, wenn er denn das will, also ich
- 5:59will einfach die bekannten Sotten, die jeder kennt, die
- 6:02Riesling federwein. Und beim Rotten sind wir
- 6:07eigentlich 98% Blauunterlastung. Wenn er das ändern will, muss er
- 6:11das machen. Das war damals die vierte
- 6:14Generation. Wenn ich es richtig gezählt.
- 6:16Habe ich zähle immer die ersten 2 zusammen, das ist die erste.
- 6:20Dann komme ich als zweite und dann kommt die Vierte, weil die
- 6:23dritte ist ja immer die gefährlich.
- 6:25Du willst ja einfach die genau willst, aber sag mal, ist das
- 6:31für dich und du bist jetzt ja noch am Ruder und du bist ja
- 6:34noch busper und alles ist das für dich, die die Tradition, die
- 6:38Generation vor dir ist das eine Belastung oder ist das eine
- 6:41Bereicherung? Manchmal könnte einem das auch
- 6:43belasten, weil man weiss, da lastet die ganze Tradition von
- 6:47mehreren Generationen auf seinen Schultern oder bei bei
- 6:50beurteilst du das? Also ich muss sagen, mein Vater
- 6:53hat mir eigentlich diese Freude am Weinbau und am Weinausbau hat
- 6:58er vermittelt, hat mich wahnsinnig gut gearbeitet mit
- 7:01ihm und er hat immer auch das Strahlen, das ich mit ihm
- 7:04zusammengearbeitet habe, eigentlich nie vergessen.
- 7:06Diese Freude, eigentlich ein Junger, der ihm hilft, das hat
- 7:09er mir so vermitteln können, das habe ich auch eigentlich keine
- 7:12Lust gewesen ist, wo man dann den Betrieb, den er auch
- 7:15übergeben hat, dort haben wir ein wenig gekifft, weil der es
- 7:18sei Mehrwert und die Jungsarten, so viel kann ich nicht bezahlen.
- 7:22Aber er hat dann nachher wieder nochmals etwa 15 Jahre bei mir
- 7:26gearbeitet im Stundenlohn, und das ist eine gute Synergie
- 7:29gewesen. Also dein Vater ist bei dir
- 7:31angestellt gewesen. Ja, er ist bei mir angestellt
- 7:35gewesen, aber wir haben natürlich von der Vorwandschaft
- 7:38nachhause. Er hat eine Tante drin gehabt,
- 7:39die hat dann eigentlich müssen, die ist dann gegangen, weil wir
- 7:42dann neue Ideen gehabt haben und sie hat immer das noch wollen
- 7:45machen, so wie der Vater und sie, und eben das hat dann
- 7:48eigentlich ein bisschen Spannungen gegeben.
- 7:51Und ich eilig die Kathrin immer schützen, weil ich sage, immer
- 7:54am Schluss fangen wir frisch an und wende eigentlich unsere Idee
- 7:57durchbringen und verwirklichen. Und da muss eigentlich die alte
- 8:01Generation nur noch beratend zur Verfügung.
- 8:04Stehen gut, interessant. Ein Punkt, den du hier
- 8:06ansprichst. Du hast vorher gesagt, Kathrin,
- 8:08Kathrin ist deine Frau und sie ist auch im Betrieb.
- 8:12Sie ist glaube ich für den Verkauf zuständig.
- 8:14Wie arbeitet ihr zusammen, funktioniert das Reibungsfrei?
- 8:18Ja, also ein Kiffer tun wir schon immer ein bisschen, aber
- 8:21jeder hat eigentlich seinen Bereich.
- 8:23Sie wollte nie in die Reben. Da habe ich auch begriffen, die
- 8:26heutigen Frauen müssen eigentlich den Platz im Betrieb
- 8:29finden, dort, wo sie es gerne machen, und wir haben ja dann
- 8:32eigentlich ich mache Wein rebbau eigentlich ohne sie, und sie
- 8:36macht den Verkauf, hat ja dann noch die Mode aufgebaut und
- 8:40macht dann das Büro, und so ist sie sehr gut ausgelastet, ist
- 8:44ein ganzer Top Verkäuferin, sie kann den Leute gut beraten und
- 8:47dann hat sie ihren Platz gefunden.
- 8:49Der Vorteil ist, wenn wir nicht beides miteinander machen,
- 8:53sondern jeder. Hat seinen.
- 8:54Bereich. Was ist der Vorteil daran?
- 8:59Diskussion und ich bin einer, der wenn ich dann einmal in die
- 9:03Wohnung gehe, schalte ich ab, da will ich nicht immer noch über
- 9:07das Geschäft diskutieren und so hat eigentlich jeder seinen
- 9:10Bereich und dort bei bei modeschätze ich ihr auch nicht
- 9:14rein oder da muss ich eigentlich das Zeugs auswählen.
- 9:18Die Leute wollen. Und du wirst aber von ihr
- 9:21ausgestattet. Nein, sie hat sie hat noch
- 9:23frauenmodus. Ja, dann ist es ein bisschen
- 9:26schwierig. Wenn ich eine Präsentation habe,
- 9:28dann dann lässt sie mir dann das Zeug schon raus, dass ich wohl
- 9:31dort komme. Ja, also dann gibt es die
- 9:34Aufgabenteilung, die funktioniert.
- 9:36Jetzt hast du vorne gesagt, eben, es gibt Entwicklungen in
- 9:38diesem Weinmarkt sowieso, ich habe letztens mal gehört von
- 9:42jemandem, der auch in dieser Branche tätig ist, der Verkauf
- 9:45vom Wein ist ein bisschen rückläufig, die Leute trinken
- 9:47weniger, sie gehen nicht mehr über Mittag mit den
- 9:49Geschäftspartnern im Restaurant und trinke 2 Flaschen Wein,
- 9:52sondern. Die sind etwas reduziert in dem
- 9:55und trinken nicht mehr so viel Alkohol.
- 9:57Spürst du das? Das kommt bei uns an, was wir
- 10:00auch spüren, ist, die alten Kunden, die haben den Kofferarm
- 10:03gefüllt, die sterben langsam weg, die jungen Leute, die
- 10:07kaufen Kleinmengen, aber sind begeistert und was natürlich
- 10:11gewesen ist während Corona haben die Leute auch ein bisschen, wie
- 10:14soll man dem sagen, ein bisschen die Lampe gefüllt zum auch die
- 10:17Situation ein bisschen besser zu vertreten, und das ist jetzt,
- 10:21jetzt ist eher wieder ein bisschen der Trip mit trinkt so
- 10:24viel, dass es gesund ist. Also man trinkt schon Wein, aber
- 10:27es. Ist wirklich ein bisschen
- 10:29rückläufig. Ich denke immer, ich werde ein
- 10:33bisschen neue Märkte suchen müssen, Ideen entwickeln, wenn
- 10:36man in der Zukunft den Wein verkauft.
- 10:38Das ist eigentlich immer ein Prozess, den man, den man dabei
- 10:41bleiben. Muss du, hast aber nicht schon
- 10:43die die gute Idee, die alle hören.
- 10:47Also was ich, wenn ich eigentlich wirklich jetzt in der
- 10:50letzten Zeit mich befasst habe. Es hat mir ein ernährungs
- 10:54Doktor, Ernährungsberater oder eine Ernährungswissenschaftlerin
- 10:58hat mir gesagt, im Blauburgunder hat es eine Substanz, die
- 11:02Lebensverlängernd wirkt im Mensch, und das müssen wir jetzt
- 11:07wirklich aufnehmen, und das ist nur im blauer Grund mit Mass
- 11:12glauben und ertrinkt hat man ein längeres Leben.
- 11:15Das sind aber Gute. So ist dann haben wir irgendwann
- 11:20wahrscheinlich zu wenig blaberonunter, weil dann müssen
- 11:22die Leute wirklich trinken, weil am Schluss lebt jeder gerne ein
- 11:25bisschen länger. Will jetzt eben die Gefahr, die
- 11:28können wir noch riskieren, dass zu wenig Blauburgraum gibt.
- 11:32Bis dahin wünsche ich dir Markus alles Gute mit deinem Betrieb,
- 11:36ich möchte dich nicht länger versäumen, wenn das Wetter gut
- 11:38ist, dann musst du in deine Reben und dann schauen gehen von
- 11:41dem her alles Gute weiterhin ein gutes Händchen beim Wein und in
- 11:45den Reben mach es gut. Ja, danke vielmals.
- 11:47Ciao. Machs gut.
- 11:48Ciao Robin, Merci. Ein Format vom Schaffhauser
- 11:53Wirtschafts Newsletter Zahltag, unterstützt von der Schaffhauser
- 11:56Kantonalbank, GF und Radio Munot.