Latest / SOMMELIER / Guntram Fahrner – Das Urgestein des Weingeschmacks
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- 0:00Hallo, hier ist Inge von Geldern vom Weingutkürsten Liebig in Klusarad an der Mosel.
- 0:18Ich kenne Gundram seit sicher 20 Jahren, kennengelernt habe ich ihn im Fairhaus Munchmarsch auf Sylt,
- 0:24als ich auf Weintour unterwegs war und Gundram als Sommelier im Fairhaus arbeitete.
- 0:30Schon damals haben wir zusammen gearbeitet und uns auf Anhed gut verstanden.
- 0:35Gundram kam später nach Klusarad, ich weiß nicht wie lange das hier ist gefühlte 15 Jahre,
- 0:41um eine Weintrube vor ungefähr 1000 Leuten hier abzuhalten.
- 0:46Er hat das Zelt zum Tanzen gebracht und die Leute zum Jubeln hat selbst bei den Gästen der Begeisterung
- 0:53für Muselweine für Steilhangweine erzeugt und hat sich selbst glaube ich nochmal verliebt in die Gegend
- 1:00und in die wunderschönen Weinberge und in die Steilhänge hier, denn er hat dann seinen Weinbeck
- 1:05hier in Klusarad gekauft. Seitdem arbeiten wir noch enger zusammen, wir helfen ihm bei der Bewirtschaftung.
- 1:11Sein ist wirklich sehr steilen Weinbergs, er verkauft unsere Weine in der wunderschönen Weinlade
- 1:18in Karlsruhe am Gutenbergplatz. Gundram bringt regelmäßig Freunde, Verwandte und Kunden hierher
- 1:26und lässt sie den Steilhang hoch kratzen, was ich sehr bemerkenswert finde und sehr eindrucksvoll,
- 1:31denn es ist tatsächlich steil bei uns. Wir schätzen an Gundram nicht nur seine fantastische Probe
- 1:38und sein Gefühl für Wein und seine Fähigkeit, sich in Wein hineinzudenken, sondern wir schätzen ihn
- 1:47sehr als Partner, als Kritiker, als Kollegen, der mit den, der am Puls der Zeit ist, der Tipps hat,
- 1:56Ratschläge hat, Verständnis hat. Gundram bringt mit seinem Augenzwinkern immer die nötige Portion
- 2:03Neugier mit und den Tritt in unseren Hintern weiter zu machen und sich neu zu erfinden.
- 2:11Das tut er selber auch. Viel Spaß beim Podcast mit Gundram wird es nie langweilig. Liebe Grüße von der Mose.
- 2:38Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 2:44Mein heutiger Gast ist einer der ersten geprüften Sommeliers in Deutschland. 1993 hat er bereits seine Prüfung bestanden.
- 2:51Verschiedene Auslandsaufenthalte in Belgien, in der Schweiz, in England prägten und formten ihn.
- 2:56An über zwölf Sommeliewettbewerben nahm er teil und gewann schließlich die Trophyruinen nahm Jahr 2001,
- 3:02den damals allerkanntesten und wichtigsten Sommeliewettbewerb in Deutschland.
- 3:07Unter anderem arbeitet er mit keinem geringen als hoheren Amador zusammen und er eröffnete vor über 20 Jahren
- 3:14sein eigenes Weinuniversum, dem Weinlader am Gutenbergplatz, in dem er jährlich über 150 Weinveranstaltungen durchführte und die zum größten Teil selbst leitet.
- 3:25Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei der Schlummbäckergruppe mit den Handelshäusern Segnetz,
- 3:31Konzio Vini, Schlummbäcker und den Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung.
- 3:38Ganz herzlich bedanken. Denn danke Ihnen, bis der heute hier.
- 3:42Herzlich willkommen lieber Gunther Amphana!
- 3:45Wie wichtig sind eigentlich Weinseminare?
- 3:50Man kann dann wirklich schon sagen, Weinseminare begleiten mich ein ganzes Leben.
- 3:55Ein berufliches Leben, weil ich das sehr früher kannte.
- 4:01Ich habe schon während meiner Summigliausbildung Weinseminare gegeben im privaten Rahmen.
- 4:08Ich habe dann zwei Jahre meiner Schweiz gearbeitet.
- 4:12Das war ein Saisonbetrieb, Sommer und Winter.
- 4:16Und in der Zwischenseison habe ich mich nicht arbeitslos gemeldet,
- 4:20sondern ich habe mich mehr oder weniger an eine Firma angemeldet und habe mit dieser Firma Weinseminare gegeben.
- 4:29Damals ganz viele für die Volkshochschule, in meinem Heimatort in Auerm rein.
- 4:35Dann ist es übergesprungen für Privatpersonen.
- 4:39Dann habe ich Firmenveranstaltungen moderiert.
- 4:43Das habe ich alles während meiner sessionalen Summigliaetätigkeit in der Schweiz gemacht.
- 4:50Das war schon der Grundstein für die berufliche Firmengründung.
- 5:00Ich habe dann auch die Firma angemeldet, aber nur nebenbei, bis ich dann in England war
- 5:08und letztendlich durch die Terroranschläge sich der Markt verändert hat,
- 5:13weil sich da alles Unternehmen so 60% von amerikanischen Gästen abhängig war.
- 5:20Deswegen auch die Frage zurückzukommen.
- 5:23Sind es schon einige Jahrzehnte, wo ich Weinseminare mache?
- 5:27Ich bin in den letzten Jahren garantiert mit 150 Veranstaltungen im Jahr dabei.
- 5:36Ich habe meine Veranstaltungsräumlichkeiten, die ich organisiere,
- 5:42aber so 90% selbst moderiere, leite, intern, also in U-21,
- 5:49den Veranstaltungsräumlichkeiten, aber letztendlich auch extern für Privatpersonen,
- 5:56Firmen, in der Weinbranche, Moderationen usw.
- 6:02Ist Weinseminar gleich Weinseminar oder kann man da verschiedene Kategorien sehen,
- 6:06dass es Wissensseminare gibt, dass es Produktseminare gibt, dass es Firmenseminare gibt?
- 6:11Unterschiede es du bewusst?
- 6:13Ja, das ist ganz klar abhängig von der Zielgruppe.
- 6:19Alle Weinseminare sind keine Veranstaltungen von mir.
- 6:24Also du machst es nicht um eine Weine zu präsentieren und die zu verkaufen?
- 6:27Nein, das ist außen vor. Ich mache reine Genusswissensvermittlung mit Informationen
- 6:34zur Geschichte der Region, der Besonderheiten und worauf ich in großen Fokus lege,
- 6:42ist die Verkostung von Weinen, die Sensore.
- 6:45Ich möchte die Menschen daran erinnern, dass sie riechen und schmecken können.
- 6:50Ich möchte haben, dass sie das Leben, die Philosophie, den Charakter eines Weines
- 6:58sensorisch erleben können.
- 7:01Nicht mit drei Aromen, wir zerlegen die Aromen eines Weines in 10, 15, 20 teilweise.
- 7:08Gehen die Leute da noch mit? Also geben die nach dem vierten Aroma auf und sagen,
- 7:13ich rieche nicht, ich bin nicht drauf gekommen. Sind die noch aufmerksam dabei beim 10., 15., 20.
- 7:20Ja, die machen damit. Wobei ich muss sagen, es gibt verschiedene Levels.
- 7:25Beginnen wir mit einem Basisweinseminar, dann gibt es auch so eine Fortgeschrittene Seminare,
- 7:31wo es Themen spezifisch geht, wo man eine Weinregion bogumt oder eine Rebsorte erwähnt.
- 7:37Dann gibt es auch noch entsprechende Seminare, Genusseminare, wo es parallel dazu ein 3- oder
- 7:44ein 4-Gang-Menü oder Kleinigkeiten dazu gibt, wo dann letztendlich der Genuss auf den Teller
- 7:51im Glas 50/50 ausmacht. Dann gibt es auch noch dann die Friegseminare, wie zum Beispiel eine
- 7:58Blindverkostung in einem Gewölbekeller, zwei Stockwerke unter der Erde.
- 8:04Man hört nur das tickende Armband-Uhr und sonst hört man nichts. Es ist dunkel.
- 8:10Da hat man 6 Gläserwurse stehen und man muss die Weine sensorisch und geschmacklich beschreiben,
- 8:18versuchen nicht direkt herauszufinden, sondern eher den Charakter des Weines zu bestimmen.
- 8:27Und ganz zum Schluss ist natürlich für jeden Einzelner auch immer sehr interessant zu erleben,
- 8:35welcher Wein das ohne eine Beeinflussung visuell letztendlich ein Ampesten geschmeckt hat
- 8:44oder letztendlich am meisten Freude bereitet hat.
- 8:47Also da habe ich sehr viele Formate entwickelt, verfeinert, auf den Punkt gebracht
- 8:55und da gibt es schon Teilnehmer, die sind überfordert, ganz klar.
- 8:59Aber für die ist es auch ein Ansporn, sich intensiver damit auseinanderzusetzen
- 9:05und die kommen dann ein paar Wochen, Monate später wieder, weil sie sagen, sie haben nicht alles verstanden,
- 9:11aber sie haben die Kurve bekommen, sie wissen, worauf das ankommt.
- 9:15Deswegen sage ich auch beim Basisweineswinner immer, es ist viel entscheidender, wie man verkostet,
- 9:22worauf man achten muss und das von einem Profi mit geteilt zu bekommen, wo man dann mehr Nutzen für die Zukunft hat,
- 9:32als dass man sagt, er riecht nach Apfel, er riecht nach Zitrusaromen und hat eine markante Säure,
- 9:38sondern man muss die Leute sensibilisieren, für deren Geruchs und Geschmack sind,
- 9:44wie sie mit den eigenen Sinnen umgehen
- 9:47und das müssen sie dann letztendlich Learning by Doing im Selbstversuch anwenden
- 9:53und das machen die auch in der Regel
- 9:55und dann stellt man wirklich nach einigen Monaten fest, wenn die dann wieder zu einem Seminar kommen,
- 10:01welche Fortschritte das die machen, welche Erfolgserlebnisse das die haben,
- 10:06wenn sie dann sagen schon nach einem guten Tag oder guten Abend, dass sie wieder hier sind,
- 10:12dass das letzte Mal so toll war und einem die Augen aufgegangen sind,
- 10:17den Wein plötzlich ganz an das Sehen verstehen und auch bewusst einsetzen und genießen,
- 10:24dass es häufiger mal der Fall, dass das gleich im Eingang erwähnt wird, wo die Teilnehmer dann kommen und man sagt,
- 10:30boah, hat sich doch gelohnt, sich anzustrengen, den Menschen eine Freude zu machen und das entsprechende Wissen zu vermitteln.
- 10:37Das ist das größte Lob. Bist du bei so einem Seminar mehr Sender oder bist du Empfänger?
- 10:43Also versuchst du deine Meinung über den Wein nach außen zu streuen
- 10:48und die Probanden nenne ich sie einfach mal oder die Teilnehmer,
- 10:51die vielleicht die schönere Formulierung versuchen, deine Information umzusetzen
- 10:56oder nimmst du deren Informationen und spiegelst die und versuchst die zu interpretieren,
- 11:01dass sie sich selber kennenlernen?
- 11:03Also es geht nicht darum, ob, ich sage immer gleich schon vorne weg,
- 11:07es geht nicht darum, ob Ihnen der Wein heute schmeckt oder nicht, dass es dritt, viert oder fünftrangig.
- 11:12Wir stellen den Wein, den den Wein im Glase mit seinem Charakter dar
- 11:18und das versuchen wir einfach sensorisch über die Aromatik und über das Geschmacksbild zu ergründen, zu verstehen.
- 11:27Der nächste Schritt ist auch dann, dann wissen wir, was im Glase ist,
- 11:31wie er riecht und wie er schmeckt und dann machen wir die weitere Ableitung.
- 11:35Dann erzähle ich dir auf, wie man zum Beispiel diese Informationen,
- 11:40die man jetzt auf der Zunge erlebt hat oder auch im Geruchsbild,
- 11:44wie man die einsetzt, führt einen eigenen Geschmack in Verbindung zu den Speisen,
- 11:50wie man eine Genussallianz ableiten kann, wie man das Preisgefüge dadurch ermittelt,
- 11:56die Regionen bestimmen kann oder letztendlich die persönlichen Trinkvorlieben besser einschätzen kann.
- 12:03Das sind also nachgelagerte Schritte, die letztendlich über das zerlegen hinausgehen
- 12:11und letztendlich den Teilnehmern auch bewusst werden.
- 12:14Also sagen nicht, dass der Wein, das sind die Zehn markant Aromen eines Weines,
- 12:18sondern das ist die Basis und dann suchen wir das Einsatzgebiet, das Anwendungsgebiet
- 12:25und letztendlich den Genusslevel des Weines.
- 12:29Wie gehst du mit der Aussage um, ich differenziere nur zwischen "schmeckt mir und schmeckt mir nicht"?
- 12:35Ja, kann man machen, das reicht für viele vielleicht schon aus.
- 12:39Für mich und meinen Teilnehmer reicht das nicht aus.
- 12:42Wir leben in einer Gesellschaft, wo wir letztendlich auch entsprechen,
- 12:47entsprechende Mengen an Zeit haben und für genussorientierte Menschen
- 12:52ist letztendlich ein sich beschäftigender Mit, mit der Materie einfach Standard.
- 13:01Wenn die Menschen niveauvoll geistig interessiert sind, dann reicht es einfach nicht mehr aus.
- 13:08Schmeckt oder schmeckt nicht, das ist letztendlich mein, sagten schon längst überholt, der Gedanke.
- 13:14Darauf kann man keine Kommunikation aufbauen, da kann man auch jetzt nicht ins Gespräch kommen.
- 13:20Wenn jemand sagt, mir schmeckt er, mir schmeckt er nicht, punktaus, hinter des Gesprächs,
- 13:26das wird ja in der heutigen Zeit fast als unhöflich,
- 13:29angesehen, wenn man es nicht schafft, außer schmeckt oder schmeckt nicht,
- 13:33über ein Kulturgut zum Ausdruck zu bringen, wo ein Winzer das ganze Jahr dafür gearbeitet hat.
- 13:40Er versucht, die Landschaft in der geistigen Form, in der Flüssigkeit im Glase zu verkörbern
- 13:46und dann sagt er, dass der Konsument schmeckt oder nicht schmeckt, klar, kann man machen,
- 13:52aber das ist nur eine Minderheit meines Achten.
- 13:57Es soll solche Menschen geben und es ist auch nicht schlimm, dass es sie gibt,
- 14:00aber das sind jetzt nicht die, die mich umgeben oder mit denen ich immer in der Regel zu tun habe.
- 14:06Was wäre eine vordere Variante, ist interessant oder nicht interessant,
- 14:11um Wein zu kategorisieren oder fordert mich oder nicht, oder tut mir gut oder nicht gut,
- 14:17oder wie siehst du das?
- 14:19Wenn ich von diesem angenehm ich stecke in dieser "schmeckt er oder schmeckt mir nicht" Schublade
- 14:23und möchte nach rauskriechen, wie könnte ich in Wein betrachten, um weiterzukommen?
- 14:29Also ich würde nicht immer sagen, dass das weiter das Bessere ist,
- 14:32kann vielleicht sein, dass es jemand wie du es auch gesagt hast,
- 14:35aber wenn ich mich anders entwickeln möchte, was wäre in deiner Seminarwelt oder in deiner Genusswelt,
- 14:43ist die schönere Formulierung die nächste Stufe oder eine Entwicklung?
- 14:47Also generell kann man sagen, wer mehr weiß, von einem Produkt hat mehr davon und hat mehr davon im Leben.
- 14:55Und das ist halt die Frage, inwieweit man sein Leben auch selbst gestalten möchte,
- 15:01wie man sich mit dem Produkt identifiziert.
- 15:05Und wir sind ja schon bei solchen Leuten auch ganz klar an der Grenze,
- 15:12die etwas trinken, da etwas getrunken haben und letztendlich die Genussorientierten.
- 15:18Und wenn ein Wein der Persönlichkeit hat, eine Ausstrahlung hat,
- 15:22dann ist es meines Erachtens ganz schwer, keine Aussage über den Wein zu treffen.
- 15:29Also vielleicht in jungen Jahren bei jungen Menschen, man dürfe nicht vergessen,
- 15:33Wein ist ein komplexes Produkt, in jungen Jahren hat man ja auch nicht so viel Verständnis dafür,
- 15:40man hat vielleicht auch nicht die menschliche Reife, um den Wein zu verstehen, die Hintergründe zu erfassen.
- 15:46Und da ist es schon ein bisschen schwer, deswegen kann es so eine Aussage kommen, schmeckt oder schmeckt nicht,
- 15:51aber das ist nicht dramatisch, die Menschen entwickeln sich weiter
- 15:55und die Weinwelt entwickelt sich weiter und die einen finden es toll, dass es eine Weiterentwicklung gibt.
- 16:02Die andere interessieren sich dafür und die andere eben nicht. Das muss man einfach so sehen.
- 16:07Und kann es sein, dass man dann Wein eigentlich erst in seiner Komplexität greifen kann,
- 16:12ihn als Kultur gut oder weniger definieren kann, die verschiedenen Ebenen.
- 16:17Also das, wenn ich mich dafür interessiere, habe ich meistens auch ein regionales Interesse in irgendeiner Richtung,
- 16:22dass ich schaue, wie sieht es in der Toskana aus, oder dass ich ein kulturristorisches Interesse habe,
- 16:27dass ich das Zusammenspiel, keine Ahnung, von Kirche und Wein oder von Krieg und Wein oder von Gesellschaft und Wein
- 16:33vielleicht noch ein wenig mit Versuche zu greifen oder eben das Handwerkliche,
- 16:38dass ich den Ausbau, dass ich die Geologie, dass ich das Klima und den Wein dann eigentlich so in seiner Komplexität versuche,
- 16:44eigentlich erst zu greifen?
- 16:46Also es kann durchaus alles möglich sein, was du jetzt gesagt hast.
- 16:50Das ist eine Frage, ob man jetzt in die Toskana in Urlaub geht, weil es dort ein tolles Essen mit tollen Beinen gibt.
- 16:57Es kann aber durchaus sein, dass man, sagen wir, geht nach Südfrankreich in die Provence,
- 17:01wo letztendlich die Emotionen vielleicht ein bisschen ausgeprägt sind,
- 17:05der Lifestyle des Laisse-faire, was ein Wein mit sich bringen kann
- 17:10und letztendlich dadurch eine entsprechende Gelassenheit vorfindet.
- 17:16Ein Punkt ist ja auch, überall wo es Wein gibt, ist es meistens schön von den Menschen,
- 17:24von der Landschaft, von der Kultur und der Geschichte.
- 17:28Deswegen gehört es alles immer irgendwie mit zusammen.
- 17:31Und es ist ja so auf meinen Weinreisen, da wird man ja beneidet, wenn man viel unterwegs ist,
- 17:38in diversen Ländern in Europa und Weinregionen zu besuchen.
- 17:43Das sind auch schöne Momente, da sind auch schöne Reisen, weil jeder weiß,
- 17:47da ist was passiert geschichtlich von der Kultur, die Menschen haben sich da zusammengefunden,
- 17:53haben da letztendlich eine Einzigartigkeit für andere Menschen geschaffen,
- 17:59die seinesgleichen sucht im Vergleich zu einer Region, wo es nur z.B. Mais oder Zuckerrüben gibt, sage ich mal.
- 18:08Ist es nur den Wein vorbehalten, weil du gerade Mais und Zuckerrüben sagst,
- 18:12oder können das auch andere Getränke?
- 18:14Wenn ich jetzt eine bekannte Biermarke nehme, ist die historisch schon auserzählt.
- 18:18Es gibt natürlich auch Handcrafted Beers, aber auch da finde ich,
- 18:22gerennt das dann irgendwo, was es beim Wein oftmals nicht gibt.
- 18:26Gibt es irgendein Getränk, was das in dieser Komplexität so bespielen kann?
- 18:31Vielleicht Whiskey oder Tee oder irgendwas?
- 18:34Es gibt schon noch andere Getränke, die vielleicht eine ähnliche Faszination haben,
- 18:39aber ich denke, Wein hat von vielen Genussmitteln mit die größte Faszination,
- 18:46weil letztendlich die DNA des Weines mehr oder weniger der Ausdruck der Region,
- 18:54der Landschaft, die Handschrift vom Winzer seinesgleichen sucht.
- 18:58Und dann habe ich noch einen Aspekt gegenüber allen anderen Getränken,
- 19:02dass die Entwicklung auf der Flasche, dies früher oder später, bis zu einem gewissen Punkt,
- 19:09wieder alles erlebbar macht im Glase.
- 19:13Das heißt, wir kaufen nämlich einmal ein Klassiker, ein Bordeauxwein ein.
- 19:18Dann legen wir jetzt an acht oder zehn Jahre weg.
- 19:23Das sind vielleicht ein geübter Weinsammler, wir haben perfekte Bedingungen zur Lagerung.
- 19:27Und dann hat man dann nach zehn Jahren diesen Wein auf dem Höhepunkt des Genusses im Glas.
- 19:34Und man kann dann letztendlich sich über die Aromatik wieder vorstellen, wie der Jahrgangsverlauf war,
- 19:42welche Rebsorten das hier zusammengespielt haben, wie der Wein sich auf der Flasche vereint hat,
- 19:49welche Entwicklung das der Wein gemacht hat.
- 19:52Und wenn man das dann schafft mit einem richtigen Essen, teilweise auch mit den richtigen Freunden,
- 19:59mit den richtigen Menschen, gemeinsam wieder zu erleben, dann sind es einfach schöne Momente.
- 20:05Und diese schöne Momente sind letztendlich für die Menschen nichts anderes,
- 20:11wie geistigen Urlaub angeregt durch die Sinnlichkeit, die das Produkt verursacht.
- 20:19Das war ein bisschen philosophisch zum Ausdruck gebracht.
- 20:22Und das sind eigentlich schöne Momente, die auch den Menschen vielleicht Glücksamone auslösen,
- 20:28letztendlich einen faszinierenden Wein im Glas zu haben, wo man hineinricht, man ist erst mal sprachlos,
- 20:35weil man erst mal die eigene Sinne sortieren muss, um den Wein zu verstehen
- 20:40und dann wieder einen Rückblick über zehn Jahre vom Leben des Weines abgebildet bekommt.
- 20:46Und die Steigerung ist dann entweder mit den richtigen Freunden, mit den richtigen Menschen oder mit dem richtigen Essen,
- 20:52beides so zu kombinieren, dass sich alles zu einer Genussallianz hochschaukelt.
- 20:57Und das sind dann schöne Momente des Lebens.
- 21:00Und da ist der Wein unter anderem mitverantwortlich, dass wir einfach da eine positive, freutige Einstellung
- 21:09und vielleicht auch gegenüber dem Leben bekommen oder auch haben dadurch.
- 21:14Welche anderen Genus-Elemente flüssiger Form reizen dich sonst?
- 21:18Wenn du sagst, es können auch andere.
- 21:20Was inspiriert dich genauso oder macht dich genauso neugierig?
- 21:24Gegen ein isotonisches, alkoholfreies Hefeweizen nach einer Fahrradtour gibt es auch nichts dagegen einzuwenden.
- 21:33Ich muss ja auch noch sagen, mein Vater war von Beruf Braumeister
- 21:37und hat lange Zeit diesen Beruf ausgeübt bei einer Brauerei hier in Karlsruhe.
- 21:43Und ich habe in meiner Kindheit, meiner Jugend, unheimlich viele Brauereien schon gesehen erlebt
- 21:51und deswegen kann ich mit einem Bier als Getränk, egal woher,
- 21:56dass es kommt, Italien, Deutschland oder auch England auch ganz gut damit leben und finde ich es auch sehr ansprechend.
- 22:04Aber man muss klar sagen, die Komplexität der Aromatik wie auch bei einem Tee, Schwarztee, Datschilingtee, Ölgrei,
- 22:15das ist alles gegeben, aber kommt natürlich nicht an einem Wein heran, wo einfach eine andere Dimension,
- 22:23der Sinnlichkeit, der Ausdrucksweise für mich persönlich oder auch für andere Menschen erlebbar wird.
- 22:30Und ist es das Getränk oder sind wir Menschen, die es dazu machen und könnte man es mit anderen Getränken auch machen?
- 22:36Also wenn wir das Bier genauso zelebrieren würden, genauso ausbauen würden, genauso reifen lassen würden,
- 22:41über Jahre teilweise in der Flasche reifen lassen würden, was ja teilweise auch passiert bei verschiedenen Trivieren,
- 22:46könnte man, also wenn man denen auch so eine Story geben würde, wenn man ein Erlebniszentrum wo man hinkommt
- 22:51und das Ganze besucht und langsam eine Kultur daraus erwachsen lässt, könnte man es zum Beispiel mit Bier auch machen?
- 22:56Oder ist es da trotzdem limitiert aufgrund eben der nächsten Ebene, dass man Hopfen nicht in verschiedenen Lagen anbauen kann
- 23:04und da trotzdem jedes Jahr gleich ist beim Hopfen?
- 23:07Man kann es natürlich versuchen, aber wir dürfen nicht vergessen.
- 23:10Die Rebe ist eine Pflanze, die Wurzeln 10 bis 15 Meter tief, teilweise noch mehr, wenn sie ein entsprechendes Alter hat.
- 23:18Die Rebe schafft es über die Wurzeln, eine entsprechende Mineralität oder die Inhaltsstoffe von 10 bis 15 Meter Tiefe oben in der Frucht einzulagern.
- 23:32Der Winzer hat die Aufgabe letztendlich, den Rebstock eines Jahres zu begleiten und im Herbst entsprechend die Trauben zu ernten.
- 23:42Und der Winzer ist letztendlich das Bindeglied zwischen Natur, der Kellertechnik und seiner persönlichen Vision,
- 23:52um letztendlich dann die Trauben zu ernten, nach seinen Vorstellungen im Keller durch die algorische Gehrung und den Ausbau zu begleiten,
- 24:03sodass wir dann wieder später im Glas die sogenannte DNA des Bodens, der Rebsorte und der Handschrift des Winzers haben.
- 24:15Und da, denke ich, ich kenne jetzt keine andere Pflanze oder kein anderes Produkt,
- 24:21dass so steig letztendlich den Charakter widerspiegelt.
- 24:26Wir dürfen nicht vergessen von der Produktion wie Antrige Tränke, wie ein Bier zum Beispiel, die Basis ist ein bisschen anders,
- 24:36aber wir haben mit dem Wein eine direkte Verkörperung eines Naturproduktes in einem veränderten Zustand im Glase
- 24:46und diesen kann man einfach wieder erleben oder wieder nachvollziehen.
- 24:52Und das macht ja auch die Fastenation des Weines aus.
- 24:55Eine Frage hätte ich, die mich wirklich brennend interessiert.
- 24:59Du meintest, die Mineralität würde aus dem Boden aufgesogen und in der Pflanze eingelagert.
- 25:05Geht das wirklich? Also was wird da aufgesogen? Sind das verschiedene Salze?
- 25:10Wird der Schiefer ausgequetscht und man kann den irgendwo greifen?
- 25:16Ich bin jetzt kein Biologe oder Naturwissenschaftler, aber man riecht, man schmeckt den Standard einer Rebe.
- 25:28Der Standard kann durch den Boden geprägt werden, das ist das Makandeste,
- 25:35oder letztendlich auch von einem Umfeld vom Mikroklima.
- 25:39Und da bin ich mir ziemlich sicher, dass das machbar ist,
- 25:44sonst würden ja die Weine mehr oder weniger gleich schmecken.
- 25:47Und wie vom Boden geprägt? Also löst die Pflanze aus dem Boden was raus
- 25:53oder wird sie von dem Boden durch verschiedene klimatische oder eben
- 25:57wasserbedingte Grundvoraussetzungen unterschiedlich gelenkt und beeinflusst?
- 26:03Das sind die über die Nährstoffversorgung, werden die Beeren damit aufgebaut
- 26:09und diese Nährstoffe, die vom Boden kommen, die werden dann in der Frucht eingelagert.
- 26:14Zum Beispiel, ich war letztes Jahr in Österreich im Burgenland auf einem Weingut
- 26:20und da waren wir auch am Neus-Siedler See und dann sage ich zu einem Winzer,
- 26:27der Weine ist ja richtig trocken, extrem mineralisch und sogar salzig.
- 26:32Dann sagte Winzer, ja, das ist uns auch schon aufgefallen und dann hat er erzählt,
- 26:39wieso und weshalb. Dann hat er gesagt, dass dieser Weinberg neben einer Salzlacke ist,
- 26:47also im Bereich wo vom Neus-Siedler See vor tausend von Jahren das Wasser verdunstet ist,
- 26:54wo das Salzgehalt so hoch ist, dass keine andere Pflanzen oder nur spezielle Pflanzen packen.
- 27:01Und neben dieser Salzlacke sind die Weinberge und die alten Reben nehmen auch den Salzgehalt
- 27:12über die Nährstoffe mit auf, lagern sie dann in den Beeren ein und das schmeckt man deutlich bei diesem Wein.
- 27:20Also das ist für mich unzweifelhaft, dass da eine ganz steige Wiedererkennung vom Boden
- 27:28in einigen Weinen vorhanden ist, nicht bei jedem Wein, aber bei den Charakterweinen
- 27:36mit alten Rebern lagen ist es schon ganz markant. Und je älter das die Weine werden,
- 27:42desto deutlicher kommt die DNA des Ursprungs der Rebsorte und des Bodens im Glaser zur Geltung.
- 27:50Das ist, glaube ich, weltweit bei allen Ausdrucksteigeneweinen der Fall.
- 27:56Die Voraussetzung ist, dass sie möglichst naturbelassen sind, dass sie nicht irgendwie mit ein paar Gramm
- 28:03restzüße Konsumentenfreundlich gemacht worden sind, sondern dass sie wirklich aus einem Guss,
- 28:10sozusagen wie gewachsen, fast unverfälscht über den Kell auf die Flasche gebracht worden sind.
- 28:19Und das heißt, schabtalisieren würde das Ganze verfälschen?
- 28:21Ja, also schabtalisieren ist so eine Sache. Wir haben tendenziell zu viel Alkohol.
- 28:29In manchen Jahrgängen, in manchen Regionen, macht es vielleicht ein gewisser Maße noch Sinn,
- 28:35wenn man das vorsichtig anwendet. Aber das Thema schabtalisieren, das ist tendenziell rückläufig.
- 28:43Beziehungsweise bei dem einen Wein oder bei diesen charakterstaikenden Weinen ist es eigentlich völlig überflüssig,
- 28:52weil letztendlich die Natur schon die Qualitäten im Weinberg definiert hat.
- 28:59Und der Winzer schon erkennt, okay, da muss ich ja gar nichts mehr machen.
- 29:04Das ist so homogen, das ist jetzt schon wie aus einem Guss, denn lasse ich, wie der Wein jetzt gerade ist
- 29:12und das ist so perfekt von der Natur. Ein guter Winzer stellt es schon im Keller fest,
- 29:19wenn er seine Weine regelmäßig verkostet. Aha, vielleicht am Anfang ist ein Rotdiamant,
- 29:24da gibt es keinen Handlungsbedarf. Da sagen wir, oh ja, der entwickelt sich gut, das ist so schön,
- 29:29da brauche ich gar nichts mehr zu verändern. Und das sind solche Weine, die ich versuche zu bekommen,
- 29:37die einfach den Charakter, die Persönlichkeit haben vom Winzer, von der Natur, die letztendlich auch die größte Freude machen.
- 29:45Wenn ein Winzer im Keller mehr oder weniger umdoktern muss, um zu schauen, passt es, passt es nicht,
- 29:53mit der Restzüse, vielleicht schon im Vorfeld des Stadions, im Schabtalisieren, muss ich ihn wärmer vergehren lassen,
- 30:00braucht er Holz, was und so weiter, dann hat man fast schon ein bisschen zu viel eingegriffen.
- 30:06Alle guten Wein der Welt werden mit der Natur gemacht und wenn der Winzer erkennt, aha, das ist irgendwie ein Produkt,
- 30:15das ist ein Tank, das ist eine Scharge, die besonders eigenständig ist, dann wird er diese Scharge auch eigenständig auf den Markt bringen.
- 30:24Also unverfälscht.
- 30:26[Musik]
- 30:42Selten, finden sich ein Wein als dauerhafte Referenz für eine Rebsorte,
- 30:47aber realistisch betrachtet ist der Monterotondo für den Cortese, also für ein Gar wie nichts anderes als, malts Davis Funches,
- 30:55da hatte für die italienische Dichtung Michael Angelo für die Hochrinnissons oder Darwin für die Evolution.
- 31:01Doch diesen Status zu erringen war alles andere als einfach, so war es auch 1970,
- 31:07als die Familie Mocagata im Herzen des Piedmonts ein Stück Land erwarb, das die wenigsten für einen Juwel gehalten hätten,
- 31:14in den Hügeln von Monterotondo, die gezeichnet sind von Sonne und Wind,
- 31:19verborgen unter Schichten vergangener Möglichkeiten.
- 31:22Das historische Gar wie, eins vom Ligurischen Adelgeschätz war Anfang der 1970er Jahren ein Schatten seiner selbst.
- 31:30Massenproduktion hatten das Image der Corteseweine erodieren lassen.
- 31:34Es war die Familie Mocagata, die mit Willas Barina daran ging, dem Land seine Würde zurückzugeben.
- 31:42Kompromissloser Arbeit geduldig im Warten, dort, wo andere Vergangenheit sahen, erkarrte die Familie die Zukunft.
- 31:49Barina wuchs aus einer Vision heraus, Gar wie neu zu denken, abseits vom Mainstream, aber verwurzelt in der Geschichte dieser klein stolzen Appellation.
- 31:59Gar wie liegt im südlichen Piedmont, wo das Land sich sanft und ligurischen Küste neigt.
- 32:05Hier zwischen den kühlen Winden der See und der strengen Sonne des Festlands reifen die Trauben langsam als anderswo.
- 32:12Eine verlangsamte Reife, die Komplexität schenkt, wenn sie denn erkannt wird.
- 32:17Keine Moden, keine Kompromisse.
- 32:19In den frühen 1990er Jahren beschloss die Familie Mocagata einen Wein zu erschaffen, der die Essenz von Gar wie in reinster Form ausdrückt.
- 32:28Sie identifizierten eine kleine Parzelle, Motterotondo.
- 32:32Die ersten Jahre waren ein absolutes Wagners.
- 32:35Die Weine wirkten zu straff, zu zurückhalten für den damaligen Geschmack der Märkte, die üppigere Profile bevorzugten.
- 32:42Doch Massimo Mocagata blieb unbeirrt. Ein großer Wein, sagte er, muss nicht sofort verstanden werden.
- 32:48Er muss Bestand haben.
- 32:50Heute, Jahrzehnte später, gilt Motterotondo als einer der feinsten Weisweinitaliens.
- 32:57Ein Beleg dafür, dass Geduld und Integrität triumphieren können.
- 33:01Und das auch gegen den schnellen Rhythmus des Marktes.
- 33:04Heute, nach mehr als 50 Jahren gilt Willersparina als leuchtendes Beispiel dafür, wie leidenschaftliche Hinwendung und Authentizität eine Region neu definieren kann.
- 33:16Und nicht zuletzt zeigt sich dies im 2020er Monterotondo.
- 33:19Präzision ohne Härte, tiefe ohne Schwere, frische ohne Beliebigkeit.
- 33:25Die Trauben stammen ausschließlich aus der einzelnange Monterotondo, einer rund 10 Hektar großen Parzelle, die legen auf sanft ansteigenden Hängen mit perfekter Südausrichtung.
- 33:35Hier treffen Kalksteinböden auf eisenreiche Lebensschichten.
- 33:39Eine Konstellation, die der Cortesetraube eine seltene Mischung aus frische Struktur und Tiefe verleiht.
- 33:47Und mit welcher sie sich am wohlsten fühlt.
- 33:49Diese mineralischen Böden verstärken die präzise Säure und die Straffetextur des Feines, während sie gleichzeitig feinesalsige Akzent im Abgang begünstigen.
- 33:58Sensorisch öffnet sich der Monterotondo 2020 mit einer kühlen, fast schwebenden Aromatik.
- 34:06Das Fundament, ich hoffe, es kann man sich vorstellen, zahlt dafür sich, einmal Fizidronen.
- 34:10Und dann kommen weiße Blüten, ein hauchfrischer Mandeln, eine mineralische Note, die irgendwie an Kreide erinnert.
- 34:17Am Gaum zeigt sich der Wein Straff mit einer vibrieren feinlitrigen Säure, die niemals spitzwirkt, sondern die Arom trägt wie ein unsichtbarer Faden.
- 34:28Die Textur, seidig, fast cremig, wird von einer salzigen Adder durchzogen, die dem Wein eine unvergleichliche Spannung verleiht.
- 34:36Ein Zitat des Weinkritikers und Italien-Experten Walter Speller bringt es auf den Punkt.
- 34:41Monterotondo ist Cortese ohne Filter, eine Stimme, die nicht lauter als nötig, aber deutlicher als jede andere spricht.
- 34:50Cortese ist eine Rebsorte mit ruhiger Intensität und subtiler Tiefe und ohne Frage ein der faszinierendsten weißen Rebsorden Italiens.
- 35:00Ein Spiegelbild des Terroirs, das sie geprägt hat, wenn man es zu interpretieren versteht.
- 35:06Und was das heißt, da spürt man bei Monterotondo 2020 der Villa-Sparina, dem kompromisslosen Fokus auf einen einzigen Ursprung.
- 35:15Keine Küwe, keine Verschnitte, sondern die Ungeschminkte Interpretation eines Ortes.
- 35:21Die stille Radikalität der Winifigation, kein Holz, keine aromatischen Maskerad, sondern die pure unverstellte Handschrift des Bodens und Klimas.
- 35:30Und dann der bewusste Umgang mit Zeit.
- 35:33Monterotondo ist kein Wein für den schnellen Moment. Schon jung beeindruckend, aber gemacht, um zu reifen.
- 35:40In jeder Flasche entwickelt er eine zusätzliche Dimension. Die Aromen verdichten sich, die Textur wird weicher, der ersalzige Puls intensiver.
- 35:48Gegenüber klassischen Gaviwein zeigt Monterotondo ein anderes Bild der Cortese-Rebe.
- 35:54Mehr Tiefe, dass loser Frische, mehr Spannung statt einfacher Aromatik, mehr Potenzial statt sofortiger Trinkreife.
- 36:02In der Vielfalt der italienischen Weißwein ist Monterotondo ein Unikat, eigenständig anspruchsvoll und unverwechselbar.
- 36:09Vielen Dank der Villa-Sparina, dass ihr mit dem 2020er Monterotondo die qualitative Grenze des Gavis neu definiert.
- 36:17Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelthaus Konzi Uvini.
- 36:22[Motor]
- 36:32Es ist aber nicht nur etwas verromantisierte Vorstellungen.
- 36:36Wenige Winzer haben diesen Luxuszustand, dass sie perfektes Traubengut ernten und dass sie fast gar nichts mehr im Keller machen müssen.
- 36:45Dass der Wein natürlich im Weinberg sich entwickeln kann und dann eigentlich nur in die Flasche reinterpretiert wird.
- 36:51Man begleitet das Ganze.
- 36:53Oder braucht man doch den Kellermeister als Handwerker, der das letztlich Rohprodukt erkennen muss und dann schauen muss,
- 37:00dass wie im Kindergarten er da was Ordentliches draus macht und bastelt manchmal.
- 37:06Das ist die unternehmerische Gratwanderung, die ein Winzer meistern muss.
- 37:13Auf der einen Seite Konsumweine mit Niveau zu produzieren, die letztendlich auch das wirtschaftliche Überleben des Unternehmens abdecken.
- 37:23Auf der anderen Seite ein Hohesmaß an Genuss und Sinnlichkeit verstömen.
- 37:28Aber dann auch sogenannte Juwelen hervorbringen, die vielleicht die Einzigartigkeit seiner Weinberge,
- 37:37seines Berufsbildes als Winzer zum Ausdruck bringen und dann letztendlich auch die Kunstwerke.
- 37:44Das ist ein Kunstwerke, die wird es nicht in einer großen Menge geben.
- 37:49Das ist dann die Speerspitze mehr oder weniger eines Weingutes.
- 37:54Das sind die Flachschiffweine, wo es auch in der Regel gar nicht so viel geben kann,
- 38:00wo auch der Markt an Konsumenten aufgrund des Preises, die letztendlich durch Wein auch kosten,
- 38:08letztendlich auch nicht für alle ausreichen würde und auch viel auch nicht bezahlen werden können.
- 38:14Könntet ihr einen Teilnehmer im Weinseminar schmecken?
- 38:17Also schmecken Sie die Speerspitze eines Weines, können den als dem Wertigsten erkennen
- 38:24oder ist manchmal der Einfahrere, weil der appetitlich produziert wurde, vordergründig produziert wurde,
- 38:29fruchtig produziert wurde, manchmal der reizvollere?
- 38:33Kann man dem Wert eines Weines erkennen?
- 38:35Ja, da bin ich mir ziemlich sicher. Nicht neu, das schaffen auch alle etwas geübteren Weinfreunde Schaffendes.
- 38:41Sie werden zwar eine persönliche Präferenz haben, aber die schaffen die Wertigkeit vom Handwerk,
- 38:47von der Dichte, von der Sehntigkeit, eben Glase deutlich feststellen.
- 38:52Aber man muss auch ganz klar sagen, hier werdig ein Wein ist,
- 38:55desto größer ist sein Entwicklungspotenzial, desto spezieller ist auch sein Einsatzgebiet.
- 39:03Wenn wir jetzt von diesen Flaggschiffweinen oder Juwelenweinen sprechen,
- 39:07dann muss man auch sagen, dass die jetzt nicht wie in Alltagsweinen konsumiert werden,
- 39:12sondern für besondere Situationen Anlässe eingesetzt werden
- 39:18und natürlich auch mit besonderen Menschen geteilt werden, dass der Genuss die Freude.
- 39:25Du erwähntest gerade Guter Winzer, wann ist ein Winzer für dich ein Guter Winzer?
- 39:29Das ist ein denbarer Begriff. Erstmal muss man sagen, ein Guter Winzer ist,
- 39:35wenn er ein seriöses Produkt in einer wirtschaftlichen Art und Weise unternehmerisch erfolgreich am Markt platziert.
- 39:45Er hat Menschen damit eine Freude macht, seine Lebensunhalt damit verdienen kann
- 39:50und letztendlich in seiner Arbeit auch aufgeht
- 39:56und dann wird man auch diese Freude vom Winzer letztendlich auch im Wein wieder nachvollziehen können.
- 40:03Alle guten Weine der Welt werden mit der Natur gemacht und nicht gegen die Natur.
- 40:08Das ist auch, was ich immer bei meinen Wein-Siminarern sage, der Winzer möchte jetzt nicht sein Weinberg verpesten oder vergiften,
- 40:16sondern er schaut schon, er hört in die Natur hinein, um letztendlich auch ein Verständnis für den Weinberg zu bekommen
- 40:24und stellt letztendlich seine Arbeit auf die Anforderungen im Weinberg ab.
- 40:31Ob das jetzt konventionell oder bio ist, da spielt jetzt ein erstes Mal überhaupt keine Rolle,
- 40:37wenn das Verständnis für die Natur mit sich bringt und auch hat.
- 40:42Was ich von Interesse fand, dass du im Nebensatz, aber ich glaube, dass es gar nicht so unwichtig ist,
- 40:48erwähnt ist bei dem Bordeaux Beispiel, dass der Wein gut gelagert sein muss, wenn er zehn Jahre Reifung hinter sich.
- 40:56Was ist für dich eine gute Lagerung und ist das so wichtig?
- 41:00Ja, das ist enorm wichtig. Also, ich bin ja hier in Karlsruhe und wir haben ja ganz klar die Klimaerwärmung.
- 41:09Hier in Karlsruhe, im Rheingraben, ist aufgrund der Temperatur eine Weinlagerung für fünf oder zehn Jahre in einem normalen Keller nicht mehr möglich.
- 41:20Ich habe im vergangenen Jahr ein Keller aufgekauft und heilte vorhin im Hochschwarzwald, wo entsprechend es noch deutlich kühler ist.
- 41:31Dieser Keller war perfekt. Der war auch im Hochsommer, im Schwarzwald klimatisiert,
- 41:38kann Stande Temperaturen 10 bis 12 Grad.
- 41:42Da lagen wirklich außergewöhnliche Weine darin und das macht sich unheimlich bemerkbar.
- 41:50Je besser die Lagerung, je kühler, desto besser ist auch die Entwicklung der Aromatik, desto langsamer geht die Entwicklung in der Flasche von Statten
- 41:59und das schmeckt man auch so 10 bis 12 Grad, vielleicht auch 14 Grad.
- 42:03Aber ganz wichtig, konstante Temperaturen sind entscheidend.
- 42:07Das erste Mal, wo ich mich intensiv damit auseinander gesetzt habe oder wo immer das aufgefallen ist,
- 42:12das war bei meiner Summeli-Tätigkeit in England, in London.
- 42:16Und da hat der damalige Schiffsummeli David Harvey, der hat gesagt, wir versuchen keine Weine von den Weinhändlern aus Südenglern zu kaufen,
- 42:31weil es bei denen zu warm ist und die Lagerung ist schlechter.
- 42:35Wir kaufen unsere Weine immer nördlich von Eddingborough in Schottland oben.
- 42:40Da ist es deutlich kühler, da dreifen die Weine besser und die schmecken auch besser.
- 42:45Ich kann mich noch gut an die Aussage von ihm erinnern.
- 42:49Und ich konnte es damals nachvollziehen bei den Verkostungen, denn wir hatten damals Weine auf der Weinkatter, die hatten wir also zu klassiker Burgund Bordeaux.
- 43:00Die habe ich in Deutschland schon verkostet, von deutschen Importeurenhändlern und dann die aus England und aus Schottland im Glase.
- 43:09Und da war immer schon ein kleiner feiner Unterschied erkennbar.
- 43:13Deswegen eine gute Lagerung, das ist das A&O, das ist nochmal ein qualitativer Genusssprung auf der Höhepunkt der Entwicklung des Weines.
- 43:27Direkt ab dem ersten Tag oder dem ersten Jahr geht da die Rechnung gleich los?
- 43:32Sollte man bei Weinen ab 5 oder 10 oder 20 oder 30 Jahre darauf achten?
- 43:38Also, das ist natürlich schwierig.
- 43:42Man kann jetzt selten so gereiften hochwertigen Weinen nach 10 Jahren noch kaufen.
- 43:48Das sind sie meistens auch finanziell so teuer, wo es sich nicht mehr lohnt.
- 43:53Ich bin mir auch im Klaren, wenn man sagt, er kauft sich ein paar hochwertige Weine,
- 43:59er möchte die auf dem Höhepunkt des Genusses, sage ich mal, nach 10, 15 oder 20 Jahren erleben.
- 44:04Da braucht er von Anfang an sofort eine perfekte Lagerung.
- 44:09Und das geht jetzt hier in Süddeutschland, in der Regel auch, denke ich, auch nur in ganz Deutschland,
- 44:14nur mit einem Weinglimashrank oder einem extrem kalten Bergwerkskeller, wie auch immer.
- 44:21Ich selbst habe hier in Karlsruhe auch so ein Gewülbekeller von einer alten Brauerei,
- 44:26zwei Stockwerke unter der Erde.
- 44:29Und bei konstanten Temperaturen ist es einfach optimal, da ein Wein zu lagern.
- 44:35Und nach 4, 5 Jahren schmeckt man schon deutliche Unterschiede zu einer normalen Lagerung,
- 44:42damit meine ich jetzt nicht das Küchenfenster oder in der Küche,
- 44:46im Vergleich zu einem Teller, wo wirklich konstante Temperaturen, ein paar Grad weniger,
- 44:52zwei Geschosse unter der Erde stattgefunden hat.
- 44:57Sind die 10 bis 15 Grad Elemente, oder wäre konstant bei 25 Grad auch tragbar?
- 45:02Konstant 25 Grad, das geht auf keinen Fall, da ist der Wein nach einem halben Jahr mehr oder weniger schon zerstört
- 45:10und dann kann man nicht mehr korrigieren.
- 45:13Genau so schädlich ist ja auch ein Wein im Haushaltskühlschrank zu lagern.
- 45:18Ich habe ja mit der Firma Gaggenau mal ein Weinglimashrank entwickelt, da haben wir auch so Versuche gemacht.
- 45:24Und was sehr viele gar nicht wissen, dass es immer noch Haushaltskühlschränke gibt,
- 45:30bei dem letztendlich, wenn der Kompressor anspringt, der Wein mehr oder weniger leicht ins Vibrieren kommt
- 45:40durch den Kompressor, weil aus Kostengründen die bei einigen Haushaltskühlschränken
- 45:47der Motor nicht vibrationsarm gelagert worden ist.
- 45:52Und das führt dann dazu, im Vergleich zu einem Weinglimashrank, da ist der Fokus schon bei der Firma Gaggenau
- 45:59zumindest oder bei anderen Weinglimashrankherstellern ebenfalls,
- 46:03da wird der Kompressor so gelagert, dass er keine Vibrationen an den Wein abgeben kann.
- 46:08Und jetzt muss man sich vorstellen, man legt einen Wein in den normalen Haushaltskühlschrank rein
- 46:15und möchte darin lagern. Und alle zwei, drei Stunden startet der Kompressor, also der Motor von einem Kühlschrank
- 46:24und da fängt dann an leicht zu vibrieren. Und durch das Vibrieren wird der Wein wieder aufgeweckt.
- 46:30Niemand von uns Menschen möchte alle zwei Stunden aufgeweckt werden.
- 46:33Und so vergleiche ich das auch immer mit den Weinen, wenn er in einem Weinglimashrank liegt
- 46:39und in einem Haushaltskühlschrank sich befindet.
- 46:43Und da sind nach zwei, drei Jahren, ich habe schon so ein Erlebnis gehabt, nach zwei bis drei Jahren
- 46:51Lagerung in einem Haushaltskühlschrank ist der Wein mehr oder weniger schon mal minderwertiger
- 46:58von der Entwicklung als wenn er letztendlich ordentlich oder perfekt gelagert worden ist.
- 47:04Ich finde, man kann sich das immer nicht vorstellen, aber ich vergleiche es immer so ein bisschen damit,
- 47:07ob ich eine MP3 höre oder ein Livekonzert. Und beim Livekonzert habe ich so diese nächste Ebene,
- 47:12die man eigentlich auch nicht erklären kann. Also man kann es mal tiefe oder mit mehreren
- 47:18akustischen Elementen oder wie auch immer, dass man mehr hört. Aber es ist ein ganz anderes Gefühl
- 47:24und so hat man es bei Weinen, die perfekt gelagert sind. Ebenfalls, wie wichtig ist dabei für dich die Luftfeuchtigkeit?
- 47:30Weil das ja auch so ein stark diskutierter Aspekt dabei ist, ob die wirklich hoch sein muss,
- 47:36ob sie nicht hoch sein muss, ob der Wein von innen genügend.
- 47:40Ja, ich finde es ein bisschen überbewertet mit der Luftfeuchtigkeit, weil in der heutigen Zeit jeder Wein
- 47:47eine eher dichte, fast hermetische Kapsel oder ein Verschluss, einen Wachstropfen oder vielleicht auch ein Schraubverschluss hat.
- 47:56Diese 60-80% Luftfeuchtigkeit oder die Aussagen, je höher die Luftfeuchtigkeit, desto besser ist es für den Wein.
- 48:03Das ist längst überholt. Aber die Luftfeuchtigkeit unter 40-45% wird man ja auch selten erreichen.
- 48:12Also je kühler, dass der Raum ist, desto höher ist tendenziell auch mal die Luftfeuchtigkeit.
- 48:19Aber man braucht es nicht übertreiben und die Temperatur ist von deutlich höherer Gewichtung für eine gute Weinlagerung als die Luftfeuchtigkeit.
- 48:29Bezieht sich das alles auf korkverschlossene Weine oder auch mit Schraubverschluss verschlossene Weine oder Alternative?
- 48:37Sowohl als auch. Die Luftfeuchtigkeit spielt natürlich nur bei Kork, Naturkorkverschlossenen Wein.
- 48:44Man hat ja nicht so die Erfahrungswerte, wie es sich jetzt an die Sondern der Kunstkorken verhalten mit Korkverschleunigkeit.
- 48:50Es gibt es auch schon 30 Jahre. Also so kurz ist die Geschichte der Alternativenverschlüsse ja eigentlich auch nicht.
- 48:57Ich glaube, Schraubverschluss seit den 60er Jahren. Kunststoffkorken hatte, glaube ich, jährmann damals als erster 1994/95 mit ins Leben gerufen.
- 49:07Also es ist schon 30 Jahre. Die gibt es schon lange. Aber es gibt halt wenig Weingüter, die letztendlich ihre hochwertigen, extrem lagerfähigen Weine mit zu einem neuen Verschlussmedium wie Kunststoffkorken einsetzen.
- 49:23Momentan hattere ich ein bisschen auch mit Kunststoffkorken, insbesondere mit einem Korkproduzenten, der so einen bitteren Ton hinterlässt.
- 49:34Welcher ist das, wenn ich frag' mich?
- 49:36Das ist Diam. Da habe ich den Eindruck, dass sich manche Flaschen unterschiedlich entwickeln, dass sie leicht einen bitteren Ton haben.
- 49:46Man merkt es nicht so stark bei Bogundasorten, weil die von der Natur aus immer so leicht nussigere, bitteren Noten mitbringen können, in Verbindung auch mit einem Eichenholzwassausbau.
- 50:00Aber wenn das eher puristische Weine sind, die eine zarte Frucht haben, die zurückhaltend sind, da ist man in den letzten Jahren häufiger aufgefallen, dass die einen unangenehmen, leicht bitteren Ton haben, den ich als atypisch empfinde.
- 50:20Und wenn ich bei meinen Weinverkostungen die Weinflaschen aufmache, merke ich und schmecke ich auch Unterschiede der Flaschen nach einigen Jahren.
- 50:31Obwohl das es immer heißt, diese Korken sind geruchs- und geschmacksneutral, die würden sich alle gleich entwickeln, aber das stimmt meines Erachtens.
- 50:43Es gibt definitiv nicht Unterschiede bei Grundstoffkorken, auch bei den unterschiedlichen Produzenten.
- 50:50Ich hatte vor kurzem in Italien auch so eine Verkostung von einem Wein aus Sizilien, das war ein Äthnerwein.
- 51:00Da ist man wiederum aufgefallen, da habe ich hineingerochen, ich habe ihn verkostet.
- 51:06Dann habe ich mir den Korken zeigen lassen und tatsächlich, mein Gefühl hat mir recht gegeben, das war dann einfach ein Diam-Korken.
- 51:16Ich habe ihn auch gebeten, da möge ich mal eine andere Flasche aufmachen.
- 51:20Der Winzer hat eine Flasche aufgemacht und die war deutlich besser.
- 51:24Und der Winzer hat es auch selbst bestätigt und selbst festgestellt mit den eigenen Sinnen, dass da zwei unterschiedliche Weine jetzt in zwei Flaschen vor uns stehen,
- 51:35dass alle aus der gleichen Schasche kommen.
- 51:37Ist das ein Reklamationskund, sowohl als Kunde, als auch als Zombie im professionellen Bereich, als auch als Händler,
- 51:44dass man sowas bei einem Winzer anbringen, reklamieren, ein Tausch, weil eigentlich hat man ja ein wienerwertiges und anderartiges Produkt,
- 51:52als man es eigentlich bestellt hat, oder ist das zu?
- 51:56Also ich frage gezielte Winzer, wie sie zu entsprechenden Verschlussmedien wie auch dem Diam-Kork stehen, wie ja erfahrungswerte sind.
- 52:05Man kann nicht sagen, dass es bei jedem Diam-Kork ist, aber es gibt glaube ich manche Rebsorten, die sind benachteilig mit einem Diam-Kork.
- 52:13Und manche merkt man es nicht.
- 52:15Ob es eine Reklamation für ein Gast ist, ich glaube, da sprechen wir jetzt von einem Bereich, wo der Gast es nicht feststellen würde,
- 52:25wenn er schon gar nicht den Wein nicht kennt, aber das Summeli, ich habe als Summeli auch immer die Gäste, also den Wein vor dem Gast probiert.
- 52:35Und wenn ich es erkennen würde, oder ich habe das auch schon erkannt, habe ich aber eine neue Flasche aufgemacht,
- 52:42weil man dem Gast ja eine Freude machen möchte.
- 52:45Und wenn der Summeli da ist, dann muss man sagen, es geht nur erstlassige Ware in das Glas des Gastes hinein
- 52:52und da muss man einfach konsequent sein und sagen, den nehmen wir jetzt mal zurück.
- 52:56Das hat der Gast nicht verdient.
- 52:58Ob er das jetzt schmecken würde, diesen Fehler, das weiß ich jetzt nicht, aber das ist einfach auch die Einstellung.
- 53:04Man möchte dem Gast eine Freude bereiten.
- 53:06Da kommt extra oder kommt auch ein Zweingeschäft, möchte einen tollen Wein haben.
- 53:10Und dann muss man da einfach auch vorsichtiger sein, sensibler sein, wenn ein Gast sagt, oder ein Kunde reinkommt
- 53:17und der Ding wie anders geschmeckt, dann kriegt er die Flasche natürlich anstandslos ersetzt.
- 53:22Aber ich merke das, wenn ich Verkostungen mache, wenn ich die Weine aufmache, dass da einfach immer Unterschiede vorhanden sind.
- 53:29Wie sieht es bei schroppverschlossenen Weinen aus?
- 53:31Entwickeln die sich anders als mit Diabenverschlossen, mit Korkverschlossenen, sind die genauso lagerfähig,
- 53:38wie man das jetzt zumindest prognostizieren könnte?
- 53:41In Australien gibt es ja mittlerweile auch schon seit 20 Jahren sehr hochwertige Weine im dreistelligen Bereich, die mit Schrauber verschlossen werden
- 53:48und wo man ja von ausgehen möchte, dass die eine gewisse Lagerfähigkeit haben.
- 53:52Ja, also da muss man sagen, Australien, Neuseeland, die neue Weinwelt hat mit Schraubverschlüssen,
- 53:59uns Europäern einen entscheidenden Vorteil voraus.
- 54:03Das ist deren Weine haben in der Regel immer eine markantere, etwas üppigere Fruchtfülle.
- 54:10Und diese üppigere Fruchtfülle zeugte für, dass die Entwicklung der Fruchtaromatik doch eher ausgeglichener ist
- 54:19und meinsachtens positiver ist mit einem Schraubverschluss.
- 54:24Wenn ich jetzt in Europa die Weine mit einem Schraubverschluss versehe, dann schaffen es die Winzer,
- 54:31selten so eine Fruchtfülle reinzubekommen und diese Fruchtfülle kommt und entwickelt sich erst mit zunehmender Flasche.
- 54:39Und da bin ich fest der Meinung und der Überzeugung, dass der Naturkorrik hierfür für die Fruchtentwicklung,
- 54:50für einen europäischen Stil der Weine mit der Frucht als markanten Wiedererkennung eindeutig im Vorteil ist
- 54:59gegen einem Schraubverschluss bei einem Preissegment im mittleren bis im oberen Segment.
- 55:06Also nicht bei Basisweinen, Basisweine, Konsumweine, Brotenbutterweine, die kann man mir da weniger alle mit einem Schraubverschluss versehen.
- 55:18Da ist die Entwicklung nicht notwendig, weil sie mehr oder weniger reif sind.
- 55:24Aber bei den höherwertigen Weinen, die erst vielleicht noch 40-50% der Entwicklung der Sinnlichkeit
- 55:31in den kommenden Jahren auf der Flasche mit sich bringen oder die Lagerung einfach benötigen,
- 55:39da ist es schwer, ein Schraubverschluss einzusetzen, meinste Achtens, weil die Frucht dadurch leidet.
- 55:47Die kann sich nicht mit einem Schraubverschluss richtig ausbildend im Vergleich zu einem Naturkorrik.
- 55:54Ich habe das auch mit einem Winzer im Bogunt schon mal erlebt, der hat aus Bequemlichkeit
- 56:01für Verkostungszwecke Weine halber Liter Flaschen, also 0,375 Liter Flaschen mit einem Schraubverschluss versehen
- 56:10und hat die weggelegt und 0,375 Liter Flaschen mit einem Naturkorrik.
- 56:16Da hat man gemerkt, dass bei dem ist ein Weinstil die Frucht im Schraubverschluss letztendlich
- 56:25sich so gut wie nicht verändert hat, während mit einem Naturkorrik die Frucht nach,
- 56:31ich glaube das war drei Jahre Flaschenlagerung, sich deutlich besser und sinnlicher entwickelt hat mit den anderen Aromen.
- 56:39Da hat man die Augen geöffnet, dass ein Schraubverschluss vielleicht eine bequeme,
- 56:44wirtschaftliche Variante ist für ein entsprechendes Qualitäts- und Preissegment eines Weines,
- 56:51aber nicht im gehobenen Qualitätssegment und auch nicht für jede Rebsorte wie ein Speltburgunder.
- 56:58Also sollte man ihn für bestimmte Rebsorten einsetzen und das wahrscheinlich auch nicht in der Gänze des Weingutes umstellen,
- 57:06sondern dann punktuell auf verschiedene Weine.
- 57:09Ja, ganz klar verschiedene Weine und letztendlich verschiedene Zielgruppen ausgerichtet,
- 57:15für leichtere Weine, die jung zu trinken sind, die keine Entwicklung in der Flasche benötigen,
- 57:21die jetzt einfach so einen frischeren Stil verkörbern.
- 57:24Die Weißwein aus dem Gardersee, sei es Luca Hanna zum Beispiel, Pino Grigio, Soave oder auch Vino Verde,
- 57:33das sind so Beispiele, wo ein Schraubverschluss die Vorteile vollkommen ausspielt,
- 57:38wir dürfen natürlich bei dieser Sache auch nicht vergessen,
- 57:42dass die meisten Naturkäugen zu 80-90% aus Portugal stammen.
- 57:47Wenn die ganze Weinbranche oder was die ganze Wein wählt, im Basissegment auf den Naturkäugen verzichten würde,
- 57:57dann hätten wir in einigen Jahren wieder vernünftige und bessere Korgqualitäten für die ganz hochwertigen Weine, um diese zu verschließen.
- 58:05Durch diese relativ intensive Umstellung, die teilweise passierte, haben wir schon einen ganz, ganz starken Anstieg in der Korgqualität,
- 58:12also dass sich da im Vergleich zu 2005, 2010 oder 2000 sehr, sehr viel getan hat.
- 58:18Damals ist man ja von der Ausfallquote von 10 bis 15% ausgegangen
- 58:23und mittlerweile ist man, glaube ich, bei 5%, was auch noch hoch ist.
- 58:27Aber das Gravierende sind ja wahrscheinlich noch nicht mal die direkten Korgschmäcker,
- 58:31sondern die ganzen Schleicher, die Fehlentwicklungen, die aufgrund einer nicht so hochwertigen Qualität dann in dem Wein entstehen
- 58:39und dem Wein eigentlich atypisch darstehen lassen, was natürlich auch viele nicht mitbekommen, aber was manchmal irritierend sein kann.
- 58:45Ja, extrem irritieren. Ich hatte vor ein paar Wochen da so einen Fall.
- 58:49Und Gunther hat sechs Flaschen von einem hochwertigen Kodoron gekauft, den ich empfohlen habe.
- 58:55Das waren auch meine letzten sechs Flaschen. Dann ruft er mich an und sagt, Gunther, ich habe das zwei Flaschen aufgemacht.
- 59:02Er hat mir alle einen Korrektor, möchte die anderen zurückbringen.
- 59:05Gunther, das ist eher unwahrscheinlich, dass jetzt die dritte Flasche auch noch ein Korrektor hat.
- 59:10Er war sich total unsicher und dann ist er vorbeigekommen mit seinen sechs Flaschen, zwei davon geöffnet
- 59:16und dann haben wir die im Weinlader auch vergostet und in der Tat hatten zwei Flaschen, die der Gunther geöffnet hat, einen deutlichen Korrektor.
- 59:25Dann haben wir die dritte aus dem Karton aufgemacht und die war perfekt.
- 59:29Auch das gibt es, also zwei Flaschen Korrekt hintereinander.
- 59:33Das kommt so alle drei bis fünf Jahre hinterregelbleiben mir vor.
- 59:37Dieses Jahr hatte ich schon mal den Fall, aber es ist eher selten.
- 59:42Aber ich kann mich auch an Wein gut erinnern, schon ein paar Jahre her, in Anwesenheit von Winzer.
- 59:49Der hat fünf Flaschen aufgemacht und alle hatten definitiv ein Korrektor.
- 59:53Und er konnte nachts nicht schlafen, weil er gedacht hat, er hat jetzt irgendwie eine Schasche erwischt.
- 59:58Er hat nur einen Korrektor, Produzenten, damals und Lieferanten gehabt,
- 1:00:02dass er letztendlich eine Schasche von einem Wein mit einem Korrektor verschlossen hat,
- 1:00:09die zu 100% oder mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht verkäuflich ist,
- 1:00:13weil jeder zweite, dritte Flasche ein Korrektor Fehler hat.
- 1:00:17Also das ist ein hohes Risiko, weshalb das die Weingüter ja auch dazu übergehen,
- 1:00:22letztendlich verschiedene Korrektor lieferanten zu nehmen und das Risiko zu minimieren.
- 1:00:28Wenn dich so intensiv mit diesem Thema beschäftigst,
- 1:00:30eben auch den Korgen verschiedenen Gradationen oder verschiedene Schlussmöglichkeiten,
- 1:00:34verschiedene Temperatureausrichtungen und so weiter betrachtest,
- 1:00:37kannst du mit Freude noch ein Basisseminar ausrichten, was dir bei dir auch anbietest?
- 1:00:42Ja, das ist eines meiner liebsten Seminare.
- 1:00:45Das mache ich leidenschaftlich gerne, weil man da erstens eine Erfahrung ausspielen kann
- 1:00:51und dem Menschen einfach den Weg zum Genuss aufzeigen kann
- 1:00:57und die sehr dankbar sind.
- 1:00:59Das bedeutet ja nicht, wenn die Leute da 10, 15 Jahre Wein gedrunken haben,
- 1:01:03dass sie ein Wein verstanden haben.
- 1:01:05Das Basiswein-Seminar, das ist eines meiner Lieblingswein-Seminare,
- 1:01:09ist einfach elementar, dass man die Spur findet,
- 1:01:13einen Wein richtig zu deuten, richtig zu verstehen
- 1:01:18und dann noch mit den persönlichen Geruchs- und Geschmackssinn abgleichen kann.
- 1:01:24Und dann kommt der weitere Prozess, dass die Teilnehmer plötzlich auch verstellen,
- 1:01:28sie alle können riechen und schmecken
- 1:01:30und die gehen dann voll motiviert an das nächste Glas ran.
- 1:01:34Haben diese Seminare bei dir immer einen gleichen Aufbau,
- 1:01:36dass du mit guten Tag anfängst
- 1:01:38und dann die Leute erst mal wach und munter und locker machst
- 1:01:42und dann mit dem Wissensteil anfängst
- 1:01:44oder ist das bei dir individuell auf die einzelnen Formate
- 1:01:47bzw. teilweise auch Teilnehmer abgestimmt?
- 1:01:50Also eines haben meine Wein-Seminare gemeinsam.
- 1:01:55Diese finden extrem praxisorientiert statt.
- 1:01:59Eher selten, dass ich da ganz viele Folien aufzeige,
- 1:02:03sondern wir beschäftigen uns mit dem Produkt im Glas.
- 1:02:07Wir zerlegen den Wein geruchlich und bestandteilen.
- 1:02:13Es geht nicht um die Menge da zu trinken,
- 1:02:17sondern wir reizen auch unsere Sinnesorgane voll aus,
- 1:02:22dass es für die Teilnehmer sehr anstrengend.
- 1:02:25Manchmal werde ich immer gefragt,
- 1:02:29wie viele Weine bei den Wein-Seminaren und bei den Veranstaltungen gibt.
- 1:02:34Dann sage ich, je nach Seminartyp 7 bis 9 ungefähr,
- 1:02:38dann höre ich dann immer in der Stille, manchmal am Telefon
- 1:02:41und denke immer, hat er jetzt 15 oder 18 erwartet.
- 1:02:45Aber ich fühle mich auch bestätigt dadurch,
- 1:02:50dass 7 bis 8 neuen Weine intensiv und richtig zu verkosten,
- 1:02:54bringt einen deutlichen Mehrwert mit,
- 1:02:58als 14 bis 15 Weine zu verkosten und dann nicht mehr weiß, wo man wohnt.
- 1:03:04Bin ich ganz überbeidig, wie sieht das zeitlich aus?
- 1:03:07Gibt es da immer das gleiche Zeitfenster für deine Seminare?
- 1:03:10Dass es immer 2 Stunden dauert, je nachdem, wie die Aufmerksamkeit spannend ist?
- 1:03:14In der Regel dauert es so 2,5 Stunden.
- 1:03:17Dann dürfen wir nicht vergessen,
- 1:03:19Wein hat einfach den kommunikativen Charakter in der heutigen Zeit.
- 1:03:23Weinfreunde tauschen sich aus, haben häufig mal ein gleiches Level,
- 1:03:29gleiches Interessen und gewerfen dann niemanden draus danach,
- 1:03:34aber irgendwann ist mein Tag auch zu Ende.
- 1:03:36Weshalb ich die Teilnehmer zur nächsten Weinbar um die Ecke weiter schicke.
- 1:03:43So 2,5 bis 3 Stunden, ich möchte auch keine Freiheitsberaubung,
- 1:03:49der Teilnehmer vornehmen, die haben ja auch noch ein Privatleben, die Menschen.
- 1:03:54Deswegen, das ist nur reine Wissens- und Genussvermittlung
- 1:03:58in einer komprimierten Variante, die wir da machen.
- 1:04:02Aber ich muss auch sagen, es gibt Seminare, das dauert einfach länger,
- 1:04:07weil es eine kleine Raritätenprobe gibt,
- 1:04:12wo die Weine einfach so kommunikativ von sich selbst sind.
- 1:04:18Das sind übrigens meine schönsten, meine liebsten Weinseminare,
- 1:04:22die ich mache, sind meine Raritätenproben oder Spezialitätenweine.
- 1:04:27Denn die sprechen ja eine eigene Geschichte für sich.
- 1:04:30Ich bin da nicht mal der Moderator in der Regel gekommen,
- 1:04:33da wirklich erfahrene Weinfreunde, geübte Weinfreunde dazu.
- 1:04:39Und die sind einfach fortgeschritten.
- 1:04:42Und der Wein erzählt die Geschichte, und ich kann die Geschichte des Weines
- 1:04:46mehr oder weniger von den Teilnehmern wiederhören.
- 1:04:49Gelegentlich ergänze ich die und mache ein paar Besonderheiten darauf aufmerksam.
- 1:04:54Aber das ist das Schöne auch zu erleben und zu sehen,
- 1:04:58welche Kenntnisse, dass die anderen Teilnehmer, die Seminarteilnehmer haben.
- 1:05:02Und der Wein, die Geschichte erzählt, ich bin nicht mehr der Moderator,
- 1:05:06sondern ich kann dann auch an diesem Abend wunderbar die Weine genießen.
- 1:05:10Und das weißt du ja auch, dass einfach so ein toller Wein auf der Zunge
- 1:05:17schon was beeindruckendes, faszinierendes sein kann.
- 1:05:21[Klopfen]
- 1:05:25[Klopfen]
- 1:05:31[Klopfen]
- 1:05:37Ruhe und Geduld ist etwas, das nahezu jeder von uns mit Wein assoziiert.
- 1:05:43Und wenn man sich diesen Luxus schenkt, diese zu leben,
- 1:05:46entsteht man nicht mal etwas ganz Besonderes.
- 1:05:49Wie bei einem der absoluten Ausnahme.
- 1:05:52Ja eigentlich Kultweinespanis, den Pantokrator 2015 von der Bordecas Taron.
- 1:05:57Es ist einer der Weine, die Ruhe symbolisieren und leben.
- 1:06:02Eine limitierte Auflage erzeugt in nur seltensten Jahren,
- 1:06:06in denen Natur und Mensch dasselbe Ziel erkennen.
- 1:06:09Die legendäre Reife-Fähigkeit der großen Weine der Riocha Alter.
- 1:06:13Und dies auf die höchste Stufe gehoben.
- 1:06:17Und so umschreibt die Bordeca ihr vielleicht bedeutendstes Werk.
- 1:06:21Ein Wein, den ich das heute sucht, sondern das immer.
- 1:06:25Dafür steht schon sein Name.
- 1:06:27Pantokrator, der Allherrscher.
- 1:06:29Und er ist eines nicht, ein Zufall.
- 1:06:32Er verweist auf die mächtigen Iconen der romanischen Kunst.
- 1:06:36Auf Rästen, auf Steinbilder, dieses Umland der Obarenesberg.
- 1:06:39Er hat Jahrhunderten bewahren.
- 1:06:41Und wie diese Bilder ist auch der Pantokrator ein Versprechen,
- 1:06:44die Zeit nicht zu fürchten, sondern sie zu formen.
- 1:06:47Ein reiner Teppranio gezogen aus alten Rebanlagen
- 1:06:50auf über 500 Meter Höhe.
- 1:06:53Die Rebstöcke sind mit 50 bis 80 Jahren alt.
- 1:06:56Tief verwurzelt, reduziert im Ertrag und reich an Konzentration.
- 1:07:00Nach einer langsamen temperaturkontrollierten Gärung erfolgt der Ausbau.
- 1:07:0524 Monate in amerikanischer Eiche, ausgewählte Fässer,
- 1:07:09die nicht dominieren, sondern tragen.
- 1:07:11Danach ruht der Wein ein weiteres Jahr in der Flasche,
- 1:07:14bevor er das Licht der Welt sieht.
- 1:07:16Sensorisch zeigt die Pantokrator in einem dichten, tiefen Purpur im Glas.
- 1:07:21Allein die Aromatik geprägt von Kirschenflaumen, reifen Brombeeren,
- 1:07:27getragen von Tabak, Leder, Süßholz und einer Spur von schwarzem Pfeffer.
- 1:07:33Schon das zu beschreiben, spiegelt die Komplexität dieses Weines.
- 1:07:38Subtilienurwursten von getrockneten Kräutern, balsamischen Noten,
- 1:07:41schwingen im Hintergrund, am Gaum kraftvoll und strukturiert.
- 1:07:45Seidige, doch spürbare Tanina,
- 1:07:48eine reife aber präzise Säure, die dem Wein lebendig hält.
- 1:07:51Das Finale, lang, kühl, von einer mineralischen Ader getragen,
- 1:07:56die an die steinigen Hügel der Riocha Alter erinnert.
- 1:08:00Ein Wein, der nicht glänzen will, sondern leuchtet.
- 1:08:03Pantokrator 2015 von der Bordecas-Taron
- 1:08:06stehe in dieser Tradition und beweist sie neu.
- 1:08:08Gegründet 1997 im äußersten Norden der Riocha Alter
- 1:08:13entstand das Weingut aus einem Zusammenschluss vierer Dörfer
- 1:08:17in einer Landschaft, in der die Zeit nach anderen Rhythmen läuft.
- 1:08:21Mit fast 700 Hektar alter Weinberge,
- 1:08:24gepflegt in traditioneller Handarbeit, bewahren sie sich eine Weinwelt,
- 1:08:28in der Größe nicht zählt, sondern Tiefe.
- 1:08:31Hier geht es nicht um Effekte, sondern um Essenz.
- 1:08:33Die Gründung der Bordecas-Taron war keine Investition in eine Marke,
- 1:08:37sondern eine Bündelung von Wissen, Geduld und unaufgeregten Stolz.
- 1:08:42Sie entstanden aus einer Idee, den Charakter dieser kakenfrischen Hochlandschaft
- 1:08:48unverfälscht in Flaschen zu bewahren.
- 1:08:50Ein besonderer Moment in der Geschichte.
- 1:08:53Als 1998 der erste Jahrgang des Granreserver-Taron eingefahren wurde,
- 1:08:58entschieden die Gründer bewusst, ihn nicht sofort auf den Markt zu bringen.
- 1:09:03Stattdessen ließen sie ihn reifen, länger als nötig,
- 1:09:06weil sie glaubten, dass ein Wein aus dieser Erde erst Zeit benötigt,
- 1:09:10um seine Würde zu entfalten.
- 1:09:12Eine Philosophie, die bis heute das Herz von Taron prägt, warten können.
- 1:09:17Vertrauen in das Unsichtbare wie bei dem 2015er Pantokrator.
- 1:09:21Hier, wo die Sonne zurückhaltender scheint und der Wind die Reben streichelt,
- 1:09:26wurzen die alten Temperanierstöcke in tiefem Ton und Kalk.
- 1:09:31Sie wachsen buschig und gedrungen, gedrängt auf Kagenböden,
- 1:09:35behütet von den schützenden Armen der Berge.
- 1:09:38Zwei Protagonisten bestimmen diesen Wein.
- 1:09:40Zum einen die Riocha Alter, das westliche Rückgrat der Region Riocha,
- 1:09:45erhebt sich sanft über das Tal des Ebro.
- 1:09:48Auf 5 bis 650 Meter weht der Atlantik durch die Rebzahlen.
- 1:09:52Die Nächte sind kühlen, die Reife verlangsamt, die Aromatik verdichtet sich.
- 1:09:56Und zum anderen der Tebranio.
- 1:09:59Die große Rebsorde Spadien zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite,
- 1:10:03als in den wärmeren Zonen der Riocha-Bacher.
- 1:10:06Feiner, nerviger, weniger opulent.
- 1:10:09Mehr Gewürze als süße, mehr Struktur als breite, dicke Frucht,
- 1:10:12aber immer gebändig von Säure und mineralischer Spannung.
- 1:10:17Historisch wurde die Riocha Alter immer als Herz der langlebigen Grandreserver gesehen.
- 1:10:21Weine, die Jahrzehnte überstehen, ohne ihre Früchte zu verlieren.
- 1:10:25Und genau da spürt man beim Pantokrator.
- 1:10:28Für seine frühe, noch junge Karriere erhielt der Pantokrator
- 1:10:322015 bereits 92 Punkte im renommierten Special Riocha Report
- 1:10:362025 von Tim Etkin.
- 1:10:39Ein stilles Lob für seine Arbeit, die nie nach Beifei verlangte.
- 1:10:43Und eine der schönsten Aussagen,
- 1:10:46darauf einen der ältesten Winzer dieser Gemeinschaft, 72-Jährig,
- 1:10:50als er das erste Mal diesen Wein probierte,
- 1:10:53stellte er sein Glas ab, lehnte sich zurück und sagte,
- 1:10:56es ist, als würde man unsere Erde trinken.
- 1:10:59Keine große Geste, nur ein Satz.
- 1:11:02Und doch alles gesagt, vielen lieben Dank für diesen Wein.
- 1:11:06Und ein großes Dankeschön, dem deutschen Importeur,
- 1:11:09dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:11:12Und das heißt, dass die Teilnehmer über ihre Erfahrung mit dem Wein,
- 1:11:16mit anderen Wein, oder was sie schmecken,
- 1:11:19oder haben sie sich vorher belesen, oder wie kann man das verstehen,
- 1:11:23dass die Teilnehmer den Arm moderieren und der Wein für sich spricht.
- 1:11:27Ja, also nicht aktiv moderieren, aber zumindest sie schaffen es
- 1:11:32mit den eigenen Wienern, die sie sich verhindern.
- 1:11:36Sie stellen fest, wie er sich im Glas entwickelt,
- 1:11:41dass plötzlich nun die markante Trüffelaromatik bei dem Wein
- 1:11:46immer ausgeprägt wird.
- 1:11:48Sie stellen fest, dass die Bauernhofnoten das leicht animalische verschwindet,
- 1:11:53wie er dann in diese kräutige Richtung reingeht.
- 1:11:57Man schmeckt dann, man riecht dann auch schon,
- 1:12:00aber man hat nicht die Tätigkeit,
- 1:12:02dass man sich in diese kräutige Richtung reingeht.
- 1:12:05Man riecht dann auch schon die ersten Anflüge von der Gesteinsformation,
- 1:12:10vom Schiefergesteins zum Beispiel,
- 1:12:13einem Wein aus Foscher fällt man jetzt aus Südfrankreich ein,
- 1:12:17wo man dann einfach so den Wein erleben kann,
- 1:12:21wie er sich im Glas verhält, weiterentwickelt
- 1:12:25und natürlich immer mehr einem die Sinn raubt.
- 1:12:29Wenn man ein Buch liest, man fängt an und steigert sich dahinein
- 1:12:35und dann hat man einen Rausch.
- 1:12:37Der Rausch ist bei meinen Weinseminaren nie alkoholisch begründet,
- 1:12:41sondern es ist eher das Sinnesrausch,
- 1:12:43weil letztendlich ein guter Wein mit seinem Ausdruck,
- 1:12:48einem in den Band zieht, wie ein gutes Buch,
- 1:12:52wo man dann einfach nicht mehr das Buch weglägen kann.
- 1:12:56Man möchte das Kapitel zu Ende lesen, weil es einfach so spannend ist.
- 1:13:00Das Gleiche ist auch analog mit einem Wein im Glas,
- 1:13:04nur dass man irgendwann das Glas ausgetrunken hat.
- 1:13:07Ich wiederhole noch mal, nicht der Rausch, der letztendlich durch den Alkohol
- 1:13:11rübergeht, sondern von der Ausstrahlung und der Faszination,
- 1:13:16die von dem Wein ausgeht.
- 1:13:18Das ist auch das Besondere an solchen Weinunikaten,
- 1:13:23Highlights, perfekt gereiften Weinen.
- 1:13:25Wenn man so etwas erlebt hat, dann kann man mitsprechen.
- 1:13:28Aber viele Weinfreunde wollen das vielleicht auch gar nicht,
- 1:13:35weil das schon ein bisschen was Spezelleres ist.
- 1:13:37Das muss man aber auch ganz klar sagen.
- 1:13:39Interessiert mich natürlich wahnsinnig,
- 1:13:40wie du es am Leben im Objekt selber praktizierst.
- 1:13:43Wie du ein Wein betrachtest, wie du an den herangehst.
- 1:13:45Wollen wir das mal live sozusagen ausprobieren?
- 1:13:50Parallel dazu werden wir uns vielleicht die Weine holen
- 1:13:54oder einschenken oder wie auch immer.
- 1:13:56Die Frage, wenn ich jetzt so ein Basis-Seminar nehme,
- 1:13:59ich persönlich empfande es als ausgesprochen günstig.
- 1:14:04Also ich glaube, es kostet bei die 39 Euro,
- 1:14:06wenn ich diese 39 Euro nehme, da die Mehrwertsteuer wegnehme,
- 1:14:10eventuell Raumkosten, vielleicht irgendwie was,
- 1:14:12dass man auch noch heizen muss, Glasaufwand etc.
- 1:14:16Deine Zeit muss man ja auch für zwei bis drei Stunden,
- 1:14:19vielleicht eine Stunde Vorbereitung.
- 1:14:21Ich glaube großlesen musst du nicht mehr,
- 1:14:23weil du im Spezialitäten-Seminar auch noch mit einrechnen müsstest,
- 1:14:25dass man sich selber ja auch noch mal vorbereiten muss,
- 1:14:28Nachbereitung etc.
- 1:14:30Da bleibt eigentlich von 39 Euro nicht viel über.
- 1:14:34Ja, also wir sind jetzt nicht ein extrem profitorientiertes Unternehmen.
- 1:14:39Ich habe mal ein Spaß bei der Arbeit, die Freude dabei.
- 1:14:43Es ist wirtschaftlich alles tragbar.
- 1:14:46Muss es auch sein, denn sonst könnte man das nicht schon seit Jahrzehnten.
- 1:14:50Wir haben da die eigene Struktur aufgebaut.
- 1:14:53Wir haben da jetzt nicht den entsprechenden Luxus dafür.
- 1:14:56Aber alles Notwendige, dass es ein schönes Seminar,
- 1:14:59ein schöner Abend wird, das haben wir mit den eigenen Räumlichkeiten umgesetzt,
- 1:15:03geschaffen und sind in der Regel immer 30 Teilnehmer,
- 1:15:08die an diesem Seminar teilnehmen.
- 1:15:10Das ist jetzt keine Massenveranstaltung.
- 1:15:13Mehr möchte ich auch gar nicht da immer letztendlich unterrichten und erhalten damit.
- 1:15:22Das reicht mir vollkommen aus.
- 1:15:25Aber es ist schon scharf kalkuliert.
- 1:15:27Also das sehe ich richtig, oder?
- 1:15:29Definitiv. Ich weiß, manche anderen verlangen 20 Euro mehr.
- 1:15:32Das sind aber bei 60, 70 Euro.
- 1:15:35Ja, ich möchte den Menschen auch eine Freude machen.
- 1:15:38Aber so kommen die auch gerne mal wieder.
- 1:15:40Und auch so ein Basisweinseminar, das kommt gelegentlich mal vor,
- 1:15:45dass Teilnehmer das Basisseminar mehrmals besuchen,
- 1:15:49weil wir nicht immer die gleichen Weine haben.
- 1:15:52Der Aufbau ist ein bisschen ähnlich, aber die Weine unterscheiden sich in der Regel immer.
- 1:15:56Es sind immer andere Weine, dass Teilnehmer häufig mal zum Basisweinseminar kommen.
- 1:16:01Ich fand das Essen mal super.
- 1:16:05Aber es hat noch nicht irgendwie Glück gemacht.
- 1:16:08Ich brauche da noch ein bisschen mehr Zeit.
- 1:16:10Ich muss das noch mal erklären lassen.
- 1:16:12Da kommen vielleicht ein zweites Mal.
- 1:16:14Das ist auch eine Bestätigung für mich, dass ich dafür interessiere.
- 1:16:18Und dass es auch dennoch attraktiv ist, wenn sie dann wiederkommen zum gleichen Seminar.
- 1:16:24Wenn du jetzt so ein Wein wie den, den wir jetzt angedacht haben,
- 1:16:28den Sammelnczenzo von Anselmi, vor dir hast,
- 1:16:31grundsätzlich, was ist dabei für dich wichtig?
- 1:16:34Wahrscheinlich die Temperatur, wenn du ihn ausschängst.
- 1:16:37Ist das Glas für dich wichtig?
- 1:16:40Ist für dich die Raumumgebung wichtig?
- 1:16:43Also wie ist das Grundsetting?
- 1:16:45Wenn du den Wein, wir sind gar nicht beim Alltagstrinken oder beim normalen Wein trinken,
- 1:16:50sondern wenn du eine Seminarsituation hast.
- 1:16:53Und wie würdest du dich den Wein nähern?
- 1:16:56Ja, die Vorbereitung ist natürlich ganz klar,
- 1:16:59wenn man den Wein entsprechend professionell, beruflich, objektiv anspringt.
- 1:17:06In der Regel 24 Stunden soll der eingekühlt und durchgekühlt sein.
- 1:17:12Die Temperatur muss gegeben sein, die Gläser müssen sehr gut in Zustand sein,
- 1:17:18die nachdem, ob das jetzt ein Seminar ist oder eine private Verkostung ist.
- 1:17:22Da habe ich unterschiedliche Gläser von Zier, Schottswiesel, Salto, Josephine, Hütte, Riedel.
- 1:17:32Ich probiere viele Glasproduzenten mit unterschiedlichen Modellen durch,
- 1:17:37sowohl privat wie beruflich, um zu schauen,
- 1:17:41welche Rebsorte kommen bei welchen Glasproduzenten besonders zur Geltung.
- 1:17:46Da kristallisiert sich dann sehr schnell das ein oder andere Glas heraus,
- 1:17:52wo man sagt, dieses Weinglas ist jetzt für fruchtbetonte Weinde,
- 1:17:57nämlich aus der neuen Weinwelt besser prädestiniert als für traditionelle Weine
- 1:18:03aus der sogenannten alten Weinwelt, sprich aus Europa.
- 1:18:07So hat auch jeder Glasproduzent vielleicht die Stärken im Weißwein- oder Rotweinbereich
- 1:18:12oder für Rebsortenweine.
- 1:18:15Das hängt jetzt ganz stark von dem jeweiligen Weinstiel ab. Aber ich habe auch so universal
- 1:18:21Trink- und Verkostungskläser. Die logischerweise auch alle in die Spülmaschine reinkommen. Alle
- 1:18:28mundgeblasenen Gläser werden nicht mit der Hand gespült. Die kommen in die Spülmaschine hinein.
- 1:18:34Die gehen auch nicht kaputt darin, sondern die meisten mundgeblasenen Gläser, den kaputt
- 1:18:40beim Spülen im Handwaschbecken oder wenn sie auf der Ablagefläche stehen, werden sie umgeworfen
- 1:18:48und so weiter. Deswegen alles in die Spülmaschine rein. Ein gutes mundgeblasene Glas hält eine
- 1:18:55Spülmaschine auch locker aus, zumal dass auch viele Spülmaschinen zwischenzeitlich auch ein
- 1:19:02eigenes Glasprogramm haben zur Reinigung, wo es dann besonders schonend ist mit einem geringen
- 1:19:07Wasserstrahltruck entsprechend vonstatten geht. Wie viele verschiedene Gläser hast du bei dir
- 1:19:12im Angebot oder im Gebrauch? Weil das klingt ja jetzt nach einem, nicht nur im Weinkäler, sondern
- 1:19:18auch im Glaskeller nebenher. Ja, das sind schon einige Gläser da und ich verwende auch für ganz
- 1:19:25hochwertige Weinproben verwende ich auch mundgeblasene Gläser. Bestimmt 6-8 verschiedene
- 1:19:31Glasproduzenten und Modelle und Typenlichte einsetzen. Je nach Stimmung, Laune und Weinstil. Es
- 1:19:39kommt durchaus vor, dass ich ein Wein aus mehreren Gläsern trinke und verkostet. Da habe ich auch
- 1:19:45mal vor Jahren so eine Serie gemacht, mehr Spaß im Sonntagsglas. Da habe ich dann immer ein
- 1:19:50Wein aus verschiedenen Gläsern entsprechend getrunken, verkostet, um dann zu schauen,
- 1:19:57welche Rebsorte kommt, bei welchem Glasproduzenten am besten zur Geltung, wie macht sich das
- 1:20:03geschmacklich bemerkbar, hat er in der Nase dich stärken auf der Zunge und da gibt es auch große
- 1:20:07Unterschiede. Aber so findet man auch heraus, welches Glas am universellsten geeignet ist oder man
- 1:20:16hat auch seine Lieblingsgläser mit der Zeit. Was für Glas hast du jetzt genommen? Ich habe jetzt von
- 1:20:21Schott Zwiesel das mundgeblasene Deku Null neben mir stehen. Vielleicht kennt es jemand. Ich leide
- 1:20:29noch gar nicht. Es ist ein unscheinbares Glas, es ist nicht so hoch, nicht so breit, hat aber den
- 1:20:37Vorteil, wenn man da sich die Menge eingeht, schade, dass ich es jetzt ja nicht zeigen kann, dann ist
- 1:20:43bei der bauregsten Variante die optimale Menge im Glas darin enthalten. Das ist circa ein Viertel des
- 1:20:52Glases gefüllt, drei Viertel ist leer und die maximale Oberfläche des Weines ist an der breitesten
- 1:21:00Bereich des Glasgeldes. Das heißt, hier kommt jetzt nun Maximum an Aroma rüber von der Oberfläche
- 1:21:12des Weines und hat auch einen ganz dünnen Stil, ist auch oben konisch zulaufend. Es hat auch einen ganz
- 1:21:20dünnen feinen Rand, aber ich kann sagen, ich habe diese Gläserseere schon seit Jahren, da bricht
- 1:21:28auch keine Ecke oben ab oder auch der dünne Stil, kommen alle in die Spülmaschine rein, sind für
- 1:21:35mundgeblasene Gläser sehr sehr robust und hinterlassen bei sehr sehr vielen Weinen, sowohl
- 1:21:43geruchlich wie geschmacklich ein sehr gutes Verkostungsergebnis. Bei welcher Temperatur hast
- 1:21:48du ihn ungefähr? Ich habe dann jetzt bei 6 Grad gradgenau eingekühlt. Okay, perfekt. Also gradgenau,
- 1:21:56da ist ein Thermometer dran, das ist ein Gaggenau Weintlima Schrank, den ich da entwickelt habe vor
- 1:22:02Jahren mit der Firma und da weiß ich auch, dass die Angaben, die auf dem Display erscheinen, auch
- 1:22:08eingehalten werden. Dieser Weintlima Schrank hat zwei Kompressoren, ist auch extrem leistungssteig von
- 1:22:15der Kälteleistung und dieser hat auch ein Heizgeräterin um die Temperatur für Rotweine, sage ich mal jetzt
- 1:22:2617 Grad zu erzielen, wenn jetzt dieser Weintlima Schrank in einem Vorraum steht und das ist da irgendwie
- 1:22:35nur, hat nur 14 Grad und ich möchte aber dann Rotwein bei exakt 17 Grad trinken, somit heizt
- 1:22:43dieser Weintlima Schrank auch das entsprechende Fach auf exakt 17 Grad ein und ich erlebe
- 1:22:49es häufig, dass die Seminarteilnehmer mir immer die Frage stellen oder feststellen, dass der Wein immer
- 1:22:56eine sehr, sehr gute Temperatur hat. Dann denke ich immer drüber nach und dann sage ich, das ist
- 1:23:02eigentlich ganz einfach mit der Temperatur, da soll möglichst konstant und gradgenau sein,
- 1:23:08denn viele Weinfreunde wissen nicht genau, welche Temperatur der Weintlima Schrank hat,
- 1:23:16geschweige denn, dass sie einen Rotwein gradgenau temperieren können und wenn wir jetzt einen
- 1:23:23Rotwein trinken bei 17 bis 18 Grad, das ist so meine bevorzugte Trinktemperatur, da haben wir doch in
- 1:23:30der Regel, müssen wir doch zugeben, jeglicher Raum mit locker 20, 21 Grad Celsius beheizt,
- 1:23:39der Rotwein wird von der Temperatur nicht beachtet, er steht dann irgendwo im Raum und man
- 1:23:45meint, dass dann diese 20, 21 Grad Umgebungstemperatur gut sind für den Rotwein, das ist nicht mehr der Fall.
- 1:23:54Wir müssen, wenn man Rotwein bewusst und richtig verkosten möchte, also nur wenn man das möchte,
- 1:24:01müssen wir den Rotwein genauso von der Temperatur die richtige Wertschätzung geben,
- 1:24:08sprich 17, 18 Grad, einkühlen in einem Weintlima Schrank, um den optimalen Genuss zu erleben und zu haben.
- 1:24:17Ich fand die Studie vom Weinunterdienst ganz interessant, dass zumindest auf dem amerikanischen Markt,
- 1:24:23ich denke, das kann man ganz gut auf dem deutschen Markt spiegeln, 95 Prozent aller Klima-Geräte,
- 1:24:27eine Temperaturdifferenz von teilweise bis zu 10 Grad aufweisen, was ja dann eben in der Kombination,
- 1:24:34wo du sagst, in diesem Klimaschränken Wein zu lagern ist ja katastrophal bzw. natürlich auch teilweise
- 1:24:40für eine Serviertemper-Situation, aber egal ob man den Schrank jetzt ständig auf- und zumacht,
- 1:24:45was natürlich ganz, ganz gravierend ist, weil es dann Luftaustausch gibt, als eben auch dass
- 1:24:49teilweise die Sensoren unterschiedlich eingestellt sind, dass es eben drauf oder runter temperiert,
- 1:24:55bis er wieder anspringt und dann gegentemperiert. Dieses Rauf und runter ist halt ganz katastrophal
- 1:25:01und ganz, ganz schlimm für den Wein. Und wenn man das in einer Form irgendwie seriös betreiben möchte,
- 1:25:07es muss wahrscheinlich nicht immer in Gang genau sein, denn ich glaube, das Geräte hätte man sich
- 1:25:11auch im Kleinwagen für kaufen können, den du da stehen hast. Gibt es auch etwas preisbewusstere
- 1:25:15Lösungen? Gerade Temperatur-Sicherheit ist da, glaube ich, ein ganz, ganz großes Thema.
- 1:25:19Ja, das ist eine Katastrophe. Das ist auch unsroh. Man muss sie ja unterschalten, das weiß du ja auch,
- 1:25:24zwischen den sogenannten Startiefen, Wein-Klimaschränken, die letztendlich die Temperatur von unten
- 1:25:31nach oben aufbauen. Die haben also keine Umluftkühlung und die anderen, die leistungsstärkeren,
- 1:25:38teureren Wein-Klimaschränke, das sind auch die sogenannten Temperier- oder auch Genuss-Schränke.
- 1:25:43Die haben in der Regel verschiedene Fächer, teilweise mit so einer Dichtlippe getrennt und
- 1:25:50einer Umluftkühlung. Somit kann die Temperatur viel genauer und besser eingestellt werden und diese
- 1:25:58Unterschiede der Temperatur und von bis zu 10 Grad, das ist ein großes Problem, dass es vielen
- 1:26:05Weinfreunden gar nicht bewusst, dass die Schwankungen in einem Wein-Klimaschrank unter
- 1:26:10Umständen sehr hoch sein können. Deswegen habe ich auch gesagt, ich habe auch schon Thermometer
- 1:26:16reingelegt und das überprüft, dass dieser Grad genau bei 17, 18 Grad im Rotwein-Bereich und im
- 1:26:24Weißen-Bereich bei 6 Grad eingekühlt ist. Wenn dann ein Wein richtig durchgekühlt ist,
- 1:26:30egal in welcher Temperatur, dann entwickelte er sich auch im Duft gleichmäßiger und vorteilhafter,
- 1:26:38als wenn es jetzt mehrere Flaschen sind in verschiedenen Ebenen und 3-4 Grad Temperatur
- 1:26:46unterschied. Das ist auch der Grund, warum das ich es eigentlich nicht gerne mag, wenn ein Wein aus
- 1:26:53dem Wein-Klimaschrank kommt, perfekt temperiert, vor allem in Restaurants, kommt es gelegentlich mal
- 1:26:58vor wie auch im vergangenen. Sonntag, aus der Sonntag war ich in einem Restaurant, da habe ich ein
- 1:27:05Wein bestellt und kommt aus dem Wein-Klimaschrank und kommt dann nach dem Probeschluck zu den
- 1:27:13Gästen am Tisch, zu meiner Familie und dann ist der Wein direkt in den Eiskühler hineingekommen.
- 1:27:19Da brauche ich ja nicht einen Wein perfekt temperieren, grad genau auf, sag ich mal,
- 1:27:25auf die 6 bis 8 Grad und dann kommt er in den Eiskühler hinein und dann wird er mehr oder
- 1:27:30weniger schockerfrostet und die Temperaturunterschiede in der Flasche sind dann zu groß. Dann ist
- 1:27:38er unten hat er gleich 2 Grad, oben hat er dann 4 Grad, dann ist der Wein von der Temperatur sehr
- 1:27:47diffus und das macht sich dann auch in der Sinnlichkeit deutlich bemerkbar. Deswegen das Beste
- 1:27:53ist ein Wein perfekt lagern in einem Wein-Klimaschrank und dann gibt es ja sogenannte Temperaturgarante,
- 1:28:01das sind so komisch aussehende, plastisch Flaschenhalter, so Aufbewahrungsgefäße,
- 1:28:09bei Mineralwasser kennt man das sehr häufig, ich glaube, du weißt was ich meine, das sind
- 1:28:15wie nennt man das so Flaschenkühler, so plastisch Flaschenkühler, die in der Mitte vielleicht
- 1:28:21einen Vakuum haben und in so einem Flaschenkühler kann man eine aus dem Wein-Klimaschrank perfekt
- 1:28:28temperierte Flasche reinstellen, wenn dann die Gäste am Tisch sitzen und man braucht ungefähr
- 1:28:33die Hälfte der Flasche, dann hält sich die andere Hälfte vom Inhalt in der Flasche locker
- 1:28:39mindestens eine Stunde bei nahezu der gleichen Temperatur wie aus dem Wein-Klimaschrank und man
- 1:28:46hat somit den größtmöglichsten Genuss in der Flasche, zudem dass der Wein in der Flasche auch
- 1:28:52noch ein bisschen durch die Mikrooxidation mit dem Sauerstoff noch eine Romatik entwickelt,
- 1:28:59das wäre eigentlich das Optimale für den Genuss, wie ich mir das auch im Restaurant immer vorstelle.
- 1:29:04Das sind wir wieder vom Wein weggekommen.
- 1:29:06Das sind wir wieder vom Wein weggekommen.
- 1:29:07Das wird ja wahr, wenn man die ganze Zeit quatscht und dann.
- 1:29:11Also ich habe den Wein hier im Glas stehen, da lächelt mich schon an zu den Produzenten
- 1:29:20Anselmis an Vincenzo, 23er Jahrgang.
- 1:29:23Ja, da verbindet mich schon einiges, denn diesen Produzenten habe ich schon auf mehreren
- 1:29:29Weinkarten gehabt.
- 1:29:30In Deutschland, in der Schweiz, man muss ja sagen, dass Anselmis der Winzer eine ganze
- 1:29:38Region wachgeküsst hat.
- 1:29:41Es ist ein Suave, ich glaube er heißt heute nicht mehr Suave, genau.
- 1:29:48Es ist ein Vino Bianco, das heißt das entweise Rebsorten.
- 1:29:53Der Winzer hat seinen Ursprung in dem Dorf Suave, das ist so eine vulkanische Erhebung,
- 1:30:0330 Minuten von Verona in östliche Richtung entfernt, also Vulkangestein.
- 1:30:08Die Hauptrebsorte war früher Gaganega, hin all seinen Weinen, ist auch heute noch, aber
- 1:30:17er hat letztendlich einen Wandel vollzogen.
- 1:30:20Er ist von einem kleinen regionalen, authentischen Winzer zu einem doch eher modernen, international
- 1:30:28aufgestellten Winzer übergegangen, weshalb das er auch Chabonni und teilweise auch Sauvignon
- 1:30:35Blanc zwischenzeitlich bei diesem Wein San Vincenzo mit dem Glas hat.
- 1:30:40Deswegen ist es nur ein Vino Bianco und kein Suave.
- 1:30:42Ich meine beim Suave sind, ich bin mir nicht ganz sicher, um die 90% von der Rebsorte Gaganega
- 1:30:48vorgeschrieben.
- 1:30:49Hier sind jetzt 30% andere Rebsorten mit dabei.
- 1:30:52Er verkörpert jetzt heute eher seinen eigenen Hausstil, würde ich mal sagen, mit diesem
- 1:30:58Basiswein.
- 1:30:59Also jetzt riech ich auch mal den einen den Wein.
- 1:31:02Ja, das ist einfach Norditalien, das ist einfach Gaganega.
- 1:31:08Sag mal, das ist eine sehr deutschfreundliche Rebsorte, weil sie auch vielen Menschen immer
- 1:31:15dran erinnert.
- 1:31:16Eine deutsche Rebe könnte auch sagen, ja, irgendwie ein bisschen so ein Weißburgunder,
- 1:31:22auch von Citrusnoten sind da drin, ein bisschen Kumquats, aber auch diese Nasi-Biernen, Honigmelonen,
- 1:31:32ein bisschen leicht floral.
- 1:31:34Aber es ist ein bisschen wie in die Richtung.
- 1:31:39Ja, ein bisschen so Reiseblüten, diese Richtung gehen, aber auch ein bisschen diese Nussigkeit,
- 1:31:46die ein bisschen da ist.
- 1:31:47Oder wenn man so eine Honigmelone hat, wenn man ein bisschen mehr Schalenanteil hat, oder
- 1:31:53wenn man so eine reifer Honigmelone im Raum liegen hat, dann kommt den Raum hinein und
- 1:31:58riecht dann plötzlich so eine Duftigkeit einer Melone.
- 1:32:01Also, es ist auf jeden Fall fruchtig, feinfruchtig, auf jeden Fall sehr, sehr animierend und sehr,
- 1:32:09sehr angenehm.
- 1:32:10Das ist auch ein Zellnischstil, alles nachvollziehbar, der Aromatik hat eine klare Fokussierung,
- 1:32:18auch eine ansprechende Sinnlichkeit.
- 1:32:21Also, das ist schon ansprechend ein toller Ausdruck, der eigentlich jede Menge Lust auf
- 1:32:28mehr macht und wenn ich das Glas hier bei mir so drehe, ja, das ist einfach Norditalien,
- 1:32:38eine kühle Frische mit einem Ausdruck und einer Sinnlichkeit.
- 1:32:42Und man hat auch nicht den Eindruck, dass er schwer ist, der hat eher diese Leichtfüßigkeit,
- 1:32:48ja, 12 Volumen prozent Alkohol, das ist auch so im Trend der Zeit.
- 1:32:54Also, wenig Alkohol mit einer Charakter, mit Ausdruck, das ist schon mal sehr ansprechend
- 1:33:00vom Duft.
- 1:33:01Ich probiere den mal.
- 1:33:03Klare Linge, das ist letztendlich einfach auch so, aber diese Nussigkeit, diese Aromatik
- 1:33:21von Mandeln auf der Zunge in Verbindung mit einer zarten Cremigkeit, aber dennoch mit
- 1:33:28dem etwas frischeren Kick.
- 1:33:30Und ich meine, da ist auch Sauvignon Blanc dabei, denn Sauvignon Blanc zeugt dafür, dass
- 1:33:37er ein leicht bisschen pflanzliche Nude hat und auch eine Säure besitzt am Zungengrund,
- 1:33:46die dem Wein einfach so ein frischer Kick mit sich gibt.
- 1:33:49Das ist, meins erachtens, jetzt fast ein bisschen untypisch für ein Soave, weil ein Soave eine
- 1:33:57relativ milde Säure hat, aber in diesem Wein letztendlich markant ist.
- 1:34:03Das ist die Philosophie des Weingutes, einen modernen, frischeren, fruchtigeren Weinstil
- 1:34:11allgemein verständlich zu produzieren.
- 1:34:14Kritisch würde ich aber jetzt ganz sagen, ich freue mich für den Erfolg, denn Anselny
- 1:34:19heute mit seinem Weingut und seinen Weinen hat.
- 1:34:24Aber das ist nicht mehr ganz so ein authentischer Soave-Stil im Vergleich zu Philippi zum Beispiel
- 1:34:32oder Piaropan, Chini, Corderatomie und andere Soave-Produzenten, die dabei der traditionellen
- 1:34:41Soave-Stilistik auf der Zunge ein bisschen mehr Fülle in dichteren Körper und letztendlich
- 1:34:48auch mit einer milderen Säure bevorzogen.
- 1:34:52Aber tadellos kein schlechter Wein, sehr gut verständlich, diese Nussigkeit, die Duftigkeit,
- 1:35:00also jetzt nicht dagegen einzubenden.
- 1:35:04Das wäre so ein Wein, den man beim Basiswein-Seminar ohne weiter ist als sehr konsumentenfreundlich,
- 1:35:11freundlicher Wein darstellen kann.
- 1:35:14Er hat für mich jetzt nicht mehr diese typische Herkunftskaraktergeschichte, was ein Soave
- 1:35:21eigentlich darstellt, aber das ist eine eigene, moderne Interpretation von einem norditalienischen
- 1:35:28Weiswein.
- 1:35:29Eher ein Speisebegleiter oder eher ein Trinkwein?
- 1:35:32Differenzierst Du da gar nicht und?
- 1:35:35Doch, also da muss man ganz laut differenzieren.
- 1:35:38Ich glaube, der Fokus der Weinbereitung ist diesen Wein sowohl als auch.
- 1:35:44Ich habe ja schon gesagt, dass es was Allgemein verständliches, das hier produziert worden
- 1:35:50ist, wirklich, das tut nicht weh der Wein hier, gibt aber kein Extrapunkt für die entsprechende
- 1:35:56Gerichte.
- 1:35:57Das ist so Everybody's Darling, da wird niemand was sagen, er trifft den Zeitgeist, ist auch
- 1:36:03tadellos gemacht und spricht nichts dagegen.
- 1:36:05Wenn Du wüsstest, was neben meinem Soave oder neben diesem San Vincenzo Wein steht,
- 1:36:13ich glaube, ich habe es nun gar nicht gesagt, ich habe, ich vergleiche auch gerne die Weine,
- 1:36:18so machen wir es auch bei unseren Wein-Seminaren, denn der Vorteil ist, wenn man Weine vergleicht
- 1:36:24oder wenn man verschiedene Gläser hat, kann man auch die Unterschiede viel besser herausfinden.
- 1:36:30Ja.
- 1:36:31Man kann sie auch viel besser aufzeigen, wie die Weine sich unterscheiden und für
- 1:36:38Weineinsteiger ist es natürlich leichter, auch alles nachzuvollziehen.
- 1:36:43Was die Unterschiede sind und sie können dann mir auch ganz gut folgen oder besser folgen,
- 1:36:49wenn es ein zweiter Wein im Vergleich ist, wo man dann die Unterschiede einfach schöner
- 1:36:53aufzeigen kann.
- 1:36:54Da habe ich hier nebendran stehen einen Gavi, 23er Jahrgang von einem anderen Produzent,
- 1:37:04natürlich eine andere Rebsorte, Cortese aus dem Pirmont, kleinere Zweingut, machen nur
- 1:37:12Soave, ich trenne mich mal von dem ein.
- 1:37:15Machen nur Gavi.
- 1:37:17Ja, ich habe jetzt mal sowohl den Soave wie auch den Gavi, weil für mich jetzt im Maisernbereich
- 1:37:24Norditalien, mal ein bisschen abseits vom Gardasee, ein Ruernese, ein Gavi zum Beispiel, natürlich
- 1:37:34könnte man auch eine Lugana erwähnen usw.
- 1:37:38Einfach so Charakterweine sind.
- 1:37:40Schade, dass du nicht mit tricken kannst Silvio.
- 1:37:44Gedanklich schon, ich lausche dir gerne.
- 1:37:46Da habe ich jetzt den Gavi im Glas.
- 1:37:52Ich liebe ja das Pirmont, nicht nur die roten Weine, vor allem auch immer mehr die weiß
- 1:37:57Weine, weil letztendlich Norditalien, Pirmont mit der Rebsorte, Cortese, das sind ja wirklich
- 1:38:05tolle Speisebegleiter.
- 1:38:07Ich betone jetzt generell nur Speisebegleiter, weil deren zurückhaltende Note, deren Stoffigkeit,
- 1:38:14deren milde Säure und deren Ausdruck auf der Zunge, häufig auch mal mit so einem dezenten
- 1:38:20bitteren Ton eigentlich sehr speisefreundliche Weine darstellen.
- 1:38:24Und da muss man aussagen, zwölf Volumenprozent Alkohol, das ist ein Wort.
- 1:38:30Wie in Deutschland, wir haben ja auch tendenziell leichtere Weinstiele, aber zwölf, das ist
- 1:38:37schon in Deutschland immer schwieriger zu finden auf dem Medikett.
- 1:38:41Es gibt solche Weine.
- 1:38:43Ganz klar, aber nicht jede Rebsortenfamilie wie die Burgundenfamilie, vor allem hier
- 1:38:48aus Baden oder aus der Pfalz, kommt mit zwölf Volumenprozent geschmacklich gut rüber.
- 1:38:55Die brauchen einfach ein bisschen Schmelz, Stoff und Struktur.
- 1:38:58Und da finde ich eigentlich das sehr interessant, dass im Pirmont, wo es ebenfalls sehr, sehr
- 1:39:03heiß ist, die Weine machen, die eine schöne Reife haben, ein Ausdruck besitzen, sehr speisefreundlich
- 1:39:11ist, sehr viel Genuss im Duft, wie auf der Zunge haben, dass da in den letzten Jahren
- 1:39:17verdammt viel gekommen ist.
- 1:39:19Da muss ich sagen, vor 10, 15 Jahren, das heißt der Gavi Rua Nes, das waren Weißweine
- 1:39:26aus dem Pirmont, die waren eher frisch, ein bisschen mit einer höheren Säure geerntet,
- 1:39:32weil sie vielleicht auch nicht reif geworden sind, die jetzt im Zuge der Klimaverschiebung
- 1:39:37eher der Wärmung plötzlich immer mehr zur Geltung kommen, für mich persönlich immer
- 1:39:44vertiger im Glase erscheinen und auch sehr genussfreudig in den letzten Jahren geworden
- 1:39:49sind.
- 1:39:50Und das beim Motorrad im Alkohol wiederholt nochmal.
- 1:39:52Ich habe dann gerade den Mund, diesen Gavi vom Duft der zurückhalten.
- 1:40:05Wiederum dieses weiße, leicht florale, aber auch ein Touch immer so peachy, so ein Hauch
- 1:40:12von weißen Weinbergspfirschen auf der Zunge, da waren es, ich kenne die Analyse, noch einen
- 1:40:19Trocken unter 1 Gramm, eine angenehm gut integrierte Säure, dezenten straffen Körper, eine Nussigkeit
- 1:40:28wiederum und auch eine Leichtfüßigkeit.
- 1:40:31Und das finde ich jetzt auch, wenn ich jetzt parallel zurückverkoste zum San Vigenzo,
- 1:40:42da merkt man ganz deutlich jetzt Stil Norditalien.
- 1:40:45Die Sonne, eine Lebendigkeit, moderater Alkoholgehalt, eine Nussigkeit auf der Zunge.
- 1:40:53Wenn jetzt auch ein sehr schöner Vergleich zwischen einem Vinneto weiße Wein und letztendlich
- 1:40:59auch aus dem Pirmontese weiße Wein.
- 1:41:02So toll wie die weißen Pirmontese geworden sind in den letzten Jahren, so nachteilig habe
- 1:41:08ich auch dieses Jahr erstmalig die roten Pirmontese empfunden, insbesondere Barolo,
- 1:41:16Barbaresco, hohe Alkoholkratuationen, Gerbstoffe, schon sehr maskulin, klar man kann sagen, das
- 1:41:25war es schon immer.
- 1:41:26Aber da habe ich das Gefühl, dass das, was schon ein bisschen nachteilig ist, die intensive
- 1:41:35Gerbstoff- und Alkoholstruktur bei diesen doch legendären Weinen, die aus dem Pirmont kommen.
- 1:41:43Also da war ich dieses Jahr auf meiner Weinreise im Pirmonte, auf Zauvinitili und im Gespräch
- 1:41:49mit den Winzern und beim Verkostung diverser Weine schon ein bisschen enttäuscht.
- 1:41:55Jahrgangsbedingt oder glaubst du, dass das Deal sich da gravierend ändert und alle mehr
- 1:41:59oder weniger versuchen einem Zeitgäste hinterher zu jagen oder einem geschmackst?
- 1:42:04Ja, also teilweise Jahrgangsbedingt, es waren herausragende Jahrgänge, die Winzer hatten
- 1:42:10ja verdammt viel Sonnenschein, Trockenstress, häufiger mal die Erntezeitpunkte exakt zu
- 1:42:18finden ist einfach geworden.
- 1:42:21Das Pirmont hat häufiger in den letzten Jahren immer ideales Herbstwetter gehabt, das heißt,
- 1:42:28der Winzer hat Tendenzen gehabt, lieber noch ein Tiggerreifer auf den Punkt zu ernten
- 1:42:34und hat vielleicht übers Ziel hinausgeschossen.
- 1:42:36Der Alkohol ist höher geworden, die Belastung ist auch nicht weniger geworden, denn die Erde
- 1:42:44wird wärmer werden und da macht sich einfach ein halbes Volumenprozent Alkohol deutlich
- 1:42:50in einem Wein bemerkbar und die Konsumenten möchten auch das nicht mehr.
- 1:42:55Gleichzeitig weiß ich und kenne auch Produzenten, bei denen jetzt endlich der Alkoholgehalt
- 1:43:02seit Jahren unverändert ist.
- 1:43:06Die Stillistik des Weines hat sich ein bisschen verändert, aber der Alkohol ist meinsachtens
- 1:43:11nicht so vorderlafft für die Entwicklung, für die sinnliche Entwicklung eines Weines
- 1:43:16über fünf oder zehn Jahre.
- 1:43:18Da ist ein zu hoher Alkohol nicht dienlich.
- 1:43:22Die Weine werden dann zu schnell warm, also warm vom Geschmacksbild her, nicht von der
- 1:43:31Temperatur, sie werden zu mollig und immer diese beschwipste, leichte Moschari-Alkohol,
- 1:43:39Kirschwasser, Nase oder die Anflüge davon, das finde ich überhaupt nicht mehr zeitgemäß.
- 1:43:46Ist auch nicht besonders gut, um die Weine zu entsprechenden Speisen zu empfehlen,
- 1:43:53zumal auch die Konsumenten letztendlich den natürlichen Charakter der Frucht, der Traube,
- 1:43:58der Region im Glas erleben möchten und nicht gleich einfach diese alkoholische Dichte oder
- 1:44:03die alkoholische Ausprägung.
- 1:44:06Interessant, wenn ich mir überlege, dass kaum, man eigentlich keiner der 60 Sommes, als
- 1:44:28Geheimtipp als unentdeckten Schatz Georgien erwähnt hat.
- 1:44:32Also ich glaube nicht, dass jeder Georgien allgegen wertlich hat, dass jeder wirklich
- 1:44:37weiß, dass dort 50.000 Hektar bepflanzt sind, dass wir über 525 autokrone Rebsorten reden.
- 1:44:44Natürlich werden jeden Tag statistisch gesehen in Deutschland 37.000 von den 500 Millionen
- 1:44:49produzierten Flaschen geöffnet, aber wann finde ich mal ein georgischen Wein auf der Weinkarte
- 1:44:54und das, obwohl dieses Land als die Wiege des Weines gilt.
- 1:44:59Nachweislich wurde dort das erste Mal vor 8.000 Jahren weinkultiviert.
- 1:45:04Wann hattet ihr das letzte Mal einen georgischen Wein im Glas?
- 1:45:10Wahrscheinlich viel zu selten.
- 1:45:11Und wenn man sich mit diesem Weinbau-Land, mit diesem unglaublichen, unvergleichlichen
- 1:45:15Wein vertraut machen möchte, wenn man es kennenlernen möchte, sollte man sich ein exemplarisches
- 1:45:20Beispiel zu Rate ziehen.
- 1:45:21Wahrscheinlich eines der Weinküter, die authentisch, die verlässlich, die extrem hochklassig
- 1:45:27und außergewöhnlich traditionell und qualitativ produzieren.
- 1:45:30Karri-Chen gilt als die größte Weinbau-Region des Landes und liefert 70% der Weine und
- 1:45:36doch würde ich euch viel lieber in die für viele authentische Region mitnehmen.
- 1:45:40Katlern rund um die Hauptstadt Tiefles gelegen und hier in das berühmte Chate Murani.
- 1:45:46Also um es auf den Punkt zu bringen, wer georgiens Weinbau verstehen will, darf sich nicht
- 1:45:51allein auf das übermächtige Karri-Chen verlassen, sondern sollte sich vielleicht auf den Schatten
- 1:45:56dieser dominanten Region.
- 1:45:58Katlern, geologisch viel komplexer, klimatisch, um ein vielfaches Facettenreicher und tief
- 1:46:04verwurzelt.
- 1:46:05Fokussieren.
- 1:46:06Dieses Gebiet gilt für viele als die interessantere Alternative.
- 1:46:10Zwischen dem Bergen ist großen Kaukasus.
- 1:46:12An den Ufern des Kuhrein faltet sich eine Weinlandschaft, deren Potenzial bisher oft
- 1:46:18übersehen wurde.
- 1:46:19Und das zu Unrecht.
- 1:46:21Katlern vereint das beste zweier Welten.
- 1:46:24Ein kontinentales Mikroklima mit heißen Tagen, kühlnächten und langen Vegetationsperioden
- 1:46:29sowie Böden aus kalkhaltigem Leben, sandigem und kiesigen Untergrund.
- 1:46:33Prädestigniert für elegante und strukturierte Weine.
- 1:46:37Und besonders in den Höhenlagen, also zwischen 5 und 7 Nm etwa bei Chate Murani, entwickeln
- 1:46:42die Weine eine phenolische Reife bei gleichzeitigem Erhalt der natürlichen Säure.
- 1:46:47Und das Ergebnis sind Weine mit einem extrem präzisen Fruchtbild.
- 1:46:51Einer feinsten Textur und einer bemerkungswerten Frische über viele, viele Jahre.
- 1:46:56Katlern ist nicht laut, aber gilt als der Schatz.
- 1:47:00Das narrative und sensorische Gegengewicht zu Georgians Queverie-Ikronographie.
- 1:47:05Wer diese Weine verkostet erkennt, Katlern spricht nicht vom Anfang des Weinbaus, sondern von
- 1:47:10der Zukunft.
- 1:47:11Und wenn wir schon typisch sind, dann natürlich Rotwein.
- 1:47:13Zwei Drittel der erzeugten Weine sind Rot und ein Fünftel der gesamten Rebfläche ist
- 1:47:18mit der für viele typischsten Rebsorte "Saperavi" bestockt.
- 1:47:22Also aus dem Jahre 2021 nehmen wir einen "Saperavi Superiore" aus dem Hause Chate Murani.
- 1:47:29"Saperavi" was auf Georgisch färber bedeutet, ist eine der wenigen Rebsorten weltweit mit
- 1:47:33rotem Fruchtfleisch.
- 1:47:35Sie ist nicht nur bekannt für ihre farbintensiven Weine, sondern auch für ihre hohe Säure und
- 1:47:40für ihre kräftigen Tannine.
- 1:47:41Typischerweise und das merkt man in diesem Wein, sind diese immer geprägt von ganz
- 1:47:45vier Lederaromen, Rauch, Würze, kräutrigen Nonsen und nur im Untergrund diese präsente
- 1:47:51Frucht, also eigentlich totaler Freakalarm.
- 1:47:53Warum ich Chate Murani empfehle und hier den 2021er?
- 1:47:57Weil dieses Weingut ist vermarkt, diesen Wein nicht gewöhnungsbedürftig, sondern in einem
- 1:48:02fast Bordeleser-Style, also greifbar verständlich definiert, sensorisch differenziert, mit ganz
- 1:48:08viel Tiefe und einem unglaublichen Alterungspotenzial auszubauen.
- 1:48:12Ein Erlebnis.
- 1:48:14Bei dem man den Wein so richtig fordern kann, also gerne großes Glas, gerne ein wenig
- 1:48:19kühler serviert, gelüftet oder über mehrere Tage genossen.
- 1:48:23Heraus gefordert mit kräftigen Speisen.
- 1:48:25Such dieser Wein nicht nur im georgischen, seien es gleich.
- 1:48:29Das durchaus Interessante ist dieses Konzept, den Wein einfach anders als auf anderen Weingütern
- 1:48:34auszubauen.
- 1:48:35Und das ist nicht neuzeitlich, nein, das hat Tradition.
- 1:48:37Und Tradition wird in diesem Weingut Chate Murani richtig groß geschrieben.
- 1:48:41Drehen wir die Uhr zurück ins Jahr 1512.
- 1:48:45Als König David von Kathleen, das Anwesen Murani an seinem Bruder übertrug, dessen
- 1:48:49Familie es für drei Jahrhunderte inne hatte, bis Ivan Mucrabatoni in diese Linie geboren
- 1:48:55wurde.
- 1:48:56Welcher nach einer erfolgreichen militärischen Karriere sich dem Weinbau zuwandte, nach
- 1:49:01Frankreich reiste und das Chateaukonzept nach Georgien brachte.
- 1:49:06Er ließ einen Schloss errichten, was von französischen Architekten entworfen wurde
- 1:49:11und etablierte moderne Weinbereitungsmethoden auf dem Anwesen.
- 1:49:15Seine Weine erhielten bereits nach kurzem internationaler Anerkennung, darunter zwei
- 1:49:21Goldmedaillen bei der legendären Weltaustellung 1889 in Paris.
- 1:49:26Chateau, bei Murani klingt wie ein Werbegeg, aber nein, es ist Tradition, es ist fundamental
- 1:49:33und es ist eigentlich eine komplett neue Betrachtungsweise georgischer Weine und somit
- 1:49:38einer der Weine, die man kennenlernen muss, wenn man sich mit Georgien vertraut macht.
- 1:49:43Also der Chateau Murani, Saperavi, Superjore 2021 ist mehr als ein Wein.
- 1:49:49Er ist ein perfekter Spiegel der georgischen Kultur, Geschichte und Weinhandwerkskunst.
- 1:49:55Vielen lieben Dank dafür und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus
- 1:50:00Schlumberger.
- 1:50:01Wenn du die Weine so diskribierst, kannst du überhaupt noch Wein trinken, ohne dich
- 1:50:16immer automatisch mit dem Wein zu beschäftigen, sondern einfach den Wein als Geschmackselement
- 1:50:22nehmen.
- 1:50:23Man muss einfach in der entsprechenden Stimmung sein, das Umfeldstimm muss vorhanden sein.
- 1:50:27Ich kann auch nie, ich habe das extrem selten gemacht, dass ich sage, so, ich habe jetzt
- 1:50:32Lust auf Glasweine, ich mache die auf.
- 1:50:35Also das kommt so gut wie nie vor.
- 1:50:38Es muss entweder ein Anlass, ein Grund oder eine Situation sein.
- 1:50:43Man weiß, okay, man trinkt mit der Person gerne Wein, weil man sich mit der ganz toll
- 1:50:47unterhalten kann über die Musik oder über das Leben, über die Politik, über die Wirtschaft
- 1:50:52oder sonst irgendwie.
- 1:50:53Das muss ein Anlass da sein, obwohl man auch die Freude teilen kann.
- 1:50:56So wie ich Freude mit dem Wein im Glas habe, soll das letztendlich auch dagegen überhaben.
- 1:51:02Und das sind so die Grundvoraussetzungen, um zu genießen, um letztendlich eine Flasche
- 1:51:08Wein noch aufzumachen.
- 1:51:09Wie kam das bei dir?
- 1:51:11Wie hast du dich in diese Richtung entwickelt?
- 1:51:14Also hattest du ein Vorbild, hattest du eine Initialzündung, wo du morgens aufgestanden
- 1:51:20bist und gesagt hast, ab heute Wein?
- 1:51:21Das ging, es war ein schleichender Prozess.
- 1:51:27Ich habe ja erst mal eine Ausbildung zum Koch gemacht und dann habe ich einige Jahre
- 1:51:32gekocht.
- 1:51:33Je mehr das man sich mit den Produkten, mit den Lebensmitteln, den Rezepturen, der jeweiligen
- 1:51:41Küche auseinandergesetzt hat, desto eher ist dann auch häufiger mal Wein für die Soße,
- 1:51:48für die Desserts, für die Gerichte ins Spiel gekommen.
- 1:51:51Und da habe ich sehr schnell Freude daran gefunden, denn bevor ich was in die Soße
- 1:51:57reinkippe, habe ich gedacht, ich streng mich mal an, da probiere ich das erst mal und
- 1:52:03so habe ich dann die Weine probiert und dann selbst entschieden.
- 1:52:06Ob es passt oder nicht passt und so habe ich einfach mein Interesse am Wein festgestellt,
- 1:52:14habe dann ein paar Jahre weiter gekocht und wollte dann einfach mehr über den Wein wissen
- 1:52:19und habe mich dann einfach privat belesen damit, schon ein paar Weinreisen gemacht.
- 1:52:26Dann habe ich auch als einer der ersten in Deutschland eine Summel die Ausbildung gemacht,
- 1:52:30damals noch bei der IHK in Frankfurt.
- 1:52:32Da ist man dann sofort aufgefallen, wie groß das die Weinwelt ist und dass der ehemalige
- 1:52:39Ausbilder, der Fischer, nur immer erwähnt hat, dass er nur ein Spektrum abbilden kann
- 1:52:46bei den Verkostungen in den Stunden, wo er uns unterrichtet hat.
- 1:52:51Da ist man auch bewusst geworden, wenn es er nicht kann, da muss man sich eben selbst
- 1:52:56drum kümmern.
- 1:52:57Da wird letztendlich auch die Möglichkeiten der Branche genutzt, als Koch-Sommelier
- 1:53:04entsprechend dahin zu gehen, wo es viele Weine gibt, wo es interessant ist Weinreisen zu
- 1:53:12machen.
- 1:53:13Wir schweigen auch in den Orten zu arbeiten, wo es Wein gibt.
- 1:53:18Ich komme ja hier aus Karlsruhe, da hat man ja auch schon immer den Einfluss vom Elsass
- 1:53:23von Baden, Pfals, Schworbeländler, Greichgau hier und so habe ich mich immer dahin bewegt,
- 1:53:31wo es Wein gibt oder wo der Wein einen besonderen Stellenwert hat.
- 1:53:34So war ich lange Zeit in der Schweiz tätig, war auch lange Zeit auf Söld tätig, auch
- 1:53:42lange Zeit und war im fränkischen Raum von Aschaffenburg und so ist man herumgekommen.
- 1:53:49Ich bin immer gerne gereist und habe auch deswegen jede Menge Weinreisen gemacht und
- 1:53:56wo ich in Italien gearbeitet habe, wo ich in der Schweiz gearbeitet habe, da war es
- 1:54:01in Italien nicht weit.
- 1:54:02Da kann mich erinnern, da war ich schon über 30 Jahre oder noch früher auf der Venediglia
- 1:54:10für eine ganz kleine Messe, ob da die italienische Weinentwicklung intensiv erlebt und Messen
- 1:54:18sind natürlich etwas ganz Besonderes, wo man wirklich einen sehr guten Vergleich bekommt
- 1:54:24über stillistigen Regionen, Besonderheiten und Entwicklungen.
- 1:54:29Das war einfach ein Schlüsselerlebnis Italien, ein Riesen-Weinland, das in wenigen Tagen
- 1:54:40mal intensiv zu erleben und da kann natürlich auch sehr viele Informationen aufnehmen,
- 1:54:46einsammeln, die man letztendlich dann den Gästen im Restaurant, im Weinhandel, den Seminaren
- 1:54:53entsprechend authentisch und nachvollziehbar aus erster Hand vermitteln kann.
- 1:54:59Was ist Wein für dich, wenn du es in einen Wort pressen müsstest, könntest du es?
- 1:55:04Wein ist für mich einfach ein genusssteigendes Mittel, das letztendlich in der Regel bei mir
- 1:55:12immer mit dem Essen zum Einsatz kommt und mit dem Essen zu einer Genussallianz sich hochschaukelt.
- 1:55:19Findest du es gibt eine Region, die unterschätzt ist?
- 1:55:22Ja, da gibt es viele Regionen, die unterschätzt sind.
- 1:55:25Zum Beispiel, ich habe gerade noch hier meine zwei Weißweine aus Norditalien im Glas,
- 1:55:32für mich total unterschätzt ist Süditalien mit deren Weißweine.
- 1:55:37Da möchte ich mal nur erwähnen, die Rebsorte Fiano, Falangina, den Wein Greco di Tufo zum Beispiel,
- 1:55:47das sind für mich herausragende, weiße, charakterstärke Rebsort, die im Schatten von vielen Weinen aus Norditalien stehen,
- 1:55:58im Vergleich zum Gardasee.
- 1:56:00Die Deutschen meinen ja immer Bianco da Custosa, Lugana, Pinocchiccio, Sauvignon Blanc,
- 1:56:05Chardonnay, Wein aus dem Friauil.
- 1:56:07Das ist die Weißweinwelt der Italiener?
- 1:56:11Nein, das ist nicht ganz korrekt, denn der validative Weißwein kommt meines Erachtens
- 1:56:20eher aus Süditalien, unweit von Neapel, in diese Ecke her, die Rebsorten, die Weine,
- 1:56:26die ich schon genannt habe.
- 1:56:27Das ist super spannend.
- 1:56:29Sie können auch sich gut entwickeln über zwei, drei, vier, fünf Jahre und haben richtig
- 1:56:33viel Charakter, ohne dass sie letztendlich alkoholisch extrem belastend werden, meistens
- 1:56:39nur mit 12, maximal 13 Volumen prozent alkoholen.
- 1:56:42Gab es bei Dein Reismer ein Weinladen, der dich nachhaltig beeindruckt hat?
- 1:56:47Das heißt ein Weinladen oder ein Weinbar, also ein Weinort, wo du professionell berührt
- 1:56:54wurdest und emotional?
- 1:56:55Ja, das gab es schon.
- 1:56:57Es war unweit von Verona.
- 1:57:02Da gibt es noch ein Winzer, Mariano Buglioni, der es geschafft hat, nicht nur tolle Weine
- 1:57:12zu machen aus der Valpolicella, am Marone-Region, sondern parallel auch so eine Art Osteria,
- 1:57:21so ein locker, lischeres, niveauvolles Weinbarkonzept, von nahezu 15, 20 Jahren umgesetzt hat.
- 1:57:30Nicht nur mit seinen Weinen, sondern mit vielen anderen italienischen Weinen auch.
- 1:57:35Umgesetzt in Italien bedeutet einfach von der Einrichtung, vom Stil, vom attraktiven
- 1:57:42Angebot, vom Ambiente und das zieht auch einen ganz besonderen Kreis von Weinliebhabern
- 1:57:48an.
- 1:57:49Und das hat mich damals schon beeindruckt.
- 1:57:51Und ich komme ja aus der Gastronomie, dann hat man einfach schon irgendwie ein besonderes
- 1:57:57Augenmerk, verfolgt es auch die ganze Geschichte und ich hatte damals schon zu dieser Zeit
- 1:58:04mein Weingeschäft.
- 1:58:06Das hat mich damals voll ausgefüllt.
- 1:58:09Die Seminare habe ich damals im kleinen Rahmen gegeben, nur meistens 10, 12 Personen.
- 1:58:15Ich habe aber auch gemerkt, dass letztendlich die Nachfrage größer ist, dass ich die Anfrage
- 1:58:24nicht mehr bewältigen kann.
- 1:58:25Weshalb ich ja auch dann entschieden habe, dass ich in Karlsruhe ein Restaurant, die immer
- 1:58:33lege Alte Seilerei, übernehme.
- 1:58:35Also das ist das 2.
- 1:58:37Elbester Haus von Karlsruhe, das habe ich übernommen und habe da letztendlich meine Vorstellung
- 1:58:44auch mit dem Erlebnis, was ich bei Mariano Buglioni mit seinen Osterias Weinbaas da
- 1:58:50mitgenommen habe, in Karlsruhe umgesetzt, wo ich letztendlich mit einer attraktiven
- 1:58:58Weinkarte, mit einer nimofollen Küche der frischen Zutaten, der Unkompliziertheit,
- 1:59:05aber dennoch mit Ausdruck in einem historischen Ambiente letztendlich umgesetzt habe.
- 1:59:11Und in diesem Gebäude, das war eigentlich mit einem ganz wichtigen Grund, da war ein
- 1:59:19kleiner Raum dabei, wo ich dann bei meinen 20-25 Personen bei meinen Seminaren unterbringen
- 1:59:28und da konnte ich dann immer 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen.
- 1:59:31Ich hatte da auch 8 bis 9 Mitarbeiter.
- 1:59:34Angestellt sowohl Küche und Service.
- 1:59:37Es war offen für jegliche Gäste, sei es nur zum Wein trinken, für Kleinigkeiten oder
- 1:59:43auch zu komplette Menüs zu nehmen.
- 1:59:47Das Servicepersonal war natürlich logischerweise sehr weintrainiert, geschult.
- 1:59:53Ich habe da die Möglichkeit gehabt, im größeren Rahmen Wein-Seminare zu geben.
- 1:59:58Ich hatte da ein professionelles Umfeld des Service- und Küchenpersonal, konnte auch
- 2:00:02da entsprechende Themenabende zu den Weinregionen, zu den Rebsorten machen.
- 2:00:09Das war eine tolle Wind-Winssituation für die damalige Zeit.
- 2:00:13Das war 2006 bis 2009.
- 2:00:16Dann wurde aber in Karlshohe beschlossen, dass ein Straßenbahntunnel gebaut wird und
- 2:00:21blöderweise lag dieses Objekt genau zwischen der Einfahrt und einem Einstieg.
- 2:00:28Es war abzusehen, dass in dem Bereich, wo dieses Objekt lag, mehrere Monate, wenn
- 2:00:35ich sogar ein Jahr mal vom kompletten Verkehr Straßen- und Fußgängerverkehr abgeschnitten
- 2:00:41wird.
- 2:00:42Das habe ich in einem anderen Fall im Baden-Baden, wo ich gelernt habe, miterlebt mit so einem
- 2:00:48Tunnelbau.
- 2:00:49Deshalb habe ich dieses Objekt noch drei Jahre abgegeben, nicht weil wir dort nicht erfolgreich
- 2:00:55waren, ganz im Gegenteil.
- 2:00:58Es war klar, drei Jahre in der heutigen Zeit, da muss man wissen, wann man reingeht, wann
- 2:01:02man rausgeht.
- 2:01:03Weshalb das ich mich dann entsprechend umgeschaut habe und habe dann unweit von dem Weingeschäft
- 2:01:09hier in Karlsruhe im Gutenbergplatz in der Ulanstraße 21 das eigene Veranstaltungszentrum
- 2:01:16aufgebaut, auch mit einer Kücheempfangsmöglichkeiten, ein eigenes Büro und natürlich auch die Seminarräumlichkeiten.
- 2:01:25In der Geschichte, die du durchlebt hast, hattest du da mal ein richtig prägendes, schönstes
- 2:01:30und verschlimmstes Sommierlebnis?
- 2:01:32Ja, ich habe meine Zeit lang in Darmstadt und Frankfurt gearbeitet, auch in einem Weingeschäft,
- 2:01:41nach der Sommeljausbildung, war ich mal ein Jahr im Eisles Weinschmecker und wir hatten
- 2:01:46da eine Filiale in der Eschersheimer Landstraße in Frankfurt.
- 2:01:52Sie ist damals Weinausburg, das gibt es leider nicht mehr.
- 2:01:55Und da waren wir mit der Inventur beschäftigt und da hatten wir so eine Metallschrank und
- 2:02:00da lagen dann ganz hochwertige Weinflaschen drin, Portweine, Madeiraweine, 50, 80, unter
- 2:02:09die Jahre alt und da kann ich mich erinnern, wir haben Inventur gemacht und bei der Inventur
- 2:02:19hat zählt, sagt die Positionen an, die Anzahl und der andere Übertrags-Hinterliste.
- 2:02:25Da hat damals, ich glaube, da war der Michael, die Flaschen aus so Metallregal rausgezogen,
- 2:02:35also der Korg war nach vorne, die Öffnung war nach vorne und er wollte die Flaschen
- 2:02:41rausziehen, das Edikett umdrehen und hat dann Wein angesagt, das war Portwein, 50 oder
- 2:02:4960 Jahre alt, schiebt die wieder rein, verkantet die Flasche und plötzlich macht es knack
- 2:02:55und die Flasche ist zerbrochen.
- 2:02:57Ach Gott.
- 2:02:58Und so eine hochwertige Flasche und dann hat er nicht gesagt, oh je, was jetzt passiert
- 2:03:06ist, plötzlich ruft da, bring schnell ein Glas, wir trinken den jetzt, wir müssen den
- 2:03:12trinken.
- 2:03:13Also das war auch ein sehr schönes Erlebnis oder auch in England, wo ich da tätig war
- 2:03:20im Glyftenhaus und die Engländer lieben ja Portweine.
- 2:03:24Portweine, die kennen wir in Deutschland vom Hörensagen, aber wir haben nicht diese
- 2:03:29hochwertigen, qualitativen Portweine, die letztendlich über Jahrzehnte schon gereift
- 2:03:36sind, wie die Engländer.
- 2:03:38Die Engländer, die Kaufe von 70 bis 80 Prozent der Vintage-Qualitäten eines Jahrgangs auf
- 2:03:44und da habe ich in dem Haus gearbeitet und der erste Gast, der dann eine Flasche Portwein
- 2:03:51bestellt hat, hat einen 1970er Dauß Vintage-Port bestellt.
- 2:03:57Ich bin fast eher feucht versunken, dass der jetzt so eine Flasche bei mir bestellt, mit
- 2:04:01ihm habe ich gar nicht gerechnet in den ersten Tagen, bin fast erschrocken über so ein hochwertiger
- 2:04:06Wein, jetzt soll ich ihn aufmachen.
- 2:04:08Handwerklich war ja alles kein Problem, aber letztendlich war das schon für mich als junger
- 2:04:15Summel die Nähe, dass so für mich stolz gefühlt war, dass ein Gast so einen tollen Wein bestellt
- 2:04:21hat.
- 2:04:22Das hätte man in Deutschland nicht für möglich gehalten oder kommt, so ist so gut wie nicht
- 2:04:25vorgekommen.
- 2:04:26Ich war stolz wie Bolle, ich war stolz wie Ruska und im Nachgang weiß ich, es war der jüngste
- 2:04:33Vintage-Portwein, den ich damals in dem Unternehmen da jeweils aufgemacht habe.
- 2:04:38Wir sind dann da zurückgegangen bis 20er Jahre bis 1800, noch was, weil das dort in dem Haus
- 2:04:47eine Tradition ist, dass man da entsprechend alte Vintage-Portweine traditionell zelebriert,
- 2:04:54aufmacht und letztendlich auch genießt.
- 2:04:57Gibt es für dich einen Ort, wo du gerne noch mal arbeiten würdest als Summel, der dich
- 2:05:03entweder jetzt gerade oder nachhaltig beeindruckt hätte, sei es nur für einen Tag, für eine
- 2:05:08Woche, für ein Monat?
- 2:05:10Da gibt es viele Orte oder auch jetzt auch Menschen, wo man gerne zusammenarbeitet.
- 2:05:15Wenn ich an die Orte spreche, dann muss ich ganz klar sagen, in der Schweiz, im Hotel
- 2:05:21aus Paradies, zwei Jahre auf dem Sonnenblatt, 1600 Höhenmeter mit auch interessanten Gästen,
- 2:05:30selbst an eigenen Weinkeller, aufgebaut, eingerichtet, eingerichtet, das muss ich vielleicht ein
- 2:05:37bisschen erläutern.
- 2:05:38Ich habe mit einem Schreiner ein Regalsystem entwickelt, wo man wirklich optimal Weinflaschen
- 2:05:48sowohl platzsparend und für die Übersichtlichkeit entsprechend anordnen kann.
- 2:05:53Wir haben uns auch dieses Regalsystem markenrechtlich schützen und patentieren lassen.
- 2:06:00Dieses Regalsystem habe ich entwickelt, weil ich dort bei einem Umbauer im Hotel aus Paradies
- 2:06:10einen Weinkeller mit aufbauen sollte und habe ich keine richtigen Regale gefunden.
- 2:06:16Dann habe ich da was eigenes entworfen und daraus ist dieses Weinkeller Regalsystem Maximilian
- 2:06:21entstanden.
- 2:06:22Das hat damals ganz viel Freude gemacht, so was erstens mal die Aufgabe zu bekommen,
- 2:06:30einige Tausend Flaschen eines doch sehr gepflegten Weinkellers mit weltweiten Positionen, wie
- 2:06:38eben der Schweiz es üblich ist, zu verwalten und entsprechend neu zu sortieren für die
- 2:06:44Übersichtlichkeit und das war auch ein Raum für eine Verkostung usw.
- 2:06:49Tolle Gäste.
- 2:06:51Da können wir ganz gut vorstellen zu arbeiten oder natürlich auch, wo ich über zwei Jahre
- 2:06:56ebenfalls tätig war, auf Sylt im Pferdhaus in Mundmarsch.
- 2:07:00Das habe ich mit aufgebaut.
- 2:07:03Als Summelgie, die Weinkarte komplett.
- 2:07:08Damals war der Küchenchef Johann Amador, den der ein oder andere vielleicht vom Hören
- 2:07:14sagen kennt, mit Johann, der heute in Wien wirklich seine Dreisterne großartig bespielt
- 2:07:22und bekocht und dort einen großen Erfolg hat.
- 2:07:25Der war damals Küchenchef und das wäre auch so eine Person mit Johann, wo es ganz viel
- 2:07:32Spaß macht zusammenzuarbeiten, weil er ein hohes Verständnis für Weine, für Lebensmittel,
- 2:07:38weil er ein total großartiger Koch-Kreativgeist ist und auch gerne Wein trinkt und damit kann
- 2:07:46man auch gerne Wein trinken und über Gott und die Welt sprechen.
- 2:07:51Das ist so ein Ort, also Sylt ist das Traum auf schön zum Arbeiten.
- 2:07:56Zwei Jahre bis heute ausgehalten, war wirklich wunderschön, was mit aufzubauen, nebenbei
- 2:08:02konnte man in der Mittagspause ein bisschen aufs Watten mehr gehen, surfen zu gehen oder
- 2:08:08die Brandung zu erleben.
- 2:08:09Man darf nicht vergessen, damals war Sylt noch nicht ganz so überlaufen, wie es heute
- 2:08:15ist, meinste Achtens, aber Sylt hat immer noch seinen Charme, hat seine Reize und letztendlich
- 2:08:23was aber auch das Schöne war jetzt auch mit dem Team damals, auch mit Johann, das war
- 2:08:29und ist ein ganz, ganz großer Koch, der in Bezug zum Wein hatte, der konnte auf Weine
- 2:08:35zu kochen.
- 2:08:36Ich konnte da als Somelge meine Stärken ausspielen und konnte die Nosen der jeweiligen Weine
- 2:08:44mit den Gerichten auf der Speisekarte sehr gut begleiten.
- 2:08:49Der Johann hat ein Verständnis dafür gehabt, die Gäste waren bereit, sich zu öffnen und
- 2:08:56was Neues zu probieren und es gab doch wirklich ganz, ganz großes Feedback sowohl für die
- 2:09:02Küche, für die Weinauswahl, für genussaufhine Menschen.
- 2:09:05Damals haben wir richtig für Akzente gesetzt auf der Insel, die doch eher traditionell
- 2:09:14war und wir letztendlich in jungen Jahren sowohl Johann wie auch ich, aber auch das andere
- 2:09:20Team, wo wir da vielleicht ein bisschen frischen Wind in so ein Haus hinein gebracht haben
- 2:09:26und letztendlich auch der damalige Pechter, der Schöf, der Manfred Salzmann, der zuvor
- 2:09:33in Lüdenscheid, ein Goumet-Restaurant, Sternerestaurant gehabt, die Petersilie.
- 2:09:39Manfred Salzmann hat dort selbst ein Stern erkocht, dann hat er den Johann eingestellt,
- 2:09:46dann ist er mit der Johann auch mit nach auf die Insel gegangen und das war einfach ein
- 2:09:53tolles Team, tolle Zeit, tolle Erlebnisse, wo man letztendlich auch extrem viele großartige
- 2:10:02und tiefgreifende berufliche, menschliche Erfahrungswerte sammeln konnte.
- 2:10:08Wenn ihr da so sehr Speisen und Wein wie du viel orientiert wart, gab es da mal eine
- 2:10:13Speisen-Weinkombination, die dich nachhaltig beeindruckt hat, also entweder dort oder überhaupt
- 2:10:18in deiner Karriere, wo du sagst, brau.
- 2:10:20Ja, die gab es also in vielen Restaurants oder auch beim Johann, die gab es täglich,
- 2:10:26die Kombinationen, wo die Gäste fast mit offenem Mund am Tisch saßen, großartige Küche
- 2:10:31mit tollen Weinen kombiniert, da fallen wir gerade so im Gericht ein, das war auch ein
- 2:10:40Frühling gewesen sein, das waren diese Softshell-Grebsen, die sich einmal im Jahr
- 2:10:47heuten, dann haben sie letztendlich kein Panzer, sondern nur Reute und diese Softshell-Grebser
- 2:10:53der Jorn irgendwie Nussbrick gebacken und es gab dann so frisches Frühlingsgemüse, so
- 2:11:01eine Gaspaccio-Winnigrett-Sauce dazu und ich hatte im Keller, ich weiß nicht genau,
- 2:11:10welcher Wein das ist, es war auf jeden Fall ein gereifter, weißer Bordeaux aus den 80ern
- 2:11:16und das hat ein Mann mittags gegessen, der hat eine Unternehmensberatung in Bad Homburg
- 2:11:28und da war so Paff, ich hab den Wein verkostet, ich hab natürlich nicht mitgegessen und
- 2:11:37sagt, dieser Dr. N sagt dann plötzlich so, dass er dann noch nicht erlebt, sowohl in
- 2:11:44der Küche, im Glas, seines Gleichen und hat dann gleich noch eine zweite Porzone bestellt
- 2:11:49und eine zweite Flasche. Es war nur, wollte nur zum kleinen Mittagessen mit einem Gericht
- 2:11:55kommen und dann saß er immer noch um vier da, ist dann auf die Terrasse übergesiedelt
- 2:11:59und hat einfach das Leben, die Welt genossen und war total begeistert von der Kombination.
- 2:12:07Ich hatte zu den Wein damals gezielt ausgesucht oder war das ein Zufallstreffer? Also es
- 2:12:12soll mehr darauf hinauslaufen, muss man so was erleben oder kann man das auch theoretisch
- 2:12:18oder imaginär zusammenstellen? Natürlich, im Nachgang kann ich sagen, ja okay, ist
- 2:12:25es ein Gericht gewesen, das hat er Johann jetzt nicht täglich auf der Karte gehabt, denn
- 2:12:29so viele Softschildgräbchen gibt es nicht und es gibt es nur in der begrenzten Zeit,
- 2:12:33ein, zwei, vielleicht auch drei Wochen und das ist ja auch ein Gericht, das vielleicht
- 2:12:37nicht jeder freiwillig so nimmt, das ist es ja nicht ein Klassiker, das ist auch etwas
- 2:12:41ganz Unbekanntes. Ich habe die Gräbchen schon gegessen, aber jetzt nicht mit der Kombination
- 2:12:47mit dem Wein im Glase zusammen. Ich konnte mir aber sehr gut vorstellen, dass aufgrund
- 2:12:53der Aromatik, der Textur und der Intensität, die es auf dem gleichen Level sich ungefähr
- 2:12:59befinden könnte und das war auch kein normaler einfacher Wein, das war schon ein gehobener
- 2:13:06Wein auch in anderen Preiskategorie und ich habe mir das vorstellen können, dass es
- 2:13:11passt, aber je feiner, dass man es versucht zu machen, desto größer kann auch die Gefahr
- 2:13:17sein, dass das Schuss nach hinten losgeht, dass es in die Hose geht, also das muss man
- 2:13:22auch rechnen, aber in diesem Fall hat es geklappt, der Gast hat es sofort auch bemerkt und ich
- 2:13:29konnte dann auch diese Softschildgräbchen mit dem Gast entsprechend probieren, weil er
- 2:13:34gesagt hat, ja erfahren er, das müssen sie mal probieren, das glauben sie gar nicht,
- 2:13:38was da passiert und das war wirklich einmalig die Kombination und das vergisst man auch
- 2:13:44nicht, so extreme Genuserlebnisse, wo man dann vom Gast mir da weniger eingeladen wird.
- 2:13:52Ich habe natürlich den Wein vor dem Gast probiert, bevor ich im Glase eingegossen
- 2:13:57habe und da wusste ich schon, ah, könnte passen und dann macht der Johann da so ein tolles
- 2:14:01Gericht und es schaukelt sich da in eine andere Ebene hoch, wo wirklich auch der Gast dann
- 2:14:09war dann auch ein Stammgast, ist um Stammgast geworden, der das auch dann letztendlich immer
- 2:14:14mal wiederholt im Lebenssatz hat, dass letztendlich das so eine tolle Kombination war und sowas
- 2:14:19möchte wieder haben, weil einfach der Mann sehr genussaffin waren und das einfach diese
- 2:14:24Moment, diese Stunden, ich ihm auch mit der Küche vom Johann und dem ganzen Team große
- 2:14:29Freude bereitet habe.
- 2:14:30Wenn du ein Event hättest, wo ein ultimativer Koch kochen darf und du durftest einen Wein
- 2:14:36servieren, was wäre das?
- 2:14:39Wäre das Johann Amador oder wäre das jemand anderes?
- 2:14:43Ja, also ganz klar.
- 2:14:44Also es gibt viele gute große Köcher.
- 2:14:48Aber mit Johann Amador habe ich da vier Jahre in zwei Betrieben auf Syltwinner Schaffenbeut
- 2:14:54zusammengearbeitet und auch noch die weitere Entwicklung von ihm befolgt in Langen, in
- 2:15:00Heim, bevor er nach Wien gegangen ist.
- 2:15:02Johann ist einfach ein spektakulärer, einfach ein großer Koch und wir haben uns super ergänzt,
- 2:15:10er als Schworber, ich als Partner.
- 2:15:13Das ist eine pulsierende Rivalität da, aber im Genussverein, so würde ich es mal beschreiben
- 2:15:21und wir haben uns auch immer ausgetauscht und ich kann mich noch erinnern, wie man letztendlich,
- 2:15:28wir haben auch viel gearbeitet in den Restaurants, wir wollten das Unternehmen nach vorne bringen.
- 2:15:34Da kann mich erinnern, wie man nicht zur Mondschein-Party gegangen ist auf Sylt, die damals legendär
- 2:15:42war, sondern wie man letztendlich nach dem Feierabend um 12 Uhr, 1 Uhr nachts, sich eine
- 2:15:50tolle Flasche Rotwein aus dem Bestand gegönnt hat, sitzt auf der Veranda, schaut über das
- 2:16:00silberspiegelnde Wackenmäher hinaus, der Mond am Himmel, alles ganz ruhig, rät gedeckte
- 2:16:08Häuser um die Ecke frische Luft und lässt den Tag Revue passieren.
- 2:16:12Das sind einfach auch schöne Momente, die letztendlich nach getaner Arbeit auch als
- 2:16:19Ausgleich wirklich in Erinnerung bleiben und da war auch der Johann auch sehr häufig
- 2:16:26mit dabei oder wir haben uns auch immer privat getroffen, er hat gekocht, ich habe ein Wein
- 2:16:32mitgebracht, ich habe ihn auch unterstützt und so weiter.
- 2:16:35Was für ein Wein gäbe es bei so einem besonderen Erlebnis?
- 2:16:38Welchen würdest du ausschalten, wenn du einen Wein wählen könntest?
- 2:16:40Oder gibt es noch einen Wein, den du gerne mal probieren möchtest, wo du glaubst, dass
- 2:16:44die Iworte fehlen würden?
- 2:16:46Ja, da würde es jetzt vielleicht viele Weine geben, aber es ist nicht der Wein, der das
- 2:16:51ausmacht.
- 2:16:52Ich würde, wie ich es auch damals immer gemacht habe und auch heute immer noch mache, da
- 2:17:00würde ich zum Johann sagen, Johann, was kochst ein nettes, mache ein tolles Gericht, ich
- 2:17:05finde dann, was passend ist dazu als Highlight, so würde ich vorgehen.
- 2:17:09Ich würde es nicht sagen, ich habe dann Wein, den möchte ich trinken, du musst das kochen,
- 2:17:14eher umgekehrt.
- 2:17:15Ich würde, ich pass mich auch immer mit den Weinen, auch meinen Kunden in meinem Geschäft
- 2:17:22an, die sagen, was sie sich vorstellen, was sie sich wünschen, zu welchen anders, für
- 2:17:27welche Situation und ich versuche mit der Auswahl von einigen hundert Positionen das
- 2:17:34entsprechende Genussmittel getränkt ausfindig zu machen und so würde ich da auch vorgehen.
- 2:17:41Wo siehst du dich selber mehr als Somme, mehr als Weinduzent oder als Weinverkäufer?
- 2:17:45Das ist letztendlich eine Kombination von vielen.
- 2:17:49Letztendlich bin ich ja Sommelier nur, nicht von, sage ich mal, abends im Restaurant oder
- 2:17:56Mittag, sondern von 10 Uhr bis 19 Uhr abends.
- 2:18:00Die Sommelier-Anfragen, die ich früher am Tisch erlebt habe, erlebe ich jetzt hier im
- 2:18:07Weinhandel mehr oder weniger mehrmals täglich über den ganzen Tag verteilt.
- 2:18:13Also und dann sind natürlich abends meine Seminare, die ich halte, da ist letztendlich
- 2:18:20sowohl als auch da.
- 2:18:22Ich würde mal alle so ein Drittel sagen, aber man darf natürlich bei diesem Spektrum,
- 2:18:29dem breitgefächerten Spektrum letztendlich auch nicht vergessen, dass die Selbstständigkeit
- 2:18:35auch das Unternehmertum auch noch andere Aspekte hat, wie Organisation, Ausrichtung, Strategie,
- 2:18:45Marketing, Personal, das muss ja auch alles berücksichtigt werden.
- 2:18:51Man kann ja nicht sagen, wie man als Sommelier, das war der Schöne als Sommelier, man hat
- 2:18:56die Weine eingekauft, hat die Rechnung, Kontrolling abgegeben, es wurde dann bezahlt und man sollte
- 2:19:03halt sich im Rahmen bewegen.
- 2:19:04Das muss ja auch eine Strategie für den Einkäufer, für das F&B vorhanden sein, dann konnte man
- 2:19:11damit arbeiten in seiner Budgetklasse, in seiner Preis-Range.
- 2:19:17Jetzt als Weinhändler hat man natürlich eine ganz andere Priorisierung beziehungsweise
- 2:19:26entsprechend auch eine Verantwortung.
- 2:19:28Erstens geht ja nach wie vor.
- 2:19:32Man muss auch wirtschaftlich überleben, wir machen das nicht zum Selbstnutz, wir sind
- 2:19:36kein sozialer Verein, es sollte auch mit begrenztem Risiko sein.
- 2:19:42Man ist eigenverantwortlich für sein Handeln und Ton, für seine Arbeit.
- 2:19:47Wir haben eine extreme Orientierung im Weingeschäft für Service, Dienstleistung und insbesondere
- 2:19:57was auch die Beratung angeht.
- 2:19:59Wir beraten jetzt nicht nur Kunden, wenn sie eine Menü haben und die passende Weine zu
- 2:20:05finden, sondern auch wenn sie eine einzelne Flasche auswählen wollen oder so, da braucht
- 2:20:11nur eine Flasche, beraten wir die Kunden genauso, als ob sie letztendlich eine Party mit 100
- 2:20:17Personen oder ein Hochzeitsmenü haben.
- 2:20:19Also da behalten wir alle Kunden sehr gleich und da sind wir auch sehr dienstleistungsorientiert.
- 2:20:25Also da spielst du mehr oder weniger unterschiedlich als Berufsfelder.
- 2:20:29Was wärst du sonst außer Somie Weinhändler, selbstständiger?
- 2:20:34Hast du irgendein Berufswunsch, wo du sagst, das könnte ich mir vorstellen?
- 2:20:37Nein, eigentlich nicht.
- 2:20:38Ich gehe in meinem Beruf auf und letztendlich ist die beruflich gewonnenen, die erfahrungswerte
- 2:20:45als Koch somelier mit dem Verantwortungsbereich, mit dem Managern von Weinen, Einkaufen,
- 2:20:53den Anwagern auf dem Höhepunkt des Genusses dem Kunden Gast zur Verfügung stellen.
- 2:20:57Nichts anderes wie jetzt die Fortsetzung in einem eigenen Weinhandel.
- 2:21:01Also die genussaffine Ausdrucksweise, die ich in der Küche hatte, als Somilier ist letztendlich
- 2:21:12nun im Weinhandel gegeben, mit der Beratungstätigkeit, den Gästen, aber auch wie auch der Seminartätigkeit,
- 2:21:22der Wissensvermittlung und des Genusses ebenfalls einfach eine Fortsetzung von der ganzen Geschichte.
- 2:21:29Denn in meiner Familie hat sich vieles ohne Genuss gedreht und dreht sich immer noch um den Genuss.
- 2:21:35Deswegen fühle ich mich ganz gut wohl bei der Berufswahl.
- 2:21:40Es ist auch nicht so, dass ich da nun irgendwie das Gefühl habe, ich möchte da gleich in Rente gehen,
- 2:21:47ganz im Gegenteil, ich mache das sehr, sehr gerne, freue mich jeden Tag zur Arbeit zu gehen.
- 2:21:53Freue mich mit dem Kunden in Kontakt zu treten, Erfahrungen auszutauschen, mit dem Glas zu trinken,
- 2:22:00dass meine Erfahrungswerte jungen Menschen weiterzugeben.
- 2:22:05Wir geben auch sehr viele U30-Wein-Seminare, also bei unter 30-Jährigen, und letztendlich
- 2:22:12die Eltern, die eigene Kinder vorbeischicken, geht zum Gundraum, geht zum Erfahner, kultiviert
- 2:22:21das Wissensvermitteln, bevor die Kinder irgendwie auf komische Gedanken oder falsche Wege gehen.
- 2:22:29Also das höre ich häufiger und das mache ich auch sehr gerne mit den jungen Menschen.
- 2:22:34Und für mich auch ganz wohl dabei, weil es einfach so ein sehr dankbarer Teilnehmer, die da kommen,
- 2:22:42die letztendlich auch wissbegierig sind und auch immer wieder sagen, das war man gar nicht bewusst,
- 2:22:48das ist ganz neu auch, wenn in der heutigen Zeit alles schon mal gesagt worden ist.
- 2:22:54In der Weinwelt haben wir aber das Problem, die können alles in den Büchern nachlesen,
- 2:22:58im Internet recherchieren, aber im Glas das Praxis orientiert, nachvollziehbar zu erleben.
- 2:23:05Und das ist die Besonderheit, das kriegen Sie halt in der Regel bei einem Weinseminar
- 2:23:10da ganz gut vermittelt und da kann einem auch nicht das Internet unterstützen und helfen,
- 2:23:18sondern das muss man einfach erlebt haben.
- 2:23:21Und deswegen läuft es ja auch ganz gut mit den Seminaren.
- 2:23:24Find ich auch, hast du trotzdem einen Ausgleich, irgendein Hobby oder irgendein Sport oder irgendwas,
- 2:23:29was dich auch mal vom Genuss ablenkt oder vom Thema Wein?
- 2:23:35Ja, das braucht man.
- 2:23:37Das geht nicht anders, wenn man sechs Tage die Woche arbeitet.
- 2:23:41Gucken wir mal locker auf 80 Stunden und wir haben es ja mit Gewichten zu tun,
- 2:23:45ich habe keine Schreibtisch-Städigkeit.
- 2:23:47Ich stehe auf, sitze am Schreibtisch, packe Pakete, packe das Auto, transportiere Weine,
- 2:23:56vertragen auch die Kartons dem Kunden zum Auto, also das ist abwechslungsreich.
- 2:24:02Das ist sowohl körperlich wie auch geistig entsprechend anstrengend, also anstrengend,
- 2:24:08aber belastend mit der Zeit, wenn man das nur macht und da braucht man seinen Ausgleich.
- 2:24:13Man hat ja auch seine privaten Vorlieben, ich gehe gerne schwimmen,
- 2:24:16wir haben ja auch einen Karlsruhen.
- 2:24:17Tolle Schwimmbäder, da gehe ich auch immer in der Sonnenbad.
- 2:24:21Ich habe neben meinem Weinlager auch so eine Crossfit-Box, wo ich da immer sehr gerne
- 2:24:30einen bis zweimal, sofern es mir die Zeit erlaubt, Crossfit machen.
- 2:24:35Das ist ebenfalls anstrengend, das ist ebenfalls belastend, fordernd für den Kreislauf und
- 2:24:42für die Muskeln.
- 2:24:44Es ist teilweise auch hart, aber es macht sehr viel Spaß, sehr viel Freude, es ist auch
- 2:24:48ein tolles Team dort und letztendlich tut es einem auch dann ganz gut, weil wir dürfen
- 2:24:55nicht vergessen, dass es schon Arbeit ist, was wir machen, dass es nicht einfach stehen
- 2:24:59und was bis jemand kommt, sondern das ist sowohl geistig, körperlich, das sind Aktivitäten,
- 2:25:06die vielleicht viele gar nicht so verboten und die täglich vorausgesetzt werden, um
- 2:25:12letztendlich ein Unternehmen zu führen.
- 2:25:14Welcher Wein wirst du, wenn du ein Wein wirst?
- 2:25:18Oh, das ist eine gute Frage.
- 2:25:22Also, von meiner körperlichen Verfassung, dann werde ich doch tentenziell etwas schlankeres,
- 2:25:31leichteres, vielleicht filigraneres, mit tiefgreifenden Wurzeln würde ich mal sagen.
- 2:25:39Er schießt nicht sofort in die Höhe, sondern er brennt ein kontinuierliches Wachstum mit
- 2:25:48sich und er ist in der Rebsorte ausgedrückt.
- 2:25:51Auf jeden Fall so eine schlankere Rebsorte, was bodenständiger ist auch.
- 2:25:57In Deutschland wäre es vielleicht eher Silvana, die Rebe, die ich sehr, sehr gerne mag, die
- 2:26:02für mich auch eine Parade-Summel, die Rebsorte ist, weil die sehr anpassungsfähig ist.
- 2:26:09Sie ist sehr speisefreundlich, sehr dienlich, in Deutschland leider rückläufig ist.
- 2:26:16Ist irgendwie aus dem Zeitgeist gefallen.
- 2:26:20Man kennt vielleicht den Silvana noch ein bisschen zum Speichel oder im fränkischen Bereich,
- 2:26:26weil er auch sehr, sehr gut zur Küche passt.
- 2:26:28Aber so Silvana von der Stilistik, vom Auftreten der Rebsorte, das wird mir vielleicht am
- 2:26:36Wesen von einer nationalen Rebsorte verkörbern.
- 2:26:39Hast du noch Wünsche, Ziele?
- 2:26:43Machst ja schon sehr viel, ihr habt euch toll entwickelt, aber irgendein Traum, wo du sagst,
- 2:26:49das könnte ich mir in 15, 20 Jahren vorstellen, darauf arbeite ich hin.
- 2:26:53Das ist ein weiter Horizont in der heutigen Zeit.
- 2:26:59Man hat immer diverse Projekte auf unterschiedlicher Art, privat wie auch beruflich und da gibt
- 2:27:10es schon noch Ideen, Gedanken.
- 2:27:13Man darf nicht vergessen, wenn man, wie gesagt, ein Ladengeschäft hat und sechs Tage die Woche
- 2:27:20hat, hat man vielleicht nicht ganz so viel private Zeit, aber dafür genießt man die
- 2:27:25private Zeit auch häufiger mal intensiver, günstig das eine oder andere, um hat er
- 2:27:32wieder entsprechenden Ausgleich und man hat natürlich auch seine Rückzugsgebiete, das
- 2:27:38heißt im privaten, wo man einfach weiß, da kann man sich am besten regenerieren, da
- 2:27:44kann man sich erholen.
- 2:27:45Das ist bei mir, wenn ich immer viel frische Luft um die Nase drum herum habe, ich brauche
- 2:27:51auch keinen Sonnenschein mit 30, 40 Grad, sieben Tage die Woche.
- 2:27:57Ich bin da eher ein bisschen nordisch orientiert, ich mag auch gerne frische Fische, idealerweise
- 2:28:06selbst gefangen, selbst zubereitet und das ist so ein bisschen eher meine Weinwelt, eher
- 2:28:13so cool climate Typ bin ich.
- 2:28:20Es waren so viele Gedanken zwischen den einzelnen Sätzen, zwischen den einzelnen Aussagen,
- 2:28:25so viel Information, so viel Wissen, das ist eine ganz eigene Dimension von Tiefsinn, von
- 2:28:30Komplexität mit der sich Gundram dem Wein widmet.
- 2:28:33Ich meine wer von uns hat zusammen mit Gargenau einen Weingliemerschlag entwickelt, wer von
- 2:28:37uns hat einen Weinregalsystem innoviert und das sind nur zwei kleine Puzzle in dem über
- 2:28:4130 jährigen Schaffen von Gundram Fahner.
- 2:28:44Vielen Dank dafür, dass du uns daran das Teil haben lassen und auch ein ganz großes
- 2:28:48Dankeschön an unseren Partner.
- 2:28:50An die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger, Konziövini, Segnetz und dem
- 2:28:54Privatkundenportal Bremer Weinkollekt für die wirtschaftliche und auch für die händische
- 2:28:59Unterstützung.
- 2:29:00Und natürlich auch ein großes Dankeschön an euch, dass ihr da seid, dass ihr zuhört,
- 2:29:04dass ihr uns begleitet, dass ihr liket, dass ihr kommentiert, dass ihr uns bewertet.
- 2:29:08Vielen Dank, denn dank euch macht es einfach so viel Spaß.
- 2:29:12Und natürlich auch dank unserer Gäste und so ist es auch wieder nach dem Podcast, vor
- 2:29:16dem Podcast, nach dem Freitag, vor dem Freitag.
- 2:29:18Und nach Gundram Fahner haben wir einen gebürtigen Franzosen, einer der schon einmal Somie jedes
- 2:29:22Jahres in Neuseeland war.
- 2:29:24Bei uns zu Gast ist ab nächster Woche der Herr Wahlberliner Emanuel Manu Rosier.
- 2:29:29Mein Name ist Hansjörg Nicht aus Waldbronn im schönen Alptal in der Nefung Harzwul.
- 2:29:47Ich habe beruflich eigentlich gar nichts mit Wein zu tun, aber ich trinke gerne guten
- 2:29:53Wein und ich kann mit Fugend recht sagen, dass Gundram Fahner diese Liebe zum Wein bei
- 2:29:58mir geweckt hat.
- 2:29:59Es hat bereits vor etwas mehr als 30 Jahren angefangen, als ich meine rudimentären
- 2:30:05Weinkenntnisse in einem Wein Seminar bei Gundram aufbessern wollte.
- 2:30:10Und daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt, in der ich mittlerweile auf unzählige Weinverkostungen
- 2:30:17und Weinmessen und Weinreisen zusammen mit ihm zurückblicken darf.
- 2:30:22Gundram arbeitete damals, das war also Anfang der 90er Jahre, als so Milie in der Gastronomie
- 2:30:29in der Schweiz und gab nebenbei in seinem Heimatort Wein Seminare.
- 2:30:34Und eines der ersten Seminare, das ich damals besucht habe, war für mich so eine Art Initialzündung.
- 2:30:41Das Thema war Burgund, heute weiß ich, eines der schwierigsten Weinbaugebiete auf der Welt.
- 2:30:47Und ich hatte bis damals noch keinen gescheiten Burgunder getrunken, obwohl ich durch Außenpaar
- 2:30:54Mark, also damals Mark heute Euro, investiert hatte.
- 2:30:58Die Verkostung der Weine begann und die ersten drei bis vier Weine bestätigten mein Vorurteil
- 2:31:05über burgundische Weine.
- 2:31:07Dort ging es zum Glück weiter, der nächste Wein war schon ganz akzeptabel und danach
- 2:31:13wurden die Weine immer besser.
- 2:31:15Ich erinnere mich noch genau, dass wir die Wein auch immer zurückprobieren sollten.
- 2:31:21Und siehe da, der Wein, der einem eben noch geschmeckt hat, war beim zurückprobieren deutlich
- 2:31:27schlechter als der nachfolgende Wein.
- 2:31:29Da wurde mir klar, es gibt tolle Weine, man muss ihn nur entdecken und ihr Potenzial erkennen
- 2:31:36der Preis gibt ja manchmal ein Hinweis darauf, aber erweitern nicht immer.
- 2:31:42Was mir auch in diesem Seminar ewige Erinnerungen bleiben wird, das war die regelmäßige Frage
- 2:31:49von Gunther.
- 2:31:50Und was kochen wir denn zu diesem Wein?
- 2:31:54Es war ein Ansatz, der mich sofort begeistert hat, nicht nur den Wein isoliert zu sehen
- 2:32:01und zu werden, sondern auch den Einsatzbereich zu sehen, wo der Wein seine Stärken ausspielen
- 2:32:08kann.
- 2:32:09Das ist für mich heute noch ein zentrales Thema, den fast jeder mir schon die Erfahrung
- 2:32:14gemacht hat, dass ein Wein dazu ein Essen toll gepasst hat, nach dem Essen ganz anders
- 2:32:20schmeckt und eben auch umgekehrt.
- 2:32:22Und diese Fähigkeit, den Geschmack eines Weines, gedanklich mit den Aromen des Essens in Verbindung
- 2:32:30zu bringen und damit eine tolle Kombination zu erreichen, ist aus meiner Sicht eine der
- 2:32:37ganz großen Stärken von Guntherm.
- 2:32:40Und eine weitere Stärke ist die Analyse eines Weines.
- 2:32:45Ich habe noch niemanden erlebt, der in Weinen so gut seine Geruchskomponenten wahrnehmen,
- 2:32:54erkennen und die Weine quasi zerlegen kann.
- 2:32:58Und das kombiniert mit der Fähigkeit, unzählige Geschmacksmuster von Weinen abspeichern zu
- 2:33:06können, führt zu einem gedanklichen Weinfund, der seinesgleichen sucht und der es ihm auch
- 2:33:13ermöglicht, sich an weniger bekannte Rebsorten zu erinnern und diese zu erkennen.
- 2:33:20Das ist wahrscheinlich auch ein Grund für seine Begeisterung, Weine außerhalb der ausgetretenen
- 2:33:27Fahde zu probieren und dann auch immer mal wieder ein, ich nenn es mal, Trüffelchen zu finden
- 2:33:35und bezüglich dieser sensorischen Analyse von Weinen, da fällt mir auch eine Blinverkostung
- 2:33:43ein, die ich gemeinsam mit ihm, Freunden und Somelierkollegen von ihm in Südtirol erleben
- 2:33:50durfte.
- 2:33:51Es handelte sich dabei um eine echte Blinverkostung, also organisiert von einer Blindenvereinigung
- 2:33:58in einem stockdunklen Raum und wurde in den Raum hineingeleitet, war dann aber mit Einschenken
- 2:34:05und Verkosten vollkommen auf sich alleine gestellt.
- 2:34:09Die Weine dann im Dunkeln ohne optische Hilfen zu erkennen und zu bestimmen, das war für
- 2:34:17alle Teilnehmer eine große Herausforderung und ich gestehe, die meisten mich eingeschlossen
- 2:34:24waren schon froh, wenn wir das Herkunftsland mal auch die Region oder mal auch die Rebsorte
- 2:34:32erkennen konnten und mit dem letzten Wein, da konnte ich überhaupt nichts anfangen und
- 2:34:39die übrigen Verkostungsteilnehmer, die tapten im wahrsten Sinne des Wortes ebenfalls im
- 2:34:44Dunkeln nur rundherum meint, dann ja, also ich rieche und dann der Roman und dann ich schmecke
- 2:34:56und das und das.
- 2:34:57Das ist ein Wein aus Südtirol und dann benannte er auch noch die Rebsorte, die mir bis zu
- 2:35:03diesem Zeitpunkt unbekannt war und die mir auch heute jetzt immer erinnerlich ist, aber
- 2:35:10diese Situation, die habe ich damals total beeindruckt und beeindruckend ist auch mit
- 2:35:18welcher Energie guntam auf Weinreisen und Wein messen.
- 2:35:23Auf Besuch nach guten Weinen ist selbst an langen Messetagen lässt seine Aufmerksamkeit
- 2:35:29nicht nach und die Geschmacksnerven scheinen nie zu erlarmen, die Geschmackssicherheit nie
- 2:35:36verloren zu gehen und so nach 50, 60 Weinen, da scheint er mir erstmal so richtig warm
- 2:35:44getrunken zu sein.
- 2:35:45Ja, aber noch sagen auch das Ergebnis dieser Ausdauer bei den Verkostungen kann sich sehen
- 2:35:52lassen.
- 2:35:53Im Sortiment seines Weinladens stehen neben großen Namen auch etliche Entdeckungen, also
- 2:35:59kleine Reingüder mit anspruchsvoller Qualität.
- 2:36:02Er setzt an sich und an die Wein eben ruhe Maßstäbe.
- 2:36:07So wünsche ich ihm, dass er noch viele dieser Entdeckungen auf seiner permanenten Suche nach
- 2:36:14guten Weinen macht und freue mich, wenn ich ihn noch lange dabei begleiten darf, denn
- 2:36:20ich lerne dabei immer noch dazu.
- 2:36:22[Musik]