Latest / Gute Nacht mit Fridolin / Einschlafgeschichte: Die Zahnradbahn – ganz langsam den Berg hinauf
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- Stell dir einen kleinen Zug vor. Er steht am Fuß eines Berges … am Ende eines langen Tages. Ein kleiner Wagen … vielleicht rot … vielleicht mit ein paar Fenstern … und darin ein paar weiche Sitze. Vor ihm … steigt der Berg steil hinauf. Eine grüne Flanke … höher … und immer höher … bis hinauf zum Gipfel. Und dieser kleine Zug … wird da hinauffahren. Nicht schnell … nicht mit Getöse … sondern ganz langsam … und geduldig. Ein leises Summen … dann setzt er sich in Bewegung. Ganz sacht … beginnt der kleine Wagen zu steigen. Der Bahnsteig … bleibt zurück. Und langsam … sinkt die Wiese unter ihm hinab. Die Häuser … werden kleiner. Der Weg … wird zu einem schmalen Band. Und der kleine Zug … klettert … ruhig … den Berg hinauf. Es ist Abend … und im Wagen ist es still. Nur wenige Menschen sitzen hier … und jeder schaut … ruhig … aus seinem Fenster. Es ist warm … und geborgen … in dem kleinen Wagen. Draußen … wird das Licht … langsam weicher und goldener. Du lehnst dich zurück … in deinen Sitz … und lässt dich einfach tragen. Der Zug weiß den Weg … du musst gar nichts tun. Nur schauen … und ruhig atmen. Und das Besondere an dieser Bahn ist … sie fährt Hänge hinauf … die so steil sind … dass ein gewöhnlicher Zug … sie niemals schaffen würde. Wo ein normaler Zug längst … ins Rutschen käme … klettert die Zahnradbahn … ruhig weiter. Immer steiler … immer höher … ganz ohne abzugleiten. Und wie sie das macht … das ist das Schöne an ihr. Denn eigentlich … klingt es fast unmöglich. Ein Zug … der einen steilen Berg hinauffährt. Etwas so Schweres … das sich an einer steilen Wand … emporzieht … ganz ruhig … und ganz sicher. Man würde meinen … das könne nicht gutgehen. Und doch … fährt so ein Zug … seit vielen Jahrzehnten … Tag für Tag … den Berg hinauf und wieder hinab. Ganz selbstverständlich … dank eines einfachen, klugen Gedankens. Denn ein gewöhnlicher Zug … rollt auf glatten Rädern … über glatte, glänzende Schienen. Auf ebener Strecke … geht das wunderbar. Aber wird es zu steil … dann fehlt den glatten Rädern der Halt. Sie drehen durch … und rutschen … statt zu klettern. Ein bisschen … wie Schuhe auf glattem Eis. Man kommt nicht recht voran … so sehr man sich auch müht. Für einen steilen Berg … braucht es also etwas anderes. Und dieses andere … ist ein kleiner, kluger Trick. In der Mitte … zwischen den beiden Schienen … liegt eine dritte Schiene. Und diese dritte Schiene … ist ganz und gar mit Zähnen besetzt. Eine lange Reihe von Zähnen … einer neben dem anderen … den ganzen Berg hinauf. Man nennt sie … die Zahnstange. Und in diese Zahnstange … greift der Zug hinein … mit einem eigenen Zahnrad. Wenn du dir so eine Zahnstange … aus der Nähe ansiehst … läuft sie … als schmales, gezähntes Band … den Berg hinauf. Zahn … neben Zahn … in gleichmäßigem Abstand. Immer weiter … bis sie … oben … am Hang verschwindet. Ein stilles, gezähntes Band … das den ganzen Weg begleitet … und dem Zug … überall … sicheren Halt gibt. Unter dem Wagen … sitzt ein Rad … voller Zähne. Ein Zahnrad … das sich dreht … während der Zug fährt. Und seine Zähne … greifen genau … in die Zähne der Schiene. Zahn … um Zahn … um Zahn. Immer ist ein Zahn im Eingriff … und hält den Wagen. So kann nichts mehr rutschen … so steil es auch sein mag. Das Rad … zieht sich an der Zahnstange hinauf … ganz sicher. Man kann es sich vorstellen … wie einen Reißverschluss. Zahn für Zahn … fügt sich ineinander … fest … und ohne Lücke. Oder wie zwei Hände … deren Finger ineinandergreifen. So hält sich der Zug … an der gezähnten Schiene. Und Zahn um Zahn … zieht er sich nach oben. Ganz gleichmäßig … ganz ruhig … klettert er den steilen Berg hinauf. Und weil immer … ein Zahn im Eingriff ist … kann gar nichts geschehen. Der Zug … hängt nicht an der Reibung … nicht am glatten Rad. Er ist … fest mit dem Berg verbunden … über die Zähne … die ineinandergreifen. Man kann sich ganz auf ihn verlassen. So steil es auch sein mag … der Zug … hält … und klettert … ganz sicher. Du darfst dich einfach … tragen lassen … ohne die geringste Sorge. Und das Gleiche … gilt auch für den Weg nach unten. Wenn der Zug wieder hinabfährt … könnte er ins Rollen kommen … immer schneller … den steilen Hang hinab. Aber das kann er nicht. Denn dieselben Zähne … die ihn hinaufgezogen haben … halten ihn nun auch zurück. Zahn um Zahn … lässt er sich hinab … langsam … und sicher … ganz ohne Eile. So ruhig, wie er hinaufgekommen ist … so ruhig … fährt er auch wieder hinunter. Und wie steil so ein Hang sein kann … das ist erstaunlich. Ein gewöhnlicher Zug … schafft nur sanfte Steigungen. Wird es steiler … muss er aufgeben. Eine Zahnradbahn aber … klettert viel steilere Hänge hinauf. Die steilsten … steigen fast … einen halben Meter … auf jeden Meter Strecke. Das ist beinahe … wie eine Treppe. Ein Hang … so steil … dass man sich kaum vorstellen kann … dass dort ein Zug fährt. Und während der Zug so klettert … hörst du ein leises, gleichmäßiges Geräusch. Ein sanftes Klicken … Zahn um Zahn. Immer, wenn ein neuer Zahn … in die Schiene greift … gibt es einen ganz leisen, ruhigen Ton. Klick … Klick … Klick … immer im selben Takt. Es ist kein hastiges Geräusch. Es ist langsam … und gleichmäßig … wie ein ruhiger Herzschlag. Ein Klicken … das dich sanft … den Berg hinaufträgt. Solche Bahnen … gibt es seit etwa hundertfünfzig Jahren. Die allererste … kletterte einen Berg hinauf … weit drüben … in Amerika. Und nur zwei Jahre später … entstand eine in der Schweiz … hinauf auf einen Berg namens Rigi. Es war die erste Zahnradbahn … in ganz Europa. Damals … muss das ein großes Wunder gewesen sein. Ein Zug … der einen Berg hinauffährt … das hatte man noch nie gesehen. Die Menschen … kamen von weit her … um es zu bestaunen. Und von da an … baute man immer mehr davon … überall dort … wo es steil hinaufging. Ein Berg nach dem anderen … bekam seine kleine Bahn. Am Anfang … fuhren sie mit Dampf. Kleine Dampflokomotiven … die schnaufend … den Berg hinaufstiegen. Und weil der Berg so steil war … standen ihre Kessel … ein wenig schräg … damit sie am steilen Hang … doch gerade blieben. Heute aber … fahren die meisten … mit Strom. Ganz leise … ohne Rauch … ohne Schnaufen. Nur das sanfte Summen … und das ruhige Klicken der Zähne. Und manche dieser Bahnen … fahren schon sehr lange denselben Weg. Seit über hundert Jahren … klettern sie … denselben Berg hinauf. Tag für Tag … Sommer wie Winter … immer wieder … dieselbe Strecke. Unzählige Menschen … haben sie schon nach oben getragen. Und immer noch … fährt sie … ganz zuverlässig … Morgen für Morgen … den Berg hinauf. Eine treue, alte Bahn … die einfach … ihren ruhigen Dienst tut. So eine Bahn zu bauen … ist gar nicht leicht. Denn die gezähnte Schiene … muss über den ganzen Berg gelegt werden … Stück für Stück … genau ausgerichtet. Über steile Hänge … um Felsen herum … durch enge Kurven. Das ist eine aufwendige … und kostbare Arbeit. Darum … sind solche Bahnen … etwas Besonderes. Mit viel Mühe … in den Berg gebaut … und dann … über Generationen … gehegt und gepflegt. Und für die Zähne selbst … dachten sich die Erfinder … verschiedene Formen aus. Es gibt nämlich nicht nur eine Art von Zahnstange … sondern mehrere. Und das Erstaunliche ist … die vier bekanntesten … wurden alle in der Schweiz erdacht. Von geschickten Ingenieuren … in einem Land voller steiler Berge. Jeder … dachte sich seine eigene Lösung aus … für dasselbe ruhige Ziel … einen Zug … sicher den Berg hinaufzubringen. Die eine Zahnstange … sieht aus … wie eine Leiter. Zwischen zwei langen Profilen … sind die Zähne eingesetzt … wie die Sprossen einer Leiter. Und in diese Sprossen … greift das Zahnrad hinein. Man hat sie nach ihrem Erfinder benannt. Eine der ältesten Bauarten … einfach … und verlässlich. Eine Leiter … flach auf den Berg gelegt … an der sich der Zug hinaufzieht. Eine andere … ist eine einzige, kräftige Schiene … in die man die Zähne … direkt hineingeschnitten hat. Ganz schlicht … eine Schiene mit Zähnen. Sie kam zum ersten Mal zum Einsatz … bei einer berühmten Bahn … hoch hinauf in die Berge … zur Jungfrau. Ganz einfach … und dabei sehr stark. Eine schlichte, verlässliche Schiene … in die man die Zähne … einfach hineingeschnitten hat. Bis heute … ist sie an manchen Bergen … im Einsatz. Wieder eine andere … besteht aus mehreren Schienen nebeneinander. Zwei … oder sogar drei … gezähnte Streifen … liegen dicht beieinander. Und ihre Zähne … sind ein wenig versetzt. So ist immer … ganz sicher … ein Zahn im Eingriff. Diese Bauart … fand die weiteste Verbreitung … auf der ganzen Welt. Man findet sie … an vielen Bergen … in vielen Ländern. Und die vierte … ist die kräftigste von allen. Bei ihr … sind die Zähne … auf beiden Seiten der Schiene. Und zwei Zahnräder … greifen von links und rechts … zugleich hinein. Von beiden Seiten … wird die Schiene fest gepackt. Das ist die einzige Bauart … die auch die allersteilsten Hänge bewältigt. Dort … wo alle anderen aufgeben müssten … hält dieses doppelte Zahnrad … den Zug noch sicher. Vier verschiedene Wege also … dasselbe zu erreichen. Die Leiter … die einfache Schiene mit Zähnen … die mehreren Streifen nebeneinander … und die von beiden Seiten gepackte. Jede … ein wenig anders … und doch alle mit demselben stillen Ziel. Einen Zug … sicher … an einem steilen Berg zu halten. Kluge, geduldige Erfindungen … ersonnen von Menschen … die die Berge kannten. Damit ein kleiner Wagen … ganz ruhig … nach oben klettern kann. Und diese kräftigste Bauart … findet man an einem ganz besonderen Berg. An der steilsten Zahnradbahn … der ganzen Welt. Sie klettert einen Hang hinauf … der fast … einen halben Meter … auf jeden Meter ansteigt. Steiler … geht es kaum. Ein Zug … der sich an einer fast senkrechten Wand … emporzieht … ganz langsam … und ganz sicher. Zahn um Zahn … an einem der steilsten Wege … die es gibt. Auf einem so steilen Hang … fährt der Zug ganz langsam. Nur im Schritttempo … geht es dort hinauf. So langsam … dass ein Wanderer … fast nebenherlaufen könnte. Und das ist auch gut so. Denn auf einem so steilen Weg … will man keine Eile. Man will … ganz ruhig … und ganz sicher … hinaufgetragen werden. Ein gemächliches Klettern … Meter um Meter … dem Gipfel entgegen. Und diese Langsamkeit … ist gar kein Nachteil. Im Gegenteil. Wer langsam fährt … hat Zeit … alles in Ruhe zu betrachten. Jeden Baum … jede Wiese … jeden neuen Blick ins Tal. Man kommt nicht einfach nur oben an … man erlebt … den ganzen Weg dorthin. Ein langsames, ruhiges Steigen … bei dem man … jeden Meter … in aller Ruhe genießen darf. Es gibt viele berühmte Zahnradbahnen … in den Bergen. Da ist die Bahn … hinauf auf den Rigi … die erste in Europa. Und die Bahn … hinauf zur Jungfrau … tief hinein in den Schnee. In Österreich … klettert eine Bahn … auf den Schafberg hinauf. Und in Deutschland … fahren Zahnradbahnen … auf den Drachenfels … und auf den Wendelstein. Überall … in Deutschland … in Österreich … und in der Schweiz … tragen kleine Züge … die Menschen … auf die Berge hinauf. Die meisten dieser Bergbahnen … sind schmal gebaut. Ihre Schienen … liegen enger beieinander … als bei einem großen Zug. Denn schmale Gleise … lassen sich leichter … an einen steilen Hang schmiegen. Sie schlängeln sich … um Felsen … und durch enge Kehren. So ein schmales Gleis … passt sich dem Berg an … und windet sich sanft … immer höher hinauf. Ein feiner, schmaler Weg … der sich in die Landschaft fügt. Und im Grunde … ist so eine Bahn … ein stilles Geschenk. Denn ohne sie … müsste man den Berg … zu Fuß hinaufsteigen. Viele Stunden lang … mühsam … Schritt für Schritt. Die Bahn aber … nimmt dir diese Mühe ab. Ganz gemütlich … darfst du dich hinauftragen lassen … dorthin … wo sonst nur wenige hinkommen. Auf einen Gipfel … zu einer weiten Aussicht … ganz ohne Anstrengung … einfach im Sitzen. Und oben … erwartet dich … eine große Stille. Die klare Luft … der weite Blick … die Ruhe der Höhe. Ein Ort … an dem alles … ganz weit … und ganz still ist. Und all das … schenkt dir … dieser kleine, geduldige Zug. Er trägt dich hinauf … zu einem Stück Frieden … hoch über dem Tal. Und solche Bahnen … gibt es nicht nur in den Bergen. An einem großen Kanal … weit weg … ziehen kleine Zahnrad-Loks … sogar die Schiffe … an ihren Platz. Und in fernen Ländern … bis nach Südamerika … klettern Zahnradbahnen … mit schweren Lasten … die Hänge hinauf. Überall auf der Welt … wo es steil wird … findet man diese geduldigen Bahnen. Kleine Züge … die Zahn um Zahn … das Steile bezwingen. Und eine Zahnradbahn … hat es nie eilig. Sie ist keine schnelle Bahn. Bergab … darf sie nur langsam fahren … damit sie immer sicher bleibt. Auf den steilsten Strecken … geht es nur … im Schritttempo. Alles an ihr … ist auf Ruhe ausgelegt. Nicht auf Schnelligkeit … sondern auf Sicherheit … und auf ein gleichmäßiges, geduldiges Klettern. Manche Bahnen … fahren immer … mit dem Zahnrad. Von Anfang bis Ende … greift ihr Zahnrad … in die Schiene. Sie können nur dort fahren … wo eine Zahnstange liegt. Reine Zahnradbahnen … nennt man sie. Der ganze Weg … ist mit Zähnen ausgelegt … und der Zug … hält sich fest … die ganze Strecke. Immer im Eingriff … immer sicher … vom ersten bis zum letzten Meter. Andere Bahnen … können beides. Auf den flachen Stücken … rollen sie wie ein gewöhnlicher Zug … auf ihren glatten Rädern. Und kommt dann ein steiles Stück … greifen sie zusätzlich … ins Zahnrad. So sind sie … auf ebener Strecke … ein wenig schneller … und am steilen Hang … doch ganz sicher. Ein Zug … der beides kann … das gemütliche Rollen … und das geduldige Klettern. Und dort … wo die Zahnstange beginnt … muss das Zahnrad … ganz behutsam hineinfinden. Denn während der Zug rollt … dreht sich sein Zahnrad … und muss nun … genau … in die Zähne der Schiene treffen. Damit das sanft geschieht … ohne Ruck … beginnt die Zahnstange … mit einem besonderen Stück. Dort sind die Zähne … erst ganz niedrig … und werden dann … Stück für Stück … höher. So gleitet das Zahnrad … ganz weich hinein … und der Zug … fährt ruhig weiter … nun am Zahn. Und dieses Einfahren … geschieht ganz langsam. Der Zug … wird sachte langsamer … findet in die Zähne … und klettert dann … Zahn um Zahn … weiter. Ein sanftes Ineinanderfinden … ganz ohne Ruck. Man merkt kaum … wann aus dem Rollen … das Klettern wird. So weich … geht eines … ins andere über. Weil so eine Bahn … so steile Hänge befährt … ist sie besonders sorgfältig gebaut. Sie hat nicht nur eine Bremse … sondern mehrere … die unabhängig voneinander wirken. Sollte einmal die eine nicht greifen … ist immer noch eine andere da. Und das Zahnrad selbst … hält den Zug ebenfalls. So bist du … auf einer Zahnradbahn … immer gut gehalten. Von unten … von den Zähnen der Schiene … sicher getragen … den ganzen Weg. Und die gezähnte Schiene … will gut gepflegt sein. Sie muss sauber gehalten werden … und geschmiert … damit alles leicht und weich ineinandergreift. Dafür nimmt man … ein besonderes Fett. Ganz sacht … gleiten dann die Zähne … ineinander … ohne zu quietschen … ohne zu haken. Eine ruhige, gepflegte Bahn … auf der alles … leise und geschmeidig … seinen Gang geht. Und nicht nur Menschen … fahren mit solchen Bahnen. Manche … tragen auch Lasten den Berg hinauf. Baustoffe … für Häuser hoch oben … oder alles, was man dort oben braucht. Ganz langsam … Zahn um Zahn … bringt der Zug seine Fracht … nach oben. Was zu Fuß … nur mühsam hinaufzutragen wäre … klettert die Bahn … ruhig und geduldig … den Berg hinauf. Manche Bahnen … fahren sogar eigene Güterzüge … mit allem … was man hoch oben … zum Bauen und Leben braucht. So versorgt der kleine Zug … die Höhe … Tag für Tag … ganz verlässlich. Ein stiller, geduldiger Helfer … für die Menschen dort oben. Das Klettern … kostet natürlich Kraft. Es braucht mehr Kraft … als das Fahren in der Ebene. Aber beim Hinunterfahren … geben die neueren Züge … etwas davon wieder zurück. Während sie bremsen … gewinnen sie Kraft … aus der Fahrt bergab. So gibt der Berg … einen Teil zurück … von dem, was das Hinaufklettern gekostet hat. Ein ruhiges Geben … und Nehmen … am steilen Hang. Die Berge selbst … stehen schon unvorstellbar lange. Lange bevor es die erste Bahn gab … ragten sie schon in den Himmel … still und mächtig. Und wer hinaufwollte … musste klettern … stundenlang … über steile Pfade. Nur wenige … kamen ganz nach oben. Dann … kam die Zahnradbahn … und fand einen sanften, geduldigen Weg … hinauf. Nun kann jeder … die weite Höhe erreichen … ruhig … im Sitzen … Zahn um Zahn. Und nun … stell dir vor … du sitzt in so einem Zug. Auf einem weichen Sitz … am Fenster. Der Wagen … steht ein wenig schräg … der Steigung entgegen … und du lehnst dich … ganz sacht zurück. Selbst die Sitze … sind ein wenig schräg gebaut … so dass du am steilen Hang … doch bequem sitzt. Vor dir … ein großes Fenster … auf die vorbeiziehende Bergwelt. Und um dich herum … das leise Knarren des alten Wagens. Irgendwo … klingt ein feines Glöckchen … und ganz sanft … setzt sich der Zug in Bewegung. Kein Ruck … kein Stoß … nur ein weiches Anfahren … und schon … beginnt das ruhige Steigen. Vielleicht … ist es ein alter Wagen … aus warmem Holz. Die Bänke … sind glatt und blank … von unzähligen Händen … über viele Jahre … berührt. Alles hier … hat schon so viele Fahrten erlebt. So viele Menschen … saßen schon … auf genau diesem Platz … und schauten … aus genau diesem Fenster … den Berg hinauf. Und nun … bist du an der Reihe … ganz in Ruhe. Draußen … zieht der Hang vorbei. Zuerst … dunkle Tannen … dann grüne Wiesen … und höher oben … kahler, grauer Fels. Und ganz langsam … öffnet sich der Blick … immer weiter … ins Tal hinab. Tief unter dir … liegt das Tal. Ein kleiner See … glänzt in der Abendsonne. Die Häuser … sind winzig geworden … und die Straßen … nur noch feine Linien. Alles … ganz still … ganz weit weg. Und über dir … der Gipfel … in ruhigem Licht. Der kleine Zug … trägt dich … ganz sacht … dieser stillen Höhe entgegen. Und je höher ihr kommt … desto stiller wird es. Die Luft … wird kühler … und klarer. Der Lärm des Tals … ist längst verklungen. Nur noch das leise Summen des Zuges … und das ruhige Klicken der Zähne. Manchmal … zieht ein Fetzen Nebel … am Fenster vorbei. Manchmal … öffnet sich der Blick … auf eine weite, stille Bergwelt. Und der kleine Zug … klettert … ganz gleichmäßig … immer weiter. Manchmal … führt der Weg … durch einen kurzen Tunnel. Für einen Augenblick … wird es dunkel … und das Klicken der Zähne … hallt leise … von den Wänden wider. Dann … tritt der Zug … wieder ins Freie … und der weite Blick … ist wieder da. Ein andermal … führt die Strecke … über eine kleine Brücke … über einen Bach … der weit unten … durch die Felsen rauscht. Ganz ruhig … überquert der Zug … das schmale Tal … und klettert … auf der anderen Seite … weiter. Und wenn man aus dem Fenster lauscht … hört man manchmal … die Geräusche des Berges. Das ferne Läuten einer Kuhglocke … von einer Weide. Den Ruf eines Vogels … hoch über dem Hang. Das Rauschen des Windes … in den letzten Bäumen. Und dazwischen … immer wieder … das ruhige Klicken der Zähne. Ein leises Zusammenspiel … aus Bahn … und Berg … und Abend. So eine Bahn … fährt zu jeder Jahreszeit. Im Sommer … durch grüne Wiesen … voller Blumen. Im Herbst … durch goldenes Laub … und feinen Nebel. Und im Winter … durch tiefen, glitzernden Schnee. Dann … liegt die ganze Bergwelt … weiß und still … und der kleine Zug … zieht seine Spur … durch den Schnee hinauf. Zu jeder Zeit des Jahres … klettert er … geduldig … denselben Weg. Draußen … wechselt langsam die Landschaft. Erst … dichter, dunkler Wald … der nach Harz und Tannen duftet. Dann … offene Weiden … mit ein paar ruhigen Kühen. Und weiter oben … nur noch Gras … und graue Steine. Alles wird karger … und weiter … und stiller. Und über allem … der weite, abendliche Himmel … in dem die ersten Farben … langsam verglühen. Und der Wagen … schaukelt ganz sacht. Ein leichtes, gleichmäßiges Wiegen … während der Zug … Zahn um Zahn … höher steigt. Hin … und her … ganz sanft … wie eine Wiege. Dazu … das ruhige Klicken … immer im selben Takt. Es ist ein Geräusch … das einen ganz ruhig macht. Kein Motorenlärm … kein Hupen … kein Gedränge. Nur das sanfte Wiegen … und das leise, stete Klicken. Und du sitzt einfach da … und lässt dich tragen. Warm eingehüllt … in den kleinen Wagen. Der Berg draußen … zieht ganz langsam vorbei. Und mit jedem Meter … wirst du ein wenig ruhiger. Es gibt nichts zu erreichen … keinen Zug zu verpassen … keine Eile. Nur dieses langsame, geduldige Steigen … das dich … ganz von selbst … zur Ruhe bringt. Und während es draußen langsam dämmert … gehen im Wagen … die kleinen Lampen an. Ein warmes, gedämpftes Licht … erfüllt den Wagen. Draußen … wird es blau … und dann dunkel … und drinnen … ist es weich … und golden … und still. Wie in einer kleinen, fahrenden Stube … sitzt du geborgen … und lässt dich hinauftragen. Immer höher … immer ruhiger … in die Nacht hinein. Und dabei … hast du nichts zu tun. Du musst nicht lenken … nicht treten … nichts festhalten. Du sitzt einfach … und lässt dich tragen. Der Zug … kennt seinen Weg. Zahn um Zahn … zieht er sich hinauf … in seinem eigenen … ruhigen Takt. Und du … darfst einfach nur … aus dem Fenster schauen … und ganz ruhig werden. Und dieser Takt … ist so gleichmäßig … so ruhig. Das leise Klicken … immer im selben Abstand. Klick … Klick … Klick … wie ein sanfter, langsamer Schritt. Ein Takt … in den man ganz von selbst … hineingleitet. Vielleicht … wird dein Atem … ganz langsam … ruhiger. So gleichmäßig … wie das Klettern des Zuges. Ein … und aus … Zahn um Zahn … immer ruhiger … immer weicher. Ab und zu … hält der Zug … an einer kleinen Station. Ein schlichter Bahnsteig … mitten am Hang. Manchmal … wartet dort der Zug … der gerade wieder hinunterfährt. Die beiden begegnen sich … ganz kurz … der eine hinauf … der andere hinab. Für einen Augenblick … stehen sie nebeneinander … und die Menschen … schauen sich durch die Fenster an. Dann … geht jeder … seinen Weg. Denn oft … gibt es nur ein einziges Gleis … und nur an solchen Stationen … kann man aneinander vorbei. Ein ruhiges, geordnetes Ausweichen … mitten am stillen Hang. Dann … setzt sich dein Zug … wieder in Bewegung … und klettert … ruhig weiter … den Berg hinauf. Und ganz oben … wartet eine kleine Station. Ein schlichtes Häuschen … am Rand des Gipfels. Wer aussteigt … steht plötzlich … über allem. Rundherum … nichts als Berge … und Himmel … und weite, stille Luft. Weit unten … liegen die Täler … in blauen Schatten. Manchmal … ziehen ein paar Wolken … unter dir hindurch. Und in der Ferne … Gipfel um Gipfel … bis zum Rand der Welt. Es ist ganz still hier oben. Nur der Wind … und die weite, ruhige Luft. Man steht … ganz klein … in einer großen, stillen Höhe. Man kann eine Weile dort verweilen … und einfach schauen. Und wenn man genug geschaut hat … steigt man wieder ein … in den kleinen Wagen. Er wartet geduldig … an seiner kleinen Station. Und dann … trägt er einen … genauso ruhig … wieder hinab. Und die Fahrt hinunter … ist genauso sanft. Der Zug … hält sich mit seinen Zähnen zurück … und lässt sich ganz langsam … den Hang hinabgleiten. Kein Rasen … kein Rütteln … nur ein ruhiges, gemächliches Sinken. Das Tal … kommt langsam näher. Die grauen Steine … weichen wieder den Weiden … und die Weiden … dem dunklen Wald. Und ganz sacht … trägt dich der Zug … zurück ins Tal … Zahn um Zahn. Und während ihr hinabgleitet … wird es Abend. Im Tal … gehen langsam die ersten Lichter an. Kleine, warme Punkte … in den Häusern … zwischen den dunklen Wiesen. Und der Himmel … färbt sich … von Gold … zu einem tiefen Blau. Der kleine Zug … trägt dich … ganz ruhig … diesen Lichtern entgegen. Hinunter … in die warme, stille Dämmerung … am Fuß des Berges. Und von weit unten … sähe man jetzt … den kleinen Zug am Hang. Ein paar warm erleuchtete Fenster … die sich langsam bewegen … den dunklen Berg hinab. Ein kleines, wanderndes Licht … in der werdenden Nacht. Ganz ruhig … gleitet es abwärts … Zahn um Zahn … dem Tal entgegen. Im Wagen … ist es ganz still geworden. Die wenigen Fahrgäste … sitzen ruhig … an ihren Fenstern. Manche … schauen hinaus … in die hereinbrechende Nacht. Manche … sind längst … sanft eingenickt. Es ist warm … und geborgen … in dem kleinen, schaukelnden Wagen. Und das leise Klicken der Zähne … trägt euch alle … ganz ruhig … durch den Abend. Und so … wie ihr heute … fuhren schon unzählige vor euch. Seit über hundert Jahren … sind Menschen … denselben Berg hinaufgefahren. Kinder … und Großeltern … Wanderer … und Träumer. Alle … im selben ruhigen Takt … Zahn um Zahn … nach oben. Und alle … haben denselben weiten Blick genossen … und sind … genauso ruhig … wieder hinabgefahren. Ein stiller Weg … den so viele schon gegangen sind … und der immer noch … derselbe ist. Du weißt nun so vieles … über diese ruhige Bahn. Dass sie steile Hänge hinaufklettert … die kein anderer Zug schafft. Dass ein Zahnrad … in eine gezähnte Schiene greift … Zahn um Zahn … damit nichts rutscht. Dass es die ersten … vor hundertfünfzig Jahren gab. Dass die klügsten Zahnstangen … in der Schweiz erdacht wurden … und die steilste Bahn … fast senkrecht den Berg hinaufführt. Dass die ersten mit Dampf fuhren … und die heutigen mit Strom. Dass manche in Deutschland fahren … manche in Österreich … manche in der Schweiz. Dass sie stets langsam ist … und mehrere Bremsen hat … und dich sicher hält … den ganzen Weg. Dass alles an ihr … auf Ruhe und Sicherheit … ausgelegt ist. Aber du musst dir nichts davon merken. Du darfst alles wieder loslassen … und einfach nur … dem leisen Klicken lauschen. Der kleine Zug … klettert weiter … in die Nacht hinein. Zahn um Zahn … ganz gleichmäßig … ganz ruhig. Du musst den Gipfel nicht erreichen. Du musst nicht wissen … wie weit es noch ist. Der Zug … trägt dich … ganz von allein. Und mit jedem leisen Klick … darfst du ein wenig tiefer sinken … in deinen Sitz … in die Ruhe … in den Schlaf. Der Wagen wiegt dich … ganz sanft … hin und her. Draußen … ist es längst dunkel geworden. Und drinnen … ist es warm … und still … und geborgen. Nichts muss noch geschehen. Der Berg ist geduldig … und der Zug … kennt seinen Weg. Du darfst dich einfach … dem leisen Klicken überlassen. Klick … Klick … Klick … ganz langsam … den Berg hinauf. Der Zug fährt … und du ruhst. Nichts, was du tun musst. Nichts, was du wissen musst. Nur das leise Klicken … das dich sanft … immer weiter trägt. Und du darfst jetzt schlafen. Schlaf gut. Gute Nacht. Bis morgen Abend.