Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / Doping - Ein Systemfehler! Missbrauch, Stigmatisierung und Betrug, eine differenzierte Sichtweise.
Transcript
- 0:03SPEAKER_01: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:09SPEAKER_01: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_01: Golo Wölken, ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_00: Und mein Name ist Dr.
- 0:14SPEAKER_00: Leon von Schaller.
- 0:16SPEAKER_00: Ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näher bringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:28SPEAKER_01: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:31SPEAKER_01: Heute sprechen wir über das Thema Doping.
- 0:33SPEAKER_01: Wir sprechen über das Thema menschliches Versagen, sag ich mal.
- 0:37SPEAKER_01: Und wir sprechen auch über die differenzierte Sichtweise auf das Thema Doping.
- 0:44SPEAKER_01: Ich bin der Meinung, dass man das Thema Doping immer multidimensional betrachten sollte.
- 0:51SPEAKER_01: Und ich glaube, dass ich da eine etwas andere Sichtweise habe als viele andere, gerade so, was ich in der letzten Zeit erlebt habe.
- 0:59SPEAKER_01: Und ja, ich würde sagen, der Podcast ist vor allen Dingen für die Leute interessant, die sich über das Thema Doping, die sich das Thema einfach interessiert, über das ganze Thema Leistungssteigerung und illegale Leistungssteigerung, vor allen Dingen auch so, ich sag mal, im Spitzensport.
- 1:17SPEAKER_01: Ich habe mich mit dem Thema relativ lange auseinandergesetzt.
- 1:21SPEAKER_01: Ich habe mich mit dem Thema relativ lange schon zu Studienzeiten auseinandergesetzt.
- 1:25SPEAKER_01: Und ich habe mich auch mit dem Thema sehr, sehr stark auseinandergesetzt in der ganzen Armstrong-Affäre, weil ich ein unglaublicher Lance Armstrong-Fan war und ich es damals sehr, sehr grauselig fand, als das Ganze so auseinandergebrochen ist.
- 1:41SPEAKER_01: Und ich zuerst Lance Armstrong dafür ziemlich verabscheut habe und danach aber ihn auch als Menschen wieder akzeptiert habe.
- 1:51SPEAKER_01: Okay, sehr gut.
- 1:52SPEAKER_01: Hintergrund des Ganzen ist die positive Doping-Affäre von Colin Chartier.
- 1:57SPEAKER_01: Colin Chatier ist ein professioneller Triathlet, der im letzten Jahr sehr erfolgreich oder relativ erfolgreich gerade so bei der Professional Triathlon Organization war bei den Events und der jetzt im Februar 2023 positiv auf EPO getestet worden ist.
- 2:17SPEAKER_01: Okay, Wilma ist auch dabei.
- 2:19SPEAKER_01: Ich würde sagen, let's go.
- 2:22SPEAKER_01: Ich würde ganz gerne anfangen mit, sag ich mal, der Geschichte so ein bisschen des Thema Dopings, weil ich glaube, dass es relativ interessant ist, dass wir erstmal so ein bisschen über die geschichtlichen Aspekte sprechen.
- 2:32SPEAKER_01: Danach würde ich das doch ein bisschen einbinden in die Physiologie des Ganzen, wie funktioniert das, welche Substanzen gibt es.
- 2:38SPEAKER_01: Wir haben darüber schon mal einen Podcast gemacht.
- 2:40SPEAKER_01: Trotzdem, um das Thema zu behandeln, finde ich es sehr, sehr interessant, da auch nochmal einzusteigen.
- 2:44SPEAKER_01: Das heißt, für welchen Athleten macht auch welche Substanz Sinn, so blöd das klingt, das ist super interessant, das einfach zu berücksichtigen und da auch einzusteigen und da auch zu sagen, dass teilweise auch Doping richtig dumm ist, also auch richtig dumm ist, vor dem Hintergrund zu sagen, es funktioniert bei vielen Athleten einfach auch gar nicht.
- 3:05SPEAKER_01: Und dafür gibt es auch diverse Studien, die das auch noch zeigen.
- 3:08SPEAKER_01: Und das ist das eine.
- 3:09SPEAKER_01: Und danach würde ich noch so ein bisschen auf die psychologische Komponente eingehen, auf die gesellschaftliche Komponente, weil ich die sehr, sehr wichtig finde in dem Konstrukt.
- 3:18SPEAKER_01: Und dann würden wir nochmal kurz auch eine Zusammenfassung machen, was wir vielleicht auch mitnehmen können und wo ich auch denke, was eben so the way to go ist, was man auch ja aus den Fehler, was man daraus mitnehmen kann und was wir oder was man vielleicht auch lernen sollte und was man auch in dem ganzen System noch optimieren kann.
- 3:42SPEAKER_01: Wie gesagt, starten wir so ein bisschen mit der Geschichte des Ganzen und um die Geschichte so ein bisschen mehr zu beleuchten, müssen wir so in die 60er eigentlich zurückgehen, wo Doping das erste Mal so im Profisport aufkam.
- 3:56SPEAKER_01: Vorher wurde vielen noch in der Tour de France gedopt mit Wein und mit anderen Substanzen, die letztendlich keine wirkliche Leistungssteigerung hervorrufen.
- 4:05SPEAKER_01: Trotzdem kann man sagen, dass im Spitzensport immer probiert wurde, bis heute, sich einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
- 4:16SPEAKER_01: Und lassen wir mal das Wort unerlaubt raus.
- 4:20SPEAKER_01: Im Spitzensport und im Leistungssport wird natürlich probiert, mit anderen Athleten kompetitiv um etwas zu ringen, um etwas zu erlangen.
- 4:31SPEAKER_01: Und hier werden natürlich auch Supplements zum Beispiel eingesetzt.
- 4:36SPEAKER_01: Hier werden Dinge eingesetzt, um eine Leistungssteigerung zu erreichen.
- 4:39SPEAKER_01: Hier werden Methoden eingesetzt, um eine Leistungssteigerung zu erreichen.
- 4:43SPEAKER_01: Und Doping ist letztendlich unerlaubte Methoden einzusetzen.
- 4:48SPEAKER_01: Es gibt Methoden, die von der nationalen oder der internationalen Dopingbehörde gesagt wurden, dass das einfach Eingriffe sind, die medizinisch, die aus ärztlicher Siinsicht gefährlich sind.
- 5:03SPEAKER_01: Und deswegen sind es unerlaubte Maßnahmen, die man einfach durchführt.
- 5:08SPEAKER_01: Es gibt aber auch Maßnahmen, die, sage ich mal, vielleicht sogar auch medizinisch indiziert sind, darauf kommen wir auch nochmal zu sprechen, die aber trotzdem zu einem positiven Dopinggefunden führen, weil sie dir einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil verschaffen.
- 5:22SPEAKER_01: Das heißt, Doping hat so ein bisschen diese zwei Dimensionen.
- 5:25SPEAKER_01: Es hat auf der einen Seite die Dimension zu sagen, es ist unerlaubt aus der Hinsicht des Abusus.
- 5:33SPEAKER_01: Also Abusus heißt ein Substanzmissbrauch und der ist letztendlich schlecht für dich, für dich als Individuum.
- 5:43SPEAKER_01: Und da diese Substanz Abususmissbrauch schlecht ist für dich als Individuum, ist es letztendlich bestraft.
- 5:49SPEAKER_01: Damit hat es auch so ein bisschen die Komponente von Drogen im Allgemeinem.
- 5:54SPEAKER_01: Drogenmissbrauch ist ja letztendlich auch bei uns in der Gesellschaft bestraft.
- 5:58SPEAKER_01: Ich muss aber sagen, ist nicht mehr annähernd so stigmatisiert wie Doping.
- 6:03SPEAKER_01: Und darauf kommen wir dann eben auf die zweite Komponente.
- 6:06SPEAKER_01: Und die zweite Komponente ist dann eben so der Betrug.
- 6:10SPEAKER_01: Und der Teil zu sagen, ich verschaffe mir einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil.
- 6:15SPEAKER_01: Das spielt natürlich im Spitzensport eine ziemlich, ziemlich große Rolle, weil es da natürlich auch einen Preisgelder gibt, weil es da auch ein Prestige gibt, weil es da auch um Reputation gibt.
- 6:25SPEAKER_01: Und deswegen spielt da auch der Betrugsvorwurf eben eine größere Rolle.
- 6:30SPEAKER_01: Und da geschichtlich betrachtet kam das eigentlich das erste Mal so auf im Spitzensport der 60er Jahre des Radsports.
- 6:40SPEAKER_01: Und dabei wurden vor allen Dingen so Substanzen verwendet wie Amphetamine und anaboile Steroide.
- 6:48SPEAKER_01: Und Amphetamine kennen vielleicht einige von euch aus der Partyszene oder wie auch immer.
- 6:53SPEAKER_01: Oder vielleicht auch als Medikamente für ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom.
- 6:58SPEAKER_01: Das heißt zum Beispiel so Fokusbooster wie Adderil, wie Ritalin, wie Dexidrin.
- 7:03SPEAKER_01: Das sind alles Dinge, die Amphetamine sind und die letztendlich dazu führen, dass du eine gesteigerte Aufmerksamkeit hast und dass du eine Anregung hast, deines gesamten Systems.
- 7:14SPEAKER_01: Und gerade so in Amerika erlebt man relativ häufig auch positive Dopingbefunde von eben Sportlern, vielleicht aus dem Footballbereich oder sonst was, die eben zum Beispiel Ritalin oder Adderall oder sowas zum Beispiel in der Art benutzen.
- 7:27SPEAKER_01: Und Ritalin und Adderal ist vor allen Dingen deswegen sehr gefährlich, weil es eben über diese Grenze, die du hast, sage ich mal so, in deinem Gehirn, weil es die so ein bisschen aussetzt.
- 7:40SPEAKER_01: Und du vielleicht auch manchmal über gewisse Schmerzpunkte einfach so hinausgehst.
- 7:49SPEAKER_01: Aber, das ist, glaube ich, schon wichtig, auch so gerade im Ausdauerkontext zu sagen, also ein Amphetamin ist jetzt nicht sowas, was dir so einen 10-, 15-prozentigen Boost bringt, weil es letztendlich nicht so die krasse physiologische Wirkung hat.
- 8:04SPEAKER_01: Es bringt dir halt natürlich etwas, wenn du irgendwie eine Fatigue-Symptomatik hast.
- 8:08SPEAKER_01: Das heißt, wenn du neuromäßig vielleicht irgendwie nicht ganz so gut drauf bist und dann willst du irgendwie nochmal richtig nach vorne kommen oder wie auch immer, dann ist natürlich vielleicht Amphetamin irgendwie was, was dir so super viel was bringt, aber am Spitzensport ist es jetzt nichts, wo man sagen würde, es hat jetzt den krassesten physiologischen Benefit.
- 8:23SPEAKER_01: Und wenn dann Sportler irgendwie mit Ritalin oder sowas eine Art erwischt werden, dumm.
- 8:28SPEAKER_01: Oder halt einfach, weil sie es vielleicht verwenden für ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom.
- 8:34SPEAKER_01: Also es sind vielleicht Teenager oder sonstige Leute, die es einfach so ein bisschen verschrieben bekommen.
- 8:38SPEAKER_01: In Deutschland muss man sagen, wird es ja nicht ganz so häufig verschrieben wie in Amerika, Gott sei Dank.
- 8:43SPEAKER_01: Aber trotzdem, Amphetamine ist etwas, was, sag ich mal, im Ausdauersport relativ selten zu finden ist.
- 8:49SPEAKER_01: Jan Ulrich ist damit mal erwischt worden, seine erste positive Doping-Probe.
- 8:54SPEAKER_01: Hatte aber sicherlich eher mit seinem Partykonsum zu tun, als mit wirklicher Leistungssteigerung.
- 9:00SPEAKER_01: Darauf kommen wir gleich nochmal zu sprechen.
- 9:03SPEAKER_01: In den 70er Jahren wurden dann, sage ich mal, auch noch so Steroide für Sportler einfach immer mehr verfügbar.
- 9:08SPEAKER_01: Und dann kennt man das natürlich so aus der Wort die Bodyfilder-Szene, wo dann in den 80er Jahren auch relativ viel Synandrolon verwendet wurde.
- 9:16SPEAKER_01: Und dann, sage ich mal, auch so menschliche Wachstumshormone, die auch immer mehr eingesetzt worden sind.
- 9:21SPEAKER_01: Gerade so menschliche Wachstumshormone sind echt übel, gerade was das Krebsrisiko angeht.
- 9:26SPEAKER_01: Und sage ich mal, die sind in der Bodybuilder-Szene da auch viel eingesetzt worden.
- 9:30SPEAKER_01: Androgene oder Anabolika, wie man es vielleicht auch nennt, was letztendlich anaboile Steroide sind.
- 9:38SPEAKER_01: Das heißt, synthetisch hergestellte Hormone, die die gleiche Wirkung wie Androgene, also wie zum Beispiel unser Testosteron haben, die erhöhen dann einfach nochmal so das Thema Muskelmasse, die erhöhen die Kraft, die erhöhen aber auch so die Leistung und die erhöhen auch die Regenerationsfähigkeit.
- 9:56SPEAKER_01: Sodass hier auch so etwas wie Anabolika und anaboide Steroide, werden so viel wohl in der Bodybuilder-Szene verwendet, werden aber auch so im Radsport verwendet.
- 10:05SPEAKER_01: Gerade so, was das Thema eben Leistungsfähigkeit angeht.
- 10:09SPEAKER_01: Und da zum Beispiel ist Floyd Landis ist zum Beispiel auch erwischt worden damals mit einem anaboiden Steroid, was er verwendet hat zwischen einem Zeitfahren bei der Tour de France, wo er letztendlich das verwendet hat, um die Regenerationsfähigkeit zu verbessern.
- 10:22SPEAKER_01: Und anaboide Steroide sind eben auch seit dem Radsport sehr, sehr lange auch, sag ich mal, verwendet worden.
- 10:31SPEAKER_01: Okay, ich sag mal, der erste Dopingskandal, ich glaube, das kann man auch nochmal so sagen, war eigentlich so 1967 bei Tom Simpson, der auf der Auffahrt vom Ventu gestorben ist, weil er eine Kombination verwendet hat von Androgenen und von Amphetaminen.
- 10:51SPEAKER_01: Und ja, hat sich damit sich halt erhofft, die Leistung zu verbessern.
- 10:55SPEAKER_01: Und das war so auch der erste tragische Fall vom Thema Doping und das Thema Tragik, Stigmatisierung.
- 11:02SPEAKER_01: Psychologische Komponente und Doping ist etwas, was krass miteinander verknüpft ist.
- 11:08SPEAKER_01: Und das ist schon mal so eine kleine Einführung in das ganze Thema, worauf wir gleich auch nochmal so ein bisschen zu sprechen kommen.
- 11:14SPEAKER_01: Trotzdem kann man die psychologische Komponente bei dem Thema Doping eben nicht so ganz, sag ich mal, ausblenden.
- 11:20SPEAKER_01: Weil wie gesagt, wir haben die Zweideutigkeit, einmal das Thema Abusus, andererseits das Thema auch so Betrug.
- 11:28SPEAKER_01: Dann letztendlich aus der Historie kommt dann so in den 80er Jahren kommen dann mehr und mehr Substanzen auf den Markt, die ähnlich sind des Medikaments EPO.
- 11:40SPEAKER_01: Und EPO oder Eritopoietin ist ein Medikament bzw.
- 11:45SPEAKER_01: auch ein eigener Wachstumsfaktor, den wir selber bilden, den wir in der Niere bilden und der dafür sorgt, dass wir mehr rote Blutzellen bekommen, dass wir mehr rote Blutzellen in unserer Blutbahn bilden.
- 12:00SPEAKER_01: Und warum steigert jetzt Erythropoitin genau unsere Leistung?
- 12:06SPEAKER_01: Das hat damit zu tun, dass Erythopoitin, dadurch, dass es mehr rote Blutzellen bildet, können wir mehr Sauerstoff transportieren in unserem Blut.
- 12:18SPEAKER_01: Und wenn wir mehr Sauerstoff transportieren können in unserem Blut, kommt einfach mehr Sauerstoff bei uns bei der Muskulatur an.
- 12:26SPEAKER_01: Und wenn wir mehr Sauerstoff bei uns an der Muskulatur ankommt, können unsere Mitochondrien quasi mehr von diesem Sauerstoff eben umsetzen an der Muskulatur umsetzen.
- 12:38SPEAKER_01: Und das führt dazu, dass wir letztendlich mehr Energie zur Verfügung haben, beziehungsweise auch ökonomischer Energie generieren können.
- 12:47SPEAKER_01: Das heißt, von Erythropoitin profitieren vor allen Dingen Athleten, die sehr, sehr gute Mitochondrien haben.
- 12:55SPEAKER_01: Nochmal, um das vielleicht so ein bisschen zu verstehen, muss man so ein bisschen die Physiologie der V2 Max verstehen, wer auch vor allen Dingen von Erythropoietin profitiert.
- 13:05SPEAKER_01: Und da, wenn wir uns jetzt die V2 Max angucken, haben wir letztendlich zwei Komponenten, wenn man es sich so ganz global betrachtet.
- 13:11SPEAKER_01: Wir haben einerseits die Transportkomponente von Sauerstoff und wir haben auf der einen Seite die Verbrauchskomponente von Sauerstoff.
- 13:19SPEAKER_01: Und die Transportkomponente von Sauerstoff ist ausgebaut, aufgebaut aus dem Schlagvolumen, der Herzfrequenz und der Kapillarisierung unserer Muskulatur und eben auch, wie viele rote Blutzellen wir wirklich auch so in der Blutbahn haben.
- 13:34SPEAKER_01: Das ist das, wie viel transportieren, also wie viele LKWs können wir letztendlich auf die Autobahn schicken und wie gut ist die Autobahn ausgebaut.
- 13:43SPEAKER_01: Und wie stark, wie schnell können wir irgendwie auch die Transporter irgendwie wegpumpen, was so die Herzleistung ist.
- 13:51SPEAKER_01: Das ist die eine Komponente, die Transportkomponente von Sauerstoff, die sehr, sehr wichtig ist.
- 13:57SPEAKER_01: Und dann haben wir noch die Verbrauchskomponente, das heißt, wie viel Sauerstoff können wir wirklich umsetzen und das ist so die mitochondriale Komponente.
- 14:06SPEAKER_01: Und wenn du einen Engpass hast auf der Komponente vom Transport, dann hilft dir Epo.
- 14:13SPEAKER_01: Dann fährst du mit Epo mehr und dann drückst du mit Epo mehr und dann hast du einen krassen Leistungsboost mit Epo.
- 14:20SPEAKER_01: Wenn du aber einen Engpass hast auf der Verbrauchskomponente, das heißt, wenn du nicht genug Zellen hast, die irgendwie, wenn du nicht genug leistungsfähige Mitochondrien hast, dann bringt dir Epo reichlich wenig.
- 14:32SPEAKER_01: Weil dann hast du keinen Transportengpass, sondern hast du letztendlich einen Engpass vom Verbrauch von Sauerstoff.
- 14:39SPEAKER_01: Und dann kannst du noch so viel transportieren.
- 14:41SPEAKER_01: Das heißt, dann kannst du noch so viele Transporter auf dein Kraftwerk zusenden, wenn du nicht genug Kraftwerke hast, dann hast du da ein gewisses Problem.
- 14:51SPEAKER_01: Und ich finde es wichtig, das zu sagen, weil Erythropoetin nicht bei jedem Athleten funktioniert.
- 15:01SPEAKER_01: Und ich finde es wichtig, das zu sagen, weil eben jetzt auch zum Beispiel der Fall von Colin Chartier super, super viele Fragezeichen aufwirft.
- 15:10SPEAKER_01: Und super viele Fragezeichen aufwirft.
- 15:12SPEAKER_01: Erstens, in dem dilettantischen Vorgehen, wie er das halt durchgeführt hat, angeblich alles in Eigenregie.
- 15:19SPEAKER_01: Okay, sehr, sehr fraglich.
- 15:21SPEAKER_01: Und du brauchst halt ein sehr ausgeklügeltes System, wenn du dobst.
- 15:27SPEAKER_01: Es ist nicht einfach so, ich werfe jetzt mal die Substanz ein und schaue einfach, was passiert und bin irgendwie die Laboratte und baue das Ganze auf, sondern du brauchst schon eine gewisse Infrastruktur dahinter, um sowas halt einfach aufzubauen.
- 15:40SPEAKER_01: Und das zeigen eben auch, das zeigt eben auch die Historie.
- 15:43SPEAKER_01: Das zeigen sowohl dann auch so in den 80er Jahren die ersten großen Radsportstelle, sage ich mal, auch so Festina-Affäre, die es das erste Mal so auf sehr, sehr großem Level aufgezogen hat.
- 15:56SPEAKER_01: Dann aber auch US-Postal-Team und die weiteren Sachen, dafür muss man sich nur zum Beispiel mal die Doku angucken, Icarus.
- 16:03SPEAKER_01: Da sieht man einfach, es braucht ein professionelles System dahinter.
- 16:08SPEAKER_01: Und das ist wichtig, um das Ganze auch, sage ich mal, so zu verstehen.
- 16:14SPEAKER_01: Das andere ist, Epo ist ein Medikament, was Patienten bekommen mit schwerer Anemie auch.
- 16:19SPEAKER_01: Das heißt, sie reichern nicht genug rote Blutzellen an im Blut.
- 16:23SPEAKER_01: Und es gibt auch sehr viele Sportler, die eine Anemie haben.
- 16:27SPEAKER_01: Es gibt sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viele Sportler, die eine Anemie haben.
- 16:31SPEAKER_01: Und den Sportlern wäre gut daran, vielleicht auch erstmal den Eisenwert zu checken, bevor sie über irgendwelche scheißunerlaubten Substanzen nachdenken.
- 16:41SPEAKER_01: Und ich sage das mal jetzt so drastisch, weil Statistik lügt ja angeblich nicht.
- 16:47SPEAKER_01: Und laut Statistik ist ein Großteil der unerlaubten Substanzen nicht im Spitzensport vertreten, sondern eher im Amateursport.
- 16:57SPEAKER_01: Und das sowohl in der Fitnessszene, aber auch in der Ausdauerszene.
- 17:02SPEAKER_01: Und deswegen wird es sicherlich einige Leute geben, die den Podcast hören, die schon mal darüber nachgedacht haben, unerlaubte Substanzen zu verwenden und die vielleicht auch schon mal unerlaubte Substanzen verwendet haben.
- 17:12SPEAKER_01: Und ich kann nur sagen, es ist ziemlich dumm.
- 17:14SPEAKER_01: Es ist zum Großteil ziemlich dummes zu machen.
- 17:16SPEAKER_01: Es ist super Dummes zu machen.
- 17:18SPEAKER_01: Einerseits aus der Hinsicht zu sagen, für deine Physiologie, für deine Gesundheit.
- 17:23SPEAKER_01: Es ist ziemlich dumm.
- 17:24SPEAKER_01: Und es ist aber auch super dumm für das, worüber wir jetzt sprechen.
- 17:28SPEAKER_01: Und das ist, sage ich mal, so das Thema Stigmatisierung und was danach so mit dir passiert.
- 17:35SPEAKER_01: Okay, aber eine Sache, glaube ich, müsste mir da natürlich irgendwie in der Geschichte noch so behandeln.
- 17:39SPEAKER_01: Und das ist da auch schon, was ich zur Einleitung so gesagt habe, und das ist der Dopingskandal um Lance Armstrong.
- 17:44SPEAKER_01: Das ist sicherlich der berühmteste Dopingskandal aller Zeiten.
- 17:48SPEAKER_01: Mit dem Radsportsteam US Postal, die es sehr professionell aufgezogen haben, die aber auch schon so von ihrer Trainingsstrategie her sehr, sehr viele Dinge umgemudelt haben und sehr professionell in sehr vielen Aspekten agiert haben, die sich mit Michele Ferrari jemanden an Bord geholt haben, der eigentlich jemand ist, der auch ein unglaublich guter Physiologe ist, der jemand ist, der sehr, sehr viel Wissen hat, der aber eben auch viel Wissen hat, was Dopingpraktiken angeht.
- 18:18SPEAKER_01: Und es gibt dann eben auch immer die Komponente von Licht, wo Michele Ferrari jemand ist, der sicherlich sehr, sehr ein Genie ist.
- 18:26SPEAKER_01: Und dann gibt es eben auch die Seite von Dunkel, wo man eben dann das dunkle Kapitel hat mit seinem Dopingskandal.
- 18:33SPEAKER_01: Ja, Mikele Ferrari hat sicherlich davon auch keinen Profit mehr gemacht, weil er jemand ist, der einfach komplett aus jeglicher Art auch verbannt wurde.
- 18:42SPEAKER_01: Und natürlich aber auch Lance Armstrong, der, sage ich mal, wo man es auch gesehen hat, als ihm 2012 letztendlich aus dem Profi-Radsport ausgestiegen ist, er jemand ist, dem auch dann, sage ich mal, jemand ist, der sehr, sehr berühmt war, der sehr, sehr viel, der eine eigene Stiftung hatte, der sehr viele Projekte hatte, wo er auch sehr viel Gutes gemacht hat.
- 19:06SPEAKER_01: Also die Livestrong, was er damals aufgezogen hat, war natürlich auch etwas, was sehr vielen Menschen auch geholfen hat.
- 19:13SPEAKER_01: Gerade so im Bereich von der Krebsforschung ist es jemand, Lance Armstrong, der eine Krebserkrankung hatte, daraus wiedergekommen ist, dann noch siebenmal die Tour de France gehabt worden hat, der im Radsport sehr, sehr, sehr eine sehr, sehr hohe Glanzwirkung hatte, der aber dadurch auch jemand ist, der sehr vielleicht auch machtbesessen geworden ist, der sehr viel an sich angerissen hat und der auch stets probiert hat, irgendwie das Doping zu vertuschen, was dann 2012 so richtig einfach auf die Agenda gekommen ist und ihnen dann letztendlich ja sehr, sehr viel eigentlich alle Tour de France-Siege entzogen worden sind, was absolut richtig ist, der aber danach auch komplett gesellschaftlich für einen sehr, sehr langen Zeitraum sehr stark stigmatisiert worden ist.
- 19:58SPEAKER_01: Und ich bin ehrlich gesagt der Ansicht, dass man nicht nur den Athleten dabei als Täter sehen sollte, sondern ich bin stets der Ansicht, auch zu sehen, dass wir einen Blick auf das System werfen, das Doping überhaupt so möglich macht.
- 20:15SPEAKER_01: Und es sollte einfach dabei mehr Aufklärungsarbeit vor allen Dingen über Doping und seine Folgen einfach geleistet werden.
- 20:24SPEAKER_01: Und das ist auch so ein bisschen das, weswegen mir es auch so wichtig ist, erstmal in die Geschichte einzusteigen, erstmal auch in die Physiologie einzusteigen der verschiedenen Substanzen, weil es einfach etwas ist, was gesundheitlich enorm viel kaputt machen kann.
- 20:39SPEAKER_01: Und es ist nicht so klar, auch wenn man es jetzt so sagt, ja klar, macht doch super viel Sinn.
- 20:44SPEAKER_01: Nein, es ist nicht so, sondern es wird immer so dargestellt, dass er betrogen ist, es wird immer nur auf die betrügerische Komponente des Dopings eingegangen, aber es wird nicht auf die Abuses-Komponente des Dopings drauf eingegangen, also auf den Substanzmissbrauch.
- 20:59SPEAKER_01: Und dabei kommen wir jetzt so ein bisschen auf den Aspekt der emotionalen und psychologischen Komponente.
- 21:07SPEAKER_01: Weil ich finde, es ist schlichtweg falsch, Athleten stets als mental starke Individuen zu beschreiben, die Verantwortung übernehmen für ihre Situation.
- 21:21SPEAKER_01: Sport ist stets auch ein emotionales Ventil, das uns hilft, zu fokussieren, mental besser zu funktionieren, das sehr, sehr viele positive Aspekte hat.
- 21:32SPEAKER_01: Wie mit allem ist es aber auch so, dass Sport auch als Ventil für Probleme benutzt werden kann.
- 21:43SPEAKER_01: Und da glaube ich, dass professionelle Athleten eher dazu tendieren, noch Sport als Ventil zu benutzen.
- 21:50SPEAKER_01: Und dass sie sich vielleicht auch eher in eine Profikarriere gegeben haben, weil sie dieses Ventil brauchen.
- 21:58SPEAKER_01: Das heißt.
- 22:00SPEAKER_01: Es gibt sehr viele Profi-Athleten, die auch unter Depression leiden, die auch unter Angstzustäden leiden, die auch andere psychische Erkrankungen haben und trotzdem gut am Wettkampftag funktionieren.
- 22:13SPEAKER_01: Es ist einfach wichtig zu verstehen, dass zum Beispiel auch Doping eine Manifestation dieser emotional-psychologischen Probleme sein kann.
- 22:24SPEAKER_01: Und hier finde ich es schlichtweg unverantwortlich, gerade von Coaches, gerade von Trainern, darüber totzuschweigen.
- 22:36SPEAKER_01: Weil häufig findet man im Vorhinein sehr, sehr viele Indikationen schon, zu sagen, das stimmt einfach etwas emotional, psychologisch nicht.
- 22:50SPEAKER_01: Und das findet man meines Erachtens nach auch vor allen Dingen so im Profisport.
- 22:54SPEAKER_01: Weil Profisport hat natürlich viel damit zu tun, auch seinen Selbstwert an etwas zu koppeln.
- 23:03SPEAKER_01: Und zwar seinen Selbstwert an Wettkampfergebnisse zu koppeln.
- 23:07SPEAKER_01: Ich will den anderen schlagen.
- 23:08SPEAKER_01: Ich will besser werden als der andere, ich will nach vorne kommen.
- 23:12SPEAKER_01: Und ich nutze dabei die Möglichkeit, meinen Körper so zu benutzen, um das Beste aus mir herauszuholen und meistens natürlich auch damit Siege vielleicht auch in gewisser Weise einzufahren.
- 23:30SPEAKER_01: Und es gibt immer diese Komponente auf der einen Seite, wo ich sage, das ist sehr gesund, zu sagen, ich will das Beste aus mir rausholen, ich will mein individuelles Potenzial entfalten, das ist so eine intrinsische Sicht oder auch so eine meditative Ansicht auch des Spitzensports, zu sagen, was kann ich leisten an dem Tag?
- 23:46SPEAKER_01: Heute ist Tag X und ich probiere einfach das Beste an diesem Tag aus mir herauszuholen.
- 23:52SPEAKER_01: Oder es gibt eben auch die andere Ansicht zu sagen, ich gewinne mit allen Mitteln und es geht mir vor allen Dingen darum, die anderen zu schlagen.
- 24:00SPEAKER_01: Und wir haben beide Aspekte im Spitzensport.
- 24:03SPEAKER_01: Ich glaube, darüber sind wir uns alle im Klaren.
- 24:06SPEAKER_01: Und dabei einfach auch so die Frage: Ist es dann so sinnvoll, das Ganze irgendwie totzuschweigen, darüber nicht einzusteigen und vielleicht auch so den Schlüssel wegzuwerfen zu den Athleten, die eben betrogen haben, sie irgendwie wegzuschließen und zu sagen, okay, wir gucken ja einfach nicht mehr hin und widmen uns dem Problem nicht.
- 24:25SPEAKER_01: Und da würde ich sagen, das ist sehr, sehr fahrlässig.
- 24:28SPEAKER_01: Und das zeigen zum Beispiel auch, weil, sind wir mal ehrlich, wann fangen die meisten Athleten an zu dopen?
- 24:33SPEAKER_01: Ich meine, Colin Chartier ist jetzt ein besonderer Fall, ja.
- 24:37SPEAKER_01: Aber ein Großteil dieser Dopingstrukturen, die sind hausgemacht.
- 24:42SPEAKER_01: Und diese Dopingstrukturen, die sind über Jahre oder Jahrzehnte einfach auch entstanden.
- 24:46SPEAKER_01: Ich weiß damals, als ich mit dem Mountainbiken angefangen habe, haben teilweise Trainer halt irgendwie Aspirin in die Flaschen getan.
- 24:52SPEAKER_01: Keine Dopingsubstanz, trotzdem Medikament, sehr, sehr geil, mit Cola das Ganze gemischt und haben es dem Athleten einfach in die Hand gedrückt.
- 25:00SPEAKER_01: Weil sie gedacht haben, es hat irgendwie einen positiven Aspekt auf die Athleten.
- 25:04SPEAKER_01: Und damit könnten wir das Ganze verbessern.
- 25:07SPEAKER_01: Damals war ich 15 und die Athleten, die mit mir da am Start waren, waren häufig häufig so ein kleines Häufchen elend.
- 25:16SPEAKER_01: Das waren jetzt nicht die mental stärksten Typen.
- 25:18SPEAKER_01: So definitiv nicht.
- 25:19SPEAKER_01: Und trotzdem haben sie ihm oft Rennen gewonnen.
- 25:21SPEAKER_01: Also ja, auch ausgrund der Erwartungshaltung und weil sie halt auch ihren Selbstwert sehr, sehr stark daran definiert haben, dieses Rennen zu gewinnen, entweder für sich oder für ihre Eltern oder für sonstige Sachen.
- 25:30SPEAKER_01: Also man kann auch ein Rennen gewinnen mit vielleicht nicht ganz dem besten Selbstwert.
- 25:34SPEAKER_01: Das geht schon, wenn man es halt irgendwie an Wut, an Trauer, an sonstige Sachen koppelt und einfach sagt, ich hole an dem Tag einfach das meiste aus mir raus.
- 25:42SPEAKER_01: Das funktioniert vor allen Dingen gut, sage ich mal auch vielleicht bei kürzeren Events.
- 25:45SPEAKER_01: Beim Iron Man oder sowas holt dich sowas dann meistens schon emotional ein und du denkst dann irgendwann, oh Gott, I think it's not going to happen.
- 25:52SPEAKER_01: Aber bei kürzeren Events brauchst du vielleicht auch noch nicht so ganz diese mentale Stärke, um das so, sag ich mal, durchzuführen.
- 25:58SPEAKER_01: Und definitiv kann da auch Doping ein Mittel sein, um vielleicht auch emotionalen und psychologischen Problemen zu entkommen.
- 26:07SPEAKER_01: Wie gesagt, es ist einfach immer auch so dieser Substanzmissbrauchfaktor mit dabei.
- 26:13SPEAKER_01: Und welche Menschen missbrauchen, vor allen Dingen Substanzen?
- 26:17SPEAKER_01: Sind es zum Großteil Menschen, die aus sozial schwachen Klassen kommen, die größere Probleme haben?
- 26:26SPEAKER_01: Ja, es gibt Drogen, die auch in dem Bereich, sage ich mal, fallen.
- 26:30SPEAKER_01: Aber Substanzabusus wird vor allen Dingen auch von Menschen durchgeführt, die unglaublich starke, verantwortungsvolle Jobs haben.
- 26:37SPEAKER_01: Da muss man sich nur mal die Statistik angucken.
- 26:40SPEAKER_01: Also Substanzabusus wird vor allen Dingen von Leuten durchgeführt, bei denen man es besser nicht wissen möchte.
- 26:46SPEAKER_01: Zum Beispiel von Ärzten, zum Beispiel von Piloten, zum Beispiel von Rechtsanwälten.
- 26:51SPEAKER_01: Das sind Klassen, wo wir sehr, sehr viel, gerade was Kokain angeht, gerade auch was Amphetamine angeht.
- 26:57SPEAKER_01: Das sind alles Klassen, wo man eben funktionieren muss und wo man Performance an einem bestimmten Tag abrufen muss.
- 27:05SPEAKER_01: Das heißt, als Athlet hat man natürlich diese Verantwortung, man hat die Verantwortung, am Tag XY abzurufen.
- 27:14SPEAKER_01: Definitiv, es ist eine hohe Verantwortung, aber es ist keine Verantwortung meistens für jemanden anderen.
- 27:19SPEAKER_01: Du hast die Verantwortung vielleicht für deine Familie, dass du deinen Job weiter durchführen kannst, dass du ein geiles emotionales Erlebnis hast.
- 27:24SPEAKER_01: Ja, auf jeden Fall, hast du.
- 27:26SPEAKER_01: Du hast aber nicht unbedingt die Komponente zu sagen, okay, wenn ich jetzt irgendwie nicht gut performe, dann stirbt jemand, oder wenn ich jetzt nicht gut performe, dann passiert XYZ mit jemand anderem.
- 27:35SPEAKER_01: Und in den Jobs, generell, wo eine sehr hohe Performance am Tag an den Tag gelegt wird, ist der Hang etwas einzunehmen, um die Performance zu steigern, viel, viel größer.
- 27:49SPEAKER_01: Es ist viel stärker in den Berufen, in den Dingen vorhanden, das einfach so zu pushen.
- 27:57SPEAKER_01: Und das ist hausgemacht vom System.
- 27:59SPEAKER_01: Das sind nicht alleine nur die Athleten, die so böse sind.
- 28:02SPEAKER_01: Das sehe ich einfach definitiv nicht so, sondern das sehe ich so, dass es ein Verhalten ist, was über jahrelang entstanden ist, was in dem System so abgerufen wurde, was auch teilweise mit dem Elternhaus zu tun hat und mit den Strukturen, die vielleicht auch so ein bisschen dahinter sind.
- 28:16SPEAKER_01: Und wenn wir jetzt einen Athleten haben, der vielleicht 16, 17, 18 ist und der in so ein System schon reinkommt, dann bin ich definitiv der Meinung, dass man einfach dann auch dem System dahinter auf die Schliche kommen sollte.
- 28:28SPEAKER_01: Und dabei ist dann letztendlich auch Sport vielleicht auch ein Ventil, das es einem erlaubt, emotionalen Situationen zu entkommen.
- 28:38SPEAKER_01: Sport ist sehr, sehr positiv.
- 28:41SPEAKER_01: Auf jeden Fall.
- 28:41SPEAKER_01: Ein Großteil unserer Gesellschaft macht viel, viel, viel zu wenig Sport.
- 28:45SPEAKER_01: Sport kann aber auch zu Problemen führen.
- 28:48SPEAKER_01: Und das kann auch im Sinne von Bewegungsdrang zu Bewegung führen.
- 28:52SPEAKER_01: Das heißt, ich muss trainieren.
- 28:54SPEAKER_01: Ich muss Performance leisten.
- 28:57SPEAKER_01: Ich muss das machen, sonst fühle ich mich scheiße.
- 28:59SPEAKER_01: Das ist auch etwas, was durch Sport entstehen kann.
- 29:02SPEAKER_01: Und das hat keinerlei gesundheitlich förderliche Wirkung mehr.
- 29:05SPEAKER_01: Und ich war selber in einem Punkt, wo ich gesagt habe, ich definiere mich super krass über den Sport.
- 29:10SPEAKER_01: Und ich definiere mich nur über meine akademischen Errungenschaften und über den Sport, über meine sportlichen Ziele, über dass ich Ironman bin, dass ich nach Hawaii gefahren bin und parallel dazu natürlich irgendwie meinen akademischen Titel gesammelt habe.
- 29:29SPEAKER_01: Darüber habe ich mich total definiert.
- 29:31SPEAKER_01: Es war geil, das so zu machen.
- 29:33SPEAKER_01: Aber ich bin dadurch auch irgendwie, weiß ich nicht, 2015 ziemlich übel ins Burnout geraten und habe mich nicht mehr so richtig geil gefühlt.
- 29:41SPEAKER_01: Und ich muss sagen, ich habe, glaube ich, immer das Glück gehabt, dass ich familiär relativ viele gute Coping-Mechanismen mitbekommen habe.
- 29:52SPEAKER_01: Hätte aber auch anders laufen können.
- 29:54SPEAKER_01: Und vielleicht hätte ich dann auch eher zu einer Abusus-Substanz gegriffen.
- 29:58SPEAKER_01: I don't know.
- 30:00SPEAKER_01: Das heißt, Sportler koppeln ihren Selbstwert sehr, sehr stark an Wettkampfergebnisse.
- 30:05SPEAKER_01: Und das kann natürlich auch zu einer sehr, sehr stark verzerrten Selbstwahrnehmung führen.
- 30:10SPEAKER_01: Und dass man sich eben auch nicht mehr gut fühlt, wenn man einfach auch nicht das gewisse Wettkampfergebnis erreichen kann.
- 30:16SPEAKER_01: Und das kann man weglächeln, das kann man als Trainer belächeln.
- 30:19SPEAKER_01: Ich kann es aber auch verstehen.
- 30:21SPEAKER_01: Und ich kann es auch aus Coaching-Sicht verstehen, dass jemand seinen Selbstwert an diese Wettkampfergebnisse koppelt.
- 30:26SPEAKER_01: Und wenn er nicht diese Ergebnisse erreicht, dass er sehr, sehr unzufrieden wird mit sich.
- 30:31SPEAKER_01: Und daran muss man arbeiten.
- 30:32SPEAKER_01: Daran muss man auch als Coach arbeiten, finde ich.
- 30:37SPEAKER_01: Und dabei finde ich es eben so, dass gesellschaftlich dabei halt sehr, sehr stark darauf geschaut wird, dass der Athlet eben für sein vermeintliches Fehlverhalten rein verantwortlich wird.
- 30:49SPEAKER_01: Und zum Beispiel, das finde ich, war auch so ein typisches Thema im Bereich von Armstrong, wo es eben auch darum ging, rein den Athleten, sage ich mal, dafür verantwortlich zu machen und nicht das gesamte System, was dahinter ist.
- 31:03SPEAKER_01: Und auch zum Beispiel die Sponsoren, die dahinter lagen, die ein unglaublich höheres Umsatzvolumen danach gefahren haben, die aber danach noch ihr Geld zurückhaben wollten.
- 31:12SPEAKER_01: Wo man sich dann auch wieder so ein bisschen fragt, so auch aus unternehmerischer Sicht, wo ist eure Verantwortung, Leute?
- 31:19SPEAKER_01: Wo ist eure Verantwortung für eben die Dinge?
- 31:22SPEAKER_01: Und da muss man sich dann einfach auch menschlich fragen, ist es dann einfach auch nur so die Stigmatisierung des Athleten?
- 31:31SPEAKER_01: Und ich finde jetzt auch im Fall von Colin Chartier folgte eine relativ krasse, beispiellose Diskussion über härtere Strafen von Sportlern, über Gleichsätzen zum Beispiel auch mit Körperverletzungen, mit auf die Fresse hauen und ins Gefängnis sperren und superschwere Strafen verhängen und zum Beispiel auch so sagen, die dürfen nie mehr an irgendwelchen sportlichen Dingen daran teilnehmen.
- 32:00SPEAKER_01: Und das weiß ich nicht, ob das the way to go ist in dem Kontext.
- 32:07SPEAKER_01: Weil Doping geht stets mit einer krassen Stigmatisierung des Athleten einher.
- 32:11SPEAKER_01: Das gesellschaftliche Leben ist letztendlich vorbei für diesen Athleten, die sind komplett rausgerissen.
- 32:15SPEAKER_01: Es ist komplett zu Ende, alles.
- 32:17SPEAKER_01: Und ganz ehrlich gesagt, können diese Athleten an keinerlei gesellschaftlicher Veranstaltung mehr teilnehmen, ihr gesamter Freundeskreis ist weg.
- 32:24SPEAKER_01: Der Shitstorm in den sozialen Medien ist komplett da, sie verlieren komplett ihre ihren Ruf, ihr alles letztendlich.
- 32:34SPEAKER_01: Und das ist nicht einfach so mal eben so.
- 32:38SPEAKER_01: Und selbst wenn sie ins Gefängnis kommen würden und danach kämen sie wieder raus und alles ist gut, wäre es ein anderes Ding.
- 32:43SPEAKER_01: Es ist aber nicht so.
- 32:44SPEAKER_01: Sie würden letztendlich ins Gefängnis kommen und sie kommen zurück und alles ist einfach weg.
- 32:48SPEAKER_01: Oder sie kommen halt nicht ins Gefängnis und trotzdem ist alles weg.
- 32:51SPEAKER_01: Und das sieht man eben auch, dass so viele Athleten auch daran zerbrochen sind, an ihren positiven Dopingbefunden und Fällen.
- 33:01SPEAKER_01: Und es gibt relativ wenig Athleten, außer jetzt zum Beispiel Lance Armstrong, die noch relativ gut dabei rausgegangen sind.
- 33:09SPEAKER_01: Ich meine, da muss man sich nun mal auch zum Beispiel den Fall von Jan Ulrich angucken oder auch von Nina Kraft, wenn wir im Triathlon bleiben wollen.
- 33:16SPEAKER_01: Das sind alles Beispiele dafür, wo auch Medien auch zu dieser Stigmatisierung vielleicht noch stärker beigetragen haben und wo die Athleten auch das nicht handeln konnten und wo die Athleten vielleicht auch nicht die Coping-Mechanismen hatten, mit psychologischem Druck auch richtig umzugehen und wo die Athleten auch nicht die mentale Komponente hatten oder die mentalen Voraussetzungen und Ressourcen hatten, das auch zu handeln und damit umzugehen und letztendlich auch daran zerbrochen sind.
- 33:50SPEAKER_01: Ich meine, Jan Ulrich ist definitiv jemand, wo man, wo ich immer denke, dass es sehr, sehr traurig ist, was mit dem Menschen passiert ist.
- 33:58SPEAKER_01: Und Nina Kraft ist auch so eine Person, die sicherlich ihren Hawaii-Sieg hat nicht feiern können.
- 34:04SPEAKER_01: Und auch wenn sie da als allererste über die Ziellinie gelaufen ist und es sicherlich in dem Moment ein sehr cooles emotionales Erlebnis für die Person war, hat sie das sicherlich nicht genießen können.
- 34:15SPEAKER_01: Weil was danach gefolgt ist, war sicherlich ein absoluter Albtraum für sie.
- 34:19SPEAKER_01: Und das wahrscheinlich sogar für mehrere Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte.
- 34:24SPEAKER_01: Das heißt, ich finde es wichtig, dass man hier nicht nur den Athleten stigmatisiert, sondern ich finde es viel wichtiger, halt zu erkennen und zu verstehen, warum Menschen dopen und die Hintergründe einfach zu verstehen und auch das System einfach dahinter zu verstehen, weil Doping ist meistens ein System, was da einfach aufgebaut worden ist.
- 34:46SPEAKER_01: Und vielleicht ist jetzt auch gerade der Shitstorm im Triathlon so groß, weil Menschen Angst davor haben, dass es da ein System gibt.
- 34:53SPEAKER_01: I don't know.
- 34:54SPEAKER_01: Ich stelle das einfach nur so in den Raum.
- 34:56SPEAKER_01: Wenn es jetzt ein System geben würde bei Colin Chartier, wäre das für den Triathlon hazardur.
- 35:04SPEAKER_01: Das war hazardiös.
- 35:05SPEAKER_01: Das wäre definitiv sehr, sehr übel, weil da ein riesengroßes System dranhängen würde.
- 35:11SPEAKER_01: Und ich glaube, dass sehr viele Akteure vielleicht auch dabei Angst haben dafür, dass da ein System entsteht.
- 35:17SPEAKER_01: Weil ich nicht so ganz glaube, dass man Doping in Eigenregie durchführt.
- 35:21SPEAKER_01: Wobei ich bei ihm auch so ein bisschen, sag ich mal, schon sagen möchte, dass es sehr auffällig ist, dass er einfach Epo eingenommen hat, was so ein bisschen irgendwie ist wie so ein Schrei nach Aufmerksamkeit, weil letztendlich, ich meine, wir haben 2023, da wirfst du nicht einfach eine Epo-Kapsel an und denkst, dass du nicht erwischt wirst.
- 35:37SPEAKER_01: Oder mehrere Wochen oder wie auch immer und probierst es halt irgendwie zu verschleiern.
- 35:42SPEAKER_01: Vielleicht hat er es eine Eigenrüche gemacht und war einfach dumm.
- 35:44SPEAKER_01: Vielleicht war es auch ein Schrei nach Aufmerksamkeit, weil er irgendwelche anderen mentalen Probleme hat, die dazu runterliegen.
- 35:52SPEAKER_01: Auf jeden Fall ist auch bei ihm.
- 35:54SPEAKER_01: Er ist stigmatisiert.
- 35:56SPEAKER_01: Er wird nie wieder dahin zurückkommen.
- 35:58SPEAKER_01: Und ich weiß nicht, ob man den Menschen jetzt noch mehr bestrafen muss.
- 36:01SPEAKER_01: Das muss ich einfach ganz ehrlich so sagen.
- 36:03SPEAKER_01: Man kann sicherlich darüber nachdenken, über eine finanzielle Kompensation oder sonst was halt darüber irgendwie noch nachzudenken oder das vielleicht noch irgendwie in Mitleidenschaft oder zu berücksichtigen.
- 36:16SPEAKER_01: Trotzdem ist der Mensch für sein Leben erstmal gezeichnet.
- 36:19SPEAKER_01: Und es ist nicht einfach, sich davon, glaube ich, so zu erholen.
- 36:23SPEAKER_01: Das heißt, als Konsequenz, was möchte ich irgendwie sagen oder was kann man noch mitgehen?
- 36:27SPEAKER_01: Ich denke nicht, dass man Doping nur als ein rein individuelles Problem betrachten sollte.
- 36:31SPEAKER_01: Wie gesagt, ich glaube, es ist meistens ein Systema hinter.
- 36:34SPEAKER_01: Und ich finde es viel wichtiger und interessanter, sage ich mal, auch so, dieses System zu verstehen und daran mehr einzutauchen und das System auch mehr zu bestrafen und da auch mehr einzutauchen, was letztendlich die hinteren Männer sind und die Strazieher und welche, ja, auch welche Ärzte in gewisser Weise dann auch teilweise darin involviert sind und da auch mehr einzusteigen und die Beweggründe einfach zu verstehen.
- 36:54SPEAKER_01: Ich finde es immer interessant, diese Beweggründe zu verstehen.
- 36:57SPEAKER_01: Und letztendlich muss man das auch sagen, und das ist, glaube ich, das, was jetzt eine sehr unpopuläre Meinung ist, die Athleten, die gedopt haben, die können uns verdammt helfen.
- 37:07SPEAKER_01: Weil die haben letztendlich den Fehler schon gemacht.
- 37:10SPEAKER_01: Und die Athleten können uns helfen, zu verstehen, warum sie gedopt haben.
- 37:13SPEAKER_01: Und die können uns verstehen, das Systemdoping noch besser zu verstehen und da mehr einzutauchen und da mehr auch die Beweggründe zu verstehen, warum jemand dopt.
- 37:22SPEAKER_01: Und eben diese Multidisziplinarität einfach auch da zu verstehen und auch klar zu differenzieren, okay, warum?
- 37:29SPEAKER_01: Was ist der Grund dahinter?
- 37:30SPEAKER_01: Ganz genau.
- 37:31SPEAKER_01: Anstatt einfach nur zu stigmatisieren, zu sagen, ich haue dem auf die Fresse und der soll jetzt einfach ins Gefängnis kommen, solange bis irgendwie die Stiefelmittelchen blieben.
- 37:40SPEAKER_01: Ich finde, wir sollten uns auch so ein Umfeld der Sportler ansehen und verstehen, warum sie einfach auch genauso dieses Risiko eingehen, weil es ist natürlich ein riesengroßes Risiko, warum sie auch diesem Abusus, ob es auch an der Aufklärung lag, ob es ein System lag, was schon früher zurückliegt.
- 37:55SPEAKER_01: Dabei eben auch zu sagen, mentale Gesundheit, Leute, ist was, was unglaublich wichtig ist und was auch im Spitzensport da ist und was man nicht wegreden sollte und nicht sagen sollte, die müssen alle performen.
- 38:09SPEAKER_01: Also gibt es da keine mentalen Probleme.
- 38:12SPEAKER_01: We are all fucked up in our brain.
- 38:14SPEAKER_01: Also, wir haben alle unsere Probleme und Spitzensportler haben auch ihre Probleme.
- 38:18SPEAKER_01: Und ich glaube, es ist wichtig, diese Diskussion einfach auch zu führen.
- 38:22SPEAKER_01: Dabei finde ich es absolut nicht sinnvoll, nur alles auf das Talent zu schieben und zu sagen, Sportler sind einfach so, Sportler sind einfach mental hart.
- 38:29SPEAKER_01: Ich kann aus der Coaching-Perspektive nur definitiv sagen, dass es auch ein Thema ist, woran man sehr, sehr stark arbeiten muss, dass man mental hart wird, dass man Coping-Mechanismen hat.
- 38:38SPEAKER_01: Das heißt, dass man mit Situationen umgehen kann, dass man mit Scheitern umgehen kann, dass man, wenn man weiß, dass man das Wettkampfergebnis nicht erreicht, man auch einen Ausweg hat aus der Situation.
- 38:49SPEAKER_01: Dass man seinen Selbstwert nicht nur an dieses Wettkampfergebnis koppelt.
- 38:53SPEAKER_01: Das sind alles Dinge, die sind sehr, sehr wichtig, auch in einem Coaching-Prozess.
- 38:57SPEAKER_01: Und da hilft es nicht, zu sagen, es ist ein Talent und es ist da oder es ist einfach nicht da.
- 39:02SPEAKER_01: Es ist genauso wie überall und es ist genauso wie im Training auch, mentale Komponenten müssen trainiert werden.
- 39:08SPEAKER_01: Und mental stark zu sein, mental mit Situationen zu kopen, das muss auch trainiert werden.
- 39:16SPEAKER_01: Deswegen zusammenfassend finde ich einfach, lässt sich sagen, wie wichtig einfach die Geschichte vom Doping ist, es einfach zu verstehen, welche physiologischen Mechanismen liegen dahinter und aber auch eben die vielschichtigen Aspekte des Dopings zu berücksichtigen und dass es dabei eben eine physiologische, psychologische und auch gesellschaftliche Ebene gibt.
- 39:35SPEAKER_01: Ich finde, dabei sollten wir eben die Beweggründe verstehen fürs Doping, anstatt eben nur einzelne Athleten zu beschuldigen.
- 39:42SPEAKER_01: Und ich finde, dabei sollte auch einfach auch so das derzeitige System mehr auf den Prüfstand gestellt werden.
- 39:48SPEAKER_01: Und zwar mehr auf den Prüfstand gestellt werden, eben mehr nach den Beweggründen zu schauen und mehr zu gucken, was können wir auch aus den jetzigen Dopingbefunden lernen.
- 39:58SPEAKER_01: Wie können wir die Menschen halt integrieren?
- 40:01SPEAKER_01: Wie können wir mit denen zusammenarbeiten?
- 40:02SPEAKER_01: Was können wir daraus lernen?
- 40:04SPEAKER_01: Und Pain plus Reflection equals Progress, also wie können wir letztendlich aus der Situation jetzt, die natürlich für den Triathlon gefährlich ist, was können wir daraus ziehen und wie können wir daraus auch dann eine gute Lösung entwickeln.
- 40:19SPEAKER_01: Ich finde auch, dass die Menschen, die Athleten auch weiterhin einen Weg in unserer Gesellschaft haben sollten.
- 40:25SPEAKER_01: Auf jeden Fall.
- 40:27SPEAKER_01: Okay, sehr gut.
- 40:29SPEAKER_01: Wie gesagt, also ich glaube, wir dürfen halt nicht vergessen, dass Menschen auch menschliche, dass Athleten auch menschliche Wesen sind und manchmal auch Verständnis brauchen für ihre Beweggründe, dass sie manchmal auch vielleicht ein bisschen Verständnis haben für das, was sie vielleicht auch getan haben und dass, wenn man auch blöde Fehler macht, dass Fehler trotzdem auch dazugehören, auch wenn es Scheißfehler sind und auch wenn es Sachen ist, wo man richtig ins Klo gegriffen hat.
- 40:54SPEAKER_01: Trotzdem finde ich es wichtig, dass man da auch die Beweggründe versteht und dass man auch aus diesen Fehlern gerade auch gesellschaftlich lernt, weil ich glaube, wir werden einfach sonst nicht wirklich besser.
- 41:04SPEAKER_01: Und ich glaube, wir brauchen eine bessere Vorbeugung, generell.
- 41:06SPEAKER_01: Ich glaube, wir brauchen eine bessere Aufklärung, vor allen Dingen, was das Thema Doping betrifft.
- 41:10SPEAKER_01: Und dass Sportler einfach frühzeitig, das heißt schon im jugendlichen Alter, bessere Entscheidungen treffen, weil das letztendlich wichtig ist für eine gesündere und ausgewogene Sportgemeinschaft.
- 41:22SPEAKER_01: Und ich glaube, auch nur so können wir wirklich auch das Thema auch optimistisch verändern.
- 41:29SPEAKER_01: Dass wir halt probieren, eine gute Vorsorge zu machen und Dinge frühzeitig anzugehen und dann natürlich auch gute Kontrollen zu haben.
- 41:36SPEAKER_01: Aber ich glaube, nur die Strafen zu verändern und nur das Ganze zu erhöhen und noch mehr Strafen zu den Athleten zu verbessern, zu erhöhen, ich glaube, das erhöht gar nichts.
- 41:45SPEAKER_01: Das ist eher so das Todesstrafenprinzip in Amerika, was ja auch sehr, sehr gut funktioniert, muss man sagen, wo natürlich auch die Todesstrafe dazu geführt hat in Amerika, dass wir eine unglaubliche Abschreckung haben und dass in Amerika viel weniger Straftaten als zum Beispiel in Deutschland durchgeführt werden.
- 42:04SPEAKER_01: You know?
- 42:05SPEAKER_01: Okay.
- 42:06SPEAKER_01: Ja, ich hoffe, euch hat das Podcast gefallen.
- 42:09SPEAKER_01: Ist ein etwas anderes Thema als sonst.
- 42:12SPEAKER_01: Schreibt mir gerne, was ihr davon haltet.
- 42:14SPEAKER_01: Schreibt mir gerne ein paar Kommentare.
- 42:16SPEAKER_01: Ist sicherlich auch ein sehr emotionales Thema für vielen.
- 42:19SPEAKER_01: Vielleicht fühlen sich jetzt auch viele ein bisschen auf die Schlips getreten.
- 42:23SPEAKER_01: Ich wünsche euch auf jeden Fall trotzdem eine schöne Woche und macht's gut.
- 42:27SPEAKER_01: Bis dahin.
- 42:28SPEAKER_01: Euer Golo.
- 42:28SPEAKER_01: Bye bye.