Latest / SOMMELIER / Katharina Iglesias – Wein spricht jetzt anders
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- 0:00Wie würde ich Katharina beschreiben?
- 0:15K wie kompetent, A wie authentisch, T wie temperamentvoll, H wie humorvoll, A wie ambitioniert,
- 0:22R wie resolut, I wie interessiert, N wie neugierig und A wie aufgeschlossen.
- 0:27Ich denke, das trifft es ganz gut.
- 0:30Hallo, ich heiße Matthias und bin Mitglied in der Weinbank Hamburg.
- 0:34Was an Katharina so schön ist, ist ihre Begeisterung und ihre Leidenschaft, mit denen sie nicht nur Gastgeberin ist,
- 0:39sondern einem auch jegliche Fragen zum Thema Wein beantwortet.
- 0:44Sie liebt das Thema Wein und sie liebt das Thema Wein, sei es bei den After-Work-Tastings am Donnerstag,
- 0:50bei unseren Roundtable oder auch einfach so in lockerer Runde mit freundlichen Menschen in unserer Weinbank.
- 0:57Sehr gesellig, sehr freundlich, immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit fondierten Fachwissen.
- 1:03Dazu dann auch noch sehr liebevoll ihre Weinkarte, welche dieses Jahr auf der Weinzameinbörse
- 1:09sogar primiert wurde und ausgezeichnet.
- 1:12Ganz toll, Katharina, mit dir in der Weinbank sind wir eine lebendige, wie nur viele, genussorientierte Gemeinschaft
- 1:20und es ist toll, dass du unsere Managerin bist.
- 1:22Mach bitte weiter so!
- 1:27[Musik]
- 1:45Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 1:51Unsere heutige Gäste in Katharina Iglesias, begeistert mit einem wahnsinnigen Spirit,
- 1:56mit einer Lebendigkeit, mit einer Außergewöhnlichkeit, die ihresgleichen sucht.
- 2:01Sie lebt nicht nur, sie ist eine absolut neue Generation Weinkenner.
- 2:05Und das aber und das macht das Ganze besonders nicht mit mangelnder Ernsthaftigkeit.
- 2:10Und dafür steht ihre Präsentative oder Beispielshaft, ihre kürzliche Auszeichnung als eines der besten Weinkonzepte 2025,
- 2:19die durch den VDP und dem Meininger-Verlag verliehen wurde.
- 2:23So richtig aufmerksam machte sie auf sich als Gewinnerin des DWI Sommelier Cups 2024 des Deutschen Weininstituts,
- 2:30wo sie sich gegen 27 Mitbewerber*innen durchgesetzt hat und bereits im Jahr 2023 Halbfinale Teilnehmerin war.
- 2:38Sie lebt für den Wein, sie ist Wein.
- 2:40Und das kann man so wunderbar im gleichfolgenden Gespräch spüren, auf das ich mich sehr freue.
- 2:45Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner,
- 2:50bei der Schlumberger Gruppe, mit dem Handelshäusern Segnitz-Konziowini Schlumberger und dem Privatkundenportal
- 2:56Brema Weinkolleg für die händische und wirtschaftliche Unterstützung ganz herzlich bedanken.
- 3:01Denn dank Ihnen ist sie heute hier.
- 3:04Herzlich Willkommen, liebe Katarina Iglesias!
- 3:07Im Großteil deiner Karte sind edelsüße Rieslinge, oder?
- 3:11Äh, nee.
- 3:13Ich habe nur die edelsüßen Rieslinge gleich an den Anfang gesetzt vor die Champagner.
- 3:19Ich habe glaube ich, ich sage jetzt mal in Anfangstrichen, nur um die 50/60 würde ich schätzen.
- 3:29Edelsüße Rieslinge.
- 3:31Also ich, bei uns läuft das leider nicht allzu gut, weil wir halt im Keller sind.
- 3:36Und ich finde so süße Weine trink man am liebsten Mittags auf der Terrasse in der Sonne.
- 3:43Es ist nettaut so, die haben 7 Volumen prozent. Aber auch wenn du sowas wie Soternen nimmst oder ein Portwein,
- 3:50ist das Mittags ein weitaus größeres Erlebnis als abends.
- 3:54Ich mag die auch abends, ich mag sie auch als Abschluss, ich finde es der perfekte Abschluss.
- 3:58Wenn man irgendwas Restdüßes trinkt, weil du danach satt bist und dir nicht auch irgendwie eine Flasche Wein in den Kopf stellst
- 4:03und es hat so dieses Komplettierende und aber eben auch Mittags, wenn du mittags ein Soternen Portwein trinkst,
- 4:11du brauchst nicht viel davon.
- 4:13Und Edelsüße oder Restsüße Rieslinge sind natürlich, finde ich, der Gipfel des Genusses, weil du trinken kannst.
- 4:20Total, total.
- 4:22Also wir haben jetzt gerade so eine Specialweinkarte gemacht, weil ich dann einen privaten Weinkeller aufgekauft habe.
- 4:28Und da haben wir Edelsüße Weine bis in die 70er Jahre auch auslesen.
- 4:34Und das bringt halt auch richtig viel Spaß, das aufzumachen, das zu trinken, zu genießen.
- 4:40Und das finde ich, hat schon wieder so eine Komplexität, dass man das abends, da muss man auch gar nicht unbedingt in der Sonne sitzen
- 4:46oder braucht was zu essen dazu, sondern das kann man halt auch abends wunderbar trinken.
- 4:51Und dadurch, dass wir halt immer erst ab 16 Uhr auf haben, sind Soternen und Portwein, sind bei mir kein großes Thema,
- 4:58muss ich ganz ehrlich gestehen, aber dafür dann ab und zu mein Kavi, gerade jetzt hier im Sommer, also ich muss zugeben,
- 5:04ich habe aktuell ungefähr so 15 Süßweine im Ort im Ausschank.
- 5:09Wow.
- 5:10Dass man sich halt immer so ein bisschen durchverkosten kann.
- 5:13Ja, der Vorteil an den süßen Weinen ist, dass sie sich viel länger offen halten.
- 5:18Man sich viel länger halt Glasweise auch verkaufen kann.
- 5:22Ja, auch dass man einen Korkschmecker nicht so direkt schmeckt wie beim knochentrocknen Wein,
- 5:27sondern dass das in dieser Komplexität manchmal so ein bisschen untergeht.
- 5:31Also die Weine wirken in sich selber stabiler, in welche Richtung.
- 5:36Ich verstehe aber nicht, warum das eigentlich so ein wenig in Vergessenheit geraten ist.
- 5:40Keine Ahnung, seit 1990 habe ich das Gefühl, trinkt kaum jemand, irgendwie wirklich restsüße, edel süße Weine,
- 5:47die werden teilweise noch irgendwie zu nach Gänseleber oder sonstiges Glasweise im Restaurant ausgeschenkt,
- 5:53aber auch nicht wirklich, aber dieses wirkliche Celebrieren der rest- und edelsüßen Weine, Rieslinge,
- 6:00was ja letztlich auch eine deutsche Stärke ist, findet kaum statt, also findet auch ein Restaurant kaum statt.
- 6:06Ja, total, aber das hat viel, glaube ich, auch einfach mit dem Gesundheitstick zu tun.
- 6:13Es gibt ja immer so Gesundheitstrends.
- 6:16Ach, die Süße meinst du?
- 6:18Ja, ja, ja, ja, der Zucker ist geil.
- 6:20Nein, wow, klar.
- 6:22Das ist das Einzige. Oh nee, der hat mir zu viel Zucker drin. Ja, okay, es geht um den Geschmack gerade so.
- 6:31Das ist, Gott sei Dank, toi, toi, toi, bei mir überhaupt gar kein Thema.
- 6:35Was halt das ist, ist sehr weg.
- 6:37Z.B. zwei, so.
- 6:40Kannst du was Sinnvolles machen zu mir?
- 6:46Das stimmt, ja.
- 6:48So, aber ansonsten ist es tatsächlich, also ich mag das ganz gerne so als Apparativ aktuell verkaufen.
- 6:55Ja, nur Kappi oder auch Auslesen oder B, A, T, B, A, Eiswein, whatever.
- 7:03Also tatsächlich B, A, T, B, A und Eiswein, die laufen bei mir nicht sonderlich gut,
- 7:07dadurch, dass wir halt einfach im Keller sind und wer kein direktes Restaurant haben und keine direkten Speise begleiten,
- 7:13ist es dennoch ein bisschen schwierig, außer ich serviere halt unsere Käseplatte,
- 7:17da kann man das immer ganz gut so ein bisschen dazu verkaufen.
- 7:20Was denkst du, was ist die perfekte Einheit für, nehmen wir ruhig mal eine B, A oder eine T, B, A in der Relation zum,
- 7:29na gut, Kappi, da ist wahrscheinlich nicht 0, 1, sondern 1, 0, die perfekte Größe,
- 7:34aber zu einer Spätlise Auslese.
- 7:37Wie servierst du es am liebsten oder wie empfindest du es selber am sinnvollsten,
- 7:41dass man solche Weine ausschenkt?
- 7:43Tatsächlich, du meinst vom Glas her?
- 7:47Serviermenge, also ob das jetzt 0, 1, 0, 2 beim Kappi Auslese, Spätlise oder eben...
- 7:55Ja, 0, 1, 0, 1 finde ich halt schon so ein bisschen die richtige Menge,
- 8:00weil mit 5 CL, klar, wenn ich jetzt eine Weinverkostung mache, dann brauche ich noch nicht mal 5 CL,
- 8:06dann ist mir das zu viel, aber wenn ich wirklich sitze und genieße, dann möchte ich schon 0, 1 haben.
- 8:11Ansonsten ist es ja so, man trinkt 2 Schlücke und dann ist es quasi schon wieder leer, oder 3.
- 8:17Man hat auch keine Temperaturentwicklung dabei und ich finde gerade die Temperaturentwicklung
- 8:21unglaublich wichtig bei so edel-süßen Weinwölte.
- 8:24Diese Spier von Süße und Säure noch aktiver, noch präsenter mitbekommst.
- 8:29Ja, also wir schenken alles bei uns in 0, 1 aus.
- 8:32Ich find, mag tatsächlich auch nur 2 gar nicht, weil A, wenn ich da echt ein Weißwein drin hab,
- 8:39der eher jung und frisch ist, sollte der halt auch kühl getrunken werden.
- 8:43Und dann wird er viel zu schnell warm.
- 8:46Und B finde ich auch vom Gästekontakt her eher schöner,
- 8:49wenn man da nach 0, 1 schon wieder an den Tisch gehen kann und sagen kann,
- 8:52hey, was darf denn bei euch Neues sein, oder wollt ihr einen neuen Wein ausprobieren, oder so.
- 8:56Also bei mir ist es schon so, dadurch, dass wir recht viele Weine im offen Ausschank haben
- 9:01und wir eine ständig wechselnde offene Weinkarte haben.
- 9:04Also ich hab beispielsweise die offenen Weine bei mir gar nicht in der Karte stehen,
- 9:08sondern ich ziehe halt jeden Tag das auf, worauf wir Lust haben.
- 9:12Und was halt grad gefragt wird, ist es eher so, dass die Mitglieder Lust haben,
- 9:17viele unterschiedliche Weine zu verkosten.
- 9:20Und da finde ich dann 0, 2 halt immer ein bisschen viel.
- 9:23Was ist viele offene Weine? Also von der Anzahl her, wie viel?
- 9:27Ich sag jetzt mal, wir haben schon so tagtäglich so zwischen 30 und 40 offene Weine.
- 9:32Cool.
- 9:34Und wird auch vornehmlich angenommen, oder gibt es keine Flaschentrinker.
- 9:38Also beides.
- 9:40Dadurch, dass wir ja ein Private-Member-Club sind und die Mitglieder ihre eigenen Weine im Fach lagern,
- 9:46ist es meistens eher so, dass sie ein, zwei Gläser von mir dann bestellen,
- 9:50weil ihr Wein halt noch im Faststeller runterkühlen muss.
- 9:54Und ansonsten werden aber auch von mir von der Karte meistens eher dann Flasche bestellt.
- 10:00Wie ist das System bei euch? Also ich muss Mitglied werden, um überhaupt Zugang zu bekommen?
- 10:06Oder kann ich von einer Tür kratzen oder klingeln?
- 10:09Und wenn du gute Laune hast, dann komme ich auch als ich rein.
- 10:14Also bei dir würde ich eine Ausnahme machen.
- 10:18Ich sag das nicht so laut.
- 10:20Nein, es ist tatsächlich so. Also die Weinbank ist ein Vorenschleifunternehmen.
- 10:252009 im Rheingau gegründet worden von Weingut-Balter Sarres und wir sind quasi die zweite Weinbank, die eröffnet worden ist.
- 10:32Insgesamt haben wir 20 Weinbanks weltweit, eine in Washington D.C., einen in Wien, einen in der Schweiz.
- 10:38Und der Rest ist so ein bisschen in Deutschland verteilt.
- 10:42Und wenn man in einer Weinbank Mitglied ist, hat man halt auch Zutritt zu allen anderen Weinbanks.
- 10:47Das ist es im Endeffekt so ein bisschen, was es ausmacht und man hat 24/7 Zutritt.
- 10:52Wir in Hamburg haben noch das Besondere, dass wir Service haben.
- 10:58Immer von 16 bis 23 Uhr Dienstags bis Samstags, wo quasi unsere Mitglieder noch zusätzlich Zugriff auf eine Weinkart mit 1.500 Position haben.
- 11:07Auf die offenen Weine und halt aber auch auf unsere Expertisen.
- 11:10Also ich sage mal, ich habe so einen Deal mit den Mitgliedern.
- 11:14Wenn sie den Wein aus dem Fach trinken, dann wollen wir auch gerne mitprobieren.
- 11:19Cool!
- 11:21Und es funktioniert auch echt gut.
- 11:23Also das ist wahnsinnig lustig.
- 11:25Wenn wir echt so volle Abende haben und die Mitglieder Weinproben machen und ich dann vorne am PC arbeite,
- 11:31kann es gut mal sein, dass ich dann da vorne mit 6 Gläsern sitze, weil ich halt überhaupt nicht zum Verkosten komme.
- 11:38Das ist schon sehr amüsant.
- 11:40Aber die Mitglieder wollen sich halt auch mit dir über den Wein unterhalten.
- 11:43Das ist halt wahnsinnig cool.
- 11:45Also wir haben schon eine sehr aktive Community in Weinberg Hamburg.
- 11:52Was ja absolut genial ist, weil ihr ja 240 Fächer habt.
- 11:57290?
- 11:59Wir haben umgebaut letztes Jahr.
- 12:02Meine Info war noch irgendwie 240, aber wahrscheinlich sind ja nicht alle aber ein Großteil irgendwie vergebens.
- 12:08Heißt du hast 200 Leute roundabout, die irgendwie ständig irgendwie zugegen sind.
- 12:14Dann selber aber eben auch Weine aus irgendwelchen Erfahrungen, Erlebnissen mitbringen, die dann öffnen.
- 12:19Du lernst ja Weine kennen, die du sonst wahrscheinlich nie kennenlernen würdest.
- 12:24Also eine Großart, die ihre Möglichkeit in die große, tiefe Weinwelt einzutauchen gibt es ja kaum.
- 12:30Total, total.
- 12:32Also durch die Mitglieder habe ich auch schon wahnsinnig viele Weine verkosten dürfen, wo ich so selber gar nicht ran gekommen wäre.
- 12:39So, das ist schon faszinierend.
- 12:41Unter anderem 2015 nach G-Max hatten wir ein 1976er Petrus, mein erster Romani Conti Eschesso zu 15, habe ich da probiert.
- 12:52Jetzt haben wir einen 89er Eschesso von Romani Conti verkostet.
- 12:56Also es ist echt faszinierend, was die Mitglieder alles so mitbringen oder auch zu Hause haben.
- 13:02Und auch Lust haben, dir einen Schluck davon zu geben und mit zu verkosten.
- 13:05Wie viele Flaschen hat jeder Liegen? Da gibt es ja verschiedene Stufen, je nach Mitgliedschaft, oder?
- 13:11Ja, genau. Wir haben, ich sag jetzt mal so drei unterschiedliche, also insgesamt haben wir fünf unterschiedliche Fachgrößen.
- 13:19Und ja, also wenn wir so eine wahnsinnigen Weinverkostung machen, dann mieten die Mitglieder sich meistens den Tastingboom.
- 13:29Da passen halt wunderbar zwölf Personen rein und ich finde zwölf Personen ist die perfekte Größe für eine Flasche Wein,
- 13:37weil man dann wirklich so ein bisschen auch konzentriert durchverkosten kann und man auch viele Weine miteinander verkosten kann.
- 13:47Wir haben jetzt, gestern war auch ein Mitglied und hat 20 Weinflaschen vorbeigebracht und da machen wir halt eine Blindverkostung.
- 13:55Also meistens, wenn sie so eine Weinverkostung machen, ist es eher so, dass sie dann einen Tag vorher oder eine Woche vorher die Weine erst vorbeibringen
- 14:02und wir die dann quasi einlagern, weil die gar nicht so viel Platz haben.
- 14:06Genau, genau. Und dass man Fach bei uns hat, ja natürlich, man kann bei uns den Wein perfekt lagern, 16 Grad, 70 Prozent, die Luftfeuchtigkeit.
- 14:16Aber man ist bei uns in der Weinbank Hamburg eher Mitglied.
- 14:19Wir haben, ich sag immer, sechs bis acht Veranstaltungen im Monat, es ist tatsächlich ein bisschen mehr geworden.
- 14:26So acht bis zehn Veranstaltungen, ja, wir haben halt sechs feste Veranstaltungen im Monat.
- 14:33Deswegen und meistens kommt halt immer noch was mit dazu.
- 14:37Ein Veranstaltung heißt, du machst ein Seminar oder du sagst, heute trinken alle nur Kabinett oder Bordeaux kommt gerade aus Bordeaux
- 14:45und deswegen reißen wir die ersten 15 Flaschen auf oder du lädest Winzer ein oder was eine Veranstaltung, wie kann man sich das vorstellen?
- 14:53Wir haben jeden Donnerstag-Afterwork, immer von 17 bis 19 Uhr.
- 14:57Für mich habe ich immer gesagt, ich möchte einmal einen Monaten-Winzer-Zubesuch haben.
- 15:01In der Regel ist es eher so, dass ich zwei bis drei Mal einen Monaten-Winzer-Zubesuch habe
- 15:05oder dann der Winzer von 17 bis 19 Uhr sein aktuelles Portfolio vorstellt.
- 15:09Da begrenze ich es aber immer auf sechs Flaschen, weil ich finde, dass es sonst halt einfach zu viel wird.
- 15:16Und wenn ich keinen Winzer-Zubesuch habe, dann mache ich das beispielsweise jetzt morgen.
- 15:21Haben wir Pinot Noir "Around the World", da suche ich dann vier Pinot Noirs aus, packt sie in ein Verhüterli
- 15:28und dann wird das Ganze blind ausgeschenkt und dann, da halte ich mich halt mit den Mitgliedern darüber, ob das jetzt vielleicht alte Welt, neue Welt ist
- 15:35und wir philosophieren so ein bisschen dazu.
- 15:38Ansonsten habe ich witzigerweise, dass du das gerade mit dem Bordeaux sagst, wir hatten vor zwei Wochen glaube ich Bordeaux-Arrivat,
- 15:45da wurde neue Jahrgang von Bordeaux bei uns verkostet.
- 15:49Und dann haben wir jeden dritten Dienstag im Monat "Wound Table".
- 15:55Das ist ein Stammtisch von Mitgliedern für Mitglieder, da wird jetzt immer ein Thema festgelegt.
- 15:59Beim nächsten "Wound Table" ist es beispielsweise "Shinny Blanc "Around the World", da bringt jeder ein "Shinny Blanc" mit,
- 16:04dann pack ich das alles in eine Reihenfolge und ich sehe wieder das Ganze blind.
- 16:08Und dann mit so ein bisschen darüber diskutiert, hey, von wem könnte der Wein kommen oder wo kommt der her?
- 16:13Das ist so ein bisschen auch meine Lieblingsveranstaltung, weil das einfach wahnsinnig viel Spaß bringt.
- 16:18Dann haben wir jeden zweiten Mittwoch im Monat, das habe ich jetzt neu eingepflegt, die neue Eventreihe "Quiz Night".
- 16:26Da leg ich dann immer drei Themen fest, dann gibt es zu jedem Thema so 10 bis 15 Fragen.
- 16:32Und da ist es halt so lustig, also nicht nur die richtige Antwort gewinnt, sondern halt auch die kreativste.
- 16:38Wenn ich beispielsweise frage, wie viele Hektar hat die Schweiz?
- 16:44Ja, 15.000. Wenn die Mitglieder es nicht wissen und schreiben zwei Hektar, würde ich das irgendwie auch schon wieder lustig finden,
- 16:50weil der Großteil ja einfach in der Region selber getrunken wird.
- 16:54Ich wollte gerade sagen, zwei Hektar ist wahrscheinlich das, was das Ausland mitbekommt, als was überhaupt exportiert wird.
- 17:01Okay, wow.
- 17:03Genau, genau. Und dann haben wir halt noch viele Veranstaltungen, diese spontan dazu kommen.
- 17:07Beispielsweise hatten wir am 27. Stadtopal mehr zu Besuch, da haben wir dann hinten in unserem Tasting um eine kleine Vertikale gemacht.
- 17:17Und so ist es auch so, dass die Winzer, wenn sie bei uns sind und was aus der Schatzkamerausrücken, dann präsentiere ich gerne nochmal maximal zwei Lagen von dem Beingut,
- 17:26wo es dann nochmal sechs bis acht Jahrgänge von einer Lage gibt und wir dann hinten das sogenannte Winzerdinner machen.
- 17:34Das finde ich auch immer noch mal ganz spannend.
- 17:37Oder halt, wir machen generell Weinvertikale, da hatten wir im Februar den Kalenberg von Beingut Dönnhof und da war die Ande Dönnhof.
- 17:46Und der Stiefpapa?
- 17:50Schwiegerpapa.
- 17:51Schwiegerpapa, genau.
- 17:52Und der Schwiegerpapa war halt auch zu Besuch.
- 17:54Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.
- 17:56Das war schon echt cool.
- 17:59Oder wir hatten jetzt auch vor, ich weiß es jetzt selber, ich glaube vor sechs Wochen oder acht Wochen Friedrich Beckert zu Besuch,
- 18:09da haben wir mit dem nochmal hinten eine Weinvertikale drin gemacht.
- 18:12Alles schon spannend, was alles so für Veranstaltungen in der Weinbank passiert.
- 18:18Seid ihr da besonders aktiv oder ist das in jeder Weinbank zu finden?
- 18:21Nein.
- 18:22Das war teilweise nicht wissen oder nicht so mitbekommen, weil ihr mit deinem eigenen Trouble zu tun hast.
- 18:28Aber kann man das grundsätzlich erwarten?
- 18:31Nein, wir sind die Einzige.
- 18:33Ja, wir sind die Einzige.
- 18:35Aber wir sind halt auch die Einzige Weinbank, die Service hat.
- 18:38Die anderen Weinbanks, die haben halt kein Service.
- 18:41Das heißt, da ist keiner vor Ort.
- 18:43Es gibt noch eine Weinbank, die hat auch Service.
- 18:46Die hat allerdings auch einen öffentlichen Bereich.
- 18:49Das ist die Weinbank Sylt.
- 18:51Und ich möchte jetzt selber einmal nachfragen bei der Freundschaft zentral.
- 18:56Aber in den anderen Weinbanks ist es eher so, dass du da runter gehst und dann bei 16 Grad sitzt.
- 19:02Also da ist es schon so, dass du bei der perfekten Lagertemperatur sitzt.
- 19:06Und wir haben halt einmal den gekühlten Bereich für die Weinflaschen,
- 19:10einmal den beheizten Bereich, wo die Mitglieder dann sitzen können.
- 19:13Und es verstürcht, wenn es zu heiß wird, kann man wechseln.
- 19:15Genau, so ungefähr.
- 19:17Wir haben 22 Grad.
- 19:2122 Grad, das finde ich schon recht angenehm.
- 19:25Und wenn es dann warm draußen ist und du runter in die Weinbank kommst,
- 19:29dann ist es schon so, dass du denkst, boah, es ist kalt hier.
- 19:31Und dann guckst du so aufs Thermometer, ja okay, es ist doch nicht kalt.
- 19:35Und Mitglied kommt da mit seinem Maibach vorgefahren.
- 19:38Dann macht der Wattler die Tür auf und trägt die 20 Flaschen in den Keller,
- 19:42um das Fach wieder neu zu befüllen.
- 19:44Oder werden die zugeschickt?
- 19:46Oder wie ist die Durchschnittsaltersituation dort?
- 19:51Also inwieweit du das überhaupt preisgeben möchtest, kannst du das?
- 19:56Klar, ach, ich glaube, ich glaube, da ist keiner so.
- 20:00Es ist so, wenn ich Winzer zu Besuch habe, können die Mitglieder direkt bestellen,
- 20:04vom Winzer selber.
- 20:06Und das wird tatsächlich ziemlich gut angenommen.
- 20:08Es ist oft so, dass die Mitglieder durch den Winzer die Weine bestellen.
- 20:11Es ist aber auch so, dass die Mitglieder, ich sage jetzt mal beispielsweise,
- 20:15bei Lobenberg Weine bestellen, es zu uns schicken
- 20:18und wir verräumen es dann in die Fächer.
- 20:20Also das machen wir auch.
- 20:22Ich freue mich ja auch darüber, wenn die Mitglieder nicht nur von unseren Wein,
- 20:25weil die kenne ich halt größtenteils was bestellen,
- 20:29sondern halt auch woanders, weil ich dadurch ja auch nochmal wieder neue Weine kennenlerne.
- 20:34Man kann ja gar nicht alles, was es so gibt, kennen.
- 20:38Und wenn ich jetzt Mitglied bei dir bin und ich möchte ein Wein aus meinem Fach,
- 20:43dann sage ich Katharina, ich hätte ganz gerne Blablabla
- 20:46und du servierst den dann?
- 20:48Oder geht jeder zu seinem eigenen Fach, macht die Flasche auf und...
- 20:52Jeder geht zu seinem eigenen Fach.
- 20:55Wir haben alle Schlüssel für ihr Fach.
- 20:57Dienstabend machen wir nicht, weil wenn da irgendwas passiert,
- 21:00Flasche Wein runterfällt oder sonstiges mitweitehaften,
- 21:03deswegen ist es so, wir haben zwar ein Generalschlüssel,
- 21:06wir schließen aber nur auf, wir holen keine Weinflaschen aus den Fächern raus.
- 21:11Es ist aber so, wenn die Mitglieder jetzt beispielsweise wie gestern
- 21:15haben sie für eine Weinverkostung nächste Woche schon die Weine vorbeigebracht,
- 21:18die stelle ich natürlich dann alle kalt nächste Woche.
- 21:22Ich habe mit ihm vorher telefoniert, wir haben eine Reihenfolge festgelegt,
- 21:26wie wir die ganze Weine servieren wollen und dann schenke ich sie blind aus in 2erfleiz.
- 21:31So das Schunder war, ansonsten ist es so, dass die Mitglieder selber zu ihrem Fach gehen.
- 21:37Wir haben einen Generalschlüssel, damit können wir dann aufschließen,
- 21:39wenn die Mitglieder ihr Schlüssel vergessen haben,
- 21:41aber ansonsten holen wir da keine Weine raus.
- 21:44Durchschnittsalter hatte ich vorhin gedacht, wie kann man das ungefähr...
- 21:50Wenn man hat ja immer so dieses weißharige, alte, im Rolador reinfahrende Ding im Hinterkopf,
- 21:57aber Wein ist ja auch moderner und frischer geworden
- 22:00und solche Konzepte wie das Eure sind da wahrscheinlich gar nicht so unerheblich schuld dran oder täuscht das?
- 22:06Nee, vollkommen richtig, also ich tue mich ein bisschen schwer,
- 22:11wenn ich jetzt ein Durchschnittsalter sagen müsste, aber ich würde so schätzen, so 40.
- 22:17Wir haben wahnsinnig viele Ende der 90er, wir haben aber auch welche Mitte der 60er quasi als Mitglied.
- 22:27Aber was total schön ist, die sitzen halt alle an einem Tisch, es ist völlig egal, wie alt man ist,
- 22:32es geht halt da einfach wirklich um den Weingenuss.
- 22:36Bei uns steht der Wein ganz klar im Vordergrund und wenn du Wein affin bist und lustig über Wein zu unterhalten,
- 22:42dann bist du bei uns halt goldrichtig, du musst dich überhaupt nicht mit Wein auskennen.
- 22:46Ich meine, ich lerne auch noch tagtäglich von meinen Mitgliedern dazu,
- 22:49das ist halt einfach wahnsinnig schön, dass wir uns halt einfach alle gegenseitig was beibringen.
- 22:54Und eben weit darüber hinaus, dass es eben nicht nur um Wein geht,
- 22:57es gibt ja glaube ich kaum einen besseren Netzwerkgedanken als eine Klubmitgliedschaft.
- 23:03Und Wein verbindet, Wein entspannt, Wein lässt kommunizieren, daher sieht das eine interessante Geschichte.
- 23:10Total, Wein ist halt auch wahnsinnig gesellig und das verbindet halt miteinander
- 23:15und so kommen sie halt alle ins Gespräch.
- 23:18Was ist Wein für dich?
- 23:20Wein ist für mich tatsächlich Leidenschaft.
- 23:23Für mich ist es wahnsinnig faszinierend, wie vielschächtig die Weinwelt ist,
- 23:28wie vielschichtig die Aromen sind, das Terroir.
- 23:33Also es ist für mich tatsächlich ein sehr, ja Wein ist auch so ein intimes Thema.
- 23:39Ich habe bis jetzt zweimal in meinem Leben eine Situation gehabt,
- 23:43da habe ich ein Wein probiert und habe danach Gänsehaut bekommen.
- 23:48Und da braucht sich dann auch einmal fünf Minuten für mich und den Wein.
- 23:55Das ist so wahnsinnig amüsant.
- 23:58Das war einmal ein 92er Chateau Palmer.
- 24:01Das war so der erste Wein, wo ich gesagt habe, wow.
- 24:05Und einmal ein 94er Contestilano.
- 24:09Seitdem ich das beides hatte, habe ich meine Bordeaux-Karte von 50 auf 200 Positionen ausgebaut.
- 24:18Hochgesogen.
- 24:19Ja, total, total.
- 24:21Und davor lieben im Allgemeinen im Bordeaux,
- 24:24weil Bordeaux ist ja eigentlich so ein relativ undankbares Thema,
- 24:27weil man spricht vom Bordeaux und vergisst, dass es keine Ahnung, 100.000 Hektar sind.
- 24:32Leider gerade. Aber das so in eine große Tüte zu werfen, ist ja eigentlich sehr, sehr oberflächlich.
- 24:40Und wenn man sich mit Bordeaux beschäftigt, dann geht man ja irgendwann in eine gewisse Richtung,
- 24:45sucht eine Spezialisierung, sei es gereifte, sei es junge, sei es verschiedene Appellationen, verschiedene Dörfer
- 24:51oder unbekannte, große, preislich die D-High-End oder wenn so ein breites Spektrum,
- 24:59kann man ja eigentlich ganz schwer abbilden.
- 25:02Hast du davor lieben, hast du dann einen Schwerpunkt gesucht
- 25:05oder versuchst du es in der Breite dazu stellen?
- 25:10Ja, nee. Also komplett breite habe ich jetzt nicht.
- 25:14Ich glaube, ich kann es dann eine Hand erzählen, was ich an Jungenbordeaux da habe.
- 25:19Was ist für dich Jung?
- 25:21Jung ist schon so maximal fünf, sechs Jahre.
- 25:29Ja.
- 25:30Und das meiste, was ich habe, ist so aus den 80er/90er.
- 25:36Schön.
- 25:37Und da finde ich halt, wo du dann wirklich auch viel über das Terroir sprechen kannst
- 25:43und über die Regionen, wie die sich verändern.
- 25:45Also ich selber mag total gerne Puyac und Mago.
- 25:48Das sind so meine Beinen, die ich gerne mag.
- 25:51Allerdings Preis, Leistung finde ich halt auch die anderen Appellationen wahnsinnig spannend.
- 25:58Also es ist für mich ein sehr vielschichtiges Thema.
- 26:01Da hat halt jede Appellation seine Qualifikation, seine Klassifizierung
- 26:08und halt je nachdem, worauf du Lust hast, was du trinken möchtest.
- 26:12Also bei mir ist immer so, wenn mich jemand fragt, hast du ein Lieblingswein?
- 26:17Ich habe kein Lieblingswein, bei mir ist es halt immer stimmungsabhängig,
- 26:20worauf ich gerade Lust habe.
- 26:22Und was ich halt auch so ein bisschen da habe, was die Reife angeht,
- 26:27war Jahrgänge, die präsentieren sich halt ein bisschen besser
- 26:30und die anderen präsentieren sich schlechter.
- 26:32Also es ist schon so, dass man, ich finde immer an der Weinkarte,
- 26:35erkennt man die Leidenschaft eines Zommelniers.
- 26:38Okay.
- 26:39Oder die Vorlieben.
- 26:40Die Vorlieben.
- 26:41Aufgrund der Gewichtung, was man vornehmlich dort findet
- 26:44oder aufgrund der...
- 26:46Genau, genau.
- 26:47Also wir haben Badou jetzt wahnsinnig ausgebaut.
- 26:51Wir haben über 600 Rieslinge auf der Karte.
- 26:55Das ist deutschlandklar, es ist immer noch unser Steckenpferd.
- 27:00Wir sind wahnsinnig Jahrgangstief aufgestellt.
- 27:03Ich glaube, der älteste, ja gut, der älteste Rieslingenjahrgang,
- 27:08Trocken, den ich auf der Karte habe, große Gewächse,
- 27:11der namenhaften Winzer-Vorgulieren, dass man so rum ist,
- 27:1596 Kirchenstück von Bückling-Wolf.
- 27:18Und da sind wir halt echt breit aufgestellt,
- 27:23dass wir viele Winzer-Lagen-Jahrgangstief einfach da haben.
- 27:31Also bei uns kann man wahnsinnig viele Vertikale trinken,
- 27:34wenn man das wirklich möchte.
- 27:36Wird das wahrgenommen?
- 27:37Ja.
- 27:38Dass die sagen, wir nehmen jetzt, von mir aus, Kirchenstück,
- 27:41weil du es gerade erwähnt hast,
- 27:43und nehmen vier, fünf Jahrgänge davon, probieren die Parallel
- 27:46und schauen, wie der Wein sich entwickelt,
- 27:48wie das Tier des Hauses sich entwickelt
- 27:50und verändert hat, was ja gerade bei dem Haus maßgeblich ist.
- 27:53Wie die Charakteristik, die Interpretation der Lage,
- 27:57die einzelnen Jahrgänge sich präsentieren
- 27:59und vergleichen die nebeneinander.
- 28:02Nee, das wird nicht viel wahrgenommen.
- 28:05Das ist aber eher was damit zu tun,
- 28:07dass ich selber viele Vertikalen mache.
- 28:11Wenn ich Vertikalen mache,
- 28:13beispielsweise habe ich jetzt in den Sommerferien,
- 28:17gehen wir immer auf eine Viertageswoche,
- 28:19da mache ich noch zusätzlich den Samstag zu.
- 28:21Dafür pflege ich eine neue Veranstaltungsreihe
- 28:24in den fünf Wochen immer ein.
- 28:26Die nennt sich Wine Summer,
- 28:27und da präsente ich immer so kleine Mini-Vertikalen.
- 28:31Und das wird halt wahnsinnig gut angenommen,
- 28:34weil es eher so ist, dass die Mitglieder Lust haben,
- 28:37dann eine Vertikale von mir moderiert zu trinken,
- 28:40als sie selbstständig schon eine Karte zu bestellen.
- 28:43Aber es ist schon so,
- 28:45dass sie oft auch zwei, drei Jahrgänge von einem Wein bestellen.
- 28:50Aber meistens ist es daran tatsächlich so ein bisschen,
- 28:53die Reife, die halt wahnsinnig gut angenommen wird.
- 28:56Klar, warum auch nicht.
- 28:58Hier vertreibt man es nicht mal.
- 29:00Du hast ja den riesen Vorteil,
- 29:02dass du die Sachen auch meistens oder sehr oft vorbereiten kannst,
- 29:05gerade wenn du diese vertikalen selber initiierst
- 29:08oder anbietest, wie extrem akribisch gehst du dabei vor.
- 29:13Also nimmst du dir 2000,
- 29:15da machst du fünf Stunden vor dem 2005er auf,
- 29:18oder machst du alle zusammen auf,
- 29:20um die Entwicklung auch zu präsentieren.
- 29:22Oder machst du wie überhaupt vorher auf,
- 29:24oder einen Tag vorher auf,
- 29:26oder hast du da irgendwelche Parameter,
- 29:29wo du sagst, jetzt koste ich das aus,
- 29:32was sich sonst im Daily-Business oder jemandem Restaurant nicht hat?
- 29:36Nee, tatsächlich nicht.
- 29:38Also es ist schon so, wenn ich Wein vertikalen habe.
- 29:42Wir haben noch eine zweite Firma, die nennt sich Winezeller.
- 29:46Und darüber kaufen wir oder subskriberen wir halt auch wahnsinnig viel
- 29:50und kaufen auch viele Vertikalen an.
- 29:52Sven Krone, mit dem arbeite ich halt wahnsinnig eng zusammen,
- 29:55was die Weinauswahl angeht.
- 29:57Und er hat halt genau so eine Leidenschaft, wie ich die habe.
- 30:00Deswegen ergänzt es sich halt echt schön.
- 30:03Und Sven sagt schon, wenn wir ab und zu die Vertikalen machen,
- 30:07komm, Katharina, wir müssen die alle um 16 Uhr aufmachen.
- 30:10Dann freue ich mich aber auch, mit ihm zusammen die Weine aufzuziehen.
- 30:13Es ist schon super schön.
- 30:15Aber ansonsten ist es eher so, dass ich sage,
- 30:17ich mach die alle zur gleichen Uhrzeit auf, um halt auch einfach zu sehen,
- 30:21wie entwickelt sich das Ganze.
- 30:23Wir verkosten, also wenn wir eine Weinvertikale machen,
- 30:27sind wir immer zwölf Personen, oder meistens zwölf Personen,
- 30:30von dem Messorum.
- 30:31Und wir lassen ja auch immer gut noch ein Drittel in der Flasche
- 30:35beim Ausschenken, so dass man halt echt gut auch nachverkosten kann.
- 30:39Und dann merkt man ja auch einfach die Entwicklung
- 30:42von den einzelnen, einzelnen Wein besser.
- 30:46Wenn jetzt wirklich ein Wein wahnsinnig verschlossen ist,
- 30:49dann geben wir den Wein in die Karaffe.
- 30:51Das machen wir schon, aber meistens ziehen wir die ja auf,
- 30:55verkosten die durch und entscheiden dann, was zu tun ist.
- 30:58Und der Großteil, der muss dann gar nicht in die Karaffe
- 31:00um ihn halt so zu präsentieren, dass sie alle quasi auf einem Level sind,
- 31:04was das Aufmachen angeht, was die Luft angeht.
- 31:21Eine spannende Situation.
- 31:25Wenn es um den 2023er Silvana Alte Reben-Langenberg
- 31:30von Rudolf May geht.
- 31:32Was erwähnt man zuerst?
- 31:34Gerne möchte ich mit diesem außergewöhnlichen Winzer beginnen.
- 31:37Natürlich die Frage, kann ein Winzer ein Rückgrat einer Region sein?
- 31:40Kann ein Winzer die Entwicklung einer Region mit seiner eigenen
- 31:44So verbinden, dass er automatisch der Motor dieser wird?
- 31:48Kann ein Winzer voranschreiten, ohne die Bodenhaftung zu verlieren?
- 31:52Oder die Bindung zu dem, was ein Winzer ausmacht?
- 31:56Ja.
- 31:57Wenn es ein so unfahrsbarer Fachmensch, Funtzkehr
- 32:00oder ein Herzensmensch wie Rudolf May ist.
- 32:03Jetzt habe ich mit dem Winzer begonnen, aber er sticht einfach heraus.
- 32:06Denn jeder, der Rudolf May einmal bei einer Probe,
- 32:09bei einer Präsentation auf dem Weingut erlebt,
- 32:12ist berührt und begeistert, denn er lebt Silvana diese Rebsorte.
- 32:17Die so viele Jahrzehnte verkannt wurde,
- 32:19deren Großartigkeit wir selbst in Deutschland nicht erkannt haben.
- 32:22Und es bedurfte einfach großartiger Winzer und Menschen wie Rudolf May,
- 32:26die ihr Leben einer Rebsorte wie dem Silvana widmen,
- 32:29um dessen Großartigkeit herauszuarbeiten.
- 32:32Mittlerweile haben es selbst die Sommys verstanden.
- 32:35Mittlerweile lassen sich Weinbegeisterte von dieser Rebsorte euphorisieren.
- 32:39Ja, und ein Keim dieser Begeisterung findet sich in Retzstadt.
- 32:43Dort wurde die Reben seit Generation nicht nur den Gaumen,
- 32:48sondern auch den Intellekten natürlich die Seele berühren.
- 32:51Und der Besonderheit dieser Leistung wird man sich eigentlich erst bewusst.
- 32:55Man sich überlegt, dass man bis vor 20, 30 Jahren
- 32:58beim Frankenwein vom Steinwein.
- 33:00Und damit meinte man vielleicht ein bisschen,
- 33:02aber nicht nur den Wein aus dem Würzburger Stein,
- 33:04sondern man meinte diese Kagen, diese wunderbaren, diese Schroffen,
- 33:07diese harten, diese kantigen, diese egoistischen Weine.
- 33:11Und das dieser rustikale Umgang mit Wein,
- 33:14einer sensiblen Rebsorte wie dem Silvana gar keinen Raumboot.
- 33:18Einer der anspruchsvollen Rebsorten,
- 33:20die die Ampelographie überhaupt zu bieten hat.
- 33:23Manche sagen, Silvana ist keine Rebsorte, Silvana ist ein Kameon,
- 33:27mit Chambré-Kante und Bodenresonanz.
- 33:31Viele behaupten, Silvana ist ein der kompliziertesten Rebsorten,
- 33:34die es in dieser Welt gibt.
- 33:35Denn der Silvana hat Zeit keine Fehler.
- 33:38Es ist kaum ein anderer Weißwein.
- 33:41Wie ist dem Bodentyp so präzise wie der Silvana?
- 33:43Egal ob Muschelkalk, Kolper oder Lös.
- 33:46Jede Textur wird zum Echoraum.
- 33:48Diese Traube besitzt eineasmotisch sensible Beeren-Schale
- 33:53mit hoher Wassertranspiranz,
- 33:55ein Segen für Teroarfertigisten,
- 33:57ein Fluch für Ertragsplaner.
- 33:59Silvana tendiert zu niedrigen Aromenkonzentrationen
- 34:02im Primärspektrum,
- 34:04wodurch sich seine Qualität erst über die Strukturtextur
- 34:07und das Mundgefühl definiert.
- 34:10Also keine Weine, die mit Ausladener Frucht sofort faszinieren
- 34:13und die jeden Easy Wine-Drinker sofort begeistern,
- 34:16sondern man muss die Zwischentöne herausarbeiten.
- 34:19Darum ist er der Antipro des Muscatellers,
- 34:21kein Fruchtlautsprecher,
- 34:23sondern ein akustischer Architekt mineralischer Aromtexturen.
- 34:29Bei zu hohen Moskgewichtengeräte zu dumpf,
- 34:31bei zu früher Lese vegetabiert.
- 34:33Es ist ein schmaler Grad zwischen Noblesse und Belanglosigkeit.
- 34:37Die physiologische Reife liegt früh.
- 34:39Seine aromatische Reife spät,
- 34:41das verlangt messianische Präzision beim Lese-Temmin.
- 34:45Und das kann Rudolf May seit 1999
- 34:48als Rudolf May, ein Mann mit Visionen,
- 34:50nach einem kleinen Keller in Rettstadt begann,
- 34:53seinen Träumen in Flaschen zu gießen.
- 34:55Ein Herz für den Silvana, ein Leben für den Silvana.
- 34:58Und so legte er dort den Grundstein
- 35:00eines der renommiertesten Weingüters nicht nur Frankens.
- 35:04Deutschlands.
- 35:05Heute.
- 35:06Über zwei Jahrzehnte später ist Rudolf May nicht nur ein Name.
- 35:10Er ist ein Synonym für Qualitäten und Innovationen der Welt des Weins.
- 35:14Von dem bescheidenen Anfängen bis hin zur Mitgliedschaft von VDP
- 35:18hatte Rudolf May mit seiner Frau Petra
- 35:20und später mit seinen Kindern Benedikt Anna und Clara,
- 35:23das Weingut zu einem Leuchtturm,
- 35:25eben nicht nur der fränkischen Weinbau-Kunst gemacht.
- 35:28Unser Ziel ist es, die Silvana zu perfektionieren, sagt Rudolf May.
- 35:32Und der 2023er Langberg Silvaneralte Reben
- 35:35ist ein absolut perfektes Beispiel dafür.
- 35:38Es ist ein Meisterwerk, ein Sinnbild für den Silvana
- 35:41aus den kalkhaltigen Böden des Langberg Weinbergs in Rettstadt.
- 35:44Dieser Weinberg wird oft als Hauslage der Familie May bezeichnet
- 35:48und entstreckt sich über steile Hänge mit einer Neigung von 25 bis zu 70 Prozent,
- 35:53in denen die Reben seit Jahrzehnten Sonne und den Wind trinken.
- 35:57Die Leibstücke, teilweise über 50 Jahre alt, sind das Herzstück
- 36:01und liefern Trauben von ungewöhnlicher Konzentration und Tiefe,
- 36:05erlauben eine Vidifikation mit einer perfekten Präzision,
- 36:08gestatten einen spontanen Gehrung in Holzfässern,
- 36:11eine Lagerung auf der Feinhefe für die Cremigkeit in die Struktur
- 36:15und ein Wein mit nur 12,5 Volumenprozent und einem halben Gramm Restzucker,
- 36:20also trocken, aber nicht kark, tief und zugleich elegant
- 36:23und ein Wein, der drei Dinge widerspiegelt.
- 36:26Die Einzigartigkeit des Silvaners, die Großartigkeit dieses Weinbaugebietes Frankens,
- 36:32das nicht weniger als einen der absoluten Hidden Treasure in Deutschland bezeichnen
- 36:37und die Leidenschaft von Rudolf May und seiner Familie.
- 36:40Vielen lieben Dank dafür.
- 36:42Noch ein ganz großes Dankeschön,
- 36:44dem deutschen Repräsentanten dieses Weingutes, dem Handelshaus Schlumberger.
- 36:57Was lüftest du mehr, weißt du da Brutweine, wenn du die in die Karaffe tust?
- 37:03Also ich muss zugeben, junge Weine gebe ich gerne in die Karaffe
- 37:08und bei gereiften Wein tue ich mich persönlich immer schwer,
- 37:12das entscheide ich immer, nachdem ich einen ersten Schluck probiert habe.
- 37:15Da könnte ich niemals Pauschal sagen, den musst du auf jeden Fall in die Karaffe geben,
- 37:19sondern immer erst probieren und dann entscheiden.
- 37:22Es ist manchmal gar nicht so diese erste Wahrnehmung dann nach dem Karafieren,
- 37:28wo der Wein sich öffnet, sondern man muss, finde ich zumindest,
- 37:32das immer so ein wenig weitreichender betrachten.
- 37:35Was macht der Wein dank des Belüftens in einer halben oder in einer Stunde?
- 37:40Und viele gereifte Weine, die schaffen es dann einfach nicht mehr.
- 37:44Also die entwickeln sich dann so dramatisch schnell durch diese Belüftung,
- 37:48dass der Schluster manchmal gar nicht so erfreulich ist,
- 37:52als wenn ich am Anfang ohne Belüftung vielleicht ein bisschen gewartet hätte.
- 37:56Ja, total. Ich sage halt auch immer, wenn du ein Wein in die Karaffe gibst,
- 38:00du kannst den Wein viel geben, du nimmst den Wein aber halt auch wahnsinnig viel.
- 38:05Deswegen ist es immer so ein Zwiespalt für mich.
- 38:08Gereifte Weine, wie gesagt, entscheide ich immer erst nach und probieren,
- 38:13ob ich ihn in die Karaffe gebe oder nicht,
- 38:16weil ich sage mal, wenn ein Wein wirklich der 30 Jahre in der Flasche eingesperrt ist
- 38:21und du gibst ihm auf einmal ganz viel Luft, so.
- 38:25Was passiert dann mit ihm?
- 38:28Du hast zwei Optionen, entweder es nimmst ganz viel oder es gibt ihm ganz viel
- 38:33oder es nimmt ihm halt ganz viel und dann kann er halt wahnsinnig schnell auch einfach
- 38:37mit der Luft oxidieren.
- 38:40Und deswegen immer probieren, lieber ein bisschen mehr Zeit in der Flasche lassen,
- 38:47als zu schnell in die Karaffe zu geben.
- 38:49Außer, dass ein Tisch mit acht Leuten, dann ist es...
- 38:53Ist es zeitfaxell überschaubar, also wie der Wein getrunken wird.
- 38:58Und Gläser, habt ihr verschiedene?
- 39:01Ihr habt einen Standardglas, soweit ich weiß, oder?
- 39:03Zwei.
- 39:04Zwei, okay.
- 39:05Genau, wir haben zwei Standardgläser.
- 39:07Da am Endeffekt rein, ein klassisches Schaumbind-Glas haben wir natürlich auch noch.
- 39:11Nehmt nicht gut, oder?
- 39:13Ja.
- 39:14Ein etwas bauchigeres, okay.
- 39:16Ein bisschen bauchiger ist es schon.
- 39:18Die meisten Weine schenken wir allerdings, wir haben Bordeauxgläser und wir haben Burgundagläser
- 39:23und die meisten Champagner schenken wir halt auch in den Bordeauxgläsern aus.
- 39:27So, das sind so unsere beiden Standardgläserformen, die wir haben.
- 39:31Ist das Weinbankkonform oder ist das von euch eine Entscheidung gewesen,
- 39:36dass ihr sagt, uns reicht das und wir brauchen nicht mehr?
- 39:40Ich glaube, das kann jeder Weinbank für sich selber entscheiden.
- 39:44Ja.
- 39:45Ich finde aber mit zwei Gläsern bist du völlig ausreichend bestückt.
- 39:48Du bist ja nicht so nördig, dass du sagst, ich brauche für jeden Anlass den richtigen Glaskörper.
- 39:54Nee, überhaupt nicht.
- 39:56Findest du es übertrieben, wenn andere das so überfreakig leben und sagen, meinen Rosewein brauche ich 1994 gefertigten blablabla Glas aus der Bläserei.
- 40:12Nee, überhaupt nicht.
- 40:14Tatsächlich habe ich früher auch viel in der Sternekastronomie unterwegs und da hatten wir auch mehr Gläservorm.
- 40:21Ich finde das an sich schon ein gutes Thema, so viele Gläservorm zu haben.
- 40:26Allerdings ist es bei mir nicht umsetzbar.
- 40:29Dadurch, dass wir, weil wenn du dann so viele Gläservorm hast, musst du auch mindestens von jedem Glas 24 bis 48 Gläsern da haben.
- 40:39Da haben wir halt so ein bisschen das Problem, wir haben keinen Lagerplatz.
- 40:43Und B, wir haben wahnsinnig viele Veranstaltungen halt einfach bei uns, weil wir halt einfach im Daily Business sind.
- 40:49Und der Gläserbruch ist auch echt nicht zu unterschätzen, also wir haben über 300 Gläser, die jährlich kaputt gehen.
- 40:56Und das ist halt auch immer mit Kosten verbunden.
- 40:59Und deswegen ist es eher so, dass wir gesagt haben, wir spezialisieren uns auf die drei Gläser und das ist für uns völlig ausreichend.
- 41:07Was man auch nicht vergessen darf, finde ich, wenn du die anderen Gläser nicht da hast, dann erspaßt du dir auch die Situation, dass ihr jemand haben möchte.
- 41:16Also, wenn du jetzt so zehn Gläser hast, dann hast du im Glas und sagt jemand, okay, kann ich vielleicht das aus dem anderen Glas probieren,
- 41:22bringst du noch mal zehn Gläser, was ja auch nochmal ein Riesen-Serviceaufwand ist.
- 41:26Natürlich auf der anderen Seite auch eine schöne Serviceleistung, aber du kommst dann auch auf die Diskussion bzw. in die Situation, was du sagtest,
- 41:33dass du vielleicht nicht genügend Gläser davon da hast.
- 41:36Total, also ich habe schon mal Lust, so ein Last-Tasting zu machen, so ist es nicht.
- 41:42Also, ich liebe ja unterschiedliche Veranstaltungsformen und ich habe schon Lust, so etwas zu machen.
- 41:47Allerdings ist es bei mir in der Weinbank einfach nicht umsetzbar, dass ich sage, ich stelle da zehn verschiedene Gläser hin.
- 41:53Auch wenn es dem Bein natürlich teilweise gerechter werden würde.
- 41:56Solange man zufrieden ist, ist das, finde ich, ganz in Ordnung.
- 41:59Und solange man eine Lösung für sich selber gefunden hat, wenn ich das, das sind auch in Ordnung.
- 42:03Was ist für dich sonst Servicerelevant oder wo definierst du deinen Service drüber?
- 42:10Ja, gute Frage.
- 42:12Also, ich sage jetzt mal, das Schöne an der Weinbank ist oder generell an uns ist, dass wir, ich sage mal, wir haben eine Glutskultur.
- 42:22Und bei uns ist es...
- 42:24Bist das Hamburg üblich oder ist das jetzt bei euch einfach wie Weinverfindet?
- 42:29Das ist bei mir.
- 42:30Also, bei mir in der Weinbank ist es halt einfach wichtig, weil ich finde, wenn du in so ein Private-Member-Club gehst,
- 42:35du hast immer so eine gewisse Anspannung, so einen normalen Respekt, was ja auch auf der einen Seite gut ist, aber halt auch eine Distanz.
- 42:45Und diese Distanz, die möchte ich persönlich einfach nicht so gern haben,
- 42:49weil ich finde, wir sind halt bei uns alles auf einer Wellenlänge.
- 42:53Jeder unterhält sich mit du, jeder unterhält sich und unterhält sich respektvoll bei uns unten im Keller.
- 43:00Und dadurch nimmst du auch sofort die erste Anspannung, wenn du auf die Leute zugehst und sagst, hey, wir haben eine Glutskultur,
- 43:08ist es für dich okay, wenn ich du sage.
- 43:11So, und dadurch sind die Leute schon gleich ein bisschen lockerer und offener auch einfach der Weinbank dem Konzept gegenüber.
- 43:20Interessant.
- 43:21Wenn ich dachte, dass das eine gewisse Grundanspannung am Anfang hervorruft, weil manch einer nicht gedutzt werden möchte.
- 43:28Und wenn das so dort aufgerufen wird, erst mal eine gewisse Distanz entsteht, ist ja spannend, wenn man es eben anders hört.
- 43:36Ich glaube aber, dass es das für dich fast anstrengendere ist, dieses Dutzen zu praktizieren, weil der Rest stimmen muss.
- 43:44Also du musst ja dann in einem anderen Umgang verbindlicher sein, auch förmlicher sein.
- 43:50Und das eben nicht als Entree, sozusagen, missbrauchen.
- 43:55Und tatsächlich habe ich diese Probleme jetzt so für mich noch nicht gehabt.
- 44:00Ich sage immer, wir haben unten in der Weinbank ein sehr freundschaftliches familiäres Verhältnis, weil man dafür nicht vergessen,
- 44:07wir haben die gleichen 300 Mitglieder das ganze Jahr über, und da kennt man sich halt einfach untereinander.
- 44:13Und für mich immer, was mir immer extrem viel Spaß bringt, ist, wir haben auch von den Mitgliedern, also wenn man bei uns Mitglied ist,
- 44:20darf man halt auch Veranstaltungen bei uns machen, also zum Feiern und so weiter.
- 44:25Und wir haben das dann schon so, dass im Winter dann fünf Veranstaltungen gemacht werden.
- 44:30Und dann kommt so der Chef rein und dann tut sich ihn halt, spreche ihn mit Vornamen an.
- 44:35Und dann hast du so ein Getuschel unter den Mitarbeitern, ich liebe das.
- 44:38Und dann gehe ich irgendwann zum Tisch, oder ich gehe dann irgendwann bei denen zum Tisch.
- 44:43Und das stelle ich mich vor, hey, ich bin Katharina Iglesias, ich bin heute vor euch da.
- 44:47Ja, das sage ich eigentlich gar nicht, eigentlich sage ich immer noch.
- 44:50Hey, ich bin Katharina Iglesias, es ist für euch alle okay, wenn ich du sage, wir haben eine Dutzkultur.
- 44:55Und wenn ich jetzt ist auch völlig in Ordnung, dann entschuldige ich mich jetzt aber schon mal, wenn auch zu sehen, dass du rausrutschst.
- 45:02Und da müssten wir alle lachen und das sind immer alle fein, also ich habe noch nie jemanden gehabt, der gesagt hat,
- 45:06nee, ich möchte gesitzt werden.
- 45:08Okay.
- 45:09So, das ist halt echt, echt total schön.
- 45:11Und dadurch hast du von vornherein nicht mehr diese gewisse Grundanspannung, wenn du in ein Poivet-Memma-Club reingehst.
- 45:18Und das mag ich tatsächlich ziemlich gern.
- 45:21Findest du, es sollte in der Öffentlichkeit auch mehr praktiziert werden, diese Dutzkultur?
- 45:25Oder ist das in der Tat diese Club-Situation, wo man ohnehin einen Intinbereich hat
- 45:30und da anders miteinander umgeht als im öffentlichen Leben?
- 45:35Doch, ich finde auch, dass man im öffentlichen Leben mehr dutzen kann.
- 45:39Ich meine dadurch, dass ich das bei mir auf der Arbeit komplett umsetze, setze ich es für mich auch im öffentlichen Leben um.
- 45:45Also ich tut grundsätzlich einfach alle, weil ich das einfach viel nachfinde.
- 45:50Also ich gehe dann auch auf die Leute zu, hey, es ist okay, wenn ich du sag, wenn die dann anfangen, mich zu sitzen.
- 45:56Da nehme ich dann auch nicht wirklich viel Rücksicht auf das Alter, sondern meistens biete ich das dann an.
- 46:02Weil ich das einfach schöner finde.
- 46:04Und dann hast du halt eine ganz andere Stimmlage auch einfach, wenn du dich mit den Leuten unterhältst.
- 46:10Man muss aber halt auch vom Typ her so sein, dass das zu einem passt.
- 46:15Total. Also ich bin eher der Sieztyp.
- 46:18Ja, echt?
- 46:19Ja, total. Ich bin, glaube ich, eine andere Generation.
- 46:23Ich bin ja wahrscheinlich doppelt so alt wie du.
- 46:26Und das ist, da lachen sich meine Kinder immer tot.
- 46:30Also wenn jemand zu mir kommt und mich einfach dutzt mehr oder weniger und ich den nicht kenne,
- 46:35nicht selten frage ich, ob wir zusammen im Sandkasten gespielt haben.
- 46:38Echt?
- 46:39Ja, ja, ich bin da relativ dann auch direkt, weil ich halt so mehr oder weniger aufgewachsen bin,
- 46:44dass jemanden, den man nicht kennt, dass man den erst mal sieht.
- 46:48Und diese Sie, ich wertschätze das persönlich total ungemein,
- 46:52ist nochmal eine ganz andere Distanz, ein anderes Bewusstsein füreinander.
- 46:56Und ein respektvoller Umgang.
- 46:59Und ich habe es beobachtet, eben auch erfahren gelebt,
- 47:05dass eben diese Dutzkultur mit einer bestimmten Generation Einzug gehalten hat,
- 47:11das auch ganz aktiv gelebt wurde.
- 47:14Und habe dann mir das mehr oder weniger auch angenommen,
- 47:17dass ich mich daran nicht mehr störe.
- 47:19Aber es gab bei mir Phasen, wo ich hier so ganz, da hast du erst mal ein Spruch bekommen von mir,
- 47:24wenn du angefangen hast, mich in dem Sinne einfach zu dützen.
- 47:27Und ich finde es aber total spannend.
- 47:30Ich finde es toll, wenn es jemand wie du komplett durchzieht, mega.
- 47:33Aber es ist halt auch so eine Sache, wie gehst du auf Menschen zu?
- 47:36Ich würde ja jetzt quasi auch nur auf dich zugehen und sagen, hey, ich bin Katharina Gläser,
- 47:39ist es okay, wenn ich du sag oder wollen wir uns sitzen.
- 47:42Und wenn ich so auf dich zugehe, glaube ich nicht, dass du sagen würdest,
- 47:45nee, wir wollen uns lieber sitzen.
- 47:47Ja, doch hätte ich gesagt.
- 47:48Echt?
- 47:49Ja, total.
- 47:50Ja, dann hätte ich dich auch gesiezt.
- 47:52So, dann hätte ich damit auch kein Problem.
- 47:55Klar, sonst würde es ja nicht fragen in dem Sinne.
- 47:58Ja, genau.
- 47:59Aber für mich eigentlich immer das angenehmere und dieses Wohlgefühl,
- 48:02wo ich sage, nee, da fühle ich, das ist mir zu privat, das ist mir zu close.
- 48:07Diese Hürde des Kennlerns hätten wir dann schon übersprungen,
- 48:11bis man dann irgendwann sagt, also es gab es ja ganz oft bei mir
- 48:15sogar in, keine Ahnung, Naba oder so, dass manche Gäste gesagt haben,
- 48:19sollen wir nicht du sagen.
- 48:22Dann war nicht selten die Frage, wo ich sagte, warum.
- 48:26Also ich muss auch zugeben, als ich noch in der Sterne Gastronomie gearbeitet habe
- 48:32oder auch in Hotels, da haben die Mitarbeiter mich auch gesiezt,
- 48:36und mit Frau Iglesias angesprochen.
- 48:38Da habe ich auch sehr großen Wert drauf gelegt.
- 48:41Also ich mag jetzt beispielsweise bei mir in der Weinbank auch nicht "Katter" genannt werden.
- 48:44Obwohl das so für intern oder für meine Freunde ist, ist mein Spitzname.
- 48:49Aber auf der Arbeit heißt ich nicht "Katter", sondern heißt ich "Katarina".
- 48:53Aber in den anderen Gastronomien, wo ich gearbeitet habe, da habe ich auch nur gesiezt.
- 48:59Also das ist halt so ein bisschen, wo arbeitet man, wie fühlt man sich wohl,
- 49:04und wie lernt man sich kennen.
- 49:06Und kann man es eben auch konsequent durchziehen, also dass du es nicht verkünstelt machst,
- 49:10weil du sagst, irgendwie hier ist Club, hier duzen uns alle,
- 49:13sondern dass du es eben auch vom Typ her leben kannst und da dann eben auch deine Grenzen irgendwo hast.
- 49:18Und wir hatten auch nur eine Weinbahl, also nur ein Anführungszeichen,
- 49:21weil in dem sind auch nur eine Kneipe.
- 49:23Da wäre natürlich ein Du auch durchaus angebracht gewesen, aber ich bin nicht der Typ dafür.
- 49:28Und so hat ich für mich selber die Konsequenz irgendwo, da ich sage,
- 49:32ich mag eher so dem meinem altergerechten Style, dass das sie gelebt wird.
- 49:39Aber bin dann eben auch zumindest gedanklich mit der Zeit gegangen,
- 49:43und wenn ich dann halt in den Bereich komme, wie Köln Innenstadt, wo halt viel getutzt wird,
- 49:50oder Ben hier und man duzt sich, dann lasse ich mich darauf auch ein und genieße es.
- 49:55Wenn man dann halt auch lockerer miteinander kommunizierend anders miteinander umgehen kann,
- 49:59als eben in einem, sie muss ja nicht steif sein.
- 50:03Also es gibt bei mir ganz, ganz viele Menschen, die schon seit, keine Ahnung, 20 Jahren kennen,
- 50:08und mit denen ich unglaublich close bin, aber die trotzdem sieze und gerne sieze
- 50:13und wohnen du für mich fast unbegriffig oder anmaßend wäre.
- 50:17Ja, also das kann ich nachvollziehen.
- 50:20Wenn ich jetzt meine damaligen Chefs oder so weiter treffe, dann würde ich auch niemals zu denen sagen, du.
- 50:26Also das würde ich auch nicht machen, aber ich würde auch noch beim Sie bleiben.
- 50:30Es hat immer so ein bisschen wo ist man, wie unterhält man sich.
- 50:33Aber bei mir in der Weinbank gab es noch keine Situation, wo jemand zu mir gesagt hat,
- 50:37nee, also lieber siezen.
- 50:40Hab ich Respekt vor. Also hab ich Respekt vor, wenn man auch den manchmal Charakteren,
- 50:44den sind ja bei dir teilweise auch sehr gesellschaftliche Menschen, die dort unterwegs sind,
- 50:50dann einfach mit denen und mit du umzugehen und da auf Augenhöhe,
- 50:54eben dann auf dem Wein, Weinebene miteinander zu, zu kommunizieren.
- 50:59Ja, genau, super.
- 51:01Genau für mich ist halt so ein bisschen dieser Wohlfühlcharakter.
- 51:04Wenn man bei mir runtergeht, du warst ja schon mal, du gehst halt diese Treppe runter
- 51:07und dann hast du halt kein Tageslicht, dann bist du wie in so einer ganz anderen Welt.
- 51:11Und bei mir ist es halt so, wenn die Leute kommen von der gestressten Arbeit,
- 51:15die sind bei mir schon gleich fünf Stufen ruhiger und lassen sich halt einfach drauf ein.
- 51:20Es ist unglaublich schön.
- 51:23Und ich habe auch Mitglieder, das ist total lustig.
- 51:26Mit denen habe ich mich auch weiter drüber unterhalten.
- 51:29Angesehener Notar, der hat dann, er bringt ab und zu seine Mitarbeiter mit
- 51:34und die sieben sich dann untereinander und ich tut sie so.
- 51:37Es ist so unglaublich, amüsant, das auch so ein bisschen mitzubekommen.
- 51:42Aber wir belächeln uns dann immer einfach und müssen tatsächlich auch drüber lachen.
- 51:46Also ich mag das sehr gerne, die Kommunikation untereinander bei uns.
- 51:50Großratig, finde ich, finde ich toll.
- 51:52Also da, so großen, großen Respekt davor.
- 51:55Guter Ort bei euch, um Wein zu trinken oder ist es im Keller eher schwierig?
- 52:01Also Temperatur ist perfekt, wahrscheinlich auch zum Wohlfühlen perfekt, Luftfeuchtigkeit.
- 52:04Ist, glaube ich, nicht schlecht.
- 52:07Aber so im Allgemeinen, die Atmosphäre, ist das also dieses luftiges Weite
- 52:12oder findest du, es gibt perfekte Orte, um einen Wein absolut optimal zu trinken?
- 52:17Nee, überhaupt nicht.
- 52:19Also wenn man wirklich konzentriert verkostet, finde ich unseren Tastingum halt echt perfekt.
- 52:24Weil es ist halt ein neutraler Raum, du wirst nicht abgelenkt von irgendwas und du hast keine Fremdgerüche.
- 52:29Das heißt eigentlich, es ist ein Raum, der perfekt abgestimmt ist auf das Wein trinken und auf das Einlassen auf den Wein.
- 52:35Also du brauchst schon einen Raum, wo du A) deine Ruhe hast, B) ein gleichbleibendes Licht hast, damit du halt auch nicht abgelenkt wirst.
- 52:44Klar, ich sage jetzt mal schon, bei uns könnte es ab und zu heller sein, damit du dann die Farbe vom Wein besser erkennen kannst.
- 52:50Aber das ist dann meckern auf hohem Niveau.
- 52:53Ansonsten finde ich das schon vom Trinken her, vom Ablenken her und so weiter, bei uns echt super.
- 52:59Oder optimal auch einfach, um Weinverkostung zu machen, um konzentriert Weinverkostung zu machen.
- 53:04Wenn man jetzt wirklich mit Freunden da ist, ob man jetzt mit Freunden eine Flasche Wein trinken möchte,
- 53:11sich gar nicht unbedingt über den Wein unterhalten möchte, da finde ich beispielsweise auch Locations direkt in der Sonne.
- 53:17Also wenn im Sommer die Sonne scheint und es warm ist, würde ich auch nicht unbedingt zu mir in die Weinbeeren runterkommen.
- 53:24Bei dir den Wein dort aber weitaus besser probieren kannst im Außenbereich.
- 53:29Also wenn du draußen in der Sonne bist, nimmst du nur 50% des Weines wahr.
- 53:32Also allgemein im Außenbereich nimmst du nur ungefähr 60-70% des Weines wahr.
- 53:38In der Sonne, wenn du halt noch krasser beeinflusst bist durch diese extreme visuelle Ablenkung,
- 53:43was du eben auch gerade gesagt hast, was man nicht unterschätzen darf.
- 53:46Hier bei euch dann, wenn dich eingeschränkter ist, durch das Licht, durch eben die gleichbleibende Atmosphäre,
- 53:51nimmst du den Wein vielleicht um 80-90% wahr.
- 53:54Und vor dem her ist das vielleicht nicht so viel Atmosphäre, vielleicht nicht so viel Wohlfühlen.
- 53:59Da musst du Alkohol mehr leisten, damit du entspannt.
- 54:03Aber rein von der Analytik ist es super.
- 54:07Total, deswegen mein ich, wenn du wirklich mit Freunden einfach nur was trinken möchtest und nicht Wein verkosten möchtest,
- 54:13würde ich eher in die Sonne gehen.
- 54:15Wenn ich aber sage, ich möchte Wein verkosten und den Wein besser verstehen, finde ich es halt bei mir unten total gut.
- 54:20Es ist halt immer so ein bisschen die Sache, was möchte man.
- 54:23Für eine Weinverkostung zu uns, für einfach so in der Sonne ein Wein schlürfen,
- 54:28ist man bei uns halt dann Fehler am Platz.
- 54:30Aber was ich halt total schön finde, und das schätze ich sehr,
- 54:33ist, dass die Mitglieder 24/7 Zugang haben.
- 54:36Wir kennen es alle, wir sitzen in einem Restaurant, wir haben eine unfassbar schöne,
- 54:41ich will grad sagen, Community unter anderem.
- 54:44Also wir sind mit den richtigen Menschen da, wir haben ganz tolle Gespräche miteinander.
- 54:47Man hat noch Lust, eine Flasche Wein zu trinken, die Kellner im Restaurant machen,
- 54:51aber schon Druck, weil die Feierabend machen möchten.
- 54:53Ja, trinkt ruhig in Ruhe aus, wir würden aber gern schon abkassieren.
- 54:56Da fühlt man sich halt dann auch unruhig.
- 54:58Und dann kann man aber sagen, hey, ich habe ein Fach in der Weinbank,
- 55:04komm lass uns da hingehen, da können wir noch in Ruhe eine Flasche Wein trinken.
- 55:07Bei uns ist es halt so, es ist mir völlig egal, ob noch drei oder vier Tische da sitzen oder nicht, ich gehe.
- 55:13Und das liebe ich halt.
- 55:15So die Gäste oder meine Mitglieder haben keinen Stress, dass sie gehen müssen.
- 55:18Ich habe keinen Stress, dass ich auf die Mitglieder unbedingt warten muss.
- 55:22Und da ist es ein ganz ganz anderes Miteinander.
- 55:24Natürlich ist es so, dass ich sage, hey, darf ich euch schon abkassieren.
- 55:27Aber selbst, wenn ich Abrechnung gemacht habe und noch da bin und die Mitglieder sagen,
- 55:31Boah, Katharina, ich möchte unbedingt noch den Wein haben, dann gebe ich den raus und sagt den halt einfach,
- 55:36hey, schreibe ihn einfach auf.
- 55:38So, dann haben wir da so ein Papierzettel, wo sie dann ihre Fachnummer aufschreiben, den Wein aufschreiben.
- 55:43Und dann buche ich es halt nächsten Tag nach.
- 55:45Also bei uns ist wahnsinnig viel auf Vertrauensbasis.
- 55:48Bist du manchmal, dass du morgens reinkommst und denkst, oh, da haben manche 24/7 wirklich wahrgenommen
- 55:55und da waren auch irgendwie die große Session nach dem Restaurantbesuch?
- 56:00Nee, toll, toll, toll. Also klar, es liegt an uns so, wenn du dich denkst, oh, hier war aber viel los.
- 56:06Bei uns kommt jeden Morgen um 7 Uhr die Reinigungsschirma.
- 56:09Und die macht einfach komplett alles sauber bis 9 Uhr.
- 56:12Die arbeiten vor, bevor du kommst.
- 56:14Ja, total, total.
- 56:16Und ich sehe dann halt immer, wir bringen halt abends immer das ganze Lehrgut weg
- 56:21oder die ganzen leeren Flaschen.
- 56:23Und wenn ich dann nächsten Tag zur Arbeit komme und es ist komplett voll, dann weiß ich halt, was los war.
- 56:28Aber ansonsten ist es echt schön.
- 56:31Also immer, wenn ich zur Arbeit komme, ist die Weinbank komplett aufgeräumt und sauber.
- 56:35Wann ist für dich der perfekte Moment für Wein?
- 56:37Also ist es mittags in der Sonne?
- 56:39Ist es abends bei dir bei der Analytik, wenn du in eurem Tastingroom bist?
- 56:43Ist es auf einer Probe?
- 56:45Ist es beim Wettbewerb, wo du ja auch von berichten kannst?
- 56:49Wann kann man Weinoptimal genießen?
- 56:52Genießen oder analysieren.
- 56:55Vielleicht sowohl jetzt auch.
- 56:57Also der perfekte Moment für Wein, je nachdem wie man ihn sehen möchte oder wie man ihn werten möchte.
- 57:03Weil Wein ja viele Sachen kann und auch denbar ist in seiner Präsenz.
- 57:10Also ich schreibe ja auch für Freistaff und dafür koste ich tatsächlich immer gern am liebsten morgens.
- 57:16Weil morgens bin ich noch komplett unvoreingenommen und mein Gaum ist noch ganz neutral.
- 57:22So dass es mir einfacher fällt, morgens zu verkosten und für die das zu machen.
- 57:27Wenn ich aber mit Freunden was mache, ich mag es beispielsweise total gerne Daydrinking.
- 57:33So um 14, 15 Uhr treffen, dann öffnet man eine Erste, weil es in der Sonne einen schönen Kaby.
- 57:39So, ich finde am Anfang zu starten mit eher was Unkomplizierten ganz gut oder halt mit dem Champagner.
- 57:46So und dann wirklich so ein bisschen in die Verkostung reinzugehen.
- 57:50Dass man da erstmal so ein bisschen Smalltalk hält, sich über Gott und die Welt unterhält.
- 57:56So oder halt ein bisschen intimer und dann aber wenn man Wein verkostet sich auch über den Wein unterhält.
- 58:01Und da finde ich dann nachmittags frühen Abend aber ganz gut.
- 58:04Weil je später die Nacht ist so unkomplizierter wird es im Endeffekt auch.
- 58:10Aber wir kennen es doch alle, am Ende machst du dann trotzdem wieder die besten Weine auf.
- 58:14Wo du denkst so, eigentlich ist das jetzt voll perl von die Säue.
- 58:19Total, das hatte ich so oft, wo ich den am nächsten Tag sagte, schade, den hast du eigentlich für einen besonderen Moment aufgehoben.
- 58:28Das ist noch nicht mal so, dass man da irgendwelche Slingmessen macht, sondern wenn man einfach Lust darauf hat.
- 58:33Auf der anderen Seite ist das ja auch wiederum schön, wenn man sagt, jetzt habe ich Lust darauf.
- 58:36Und ich verkopfe den Wein nicht, sondern ich kann da einfach.
- 58:39Und wenn der Wein das dann halten kann, dann hat er eigentlich alles geschafft, was er leisten konnte, durfte sollte oder was ich von ihm erwartet habe.
- 58:47Und das ist dann absolut, finde ich perfekt.
- 58:50Total. Wenn du die Weine dann trinkst, denkst du aber in Wein oder denkst du dann in der Kombination von Wein und Speisen?
- 58:59Eigentlich habt ihr ja keine Speisen in der Weinbank.
- 59:03Wie siehst du Wein als singuläres Element oder als Kombinationspartner zu irgendwas oder irgendwen?
- 59:10Nee, tatsächlich als singulär. Also nur den Wein selber. Wie du schon gesagt hast, wir haben halt nicht großartig Speisen.
- 59:18Wir haben halt so ein bisschen Wurstkäse. Auf Vorbestellungen arbeite ich auch mit unterschiedlichen Cateringunternehmen zusammen.
- 59:25Aber da mache ich es eher selten, dass ich den Wein wirklich auf die Speise abstimme.
- 59:31Weil wenn ich ein Cateringpartner habe, dann ist es meistens eher so, dass ich für Großveranstaltungen sind.
- 59:37Und da arbeitet man halt wie im normalen Restaurant einfach mit einer Weinbegleitung eher so für den ganzen Abend.
- 59:47Also bei mir ist es immer so, wenn ich eine Bankett-Veranstaltung habe, dann gibt es bei mir mal zwei Weißweine und zwei Rotweine,
- 59:54weil du damit halt alles abdecken kannst, alle Geschmacksrichtungen.
- 59:57Also es ist immer ein Riesling und ein Bogunder. Das ist für die komplizierteren oder für die Gäste,
- 1:00:03die ein bisschen mehr Säure mögen oder die es halt auch ein bisschen kraftvoller und ein bisschen komplexer mögen.
- 1:00:08Da habe ich dann immer den Riesling und da gehe ich dann auch direkt schon auf gerne ein bisschen was gereifteres oder angereifteres Formulämes so rum.
- 1:00:17Nicht auf den aktuellen Jahrgang und beim Bogunder gehe ich immer gerne auf den aktuellen Jahrgang,
- 1:00:21dass du da dann was junges Frisches hast, damit du die breite Masse abholen kannst.
- 1:00:26Bogunder ist bei dir in Weide aus dem Burgund oder Grauburgunder, Weißburgunder?
- 1:00:30In dem Fall Weißburgunder.
- 1:00:34Also eigentlich habe ich immer ein Weißburgunder im Offen aus.
- 1:00:38Also im Bankett habe ich immer ein Weißburgunder, ein Riesling.
- 1:00:41Und sind das da Mittelklasseweine, Einstiegsweine, Highendweine, weil ihr die Weinbank seid?
- 1:00:47Bei mir gibt es unterschiedliche Weinenverkostungen.
- 1:00:52Beispielsweise gehe ich heute auf dem Außerhaus, wo ich das Thema Alte Welt gegen Neue Welt habe.
- 1:00:58Und da ist es wirklich Highendweine.
- 1:01:01Da haben wir von Domingues Chausson, Mercerine, Primer Crue, Lechon Martin,
- 1:01:10und gegen einen 2022 Karia Chardonnay von Staxi's Wine Cellars.
- 1:01:17Also da geht es wirklich auch darum, den Unterschied zu schmecken zwischen Frankreich und Kalifornien.
- 1:01:25Und dann habe ich von Hamilton Noissel den Pinot Noir aus Südafrika,
- 1:01:29gegen 2014 der Pinot Noir Königsbacher von Heidlinger, großes Gewächs.
- 1:01:35Also dann gehe ich halt je nach dem, was du halt von mir haben möchtest,
- 1:01:39gehe wird es komplex oder halt auch eben nicht.
- 1:01:43Ich sage jetzt noch, meine Einstiegsweinbegleitung ist eher Ortswein.
- 1:01:50Findest du das für eine Party, wo dein Catering eher angemessen oder findest du es kann nie gut genug sein?
- 1:01:57Nein, ich finde es für das Catering angemessen.
- 1:01:59Also ich sage jetzt mal, ich gehe heute auch auf die, ich sage jetzt mal anfangs,
- 1:02:03"alte Welt gegen neue Welt", das ist ja schon wirklich ein High-End-Thema.
- 1:02:07Also das ist aber auch mit Moderation verbunden.
- 1:02:09Da nehme ich aber dennoch den Easy-Drinking-Wine mit,
- 1:02:15weil ich mache ab und zu für Range Rover-Veranstaltungen bei mir,
- 1:02:20und das machen wir immer Themenbezogen, und das kostet auch ein bisschen mehr.
- 1:02:27Das heißt, ich habe da richtig Budget auch, um richtige Weine auszuwählen.
- 1:02:31Das habe ich bis jetzt zweimal gemacht.
- 1:02:33Ein Reise durch Frankreich und einmal Deutschlands Eikenweingüter.
- 1:02:39Und da habe ich halt auch jedes Mal gemerkt, eigentlich kommen die Gutsweine,
- 1:02:44die einfachen Weine am besten an bei der breiten Masse.
- 1:02:48Das heißt, diese ganzen großen Gewechsel, das ganze High-End, das ist wirklich nörd, nördig.
- 1:02:53Und da muss man halt einfach auf alles abgedeckt sein.
- 1:02:56Klar, ich habe da jetzt beide Weinbegleitungen, die ich da mache.
- 1:02:59Dennoch habe ich für die Leute, die sagen, das ist mir viel zu kompliziert, viel zu komplex.
- 1:03:04Was ich halt auch nachvollziehen kann, habe ich dann noch den Easy-Drinking-Wine mit.
- 1:03:09Mir tut es nicht weh, wenn ich dann noch zusätzliche Weine mit dabei habe.
- 1:03:13Das braucht man ja auch nicht abrechnen,
- 1:03:15weil in der Weinbegleitung hast du ja eigentlich viel teurere Weine damit dabei.
- 1:03:19Dass ich einfach sage, dass du einfach mehr Leute abholen kannst.
- 1:03:25Ob du den jetzt am Ende aufmachst oder nicht, das wird man dann im Laufe des Tages sehen.
- 1:03:29Aber wichtig ist halt, auf alles vorbereitet zu sein.
- 1:03:33Findest du, es sollte Grenzen beim Wein nach unten oder nach oben gehen, rein wirtschaftlich?
- 1:03:37Nach unten auf jeden Fall.
- 1:03:39Definitiv.
- 1:03:40Wo sind die bei dir?
- 1:03:41Also wo würdest du Weine niemals, egal Preis für ein Endverbraucher.
- 1:03:45Und da fünf Euro.
- 1:03:46Und da fünf Euro nicht kaufen.
- 1:03:47Nee, funktioniert überhaupt nicht.
- 1:03:48Egal, woher der kommt.
- 1:03:49Egal, woher der kommt.
- 1:03:50Weil, was man halt nicht vergessen darf.
- 1:03:55A, die Flasche kostet Geld, das Verkorken kostet Geld, die Etiketten kostet Geld.
- 1:04:01So, und dann kostet das ganze Personal Geld.
- 1:04:03Selbst wenn ich mit einer Maschine da durchfahre, muss der trotzdem das Personal immer so ein bisschen gucken,
- 1:04:08wie die Weinreben, muss gegebenenfalls noch Weinreber ausgetauscht werden.
- 1:04:12Welche Trauben sind nicht gut, dass du in eine Vorlese gehst und so weiter.
- 1:04:16Und wenn du da dann Wein für 1,99 kaufst.
- 1:04:19Und der kommt gegebenenfalls noch aus dem Ausland.
- 1:04:22So, dann ziehst du die Flasche ab, dann ziehst du den Transport ab, dann ziehst du den Korken ab.
- 1:04:25Oder den Schraubfischlust des Etikett.
- 1:04:27Was ist denn da dann noch für eine Qualität drin?
- 1:04:30So.
- 1:04:31Und das finde ich halt so ein bisschen, wo ich sage, da sollte man viel mehr die Winzer unterstützen.
- 1:04:37Dass man sagt, ich kaufe keinen Wein mehr für unter fünf Euro.
- 1:04:40Weil da kann halt, auch wenn mich jetzt andere dafür hassen, aber keine gescheite Qualität drin sein, so.
- 1:04:47Da muss halt auch einfach ein bisschen Geld für in die Hand genommen werden.
- 1:04:53Und ich meine, fünf Euro ist nicht viel Geld, so.
- 1:04:57Dass ich sage, das kann ich mir jetzt nicht leisten.
- 1:05:00So, da finde ich einfach, dass man da viel mehr die Winzer und auch generell den Weinbau unterstützen sollte.
- 1:05:07Dass wir da sagen, hey, wir legen Wert eher auf Qualität als auf Quantität.
- 1:05:12Bin ich ganz wohl bei dir.
- 1:05:14Also, ich würde es wahrscheinlich sogar noch höher ansetzen und würde es wahrscheinlich bei sieben bis zehn Euro ansetzen.
- 1:05:19Einfach auch mit dem hinter Gedanken, dass Wein in dem Augenblick nochmal anders gewertschätzt wird.
- 1:05:26Und eine andere Wertigkeit bekommt, dass es eben nicht im Wasserpreis hat.
- 1:05:31Und man ist einfach dringend, sondern dass man oftmals tut Geld weh.
- 1:05:35Man dem dann in dem Augenblick noch eine andere Wertschätzung entgegen bringt.
- 1:05:39Und das Gesamtsystem dann irgendwo unterstützt.
- 1:05:42Also dann teilweise in Richtung natürlichen Weinbauschaut und so weiter.
- 1:05:47Was dann ja aufwendiger und oftmals auch teurer ist.
- 1:05:50Und somit, ja, dann einfach den Einstiegspreis auch nach oben hebt.
- 1:05:55Gibt es nach oben Grenzen bei dir, wo du sagst, es ist völliger Blödsinn.
- 1:05:58Es sind beiden so viel kostet.
- 1:06:00Sagst du, hey, jedem Tierchen sein Blödsirchen und wenn, wenn halt ein XY-Bugunder oder Riesling oder wie auch immer halt vier oder fünfstellig kostet.
- 1:06:11So, so what?
- 1:06:13Angebot und Nachfrage, ne?
- 1:06:16So, es ist halt, ja, ich habe auch meine persönlichen Grenzen beim Wein ausgeben.
- 1:06:24Wo sind die?
- 1:06:26Also jetzt abgesehen davon, dass man sich manchmal jetzt nicht leisten kann.
- 1:06:29Rein vom emotionalen, vom ethischen.
- 1:06:31Wo wären deine Grenzen, wo du sagst, er möchte dich.
- 1:06:33Da kaufe ich mir lieber ein Auto.
- 1:06:35Ja, aber weißt du, was ich so spannend finde?
- 1:06:38Deine Aussage, wenn man sich die Weine nicht leisten kann.
- 1:06:41Das finde ich beispielsweise eine komplett falsche Aussage, nicht leisten möchte.
- 1:06:45Weil jeder kann sich ein Wein leisten auf einer gewissen Art und Weise.
- 1:06:50Weil man muss halt dann woanders Abzüge machen.
- 1:06:54Na, ob ich jetzt 99 Euro für ein Fitnessstudio zahle oder mir dann einmal im Jahr ein Wein leiste für 600, 700 Euro.
- 1:07:03Ist halt, ist halt so eine Sache.
- 1:07:05Wenn ich das Geld habe, freue ich mich immer total über die Leute, die sagen, hey, ich gebe es aus.
- 1:07:10Aber nicht schleißen können und nicht schleißen wollen sind für mich da tatsächlich zwei Unterschiede.
- 1:07:17Stimmt, richtig. Die komplett bei, also komplett falsch formuliert von mir.
- 1:07:21Nein, ist ja richtig, ist ja komplett richtig.
- 1:07:25Ob ich jetzt ein zweites Handy brauche oder unbedeckte Urlaub dahin fliege.
- 1:07:29Oder ob ich mir eine Flasche Petrus, Leroy, was auch immer kaufe und sage, okay, das ist mein Urlaub und den mache ich mir heute Abend.
- 1:07:37Genau.
- 1:07:38Und ist auch dann wiederum allein aus der Formulierung heraus eine komplett andere Betrachtung dem Wein, der Weinwelt.
- 1:07:46Oder eben auch dieser preisintensiven Situation gegenüber.
- 1:07:50Ja.
- 1:07:51Daher also, danke für die Richtung, richtig Stellung. Jetzt die andere Wange, bitte.
- 1:07:57Also ich tatsächlich bin so bei mir, wenn ich sage, ich bin mit Freunden irgendwie aus,
- 1:08:02ist so meine Grenze für Wein ausgeben, 250 Euro für eine Flasche im Restaurant.
- 1:08:10Ich muss aber dazu sagen, durch die Weinbank und wir haben halt eine komplett andere Preisstaffelung,
- 1:08:17dann bin ich halt auch wahnsinnig verwöhnt, was die Preise angeht.
- 1:08:21So, wir haben halt eine Kalkulation mal 2 mal 1,5 mal 1,25 so ungefähr bei den teuren Sachen.
- 1:08:28Weil ich sage mal, ich habe da nichts davon, wenn ich ein Wein für 100 Euro einkaufe und den für 300 Euro auf die Karte setze.
- 1:08:34Ja, natürlich habe ich einen Gewinn von 200 Euro, aber wenn ich jetzt ein Wein für 6 Euro einkaufe und den für 30 Euro auf die Weinkarte setze,
- 1:08:41dann habe ich einen Gewinn von 20 Euro. Also warum muss ich denn bei den heil- oder bei den teureren Wein,
- 1:08:46warum muss ich da dann die gleiche Kalkulation raufschlagen wie bei den günstigen?
- 1:08:50So, und wenn du das nicht machst, dann findest du echt den Restaurants ab und zu so richtige Schätze.
- 1:08:55Ich sage mal, so ein kleines Trüffelschwein, wenn man, wenn man den Sonne-Weinkarte guckt,
- 1:08:59dabei ich meine 250 Euro für ein Wein, ist halt auch schon wieder wahnsinnig viel Geld, ne?
- 1:09:04So, da ist dann halt so meine persönliche Grenze, wo ich sage, bis dahin habe ich noch Spaß
- 1:09:10und mich immer total gern drauf ein, aber in der Regel freue ich mich auch darüber,
- 1:09:1470 Euro Weine auf der Weinkarte zu finden, wo ich sage, boah, hier stimmt jetzt das Preis-Leistungs-Verhältnis
- 1:09:19und lieber trinke ich in einem Restaurant eine Flasche Wein als zwei Flaschen Wein zu trinken,
- 1:09:23wo ich dann nur die Hälfte an Spaß habe.
- 1:09:41Kann ein Rosewein so authentisch, so typisch und so einzigartig sein,
- 1:09:48dass er als Sinnbild für eine Region stehen kann?
- 1:09:52Vielleicht kann er das.
- 1:09:53Jedoch nur, wenn er aus einem so visionären Haus wie dem Hause Markowicz stammt.
- 1:09:58Und Markowicz ist eines der Weingüter weltweit, die man einfach kennen muss.
- 1:10:03Und natürlich, wenn man Gerhard und Johanna Markowicz erwähnt, dann kommt man nicht umhin auch sein Gebiet.
- 1:10:08Das, welches er maßgeblich geprägt und für dessen Aufblühend er mitverantwortlich ist, zu erwähnen.
- 1:10:13Das Kanuntum. Kein Jamster, ein Klassiker.
- 1:10:17Ein fast 2000 Jahre alter Klassiker.
- 1:10:21Glaubt ihr nicht?
- 1:10:22Ja.
- 1:10:23Der Weinbau und Kanuntum reicht bis in die römische Antike zurück.
- 1:10:26Und damals war Kanuntum nicht ein 920 Hektar großes Gebiet, das man kennenlernen kann, Kanuntum kannte jeder.
- 1:10:33Denn es war einst römische Hauptstadt der Provinz Panonien.
- 1:10:38Mit 50.000 Einwohnern und einer extrem reichen Weinkultur.
- 1:10:42Kanuntum, östlich von Wien, im Niederösterreichischen Donauraum zwischen Wien und Bratislava, ist eigentlich richtig präsent.
- 1:10:50Ist eigentlich richtig prominent, ja so prominent, dass sogar eine Klimasituation nach diesem Gebiet benannt wurde.
- 1:10:55Das panonische Klima, geprägt von heißen, trockenen Sommern und kalten Winter mit starken, kontinentalem Einfluss.
- 1:11:02Und kaum ein Klima passt besser zu den Bodenfassetten von kalkhaltigem, lösüberschattigen Schotterböden bis hin zu schweren Lehm- und Tonböden.
- 1:11:12Kaum ein Klima kann derart einzigartige und strukturierte Rotweine, mineralische Weißweine und ja, und den habe ich in Sinn, karaktervolle Roseweine erzeugen.
- 1:11:22Ja, meine Damen und Herren, liebe Freude, Schwein, Zommys, Winzer, Journalisten, wer auch immer zuhört, lasst uns durch die Sonnen durch fluteten Hügel des Kanuntum reisen.
- 1:11:31Wo die Donau wie ein silberner Faden glitzert und die Weinberge Geschichte von Jahrhunderten, nach was sage ich, Jahrtausenden flüstern.
- 1:11:39In Götelsbrunn, wo die Reben seit Generationen die Erde umarmt, wurde ein Wein geboren, der nicht nur den Gaumen, sondern und ich finde, das kann, eigentlich fast nur Rosé, die Seele berührt.
- 1:11:51Der Markowitsch Madonna Rosé 2022. Und dieser Tropfen ist nicht bloß ein Rosé, er ist ein Epos, gewoben aus der Leidenschaft einer Familie, der Kraft eines uralten Terroirs und dem Mut, Tradition mit Zukunft zu vereinen.
- 1:12:07Ok, stellt euch vor, dass Jahr 1990 als Gerhard Markowitsch ein Mann mit Visionen die Züge des Familienbetriebes in Götelsbrunn übernahm.
- 1:12:15Wenn ich sage, damals klingt das irgendwie so ewig her. Und klar, es war im letzten Jahrtausend, aber eigentlich sind es nur und schon immerhin 30 Jahre.
- 1:12:25Aber im Verlauf der Weltweingeschichte sind 30 Jahre eigentlich nichts.
- 1:12:31Und umso erstaunlicher ist es, was Gerhard Markowitsch geschaffen hat. Dieses Weingut war damals ein, ja eigentlich fast alle und gerade im Kanundum, im Kanundum der 90er Jahre, ein gemischter, landwirtschaftlicher Betrieb, wo Getreide und Zucker rüben eigentlich die Hauptrolle spielten.
- 1:12:49Und der Weinbau noch reine Nebenbühne war. Doch Gerhard sah mehr. Er sah das Potenzial des Kanundum, einer Region, die in ihrer Art, gut, das sagt man über jede Region,
- 1:13:00aber hier ist es besonders einzigartig ist. Und mit unermüdlichem Einsatz und einem ungedrückten Gespür für Qualität verwandelt er das Weingut in einen Leuchtturm der österreichischen Weinwelt.
- 1:13:11Heute erstrecken sich die Weinberge über fast 40 Hektar. Ergänzt durch Trauben von weiteren 60 Hektar. Ja und die Weinbauern sind stolz, ihre Trauben zu Markowitsch zu liefern.
- 1:13:23Denn nicht zuletzt für seinen Zweigel, für seinen blaufränkischen Weltberühmtes. Ja, vielleicht ist es das. Vielleicht ist es aber auch einfach die Philosophie des Hauses Markowitsch.
- 1:13:31Die vier Säulen, auf denen dieses Weingut ruht. Geduld, Ballons, Präzision und Leidenschaft.
- 1:13:39Ein guter Wein entsteht nicht einfach über Nacht, sagt Gerhard Markowitsch. Er braucht Zeit, um seine Geschichte zu erzählen.
- 1:13:47Lebendig die Säure, am Gaumen in ganz spritzig und herrlich animierend der Abgang. Das zarte Roségold.
- 1:13:55Mit silberfarmen Reflexen, ein Geschenk für die Augen, zarte Kräuternoten, reife Kürschbruchten.
- 1:13:5913 Volumenrutschen, 1,5 Gramm Restzucker, 6 Gramm Säure bieten eine perfekte Balance zwischen Frische und Struktur.
- 1:14:08Also eben keiner der verkitschten überzuckerten Rosés, die als Fruchtbomben daherschreiten und zu Betören versuchen.
- 1:14:16Sondern Klarheit, Frische, Präzision. Und ein Rosé, den man spielen bis 2030 liegen lassen kann.
- 1:14:23Einer der wenigen Rosés, die man einfach trinken kann, die lebendig die Frisch, die animierend sind.
- 1:14:29Aber dies selbst mit Fleischgerichten, mit geschmorten Gerichten aufnehmen, versucht es.
- 1:14:34Im Kleinglas, im großen Glas fordert diesen Wein, betont diesen Wein.
- 1:14:39Und ihr werdet Rosé von einer ganz neuen und bewussten Seite erleben.
- 1:14:44Vielen Dank für dieses Erlebnis, Johanna und Gerhard Markowicz.
- 1:14:47Und ein großes Dankeschön, dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:14:52Ergerzt dich, wenn ein Restaurant die Preise komplett überzieht, also wenn sie in Richtung mehr Umsatzspanne denken und sagen, wir brauchen das einfach.
- 1:15:11Verduckt ihr das die Freude am Weide? Oder sagst du, hey, jeder, wie er möchte und wenn die so entscheidet, dann ist das halt...
- 1:15:19Nee, ich arbeite auch für mein Geld. Dann bestelle ich lieber gar kein Wein tatsächlich,
- 1:15:25wenn ich die Preise zu teuer finde. Weil ich einfach sage, wenn ein Wein jetzt 50 Euro kostet,
- 1:15:30brauche ich den nicht für 200 Euro auf der Weinkarte haben. Ich muss doch keinen Gewinn
- 1:15:37von 200 Euro haben. So, es reicht doch, wenn ich ein Gewinn von 100 Euro habe oder von 50 Euro,
- 1:15:43du hast doch viel mehr davon, wenn du dann von der Weinflasche zwei Flaschen verkaufst, als wenn
- 1:15:49du von einem günstigen Wein zwei Flaschen verkaufst und dann eine Gewinnspanne von 20,
- 1:15:5230 Euro eine Proflasche hast. Also das ist dann schon so, dass ich mich ein bisschen über die
- 1:15:58Preisspanne ärgere. Da ist aber weniger, dann tatsächlich, wenn nur 150 Euro in die Hand nimmst,
- 1:16:04kriegst du schon auf jeden Fall mehr Wein im Glas. Wann trinkst du Wein? Also losgelöst,
- 1:16:10wenn du sagst, du bist aus, aber du bist mit Freunden, so einfach, gibst bei dir einen Alltagswein,
- 1:16:15hast du jeden Tag irgendwie deine 0-1 oder 1-0 oder wann trinkst du leidenschaftlich Wein,
- 1:16:21ohne ihn zu digestieren? Tatsächlich, wenn ich frei habe und mit Freunden unterwegs bin oder die
- 1:16:28dann bei mir zum Kochen sind. Ich habe jetzt eine Freundin am Montag zu Besuch gehabt, da haben wir
- 1:16:34dann eine Flasche Wein aufgemacht, aber dann war es gleich auch bis klar, es gab Spargel,
- 1:16:38jetzt vor fünf war Silvana. Also da gehen wir dann auch direkt auf Eiweil genuss. Haben wir eine
- 1:16:43Flasche Wein zu zweit getrunken und das war total schön. Ja und klar, ich sage jetzt mal,
- 1:16:50jeder hat sein Daily-Drinker-Wein zu Hause, weil du suchst ja die Weine so ein bisschen aus nach
- 1:16:57den Freunden, mit denen du unterwegs bist oder die halt bei dir zu Besuch sind. Du kannst ja nicht
- 1:17:02bei jedem immer ein großes Gewächs oder sonstiges aufziehen, weil viele, ich sage jetzt, ich werde
- 1:17:07es nicht sagen, viele verstehen es nicht, aber viele verstehen es nicht. Da ist es so, da möchtest du nicht
- 1:17:14verstehen oder überfordert dir, also ich finde, ein großartiger Wein fordert auch, also wie eine
- 1:17:19großartige Musik auch fordert und manchmal überfordert das und dann sagt halt auch jemand,
- 1:17:23keine Ahnung, kannst du nicht eine andere Musik anmachen oder kannst du nicht was weniger anstrengendes
- 1:17:27machen und so ist beim Weih manchmal auch. Wenn du halt zu viel Säure, zu viel Struktur, zu viel
- 1:17:31Tanine, zu viel Aromen oder sonst irgendwas hast, dann kann das manch ein überfordern und dann
- 1:17:38kippt die Stimmung aufgrund des Weines. Ja, also ich suche jetzt sage jetzt auch immer, man sucht ja
- 1:17:43den Wein zusammen mit den Freunden aus, mit denen man unterwegs ist, da muss man sich halt auch so
- 1:17:48ein bisschen anpassen. Also ich habe auch Freunde, da weiß ich ganz genau, die freuen sich extrem doll,
- 1:17:52wenn ich ein großes Gewächs aufmache, die freuen sich aber auch genauso doll, wenn ich einfach nur
- 1:17:56einen richtig guten Ortsfein aufmache, weißt du, da ist es so einfach egal, da geht es wirklich um den
- 1:18:00Genuss, schmeckt der Wein, schmeckt der Wein nicht. So, und so suche ich halt dann einfach den
- 1:18:06Freunden entsprechend die Weine aus, aber halt auch immer so, dass ich sage, ich habe selber Spaß
- 1:18:12dran. So sollen wir eigentlich nochmal den Terredis San Leonardo probieren. Ich habe witzigerweise den
- 1:18:1921 Jahren nicht im Glas gehabt, deswegen interessiert es mich schon sehr, wie der sich präsentiert.
- 1:18:24Eigentlich ist es ja im Brückenschlag auf der einen Seite Bordeaux, was ja bei dir durchaus ein
- 1:18:32Thema ist. Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass nicht wenige deiner Gäste Richtung
- 1:18:37Italien zum Urlaub machen fahren, beziehungsweise da 35 Ferienhäuser haben, beziehungsweise die
- 1:18:45Weine daher kennen und die wahrscheinlich auch in den ein oder anderen Fächern irgendwo
- 1:18:49schlummern und da dachte ich irgendwie passt Italien zur Hamburg, finde ich, oder? Ja, total, voll. Und
- 1:18:59vor allem halt. Deswegen dachte ich hier Dolomiten, ihr habt keine Berge, warum nehmen wir die nicht in
- 1:19:04Weinform mit nach Hamburg? Nee, finde ich super. Vor allem weil ich auch selber gerne so ein bisschen
- 1:19:11Richtung Bordeaux gehe. Da hast du schon echt den richtigen Wein rausgewucht. Wie gehst du an so
- 1:19:16ein Wein ran? Wenn du die Flasche verkostet, wenn du den jetzt kennenlernst von mir aus für die Karte,
- 1:19:21ist A, was immer so ein bisschen blöd ist, aber wäre das Etikett da für dich wichtig? Wäre ich
- 1:19:29das in der Form eigentlich relativ interessant und recht auch stylisch finde, aber ist sowas für
- 1:19:36dich irgendwie ausschlaggebend? Oder ist das eigentlich total egal? Wäre der auch mit den
- 1:19:40Gästen oft konfrontiert, die sagen, ich kaufe mal noch Etikette und sonstigen, aber ist das wirklich
- 1:19:45wichtig? Oder ist es total okay? Ich muss zugeben, dadurch dass ich halt ein Weinklub bin, steht
- 1:19:54bei mir der Wein im Vordergrund und nicht das Etikett. Und dementsprechend ist das Etikett
- 1:20:00bei uns egal. Ich mag überfüllte Etiketten nicht so gern, ich mag tatsächlich diese schlichte
- 1:20:08elegante, was der halt einfach mit sich bringt. Wir hatten witzigerweise vor drei Wochen,
- 1:20:15bin ich in die Weinberg reingekommen, Mitglieder kommen ja 24/7 rein. Die sind ja schon seit
- 1:20:20heute Morgen um 9 da gewesen oder seit morgens um 9 und haben Weine verkostet, ob sie den Wein
- 1:20:25vielleicht ins Sortiment mit aufnehmen wollen. Und dann hat er mich auch ernsthaft gefragt,
- 1:20:29wie ich das Etikett finde. Weil ich zu ihm gesagt habe, ich sei mir nicht böse, aber das Etikett
- 1:20:34finde ich ganz schrecklich. Und da war halt auch der Winter mit, da habe ich halt auch gefragt,
- 1:20:39weil wir haben ja bei uns im Laden, haben wir ja so eine komplette Weinwand, da stehen so
- 1:20:45ungefähr 200 Flaschen Wein. Und dann habe ich sein Wein einfach mal dazwischen gepackt und habe
- 1:20:50ihm selber gefragt, wie er den Wein zwischen den anderen Etiketten findet. Und dann hat er auch
- 1:20:55gesagt, ja okay, es ist vielleicht einfach ein bisschen zu viel. Ja. Und deswegen, toi, toi,
- 1:21:02bei uns ist jetzt nicht unbedingt das Etikett im Vordergrund. Aber wenn ich mich mit Gästen auf
- 1:21:10Großveranstaltungen unterhalte, dann sagen sie auch oft, ja, ich kaufe Wein nach dem Etikett.
- 1:21:16Aber das wäre jetzt so ein Etikett, wo ich sagen würde, ja, das würde ich auch mal kaufen und
- 1:21:20ausprobieren. Ist eigentlich Quatsch, dass wir beide uns über Etiketten unterhalten. Manch einer
- 1:21:25wird wahrscheinlich grinsen, aber es bewegt halt doch viele. Und ich finde das halt ausgesprochen
- 1:21:30schön. Ich finde das ist wie so ein Gemälde mit dem Rahmen, mit der mit der Schrift. Also das hat
- 1:21:35mich total angesprochen. Daher stach mir das ins Auge und deswegen ist es ein Thema, was für
- 1:21:41viele präsent ist und was man manchmal vielleicht auch so ein bisschen bedenken oder aber das ist
- 1:21:46wahrscheinlich nicht, wie du dein Wein verkostest, dass du die erst eine halbe Stunde Etikett anguckst.
- 1:21:49Mir tatsächlich, gucke ich mir das Etikett in der Regel gar nicht an. Was ich persönlich gar nicht
- 1:21:57mag, sind Plastikkorken, wo ich sage, das wäre für mich tatsächlich ein Ausschlusskriterium.
- 1:22:02Ah, so krass. Ja, weil nimm noch Schraubverschluss oder wir haben ganz tolle die im Korken oder hier
- 1:22:09diese Naturkorken, das was wir jetzt hier auch da drin haben. Natürlich ist Korken ein ganz,
- 1:22:14ganz großes Problem. Wegen Kork halt einfach klar, aber dennoch gibt es ganz tolle andere
- 1:22:23Varianten, so wo ich sage, da brauche ich jetzt nicht unbedingt ein Plastikkorken reinsetzen.
- 1:22:29Das finde ich sehr unnatürlich. Ist Glasentheber oder bist du bei Glas auch skeptisch? Ich
- 1:22:35habe mal eine ganz tolle Verkostung, eine Vatikale gemacht mit Glaskorken. Ich sage jetzt nicht,
- 1:22:41welches Haus das war, aber da war es dann schon so, dass bei 2005 der Wein oxidiert ist und
- 1:22:46bei 2007, weil der Glaskorken nicht ordentlich drauf gesessen hat, so ein Ausgelaufen ist. Ich habe
- 1:22:54da ehrlich gesagt keine großen Erfahrungen gesammelt, was Freife mit Glas angeht. Da glaube ich,
- 1:23:02können die Weingüter mehr darüber sprechen, kann auch einfach sein, dass wir zwei schlechte
- 1:23:08Flaschen hatten, obwohl die bei denen direkt aus dem Keller kamen. Und da weiß ich nicht, wie das ist
- 1:23:18mit der Reife nach 20, 25 Jahren. Deswegen kann ich mich dazu nicht äußern. Plastikkorken ist
- 1:23:27halt für mich von vornherein ein Wein, der braucht nicht Reifen. Und dadurch, dass wir halt
- 1:23:31hauptsächlich große Gewechsel bei uns im Laden haben, kauf ich halt immer nur Weine ein, die man
- 1:23:39halt auch wunderbar fünf Jahre, zehn Jahre wegpacken kann. Ja, es ist nachweislich bei den
- 1:23:45Plastikkorken, dass die nach drei, vier Jahren Geschmack abferben. Also, dass man die Weine auch
- 1:23:50gar nicht länger damit in Kontakt bringen sollte, weil es dann nicht mehr so angenehm ist. Also,
- 1:23:58da, ja, bei dir gibt es nur Schraubverschluss und Naturkork. Oder eben dir kannst du dir
- 1:24:07einen Schraubverschluss beim 1000 Euro Wein vorstellen. Oder hast du da Probleme mit oder?
- 1:24:13Also da ist ja auch vor allem Neuseeland, Australien wahnsinnig weit vorne. Findest
- 1:24:24es gut oder sagst du, nein, Naturkork ist doch etwas, was ich bei hochgradigen Weinen sehen
- 1:24:31möchte und? Gute Frage. Also, ich habe mal ein ganz tolles Weingut gehabt. Weingut Fusa. Weingut
- 1:24:38Fusa hat mich auch so ein bisschen geprägt, weil das war mit einer der ersten Winzer,
- 1:24:44mit denen ich mich auch angefreundet habe, mit dem Georg Fusa. Und er hat immer ein Teil seiner
- 1:24:51guten Weine, teils mit Schraub und teils mit Kork abgefüllt. Und die Weine mit Kork, die reifen
- 1:24:59ja ganz anders als die mit Schraubverschluss. Es ist halt immer so ein bisschen die Sache,
- 1:25:04wo möchte man hin? Wie kennt man den Wein? Ich bin großer Fan von der Reife mit Kork. Aber so
- 1:25:11nach 15, 20 Jahren schmeckst du den Unterschied zwischen Schraubverschluss und Kork gar nicht mehr
- 1:25:20so intensiv. Okay. Das ist so das, was mir damals in Erinnerung geblieben ist. Und wir hatten
- 1:25:28letztes Jahr eine Vertikale mit seinem Reiterfahrt gemacht und da war der 29er auch mit einem
- 1:25:33Schraubverschluss und der hat sich unfassbar gut präsentiert. So aber von der Handhabung her und
- 1:25:41von der Reife her würde mich mal interessieren, wie ein Greifster, weil du aus den Siebziger
- 1:25:45mit Schraubverschluss hast. Aber ich glaube, ich will nicht sagen, das gibt es nicht. Sag
- 1:25:53niemals nie, ich meine, ich habe über 100.000 Hektar. Ich kenne es nur nicht. Aber ich bin auch mehr
- 1:25:59Tipp-Korken vom geschmacklichen Herr. Ja, und Schraubverschluss gibt es seit 1968, meine ich,
- 1:26:05müsst ihr noch mal genau nachgucken, aber seit 1968. Und da wird der eine oder andere schon mal ein
- 1:26:11bisschen rum experimentiert haben. Also es wird wahrscheinlich in irgendeiner Ecke,
- 1:26:14wird eine Flasche rumliegen. Mit Sicherheit. Muss man nur finden und probieren. Oder hier warten
- 1:26:19einfach noch 50 Jahre, dann haben wir die aus einem ... Ja, weil es ist ja schon anders,
- 1:26:24wie ein Wein mit so ein bisschen Luftkontakt arbeitet, ne? Also das ist schon schön. Zurück zum
- 1:26:32Wein. Zumindest ist es schon, wenn du irgendwie im Bank getast, wo du 100 Flaschen aufmachst,
- 1:26:36dann ist man am Ende für ein Schrauber dankbar, wenn du dann irgendwie 100 Flaschen mit einem
- 1:26:42Korks hier rausziehen musst. Das ist dann ... Ein Körper dich ja schon, keine unerhebliche Belastung.
- 1:26:48Aber zurück zum Wein. Terror di San Leonardo. Probierst du jetzt anders als für ein Falzdaffen,
- 1:26:58als für die Weinbank? Nein. Nein. Immer gleich. Du bist Katharina. Ich verkoste immer gleich, ja.
- 1:27:05Also klar, wenn ich für Falzdapf verkoste, gucke ich mir noch mehr die Farbe an. Wobei mache ich
- 1:27:11jetzt hier auch, aber erteile ich hier beispielsweise kein Papier noch vor, weil da hat ja noch eine
- 1:27:16richtig schön junge, frische Farbe. Schönes Rubinrot, ne? In der Nase, wahnsinnig witzig,
- 1:27:26das ist so das Erste, was man riecht, diese Würze, diese dunklen Früchte, diese Fülle auch
- 1:27:34einfach, ne? Also es passiert schon von vornherein wahnsinnig viel in der Nase. Ich finde, soll
- 1:27:39das ja keine übertriebene Holzpräsenz hat, sondern dass er einfach aus dieser eigensstrukturierten
- 1:27:45Kraft herausblühen kann. Aber das verfliegt ja auch mit der Zeit, wenn er offen ist. Da würde
- 1:27:53ich jetzt beispielsweise sagen, dem würde es jetzt nicht gut, nicht schlecht tun, wenn du ihn einmal
- 1:27:57durch die Grafe jagst. Ich bin bei dem Wein ein bisschen gespalten, ob ich da jetzt ein Burgunda
- 1:28:02oder ein Bordeauxglas nehmen würde, weil der schon eine relativ rustikale Ausstrahlung,
- 1:28:07im positivsten aller Sinne, hat. Also was richtig derb ist und ob ein Bordeauxglas den jetzt nicht
- 1:28:13zu kehr nicht macht und ein Burgundaglas so ein bisschen entschleunigt, dass man die
- 1:28:18Vielschichtigkeit bekommt. Ich bin da tatsächlich eher beim klassischen Bordeauxglas. Ja. Bei dem Wein.
- 1:28:25Jetzt, weil er hat ja schon vor allem für die Aromakonzentration, ne? Da hat ja diese Würze,
- 1:28:31am Gaumen hat da ja auch diese wahnsinnig frische Säurestruktur, ganz ganz feines Tannin, super
- 1:28:37elegant eingebunden und vor allem diese Rotfruchtigkeit, so ein bisschen Brombeere, ein bisschen Sauerkirche,
- 1:28:44ein paar getrocknete Kräuter, ein bisschen Mineralität, die er mit dabei hat. Also das ist
- 1:28:49für mich schon ein Wein, wo ich sagen würde, davon würde ich jetzt das Glas austrinken und hätte
- 1:28:54auch kein Problem, den Mittag zu trinken, leicht gekühlt, weil da halt auch nicht zu schwer ist von
- 1:28:59den Tannin her. Ja. Leicht gekühlt wäre bei dir 10 Grad, 19 Grad. Wenn das 14 Grad auf 15, 16 oder?
- 1:29:1014, 15 Grad. Ja. Das könnte ich mir schon vorstellen, weil die Säure dann so ein bisschen in den
- 1:29:17Hintergrund geht und dann mehr diese Rotfruchtigkeit nach vorne kommt. Ist manchmal so schade, dass
- 1:29:24ganz ganz viele Weintrinker die Entwicklung weniger betrachten, sondern den Wein meistens beim ersten
- 1:29:31Schmecken kategorisieren, katalogisieren und abhaken. Ja. Und ich glaube, das ist zum Beispiel ein Wein,
- 1:29:37der auch durch diese unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Rebsorten sich nochmal ganz,
- 1:29:43ganz stark auch geschmacklich verschiebt und immer, immer feiner wird. Das glaube ich auch. Deswegen
- 1:29:49hätte ich ihn auch in die Karaffe gegeben, damit er sich schneller entwickelt, weil ich glaube,
- 1:29:54dass der durch den, durch den Jahrgang 21 vielleicht morgen nochmal besser schmeckt.
- 1:30:00Also auch eine derweine, wo ich glaube, dass die einen Tag eigentlich gut wegstecken können
- 1:30:09und da einfach von profitieren. Ja, total. Total. Die Tiefe dann einfach erst herausarbeiten, ja.
- 1:30:17Wobei ich glaube auch, dass das ein Wein ist, den könntest du, also das wäre für mich so ein
- 1:30:23richtig schöner Wein. Den kannst du nicht Weintrinkern hinstellen, weil er halt diese frische
- 1:30:29Säure hat und so ein bisschen diese Rotfruchtigkeit und die feine Tannine als aber auch Weintrinkern,
- 1:30:35weil er halt in der Hinsicht dann schon die Komplexität und Würze hinten raus hat. Das mag
- 1:30:41ich grad sehr gerne bei den Beinen. Komplexität und Würze finde ich sehr erstaunlich. Also finde ich
- 1:30:46markant, aber er versucht es einem nicht aufzudrängen. Genau, genau, diese Eleganz noch mit der Säure.
- 1:30:54Dass die erstaunlich Entwicklungsfähig ist, also dass man den durchaus fünf oder zehn Jahre für
- 1:31:01so ein Anführungszeichen einfacheren Wein des Weingutes zur Seite legen kann und der da davon
- 1:31:09mehr als profitiert. Ja, definitiv. Definitiv. Und der wird dann auch richtig schön in die
- 1:31:14Terziere-Aromatik gehen später, weil das zeigt ja jetzt schon. Also nein, der zeigt nicht die
- 1:31:19Terziere-Aromatik, aber er zeigt, dass man den wunderbar weglegen kann. Das ist das Potential
- 1:31:24dafür. Er zeigt, genau, er zeigt sehr schönes Potential direkt schon. Das mag ich. Das heißt,
- 1:31:29selbst wenn du dann davon, ich weiß jetzt mal nicht, 240 Flaschen kaufst, hast du nächstes
- 1:31:34Jahr kein Problem, die zu verkaufen und es wird alles noch besser. Eher ein Wein beim Glas oder bei
- 1:31:41der Flasche. Kann man es schwer sagen? Ich finde, über eine Flasche kann man den sehr schön erleben,
- 1:31:48aber schon beim ersten Schluck kann der eingreifen und catchen. Ja, für mich wäre es ein optimaler
- 1:31:53beide Glas Wein, wenn ich ehrlich bin, weil der halt so ein bisschen von allem hat und eigentlich
- 1:32:02ein Großteil der Gästegruppen abfangen kann. Ist das der Moment, wo du in der Weinbank Essen
- 1:32:11vermisst? Also dann irgendwie eine Küche, wo du sagst, hier, bring mir die Rolleaden bitte mit
- 1:32:16Klöße diesmal. Tatsächlich habe ich noch nie in der Küche vermisst, in der Weinbank. So weil
- 1:32:23bei uns, es ist halt ein anderes Verkosten. Das ist nicht der klassische, also ich gehe auch total
- 1:32:29gerne in die gehobene Küche und ich liebe auch Weinbegleitung. Das schon, aber ich bin halt
- 1:32:35selber auch ein wahnsinnig penibler Mensch bei sowas und dann muss es für mich halt echt perfekt
- 1:32:43aufeinander abgestimmt sein. Und das ist wirklich eine ganz, ganz große Herausforderung in der
- 1:32:49Sterne Gastronomie und da sage ich immer wieder, Schapot zu den Taumiers, die es echt gut machen,
- 1:32:54da die perfekte Kombination zu finden und bei mir steht halt wirklich einfach nur der
- 1:32:58Wein im Vordergrund und nicht das Essen. Und das finde ich toll. Also ich merke es immer wieder,
- 1:33:02also ich habe ja vorhin erzählt, dass Mitglieder, die Wein ja schon mitgebracht haben für eine
- 1:33:11Weinverkostung und die sagen ganz klar zu mir, Katharina, wir wollen während der Weinverkostung,
- 1:33:16während sie die 20 Weine verkosten, nichts zu essen da haben. Noch nicht mal Brut. Also es ist
- 1:33:22schon so, dass die Leute kommen, um Weine explizit zu verkosten und es nicht in Kombination mit Essen
- 1:33:28machen, weil dann steht nicht der Wein im Vordergrund, sondern es steht beides im Vordergrund,
- 1:33:32das Essen und der Wein. Was ich halt ganz gravierend finde und das ist glaube ich gar nicht so
- 1:33:39unwichtig auch für die Weinbank, denn neben dem eigentlichen, wie noch vielen Ansatz ist es ja
- 1:33:45auch ein kommunikativer Ort, wo man sich austauscht und ich finde, Essen ist oftmals ein Kommunikationstöter.
- 1:33:50Wenn du sitzt vor deinem Essen, du hast irgendwie auf der einen Seite, hast du das Gefühl, du wirst
- 1:33:54diesen gerade, keine Ahnung, 10 bis 60 Euro Teller nicht gerecht, weil du halt nebenher redest und
- 1:34:02dabei nicht wirklich in den Teller eintauchen kannst. Auf der anderen Seite, wenn du gutes Gespräch,
- 1:34:06wer jetzt gerade das Essen serviert wird, unterbrechen musst, ist es auch manchmal schade
- 1:34:11und bei euch trägt und redet man. Genau. Korrekt. Das finde ich großartig. Also bei uns steht halt
- 1:34:19nicht gesagt, also du hast den recht, ich mag das schon, wenn ich, wenn ich dann in der gehobenen
- 1:34:23Küche unterwegs bin, mich einmal ganz kurz dem Essen zu widmen, damit es halt auch einfach
- 1:34:29korrekt wird. Ich mag es auch, also ich finde es auch wahnsinnig wichtig, den Wein Solo zu
- 1:34:35probieren, als aber auch in Kombination dann, um zu schauen, wie entwickelt sich der Wein. Und da
- 1:34:42steht für mich aber immer das Essen und der Wein im Vordergrund. Wenn du in einer zwei, drei
- 1:34:47Sterneküche bist, dann steht ja eigentlich mehr das Essen im Vordergrund und nicht der Wein.
- 1:34:54Und bei uns ist es halt einfach so, bei uns steht halt nur der Wein im Vordergrund und nicht
- 1:34:58das Essen. Das ist halt nochmal ein ganz anderes Arbeiten. Deswegen ist es vom Konzept her was
- 1:35:06ganz anderes, deswegen vermisse ich es glaube ich auch nicht. Wie fing das bei dir an? Also wie wurde
- 1:35:11dein Weinvirus entdeckt oder hast du ihn selber entdeckt? Mein Kiel ist ja jetzt nicht unbedingt die
- 1:35:17Weinmetropole Nummer eins in Deutschland. Da will ich kein Kiel wäschchen machen. Nein, überhaupt
- 1:35:23nicht, überhaupt nicht. Also als ich doch ein Kiel gelebt habe, machen wir uns nichts vor, ich war
- 1:35:28Biertrinker. So, und dann habe ich auf dem Expeditionskreuzfahrtschiff gearbeitet auf der
- 1:35:36damaligen MS Hanseatik und da habe ich dann meine Leidenschaft für den "Finance Service" entwickelt.
- 1:35:42Und dann habe ich irgendwann ein Jobangebot aus der Pfalz bekommen und wenn man in der
- 1:35:50Pfalz lebt, kommt man einfach um den Weinbau nicht mehr drum herum. Und dann habe ich mich mit dem
- 1:35:57Thema Wein oder vor allem Pfälzerweine intensiver auseinandergesetzt und irgendwann hatte mein
- 1:36:02Papa angerufen, weil ich hatte halt das Glück, klar wenn du auf dem Schiff arbeitest, also ich bin
- 1:36:06zwei Verträge gefahren, ich hatte ja immer noch in Kiel meine Wohnung, die habe ich unter vermietet
- 1:36:10und mein Vertrag geht immer so fünf bis sechs Monate. Da bist du dann durchgehend auf den Schiff
- 1:36:1924/7 und du arbeitest auch vier Tage die Woche. Ja, genau, genau, siehst aber ich sage jetzt,
- 1:36:26weil im Gegenzug siehst du halt kostenlos die Welt. Also es ist halt so eine win-win Situation und
- 1:36:32du hast halt auf dem Schiff auch nicht wirklich Ausgaben von Miete und Strom und so weiter. Das
- 1:36:37ist echt schön. Und ich hatte halt das Glück, dass mein Papa sich so ein bisschen um meine
- 1:36:41Kontoführung gekümmert hat und als Tochter nimmt man das natürlich auch total gerne weiter an.
- 1:36:48Irgendwann habe ich dann in der Pfalz gelebt und dann hatte Papa mich angerufen und gesagt zu
- 1:36:55Katharina, du hast schon vierstellig für Wein ausgegeben und vorher kannten die das halt von mir
- 1:37:01gar nicht, dass ich Geld für Wein ausgebe. Dann meinte ich nur zu Papa, ich möchte auch mein
- 1:37:06Zommel hier machen. Dafür muss ich anfangen Wein zu sammeln. Und so begann das Ganze tatsächlich.
- 1:37:13Und gesagt getan, ich bin jetzt seit knapp vier Jahren ausgelernt. Wahnsinn. Im Juli 2022 habe
- 1:37:22ich mein Zommel je fertig gemacht. Also hat schon ein bisschen noch gedauert, bis ich das gemacht
- 1:37:26habe. Aber 2017 habe ich meine erste Flasche Wein erst gekauft. Ach, krass. Du warst im Deidish
- 1:37:33Heimathof in der Pfalz. Ja genau, genau, genau. Und im schwarzen Hahn habe ich gearbeitet. Gab es
- 1:37:38dann eine Person oder irgendein Vorbild oder jemand, der dich von Anfang an geprägt hat oder der
- 1:37:43gesagt hat, hey du musst die und die Weine kaufen, damit du irgendwann einen tollen Weinkeller hast?
- 1:37:48Nein, überhaupt nicht. Die Gesamtatmosphäre Pfalz hat dich so mitgenommen. Ja, und mein
- 1:37:55damaliger Metrem vom Deidish Heimathof, der hat mich auch sehr geprägt. Das fand ich schon
- 1:38:01wahnsinnig, was der findwissen hatte. Und dann war ich halt dort viel mit den Weinleuten,
- 1:38:08die halt aus der Pfalz kommen unterwegs. Sie haben wahnsinnig viele Weine gedruckt. Also ich
- 1:38:12muss dazu sagen, gegenüber vom Deidish Heimathof hatte Bückling Wolf noch eine Vino-Täge. Und
- 1:38:18Bückling Wolf, wir sind halt immer da hingegangen. Ich sage immer, es war so meine Feierabendkneipe,
- 1:38:23war von vornherein einfach wahnsinnig teuer, aber von vornherein halt mit einer wahnsinnig guten
- 1:38:30Qualität. Also Bückling Wolf war so das erste Weingut, das mich geprägt hat, was die Qualität
- 1:38:35von Wein angeht. Und daran habe ich dann angefangen zu messen. Findest du, man sollte so einsteigen?
- 1:38:41Also Bückling Wolf ist ja schon IM, mehr oder weniger rieseligen Weltmarsch da,
- 1:38:45wenn man so möchte. War das eher für dich nicht so ideal, abgesehen vom Geldbeut,
- 1:38:51dass es natürlich dann immer noch mal anders reingreift. Aber da gibt es ja auch erstaunlich
- 1:38:56günstige Weine, gute Weine für einen etwas schmaleren Taler. Oder sollte man anfangen,
- 1:39:03sich ganz ganz weit unten mit Wein zu beschäftigen und langsam über Rebsorten oder oder oder rein
- 1:39:10aus dem Gutsweinbereich sich langsam hocharbeiten? Ja, spannende Frage. Für mich hat Wein ein Nachteil,
- 1:39:22der hat Alkohol und du bist betrunken. Für andere, also ich bin halt von vornherein eher in die
- 1:39:28Weinzene gegangen, dass ich sage, bei mir ging es von vornherein auf Genuss. Viele Leute, da
- 1:39:34geht es ja gar nicht unbedingt auf den Genuss, sondern da geht es, ja ich werde irgendwann
- 1:39:38betrunken davon. Das sind halt so genau Wirkungstricken. Das sind halt so zwei unterschiedliche Aspekte,
- 1:39:44wie gehe ich in den Weingenuss rein. Und ich bin halt von vornherein immer in den Weingenuss
- 1:39:50reingegangen, dass ich wirklich den Wein verstehen möchte, das Terroir verstehen möchte und auch die
- 1:39:56Leidenschaft vom Winzer verstehen möchte. So und dementsprechend, ich finde es nicht verkehrt
- 1:40:03zu sagen, hey, ich steig einfach mit dem Weingut ein. Man steigt mit dem Weingut ein, wo man
- 1:40:07persönliche Erfahrungen gemacht hat. Kennst du das Wort Sympathietrinker? Dass man die Weine
- 1:40:16vornehmlich genießt, wo man das Weingut sympathisch findet? Ja, genau, genau. Und wenn du den Winzer
- 1:40:24sympathisch findest, dann schmeckt der Wein ja auch gleich viel besser. Findest du den Winzer
- 1:40:30nicht so sympathisch, schmeckt dir der Wein halt auch nicht so gut. Und wenn du da dann Weingut hast,
- 1:40:36wo du sagst, hier passt einfach beides, schmeckt der Wein halt auch viel besser. Und aber auch du
- 1:40:46schmeckst dann bei anderen Weingütern je nachdem, auf welchem Niveau du dich befindest, halt dann
- 1:40:52auch so ein bisschen die Qualität raus. Ich finde, das ist tatsächlich stimmungsabhängig und
- 1:40:57personenabhängig. Möchte ich mich mit dem Thema Wein befassen? Ich finde es genauso wichtig,
- 1:41:03bodenständig weiterzutrinken, als aber auch auf hohem Niveau zu trinken. So. Ich finde, man muss
- 1:41:14ja auch nicht immer trinken und man spuckt ja auch einfach wahnsinnig viel aus. Ist dann
- 1:41:19Unterschied für dich bei der Wahrnehmung zwischen Spucken und Trinken? Also hast du das Gefühl,
- 1:41:24dass beim Trinken nimmst du mehr wahr oder könntest du auch Spucken durchs Leben gehen?
- 1:41:27Tatsächlich nehme ich eher durchs Spucken mehr wahr. Ja, weil wenn ich Wein ausspucke, konzentriere
- 1:41:42ich mich auf den Wein. Wenn ich Wein trinke mit Leuten hier am Tisch sitze, ist es oft so,
- 1:41:49dass der Wein gar nicht unbedingt im Vordergrund steht. Riesen Antatz, finde ich, also finde ich
- 1:41:55toll. Stimmt jetzt, wo du es erwähnt, ist mir so noch gar nicht bewusst geworden. Ich bin halt immer
- 1:42:00persönlich von dem Ansatz rangegangen, dass ich das Gefühl habe, ich schmecke ein kleines bisschen
- 1:42:07mehr, wenn ich die Weine runterschlucke, wenn ich die nachgeschmackt nochmal anders beurteile. Und
- 1:42:11ich mehr tief sind, letztlich im Wein sehe, aber die Aufmerksamkeitsschwelle sinkt, wenn ich den
- 1:42:18Wein runterschlucke und mich in dem Wein vom Gefühl her fallen lasse. Ich analysiere ihn nicht
- 1:42:24mehr so stark, jetzt abgesehen davon, dass nach dem 20. Wein wird es dann irgendwann fatal. Also
- 1:42:29da bin ich auch ganz konsequent am Spucken, aber ich habe manchmal das Gefühl gehabt,
- 1:42:34dass ich den Wein intensiver schmecke, deswegen wölte ich große Weine immer lieber schlucken
- 1:42:39als Spucken, wenn ich nicht rein aus der Analytik an die Weine rangehe und die irgendwie bewerten muss.
- 1:42:45Aber es stimmt, das kann ich bestätigen, rein aus dem jetzt imaginären Vorstellen,
- 1:42:51dass wenn man spuckt, man dauerhaft intensiver bei dem Wein bleibt und ihn über die Zeit,
- 1:42:58wie man ihn schmeckt, das sind ja manchmal 20, 30 Sekunden, ihn intensiver betrachtet.
- 1:43:04Ja, also bei mir gibt es ja auch auf der Arbeit. Ich sag immer, ich finde das Thema, wenn man als
- 1:43:08Zombie arbeitet oder grundsätzlich zu sagen, es gibt Alkoholverbot finde ich schwierig,
- 1:43:13weil das kannst du gar nicht. Wie du schon sagst, es gibt Leute, die schmecken den Wein besser
- 1:43:20oder intensiver, wenn sie ihn runter schlucken und es gibt Leute, die schmecken ihn besser und
- 1:43:25intensiver, wenn sie ihn ausspucken. Ich finde, das muss den Leuten immer noch selber überlassen
- 1:43:30werden, ob sie ihn ausspucken oder ob sie ihn runter schlucken, solange sie halt einfach noch ordentlich
- 1:43:35arbeiten können. Und die performen und sich gerne. Total. Also es gibt bei mir auch Weine auf der
- 1:43:42Arbeit, wo ich sage, den will ich jetzt grad nicht ausspucken, aber grundsätzlich setze ich mich dann
- 1:43:50meistens auch kurz hin und analysiere den Wein anders, aber die Zeit auf der Arbeit hat man halt
- 1:43:55auch nicht immer. Und deswegen spucke ich dann total gerne, schreibe mir meine kleinen Notizen auf
- 1:44:03und bin dann intensiver mit dem Wein beschäftigt. Vor allem, wie du schon sagst, nach dem 20. Wein,
- 1:44:09wenn du 20 Weine runter schluckst, wird es schwieriger. Und wenn du 20 Weine aber ausspuckst,
- 1:44:15bist du immer noch so konzentriert wie beim ersten Wein in Anfang. Du darfst das kein Problem sein.
- 1:44:21Genau. Und deswegen würde ich sagen, hattest du deine... Wie bitte? Also flicht ich dir bei. Dann
- 1:44:30hattest du deine silberne Plakette in der Kanne irgendwann von Birklenwäufe und wie ging's weiter?
- 1:44:35Nach der Pfilz habe ich bei Dirk Lutter oben in Lücksburg gearbeitet. Das hat mir sehr gut
- 1:44:44gefallen. Das war einer meiner besten Chefs, die ich hier hatte. So viel Verständnis. Das war schon
- 1:44:52echt toll. Also, Dirk Lutter, das würde ich auch jedem empfehlen, da immer zu arbeiten. Wahnsinnig
- 1:45:01tolle Crew, sehr familiär. Also, ich bin sowieso eher der Mensch, der in Familienbetrieben gearbeitet
- 1:45:06hat. Und danach war ich dann im Kielerkaufmann. Das war jetzt nicht unbedingt... Also, da habe ich jetzt
- 1:45:13nicht viel mit Wein gemacht, sondern da habe ich mich mehr mit Veranstaltungen so ein bisschen
- 1:45:21auseinandergesetzt. Und dann bin ich halt hier nach Hamburg gezogen vor sechs Jahren, habe die
- 1:45:28Puzzlebar mit eröffnet, habe damit die Weinkarte geschrieben oder mitgeschrieben, also nicht alleine,
- 1:45:34klar. Und dann bin ich ins Kindfels. Und im Kindfels habe ich den Maxime an wem kennengelernt. Und da
- 1:45:41es war meine erste Station, wo ich nur als Jung-Sommelier gearbeitet habe. Da hatte ich mein
- 1:45:46Sommelier noch nicht. Da wollte ich dann unbedingt mein Sommelier machen. Und durch Maximilian Wilhelm
- 1:45:51habe ich die Leidenschaft für Wettbewerbe entdeckt. Also, ich war noch nie der Theorie-Mensch, muss ich
- 1:45:58dazu geben. Ich war immer so mehr der Praktische. Aber es bringt schon Spaß, sich auf Wettbewerbe
- 1:46:06vorzubereiten und das Wissen mit anderen Leuten zu teilen oder halt auch gegeneinander anzutreten.
- 1:46:12Also, es bringt schon Spaß, so viel Wissen zu haben und Fragen beantworten zu können und aber auch
- 1:46:21das Wissen weiterzugeben. Was Maximilian letztlich damit auch macht, dass er dich inspiriert und dich
- 1:46:28fasziniert hat und dich auf eine Ebene dann gebracht hat, wo du ja auch relativ erfolgreich
- 1:46:35warst als DMI, Nachwuchts-Sommelier-Gewinnerin letzten Jahres. Dann jetzt auch die Geschichte
- 1:46:42mit dem Mininger, dem VDP für euer Weinkartenkonzept. Da hast du ja in kürzester Zeit schon super
- 1:46:51super erfolgreich. Ja, die Leidenschaft habe ich tatsächlich durch Maximilian Wilhelm kennengelernt.
- 1:46:57Er hat mich aber auch wahnsinnig soll gefördert, was das angeht. Das Weinenwissen hat sich ja damals
- 1:47:02auch noch auf das Wettbewerbe gegangen und da hat ich halt das Glück, dass ich mit ihm
- 1:47:07zusammen lernen konnte. Und dann bin ich, da habe ich meinen Zombie noch gar nicht gehabt,
- 1:47:12da bin ich, dann habe ich meinen ersten Wettbewerb mitgemacht. Beim Mininger auch Jungs-Sommelier,
- 1:47:18da bin ich gleich bei meinem ersten Wettbewerb ins Finale gekommen. Das war die beste Aktion,
- 1:47:25aber ich bin halt echt so ein Prüfungsschiffer. Und dann hieß es ja, Katharina Iglesias ist
- 1:47:31im Finale und ich so, oh shit, was mache ich? Also es war wirklich die Situation. Ich stand
- 1:47:37im Finale und ich habe im Finale gefragt, ob ich abbrechen darf. Ja, ja, ja, ja, ja. Seitdem ist
- 1:47:45das voll der Insider. Und damals war meine Berufsschule, also die hat mir auch, bei ihr habe ich
- 1:47:52auch meinen Zombie gemacht. Die von Heistermann, Katharina jetzt zieht durch. Ich glaube, ich habe
- 1:47:57drei, vier mal gefragt, ob ich das Finale abbrechen darf. Weil ich so nervös war und weil ich niemals
- 1:48:03damit gerechnet hätte, dass ich so weit komme, dass eine solche Situation so auch nie wieder
- 1:48:09passiert ist, dass ich mich nicht mehr aus dem Finale vorbereitet habe. Aber in dem Moment war
- 1:48:14ich halt, ich war halt noch kein ausgebildeter Zombie. Ich brauchte noch so ein gutes Dreivierteljahr,
- 1:48:19bis ich ein fertig ausgebildeter Zombie war. Da war ich niemals auf die Idee gekommen,
- 1:48:23dass ich halt ins Finale komme. Und das hat mich maßlos überfordert damals. Das ist doch
- 1:48:30von eigentlich auch kein Bezähl. Oh durchaus, rein vom Gefühl, hast du dich noch nicht bereit gefühlt
- 1:48:37oder vom Wissen? Nein, überhaupt nicht. Also brauchst du den Schein, um einfach zu sagen, ich, ich
- 1:48:41bin jetzt Zombie-Jahre oder? Ja, für mich braucht ich tatsächlich, ich brauchte diese Anstecknadel,
- 1:48:47dass ich fertig ausgebildeter Zombie hier bin. Das war aber tatsächlich schon immer so. Also immer,
- 1:48:52wenn ich mich beworben habe, habe ich mich immer als stellvertretende Restaurantleitung beworben,
- 1:48:55nicht als Restaurantleiter, weil ich für mich einfach gesagt habe, wenn man Restaurantleiter
- 1:48:59ist, sollte man auch sein Zombie-Jahre haben oder zumindest das Wissen dementsprechend. Und ich
- 1:49:04habe damals halt einfach nichts gehabt. Hat mir vieles selber beigebracht. Und dann durch Maximilian
- 1:49:08habe ich das halt so ein bisschen alles, alles intensiver wahrgenommen, wenn ich mehr mit dem
- 1:49:13Thema beschäftigt. Und dann bin ich ja 2022, da war ich auch noch kein fertig ausgebildeter Zombie-Jahre.
- 1:49:19Da bin ich dann das erste Mal beim DVI angetreten. Das war im Januar 2022. Und da bin ich aber
- 1:49:28direkt zweiter geworden. Also da habe ich mich direkt auch aufs Finale vorbereitet. Auch wenn du
- 1:49:33das natürlich nicht weißt, aber ich wollte nie wieder in die Situation kommen, dass ich im
- 1:49:37Finale stehe und abbrechen möchte. Kaum jemand weiß, dass Robert Mondavi und Schaltz Krug versucht haben,
- 1:50:05ihrer Meinung nach den einzig authentischen Wein Europas in Kalifornien zu kopieren. Und das
- 1:50:12war ein Schablis. Und schnell realisieren mussten, dass man zwar die Rebsorte nach Kalifornien
- 1:50:17bringen kann, dass man die Böden dafür suchen kann, aber das Eines nicht kopierbar ist. Ein
- 1:50:23Schablis. Diese kristalline Klarheit, diese ausgeprägte Mineralität, geprägt vom gemeritischen
- 1:50:28Kalksteinboden mit diesem extrem hohen Forstieranteil ins Fundament. Man vermarkt es nicht anderswo,
- 1:50:34diesen Duft von zarter Kühle, von Zitrusrüchten, von grünem Apfel, von kreidigen Anklängen.
- 1:50:41Habt ihr schon mal an Schulkreide gerochen? Ihr habt das Gefühl, ein Schablienglas zu haben,
- 1:50:45von Nassenstein und von Musselschalen. Anderswo ein Glas zu zaubern. Diese Weine sind am
- 1:50:51Gaumen so wunderbar trocken, so lineal, so straff, so präzise, so salzig. Am ersten Schluck bis zum
- 1:50:57langen Abgang. Ja, der typische ideale Schablis, kein opulenter Wein, sondern ein stilistisches
- 1:51:05Leerstück für Purismus, Herkunftstreue und kalt geprägter Eleganz. Das ist ein perfekter
- 1:51:11Schablis und genauso ein, finden wir bei der Maison du Roins, den 2022er Schablis Mont-A-Mille,
- 1:51:17ein Meisterwerk. Geboren aus den Kalksteinböden des Prämiergrüweinbergs Mont-A-Mille, dessen Name
- 1:51:24Hügel in der Mitte, die historische Grenze zwischen Burgund und Champagner-Erd. Natürlich 100%
- 1:51:31Chardonnay, natürlich von Hand geerntet, natürlich sanft gepresst, bei 18 bis 20 Grad im Edelstahl
- 1:51:37vergoren, um die Frische zu bewahren, 8 bis 10 Monate auf der Feinhefe, 13 Volumenprozent, Knochen trocken,
- 1:51:436 Gramm Säure. Ich finde das so interessant, man nimmt die Besonderheit des Hauses Droins viel
- 1:51:49zu selten war. 880 gegründet. Es gab einen jungen Mann namens Joseph Drohr, der gerade 22 Jahre alt
- 1:51:57war, als er bone ankam, die Augen voller Träume und mit einem unerschüttlichen Glauben an Qualität
- 1:52:02und Eleganz um einem Weingut zu gründen. Sein Sohn Maurice, er warb die ersten Weinberge und es
- 1:52:09war Robert Drohr, der 1960 die verlassenen Hänge von Schablis betrat. Das Potenzial der Böden
- 1:52:17sah und wusste, dass sie wieder großes hervorbringen können. Seit über 100 Jahren ist Drohr,
- 1:52:24eines der Benchmark Weingüter ist begunnt. Kaum jemand weiß, dass dem Hause Drohr 1942 von
- 1:52:32Jacques Chambon 50% Beteiligung an der Domäde de la Romande Conte angeboten wurden. Bevor dieser,
- 1:52:38nach seinem Ausschlagen, diese Anteile an Orille Drohr, einem Weinhändler aus Ossidourest veräußerte.
- 1:52:44Ich muss glaube ich keinem erklären, welches Renommee man haben muss, nicht nur um dieses
- 1:52:49Angebot zu bekommen, sondern auch um es ausschlagen zu können. Und dies begründet
- 1:52:53findet mir in diesem Schablis ein Meisterwerk, das Chefinzerin Veronique Boss Drohr hier in
- 1:52:59Flaschen inszeniert. Und wenn man diesen Wein probiert, kann man verstehen, warum der Mont-Milieu
- 1:53:05oft mit Gronkhrew Weinbergen verglichen und mit seiner südöstlichen Ausrichtung den Steinen
- 1:53:10hängen und den optimalen Reifebedingungen, die Essenz des Chablis einzufangen vermarkt,
- 1:53:17die Balance von Frucht und Mineralität und vor allen Dingen die Einzigartigkeit des nördlichsten
- 1:53:24Teiles Buguns. Das Nähe an der Champagne situiert es als an der Côte d'Or. Und mit dieser Zwitterigkeit,
- 1:53:31dieser leichten Feuersteinnote, dem Chardonnay, der bekanntesten weißen Rebsorte der Welt,
- 1:53:38eine ganz eigene Identität verleiht. Daher eine Bitte, werft wieder mal einen Blick aufs Chablis,
- 1:53:45werft wieder mal einen Blick aufs Hausedrohr, nehmt ein großes Glas, gebt dem Wein Zeit,
- 1:53:50nehmt gerne etwas Potentes wie eine Lambschulter und genießt diese Einzigartigkeit. Vielen
- 1:53:56lieben Dank dafür und ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:54:08Ich denke, wenn du dann dafür lernst, dich dann auf diesen Wettbewerb einlässt mit Max zusammen
- 1:54:18richtig büffelst, gar nicht am Drechen ist, dass du ins Finale kommst, dann macht man es ja aus
- 1:54:22einem gewissen Fanfekt heraus, wo man einfach sagt, okay, ich mach's mir, ich kriege mal die
- 1:54:25Atmosphäre mit, ich komm sowieso nicht weit. Und mit dem Augenblick, wo du dann erst mal im Finale
- 1:54:30bist, wechselt ja komplett letztlich das Mindset, wo dann die Erwartung auch an dich und für dich
- 1:54:36noch mal eine andere ist. Und beim nächsten Wettbewerb bereitest du dich ja noch mal mit einem anderen
- 1:54:41Stress vor, oder? Nachdem ich tatsächlich beim ersten Wettbewerb mitgemacht habe und da im
- 1:54:46Finale stand und diese Situation so unangenehm war für mich, wie ich das in meinem Leben glaube ich
- 1:54:51noch nie gehabt habe, habe ich mich dann tatsächlich ein bisschen anders vorbereitet, aber es war immer
- 1:54:58so, dass ich gesagt habe, okay, jetzt stand ich einmal schon im Finale, jetzt möchte ich das auch
- 1:55:02weitermachen, weil das hat irgendwie schon Spaß gemacht. Ich war halt einfach maßlos mit dieser
- 1:55:07Situation überfordert, da im Vordergrund zu stehen, so in der Mitte und alle gucken auf dich,
- 1:55:13das mochte ich noch nie. Und das hat mich ein bisschen überfordert zu dem Zeitpunkt. Und dann
- 1:55:20fand ich aber auch irgendwie andersrum vom Wissenstandard her, also die Wettbewerbe, die haben
- 1:55:27ja meine berufliche Laufbahn extrem gefördert. Dadurch, dass ich halt so, ich sage jetzt mal
- 1:55:33anfangs strichen, so viele Wettbewerbe mitgemacht habe oder da halt auch so ein bisschen erfolgreich
- 1:55:38war, hat mein Lebenslauf und meine Karriere schon sehr nach vorne getrieben. So allein, dass ich ja
- 1:55:46jetzt für Range Rover arbeite, ich einmal im Jahr, da war ich jetzt beim Hamburger Derby. Letztes Jahr
- 1:55:52habe ich für die, das Range Rover Haus gemacht, da mache ich ja auch für die Lufthansa verkostig,
- 1:55:58für die Business Launch, die Weine für jedes Jahr und das sind halt alles die Sachen, die haben
- 1:56:04mich nach vorne gebracht durch den Wettbewerb. Dadurch, dass ich dann beim Deutschen Weineninstitut
- 1:56:08erster geworden bin, 24. Und da war halt dann der Ehrgeiz so, 22 bin ich Zweiter geworden,
- 1:56:14da mache ich nochmal mit. Klar möchte ich dann wieder ins Finale kommen, ne? Und dann hat es
- 1:56:18ein bisschen den Ehrgeiz gepackt, jetzt war ich Zweiter, jetzt möchte ich aber auch erster werden.
- 1:56:24Wie hältst du das Wissen, was du dort erfahren hast am Leben? Also wie bildest du dich fort und
- 1:56:31wüsste ich ja wahrscheinlich so drei, vier Monate vor den Wettbewerben richtig krass, damit
- 1:56:35auseinandersetzen, reinknien, lernen und so weiter. Aber es ist ja schade, wenn es nach dem Wettbewerben,
- 1:56:40wo man so richtig tiefen Wissend in diesem Thema ist, wenn das irgendwie verfliegt,
- 1:56:47die Weinwelt ändert sich auch. Wie kannst du deinen Wissen ab to date halten? Ja, es war schon so,
- 1:56:55dass ich jeden Tag meine vier bis sechs Stunden gelernt habe. Krass, oder? Also das war, und
- 1:57:02als ich mich auf die Zombie-Hitschwaffi vorbereitet habe, da habe ich sogar zwei Wochen Urlaub
- 1:57:07genommen und jeden Tag meine 12, 14 Stunden gelernt. Und wie es jetzt sinnvoll war, mir hat es
- 1:57:11persönlich extrem viel gebracht, so viel zu lernen und so viel zu wissen. Das habe ich
- 1:57:20tatsächlich durch Karteikarten gemacht, tagtägliche Wiederholung. Händisch oder online? Also
- 1:57:28bist du da eher der online, der digitale Typ oder der analoge Typ? Ich habe mal für meine
- 1:57:36Zombie-Jee-Ausbildung damals das Händisch geschrieben, aber für die Wettbewerber habe ich über
- 1:57:451.500 Karteikarten. Das habe ich dann auf dem PC gemacht, weil das kannst du gar nicht mehr
- 1:57:50händisch machen. Und da habe ich eine Karteikarten-App, die ist echt gut. Da kannst du dann selber
- 1:57:56einstellen, ob diese Frage in zwei, drei oder vier Tagen wiederholt wird. Dadurch hast du
- 1:58:02durch ständige Wiederholungen, merkst du dir halt dann auch die Sachen. Und das Wissen kann
- 1:58:08ich in der Weinbank tatsächlich ziemlich gut anwenden oder viel wissen. Weil die Leute
- 1:58:13interessiert es, also da interessiert halt auch Nerdwissen. Und das bringt halt Spaß.
- 1:58:19Sind ja manchmal eben auch die kleinen Geschichten dieses Nerdwissen, was das so auskleiden,
- 1:58:24wenn du das so ganz easy aus der Hose gespielt präsentieren kannst, ist das schon großartig.
- 1:58:30Ja. Und dann irgendwie selbst mit Zahlen arbeitest, also deine, keine Ahnung, 15.000 Hektar, Schweizer,
- 1:58:36größte Geschichte, wenn du da dann nochmal aus dem Nichts heraus, wie groß Walis ist
- 1:58:42oder wie groß Graubünden ist, also damit dann brillieren kannst. Ohne dass es verkopfklingt,
- 1:58:47dann ist das schon. Ja, total. Und das ist halt das, was Spaß bringt. Und das nehmen die
- 1:58:54Mitglieder tatsächlich auch wahnsinnig gut an. Welche App ist das? Ist es Anki? Ja, genau.
- 1:59:00Das ist wirklich die Beste. Anki ist großartig. Empfehlung für jeden, der das nicht kennt,
- 1:59:05gibt es kostenlos sogar für ein PC und fürs Handy. Der kostet natürlich einmal nicht 30
- 1:59:10Euro oder so. Und man kann, ja auch wenn du liest, wenn du im Netz liest, kannst du sagen,
- 1:59:15okay, dem Begriff will ich mir in Anki speichern und kannst dann abrufen mit verschiedenen
- 1:59:20Themen, mit verschiedenen Unterteilungen. Du kannst Karteikarten auch hochladen. Wir verdienen
- 1:59:26jetzt nichts an der App, daher können wir gerne die, die wir haben, dazu aussprechen. Aber jemand,
- 1:59:29der damit lernen möchte, Riesen, Riesenempfehlung. Total, total. Du kannst halt die Karteikarten
- 1:59:35auf dem PC schreiben und auf dem Handy lernen. Das ist halt das, was mir ja mal extrem viel
- 1:59:40Arbeit abgenommen hat. Ausarbeitung habe ich halt immer PC gemacht und Lernen und Wiederholung
- 1:59:45auf dem Handy. Bin ich halt immer spazieren gegangen in der Ostsee am Strand und habe
- 1:59:49Karteikarten gelernt. Sehr schrecklich. Viel lustiger. Ich habe mir Kopfhörer in die Ohren
- 1:59:55gesteckt und habe laut geredet, damit die Leute denken, ich telefoniere. Sehr schön. Super.
- 2:00:04Und dann am besten noch ein Glas Wein in der Hand. Immer selbst Gespräche geführt. So
- 2:00:11kann ich tatsächlich für mich am besten lernen, indem ich es laut ausspreche. Und Gewege. Also
- 2:00:16das vergessen auch viele, dass man durch die Bewegung Sachen doch mal anders initiiert,
- 2:00:21memoriert, als wenn man irgendwo am Tisch steht oder gegen eine Wand schaut, durch dieses
- 2:00:25Bewegen verarbeitet man die Informationen ganz anders und implantiert die ganz anders. Also
- 2:00:31daher bewegen. Das ist das Beste, was du gemacht hast. Glas Wein nachher empfiehlt
- 2:00:35nur beim Spazieren. Nein, dann ist meine Konzentration immer weg. Aber tatsächlich,
- 2:00:39wenn ich, wenn ich so Nerdwissen gelernt habe, die Appellation beispielsweise vom Napa Welle,
- 2:00:46dann habe ich es mir immer aufgeschrieben. Also ich habe auch immer ein Buch und ein Stift dabei
- 2:00:50gehabt. Weil ich musste das 20 mal aufschreiben, damit ich es dann im Kopf drin habe.
- 2:00:55Wo fängt es an und wo ist es wirklich schrägnördig? Also fängt es bei dir wirklich bei den Lernen der
- 2:01:01einzelnen Appellationen, bei den Herkunftsarten, keine Ahnung von welchen Eltern Riesling abstammt,
- 2:01:09oder bei der Weinherstellung ist das bei dir der Anfang oder ja und wo endet das? Endet das dann
- 2:01:17bei, welche Hilfestämme kann man nehmen, um welche Aromen zu erzeugen? Also wie gibt es dich
- 2:01:23dein Spektrum dabei, wenn du für ein Wettbewerb lernst? Das ist tatsächlich ziemlich breit. Also
- 2:01:31ich mag Nerdwissen, wenn ich ehrlich bin. Ich finde Nerdwissen auch unglaublich wichtig,
- 2:01:37weil durch Nerdwissen merkst du, wo deine eigene Leidenschaft halt auch steckt und wo halt andere
- 2:01:42Leidenschaft für haben. Und da kann man halt eigentlich nur voneinander profitieren. Und es ist
- 2:01:48schon schön, wenn du wirklich so auch Wettbewerb Vorbereitung machst und dann habe ich meistens mit
- 2:01:54zwei, drei anderen Leuten zusammentrainiert und dann haben wir jeder Test füreinander geschrieben.
- 2:02:00Und wenn du dann das Wissen hast oder halt auch Fragen da hast, die du nicht beantworten kannst,
- 2:02:05die dann andere beantworten kann und man darüber redet, finde ich das schon unglaublich schön
- 2:02:10und unglaublich spannend. So. Das ist, ich glaube, am Ende gibt es da nicht.
- 2:02:16Nein, das ohnehin nicht. Das ist ja beim Wein irgendwo das Schöne. Dann wahrscheinlich auch
- 2:02:21im Lebenslauf oder in der persönlichen Entwicklung. Du hast jetzt einen mega Standort für dich
- 2:02:27selber gefunden. Gibt es irgendeinen Ort, wo du gerne mal Wein empfehlen würdest? Also irgendein
- 2:02:31Traumlad, wo du selbst mal nur für einen Tag reinsticken würdest und sagen würdest,
- 2:02:35boah, das wär schon. Nein, tatsächlich habe ich in der Weinbank mal einen Traumlad gefunden.
- 2:02:40Also ja, total. Ich könnte mir nirgendwo mehr anders vorstellen zu arbeiten.
- 2:02:44Echt auch nicht irgendwie im Kanonorma, Uranium? Nee, überhaupt nicht. Also ich bin nicht lang,
- 2:02:51es interessiert mich nicht, aber es ist für mich ein ganz anderes Arbeiten. Da müsste ich halt so ein
- 2:02:55bisschen, in der Weinbank kann ich meine Leidenschaft leben lassen, da kann ich mein Charakter
- 2:02:59ausleben lassen, da kann ich das Persönliche, das Herzliche ausleben lassen. Das kann ich dann
- 2:03:04den ganzen Sternegästronomin gar nicht mehr. So, da bist du von vorn rein auf eine gewisse
- 2:03:09Distanz, zusammen mit den Gästen und die Gäste erwarten was von dir. Und bei uns, was wir halt
- 2:03:15haben, bei uns gibt es keine Erwartung, sondern es ist im Endeffekt, man teilt die Freude
- 2:03:19miteinander. So, es ist ja auch nicht so, dass ich jetzt beispielsweise meine Gäste bedienen muss,
- 2:03:24sondern die wissen, wo die Weintlaser stehen, die wissen, wo die Wassergläser stehen. Sie können
- 2:03:28sich alles selber nehmen, ohne dass es, ohne dass es unangenehm wirkt, weißt du? Und so ist es
- 2:03:34halt und diese Leidenschaft und dieses Miteinander, was du eher bei uns unten hast, das finde ich
- 2:03:41halt wahnsinnig schön und das finde ich richtig toll. Klingt einfach richtig, richtig toll. Ja,
- 2:03:46in der Weinbank habe ich schon so ein bisschen mein Traumlagen gefunden. Wodest du dich irgendwas
- 2:03:52inspiriert? Also, hattest du mal irgendwie ein Laden, der ähnlich war wie die Weinbank,
- 2:03:57weil du konntest ja nicht in ein anderer Weinbank fahren, weil er keine andere Weinbank irgendwie
- 2:03:59Service hat. Also, musst du dir irgendwo eigenkreativ das Ganze mit initiiert bzw. jetzt in dieser Art
- 2:04:06perfektioniert haben, wie du es hast? Gab es da mal eine Weinbar an Weinladen,
- 2:04:11der dich nachhaltig begeistert und beeindruckt hat? Ne. Also, es ist eigentlich total verrückt. Also,
- 2:04:21ich bin halt mit meinen Aufgaben in der Weinbank selber gewachsen. Damals war es halt so, die Weinbank
- 2:04:29war für mich ganz weit oben und ich war ganz weit unten, so vom Standard her, wie ich mich
- 2:04:33gesehen habe und wo ich die Weinbank gesehen habe. Und ich habe damals ein Jobangebot bekommen von
- 2:04:37der Weinbank und wenn ich ehrlich bin, ich hätte mich niemals in der Weinbank beworben, weil die
- 2:04:43Weinbank halt für mich fünf Stufen zu hoch war. Da habe ich gedacht, okay, da brauche ich erst mal
- 2:04:48fahren. Wenn du aber dann ein Jobangebot bekommst, dann überlegst du es dir doch nochmal, ob du nicht
- 2:04:52noch anfangen möchtest, in so einem Laden zu arbeiten. Und damals habe ich angefangen als
- 2:04:58zweiter Sommelier und dann hat mir ziemlich schnell der Metresommelier gesagt, dass er die
- 2:05:04Weinbank verlassen wird. So, und dann gab es ziemlich zwei Optionen. Lässt du dir jemanden
- 2:05:09vor die Nase setzen, weil ich bin ja eigentlich nur wegen ihm gekommen, weil ich halt was von ihm
- 2:05:12lernen wollte. Oder ist es so, dass du dir einfach selber den Rest zusammen mit den Mitgliedern
- 2:05:20beibringst. Man darf nicht vergessen, die Weinbank, klar, es ist ein private member Club. Das Wissen ist
- 2:05:24wahnsinnig weit oben und ich bin ja eigentlich erst ein halbes Jahr ausgelernter Sommelier. Das sind
- 2:05:31so unterschiedliche Faktoren, die man sich ja so ein bisschen vor das Auge setzt. Dann war es aber
- 2:05:35so, dass ich dann überlegt habe, okay, wen möchtest du dir vor die Nase setzen, dass du was von ihm
- 2:05:40lernst? Das ist ja auch wahnsinnig wichtig. Und dann habe ich mich, habe ich aber ein gutes halbes Jahr,
- 2:05:47eine Übergabe gehabt, dass ich dann gesagt habe, okay, eigentlich möchte ich es jetzt mal alleine
- 2:05:53ausprobieren. Und dann hat der Clubmanagerin, ein halbes Jahr später zu mir gesagt, nee,
- 2:05:59eigentlich, eigentlich dann so nach einem Jahr, zu mir gesagt, du, Katharina, ich werde auch die
- 2:06:02Weinbank verlassen. Dann war ich im ersten Moment so, boah, pfff, so, hm, doof. So habe ich es nicht
- 2:06:11ausgemalt. Nee, genau, das war so, oh nee, bitte nicht. Johannes Leusch, das ist, das finde ich
- 2:06:20auch eine unfassbar prägende Person in meinem Leben. Und dann habe ich aber gesagt zu meinen
- 2:06:28Gesellschaft, dann ich brauche jemanden, ich möchte das nicht machen, dann haben sie mir jemanden
- 2:06:33gebracht. Dem habe ich aber nach drei Wochen gesagt, bitte komm morgen nicht mehr zur Arbeit,
- 2:06:39ich möchte nicht mehr. Und dann habe ich es gesagt, jetzt mache ich es alleine. Und so ist es dann
- 2:06:46halt eigentlich gekommen, dass ich dann mir meine Sachen so ein bisschen, weißt du, ich sage mal,
- 2:06:51wenn ich jemanden rausschmeiße, gibt es zwei Optionen, ich muss mich immer satz kümmern oder ich
- 2:06:55muss es selber machen. So, und dann habe ich es halt selber gemacht, ja. So, und dann habe ich mir halt
- 2:07:04vieles auch selber beigebracht, auch ist es aber dazu zu sagen, dass ich eine unfassbar tolle
- 2:07:09gesellschafter Familie habe und die mich auch wirklich zu 1000 Prozent unterstützt haben bei
- 2:07:16all meinen Dingen. Sie haben halt immer gesagt, Katharina, probier aus, wenn es nicht funktioniert,
- 2:07:20mach sie einfach nicht nochmal. Es gab einmal eine Situation, da war ich echt nicht happy und dann
- 2:07:25hat mich der Senior angerufen und hat zu mir gesagt, Katharina, steh auf, richtet eine Krone und geh
- 2:07:31weiter. Und das hat mich sehr geprägt und seitdem denke ich halt, man kann alles zusammen schaffen.
- 2:07:40Hauptsache, man redet darüber und das funktioniert tatsächlich auch. Und deswegen kann ich mir auch
- 2:07:47nicht vorstellen, mehr woanders zu arbeiten. So, weil ich halt auch echt so ein bisschen,
- 2:07:52ich will so ein bisschen sagen, schon so ein bisschen blindes Vertrauen von den habe und meine
- 2:07:58Freiheiten habe und halt auch alles ausprobieren kann, was ich ausprobieren möchte. Ich muss halt
- 2:08:03nur schauen, dass es am Ende funktioniert. Und das ist wirklich toll. Was es einfach schön hat,
- 2:08:08auch kreativ sein zu können, sich ausleben zu können, deine eigene Weinkarte aufbauen zu
- 2:08:12können, zu sagen, okay, jetzt bin ich halt, keine Ahnung, Bordeaux inspiriert und dann knien wir uns
- 2:08:19da halt rein oder ich nehme halt die Süße. Warum stehen die Süßweine am Anfang? Also gibt es ja
- 2:08:24einen Grund für, oder war es einfach nur verzweifeln, dass du es hinten rangeklatscht, nicht toll
- 2:08:29fandest und dachtest, dann verkaufen sie sich doppelt nicht und damit wenigstens irgendwas läuft.
- 2:08:34Nee, tatsächlich waren die Süßweine damals in der Weinkarte ganz normal eingebaut.
- 2:08:38Okay. Die waren halt zusammen mit den Trocken in so ein bisschen durchmischt und das wollte ich nicht
- 2:08:45mehr und da wollte ich dann einfach die Süßweine ganz an den Anfang stellen, weil wenn ich Süßweine
- 2:08:51trinke, dann trinke ich die zum Apparativ. Okay. So, zumindest bei mir halt unten in der Weinbank,
- 2:08:59weil du hast halt kein Tageslicht. Das heißt, wenn du was Süßes trinkst, dann eher zum Anfang als
- 2:09:02zum Ende, weil wir ja nicht unbedingt eine großartige Speisekarte haben, sondern wirklich da
- 2:09:08einfach nur die paar kalten Produkte haben. Bisschen was Warmes haben wir da, aber dazu trinkst du
- 2:09:14eher dann trockene Weine. Und deswegen habe ich dann irgendwann für mich gesagt, komm, wir packen
- 2:09:18die Süßweine einfach vor die Champagner, weil es halt ja schon noch mal als Apparativ ein
- 2:09:25anregendes Getränk ist. Wenn du von draußen rein kommst, vom Warm, ist etwas kühlere. Und diese
- 2:09:33Geschmackspräsent sich noch mal einfängt und sich anders fesselt, als wenn du dich auch jetzt
- 2:09:38gleich in, ich sag mal, ein komplizierteren oder opulenteren Trockenwein irgendwie begeben musst.
- 2:09:43Ja, genau. Und so ein Kaby ist ja eher so ein bisschen was leichteres, ein 7% Alkohol, wo du nicht
- 2:09:49großartig von vornherein viel nachdenken musst, sondern du kannst dich so ein bisschen dann in
- 2:09:54die Weinwelt begeben oder in das Verkosten, das etwas komplexere. Obwohl auch da gibt es natürlich
- 2:10:01auch wahnsinnig komplexe Weine, also nichts Falsches hier sagen. Auf keinen Fall, das ist
- 2:10:08aber ist das nur Wein oder gibt es irgendeine andere Leidenschaft, flüssige Leidenschaft in
- 2:10:15deinem Leben, also keine Ahnung, Sake, Spirituosen. Weil gerade für die Wettbewerbe, da musstest du
- 2:10:21dich ja in alles auch reinziehen und verkriegen und die ganze Spirituosenwelt mit jeder, mit jedem
- 2:10:27einzelnen Dorf in Schottland irgendwie da auch auf Dutzkurs gehen, hatte ich da irgendwas
- 2:10:35berührt oder war das, naja, man kommt ja selten persönlich zu allen, zu allen Produktionen
- 2:10:43Städten und man muss es ja trotzdem lernen, also man versucht sich ja damit dann irgendwie zu
- 2:10:46identifizieren, dann denkt man ja so bei mancher ja eben gerade Spirituose, was dort in dem
- 2:10:51Teil der Erde auch, ja, nee, will ich eigentlich, aber ich hatte nichts irgendwie davon wirklich
- 2:10:58berührt, also die vergabene Stuten nicht, außer Mongolai war nicht unbedingt einfach verbiet.
- 2:11:02Nee, überhaupt nicht, also es war Spirituosen, ich habe ja auch damals die Passe war mit der
- 2:11:12Öffnung, mich da ein bisschen mit Spirituosen befasst, die Welt hat mich persönlich einfach
- 2:11:17noch nie abgeholt. Meine Welt ist die Welt des Weins und da fühle ich mich wohl und bei den
- 2:11:25anderen Spirituosen überlasse ich den Leuten, die dort ihre Leidenschaft haben, weißt du,
- 2:11:29ich sage mal, es kann auch nur Weine verkaufen oder Weine rüberbringen, wo ich selber hinterstehe,
- 2:11:35so wo ich selber sage, das ist eine gute Qualität oder das ist das, was ich gerade gerne trinke
- 2:11:41oder was ich gerade gerne empfehle und so weiter und da ist in den Spirituosen halt nicht direkt
- 2:11:48meine Leidenschaft drin, weswegen ich mich da einfach wahnsinnig schwer mit tue und das überlasse
- 2:11:54ich dann den Leuten, die da ihre Leidenschaft haben. Und Tee und Kaffee und solche Sachen,
- 2:11:58also bist du da? Das finde ich auch spannend, aber das Problem ist, dass ich das ja bei mir
- 2:12:05auch gar nicht so richtig ausleben kann, wobei es stimmt auch nicht ganz. Theoretisch könnte
- 2:12:12ich mich ja mit Kaffee und so weiter, intensiver beschäftigende neue Kaffenmaschine holen und
- 2:12:19so weiter, aber es ist so ein bisschen die Frage, möchtest du das? Wird es bei mir angenommen?
- 2:12:22Nee, wird nicht und dann gehe ich tatsächlich da eher komplett in Wein auf. So, Tee, so kann man machen,
- 2:12:31aber da muss ich zugeben, interessiert mich Wasser noch mal ein bisschen mehr. Auch wenn ich mich
- 2:12:37früher mal darüber lustig gemacht habe, aber es ist schon spannend, also ich fand es immer
- 2:12:41wahnsinnig spannend in den Leinen, wenn die Leute zu mir gesagt haben, ja, ich habe eine
- 2:12:45Sofitalergie, aber mein Lieblingswein ist ein Süßwein, so, und so habe ich halt auch oft gesagt,
- 2:12:52ja, genau, genau, und dann war es halt auch oft so, dass sich das Wasser hat ja viel mehr
- 2:12:59Schwefel als Wein oft. So habe ich dann einfach gesagt, ja, wenn sie eine Sofitalergie haben,
- 2:13:03dann sollten sie vielleicht mal darauf aufpassen, was wir Wasser sie trinken. Darüber haben sich
- 2:13:08die Leute halt ja nie so richtig Gedanken gemacht und das finde ich einfach faszinierend,
- 2:13:11weil Wasser ist ja tatsächlich ein sehr großes Thema. Ich habe mich früher auch mal darüber
- 2:13:16lustig gemacht, um sich zu geben, aber eigentlich ist es wahnsinnig spannend und komplex,
- 2:13:20dass ich eher sage, da würde ich noch mal was machen, aber so richtig bin ich im Thema Wein drin.
- 2:13:25Ich finde, man muss immer mit dieser gesunden Harmonie angehen, aber man kann nicht nur in seinem
- 2:13:30eigenen Mineralienhaushalt wahnsinnig viel steuern. Man kann auch die Weine wahnsinnig beeinflussen.
- 2:13:35Oder witzigerweise hat der Maximilian Riedl mich darauf gebracht und das habe ich vorher nie mal so
- 2:13:41betrachtet. Wasser aus verschiedenen Gläsern ist total schräg. Und ich habe das dann nachdem ich
- 2:13:47auch ein Podcast mit ihm hatte und er sagte, ja, Wasser ist ein Riesenthema. Habe ich das ausprobiert
- 2:13:50und Wasser aus verschiedenen Gläsern ist ein der der schrägsten Sachen, die es gibt. Wenn man das
- 2:13:56Wasser ganz unterschiedlich nicht nur riecht, also in diesem geruchslosen riecht, sondern auch
- 2:14:01unterschiedlich haptisch wahrnimmt oder justatorisch wahrnimmt. Und das macht wahnsinnig viel Spaß und
- 2:14:05dann eben auch mit dem Wein. Also da sollte nicht unterschätzt sein. Erfordert aber, finde ich,
- 2:14:11ein Vielfaches mehr an Sensibilität, das an die Kunden und Gäste nahezubringen, dass du nicht
- 2:14:19irgendwie überschräg wirkst und dieser Spaßgedanke eigentlich verloren geht. Wenn du ja ganz schnell
- 2:14:26anfängst, dann irgendwie zu belehren oder irgendwie zu erklären oder es manchmal zu verkauft wird.
- 2:14:31Ja, das ist korrekt. Und da hilft aber meiner Meinung nach die Dutzkultur, wenn du Wissen weiterbringen
- 2:14:40möchtest, ohne die Leute zu belehren. Ja, stimmt. So, das ist dann, dann erzählst du den auf einer
- 2:14:46ganz anderen Ebene, was über bestimmte Produkte oder was über Länder oder oder oder. Und da
- 2:14:54finde ich das wieder gut zu sagen, hey, wir duzen uns, weil dann kannst du halt alles, was du an
- 2:14:58Wissen hast, weitergeben, weil dann fühlst du dich keiner belehrt. Und als jetzt als jetzt ist wie
- 2:15:05ein Freund genau. Und gerade weil du durch dieses sie eine respektvolle Distance hast, wirbt dann
- 2:15:11ein Erklären nicht selten wie ein Belehren und dann nicht stimmt, hast du recht. Ja, super
- 2:15:19Ansatz, toll. Das ist es halt, dass es dann nochmal ein bisschen einfacher macht, auch das Wissen
- 2:15:24weiterzugeben, was man hat. Cool. Also schön, wie man zu seiner Ansätze dann irgendwo verändern kann
- 2:15:33und dann eine Rechtfertigung letztlich in deinem Tun oder in der Art, warum du das so praktizierst,
- 2:15:37dann irgendwo, irgendwo findet. Mega. Ja, ja. War das immer, dass du Gastro machen wolltest oder
- 2:15:46oder gab es mal einen anderen Berufswunsch oder wenn du heute umschulen dürftest, was würdest du
- 2:15:51sein, wenn ich. Nee, ich bin tatsächlich mit dem glücklich, was ich, was ich bis jetzt für mich
- 2:15:58erreicht habe. Ich habe schon, ich habe damals im Garni Hotel gelernt, weil ich habe nach der
- 2:16:04Realschule, habe ich meine Ausbildung begonnen und ich habe mein Praktikum gemacht im Steigenberger
- 2:16:09in Kiel und an sich hat mir das Arbeiten Spaß gemacht und damals die Leute da nicht. So,
- 2:16:15ich war nie so, ich war wirklich nie der theoretische Mensch früher als Jugendlicher und deswegen
- 2:16:20habe ich mit 16 meine Schule verlassen, also den Realschulabschluss dann gemacht und bin dann
- 2:16:26direkt in die Lehre gegangen in deinem Garni Hotel im Berliner Hof und das hat mich sehr geprägt,
- 2:16:31also die Arbeiten, also das Miteinander dort tatsächlich, das war wahnsinnig faszinierend,
- 2:16:36das Arbeiten hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und danach bin ich halt dann in Kieler Kaufmann
- 2:16:43gegangen und bin da dann direkt aber schon in die Bankerdleitung reingegangen und das war,
- 2:16:53das war für mich wahnsinnig prägend und das sind halt alles familiengeführte Betriebe und ich
- 2:17:00habe ehrlich gesagt auch noch nie in einem großen Unternehmen gearbeitet, immer Familie, ein schönes
- 2:17:05Miteinander, eine schöne Harmonie untereinander und da waren wir und da war ich auch, also bei den
- 2:17:11Kollegen damals, es war schon, ich fand es damals total toll mit 19 gesiezt zu werden und mit Frau
- 2:17:17Glesias angesprochen zu werden, ich bin als Jugendlicher ist es noch mal was anderes, aber da waren
- 2:17:27wir auch immer sehr spaßig miteinander unterwegs, also das Arbeiten in der Gastronomie hat mich
- 2:17:33schon immer Spaß gemacht und dann wollte ich mich halt, seitdem ich in der Pfalz gelebt habe mit dem
- 2:17:38Thema Wein mehr befassen und als ich in der Ausbildung war, eine Ausbildung zum Sommelier war,
- 2:17:44habe ich auch direkt gesagt, okay jetzt mache ich die Ausbildung, jetzt kann ich auch als
- 2:17:48Restaurantleiter arbeiten, dann habe ich im GUME Restaurant direkt als Restaurantleiter und
- 2:17:54Sommelier gearbeitet, habe aber dann ganz schnell gemerkt, dass mich der Postenrestaurantleiter
- 2:18:00gar nicht mehr so interessiert, sondern ich mich nur noch auf Wein spezialisieren möchte,
- 2:18:04sondern nur noch als Sommelier arbeiten möchte und ja, dann kam die Weinbank und noch mehr als
- 2:18:12in der Weinbank, ja, zu arbeiten geht halt gar nicht. Next Level Winzer wäre auch keine Option,
- 2:18:18selber mal Wein machen oder in Schleswig-Holstein jetzt bald Weinbaugubieten oder - ah, bitte nicht.
- 2:18:24Man darf es halt auch nicht so aussprechen, aber ich sehe in Schleswig-Holstein nicht die Qualität
- 2:18:36des Weins, wie es die Pfalz kann, wie es die Mose kann, wie es die Rheingau kann und die
- 2:18:41ganzen anderen Anbaugebieten in Deutschland. Schleswig-Holstein ist gut für die Fralte,
- 2:18:45ist gut für Obst. Lass uns die Sachen machen, die wir können. So, warum PIVI, ja, damit wir sagen
- 2:18:53können, wir haben hier in Schleswig-Holstein Weinbau, aber die PIVI-Rebsorten sind halt noch mal was
- 2:18:58anderes als die natürlichen Rebsorten, die riesigen Begründer und so weiter und bis wir das
- 2:19:05anbauen können oder bis wir da soweit sind, sind locker bestimmt noch mal 50 bis 100 Jahre vergangen.
- 2:19:10So, und da bin ich tatsächlich eher so, dass ich sage, ich mag das Klassische. Ich bin so ein
- 2:19:18klassischer Weintrinker, wenn ich das so formulieren darf. Naja, ich bin ja letztlich auch an der Prägung
- 2:19:24deiner Karte, also mit Bordeaux, Riesling, Süßart, dass du da klassisch bist, aber Winzerin nicht,
- 2:19:32kein Tatema. Wenn wir arbeiten, ja auch viel. Also daher, das hättest du ja auch... Total. Total. Also,
- 2:19:40ich habe auch mal eine Frage gehabt, was ist eigentlich besser, in der Großstadt zu arbeiten,
- 2:19:43die nichts mit Wein zu tun hat oder dem Anbaugebiet zu arbeiten? Ich habe eine
- 2:19:47Pfeiz gearbeitet und es ist toll. Also durch die Pfeiz habe ich halt meine Leidenschaft,
- 2:19:52Leidenschaft entdeckt, wo ich gar nicht wusste, dass ich die überhaupt habe. Und es ist aber so,
- 2:19:58dass man in der Pfeiz halt nur Pfeizerwein verkauft, zumindest Großteil, über 90 Prozent.
- 2:20:04Und in den Großstädten ist es halt so, hier in Hamburg sind wir halt auf viele Sachen
- 2:20:10spezialisiert. Wir haben eine ganz, ganz tolle Begründerweinkarte. Wir haben wunderbare Weine
- 2:20:15aus der neuen Welt, aus Kalifornien. Wir haben ein bisschen was aus Washington, Schiele,
- 2:20:19Argentinien. Natürlich haben wir einen Großteil aus Deutschland. Ich meine, bei uns auf der
- 2:20:24Weinkarte sind neun in der 13 Weinanbaugebiete vertreten. Und das ist halt total schön. So und
- 2:20:31das ist das, wo ich sage, das bringt Spaß, diese Vielseitigkeit, diese Vielschichtigkeit. Und
- 2:20:39wenn ich Winzer machen würde, natürlich, ich finde es wahnsinnig spannend, sich damit zu
- 2:20:44beschäftigen. Ich könnte mir auch vorstellen, mein halbes Jahr so ein Praktikum zu machen,
- 2:20:48das schon. Aber sich nur komplett damit zu befassen, da mag ich das dann doch lieber,
- 2:20:55als Sommelier zu arbeiten und dem Gast den richtigen Wein zu empfehlen. Egal, wo der herkommt.
- 2:21:01Und halt aber vielleicht auch einfach den Gast zu überraschen. Ja, es hat schon eine
- 2:21:07ganz eigene Faszination. Mittlerein hessische Bergstraße, Sachsen und Salle und Stuttzen,
- 2:21:11dass die vier die fehlen. Warum? Also warum fehlen die? Weil du da noch nichts entdeckt hast,
- 2:21:19weil die keiner trinken will oder weil keine Gründe will, die anderen genug haben oder was
- 2:21:28müssen die tun, um mehr Präsenz zu bekommen? Weil es ist ja witzig eigentlich, dass ich zufällig
- 2:21:33genau die... Ja, was wissen die machen? Also warum hast du sie nicht? Also gerade so mittlerein
- 2:21:44gibt es ja wirklich, ich will jetzt die Sachsen und Salle und Stuttzen sagen, weil ich da jetzt
- 2:21:48natürlich aktiv lebe und dann einen anderen Einblick habe. Aber mittlerein... Ich habe hier auch
- 2:21:54einen Kurshack bei mir zu Hause. 50, 60% Alkohol weiß begonnen. Sie verändern sich gerade und gehen
- 2:22:02in eine Richtung 13, 12,5, 13% Volumen. Das war wirklich in der Tat nicht ein Problem. Das war der
- 2:22:09Charakter der Wein und dadurch waren die imposanten, passen eigentlich auch in die Zeit um 2000 bis
- 2:22:132010 und haben es jetzt aber auch gelernt, davon wegzugehen von dem Alkohol, was ich ganz, ganz,
- 2:22:19ganz interessant und gut finde. Also nicht zuletzt dank des neuen Kellermeisters auch, der da
- 2:22:23diesen Weg geht, also der nächsten Generation so mehr oder weniger und ja, aber ein tolles Haus,
- 2:22:31also interessant. Aber jetzt... Ich mag das wirklich auch total gerne. Also ich habe die ja auch noch
- 2:22:35hier... Ich war damals mal mit einen Familiekollegen, der kommt auch aus der Ecke und da haben wir mal so
- 2:22:43eine kleine Salle und Stuttwo gemacht. Ich muss zugeben, ich kann dir gar nicht sagen, warum ich die
- 2:22:48nicht auf der Karte habe. Wahrscheinlich weil ich mich damit zu wenig auskenne, so, weil ich mich
- 2:22:53noch nie so richtig komplett damit beschäftigt habe, weil da wird es mit Sicherheit auch unfassbar
- 2:22:59tolle Winzer geben, mit Leidenschaft, mit ganz, ganz tollen Wein. Ich habe sie vielleicht einfach
- 2:23:06nur noch nicht probiert. Bei den anderen Anbaugebieten ist es halt so, dass ich schon so 5 bis 10 Winzer
- 2:23:14drauf habe. Bei Sala und Stutt Sachsen würde ich es jetzt schwierig finden, allein so viele Winzer
- 2:23:22aufzuzählen. Ja, es ist... Man kann auch nicht immer alles haben und manchmal ist es auch besser
- 2:23:31irgendwie einen Schwerpunkt zu haben, sich darauf zu konzentrieren und das intensiv zu leben. Also
- 2:23:37aus jeder, aus jedem Dorf irgendwie eine Kuh zu präsentieren, nur damit man das irgendwie auf
- 2:23:41der Karte hat. Und es fehlt manchmal einfach so dieser, auch dieser Moment, dieses Intro, wo
- 2:23:48man eine Identifikation, eben auch ein Gefühl für dieses Gebiet oder die Weine da heraus hat, dass
- 2:23:53man die mit einer gewissen Leidenschaft dann irgendwo lebt. Denn letztlich sollte man es ja auch
- 2:23:57leben, nur um sie auf die Karte zu schreiben, macht das ja dann auch irgendwo keinen Sinn. Ich
- 2:24:02glaube, eigentlich das Schönste ist, man braucht noch Ziele. Die alle Leid sind anmaugebietet. Genau,
- 2:24:10ja, die machen ja auch einige, aber die dann eben auch zu leben. Hast du sonst noch Ziele und Wünsche
- 2:24:16und irgendwelche Vorhaben in nächster Zeit oder in Perspektive? Ja, gute Frage. Also es ist so
- 2:24:27schön, ich bin halt, ich fühle mich wahnsinnig wohl bei mir im Laden und bin da einfach wahnsinnig
- 2:24:33glücklich, dass ich mich da auch noch in den nächsten zehn Jahren sehe. So, in der Weinbank und
- 2:24:39alles, was ich halt machen möchte, kann ich alles in der Weinbank umsetzen. So, da gibt es halt für
- 2:24:47mich keiner, der sagt, nee, Katharina, das können wir jetzt nicht machen, sondern die sagen, klar,
- 2:24:51mach's, herfahren so ungefähr und das ist halt schön, dass ich sage, nee, eigentlich sehe ich mich da
- 2:24:59auch noch in zehn Jahren in der Weinbank. Da hanke ich liebe Katharina, wo diese besondere Gespräche
- 2:25:09für deine Lebendigkeit, für deine Liebe zum Wein, für deine Begeisterung, für deine Begeisterung,
- 2:25:14andere Menschen zu begeistern. Man konnte es so wunderbar spüren. Danke auch dafür, dass du uns
- 2:25:21einen Einblick in deine Welt geschenkt hast, die ja normalerweise uns unzugänglich ist, weil wir
- 2:25:25keine Gruppenglieder bei der Weinbank sind. Großartig, was ihr dort inszeniert, großartig,
- 2:25:30wie ihr Wein, wie ihr Gastronomie, wie ihr diese Clubkultur lebt. Und dieses für einen Moment mitzuerleben
- 2:25:35ist ein Geschenk. Vielen lieben Dank dafür. Und so sehe ich mich über dich als Gästin freue.
- 2:25:42Freue ich mich auch auf die kommende Woche, auf den nächsten Freitag. Denn da heißt es auch wieder,
- 2:25:47nach dem Freitag ist vor dem Freitag, nach dem Podcast ist vor dem Podcast. Und nach der
- 2:25:53aktuellen Episode gibt es die nächste Episode. Und das ist dank unseres Partners möglich,
- 2:25:58der Schlumberger Gruppe, die uns seit jetzt schon über einem Jahr unterstützt und begleitet. Sie
- 2:26:02und die Handelshäuser Konzio Vini, Schlumberger, Segnetz und das Privatkunden-Portal Bremer
- 2:26:09Weincolleck steht uns händisch und wirtschaftlich zur Seite. Ja und dank ihnen haben wir nächste
- 2:26:13Woche wieder eine Sonderfolge. Alle zwei Monate haben wir einen ganz besonderen Gast,
- 2:26:17oder dem Motto "Sommie & Friends". Und eine der nahezu alle Sommie am meistberührendsten
- 2:26:24Winzervereinigung ist der VDP. Eine VDP hat einen Geschäftsführer, eine ganz besondere Frau. Ich freu
- 2:26:30mich auf die kommende Woche und ich freu mich auf die großartige Theresa Olkus.
- 2:26:34Ich bin Bern Mürmanns, Mitglied der Weinberg Hamburg, beschäftige mich in den letzten
- 2:26:53Jahren intensiver Mitwahlen und bin leidenschaftlicher Genießer. Für mich ist es eine große Ehre und
- 2:26:58ich freu mich heute auch ganz besonders euch jemand vorzustellen, der für mich das Herzstück
- 2:27:03unserer Weinberg ist, das ist Katharina Igletias. Katharina ist unser Sommie, unsere Clubmanagerin,
- 2:27:10aber das beschreibt eigentlich nur ein Bruchteil von dem, was sie dort wirklich ist. Sie ist für
- 2:27:16uns eine Gastgeberin mit Leib und Seele und vor allem Mensch, den man einfach gerne um sich hat.
- 2:27:21Sie hat auch ein tolles Gespür für Menschen, für die Stimmung, für den richtigen Moment und daher
- 2:27:28fühlt man sich sofort wohl. Das ist nicht nur professionell, die ist einfach präsent und
- 2:27:33sie kümmert sich und das meine ich auch so wortwörtlich. Eine ihrer größten Stärken ist
- 2:27:38neben den Fachwissen und Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen etwas, was man nicht
- 2:27:44lernen kann, eine echte mitreißende Freulichkeit. Was mich immer wieder beeindruckt, mal abgesenkt
- 2:27:51von ihrem immensen Weinwissen, ist eben diese ehrliche Freulichkeit, mit der sie jeden Raum
- 2:27:56wird. Du sitzt irgendwo, sie kommt dazu und es ist einfach lustiger ansteckend. Ich finde,
- 2:28:04egal was dich vorher beschäftigt hat, wenn sie dazu kommt, dann ist es fröhlich und du denkst
- 2:28:10nicht mehr darüber nach. Aber neben diesen Dingen ist für uns Weinbänker das natürlich auch der
- 2:28:18Fachwelt aufgefallen und sie hat aufgrund ihres Fachwissens mehr Fachpreise gewonnen. Zwei Sachen
- 2:28:25sind mir in Erinnerung, das ist 24, den Gewinn des DVI Sommelier Cups und für uns Weinbänker
- 2:28:32natürlich ganz wichtig jetzt im April von Meiniger und dem VDP, dass die Weinbank für ihr
- 2:28:39bestes Weinkonzept ausgezeichnet wurde. Katarina hat eben eine großartige Weinkarte aufgebaut,
- 2:28:45davon profitiere ich ja auch und das ist das Werk von Katarina und diese Leidenschaft, die
- 2:28:52all hinter diesen Arbeiten und diesen Preisen steckt und dieser unermüdliche Einsatz, das ist
- 2:28:57einfach perfekt. Ein gutes Beispiel für diesen Einsatz ist auch unser zehnjähriges Ölgeleum als
- 2:29:03Weinbank Hamburg. Da hat sie so viel Herzblut und Engagement reingesteckt, die Familie engagiert
- 2:29:10und jedes Mal, wenn ich sie traf und sie wieder in Baustein zusammen hatte, sei es Trombola Preis
- 2:29:15oder sowas, in welcher Begeisterung sie darüber sprach und wie sie sich schon vorher freute,
- 2:29:20es war einfach ein großes Fest, das hat alle mitgerissen, das war perfekt und deswegen für
- 2:29:27mich ist es ein großes Glück mit ihr Freunde zu sein und freue mich daher, dass ich sie heute hier
- 2:29:33für den Podcast Sommelier vorstellen darf und hört genau hin, es geht nicht nur um Beine,
- 2:29:39es geht um Menschen, um Haltung und um die Freude, die man spürt, wenn jemand seinen Beruf zu Beruf
- 2:29:45hat.
- 2:30:15[Musik]