Latest / SOMMELIER / Hans-Martin Konrad - Der Gentleman-Sommelier
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- 0:00[Musik]
- 0:13Hi, wir sind Luisa und Jan Philipp.
- 0:16Du sag mal Martin, mich gerade vorhin mal gefragt haben, ne?
- 0:19Wie lange arbeiten wir eigentlich jetzt schon mit Transmartial Conrad zusammen?
- 0:22Oh, das ist eine gute Frage.
- 0:24Ich glaube, das dürfen inzwischen so an die sechs Jahre sein.
- 0:27Wow.
- 0:27Das ist auf jeden Fall eine ziemlich lange Zeit.
- 0:29Ja, das kann man wohl sagen.
- 0:30Wie lange wir es schon zusammen aushalten.
- 0:32Ja, wir sind ja vor allem nicht schon Familie.
- 0:34Ja, das stimmt.
- 0:36Aber man muss auch sagen, er macht es uns nicht immer ganz einfach.
- 0:38Was er uns aber auf jeden Fall einfach macht und vor allem auch unseren Gästen,
- 0:42ist den Zugang zur wunderbaren Welt der Weine.
- 0:45Wie er selbst so gerne sagt.
- 0:47Ja, hierbei steht auf jeden Fall im Vordergrund, dass er es klassisch mag,
- 0:50sowohl im Glas als auch auf dem Teller.
- 0:52Das betont er immer wieder.
- 0:54Ja, seine Leidenschaft zum Beruf ist auf jeden Fall unverkennbar.
- 0:57Kannst du dich noch erinnern, als wir kurz davor waren,
- 1:00den tausendsten Wein auf unserer Weinkarte mit aufzunehmen
- 1:04und zum Schluss final dann auch mit aufgenommen haben?
- 1:08Na klar, das ist für ihn natürlich als so ein wirklich wahrer Meilenstein.
- 1:11Inzwischen sind das übrigens schon über 1400 Positionen stetig steigend.
- 1:16Ja, was aber nicht so stetig steigt,
- 1:18sind seine Instagram-Follower, was er gerne hätte.
- 1:22Ja gut, daran arbeitet er noch.
- 1:24Bis zu Rente hat er ja auf jeden Fall noch ein bisschen Zeit
- 1:26und vielleicht klappt es dann auch irgendwann, es wird vierstellig.
- 1:29Na ja, immerhin hat er sich Gott sei Dank vor der Rente dazu entschieden,
- 1:32der passionierte Sommelier zu werden, der er heute ist.
- 1:36Sonst würde er wahrscheinlich bis zur Rente noch immer Kunstgeschichte studieren.
- 1:40Ja, durchaus möglich.
- 1:42Apropos Studieren, die eine oder andere Lektion hat er uns ja auch mit auf den Weg gegeben.
- 1:46Da fällt mir zum Beispiel ein, vor einem gepflegten Sterne-Dinner
- 1:50sollte man immer ein schönes Glas Milch trinken.
- 1:53Danach kann man es nämlich richtig krachen lassen.
- 1:55Na ja, manche Lektionen waren besser und manche waren schlechter.
- 1:59Aber wir nehmen sie ja gerne an die Ratschläge der alten, weisen Männer.
- 2:03Ja, richtig. Nicht nur seinen Rat schätzen wir,
- 2:06aber sondern auch ihn als Menschen und als Kollegen.
- 2:08Wir sind einfach froh, ihn im Team zu wissen.
- 2:11Ja.
- 2:12Unterm Strich kann man auf jeden Fall sagen,
- 2:15Herr Konrad hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen,
- 2:18ist ein wahnsinniger Ordnungsfanatiker,
- 2:20Wein, Nörd und Gourmet.
- 2:23Ja und damit verabschieden wir uns.
- 2:24Tschüss.
- 2:25Ganz herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von
- 2:50"Sommie, die interessantesten Wunschchenke unserer Zeit".
- 2:54Für meinen heutigen Gast hat es mich nach Berlin getragen.
- 2:57In das, wie man so schön sagt, erste Haus am Platz.
- 3:00Und das schon seit 25 Jahren.
- 3:02Zumindest so zu lesen in einer Berliner Tageszeitung.
- 3:05Und im Herzen des Hotel Adlon findet sich das Lorenz Adlon Essimmer
- 3:10mit einem großartigen Blick auf das Brandenburger Tor.
- 3:12Und das Herz des Lorenz Adlon Essimmer ist ohne Frage Hans Martin Konrad,
- 3:17der mit einer großartigen Hochilluguenten
- 3:20Art und Weise es versteht, seinen Zuhörer in seinem Band zu ziehen,
- 3:24zu begeistern, zu umgarnen, zu faszinieren.
- 3:26Und so auch mich.
- 3:28Von Glück kann man reden, dass der gebürtige Bremer,
- 3:30der Mitte der 90er Jahre mit einem feinen Tropfen Bordeaux
- 3:34seine Leidenschaft zum Wein entdeckt hat,
- 3:36nicht wie ursprünglich geplant den akademischen Weg weitergegangen ist,
- 3:40sondern seine berufliche Erfüllung in der Gastronomie gefunden hat.
- 3:44Er leitete und begleitete verschiedene Restaurants,
- 3:47war zwischenzeitlich selbstständig mit einem Weinhandel, moderierte,
- 3:51wurde Sommi des deutschen Restaurants von Pierre Garnier
- 3:54im exklusiven Hotel Waldorf Astoria,
- 3:56bevor ihn seine beruflichen Wege unter die Linden führte, ins Hotel Adlon.
- 4:01Und ich freue mich sehr auf ihn und auf das gleichfolgende Gespräch,
- 4:05lieber Hans Martin Konrad.
- 4:07Am Ende des Podcasts werden mir einige beiflichten.
- 4:15Hans Martin Konrad ist ein Klassiker.
- 4:17Und was passt besser zu einem Klassiker als ein Klassiker?
- 4:20Und deswegen freue ich mich sehr und ganz besonders,
- 4:22dass unser heutiger Supportor und Unterstützer einer der Klassiker schlechthin ist.
- 4:27Aus Frankreich, aus dem Bordeaux, aus dem Boyac,
- 4:30als zweites, als Dößtchen, als Second-Grow,
- 4:32klassifiziert und gefeiert von einem der anmutigsten Schatos,
- 4:36ein Weingut mit vielelei Namen,
- 4:38Pichon Lalanne, Pichon Comtesse de la Lente,
- 4:41Pichon Longville Comtesse de la Lente,
- 4:43oder einfach nur die Comtesse und dieses außergewöhnliche Weingut.
- 4:46An seiner Seite zu wissen, als Unterstützer zu wissen,
- 4:49ist eine ganz besonders große Ehre und Freude.
- 4:52Vielen lieben Dank dafür.
- 4:53Aus dem Boyac.
- 4:54Und Boyac ist in der Tat eine echte Kleinstadt,
- 4:58die sogar einen eigenen Yachthafen hat.
- 4:59Boyac gilt als die Weinhauptstadt des Medocs.
- 5:03Zum einen aufgrund der choreographischen Lage,
- 5:05zum anderen aufgrund der Zusammenkunft
- 5:08oder es vorhanden seien es von drei Premier-Grue-Klasse.
- 5:11Ergänzt durch eine beeindruckende Liste von 18 Grue-Classets.
- 5:15Wenn das Bordeaux das Mecca à la Cannafe feiner Weine ist,
- 5:18dann ist die heiligste Städte darin das Boyac.
- 5:21Und eines der absoluten Kultanwesen im Boyac,
- 5:24Pichon Longville Comtesse de la Lente,
- 5:27im Süden der Medoc-Gemeinde Boyac,
- 5:28liegt majestätisch das Chateau Pichon Longville Comtesse de la Lente.
- 5:32Seit 1855 trägt es den Titel "Grand-Grue-Classets".
- 5:36Seine große Sternstunde erlebte das Weingut Mitte des 19. Jahrhunderts
- 5:40mit der Übernahme durch die Comtesse de la Lente
- 5:42"Glugine de Pichon Longville".
- 5:44Unter ihrer Egede fand das Chateau Eintrag
- 5:47in die berühmte Klassifikation von 1855.
- 5:50Es ist sofort als Dysiem Grue-Classets eingestuft worden.
- 5:54Seit 2007 ist der Chateau im Besitz der Champagnerhause Louis Rödera.
- 5:59Fachleute sehen Pichon Comtesse schon lange auf dem Niveau eines Premier
- 6:03und bezeichnen es liebevoll als das Super Second des Boyac.
- 6:06Im Jahr 2009 investierte das Haus Rödera 30 Millionen Dollar
- 6:11für einen Umpflanzungsplan, einen neuen Weinkäller
- 6:14und um den gesamten Betrieb auf Biodynamie umzustellen.
- 6:17Das, was sich nicht veränderte, ist die Großartigkeit,
- 6:20die Außergewöhnlichkeit in die weltweite Anerkennung
- 6:22von Chateau Pichon Longville Comtesse de la Lente.
- 6:24Daher ein besonders großes Dankeschön
- 6:26an unseren heutigen Partner und natürlich auch an die deutschen Importeure,
- 6:30die Handelshäuser Segnetz und Schlummbärger.
- 6:34Im Prinzip bist du ja Großmeister in unserer Superkraft.
- 6:39Also wir als Sommys haben ja eigentlich nur eine einzige Superkraft,
- 6:42neben dessen wir ganz aktiv trinken können und ganz viel trinken können
- 6:44und ganz viele Weinproben haben, das Leben lustig haben
- 6:47und viel um eine Materie, um den Wein oder beziehungsweise den Genuss,
- 6:52also darüber hinaus wissen, ist unsere Superkraft, die erst reden.
- 6:56Das kannst du ja irgendwie ganz gut, oder?
- 6:58Ja, es ist ein bisschen wie bei Lagerfeld und seiner Mutter.
- 7:02Ich hatte immer das Gefühl, wenn ich einen Mund aufmache,
- 7:04muss das was rauskommen vernünftig sein,
- 7:05dann komme ich, ich bin weitestgehend,
- 7:08bin lange als Einzelkind aufgewachsen,
- 7:09ich habe später noch eine Verwandte in meiner Altersklasse dazu bekommen.
- 7:15Also insofern, die Leute um mich herum haben sich relativ gut ausgedrückt
- 7:22und der auch Deutsch war Lieblingsfach.
- 7:24Dein Mama ist Deutschlehrerin.
- 7:26So sehe ich das auch aus.
- 7:27Hör ich daher raus.
- 7:28Wahnsinn, es ist Freude und Leid.
- 7:30Also ist man da bevorsteigt, wenn man von vornherein sprechen lernt?
- 7:34Oder ist das...
- 7:35Ich habe eine relativ ungebrochen gute Beziehung zu meiner Mutter insofern.
- 7:37Ich hatte aber auch keine Wahl, ne?
- 7:38Also es war, nee, ist schon okay.
- 7:40Und gestört es dich, wenn jemand anders nicht oder gar nicht?
- 7:45Nein, gar nicht.
- 7:46Ich bin dankbar dafür, dass ich Potenziell Spaß am Reden,
- 7:53eine Zeit lang auch mal im Studium ein bisschen Spaß am schreiben hatte
- 7:57und dass ich mich einfach am gesprochenen Wort freue.
- 8:00Das ist gut.
- 8:01Und was ist für dich wofür dienlich?
- 8:04Also ist für dich der Wein dienlich, die Sprache umzusetzen,
- 8:08zu kommunizieren und dich auszutauschen?
- 8:12Oder ist für dich die Sprache wichtig, den Wein näherzubringen
- 8:15und den Weinleuten mit deiner Elequenz dazu legen?
- 8:24Ich würde erst mal, wenn die meisten Leute wissen ja gar nicht, was ich mache.
- 8:29Also die meisten normalen Menschen, die normal essen und trinken in Deutschland,
- 8:32wissen nicht, was wir oder was ich mache.
- 8:35Beruflich übrigens.
- 8:37Nicht jetzt, auf hier oder so.
- 8:39Das ist auch ein großer Unterschied.
- 8:41Hobbyweintrinken und beruflichweinverkaufen sind,
- 8:44wirklich, ich kann gar nicht betonen, wie unterschiedlich ich das empfinde.
- 8:52Und entsprechend wissen manche unserer Gäste auch gar nicht, was ich eigentlich mache.
- 8:59Was sie wissen, vielleicht, dass sie, haben sich das hier ausgesucht, hoffentlich,
- 9:05sind nicht in die Situation gezwungen worden oder es ist kein Geschäftsessen,
- 9:09sind ganz freiwillig hier, in diesem Restaurant.
- 9:13Und ja, dann ist Speeddating angesagt, was ich kennenlernen.
- 9:18Gucken, wer sitzt da?
- 9:22Viel Weininteresse, wenig Weininteresse, großes Alkoholinteresse, aber wenig Weininteresse.
- 9:29Dann gibt es auch andersrum, großes Weininteresse, aber wenig Alkoholinteresse.
- 9:32Also wenig, aber sehr gut, gibt es natürlich auch.
- 9:35Wir sind in der Stadt, wir sind nicht auf dem Land, die Leute sind meistens am nächsten Tag nicht im Spa-Bereich.
- 9:40Für die Rekonvaleszenz.
- 9:41Dann machst du ja erfolgreich, wenn sie nicht.
- 9:47Ich würde sagen, eher erstmal Sprache, um mit den Menschen in Kontakt zu treten.
- 9:54Weil ein Spiel erst mal keine, sprich wirklich, keine Baskeige.
- 9:59Und so wie viele andere, also ich würde schon als ein Kernkompetenz die Sprache dann irgendwo sehen
- 10:05oder die herausarbeiten, so wie viele andere, keine Ahnung, den Wein sinkt, Daviden oder was auch immer,
- 10:11ist es für dich in der ersten oder am ersten Ansatz, wenn du anfängst zu irreieren, wo das Weininteresse des Gastes ist,
- 10:21ob er jetzt ja ein Gutsriesling, wenn GG haben möchte, auch mit zu irreieren, mit welcher Ansprache du dem begeben kannst?
- 10:30Die Ansprache ist immer gleich.
- 10:32Ist immer gleich?
- 10:33Ja, ich habe mich an der Uni.
- 10:36Deshalb habe ich das auch nicht wahrscheinlich abgesehen von mangelndem Talent in bestimmten Bereichen.
- 10:42Ich fand nicht so schlimm wie eine entweder verkomplizierte oder langweilige, entsprechend nicht auf das Publikum zugeschnittene Präsentation von schönen Dingen.
- 10:57Und das Schöne ist erstmal, dass jemand hier ins Restaurant kommt und einen schönen Abend verbringen will.
- 11:03Und dann kommt erstmal Silence, für mich zumindest gedanklich, wir haben keine Zeit für Silence,
- 11:08muss dann auch losgehen, aber Potenzial ist dann erstmal Silence.
- 11:12Dann gibt es hier excellent oder tallos gekochtes Essen, hoffentlich nach den Vorstellungen des Gastes.
- 11:19Also erstmal nach den Vorstellungen von unserem Küchentier, unserem Küchentier, aber dann hoffentlich auch nach den Erwartungen des Gastes.
- 11:28Und wenn das alles in einigermaßen trockenen Tüchern ist, dann geht es erst um Wein, finde ich.
- 11:35Natürlich ist vorher ein Glas Champagner vorgeschaltet und dann sagt man ja, das eine ist ein bisschen kräftiger und das andere ist etwas weniger kräftig.
- 11:43Ich würde niemals an einen Tisch gehen und sagen, Mensch, hier haben wir die und die Kiesauflage mit der und der Gdrunnage und das ist einfach kein...
- 11:51ist für mich nicht... also technisches Weinwissen, über technisiertes, über kompliziertes Weinwissen, Lexicon-Sommelierge habe,
- 11:59nenne ich das jetzt mal, ist mir am wenigsten dienlich in meiner täglichen Arbeit.
- 12:05Worüber redest du dann?
- 12:07Tja, worüber red ich?
- 12:08Also redest du über die Entstehungsgeschichte des Brandenburger Tors und als...
- 12:13Eigentlich nicht.
- 12:14Als dort Champagner geflossen ist und... also geschichtliches oder gesellschaftliches oder wahrscheinlich, irgendjemand sagt mal, niemals im Restaurant über Politik oder über Kirche reden.
- 12:25Daran halte ich mich auch, das finde ich, ist wichtig an so einem exponierten Platz.
- 12:29Jetzt haben wir uns mit dem Blick und der Geschichte, die der Platz auch irgendwie atmet bis heute.
- 12:37Ich versuch, den Wein zu beschreiben und zwar so, dass mein Gegenüber mich versteht.
- 12:44Ist ganz ein... es ist also ganz kompliziert und ganz einfach.
- 12:46Aus deiner Sicht heraus, wie du diesen Wein empfindest oder in deiner Sicht, wie er den empfinden könnte?
- 12:52Darum geht es. Es geht darum, die richtigen Worte deines Publikums zu finden.
- 12:56Ja.
- 12:56Das glaube ich. Also daran glaube ich fest.
- 12:58Und du siehst den Wein dann aber anders in der Situation, wenn du in einer Restaurantsituation bist, als wenn du...
- 13:04oder würdest du den Wein anders beschreiben in der Restaurantsituation oder wenn du mit deiner Frau zu Hause auf dem Zoo versitzt?
- 13:11Würdest du ihr den Wein anders beschreiben als dem Gast?
- 13:14Nein, ich spreche mit meiner Frau und der Regel so überweinig, ob mit unseren Gästensprecher, die interessiert sich nämlich sehr für mich netterweise und sehr dafür, was ich mache.
- 13:23Aber das ganze Storytelling ist kein Thema.
- 13:27Ergut, wenn der Wein passt. Und das ist auch das, worum es hier geht.
- 13:30Und inwiefern unterscheidest du dann den Wein hier
- 13:34und den Wein privat?
- 13:38Ich habe zu Hause weniger mit Wein zu tun als hier.
- 13:41Da geht es erstmal los.
- 13:42Wann trinkst du Wein? Also hast du eine Situation, wo du sagst, da trink ich einfach Wein, so wie meine Mutter.
- 13:50Die hat wenig im besten Fall sehr gut getrunken, aber trinkt bis heute sehr, sehr wenig.
- 13:57Ich trinke wenig. Wenig bis sehr wenig. Manche Wochen gar nicht. Wochen lang gar nicht.
- 14:04Wenn ich trinke eher langsam, so weiß auch bei mir mal Effektmomente geht, der muss schon auch vorangehen, aber in der Regel langsam und wenig.
- 14:16Und dann besinnlich oder möglichst abgestumpft, weil du bist privat?
- 14:22Ich habe sehr wenig Zeit für Besinnlichkeit in Bezug auf Wein.
- 14:25Das ist selbst gewählt, das ist jetzt kein Schicksalsschlag oder so, der über mich gekommen ist, aber eine besinnliche Weinsituation habe ich in der Regel.
- 14:34Ich habe maximal mit mir engen Kollegen, wo es nicht darum geht, wer welchen Wein mitgebracht hat und wie teuer und wie selten und wie gehypt und wie allokiert und wie unglaublich leicht und wie unglaublich straff und wie unglaublich cool das alles ist.
- 14:49Wenn es nicht darum geht, das ist für mich ein besinnlicher Moment.
- 14:55Und ansonsten am liebsten gar nicht über Wein sprechen.
- 14:58Also ich spreche, wenn ich Wein trinke, in der Regel nicht über den Wein. Auch mit meiner Frau nicht.
- 15:03Ich suche ein Wein aus, wenn wir essen gehen und das kommt zu selten vor.
- 15:07Das kann ein sehr gutes Essen sein, es kann ein kleines Essen sein, wenn die Weinkarte entsprechend ist und man was findet, was in meinem Investitionsbereich liegt, dann wird das bestellt.
- 15:16Und dann, mal ist es sehr gut, mal ist es okay, mal ist es vielleicht auch gar nicht so gut.
- 15:24Beim Investitionsbereich hast du Grenzen nach oben und nach unten.
- 15:27Also würdest du einen Bein geben, X Y nicht trinken und Umba X Y, weil du es dann vielleicht auch der Restaurantsituation nicht angepasst?
- 15:39Ja, das ist auch mal im Einkommensniveau und wie muss das ein bisschen angepasst sein, wir haben zwei Kinder.
- 15:45Wir leben in Berlin, Lebensunterhalt ist nicht ganz günstig, wir geben sehr viel Geld für Lebensmittel aus.
- 15:51Entsprechend bei den zwei Malen, die großen Essen, die ich privat in Ruhe besinnlich, wie du es genannt hast, mit meiner Frau in der Regel verbringe,
- 16:01ja da ist bei Trainerdor auch Schluss, die Flasche.
- 16:04Also das ist, mir geht auch nicht, wir haben noch andere Dinge, die nach unten.
- 16:13Also was findest du sollte eine Flasche, keine Ahnung, entweder im Restaurant oder im Wein laden?
- 16:19Im Laden 15 Euro und wenn es ein Schaumbein ist, 20 Euro oder darüber.
- 16:25So weit ich, ich bin jetzt nicht so der Technik, Affine und der Wein baulich enorm versierte Sommerliebe, das ist nicht so mein Strongsuit,
- 16:34aber so weit ich die Herstellungskosten für Wein in Zentral- oder Westeuropa einschätzen kann, ist alles unter 15 Euro entweder ethisch oder handwerklich oder landwirtschaftlich nicht vertretbar.
- 16:45Zumindest in der Situation, in der Luxus-Situation, in der wir uns hier im Supermarkt jeden Tag befinden oder im Wein laden oder wo auch immer tätig wird oder online, 15 Euro.
- 16:57Ich würde aber auch nicht mehr als 50 ausgeben für die meisten Leute, ich empfehle nie jemanden, gibt nicht mehr als 50 aus.
- 17:03Also im Bocassentumpe, um zu trinken oder so, dann geh mal los und versuch dir meine Flasche zu organisieren, das ist ein besonderes Trinkerlebnis,
- 17:10das sollte man mal gemacht haben, aber in der Regel 50 Euro ist alles darüber.
- 17:14Die meisten ist wahrscheinlich auch nicht aufschlüsseln können oder nicht heraus definieren können.
- 17:20Und die, die über 50 Euro ausgeben, glaube ich finden selber zu dem Wein oder findest du, dass Weine über 50 Euro, ich will dir nichts in den Mund legen,
- 17:30sonst ist eine tarte Frage, es nicht wert sind?
- 17:33Niemals, das würde ich niemals unterschreiben, wir verkaufen sehr, sehr viel hoch, nein, nicht sehr, sehr viel.
- 17:39Wir verkaufen in einer ausreichenden Menge hier im Restaurant oder in diesem Hotel Weine, die weit höher bepreist sind.
- 17:47Sowohl im Einkauf für uns, als auch dann nachher im hoch kalkulierten V-Kerf an unsere Gäste.
- 17:54Insofern, wenn ich daran nicht glauben würde, dann wäre ich hier falsch.
- 17:57Ich bin absolut falsch, könnte ich mir nicht jeden Tag erzählen, dass ein Tinernello die Kohle nicht wert ist, die aber uns kostet oder die am Laden kostet.
- 18:03Wenn ich das nicht könnte, also Entschuldigung, dann...
- 18:06Also, oder ich dürfte dann kein Tinernello einkaufen, sagen wir mal so.
- 18:08Aber ich habe mit hohen Preisen, mit hohen Bezugspreisen bei Weine überhaupt keine Probleme.
- 18:13Ich kann ja aussuchen, netterweise oder darf aussuchen für unser Haus.
- 18:18Sammelst du? Also jetzt, du hast zwei Kinder, du hast, du ist gerne, da bleibt wenig Geld wahrscheinlich fürs Wein sammeln.
- 18:26- Korrekt, aber würdest du gerne Wein sammeln?
- 18:31Oder wahrscheinlich zum Zeitpunkt, wenn die Kinder endlich raus sind, oder die Zeit kommt, irgendwann kann ich dir versprechen?
- 18:34- Nein. Nein. Nein?
- 18:36Also, keine Ahnung, nein, aber ich hätte es stocken.
- 18:39- Also, keine Ahnung, nein, aber ich hätte es stocken.
- 18:40- Also, keine Ahnung, nein, aber ich hätte es stocken.
- 18:41- Oh, wow, nein, keine Ahnung, weiß ich nicht. Euro-Millions, das Euro-Millions-Jackpot gewonnenen Szenario natürlich.
- 18:48Aber das ist nichts, was mich glücklich macht.
- 18:50Also, mich macht es nicht glücklich, irgendwo hinzugehen und zu denken, oh, heute 59 Laphit.
- 18:56Ich habe keine Flasche, perfekt, die liegt da in meinem 5.000 Euro-Chambret, die liegt da seit zehn Jahren, die habe ich mal richtig geil bei einer Bevor-Empfehlung.
- 19:06- Nein, nein, nein.
- 19:08Worauf ich mich aber freue ist, wenn bei, ich weiß nicht, ich habe vielleicht 100 Flaschen Wein zu Hause oder 80 oder so, die liegen da so und die stapeln sich und die stehen auf so einem kleinen handelsüblichen Kühlschrank.
- 19:17Ich habe auch keinen Chambret zu Hause.
- 19:19Das ist nicht immer ganz günstig, aber das läuft eigentlich eher praktisch ab.
- 19:23Und ich freue mich schon und dafür habe ich auch in der Regel den passenden Wein zur Hand, wenn ich zu Hause bin und mich überkommt, die Lust.
- 19:32Dann habe ich in der Regel auch eine Flasche, mindestens eine Flasche, die ich nicht gucken darf, mindestens irgendeine Flasche, da das Wenn plötzlich Besinnlichkeit aufkommt, dass ich ausgerüstet bin.
- 19:44Ich trink das meistens dann nicht aus, aber...
- 19:46- Wird wahrscheinlich kein Alltagswein sein, das ist dann meistens, wenn du trinkst was Besonderes oder hast du ein Alltagswein, wo du sagst, für die Stimmung und wenn wir jetzt endlich Kinder im Bett, tatert das vorbei, dann Zeit für...
- 19:56- Nein, dafür trinke ich zu wenig Wein regelmäßig.
- 20:00- Ich trink das aus, dann bin ich klar, dass ich das nicht ausgerüstet bin.
- 20:04- Was ist das?
- 20:06- Das ist ein Hochgewächs von der Mosel.
- 20:08- Ach schön.
- 20:10- Von einem kleinen Produzenten aus Grach.
- 20:12- Sehr großartig.
- 20:14- Also ich weiß nicht, ob das großartig ist, aber das ist das, was das Weppeln auf Choice...
- 20:18- Ja, die Weppeln auf Choice.
- 20:20- Ja, das Weppeln auf Choice.
- 20:22- Also das rate ich auch jedem, wir sind in Deutschland trinken, Riesling, bitte.
- 20:26- Und kauf, fang mal an, dir irgendwie eine Pole Spätbeugunder zu kaufen, für 15 Euro und hör auch vom Begun zu reden.
- 20:31Und trink mal lieber ein bisschen deutschen Rotwein und wenn dann nachher die, vor allen Dingen den jungen Kollegen kann ich das nur anrunden,
- 20:36gerne kauft euch gerne alle Bücher und lest die großen Weinkarten und träumt davon und irgendwann kommt der große Beugunder,
- 20:44kommt der große Beugunderfluss in den Keller oder Bordeaux oder welcher Premium, welcher Prä- welches Prämiesungssegment,
- 20:50gerade irgendwie auch im Wog ist, aber fangt mal erstmal an, deutschen Spätbeugunder zu trinken.
- 20:55- Und was ist bei dir an? Also wo ist das, wo wurde das wie noch viel in Jungfurt?
- 21:01- Ich hatte einen sehr, einen sehr, zumindest auf meinen Heran wachsen sehr einflussreichen Mann,
- 21:11der ein Restaurant hatte in Gehentfernung zu meinem Elternhaus oder zu meinem Mutterhaus, vielmehr.
- 21:20Und dieser Mann war ursprünglich studierter Musiker, hat es aber, also hat sozusagen die Knochenmühle des Konservatoriums oder der Geigen-Schule,
- 21:31er war Geiger, hat das nicht durchgestanden. Also das war, er ist sozusagen, hat das abgebrochen, er hat das nicht.
- 21:39Und das war aber so ernst, er hatte einen Geigenbogen für 40.000 Mark und hatte eine Geige für zum Preis eines Mittelklassewagens,
- 21:47also der Mann, der war ernsthaft darauf vorbereitet gewesen, Geiger zu werden.
- 21:55Und der stammte aus einer Gastronomfamilie, aber Basiskastronomie, also ein Hotel-Ghani oder wie man das heute nennen würde,
- 22:03mit einem Wirtshaus oder einem wirklich ganz einfachen Restaurant drunter, irgendwie zweiter Verweiter.
- 22:08Und der hat 1973 stattdessen ein kleines Restaurant eröffnet und das war die Straße runter von meinem Elternhaus.
- 22:19Und da habe ich das erste Mal gesehen, worum es gehen kann.
- 22:24Und anhand des Restaurants, oder der Art, wie er Bein geliebt hat?
- 22:28Alles, der war privat mit meiner Mutter befreundet, das war ein Bekannter der Familie sozusagen.
- 22:33Sie hatten nichts miteinander, sondern das war tatsächlich ein Bekannter.
- 22:37Und der Bekanntenkreis meiner Mutter war sehr eng, das war eine große Gruppe von unterschiedlich arbeitenden Leuten,
- 22:45ein bisschen Lehrer geprägt natürlich, weil meine Mutter Lehrerin war und so.
- 22:49Ich glaube, das sind jeder Berufsgruppe gleich, dass halt Gastronomen, meistens Gastronomfreunde haben und Lehrer ...
- 22:56Aber dieser Bekanntenkreis war relativ groß, ich habe mit dem viel zu tun gehabt, weil ich ja keine Geschwister hatte.
- 23:00Also ich habe hingen einfach unglaublich viel mit der Wachsenden rum.
- 23:03Da wurde, das war jetzt so bildungsbürgerlich, würde ich das mal nennen, plus minus, mal ein bisschen Ausstrahlung nach oben, mal ein bisschen Ausstrahlung nach oben.
- 23:11Ja, und da hat zu diesem Bekanntenkreis gehörte dieser Mann.
- 23:16Und der kochte, das darf ich heute auch, also das ist natürlich, hat so ein bisschen Kolorit natürlich,
- 23:22irgendwie ist es nicht mehr ganz klar, die Bilder in meinem Kopf und die Eindrücke, aber der hat groß gekocht.
- 23:27Der hat groß aufgekocht, der hat Karot Blanche gekocht. Also in den ersten 15 Jahren nicht, da gab es da geschnetzeltes
- 23:32und so Dinge, die mit denen auch im Tantris am Anfang gearbeitet wurden, da wurde dann auch Fleisch gegrillt und Scheiterhaufen oder wie es dann hieß.
- 23:39Und es gab Flusskrebs aus dem Bassin, aus dem kleinen Tank.
- 23:43Also so ist das selbst so was schon gab, also in den 70er Jahren.
- 23:46Genau, da war ja sonst ...
- 23:48Da war da nichts, da war da nichts. Also Bremen ist ja relativ wohlhabend bis heute, man sieht das zwar nicht,
- 23:52wird auch noch mal anders behauptet, aber es ist wohlhabend. Kulinarisch aber immer schon ...
- 23:57sagen wir mal ganz vorsichtig, sehr traditionell.
- 24:01Hab ich nie verstanden, die Stadt ist wirklich so wunderschön, finde ich persönlich.
- 24:04Mein Technik war so.
- 24:05Hat ganz viel Flair, aber das sich da nie eine ...
- 24:10hochklassige Gastronomie irgendwie etablieren.
- 24:13Gab es mal ein bisschen, aber nicht, was es aber gab.
- 24:18Und das war über Jahrzehnte oder vielleicht über Jahrhunderte sogar.
- 24:21Es gab immer eine große Weingut, sehr Bordeaux.
- 24:24Nettartig.
- 24:25Das ist ja ein großer Handelsplatz für Weinen.
- 24:27Die berühmten R- und U-Füllungen.
- 24:29Stimmt.
- 24:30Das ist für die Schaffermahlzeit aber nicht nur.
- 24:32Ja, das ist.
- 24:33Wenn heute Wandermühlen irgendwie Füllungen auftauchen, dann kann daneben gerne auch mal
- 24:38aus den 50ern eine R- und U-Füllung stehen und das ist Bremen.
- 24:41Ja.
- 24:42Genau, und der hat da gekocht.
- 24:47Und ich bin ein 80er-Baujahr, sprich da war der schon 7 oder 8 Jahre im Geschäft.
- 24:52Und eine seiner, ich glaube am Ende 4, Ehefrauen, hat immer den Service gemacht.
- 24:56Den Personalwechsel.
- 24:59Genau, und es war eine offene Küche.
- 25:01Also so, man stelle sich das vor wie in einem Latelier Rubichon.
- 25:05Also was heute gang und gäbe, es hat der damals schon gemacht.
- 25:07Du kommst rein und konntest jeden Finger.
- 25:09Sehr cool.
- 25:10Und war ungelehnt?
- 25:12Ja.
- 25:13So langsam.
- 25:14Das kann ich nicht mehr so ganz rekonstruieren, ob er vor seiner galgen Sache noch eine Ausbildung
- 25:19gemacht hat, auch im elterlichen Betrieb.
- 25:21Aber er galt, also die mehr sozusagen, ich war immer der Festnurz, der in der 1.
- 25:29Auto didakt und so war auch der, dass er hat nie über sich gesprochen.
- 25:33Der hat durchaus Eitel, aber der hat nicht, der hat jetzt nicht über seine, der hat geliefert,
- 25:39einfach nur jeden Tag geliefert.
- 25:41Wie groß war der?
- 25:42Also als der, naja, das wurde dann je älter er wurde und je länger er sich so Münchhausenmäßig
- 25:47an den eigenen Haaren aufgrund der unbeleckten Gäste, die Cash hatten, aber die dann im
- 25:54Zweifelsfall gar nicht verstanden haben, warum man jetzt im Mai irgendwie frischen Mattjes
- 25:58essen sollte, das mochten sie noch nie.
- 26:00Mattjes mögen mich.
- 26:02Er wurde das immer so ein bisschen weniger ursprünglich, glaube ich mal, so 24 Plätze.
- 26:07Ein Seating würde man heute sagen und der hatte Tischkulturen alles.
- 26:12Das Konzept war einfach zu Ende.
- 26:15Ich würde heute, wenn heute ich 'ne Million Spielgeld hätte, die Immobilie gibt es noch,
- 26:20das ist ein kleines Haus mit Blick auf die Weser, da steht ein Abwehrbaum, ein Alter im
- 26:25Garten, du hättest im Garten mit so einem leichten Hangefälle zur Weser hier mit Blick auf den
- 26:30Strom Achtische stellen können.
- 26:33Die Küchen- oder Träsensituation, es war so gut organisiert, dass alles von einem
- 26:40Menschen bespielt werden konnte.
- 26:42Das war 'ne Affentil.
- 26:44Die Teller standen dann oben auf dem Träsen und der hatte schon, ich weiß jetzt nicht,
- 26:50wann die in der Schwarzwaldstube den Geschirrwechsel hatten, der hatte das KPM Akadia, also das,
- 26:56wenn man Schwarzwaldstubenfotos sieht, dann sieht man das der einst der berühmtesten
- 27:0030er, glaube ich, einen der berühmtesten Geschirrentwürfe der königlichen polzellammerischen
- 27:05oder königlichen polzellammerischen Faktorien aus, hatte er schon.
- 27:08Der hatte das Anfang der 90er hatte, der dieses Geschirr.
- 27:11Damals hat 'n Teller irgendwie 100 Mark gekostet, das muss man sich malen.
- 27:14Und das ist nicht bemalen, das ist jetzt nicht meistens 'n Hand bemalen, sondern es ist einfach
- 27:17für den, der hergelaufenen, der auch im Mai kein Matjes essen möchte, weil er das noch nie mochte,
- 27:22für die Leute da völlig unverständlich.
- 27:25Dazu gab's Potbesteck, ja, also das hochwertigste Solinger Stahlbesteck, auf die Idee musste
- 27:29kommen, der halt kein französisches Tafelsilber dahin gelegt, sondern deutsches Industriedesign
- 27:34Anfang der 70er, fünfzackige Gabel, ich weiß nicht, ob du das kennst, Pot 35, ja,
- 27:38kostet heute 'n Tafelmesser, 'n Edelstahl-Tafelmesser, ohne Segeschliff, der kostet extra 'n Honi, das lag da schon.
- 27:44Und dazu gab's das entsprechende Glas und der, mein erstes Glas war auch 'n Winzerschampagner
- 27:50und keine Grammarke und der hat Feinherbespätlesen von der Mosel da verkauft.
- 27:55Deswegen bin ich auch so ein bisschen, das soll jetzt nicht abgedroschen klingen,
- 27:58aber wenn mir immer wieder jemand erzählt, dass das Winzerschampagner-Genre, sag ich jetzt mal,
- 28:02dass das etwas total Neues ist. Nein.
- 28:05Mein erster Champagner stammt von einem Winzer aus A, den es heute noch gibt.
- 28:09Das war das erste, den erste Schluck Champagner, den ich probiere, der 14 oder so, klein Schluck.
- 28:14Da gab's kein Dumpérignon oder kein moette chendon oder all das, was heute so ein bisschen gebäscht wird.
- 28:21Du bist durch die Restauration oder durch ein Beinerlebnis zu diesem Gastrothema gekommen
- 28:27oder war's das alles drum rum?
- 28:31Also meine Mutter war da vielleicht zwei oder drei Mal im Jahr, das war damals schon relativ hochpreisig.
- 28:36Der hat irgendwie 22 Mark für 'n Glaschampagner genommen, das muss man sich mal... Wow, in 70er Jahren.
- 28:40Na ja, ich hab ihn dann erst in den 80ern kennenlernen. Die Preisdiskussion, weil auch im Bekanntenkreis
- 28:45wurde das schön hochgekocht, genauso wie die Preise hier bei uns im Adlon-Jahr.
- 28:48Und anständig sind für die meisten Leute war das ein Politikum, in dem Bekanntenkreis meiner Mutter.
- 28:53Manfred hieß der Mann, Manfred Senke. Manfred hat bei dem Kostel jetzt 'n Glaschampagner 22 Euro.
- 28:59Ich dachte so, okay, ist doch lecker, oder?
- 29:02Deswegen konnte meine Mutter nicht so häufig hin, einfach weil die Barschaft dafür nicht gereist.
- 29:06Das war teuer. Wenn du da fertig warst, hattest du als Pärchen 500 oder 600 Mark auf der Uhr.
- 29:12Das ist 'ne Menge, so auch damals.
- 29:15Und insofern war das so die Situation.
- 29:21Und da ich ihn gehe, entfernt und gewohnt hab, und meine Mutter, wenn die da abends essen war
- 29:26und ich von meiner Großmutter beaufsichtigt wurde, manchmal noch mal gute Nacht sagen durfte.
- 29:33Meine Großmutter, ich war auf der Hausschuhe an, dann hatte sie mich auf den Arm genommen.
- 29:38Ist das niedlich. - War ich irgendwie vier oder fünf.
- 29:40Und dann hatte sie mich auf den Arm genommen und dann sind wir noch mal kurz einmal rüber ins Restaurant.
- 29:44Und die Tür ging aus, war 'ne sehr schwere Tür, es war geschlossen, es war auch so ein bisschen wie im Nobelhard.
- 29:49Es war einfach 'ne geschlossene Tür, die Tür war schwer.
- 29:52Also die Tür war, es war kein, es war sehr verschlossen, sehr, wie würde man das denn sagen?
- 29:57Ja, so 'ne Hermeneutik, das war geschlossen. Das war ein geschlossenes System.
- 30:01Aber wenn du da drin bist, diesen Duft von Kalksfongen, und der hat immer frische Orangen auch auf dem Träsen gehabt,
- 30:06weil er keine Limo serviert hat.
- 30:08Wenn du keinen Wein trinken wolltest, dann gab es ab Mitte der 90er einen weißen Traubensaft
- 30:13oder einen glasfrisch gepressten Orangensaft.
- 30:15Das war das Einzige, was der angeboten hat.
- 30:17Ja, die Konsequenz.
- 30:19Und Flaschenbier und lokales Mineralwasser, und der hat natürlich, hat der lokal,
- 30:25das ist ja brutal, aber lokal und saisonal gekocht.
- 30:29Weil eine Erdbeere, die schmeckt heute genauso wenig im März wie damals.
- 30:34Ja, servieren viele Leute. Also Offseason wird ja trotzdem noch gemacht, machen wir manchmal auch.
- 30:40Wir müssen dann gucken, dass wir die Erdbeere von irgendwo bekommen, wo die Saison schon ein bisschen weiter ist.
- 30:45Der hat halt automatisch so gekocht, wie heute viele reden.
- 30:50Wie heißt das Restung?
- 30:52Das hieß Jantabak.
- 30:54Okay.
- 30:55Jantai, da war so ein bisschen auf den Seefort und jetzt den Tabakhandel, der ja in Bremen auch groß war, daher stammte das.
- 31:03Also so ein letzten Endes, so ein Säufer-Spitzname, wenn man so wollte. Aber hoch elegant.
- 31:09Und da hast du deiner Mama gut nachgesagt und du hattest immer dieses Gefühl, es ist was Besonderes.
- 31:14Ja, dieses Duft. Und da war es so ein bisschen ruhig.
- 31:17Also auch ruhig, weil das alles Norddeutsche waren, die da saßen, die reden nicht so viel.
- 31:21Und da lief klassische Musik oder Jazz.
- 31:24Oder vielleicht manchmal spielt er sogar Geige oder so, das war ein unglaublich kultivierter ...
- 31:31Ja, das war wie so eine Diastburer, wie so eine kleine ...
- 31:35Aber für mich war das ganz normal, ich habe darüber überhaupt nicht nachgedacht.
- 31:37Ich habe dann später meinen Betriebspraktikum auch da gemacht, was man in der neuen Klasse machen muss.
- 31:41Ich habe zu dem Zeitpunkt nie auf die Idee gekommen, in dem Bereich zu arbeiten.
- 31:44Ich fand das total geil. Ich habe auch mein erstes Candle-Light, den ich da mit meiner Freundin in dem Laden gehabt habe, gespart.
- 31:50Und mir eine teure Flasche Bordeaux irgendwie gegönnt an dem Abend als Minor.
- 31:55Weiß noch, welcher Rennes war?
- 31:57Minerjährig, ja, das kann ich dir aber ganz genau sagen.
- 32:0079-$-Granche, Sanchilia, gehörte damals schon zu ...
- 32:05Oh, jetzt darf ich Suntou, also an die Japaner ...
- 32:08Stimmt nicht, das war vor dem japanischen Investment, aber verlässlicher Trasim Krü aus dem Middok.
- 32:14Kleines Jahr, aber großartig gelagert.
- 32:16Und grüßtest du da schon um Wein? Also, hattest du das geschmacklich da schon?
- 32:20Nein.
- 32:21Es war wahrscheinlich, wenn es dein erstes Candle-Light-Dinner war, war es mit 19, denke ich.
- 32:26Nein.
- 32:27Nein.
- 32:28Das war früher. Ich war deutlich minderjährig.
- 32:30Okay.
- 32:31Gut, man lebt nicht mehr in so einem Fassierter nichts Schlimmes. Ich war deutlich jünger.
- 32:37Okay.
- 32:38War auch ein bisschen befremdlich, glaube ich, für meine Begleitung damals.
- 32:41Wir waren ja gleich altrig irgendwie, war so meine erste lange Freundin.
- 32:45Aber fand ich geil.
- 32:47Gut essen gehen und ...
- 32:49Nein, natürlich nicht fünf Flaschen oder so getrunken, sondern dann haben wir uns diese ...
- 32:52Ja, was aber in dem Alter eine Flasche, zweite Stunde?
- 32:54Ja, 100, ich glaube, 185 Mark.
- 32:57Wow!
- 32:58Ja, der hat hingelangt, wie gesagt, der musste, weil er, das ist ein Laden, der musste einfach alles bezahlen.
- 33:02Und damals das gemacht, was heute für manchen Gastronomen gar nicht so einfach ist.
- 33:07Er hat damals die Preise genommen, die er nehmen muss.
- 33:09Was ja in dem Sinne auch ...
- 33:12Also es gibt verschiedene Segmente oder verschiedene Spaten, wo es niemand infrage stellt.
- 33:15Es würde niemand eine Jeans, die acht Euro in der Herstellung kostet.
- 33:19Und was kostet Lee Boyz gerade aktuell?
- 33:21160 Euro.
- 33:22Wenn man es irgendwie gekauft.
- 33:23Also das irgendwie auch noch diskutieren.
- 33:25Also selbst wenn die mit 50 Prozent für 90 Euro dann irgendwie wahrscheinlich oder für 70 Euro dann angeboten wird,
- 33:31fühlt man sich noch glücklich, aber ...
- 33:34oder bei Autos, die Hälfte aller Autos ist mit 50 Prozent Marketing-Budget irgendwie belegt.
- 33:41Da diskutiert keiner oder fragt das.
- 33:43Aber ich muss ...
- 33:44Man konnte aber auch relativ sicher sein, außer wenn der Ragus gemacht hat, so kleingeschnittende Sachen,
- 33:49da wussten auch alle, dass man dann, wenn gerade Ragu Woche ist, was änderte sich jede Woche, ne?
- 33:54Es war gerade Blanche-Siebengang, gab immer Rummigkäse, wunderbar geflickten Rummigkäse.
- 33:59Das ist auch das erste Stück Käse, was ich jemals gegessen habe, worüber man ...
- 34:02Ich mochte kein Käse als Kind.
- 34:04Das erste Stück Käse, dann werde ich nie vergessen, war ein Stück Sun Nectar.
- 34:09Oh, gleich ist eine Hardcore-Variante.
- 34:11Ja, also einmal kommen.
- 34:12Ich mochte das sofort.
- 34:13Ich mochte das sofort.
- 34:14Das hat sofort, das war erledigt.
- 34:16Was der hingestellt hat, das hat gepasst.
- 34:18Der hat mir auch diese Feinerbespätlese damals hingestellt, da war mir sofort klar,
- 34:22ich wusste zwar von Tuteln und Blasen keine Ahnung.
- 34:24Also ich habe mal bei James Bond irgendwie zwei, drei Sachen aufgeschnappt und so.
- 34:29Ein mittelmäßig verschnittender Cognac mit etwas zu viel Bombois.
- 34:33Hatte schon so ein bisschen Bock auf das Thema, aber ich hatte keine Ahnung.
- 34:36Da hat er mir das Ding dahingestellt mit irgendwie 9 Volumenprozent und rassiger Säure
- 34:42und einfach purer Wohlgeschmack, leicht und tänzelt und einfach unglaublich.
- 34:48Ja, und er hat mir so meine ersten Weinfragen so beantwortet.
- 34:53Und das nochmal, das war alles freizeltlich.
- 34:55Es war nicht ansatzweise klar, dass ich mit diesem Thema irgendwann mal Geld verdienen würde.
- 35:01Und was wurde es gleich?
- 35:03Naja, das nach gefühlten 30 Semestern, so irgendwie mitten im Hauptstudium.
- 35:10Damals gab es das noch mal Gister und so Kunstgeschichte und Nordamerika-Studien,
- 35:14also der Nordamerikanische Kulturkreis, speziell die Vereinigten Staaten.
- 35:18Und dann gab es dann nochmal so zwei Unterkategorien, die ich mir ausgesucht hatte.
- 35:22Hier am Donner have Canada-Institut in Berlin in Verbindung mit dem Kunsthistorischen Institut.
- 35:25Also zwei Hauptfächer, ne?
- 35:27Wann war dann irgendwann, war auch mal Schluss.
- 35:31Okay.
- 35:32Und dann habe ich rituell sozusagen meine Akademieke Karriere zur Seite geschoben habe quasi.
- 35:39Der will er da?
- 35:40Ne.
- 35:41Okay, der.
- 35:42Ich war schon lange nicht mehr.
- 35:44Aber ich hatte auch keine Perspektive.
- 35:45Ich wusste auch nicht, was ich machen sollte.
- 35:46Ich konnte mir vielleicht vorstellen, ich hätte mir vorstellen können,
- 35:50vielleicht bei einem Aktionshaus mit dem Schlips irgendwie den Hammer zu schwingen oder so,
- 35:53aber die Jobs sind echt wenig.
- 35:55Ein sehr, sehr enger Freund von mir hat genau das studiert,
- 35:59also im Scherpunkt Kunstgeschichte, der hat italienische Philologie nebenbei sehr sprachbegabt.
- 36:04Und der macht heute etwas sehr Schönes mit seinem Beruf, sehr, sehr schön.
- 36:08Der ist auch unglaublich gut in seinem Metier in der Kunstgeschichte.
- 36:13Aber das war nicht ansatzweise so gut.
- 36:15Wie kam der Bogen zu Gastronomie?
- 36:19Also hast du wirklich immer gejobbt an der Gastro?
- 36:21Genau.
- 36:22Ich habe angefangen zu studieren in Berlin und habe in Bremen aber schon vorher Klamotten verkauft.
- 36:27Klamotten fand ich immer schon geil.
- 36:28Ich habe immer schon Spaß an schönen Dingen gehabt.
- 36:30Und habe in einem Laden in Bremen gearbeitet, wo es wirklich schöne Sachen gab.
- 36:38Also nicht die Allerweltssachen, sondern the nicer things, the finer things in life.
- 36:44Und dann bin ich nach Berlin gekommen.
- 36:46Es war klar, dass das meine Stadt wäre, um zu studieren.
- 36:48Die Museumsszene ist groß.
- 36:51Es kann auch Köln sein können, Hamburg oder München.
- 36:54Aber wenn du Kunstgeschichte ernsthaft studieren willst, drehst du möglich, aber es ist schon limitierter.
- 37:00Also ich habe mich damals für Berlin entschieden.
- 37:02Normaus Klausus, das passte gerade eben, zwei Nuller-Abitur.
- 37:06Und dann habe ich parallel irgendwie Klamotten verkauft hier in Berlin.
- 37:12So was ich nicht, 18 Monate oder so oder vielleicht auch zwei Jahre.
- 37:16Und dann hat mich jemand an der Uni gefragt, ob ich nicht Lust hätte irgendwie zu Kellnern.
- 37:21Es gibt so eine Catering-Firma, so ein Luxus-Catering-Unternehmen.
- 37:24Und die suchen Leute und habe ich das erste Mal länger als diese drei Wochen damals in den Betriebsfraktikum Tablette nach dem Hand gehabt.
- 37:33Ja, und dann wurde meine Mutter irgendwann nervös und mein Vater netterweise auch.
- 37:36Und die haben mich dann so ganz zu einem nahezu druckfreien Gespräch gebeten und mich dann mal darauf hingewiesen,
- 37:43dass ich jetzt schon zehn Semester studiere und ob wir jetzt mal das Grundstudium vielleicht mal fertig machen wollen.
- 37:49Und so auch kostenstrukturtechnisch jeden Monat.
- 37:52Ich habe damals aber schon immer viel gearbeitet nebenbei.
- 37:54Und das war eben dieses Catering-Unternehmen damals.
- 37:56Es gibt auch noch die Firma und die hat in sehr schönen Immobilien, großen öffentlichen Immobilien damals sehr exklusive Massenverpflegung angeboten.
- 38:06Und das war keine Massenverpflegung, sondern es gab Jacobsmuschel Tatar und es gab wirklich Dinge, die vor 20 Jahren,
- 38:14die vor 20 Jahren, es gab eine Currywurst, das war völlig undenkbar damals.
- 38:17Und das gibt es hier im Haus auch mit Blattgold drauf und so.
- 38:21Und das war damals eine kleine Currywurst auf einem porzellan nachgebildeten Porzellanpapcheechen.
- 38:27Das war absolut killer damals.
- 38:29Und das hat sich irgendwie das lief immer so weiter.
- 38:32Und dann habe ich gesagt, ja, okay, ich würde jetzt hier noch ein halbes Jahr studieren und meinen Grundstudium fertig machen.
- 38:38Dann habe ich dann ausgehandelt mit meinen Eltern.
- 38:41Und das habe ich auch gemacht.
- 38:43Die Bedingung meiner Eltern war, dass ich in der Zeit, in der ich das mache, mich bewerbe auf einen Ausbildungsberuf.
- 38:57Aber schöne Ausbildungen, dann hat sie wollte dann schöne, fünffierte Ausbildung, dass du ...
- 39:00Die wollten gerne, dass ich etwas fertig mache.
- 39:03Ich neige nicht so zum Fertigmachen, das ist jetzt nicht so mein Strong-Suit.
- 39:06Ich lasse dann gerne so Dinge unvollendet oder damals zumindest heute nicht mehr so.
- 39:12Und da gab es nur zwei Möglichkeiten.
- 39:14Die eine war nahezu ausgeschlossen, das gab es hier in Deutschland nicht.
- 39:17Und die andere war Gastronomie oder Hotelry, Hotelfach.
- 39:21Und da habe ich mich beworben sofort, parallel zu diesem Grundstudiums-Entspurt heute.
- 39:28Ich weiß gar nicht, ich muss mal gucken.
- 39:30Ich kann mal hier aus meinen Scheinen noch einen Bachelor vorstellen.
- 39:33Dann schreibt mir das hier, glaube ich.
- 39:35Das ist aber noch harder als man hätte.
- 39:37Genau, genau, genau.
- 39:39Dann habe ich Bewerbung abgeschrigt und das Adlon, trotz Einstellungskriterien,
- 39:45die waren damals Abitur und du musstest ein Assessment-Center machen.
- 39:48Also es wurde wirklich nicht jeder genommen, hat mir das Adlon einen Ausbildungsplatz angeboten für den August.
- 39:55Und zu dem Zeitpunkt waren dann aber die Klausuren geschrieben
- 39:58und die Zwischenprüfung in beiden Fächern hatte ich abgelegt
- 40:01und alle Scheine zusammen, die man dann für ein erfolgreich abgeschlossenes Grundstudium brauchte.
- 40:05Und im Oktober oder November stellte sich dann heraus, dass die Noten auch gut waren,
- 40:11gut oder sogar sehr gut waren.
- 40:13Und dann habe ich dem Adlon damals der Abteilung, ich war damals im Bankett hier,
- 40:22als meine erste Abteilung, sagen, mitteilen müssen, dass ich gerne weiter studieren möchte.
- 40:27Und dann hat mich der damalige Bankettleiter gefragt, das ist schade.
- 40:32Er hat richtig gesagt, es sei bedauerlich.
- 40:35Der ganze Net hat er das gesagt, die waren sowieso alle damals sehr, also es sind sie heute auch noch,
- 40:40aber die waren sehr, sehr nett.
- 40:42Es waren sehr freundliche, sehr höfliche Menschen, von denen ich hier im Hotel etwas lernen durfte.
- 40:52Und die haben gesagt, es wäre bedauerlich, ob ich nicht als studentischer Aushilfe hier
- 40:56dem Haus quasi erhalten bleiben möchte.
- 40:58Super, spitzmäßig.
- 41:00Und dann wurde das Arbeiten immer mehr danach, im Adlon, ich glaube fast vier Jahre.
- 41:04Das verwischt sich bei mir, ich müsste in meiner Unterlagen meine Zeugnisse immer angucken.
- 41:08Ich glaube so bis 2007.
- 41:10Wird keiner nach uns nachprüfen, also von dem her roundabout.
- 41:13Dann war der nächste Bewerbung vielleicht auch ein Bruder.
- 41:16Dann war ich hier fast vier Jahre viel gearbeitet, ein guter Stundenlohn und war in Ordnung.
- 41:23Ich habe mir unglaublich Spaß gemacht und habe das gelernt, von dem ich glaube, dass es heute mein Service-Handwerkszeug ist.
- 41:30Zu gucken, ob ein Teller gerade steht oder eine Gabel gerade liegt.
- 41:35Und zu sehen, ob irgendwo noch mal gesaugt werden müsste.
- 41:38Und Dinge, die, denke ich, ganz, ganz wichtig sind.
- 41:41Ganz, ganz.
- 41:42Ich kann das nicht genug betonen, die ganz, ganz wichtig sind.
- 41:46*Klopfen*
- 41:48Anz Martin trinkt gerne langsam und mit viel Bedacht.
- 42:05Selten trinkt allein zu Hause eine Flasche leer.
- 42:08Das heißt, wenn er sich eine Flasche aufmacht, dann sollte es ein Wein mit Charakter sein.
- 42:11Ein Wein, der ihn auch fordert, ein Wein, wo er viel riechen kann, wo er sich darauf einlassen kann.
- 42:15Ein Wein, der ihm viel schenkt.
- 42:17Perfekt ist ein Amarone.
- 42:18Ein Amarone-Deller bei Policieler.
- 42:20Und das sind auch richtig außergewöhnliche Weine.
- 42:23Doch warum sind die so anders?
- 42:25Warum sind die so einzigartig?
- 42:27Die klimatischen Bedingungen, Nadis Gardasis, spielen mit Sicherheit eine ganz große Rolle.
- 42:31Ein Amarone wird wie alle bei Policieler Weine.
- 42:34Aus den lokalen Sorten Corvina oder besser Corvina-Veronese, die mit 45 bis 95 Prozent vertreten sein darf.
- 42:40Corvina-Rone mit maximal 50 Prozent.
- 42:42Ron-Dinella mit 5 bis 30 Prozent.
- 42:45So wie anderen zugelassen Sorten, die aber mit maximal 25 Prozent davon je Sorte mit maximal 10 Prozent verschnitten werden dürfen.
- 42:52Die Trauben werden dann auf Holz gestellt, 10 bis 120 Tage getrocknet.
- 42:56Und selbstverständlich die VLM werden aussortiert.
- 42:59Denn Portritis ist absolut unerwünscht.
- 43:01Das Lagerpotenzial eines Amarones wird traditionellerweise auf mindestens 15 Jahre geschätzt.
- 43:07Was ihnen auszeichnet ist, neben dem durchaus hohen Alkoholgehalt der Zomasant bei 15 Volumenprozent anfängt, nicht selten 16,
- 43:15gelegentlich sogar 17 Volumenprozent aufweist, die unfassbare Aromenfülle.
- 43:20Und dieser ganz leicht bitterer Amaro, heißt der Bitter, ist der ganz leicht bitterer Ton,
- 43:25der aber wiederum das ganze so animierenden, appetitlich und dem Spiel mit der Süße durch den Alkohol sehr geschmeidig werden lässt.
- 43:32Nicht wenige fragen sich, wie kommt man eigentlich darauf, Trauben zu trockenen, um daraus Wein zu machen?
- 43:36Der Ursprung des Amarones geht zurück auf die Bergbauern in Venezien, die Trauben aufgrund der sehr strengen Wetterbedingungen,
- 43:42wo ihr trocknen mussten, um sie haltbar zu machen.
- 43:45Und gelegentlich hat man diese auch für die Weinerzeugung benutzt und gemerkt, dass das gar nicht so schlecht schmeckt.
- 43:50Und nicht selten, wenn man von einem Weinstil, von einem Weincharakter begeistert ist, dann möchte man die besten kennenlernen.
- 43:56Dann möchte man den typischsten Geschmack greifen und verstehen.
- 43:59Und da würde ich ein Amarone aus dem Hause Tedeschi vielleicht sogar ein aus der 2,5 Hektar großen Lage im Pedemonte de Waipoleccella,
- 44:09im Klassikoggebiet dem Monte Olmi aus dem Jahre 2016 empfehlen.
- 44:13Dieser Amarone de Waipoleccella, Klassikoriserva Capitel Monte Olmi 2016,
- 44:19ist einer der absoluten Spitzenweinen des Tedeschi Portofolios und hebt die Intensitätsschwelle
- 44:25in Bezug auf Fruchtgewicht, Kraft und Alkohol deutlich an.
- 44:29Dunkle Früchte flauen typisch für ein Amarone.
- 44:32Genenkandidierte Früchte mit Kirschlikör über.
- 44:35Tannine sind natürlich verhanden, aber so geschickt integriert, so sanft vom Alkohol, der perfekt implantiert ist,
- 44:41umgarnt, dass sie weder bitter noch abstrigient wirken.
- 44:44Das Besondere bei diesem Monte Olmi ist die Lage selber.
- 44:48Der höhere Tungehalt im Vergleich zu den kalkhaltigen Böden des feinkutes Maternigo
- 44:52und er streicht seine große, dichte, kraftvolle, charaktervolle Art.
- 44:57Er setzt sich zusammen aus 30% Corvina, 30% Corvinoone, 30% Rondinella, 10% Ocelata,
- 45:0436 bis 48 Monate im Holzfass und verspielte leichtfüßige 17 Volumenprozent.
- 45:09Ein Wein, den bei 18 Grad genossen, man niemals dieses 17 Volumenprozent zusprechen würde.
- 45:15Dafür wirkt er zu elegant, zu vielschichtig, zu fein sindig und nicht plump und überladen.
- 45:19Und das überzeugt auch unfassbar viele Kritiker.
- 45:22Natürlich Traglise, beim Gambor de Rosso und bei allen anderen Kritikern,
- 45:27wo die er mit 95 Pluspunkten durchgewunken.
- 45:30Und wenn man ihn einmal probiert, dann weiß man, warum.
- 45:32Es ist ja manchmal die Grundlage, also dieses unbewusst Wohlfühlen,
- 45:45was man als Gast empfindet, was man eben auch nicht werten kann,
- 45:51sondern was einfach so dieses, wir haben ja pro Millisekunde 80 Blicke,
- 45:56die wir verschwenden mehr oder weniger,
- 45:58oder womit wir aus dem Urinstinkt heraus Sachen einfach taxieren oder abchecken.
- 46:04Und viele Sachen, man merkt das ganz oft, wenn man einmal keine Ahnung, schwanger ist,
- 46:10wir ja weniger als die Jungs, aber bei die Frauen, wenn man sieht, einmal überall Kinderwagen.
- 46:16Hat man vorher überhaupt nicht.
- 46:18Und das ist so dieses Unbewusst, so geht es, glaube ich, auch jedem Gast,
- 46:21der in so ein Restaurant geht oder der erstmal den Tisch auftaxiert,
- 46:25wenn sich hinsetzt und sieht, ob die Gläser ordentlich welche Gläser sind,
- 46:29ob die poliert sind und so weiter.
- 46:31Und es ist manchmal schwer für junge Menschen zu begreifen,
- 46:34dass das erst das eine kommen muss, zumindest in einer gastronomischen Situation wie sie hier haben.
- 46:42Ich bin der festen Überzeuger, dass du erstmal sehen musst
- 46:45und das ist das Wichtigste, du musst überspeisen und über das, was auch im Teller los ist
- 46:49und unser Viertenservice und Stuhlservice und irgendwie aufbauen und abbauen wie so ein Plus.
- 46:58Prepping, das muss einfach laufen, die ist muss nebenbei laufen erst dann.
- 47:05Ich bin immer so ein bisschen übertreibt, immer so ein bisschen gegenüber den jungen Leuten.
- 47:09Ich finde, das muss erstmal super keiner sein, bevor Sommelierie kommt.
- 47:12Total.
- 47:14Alles, du musst alles besser können, ansonsten kannst du dich auch nicht behaupten später.
- 47:18Ich würde nicht sagen, dass Sommelierie automatisch immer Behauptung ist
- 47:21oder dass es automatisch immer durchsetzen ist, aber...
- 47:24Es ist schon, weil man ja doch eine separate Abteilung innerhalb des Restaurants ist
- 47:29und man muss ja dann doch letztlich in den Bereich der anderen mit eingreifen
- 47:36und diese unterstützen können, dafür muss man es können.
- 47:39Umgetreten ist es schwer, weil es eben dann eine segmentierte Aufgabe innerhalb des Restaurantswesens dann letztlich auch ist.
- 47:46Man ist ja bei den Kellner und implantiert ja letztlich dieses Wort.
- 47:54Manchmal lässt es die Zeit nicht zu.
- 47:59Es gibt natürlich schon Situationen, in denen weiß ich, dass eigentlich wäre jetzt der Moment,
- 48:05da auch unser Team hier zu unterstützen am Teller oder am Tablet.
- 48:11Ich habe meine Agenda, ich muss gucken, dass der Wein ins Glas kommt.
- 48:17Und das ist manchmal für jemanden, der fachfremd ist oder geblieben ist.
- 48:22Das sind ja hier alles keine fachfremdten Menschen mit den Kollegen und Mitarbeiter.
- 48:26Die wissen schon, worum es geht, aber die haben das Wichtigste bei uns im Restaurant sind die Abläufe,
- 48:33die Restaurantabläufe, dass jemand etwas zu essen bekommt.
- 48:36Und dann kommt das Wasser. Und dann ist es wichtig, dass der Gast noch weiß Wasser bekommt
- 48:42und dass er dann vielleicht noch ein Schnäppchen, Schwätzchen oder irgendwas halten kann.
- 48:45Und dann kommt er es nicht.
- 48:47Aber ich muss auch kommen, ganz ohne geht es nicht.
- 48:51Manchmal ist es auch ein enormer Stress, weil vier Tische mit einmal kommen.
- 48:55Genau, das kommt ein bisschen darauf an, wie die Küchenstrukturen sind, wie geschickt wird,
- 48:59wie es alles so, das kann man organisieren, würde ich sagen, bis heute.
- 49:02Geht das besser?
- 49:04Manchmal geht das nicht so gut.
- 49:06Das ist von Abend zu Abend ja so ein bisschen unterschiedlich, aber wir haben ja schon sehr,
- 49:11ich würde mal sagen, sehr professionelle Strukturen, wir wissen, was passiert.
- 49:15Dennoch habe ich eine Agenda jeden Abend, die ist ganz klar, das steht in meiner Job Description.
- 49:20Das ist, dass ich bin der Weinpuscher.
- 49:22Und wenn das vernünftig ablaufen soll, es geht es halt manchmal nicht.
- 49:27Und dann auch abends, wenn es ein großer Abend war, eine aufwendige Allerkart auswandern,
- 49:32Flaschen, wenn ich zum Beispiel keine Ahnung, 15 unterschiedliche Weine aus dem Keller holen muss.
- 49:37Vielleicht noch eine Veranstaltung fürs Wochenende, Wein technisch vorbereite,
- 49:41indem ich die Ware aus dem Hauptlager hole, aus unserem Weinkeller, dann bin ich manchmal eine Dreifelstunde weg.
- 49:48Wie weit ist der Keller entfernt?
- 49:51Das ist Luftlinie, sind es 10 Meter, aber es dauert einfach, weil wir ein Haus mit festen Strukturen sind
- 49:58und hier gibt es Sicherheitsstandards auch, das ist ganz wichtig.
- 50:01Wir haben wertvolle Dinge, die wir bewegen auch in unserem Weinkeller.
- 50:04Und da gibt es bestimmte Regeln, an die man sich hält und eine Entnahme von irgendeinem Artikel aus dieser Kostenstelle,
- 50:14so heißt das, weil wir ein großes Geschäft haben.
- 50:18Das erfordert bestimmt, du kannst ja nicht einfach hängen, also zumindest bei uns ist das nicht so.
- 50:22Du kannst nicht einfach runtergehen und dir eine Flasche Lafitte aus dem Regal nehmen
- 50:25und dann am Ende des Monats fällt das dann schon auf in der Inventur, so funktioniert es nicht.
- 50:31Es gibt Dokumentationspflicht und das zieht sich ein bisschen.
- 50:34Und wenn ich dann weiß, dass oben die Kollegen schon am Gläser polieren sind, ich muss das aber fertig machen.
- 50:39Und dann muss man sich manchmal auch die Blicke von den Kollegen, der Konrad wieder mit seinem Bein.
- 50:46Ja, das ist keine Anfeindung, das empfinde ich auch nicht als Anfeindung.
- 50:50Aber das ist einfach eine sehr jobsspezifische, also das ist mein Problem.
- 50:56In der Regel sind wir Einzelkämpfer, ja.
- 50:59Es gibt Situationen, keine Ahnung, in der Traube Thombach, Stefan hat ein Sommelier-Team, oder das Tantris hat ein Sommelier-Team.
- 51:07Aber das ist ja nicht die Regel. Leider. Wundert mich ein bisschen, in der angesächsischen Weinwelt ist das völlig normal.
- 51:13Im Sinne schon, selbst in einer anderen Tantris, gab es ja auch Situationen, wo die teilweise Einzelkämpfer waren, auch bei Stefan.
- 51:20Seidens hat man ja ein oder mehrere Kommissionen, das ist nicht mehr so.
- 51:25Ja, aber mittlerweile ist das schon in der größeren, ich sage jetzt mal in der größeren Unternehmung, mit einem Anspruchsvollen, ich nenne es jetzt mal ein Anspruchsvolles Wein-Sortiment,
- 51:32ist das in der Regel, wird es mehr.
- 51:34Ich glaube, Ben war ja schon bei dir, der stellt nur noch Sommeliers ein, also es ist zwar kein Einstellungskriterium, aber das begünstigt die Einstellung einfach nur jemandem, was nicht heißt, dass nicht ein unglaublich gewiefter Schäfterung kein Esset mehr ist für unser, da sage ich nicht.
- 51:47Ich sage nur, dass die Einzelkämpfer schon einen, man ist manchmal sehr allein mit seinen Problemen, das ist keine Leidensgeschichte oder so, sondern das ist ein Fakt.
- 51:58Das ist weil das auch Nörderreihe ist. Ja, du musst ja Entscheidungen treffen, also ich treffe Entscheidungen.
- 52:04Manche Kollegen sagen manchmal, es war immer los, weil jetzt so unglaublich viel, weil wir eine große Meinkarte haben, aber es sind ja sehr spezifische Entscheidungen, die man dann treffen muss und die triffst du allein.
- 52:14Das ist auch in einem so großen Unternehmen, also bist du hier Auswahlbefugd, also bist du dafür verantwortlich, was in so einer Karte, in einem Unternehmen, ob die Karte kommt oder ist das, wird das Zentral gesteuert?
- 52:29Ja. Und du suchst das aus? Ich suche Haus. Ich darf Haus suchen.
- 52:32In der Regel. Wie viel Position habt ihr gerade?
- 52:341400 Abis, irgendwie, oben im Lorenz, wobei die Karte überall ausliegt im Haus, also es kann jederzeit auch überall liegt ein Exemplar und das pflege ich auch.
- 52:44Das wird mittlerweile so ein vier Wochentonus, in dem wir das inlay, so zu sagen, das Content, updaten, aufgrund von Verschülperkeit oder Jahrgangsänderungen oder so.
- 52:54Genau, und dann haben wir Weinkonzepte für die Brasserie Carré, für das All-day Dining, mit der Terrasse zum Brandenburger Tor, wir haben einen Konzept für den Room Service, also für das In-Room Dining.
- 53:05Es gibt einen Konzept für den Bankettbereich, dass wenn da um Verfügbarkeiten von, sage ich mal, im Jahr 2400 Flaschen gegeben sein müssen, sind das ein bisschen andere Voluminar.
- 53:15Das bedingt ja die Auswahl eines Weines enorm. Die Verfügbarkeiten sind ja nicht mehr so wie in alten Zeiten.
- 53:21Das überschaust du alles und schreibst dafür die Konzepte, Karten, Anforderungen, Warnanforderungen und so weiter?
- 53:28Warnanforderungen nicht, nein. Warenlogistik, ich fütter nur. Also ich mach die, ich kalkuliere, ich implementiere und kalkuliere, also ich bringe die Ware ins Haus, gedanklich, konzeptionell, kalkuliere sie, habe dabei natürlich einen Blick auf unseren Kellerbestand, auf die In-and-Outz.
- 53:46Und dann spiele ich den Ball ab an unsere Warnwirtschaft. Und wenn dann die kleinen Feindinge kommen, bin ich in der Regel auch derjenige, der sie verräumt.
- 53:58Ja, ich muss mal schon gucken, wenn ein großer Bordeaux oder großer Burgunder oder von einem Weingut, ein großer Auswahl von Wein kommt.
- 54:08Ja, der Unterschied auf einem Kostyri-Label kann sehr, sehr klein gedruckt sein.
- 54:14Und der Preis auf der rechten Seite sehr groß.
- 54:17Ja, der Unterschied und die Verfügbarkeit auch und so. Und da gilt es dann schon auch lageristisch, eine Situation zu schaffen, die auch in meiner Abwesenheit funktioniert.
- 54:25Wenn ich mir im Morgenmaß Beinbreche Gott bewahre, dann muss dieses Haus in der Lage sein, auch teure Weine über einen Zeitraum von mehreren Wochen, auffindbar, nachbestellbar.
- 54:37Das muss funktionieren, weil ich eben kein großes Team hier im Haus befähige oder treue.
- 54:46Gerade wenn die Kade auch im ganzen Haus verfügbar ist und dann jemand möchte, den Kostyri mit der kleinen Ausschrift dann...
- 54:53Mit der speziellen kleinen Ausschrift.
- 54:55Das ist nicht unerheblich, dass der auch gefunden wird, noch der richtige gefunden wird, nicht irgendein anderer Wein dann an irgendwo genommen wird.
- 55:01Wie viel Anteil deiner Zeit, deiner eigentlichen Arbeitszeit, ist die Organisation, die administrative in Relation zur Restaurantoperativen Tätigkeit?
- 55:1565, 35.
- 55:1735 Restaurants, Wahnsinn. Hält sich keiner vor Augen. Was macht dir mehr Spaß?
- 55:22Also macht dir es auch Spaß? Ein interessanter Aufgabe ist, dass etwas, wo du kreativ, kartenkreativ sein kannst oder ist es mehr das leidliche, wo du sagst, Scheiß Dokumentation?
- 55:32Beides macht mir auf eine Art und Weise, beides fällt mir leicht.
- 55:36Okay.
- 55:37Ich könnte eine Hatsommelier- oder Wine-Direktor-Stelle ohne Gästekontakt mir niemals vorstellen.
- 55:44Was ja bei vielen, also gerade weil du über sie sonstiges erwähntest, da ist ja meistens so, dass du, wenn du eine gewisse Position hast, du eigentlich keinen Gästenkontakt mehr hast.
- 55:56Du bestückst diese sieben Restaurants dann irgendwie in die Organisation proben, etc.
- 56:01Kann ich mir nicht vorstellen.
- 56:02Ja, denke ich auch, ist das eigentlich lebendig in unserem Beruf.
- 56:05Genau, in der Regel ist mir die Zeit, die ich mit Menschen mit im Zweifel zu zweifel mir fremden Menschen verbringen darf, das Allerschönste an meinem Beruf.
- 56:12Wie groß ist die Relation von Stammgästen und neuen Gästen? Könnt ihr es irgendwie ermessen?
- 56:17Wenn es interner sind, dann ...
- 56:19Das lässt sich schon bemessen.
- 56:25Von zehn bis zwölf Tischen maximal, die wir im Restaurant besetzt haben, je nach Anzahl der Gäste an welchen Tischen, würde ich sagen, dass ein viertel wiederkehrende Gäste sind jeden Abend.
- 56:39Doch so viel.
- 56:40Ja.
- 56:41Wow, toll.
- 56:42Ja, freuen wir uns auch.
- 56:43Ja.
- 56:44Gibt es da Barrieren ins Adler zu kommen?
- 56:46Stimmt.
- 56:47Bestimmt.
- 56:48Für unsere Gäste nicht so sehr. Ich habe mehr das Gefühl, dass jüngere Menschen, die sich für Kulinare interessieren, oder für Weine interessieren, dass die irgendwie so eine Barriere sehen um unser Haus herum.
- 57:05Ob das hier nach anderen Regeln, das Adlern spielt nach anderen Regeln, keine Ahnung, ob das für einen Bayerischen Hof mal deswegen auch gilt, für ein anderes berühmtes Hotel oder für die Traubitonbach.
- 57:15Also ich weiß nicht, ob die auch ein Nimbus haben, ich habe da noch nicht tätig, deswegen weiß ich nicht.
- 57:20Aber die Kolleginnen und Kollegen oder die Weine interessierten Menschen, auch Händler und Händlerinnen, alle die in unserem Netzwerk, die man so trifft, haben in der Regel schon eine gewisse Reserviertheit.
- 57:36Es ist keine negative Reserviertheit, aber haben immer so ein Hub-Acht-Habitus, sag ich mal.
- 57:44Vielleicht ist das gut, vielleicht macht das unser Haus auch aus, eine gepflegte Schwelle, nicht so hoch, aber eine gepflegte, polierte Messingschwelle, vielleicht ist das auch wichtig.
- 57:54Was aber von keinem, auch deiner Vorgänger, je mal es gelebt wurde oder je mal es irgendwie ausgestrahlt wurde.
- 58:01Ich kann das nicht einschätzen, wie meine, ich kenne meine Vorgänger, zweit davon sehr gut.
- 58:07Ich kann das nicht einschätzen, wie die das, das ist ja nur eine Empfindung.
- 58:11Ich kann nicht einschätzen, ob die das gepflegt oder nicht gepflegt haben.
- 58:14Ich weiß auch nicht so richtig, dafür bin ich nicht, wie soll ich sagen, das kann ich nicht abstrahieren, ich weiß auch nicht, wie ich mich benehme.
- 58:21Aber ich kann meine Wirkung, wenn ich jetzt irgendwie auf der Road bin, auf einer Verkostung und vielleicht einen Anzug zum Beispiel anhaben, im Gegensatz zu allen anderen.
- 58:32Und irgendjemand kommt auf mich zu und begrüßt mich als Hallo Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer, bis wieder Versicherung verkaufen.
- 58:39Dann merke ich natürlich, wie das, also wie das wirkt. Und ich weiß nicht, ob das das Adlon ist oder Herr Konrad oder Hans Martin oder Schlips, der Dove Schlips, keine Ahnung, weiß ich nicht.
- 58:52Ich glaube nur, dass es das gibt, ja, wir haben eine Schwelle.
- 58:57Du warst im Adlon tätig im Banken, wie bist du dann also ins Adlon gekommen und nie wieder aus dem Adlon geflohen oder?
- 59:04Nee, doch, nach vier Jahren war es gut. Ich hatte das Gefühl, ich hatte alles gesehen.
- 59:08Auch selber, für dich das Gefühl, wo du sagst, du musst was Neues kommen und bringen.
- 59:12Ja, obwohl ich ja immer noch studiert habe, ich habe es zu den zwei Punkten, ich war immer noch eingeschrieben.
- 59:16Ich wusste dann einfach, es war auch ganz witzig, ich konnte, als ich hier wieder angefangen habe, ziemlich genau zehn Jahre später, 2017, diesen Job angefangen habe,
- 59:24gab es eine Situation, wir suchten irgendeinen Besteck in großen Mengen.
- 59:28Und du konntest sagen, wo das ist?
- 59:29Genau, es ist zehn Jahre später. Ich wusste schon auch ganz genau, wo es ist.
- 59:32Irre.
- 59:33Und die Leute haben alle nur so, also ich habe auf 50 Gabeln genau den Bestand von Besteck in einem bestimmten Möbel in einer Servante im Erdgeschoss geschätzt.
- 59:41Das stimmt auch. Das hatte sich nichts geändert.
- 59:44Nee, und dann bin ich, dann habe ich eine kleine Restaurantleiterstelle inne gehabt, in einer neu eröffneten Brasserie.
- 59:53So gab es so Stegfried und so Freischgerichte und eine gegrillte Dorade.
- 59:57In Berlin.
- 59:58In Berlin, in Kreuzberg, bei mir um die Ecke.
- 1:00:00Ich habe damals noch nicht in Kreuzberg gewohnt, da wohne ich, ich wohne heute da um die Ecke, am Kanal.
- 1:00:07Und da waren irgendwie, keine Ahnung, 700.000 Euro von drei Leuten, gab es zu Verpulvern.
- 1:00:13Das habe ich nicht so empfunden, aber das hat sich danach so rausgestellt, also es waren mehr eine gastronautische Situation.
- 1:00:18Aber ich hatte natürlich einen gewissen Anspruch, ich habe auch meine Arbeit ernst genommen und habe im Abendservice das Restaurant geleitet.
- 1:00:24Und habe da meine erste Weinkarte mitgestalten sollen.
- 1:00:27Ich wollte das gar nicht.
- 1:00:29Was haben Sie damals?
- 1:00:30Vielleicht 70?
- 1:00:31Okay.
- 1:00:3260?
- 1:00:33Als Jungs dann eine Herausforderung.
- 1:00:35Ja, ich war ja schon Ende 20, ne? So richtig jung Wein.
- 1:00:37Nein, aber eine Wein-Szene, Weinbesinn, ist so da.
- 1:00:40Ich hatte Bock, ich fand das cool.
- 1:00:41Ich dachte auch so, ey, finden mal für 20 Euro einen richtig geilen Bordeaux.
- 1:00:46Das war auch mein Anspruch.
- 1:00:48Also darauf hatte ich auch Lust, also es ist auch heute noch mein Anspruch.
- 1:00:50Ich würde auch heute noch sagen, dass meine Aufgabe ist, für ein 20 ein richtig guten Wein ausfindig zu machen.
- 1:00:56Für den entsprechenden Anlass.
- 1:00:59Für den Geldbeutel, also innerhalb des Limits für den richtigen Gast, für den richtigen Moment.
- 1:01:04Das sind bis heute ja die Parameter.
- 1:01:06Und damals war das eine Bistro, eine elegantere Bistro-Umgebung in Kreuzberg.
- 1:01:12Und ja, es hat dann, ich glaube ich, zwei Jahre war ich da oder anderthalb und dann war das noch ein Jahr und dann sollen sich Rechnungen in die Kehrtaschen gestapelt haben.
- 1:01:21Okay.
- 1:01:22Das war das relativ schnell, war ich aber schon nicht mehr da.
- 1:01:25Ja.
- 1:01:26Und dann bin ich, dann habe ich mich bei der Kammer gemeldet, bei der Innung und habe meinen Restaurantfachmann gemacht.
- 1:01:35Hattet dann genug Berufserfahrung.
- 1:01:37War es ja auch, also dann die Prüfung, dann gemachte ich die Prüfung.
- 1:01:40Genau, ich war schon länger, ich war sogar schon länger und so.
- 1:01:44Dann habe ich die Prüfung gemacht.
- 1:01:46Genau, das war dann so 2010 vielleicht.
- 1:01:52Dann habe ich frei in der Gastronomie gearbeitet, habe teilweise Summlierie, deutete sich so ein bisschen an.
- 1:01:58Ich merkte, dass ich Weihnaffin bin, also dass ich derjenige war, der eher, sag ich mal, ein Singerriedl verkauft hat, als ein kleines Federspiel.
- 1:02:06So.
- 1:02:07So ein bisschen in einem sehr brummigen Schnitzelladen gearbeitet, hier in Mitte.
- 1:02:12Das heißt, ich habe es hier noch geübt.
- 1:02:14Und wir haben so das, was damals, also die große Österreich-Schwämme, die erste, so viele Österreichschen, relativ hochpreisigen und auch hochwertigen Wein verkauft.
- 1:02:24An, ja, Hippes, Solventes, Publikum in Mitte.
- 1:02:29Genau, und dann war Wein immer mehr mein Thema.
- 1:02:33Dann habe ich die Zeit lang auch selbstständig gearbeitet, hatte schon guten Stunden nun.
- 1:02:35Ich würde sagen, selbst heute wäre das noch okay.
- 1:02:37Ich habe dann ein bisschen selbstständig, habe mich also selbst versichert und so.
- 1:02:43Und habe dann in einem kleinen, relativ nobbelen, kleinen, feinen Steakrestaurant gearbeitet.
- 1:02:49Also, weiss nicht, wer den Grill Royal kennt hier in Berlin.
- 1:02:54Das waren, also der Grill Royal ist unvergleichlich Punkt, aber es gab nur USDA Prime.
- 1:03:02Und das war, wie gesagt, jetzt zehn, fünf, 14 Jahre her, 13 Jahre her.
- 1:03:09Damals hatten Filet Steak da schon 120 Euro gekostet, 300 Gramm.
- 1:03:13Also eine richtige Ansage.
- 1:03:15Ich weiß nicht, das kostet es mittlerweile im Grill, glaube ich auch.
- 1:03:17Aber der kannte gar keine Gnade.
- 1:03:19Das war jemand, der lange in New York gearbeitet, hatte einen vernünftigen Batzen Cash,
- 1:03:24hat ein sehr, sehr schönes Stadtpalais, ein kleines Stadthaus zu einem Hotel umgebaut.
- 1:03:28Und dann waren so Echter Helm und Newtons an der Wand, also ein bisschen wie im Grill auch.
- 1:03:33Es war natürlich ein bisschen kopiert, aber ein bisschen gentleman's Club-mäßiger.
- 1:03:37Mehr so, wie du's bei, wie heißt der?
- 1:03:42Tra-la-la und Tra-la-la.
- 1:03:44Oder im Bullenbeer, Baron Bullenbeer in den Steak-Restaurants in New York halt findest.
- 1:03:49Bisschen wie bei uns, dunkler Holzvertevel und so macht der geil.
- 1:03:52Und wir hatten 400, 300 Single Malt Whiskeys offen, weil der Whiskey geil fand.
- 1:03:59Also es kam einfach nicht drauf an, es war einfach egal.
- 1:04:01Und ich hab dann auch, ja, und das war gut. Und da hab ich das erste Mal ein bisschen anständig weit verkauft.
- 1:04:09Gab's das erste Mal auch mal ne Flasche Haarlin oder so.
- 1:04:12Das war auch schon relativ hoch kalkuliert.
- 1:04:14Der wusste auch, was man für ein Glas Wein nehmen muss, damit ein Business läuft.
- 1:04:19Du hast das verkauft, ohne zu wissen, was du verkaufst?
- 1:04:23Du hast schon was in den Themen dann schon...
- 1:04:25Das wusste ich zu dem Zeitpunkt schon.
- 1:04:26Hast dich belesen, reingearbeitet und...
- 1:04:28Ich hab immer, immer...
- 1:04:30Naja, Edg, ich hab mich von oben von den schönen Sachen zu den wichtigen Sachen heruntergearbeitet.
- 1:04:35Ich muss sagen, bei Geholfen hattest du jemanden...
- 1:04:38Nein, nein, nein.
- 1:04:39...Mentor oder nicht abgesehen von dem Kopf der Maske?
- 1:04:42Ja, genau, genau. Der war unglaublich nach.
- 1:04:44Der ist erst 2000 und 21 verstorben.
- 1:04:50Also der hat mich immer begleitet, immer.
- 1:04:52Also händisch oder prehneinahe, ja, Kommunikation oder ja?
- 1:04:57Ja, immer getroffen.
- 1:04:58Und dann mehr so diese mentale Prägung oder auch mit Ratschlag und gesagt...
- 1:05:03Ja, der hat mir zum Beispiel gesagt, ich hab irgendwann mal von Kunden gesprochen,
- 1:05:08der sofort ganz scharf gesagt hat, wir haben keine Kunden, wir haben Gäste.
- 1:05:12Das werde ich nie vergessen. Das ist ein entscheidender Unterschied.
- 1:05:16Was ist der Unterschied?
- 1:05:19Also für dich auch vom Gefühl, weil der eine kauft eine Ware und der andere kommt zu Gast,
- 1:05:23wie bei mir zu Hause oder?
- 1:05:27Naja, im besten Fall gibt es keinen.
- 1:05:29Wenn du als Kunde sehr gut betreut wirst, dann fühlst du dich fast als Gast.
- 1:05:34Ich würde sagen, die schiere Menge.
- 1:05:37Das ist einfach, für mich ist das eine quantitative Dimension.
- 1:05:40Okay.
- 1:05:41Erst, die das als erstes definiert.
- 1:05:43Und sobald du Vertrauen zu jemanden gefasst hast, ist es vielleicht sogar deckungsgleich.
- 1:05:49Aber ich würde definitiv die Menschen, mit denen ich so gerne jeden Arm,
- 1:05:53die vielen Menschen, die ich alle nicht gerne oder manche mittlerweile ein bisschen besser,
- 1:05:57manche sogar sehr gut, würde ich immer als Gäste bezeichnen.
- 1:06:01Das sind keine Kunden.
- 1:06:03Kunde ist so...
- 1:06:05Zum Ende des Kunden ist eine Nummer, aber nicht.
- 1:06:09Ich habe auch keine Schicht.
- 1:06:11Sondern?
- 1:06:12Sagt unser Restaurantleiter immer.
- 1:06:14Der sagt, du hast eine Schicht oder du hast keine...
- 1:06:16Der sagt nicht, diese Wünsche für eine schöne Schicht, die manchmal so geäußert werden,
- 1:06:21unbedarflich, absichtlich, böswillig.
- 1:06:23Das ist keine Schicht, die ich habe.
- 1:06:25Ich gehe zur Arbeit.
- 1:06:27Ich gehe zum Dienst.
- 1:06:29Und dann geht es los.
- 1:06:32Und dann ist das irgendwann, ich bin mittlerweile außer-terrieflich bezahlt,
- 1:06:36deswegen knapp außer-terrieflich, gibt es da auch, dass es kein Anfang und kein Ende.
- 1:06:41Das hört ja auch nicht auf.
- 1:06:43Also hört bei mir sowieso nicht auf.
- 1:06:45Es gibt viele Stunden, die das hier braucht, damit dieses Weinkonzept so funktioniert,
- 1:06:50hoffentlich funktioniert, wie es funktioniert.
- 1:06:53Das hast du noch in Steakhaus, dann sozusagen...
- 1:06:56Genau, und dann hat mich jemand gefragt, der einen Gourmet-Restaurant hier in Berlin eröffnen wollte,
- 1:07:03nämlich für Pierre Garnier, für den berühmten Koch aus der Auvergne,
- 1:07:08der schon jahrlang in Paris, oder jahrzehntelang mittlerweile in Paris,
- 1:07:12der auch nach wie vor innehat.
- 1:07:14Weil ich letztmal zu fünf war ein sehr prägendes Erlebnis.
- 1:07:17Das war auch für mich prägend, weil ich das erste Mal eine unglaublich
- 1:07:22verschiedenteilige Küche weintechnisch begleiten sollte.
- 1:07:27Ja, also die arbeitet ja sattletär, ein bisschen so wie beispielsweise auch im Barreis gearbeitet wird von Herrn Lump,
- 1:07:35wo du so viele Teller hast.
- 1:07:37Aber die Aromenwelt, das kann von einem Teller zum nächsten Schüsselchen innerhalb eines gerne so massiv unterschiedlich sein.
- 1:07:45Das war sehr fordernd.
- 1:07:47Für dich ein relativ krass aus dem Steakhaus, wo es um den mehr oder weniger singulären Geschmack oder
- 1:07:54diesen saubtelement geht, dann in eine Richtung, wo es wahrscheinlich das erste Mal auch in Richtung Weinbegleit...
- 1:08:01Du warst als Zominier dort oder als Metre?
- 1:08:03Ganz klar, Zominier.
- 1:08:05Das war eine ganz wichtige, war ganz doll getrennt.
- 1:08:07Komplett vierschichtige Denkweise.
- 1:08:10War das leicht für dich zu verarbeiten oder hat das für dich überhaupt eine...
- 1:08:16Es fiel mir nicht schwer, Speisen zu begleiten, weil ich gerne esse und trinke.
- 1:08:21Ich habe daran einfach, ich habe einen Wohlgeschmack.
- 1:08:24Und ich empfinde auch für die Kolleginnen den größten Respekt, die in der Regel sind, zwischenmenschlich einwandfrei Wohlgeschmack mitzugestalten.
- 1:08:35Das ist das Allerwichtigste.
- 1:08:37Es geht auch um Geld natürlich, es geht auch um Umsätze, die erzielt werden müssen, damit etwas funktioniert.
- 1:08:43Aber es geht um Wohlgeschmack.
- 1:08:45Es geht einfach um Delikatesse.
- 1:08:48Einfach, dass jemand da sitzt und denkt, meine Güte, das ist schmackhaft.
- 1:08:53Meine Güte ist das lecker.
- 1:08:56Ich habe auch nichts gegen lecker.
- 1:08:58Kein Problem.
- 1:08:59Ich möchte gerne, dass, und das haben wir Gott sei Dank auch immer mal jede Woche,
- 1:09:02ja, ich würde sagen, einmal die Woche sehe ich jemanden, ein Zweifelsfall am besten jemand, der alleine zu uns ins Restaurant kommt,
- 1:09:08der mit dem Kopf schüttelt, der so leicht grinst kaut und mit dem Kopf schüttelt, der das nicht fassen kann, was da los ist.
- 1:09:16Also, es gibt bestimmt auch nicht jedem so.
- 1:09:19Aber ich kann das immer mal wieder beobachten.
- 1:09:21Ich finde auch Leute, die, oder Menschen, die genießen können oder diese genussreiche Überraschung haben oder sich darauf einlassen können,
- 1:09:31sehen schön aus.
- 1:09:33Ja, das ist einfach.
- 1:09:34Und sehen schön aus, als welche, die einfach nur pressen.
- 1:09:37Das ist einfach meine Güte.
- 1:09:39Das ist einfach, das ist einfach, keine Ahnung, ich kenne es ja diese Insta-Videos mittlerweile,
- 1:09:44wenn jemand irgendwie mit einem Brotmesser über die Fokaccia Kruste streicht, dann wird das abgeschnitten, ein Foodporn.
- 1:09:50Und dann wird so mit der Hand gewedelt, so italienisch.
- 1:09:54Und das einfach irgendwie so eine Reaktion, so ein bisschen gemäßig dann natürlich hier in dem Rahmen.
- 1:10:02Aber das ist einfach geil, wenn du jemandem etwas empfehlen kannst und der fragt sich, wie hat er das denn jetzt gemacht?
- 1:10:09Und das Gleiche gilt für unseren Küchenchef.
- 1:10:11Also erstmal.
- 1:10:13Erstmal, wenn der Leute hier sitzt und erstmal vernünftig essen.
- 1:10:16Und wenn die dann schon denken, meine Güte, ist das lecker.
- 1:10:19Ja, lustige Geräusche machen.
- 1:10:25Bei uns im Restaurant hört man solche Geräusche relativ häufig.
- 1:10:30Und wenn ich das ansatzweise im Wein geregelt kriege, das mitzugesteilen, dann...
- 1:10:35Und das viel mir leicht war Pierre Garnier.
- 1:10:37Es war eine anspruchsvolle Anstellung, viele Stunden auch Teildienst und so.
- 1:10:42Es war für mich eher die vielen Stunden, die dann auf mich zukommen, weil ich im vorigen Engagement Abendgeschäft noch hatte.
- 1:10:49Und bei Pierre Garnier fangen wir Mittag und Abend an.
- 1:10:52Und Teildienst war nicht.
- 1:10:54Wir hatten zu viel zu tun dafür.
- 1:10:56Also Teildienstpause war nicht.
- 1:10:58Mich offiziell zumindest.
- 1:11:01Das Erfordernste waren die unterschiedlichen Geschmäcker, dass du einen Nenner finden musstest.
- 1:11:06Ist das wichtig für dich, wie recent oder welchen Koch du überhaupt hast?
- 1:11:13Oder ist das eher sick und der, solange das ist wichtig?
- 1:11:16Sehr wichtig.
- 1:11:17Sehr wichtig.
- 1:11:18Sehr wichtig.
- 1:11:19Ich kann es ja nicht ein für alles.
- 1:11:20Es geht ja nicht um meine Sprache im Glas, sondern es geht um die Sprache des Restaurants.
- 1:11:24Und die ist für mich maßgeblich von der Küche bestimmt.
- 1:11:28Maßgeblich.
- 1:11:29Das ist ein Riesenunterschied.
- 1:11:31Es gäbe auch einen Koch, wo du nicht mit könntest und wo du sagen würdest...
- 1:11:34Ich hoffe, dass mein Beruf mich darauf einzustellt.
- 1:11:40Wieder eine erfolgreiche Ergänzung des genutzt Momentes zu schaffen sollte.
- 1:11:45Die unsere Kochsituation hat vor zwei Jahren sich gewandelt.
- 1:11:49Unser damaliger Koch verließ das Restaurant oder das Haus.
- 1:11:55Und wir haben seit zwei Jahren einen immer noch für manche Gäste neuen Koch.
- 1:11:59Hier bleibt vieles lange neu.
- 1:12:02Was ist das Haus auch auszeichnen?
- 1:12:05Ob es relativ neu ist in der 1997 war, glaube ich, die Eröffnung?
- 1:12:10Ja, 1997 war die Eröffnung des Hauses, die Wiedereröffnung des neuen Atlons.
- 1:12:14Genau, genau 90 Jahre nach Eröffnung des alten Atlons.
- 1:12:19Das ist ja kurz nach Kriegsende abgebrannt, größtenteils.
- 1:12:23Und 1998, am Wechsel zu 1999, ist das Lawrence Atlons dann eröffnet worden.
- 1:12:30Und seitdem Herr Hauser, Herr Neser, Herr Otto und Herr Brentley jetzt.
- 1:12:43Erst in Anführung, Stich. Vier Köche hatte.
- 1:12:46Aber die Zeiten waren auch ein bisschen anders.
- 1:12:49Die Wechsel waren ja nicht ganz so schnell.
- 1:12:51Das sogenannte Personalkarussell hat sich auch in den...
- 1:12:54Man sieht es ja, also ein zwei Sterne Koch, der zwei Sterne irgendwo gekocht hat,
- 1:13:00fühlt sich nicht verpflichtet. Leider manchmal oder verwundern es werte Weise.
- 1:13:04Sein nächstes Engagement oder ihr nächstes Engagement für fünf Jahre oder also...
- 1:13:10Das Stetige ist ja so ein ganz klein bisschen aus unserem Beruf ein wenig entwichen.
- 1:13:14Aber für dich wäre es auch durchaus denkbar, wenn der Koch wechselt,
- 1:13:18dass du sagst, der Küche komme ich nicht gleich, so etwas anderes.
- 1:13:21Nein, das würde er es für mich nicht geben.
- 1:13:23Nein, ich würde mich immer einstellen. Das ist mein Beruf.
- 1:13:25Ja.
- 1:13:26Ist aber auch dann schwierig zwischen den Fronten zu stehen zwischen dem Gastwirt,
- 1:13:29ich einstellen muss, dem Koch, wo du komplett umdenken musst
- 1:13:32und ich darauf einstellen muss, dann dein eigenes Weg zu finden.
- 1:13:35Wie wichtig ist dein eigener Handschrift für dich?
- 1:13:38Kann ich dir nicht beantworten.
- 1:13:40Ich erkenne meine eigene Handschrift nicht.
- 1:13:42Das kann dir vielleicht jemand beantworten, der mich arbeiten sieht.
- 1:13:44Keine Ahnung, vielleicht müsste man das...
- 1:13:47Wir haben eine junge Kollegin, eine junge Mitarbeiterin jetzt,
- 1:13:49die seit 13 Jahren, wenn ich mich nicht talsche, gibt es das erste Mal wieder
- 1:13:52eine Jungs-Sommelier oder eine Comysommelier, wie man es sagt.
- 1:13:55Ich war auch eine Assistant-Sommelier hier bei uns.
- 1:13:58Bei 12 Tüchen ist es aber auch durchaus...
- 1:14:01Gab es bis vor kurzem nicht.
- 1:14:03Du brauchst aber ganz schön schnelle Beine.
- 1:14:05Für meinen Alter bewege ich mich zumindest im beruflichen Rahmen noch relativ schnell.
- 1:14:09Ich bin zu Hause ein bisschen langsamer als der Durchschnitt, würde ich sagen.
- 1:14:12Aber im Restaurant bewege ich mich nach wie vor, glaube ich, ausreichend schnell,
- 1:14:16dass ich... Ich muss mich nicht verstecken, vor den Marathonläuferinnen,
- 1:14:20die wir auch im Team haben.
- 1:14:21Aber denkst du, man könnte oder findest...
- 1:14:24Findest du es wichtig, dass ein Sommelier eine greifbare Art der Identifikation hat?
- 1:14:30Oder würdest du deine Karte stilistisch oder versuchst du einfach nur
- 1:14:34dem Gesamtelement des Restaurants, des Hauses, der Gruppe, der Stadt zu entsprechen?
- 1:14:42Ich würde schon sagen, dass ein Haus unserer Prägung,
- 1:14:46ein Grand Hotel der klassischen Art,
- 1:14:49gibt es auch nicht mehr so viele von.
- 1:14:52Genau.
- 1:14:53Dass ein gewisser Wein, ich sag jetzt mal, Keller technischer Anspruch besteht.
- 1:14:58Ich bin der festen Überzeugung, ein Haus wie unseres braucht einen Tokai im Keller.
- 1:15:03Ich bin der festen Überzeugung, dass es bestimmte, heute nennt man das "Bloodchips",
- 1:15:07bestimmte Rarities gibt.
- 1:15:09Darum sollte man sich bemühen als Sommelier.
- 1:15:12Das fällt dem einen Sommelier leichter als dem nächsten.
- 1:15:15Oder einer Sommelier schwerer als der anderen.
- 1:15:19Denn Raritäten, wenn sie nicht dauerhaft gepflegt sind,
- 1:15:22oder wenn die Kontakte zu den entsprechenden Importeuren,
- 1:15:25Händlerinnen nicht gepflegt oder dauerhaft gepflegt werden,
- 1:15:29gibt es auch da, wie sagt man, der Luftfahrtströmungsabriss.
- 1:15:33Dann hört plötzlich ein Wein gut auf, Teil des Konzepts zu sein
- 1:15:37und dann muss der nächste fünf Jahre später wieder von vorne anfangen.
- 1:15:40Was ja auch gar nicht einfach ist, was ich für Leben gar nicht vorstellen will,
- 1:15:44ist, dass es natürlich für ein Unternehmen,
- 1:15:47für ein Wein gut interessant im Atom, präsent zu sein,
- 1:15:51auf der anderen Seite müssen auch diese eine gewisse Geschäftstätigkeit erzielen,
- 1:15:57vorweisen und hängt da auch vieles von Traum.
- 1:16:03Die Zeiten haben sich sehr geändert.
- 1:16:05Vor zehn Jahren, ich kann das nicht einschätzen,
- 1:16:07Sie waren vor zehn Jahren noch nicht hier,
- 1:16:09aber ich weiß, wie der Handel vor zehn Jahren funktioniert hat.
- 1:16:12Die Verfügbarkeiten waren anders.
- 1:16:18Oder die Begehrlichkeiten waren anders.
- 1:16:21Sagen wir mal so, das ist, denke ich, korrekter.
- 1:16:24Begehrlichkeiten waren andere im Markt.
- 1:16:26Und entsprechend war eine Mischung aus Nimbus,
- 1:16:31man möchte gerne im Atlern vertreten sein,
- 1:16:33und Verfügbarkeit bedingt sich positiv, passt da einfach.
- 1:16:37Das ist heute leider nicht mehr der Fall.
- 1:16:40Ich kann nicht einfach irgendwo anrufen.
- 1:16:42Ich vielleicht mittlerweile schon, weil ich jetzt länger schon hier bin,
- 1:16:45ein paar Jahre mehr.
- 1:16:47Wahrscheinlich auch mit Trauen aufgebaut hast,
- 1:16:49nochgrund der Art mit denen, die es gibt.
- 1:16:51Genau, das galt es aber an bestimmten Stellen fast.
- 1:16:57Ich will meinen Vorgängern ganzerweise zu nahe treten.
- 1:16:59Das war eine andere geschäftliche Situation damals,
- 1:17:02er hat eine andere konzeptionelle Auffassung gehabt.
- 1:17:05Eine, was den Umfang auch der angebotenen Weine hier im Haus betrifft.
- 1:17:10Ein solch großes Haus ist schon auch immer gewissen Strömungen unterlegen.
- 1:17:17Die merkt, der Gast im besten Falle gar nicht.
- 1:17:20Aber ein solches Haus wird von Menschen betrieben.
- 1:17:24Das sind alles keine Maschinen, die keine Ahnung,
- 1:17:26nur im Sinne der Gastgeberei irgendwie funktionieren sollen.
- 1:17:29Es gibt Vor- und Nachlieben, sag ich mal.
- 1:17:31Es gibt ein Management, was Genussaffiner ist, meinetwegen.
- 1:17:34Wenn man ein sehr genussaffines Management im Haus hat,
- 1:17:37und das sind mehrere Personen, das ist nicht immer nur der Hoteldirektor
- 1:17:40oder wie jetzt gerade unsere Hoteldirektoren,
- 1:17:42das erste Mal ja seit Wiedereröffnung, dass wir eine Direktorin haben,
- 1:17:45die Generaldirektorin, sondern das sind andere Menschen auch.
- 1:17:50Unser Controlling spielt eine gewisse Rolle.
- 1:17:53Das muss jemand auch da sein, der jemand wie mir oder auch meinem Vorgänger
- 1:17:58vertraut und sagt, Herr Konrad oder wer auch immer tätig ist.
- 1:18:03Wir räumen Ihnen das ein, dass Sie einen Kellerbestand
- 1:18:06von einer dreiviertel Million Euro meinetwegen kuratieren.
- 1:18:09Das beschränkt ja auch die, also das sind ja Mittel,
- 1:18:14die potenziell auch genutzt werden können,
- 1:18:16um eine ganze Küche zu renovieren,
- 1:18:18mit der man jeden Tag relativ viel anstehen kann,
- 1:18:21Umsatzgestalterisch.
- 1:18:23Und insofern war vielleicht der Zeitpunkt,
- 1:18:27an dem ich hier ins Lorenz oder ins Adlon wiederkommen durfte,
- 1:18:31jetzt vor sieben Jahren, etwas über sieben Jahren.
- 1:18:34Genau, war ein Moment, wo ich das Gefühl hatte,
- 1:18:41Mensch, es gibt, es ist viel zu tun.
- 1:18:44Also siehst du eine Weinkarte eigentlich,
- 1:18:46so wie ich das verstehe, mehr wie das Bild an der Wand ist,
- 1:18:49muss passend, es muss stimmen.
- 1:18:51Man soll das Ganze ergänzen und du bist ein Teil der ganzen.
- 1:18:55Ich finde es sehr schön, wenn wir nicht einen ein sagen müssen,
- 1:18:58wenn jemand eine Frage hat, ich habe sehr wenig Fragen gestellt,
- 1:19:03abends, auf die ich dann sagen muss, das tut man erst,
- 1:19:06das haben wir leider nicht, sondern ich freue mich,
- 1:19:09wenn ich dann zum entsprechenden Preis ein sehr gerne,
- 1:19:12welche Version ABC, im Zweifel zwar sogar oder D&E,
- 1:19:16hätten sie denn gern.
- 1:19:17Das freut mich und das erforder in einem Haus wie diesem,
- 1:19:20mit Menschen, die weit gereist sind, für gutes Essen und Trinken.
- 1:19:24Das man manchmal gar nicht so merkt,
- 1:19:27dass sie an den Tisch treten oder wenn ich an den Tisch trete,
- 1:19:30stellt sich das erst später heraus.
- 1:19:32Ich freue mich, dass ich die meisten Wünsche unserer Gäste
- 1:19:34mit einem Ja beantworten darf und es erfordert einen Aufwand.
- 1:19:37Empfindest du euch als teuer oder als preiswert?
- 1:19:40Teuer.
- 1:19:41Nein, teuer ist so, teuer ist so sehr, ist schon sehr wertend.
- 1:19:45Teuer ist ja schon so ein bisschen wie süß,
- 1:19:47stehe ich auch nicht so drauf.
- 1:19:48Das heißt, das muss auch nicht günstig sein.
- 1:19:49Also du kannst ja einfach, du kannst den auffangen,
- 1:19:51den ihr einfach.
- 1:19:52Ja, ja.
- 1:19:54Also ihr seid wahrscheinlich höher kalkuliert als andere Restaurants,
- 1:20:00aber wenn man den auffahren, dann eben manchmal sieht den ihr hegt
- 1:20:03und pflegt und wenn man das hausend in die Tieflung an der Wand
- 1:20:07oder den Kollegen als Büste da...
- 1:20:10Ich möchte immer unsere letzte Pachterhöhung,
- 1:20:14die wir, ich glaube, im vergangenen Jahr erhalten haben
- 1:20:16für die Pacht, dieses Hauses, dieses Objektes.
- 1:20:21Keiner unerheblichen Stelle in Berlin, was man auch nicht vergessen darf.
- 1:20:24Also von dem her ist das...
- 1:20:26Die ist...
- 1:20:27Ich sage nur so viel, die ist auch so viel, es geht hier häufig um viel Geld,
- 1:20:30aber das war eine substanzielle Zahl.
- 1:20:32Und das ist eine Sache, die...
- 1:20:34Und ich würde aber auch, ich abends, wir haben ja auch ein Service,
- 1:20:37den wir hier abbieten, den ich auch anbiete.
- 1:20:39Ja, ich sage zum Beispiel, wenn jemand sich eine Flasche aussucht,
- 1:20:41da ist sich unsicher.
- 1:20:43Und die kostet auf unserer Karte 450 Euro oder 500 Euro,
- 1:20:47was ich schon relativ substanzielles Weininvestment empfinde,
- 1:20:50dann Unsicherheit besteht beim Gast und ich ihn berate oder sie
- 1:20:53und dann ist das nicht das Richtige, dann merke ich das in der Regel
- 1:20:56und dann habe ich gar keine Probleme, damit diese geöffnete Flasche
- 1:20:59anderweitigen Gästen näherzubringen, Glasweise.
- 1:21:03Und dann gibt es eine neue Flasche.
- 1:21:05Es werden auch nur der Hauch, also das sollte auch die Regel sein,
- 1:21:10aber ich betone das jetzt nochmal, nur der Hauch einer Unsicherheit,
- 1:21:15was den Zustand eines Weines betrifft, Auftritt.
- 1:21:19Und dann ist es ein schleichender Kork, den ich nicht gemerkt habe.
- 1:21:22Bei einem Champagner zum Beispiel, wir hatten wir jetzt vor 2-3 Wochen
- 1:21:25in 6 Servicen, hatten wir 4 so schleichende Champagnerkorks,
- 1:21:30Situationen wo ich den Probeschlupsen schnell gehen
- 1:21:34und dann stehe ich die Flasche in der Regel noch hin.
- 1:21:36Ich warte immer noch so 90 Sekunden oder eine Minute,
- 1:21:38wenn ich probiert habe und dann trete ich erst,
- 1:21:40um wirklich sicher zu sein, dass das passt.
- 1:21:43Ich öffne in der Regel die meisten Flaschen auch im Restaurant.
- 1:21:45Ich freue mich, wenn unsere Gäste sehen, was ich tue,
- 1:21:48wann wird die Magnum geöffnet.
- 1:21:50Das lässt nicht jedes Restaurant zu, vom Platz her und so,
- 1:21:54von den Abläufen, aber ich versuche viel im Restaurant zu machen
- 1:21:56und muss Gott sei Dank da auch nicht alles runterschlucken,
- 1:22:00kann dann immer noch kurz nach hinten treten
- 1:22:02und Haus spucken, Ehrigkeit nicht jeden Abend.
- 1:22:04Lust die nach Hause gehen.
- 1:22:062,5 Flaschen Wein, lust die nach Hause gehen, das geht nicht.
- 1:22:08Oder mache ich zumindest nicht.
- 1:22:10Und ich hatte 3 oder 4 Flaschen mit einem wirklich schleichenden Kork,
- 1:22:13wo ich dann 3 Minuten später hatte ich den Stoff noch auf der Zunge
- 1:22:16und dachte, das ist nicht in Ordnung.
- 1:22:18Und unser Service an meinen Anspruch muss auch sein,
- 1:22:21dass das absolut no go ist.
- 1:22:23Absolut, wenn dieser Wein nicht genau so ist wie die Flasche,
- 1:22:26die ich von einem 3/4 Jahr plus/minus Jahrgangs
- 1:22:28oder Entwicklungsschwankung, wenn das nicht 100% geht,
- 1:22:31dann geht es nicht.
- 1:22:33Einfach, das muss einfach, das muss einfach passen.
- 1:22:37Wie lange hat es gedauert, bist du auf dem Level warst?
- 1:22:39Also wie lange hast du gebraucht, bist du sauer?
- 1:22:41Also für dich selber vom Gefühl her sagen kannst,
- 1:22:44ich bin bereit fürs Adler, ich bin versiert oder für Pierre Garnier
- 1:22:48oder wann hattest du das Gefühl oder hattest du jemals das Gefühl?
- 1:22:52Ich hatte es eher andersrum mit dem Schuh draus,
- 1:22:55ich musste eher feststellen, dass ich kein Akademiker mehr werde.
- 1:22:58Es war viel schwerer, das eine loszulassen,
- 1:23:01als bei dem anderen sicher zu werden.
- 1:23:03Ich meine dir eher, wann hast du dich selber erfahren,
- 1:23:07genug gefühlt, zum Beispiel, einen schleichenden Kork herauszuschmecken?
- 1:23:09Oder?
- 1:23:11Das ging relativ schnell.
- 1:23:13Ich wusste sehr schnell.
- 1:23:15Natur gegeben oder angelernen?
- 1:23:17Kann ich nicht sagen, weil sie nicht wollen, das kommt.
- 1:23:19Oder ich wusste, wenn etwas off ist.
- 1:23:23Weil ich regel nach Harmonie suche, deswegen tue ich mich auch,
- 1:23:26was unser Sortiment, das ist aber auch kein Geheimnis,
- 1:23:29Billy zum Beispiel hat einen absolut konträren Sortiment.
- 1:23:35Wir haben ganz, ganz tolle Gastronomie in Berlin,
- 1:23:38die einen Sortiment hat, was absolut diametral zu unserem ist.
- 1:23:42Und ich tue mich einfach mit absichtlich,
- 1:23:44ich sage jetzt mal absichtlich, mäuselnden Wein,
- 1:23:47oder mit extremen Schwankungen, was frisch abgefühlt
- 1:23:53und dann nach einem halben Jahr oder extremen Schwankungen
- 1:23:56zwischen den Jahren.
- 1:23:58Also mit einer, ja, ich tue mich damit im Umgang
- 1:24:01mit unseren Gästen schwer.
- 1:24:03Und unsere Gäste tun sich damit auch schwer.
- 1:24:05Ich tue mich damit verkostungstechnisch überhaupt nicht schwer,
- 1:24:08denn ich möchte nicht durft sterben, sage ich immer,
- 1:24:10ich probiere alles, alles.
- 1:24:12Und ich sage auch zu den wenigsten Sachen etwas,
- 1:24:14ich probiere und probiere und probiere.
- 1:24:16Alles geht auch zu raw, ganz tapfer.
- 1:24:18Aber wieso du sagst nichts dazu?
- 1:24:20Also du versuchst die, wenn sie auch dein Taste nicht entsprechen,
- 1:24:23das nicht zu...
- 1:24:25Nein, wenn mich jemand nicht drängt, mich zu äußern,
- 1:24:28dann sage ich nichts.
- 1:24:30Ja, aber ein Austausch, also mich mit jemandem auszutauschen,
- 1:24:33der einen Wein gemacht hat, der mir nicht gefällt
- 1:24:35oder nicht zu unserem Sortiment passt.
- 1:24:37Natürlich, dann äußere ich mich gerne,
- 1:24:39aber ich stelle mich jetzt nicht irgendwo hin
- 1:24:41und gebe jemanden meine Einschätzung.
- 1:24:43Das ist manchmal das Lebenswerk.
- 1:24:45Also da ist jemand das hier wie in einem Koch sagen,
- 1:24:47na ja, also da habe ich ja schon mal.
- 1:24:50Das ist furchtbar.
- 1:24:52Das ist für das ganz, ganz schlimme Menschen,
- 1:24:54die ganz viel Arbeit Wein machen.
- 1:24:56Das ist so eine harte Arbeit.
- 1:24:58Und dann stellt sich so ein Lack-Affel wie ich dahin.
- 1:25:00Und erzählt dem, ja, also ich finde,
- 1:25:02ja, Wein ist jetzt, ich habe den jetzt drei Jahre nacheinander probiert,
- 1:25:04ich empfinde das jedes Mal als stark fehlerhaft.
- 1:25:06Das bringt doch niemand mehr etwas.
- 1:25:08Vor allen Dingen will auch keiner sagt, ob du recht hast.
- 1:25:13Also es geht auch nicht um Recht.
- 1:25:15Geht auch nicht um Recht.
- 1:25:17Oder ob deine Ansicht die richtige oder die wahre ist
- 1:25:20oder dass da keine absolute Wahrheit gibt,
- 1:25:22weil es ja auch ein Turpprodukt ist.
- 1:25:24Und es ja eben verschiedene Facetten-Sanatur gibt.
- 1:25:27Also gesagt, das Pink Lady aus dem BDG,
- 1:25:31dann irgendwie der optimale Apfel ist
- 1:25:34oder vielleicht der irgendwie Lagerapfel aus XY.
- 1:25:37Da hast du selber mal einen Wunsch, Winzer zu werden, Wein zu machen.
- 1:25:41Nein, niemals.
- 1:25:42Noch nie.
- 1:25:43Nein, viel zu schwere Arbeit.
- 1:25:45Viel zu schwere Arbeit, niemals.
- 1:25:47Nein, nein, nein, nein.
- 1:25:48Wegen dem händischen oder wegen der Komplexität in der Gedächtnis?
- 1:25:51Das ist mein hieselm Aufwand.
- 1:25:53Und dann musst du den Stoff noch verkaufen.
- 1:25:55Ist ja furchtbar.
- 1:25:56Nee, niemals.
- 1:25:57Das ist nicht mein Skisset.
- 1:25:58Ich habe auch keinen grünen Daumen.
- 1:26:00Nicht dir Dille, dass du angenommen hast, Weinmacher Team?
- 1:26:04Nein, nein, nein, nein, nein.
- 1:26:06Das ist auch nicht...
- 1:26:07Also ich habe gar kein Problem damit, schwer zu arbeiten,
- 1:26:09aber allein die ganze Erde und der ganze Quatsch.
- 1:26:12Nein, nein, nein, nein.
- 1:26:13Gar keinen Fall.
- 1:26:14Never ever.
- 1:26:15Ich kann die Faszination sehen und die Liebe, die man dazu entwickelt.
- 1:26:19Das kann ich auch bei meiner Schwiegermutter sehen,
- 1:26:21die einen wahnsinnig grünen Daumen hat.
- 1:26:23Ich kann das ganz doll verstehen, wenn jemand diese Arbeit sehr liebt.
- 1:26:27Gott sei Dank.
- 1:26:28Aber das ist nicht mein...
- 1:26:30Irgendwo sitzen, günmütlich ins Land gucken.
- 1:26:33Schon okay.
- 1:26:34Kannst du gut.
- 1:26:35Ganz sehr gut.
- 1:26:36Wo war der Weinladen deines Lebens?
- 1:26:38Also hast du mal ein Laden, eine Weinbar, eine Vino-Tek
- 1:26:44oder sonstiges erlebt, wo du gesagt hast, so wie dies machen,
- 1:26:47finde ich gut?
- 1:26:48Oder so wild dich es auch haben, oder das wäre interessant?
- 1:26:52Nein, aber ich habe natürlich...
- 1:26:55Nein, das kann ich nicht sagen.
- 1:26:57Ich habe mich jetzt irgendwo in den Geschäft.
- 1:26:59Also so KDW, 6. Etage, 2001, das war schon relativ geil.
- 1:27:04Das wusste damals in der Zommelierikaner so richtig.
- 1:27:07Ich weiß es nicht.
- 1:27:08Nein, da gab es den guten Stoff.
- 1:27:09Ja, die hatten alles.
- 1:27:10Die haben heute auch noch viel.
- 1:27:12Schöne Grüße an Hagen, aber damals hatten die alles.
- 1:27:15Und das lag da im Regal.
- 1:27:17Aber auch im Ausschauen kann man die teilweise ganz tolle Sachen,
- 1:27:20oder was man dort eben so genießen kann.
- 1:27:22Alles, da lag alles im Regal, da lag Kosch im Regal.
- 1:27:25Alles im Regal, da brusch keiner, wollte kein Mensch.
- 1:27:28Damals hat doch keiner...
- 1:27:30Irgendwie hat man das Gefühl, deutsche Weinziehen war noch nicht so weit.
- 1:27:34Weiß ich nicht.
- 1:27:35Also die Leute, die damals Ramonni getrunken haben,
- 1:27:37trinken heute auch noch gerne Ramonni.
- 1:27:38Ich sehe keine große Veränderungen, die müssen nur mehr Geld.
- 1:27:40In den Jahren, neben dem 2.4.2, Wein hat sich nicht so sehr verändert,
- 1:27:43wenn es gut gelaufen ist.
- 1:27:44Klar, verändert sich auch Wein und Klima und so.
- 1:27:46Aber gibt bestimmt, wie man heute sagen würde, Brands.
- 1:27:50Die waren damals gut und sind auch heute gut.
- 1:27:53Wenn du eine Chance hättest, dass jemand sagen würde,
- 1:27:56du könntest für einen Tag, eine Woche, wie auch immer,
- 1:27:59in einem Platz deiner Wahl tätig sein.
- 1:28:02Gibt es ein Restaurant, wo du sagst, das würde mich interessieren,
- 1:28:04wie die funktionieren, wie die agieren, wie dort die Abläufe sind,
- 1:28:08wie die empfehlen, wie es meine Empfehlungen zu der Küche Spaß macht.
- 1:28:12Also kann es jetzt gehen, natürlich alte Weinkeller,
- 1:28:17wenn Weinkeller ununterbrochen, umfangreiche Weinkeller,
- 1:28:22Wein-Sammlungen, wenn die ununterbrochen kuratiert sind.
- 1:28:26Zwei von zwei in den Frankreich irgendwo, die Franzosen machen am liebsten Geschäfte mit Franzosen.
- 1:28:31Beispielsweise.
- 1:28:33Wenn der Blick schön ist und das Essen gut,
- 1:28:37ich finde das schon sehr schön, dass man hier so nett aus dem Fenster gucken kann,
- 1:28:40oder vielleicht sogar sehr nett.
- 1:28:41Habt ihr eigentlich einen Katzentisch?
- 1:28:43Nein.
- 1:28:44Ich glaube, jeder will am Fenster sitzen, aber...
- 1:28:47Wir zeigen auch auf den schönen Tisch,
- 1:28:50wenn wir uns hätten und so,
- 1:28:52wir heben dann auch durchaus mal das Tisch durch und sagen,
- 1:28:54"Gucken Sie, top, top Tisch, alle gleich schön."
- 1:28:58Nein, haben wir nicht.
- 1:28:59Gibt keine privilegierten Tische und keine...
- 1:29:01Nein.
- 1:29:02Ja, es gibt begehrtere Tische natürlich, aber auch nicht für jeden.
- 1:29:06Also wir haben jetzt zwei Restaurantteile, einmal den Hauptteil,
- 1:29:09wenn man so will, den Anführungsstrichen,
- 1:29:11das ist eigentlich Lawrence Adler und Eszimmer, dieser runde Raum,
- 1:29:14in dem wir jetzt hier gerade sitzen mit einem Rundfeil in der Mitte.
- 1:29:17Wir haben weiter die Bibliothek, beide Räume sind dauerhafter Teil
- 1:29:20unseres Allerkart-Alltages, sag ich mal, unserer Restaurantumgebung.
- 1:29:23Und wir haben Gäste, die wollen immer nur hier im Lawrence sitzen
- 1:29:27oder die möchten dringend immer nur in der Bibliothek sitzen.
- 1:29:30Also das kann man wirklich nicht sagen.
- 1:29:32Dennoch vergeben wir Tische immer nach Eingang der Reservierung.
- 1:29:36Also wenn jemand...
- 1:29:37Von der Abfolge ist es nicht gespendet?
- 1:29:39Ja, ja, ja, ja, wir haben Gäste, die regulieren andere,
- 1:29:41die auch anrufen.
- 1:29:42Das ist dann...
- 1:29:43Nein, niemals.
- 1:29:44Ah.
- 1:29:45Norton Totschlag wird es geben.
- 1:29:47Ja.
- 1:29:48Mach mal nicht.
- 1:29:49Es gibt Gäste, die gerne an einem Tisch sitzen.
- 1:29:52Und wenn diese Gäste, und das sind aber in der Regel die Gäste,
- 1:29:55die sich wünschen, an einem Tisch zu sitzen, sitzen auch,
- 1:29:59wenn das nicht geht, sehr gerne an einem anderen Tisch.
- 1:30:02Okay.
- 1:30:03Deswegen kommen sie zu uns.
- 1:30:04Der Tisch ist nicht der Grund, warum sie zu uns kommen.
- 1:30:06Das haben wir, in der Regel haben wir solche Gäste
- 1:30:09bestimmt in der ferneren Vergangenheit gehabt,
- 1:30:12für die der Tisch und der Blick und die entsprechende,
- 1:30:16wie soll man sagen, diese besondere Reihe,
- 1:30:18in der sie dann immer sitzen durften, egal wie früh
- 1:30:22und wie spät sie reserviert haben.
- 1:30:24Wichtiger war, als das, was sie hier erlebt haben,
- 1:30:26solche Gäste begrüßen wir fast nicht mehr.
- 1:30:29Okay.
- 1:30:30Also sie kommen, ich habe das Gefühl,
- 1:30:32unser Publikum hat sich auch verändert.
- 1:30:34Die Gäste, die Wiederholungstheter erinnern, die kommen,
- 1:30:37kommen weil sie gerne gut essen.
- 1:30:39Und ob sie jetzt an dem oder an dem Tisch sitzen,
- 1:30:42ist nicht erheblich.
- 1:30:43Hast du ein spezielles Restaurant, was du mit dem schönen Blick,
- 1:30:46dem tollen Weinkeller, oder geht es eigentlich mehr um die Konstanten,
- 1:30:49wo du sagst, also ich möchte einmal richtig aus dem Vollen schöpfen können,
- 1:30:52was du mit 1400 Positionen ja ohnehin schon kannst, aber keine Ahnung.
- 1:30:56Und ...
- 1:30:57Na ja, so Waktor oder so, ein bisschen so über die Côte Assy,
- 1:31:02ist schon okay.
- 1:31:03Aber Blick wäre mir, glaube ich, wichtig.
- 1:31:07Also, was ich auch geil finde, ist, aber das kommt ein bisschen auf die
- 1:31:11Uniformsituation an.
- 1:31:13Ich arbeite an Schlips und Kragen, das auf einer Sonnentarasse abends
- 1:31:16mit noch 30 Grad zu machen, ist eine ganz andere Belastung.
- 1:31:19Also, wenn das Klima es zu lässt, es nicht zu warm ist,
- 1:31:22ich bin nicht so der Hitze Typ, dann fände ich es auch geil,
- 1:31:25mit Frischluft zu arbeiten.
- 1:31:27Also, mehr Sterneküche unter freiem Himmel.
- 1:31:31Was aber schade ist, also ihr habt ja keine Terrasse,
- 1:31:34was ich auch mal gesehen habe.
- 1:31:36Wir haben eine historische Fassade sozusagen.
- 1:31:39Aber du bekommst ja im Außenbereich nur 60 Prozent,
- 1:31:42hast du im Außenbereich nur 60 Prozent der Wahrnehmung,
- 1:31:45sowohl beim Wein als auch bei Speisen.
- 1:31:47Und es geht ja in so viel verloren.
- 1:31:49Also, aufgrund der Urinstinkt, weil wir auf andere Sachen konzentrieren.
- 1:31:52Ja, war schon geil.
- 1:31:53Eine laue, eine laue, perfekt temperierte ...
- 1:31:56Man trinkt und ist Atmosphäre dann.
- 1:31:58Ja, das ist schon, das ist schon eine Bombe.
- 1:32:01Also, wir haben, atmosphäre technisch, haben wir hier überhaupt nichts auszusetzen,
- 1:32:04wir haben nichts aus oder auszustehen.
- 1:32:06Das ist schon, jeden Abend ist der Sonnenuntergang hier anders.
- 1:32:09Das wissen auch unsere wiederkehrenden Gäste.
- 1:32:11Das glaube ich ja.
- 1:32:12Ja, das ist schon ziemlich ...
- 1:32:13Also, ich habe nicht so viel Zeit raus zu gucken zu der Zeit,
- 1:32:15da bin ich bei uns.
- 1:32:16Guck ich, was im Restaurant so läuft, aber wir gucken zwischendurch immer mal.
- 1:32:19Und unsere Gäste sind ja auch angehalten, aufzustehen
- 1:32:22und sich dann das eine oder andere Foto ...
- 1:32:24Ja, das können ja 50 Motive abends sein,
- 1:32:26weil sich das Licht immer wieder verändert.
- 1:32:28Also, ich bin hier schon, ich würde sagen,
- 1:32:30so von der Umgebung her gefällt mir das hier schon sehr, sehr gut.
- 1:32:33Fällt mir auf.
- 1:32:34Mal wieder auf.
- 1:32:35Ja.
- 1:32:36Ich habe keinen ... Nee, nee.
- 1:32:37Also, wie gesagt, gibt es Weinkarten.
- 1:32:39Alte Bordeaux.
- 1:32:40Ja, Hans Martin hatte sein erstes richtiges Weinerlebnis
- 1:33:01mit einem Bordeaux vor nahezu 25 Jahren.
- 1:33:04Damals war es ein 79er Chateau Lagrange aus dem Saint-Joyant
- 1:33:07für 185 Mark.
- 1:33:09Aber da sich Hans Martin auch weitergeentwickelt hat,
- 1:33:11wird es heute wahrscheinlich, wenn er mit seiner Frau ausgeht,
- 1:33:14keinen Chateau Lagrange, sondern vielleicht sogar
- 1:33:16einen Chateau-Pichard-Long-Ville-Com-Teste-Lalant sein.
- 1:33:19Sehr gerne aus dem Jahrgang 2020.
- 1:33:21Mit einer noch Jugendlichen, frischen, herrlichen Saftigkeit,
- 1:33:25noch nicht in seiner Pubertät,
- 1:33:27mit einer Trinkfreude, die animierend, offen und präsent zugleich wirkt.
- 1:33:30Ja, ich glaube, Hans Martin Conrad würde heute,
- 1:33:335,5 Kilometer weiter nordöstlich, aus dem Saint-Joyant ins Poyac reisen.
- 1:33:38Und wenn er mit seiner Frau denieren geht,
- 1:33:40eines der größten Poyac-Weingüter,
- 1:33:43eine Flasche aus dem Hause Pichard-Long-Ville-Com-Teste-Lalant
- 1:33:46öffnen lassen.
- 1:33:47Dieser Wein wurde bereits bei der ersten offiziellen Bordeaux-Klassifikation
- 1:33:51im Jahre 1855 als einer von 15 Ducé-Grues eingestuft.
- 1:33:57Was zeichnet ein Pichard-Long-Ville-Com-Teste-Lalant aus?
- 1:34:00Wein ist eine Zivilisation, findet sich auf der Homepage.
- 1:34:03Und kaum ein Weingut repräsentiert das so authentisch.
- 1:34:07In früheren Jahrgängen war dieses Weingut für seinen sehr hohen Anteil
- 1:34:10am Melo-Wein bekannt.
- 1:34:12Zu lasten ist Anteil sankerwein nicht Sourvillonwein.
- 1:34:14Was sich aber im Laufe der Zeit veränderte,
- 1:34:16dass sich das Weingut immer mehr mit der Typizität
- 1:34:18der klassischen Poyac-Weine identifizierte.
- 1:34:21Der 2020er-Jahrgang repräsentiert demnach
- 1:34:24eine absolut geniale Kombination aus.
- 1:34:26Cabernet-Sourvillon mit 77%, Merlot mit 17%
- 1:34:30und Cabernet-Frau mit 6%.
- 1:34:32Typisch für diese Weines, diese wahnsinnige Eleganz,
- 1:34:35die Komplexität, kraftvoll dieses Rubinenrot,
- 1:34:37wahnsinnig viel schwarze Johannes-Beretabak-Wetter,
- 1:34:40graffitender Nase, subtil, sehr blumig,
- 1:34:42so wenig Feichen und Rose, saftige Vanille,
- 1:34:45wenig Schokolade, am Gaum präsent, betörend, faszinierend,
- 1:34:49ein Fundament aus integrierten Tanninen, tiefe, reichtum
- 1:34:53und eine wahnsinnig samtige Textur, ein wahrhaft herausragender Poyac.
- 1:34:58Das Anwesen wurde Ende des 17. Jahrhunderts
- 1:35:00vom Pierre de Marsur de Rozon geschaffen.
- 1:35:02Das 80 Hektar große Weingut, zudem seinerzeit
- 1:35:04auch Chateau-Pichon-Longuille-Baron, gehörte,
- 1:35:06erstreckte sich ursprünglich vom Poyac, Genzaun Julien.
- 1:35:091694 heiratete der Rozonstochter,
- 1:35:12dem Bordeaux-Politiker Jacques-Pichon-Longuille
- 1:35:15und das Anwesen nahm den Namen Pichon an.
- 1:35:18Eine von Pichon aus Töchter, die Kompestelallon,
- 1:35:21wurde Eigentümerin des Anwesens, der nächsten Generation.
- 1:35:241850 wurde das Anwesen in die beiden Pichon-Anwesen unterteilt.
- 1:35:281925 wurde Chateau-Pichon-Longuille-Compestelallon
- 1:35:31von Edouard Miel und Louis Miel gekauft.
- 1:35:34Die Tochter von Edouard Miel, Mélène de Lonco-Cousson,
- 1:35:37wurde später Eigentümerin und Verwalterin der Immobilie.
- 1:35:40Das Weingut Pichon-Longuille umfasst 92 Hektar,
- 1:35:43von denen 72 Hektar bewirtschaftet werden.
- 1:35:45Die Böden bestehen aus Kiesgruben auf lemig sandigen Untergrund,
- 1:35:49was dem durchschnittlich 30 Jahre alten Rebstöcken zugutekommt.
- 1:35:52Und natürlich gerne noch ein wenig Technik.
- 1:35:54Weinbereitung nach Parzellen, Einmeischung durch Schwerekraft,
- 1:35:57thermoregulierte doppelwandige kigelstumpfförmige Tanks,
- 1:36:00zwölfmonatige Ausbau im Pariks, davon 40% neu,
- 1:36:03mit durchschnittlich langer Meischerhitzung,
- 1:36:05traditionelle Abstich mit der Eskive.
- 1:36:07Und meine Frage an Hans Martin wäre lediglich,
- 1:36:09nicht ob dieser Wein auf der Weinkarte ist,
- 1:36:11sondern mit wie vielen Jahrgängen
- 1:36:13und Obstschen der 2020er auf der Weinkarte ist.
- 1:36:16[Motor]
- 1:36:26Bist du grundsätzlich lieber digital oder analog?
- 1:36:29Also nicht nur bei Weinkarten,
- 1:36:31weil das ist, ich glaube, für den meisten,
- 1:36:33so ein totales, digitales, ich glaube,
- 1:36:36ich habe sich niemals wirklich durchgesetzt,
- 1:36:38aber...
- 1:36:40Bei Menschen und bei Musik?
- 1:36:42Mhm.
- 1:36:44Analog?
- 1:36:46Ah, schön.
- 1:36:48Bei Musikplatten?
- 1:36:50Oder Konzertsal?
- 1:36:52Nee, aber nicht, wenn es geht,
- 1:36:54ja, nein, das ist ganz so analog,
- 1:36:56vielleicht nicht, aber wenn die Akustik stimmt,
- 1:36:59dann gerne so, und dann kann...
- 1:37:02Also ich habe schon an einer guten Aufnahme,
- 1:37:05in einem akustisch vernünftig...
- 1:37:08Also ich habe ein paar schöne Lautsprecher zu Hause,
- 1:37:11sagen wir es mal so, das macht mir...
- 1:37:13Freude.
- 1:37:15Bei Menschen sowieso?
- 1:37:17Bin ich so, ich finde,
- 1:37:19über Voice-Mails, zum Beispiel, ich verstehe nicht so richtig,
- 1:37:21warum man in seinen Telefon quatscht
- 1:37:23und dann auf seinen Enden drückt, und...
- 1:37:25Ich würde immer anrufen.
- 1:37:27Ja, ich würde immer anrufen.
- 1:37:29Und bei praktischen Dingen so was wie Kalender
- 1:37:32oder Kontaktpflege...
- 1:37:35...dringt digital.
- 1:37:38Das nervt ja tierisch, also bei der Menge an...
- 1:37:41Also wir haben eine E-Mail-Floot,
- 1:37:44wir haben eine Situation, in der auch vieles
- 1:37:47verdokumentiert werden muss.
- 1:37:49Wir sind in einer Corporate-Umgebung mit unserem Restaurant.
- 1:37:52Das ist digital.
- 1:37:54Also auch Clouddienste ganz Cloud Computing mega.
- 1:37:57Mega, dass ich irgendwie irgendwo im Zug
- 1:38:00zugreifen kann auf Sachen und sofort weiterarbeiten kann.
- 1:38:03Und das ist also dringend digital.
- 1:38:05Weinkarte zum Beispiel, wie du dich immer sagen analog,
- 1:38:07wie du schon gesagt hast.
- 1:38:09Vorstellbar ist das, wäre das so.
- 1:38:12Aber wenn du zum Beispiel eine raffere Umgebung hast,
- 1:38:15also wenn du dir irgendwie ein Pad oder was nimmst
- 1:38:18und du packst das geil ein, stoßfest sozusagen,
- 1:38:21du kannst eine richtig raffe Weingastronomie,
- 1:38:24wo es abends zur Sache geht.
- 1:38:26Und dann hast du nicht diese angegabelte Karte,
- 1:38:29die nach einem Abend aussieht, wie so, was auch okay ist.
- 1:38:32Das hat auch Partien, das ist auch cool.
- 1:38:34Aber so ein schnell zu pflegendes Ding, wo du mal eben...
- 1:38:37Ein analoger, wird immer eine analoger Weingarte.
- 1:38:39Zum Beispiel dieses Haus passt moderne sozusagen,
- 1:38:42also angenommen wie den zweiten weiter.
- 1:38:44Und wir hätten jetzt keine iPad-Weingarte,
- 1:38:47sondern das Hologramm, was sich am Tisch spiegelt.
- 1:38:50Wow, so weit?
- 1:38:52Also du wirst in anderer verkörperter Form erzählt,
- 1:38:56so ein helles Ding.
- 1:38:58Findest du so was passensart?
- 1:39:00Ein gestütet Videos oder sowas?
- 1:39:02Naja, sagen wir mal so, bei unserer Preistruktur
- 1:39:04und über Dinge, die ich anfassen kann.
- 1:39:06Das wäre mein Anspruch.
- 1:39:08Das ist das Luxuriouse, ein Mensch, der sich um dich kommt.
- 1:39:10Wird es so wie auch bleiben, immer weiter bleiben.
- 1:39:12Hoffe ich, dass es meine Stärke, dass es meinen Beruf,
- 1:39:14wenn es das immer nicht mehr gibt.
- 1:39:16Auch wenn du das Gefühl hast, oder eine Sache,
- 1:39:18wovon ich überzeugt bin, dass Schädt-Gipetit der besseres Homie hier ist,
- 1:39:21sowohl vom Wissen, als eben auch teilweise
- 1:39:24vom Gedankenspielerein, der Kommunation mit Essen,
- 1:39:27oder ist das...
- 1:39:30ist so ein anderer Meinung.
- 1:39:33Komplizierte Frage.
- 1:39:35Nicht unbedingt von der Komplexität,
- 1:39:38vielleicht im verbalen Austausch oder in der Kommunikation,
- 1:39:42dass nicht.
- 1:39:44Also da, glaube ich, werden die auch oft überschätzt,
- 1:39:46aber grundsätzlich...
- 1:39:48Ich finde, war ein Vertrauenssache,
- 1:39:50irgendwie, das funktioniert nur bedingt.
- 1:39:52Also in einer Zap-Station,
- 1:39:54die irgendwie videotechnisch aufbereitet ist,
- 1:39:56nein, das gehe nicht.
- 1:39:58Kann ich mich nicht vorstellen.
- 1:40:00Ich bin auch AI-mäßig, ist in Ordnung,
- 1:40:02wenn du dich auf die Homie-Prüfung irgendwie vorbereitest
- 1:40:04heutzutage und soll es einen kleinen Absatz schreiben
- 1:40:06und die AI spuckt den relativ handfestes
- 1:40:10Paper von fünf Seiten übers Kianti aus,
- 1:40:12dann okay, mach das, passt schon.
- 1:40:15Das ist dann auch meistens, das ist dann auch weitestgehend richtig,
- 1:40:18wobei ich nach wie vor finde, dass so Wine Facts...
- 1:40:20Wahnsinn, was da ein Fehlerquoten drin ist.
- 1:40:22Also es ist so...
- 1:40:24Am Anfang spielt er jeder und ich habe dann teilweise,
- 1:40:26wenn ich Berichte geschrieben habe,
- 1:40:28einfach mal versucht zu sehen,
- 1:40:30wie die KI das Gegenspiegeln würde.
- 1:40:34Manche haben das ja in der Tat regelrecht greifbar verwendet.
- 1:40:40Ist ja auch in Ordnung.
- 1:40:42Es ist ja auch viel.
- 1:40:44Wenn ich mir als junger Mensch, wie gesagt,
- 1:40:46diese junge Mitarbeiterin bei uns,
- 1:40:48die hat einfach auch die Platte voll.
- 1:40:50Die ist immer noch dabei,
- 1:40:54um das Kellner Game komplett zu meistern,
- 1:40:57weil das andere kommt ja auch in Top.
- 1:41:00Also dass die Parallelität dieser beiden,
- 1:41:03also das ist ja eher der Kellner Beruf so,
- 1:41:05oder der Serviceberuf und dann die Gäste betreuen
- 1:41:09und dann auch einen Schwank aus dem Leben erzählen
- 1:41:11und dann auch überlegen,
- 1:41:13ist es eher der Premiere-Krieger oder der andere.
- 1:41:15Das ist ja schon...
- 1:41:17Also ich habe alles meistern mussten, also von dem her ist das ja...
- 1:41:21Ja, was ich alles musste und durfte und konnte und so,
- 1:41:23ich stelle jeden Tag fest,
- 1:41:25dass sich die Zeiten ein bisschen verändert haben.
- 1:41:27Das sind schon...
- 1:41:29Und wenn ich mir vorstelle, mir würde bei so Pflichtaufgaben
- 1:41:31mir eine KI helfen in der Bewertigung
- 1:41:33von bestimmten Prüfungssachen oder so,
- 1:41:35ich...
- 1:41:37Also wobei dir die KI nicht hilft,
- 1:41:40ist nachher im Kontakt.
- 1:41:42Und irgendwann kommt der Gast, der mehr weiß als du.
- 1:41:44Wir haben ein paar Gäste, die deutlich mehr wissen,
- 1:41:46als ich, nicht viele Gott sei Dank, aber ein paar.
- 1:41:48Und da musst du gucken,
- 1:41:50und wenn du dann Unsinn erzählst, das ist halt nicht gut.
- 1:41:52Oder ist jetzt der Winzer am Tisch, du kennst ihn nicht.
- 1:41:54Also das ist ja die Horror,
- 1:41:56das ist ja das Horrorszenario, wenn du irgendeinen Unsinn erzählst.
- 1:41:58Kann durchaus immer passieren, aber eben auch mit den Gästen,
- 1:42:01weil natürlich viele Gäste und gerade bei eurem Klientel,
- 1:42:04die über die Stadt in etwas keiner reden
- 1:42:07und da vielleicht irgendwie drei Häuser haben,
- 1:42:10drei Mal im Jahr dort sind.
- 1:42:12Better get your facts straight,
- 1:42:15und ich würde sagen, dass die KI da keine Hilfe ist.
- 1:42:18Aber es ist auch nicht so einfach, es wird immer gesagt,
- 1:42:21dass es heute so viel einfacher ist, an die Informationen zu kommen.
- 1:42:24Das stimmt.
- 1:42:26Aber es gilt, wobei ich da vielleicht so ein bisschen
- 1:42:29universitären Anspruch habe, es gilt,
- 1:42:31Quellen zu vergleichen, wenn du dir unsicher bist bei irgendeiner Sache
- 1:42:34und musst die aufarbeiten, sage ich jetzt mal.
- 1:42:36Dann ist es eine Mischung aus dem, was dir der Winzer erzählt,
- 1:42:39... was der Importeur dir vielleicht mal erzählt hat, ...
- 1:42:41... das was Jensis Robinson im Oxford Companion ...
- 1:42:45... to Wine irgendwie sagt, ...
- 1:42:46... und dann gibt's vielleicht noch zwei, drei andere ...
- 1:42:47... Quellen und dann gibt's einen guten ...
- 1:42:48... Händler oder einen Kollegen, ...
- 1:42:50... der schon weiter ist und dir mal, also dann ...
- 1:42:53... ich würde schon in der Regel versuche ich ...
- 1:42:56... meine Quellen ...
- 1:42:57... ein paar mehr zu haben als eine, ...
- 1:43:00... sagen wir mal so, das ist wichtig, glaube ich.
- 1:43:02Ja, und bei meistens ist es nicht so bedauerlich ...
- 1:43:04... und davon hoffe ich, ...
- 1:43:05... kommen wir langsam weg, ...
- 1:43:06... Oberflächen wissen, also es ist halt irgendwie ...
- 1:43:08... die Gebiete und die ...
- 1:43:09... drei Informationen dann kennen ...
- 1:43:11... oder Wineplus.de oder was auch immer ...
- 1:43:14... und aber irgendwie zusammenhängen ...
- 1:43:16... und das ... - Wobei ich hab nicht das Gefühl, ...
- 1:43:17... dass ich so ... - Ja leider.
- 1:43:18Ja, ja.
- 1:43:19Oftmals gerade eben, wenn man ...
- 1:43:20... auch in verschiedenen Bereichen, ...
- 1:43:21... wo man sich vielleicht ein bisschen besser ...
- 1:43:22... mit auskennen, sich damit austauschen ...
- 1:43:24... und man einfach auch den durch den Austausch, ...
- 1:43:25... den Mehrwert dann irgendwo erfahren möchte, ...
- 1:43:28... die eigene Bildung dann irgendwie ...
- 1:43:30... intensivieren möchte, ...
- 1:43:31... merkt man, dass da wenig gibt, ...
- 1:43:33... die sich in der Tiefe mit manchen Themen, ...
- 1:43:36... sei es eine Rehbsorte im Gebiet, ...
- 1:43:37... eine gewisse Machart oder sonstige, ...
- 1:43:39... oder wenn man auch jemand anrufen, ...
- 1:43:40... einfach für ein Text oder für ein Bericht, ...
- 1:43:42... den man publizieren möchte, ...
- 1:43:45... Hintergrundwissen haben möchte, ...
- 1:43:46... kommt man selten zweiter, ...
- 1:43:48... wer weniger ...
- 1:43:49... irgendwie wissen präsent ist.
- 1:43:51Und das finde ich so schade.
- 1:43:52Man kommt an Wissen, aber ...
- 1:43:54... das Wissen ... - Na ja, es ist natürlich so.
- 1:43:57Also wir haben ja, ...
- 1:43:58... wenn ich mir vorstelle, ich ...
- 1:44:00... hab jetzt versucht, immer noch zwei Kinder ...
- 1:44:02... irgendwie groß zu machen.
- 1:44:03Ich hab eine Frau, die mich sehr interessiert, ...
- 1:44:05... die ich sehr schätze.
- 1:44:07Die Glückliche.
- 1:44:08Wenn man das, wenn man das, ...
- 1:44:10... wenn man das, was ich denn fragen kann, also daher.
- 1:44:12Aber die ist sehr, sehr schätze.
- 1:44:13Ich möchte gerne Zeit mit dieser, ...
- 1:44:15... also mit meiner Frau verbringen, ...
- 1:44:16... immer mal wieder.
- 1:44:17Also so, also richtig one-on-one.
- 1:44:19Ich muss gucken, dass mein, ...
- 1:44:22... dass die Logistik in meinem Leben läuft ...
- 1:44:24... und dann habe ich diesen Job der, ...
- 1:44:26... den ich mir ausgesucht habe, ...
- 1:44:27... aber der fordernd ist, ...
- 1:44:28... der theoretische Hinterbau, ...
- 1:44:33... wenn der ein bestimmtes Format übersteigt.
- 1:44:36Und jemand, ich kenne Kollegen, ...
- 1:44:39... die einen unglaublich guten Job gemacht haben, ...
- 1:44:42... in einer ähnlichen Situation.
- 1:44:44Die waren 15 Jahre jünger als ich, ...
- 1:44:46... Ende 20.
- 1:44:47Die hatten dann schon ein Kind ...
- 1:44:50... oder vielleicht sogar zwei.
- 1:44:51Ich kenne nicht viele, aber es gibt sie.
- 1:44:52Und diesen Erfolg, ...
- 1:44:58... dann schon erfolgreichen Zommeljeren, ...
- 1:45:01... abzuverlangen, sage ich mal, ...
- 1:45:05... die 37 Umstellungen ...
- 1:45:08... in der Chianti-Klassifikation, ...
- 1:45:11... um Dr. Toskana noch mal zu bemühen, ...
- 1:45:13... oder vor- und nachflurbereinigungs ...
- 1:45:17... Parzellengedöns in irgendeiner Großlager, ...
- 1:45:20... runterzudeklinieren, ...
- 1:45:22... wenn sie denn gefragt werden.
- 1:45:25Also für mich hat ein MS auch nicht unbedingt, ...
- 1:45:30... was mit Zommeljeren im Restaurant zu tun.
- 1:45:32Ich muss das mal ehrlich sagen.
- 1:45:33Zwei zutaten getrennte Sachen, finde ich auch.
- 1:45:34Ein MS ist jemand, ...
- 1:45:36... der vom Anspruch her alles über Wein weiß ...
- 1:45:40... und jeden Wein erkennen kann.
- 1:45:42Ein MS hat in meiner Gegenwart erst mal noch keinen Wein, ...
- 1:45:46... in einer sich allabendlich verändernden ...
- 1:45:49... Restaurantumgebung verkauft.
- 1:45:50Und mit Verkaufen meine ich, ...
- 1:45:53... das klingt so nach Kaufmann, ...
- 1:45:55... aber die Verbindung von Menschen und Wein, ...
- 1:45:58... ich habe manchmal das Gefühl, ...
- 1:46:00... dass das eine Dimension ist, ...
- 1:46:03... über die sehr, sehr wenig gesprochen wird.
- 1:46:05Eine Dimension, an der ich aber sehr interessiert bin, ...
- 1:46:09... weil das ist mein MO.
- 1:46:11Mein MO ist mit Menschen umzugehen, ...
- 1:46:14... Quar Wein.
- 1:46:15Nicht mit Wein umzugehen, Quar Menschen.
- 1:46:19Ich habe auch nicht das Gefühl, ...
- 1:46:21... dass das irgendeinen großen Geist interessiert, ...
- 1:46:23... hier im Restaurant.
- 1:46:24Was jetzt, wie gesagt, was ...
- 1:46:26... was mit der Drainage ist und ob der Weinberg ...
- 1:46:29... seit 1996 keinen Schwefel mehr gesehen hat.
- 1:46:33Das ist einfach ...
- 1:46:34Es tut mir leid, mir das selber eingestehen zu mischen.
- 1:46:38Das ist nicht unerheblich, das ist nicht unerheblich, ...
- 1:46:42... aber ich schreibe hier, ich bin, ich, ich, ich, ...
- 1:46:44... ich tut mir leid, ich habe ganz wenig Sommelieres abends ...
- 1:46:46... im Restaurant, die hier sitzen und bei uns essen.
- 1:46:48Ich habe sehr wenig oder wir.
- 1:46:50Nicht ich.
- 1:46:51Es klingt immer so, dass es nicht mein Restaurant, ...
- 1:46:53... wir sind hier in der ganzen Gruppe interessiert.
- 1:46:54Du sprichst ja trotzdem für dich und deine Abteilung, ...
- 1:46:55... also von dem her finde ich, wie ist es ich?
- 1:46:56Also wir, wir haben ganz wenig Sommelieres, ...
- 1:46:59... die hier abends sitzen, wir haben sehr wenig ...
- 1:47:00... Weinhändler, die hier abends sitzen, ...
- 1:47:01... wir haben kaum Winzer, die, Winzerenden, ...
- 1:47:03... die hier abends sitzen.
- 1:47:04Die ganzen Leute, die das interessiert, ...
- 1:47:07... diese ganze Nörderei, die sitzen hier abends, ...
- 1:47:09... die müssen nämlich entweder arbeiten ...
- 1:47:11... und oder sind zufällig gerade mal wieder nicht da.
- 1:47:15Ich habe dafür keinen Publikum.
- 1:47:17Was nicht heißt, dass ich das nicht beraten muss ...
- 1:47:19... und dass mich das nicht auch interessiert, ...
- 1:47:21... das meine ich nicht.
- 1:47:22Ich sage nur, dass mich bestimmte ...
- 1:47:25... Weinakademische ...
- 1:47:27... Exegesen so richtig mal vom Leder ziehen, ...
- 1:47:31... mal richtige Storytelling abends, ...
- 1:47:32... das ist nicht etwas, was bei meinen Alltag bestimmt.
- 1:47:35Ich glaube aber trotzdem, dass du da ganz schön rund ...
- 1:47:38... da stapelst und viele Sachen vielleicht weißt ...
- 1:47:40... oder um viele Sachen weißt, ...
- 1:47:42... was du jetzt als man muss es nicht wissen ...
- 1:47:46... oder ich muss es nicht darstellen, ...
- 1:47:48... darstellst.
- 1:47:50Nur weil du das nicht täglich anwendest, ...
- 1:47:53... solltest du es ja trotzdem gereifbar haben ...
- 1:47:55... und wenn jemand sagt, keine Ahnung, ...
- 1:47:57... ich habe diese Prämiegrüllage ...
- 1:47:59... aus dem Nuisant Georges, aus dem ...
- 1:48:01... aus dem Schiff Ressentat oder sonstiges, ...
- 1:48:04... gerade nicht da, ...
- 1:48:05... wenn du dann Morison Denise empfiehst, ...
- 1:48:07... dann bist du in Nasenbär.
- 1:48:08Das sagen wir mal so, das kann man schon machen, ...
- 1:48:13... aber dann wäre es gut, ...
- 1:48:14... wenn sich das nachher, ...
- 1:48:16... wenn du einen richtigen Profi am Tisch hast.
- 1:48:18Ja, auch wenn du jetzt jemand, ...
- 1:48:20... der ja Verbindung und geschmackliche Empfindung, ...
- 1:48:23... der letztlich damit verbindet, ...
- 1:48:25... solltest du über die ...
- 1:48:27... Wortehaftigkeit eines Nuisant Georges oder ...
- 1:48:30Das ist aber der Umgang mit einem Keller.
- 1:48:32Das hat nichts damit zu tun, ...
- 1:48:33... wann die Reben mit welcher Mass-Heilselektion, ...
- 1:48:36... aus welcher Parzelle vom Latasch, ...
- 1:48:38... in welchem Jahr, von welcher Großtante, ...
- 1:48:42... über die Grenze geschmuggelt sind.
- 1:48:43Ach dann aber manchmal das Storytelling ist, ...
- 1:48:45... was das Ganze bunt macht.
- 1:48:46Also von dem ja irgendeine Story soll es zu haben ...
- 1:48:49... und irgendwie soll es dann auch mit den Worten ...
- 1:48:51... einigermaßen gewandt ...
- 1:48:52... im Vier auch die Stories.
- 1:48:54Ich finde nur, ...
- 1:48:55... dass es überfordern sein kann für einen jungen Kollegen, ...
- 1:48:58... ich würde mich sehr freuen und darauf versuche ich auch ...
- 1:49:02... zu achten, ...
- 1:49:04... im Umgang mit jungen Menschen, die sich für unser Thema ...
- 1:49:05... interessieren, ...
- 1:49:06... wenn die Basics gut sitzen.
- 1:49:08Total, und dafür ...
- 1:49:09Richtig, ...
- 1:49:10... so richtig gut sitzen und wenn ihr einen Schadonier ...
- 1:49:13... von einem Alligotee unterscheiden könnt.
- 1:49:14Das ist eine mege Sache und dann sind sie schon weit, ...
- 1:49:16... aber dafür sind es auch junge Menschen und sind keine ...
- 1:49:18... Chefzimmerjahrs im Atlum.
- 1:49:19Das stimmt.
- 1:49:20Und das finde ich halt so verkehrt, ...
- 1:49:22... dass halt so viele auch schon junge Menschen teilweise ...
- 1:49:24... so exponierte Positionen haben, ...
- 1:49:26... wäre sie nicht gerecht werden, ...
- 1:49:27... nur wenn wir ein Professionalbangell haben.
- 1:49:29Können.
- 1:49:30Nicht, wäre sie nicht gerecht werden, ...
- 1:49:31... sondern sie können schlichtweg ...
- 1:49:34... dieser Situation nicht gerecht werden.
- 1:49:36Was nicht heißt, dass sie sie nicht ausgleiten dürfen.
- 1:49:37Das ist kein Problem.
- 1:49:39Ein amerikanischer Arbeitsmarkt wird gesagt, ...
- 1:49:41... wenn du Chefs noch mal lieb bist, bist du Chefs noch mal ...
- 1:49:42... wir haben dich gerade dazu gemacht.
- 1:49:44Klar, ich muss sagen.
- 1:49:47Und dann musst du gucken.
- 1:49:47Und ich bin, es gibt bei Pierre Garnier, ...
- 1:49:50... war ich vom Wein Pairing Air kaltes Wasser.
- 1:49:52Und wenn ich nicht schon beim Atlum mich bewegt hätte, ...
- 1:49:56... dann wäre das auch jetzt zu meinem erneuten Eintreten ...
- 1:50:00... hier ins Hotel kaltes Wasser gewesen.
- 1:50:02Aber ein bisschen kaltes Wasser gehört dazu, aber ...
- 1:50:05... es hält frisch.
- 1:50:08Ja.
- 1:50:09Richtig, schon Stoffwechsel.
- 1:50:12Dennoch denke ich, dass eine behutsame, ...
- 1:50:16... eine langsam über die Zeit und Langsamkeit ...
- 1:50:19... ist leider keine Stärke der derzeitigen ...
- 1:50:21... Wein- und Sommelieriewelt.
- 1:50:22Eine ...
- 1:50:23... stetige, eine stetige, seriöse Weiterentwicklung ...
- 1:50:29... von Weinwissen und Können, ...
- 1:50:31... dass ich das für wesentlich wichtiger halte ...
- 1:50:34... als sofort ...
- 1:50:36... Deep Diving.
- 1:50:38Bin ich in Diving?
- 1:50:40Ich würde mich sehr freuen ...
- 1:50:42... und so versuche ich auch meinen so pädagogischen ...
- 1:50:45... Alltag hier in Umgang mit den Kolleginnen, ...
- 1:50:47... die hier im Haus Wein interessiert sind, ...
- 1:50:48... das auch so zu halten.
- 1:50:49Immer wieder von vorne anzufangen und immer wieder ...
- 1:50:53... zu sagen, ...
- 1:50:53... mir ist klar, dass sie das auch wissen, ...
- 1:50:57... aber können sie die relativ ...
- 1:51:00... simple Brücke zu diesem anderen Wein, ...
- 1:51:03... können sie die schlagen ...
- 1:51:04... oder können sie eine Gleichheit zu etwas ...
- 1:51:07... oder eine Vergleichbarkeit feststellen zu ...
- 1:51:10... einem anderen Wein, den wir kürzlich probiert haben.
- 1:51:13Ich würde immer ...
- 1:51:14... Theorie ist etwas, was ...
- 1:51:16... so schnell wieder verfliegt.
- 1:51:18Zumindest geht es mir so.
- 1:51:20Ich muss bestimmte Dinge, ...
- 1:51:22... jetzt, wenn es nicht 50 Premiergrühlagen ...
- 1:51:24... oder Parzellen in Chassani sind, ...
- 1:51:26... die sich nur die wenigsten ...
- 1:51:27... genialen Köpfe dauerhaft merken können, ...
- 1:51:29... wo man alle zwei Jahre wieder ...
- 1:51:30... von vorne anfängt gefühlt, ...
- 1:51:31... dann dauert das einfach ...
- 1:51:33... und dann empfinde ich das als angenehmer, ...
- 1:51:35... wenn jemand sagen kann, ...
- 1:51:36... ah ja, ich habe das in meinem Kopf ...
- 1:51:38... mit dem und dem zusammengebracht ...
- 1:51:39... und dann kommt das irgendwie dazu ...
- 1:51:42... und jetzt haben wir mal Schablis ohne Holz, ...
- 1:51:44... irgendwie probiert eine Zeit lang ...
- 1:51:46... und so, weil das ja so das ...
- 1:51:47... das Häufigste ist.
- 1:51:48Und jetzt kommt da so ein bisschen Holz dazu ...
- 1:51:50... und jetzt haben wir einen oxidativen Stil.
- 1:51:52Und das hat erst mal noch gar nichts mit Monté de Tournaire ...
- 1:51:54... und mit Vérion ...
- 1:51:55... und mit ...
- 1:51:56... Le Clos Dessus ...
- 1:51:58... und ja, also hat es einfach ...
- 1:51:59... dann noch nicht so viel zu tun.
- 1:52:01Und ich will das nicht fernhalten ...
- 1:52:03... von jemandem jung, ...
- 1:52:04... aber ich würde gerne ein bisschen ...
- 1:52:05... mit meinem Kellnern auch ...
- 1:52:06... so, jetzt haben wir erst mal Sylvana.
- 1:52:09Ja, total.
- 1:52:09Gucken wir uns das mal an.
- 1:52:10Ja.
- 1:52:11Und häufig erzählen mir Leute ...
- 1:52:12... irgendwelche Geschichten ...
- 1:52:13... und ich habe das Gefühl, ...
- 1:52:13... du hast gerade korkigen Wein ...
- 1:52:14... mir hier hingestellt.
- 1:52:15Also grob fehlerhaft.
- 1:52:17Nicht irgendwie ...
- 1:52:18... nicht ein Hauch, ...
- 1:52:20... also das ist ein massiver ...
- 1:52:21... oder ein früher Alterungston.
- 1:52:22Den hast du mir hier gerade hingestellt ...
- 1:52:23... und du sprichst die ganze Zeit über den Wein.
- 1:52:24Und ich kann das dann nicht ernst nehmen, ...
- 1:52:26... es tut mir leid.
- 1:52:27Also ich kann die Personen dann natürlich ernst nehmen.
- 1:52:29Aber ich weiß dann schon ziemlich genau, ...
- 1:52:31... woran ich bin.
- 1:52:31Ja.
- 1:52:32Was nichts Dramatisches ist, ...
- 1:52:34... dann hat vielleicht die Person mit diesem Wein ...
- 1:52:35... nicht so viel Erfahrung ...
- 1:52:36... oder ist nicht so fehlersensitiv.
- 1:52:39Aber ich würde mich freuen, ...
- 1:52:40... wenn mir ein kleines bisschen ...
- 1:52:41... Basala ...
- 1:52:41... Wein präsentieren ...
- 1:52:43... und über Wein sprechen würden.
- 1:52:44Nicht wir beide ...
- 1:52:45... und auch nicht ich mit Kolleginnen, ...
- 1:52:48... sondern wenn der Gast einfach ein bisschen ...
- 1:52:51... manchmal von den ...
- 1:52:53... also ich habe gesagt, ...
- 1:52:54... das mit der Tante ist ja noch interessant.
- 1:52:56Also dass die Tante, die ...
- 1:52:57... irgendwas geschmuggelt hat.
- 1:52:58Keine Ahnung.
- 1:52:59Keine Ahnung.
- 1:52:59Das ist ja ein cooler Twist, aber ...
- 1:53:01... so ...
- 1:53:02... bei mir hört es normalerweise bei einem Rebalter, ...
- 1:53:04... ja, hört es in der Regel bei mir dann bei der Beschreibung aus.
- 1:53:07Was ja auch auf Einfühligkeit ...
- 1:53:08... bedarf, also das herauszuiruchen, ...
- 1:53:10... wann jemand auch mit Wissen unterhalten werden möchte ...
- 1:53:14... oder wann nicht.
- 1:53:15Das meine ich.
- 1:53:16Bist du hier im Haus auch für das Wissen verantwortlich?
- 1:53:18Also schuldest du auch, ...
- 1:53:20... ist das eine ...
- 1:53:21Ja, das ist ...
- 1:53:22... eine auch keine Beschreibung mit drin oder?
- 1:53:23Ja, das ist schon eine mit drin.
- 1:53:24Ich organisatorisch bin ich nicht so sehr gestaltet, ...
- 1:53:28... sondern ich stelle mich immer dann zur Verfügung, ...
- 1:53:30... wenn beispielsweise unser Trainingsmanagement ...
- 1:53:33... oder unsere Personalabteilung sagt, ...
- 1:53:35... wir haben jetzt wieder eine neue, ...
- 1:53:36... wir haben jetzt wieder eine neue Klasse ...
- 1:53:38... oder eine neue Azubi-Generation, ...
- 1:53:41... ein Kooperationspartner im Bereich Champagner, ...
- 1:53:43... würde eine Schulung anbieten ...
- 1:53:45... und dann betreue ich das in der Regel mit.
- 1:53:48Oder wenn wir was gar nicht so häufig vorkommen, ...
- 1:53:51... das offene Glasangebot beispielsweise in der Lobby anpassen.
- 1:53:55Ja, es kommen sechs neue Weine, ...
- 1:53:57... das ist ein Generationenwechsel quasi, ...
- 1:54:00... ein Ausschrei geht durch die Stammgastschaft.
- 1:54:04Dann gilt es natürlich, ...
- 1:54:06... und das am besten Fall von mir, ...
- 1:54:08... mal irgendwie sich in drei, vier Gruppen jeweils ...
- 1:54:11... eine Stunde mal hinzusetzen und einmal zu gucken, ...
- 1:54:13... ah, wir haben hier einen neuen Riesling, der schmeckt so und so, ...
- 1:54:15... und wir haben hier einen neuen Weißbog und der schmeckt so und so, ...
- 1:54:16... einen neuen Schablis und so.
- 1:54:17Da bin ich auf jeden Fall dabei.
- 1:54:19Dennoch ist das nicht mein Fokus, ...
- 1:54:21... meine Zeit lässt das fast nicht zu.
- 1:54:23Also muss ...
- 1:54:25... immer geplant, muss immer lang geplant werden.
- 1:54:27Siehst du selber in einer, ...
- 1:54:28... oder ich persönlich finde es zum Beispiel bei anderen Berufsgruppen, ...
- 1:54:35... wie zum Beispiel bei Ärzten, ...
- 1:54:36... gut, dass die publizieren müssen.
- 1:54:39Also dass da Drang und Zwang gibt, ...
- 1:54:41... zum einen für die Außendarstellung, zum anderen, ...
- 1:54:43... damit sie automatisch animiert sind zu forschen.
- 1:54:46Und findest du das für uns auch wichtig?
- 1:54:50Also sollten wir auch publizieren können und sollten wir auch ...
- 1:54:55... oder publizieren müssen.
- 1:54:57Mach ja, also machen ja die Kollegen, oder?
- 1:54:58Also schreiben ja Bücher, oder?
- 1:55:00Also ich finde das schon cool.
- 1:55:01Ich ...
- 1:55:04... also ich sehe schon meine Kernaufgabe darin, ...
- 1:55:05... ein Weinsortiment für ein Restaurant oder ein Hotel zu gestalten ...
- 1:55:08... und in diesem Fall ab 19 Uhr abends ...
- 1:55:10... Gästen dieses Sortiment näher zu bringen.
- 1:55:13Was ihr bei 35, 65 schon ...
- 1:55:15... 100 Prozent Arbeit ist?
- 1:55:17Ja.
- 1:55:17Kann ich noch ein Buch ...
- 1:55:21... nee.
- 1:55:22Also jetzt noch schreiben, ...
- 1:55:24... meine Frau macht das.
- 1:55:25Die ...
- 1:55:25Schreiben oder keine Ahnung sind.
- 1:55:26Publiziert ein bisschen.
- 1:55:28Also die Forst, das ist für mich Publikation, ...
- 1:55:30... ist Forschung, die ist naturwissenschaftlich, ...
- 1:55:33... ist in der Wissenschaft tätig, ...
- 1:55:34... die praktiziert ...
- 1:55:36... und die lehrt.
- 1:55:38Die macht tatsächlich so diese Trias, ...
- 1:55:40... die ganz klassisch und das macht sie tatsächlich.
- 1:55:42Bemerkenswert, ich könnte mir das nicht vorstellen, ...
- 1:55:45... dafür ist meine, wie man so schön sagt, ...
- 1:55:46... meine Operation zu aufwendig.
- 1:55:49Also meine Praxis quasi.
- 1:55:52Ist dir Wunschter?
- 1:55:52Also bildest du es?
- 1:55:54Nein.
- 1:55:55Siehst du da nicht deine ...
- 1:55:57Ich war in der Uni nicht sonderlich erfolgreich mit Publikationen, ...
- 1:55:59... das war meine Schwäche.
- 1:56:00Nein.
- 1:56:01Ich stehe nicht so auf Deadlines für lange geschriebene Geschichten.
- 1:56:04Ist das ...
- 1:56:04... nicht bedauerlich, fast verwerflich, ...
- 1:56:08... dass du das wissen, was du gesammelt hast ...
- 1:56:11... und für dich behältst?
- 1:56:12Oder halt mit deinen Gästen teilst, also mit denen, ...
- 1:56:15... die vielleicht auch ...
- 1:56:17... die Wirtschaftlichkeit dafür haben ...
- 1:56:19... oder eben die Leute, die ihr arbeiten, ...
- 1:56:20... die aber auch recht beschränkt sind, aber ...
- 1:56:22... du hast ja einen ganz eigenen Einblick, ...
- 1:56:24... eine ganz eigene auch Ebene der Weinwelt, ...
- 1:56:26... die viele gar nicht ...
- 1:56:27Ich teile das massiv mit dieser jungen Kollegin, die für uns ...
- 1:56:31... arbeitet.
- 1:56:32Also, Ziel an deinem Wissen zu kommen, ist dann letztlich ...
- 1:56:35... ja, ein Engagement um Adler.
- 1:56:36Korrekt.
- 1:56:37In meiner Nähe sage ich jetzt, also es kann nicht nichts, ...
- 1:56:39... es klingt jetzt ein bisschen snobby, aber das ist der Weg.
- 1:56:41Ja, es ist bei ...
- 1:56:43... Amanda Lorian, this is the way.
- 1:56:45Es geht auch nicht anders.
- 1:56:47Ich kann jetzt nicht, das lässt meine Zeit nicht zu, ...
- 1:56:50... ich kann jetzt keine Seminarreihe starten, ...
- 1:56:52... als der ...
- 1:56:53... Premier-Grüder, Grand-Grüb-Pusher aus dem Grand Hotel in Berlin.
- 1:56:56Das funktioniert leider nicht.
- 1:56:56Es wäre ein schönes T-Shirt.
- 1:56:58Ja.
- 1:56:58Grand-Grüb-Pusher aus dem Grand Hotel, ...
- 1:57:00... leider mag auch die Merch, die Merchidee und so, ...
- 1:57:02... ich finde das alles gut.
- 1:57:03Das ist nicht mein Job, mein Wein ist nicht.
- 1:57:05Mein Job ist nicht Weinpublicist, von dem ich auch ...
- 1:57:07... bin auch nicht sicher, dass ich das gut könnte.
- 1:57:09Aber mein Job ist durchaus, wenn jemand hier ins Haus kommt ...
- 1:57:14... und er zeigt im Anschluss, er oder sie zeigt im Anschluss ...
- 1:57:17... oder schon während der Ausbildung enormes Interesse und ...
- 1:57:19... möchte das gerne machen ...
- 1:57:20... und trifft dann wirklich die Entscheidung und das ist eine ...
- 1:57:24... schwere Entscheidung ...
- 1:57:25... aufgrund der Belastungen, die dann zusätzlichen Belastungen, ...
- 1:57:28... die dann auf einen Service Mitarbeiterinnen oder einen ...
- 1:57:29... Service Mitarbeiter zukommen, sind wirklich ...
- 1:57:32... über Belastungen.
- 1:57:32Ja, es ist zusätzlich.
- 1:57:34Alles ist zusätzlich.
- 1:57:36Du hast schon einen Vollzeitjob, ...
- 1:57:38... auf den du dich absolut voll konzentrieren musst.
- 1:57:40Es wäre gut, wenn alles heil beim Gast ankommt, jeden Abend.
- 1:57:44Das klingt erstmal sehr banal, aber ...
- 1:57:47Genau.
- 1:57:48Und das ist anstrengend, das ist einfach auch körperlich anstrengend.
- 1:57:51Das sind große Belastungen ...
- 1:57:55... im neutralsten Sinne.
- 1:57:57Du bist einfach abends und musst dich konzentrieren auf viele ...
- 1:57:59... Dinge.
- 1:58:00Und dann kommt das ganze Weintema noch um drauf, das muss man ...
- 1:58:03... wollen.
- 1:58:04Er sagt jetzt mal in dieser Umgebung, in einer Weinbar, ...
- 1:58:07... wo es nur um Wein geht, fällt ...
- 1:58:09... dann in der Operativen, der keine Ahnung, der Hummer, der ...
- 1:58:12... nicht umfallen darf, sage ich jetzt mal, oder die ...
- 1:58:14... die keine Ahnung, Schnittlauch, Beur blanc, die dann ...
- 1:58:20... nicht in den Schoß fließen, sondern oft, in die Mitte des ...
- 1:58:22... Sellers, so das fällt dann vielleicht weg ...
- 1:58:24... oder ist dann nicht so Thema.
- 1:58:26Aber wenn du das in dieser Umgebung, also mit Essen und ...
- 1:58:28... Speisen, und dann in diesem Segment und dann irgendwie ...
- 1:58:31... das zum doppelten Sezungen, mit Jakobsmuschelfaas, ...
- 1:58:34... wo das Tier irgendwie fast zwei Kilo gewogen hat, als ...
- 1:58:37... es vor uns ins Haus kam, wenn dann irgendwie ein ...
- 1:58:39... Schabliger und Krüger zu ins Glas kommt, dann geht es halt ...
- 1:58:41... ein bisschen um was.
- 1:58:42Und wenn du das aktiv mitgestalten oder mit erleben ...
- 1:58:45... möchtest, das ist ja keine Verantwortung hier, die ...
- 1:58:48... Verantwortung trage ich.
- 1:58:49Aber wenn du das erleben möchtest, da gibt es noch ...
- 1:58:52... bestimmt auch drei, vier andere Orte in Deutschland, ...
- 1:58:54... wo man das mit einem Kollegen oder einer ...
- 1:58:56... Kollegin kennenlernen darf, dann ist das aufwendig.
- 1:58:59Das dem geht, das ist eine fundamentale Entscheidung.
- 1:59:04Was ist das?
- 1:59:04Für, sag ich nicht, zwei bis zehn Jahre, je nachdem, wie lang, ...
- 1:59:07... wie auffassungs, wie auffassungs, wie sagt man, wie ...
- 1:59:11... ausgeprägt die Auffassungsgabe ist, wie flink man ...
- 1:59:13... ist, das hat auch mit Talent zu tun, hat was damit zu tun, ...
- 1:59:16... wie gut ist man den Schuss, wie belastbar ist man ...
- 1:59:18... von so von der Statur her, hat man starke Beine, ja.
- 1:59:22Kann man das mit dem Alkohol vernünftig oder hat man Bock, ...
- 1:59:25... noch zwei Tage die Woche abends feiern zu gehen, damit man ...
- 1:59:27... wieder runterkommt, was nicht in meiner Auffassung ja ...
- 1:59:29... nicht hilfreich ist.
- 1:59:30Ich finde, schlafen ist wichtig, ein bisschen Sport, ...
- 1:59:32... sich einigermaßen zu ernähren und dann bleibt auch ...
- 1:59:35... nicht mehr viel Zeit.
- 1:59:36Wenn du das irgendwann mal so machen möchtest, wie ...
- 1:59:40... also in dem Umfang machen möchtest, wie ich meinen ...
- 1:59:43... Beruf empfinde.
- 1:59:44Was ich total interessant und ganz, ganz wichtig finde, ...
- 1:59:48... und was ich vielleicht so unterstreichen, Leuchtbuchstaben ...
- 1:59:50... oder eben wahnsinnig wertschätzend finde, wie viel ...
- 1:59:54... Wertigkeit du ...
- 1:59:58... der Arbeitsintensität zusprichst.
- 2:00:01Also wie du auch wertschätzt, dass andere das ertragen ...
- 2:00:05... und erleben müssen.
- 2:00:06Weil in dieser Art von Gastronomie wird es ja ...
- 2:00:08... normalerweise vorausgesetzt und gesagt, okay, wenn du ...
- 2:00:09... dieses Spiel spielen möchtest, dann ...
- 2:00:11Kann man heute nicht mehr voraussetzen.
- 2:00:13Ja, aber das Bewusstsein, also das ...
- 2:00:15... kommt ja auch aus einer anderen Zeit.
- 2:00:18Zeit aus einer ...
- 2:00:19Du auch, wie beide.
- 2:00:20Ja, genau.
- 2:00:20Und da wurde es vorausgesetzt, da wurde eben vorausgesetzt, ...
- 2:00:23... dass man, okay, jetzt hatten wir 15 Stunden hinter uns, ...
- 2:00:25... aber gerne noch fünf Stunden polieren.
- 2:00:27Und damals gab es aber auch Tränen mehr und großes Drama ...
- 2:00:31Aber dass du umgedacht hast, das finde ich halt so besonders ...
- 2:00:33... und so großartig und dann ...
- 2:00:34Das kann es ja nicht sein, als wenn ich mir vorstelle ...
- 2:00:36Sehr zeitgemäßens, ja.
- 2:00:38Wenn ich mir vorstelle, ich käme hierher jeden Tag ...
- 2:00:40... und wenn dem war ich nahe, ja.
- 2:00:41Ich habe Geschichten gehört, die sind einfach gruselig.
- 2:00:45Das ist einfach gruselig.
- 2:00:47Die ganzen Persönlichkeiten, die innerhalb ...
- 2:00:50Also das ist dann meistens eine Progression gewesen, ...
- 2:00:53... meistens war das Arbeitsumfeld oder die ...
- 2:00:55Da sind ganz ...
- 2:00:57Da müssen ...
- 2:00:58Ich war teilweise dabei und es sind schlimme Dinge in unserer ...
- 2:01:01... in unserem Bereich, der Hochgasstronomie passiert.
- 2:01:04Und diese schlimmen Dinge dürfen nie wieder passieren.
- 2:01:08Nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie wieder.
- 2:01:11Dennoch ...
- 2:01:12... ist das ein Leistungssport, den wir hier in Anführungsstrichen betreiben.
- 2:01:17Ihr spielt hier jeden Tag schon ins Lüge.
- 2:01:18Geht es um Exzellenz?
- 2:01:19Ja, ich kenn mich mit Fußball nicht so aus, aber das sind die besten.
- 2:01:21Ich auch nicht, aber es klingt gut.
- 2:01:22Ja, ja, genau.
- 2:01:23Also das ist schon ein bisschen, ich sage immer eher, ...
- 2:01:25... keine Ahnung, weil es da so Abstufungen gibt, ...
- 2:01:27... keine Ahnung, wie das beim Fußball ist, ...
- 2:01:29... ich seit ich Kind habe, ist auf Fußball überhaupt kein Thema mehr.
- 2:01:31Konstruktures Weltmeisterschaft, glaube ich, heißt das bei ...
- 2:01:39... einem Autosport, der irgendwie outdated ist.
- 2:01:42Aber wir sind auch ein bisschen outdated hier.
- 2:01:43Konstruktures Weltmeisterschaft, darum geht es.
- 2:01:46Ja, also hier geht es um was?
- 2:01:48Jeden Abend.
- 2:01:49Jeden Abend kann ein Tester bei uns im Restaurant sein.
- 2:01:52Jeder Abend kann bestimmte Herausforderungen ...
- 2:01:57... birgen, die wir noch nicht hatten.
- 2:02:00Dann ist plötzlich neu, dann stehen wir dann denken, ...
- 2:02:02... Öh, was machen wir jetzt?
- 2:02:04Ja, findest du, wenn man so viel Rücksicht auf dem Mensch nimmt, ...
- 2:02:10... dass die Leistung dann nicht mehr so ...
- 2:02:14... nein.
- 2:02:15Übermenschlich ist, wie es vielleicht ...
- 2:02:18... in dieser eigentlich relativ schnellen Entwicklung der ...
- 2:02:21... Deutschen Gastronomie Landschaft zwischen 2000 und 2010 war?
- 2:02:24Nein.
- 2:02:25Man kann trotzdem die gleiche Leistung bringen, auch wenn ...
- 2:02:27... besser sogar.
- 2:02:28Okay.
- 2:02:29Weil glücklich?
- 2:02:30Ja, einfach happy people, Google shit.
- 2:02:33Einfach du sitzt in deiner Hängematte und bist einfach gut.
- 2:02:36Ja.
- 2:02:37Das ist in Ordnung.
- 2:02:38Wir haben hier keine Hängematten, ...
- 2:02:39... aber viel gut ist in Ordnung.
- 2:02:42Und wir haben hier, sie sind hier schon sehr lange als Team zusammen.
- 2:02:44Ich erkenne, wir erkennen voneinander, wie es uns geht.
- 2:02:48Ich bin immer eigentlich schon relativ aufgedrehtes, ...
- 2:02:52... aufgewecktes, gut gelauntes Kerchen mit gewissen Ansprüchen, ...
- 2:02:55... aber ich habe eigentlich selten schlechte Laune.
- 2:02:57Wenn ich schlechte Laune habe, aufgrund von XY, ...
- 2:03:00... habe ich mich gut geschlafen oder irgendwelche Befindlichkeiten, ...
- 2:03:02... die auch ich mal habe.
- 2:03:04Abends gilt es die möglichst, ja, ...
- 2:03:08... aber in der Vorbereitung und in der Nachbereitung, ...
- 2:03:10... dann kommuniziere ich das entweder ...
- 2:03:12... und sage ich habe heute, heute ist es nicht so ...
- 2:03:14... oder es war irgendwas.
- 2:03:16Und dann wissen die Kollegen auch, ...
- 2:03:17... okay, heute ist der alte Herr Konrad, ...
- 2:03:20... der alte grauhaarige Sack, ...
- 2:03:22... ist ein bisschen nass, ...
- 2:03:24... wird er so seine Spitzen lassen ...
- 2:03:27... und benimmt er sich so ein bisschen, ...
- 2:03:29... wie früher vielleicht.
- 2:03:31Und am nächsten Tag ist es hoffentlich wieder vorbei.
- 2:03:33Ich glaube, heute ist viel mehr Leistung möglich, ...
- 2:03:34... aber die geht auch nur, ...
- 2:03:37... wenn die vernünftig ausgebildet ist.
- 2:03:41Und wenn die Arbeit auch zu Ende gemacht ist, ...
- 2:03:43... also Arbeit liegen lassen, ...
- 2:03:45... stehe ich nicht so drauf.
- 2:03:46Sachen nicht zu Ende denken oder nicht zu Ende besprechen ...
- 2:03:49... oder vor sich her schieben.
- 2:03:50Das glaube ich nicht, kann nicht Teil einer ...
- 2:03:54... erfolgreichen Hochgasstronomie sein.
- 2:03:57Dinge müssen angepackt werden.
- 2:03:59Und wir sind langsam, das ist ein großes Haus, ...
- 2:04:01... das ist ein großes Schiff, also bis hier, ...
- 2:04:03... den gekommen, also wir können hier nicht innerhalb von ...
- 2:04:06... drei Monaten das Restaurant mal eben renovieren.
- 2:04:10"Großes Haus" heißt ja in dem Sinne auch ...
- 2:04:12... oder "Großes Haus" eigentlich so in diesem ...
- 2:04:14... traditionellen Sinne, ...
- 2:04:15... damit verbinde ich immer Service.
- 2:04:18Was ist für dich Weinservice?
- 2:04:20Oh, du meinst das als Wertung?
- 2:04:22Nein, gar nicht, überhaupt allgemein so, ...
- 2:04:24... damit ich es verstehen kann.
- 2:04:26Du meinst das so ein großer Name, meinst du?
- 2:04:27Das kann man auch Traditionen, ...
- 2:04:29... also dass man sich so, dass man zurückdenkt und sagt, ...
- 2:04:31Nein, einfach groß, wir sind einfach groß.
- 2:04:32Ja, aber was ist für dich Weinservice?
- 2:04:35Also für dich ist für dich Weinservice im schnellen Sinne, ...
- 2:04:38... dass du mit Dropstop aus 2 Meter Entfernung einschränkst, ...
- 2:04:40... ist für dich Weinservice zelebrieren, ...
- 2:04:42... mit Gläsern, Avionieren, Großdäckern ...
- 2:04:44Das kann mir egal, das kann mir potenziell egal, ...
- 2:04:46... bei uns passt ein Weinservice auf der Terrasse, ...
- 2:04:48... muss da ein kleines bisschen anders funktionieren, ...
- 2:04:50... oder hinter der Bar in der Brasserie, ...
- 2:04:54... muss das ein kleines bisschen zügiger gehen ...
- 2:04:56... und auch zügiger gehen können, ...
- 2:04:59... als wir das hier abends haben.
- 2:05:00Dennoch würde ich mir natürlich wünschen, ...
- 2:05:02... wenn unten, ich sage jetzt mal unten in Anführungsstrichen, ...
- 2:05:04... auf der Terrasse ein großer Wein bestellt wird, ...
- 2:05:06... aus unserer Lorenzkarte, ...
- 2:05:07... dass dann kurz Eingang zurück ist, ...
- 2:05:10... der Chef-Terran, der das am besten kann, ...
- 2:05:11... das kurz übernimmt, ...
- 2:05:12... weil ich vielleicht gerade auch nicht da bin, ...
- 2:05:15... und das dann die Kante auf eine wirklich ...
- 2:05:17... perfekt saubereservierte, ...
- 2:05:19... auf einem schönen Unterteller, ...
- 2:05:21... ohne dass es klappert gestellt wird, ...
- 2:05:22... kurz dekantiert wird oder karafiert wird, ...
- 2:05:25... und das dann vernünftig probiert ...
- 2:05:27... und dann präsentiert wird.
- 2:05:29Ja, also das finde ich kann man schon so ein bisschen anpassen.
- 2:05:32Und das ist auch bei uns abends, ...
- 2:05:34... ich trage zum Beispiel keine Gläser mit einem Tablett durchs Restaurant.
- 2:05:38Mhm.
- 2:05:38Weil?
- 2:05:40Ja, das, ...
- 2:05:40... ich habe mir das irgendwann mal, ...
- 2:05:42... einer meiner Vorbilder hat das auch, ...
- 2:05:45... hat häufig Gläser aus so getragen.
- 2:05:47Mhm.
- 2:05:48Und ich sage immer an so Mitarbeitern, ...
- 2:05:49... trage ihr bitte eure Gläser mit einem Tablett, ...
- 2:05:51... also wenn ihr eine Weinbegleitung netterweise ...
- 2:05:53... für mich mit aufbaut oder so benutzt ein Tablett, ...
- 2:05:55... aber ich trage Gläser ...
- 2:05:56... in der Regel, weil es schneller geht.
- 2:05:58Mhm.
- 2:05:59Ich bin einfach schnell.
- 2:06:00Also ich setze selten aus der Hand dann ein, ...
- 2:06:03... das mache ich in der Regel nicht.
- 2:06:04Mhm.
- 2:06:04Ich gehe immer über einen Geridon, also ich stelle, ...
- 2:06:06... keine Ahnung, jemand hat sich eine Flasche Brunner bestellt, ...
- 2:06:08... zwei Brunner Gläser und dann zwei Brudelgläser, ...
- 2:06:10... die nehme ich in die linke Hand, ...
- 2:06:12... überkreuz, am Stil, ...
- 2:06:13... ohne dass Finger irgendwo dran kommen, ...
- 2:06:14... ohne dass es klappert, das kann ich, ...
- 2:06:16... meine Hände sind groß genug, ...
- 2:06:17... und dann trage ich die durchs Restaurant, ...
- 2:06:18... als Einziger, wohlgemerkt.
- 2:06:20Mhm.
- 2:06:21Das finde ich, ...
- 2:06:22... das ist für mich ein bisschen zeitgemäß.
- 2:06:24Mhm.
- 2:06:25Ja, ich stehe da schon mit relativ perfekt polierten Schuhen ...
- 2:06:27... und manjelig sitzen in Hose, ...
- 2:06:29... jeden Tag mit einer anderen Krawatte und, ...
- 2:06:31... ja, und im gestärkten Einstecktuch und, ...
- 2:06:34... das ist ja alles schon relativ.
- 2:06:36Und wenn ich dann noch im Schneckenschritt irgendwie ...
- 2:06:39... mit einem perfekt silbernen Tablett in, ...
- 2:06:42... keine Ahnung, in Schneckengeschwindigkeit, ...
- 2:06:44... weil wir hier so der Pieckfeinde laden, ...
- 2:06:45... sind dann irgendwie dann ganz langsam die Tablette, ...
- 2:06:47... oh Gott, ...
- 2:06:49... es muss hier schon ein bisschen lebendig.
- 2:06:51Mhm.
- 2:06:52Und dazu gehört, ...
- 2:06:53... dass man auch mal bricht, ...
- 2:06:54... aber man kann erst mit etwas brechen, ...
- 2:06:56... wenn das andere, ...
- 2:06:58... wenn ganz klar ist, dass das ein Bruch ist.
- 2:07:00Mhm.
- 2:07:02Gläser, einfach vier Gläser von A nach B in unserem Haus, ...
- 2:07:05... zu transportieren, ohne ein Tablett zu benutzen, ...
- 2:07:07... geht nicht.
- 2:07:08Brauchst du dabei eine gewisse Eleganz?
- 2:07:09Und es darf eben nicht ...
- 2:07:11Es geht erst mal nicht, ...
- 2:07:13... sondern es muss ganz klar sein, ...
- 2:07:14... warum das an der Stelle passiert.
- 2:07:16Und derjenige, der das macht, ...
- 2:07:18... am besten macht das keiner.
- 2:07:19Mhm.
- 2:07:20Hier oben haben wir einen besonderen Raum, ...
- 2:07:23... sag ich mal, und, ja.
- 2:07:27Aber in der Regel werden Gläser in die Hand genommen, ...
- 2:07:29... weil das Tablett so wackelig ist.
- 2:07:31Und das bedeutet, ...
- 2:07:32... dass hier man schlecht ausgebildet worden ist.
- 2:07:33Hat jemand sich nicht um diesen Menschen, ...
- 2:07:35... um diesen Kollegen, um diese Kollegen gekümmert, ...
- 2:07:37... und hat ihm oder ihr gezeigt, ...
- 2:07:39... keine Ahnung, wie man eine rutschfeste Unterlage ...
- 2:07:41... auf einem Tablett befestigt, ...
- 2:07:43... oder wie viel Gläser draufpassen, ...
- 2:07:44... damit es funktioniert, ...
- 2:07:45... oder wie schnell man sich bewegt, ...
- 2:07:47... oder dass man ein Tablett nicht anguckt, ...
- 2:07:48... während man ist trägen, ...
- 2:07:49... dass man es auf der flachen Hand ...
- 2:07:51... transportiert und nicht auf der ...
- 2:07:53... revierermäßig gespreizten Hand.
- 2:07:55Das sind einfach Handgriffe.
- 2:07:57Mhm.
- 2:07:57Und die müssen sitzen.
- 2:07:58Und ich finde, erst wenn die Handgriffe sitzen, ...
- 2:08:00... dann wird es lustig.
- 2:08:01Mhm.
- 2:08:02Ja, danach kannst du alles.
- 2:08:03Wenn du alles kannst, ...
- 2:08:04... dann lässt du, dann kannst du loslassen.
- 2:08:06Mhm.
- 2:08:06Dann kann man locker sein.
- 2:08:07Dann kannst du entspannter, ...
- 2:08:08... dann kannst du locker sein, ...
- 2:08:09... dann kannst du hier, ...
- 2:08:09... hier, hier wird gekarlauert ...
- 2:08:11... aufs aller Feinster.
- 2:08:13Mhm.
- 2:08:13Wir haben wirklich, ...
- 2:08:15... wir haben wirklich witzige Situation.
- 2:08:17Gerne immer das Gleiche.
- 2:08:19Jedes Mal gleich doof ...
- 2:08:22... und jedes Mal gleich.
- 2:08:23Und zwar ohne Chauvinismus, ...
- 2:08:24... ohne Rassismus, ...
- 2:08:25... ohne den ganzen Kram, ...
- 2:08:26... den es früher mal gegeben hat, ...
- 2:08:27... auch hinter vorgehaltener Hand.
- 2:08:29Unser Humor ist intern im Team Derb.
- 2:08:32Mhm.
- 2:08:32Und sehr persönlich.
- 2:08:34Aber es liegt auch daran, ...
- 2:08:35... weil wir hier teilweise schon ...
- 2:08:36... acht Jahre zusammenarbeiten.
- 2:08:37Mhm.
- 2:08:37Wir sehen uns häufiger als ich ...
- 2:08:39... als meine Familie.
- 2:08:40Mhm.
- 2:08:40Wir sehen uns sehr viel.
- 2:08:42Wir wissen, ...
- 2:08:43... was los ist mit dem anderen.
- 2:08:45Und was so ...
- 2:08:46... manchmal sind wir nicht die Freunde ...
- 2:08:48... im Privaten, ...
- 2:08:49... aber wir sind im Beruf ...
- 2:08:51... ganz eng mit dem anderen.
- 2:08:52... hat uns erwischt.
- 2:08:53Hat uns einfach können wir nicht anders.
- 2:08:55Wir können uns das ja nicht ...
- 2:08:56... also es ist ja nun mal so.
- 2:08:58Mhm.
- 2:08:58Und im Restaurant, ...
- 2:09:00... es muss einfach lustig sein.
- 2:09:01Es muss einfach ein bisschen lustig sein.
- 2:09:03Mhm.
- 2:09:03Also wie gesagt, ...
- 2:09:05... wir können aus der Jübis und stillen.
- 2:09:07Und wir haben auch stillere Abende.
- 2:09:09Aber viel geil, da sind die Abende, ...
- 2:09:10... wo irgendwelche ...
- 2:09:12... Leute nicht nur gut essen ...
- 2:09:14... und gut trinken wollen, ...
- 2:09:14... sondern richtig so ein bisschen ...
- 2:09:15... lachen.
- 2:09:16Ja, na ja auch laut im Zweifelzweil.
- 2:09:18Mhm.
- 2:09:19Das ist einfach ...
- 2:09:21... das ist ja einfach ...
- 2:09:21Ja, das ist schon so, ...
- 2:09:23... das ist hier nicht verboten.
- 2:09:24Und das ist wahrscheinlich die Schwelle, ...
- 2:09:26... das ist wahrscheinlich, ...
- 2:09:27... also das ist wahrscheinlich die Vorstellung, ...
- 2:09:29... die die meisten auch vom Besuch ...
- 2:09:30... und da hatte ich mich ein Kollege gefragt, ...
- 2:09:32... ob er mal zu uns essen kommen sollte.
- 2:09:35Und da habe ich gesagt, ...
- 2:09:36... du das kann ich dir nicht sagen.
- 2:09:37Mhm.
- 2:09:39Ich kann dir das nicht empfehlen, ...
- 2:09:40... zu uns essen zu gehen.
- 2:09:41Mhm.
- 2:09:42Ich verstehe die Frage nicht so richtig.
- 2:09:44Ja.
- 2:09:45Was soll ich ihm jetzt sagen?
- 2:09:46Soll ich jetzt sagen, ...
- 2:09:46... wir uns das super oder ...
- 2:09:48... ich habe dann natürlich gesagt, ...
- 2:09:49... komm doch mal.
- 2:09:49Mhm.
- 2:09:51Wir haben eine sehr traditionelle Küche, ...
- 2:09:52... aber uns sitzt man relativ lange, ...
- 2:09:54... ist ein bisschen so wie Opa.
- 2:09:55Also nach anderthalb Stunden raus ist es schlecht, ...
- 2:09:57... einfach so vom Ablauf her, ...
- 2:09:59... musst du dir überlegen.
- 2:10:00Mhm.
- 2:10:01Und wenn du jemanden hast, ...
- 2:10:02... der auch Omnivor ist, ...
- 2:10:03... weil wir hauptsächlich Omnivor natürlich kochen, ...
- 2:10:05... wir haben natürlich ein Vegetarischismenü, ...
- 2:10:06... aber vegan und so, ...
- 2:10:07... ist bei uns zum Beispiel nicht möglich.
- 2:10:10Wenn du jemanden hast, ...
- 2:10:11... der Omnivor gerne ist und Bock hat, ...
- 2:10:12... hier abends zu sitzen und aufs Bandwurritor zu gucken.
- 2:10:16Und wenn das passt, ...
- 2:10:17... also wenn das so vom Bausparvertrag auch passt her, ...
- 2:10:19... den man dann vielleicht nicht gerade auflösen muss, ...
- 2:10:21... extra dafür, ...
- 2:10:22... ja dann komm doch mal.
- 2:10:23Mhm.
- 2:10:24Ich kann den, ich kann den, ...
- 2:10:25... ich kann den, ich weiß dann immer nicht so richtig, ...
- 2:10:27... was ich sagen soll.
- 2:10:28Was?
- 2:10:28Soll ich dann sagen, nee, es ist gar nicht so piekfein, ...
- 2:10:31... wie ihr denkt oder ich bin gar nicht so ein Spieß, ...
- 2:10:33... ich bin gar nicht so spießig, wie ich immer wirke.
- 2:10:35Ich weiß immer nicht, was das bedeuten soll.
- 2:10:37Ich kann mit der Frage nichts anfangen.
- 2:10:38Ja, die Frage ist auch schwierig.
- 2:10:39Ja, was, so.
- 2:10:40Was ich ja aber zum Beispiel sehr oder gar nicht interessant finde, ...
- 2:10:43... ist die, ...
- 2:10:45... dieser Gedankenansatz Kleiderordnung.
- 2:10:48Aha, haben wir nicht, offiziell.
- 2:10:49Ja, glaube ich schon.
- 2:10:50Du bist jetzt von deiner Seite her immer sehr ...
- 2:10:54... sehr angenehm gekleidet oder sehr traditionell oder ...
- 2:10:58... ich weiß nicht, was das ist.
- 2:10:59Das ist angenehm, das ist ja niedlich, sehr schön.
- 2:11:00Gut.
- 2:11:01Wenn, wenn jemand, also ich finde es teilweise traurig, ...
- 2:11:05... wenn ich in die Oper gehe ...
- 2:11:07... und da kommen Leute so wie ich heute gekleidet bin, ...
- 2:11:09... in die Oper, also in Jeans und in, keine Ahnung.
- 2:11:11Wir hatten einen Gast, ...
- 2:11:13... ich glaube das sagt alles, der trug so drei Viertel Schwenker, ...
- 2:11:16... so Kago Hosen, aber nur drei Viertel lang.
- 2:11:18Und tatsächlich die Stereotypen relativ hellen Socken ...
- 2:11:22... und ein paar Sandalen dazu und Hawaii Hemd.
- 2:11:25Alles super, hat da auch so ein bisschen Fokohila und so.
- 2:11:29Ketten um ein bisschen weit aufgehören und seine ...
- 2:11:31... Frau war in so ...
- 2:11:33... wallenden hippie Dingern irgendwie unterwegs so echt geil.
- 2:11:36Ich hätte gesagt so Nordkalifonien hängen geblieben, ...
- 2:11:39... einfach so wirklich cool, Amis.
- 2:11:42Und der hatte, ...
- 2:11:44... und der hat sehr schönen Namen, glaube ich, gehabt.
- 2:11:47Und ...
- 2:11:48Aber für euch okay, obwohl die leider ...
- 2:11:50... war ich nicht zu dem getestet.
- 2:11:51Das ist okay.
- 2:11:52Okay.
- 2:11:53Der hatte eine Geschichte zu erzählen, die war bemerkenswert.
- 2:11:57Das war der Inhaber der letzten ...
- 2:11:59... noch existierenden Autowerkstatt in Manhattan.
- 2:12:03Mhm.
- 2:12:05Der letzte noch existierenden Autowerkstatt in Manhattan.
- 2:12:06Na ja, Autowerkstätten in Manhattan.
- 2:12:08Ich weiß ja nicht, ob du als Autowerkstattbetreiber ...
- 2:12:10... unbedingt in Manhattan ...
- 2:12:12... Immobilienpreistechnisch deinen Geschäft nachgehen möchtest.
- 2:12:14Ich kenne die Parkpreise.
- 2:12:16Na ja, also ...
- 2:12:17Ich war über eure Parkpreise, ...
- 2:12:19... war ich nicht unüberrascht mit 2,50 pro halbe Stunde, ...
- 2:12:22... aber in Manhattan sind es ja, ...
- 2:12:23... dann glaube ich, 25 oder halbe Stunde.
- 2:12:25Ja, also vor allen Dingen, wie soll, also ...
- 2:12:27... der hat die und der macht dann natürlich ...
- 2:12:29... nicht die normalen Autoreparaturen ...
- 2:12:30... für irgendwie Cabbies oder für ...
- 2:12:32Der macht die Golden.
- 2:12:32Die Teams, das nicht, sondern der restauriert ...
- 2:12:35... natürlich alte Autos.
- 2:12:36Ja.
- 2:12:36Also da bringt dann Russ Lauren ...
- 2:12:38... seinen 31er Bugatti, hast du nicht gesehen hin.
- 2:12:41Und dieser Mann polstert mit originalem Leder ...
- 2:12:44... aus diesen Baureien von Alfa Romeo oder Bugatti ...
- 2:12:48... oder was auch immer, ...
- 2:12:49... polstert dieses Auto wieder auf.
- 2:12:51Und diese Geschichte hätte es nicht gegeben, ...
- 2:12:52... wenn wir den an der Tür abgefangen hätten ...
- 2:12:54... und ihm gesagt hätten, sorry, sir.
- 2:12:56Ist es aber nicht dispektierlich, ...
- 2:12:57... den anderen Personen gegenüber, ...
- 2:12:59... die sich für diesen Abend schicken machen und ...
- 2:13:02Gibt es schon, aber unsere Tischdecken sind relativ lang.
- 2:13:04Wir haben nach wie vor Tischdecken, ...
- 2:13:05... das kann ich mir aufgefallen nachher.
- 2:13:07Ich durfte hier Teller Taxi sein, kurz aushelfen ...
- 2:13:11... in meiner ersten Tenure, also in der ersten Zeit ...
- 2:13:15... in den 2000ern über die Wischungssprachen im Atlon ...
- 2:13:17... und ich weiß, dass ich hier im Lorenz aushilfen durfte ...
- 2:13:19... an dem Amt.
- 2:13:21Also Maximalt Essen raustragen, die hatten noch eine Veranstaltung, ...
- 2:13:23... also ein Private Dining-Einraum weiter im Bundeszimmer ...
- 2:13:26... und die brauchten einfach 2, 3 Hände mehr und so.
- 2:13:29Ich konnte in meiner damaligen Bankhet-Uniform, ...
- 2:13:31... das war zwar manierlich, aber es hatte mit dem Dresscode ...
- 2:13:33... im Lorenz natürlich ein bisschen wenig zu tun, ...
- 2:13:35... aber so Tablett tragen.
- 2:13:38Und ich hatte einen Blick ...
- 2:13:41... auch kurz in den Gastraum hier im Lorenz.
- 2:13:45Und da war ein Gast dabei, also es war 2003, ...
- 2:13:49... also vor ziemlich genau 20 Jahren, ...
- 2:13:52... der kam hier rein und trug eine Jeans und ...
- 2:13:54... ein paar manierliche schwarze Schuhe, so Slipper oder so was ...
- 2:13:56... und ein schwarzes Polohand, kurzemlich, wo gemerkt.
- 2:13:58Ohne Jacke, kein Sacco.
- 2:14:01Und der nahm Platz, damals schon.
- 2:14:04Und ich meine, das ist damals ziemlich sicher, ...
- 2:14:06... dass es damals noch ein Dresscode gab.
- 2:14:08Und der damalige Mädchen hat entschieden, ...
- 2:14:10... diesen Gast hier einen Abend verbringen zu lassen, ...
- 2:14:13... trotz des Golfkurs Attire Problems.
- 2:14:20Und der hat hier gesessen und hat eine sehr schöne Flasche ...
- 2:14:22... Wein getrunken, soweit ich mich entsinnig, ...
- 2:14:24... soweit ich mich richtig entsinnig.
- 2:14:25Und hat dazu ein großes Buch, ein dickes Buch gelesen, ...
- 2:14:28... einfach Billetristik, der hatte sich eine Roman ...
- 2:14:30... oder irgendwas Großes mitgebracht, das hat er auf ein Tisch ...
- 2:14:32... gelegt und hat ja hier sehr gut im damaligen Lorenz Atlons, ...
- 2:14:35... hoffentlich wahrscheinlich, damaligen Lorenz Atlons gegessen ...
- 2:14:38... und hat eine Flasche Wein oder vielleicht auch zwei getrunken, ...
- 2:14:40... hat dazu ein schönes Buch gelesen.
- 2:14:42Da saß er sehr, sehr, sehr entspannt mit seinem Polohemd.
- 2:14:47Und er wäre wahrscheinlich verkrampft gewesen, ...
- 2:14:50... hätte er sich in Anzugsbebenen ...
- 2:14:52Ich war das egal, der hat sich offensichtlich in einer ...
- 2:14:54... damals in einer Bewegung, in einer Umgebung bewegt, ...
- 2:14:58... Entschuldigung, in der Polohemd okay war.
- 2:15:01Das war ja alles manile, ich war jetzt nicht fleckig oder so, ...
- 2:15:03... sondern er hat einfach Saal aus wie beim Golf spielen.
- 2:15:06Sportlich hätte man damals gesagt.
- 2:15:09Casual attire.
- 2:15:11Dennoch war er damals Gast hier.
- 2:15:13Er hat sich auch entsprechend benommen.
- 2:15:19War vielleicht der ruhigste Gast im ganzen Abend.
- 2:15:21Also irgendwie von der Klamotte auf dann im Zweifel zu verlesen, ...
- 2:15:25... die Gäste zu schließen und die passen nicht zu uns, ...
- 2:15:28... und das passt hier doch nicht rein.
- 2:15:30Und also ...
- 2:15:34... das ist glaube ich nicht mehr so richtig zeitgemäß.
- 2:15:37Ich kann es absolut verstehen, wenn jemand sich in den ...
- 2:15:39... Frag geworfen hat oder ein langes Abendkleid ...
- 2:15:42... und das große Geschmeid herausgeholt hat.
- 2:15:44Und dann sagt jemand zu uns oder zu mir Herr Konrad, ...
- 2:15:48... finden Sie nicht, dass der Herr, der jetzt gerade ...
- 2:15:50... zum Hände waschen gegangen ist am Lebensdisch, ...
- 2:15:52... dass der sich ein bisschen anders hätte anziehen können?
- 2:15:55Dann kann ich darauf nur antworten, ja, hätte er, ...
- 2:15:59... wir freuen uns aber dennoch, dass er da ist.
- 2:16:01Das ist ein sehr schönes Argument.
- 2:16:03Also finde ich ganz großartig.
- 2:16:04Würdest du?
- 2:16:05Who am I to judge?
- 2:16:06Also Badementel, es gibt Grenzen, ne?
- 2:16:08Ja, das ist klar.
- 2:16:10Wir hatten tatsächlich neulich einen Wifebieter, ...
- 2:16:12... wie man so schön sagt, das darf man glaube ich ...
- 2:16:14... gar nicht mehr sagen.
- 2:16:14Ein feinere Unterhemd, ein Trägerunterhemd hier im Restaurant.
- 2:16:17Oh, okay.
- 2:16:18Es war ein Sacco, war lässig angezogen, ...
- 2:16:21... entsprechendes Unterhemd drunter, so nennt man das dann, ...
- 2:16:23... glaube ich, korrekt, viel, viel korrekt, ...
- 2:16:25... als ich es gerade getan habe, Verzeihung.
- 2:16:28Und dem Herrn war warm und er zog sein Sacco aus.
- 2:16:32Und er hatte tatsächlich ...
- 2:16:33Was hat er fast nackt da?
- 2:16:34Ja, er hatte tatsächlich einen schwarzes, ...
- 2:16:37... breit, breit Trägeriges, also nicht ganz so, ...
- 2:16:40... nicht so ganz so einfaches Modell, ...
- 2:16:41... sondern ein schwarzes, ...
- 2:16:43... aber wenig nicht ausgewaschenes, sehr manierliches, ...
- 2:16:46... fein-Ribunterhemd an.
- 2:16:48Und wir waren kurz ...
- 2:16:50... es passte an dem Tisch, weil es waren beides ...
- 2:16:52... freakyge Gäste, die waren modisch interessiert.
- 2:16:55Es war ein Ordnung, wir sind in Berlin, ...
- 2:16:57... passen schon und schmuck dazu und so.
- 2:16:59Es passte.
- 2:17:00Aber das war zum Beispiel sehr wenig.
- 2:17:03Das ist so, also wenn, sozusagen, ...
- 2:17:06... also wenn nicht genug bedeckt, es könnte es sein, ...
- 2:17:08... dass wir einschalten.
- 2:17:09Aber wir haben schon alles gehabt, wir hatten auch schon ...
- 2:17:11... Gasmasken, die auf den Tisch gelegen haben, ...
- 2:17:13... weil man danach sich im Zweifelsfall noch ...
- 2:17:15... im KitKat getroffen hat.
- 2:17:16Und also wir sind da jetzt nicht so ...
- 2:17:18... das ist ja hier in Berlin, ne?
- 2:17:20Ist ja jetzt nicht ...
- 2:17:22... wir sind ja nicht im kleinen Kleckerstorf, ...
- 2:17:24... sondern das ist hier schon eine Großstadt ...
- 2:17:26... und die Berlin ist berühmt, ...
- 2:17:28... ich glaube nicht unbedingt fürs Atlern, ...
- 2:17:29... sondern für ganz viele andere Dinge auch.
- 2:17:34Und wenn dazu Latex gehört oder ...
- 2:17:38... ja, oder eine Lebensgeschichte oder ein Way of Life, ...
- 2:17:41... dann schränken wir das hier nicht ein.
- 2:17:44Was wir, wo wir uns beschränken, ...
- 2:17:45... ist eine bestimmte Äußerung oder ein bestimmtes ...
- 2:17:47... bestimmtes Benehmen.
- 2:17:50Das, ne, keine Handygeräusche, keine Fotos, ...
- 2:17:53... die einfach so gemacht werden.
- 2:17:56Ja, also das sind einfach, das sind ganz, ...
- 2:17:58... das sind bestimmte Dinge oder wenn politische Äußerungen, ...
- 2:18:01... das hat es schon mal gegeben oder wenn sich Gäste ...
- 2:18:03... gegenüber Mitarbeitern im Service daneben benehmen.
- 2:18:06Das haben wir ganz, ganz, ganz, ganz, ganz selten.
- 2:18:10Vielleicht dreimal in den letzten sieben Jahren.
- 2:18:12Ich weiß noch niemals, ...
- 2:18:13... siehst du, also es sind auch viele Geschichten.
- 2:18:17Und die Leute, dann erzählen auch das, ...
- 2:18:19... es geht mir fast noch mehr auf den Zünder, ...
- 2:18:20... wenn die Leute von der Schwelle und von den hohen Preisen ...
- 2:18:23... und von den steifenden Leuten im Atmen, ...
- 2:18:25... und damit kann ich ja noch leben.
- 2:18:26Das sind ja Stereotypen, ...
- 2:18:27... mit denen wir vielleicht auch so ein bisschen ...
- 2:18:28... unser Geld verdienen hier, ...
- 2:18:29... mit dem Mythos des Grand Hotel und des piekfeinen Restaurants.
- 2:18:32Fähl'nach.
- 2:18:33Aber wenn dann Leute sagen, ja auch Gäste sind bestimmt schwierig, ...
- 2:18:37... dann ist es mir endgültig, dann denke ich endgültig, ...
- 2:18:40... Mensch, war's noch nicht bei uns, ...
- 2:18:43... willst von mir jetzt im Zweifelsverloch Gossep hören, ...
- 2:18:46... schnapp dir DBZ, da steht's drin, was du gerne erfahren möchtest.
- 2:18:49Ich würde sowieso nichts erzählen ...
- 2:18:52... und ich kann das nicht bestätigen, es tut mir leid.
- 2:18:55Wir haben internationale Gäste, die bestimmte Wünsche haben ...
- 2:18:57... und denen kommen wir gerne nach.
- 2:18:59Und die Kosten, weil wir in der Hospitality-Branche sind, ...
- 2:19:02... die Kosten X.
- 2:19:04Und dann kommen wir denen nach.
- 2:19:06Und solange wir keine Waffen, keine harten Drogen ...
- 2:19:09... oder sonstige schlimme Dinge, ...
- 2:19:11... die sich absolut mit gar nichts vereinbaren lassen, ...
- 2:19:13... wofür Grundgesetz und Co. stehen, ...
- 2:19:16... hier irgendwie besorgen, beschaffen sollen, ...
- 2:19:19... bewegt sich das alles in einem sehr geregelten Maße.
- 2:19:22Und ich weiß nicht, was die Leute sich immer vorstellen, ...
- 2:19:24... aber wir sind ein Hotel, natürlich.
- 2:19:28Ja?
- 2:19:29Und bestimmte Branchen und ein bestimmtes Gewerbe ...
- 2:19:33... ist auch Teil unseres Hotel-Alltages.
- 2:19:36Denn wir sind ein Hotel.
- 2:19:40Aber ich weiß nicht, was die Leute immer denken, ...
- 2:19:42... als sie dort hier in Kaviar baden oder ich weiß es nicht.
- 2:19:46Man kann vielleicht auch ...
- 2:19:48... in den Lebensjahr was vorgehoben sein, ...
- 2:19:50... keine Ahnung, wenn.
- 2:19:51Nee, wir werden einfach Hautcremes mit Kaviar verkaufen.
- 2:19:54Würdest du deinen Weinservice auf die Gäste anpassen?
- 2:20:01Also, würdest du bei unterschiedlichen Gästen ...
- 2:20:03... in unterschiedlichen Weinservice praktizieren?
- 2:20:06Ja, absolut.
- 2:20:08Was heißt?
- 2:20:08Absolut.
- 2:20:09Naja, einfach da muss gucken, ...
- 2:20:11... wenn du amüsierfreudige Menschen in einer ...
- 2:20:14... Nachs- und Tachssituation hast.
- 2:20:16Das haben wir teilweise auch mal.
- 2:20:17Dann mach ich natürlich einen anderen Weinservice.
- 2:20:20Wenn jemand abends hier ankommt und ...
- 2:20:23... vielleicht einen stressigen Tag im Geschäft hatte ...
- 2:20:25... oder im Büro oder jemand hat sich gerade verlobt.
- 2:20:28Völlig aufgelöst.
- 2:20:30Dann fängst du an Groß-Pädiatieren und mit ...
- 2:20:32... erzählen und ...
- 2:20:34... gaga, wir hatten Pärchen, neuerche, ...
- 2:20:35... konnte man ...
- 2:20:36... und wir sprechen das dann auch an.
- 2:20:37Na?
- 2:20:39Geschafft.
- 2:20:40So, und dann kann man, kann ich mein Ehring zeigen, ...
- 2:20:42... kann ich sagen.
- 2:20:44Ja?
- 2:20:45Die Herrschaft des Rings.
- 2:20:47Einfach ...
- 2:20:48... sich darauf einstellen, was los ist.
- 2:20:50Und jetzt die ...
- 2:20:52... des reinen Treatment des Beines.
- 2:20:54Ist das auch ...
- 2:20:55Nein.
- 2:20:56Ist immer gleich.
- 2:20:56Nein, das ist gleich.
- 2:20:57Also wenn das die Gegebenheiten zulassen, ...
- 2:20:59... ich habe natürlich auch schon Umgebungen auf Messen ...
- 2:21:01... oder bei Außenveranstaltungen ...
- 2:21:04... gearbeitet oder in einer ...
- 2:21:05... Eher-Bank-Cat-Situation zum Bundespresseball, ...
- 2:21:08... habe ich keine Mundgeblasene Gläser im Saal, ...
- 2:21:11... wenn ich Bundespräsidenten bediene, ...
- 2:21:12... dann haben wir ein reguläres Champagnerglas ...
- 2:21:15... und ein sauberes Tablett und ...
- 2:21:17... das ist natürlich dann ein bisschen anders vom Service.
- 2:21:19Wunach suchst du die Wein dafür aus?
- 2:21:22Ja, das ist immer so ein bisschen ein Kombinationspräparat.
- 2:21:25Zwischen ...
- 2:21:25... Kooperationsringer und ...
- 2:21:26Genau, zwischen ...
- 2:21:27... ja, ich nenne das eher Kooperationspartner, ...
- 2:21:28... weil der Wechsel schon Geld den Besitzer.
- 2:21:30Also das ist nicht nur ...
- 2:21:32... äh ...
- 2:21:33... genau.
- 2:21:34Und dann gibt es immer ...
- 2:21:35... genau, gibt es Probeveranstaltungen ...
- 2:21:37... und dann würde ich sagen, ...
- 2:21:39... also wenn mehrere Weine gut gefallen, ...
- 2:21:41... dann kommt manchmal die Frage in meine Richtung ...
- 2:21:43... unerkannt, was würden Sie machen und dann ...
- 2:21:44Wunach suchst du?
- 2:21:45Was sind die Parameter?
- 2:21:46Was ist die Weile der Voraussetzung?
- 2:21:48In der Regel suche ich bei einer ...
- 2:21:50... in einer großen ...
- 2:21:53... in einer großen Veranstaltung mit hohen Temperaturen ...
- 2:21:56... im Raum ...
- 2:21:59... körperlich anstrengend für die Gäste teilweise eng.
- 2:22:03Also die überhaupt nicht an einer Gourmet-Situation entspricht, ...
- 2:22:05... würde ich immer einen animierenderen Wein, ...
- 2:22:08... einen leichteren und animierenderen Wein, ...
- 2:22:10... einem opulenten Wein vorziehen.
- 2:22:14Ich würde immer einen klassischen Chianti, ...
- 2:22:17... einem opulenten, ...
- 2:22:21... grinaschbetonten Wein aus dem Langdok, ...
- 2:22:23... meinetwegen vorziehen.
- 2:22:26Immer.
- 2:22:26Ja, aber das animierenderer Wein, ...
- 2:22:28... es würde immer zu Bordoraten, ...
- 2:22:30... als zu irgendwelchen großramigen ...
- 2:22:35... irgendwelchen großramigen Wein aus der Maremma zum Beispiel.
- 2:22:38Weniger Alkohol, einfach ein bisschen weniger, ...
- 2:22:41... immer zu einem Riesling, ...
- 2:22:42... gegenüber einem vielleicht, ...
- 2:22:45... ja, gegenüber einem bogundischen Wein.
- 2:22:48Immer ein zarteren Champagner, ...
- 2:22:51... eher ein bisschen was animierenderes, was rassigeres, ...
- 2:22:54... denn es soll ja eine animierende Situation entstehen, ...
- 2:22:56... du sollst ja erfrischt werden.
- 2:22:57Die meisten Leute vergessen, Wasser zu trinken, ...
- 2:22:59... und wenn dann so alkoholische Weine kommen, ...
- 2:23:01... bin sowieso nicht so ein Fan von Alkohol.
- 2:23:03Das größte Fan von Alkohol, aber nicht so ein Fan von Alkohol.
- 2:23:06Ja, lieber so, ich bin auch mit Schnaps vorsichtig.
- 2:23:08Sehr gerne, ich empfehle sehr gerne Schnaps, ...
- 2:23:10... ich hoffe, wir haben auch eine schöne Auswahl, ...
- 2:23:11... ich mag das gern, ...
- 2:23:12... aber ich versuche auch ein bisschen, ...
- 2:23:13... das Alkoholmanagement am Tisch zu betreiben.
- 2:23:15Was eine ganz wichtige Aufgabe dabei ist auch.
- 2:23:17Ganz wichtig.
- 2:23:18Also gerade eben doch am nächsten Tag Gedanken oder so weiter.
- 2:23:20Weil wir haben Business, wir haben Business-Gäste, ...
- 2:23:22... wir haben Gäste, die am nächsten Tag was vorhaben.
- 2:23:24Also es kann ...
- 2:23:25... Stadtführungs-Business sein, ...
- 2:23:26... die haben nächsten Tag alle was vor.
- 2:23:28Die keiner, also ich würde sagen 99 Prozent unserer Gäste, ...
- 2:23:32... sind nicht nächsten Tag im Spa.
- 2:23:33Und ich glaube, das ist ein großer Unterschied, ...
- 2:23:35... also stelle ich mir zumindest vor, ...
- 2:23:36... zu einem Hotel in einer Ferienregion, ...
- 2:23:40... ja in einem ländlicheren Umfeld, ...
- 2:23:42... wo der Spa-Tag nächsten Tag quasi gesetzt ist.
- 2:23:45Egal, wo man schläft.
- 2:23:46Genau, richtig.
- 2:23:48Richtig.
- 2:23:48Ja, das haben wir hier nicht.
- 2:23:49Findest du, man kann mit beiden gut feiern, ...
- 2:23:51... wenn jetzt gerade beim Bundespresswahl war, ...
- 2:23:53... ist jetzt keine große Tanzveranstaltung, ...
- 2:23:55... aber ...
- 2:23:56Das finde ich schon, ja.
- 2:23:57Das finde ich schon, ja.
- 2:23:59Oder gibt es andere Getränke, mit denen ...
- 2:24:01... ihr feiern könnt?
- 2:24:02Ja, schön, wenn es beides gibt.
- 2:24:03Also wäre es schön, wenn für alle was dabei ist.
- 2:24:05Ich finde jemand, der Lust hat, sich mit einem Long Drink ...
- 2:24:07... den Abend zu verlängern, ...
- 2:24:08... finde ich völlig in Ordnung.
- 2:24:10Ich würde mich, also wenn du mich in eine Ball ...
- 2:24:13... oder in eine Feiersituation steckst, ...
- 2:24:15... was nicht so häufig hab, ...
- 2:24:17... aber auf eine große Hochzeit oder so, ...
- 2:24:19... jetzt im Sommer heiraten hier zwei Teammitglieder von uns, ...
- 2:24:22... da freue ich mich schon sehr, ...
- 2:24:24... auf das Feiern mit Wein vielleicht, ...
- 2:24:26... oder auch mit Bier, ...
- 2:24:27... oder also das finde ich jetzt nicht so, ...
- 2:24:29... finde ich absolut klar.
- 2:24:29Du löst eine andere Stimmung bei den Leuten aus, oder?
- 2:24:31Wenn du eine Bierveranstaltung hast, ...
- 2:24:33... eine Weisveranstaltung oder eine Kopterveranstaltung, ...
- 2:24:34Nein, das kann ich nicht bestätigen, ...
- 2:24:35... Leute blau sind blau, das hat mit, ...
- 2:24:37... also das kann ich nicht, ...
- 2:24:38... ich kann das so nicht empfinden, ...
- 2:24:39... es tut mir leid, das sein zu müssen, ...
- 2:24:41... das hat mit der jeweiligen, ...
- 2:24:43... Weinlaune oder Bierlaune zu tun, ...
- 2:24:46... wie jemand Alkohol, ...
- 2:24:47... wie jemand einen bestimmten Pegel, ...
- 2:24:50... ich kann da keinen Unterschied sehen.
- 2:24:52Die Menschen, die ich häufiger schon betrunken erlebt habe, ...
- 2:24:54... die sind egal was sie trinken, ...
- 2:24:56... blau oder nicht, ...
- 2:24:57... gleich betrunken, ja.
- 2:24:59* Stimmengewirr *
- 2:25:02Mich Hans Martin richtig betrachtet, ...
- 2:25:16... er erinnert, wie er mich ungemein, ...
- 2:25:18... an alten englischen Landarrel, ...
- 2:25:20... seine Art sich zu kleiden, ...
- 2:25:21... seine Geschmackvolle Art sich zu kleiden, ...
- 2:25:23... seine Art sich zu artikulieren, ...
- 2:25:25... seine G-Sticken perfekt.
- 2:25:26Und da liegt natürlich nichts näher, ...
- 2:25:28... als einen Wein aus England zu empfehlen.
- 2:25:31Nicht zuletzt, deshalb will das wohl die Trendsette, ...
- 2:25:33... der der letzten 2, 3, 4 Jahre sind.
- 2:25:35Also jedes Mal, wenn ich mir irgendwelche Trends des Jahres anschaue, ...
- 2:25:38... ist England immer ganz, ganz weit vorne.
- 2:25:40Spannend ist eigentlich an dieser Weihnation, ...
- 2:25:43... jung kann man ja nicht sagen, ...
- 2:25:44... weil die ersten Reben wurden dort bereits 400 nach Christus gepflanzt, ...
- 2:25:46... dass man versucht, Sachen absolut zu perfektionieren.
- 2:25:50Und dafür sprechen auch die dort produzierten Schaumweines, ...
- 2:25:53... es ist doch eine kleine Weihnation.
- 2:25:552009 gab es 1200 Hektar, ...
- 2:25:57... 2022 gibt es 4000 Hektar, ...
- 2:25:59... und man sagt bis 2030 hat es sich auch das verdoppelt.
- 2:26:02Also ein Land am Aufblühen.
- 2:26:04Es werden die interessantesten Weimaker von über in der Welt eingesammelt, ...
- 2:26:08... und deren Wissen dort in England zur Perfektion getrieben.
- 2:26:11Es entstehen Schaumweinkwalitäten, ...
- 2:26:13... die weltweit ihresgleichen suchen.
- 2:26:15Wie im Gasbornestate.
- 2:26:17Die Geschichte des Gasbornestate lässt sich bis ins Jahr 1410 zurückverfolgen.
- 2:26:21Damals war das Anwesen Eigentum, ...
- 2:26:23... des Grundbesitzers John "The Gooseborn".
- 2:26:26Das moderne Markenlogo verweist mit seinen drei Gänsen ...
- 2:26:29... und einem ockerfarblen, horizontalen Band ...
- 2:26:32... auf das ursprüngliche Familienwappen von den Gooseborn, ...
- 2:26:35... fast 600 Jahre später.
- 2:26:37Entstehen nun auf Gasbornestate erst klassige englische Sparklings.
- 2:26:40Für die seit diesem Jahr, seit dem Jahr 2024, ...
- 2:26:43... die Kellermeisterin Mary Bridges zuständig ist.
- 2:26:46Die Trauben stammen ausschließlich aus eigenen Weinbergen, ...
- 2:26:49... welche 2004 mit den klassischen Champagnerrebsorten Chardonnay, ...
- 2:26:53... Pinot Noir und Pinot Minet gepflanzt wurden, ...
- 2:26:55... die natürlich aus dem Begunst stammen.
- 2:26:57Und der Rest des Textbogs, geringe Erträge, Handlese, ...
- 2:26:59... Ganztauumpressung, malaktische Gehrung und ein langes Hefelager, ...
- 2:27:03... sind wahrscheinlich die Gründe dafür, ...
- 2:27:05... diese kraftvollen, sehr konzentrierten geschmeidigen Schaumweine, ...
- 2:27:08... die in ihrer Fülle und Kopplexität ein ganz eigenes Geschmacksbild präsentieren, ...
- 2:27:13... dass diese auf Gasborn erzeugern.
- 2:27:15Und auf Gasborn denkt man weiter.
- 2:27:17Unter anderem sind sie Gründungsmitglied von SWGB, ...
- 2:27:20... Sustainable Wines of Great Britain, ...
- 2:27:22... dem ersten und einzigen Nachhaltigkeitsprogramm ...
- 2:27:24... für die Weinindustrie im Vereinigten Königreich.
- 2:27:26Gasborn wurde 2019 zertifiziert.
- 2:27:29Und das sowohl für die Weinberge als auch für den Weinkeller.
- 2:27:31Das System SWGB sieht vor, ...
- 2:27:34... dass jedes Jahr Verbesserungen vorgenommen werden, ...
- 2:27:36... um die Zertifizierung aufrechtzuerhalten.
- 2:27:382010, das erste Mal mit der 2006er Ernte vorgestellt, ...
- 2:27:42... werden auf Gasborn ausschließlich Jahrgangschampagner produziert.
- 2:27:46Als kleines Add-on wird auf jeder Flasche das Degorgierdatum vermehrt.
- 2:27:49Und wie sagt es schon Andrew Weber, ...
- 2:27:51... der Gründer von Gasborn, ...
- 2:27:52... die Herstellung von außergewöhnlichen Wein erfordert Handwerkskunst, ...
- 2:27:55... Respekt für die Natur und Kompo, ...
- 2:27:56... misslose Liebe zum Detail.
- 2:27:58Und so ist Gasborn eines von 200 weingütenden Englern ...
- 2:28:02... und definitiv eines der besten.
- 2:28:04Dafür spricht schon ihre Vision, ...
- 2:28:05... die eigentlich sehr einfach ist, ...
- 2:28:06... wir bemühen uns, die besten Weine der Welt zu kreieren.
- 2:28:09Wie gesagt, ausschließlich Chardonnay, ...
- 2:28:11... Pino-Norm, Pino-Menil werden auf dem Gasborn-Estate angebaut.
- 2:28:14Mit 60 Hektar Abildor kennt und 30 Hektar ...
- 2:28:16... neben dem Goodswood Estate in West Sussex.
- 2:28:19Gasborn ist der einzige dreifache Gewinner ...
- 2:28:22... des IWSC Englisch Wine Producer of the Year.
- 2:28:25Die Debühragänge, der Brüderin Serf 2006, ...
- 2:28:28... und der Blonde Blonde 2006 wurden 2010 ...
- 2:28:31... mit Kritiker Loper öffentlich, ...
- 2:28:32... erhielten Auszeichnungen von anspruchsvollsten ...
- 2:28:34... Weinkritiker aus der ganzen Welt.
- 2:28:36Und Jahr für Jahr gewinnt Gasborn ...
- 2:28:38... renommierte nationale und internationale Branchenpreise.
- 2:28:42Doch ich würde heute meinen Favoriten präsentieren, ...
- 2:28:45... den 2018er Blondenor.
- 2:28:47Warum ein Favorit?
- 2:28:48Weil die Mussel so richtig dynamisch und feingliedrig ...
- 2:28:51... im Glas ein richtiges Augengeschenk offenbart.
- 2:28:53Ein ganz feines Boket, ...
- 2:28:55... was reifen Äpfeln, Feinwerks für sich, ...
- 2:28:56... kantierte Ananas und Mango.
- 2:28:58Eine ganz leichte, florale Note, ...
- 2:29:00... das fahre ich im Blattgrün, ...
- 2:29:01... geschmackvoll dicht, ...
- 2:29:03... ist die erste Attacke am Gaumen.
- 2:29:04Regelrecht wuchtig, mit einer Präsenz, ...
- 2:29:06... die ganz sanft mit leichten Rosenaromsauerkirche ...
- 2:29:09... und fein bräuchten Nachhalt.
- 2:29:11Geschmeidig, fantastisch, fruchtig, spektakulär.
- 2:29:14Der Ansatz bei diesem Blondenor war, ...
- 2:29:17... ein perfektes Gegenstück zum Blonde Blonde zu erschaffen.
- 2:29:19100% spätbegundene, 100% Pinot Noir ...
- 2:29:22... wurden für diesen außergewöhnlichen Schaumwein ausgewählt.
- 2:29:2611,8 Volumenprozent sind so unfassbar trinkfreudig.
- 2:29:29Am 23. Mai 2019, also ziemlich genau vor fünf Jahren, ...
- 2:29:34... haben die Trauben das erste Mal die Flasche gesehen.
- 2:29:36Und ganze 27 Monate durften sie in der Flasche reifen.
- 2:29:40Nachdem sie 10 Tage bei 18 bis 20 Grad Temperatur gesteuert ...
- 2:29:44... mit ganz speziellen Sektiven verloren wurden.
- 2:29:47Ein kleiner Anteil durfte sogar das Holz, ...
- 2:29:49... um die Komplexität und die Geschmackspalette ...
- 2:29:51... des gesamten Weines zu ergänzen, zu bereichern ...
- 2:29:54... und zu vertiefen.
- 2:29:54Das Schwannende bei diesem Weißen aus Schwarzen, ...
- 2:29:57... also diesem Blonde Noir, also diesem eigentlich weiß Wein aus Rotweinreben, ...
- 2:30:01... die einfach nur keine Meisterstandszeit hatten, ...
- 2:30:03... sodass die Farbpigmente sich herauslösen konnten, ...
- 2:30:05... ist die Zwitterigkeit.
- 2:30:06Ist das wir auf der einen Seite ganz zart aromen, ...
- 2:30:09... eines Rosés oder Garotweine haben auf der anderen Seite, ...
- 2:30:12... die Geschmackseleganz, eines Weißweines, ...
- 2:30:14... ein Wein, der ganz perfekt als Speisebegleiter fungiert ...
- 2:30:16... oder so genossen werden kann aus möglichst großen Gläsern.
- 2:30:20Vielen Dank, Mary Bridges, für dieses Kunstwerk.
- 2:30:23Und auch ein Dankeschön den deutschen Vertreter, ...
- 2:30:24... dem deutschen Vertriebspartner für das Gasburnestate, ...
- 2:30:27... dem Handelshaus Segnetz.
- 2:30:28Gibt es für dich irgendwas, was mit dem Wein gleich zu setzen ist, ...
- 2:30:43... dem Nahekompt, sowohl in der Art darüber kommunizieren zu können, ...
- 2:30:47... sich darüber auszutauschen, in der Entwicklungsfähigkeit, ...
- 2:30:52... in der Präsenz der Wein, in der Kulturgeschichte, ...
- 2:30:56... wie auch immer du das sehen möchtest?
- 2:30:58Als Genussbügel, ja.
- 2:30:59Als lüstiges Genussbügel.
- 2:31:01Was ich mir zuführe, ja?
- 2:31:03Was du nicht reinschürtest und sagst, ich habe eine ähnliche Erfüllung.
- 2:31:07Ich glaube, ...
- 2:31:08Ich glaube, mit gefährlichem Halbwissen bis heute, ...
- 2:31:11... ich glaube, dass Tee eine krasse Sache ist.
- 2:31:14Und dass wir nicht ansatzweise das Teekultur, ...
- 2:31:18... das Entstehen von Tee, das Anbauen von Tee, das Trocknen, ...
- 2:31:21... das Dämpfen, das Beschatten, das Nicht-Beschatten, ...
- 2:31:25... jetzt mal von Tee-Zeremonie mal abgesehen, ...
- 2:31:31... dass das unglaublich vielschichtig sein kann.
- 2:31:35Unglaublich.
- 2:31:36Ich glaube, das ist eine unglaubliche Kultur.
- 2:31:38Allein die vierstündige Tee-Zeremonie im Jahr?
- 2:31:40Ja, das ist nochmal so, das verbinde ich jetzt mal so mit dekantieren ...
- 2:31:43... und munkelblasenden avionierten Gläsern.
- 2:31:45Das verbinde ich damit.
- 2:31:47Aber ich habe in der Corona-Zeit, ...
- 2:31:50... als manchmal nicht ganz so viel Druck auf dem Kessel war, ...
- 2:31:54... sprichwörtlich, habe ich mir mal 30 Grüntees bestellt.
- 2:31:58Wow.
- 2:31:59So richtig volle, weil ich das wirklich geil finde.
- 2:32:01Ich habe dazu immer keine Zeit.
- 2:32:02Irgendwie bin ich noch nicht so der Themenmann.
- 2:32:04Und dann gleich nochmal 30 da, Jeeling Center her.
- 2:32:06Von allem.
- 2:32:07Und habe mit meiner Frau, die gerne Grüntee trinkt, ...
- 2:32:10... weil die so ein bisschen vom Kaffee weg ist, ...
- 2:32:12... habe ich das mal ausprobiert.
- 2:32:14Mehrfach Temperatur mir angeguckt, Wasserqualität mir angeguckt, ...
- 2:32:18... mal so in, ach, Labor, würde ich das jetzt nicht nennen, ...
- 2:32:20... aber schon mal so, mal losgenördet.
- 2:32:23Ja, das fand ich schon ziemlich krass.
- 2:32:26Aber es ist ein unglaublich zartes, ...
- 2:32:30... nicht deutlich weniger begreifbares Aromenspektrum.
- 2:32:35Ich empfinde das als deutlich diffiziler, deutlich zarter, ...
- 2:32:41... um was es da geht.
- 2:32:44Ich würde sagen, also eine große Teeverkostung, ...
- 2:32:46... vielleicht sogar Blindverkostung und die Feinheiten bei ...
- 2:32:51... CNTs zu beschreiben, zu benennen, kennenzulernen, ...
- 2:32:55... würde ich als bestimmt so aufwendig bezeichnen wie ...
- 2:32:59... Weiner.
- 2:33:01Das würde ich, das glaube ich.
- 2:33:04Also gerade, wenn man sich in die verschiedenen Leseratmen ...
- 2:33:07... rein denkt, die verschiedene Tee.
- 2:33:09Na ja, und so ein Namring ist zwar etwas anderes als ein Happy Valley ...
- 2:33:13... oder ein Ambuja oder ...
- 2:33:16... wenn man dann noch anfängt mit Ja, ...
- 2:33:17... Ja ging zu Arbeit, ...
- 2:33:18... ja, das ist dann noch oder wann oder ja oder ist es ...
- 2:33:21... Flugtee oder so.
- 2:33:22Also da gibt es schon, ...
- 2:33:24... ist das schon mal ein bisschen was damit gemacht, ...
- 2:33:25... man merkt das schon.
- 2:33:26Also wir hatten in einer Bar, in der ich zuletzt tätig war, ...
- 2:33:30... 60 verschiedene Tee-Sorten.
- 2:33:32Und haben das ja auch versucht, ganz interessiert zu belegen.
- 2:33:34Du bist auch richtig ausgerastet, so mit Flug, Fast Flasche.
- 2:33:36Da hatt ich gar nicht weiter, so ganz schräge Sachen nicht.
- 2:33:40Das haben wir teilweise auch in Richtung, ...
- 2:33:43... oder wo ich finde, dass es total vernachlässigt wird, ...
- 2:33:46... in Richtung Blüten.
- 2:33:47Also dass man Opfusion mit Blüten, ...
- 2:33:50... mit verschiedenen Machten.
- 2:33:52Ich finde ich auch total sein Pflanzen aufgesucht, ...
- 2:33:54... weil ich total Spannend bin.
- 2:33:55Also dass man auch verschiedene Arten von Monblüten ...
- 2:33:58... unterschiedlich zelebriert oder eben genießt ...
- 2:34:02... oder verschiedene, verschiedene Minzearten, ...
- 2:34:04... dass man einfach 20 verschiedene Minzearten ...
- 2:34:07... nebeneinander ...
- 2:34:08... roten, roten Arten.
- 2:34:09Zum Beispiel finde ich, dass sie in der Küche, ...
- 2:34:11... wir haben jetzt gerade, wir haben baskische Erbsen ...
- 2:34:13... gerade gehabt.
- 2:34:14Also ich war immer noch nicht im Edgzebari ...
- 2:34:17... und ich war zu wenig in der Region Essen, ...
- 2:34:19... als dass ich sozusagen mir ein fundamentales Bild ...
- 2:34:21... verschaffen kann, wie in der Saison Erbsen schmecken.
- 2:34:24Die vielleicht wertvollsten grünen Erbsen, ...
- 2:34:27... ich weiß nicht, ob der Preis ansatzweise gerechtfertig ist, ...
- 2:34:29... aber das war schon unglaublich köstlich.
- 2:34:32Ja und dann am Ende, im Zweifelsfall, ...
- 2:34:34... das muss nicht immer, ist nicht am Ende ...
- 2:34:35... automatisch Bilogerkaviar, der dich am meisten abholen, ...
- 2:34:38... nur weil der vielleicht der Begehetzte ist, ...
- 2:34:40... aber festzustellen, dass eine nahe Minze was anderes ist, ...
- 2:34:43... als ein Sperment, wie du es jetzt gerade gesagt hast, ...
- 2:34:45... oder dass ein Second Flush etwas fundamental anderes ist, ...
- 2:34:49... als ein First Flush und das bestimmte Berge, ...
- 2:34:52... bestimmte Parzellen, ...
- 2:34:53... sich für eine Second Flush-Produktion einfach viel mehr ...
- 2:34:58... eignen, um jetzt mal im Darjeeling einem Gebiet zu bleiben, ...
- 2:35:01... womit wir vielleicht ein bisschen was anfangen können, alle.
- 2:35:03Und was ein Ostfriesenthe ist, ...
- 2:35:06... wo Zeremonie und Geschmacksbild ...
- 2:35:09... und das mit der Sahne und dem Zucker, ...
- 2:35:13... keine Ahnung, ...
- 2:35:15... gibt bestimmte Whiskeys, die funktionieren vielleicht mit Eis besser.
- 2:35:19Ist nicht immer nur need, sondern es ist auch mal ...
- 2:35:22Ein Hintergrund dahinter.
- 2:35:23Ja, oder?
- 2:35:24Ich sehe das ein bisschen wie Essen dazu.
- 2:35:26Wenn du in bestimmten Keks schmeckst, ...
- 2:35:27... dann ist einfach warum, glaube ich, gut.
- 2:35:28Das gehört schon dazu.
- 2:35:30Ich finde, manche waren funktionierend auch mit bestimmten Essen einfach besser.
- 2:35:33Was ja auch unsere Aufgabe dann irgendwo ist, finde ich, ...
- 2:35:35... also darum auch zu wissen.
- 2:35:36Und das ist basic.
- 2:35:37Und das meine ich mit basic.
- 2:35:38Einfach zu schneiden, dass es bestimmte Essen gibt, ...
- 2:35:41... zu denen hat der Frau Fischer, glaube ich, auch gesagt.
- 2:35:43Das passt einfach wie Hinterteil auf ...
- 2:35:47... ja, auf einmal.
- 2:35:49So, das passt einfach.
- 2:35:50Das ist einfach gut.
- 2:35:51Und von da ab mal zu schauen, warum ist das einfach so, ...
- 2:35:54... in der Ausbildung eines Jung-Sommelier, ...
- 2:35:56... einer Jung-Sommelier zu gucken, ...
- 2:35:58... ey, das ist irgendwie geil.
- 2:36:00Und ja, ...
- 2:36:03... und dann weiter und dann weiter zu gucken.
- 2:36:06Was brauchst du für dein Weinservice?
- 2:36:07Also welche Utensilien sind für dich elementar?
- 2:36:11Ich bin keinem Messer schlecht.
- 2:36:12Fundamentarisch schlecht, dann ist es echt schlecht so.
- 2:36:15Ich glaube auch, rein drehen raus.
- 2:36:18Ja, das geht schon einmal alles.
- 2:36:20Das Allerwichtigste ist eine Hand Serviette für mich.
- 2:36:22Abstand.
- 2:36:24Eine saubere Hand Serviette.
- 2:36:26Die kann alles, die sorgt dafür, dass nichts schiefgeht.
- 2:36:28Es ist mir keine Flasche auf eine Holzunterfläche wegrutscht.
- 2:36:31Dass eine Flasche immer sicher ist, ...
- 2:36:33... dass nichts auf die Tischdecke läuft, ...
- 2:36:35... dass ein Tropfen, der vielleicht aufgrund einer ...
- 2:36:38... schlecht geblasenen Flasche eines ungeschickten ...
- 2:36:40... dicken Sommeliers irgendwo runterläuft, ...
- 2:36:43... nur irgendwo hinläuft, mir nicht auf die Finger läuft.
- 2:36:46Es ist einfach blöd, wenn ich keine Hand Serviette dabei habe ...
- 2:36:49... und mir läuft keine Ahnung, eine Fütze, ...
- 2:36:51... Schattenöfty Papp schon mal gleich den Ärmel runter ...
- 2:36:53... um 10 nach 7, was passieren kann.
- 2:36:55Ist okay, passt schon, hat keiner gesehen.
- 2:36:58Aber meine Manschette ist dann nachminiert.
- 2:36:59Ich kann mich da erst mal umziehen gehen, ...
- 2:37:01... weil es nicht, ...
- 2:37:02... weil es, ja, mach ich dann dann mich 10 Minuten raus.
- 2:37:04Eine Hand Serviette sorgt dafür, dass ...
- 2:37:07... well shit doesn't go south.
- 2:37:10Hm.
- 2:37:11Dass sich, dass keine schlimmen Dinge passieren, sag ich mal.
- 2:37:13Interessanterweise weiß kaum jemand, ...
- 2:37:15... auch unserer Kollegen, um eine Hand Serviette umzugeben.
- 2:37:17Also die ist auch beunerthart.
- 2:37:19Aller wichtigste auch zu Hause.
- 2:37:21Wenn ich eine Flasche aufmache und ich habe Gäste, ...
- 2:37:23... lege ich immer ein sauberes Küchentuch dazu.
- 2:37:25Also sauber so, ne?
- 2:37:27Falte das zusammen, dass man das anfassen kann, ...
- 2:37:29... damit immer jemand, ...
- 2:37:31... ich leg das dann auf den Kühler oder was ich ...
- 2:37:33... dazu hause habe oder den Bottich, ...
- 2:37:34... so.
- 2:37:36Dann, weil das knallt nicht, das rutscht nicht, ...
- 2:37:39... das einfach blöd, das kannst du selbst, ...
- 2:37:40... wenn du blau bist, kannst du mit einer Hand Serviette ...
- 2:37:42... ne ...
- 2:37:43Flasche halten und dann ...
- 2:37:44Flasche halten und das irgendwie ...
- 2:37:45... und kannst was wegwischen oder es geht was daneben oder ...
- 2:37:48... ich kann sofort, also das ist das Allerwichtigste, ...
- 2:37:51... aber ich bin auch so ein bisschen Ordnungsfanatiker, ...
- 2:37:54... ich habe auch Lust auf manierlich und sauber.
- 2:37:55Also insofern würde ich sagen, ...
- 2:37:56... Hand Serviette ist wichtiger als alles.
- 2:37:58Hm.
- 2:37:59Ich brauche auch ein paar Abs.
- 2:38:00Ist ein bisschen nicht Öko, aber ich habe so ...
- 2:38:04... also so zwei Dutzend Hand Servietten am Abend, ...
- 2:38:05... ist ...
- 2:38:06... easy.
- 2:38:07Zwei Dutzend?
- 2:38:08Ja, zwei Dutzend.
- 2:38:08Okay.
- 2:38:09Easy, aber wir haben jetzt gerade, ...
- 2:38:10... wir müssen nur über ein bisschen ...
- 2:38:11... unsere Wäschesituation kann sich jetzt verändern, ...
- 2:38:13... so lukmäßig und deswegen mussten wir zählen.
- 2:38:15Ja.
- 2:38:16Und aber es war ganz selbstverständlich, ...
- 2:38:17... also es hat keiner gesagt, Hans Martin, ...
- 2:38:18... du musst auch mal ein bisschen, ...
- 2:38:19... du benutzt sie auch alle nicht zu Ende und so, ...
- 2:38:21... ich benutze meine Hand Serviette zu Ende.
- 2:38:23Und dann trotzdem zwei Dutzend?
- 2:38:24Ja.
- 2:38:25Wow.
- 2:38:26Ja.
- 2:38:27Aber gut, wenn du davon ausgehst, ...
- 2:38:28... ist es nicht sauberho, ...
- 2:38:29... dass sie diese Art von Service, die man leisten möchte, ...
- 2:38:32... nicht wenn ...
- 2:38:33Naja, ich habe aber, also ich habe ja schon, ...
- 2:38:35... wir haben halt, wir haben halt ja nicht irgendwie ...
- 2:38:37... 80 Prozent Weinbegleitung, ...
- 2:38:38... wird ja häufig gesagt, ...
- 2:38:39... in mehrstellende Restaurants, ...
- 2:38:40... wo die Weinbegleitung einigermaßen gut ist, ...
- 2:38:41... was ich hoffe, dass sie das bei uns ist, ...
- 2:38:44... dass dann 80 Prozent der, ...
- 2:38:45... das ist bei uns einfach nicht der Fall.
- 2:38:46Es kann nicht in den Arten ...
- 2:38:47Wie viel Prozent habt ihr im Schnitt?
- 2:38:49Ist für dich auch eine Herausforderung, ...
- 2:38:51... oder ist es einfach nur, wo du sagst, ...
- 2:38:52... alle machen's, muss ich's auch machen, ...
- 2:38:54... aber eigentlich ist für mich das, ...
- 2:38:55... das sind die kleinen Frauen am besten.
- 2:38:56Ja, ich war gerade in Frankreich, ...
- 2:38:57... da gab's das überhaupt nicht, ...
- 2:38:58... immer noch nicht.
- 2:38:59Drei Stähne Restaurants in Paris gibt's nicht, ...
- 2:39:01... Weinbegleitung haben wir nicht.
- 2:39:02Groß, relativ umfangreiche Glasweise, ...
- 2:39:04... Auswahl irgendwie 20 Weine, ...
- 2:39:06... schön teuer alles, ...
- 2:39:07... auch schöne leckere Sachen dabei.
- 2:39:09Weinbegleitung ...
- 2:39:09Reicht das aber nicht manchmal, ...
- 2:39:10... also ich wollte jetzt nicht ins Rott fallen, ...
- 2:39:12... aber manchmal ist es ja auch schön, ...
- 2:39:13... wenn ich eine schöne Glasweise Karte habe, ...
- 2:39:14... und kann aus dieser heraus empfehlen.
- 2:39:16Ja, haben wir zusätzlich, ...
- 2:39:17... wir haben eine Weinbegleitung ...
- 2:39:17... und über 50 Weine offen.
- 2:39:19Ja.
- 2:39:20Und dann brauche ich viele Hands auf die.
- 2:39:22So.
- 2:39:24Und ich würde sagen, ...
- 2:39:25... prozentual Weinbegleitung vielleicht, ...
- 2:39:28... wer hälfte?
- 2:39:30Oder so 45 Prozent?
- 2:39:30Ja, doch.
- 2:39:3145 Prozent?
- 2:39:32Ja.
- 2:39:32Hör mal, auch gänzte die nichts trinken, ne?
- 2:39:34Ja.
- 2:39:34Das darf man in einer, auch in einer Stadtumgebung, ...
- 2:39:36... ist das häufiger.
- 2:39:37Okay, ich hätte gerade gedacht, ...
- 2:39:38... gerade in einer Stadt, ...
- 2:39:38... weil gerade im Hotelrestaurant, ...
- 2:39:40... dass da weniger ist, ...
- 2:39:40... müssen die Leute, ...
- 2:39:41... weil es nur noch in den Zimmer schaffen müssen.
- 2:39:42Nein, es sind viele Menschen.
- 2:39:43Und da vielleicht auch welche helfen.
- 2:39:46Nein, wir haben, das haben wir, ...
- 2:39:47... und ich bin auch neidisch ein kleines bisschen ...
- 2:39:49... auf das Know-how, ...
- 2:39:50... der nicht alkoholischen Getränkebegleitungen, ...
- 2:39:53... die teilweise ...
- 2:39:53Hat die gar nicht oder?
- 2:39:54... haben wir nicht.
- 2:39:55Wir haben eine, ...
- 2:39:56... ich finde, vernünftig kuratierte Auswahl ...
- 2:39:57... an Alternativgetränken, ...
- 2:39:59... nicht selbst gebraut ist, ...
- 2:40:01... also nichts selbst erstellt ist.
- 2:40:04Das lasse ich mir auch gerne nachsagen, ...
- 2:40:06... dass ich da nicht der, ...
- 2:40:08... dass ich da nicht der ...
- 2:40:09... avantgardistisch zu bin.
- 2:40:11Kein Ahnung, wer von Retter, Säfte, ...
- 2:40:13... sommergyetischen.
- 2:40:14Ja.
- 2:40:15Das ist schon gut, finde ich.
- 2:40:17So, das kostet auch schon ...
- 2:40:18... ne Arm und Beine irgendwie, ...
- 2:40:19... die Sachen in so ne ...
- 2:40:20... Flasche Blaubeere und so irgendwie, ...
- 2:40:22... oder Heidelbeer Saft ...
- 2:40:23... und Netto irgendwie über 40 Euro kostet.
- 2:40:26Das ist schon wertiges Getränk, ...
- 2:40:27... das schon v.a. gut.
- 2:40:28Soll ich das formulieren?
- 2:40:29Ja, so, ne?
- 2:40:30Das kann ja vielleicht gar nicht jedes Restaurant ...
- 2:40:32Was ja auch aufwendig ist, ...
- 2:40:33... also das so, ...
- 2:40:33... ich möchte es bereits gar nicht in Frage stellen.
- 2:40:35Ne, das ist, genau.
- 2:40:36Das ist einfach, das ist einfach gut.
- 2:40:37Das ist einfach sehr, sehr gut.
- 2:40:38Aber es hat natürlich mit ...
- 2:40:40... einem Somelier oder einer Somelier, ...
- 2:40:42... die sich mit einem Koch oder einem Küchentheem, ...
- 2:40:44... einem Patissier zusammensetzt, ...
- 2:40:46... kommen Buchers ansetzt oder, ...
- 2:40:48... oder fermentiert oder, ...
- 2:40:49... Tees oder Auszüge macht, ...
- 2:40:51... Extrakte, Limonaden ansetzt.
- 2:40:54Also ich, ...
- 2:40:55... richtig, richtig, richtig geil finde, ...
- 2:40:58... es, ähm ...
- 2:40:59... es, es gibt, ...
- 2:41:01... es gab mal in Deutschland eine Bowlenkultur, ...
- 2:41:05... eine Punsch- und Bowlenkultur.
- 2:41:07Und die gibt es auch nicht alkoholisch.
- 2:41:10Mhm.
- 2:41:11Natürlich waren die, ich hab so einen Buch, ...
- 2:41:13... aus dem frühen 20. Jahrhundert neulich in der Hand gehabt.
- 2:41:15Das war so unglaublich, ...
- 2:41:17... mit welcher Akribie in Deutschland, ...
- 2:41:19... im Land der Baban, ja, hier vor Ort, ...
- 2:41:21... das Buch ist hier vor Ort, ...
- 2:41:22... äh, entstanden irgendwie in der Große in Berlin, ...
- 2:41:25... äh, wie da beschrieben wurde, ...
- 2:41:27... mit welcher Vorsicht, ...
- 2:41:28... welcher Teil eines Fürsiches, ...
- 2:41:31... in welcher Geschwindigkeit, ...
- 2:41:33... zu welchem Zeitpunkt in die Bole kommt, ...
- 2:41:35... damit die Bole nicht mächig wird.
- 2:41:37Ist ja fast japanisch.
- 2:41:38Das ist nicht nur fast japanisch, ...
- 2:41:40... sondern da wusste jemand, was er tut.
- 2:41:42Mhm.
- 2:41:43Und das empfinde ich als, ...
- 2:41:45... ich würde stumpf sagen, ...
- 2:41:47... ohne irgendwie meine Fähigkeiten unter einen, ...
- 2:41:49... unter einem schlechtes Lichtzustand oder so, ...
- 2:41:52... mir fehlt dazu das Know-how.
- 2:41:54Mhm.
- 2:41:55Ich würde dir wahrscheinlich einen sehr guten Tee aussuchen.
- 2:41:58Das könnte ich.
- 2:41:58Und ich könnte dir auch sagen, ...
- 2:42:00... an der unter Stelle ist mir zu viel ...
- 2:42:01... unvergorene Säure irgendwie im Spiel, ...
- 2:42:03... oder an der unter Stelle wär mir das zu bitter.
- 2:42:05Oder ...
- 2:42:06... meckern kann ich über.
- 2:42:07Aber ich kann jetzt nicht sagen, ...
- 2:42:09... dass ich der absolute Großmeister wäre, ...
- 2:42:10... in der Alternativ-Getränke herstellung.
- 2:42:13Es hat sich aber in Kombination mit unserer Küche auch nicht ergeben.
- 2:42:16Ich finde, das ist auch etwas, ...
- 2:42:17... was von beiden Seiten ausgehen muss.
- 2:42:18Mhm.
- 2:42:19Ja, also die Küche muss sagen, ...
- 2:42:20... ganz Martin oder Herr Konrad, wir müssen hier was machen.
- 2:42:22Uns geht es so viel Umsatzflügen, sag ich jetzt mal, ...
- 2:42:24... können wir das machen?
- 2:42:25Und dann muss man gucken, kann man das, Nancy macht das mega.
- 2:42:28Im Impuls zum Beispiel.
- 2:42:29Oder ...
- 2:42:30... oder auch die ...
- 2:42:32... Alko, ich bin da jetzt länger nicht gewesen, ...
- 2:42:33... aber im Horwitz einfach aufwändig und toll.
- 2:42:35Auch Billi hat tolle Sachen.
- 2:42:37Also da gibt es einfach geile Sachen, ...
- 2:42:38... oder Peter Müller früher, der damit angefangen hat, ...
- 2:42:41... in Westdeutschland oder so, da ist es einfach cool.
- 2:42:44Also wahnsinnig Sachen.
- 2:42:46Damit, wir haben aber auch nicht ganz so viel Nachfrage, ...
- 2:42:49... muss ich sagen.
- 2:42:50Damit es nicht jeden Abend Dreitische, die sagen, ...
- 2:42:53... Herr Konrad, dass Sie immer noch keine ...
- 2:42:55... nicht alkoholische Getränkebegleitung haben, ...
- 2:42:58... wundert uns etwas.
- 2:42:59Wenn das käme, dann würde ich mich sofort ...
- 2:43:02... würde ich mich in den Schlaf weinen und für den nächsten Tag ...
- 2:43:05... mich in die Küche stechen.
- 2:43:06Was auch Sinn macht, dass es dann genau ...
- 2:43:08... da müsste es passieren, sag ich mal.
- 2:43:10Was bringt ja auch nichts, die Sachen zu produzieren, ...
- 2:43:12... wenn kein Markt da ist, wenn keine Bedürfnisse ...
- 2:43:15... irgendwie in irgendeiner Form da ist.
- 2:43:16Und darüber hinaus, also über die Hand der Werten hinaus, ...
- 2:43:21... was brauchst du, was ist für dich da ...
- 2:43:27... nicht unerheblich, brauchst du ...
- 2:43:31... irgendwelche ...
- 2:43:32Ich brauche vor allem die Unterstützung, ...
- 2:43:33... also ich brauche vor allem abends, das ist ein Teamsport.
- 2:43:36Ja, aber so ein Reihen von dem Equipment, ...
- 2:43:38... dass du sagst, ich brauche eine LED-Lampe zum ...
- 2:43:42... dekantieren, ich brauche einen vertwurchterten oder ...
- 2:43:44... LED-Lampe zum dekantieren habe ich, weil ich nicht so für ...
- 2:43:45... offenes Feuer stehe an Situationen, wo einem was ...
- 2:43:47... wegrutschen kann.
- 2:43:49Ich finde diese Kerzensache ist ein bisschen überholt.
- 2:43:50Ich finde das mega cool, mein Schwiegervater hat mir eine ...
- 2:43:54... ich habe das bei Aldos oben gesehen, bei irgendeinem Winefacts, ...
- 2:43:56... Wednesday, Instagram, Dingchen, Aldos oben sowieso Bombe.
- 2:44:00Ich finde das Buchbombe, ich finde das was der sagt, ...
- 2:44:02... bombe ich finde das was der macht, bombe ich ohne, ...
- 2:44:03... dass ich neben Liban Adam war.
- 2:44:05Das ist zum Beispiel jemand, das ist der seriös.
- 2:44:08Den empfinde ich als jemanden, ...
- 2:44:11... so der hat einfach schon viele Dinge von sich gegeben, ...
- 2:44:13... wo ich jedes Mal dachte, da gibt es noch andere.
- 2:44:15Auch in Deutschland gibt es Leute, die, ...
- 2:44:16Wo liegen schätzt du, wenn wir jetzt gerade bei dem Thema sind?
- 2:44:20Ob ich das Thema Equipment durchaus nochmal aufgreifen möchte?
- 2:44:22Also ich habe in einer Art und Weise ...
- 2:44:27... Wohlgeschmack erlebt, bei der Auswahl vorgeschlagener ...
- 2:44:30... Weine, ich war jetzt mehrfach, also ich war ...
- 2:44:33... bin glücklich genug mehrfach schon in der Schwarzwadstube ...
- 2:44:35... Essen gewesen zu sein, was der von seit Jahrzehnten da macht.
- 2:44:40Wie lange Strecke schon?
- 2:44:42Ich glaube, der ist seit gefühl 30 Jahren da.
- 2:44:43Der ist nicht nur gefühl 30 Jahre, er ist glaube ich jetzt ...
- 2:44:45... knapp über 30 Jahre da.
- 2:44:48Das ist bemerkenswert, das ist Delikatesse.
- 2:44:52Das ist eine Mischung aus, ...
- 2:44:54... nicht müde werden, also nicht langweilig werden ...
- 2:44:58... und sich zurücklehnen und denken, ah ich habe hier jetzt ...
- 2:45:00... alles erreicht, alles erkennert, alles eingeschenkt, ...
- 2:45:02... alles probiert, sondern er hat immer, ...
- 2:45:03... ist immer vorne, das ist ...
- 2:45:06... im allerbesten Sinne, und das ist aber keine Bewertung sein, ...
- 2:45:10... das ist mein Eindruck, das hat immer eine traditionelle Art.
- 2:45:15Das ist selten, das ist typizitär, das hat immer etwas ...
- 2:45:19... mit dem Wein und der Rebsorte auch zu tun.
- 2:45:22Ich kriege da nie irgendwie, ich habe da noch nie ...
- 2:45:24... eine Karikatur eingeschenkt bekommen.
- 2:45:27Eine Karikatur ist auch okay, eine Rebsorte zu überzeichnen ...
- 2:45:30... und aus einer Rebsorte ein anderes Korsett zu zwängen ...
- 2:45:33... oder ihr ein ganz neues Gesicht zu geben, ...
- 2:45:35... verstehe ich mich nicht falsch, das ist schon in Ordnung, ...
- 2:45:36... aber es hat immer auch etwas, hat immer auch etwas ...
- 2:45:40... ursprünglich gehabt, so immer handwerklich, exzellent.
- 2:45:44Ich habe das gerade schon als du reingekommen bist, ...
- 2:45:45... gesagt, ich empfinde das, was Marco Franzeline, ...
- 2:45:48... der Kollege, was Marco mit einem Kopf nicken, ...
- 2:45:50... also zumindest als ich im Vondom war, ich war da nur einmal, ...
- 2:45:53... in seiner Gegenwart, der hat Sachen mit einem Kopf ...
- 2:45:57... nicken konnte, der kommunizieren, zumindest habe ich ...
- 2:46:00... das so empfunden, dafür muss ich 6 Kubikmeter Sauerstoff ...
- 2:46:04... verbrauchen, das war faszinierend, das finde ich mega.
- 2:46:08Wenn jemand etwas über Wein sagt, finde ich das faszinierend, ...
- 2:46:13... was Sebastian Borthäuser von sich gibt, ...
- 2:46:15... das ist unglaublich gebildet, ein Schüchtern gebildet, ...
- 2:46:19... ist ein der Rebsort. - Ein Schüchtern für dich?
- 2:46:21Ein Schüchtern ist so gemein, der ist einfach gebildet, ...
- 2:46:26... der ist einfach sehr gebildet, ist einfach sehr gewählt, ...
- 2:46:29... das macht einfach Spaß. - Ja.
- 2:46:30Das ist sehr, ich bin Fan von Worten, ...
- 2:46:34... ich finde das schön, ich mag unsere Sprache sehr.
- 2:46:36Und Quar sprache, Wein und Menschen zusammenzubringen, ...
- 2:46:40... das liebe ich sehr, das kann der Typ.
- 2:46:42Ich habe den nicht erlebt, ich war nicht im ...
- 2:46:46... Steinheuer oder ... - Durchs Lofo oder im Steinheuer, ...
- 2:46:48... oder so klein, weil Sebastian jetzt schon ein bisschen länger ...
- 2:46:52... ja auch raus ist und schreibt Gott sei Dank noch.
- 2:46:54Gelegentlich im Essers. - Ja genau, das hatte mir erzählt, ...
- 2:46:57... das wusste ich gar nicht, hatte mir neulich erzählt.
- 2:46:59Wichtig, da ist es witzig. - Ich will jetzt mal vor allen Dingen, ...
- 2:47:02... ich war noch nie bei Steinheuers und ich habe Bock auf Taube, ...
- 2:47:04... ich mag Taube so gern und der ist ja berühmt für die Taube.
- 2:47:07Und ich habe gesagt, ich war noch nie beim Steinheuse und er sagte ...
- 2:47:09... neulich mal, ich war da auch ewig nicht, lass uns dort ...
- 2:47:11... zusammengehen, ich so, ja mega, findest du mega geil, ...
- 2:47:13... bist du sicher, dass du das aushalten kannst, ...
- 2:47:15... weil ich rede viel und er redet viel und wir kennen uns gar nicht so gut.
- 2:47:18Und das ist schon sehr bewundernswert.
- 2:47:21Ja wie gesagt, Aldous Hohm, ich würde den, weil der Deutschsprachig ...
- 2:47:25... ist, und möchte das gut verstehen, ...
- 2:47:27... und weil der das Netzwerk ... - Der Lebensweg, also das ...
- 2:47:29... den kenn ich gar nicht. - ... der es in New York so geschafft hat.
- 2:47:31Genau. - Das war nicht so jetzt, ...
- 2:47:32... als in ... - Genau, den kenn ich jetzt gar nicht so gut, ...
- 2:47:34... aber das war nicht so gut. - ... aber das war nicht so gut.
- 2:47:35... sondern er ist als Österreicher.
- 2:47:39Und ich finde, naja, es ist bemerkenswert, ...
- 2:47:42... was wie die Schlögel netzwerktechnisch macht.
- 2:47:45Ja. - Das ist zum Beispiel auch bemerkenswert.
- 2:47:47Und das Übergreifende, also er ist ja mehr oder ...
- 2:47:50... ging aus einem Nichts heraus, entstand mit der Kurdo-Bau ...
- 2:47:52... und dann die Freundschaft und auch so erfolgreich ...
- 2:47:55... und dann ihm doch im Podcast, finde ich so ...
- 2:47:57Oder Johannes. - Ja.
- 2:47:58Johannes weiß sehr, sehr beängstigend viel über Wein.
- 2:48:02Weil Johannes, musst du richtig, ...
- 2:48:04... ich habe schon zwei Wetten gegen den verloren.
- 2:48:06Der weiß beängstigend viel über Wein, ...
- 2:48:08... er ist soweit ich das weiß, ...
- 2:48:09... ist er irgendwie 15 Jahre jung, hat sich gefühlt.
- 2:48:11Nee, er ist nicht ganz 15, aber ...
- 2:48:12... das ist echt erst mindestens über eine Dekade jung, ...
- 2:48:14... als ich der weiß bemerkenswert viel über Wein.
- 2:48:16Und was ich bei Johannes so mag, ist, die ist runterstabeln.
- 2:48:19Also nicht runterstabeln, nicht hochstabeln.
- 2:48:21Was ging da ja von nicht hochstabeln?
- 2:48:23Ja, das ist ja sowieso potenziell wichtig.
- 2:48:25Ja, da haben wir aber viele Kollegen, die das eben anders können.
- 2:48:28Na ja, es ist auch so, wenn du alleine kämpfst, ...
- 2:48:31... und das sage ich nochmal, nochmal, dass ich möchte, ...
- 2:48:33... nicht dass das die Leute als, oder die auch die ...
- 2:48:35... jungen Leute, die Bock haben, Somelie werden ...
- 2:48:37... als Leidensgeschichte auffassen, aber du kämpfst alleine.
- 2:48:39Und wenn du da nicht schnauzer aufmachst oder dein Tablett, ...
- 2:48:42... deine Handsehwürde, dein Kellnermesser in die Hand nimmst ...
- 2:48:44... und abends tätig wirst, dann kann ich schon verstehen, ...
- 2:48:47... dass du auch Bock hast auf Aufmerksamkeit.
- 2:48:49In diesem Haus hier kommt mir große Aufmerksamkeit zu, ...
- 2:48:53... was die, was den, wie soll man sagen, was die Resultate angeht.
- 2:48:59In diesem Haus kommt mir sehr viel Aufmerksamkeit zu, ...
- 2:49:01... was meine Person angeht, weil ich schon lange da bin.
- 2:49:04Aber in keinem Haus der Welt interessiert es irgendjemanden, ...
- 2:49:08... da ist Wein wie Weizen. Ja, das ist ein Genussmittel, ...
- 2:49:12... das gibt es irgendwie unbegrenzt. Ja, die Leute interessieren sich ...
- 2:49:16... in der Regel nicht dafür, was wir machen. Die anderen, sage ich.
- 2:49:19Das glaube ich nicht, in der Sicht, die ganz viele, ...
- 2:49:21... wenn wir sprechen, jetzt gibt es zwei Gründe dafür, ...
- 2:49:23... zum einen gibt es einen Umsatzfaktor dabei.
- 2:49:25Du kannst ja mit kaum einer Sache außer vielleicht mit Wasser ...
- 2:49:28... oder Kaffee, was nur begrenzt konsumiert wird, ...
- 2:49:30... soviel Umsatz generieren wie mit Wein, also von dem her ...
- 2:49:33... hast du da einen ganz großen Vorteil, du hast ein Imagefaktor dabei.
- 2:49:36Ich finde das, was ich mache auch super, so wie wir es ist, ...
- 2:49:39... dass es nur so viel aufbauen kann, dass den Leuten das nicht einleuchtet.
- 2:49:42In Deutschland nicht so sehr einleuchtet wie beispielsweise in einer ...
- 2:49:45... Gesellschaft, aber ich glaube, dass du als Tommy schon eine gewisse ...
- 2:49:48... Anerkennung, Wertigkeit, egal welcher Astronomie genießt, ...
- 2:49:52... wenn du versuchst diesen Post nicht zu überstrapazieren.
- 2:49:57Kann ich nicht bestätigen. Okay. Nein, ich finde, ...
- 2:50:00... der Standing, was wir in Deutschland haben, ist bei genussfreudigen ...
- 2:50:04... Menschen, die aufwendig essen gehen oder aufwendig trinken gehen, ...
- 2:50:07... die Freude daran haben. Ich meine, dass innerhalb eines Betriebes ...
- 2:50:10... die Anerkennung im Allgemeinen, also gar nicht so jetzt in der ...
- 2:50:13... gesellschaftlichen Wahrnehmung, sondern innerhalb eines Betriebes, ...
- 2:50:16... welchen Stellenwert man dort als Tommy genießt, vielleicht ...
- 2:50:19... in Vergleich zu anderen ... Okay, die Position vielleicht ja, ...
- 2:50:22... weil die Leute das bewundern, dass man viel weiß, schon.
- 2:50:25Aber sie interessieren sich nicht dafür, wie das funktioniert.
- 2:50:29Das interessiert nur jemanden, der sehr spezifisch dann Lust auf ...
- 2:50:32... Wein hat. Das kann ich nicht. Ja.
- 2:50:35Also du bist ganz schnell als Nobist oder als ...
- 2:50:38Genau, das ist dann so Habitur, ich habe sowieso so ein bisschen was ...
- 2:50:41... offensichtlich dazu führt, dass die meisten Leute denken, der ...
- 2:50:43... trägt seine Nase, aber also ich habe Stupsnase, aber so hoch, ...
- 2:50:46... wie manche Leute behaupten, dass ich sie trage. Naja.
- 2:50:49Ne, was ich meine, ist mehr so das ...
- 2:50:53Ja, wie soll ich das sagen, dass so ... Also du ...
- 2:50:59Die gesellschaftliche Wertschätzung für diesen Berufsstaunen.
- 2:51:01Ja, es ist so, ja, es ist so, also richtig stolz ...
- 2:51:05... kannst du in Deutschland darauf noch nicht sein.
- 2:51:08Ich sage mal noch nicht. Und das führt dazu, wenn du abends dann ...
- 2:51:11... deine Bühne hast, dass du dann auch Bock hast, mal richtig ...
- 2:51:16... mein Vater hat immer gesagt, auf die Sahne zu hauen.
- 2:51:18Dass du Bock hast, auch mal zu stylen und zu sagen, ...
- 2:51:21... ey, ich bin hier der Someli, ich habe gerade sechs Flaschen ...
- 2:51:23... Grand-Grüfer gekauft, an Viertischen, für richtig Asche ...
- 2:51:29... und der oder diejenige sagt, und dann führt man sich ganz kurz, ...
- 2:51:34... denkt man, ich bin die Geizte.
- 2:51:37Und jetzt kommt's.
- 2:51:40Das Gefühl ist okay. Völlig okay.
- 2:51:44Sich dann vielleicht noch zu wünschen, dass im Team jemand zu einem sagt, ...
- 2:51:47... oh, geil, hast du gut gemacht. Das ging ja heute Abend was.
- 2:51:51Vielleicht noch der Küchenchef, der dann zu dir sagt, ans Martin.
- 2:51:55Heute Abend war ja ein bisschen was los, war nur in Ordnung, ja.
- 2:51:59Und dann vielleicht noch der Controller, der seit Jahren im Haus ist ...
- 2:52:04... und immer deine Zahlen morgens sieht, wenn er oder sie an den Schreibtisch kommt ...
- 2:52:07... und dann sagt, war gut gestern, ne?
- 2:52:11Und dann hört es aber leider auf.
- 2:52:13Und ich finde, dann sollte es auch aufhören, weil ich mache hier, ...
- 2:52:16... also weiß nicht, ich mag Stor, das ist keine Operation am offenen Herzen.
- 2:52:19Ich rette hier keine Leben.
- 2:52:21Ich finde, das jetzt nicht so äußerst bemerkenswert.
- 2:52:23Welch man sich immer bewusst sein musste, dass es im Prinzip ein ...
- 2:52:26... Berufsstand ist, auf dem man durchaus verzichten kann.
- 2:52:29Auf der anderen Seite finde ich es insofern gar nicht interessant, ...
- 2:52:32... Momente zu schaffen, Erinnerung zu schaffen und viele Leute einfach ...
- 2:52:35... aus dem Alltag herauszuholen und in dem manchmal sehr stressigen ...
- 2:52:39... Alltag, den viele auch deiner Gäste haben, etwas Erinnerungswürdiges ...
- 2:52:45... oder einen kleinen, kleinen Geschmackspiel.
- 2:52:47Erdenhaft finde ich es deutlich faszinierender, plavier zu spielen ...
- 2:52:50... wie ein Gott auf meinem Bühne und 100.000 Leute zum Johlen zu bringen.
- 2:52:53Das ist schon ein bisschen was anderes.
- 2:52:54Durchaus. Und damit schafft man auch Erinnerungswürdigemememememememte.
- 2:52:57Ja, und das empfinde ich auch dann.
- 2:52:58Du hast Bole gesagt, um das Thema zu brechen.
- 2:53:01Das ist ein Bock auf Bole, über Bole zu sprechen.
- 2:53:03Das finde ich witzig. Findest du Bole cool?
- 2:53:05Ich habe ganz wenig Erfahrung damit, ich habe das mal so ein bisschen ...
- 2:53:07... in der Basis, weil ich abends nicht weg hier insaufen gehe.
- 2:53:09Das gibt es in Berlin, gab es das mal vor ein paar Jahren, ...
- 2:53:11... was man so schüsselt und irgendwie wieder stand und so.
- 2:53:13Aber findest du, dass dem Wein würdig eine Bole rauszumachen oder?
- 2:53:16Ja, absolut. Find ich richtig gut.
- 2:53:18Was darf ein Wein nicht machen?
- 2:53:20Oh, wow.
- 2:53:22Hast du da Grenzen? Hast du hier auch Grenzen, ...
- 2:53:24... wo wahrscheinlich auch teilweise sehr spezielle ...
- 2:53:27... mit Wein nicht machen?
- 2:53:29Ohne über die Gegebenheiten der Hausinterner zu reden.
- 2:53:34Ist so irgendwas den Beinen unwürdig?
- 2:53:39Also ich muss persönlich sagen, ich bewege mich nicht so gern mit Wein.
- 2:53:42Ich finde Wein in einer Situation, wo du dich konstant bewegst, ...
- 2:53:45... oberhalb eines bestimmten Qualitätslevels, das finde ich, ...
- 2:53:48... das stehe ich nicht so gut.
- 2:53:49Also Weinwalk wäre nicht dein so Marathonbord, ...
- 2:53:51... auch nicht so deine Sachen, wo du sagst.
- 2:53:53Achso, da geht es ja nicht um die Qualität, ...
- 2:53:55... da geht es ja um das Erleben.
- 2:53:57Ja, nicht um das Degustieren, stimmt.
- 2:53:59Aber Weinwalk durch die Weinberge, wo man sagt, ...
- 2:54:01... von Station zu Station, da geht es ja um eine andere ...
- 2:54:03... Ausgleichung.
- 2:54:04Also wenn es um Qualitätswein geht, nicht.
- 2:54:06Keine Bewegung, aber hast du sonst irgendwie ...
- 2:54:08... ein Ausgleichen-Hobby, irgendwas?
- 2:54:10Ach so.
- 2:54:11Du als Balance nimmst zu Kinder, ...
- 2:54:13... Familie, Beruf, Arten ...
- 2:54:15Das ist ehrlich gesagt meine Balance.
- 2:54:17Ich finde Familie mega.
- 2:54:19Also ich habe nicht so viel Zeit wie ...
- 2:54:22... vielleicht jemand anderes, der mehr Ninetyl ...
- 2:54:25... five-igen Job hat.
- 2:54:27Also wo es ein bisschen gesetzt ist, was die ...
- 2:54:30... Zeiten angeht, wo das planbarer ist.
- 2:54:33Mein Job ist ja im Negativen sehr skalierbar ...
- 2:54:36... von den Zeiten her.
- 2:54:38Aber Familie koche gerne.
- 2:54:40Koche ich sehr gerne für meine Familie.
- 2:54:42Ich mache das sehr, sehr gerne.
- 2:54:44Ich habe richtig Lust zu Hause so ein bisschen ...
- 2:54:46... versorger. Darauf habe ich Lust.
- 2:54:48Aber kannst du es nicht, hast du zumindest gesagt?
- 2:54:50Ja, ich bin es vorhin, dass du ...
- 2:54:52Ja, ich bin kein Koch.
- 2:54:54Das ist eine leidenschaft.
- 2:54:56Absolut. Aber das hat mit dem was die ...
- 2:54:58... das hat mit dem was die Kolleginnen in der Küche ...
- 2:55:00... machen, einfach nichts zu tun.
- 2:55:02Das ist was anderes. Ich habe neulich Personalessen ...
- 2:55:04... gemacht. Das war zu einem Zeitpunkt, da war ...
- 2:55:06... da stand ein Besuch auch an und das war also ...
- 2:55:08... noch mal ein bisschen angespanntere Situation.
- 2:55:10Nachmittags das Map war aufwendiger.
- 2:55:12An dem Tag für die Kolleginnen, da war da eine ...
- 2:55:14... Stimmung, dem könnte ich nicht zwei Minuten ...
- 2:55:16... Stand halten.
- 2:55:18Im Service klar, weil das mein Metier ist, aber das ...
- 2:55:20... ist richtig taf, was sie da machen.
- 2:55:22Dass sie so sind jeden Tag gleich sind und es ist ...
- 2:55:25... einfach krass.
- 2:55:27Und damit habe ich, damit hat das was ich zu Hause ...
- 2:55:29... für meine Familie mache oder glaube zu machen ...
- 2:55:31... hat das einfach nichts zu tun.
- 2:55:33Das ist einfach, das ist ein Ausbildungsberuf, den ...
- 2:55:35... habe ich nicht.
- 2:55:36Ich hatte den Gedanken von Dieter Müller, der ...
- 2:55:38... ist sehr interessant, dass er sagt, eigentlich fast ...
- 2:55:40... jede Frau Hausbrauch kann, zumindest ein Sterne kochen ...
- 2:55:42... sein, aber auch noch einzige Kunst ist das jeden Tag ...
- 2:55:44... zu können und zu dürfen, zu müssen.
- 2:55:46Ja und dann gibt es halt auch noch zwei und drei.
- 2:55:48Aber zumindest dieses Grundsignal, der Sterne ...
- 2:55:50... hat sich das entzündet.
- 2:55:52Was nebenbei auch nicht heißt, dass der Genuss ...
- 2:55:54... nur entstehen kann, wenn dieser Art von ...
- 2:55:56... Ethos oder dieser Art von Stimmung in einer Küche ...
- 2:55:58... herrscht, wie ich das jetzt gerade oder wie ich das ...
- 2:56:00... so empfunden habe.
- 2:56:02Wir haben eine super Klima in der Küche, soweit ich ...
- 2:56:04... das einschätzen kann, ist alles gut.
- 2:56:06So wie es sich heute gehört, ein ausreichendes Maß ...
- 2:56:08... an Anspannung, ein ausreichendes Maß an ...
- 2:56:10... Kolligialität, an Freundlichkeit.
- 2:56:12Professionell, im hoffentlich zeitgemäßesten Sinne.
- 2:56:14Dennoch habe ich das als sehr angespannt empfunden.
- 2:56:16Das wird auch ein sehr, sehr gutes Gefühl.
- 2:56:18Das wird als sehr angespannt empfunden.
- 2:56:20Das würde einem ...
- 2:56:22... geht in unserem Küchenchef, wenn der abends ...
- 2:56:24... dann den Hauptgang geschickt hat und einmal kurz ...
- 2:56:26... nach vorne kommt und ...
- 2:56:28... schonmal sich orientiert, ob man im Zweifelsfall ...
- 2:56:30... wie die Runde durchs Restaurant dann ablaufen soll ...
- 2:56:32... und so, dann sagt er manchmal, "Warte, du bist ...
- 2:56:34... angespannt."
- 2:56:36Ich sage, ja!
- 2:56:38Was denn sonst?
- 2:56:40Digger, natürlich.
- 2:56:42Ja, das ist ...
- 2:56:44... genau.
- 2:56:46Also es kann in einer bürgerlichen Situation ...
- 2:56:48... ich habe selten so gut gegessen, wie in einem ...
- 2:56:50... unter freiem Himmel in den Pyrenäen.
- 2:56:52Das war so Haus, das war Haus, Frauenküche, ...
- 2:56:56... paar Excellenzen.
- 2:56:58Ich habe dazu gab es ...
- 2:57:00... relativ kalten Roussées irgendwie, ...
- 2:57:02... Tannas oder irgendwas, keine Ahnung, ...
- 2:57:04... Madiron.
- 2:57:06Das war eine der größten ...
- 2:57:08... kulinarischen Erfahrungen, die ich jemals gemacht habe.
- 2:57:10Also niemals hat nur ein Stern, ...
- 2:57:12... mehr Sterne, drei Sterne, Essen ...
- 2:57:14... oder die Gastronomie, die wir hier haben, ...
- 2:57:16... hat die, wie soll man sagen, die Genusshoheit.
- 2:57:18Den ultimativen Genuss gepachtet, nein.
- 2:57:20Ein Stück Schokolade, ...
- 2:57:22... ein ...
- 2:57:24... eine ...
- 2:57:26... eine ...
- 2:57:28... eine gegrillte Obergine, ein ...
- 2:57:30Ich weiß es nicht.
- 2:57:32Eine Tasse Tee.
- 2:57:34Wenn das ...
- 2:57:36... das Endstoff ist Endstoff, das ist unerheblich.
- 2:57:38Ich freue mich schon nur bei Endstoffen, das ist gut, ...
- 2:57:40... wenn immer mal Endstoff am Tisch ist, so.
- 2:57:42Aber ...
- 2:57:44... diese Häufung von Endstoff, die wir hier machen, ...
- 2:57:46... in Anführungsstrichen, das ist natürlich schon eine besondere Art von ...
- 2:57:48...
- 2:57:50... das schon viel.
- 2:57:52Ich würde sagen, ich würde niemals raten, ...
- 2:57:54... der sich mal mit krusten Tieren auseinandersetzen müsste, ...
- 2:57:56... dass er am besten gleich erst mal zu uns geht.
- 2:57:58Sondern den würde ich raten, hey ...
- 2:58:00Weiß mein Britannier.
- 2:58:02Ja so, oder nun mal so, ...
- 2:58:04... na oder gehst mal dahin oder gehst mal zu ...
- 2:58:06... Hummer-Petersen und kaufst dir mal einen ...
- 2:58:08... britannischen Hummer für zu Hause.
- 2:58:10So wenn du Bock hast.
- 2:58:12Oder du hast irgendwie 100 Euro das Tier ...
- 2:58:14... oder 150 und dann guckst du jetzt mal so ein bisschen an, ...
- 2:58:16... dann gebe ich dir den Tipp.
- 2:58:18Und so muss man nicht, kannst auch sofort im Hier an, ...
- 2:58:20... also Herr Brenndi, unser Küchenchef hat ...
- 2:58:22... so Meeresfrüchte und Fischtechnis ...
- 2:58:24... schon so relativ weit vorne, sag ich mal vorsichtig.
- 2:58:26Aber ...
- 2:58:30... wenn das eine Sache davon ist, ...
- 2:58:32... einfach nur eine Sache, ...
- 2:58:34... sehr schön gegarter Blumenkohl ...
- 2:58:36... oder ein ...
- 2:58:38... ich weiß nicht ...
- 2:58:40... oder ein Plätzchen, ein Geekst.
- 2:58:42Ganz, ja.
- 2:58:44Es ist einfach, wenn das Endstoff ist Endstoff, ...
- 2:58:46... dann kommt es sich auf die Menge oder auf die ...
- 2:58:48... Häufung oder auf den Preis an, das ist Endstoff.
- 2:58:50Ja.
- 2:58:52Gibt es wirklich die eine ...
- 2:58:54... Wein-Speisen-Kombination, wo du sagst, ...
- 2:58:56... das war für mich der absolute Himmel ...
- 2:58:58... auf erster Flossen, so diese einzelnen Elemente?
- 2:59:00Ich gab eine Fast, ein Fast-Paring.
- 2:59:02Ja.
- 2:59:04Ich kann nicht sagen ...
- 2:59:06... aber es ist ein besonderes Fast.
- 2:59:08Okay.
- 2:59:10Es gab ein Gegner um zwei Desserts, ...
- 2:59:12... kam ein Dessertforkter auf das andere oder eine, ...
- 2:59:14... wie man früher sagt, den Nachspeise folgte auf die andere.
- 2:59:16In der ersten ging es um ...
- 2:59:20... sehr, sehr pure Kakao-Geschichten, ...
- 2:59:22... sag ich jetzt mal, ...
- 2:59:24... vielleicht würde man sagen Schokolade.
- 2:59:26Sehr pure.
- 2:59:28Durchaus aber noch mit Schmelz.
- 2:59:30Also keine staubige, ...
- 2:59:32... überstränge, säure, betonte, ...
- 2:59:34... abgefriegte Geschichte, ...
- 2:59:36... sondern es war durchaus noch merklich, ...
- 2:59:38... dass aus Kakao irgendwann Schokolade entstehen kann.
- 2:59:40Weil es kein schmeichendes Schokoladen bisher, ...
- 2:59:42... weil es kein Soufflé, ...
- 2:59:44... aber es ist schon ...
- 2:59:46... Schokolade, Kakao.
- 2:59:48Und dazu gab es ...
- 2:59:50... eine sehr schöne Weinbegleitung.
- 2:59:52Und ich habe mit jemandem Essen dürfen, ...
- 2:59:56... der sich sehr gut, den ich sehr schätze.
- 2:59:58Das war eines dieser, einer dieser Momente, ...
- 3:00:00... wo ich ...
- 3:00:02... welche Weinbegleitung war.
- 3:00:04Das weißt du das noch? - Das weiß ich noch.
- 3:00:06Ja, ich kann aber nicht sagen, was, ...
- 3:00:08... sonst würde es, ...
- 3:00:10... ich kann aber sagen, was fast das Pairing war.
- 3:00:12Aber die Person war elementar ...
- 3:00:14... dafür mit verantwortlichem Wichtig?
- 3:00:16Ja, weil ich mich, ...
- 3:00:18... weil ich und meine Begleitung, ...
- 3:00:20... wir den gleichen ...
- 3:00:22... Einfall hatten, ...
- 3:00:24... was diesen Gericht am besten getan hat.
- 3:00:26Schön. - Aber es war ein sehr deutscher Gedanke.
- 3:00:28Denn wir hatten beide das Gefühl, ...
- 3:00:30... uralter Riesling.
- 3:00:32Und mit uralt, ...
- 3:00:34... uralt.
- 3:00:36Am besten vor dem Ersten Weltkrieg.
- 3:00:38Alt ist uralt. - Das ist uralt.
- 3:00:40Das meine ich mit uralt.
- 3:00:42Und ...
- 3:00:44... dann kam das nächste Dessert.
- 3:00:46Also das Pairing war wirklich gut.
- 3:00:48Es war auch ein exklusives Pairing, es waren seltener Wein.
- 3:00:50Und dann kam das nächste Dessert.
- 3:00:52Und dazu gab es ein Riesling von 1900.
- 3:00:54Also die Weine und das Essen waren so nah zusammen.
- 3:00:58Es war unglaublich.
- 3:01:00Es war auch kein ...
- 3:01:02Es war dadurch auch kein Fehler, ...
- 3:01:04... weil der Wein war ja da.
- 3:01:06Es war nur ein Gang später.
- 3:01:08Ich weiß gar nicht mehr, was der Gang danach war, ...
- 3:01:10... obwohl es ein tolles Essen war.
- 3:01:12Der Wein war da.
- 3:01:14Und dieses wirklich auch grandiose Kakao Dessert ...
- 3:01:16... war da. Die waren so nah zusammen, ...
- 3:01:18... das war Matchmade in Heaven.
- 3:01:20Es war nur, das war nicht in Deutschland, ...
- 3:01:22... das war nur nicht ...
- 3:01:26... das war halt nicht ganz passend.
- 3:01:28Das kam ein Schritt später.
- 3:01:30Aber das war ...
- 3:01:32... das war auch unmöglich.
- 3:01:34Ein Wein von 1900, ...
- 3:01:36... von einem großen deutschen Weingut.
- 3:01:38Dieser Wein hatte alles, ...
- 3:01:40... was dieses Schokoladen Dessert gebraucht hätte.
- 3:01:42Und es war nah genug dran, dass es perfekt war.
- 3:01:44Es ist ja schrecklich.
- 3:01:46Es ist ja ungewöhnlich.
- 3:01:48Nein, das war nicht schrecklich.
- 3:01:50Nein, es war großartig.
- 3:01:52Nein, es kommt von dem her schrecklich, ...
- 3:01:54... dass man natürlich viele Sachen imaginär ...
- 3:01:56... sich vorstellen kann.
- 3:01:58Es waren zwei Deutsche am Tisch, ...
- 3:02:00... die sich sehr gut mit Riesling ...
- 3:02:02... vielleicht über den anderen darf ich das sagen.
- 3:02:04Aber wurden die ...
- 3:02:06... die Speisen zu den Weinen kreiert?
- 3:02:08Also hatte der Frucht die auch neu?
- 3:02:12Nein, ich kann den Namen ...
- 3:02:14... und auch nicht sagen.
- 3:02:16Es tut mir leid, dass ich das jetzt ...
- 3:02:18... sozusagen sagen würde, das war ein hoch ...
- 3:02:20... ein hochspannendes, ganz tolles Essen.
- 3:02:22Das war eine sehr gute Bombe.
- 3:02:24Aber dieses Pairing ...
- 3:02:26... hat es gegeben, das war, dass der Keller ...
- 3:02:28... dass du in einer Weinbegleitung ...
- 3:02:30... nicht nur für uns, soweit ich das weiß.
- 3:02:32Ich kann nicht sagen, ob es ein Weinpairing war, ...
- 3:02:34... dass es nur für uns gemacht wurde.
- 3:02:36Wir hatten gewisse Standing.
- 3:02:38Nicht weil wir so wichtig waren, sondern weil die ...
- 3:02:40... Reservierung schwierig war in dem Restaurant.
- 3:02:42Man wusste, wer wir sind.
- 3:02:44Das weiß man, dass wir es ja manchmal ...
- 3:02:46... die ...
- 3:02:48... und das war so nah zusammen.
- 3:02:50Das war so gut.
- 3:02:52Das hat gereicht, das war ...
- 3:02:54... das war es.
- 3:02:56Und das ist manchmal auch in der Art von Perfektion, ...
- 3:02:58... wo man einfach das Gefühl hatte, es könnte.
- 3:03:00Ja.
- 3:03:02Das war ja da, aber die Sachen, wenn ich da bin, ...
- 3:03:04... du kannst ja nicht, also der Schokoladen, ...
- 3:03:06... das haben wir alle und Kakao und so.
- 3:03:08Aber wenn du den Typen in der Patisserie hast, ...
- 3:03:10... ein Killer von Patissier und der legt dir ...
- 3:03:12... dieses Kakao ...
- 3:03:14... Dessert auf den Teller und den Gästen.
- 3:03:16Und das ist schon eine Granate.
- 3:03:18Und dann hast du den Wein auch noch im Keller.
- 3:03:20Wie soll das denn gehen?
- 3:03:22120 Jahre alter Riesling.
- 3:03:24Wie soll das denn bitte schön gehen?
- 3:03:26Das ist doch ...
- 3:03:28... das ist unmöglich. Aber es war da.
- 3:03:30Und es waren nun mal zwei Deutsche am Tisch, ...
- 3:03:32... die die Kombination gesehen haben.
- 3:03:34Das war weit weg von Deutschland.
- 3:03:36Das bedeutet, wir denken Riesling ja anders.
- 3:03:38Das ist unsere Rebsorte hier, sage ich jetzt mal, ...
- 3:03:40... in Anführungsstrichen.
- 3:03:42Wir haben schon mal edelsüß mit Geschmortem ...
- 3:03:44... auch kombiniert.
- 3:03:46Und dann kommt die Idee kaum jemand.
- 3:03:48Ich glaube, Johannes ...
- 3:03:50... auch neulich bei mir im Podcast übergesprochen.
- 3:03:52Da denkt halt kaum jemand ...
- 3:03:54... ja, so, da denkt ja kaum jemand dran.
- 3:03:56Das kannst du nur, wenn das Riesling-Thema ...
- 3:03:58... über dich gekommen ist.
- 3:04:00Wenn du Geschmortes gegessen hast und stand zufällig ...
- 3:04:02... von Primmender auslesen mit einer goldenen Kapsel ...
- 3:04:04... auf dem Tisch, dann merkst du, ...
- 3:04:06... das ist einfach richtig geil.
- 3:04:08Du musst halt Bock auf Prümmen oder auf edelsüß haben.
- 3:04:10Und du musst Bock haben auf Gulasch.
- 3:04:12Und plötzlich denkst du, ah, verstehe.
- 3:04:14Und dass diesem sommelier ein Weltklasse-Kollege ...
- 3:04:17... davon bin ich ein Schatten.
- 3:04:20Wenn aber dieses noch nicht über ihn gekommen ist, ...
- 3:04:23... dann kann das, dann war das einfach so.
- 3:04:26Das war trotzdem perfekt.
- 3:04:28Das war perfekt.
- 3:04:30Welcher Wein wärst du?
- 3:04:32Ein Bordeaux.
- 3:04:34Ein welcher Bordeaux?
- 3:04:36Animierend niedrigalkoholisch.
- 3:04:38Eine gute Balance aus Cabernet und Mello.
- 3:04:40Graf.
- 3:04:42Welches gut?
- 3:04:44Naja, das meiste kann dienen.
- 3:04:46Das ist schon lecker.
- 3:04:48Das finde ich schon gut.
- 3:04:50Nein, das kann ich nicht sagen.
- 3:04:52Das ist vielleicht eher was, was jemand anders sagen musste.
- 3:04:54Ich kann sagen, dass ich das, ich finde, ein animierenden, ...
- 3:04:57... einen animierenden, ...
- 3:04:59... ein Wein, der ein animiert, ...
- 3:05:01... der einen ablenken kann, der trotzdem dazu führt, ...
- 3:05:04... dass das ein animierender Wein ist.
- 3:05:06Das ist ein animierender Wein.
- 3:05:08Das ist ein animierender Wein.
- 3:05:10Ein Bordeaux, der ablenken kann, der trotzdem dazu führt, ...
- 3:05:13... dass man den Gespräch weiter folgen kann.
- 3:05:15Der Zwischenmenschlichkeit am Tisch ...
- 3:05:18... in Verbindung mit Speisen.
- 3:05:21So gut begleitet wie ein niedrigalkoholischer, ...
- 3:05:24... großer, gereifter Bordeaux.
- 3:05:26Das ist faszinierend.
- 3:05:28Das finde ich sehr.
- 3:05:30Aber es war auch mein erstes Erlebnis.
- 3:05:32Haste nicht, dass ich ...
- 3:05:34Bordeaux geprägt.
- 3:05:36Ja, es war so.
- 3:05:38Genau, ja, stimmt.
- 3:05:40Der erste große Bäm war dieser Bordeaux.
- 3:05:43Ich finde auch, dass man einen großen Wein, ...
- 3:05:46... man kann ihn greifen, ...
- 3:05:48... ohne ihn verstehen zu können.
- 3:05:50Wenn man nichts um den Wein weiß, merkt man die Größe ...
- 3:05:53... des Weines und die besonderen Wattungen.
- 3:05:55Alle großen Weine der Welt.
- 3:05:57Damit meine ich nicht unbedingt hochgehipstert, ...
- 3:06:00... sondern um das Wein-Establishment.
- 3:06:02Das würde ich auf die nicht diskutierten Granten ...
- 3:06:05... der Welt.
- 3:06:07Die 20 Weine, auf die wir uns alle, egal wie tätowiert, ...
- 3:06:10... wie vollwertig, wie schlipsträgerisch, ...
- 3:06:13... wie jung, wie alt wir sind, ...
- 3:06:15... auf die wir uns einigen können, die haben alle die ...
- 3:06:18... Qualität, dass jemand, der keine Ahnung hat, ...
- 3:06:21... genauso Lust hat, sich davon sechs Gläser reinzustellen, ...
- 3:06:24... wie jemand, der Ahnung hat.
- 3:06:26Das zeichnet sich alle aus.
- 3:06:28Das glaube ich, das ist eine fundamentale Qualität.
- 3:06:31Nennen das Evergreen oder nennen das Establishment ...
- 3:06:34... Qualitätsgarantie oder ein Qualitätsversprechen, ...
- 3:06:37... keine Ahnung oder Kanon.
- 3:06:40Das heißt aber nicht, ...
- 3:06:42... die 100 Packerpunkte sind nicht wichtig, ...
- 3:06:44... deswegen tue ich mich mit einem Jahr auch so schwer.
- 3:06:47Lieber ein kleines bisschen weniger warm.
- 3:06:52Kann ein großes Jahr sein, aber lieber ein bisschen weniger warm.
- 3:06:562000 ist gerade gut.
- 3:07:0399 finde ich auch ganz gut gerade.
- 3:07:06Trotzdem, also 2000 sehr gut strukturiert, ...
- 3:07:09... und der doch für einen außergewöhnlichen Kratzer liegt.
- 3:07:12Schon was drin, aber ...
- 3:07:14... ist jetzt noch nicht.
- 3:07:16Also die Weine, die ich so bisher, das ist großer Wein, ja?
- 3:07:19Hast ja gefragt, ne?
- 3:07:21Er spricht nicht meinem Geldbeutel, deswegen ...
- 3:07:26... muss man lieber off-Vintage ist.
- 3:07:28Ich habe 83 O-Bereien auch schon so unglaublich gut getrunken ...
- 3:07:31... oder hat jemand netterweise mitgebracht, es war ein Bombenwein.
- 3:07:34Wenn ich das wäre, wenn mich jemand damit vergleichen würde, ...
- 3:07:37... wäre ich schon echt, ...
- 3:07:39... wäre ich ein bisschen die Rente hindankbar.
- 3:07:41Vielen Dank.
- 3:07:43Hast noch abrufrente Zielewünsche?
- 3:07:45Irgendwas, was du ...
- 3:07:47... sagst, wenn ich das noch erleben dürfte, ...
- 3:07:52... das heißt beruflich, also das Private würde ich eigentlich ...
- 3:07:56... mal außen vorlassen, weil das ist ...
- 3:07:58... das Kinderfamilie Tra-La-La.
- 3:08:00Aber beruflich, dass du ...
- 3:08:03Ich würde mir wünschen, dass ich noch ...
- 3:08:09... na ja, ein paar gute Gläser Wein wäre gut.
- 3:08:14Das würde ich mich schon, es gibt schon noch ein paar Sachen, ...
- 3:08:17... die ich gerne ...
- 3:08:18Ich würde es gerne mal probieren wollen.
- 3:08:20Wer bei Wünsche sind?
- 3:08:22Probieren?
- 3:08:24Ich habe das Gefühl, probieren ...
- 3:08:26... und dann habe ich das Gefühl, ...
- 3:08:28... ich werde schon noch Lust auf ein paar schöne Gläser Wein.
- 3:08:31Es ist mehr so Stimmung.
- 3:08:33Ich habe noch nicht sehr gut gegessen, ...
- 3:08:35... das letzte ist ja vorletztes Jahr, ...
- 3:08:37... habe sehr gut gegessen und einen gereiften Silvaner dazu getrunken, ...
- 3:08:40... zum Beispiel.
- 3:08:42Dann gab es nicht mehr so viel, ...
- 3:08:44... ein großer Fern des Weingutes, ...
- 3:08:46... hat in einer Dreisterne Umgebung 65 Euro die Flasche gekostet.
- 3:08:49Das hat großen Spaß gemacht.
- 3:08:51Es wird den Wein auch so schnell nicht vergessen, muss ich sagen.
- 3:08:55Ich würde gerne noch ein paar schöne Flaschen verkaufen.
- 3:08:58Ich würde gerne noch besser werden, ...
- 3:09:00... in dem was ich hier mache, gibt es noch viel zu lernen auch für mich.
- 3:09:03Das ist keine Tiefstabelei, ...
- 3:09:05... es ist auch kein Fishing for Complements.
- 3:09:07Sondern es gibt einfach viele Dinge, ...
- 3:09:09... von denen ich keine Ahnung habe oder von denen ich wenig Ahnung habe.
- 3:09:12Es gibt Weinganze, Weinmerkte, ...
- 3:09:14... die bisher für mich relativ unerschlossen sind.
- 3:09:16Was unterschätzt?
- 3:09:18Oder wo glaubst du, was unterschätzt ist, ...
- 3:09:20... was durchaus ein Markt ist, der sich noch auftun krimpte?
- 3:09:22Ich würde mal auf Deutschland jetzt gehen, ...
- 3:09:24... ich finde so vor der eigenen Türkei, ich würde sagen Franken.
- 3:09:26Guckt euch mal ein bisschen mehr an, was in Franken läuft.
- 3:09:28Ja.
- 3:09:29Das würde ich sagen.
- 3:09:31Finde ich also durchaus auch neben der großen Präsenz ...
- 3:09:35... von Mosel, teilweise Pfalsbaden, ...
- 3:09:37... ist Franken immer noch so ein ...
- 3:09:39... so ein Sleeping Trashem.
- 3:09:42Die haben auch selber Schuld, ...
- 3:09:44... die sind ja alles ein bisschen fennig fuchsam wie sie unterwegs, ...
- 3:09:46... auch die Leute, die haben liebsten Frankenwein trinken.
- 3:09:48Das sind jetzt nicht so die Big Spender, ...
- 3:09:50... habe ich um jetzt eine Schubladen mal zu bemühen.
- 3:09:52Die müssen auch gucken, dass sie ...
- 3:09:54... jetzt nicht so flashy von vielleicht mal ...
- 3:09:56... so Tauberfranken irgendwie für's ...
- 3:09:58... ausgenommen, die ein internationales Renommee ...
- 3:10:00... mittlerweile haben.
- 3:10:02Ohne zu sagen, dass sie sich ...
- 3:10:04... für die Renommee produzieren, also es ist daran vergessen, ...
- 3:10:06... werden die mehr gerechten sind.
- 3:10:08Ja gut, das muss man aber trotzdem ein bisschen gucken, ...
- 3:10:10... dass man damit dann auch auf der Road geht.
- 3:10:12Es gibt große Winzer-Persönlichkeiten in Deutschland, ...
- 3:10:14... die mit ihrem Stoff einfach nicht auf der Road gehen, ...
- 3:10:16... weil sie im positivsten aller Sinne sehr genügsam ...
- 3:10:18... und sehr lokal verhaftet sind, ...
- 3:10:20... weil sie gar nicht den Anspruch hätten, ...
- 3:10:22... weil sie dann im Zweifelsfall auch denken, ...
- 3:10:24... dass die Leute ihnen kein Wein mehr abkaufen, ...
- 3:10:26... weil also der hat jetzt immer 25 Euro gekostet, ...
- 3:10:28... und wenn der jetzt 40, 45 kostet, ...
- 3:10:30... weil der amerikanische Markt plötzlich ...
- 3:10:32... Silvana großes Gewächs trinken möchte, ...
- 3:10:34... vielleicht ich, ...
- 3:10:36... dann haben wir hier Schwierigkeiten, ...
- 3:10:38... also das sind ja manchmal auch so Entscheidungen.
- 3:10:40Ich würde mich auch freuen, ...
- 3:10:42... wenn mein Gerüst, also wenn mein Körper ...
- 3:10:44... meinen diesen Job mitmacht noch.
- 3:10:46Das würde ich mir sehr wünschen, ...
- 3:10:48... dass ich das arbeiten kann.
- 3:10:50Vielleicht nicht mehr ganz so zackig wie heute ...
- 3:10:52... und vielleicht nicht mehr ganz so ...
- 3:10:54Aber schon in diesem Beruf oder ...
- 3:10:56... hättest du dich auch woanders sehen.
- 3:10:58Nein. - Also wurdest du?
- 3:11:00Doch, nein, nein, nein, nein, nein.
- 3:11:02Das ist für mich, ich habe eine sehr ...
- 3:11:04... langsame Berufsausfassung.
- 3:11:06Der Keller, der jetzt hier zusammengekommen ist, ...
- 3:11:08... das hat Jahre gedauert und das wird auch noch länger dauern.
- 3:11:10Ich empfinde das hier nicht als abgeschlossen ...
- 3:11:12... oder fertig. Ich habe immer noch Weingüter, ...
- 3:11:14... zu denen eine Beziehung ...
- 3:11:16... nach wie vor aufgebaut werden müsste ...
- 3:11:18... von unserer Seite, ...
- 3:11:20... von der Seite unseres Hauses her, ...
- 3:11:22... über den entsprechenden Importeur.
- 3:11:24Da gibt es noch echt ein paar ungelegte Eier, ...
- 3:11:26... noch ein paar Sachen, die müssen noch stattfinden.
- 3:11:28Ich glaube dein Geschenk ist eben auch, ...
- 3:11:30... aber auch, dass du viel schon probiert hast, ...
- 3:11:32... sprich, dass du studiert hast, ...
- 3:11:34... auf der einen Seite, dass du auch die Handelsebene ...
- 3:11:36... dann schon ausprobiert hast.
- 3:11:38Ja, da ist schon viel, also das ist schon viel, ...
- 3:11:40... das hat schon massiven, das hat schon massiven.
- 3:11:42Ich bin zum Beispiel kein guter Blindverkoster.
- 3:11:44Das ist der Wert eines Weines.
- 3:11:46Und damit meine ich nicht den monetären Wert, ...
- 3:11:48... sondern damit meine ich den Standing.
- 3:11:50Ich muss abends, ...
- 3:11:52... ich muss ja Entscheidungen für unser Haus treffen können.
- 3:11:54Und die haben in der Regel ...
- 3:11:56... etwas mit der, ...
- 3:11:58... mit dem Impact zu tun, den ein Wein auf eine Situation, ...
- 3:12:00... auf einen Gast und auf unser Unternehmen haben kann.
- 3:12:02Und das ist der Wert eines Weines.
- 3:12:04Noch mal nicht monetär, sondern wo passt der?
- 3:12:06Ja, wir haben jetzt auch nicht irgendwie ...
- 3:12:08... 600 Quadratmeter und 40 ...
- 3:12:10... gelangweilte Lageristen da unten, ...
- 3:12:12... die Bock haben, ...
- 3:12:14... irgendwie Herrn Konrad's Weinsammlung da ...
- 3:12:16... von rechts nach links zu schieben jedes Jahr.
- 3:12:18Und jeden, wir inventarisieren, ...
- 3:12:20... jeden Monat.
- 3:12:22Jeden Monat.
- 3:12:24Das bedeutet, wenn ich da unten was einlagern lasse, ...
- 3:12:26... oder selber im Zweifelsfall da was ins Regal lege, ...
- 3:12:28... was sich nicht bewegt, ...
- 3:12:30... das ist nicht so richtig cool.
- 3:12:32Ja, das muss schon auch ...
- 3:12:34... natürlich ist jetzt ein aktueller Burgunder, ...
- 3:12:38... kommt natürlich erst in fünf Jahren oder in acht Jahren.
- 3:12:40Ist das in der Wirtschaftsgesellschaft als andere als ...
- 3:12:42... zum Privat?
- 3:12:44Ja.
- 3:12:46Ja, wenn der Chef sagt, ...
- 3:12:48... wir haben 100.000 Überschußewirtschafte, ...
- 3:12:50... 20.000 davon kannst du sofort bitte ...
- 3:12:52... nimm bitte Dinge, die sinnvoll sind.
- 3:12:54Das ist nicht bei uns nicht der Fall.
- 3:12:56Ja, das ist immer auch eine ...
- 3:12:58... es muss auch eine Bewegung.
- 3:13:00Das ist eine agile Geschichte.
- 3:13:02Naja, und ich würde mich vor allen Dingen auch freuen, ...
- 3:13:04... wenn ich vielleicht noch dem ein oder anderen ...
- 3:13:06... meine altmodische Sicht auf die ...
- 3:13:08... wunderbare Welt der Weine, ...
- 3:13:10... wie ich immer so sage.
- 3:13:12Meine Frage war noch, welches Equipment ...
- 3:13:14... mitbezüge weggeschmeißen, was findest du denn los?
- 3:13:16Keine Ahnung, irgendwie Diffuser oder so, ...
- 3:13:18... irgendwelche Belüftungs, irgendwelche Trittweise.
- 3:13:20Ich trächt da für mich super, brauche ich viel, ...
- 3:13:22... weil abends, wenn drei Flaschen Weinbegleitungswein ...
- 3:13:24... im Restaurant unterwegs sind, ...
- 3:13:26... also irgendwie ein Tool, ...
- 3:13:28... dass man Flaschen sozusagen dann zusammenführen kann, ...
- 3:13:30... das fängt schon wichtig.
- 3:13:32Aber sonst, ehrlich gesagt, ...
- 3:13:34... also es wäre gut, wenn die Kante zuhanden ist, ...
- 3:13:36... wenn du einen brauchst, ich brauch's nicht so viel.
- 3:13:38Und ich würde auch immer jemandem raten, ...
- 3:13:40... zu Hause irgendwie ein vernünftiges Weinglas ...
- 3:13:42... oder vielleicht zwei ...
- 3:13:44... Spülmaschinen fest irgendwie sich anzuschaffen.
- 3:13:46Aber es kommt darauf an.
- 3:13:48Also in einer gelösteren Umgebung, ...
- 3:13:50... wenn ich nach Wein war, ...
- 3:13:52... würde ich vielleicht mit einem Glas arbeiten.
- 3:13:54Einem Spiretorosenglas und einem Glas für Wein.
- 3:13:56Ich bin gerade in der Weinbar nicht, ...
- 3:13:58... gerade in der Weinbar ...
- 3:14:00... wenn du in der Weinbar brauchst, ...
- 3:14:02... du 15 verschiedene Gläsern, ...
- 3:14:04... du musst das wirklich erleben, ...
- 3:14:06... dass du in der Weinbar nachkommst.
- 3:14:08Also das könnte ich mir, ...
- 3:14:10... also ich brauch jetzt nicht unbedingt, ...
- 3:14:12... wir haben glaube ich 10 oder 11 Gläser, ...
- 3:14:14... glaube ich, unterschiedlich für Wein.
- 3:14:16Jetzt hier, das ist schon schön, das macht schon Freude.
- 3:14:18Ich habe auch schon Umgebungen erlebt, wo du ...
- 3:14:20... die alle Gläser hatten.
- 3:14:22Die hatten alles von Riedl, ...
- 3:14:24... alles von Melys, ...
- 3:14:26... die hatten dieses komplette Zahltosortiment, ...
- 3:14:28... die hatten Josephine Hütte, die hatten Zwiesel, ...
- 3:14:30... drei Serien.
- 3:14:32Bei den Rockers.
- 3:14:34Kein Rocker, nördlich von Barcelona.
- 3:14:36Das war, ...
- 3:14:38... so war einfach jedes Glas da.
- 3:14:40Also ich habe abends mal, ich trinke auch dann nicht so viel ...
- 3:14:42... an dem Abend, ich glaube mir relativ gut ein Bild machen zu können, ...
- 3:14:44... was um mich herum passiert, so einen ganzen Abend.
- 3:14:46Ich bin ...
- 3:14:48... Kontrollverlust, lasse ich in der Regel nur zu, ...
- 3:14:50... in einer Umgebung, die ich sehr gut kenne, ...
- 3:14:52... wo ich schon alles einmal angeguckt habe.
- 3:14:54Ich musste mich abends auch mit einer Hose tassen kann.
- 3:14:56Ja genau, genau.
- 3:14:58Das war dann nicht so, ich habe glaube ich relativ gut ...
- 3:15:00... darauf achten können, was um mich herum passiert.
- 3:15:02Das war eine geile Restaurant-Situation.
- 3:15:04Die waren, ...
- 3:15:06... das war mega.
- 3:15:08Und da waren einfach jedes Glas da.
- 3:15:10Ich glaube, nach fünf Glas-Serien habe ich aufgehört.
- 3:15:12Da habe ich immer so ein bisschen umgedruckt, was da so stand.
- 3:15:14Und das ist halt cool.
- 3:15:16Also wenn du ...
- 3:15:18... acht Gläser zur Auswahl hast ...
- 3:15:20... für den einen Wein, das ist schon eine Bombe.
- 3:15:22Das ist natürlich völlig durchgenötet und quatscht.
- 3:15:24Und wenn du nicht, ich weiß nicht, ob du bei den Rockers ...
- 3:15:26... dann im zwei, vier unbezahlte Praktikanten ...
- 3:15:28... haben, die dann abends polieren oder so, ...
- 3:15:30... weiß ich nicht, aber ...
- 3:15:32Oder höchst bezahlte Kräfte.
- 3:15:34Ja, das wäre richtig geil.
- 3:15:36Nee, das finde ich schon gut.
- 3:15:40Ja, das wäre ehrlich gesagt, ...
- 3:15:44... was richtig Spaß macht, ist jemandem das ...
- 3:15:46... beides mitzugeben.
- 3:15:48Weil es läuft so, ...
- 3:15:50... das was wir hier machen, gibt es nicht mehr so viel.
- 3:15:52Ich weiß nicht, ob ich jetzt nicht sage, dass ich das mache, ...
- 3:15:54... das finde ich nicht, aber ...
- 3:15:56... es ist eine Umgebung, wo es um Wohlgeschmack ...
- 3:15:58... und um auch gemütlich sitzen und ...
- 3:16:00... einfach mal hier ...
- 3:16:02... also wir haben auch keine Gäste, ...
- 3:16:04... die sich selbst darstellen wollen.
- 3:16:06Ja, ich finde das schön hierbei und deswegen ...
- 3:16:08... also würde ich fast dazu animieren, dass ...
- 3:16:10... ganz, ganz viele Leute in so einem Haus, ...
- 3:16:12... wie diesem hier oder in so einem Restaurant ...
- 3:16:14... tätig sein können dürfen sollten, ...
- 3:16:16... du kriegst wie eine zweite Erziehung ...
- 3:16:18... im positiven Sinne, ...
- 3:16:20... eine andere Konfliktung um Leben, zum Leben, ...
- 3:16:22... zu schönen Dingen, zu ...
- 3:16:24... zu melden, also das ...
- 3:16:26... so wie wir jetzt rausschauen und das ...
- 3:16:28... Bandwurther sehen ...
- 3:16:30Erziehung klingt glaube ich ein bisschen ...
- 3:16:32... so negativ behauptet, so Deutsch, aber so ...
- 3:16:34Ja, aber ich glaube, dass du eine Sicht, ...
- 3:16:36... eine zusätzliche Sichtebene bekommen kannst, ...
- 3:16:38... wenn es gut ist.
- 3:16:40Auch auf Menschen, auf Streben, ...
- 3:16:42... dass man vielleicht auch sieht, ...
- 3:16:44... das klingt so un-Deutsch, was Erfolg ist.
- 3:16:46Genau, und dass du auch sehen kannst, ...
- 3:16:48... dass es auch manchmal nicht unbedingt um den Wein geht, ...
- 3:16:50... sondern um den Menschen.
- 3:16:52Ja, ich würde immer schauen, ...
- 3:16:54... erst mal was haben wir für ein Mensch.
- 3:16:56Also, und du kannst natürlich nur schnell reagieren, ...
- 3:16:58... wenn du deinen Sortiment kennst.
- 3:17:00Also, wenn du deinen Keller nur bedingt kennst, ...
- 3:17:02... oder wenn das Fachwissen über das wir jetzt ...
- 3:17:04... vor einer Stunde sprachen, irgendwie dann nur ...
- 3:17:06... so rudimentär da ist, dann ist es natürlich schlecht.
- 3:17:08Weil dann kannst du nicht die volle Klaviatur spielen.
- 3:17:10Ich bin jetzt lange da, zum Anfang ...
- 3:17:12... kannte ich auch nicht alle Weine, die im Keller waren ...
- 3:17:14... oder wusstest du nicht genau, in welchem Jahrgangszustand ...
- 3:17:16... im Wieser.
- 3:17:18Aber das ist ja auch ein ...
- 3:17:20... aber das Beste ist ...
- 3:17:22... kennen, dass den Stoff kennen, ...
- 3:17:24... das ist völlig egal, ob es 5 Flaschen sind, ...
- 3:17:26... oder 50 oder 5000.
- 3:17:28Und dann, wenn du dann auch die Leute kennenlernst ...
- 3:17:30... und die kommen wieder, dann wird es richtig geil.
- 3:17:32Das ist wie bei der Ehehygiene.
- 3:17:34Das ist einfach cool.
- 3:17:36Wenn du denjenigen, mit dem du taktisch ...
- 3:17:38... zu tun hast, gut kennst, ...
- 3:17:40... dann spielt man einfach viel erfolgreicher Skat.
- 3:17:42Also, wenn du weißt was der andere ...
- 3:17:44... wenn der andere auf die ...
- 3:17:46... ja so ...
- 3:17:48... ja auf die 10 schneidet, das ist einfach gut.
- 3:17:50Das bringt dich abends nach vorne, dann gewinnt man.
- 3:17:52[Musik]
- 3:17:54Im Restaurant Speed-Dating angesagt, sagt Hans Martin Conrad.
- 3:18:00Und damit hat er Recht.
- 3:18:02Und er hat auch Recht damit, dass man nur 30 Sekunden Zeit hat, ...
- 3:18:04... um den Gast mit seinem Grundweinempfinden ...
- 3:18:06... einzuschätzen.
- 3:18:08Ja, und auch ich hatte mit ihm Speed-Datings, ...
- 3:18:10... hat unfassbar viel Freude gemacht.
- 3:18:12Denn ich habe so richtig gemerkt, wie Hans Martin Conrad ...
- 3:18:14... zwar Marc und auch bei mir vermochte, ...
- 3:18:16... sich auch sein Gegenüber einzulassen, ...
- 3:18:18... nicht nur mit Worten zu spielen, ...
- 3:18:20... auch mit Tonalitäten, mit Geschwindigkeiten, ...
- 3:18:22... um sein Gegenüber ein absolutes ...
- 3:18:24... Wohlgefühl zu vermitteln.
- 3:18:26Vielen lieben Dank, lieber Hans Martin Conrad.
- 3:18:28Dass du unser Gast warst und dass du ...
- 3:18:30... diese Podcastfolge von "Zommi" ...
- 3:18:32... in die interessantesten Mundschenke unserer Zeit ...
- 3:18:34... so ungemein bereichert hast.
- 3:18:36Und natürlich auch ein ganz großes Dankeschön ...
- 3:18:38... an euch, fürs Zuhören, fürs Liken, fürs Kommentieren, ...
- 3:18:40... fürs Fragen stellen, ...
- 3:18:42... für die persönlichen Nachrichten, ...
- 3:18:44... für Lob, aber auch für Kritik, ...
- 3:18:46... für Anregungen und fürs Einfachmügen.
- 3:18:48Vielen, vielen Dank.
- 3:18:50Und auch ein ganz großes Dankeschön ...
- 3:18:52... an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern ...
- 3:18:54... "Segnetz", Schlumberger Conzio Vini ...
- 3:18:56... und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt.
- 3:18:58Dank ihrer händischen und wirtschaftlichen ...
- 3:19:00... Unterstützung ist es möglich, ...
- 3:19:02... dieses Projekt ins Leben zu rufen.
- 3:19:04Ein ganz großes Dankeschön.
- 3:19:06Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ...
- 3:19:08... ist vor dem Podcast.
- 3:19:10Und wenn wir schon einmal in Berlin sind, ...
- 3:19:12... haben wir unseren nächsten Wöchigen Gast ...
- 3:19:14... aus dem Nobelharten Schmutzig ...
- 3:19:16... auf Billy Wagner.
- 3:19:18Ein ganz großes Dankeschön.
- 3:19:24Unserem zweiten, ...
- 3:19:26... Supporter, Begleiter und Unterstützer, ...
- 3:19:28... dem Weingut der Familie Tedeschi.
- 3:19:30Das Familienweingut Tedeschi ...
- 3:19:32... zählt definitiv zu den historisch bedeutendsten ...
- 3:19:34... Winzerbetrieben des Walpolicella.
- 3:19:36Dokumente aus dem eigenen Archiven belegen, ...
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- 3:19:56Und der Fahnenpfad des Lorenzo unterstützt.
- 3:19:58Besonders wichtig für den Aufspung ...
- 3:20:00... ist bereits in fünfter Generation ...
- 3:20:02... geführten vor allem ...
- 3:20:04... für seine Amarone bekannten Betrieges, ...
- 3:20:06... war im Laufezeit der selektive ...
- 3:20:08... Zukunft von Spitzenlagen.
- 3:20:10So wurde von der Familie im Klassikergebiet, ...
- 3:20:12... nördlich von Verona, ...
- 3:20:14... der Weinberg Monte Olmi erworben.
- 3:20:16Der Ursprung des Lehm und Kalkal gegen Bodens ...
- 3:20:18... war ich bis zurück in die Eiszeit.
- 3:20:20Später wurde 7 Hektar große Rebhügel, ...
- 3:20:22... La Fabriseria zwischen Fumane ...
- 3:20:24... und Santa Brocio hinzugekauft.
- 3:20:26An Grenzen an den Weinberg Lucchine ...
- 3:20:28... liegt das erst im Jahre 2007 ...
- 3:20:30... fertiggestellte Cendro di Aparsemento.
- 3:20:32Im Speziellen für die Traubentrocknung ...
- 3:20:34... konzipierten Räumen ...
- 3:20:36... können dort die Temperaturen-Luffeuchtigkeit ...
- 3:20:38... besonders gut kontrolliert werden.
- 3:20:40Ein Jahr zuvor war von den Tedestis ...
- 3:20:42... die 84 Hektar Land umfassend ...
- 3:20:44... den Nut der Matanigo ...
- 3:20:46... im östlichen Waipocella erworben worden.
- 3:20:48Bisher werden hier allerdings ...
- 3:20:50... erst 31 Hektar in die Gemeinden ...
- 3:20:52... mit Sahne und Trenyano ...
- 3:20:54... für den Weinbau genutzt.
- 3:20:56Die Parzellen wurden teilweise bestockt.
- 3:20:58Im Weingut Matanigo gedeihen auf 200 bis 450 m ...
- 3:21:00... hohen Rehbergen heimische Traubensorten ...
- 3:21:02... wie Corvina, Corvino, ...
- 3:21:04... Rondinella und Oceletta.
- 3:21:06Mit dem Kauf des Betriebes Matanigo ...
- 3:21:08... ist im Hause Tedeschi ...
- 3:21:10... eine weitere Epoche zur Verbesserung ...
- 3:21:12... zur Erneuerung historischer Weine angebrochen.
- 3:21:14Mit dem Ziel, die traditionelle Kraft ...
- 3:21:16... mit noch höherer Eleganz und Feinheit ...
- 3:21:18... den Trauben, die dieses Terroir übernimmt sind, ...
- 3:21:20... optimalen Übereinstimmung zu bringen.
- 3:21:22Um das Niveau stetig zu steigern ...
- 3:21:24... hat das solide Familienunternehmen ...
- 3:21:26... von jeher fortlaufend in Weinberge ...
- 3:21:28... und Keller investiert.
- 3:21:30Die Ergebnisse aller Bemühungen ...
- 3:21:32... sind qualitätsbeachtlich.
- 3:21:34Doch was macht diese Weine so besonders?
- 3:21:36Die Weine sind immer sehr ausgewogen, ...
- 3:21:38... sind aromatisch und perfekt strukturiert.
- 3:21:40Sie besitzen eine Persönlichkeit ...
- 3:21:42... und überzeugen durch ihren unverwechselbaren ...
- 3:21:44... Stil und Charakter Ja, ...
- 3:21:46... ein Wein aus dem Hause Tedeschi ...
- 3:21:48... schmeckt man definitiv immer heraus.
- 3:21:50Und wie sagt schon der ...
- 3:21:52... alt-ehrwürdige Gamburoroso, ...
- 3:21:54... der Betrieb der Geschwister Tedeschi ...
- 3:21:56... verkörpert die ureigene aus Rehbergen ...
- 3:21:58... und Wein und besonders ...
- 3:22:00... spezieller Gebietes.
- 3:22:02Die Weine beeindrucken immer wieder ...
- 3:22:04... durch ihre ausgezeichnete Lagerfähigkeit ...
- 3:22:06... präsentieren sich auch nach Jahren ...
- 3:22:08... mit jugendlicher Feinheit und einer Spannung, ...
- 3:22:10... die selten in den ersten Lebensjahren ...
- 3:22:12... zum Vorschein kommt.
- 3:22:14Und daher ein ganz großes Dankeschön ...
- 3:22:16... an das Familienunternehmen Tedeschi ...
- 3:22:18... für so besondere Weine, ...
- 3:22:20... für ein so besonderes Engagement ...
- 3:22:22... und für die Unterstützung des Podcasts.
- 3:22:24Und ebenfalls ein großes Dankeschön ...
- 3:22:26... dem deutschen Vertriebspartner Concilio Vini.
- 3:22:28[Musik]
- 3:22:46Hallo Silvio, hier ist Arno Stegowalder aus Berlin.
- 3:22:48Und ich freue mich ganz besonders, ...
- 3:22:50... kurz vor Ende eures Podcasts auch noch ...
- 3:22:52... einen kleinen Beitrag zu Herrn Smartien ...
- 3:22:54... beistellen zu können, ...
- 3:22:56... um in den Schicksalteile auch mal ...
- 3:22:58... Someliers im Hotel Adlon gewesen zu sein, ...
- 3:23:00... sondern mit dem ich ja schon viele, ...
- 3:23:02... viele Jahre befreundet bin.
- 3:23:04Wir haben uns ursprünglich mal ...
- 3:23:06... zu Adlon-Zeiten kennengelernt.
- 3:23:08Da war ich schon im Restaurant ...
- 3:23:10... und er hat noch ...
- 3:23:12... überlegt, ...
- 3:23:14... wohin ihn seine Reise führt.
- 3:23:16Und ich bin sehr froh, ...
- 3:23:18... dass er sich für den Weg des Someliers entschieden hat.
- 3:23:20Denn aus meiner Sicht gibt es eigentlich ...
- 3:23:22... kein Besseren, der ...
- 3:23:24... als Infotainment, ...
- 3:23:26... Gastentertainment ...
- 3:23:28... am Tisch performen kann.
- 3:23:30Kein anderer kennt ...
- 3:23:32... die französische Weinwelt so wie er.
- 3:23:34Er liebt Champagner, er liebt Burgundy, ...
- 3:23:36... er liebt große Bordeaux ...
- 3:23:38... und er kennt sich auch echt gut aus.
- 3:23:40Und es ist ...
- 3:23:42... immer wieder toll auch mit Hans Martin ...
- 3:23:44... privat wegzugehen, ...
- 3:23:46... weil das, was er am Tisch performt, ...
- 3:23:48... das gilt für ihn im privaten auch.
- 3:23:50Und so hatten wir mal eine kleine Reise ...
- 3:23:52... nach Barcelona geplant, ...
- 3:23:54... mit einem Abstecher ...
- 3:23:56... zu ...
- 3:23:58... Kanrocker, nach Girona.
- 3:24:00Und diesen Abend werde ich bestimmt so schnell nicht vergessen.
- 3:24:02Wir haben extrem gut gegessen, ...
- 3:24:04... aber wir haben, ...
- 3:24:06... ich glaube, fast noch besser getrunken.
- 3:24:08Weil es einfach ...
- 3:24:10... ja, viel Spaß macht, ...
- 3:24:12... mit jemandem etwas zu teilen, ...
- 3:24:14... der es auch zu schätzen weiß.
- 3:24:16Und mit Hans Martin am Tisch zu sitzen, ...
- 3:24:18... bringt den ganzen Abend über ...
- 3:24:20... immer wieder neue Themen auf den Tisch.
- 3:24:22Und es wird nie langweilig.
- 3:24:24Und ja, es ist großartig mit so einem ...
- 3:24:26... lecker Mäulchen ...
- 3:24:28... selber dann wegzugehen ...
- 3:24:30... und Spaß zu haben.
- 3:24:32Also Hans Martin ist für mich ...
- 3:24:34... wirklich der Inbegriff ...
- 3:24:36... und die Passion ...
- 3:24:38... für großen Genuss.
- 3:24:40Und nicht nur, wenn er ihn am Tisch zelebriert ...
- 3:24:42... für Gäste, sondern wenn er selber die Chance hat, ...
- 3:24:44... das auch zu genießen.
- 3:24:46Und ja, diese Begeisterung, ...
- 3:24:48... die er selber ...
- 3:24:50... spürt für Essen und Trinken, ...
- 3:24:52... die transportiert er ...
- 3:24:54... meinen Augen jeden Abend auch an seine Gäste.
- 3:24:56Ja, herzlichen Dank, ...
- 3:24:58... viele Grüße und ...
- 3:25:00... schöne Zeit.
- 3:25:02[Musik]