Latest / SOMMELIER / Désirée Steinheuer – Wein als DNA
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- 0:00[Musik]
- 0:13Desiree Steinheuer ist für mich einer der ganz großen Persönlichkeiten in der Gastronomie.
- 0:24Als Gastronomin, als Unternehmerin und als Sommeliere. Vor allem die hervorragende Weinkentnis, die ich bei ihr und den Sachverstand so schätze,
- 0:37haben mich schon vor vielen Jahren beeindruckt, wie die junge Desiree in der Gastronomie ihres Vaters groß geworden ist
- 0:45und ihre Neugierde und ihre liebevolle Umgang mit den tollen Produktlebensmitteln und Weinen waren schon von Anfang erkennbar,
- 0:54dass hier jemand heranwächst, der nicht nur aus einer tollen Kaderschmiede erwachsen wird, sondern durch den Eigenantrieb zu einer der ganz großen Persönlichkeiten
- 1:05Deutschlands gehört, die in Sachen Wein unterwegs sind. Und ich kann sie absolut in Namensgleichheit setzen.
- 1:13Natürlich muss man vielleicht über Paula Bosch reden oder auch vielleicht über große Winzerinnen wie Gaia oder Madame Le Roire oder oder.
- 1:20Aber Desiree gehört zu dieser Welt, zu diesen ganz persönlichen Persönlichkeiten, die es schafft, mit ihrer empatiefollen Gastgeberart
- 1:28nicht nur auf die Wünsche des Gastes und als Gastgeberin zu agieren, sondern für das Menü, für das Essen immer die richtige Komposition zu finden.
- 1:38Dabei geht sie auch mutig voran, aber vergisst nie, dass das Wichtigste ist, dass der Gast sich wohlfühlt, großartig bedient fühlt und dem Sachen Essen und Wein immer groß umgerechnet.
- 1:49Also, falls mir es immer noch mal gelingen würde, Desiree länger an mich zu binden in meinem Haus, würde ich mich sehr freuen, aber ich glaube, dass sie jetzt hervorragend aufgehoben muss mit ihrem Mann,
- 2:00ein ganz tolles Restaurant führt. Und ich kann nur sagen, es ist immer lohnswert, dort hinzufahren, weil es immer eine Stunde oder mehrere Stunden des Glücks, die ich dort verbringen darf.
- 2:11Und bin sehr glücklich, dass ich Desiree kennen darf. Ihr Halb Frenzel.
- 2:17[Musik]
- 2:39Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somelier, die interessantesten Weinkenner dieser Zeit.
- 2:45Meine heutige Gäste hat mich begeistert, hat mich inspiriert, hat mich fasziniert, hat mich mit ihrer Lebendigkeit regelrecht abgeholt.
- 2:52Und wenn ihr diese Folge gehört habt, dann wisst ihr, warum die aus den 80er Jahren stammende Desiree Steinhäuer mit einem Studium im Hotelmanagement
- 3:01eine Ausbildung zur Someliere mit großartigen Anstellungen, wie nur kurz exemplarisch ausgeführt,
- 3:07in Stiller's Restaurant, The Cool Dogs in Shanghai, im Restaurant Marcus Wren, Nightbridge London,
- 3:14im Gourmet-Restaurant-Schloss Lerber von Nils Henkel in Bergisch-Gladbach zur Someliere des Jahres gewählt wurde.
- 3:21Und vor fast zehn Jahren ist sie in den älterlichen Betrieb zusammen mit ihrem Mann heimgekehrt.
- 3:26Nicht um ihn zu übernehmen, sondern um ihn weiterzuführen, weiterzuentwickeln und voller Achtung und Dankbarkeit.
- 3:33Das kann man so wunderbar in diesem Podcast hören, dieses Lebenswerk, ihre Eltern in eine neue Ebene zu heben.
- 3:40Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, darf ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner, der Schlumbergergruppe,
- 3:46mit den Handelshäusern Segnetz, Konziowini Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg für die händische und wirtschaftliche Unterstützung bedanken.
- 3:55Dank ihnen ist dieses Projekt möglich und dank ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen, liebe diese Reesteinheuer!
- 4:03Du hast ja mehr oder weniger schon richtige Weltstädte hinter dir, also Shanghai, London, Bergisch-Gladbach.
- 4:09Ja, Bergisch-Gladbach teilnimmt es.
- 4:11Wenn du jetzt nur einen Ort hättest, wo du noch einmal Wein empfehlen könntest, sei es für einen Tag, für einen Jahr,
- 4:18hättest du einen Traum, wo du sagst, da würde ich gerne nochmal, auch mit meiner Erfahrung, die ich jetzt sah,
- 4:23oder auch gerne ohne meine Erfahrung, um einfach das kennenzulernen, davon würde ich mich noch mal inspirieren lassen.
- 4:27Ja, würde ich jeden Tag wieder nach London gehen.
- 4:29Okay.
- 4:31Jeden Tag wieder. Ich habe nie wieder so solche Weine verkauft wie in London.
- 4:36Und ich war ja in London, also ich habe mich hochgearbeitet, ich bin als Kommi eingestiegen
- 4:42und hatte eigentlich, dachte ich habe einen Zommelier gemacht, mir gehört die Welt.
- 4:47Ich war in Shanghai, ich weiß alles über Wein und dann fragte mein erster Tag mit Michael
- 4:54und Michael fragte mich, welche Rubsorte ist denn Gatinarer?
- 4:58Und ich dachte so, oh Gott, diesen Wein, was ist das?
- 5:02Okay, habe ich schon mal gehört und habe natürlich voll daneben gegriffen.
- 5:06Okay.
- 5:07Und dann wusste ich, okay, die Erde ist wieder unter mir.
- 5:11Der Boden ist ganz nah und mit Michael habe ich wirklich, wirklich viel probiert
- 5:16und ich habe halt im Restaurant gearbeitet, das hieß vorher Petrus.
- 5:20Das war eben auch so aufgemacht, das hieß dann Marcus Varing at the Barclay Hotel,
- 5:25mitten in London, Night's Bridge, direkt am Heidpark.
- 5:29Und da haben wir Weine verkauft, das war unfassbar.
- 5:32War es wegen London oder wegen des Restaurants?
- 5:34Also wenn es Petrus heißt, dann kann man schon sagen, dass sie nicht mehr loa aus Südspanien verkaufen,
- 5:40sondern ...
- 5:41Also sie haben sehr, sehr gute Weine verkauft und irgendwann durfte ich auch die Weine verkaufen.
- 5:45Verkaufen oder probieren oder Service machen oder alles, okay?
- 5:48Alles, genau.
- 5:49Du hast Tomiere.
- 5:50Also ich habe mich dann hochgearbeitet, genau.
- 5:51Ich war im Sommelier-Team natürlich, da habe ich mit den Klassenbrüdern gearbeitet.
- 5:55Mit Marcus und Tobias habe ich da gearbeitet.
- 5:58Der Marcus war, ja, die beiden beide quasi Chef daraus.
- 6:03Okay.
- 6:04Und ich war auf der Weinseite und mit denen haben, wir haben uns halt, wir waren die einzigen Deutschen,
- 6:09nehmt Ray noch, wann wir zuführt Deutsch in England, was ja eigentlich unvorstellbar ist
- 6:15in einem Restaurant, das da vier Deutsche arbeiten.
- 6:18Und wir haben uns halt super gut verstanden.
- 6:20Und die beiden auf der Serviceseite, ich schon auf der Weinseite und irgendwann hatte ich mich da so hoch gearbeitet,
- 6:25dass ich halt auch selbst Weine aufmachen durfte.
- 6:28Ich durfte dann selbst auch große Bordeaux dekantieren, noch mit Weißer Serviette, mit Wagen und den
- 6:36Champagnatrolli fahren, durfte ich eigentlich relativ am Anfang und den Digitifagen, also mit 50 Digitiven
- 6:44und was kostet die Welt.
- 6:46Und da dann halt auch Dom Perignon oder Coug, also Petrus, es war alles da.
- 6:52Und das einmal im Monat oder?
- 6:55Einmal in der Woche, mindestens.
- 6:56Okay, wow.
- 6:57Ja, genau.
- 6:58Also einmal in der Woche ging Petrus über die Tisch.
- 7:00Also ich habe nie wirklich den Hype für mich verstanden für diesen Wein.
- 7:05Aber es war schon spannend.
- 7:07Aber ist es nicht so bei solchen großen Weinen, dass es eigentlich keinen Hype gibt?
- 7:12Also dass es nicht so dieses expressive, greifbare Gipfel, wo du sagst, das macht es so besonders.
- 7:18Sondern zum einen ist es die Verlässlichkeit im Qualitätsbild, dass man sagt, man hat über die Jahre immer die Konstante
- 7:24und abhängig von den Jahrgängen, die trotzdem individuell herausgearbeitet werden.
- 7:27Und dann hat man nicht das Polarisierende, sondern eine solide Grundqualität, die viele begeistert.
- 7:33Darf ich jetzt was gelernt? So müsste ich mir das auch mal ranführen.
- 7:36Weil wenn ich in Romani Conti trinke oder also passiert bei uns auch nicht jede Woche.
- 7:42Aber wenn ich das probiere, denke ich mir immer, wo ist das mehr für mich?
- 7:48Also was unterscheidet, wenn ich jetzt Rumier trinke oder Rousseau, finde ich das manchmal für mich spannender.
- 7:55Also ich meine, wir reden jetzt über ganz hohe Qualitäten.
- 7:59Aber kann man ja, man redet so viel über andere Sachen.
- 8:01Man hat die Chance auch darüber zu regeln, sich darüber auszutauschen.
- 8:04Aber hatte ich letztens Gäste, die haben Rumier getrunken.
- 8:08Und dann habe ich gedacht, das ist das, was mich mitnimmt, was mich fast.
- 8:14Wovon ich sage, ich bin süchtig, weil ich brauche einen nächsten Schluck schon wieder.
- 8:18Geht mir genauso bei Rumier.
- 8:19Unfassbar.
- 8:20Das ist ganz schlimm.
- 8:21Und das war noch nicht mal überkandidelt.
- 8:24Es war noch nicht mal Cronkrü.
- 8:25Es war einfach nur eine Premier-Krü von Rumier.
- 8:28Und ich habe gedacht so, wow, das ist das, was ich bei Spätbeugundener suche.
- 8:32Natürlich habe ich das auch bei Spätbeugundern von der A.
- 8:35Die sind auch sehr, sehr gut.
- 8:36Und da denke ich manchmal auch so, wow, was können wir hier alles leisten?
- 8:40Gibt es da aber diese Individualität im Geschmacksbild?
- 8:43Ja, ist es.
- 8:44Ja, genau.
- 8:45Bei wem?
- 8:46Der Alexander Stotten zum Beispiel.
- 8:50Der ist sehr bugundisch mittlerweile.
- 8:54Der hat das auch, also in jungen Jahrgängen oder beziehungsweise wenn ich es jung probiere,
- 8:59denke ich immer so, wo geht das hin?
- 9:00Und selbst er sagt, ich habe einen tollen Wein im Fass, dann gebe ich es auf die Flasche,
- 9:06mache einen Schwepfel drauf und denke, mein Gott, was habe ich produziert?
- 9:10Und dann irgendwann sitzen wir wieder zusammen auf dem Balkon bei denen oder bei uns auf der
- 9:15Terrasse oder wie auch immer.
- 9:16Und dann probieren wir das wieder und dann sage ich, ah, das ist es.
- 9:20Also auch im Hinblick darauf, dass man es gerade frisch probiert hat bei der GG-Probe der
- 9:26A-Winzer und dann eben noch mal fünf Jahre später oder so, wo man denkt, wow, das ist
- 9:31die Blüte, das ist das, was ich suche.
- 9:33Erste Generationen auch schon mit seinem Vater?
- 9:35Ja, sein Vater, das war die Generation, wo man richtig viel Holz drauf gehauen hatte.
- 9:42Also die waren ja richtig maskulin, die waren ja richtig kraftvoll stockig, kräftiges Rückgrat.
- 9:47Genau.
- 9:48Wir sind froh, dass wir reif werden in der A.
- 9:50Wir sind froh, dass wir reife Traumenein haben.
- 9:53Wir lassen sie hängen bis zu 140 Öxle, so, keine Ahnung.
- 9:59Und dann hauen wir noch ordentlich Holz drauf, dass er für 100 Jahre überlebt.
- 10:03Und Alexander Stotten hat dann so ein bisschen das Holz rausgenommen, ist viel eleganter,
- 10:07viel feindliedriger, wirklich ein toller Wein.
- 10:11Und da hast du das gleiche Gefühl wie bei den großen Begundern.
- 10:14Ja, muss ich sagen.
- 10:15Also natürlich, man weiß ganz genau, dass wir noch nicht so weit sind.
- 10:19Also man muss das dann natürlich abschätzen.
- 10:22Die haben 100 Jahre lang Erfahrung.
- 10:25Und wir an der A, wir machen erst seit, sagen wir, 20, 30 Jahren guten Wein.
- 10:29Also ich kann mich noch in der Kindheit dran erinnern,
- 10:32dass der Wein bei uns auf der Fensterbank, also der Rotwein auf der Fensterbank,
- 10:40in diesen hübschen Körbchen, die man hatte.
- 10:42Und dann hatte der so um die 25 Grad fast Glühwein ähnlich.
- 10:47Natürlich bocke süß.
- 10:49Und das war das Wein-Erlebnis, was man von der A kannte.
- 10:53Das waren die Kegelklubs, die dabei kamen.
- 10:55Ja, genau, das waren die Kegelklubs.
- 10:57Das waren aber auch Kegelklubs.
- 10:59Genau, genau, da gibt es ja den Spruch.
- 11:01Wer in der A war und weiß, dass er da war, der war nicht in der A.
- 11:04Das war halt genau dieses Kegelklub.
- 11:07Wir hatten natürlich immer schon sehr gut, also nach meiner Oma,
- 11:11die eigentlich so ein Gasthof betrieben hat,
- 11:14das als meine Eltern eingestiegen sind,
- 11:16haben die natürlich auch aus Schweizer Stuben,
- 11:18die haben halt Weine mitgebracht, die haben dann angefangen,
- 11:20Bugunde dazu kaufen.
- 11:22Und haben eben auch mit der A versucht, was zu entwickeln.
- 11:26Also ein Wein zu entwickeln, der auch allgemein verträglich ist.
- 11:31Der eben den Stand als international Stand halten kann.
- 11:36Hattest du dann die Nase vorn, als du in London warst
- 11:39und mehr oder weniger in so einem Gasthof,
- 11:42in einem solchen Restaurant mit deinem Papa,
- 11:45der ja sehr Wein aufhien ist, aufgewachsen,
- 11:47bis hattest du einen anderen Geschmack schon,
- 11:50also hattest du eine andere Qualifikation?
- 11:52Oder fingst du trotzdem bei Null an?
- 11:55Und du musstest dich Stück für Stück rein und hocharbeiten
- 11:58und in dieser ganz uralten Schule, wo es eben eine Auszeichnung ist,
- 12:01wenn du überhaupt eine Flasche aufmachen darfst
- 12:03und die hier abends auf die Schulter klopfen möchtest und sagen,
- 12:06ich war heute im Team.
- 12:08Ja, tatsächlich hatten die überhaupt keine Ahnung,
- 12:13wer ich bin, woher ich komme.
- 12:15Das war wirklich auch schön.
- 12:17Weil in Deutschland hat man immer, ah, du bist die Tochter von.
- 12:21Und in London war ich halt niemand.
- 12:23Und da musste ich halt wirklich, weil ich niemand war,
- 12:27über meine Qualität überzeugen.
- 12:29Und da, als er mich dann einmal geerdet hatte
- 12:32und einmal gesagt habe, du bist sozusagen nichts
- 12:35und essen meinen Staub, ja, schau, was ich mache
- 12:41und miss, push, push, push, push.
- 12:44Und da ist man wirklich schnell geworden.
- 12:47Wir hatten da 100 Gäste im Restaurant teilweise
- 12:49und die haben alle guten Mal getrunken.
- 12:51Und man hatte seine Station
- 12:53und man musste seine Station bedienen
- 12:55und man musste gucken, dass man einen gewissen Umsatz hat
- 12:57in der Geschwindigkeit.
- 12:59Und da, das war wirklich einfach ein schönes Erlebnis,
- 13:03wenn man eben sich selber erfunden hat,
- 13:06beziehungsweise man sich selber entwickelt hat.
- 13:10Ich war da nichts und ich musste halt gucken,
- 13:12dass ich hochkomme, damit ich die Weine probieren kann.
- 13:14Ferromantisierst du, glorifizierst du das jetzt im Nachhinein
- 13:17oder hast du dich damals dort auch wohlgefühlt?
- 13:19Ich habe mich super wohlgefühlt.
- 13:21Ach, schön.
- 13:22Weil es ist ja manchmal so, dass man dort,
- 13:24Staubessen ist halt ziemlich trocken.
- 13:26Ja, genau.
- 13:27Und man im Nachhinein sagt man, es war doch aber gar nicht so schlecht,
- 13:30also wie in jeder Beziehung.
- 13:32Ja.
- 13:33Dann dort ja meistens auch.
- 13:35Nee, ist richtig.
- 13:36Also sicherlich glorifiziert man das
- 13:38und sicherlich hatten wir Tage, wo ich gedacht habe,
- 13:42ich möchte einfach nicht mehr hin.
- 13:44Also so.
- 13:46Aber wir hatten ein tolles Team, wir haben uns super verstanden.
- 13:49Michael war ein super Lehrer
- 13:51und da gab es noch einen zweiten Mann.
- 13:54Und der zweite Mann hat mich erkannt,
- 13:56dass ich Lust habe und Spaß habe, was zu lernen
- 13:58und der hat mich an seine Seite genommen.
- 14:01Und haben die beiden oder eben der zweite Mann dir auch was gelehrt
- 14:06oder war es einfach die tägliche Arbeit?
- 14:08Haben sie sich mit dir hingesetzt und gesagt,
- 14:10heute lernen wir die 14 Bremmel Grüßchen schabli?
- 14:13Nein, das war alles eine Initiative.
- 14:16Die haben mir gesagt, okay, morgen weißt du,
- 14:19alle Grüß im Bordeaux.
- 14:22Ja, und ich hatte eine Busfahrt,
- 14:24die hat eine halbe Stunde gedauert.
- 14:26Dann bin ich um 1 Uhr nachts aus dem Laden raus.
- 14:28Ich habe dann auf der Busfahrt noch gerade meine Vokabeln gelernt.
- 14:32Bin nach Hause, habe es unter das Kopfkissen gelegt.
- 14:35Dann am nächsten Morgen wieder zurück zur Arbeit um 8.
- 14:38Hab dann wieder auf der Busfahrt meine Vokabeln gelernt.
- 14:41Hab den Spickzettel noch beim Eindecken,
- 14:44weil wir das alles zusammengemacht haben.
- 14:46Und beim Herrichten, da gehabt.
- 14:48Und am nächsten Tag wurde es abgefallen.
- 14:50Und das war halt eher intrinsisch.
- 14:53Also du musstest zeigen, dass du es willst
- 14:55und dass du es machen möchtest.
- 14:57Und natürlich haben wir mich auch das erste Mal,
- 15:00wir haben dann diese Bordeaux eben dekantiert.
- 15:02Weiß ich noch, wie es heute ...
- 15:04Und der erste Bordeaux, den ich dekantiert habe,
- 15:07ich habe Blutbad angerichtet.
- 15:09Das war so unfassbar peinlich.
- 15:11Die haben mich natürlich den 100-200 Euro Bordeaux dekantieren lassen.
- 15:15Aber da musste man halt die Kapsel anschneiden mit Messer,
- 15:18so ritzen, dass man die Kapsel dann wieder auf die leere Flasche
- 15:21draufsetzen konnte.
- 15:23Dann hat man es eben aufgemacht, über der Kerze dekantiert.
- 15:28Dann hatten wir so komische Dekanter, dann die weiße Tischdecke.
- 15:32Und manch was troffte es halt, weil die Flasche ...
- 15:35Ach, das war so unfassbar peinlich.
- 15:37Ja, gut, aber nach dem dritten Blutbad
- 15:41wusste man dann, okay, so darf man es nicht machen.
- 15:44Und die Gäste waren natürlich auch, wenn man nett war,
- 15:47ich war ein nettes Mädchen.
- 15:49Ich habe auch mir das verziehen, dass ich da 20 Tropfen ihres Weines
- 15:53vergeudet habe.
- 15:55Aber dann kam ich zurück und dann stand Michael schon hinter der Tür
- 15:58und sagte so, Miss, nein.
- 16:01Ich hab gar nicht.
- 16:03Ja, und so wird man halt besser.
- 16:06Und wie gesagt, also das hat wirklich Spaß gemacht.
- 16:09Wir waren ein gutes Formelierteam.
- 16:11Ich habe mich dann halt hochgearbeitet.
- 16:13Dann war Michael mal drei Wochen nicht da.
- 16:15Michael hat mich, also ein Assistent, eben an die Seite genommen,
- 16:19hat gesagt, ich entwickel dich jetzt.
- 16:21Ich bin in acht Wochen weg und du wirst mein Nachfolge.
- 16:24Und dann habe ich gesagt, ja gut, dann lass uns starten.
- 16:27Und dann hat er mich richtig gepusht in diesen zwei Wochen oder so,
- 16:31wo Michael nicht da war.
- 16:33Und Michael kam wieder, er hat gesagt so,
- 16:36die wird meine Nachfolgerin Michael überlegst ihr.
- 16:39Dann hat er gesagt, ja gut, dann möchte ich mir das jetzt anschauen,
- 16:42was du kannst.
- 16:44Und dann habe ich ihm gezeigt, was das vorher nachher ist.
- 16:47Und hatte noch einen anderen, also Dimitri,
- 16:49der ist dann später zu Heston Blumenthal als Restaurantleiter,
- 16:52der mochte mich auch.
- 16:54Und der hat dann Michael gesagt, ja, lass es sie versuchen.
- 16:57Und dementsprechend war ich dann am Ende stellvertretender Sammelier.
- 17:00Großartig.
- 17:02Und wir sind eigentlich auch nur gegangen,
- 17:04weil es so unfassbar gemein war.
- 17:07Es hieß, dass man, also mein Mann und ich,
- 17:10wir arbeiten gerne.
- 17:12Wir arbeiten wirklich gerne, ich arbeite viel und mir macht nichts was aus.
- 17:15Aber wir durften eine Woche Heimurlaub machen,
- 17:18in dem ganzen Jahr, wo wir da gearbeitet haben, oder etwas über ein Jahr.
- 17:21Und haben gefragt, auch können wir nicht zwei,
- 17:24weil das Pro Wein, und dann würden wir auf die Pro Wein gehen,
- 17:26und dann würden wir dies und das und jenes noch machen.
- 17:28Nein, jeder hat nur eine Woche.
- 17:30Und dann kamen wir aus diesem Urlaub zurück, diese eine Woche,
- 17:33und wir hatten gerade eine neue Personalassistentin.
- 17:36Und diese Personalassistentin sagt dann,
- 17:39ja, wir haben zu viel Urlaub.
- 17:42Alle, der Urlaub fällt zum 31. März, verfällt der.
- 17:45Es kann keiner mehr Urlaub machen, aber euer Urlaub ist weg.
- 17:48Und dann haben wir gedacht, okay, wir arbeiten hier jeden Tag 14 Stunden
- 17:51oder 16 Stunden.
- 17:53Wir machen das gerne, und wir machen das mit Herzblut.
- 17:56Aber irgendwo ist die Grenze überschritten, das Möglichen.
- 17:59Und dann haben wir uns halt Euro mir orientiert.
- 18:02Und dann sind wir halt darüber,
- 18:05darüber sind wir dann nach Berges Schlattbach.
- 18:08Und dann haben wir uns nach Berges Schlattbach,
- 18:11nach Österreich, wegen der Weinkarte, wegen Wien.
- 18:14Wir wollten eigentlich nicht nach Deutschland zurück.
- 18:17Und dann habe ich aber halt einfach,
- 18:20ja, einfach, weil es gepasst hat,
- 18:22wer wir uns halt nicht darauf verlassen konnten,
- 18:25dass Wien oder die Städte, die wir uns so ans Ausgesucht haben,
- 18:28passen würde, habe ich dem Miguel Calero geschrieben.
- 18:31Und habe dem geschrieben, ob er nicht ein Job für mich hätte,
- 18:34und ich würde gerne im Vendômen arbeiten.
- 18:37Und dann sagte er, ja, ich habe hier nichts gerade frei,
- 18:41aber im Lehrbach, der Thomas Sommer, der sucht noch jemanden.
- 18:45Und dann war ich, glaube ich, im Lehrbach die erste,
- 18:48die als Chefdorre eingestellt wurde.
- 18:51Es war ja damals ein, vielleicht darf ich kurz noch fragen,
- 18:54in diesen zwei Wochen, wo du trainiert wurdest,
- 18:58was konntest du danach besser als davor?
- 19:01Ich hatte das selbst, wo es dann...
- 19:03Ah, das war gar nicht die Technik und die Tätigkeit?
- 19:06Ja, weil ich wusste ja alles nach einem Jahr,
- 19:08also unser Job ist ja im Prinzip, also Weinöffnen,
- 19:11Weinemfeelen, wenn man weiß, was auf der Karte ist,
- 19:15wenn man sich das alles überlegt hat,
- 19:18wenn man auch schon mal was probiert hat,
- 19:20dann ist das ja alles irgendwann nicht FF,
- 19:23aber man weiß, was man zu tun hat.
- 19:25Und es geht über die Souveränität, soll ich es fänden?
- 19:27Es geht um die Souveränität, also muss ich jemand sagen.
- 19:29Meine paar Prüfungen gemacht habe und dann einfach fahren kann,
- 19:31Souverän fahren kann und das Glas Wasser,
- 19:33das ist vorne bei mir auf dem Armaturenbrett steht,
- 19:35einfach nicht runterfällt, sondern ganz solide Anfahren abbremsen
- 19:38und das Butter weich.
- 19:40So ist es dann letztlich auch, es ist nicht so dieser Servicekniff,
- 19:43den man damit einmal gelernt hat oder den sonst keiner kann.
- 19:48Nein, es geht darum, dass dir jemand im Rücken steht
- 19:50und das sage ich meinen Mitarbeitern auch immer,
- 19:52ich stehe hinter euch.
- 19:54Und wenn ihr Mist baut, dann habe ich Mist gebaut.
- 19:57Aber ihr müsst euch keine Sorgen machen,
- 19:59weil nur so können dir Wein verkaufen.
- 20:02Es geht nicht, dass ich hinter euch stehe.
- 20:05Natürlich hinter frage ich euch schon mal.
- 20:07Meinst du, denn würdest nicht besser das Glas nehmen
- 20:10oder das Glas nehmen oder willst du es nicht ein bisschen kühler machen
- 20:15oder willst du den Wein so servieren
- 20:17oder was ist dein Plan dahinter
- 20:19oder passt das jetzt in die reihen Folge, die die Gäste trinken?
- 20:22Das diskutieren wir hinter den Kulissen.
- 20:25Aber ich frage, was würdest du, wenn Sie mich fragen,
- 20:29welchen Wein würdest du den oder denen?
- 20:31Sag ich zuerst, welchen Wein möchtest du?
- 20:33Weil du hast das Gefühl jetzt, du musst das leben
- 20:36und ich stehe hinter dir.
- 20:38Und wenn der Gast sagt, es ist nicht mein Ding,
- 20:42da haben Sie einen riesen Fehler gemacht,
- 20:44gut, dann nehmen wir ihn zurück.
- 20:46Und dann verkaufen wir ihn an Gäste, die es verdienen,
- 20:48gerade in dem Moment.
- 20:50Und mit dieser Souveränität kann man ihn zurücknehmen
- 20:52und kann auf Augenhöhe dann letztlich ohne beleidigt zu sein
- 20:54oder irgendwie ein Problem zu haben.
- 20:56Genau.
- 20:58Den Gast mit der gleichen Qualität, mit der gleichen Leidenschaft
- 21:00dann eben auch weiter bedienen.
- 21:02Ich glaube aus dieser Souveränität, wenn man die dann irgendwann hat,
- 21:04kann man dann auch die Freude heraus rekrutieren.
- 21:06Dass man Freude am verkaufen, also im positiven Sinne verkaufen
- 21:10und auch am zelebrieren dann letztlich haben.
- 21:13Ja, genau, das ist das Thema.
- 21:15Und eben auch die Augenhöhe war.
- 21:17Ideal, ob jetzt ein super Erfahner-Gaster vor einem ist
- 21:21oder jemand, der vielleicht noch gar nicht so viel Wein probiert hat
- 21:25oder der aber vermeintlich auch gar nicht weiß, was ihm schmeckt.
- 21:28Ja, und ich finde die große Problematik ist dabei,
- 21:31die viele nicht dort, die Kurve, die viele nicht bekommen,
- 21:34ist dann nicht arrogant zu werden, wenn man die Souveränität hat.
- 21:37Und dann eben auch die Leidenschaft trotzdem für jeden
- 21:39und jemand, der sagt irgendwie keine Ahnung, Riesling halb trocken,
- 21:41trotzdem zu sagen, das ist heute der Wein des Abends.
- 21:44Genau, genau so, ja.
- 21:46Und eben auch nicht den Gast belehren.
- 21:48Wie oft war ich schon in Restaurants, wo ich gedacht habe,
- 21:52musst du mir jetzt erzählen, dass ich diesen Wein schätzen muss.
- 21:58Also musst du mir jetzt die Welt erklären.
- 22:00Ich will auch einfach nur einen schönen Abend hier haben.
- 22:02Ich will einfach nur ein Glas Wein trinken
- 22:04und lass es mich doch bitte so trinken, wie ich es will.
- 22:06Und wenn ich, also wenn meine Gäste ein Klümmchen Eis
- 22:10in den Wein wollen und sage ich halt nur, trinken sie bitte schneller,
- 22:13sonst haben sie Wasser.
- 22:15Aber was soll ich denn, oder ich denke mir das vermeintlich auch bei den meisten,
- 22:18außer man hat halt Super Connection zu den Gästen.
- 22:21Aber ich muss doch leben und leben lassen.
- 22:23Wir waren mal in Bangkok, in Andres, meine Eltern und ich.
- 22:29Da war Christian auch mit und ich glaube meine Schwester war noch mit.
- 22:32Und da hieß es dann, okay, man muss 15 Gänge essen.
- 22:36Und dann haben eine Mutter und ich uns angeguckt und gesagt, 15 Gänge,
- 22:40das schaffen wir nie.
- 22:42Und dann haben wir ganz, ganz höflich gefragt,
- 22:44weil wir selber Gastronomen sind und selber wissen, wie blöd es ist,
- 22:47ob wir vielleicht 3 Gänge auslassen könnten,
- 22:51einfach nur so aus der Menge der Dinge.
- 22:54Und dann erklärt er uns, dieses Essen wäre wie ein Theaterstück
- 22:59oder wie die Opa.
- 23:01Und ich hätte verschiedene Akte.
- 23:04Und ich würde ja auch in der Opa nicht rausgehen,
- 23:07wenn es mir gerade das Stück nicht gefallen würde.
- 23:11Und dann hat mein Vater gesagt, jetzt müssen wir kurz die Kurve kriegen.
- 23:16Wer sonst ist, der Abend ist dann gelaufen und bezahl ich die Schadstich,
- 23:19die ich bezahlen muss und dann gehen wir irgendwo anders hin.
- 23:22Und das ist halt das, was ich meinen Mitarbeitern vermittle.
- 23:25Egal ob der Wein 39 Euro kostet oder 6000.
- 23:31Der Gast hat die gleiche Qualität zu kriegen.
- 23:34Und auch eben, wenn ich den Wein nicht mag, heißt das nicht,
- 23:38dass Gäste ihn nicht mögen.
- 23:40Das habe ich mir auch mittlerweile abgewöhnt,
- 23:42um die Weine zu kaufen, nur weil ich sie mag.
- 23:45Weil es die Gäste einfach nicht, oder das Gäste, ja, den Gäste Geschmack nicht trifft.
- 23:53Ich zum Beispiel mag Chardonnay super puristisch.
- 23:56Ich brauche nicht viel Holzeinsatz, das muss super klar sein.
- 24:00Aber es gibt halt die Chardonnay-Bananetrinker.
- 24:04Die gibt es einfach.
- 24:06Und auch die muss ich abholen.
- 24:08Auch diese Bodenhaftung muss man bewahren und muss man verstehen.
- 24:11Vielleicht hat dir die Zeit in London auch geholfen,
- 24:14wo die Brüdern wiederum geerdet sind.
- 24:17Ich finde die belehrenden Zommeliers.
- 24:20Und die, manchmal sehr arroganten Zommeliers,
- 24:23sind entweder die, die noch zu jung sind, eigentlich für die Anstellung.
- 24:27Und ihre Position dann einfach warnen müssen.
- 24:29Und vielleicht nicht diese lange Schule hinter sich haben, die du hattest.
- 24:33Oder die, die müde geworden sind.
- 24:36Ja, das ist auch.
- 24:38Und dann, wenn wir am Gast haben und dann oftmals nur noch Trophäen sammeln,
- 24:42bis dann irgendwie verkaufen und gar nicht mehr um das Wohlwollen des Gastes geht.
- 24:46Genau, nicht mehr um die Leidenschaft.
- 24:48Nicht mehr um die Leidenschaft.
- 24:50Ich glaube, sowas ist in London wahrscheinlich noch noch heftiger anzutreffen,
- 24:53als vielleicht auch in Deutschland, weil es dort noch mit einem anderen Snobismus geliebt wird.
- 24:57Hat es du in London dein Wein des Lebens?
- 25:00Tatsächlich.
- 25:02Wenn du so viele verkauft hast, also sind das ja nahe, dass man sagt, okay.
- 25:05Ich kann ja über Dom Perignon sagen, was man will.
- 25:08Aber da hatte ich ein 64er Dom Perignon.
- 25:11Und das war, also das war unfassbar gut.
- 25:14Es war aber auch aus der Emotion wahrscheinlich unfassbar gut.
- 25:17Also wenn ich jetzt, wie wir es schon hatten, ich werde es, ich glorifiziere es.
- 25:22Aber das war halt so ein Arm, das waren 6, 8 Leute an einem Tisch.
- 25:26Die fingen easy an, tranken ein bisschen Sanctia, tranken, ja, tranken und Champagner.
- 25:32Ich weiß gar nicht mehr, was es war, aber nichts Besonderes.
- 25:35Tranken dann ein bisschen Sanctia und mit dem Alkohol kam die Stimmung.
- 25:41Und er sagte, ja, jetzt möchte ich besser trinken, dann waren wir bei Bordeaux.
- 25:45Ah, jetzt, ja, was sollen wir denn jetzt machen?
- 25:48Ich sage, ich schließe ein gutes Essen immer am liebsten mit Champagner aus,
- 25:52weil es mich einfach erfrischt.
- 25:54Das machst du auch, aber ist das auch dein Leben auf heute noch?
- 25:57Ich hatte Spaß dran.
- 25:58Aber ich kann generell zu jeder Tagessonachtzeit.
- 26:00Also man kann mich nachts aufhecken und fragen mich zum Glas Champagner,
- 26:03sag ich ja gerne.
- 26:04Also das ist wirklich eines, wirklich meiner großen Laster.
- 26:10Und da war es wirklich so, dass er dann gesagt hat, ja, dann lassen sie uns doch Champagner trinken,
- 26:18in welche Richtung gehen wir dann?
- 26:19Und dann habe ich halt langsam angefangen, weil er war jetzt nicht der Big Spender, ja.
- 26:24Und dann waren wir irgendwann, ja, aber was würden sie dann trinken,
- 26:28wenn sie noch ein Wein trinken würden?
- 26:30Und dann habe ich gesagt, ja, eigentlich, ja, eigentlich den,
- 26:35Moment, genau, was würden sie denn noch trinken?
- 26:39So, dann habe ich gesagt, was ich wirklich gerne noch von der Karte probieren würde,
- 26:42wäre 71 und 64 Domperinja.
- 26:45Und er sagt ja, ja, okay, also dann machen wir zuerst mal den 71er,
- 26:49weil dann natürlich, es sind noch ein paar Jahre zwischen,
- 26:52hat er gedacht, okay, dann nehme ich nochmal den vermeintlich jüngeren,
- 26:56damit ich mal ich ran taste.
- 26:59Und dann sagt er, das war wirklich gut, dann sagt er, super Wein und toll und genial.
- 27:07Und jetzt ist die Flasche leer.
- 27:10Und ich so, ja, gut, dann können wir jetzt nur noch den 64er trinken.
- 27:14Runter trinken können sie sich das nicht mehr.
- 27:16Hatte dir nur noch eine, also wolltest du nicht bei dem Wein bleiben?
- 27:18Nein, ich hatte ja Bock, das zu probieren.
- 27:21Es ging ja darum, dass ich das probiere,
- 27:23weil, also auch hier im Restaurant versuche ich immer, auch für die Gäste,
- 27:27die zweite Flasche ist nie so gut für die erste.
- 27:30Ist in der Tat so?
- 27:32Ich weiß es nicht, vielleicht bin ich das, ich bin natürlich auch super schwierig.
- 27:35Aber ich habe diese eine Flasche, ich mach die auf
- 27:39und ich denke so, oh, unfassbar gut, du bist der Wein meines Tages.
- 27:45Du rettest mich gerade.
- 27:47Und dann mache ich die zweite Flasche auf, aber dieses Neuerlebnis ist weg.
- 27:51Ja, ein Lieblingsfeld, ja.
- 27:53Also es fehlt dieses, dieser Klick.
- 27:55Obwohl es eigentlich verrückt ist, weil eigentlich müsste man das zweite,
- 27:58also die zweite Flasche, den zweiten, stück zweite Glas, was auch immer,
- 28:02dann nochmal anders ein intensiver Warn nehmen.
- 28:04Wenn man ja darum weiß, was man zu erwarten hat.
- 28:06Man kann dieses erste Boah, kann man überspringen
- 28:09und sich intensiver mit dem Wein beschäftigen.
- 28:11Aber es ist oftmals, oder daran ist es...
- 28:13Ja, es ist halt meistens, wenn man die zweite Flasche trinkt,
- 28:16ist man aber auch nicht zu zweit.
- 28:18Also eine zweite Flasche, also wir trinken auch schon mal zwei Flaschen,
- 28:22keine Frage, ja.
- 28:23Aber normalerweise ist man dann zu viert oder so im Restaurant
- 28:26oder man ist zu viert zu Hause oder man ist zu sechs zu Hause
- 28:29und man hat dazwischen ja auch ein Gespräch.
- 28:31Aber diesen A-H-Effekt, dieses Öffnen, dieses an den Wrennen rankommen,
- 28:36das nimmt mir keiner.
- 28:37Weil da beschäftige ich mich, also ich für mich, am intensivsten mit dem Wein.
- 28:41Und dann immer wieder zwischen dem Gespräch,
- 28:44probiert man wieder, schwenkt ein bisschen, probiert, riecht dran.
- 28:47Aber dieses erste A-H-Erlebnis habe ich dann halt nicht mehr.
- 28:51Und beim zweiten, ah, du warst gut, ich nehme dich nochmal.
- 28:54Das ist Schale für den Wein, keine Frage.
- 28:57Aber also ich will halt auch immer was Neues probieren.
- 29:01Und daher vielleicht auf die Neugier.
- 29:04Das ist aber schon eine Wahnsinns-Empfehlung.
- 29:07Also nach dem Socerdansinn direkt.
- 29:09Zum Glück hat der Gast dir das zugespielt,
- 29:11weil normalerweise wäre das ja, glaube ich, so einen der größten Propars,
- 29:14die man machen kann, wenn du klassisch den Socerdtrinker vollih hast
- 29:16und sagen mal auch jetzt nochmal, das ist richtig,
- 29:19das haben ja das Homie-Kollegen mal gemacht,
- 29:21die einen japanischen Tourist und Gastgefraht haben,
- 29:25oder gefragt hat, ob die mal einen tollen Merlot trinken wollen.
- 29:28Da haben sie Betruss aufgemacht.
- 29:30Aber bei der Rechnung nicht ganz so am liebsten.
- 29:32Also es kann auch nach hinten losgehen.
- 29:34Zum Glück hattest du den Ball, den du einfach dann weiterspielen konntest.
- 29:38Ja, ich sage auch, meinen Mitarbeitern immer klar kommunizieren.
- 29:42Kommuniziert ganz klar mit dem Gast, zeigt ihn den Preis.
- 29:45Und wenn ihr merkt, er zuckt, dann geht den Schritt zurück.
- 29:50Dann geht den Schritt zurück, sagt aber, schauen Sie, wir haben auch das.
- 29:54Und wenn er dann aber dieses Kribbeln in den Fingern hat,
- 29:57dann nimmt er den Wein.
- 29:59Aber er nimmt den Wein auch nur, weil du den Schritt zurückgegangen bist
- 30:02und er nicht gepusht wurde.
- 30:04Es ist dann seine bewusste Entscheidung.
- 30:06Was aber auch ganz viel Feingefühl erfordert,
- 30:08weil du genau in dem Augenblick musst du Körpersprache.
- 30:11Ja.
- 30:12Ganz klar lesen.
- 30:13Und er wird selten sagen, gerade wenn er in der Gemeinschaft
- 30:16mit aller Fleischgeschäftsleute, Freunden, was auch immer ist,
- 30:19sagen, nein, der ist mir zu teuer oder nehmen wir jetzt den nicht.
- 30:22Sondern es sind dann die Zwischentöne zwischen den einzelnen Gießdingen,
- 30:27wo man sagt, aber...
- 30:29Genau.
- 30:30Und auch diese Nuance zu sehen, dass ich meine Stimme senke,
- 30:34dass ich ein bisschen leiser spreche,
- 30:37dass ich näher an den Rande gehe, ohne ihm jetzt zu nahe zu treten.
- 30:40Das ist ja auch ganz wichtig.
- 30:42Ich mag keine Touchy-Leute.
- 30:44Oder Touchy-Sommelies, die mich dann zähme angetouched haben,
- 30:47obwohl wir uns gar nicht kennen.
- 30:49Ich hatte letztens einen, der im Vorbeige mir noch auf die Schulter geschlagen hat.
- 30:52Ich kannte den nicht.
- 30:53Ja.
- 30:54Wo ich sage, hey, Buddy.
- 30:56Ich heil euch.
- 30:57Aber das ist nicht so, ja, die Grenzen muss man kennen.
- 30:59Ja, genau, die Grenzen muss man kennen.
- 31:01Dafür war England für dich ein Geschenk.
- 31:03Genau, das war wirklich ein Geschenk.
- 31:05Also ich war halt davor in Shanghai, haben wir auch angesprochen.
- 31:08Und in Shanghai, das war so ein Jugendraum.
- 31:11Ich war mit knapp 18, war ich in Shanghai,
- 31:13ich hab da zwei Wochen gehabt.
- 31:15Und das waren die besten zwei Wochen meines Lebens.
- 31:17Aus deinem eigenen Willen?
- 31:19Nein, wir haben ...
- 31:20Verlassst du es die 64 Geschichten nicht vergessen,
- 31:22aber aus deinem eigenen Willen?
- 31:23Genau, aus meinem eigenen Willen bin ich mit 18,
- 31:27also wir hatten Freunde, die haben in Shanghai gelebt.
- 31:29Also das ist quasi meine Babysis.
- 31:31Also das Patenkind meiner Eltern, die da gewohnt hat mit ihrer Mutter.
- 31:35Und da bin ich halt hingefahren für zwei Wochen.
- 31:38Das war so mein 18er Geschenk.
- 31:40Okay.
- 31:41Und dann bin ich dahin gefahren.
- 31:43Und das war so die Zeit meines Lebens.
- 31:45Das war Freiheit, das war Großstaat.
- 31:47Ich war hier aus Kleinhäppingen, ja?
- 31:50Also natürlich war Köln immer toll.
- 31:53Du kannst sagen, du hast Köln ja schon mal gesehen,
- 31:55das ist ja auch eine Stadt.
- 31:56Ich hab schon mal gesehen,
- 31:57du hast schon mal über die Kühl gelaufen.
- 31:59Aber natürlich auch mit den Eltern überall gewesen im Urlaub.
- 32:02Aber Großstaat alleine spüren ist noch mal was anderes.
- 32:06Und die haben mich halt freigelassen.
- 32:08Und das war halt so ein prägendes Erlebnis,
- 32:11dass ich irgendwann gesagt habe, ich muss zurück irgendwann.
- 32:13Und dann bin ich halt zum Arbeiten zurück,
- 32:15aber ohne Beachtung der Konsequenzen.
- 32:18Das heißt, also wie alt warst du, wenn ich fragende?
- 32:21Ich war damals dann, das war 29, also war ich 26.
- 32:25Und ich war halt trotzdem noch jung.
- 32:29Ich hatte meine "Someli", also ich hatte meinen Hotelbetriebswirt gemacht.
- 32:33Ich hatte dann beim Hotelbetriebswirt gemerkt, mir fehlt da was.
- 32:37Ich dachte, ich lerne ja auch über das über Wein,
- 32:39über die Heidelberggeschichten.
- 32:41Wollte aber eigentlich mehr Wirtschaft machen, deshalb nicht Heidelberg.
- 32:43Und hab gedacht, jetzt habe ich zwei Jahre studiert, ja?
- 32:46Eigentlich Gastronomie studiert
- 32:48und weiß immer noch nicht viel über Wein.
- 32:50Also natürlich weiß ich das, was meine Eltern mir gezeigt haben.
- 32:53Ich habe einen relativ guten Geschmackssinn.
- 32:56Ich weiß, wo was liegt.
- 32:59Ich weiß, was gut ist, was nicht gut ist.
- 33:02Aber ich hatte halt im Prinzip immer noch keine Ahnung, also keine Base.
- 33:06Es war keine Grundlage gelegt für Wein.
- 33:10Und ich habe halt immer gesagt, zu der Zeit hat uns unser langjähriger Somelier verlassen.
- 33:15Und dann habe ich gesagt, ja, dann habe ich einen Keller aufgeronnen.
- 33:19Ich habe gedacht, ah, okay, das gibt's, das gibt's, das gibt's in Ordnung.
- 33:22Und dann habe ich gedacht, okay, wenn ich hier irgendwann mal,
- 33:25ich wollte nie einsteigen, aber hier habe ich gedacht,
- 33:27wenn ich irgendwann mal Chef bin, dann muss ich wissen, was mein Somelier macht.
- 33:30Sonst kann er ja alles mit mir machen.
- 33:33Also der kann mich, kann ja Weine kaufen, noch einen Nöcher
- 33:36und kann mir Weine in den Keller legen.
- 33:39Und ich habe überhaupt keine Ahnung, was der macht.
- 33:41Also muss ich das System verstehen.
- 33:43Und darüber hinaus, also daraufhin habe ich die Somelierschule gemacht.
- 33:48Und hab dann die Somelierschule gemacht,
- 33:51ich habe hier, hab dann meinen Mann kennengelernt,
- 33:53hab den überzeugen können, dass wir nach Shanghai gehen.
- 33:55Und habe aber nicht überlegt, dass in Shanghai zu der Zeit,
- 33:58es gibt Patente auf Wein.
- 34:01Also das heißt, also man hat zum Beispiel ein Weingut.
- 34:08Und das hat gewisse Patente auf den Wein,
- 34:11dass es diese Weine importieren kann nach China.
- 34:14Und dann sind das halt nur gewisse Weine.
- 34:17Und es ist super schwierig nach, also klar, Bordeaux ist in China,
- 34:20Bogund ist in China, Champagner ist in China,
- 34:23aber andere Weinen nach China zu importieren,
- 34:25ist halt immer über Händler, über Patente und ein Riesenverfahren.
- 34:29Und das habe ich mir natürlich überhaupt nicht so ausgemalt.
- 34:32Also habe ich hier von der Weinkarte, ich kam ja von hier,
- 34:35wir hatten 1500 Positionen immer schon auf der Karte,
- 34:38kam ich dann auch auf 100 Positionen.
- 34:40Ich habe gedacht im Restaurant, ich muss gleich weinen.
- 34:43Was ist das hier?
- 34:45Natürlich hatten die dann ein Oat-Briand auf der Karte
- 34:47und natürlich hatten die mal gut auf der Karte
- 34:49und vermeintlich hatten sie auch noch einen guten Begunter auf der Karte,
- 34:52aber das war es.
- 34:53Dann habe ich gedacht, oh mein Gott, jetzt soll ich hier Soml je sein
- 34:56und hier gibt es gar keinen Wein, den ich verkaufen will.
- 34:58Das war hier kein schlechtes Restaurant, die mir gewusst.
- 35:00War ein gutes Restaurant, ja, war ein sehr gutes Restaurant.
- 35:02Die haben ja mittlerweile auch, also die Familie hat ja
- 35:04mittlerweile auch ein Dreisternerestaurant.
- 35:06Aber ich bin echt aus so einen Wolken gefallen.
- 35:09Dann haben wir uns das ein halbes Jahr angeschaut.
- 35:11Mein Mann ist natürlich auch verzweifelt,
- 35:13weil es da nicht, da gab es halt nicht den Wildsteinbud.
- 35:16Und da gab es halt nicht das Gemüse, was er gerade wollte
- 35:20oder den Taschenkrebs oder wie auch immer,
- 35:24auf jeden Fall haben uns dann nach einem halben Jahr gesagt,
- 35:26in Ordnung, vielleicht sollten wir uns mal bewerben,
- 35:29es wird nichts.
- 35:30Natürlich hatten wir dann den Plan Deutschland auf keinen Fall zurück,
- 35:33weil das wäre eine Niederlage gewesen, Blamage.
- 35:36Man ist so weit weg und dann geht man nach Deutschland.
- 35:39Das ist ja auch deine Drangphase gewesen,
- 35:42also wo man seinen Wissen, seinen Fundament auch baut.
- 35:44Was macht man ja selten mit 45?
- 35:46Ja, genau.
- 35:47Wenn man irgendwie Kind, Familie und so weiter,
- 35:49das macht man genau zwischen 20 und 30.
- 35:51Genau, da muss man halt erleben.
- 35:53Dass man die Station arbeit, dass man ins Ausland geht,
- 35:55dass man Sprachen lernt, etc.
- 35:57Aber die Stadt konnte nicht überzeugen.
- 35:59Also das Großstadt und das wilde Leben war dann nicht so...
- 36:02Ja, Shanghai Toll.
- 36:03Shanghai Toll, wir hatten auch ein Superpay.
- 36:05Also wir haben uns wirklich wohlgefühlt, alles super.
- 36:08Aber irgendwann hast du auch alles gesehen.
- 36:10Und die Arbeit ist dann trotzdem ganz wichtig.
- 36:12Die Arbeit ist halt wichtig.
- 36:14Da hat man deswegen dort auch hingegangen.
- 36:16Genau, ja.
- 36:17Und ich war halt auch...
- 36:19Meine Chefin, die war super, super nett.
- 36:21Aber das Problem war halt auch,
- 36:23ich war das einzig europäische Gesicht im Laden.
- 36:26Ah.
- 36:27Und sie hat mich nie merken lassen.
- 36:30Aber die Gäste haben mich teilweise angesprochen.
- 36:33Und nicht sie, weil ich halt das europäische Gesicht war.
- 36:37Und sie war Koreanerin.
- 36:38Okay, schwierig.
- 36:40Ja, ganz schwierig.
- 36:41Und dementsprechend auch für mich,
- 36:43weil ich bin kein Typ, der sich über jemanden hinweck setzt.
- 36:47Habe ich nie gelernt, entbehrt meine Entziehung.
- 36:50Aber wenn die Gäste einen ansprechen,
- 36:52ich habe sie dann natürlich geholt und habe gesagt,
- 36:55aber natürlich ist das immer so eine Unstimmigkeit.
- 36:59Einfach so vom Gefühl her.
- 37:01Und dementsprechend, mein Mann hat sich dann sowieso noch überworfen
- 37:05mit dem Küchenchef und dann war das sowieso vorbei.
- 37:08Dann haben wir ja natürlich gedacht, ja, jetzt gehört uns die Welt.
- 37:11Jetzt bewerben wir uns in den USA.
- 37:13Und die haben sich noch nicht mehr zurückgemeldet.
- 37:15Und dann haben wir uns in London beworben.
- 37:18Und in London haben die halt alle gesagt, ja, dann komm vorbei.
- 37:21Und dann sind wir da Klingenputzen gegangen.
- 37:23Also haben wir überall gesagt, okay, wir machen einen Termin.
- 37:26Und tatsächlich komischerweise sind wir als Erstes dann zum Proberarbeiten,
- 37:31zu Marcus Varing.
- 37:32Und reflektierend weiß ich, dass die jede Woche jemanden eingestellt haben.
- 37:37Aber die haben gesagt, okay, wann willst du anfangen?
- 37:39Sagen wir ja morgen, okay, dann fangen drei Tage an.
- 37:42Und dann hatten wir einen Job.
- 37:43Und das war im Prinzip dann wirklich die, ja, wirklich, ja,
- 37:50eine Eingebung, dass wir dahin gekommen sind in diesen Weinkeller
- 37:54und dass ich eben auch die Leute hatte, die mich dann so gefördert hatten.
- 37:58Und auch diesen Assistent, der mich dann an die Hand genommen hat
- 38:03und der mir das Selbstwurst eingegeben hat.
- 38:05Ich stehe in deinem Rücken.
- 38:06Rückblickend, um den Deckel zuzumachen,
- 38:08würdest du die Zeit trotzdem nicht missen wollen in Shanghai?
- 38:12Würdest du das Leben empfehlen?
- 38:14Oder sagst du, waste the time und...
- 38:16Nein, Erfahrung.
- 38:18Erfahrung, auch diese muss man machen.
- 38:20Super Erfahrung, muss man gemacht haben.
- 38:21Ich habe es gesehen, ich war da, ich habe viel mitgenommen.
- 38:24Weintechnisch natürlich nicht.
- 38:26Also das Grundergebnis, was ich erzielen wollte, habe ich nicht erreicht.
- 38:31Aber es hat mich so viel weitergebracht.
- 38:33Also es ist so mind-opening.
- 38:34Und sonst wirst du wahrscheinlich nach London und zu deinem 64er gekommen.
- 38:37Genau.
- 38:38Nein, aber das sind ja alles die Verkettungen der Dinge.
- 38:42Und dieser 64, das war wirklich strahlend.
- 38:46Nur für dich oder auch für den Gast?
- 38:48Also war es der Erfolg nach dem 71er, wo ihr dann...
- 38:50Der Gast war Stunning begeistert.
- 38:54Der gesagt, wow, das habe ich wirklich dann nie getrunken.
- 38:56Und ich natürlich, wie das so ist,
- 38:59die hatten so ein Backoffice,
- 39:00und ich bin halt durchs Backoffice getanzt,
- 39:02und ich bin jetzt mit dem 64er,
- 39:04so wenn man tanzen zum Weinkeller läuft.
- 39:06Und der hat den wirklich auch begeistert.
- 39:09Also der hat ihn nochmal abgeholt.
- 39:11Der hat gesagt, das andere war unfassbar gut.
- 39:14Aber dieser Champagner oder Wein, muss man ja eigentlich sagen,
- 39:20das war die Erfüllung.
- 39:23Das war wirklich unfassbar, dieses Gefühl.
- 39:27Und dieses Gefühl hat man halt immer noch im Herzen.
- 39:29Das ist das Schöne bei dieser Emotionalität des Weines,
- 39:33dass man das Gefühl nicht verliert.
- 39:35Das verliert man nicht.
- 39:36Also diese Schublade kann man immer wieder aufmachen.
- 39:39Und das ist das, was ich liebe am Wein und am Wein verkaufe.
- 39:42Weil diese Flasche, die hat man immer noch,
- 39:44wenn man so ein bisschen ein inneres Auge hat.
- 39:47Also das hat man dann immer noch, diese Flasche hat man immer noch,
- 39:50wie man sie aus dem Regal holt, wie man sie aufmacht.
- 39:53Also dieses Gesamterlebnis ist unglaublich.
- 39:56Das ist geruchten Geschmack.
- 39:58Als würde man Omas Blauberkuchen riechen.
- 40:00Und man sitzt automatisch bei Oma.
- 40:02So ist es mit dem Wein dann in dem Augenblick auch.
- 40:05Manchmal, auch wenn man vom Weinregal steht,
- 40:07man hat das Gefühl, man fühlt die Weine in dem Augenblick.
- 40:10Man schaut sie an und man hat imaginär den Geschmack auf der Zunge.
- 40:14Und kann dann in seinen Empfehlungen so richtig diese Wellen durchlaufen.
- 40:19Wo man sagt, das passt jetzt, nein, das passt nicht.
- 40:22Genau. Aber auch interessant, wenn ich dann vom Weinregal stehe
- 40:26und denke so, ah, okay, du passt heute nicht.
- 40:29Also du wirst es heute nicht werden.
- 40:31Aber das hat man dann abgespeichert.
- 40:33Man hat quasi den Speichel schon im Mund für den nächsten.
- 40:36Was ist das, was ich meine? - Total.
- 40:38Also ganz spannend, wenn ich dann,
- 40:40und dann stehe ich wieder vom nächsten Gast
- 40:42und der sagt, ja, die und die Richtungen möchte ich gehen.
- 40:45Und ich denke so, oh, heute bist du mein.
- 40:48Heute bist du der Wein.
- 40:51Du kannst in einen Keller, kannst in einen blinden Keller runterlaufen,
- 40:54holst ihn raus und denkst so, du wirst es heute.
- 40:57Das ist ja schon die Schade, wenn er einen Kork hat.
- 40:59Das ist wirklich schade, das ist fatal.
- 41:01Da bin ich auch jemand, gibt dir einen berühmten Winzer an der Mose,
- 41:05wo man um den Kork herum trinkt.
- 41:08Darf und muss. - Auf den Sofa.
- 41:11Das ist manchmal dann schwierig.
- 41:14Aber ich finde es manchmal auch so schade, wenn man ein Wein öffnet
- 41:18und der hat Kork und es ist vielleicht die einzige Flasche zu Hause.
- 41:21Ich ertappe mich manchmal dabei,
- 41:23die dann trotzdem zumindest ein kleines Stückchen weiter zu trinken
- 41:26und die Struktur zu greifen oder zu gucken, ob da irgendwas kommt
- 41:30oder ob man den Wein trotzdem irgendwie erinnern kann
- 41:33oder ihm gerecht werden kann.
- 41:35Und ist dann in der Tat richtig, richtig schade.
- 41:38War der 64er auch dein zommelige Erlebnis schlechthin?
- 41:43Oder hast du irgendwann mal ein zommelige Erlebnis, wo du sagst,
- 41:46war das absolute Highlight?
- 41:48Rein aus dieser Tätigkeit oder aus der Kommunikation oder sonst irgendwas?
- 41:52Nee, also ich glaube, dieses Zommelige Erlebnis, das war das.
- 41:56Das, was mich wirklich geprägt hat.
- 41:59Also dieser innere Hype, der mich manchmal immer noch trägt.
- 42:05Wenn du so einen richtig blöden Tag hast
- 42:08und jeder trinkt nur A, weiß und du denkst so,
- 42:11was mache ich Ihnen hier heute?
- 42:14Ja, ich mag alle meine Gäste, aber könntet ihr mich gerade wenigstens
- 42:18ein offenes Glas großes Gewächs trinken, das ich offen habe?
- 42:22Also so, ne? Es gibt ja diese Arme.
- 42:24Auch wäre ich noch mal in London und könnte noch mal den Champagner trinken.
- 42:29Das andere, was ich wirklich sowieso Champagner und ...
- 42:34Ja, nee, muss ich sagen, das ist das Erlebnis
- 42:37und hier hat man halt dauernd irgendwelche Erlebnisse.
- 42:40Wir haben halt eine sehr gute Weinkarte und manche wissen das zu schätzen.
- 42:44Also die Weinkarte ist extra nicht irgendwo hinterlegt,
- 42:49wobei es ganz witzig ist, im Internet fliegen alte Weinkarten von mir rum,
- 42:54die irgendwann auf meiner Internetseite standen.
- 42:57Und dann hatte ich letztens einen Gast
- 42:59und der sagte dann, ich hätte gerne den und den Wein.
- 43:02Dann sag ich, den habe ich seit fünf Jahren nicht mehr auf der Karte.
- 43:06Wenn man ungefähr ein Gefühl hat, dass man den hatte,
- 43:09aber wie lange der ungefähr weg ist.
- 43:12Und dann sagte er, ja, aber steht darauf ihre Weinkarte.
- 43:16Sag ich, wo? Hier nicht.
- 43:18Nee, im Internet.
- 43:19Dann sage ich, ja, können Sie mir die mal öffnen?
- 43:21Ich bin jetzt wirklich interessiert.
- 43:23Dann sage ich, ja, gucken Sie doch mal auf das Datum,
- 43:25das Eintrags bei Google.
- 43:27Das ist 16.10.20. oder so was.
- 43:30Ah, okay, ja.
- 43:32Und die Preise hier sage ich ja, Entschuldigung,
- 43:35wir sind fünf Jahre weiter.
- 43:37Das war ein bisschen Corona-Zwischen.
- 43:39Corona-Energie-Krise.
- 43:41Wir bezahlen unsere Mitarbeiter gut.
- 43:44Was möchten Sie?
- 43:46Lehrfach.
- 43:48Das Thema ist schön, aber vielleicht kommen wir dann nach
- 43:52dann noch mal auf deine Weinkarte, die ja legendär ist.
- 43:55Aber ihr seid direkt nach London, seid ihr überfass,
- 43:58Umwege, Wandum, Zitra, seid ihr ins Lehrfach gekommen?
- 44:01Genau.
- 44:03Wir sind von London, haben uns weiter beworben.
- 44:06Dann hatte ich eben mit Kalero geschrieben.
- 44:09War das deswegen nie zum Elternhaus oder war das,
- 44:12weil Berges Glatbach damals schon gestrahlt hat?
- 44:15Berges Glatbach hat gestrahlt.
- 44:17Und ich war irgendwann auch mal in Leerbach mit meinen Eltern
- 44:20beim Essen, bei einem runden Geburtstag.
- 44:22Und das war wirklich toll.
- 44:24Es war schön in dem Wintergarten, also es war so ein Frühlingstag.
- 44:27Weißt du, welches Jahr das war?
- 44:29Ich bin nicht hundertprozentig sicher.
- 44:31Ich würde schwören, dass es der 18. Geburtstag meiner Schwester war.
- 44:34Also die ist 87 geboren, muss es 2000...
- 44:38Ne Quatsch.
- 44:40Es muss dann 87, 92, 2, 2 gewesen sein.
- 44:45Hätte ich mich auch gedacht,
- 44:47da war ich gerade zum Ehepaar.
- 44:49Und es war ein Tag, wo es der große Steinheuer kommt.
- 44:52Ja, genau.
- 44:54Wir waren so 6 bis 8 Personen.
- 44:56Ja, genau.
- 44:58Ich kann mich da erinnern.
- 45:00Also die ganze Familie.
- 45:02Ich habe dann auch einen Onkel dabei.
- 45:04Es war ein grandioser Abend.
- 45:06Wir haben so gut gegessen.
- 45:08Ich glaube, wir haben damals auch das Kürizidronengras-Süppchen gegessen.
- 45:11Und der Dieter Müller war noch am Tisch.
- 45:14Frau Müller war da.
- 45:16Monsieur war da.
- 45:18Und es war echt toll.
- 45:20Es war einfach nur sensationell.
- 45:22Und mein Mann hatte zufällig das gleiche Erlebnis.
- 45:25Also mit der Genrastorteurklasse.
- 45:28Das muss aber irgendwie 2,8 gewesen sein.
- 45:31Und dann war er mit den Genrastorteursen leerbach.
- 45:34Und der war auch total geflasht noch von leerbach.
- 45:37Und dementsprechend hatten wir einfach ein gutes Gefühl bei leerbach.
- 45:40Aber haben halt gesagt, gut, jetzt haben die uns eingeladen.
- 45:43Jetzt müssen wir da mal hin.
- 45:45Ihr hattet schon ein Vorstellungsgespräch und seid dann rübergeflogen.
- 45:48Ja, genau. Wir hatten kein Vorstellungsgespräch.
- 45:50Wir haben kurz telefoniert.
- 45:52Und dann sind wir halt rübergeflogen.
- 45:54Und eigentlich waren wir schon mental in Österreich, in Wien.
- 45:57Weil Wien das war unsere Stadt.
- 45:59Das war auch schön gewesen.
- 46:01Super schön.
- 46:03Und ich meine, genau, wir hatten auch schon ein Vorstellungsgespräch in Wien.
- 46:07Und ja, also das hat mir alles super gut gefallen.
- 46:11Und das war alles toll.
- 46:13Und dann sind wir nach leerbach.
- 46:16Und wir dachten eigentlich, wir kommen zum Vorstellungsgespräch.
- 46:19Und dann kam der Thomas Sommer rein.
- 46:22Und bei Thomas Sommer und mir ist so direkt der Funken übergesprungen.
- 46:25Also wir haben uns direkt so, so, hey cool,
- 46:28schön, dass es dich gibt.
- 46:30Und dann sind wir ins Restaurant geführt.
- 46:32Ich denke, so, hey wollen wir uns jetzt erst nach Hausführung machen?
- 46:34Oder was machen wir?
- 46:36Und dann haben wir uns an den Tisch gesetzt und haben uns ein Amisbruch-Monit serviert.
- 46:39Und mein Mann, ich gucke uns an und denke so, oh ja, ernst jetzt.
- 46:43Wir waren ja eigentlich, wir waren ganz normale Linienmitarbeiter in London.
- 46:49Also wir waren nichts Besonderes in London.
- 46:52Also mein Mann war dann irgendwann Chef de Partie.
- 46:55Er war eine stellvertretende Sommelier.
- 46:58Aber wir waren Linienmitarbeiter.
- 47:00Also wir hatten keinen höheren Status.
- 47:02Und dann kamen wir da an.
- 47:04Dann wurden wir zum Essen eingeladen.
- 47:06Wir waren so geflasht.
- 47:08Und dann haben wir uns danach angeschaut.
- 47:10Und waren eigentlich ja nur da aus Respekt.
- 47:13Weil wir eigentlich nach Wien wollten.
- 47:16Und gucken uns an und sagen, also so viel Herzlichkeit,
- 47:19so viel Empathie, so viel Ausstrahlung, die dieses Haus uns gibt.
- 47:24Wir gehören hierhin.
- 47:26Schön.
- 47:27Und dann haben wir eben, dann habe ich mit Thomas lange gesprochen.
- 47:31Und dann hat er halt gesagt, ja, Sommelier könnte mir halt nicht anbieten.
- 47:35Weil da war gerade eher Restaurantleiter geworden.
- 47:38Und Peter Müller war Sommelier.
- 47:40Und er sagt, das ist mein Zöckling.
- 47:42Den mache ich das nicht abspänstig.
- 47:45Ich werde dich immer mal ein Wein probieren lassen,
- 47:47wenn es dir wichtig ist.
- 47:48Und das durfte ich auch immer.
- 47:50Aber Sommelierie ist nicht ein Thema hier.
- 47:52Das ist für dich aber dann letztlich eine ganz tolle Ergänzung,
- 47:55ganz tolle Meilenstein ist.
- 47:57Sommelier hast du ja schon gemacht.
- 47:59Und den Serviceteil, den dann noch zu perfektionieren,
- 48:02so im Haus mit solchen Kollegen.
- 48:04Unter einer solchen Leitung ist ja dann für dich einfach so ein richtig schönes Puzzle.
- 48:08Das Stück, was dann so perfekt reinpasst.
- 48:11Und wo du dann auch perfekt reinpasst ist.
- 48:13Also es war ja ein Glücksfall.
- 48:16Ja, es war wirklich ein Glücksfall.
- 48:18Was vielleicht im Steuereich nicht so gekommen wäre.
- 48:20Ja, vom Gefühl her,
- 48:22also ich tue wahrscheinlich zu viel aus Gefühlhaus.
- 48:25Aber vom Gefühl her hat das gepasst für uns beide.
- 48:28Wir haben das Gefühl, als wir mir angekommen.
- 48:32Schön.
- 48:33Ich wäre wahrscheinlich auch noch 10 Jahre in Leerbach geblieben,
- 48:36hätten wir nicht geschlossen.
- 48:38Und da war es halt auch so, ich war Chefdoror.
- 48:42Zuerst als Linienmitarbeiter.
- 48:45Dann sind einige Wechsel gewesen.
- 48:47Und dementsprechend ist man halt so ein bisschen hochgekommen.
- 48:50Dann hat Thomas Sommer sich entschieden, zu Smartwines zu gehen.
- 48:53Und dann sitzt auf einmal, fragt der Schmidt mich nach dem Gespräch.
- 48:57Und dann sitze ich da mit unserem Direktor Siekling,
- 49:01fragt mich nach dem Gespräch.
- 49:03Und dann sitzt auf einmal der Herr Schmidt da.
- 49:05Und dann denke ich so, was macht der denn jetzt beim Gespräch?
- 49:08Wir haben doch einfach nur so ein Jahresgespräch.
- 49:11Und Thomas Sommer sitzt dabei.
- 49:13Ich denke so.
- 49:15Das wird was Ernstes zu sehen.
- 49:17Was mache ich hier gerade?
- 49:19Ich glaube, ich bin im falschen Film.
- 49:21Und dann sagt er, genau, ich weiß gar nicht,
- 49:24ob Peter Müller auch an dem Tag da war.
- 49:27Oder wir zusammen im Gespräch saßen.
- 49:29Und dann wurde uns halt angedienen,
- 49:31dass er Sommerlie wird im Leerbach und ich Restaurolleitung.
- 49:35Und ich sag, aber Thomas, du bist doch mein Restaurolleiter.
- 49:38Also, nee, ich werde gehen.
- 49:40Und ich habe euch vorgeschlagen als Team.
- 49:44Und ich sage, wenn das jetzt meine Aufgabe ist.
- 49:47Toller, der wird speziell großartig.
- 49:49Und dann mit dem Kopf wie Nils.
- 49:51Ja, super.
- 49:53Also auch von der menschlichen Harmonie und von einem.
- 49:56Schade, dass es dann so ein Cut gab.
- 49:58Aber auf der anderen Seite dann wieder toll für euch.
- 50:01Genau, wir hätten wahrscheinlich nicht den Absprung geschafft.
- 50:04Wie viele Jahre war dir dort?
- 50:06Wir waren vier Jahre da.
- 50:08Doch so lange.
- 50:10Es ist ja eigentlich nicht lang.
- 50:12Ja, auch gerade für das Haus fand ich es immer zu schade,
- 50:15dass viele leitende Positionen,
- 50:17viele Zombies waren es ja eigentlich immer.
- 50:19Nach fünf oder nach sechs Jahren
- 50:21oder manchmal nach zwei Jahren gewechselt haben.
- 50:23Weil so ein Haus verdient ja eigentlich die Langfristigkeit.
- 50:27Aber das ist die Industrie, ne?
- 50:29Und man braucht ja immer mal eine neue Weinkarte.
- 50:32Natürlich, jetzt habe ich meine Weinkarte,
- 50:34aber ich kann meine Weinkarte auch so strukturieren,
- 50:36dass es immer wieder Spaß macht.
- 50:38Beziehungsweise sind die Weine drauf,
- 50:40die meine Gäste lieben und die ich liebe.
- 50:42Und dementsprechend gibt es immer nur wieder Akzente,
- 50:45also alte Zöpfe, die man abschneidet,
- 50:48neue Akzente, die man setzt,
- 50:50neue Winzer, die man sich lange genug angeschaut hat,
- 50:53dass sie eben auf die Weinkarte passen,
- 50:57dass es ins Gesamtkonzept passt.
- 50:59Freunde, die man, Winzerfreunde, die man wieder kennenlernt,
- 51:03zu denen man einfach so eine Ebene hat.
- 51:05Ich kann keinen Wein verkaufen, wo ich den Winzer nicht mag.
- 51:08Kann ich einfach nicht.
- 51:10Also, da ist es mir schwierig.
- 51:13Ihr blickt in ein Glas Pinot Blanc,
- 51:32Quintessenz von der Kälerei Kaltern
- 51:34und es ist, als würdet ihr das ganze Herz Kaltern
- 51:37in den Händen halten.
- 51:38Hier am Südrand der Alpen und nur wenige Kilometer
- 51:40vom Gardasee entfernt,
- 51:41entfaltet sich eine der wohl faszinierendsten
- 51:43Weinkultur in Europas.
- 51:44In dieser Region, zwischen dem Schutz der Dolomiten
- 51:47und den warmen Einfluss des Mittelmeers,
- 51:49liegt die Kälerei Kaltern,
- 51:50ein Monument an Tradition und Innovation,
- 51:52das ihr durch jeden Schluck erleben könnt.
- 51:55Stellt euch einmal vor, wie all das begann.
- 51:57Es war das Jahr 1906, als sich 70 Winzer zusammentaten,
- 52:01um die Kälerei Kaltern zu gründen.
- 52:03Damals, in mitten einer Zeit voller Umbrüche,
- 52:05sahen diese Männer und Frauen die Notwendigkeit,
- 52:07die Weinkvalität zu sichern und den regionalen Wohlstand zu fördern.
- 52:11Sie ahnten nicht, dass sie den Grundstein für eine der größten
- 52:14und wichtigsten Genossenschaften Südtirols legen würden,
- 52:17die bis heute in ihrer Verantwortung für die Weinlandschaft Südtirols
- 52:20und das kulturelle Erbe steht.
- 52:22Seitdem hat sich die Kälerei mit über 650 Mitglieder
- 52:25zu einer Gemeinschaft entwickelt, die auf gegenseitige Unterstützung
- 52:28und einem tiefen Bekenntnis zur Qualität basiert.
- 52:32Jede Entscheidung wird hier gemeinsam getroffen.
- 52:34Einer für alle, alle für einen.
- 52:36Und genau dieses gemeinsame Ziel treibt die Mitglieder an,
- 52:39dass Teroir Kalterns in jeden Tropfen zu bannen.
- 52:42Kaltern ist nicht irgendein Fleckchen Erde.
- 52:44Die Reben, die auf Höhe zwischen 200 und 500 Metern wachsen,
- 52:47gedeihen ein Mikroklima, das seinesgleichen sucht.
- 52:50Von den dolomitischen Kalkböden,
- 52:52die den Weinen ihre außergewöhnliche Mineralität verleihen,
- 52:55bis hin zu den thermischen Schwankungen zwischen Tag und Nacht.
- 52:58Alles hier trägt zur Intensität der Aromen bei.
- 53:01Südliche Winde kühlen die Hänge,
- 53:03schützen die Reben vor Krankheiten und fördern die Aromenentwicklung.
- 53:06Ihr könnt es buchstäblich schmecken,
- 53:08wenn ihr ein Glas des Kalterasees probiert.
- 53:10Seit 1971 ist der Kalterasee als DOC anerkannt
- 53:14und repräsentiert die Spitze des norditalienischen Weimbaus.
- 53:17Die Kellerei Kaltern ist eine der wenigen,
- 53:20die seit jeher Autoktonrebsorten wie Vernatschen lag reinpflegt
- 53:23und mit Bedacht auch internationale Sorten wie Merlot,
- 53:26Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc oder dem Weißbogunder anbaut.
- 53:29Hier wachsen die Reben mit einer Dichte von 3000 bis 5000 Rebenprohektor
- 53:33in den historischen Pergola Erziehungssystemen,
- 53:36gedeihen die Trauben geschützt und entwickeln dabei
- 53:39ein besonders aromreiches Profil von der Rebe bis ins Glas geschieht.
- 53:43Der Kellerei Kaltern alles mit höchster Sorgfalt.
- 53:46Schwerkraftpressung ist hier Standard, um die Traubenschonen zu behandeln.
- 53:49Die Rotweine werden häufig in großen Holzfässern und kleinen Variks gereift
- 53:53und seit einigen Jahren auch in Amphorn und Beton-Tanks
- 53:56die Typizität des Theroas zu bewahren.
- 53:58Die Weißweine dagegen durch laufend kalte Gärung,
- 54:00die ihre lebendige Frische und Präzision sichern.
- 54:03Und nicht zu vergessen ist, dass die Kellerei Kaltern
- 54:06auf natürliche Häfen aus den eigenen Weinbergen setzt,
- 54:09um die besondere Mineralität und den Charakter Kalterns
- 54:12in jeder Flasche zu bewahren.
- 54:14Die Kellerei Kaltern ist nicht nur Güterin der Tradition,
- 54:16sondern auch Wegbegleiterin der Zukunft.
- 54:19Seit 2016 arbeitet sie klimaneutral und setzt alles daran,
- 54:22die biologische Vielfalt der Region zu bewahren.
- 54:25Die Diodeversitätsflächen, Drohntechnologien zur Rebpflege
- 54:28und Photovoltaikanlagen auf den Kellerei-Gebäuden
- 54:31sind nur einige Maßnahmen, die sehr greift.
- 54:34So entsteht ein harmonisches Zusammenspiel von Natur
- 54:37und moderner Technik.
- 54:39Und absolut perfekt!
- 54:41In einem höchsten Maß von Qualität spiegelt sich dieses in der Quintessenzlinie.
- 54:44Diese wird ausschließlich aus den besten Trauben
- 54:47der ältesten Charakterlagen gekältet
- 54:49und konzentriert sich auf fünf große Leitsorten.
- 54:52Sauvignon blanc, Cabernet Sauvignon, Kaltterrasse,
- 54:54edel-süßer Goldmuskerteller und der Weißbuckunder,
- 54:57den ich hier besonders erwähnen möchte.
- 54:59Denn der Quintessenz Pinot Blanc, der Kellerei Kaltern,
- 55:02ist mehr als Wein.
- 55:04Es ist eine Ode an die Eleganz und Ausdruckskraft der Region.
- 55:06Ein Zeugnis für das Zusammenwirken von Tradition,
- 55:09Handwerk und einzigartigem Terror.
- 55:12Mit einem feinen Nicken zur langen Weinbaugeschichte Südtirols
- 55:15begann die Geschichte dieses Pinot Blanc schon vor Jahrhunderten.
- 55:18Pinot Blanc, eine Rebsorte,
- 55:20die in vielen Regionen der Welt ihre Wurzeln schlug,
- 55:23hat hier in Kaltern eine Heimat gefunden,
- 55:25in der sie zu absoluter Höchstform auflaufen kann.
- 55:28Die Böden, eine Mischung aus mineralreichem Dolomit
- 55:31und kalkhaltigen Gestein, verleihen diesen Wein
- 55:34seine markante Mineralität, seine Struktur
- 55:36und diese unverwechselbare Frische.
- 55:39Auf Höhen von 400 bis 500 Meter wachsen die Reben
- 55:42für den Quintessent Pinot Blanc.
- 55:45Und dann ist da der sorgfältige Umgang im Keller.
- 55:48Im Quintessent Pinot Blanc werden von der Hand gelesen.
- 55:51Eine Wertschätzung für die Reben, die spürbar in jedem Tropfen mitschwingt.
- 55:55Im Keller angekommen, geschieht alles schon in präzise.
- 55:58Die Kellerei setzt, wie schon erwähnt, auf natürliche Hefen und kalte Gärung,
- 56:01um die frische und feinen Aromen zu bewahren.
- 56:04Der Ausbau für die Quintessenzlinie erfolgt teilweise
- 56:07im großen Holzfässer, subtil aber präzise.
- 56:09Gerade so viel, dass es die Frucht in die Mineralität perfekt unterstreicht.
- 56:13Einmal im Glas entfaltet der Quintessent Pinot Blanc
- 56:16mit den Riemen von reifen Äpfeln, saftiger Birne
- 56:18und einem Hauch von Zitrusfrüchten und nicht zuletzt der floralen Note,
- 56:21die an weiße Blüten erinnert, eine Faszination, die fast nicht zu beschreiben ist.
- 56:26Begleitet wird das Ganze von einer feinen Mineralität,
- 56:28die wie ein kühler Wind hauch über die Geschmacksknöpfen zieht
- 56:31und den Gaumen immer wieder belebt.
- 56:33Jeder Schluck lebt ein, in die Landschaft keines einzutauchen.
- 56:36Es ist, als würde man die frische Bergluft und den Blick
- 56:39über die sonnigen Rebhänge regerechts schmecken.
- 56:42Und doch ist dieser Wein weit aus mehr als neuen Abbild der Natur.
- 56:45Es ist das Ergebnis der unermüdlichen Arbeit
- 56:47und des kompromisslosen Qualitätsanspruchs der Kellereichheit an.
- 56:51Mit jedem Glas Quintessent Pinot Blanc
- 56:53schmeckt ihr das Zusammenspiel von Berg und Sonne,
- 56:55die Stille der Dolomiten und die fruchtige Wärme der Südtiroler Hänge.
- 56:59Ein Wein, der nicht nur erfreut, sondern der auch erzählt.
- 57:02Vielen Dank für diese tollen Weingeschichten.
- 57:05Noch ein großes Dankeschön,
- 57:06dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 57:09Und dann kamt ihr ja zurück.
- 57:20Ihr ja hier schon immer eine Ausnahmeweingarte hattet,
- 57:24aber schon immer.
- 57:26Genau, meine Eltern, also meinen Vater,
- 57:29ist wirklich einer der besten Zommerliestigkenner.
- 57:32Ohne den Titel.
- 57:35Also mein Vater, was der schon in seinem Leben getrunken hat
- 57:39und probiert hat, beziehungsweise er probiert nicht ertrinkt.
- 57:43Wir haben uns gestern noch drüber unterhalten
- 57:46mit Herrn Knickenberg und Herrn Schwanz,
- 57:48dass man, also natürlich, wir gehen alle auf die Probe,
- 57:52wir probieren 100 Weine,
- 57:55aber den wirklich guten Wein entschlucken wir auch,
- 57:58wenn wir alle ehrlich sind.
- 58:00Und dass man eben auch nur über das Schlucken des Weins
- 58:04wirklich die komplette Facette des,
- 58:07alle Facetten des Weins abdeckt.
- 58:09Denke ich auch.
- 58:11Also dann hat man in der Tat auch den,
- 58:13wenn man den Wein trinkt, hat man das nachempfinden.
- 58:16Genau.
- 58:17Auch dieses Tiefe nachempfinden,
- 58:19wenn man dann aus dem Körper heraus noch mal wirkt.
- 58:22Genau, ja.
- 58:23Dann habe ich die Langartigkeit und sind dem Wein auch nah.
- 58:26Und ich finde auch, ich habe eine andere Ernsthaftigkeit
- 58:28dem Wein gegenüber und kann mich darin fallen lassen.
- 58:31Und das finde ich großartig.
- 58:33Wann trinkst du Wein?
- 58:35Also nicht nur probieren,
- 58:36oder dich, Christian,
- 58:37sondern wann nimmst du die im Moment?
- 58:39Oder ist das Teeley oder ist das All Day
- 58:41oder vom morgens bis abends?
- 58:43Ja, nein, also mein Vater hat gestern gesagt,
- 58:46am liebsten mit dem inneren Kreis.
- 58:48Also wir treffen uns halt sehr oft mit Dennis
- 58:51oder mit Freunden und trinken Wein zusammen
- 58:54und jeder bringt was mit.
- 58:56Also wir haben einen großen Ess-Tisch zu Hause,
- 58:58Christian kocht ganz gut.
- 59:00Wir treffen uns halt zum Day-Trinking.
- 59:02Also wir fangen dann um 12 Uhr an.
- 59:04Um eins sagen wir dann, hm,
- 59:06meinst du, wir könnten mal eine Flasche aufmachen,
- 59:08ohne uns schlecht zu fühlen.
- 59:09Ach, wir sind doch in geselliger Runde.
- 59:11Und dann wird halt aufgemacht.
- 59:12Und dann trinken wir von Champagner über Weißwein.
- 59:14Manchmal kommt auch ein Rotwein rein.
- 59:16Aber das ist halt meistens unser Dienstag,
- 59:19also unser Samstag, wo wir das zusammen machen.
- 59:22Und ganz ehrlich, wenn ich mit meinem Mann
- 59:25beim Mittagessen sitze, also wir essen meistens Mittag,
- 59:27weil wir eine kleine Tochter haben,
- 59:29wir brauchen uns auch eine Flasche Wein auf.
- 59:31Und dann trinke ich Wein,
- 59:33oder wenn wir abends noch zusammensitzen,
- 59:35machen wir uns auch eine Flasche Wein auf.
- 59:37Was trinkst du dann?
- 59:38Ist das dann immer was Besonderes?
- 59:40Oder ist das Probeflaschen abarbeiten?
- 59:42Oder ist das ein Alltagsbein, den du dann hast?
- 59:44Ja, kommt ganz oft an.
- 59:46Also ich trinke ja unfassbar gerne Schaumbwein.
- 59:48Und so Mittags, keine Ahnung,
- 59:50wenn wir gerade ein bisschen Spaghetti Bolo machen,
- 59:53mittags trinke ich auch gerne schon mal ein Kawa.
- 59:55Also weil wir viel in,
- 59:57also im Januar brauchen wir immer ein bisschen Sonne,
- 1:00:00ein bisschen Auftanken,
- 1:00:02dann fliegen wir nach Krancanarie,
- 1:00:04gehen da ins Cotinglis und decken uns mit Kawa ein.
- 1:00:07Und das letzte, was getrunken war,
- 1:00:10war immer von Grammunder der Illustros.
- 1:00:13Das war dann so unser Mittagswein.
- 1:00:18Und wenn wir mit Freunden unterwegs sind,
- 1:00:20beziehungsweise wie wir bei Freunden sind
- 1:00:22oder die Freunde bei uns,
- 1:00:24fangen wir meistens an mit Champagner.
- 1:00:26Und dann hat er da belächelt das immer.
- 1:00:28Magikantem.
- 1:00:30Doch, aber wir trinken halt gut.
- 1:00:32Also wenn mein Vater sich ein Wein aufmacht,
- 1:00:34der kann auch 10 Euro kosten.
- 1:00:36Aber das gibt es bei uns im Kühlschrank gar nicht,
- 1:00:38ohne Arroganz zu sein oder so.
- 1:00:40Aber wenn wir ein Wein aufmachen,
- 1:00:42dann machen wir ein großes Gewechs auf.
- 1:00:44Weil das ist unsere Belohnung für die Woche.
- 1:00:46Man hat ja nur gewisse Ressourcen,
- 1:00:48bevor man die verschenkt mit ...
- 1:00:50Genau, ja.
- 1:00:52Und dann ...
- 1:00:54Ich muss ja immer checken, wie weit sind die Weine.
- 1:00:57Weil nicht jedes große Gewechs schafft 10 Jahre.
- 1:01:02Also es gibt große Gewechs, die schaffen auch 20.
- 1:01:06Aber ich muss halt immer wieder den Stand der Weine probieren.
- 1:01:10Was eine Aufgabe ist.
- 1:01:12Also dass man die auch aktiv ...
- 1:01:14Und dann möglichst nicht dann, wenn man es verkauft will,
- 1:01:16da ist es manchmal zu spät,
- 1:01:18sondern manchmal auch in der Vorprüfung.
- 1:01:20Wenn ich dem Gast ein großes Gewechs aus 2.11 empfehle,
- 1:01:23und der ist durch.
- 1:01:25Und der hat es nicht mehr geschafft.
- 1:01:27Und die zweite Flasche mache ich auch,
- 1:01:29weil ich denke, vielleicht hat er ein Korkproblem.
- 1:01:31Und die ist auch noch durch.
- 1:01:33Das kann ich einfach hier so nicht leisten,
- 1:01:35dann zum Gast zu gehen und sagen,
- 1:01:37vielleicht lass mir die Finger weg von 11, das muss ich wissen.
- 1:01:40Hast du einen perfekten Feinmoment, wo du sagst,
- 1:01:42ist es für dich der Dienstag oder der Moment für dein Mann?
- 1:01:45Oder brauchst du dann Atmosphäre
- 1:01:47und musst dich langsam mit Musik in Stimmung bringen?
- 1:01:49Ja, das ist das, was wir gucken uns an und sagen,
- 1:01:52trink mir ein Glas.
- 1:01:54Und das ist perfekt.
- 1:01:56Das ist dann der perfekte Moment.
- 1:01:58Und dann macht man ein Glas auf.
- 1:02:00Wir haben meine Tante dabei, die ist 86,
- 1:02:02die ist mein Babysitter für abends.
- 1:02:04Und wenn man natürlich nicht immer nur nehmen kann,
- 1:02:07also sie setzt sich jeden Abend bei mir um 18 Uhr auf die Couch,
- 1:02:10damit ich hier rüber gehen kann, um eben zu arbeiten.
- 1:02:13Und die laden wir dann eben zum Mittagessen ein.
- 1:02:16Und dann sitzen wir da, haben quasi alles am Tisch,
- 1:02:20trinken wir einen Schluck, ja, wir trinken einen Schluck.
- 1:02:22Und dann geht mein Mann an den Weinkühlschrank
- 1:02:24und holt was raus.
- 1:02:26Gibt es für dich noch ein Leben ohne Wein?
- 1:02:28Nein.
- 1:02:30Und könntest du Wein einen Wort pressen?
- 1:02:32Also Wein ist Punkt, Punkt, Punkt.
- 1:02:34Leben.
- 1:02:36Schön.
- 1:02:38Ich finde das toll, wenn ich das frage,
- 1:02:40ist es so eine der Fragen, die ich jeden stelle,
- 1:02:42sagt, da hat bisher jeder etwas anderes gesagt.
- 1:02:44Das finde ich großartig.
- 1:02:46Wer Wein ist, nicht nur Wein ist, sondern Wein hat auch ein Leben.
- 1:02:48Also wenn Wein sich entwickelt und das ist so ein allumfassender Begriff,
- 1:02:51der trotzdem so punktiert ist, ist es so perfekt eigentlich.
- 1:02:54Also ich meine, man möchte ja nie als Alkoholiker dastehen.
- 1:02:59Aber für mich wäre es eine große Einschränkung,
- 1:03:02wenn mir jemand sagen würde, ab morgen trist du kein Wein mehr.
- 1:03:05Dann wäre so ein Teil meines Lebens oder ein großer Teil meines Lebens
- 1:03:10einfach ein schwarzes Loch.
- 1:03:12Also viele Momente, Situationen,
- 1:03:15viele Zusammenkünfte, viele Gesellschaften,
- 1:03:18die gehen natürlich, man kann natürlich ohne Wein leben,
- 1:03:21aber genau dieser Punkt, diese Kommunikationsebene,
- 1:03:24dieses Schmecken, Schmeckenfühlen, Riechen,
- 1:03:27das bleibt ein...
- 1:03:29Dieses Erlebnis Wein.
- 1:03:31Was auch niemals langweilig wird.
- 1:03:33Selbst wie viel wir, ich habe zusammengezählt,
- 1:03:36wieviel Flaschen ich ungefähr aufgemacht haben müsste
- 1:03:39in den 30 Jahren, seitdem ich tätig bin.
- 1:03:42Und ich bin auf eine halbe Million Flaschen von mir ungefähr.
- 1:03:45Also bei all den ganzen Bankkitzeln, das ganze slappert sich alle.
- 1:03:48Das ist schon wirklich viel, was man da aufmacht.
- 1:03:50Und diese vielen kleinen Momente, also wenn man die Wein auch vorprobiert,
- 1:03:54da waren vielleicht irgendwie 1% davon, die man selber getrunken hat.
- 1:03:57Genau, wahrscheinlich.
- 1:03:59Aber das würde fehlen und das wäre halt so schade.
- 1:04:01War das damals für dich, als du dann zurückkamst,
- 1:04:03dieser riesen Weinkeller, den ihr übernommen habt,
- 1:04:06war das eine Offenbarung, war das eine Last?
- 1:04:09Weil da möchte ich vielleicht darauf hinaus,
- 1:04:11es sind ja nicht nur rieslingart, 2 Jahre haltbar,
- 1:04:16sondern es sind ja teilweise auch richtig große Sachen.
- 1:04:18Auch große Sachen mit einem gewissen Wert.
- 1:04:20Auch mit einem gewissen Wert, wo man nicht weiß,
- 1:04:22was mache ich mit dem Preis?
- 1:04:24Weil oftmals die Lidia, als ich eure Weinkarte gesehen habe,
- 1:04:27dachte, und teilweise so ultra super fair kalkuliere,
- 1:04:32die Frage ist ja immer, was ist fair,
- 1:04:34aber so ultra günstig kalkuliert bei Wein,
- 1:04:37wo ich dachte, unglaublich,
- 1:04:40also das ist, habt ihr es vergessen oder macht ihr das bewusst?
- 1:04:43Also so eine Karte zu haben, mit dem Preisen umzugehen,
- 1:04:46dass man ein riesling QBA kalkulieren kann, ist klar,
- 1:04:49weil man hat irgendwie seinen Serviceaufschlag,
- 1:04:51man sagt, das haben wir am Betriebskosten runtergerechnet,
- 1:04:53auf 1000 Flaschen, die wir vielleicht irgendwie eine Woche oder ein Jahr ausschenken,
- 1:04:56kommt man auf den Satz, den man hat,
- 1:04:58aber gerade bei den großen, ist es schwierig,
- 1:05:01bist du reingewachsen, oder hast du es von heute auch morgen übernommen?
- 1:05:04Nein, also wir sind 2015 ja zurückgekommen,
- 1:05:08ich war noch bezahlt bis April und hatte dementsprechend Zeit,
- 1:05:12mich mit dem Weinkeller zu beschäftigen.
- 1:05:15Sebastian war gerade weg ein Jahr, dann war ja der Ronny da,
- 1:05:19und der ist aber auch zum Jahreswechsel, glaube ich, gegangen.
- 1:05:22Und dann kam ich ja quasi rein im Januar
- 1:05:26und habe aber hier noch nicht gearbeitet,
- 1:05:28sondern habe mich dann halt mit dem Weinkeller beschäftigt.
- 1:05:31Ich bin dann halt runter in den Weinkeller, habe geguckt, was gibt es, was ist da,
- 1:05:34was interessiert mich, ja, einfach ein Overview gemacht von Weinkeller.
- 1:05:41Und natürlich ist es für mich einfach,
- 1:05:46weil ich immer, ich habe immer jemanden,
- 1:05:48an den ich mich zurücklegen kann, meine Eltern.
- 1:05:51Also die haben diesen Weinkeller aufgebaut,
- 1:05:53und in all den Jahren hatten wir ja auch viele Somlis,
- 1:05:56und viele sehr gute Somlis,
- 1:05:58und viele Somlis, die einen Input reingebracht haben in den Weinkeller.
- 1:06:01Aber immer haben wir die Linie behalten,
- 1:06:03die meine Eltern geschaffen haben in der Weinkarte.
- 1:06:08Also die haben es schon früh mit Burgund und Bordeaux angefangen.
- 1:06:11Erstaunlich früh, was also noch gänzlich unbüglich war.
- 1:06:14Es gab glaube ich wenige Häuser, die so fokussiert eben auch die großen Weine waren,
- 1:06:19wahrscheinlich Jörg Müller.
- 1:06:21Und ihr, es waren die beiden Weinkarten,
- 1:06:24oder vielleicht ein Kaufmann noch in Griechenbrode?
- 1:06:26Genau, das war ja auch toll, ja.
- 1:06:28Ja, das sind die Weinkarten gewesen.
- 1:06:30Mein Vater war immer schon Weinaffin,
- 1:06:33und hatte auch Weinaffinefreunde,
- 1:06:35und hatte ein Weinkreis,
- 1:06:37und als er hierhin kam, kam er ja quasi von Schweizer Stuben.
- 1:06:42Und Adalbert Schmidt hat ihn glaube ich,
- 1:06:45oder meine Eltern, sehr geprägt.
- 1:06:47Und die hatten da ja auch schon eine wahnsinnige Weinkarte.
- 1:06:50Und wenn man das quasi als Vorbild hat,
- 1:06:53versucht man ja irgendwo in die Richtung zu gehen.
- 1:06:56Und ich glaube, das war der Anschub.
- 1:06:58Und dann haben sie ja angefangen mit Burgundwein,
- 1:07:01mit Bordeaux schon früh zu kaufen,
- 1:07:03wo mein Opa, der eigentlich überhaupt keine Ahnung von Wein hatte,
- 1:07:07und den ist auch nicht interessiert, hat gesagt,
- 1:07:09oh mein Gott, schon wieder so ein blöder Anschuse.
- 1:07:12Das war ja damit eine andere Zeit.
- 1:07:15Da war das eben, und wie du vor kurz angerissen hast,
- 1:07:18die haben ja dann einen Landgasthof übernommen.
- 1:07:21Genau, die haben einen Landgasthof übernommen,
- 1:07:23und haben daraus eben ein Gourmetrestaurer gemacht.
- 1:07:26Und das war ein schleichender Prozess.
- 1:07:28Also mein Vater hat halt gesagt, wahrscheinlich ist es mir zu langweilig,
- 1:07:32nur diesen Schema F zu kochen.
- 1:07:35Ich mache meine eigenen Gerichte.
- 1:07:37Und hat dann seine Gerichte mit einfließen lassen,
- 1:07:43als Empfehlung.
- 1:07:45Und irgendwann haben die Gäste gesagt,
- 1:07:47das ist das, was der Hans-Steffan uns empfiehlt.
- 1:07:50Und dann hat sich daraus eben das Gourmetrestaurer entwickelt,
- 1:07:54und eben die Separierung der beiden Restaurants.
- 1:07:57Und mit dem Gourmetrestaurer kam dann eben auch,
- 1:08:00dass man eine größere Weinkarte hatte,
- 1:08:02und die Weinkarte sich entwickelt hat.
- 1:08:04Und die Weinkarte entwickelte sich halt auch,
- 1:08:06also wenn ich durch den Weinkeiler gehe,
- 1:08:08sehe ich halt auch oft die Urlaube, die wir gemacht haben.
- 1:08:12Also ihr habt die gleichen Fehler gemacht,
- 1:08:14die andere auch gemacht haben,
- 1:08:15und dann waren das keine Fehler in Dingen.
- 1:08:17Da war er schon so geschmacksicher.
- 1:08:19Aber sehr affin für Toskana.
- 1:08:21Wir waren halt in der Toskana,
- 1:08:23und dann hat man sich damit beschäftigt.
- 1:08:25Wir waren mal in Kalifornien, damals noch mit Werner Näkel
- 1:08:29und seiner Familie.
- 1:08:30Dadurch kam dann halt dieser Input Kalifornien.
- 1:08:33Australien kam irgendwie über einen Händler
- 1:08:36und über einen sommelier, der bei uns gearbeitet hat.
- 1:08:39Also deshalb haben wir eben Australien auch immer noch ältere Jahrgänger.
- 1:08:44Und dann hat sich davon inspirieren lassen.
- 1:08:46Genau, der hat sich dann inspirieren lassen.
- 1:08:48Und mein Vater hat immer mitprobiert
- 1:08:50und hat es eben für gut befunden
- 1:08:52und dementsprechend auf die Karte genommen.
- 1:08:54Hast du in deiner Jugend dann schon da,
- 1:08:56oder warst du mit vertraut?
- 1:08:57Also musst du sicher irgendwie mit ihm auch gelegentlich helfen
- 1:09:00oder irgendwie einen Job übernehmen.
- 1:09:02Und war Wein für dich da schon ein Thema?
- 1:09:04Oder war das für dich dann immer so,
- 1:09:06wie für viele Jugendliche ein Fremdkörper?
- 1:09:08Und du hast es halt täglich auf den Tisch gesehen
- 1:09:10und hast es dann halt mitgetrunken?
- 1:09:12Natürlich hat man ein ganz anderes Geschmacksbild.
- 1:09:14Also ich erinnere mich noch daran, wie ich 15, 16 war.
- 1:09:17Ich muss ja wahrscheinlich 16 sagen.
- 1:09:20Da war der Moskato das, die in der Schublade.
- 1:09:25Und das war mein Halbgetränk.
- 1:09:27Das war halt süß, das hatte Spudel, das war lecker.
- 1:09:31Oder wir hatten so ein Likör mit Weinberg für sich.
- 1:09:34Also damit habe ich halt angefangen zu trinken.
- 1:09:36Und das ist wie jeder andere Jugendliche.
- 1:09:39Und dann irgendwann hat man halt seinen Geschmacksbild entwickelt
- 1:09:42und bei den Eltern halt immer probiert
- 1:09:44und eben auch dann gewusst, okay, das ist gut, das ist nicht so gut.
- 1:09:48Und dann eben ja, seine Horizonte erweitert.
- 1:09:53Aber wirklich Wein schätzen gelernt,
- 1:09:57habe ich erst mit 25, 26, muss ich sagen.
- 1:09:59Und dann 2015 hast du dann gedacht,
- 1:10:01als du den Weinkeller vor dir gesehen hast,
- 1:10:03was für ein Kram ist das hier?
- 1:10:05Oder warst du dann beeindruckt,
- 1:10:06als du das dann wahrscheinlich noch mal anders gewertschätzt hast,
- 1:10:09auch mit der Erfahrung der großen, weiten Welt
- 1:10:11oder keine Ahnung, vom Leerbach, dass du sagst, wow.
- 1:10:14Das haben wir auch alles im Keller.
- 1:10:16Genau, man sieht natürlich, ich habe natürlich auch abgezeichnet
- 1:10:21unseres Sommles gesehen.
- 1:10:23Also der eine war halt sehr affin für Mosel und für Deutschland
- 1:10:28und der Sebastian Borthäuser,
- 1:10:30immer noch sehr geschätzter Freund hier der Familie.
- 1:10:34Der war halt sehr für, der hat Spanien und Portugal bei uns
- 1:10:39sehr, sehr aufgebaut.
- 1:10:41Ich habe nicht diese Affinität, dementsprechend ist halt auch
- 1:10:44viel verloren gegangen von dem Reichtum,
- 1:10:46den er uns in den Keller gelegt hat.
- 1:10:48Ich habe letzte, vor vier Wochen war er da und sagte,
- 1:10:51ja, da habe ich dir ein paar Sachen in den Keller gelegt.
- 1:10:54Dann habe ich gesagt, ja, hast du mir ein paar Sachen
- 1:10:57in den Keller gelegt, habe ich gut verkauft,
- 1:10:59aber den Bastardo, den du mir da in den Keller gelegt hast,
- 1:11:02der ist ein guter Resauerbraten gefordert.
- 1:11:05Die Leichen gibt es, glaube ich, immer.
- 1:11:08Aber zumindest wenn du mit der Erinnerung da jetzt ran gehst,
- 1:11:11aber mit dem Bewusstsein, dass du sagst, er hat das bei uns
- 1:11:13aufgebaut und er hat nicht irgendwie 1000 Leichen
- 1:11:15im Keller hinterlassen und das ist ja auch schon mal eine
- 1:11:18gewisse Größe seitens des Sommles, also seitens Sebastian,
- 1:11:21dass er mit sehr viel Bewusstsein eingekauft hat.
- 1:11:23Und ihm nicht nur irgendwelchen leidenschaftlichen Schrott,
- 1:11:25den er auf irgendeiner Reise selber kennengelernt hat
- 1:11:27oder auf irgendeiner Presse Reise dann mitgenommen hat.
- 1:11:29Ja, genau.
- 1:11:31Also da, tolle Arbeit, die er dann in den Keller lassen hat.
- 1:11:34Super Arbeit. Also es gibt natürlich, man muss dazu sagen,
- 1:11:37dass mein Vater halt immer die Hand drauf hatte.
- 1:11:40Also mein Vater hat immer mit verkostet,
- 1:11:42der kontrolliert immer noch meine Rechnung.
- 1:11:44Da sagt er, machen wir ein Champagnerweinhandel jetzt bald auf?
- 1:11:48Und ich sage nein, aber wenn das jetzt gerade nach Corona
- 1:11:52haben ja die ganzen großen Champagnerhäuser dann halt
- 1:11:56ihre Prestigeweis released.
- 1:11:58Und dementsprechend muss man das halt alles kaufen.
- 1:12:00Dann gibt es links und rechts ein paar Winzerweinhüter,
- 1:12:03Champagnergüter, die ich natürlich gekauft habe.
- 1:12:05Hier und da Bogunderweinhüter, die man mitnehmen musste.
- 1:12:09Und dann sagt er, wollen wir noch Geld verdienen
- 1:12:12oder kaufen wir weiterwein?
- 1:12:14Und da muss ich, das ist halt immer schon so gewesen.
- 1:12:17Ich glaube ja, weil das eure Karte zeigt ja,
- 1:12:19dass man damit auch Geld verdienen kann,
- 1:12:22wenn man smart einkauft,
- 1:12:24wenn man das einfach ein paar Jahre liegen lässt.
- 1:12:26Und dann irgendwann was von verpassen darf,
- 1:12:29dann einfach auch nachkalkuliert und den Marktpreis anpasst.
- 1:12:32Was aber auch schwierig ist, halt bei so einem großen Keller.
- 1:12:35Du kannst ja nicht 1000 Positionen, also wahrscheinlich gibt es ja
- 1:12:38bei diesen 1500 Positionen, die ihr habt, 500,
- 1:12:40die schnelldrehende Runner sind, die irgendwie durchfließen,
- 1:12:43aber trotzdem 1000 Positionen, die liegen können.
- 1:12:46Und wo man sagen kann, nach einem Jahr,
- 1:12:48könnt ihr nochmal draufgucken
- 1:12:50und das einfach marktgerecht nachkalkulieren.
- 1:12:53Aber es gibt bei uns halt verschiedene Kategorien an Wein.
- 1:12:56Also es gibt einmal die Kategorie, wie du sagst,
- 1:12:59das sind die Cash-Cows.
- 1:13:01Also das ist so Aweinweiß, dann bis zur ersten Lage,
- 1:13:06sage ich jetzt mal, erste Lage Deutsch,
- 1:13:08alle Weine so bis 100 Euro, ja, die sind halt so kalkuliert,
- 1:13:12dass es dem Kunden immer noch Spaß macht,
- 1:13:15aber ich mein Geld daran verdiene.
- 1:13:17Aber ihr habt teilweise auch, sag ich mal, fair kalkuliert?
- 1:13:19Nein, aber immer fair.
- 1:13:21Und die Gäste kennen die Preise.
- 1:13:23Auf Weile für 45 Euro auf der Karte,
- 1:13:25was für die Klasse eures Restaurants ja eigentlich schon günstig ist.
- 1:13:28Ja, natürlich, aber ich habe natürlich auch die Gäste,
- 1:13:31die kommen hier einmal im Jahr oder einmal in fünf Jahren
- 1:13:34oder einmal in zehn Jahren, ja.
- 1:13:36Für die ist das so unfassbar besonders, diesen Abend zu haben.
- 1:13:40Die haben auf die Karte geguckt, die haben die Speisen gesehen.
- 1:13:44Die haben gesagt, okay, ich investiere hier 500 Euro für Speisen.
- 1:13:48Natürlich kostet mich das Wasser 10 Euro.
- 1:13:50Das ist einfach so, das ist der Marktpreis für Wasser gerade.
- 1:13:53Natürlich trinke ich da eine andere Presse,
- 1:13:55natürlich trinke ich auch noch ein Champagner.
- 1:13:57Die haben sich so ein Limit gesetzt, ja.
- 1:14:00Aber ich möchte, wenn die rausgehen,
- 1:14:03dass sie nicht sagen, das werde ich mir nie wieder hören können.
- 1:14:07Ich habe jetzt hier 800 Euro auf der Uhr
- 1:14:09und eigentlich habe ich mit 600 kalkuliert.
- 1:14:11Und die trinken halt ihren 45 Euro Wein, ja.
- 1:14:14Aber die gehen dann halt auch raus und sagen,
- 1:14:16vielen Dank, Vorsteine, ich habe richtig Spaß gehabt.
- 1:14:19Und nicht, ja, vielleicht sehen wir uns in 20 Jahren nochmal wieder.
- 1:14:23Ich glaube, die 15 Euro, die du vielleicht mehr genommen hättest pro Fasche.
- 1:14:27Was hätten die mir gebracht?
- 1:14:29Genau, machen das nicht fett, aber manchmal sind es genau diese 10 oder 15 Euro,
- 1:14:32die den Gast ein gutes Gefühl geben, die ihm zu Wiederholungstättern machen.
- 1:14:35Was aber eben auch eine gewisse Erfahrung,
- 1:14:37eine gewisse Smartheit eigentlich auch erfordert.
- 1:14:39Ja.
- 1:14:40Also seitens deiner Erfahrung und seitens deiner Kalkulation dann letztlich.
- 1:14:44Genau, ja.
- 1:14:45*Klopfen*
- 1:14:47Es ist unfassbar.
- 1:15:02Wenn ein Mann eine Vision hat, die so stark und klar ist,
- 1:15:05dass sie eine ganze Weinregion prägt.
- 1:15:07Es ist das Jahr 1972.
- 1:15:09Und Alejandro Fernández,
- 1:15:11ein Mann, der schon bald in der Wein-Szene Spaniens leuchten wird,
- 1:15:14gerundet das Weingut Tinto Pesquera in der Rivere del Duero.
- 1:15:18Und das in einer Zeit, in der kaum jemand das volle Potential der Tempranillo-Traube erkannte,
- 1:15:23spürte Alejandro in jedem Rebstock die Kraft, die die Weine von Rivere del Duero ausmacht.
- 1:15:28Und setzte mit seinem Engagement neue Standards für die Region.
- 1:15:31Sein Antrieb führte schließlich zur Anerkennung der Rivere del Duero als DO,
- 1:15:35einer geschützten Herkunftsbezeichnung, die heute für höchste Qualität steht.
- 1:15:38Alejandro Fernández war nicht nur ein Winzer, er war der Pionier einer Renaissance,
- 1:15:42ein Visionär, dessen Erbe heute in dritter Generation weiterlebt.
- 1:15:45Rivere del Duero, eine Region, die ihre Weine in schwindelnder Höhe auf 8-900 Meter über den Meeresspiegel formt.
- 1:15:52Es sind die starken Temperaturenterschiede zwischen Tag und Nacht,
- 1:15:56die in Trauben ihre dichte Aromenkonzentration verleihen.
- 1:15:59Die Kalk, Sand, lehmbasierte Erde durchzogen von späten Frühjahrsfrösten
- 1:16:03und einer kurzen Vegetationsperiode bringt Weine hervor,
- 1:16:06die kraftvoll und von tiefer Struktur sind.
- 1:16:09In diesem dramatischen Terror werden die Trauben zur Vollendung geformt.
- 1:16:13Jede Flasche erzählt ihre Geschichte von den Extremen der Natur.
- 1:16:16Hier in diesem Speziellenklima gedeiht der Tempranier.
- 1:16:19Oder wie man hier sagt, Tint der Del Paris.
- 1:16:21Es ist eine Rebsorte mit Charakter.
- 1:16:23Und die Weinberge von Fernández Rivera geben ihr den Raum, sich zu entfalten.
- 1:16:27Mit Reben, die durchschnittlich über 25 Jahre alt sind,
- 1:16:30bringt die Familie Weine vom Bemerkenswert der Intensität hervor.
- 1:16:33Niedrige Erträge, aber von außerordentlicher Qualität.
- 1:16:36Hier entwickeln die Trauben dick geschahlen,
- 1:16:38die Weine von kräftigem Tannin und außergewöhnlicher Tiefe schaffen.
- 1:16:41Jedes Jahr im Riviere de Duero ist Anders,
- 1:16:44eine einzigartige Handschrift der Natur.
- 1:16:46Und manchmal ganz selten entsteht ein Wein, der seinesgleichen sucht.
- 1:16:50Aus den ältesten Piscara-Weinwerk, wie in ihr Alter,
- 1:16:53kommt die beeindruckende Millennium Grand Reserver,
- 1:16:55ein Sortenreiner Tempranier.
- 1:16:57Ein Wein, bei dem man nicht nur anders denkt,
- 1:16:59sondern auch besonders geduldig ist.
- 1:17:01Die Reifung erfolgt in Fässern,
- 1:17:03anders als bei den sonstigen Piscara-Weinen,
- 1:17:05nicht aus amerikanisch, sondern aus französischer Eiche.
- 1:17:07Und das für ganze 26 Monate.
- 1:17:10Diese Fässer mit unterschiedlichen Toastinggraden
- 1:17:12verleihen diesem Wein einen besonderen Charakter.
- 1:17:15Man sagt ja, dass die Fastwahl eine Kunst für sich ist,
- 1:17:17eine Balance zwischen der Frucht, des Tempranier
- 1:17:19und den Aromen des Holzes,
- 1:17:21verleihen dem Wein, wenn man diese Klaviertour entspielen kann,
- 1:17:24eine zusätzliche und einzigartige Tiefe.
- 1:17:26Anschließend reift der Wein für weitere 10 Monate in der Flasche.
- 1:17:29Ein unglaublich komplexes Dicht ist aber gleichzeitig elegantes Bouquet.
- 1:17:32Das sind es an wilde Waldbären, Noten von gerüsteten Kaffee,
- 1:17:35würzigen Holznoten und Vanillee erinnert.
- 1:17:37Ein Dichter, voller, seidenweicher Gaumen,
- 1:17:40mit viel Extraktstruktur, Stoffigkeit,
- 1:17:43einer beeindruckenden Sortenaromatik,
- 1:17:45einer bemerkenswerten Frische und Länge.
- 1:17:47Und sinnbildlich dafür steht der Fernandes Revera 2018 Piscara Millennium Grand Reserver,
- 1:17:53der nur in ganz ausgewählten Jahrgängen produziert wird.
- 1:17:56Dann, wenn er die Kraft des Jahrgangs in sich tragen kann
- 1:17:59und die Seele des Revera de Duero in jedem Detail widerspiegelt.
- 1:18:03Und der Jahrgang 2018 war für Revera de Duero ein ganz besonderer.
- 1:18:07Die Natur schickte genau die Balance,
- 1:18:09die Reife und Frische in idealem Verhältnis zusammenbrachte,
- 1:18:12kühlere Nächte und warme sonnige Tage socken
- 1:18:15für eine langsame harmonische Entwicklung der Temperaniotraube.
- 1:18:17Das Ergebnis, ein Temperanio von unvergleichlicher Intensitäten Tiefe.
- 1:18:21Mit jedem Glas dieses Piscara Millennium Grand Reserver
- 1:18:24holt ihr ein Stück Revera de Duero in die Nase und an den Gaumen.
- 1:18:28Die mineralischen Noten, die durch die kalkigen Böden der Weinberg-
- 1:18:31tragen werden, tanzen mit der Dichte des Fruchtkörpers. Es ist der Boden selbst, der sich hier zeigt. Die schwere der Erde, das rauhe Klima, die Kraft der
- 1:18:38Tempranierreben, die hier seit Generationen gedeihen. Im Glas entfattet der 2018er Piscara
- 1:18:44millennium grau Reserver sein Bokeh, das die Nase fesselt und neugierig macht. Am Gaumen setzt sich das Spiel der Aromen fort, ein feinseidiges Mundgefühl, durchzogen von
- 1:18:53eleganten Tanninen, die kräftig, aber weich in ihrer Struktur bleiben. Der Abgang lang und intensiv, bleibt die Mineralität wie ein Echo zurück. Dieser
- 1:19:00Wein ist nicht nur ein Spitzenprodukt aus dem Hause Fernandes Revera, es ist ein Meisterwerk, der das Potential der Revera der New Hero zeigt. Hier haben wir nicht nur
- 1:19:08ein feiner Flasche Wein vor uns, sondern ein Botschafter der Region, ein Tropfen, der die Kraft der Tradition und die Kunst der Innovation vereint. Dieser Wein
- 1:19:15spiegelt, wofür der Keller von Fernandes Revera steht, die Verbindung von Traditionen Moderne. Hier spürt man die Geschichte in jedem Handgriff. Die steinende
- 1:19:23Weinpresse aus dem 16. Jahrhundert steht Seite an Seite mit modernen Edelstalltanks. Eine verlängerte
- 1:19:29Kaltmanzeration bringt maximale Farbe und Aroma hervor, während die Fermentation streng kontrolliert in die Tiefe geht, Frische und Fruchtigkeit bewarnt. In den letzten Jahren experimentiertes Team mit Kaltmanzeration eine Technik, die dem Wein fruchtiger Aromen und eine intensive Farbe schenkt.
- 1:19:43Mikrooxidationstechnik verfeinern die Tannine und das Resultat. Ist ein Wein mit einer Komplexität, die jeden Schluck offenbart. In einer Zeit, die mehr und mehr Nachhaltigkeit fordert, setzt die Familie Fernandes Revera Zeichen, Deckfrüchte schützen die Böden. Während minimale
- 1:19:58Bewässerung, die Wurzeln in die Tiefe treibt, das terrorabregenden Einfluss hat. Solaranlagen, Wasserrecycling, Biodiversität durch Begrünung, ein starker Fokus auf eine umweltfreundliche Zukunft, in der Boden und Natur im Eingang mit dem Weinbau stehen. Doch die Familie ruht sich nicht auf Traditionen aus. Immer wieder, neue Wege suchen und experimentieren, sie mit Beton eiern, die den Wein auf besondere Weise belüften und eine weiche Manzeration erlauben. Kleinere Fässer führen zu intensiver Holzintegration und die mikrobiologische Kontrolle ermöglicht es eine präzise
- 1:20:28Auswahl an Hefen zu verwenden. Einige der besten Parzellen werden biodynamisch bewirtschaftet, eine Umarsch an die Natur und den Respekt vor dem Land. Die besten Parzellen werden mit Bedacht bepflanzt, die Ausrichtung zur Sonne optimiert. Jede Lage erzielt ihre eigene Geschichte und jede wird einzeln vinifiziert, um das Mikro-Klima in den Flaschen zu bewahren. Vielen lieben Dank für dieses Meisterwerk und noch ein großes Dankeschön an den deutschen Importeur, an das Handelzaus Schlumberger.
- 1:20:53Genau, wir sind 2015 wieder erwartend nach Hause gekommen und natürlich ist es für mich ein ganz anderes Zuhause als für meinen Mann. Und für mich war halt einfach, es war einfach schön nach Hause zu kommen, weil man erwartet wurde und ich konnte ja eigentlich
- 1:21:22Ja, das ist natürlich eine Wohlfühlzone, wenn man jemandem im Rücken hat, beziehungsweise der Keller ist ja bezahlt und man kommt zurück und man kann für sich sortieren und man kann sondieren und es war ja nicht schlecht, das in diesem Keller. Und natürlich sind in jedem Keller, ich finde auch schon mal fünf Weine oder fünf Flaschen Wein, wo ich denke, du warst doch schon längst aus, wo kommst du denn jetzt gerade wieder her und jetzt bist du einfach fünf Jahre weiter, wo man dann auch überlegt, ob du dir was dazu sagst, was du für einen Schöne für dich habe.
- 1:21:51Und dann macht er halt auch wieder Spaß. Und dann ist es nicht, manche, es wird ja immer über uns Somlges erzählt, dass wir mit der Weinbegleitung unseren Keller bereinigen.
- 1:22:06Was aber auch viele Jahre so war, es gab viele Weinebegleitungen, wo ich nicht ganz so glücklich war oder wo man auch manchmal bei Kollegen gesehen hat, okay, da war vorher ein anderer Kollege und irgendwie muss man das ja verarmen.
- 1:22:21Aber ich glaube, das ist vielleicht auch eine ganz eigene Betrachtungsweise, dass man auch aus diesen Sachen, wenn man es dramaturgisch gut einbaut, was Spannendes machen kann und nicht einfach nur die Flaschen aufmacht, sondern die Intelligent einsetzen.
- 1:22:33Ich glaube auch, eine Weinebegleitung kann durchaus eine Herausforderung sein, im positiven Sinne, kann Spannung bieten und es waren halt nur zu viele, die es nicht umsetzen konnten oder einfach nur den Keller lärfähigen wollten, damit sie möglichst ihr Zeug einkaufen konnten, ohne Rücksicht auf Gerichte und Verluste, Gäste oder keine.
- 1:22:50Kalkulation oder sonst irgendwas.
- 1:22:53Aber grundsätzlich, wann soll man die Weine sonst aufmachen, wenn nicht vielleicht mit dem Hintergedanken der Weinbegleitung und dann probieren und einsetzen und Glasweise ausschenken und und und.
- 1:23:04Das machen wir aber auch eben auch in Form dieser Kelleranalyse.
- 1:23:09Also wir haben kein Buch oder so, wir haben keine Bruchliste von Wein, wir haben nicht die monatliche Inventur hier.
- 1:23:16Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen und das läuft alles über drei, vier Köpfe, die wissen, was im Keller ist oder halt auch manchmal nicht wissen, was im Keller ist.
- 1:23:26Du Paul und dein Papa.
- 1:23:28Genau, mein Vater, meine Mutter, der Sommelier, der da ist, also Paul jetzt gerade.
- 1:23:33Wir haben ein Kombistommelier, den arbeiten wir gerade ein und die wissen halt, was im Keller ist und Christian.
- 1:23:39Christian räumt mir ganz gerne den Keller auf.
- 1:23:41Ach, das ist ein Segen.
- 1:23:43Wahrscheinlich wieder nur analysieren, was ihr am Dienstag trinkt.
- 1:23:47Ja, genau.
- 1:23:49Und genau, und da stellen wir halt auf, wenn man dann die Flaschen wieder vor sich hat, dann braucht man halt auch wieder eine Kontrolle, wie weit ist der Wein oder ist der Wein gerade gut oder wir haben ein Gericht vor Augen, was irgendwann auf die Karte kommt.
- 1:24:05Dann probiert man einfach, nimmt man den Wein aus dem Keller und hat dann eben dieses Gericht zu dem Wein und sagt, okay, in der Küche natürlich, hinter den Kulissen noch, wärst du ein guter Partner.
- 1:24:20Oder auch wenn wir ein Gericht haben, also zum Beispiel, wir haben Hummer mit Karotte und da passt halt perfekt Riesling.
- 1:24:26Und dann spielen wir auch manchmal durch und sagen, okay, wir probieren den Wein zum Gericht, ob der jetzt gerade gut ist und wenn er gut ist, dann spielt man ihn weiter.
- 1:24:38Und so kann man halt auch eben schon mal die Flaschen testen oder wir haben besondere Gäste, wir haben Stammgäste da, man will denen was Gutes tun, dann machen wir halt auch eine besondere Flasche auf im Rahmen der Weinbegleitung und sagen hier als Goodie und haben den halt aber dann auch wieder probiert für uns.
- 1:24:54Hattest du schon mal ein Weinspeisenerlebnis, was dich nachhaltig beeindruckt oder nicht mehr loslässt oder wo du sagst, sowas brauche ich mal.
- 1:25:07Ich hatte es mal mit einem Schweinebauch mit Bärlauchrisotto vom Nils Henke, die Demula mit La Missione-Priant.
- 1:25:15Oh, sehr cool, ja.
- 1:25:17Und eben greift der weiße Bordeaux dazu mit diesem Bärlauch und das war ...
- 1:25:21Das war ja gar nicht aus, die Kräutrigkeit.
- 1:25:24Und es gibt so was, also das ist aber so dieses Single, man hat natürlich ganz viele Sachen, immer kombiniert, ist oft überrascht, aber so manchmal dieses eine, wo man vielleicht auch nicht mit gerechnet hat oder was so perfekt ineinander greift.
- 1:25:36Ja, tatsächlich haben wir das, also wir spielen sehr oft mit Harmonie von Speisen und Wein, dementsprechend habe ich dieses Aha-Erlebnis nicht, weil wir dieses Erlebnis halt immer wieder aufbauen wollen.
- 1:25:47Also gerade auch, wir spielen zum Beispiel mit Leber, mit Leber-Patee, Leber-Granen.
- 1:25:54Gänselieber, innenlieber, Steinelieber, Kälbslieber.
- 1:25:56Genau, nee, Gänselieber ist immer unser Signature-Dish auf der Karte und das kombinieren wir eben nicht mehr süß, also nicht mehr mit Aprikose oder nicht mehr mit Obst, sondern im Moment gibt es das gerade mit Pilzen und Cherry.
- 1:26:11Toll.
- 1:26:12Und da marinieren wir halt die Gänselieber auch direkt mit Cherry, also dass man die Spiegelung der Aromatik hat.
- 1:26:18Und da kommen halt immer wieder diese Aha-Erlebnisse, wo man denkt, okay, dann habe ich Weicheweiße Los in der Champagne und da hatte ich zum Beispiel ein Ratafia von ihm und habe gedacht, was für ein geniales Getränk, mein Mann war mit dabei.
- 1:26:34Und dann sprachen wir über das nächste Gänseliebergericht und da sagte, mein Mann, ja, was soll ich denn für ein Alkohol nehmen? Ich weiß gar nicht, Cherry haben wir jetzt gemacht mit dem und dem und wir haben Soutern gemacht und wir haben Tokaya gemacht und ich sage, ich weiß so was ein geniales Getränk war letztens, Ratafia.
- 1:26:51Und dann habe ich zufällig auf der Liste von Visontar Ratafia gefunden von Egli Orier und da sagte ich hier, ich habe Ratafia gefunden, er sagte, ja gut, dann machen wir das damit.
- 1:27:02Ach krass.
- 1:27:03Und dann haben wir das eben mit Trüffel kombiniert, also Ratafia, Trüffel, das hat sensationell gepasst einfach und die Gäste sind geflasht gewesen, weil sie auf der einen Seite das Getränk Ratafia nicht kannten und auf der anderen Seite wir das halt so mariniert haben, dass es verschmolzen ist.
- 1:27:18Und so halt auch mit unserem Hummergericht, mit der Karotte, da ist so ein Karottensout dabei und dazu einfach ein Riesling, der gereift ist, aber ich könnte es jetzt nicht spezifizieren, welcher Riesling war es.
- 1:27:30Und gerade haben wir 15 Nonnberg gemacht von Breuer zu einem Gericht und das war halt auch wie Faust aufs Auge. Also das war einfach die Aromatik, das war kompliziert.
- 1:27:43Interessant ist, dass ihr ganz, ganz oder nicht selten dem Wein als Inspiration für etwas nehmt, also mehr oder weniger auf Wein hinkochen könnt, was kaum jemand kann, möchte oder einfach diese schon gegebenen Aromenstrukturen nimmt, um Gerichte daraus zu definieren.
- 1:28:03Ja.
- 1:28:04Was glaube ich auch sehr viel Offenheit, aber eben auch sehr viel Geschmacksensibilität erfordert.
- 1:28:10Genau.
- 1:28:11Ja, wir machen es auch wirklich oft so, wenn wir Weinveranstaltungen haben oder Tastings, dann sagen wir, schickt uns doch bitte einfach den Wein und wir sagen, was wir da zu kochen.
- 1:28:22Also es ist nicht andersrum. Also man kann Gerichte auch so anpassen, dass sie perfekt auf den Wein matchen. Also da gibt es ja nur so kleine Messerspitzen, die dahin führen, dass dieser Wein sich mit diesem Essen wohlfühlt.
- 1:28:37Kann das nur Wein oder kann das auch Tee, kann das, kann das Spirituosen, kann das Limon, kann das Limonaden meinig.
- 1:28:47Ich finde das sehr speziell, was zum Beispiel auch Dennis Ruhl macht, ein Wandom oder wie es auch Peter Müller mit Thomas Sommer gemacht hat, mit Neil Tänkel zusammen, mit diesen alkoholfreien Getränkebegleitungen.
- 1:29:01Aber da ist es halt so, ich trink es nicht gerne. Ich kann es persönlich nicht trinken.
- 1:29:06Weil?
- 1:29:07Ich eben schreck es nicht.
- 1:29:08Ah, inspiriert dich, dass du sagst, okay, ein kleines Schlückchen, ich finde es interessant oder magst du es einfach nur nicht?
- 1:29:14Ich probiere es alles. Also mein Mann spricht immer von der Messerspitze, die ich probiere, um den ganzen Gaumen zu benetzen.
- 1:29:21Ich kann es aber, also manche Getränke mag ich dann gerne, aber ich kann mich sehr schlecht darauf einlassen. Und wenn ich meine Somlis, die wollen jetzt so ein bisschen mehr alkoholfreie Getränke spielen, aber eben auch eher gekauft, weil es bei uns nicht genug Umschlag hat, so dass man es selbst produzieren würde, also das vermeintlich 30 alkoholfreie Getränkebegleitungen die Woche, bei uns spielbar sind, das gibt es nicht.
- 1:29:47Weil wir halt sehr auf Wein und Weinbegleitung und die Gäste eben eingehen und wir nicht bekannt sind als Traditionshaus dafür, dass wir so was Neuartiges anbieten würden.
- 1:30:01Und natürlich machen wir das alles und natürlich kommt dann ein Teil aus der Küche und natürlich machen wir Überlegungen dazu und die sind auch sehr gut. Aber ich kann viele Geschmäcker mag ich einfach nicht.
- 1:30:13Ich finde es interessant, weil ich würde es jetzt aus dem so ein wenig damit vergleichen, dass manche von diesen alkoholfreien Sachen, wieso diese überladenen Weine aus Übersee sind. Also sie beeindrucken einen Schluck, aber sie haben nicht diese Trinkfreude, diesen Trinkfluss, dieses animierende Zug dahinter, wie es ein Buchlender hat oder wie es ein toller Riesling hat.
- 1:30:40Aufgrund dieser Vordergründigkeit, weil sie schnell beeindrucken müssen, damit man sagt, wow, so was habe ich noch nie getrunken, fehlt eben der Appetit dabei und eben die Lust am Trinken. Daher kann ich das nachvollziehen. Hatte ich in der Tat noch nicht so ein Gedanken.
- 1:30:56Ja, ich finde das alles spannend, ich finde auch toll, was die, was Fanamen macht mit seinem Juicy Tea oder Geiger ganz speziell. Wirklich, wirklich toll, was sie tun, was sie machen. Aber ich würde mir nie eine Flasche davon bestellen. Dann würde ich lieber sagen, okay, ich trink nur ein Glas Champagner und fahre dann und den Rest trink ich Wasser.
- 1:31:18Dann teile mich das irgendwie ein und versuche, das nach Champagner zu dosieren oder den Wein moment zu haben. Genau, genau. Aber deshalb gibt es für mich halt keine Alternative zum Wein oder zum Champagner oder zum Schereen. Natürlich kann man auch sensationelle Dinge mit rummachen oder keine Sensation. Also, ist Portenwein ist die Frage? Also, wann hört Wein?
- 1:31:38Genau, die Köhewein und das ist für mich noch mal eine andere Spielart. Aber rum zum Beispiel zum Essen passt sehr gut teilweise. Aber ich muss ja auch überlegen, wie ist, also, wie soll ich das erzählen? Also, wenn ich jetzt dem Gast im Dessert an rumgebe, dann kann ich ihn quasi ins Bett schieben.
- 1:32:02So, das ist halt die Frage. Wenn ich ihm ein Glas Champagner, also demis der Gebe, Röderer oder irgendwas, dann habe ich den erfrisch und dann sagt er, ich nehme noch ein Digitif. Das ist halt immer die Frage, ich bin ja hier zum Verkaufen auch.
- 1:32:17Aber ist manchmal nicht nur das Wirtschaftliche, sondern auch das Wohlgefühl dabei, wenn man natürlich zu einer Speise auch den Schnaps anders trinkt, welcher versuche, auch gleiche Verhältnisse irgendwie am Gaumen zu haben, um dem Präsenz zu geben und dann größer und schneller trinke und dann macht es Bum vielleicht auch in einem Zusammenspiel mit dem Zucker als Wännchen, danach in Ruhe mit dem Digitif sitzen lassen und dann ausklagen.
- 1:32:42Genau, dann vielleicht ein Espresso und die kleinen Süßigkeiten sind ja auch nicht zu verachten, das bringt ja dann auch nochmal eine Erdung zu dem Ganzen und dann will man ja die Bettschwere erreichen, aber ich will die Bettschwere nicht im Menü erreichen.
- 1:32:56Und zum Beispiel auch, was wir vor ein paar Jahren mal gekauft haben, war Sake. Super spannendes Feld, hochinteressant, zu manchen Gerichten fast besser als Wein, wenn man es so sieht, aber die haben halt auch eine gewissen Alkohol, wo ich mich dann wirklich fürchte, ob jetzt der Gast bei mir dann vielleicht danach sagt, war genug.
- 1:33:21Es ist ja das große Problem, wenn wir Trinkerweintrinken, dass die mit einmal in anderen Dosen trinken und dann macht es mit einmal Bum und sieht es nicht mehr wie die zweite Stunde von dem Abendverlief und so manchmal auch mit Weintrinkern, wenn die Sake trinken, dass sie dann in großen Schlucken trinken und dann vergessen sie, dass die 16,5 Prozent hat, aber ich finde es super, dass ihr eine Position bezieht und sagt, wir müssen nicht auf jeder Hochzeit tanzen und unsere Kernkompetenz ist Wein und das leben wir halt ganz intensiv und ganz exzessiv und das ist ja auch eine große Problem.
- 1:33:50Wir brauchen nicht alles mit durchspielen. Also, gibt es irgendwie eine Situation für dich, wann Wein nicht passt?
- 1:33:56Eigentlich nicht. Also, ich versuche, Wein zu vermeiden, wenn es mir schlecht geht, weil ich Wein immer mit etwas Positiven verbinde und eben nicht Wein trinken möchte, um mit Frust.
- 1:34:11Also, mit Frust Wein trinken ist für mich, habe ich nichts von, weil das ist nicht das Gefühl, was ich mit Wein verbinde und damit verändere ich auch mein Gefühl zu weinen.
- 1:34:21Das braucht manchmal auch dem Wein, weil Wein ist ja nicht ein getränktes Friedens, aber es löst eine positive Stimmung auch.
- 1:34:29Genau.
- 1:34:30Und man wandelt jetzt sich dieses Empfiehen.
- 1:34:32Ja, natürlich. Also, wie wichtige Leute schon sagten, ich trinke Wein bei Gewinnen und ich trinke Wein bei Niederlagen.
- 1:34:39Und natürlich trinke ich dann, wenn ich aber die Niederlage für mich verkraftet habe, erst in Wein, weil ich ihn ja nicht mit meiner Niederlage verbinden habe, weil dann gönn ich es mir nicht, weil dann habe ich es nicht für mich verdient.
- 1:34:49Ja. Und feiern?
- 1:34:51Feiern mit Wein immer, ja.
- 1:34:53Ja, das sind andere Wein, bei dir Champagner oder Schaumbind.
- 1:34:56Ich muss sagen, wenn der Wein mir nicht schmeckt, kann ich auch ohne Wein.
- 1:35:00Das ist manchmal schade, dass es so dispektierlich mit Wein umgegangen wird, wenn es um Feierlichkeiten geht. Also, dass man dann nicht irgendwie versucht, natürlich kann man einen riesengroßen Burgunderbordeaux dann nicht unbedingt wertschätzen.
- 1:35:15Natürlich nicht. Aber man kann ordentlichen Weinstraffeier haben.
- 1:35:18Und wenn es halt Wein ist, der wirklich, also von der Herstellung her schon nicht gut ist und ich weiß am nächsten Tag, werde ich von diesem Wein genau den Tag nicht schätzen wissen, weil ich Kopfschmerzen habe.
- 1:35:33Welcher Wein wärst du? Wenn du ein Wein wärst, also wenn du ...
- 1:35:37Wenn ich ein Wein wäre. Okay, ich muss echt kurz überlegen.
- 1:35:41Ich wäre kein Riesling, weil Riesling ist schlank und straight. Ich bin eigentlich straight, aber ich habe immer schon mal Abweichung vom Weg.
- 1:35:53Wären wir also zu gradlinig. Schadownee, vielleicht Schadownee Deutschland.
- 1:36:02Warum nicht begründet? Also sehr klar definiert, sehr gradlinig, sehr frisch, sehr kühl.
- 1:36:07Ich hasse mich zu meiner Figur und ich esse und trinke zu gerne.
- 1:36:11Aber ich würde auch sagen, dass ich vor Lewendigkeit sprudel, dementsprechend trinke ich auch gerne sprudel, dementsprechend wäre ich gerne ...
- 1:36:23Ja, ich will kein deutscher Sekt sein und Kawa ist gut, aber sehr gut ist Champagner und sehr gut will man ja sein, also in seiner Perfektion.
- 1:36:32Dementsprechend wären wir bei Champagner, wenn wir über Schadownee sprechen, wären wir bei Blonde Blonde Champagner.
- 1:36:40Natürlich möchte ich kein Einheitsprodukt sein, das immer gleich schmeckt.
- 1:36:45Dementsprechend wären wir ja schon bei Jahrgang und man möchte ja immer ein bisschen pristisch sein, dementsprechend sind wir bei einer Pristisch-Küwe.
- 1:36:52Bist du so stimmungsabhängig? Ja, wenn ich was nervt, bin ich auch genervt.
- 1:36:59Aber eigentlich ... Es gibt Kühle und Warme Tage.
- 1:37:02Ja, genau. Stimmt. Also eigentlich warme geselliger Typ, aber trinkverhalten lieber Kühle-Jahrgänge, dementsprechend wäre 2, 8 eigentlichen Kuhle-Jahrgang.
- 1:37:20Obwohl ich 2, 2, mehr Schätze, also bin ich 2, 2. Blonde Blonde, Röderer Kristall, da sind wir wieder bei dieser Feingliedrigkeit, Huesäure, Kug, bin es auch ein bisschen zu maskulinär.
- 1:37:34Vielleicht ein bisschen zu maskulinär. Ja, genau.
- 1:37:38Also ich brauche also einen Wohlgeschmack. Wohlgeschmack kann natürlich auch viele, ein bisschen weniger Perlaj, viel dieses Kreide, mineralische.
- 1:37:49Ich glaube, ich bin ein Salon. Wow. Ja, ich wäre gerne ein Salon in 2002.
- 1:37:552008 gibt es nur in der Magnum und nur in der Kollektion und so rabe ich nicht. Bin ja schon immer da.
- 1:38:01Fast unbezahlbar.
- 1:38:03Bitte sagt das meinem Vater.
- 1:38:08Ich glaube, er weiß es. Da muss ich nicht viel erzählen.
- 1:38:14Und aus welchem Glas würdest du hin? Also ist das für dich wichtig, grundsätzlich?
- 1:38:18Ja, ich auch super, super wichtig. Ich bin super Glasaffin, ich trinke auch zu Hause nur aus Zaltoglesern.
- 1:38:24Wenn man einmal den Geschmack hat, den man sucht und den man will, dann, wenn man was Gutes gefunden hat, dann muss man dabei bleiben.
- 1:38:30Da gibt es auch nichts rechts und links. Natürlich empfehlen meine Freunde immer, ja, diese Josefinenhütte, aber Josefinenhütte ist immer für mich wie ein Michelinmännchen.
- 1:38:39Also ich komme mit der Wolke nicht klar.
- 1:38:41Okay. Die Form ist tätig, die Formsprache ist für dich schon wichtig?
- 1:38:45Ja, Form ist für mich super. Ich mag halt dieses, an Zaltoglesern mag ich dieses klare, definierte.
- 1:38:51Ich schätze auch sehr Zwiegelgläser und Riedel finde ich auch eine tolle Marke.
- 1:38:55Bei Riedelgläser habe ich eine, das ist auch so ein Erlebnis aus meiner früheren Zeit.
- 1:39:01Ich habe ganz oft mit Riedelgläser gearbeitet.
- 1:39:04In England wahrscheinlich, oder?
- 1:39:06In England vor allem.
- 1:39:07In China sowieso.
- 1:39:08Ich weiß gar nicht, ich glaube, du hast eben Wein gezählt. Also wenn ich die Gläser zähle, die ich schon in meinem Leben poliert habe, bin ich auch bei Millionen, glaube ich.
- 1:39:17Und Riedel ist ein tolles Glas, aber die haben immer die Sollbruchstelle.
- 1:39:21Also die krecken immer zwischen Kälch und Stihl.
- 1:39:26Ja.
- 1:39:27Immer.
- 1:39:28Ja.
- 1:39:29Und ich habe damals schon zwei Gläser benutzt. Wir hatten damals schon diese Riedelpoliertücher.
- 1:39:34Also wirklich alles gemacht dafür, dass es nicht passieren kann.
- 1:39:37Und trotzdem, ha ha ha, Buf.
- 1:39:40Und schon war wieder das Riedelglas kaputt.
- 1:39:42Ja, ich habe wirklich glücklich, ich habe wenig Gläser zerbrochen und ich habe wenig Flaschen runterfallen lassen.
- 1:39:47Ja, du bist ja sehr konzentrierter.
- 1:39:49Nein, gar nicht. Ich glaube, es war einfach immer nur Glück irgendwie.
- 1:39:51Ja, gut, ja, Glück ist es.
- 1:39:52Und ich habe mich vorhin vom Gläser polieren gedrückt oder übt.
- 1:39:55Natürlich auch gut.
- 1:39:56Oder dadurch, dass du mir schnell noch ausmose, was natürlich auch cool ist.
- 1:39:59Ja, wenn man die hat.
- 1:40:00Also, Zalto, so ein Zauber.
- 1:40:02Was habt ihr im Laden?
- 1:40:03Wir haben im Laden hier Zaltogläser für Skumierestaurant.
- 1:40:06Also, ein bisschen jünger. Also, durch und durch Zalto.
- 1:40:09Ja, durch und durch Zalto für alle. Also, wir haben in den Poststuben Zwiegel eingedeckt.
- 1:40:15Die Fina-Serie, die ist wirklich sehr gut.
- 1:40:18Auch die Fina-Wassergläser sind top.
- 1:40:21Ein wirklich sehr gutes Glas.
- 1:40:23Maschinal hergestellt, aber wirklich perfekt.
- 1:40:25Und dann eben für alles, was, wenn der Wein ist verlangt, kriegt er ein Zalto-Glas.
- 1:40:33Wenn man mehr vom Wein will.
- 1:40:35Das heißt, wo man macht, die ist fest, macht die an der Qualität des Feins.
- 1:40:38Ich habe eine Kreisgrenze von 80 Euro für meine Mitarbeiter.
- 1:40:40Einfach nur das Gefühl.
- 1:40:42Pro Flasche in den Haus.
- 1:40:43Genau, einfach nur dafür, dass sie ein Gefühl kriegen.
- 1:40:45Aber natürlich, wenn Stammgäste kommen, die man einmal angeteasert hat mit Zalto-Gläser,
- 1:40:51wenn man das nächste Mal dann wieder die einfacheren Gläser hinstellt, dann sagen die,
- 1:40:56bin ich ihnen nichts mehr wert.
- 1:40:58Wow, hey.
- 1:40:59Ja, ja so.
- 1:41:00Ich hatte, also bei ihrer Kollegin hatte ich letztes Mal aber das Zalto-Glas.
- 1:41:05Ja, und dann wird das halt in die Kartei geschrieben.
- 1:41:07Und dann ist das für immer gesetzt, dass diese Gäste eben Zalto-Gläser kriegen.
- 1:41:10Aber gegen Zwiegel oder wen auch immer, stelle ich so, sonst ist es teilweise sehr.
- 1:41:14Oder eben auch Regelmaschinen, gefährte nichts einzubinden.
- 1:41:17Nein, super gute Gläser.
- 1:41:19Das ist ein Standard, wenn man es nicht gerade irgendwo aus dem Baumarkt holt.
- 1:41:24Teilweise sehr, sehr gute Standard.
- 1:41:26Aber der Mehrwert, da finde ich, schon ist ein Eimund geblasene Glas vom Wein zu spüren.
- 1:41:34Zalto ist manchmal schwierig, wenn es dem Wein zerlegt.
- 1:41:37Ja, die ehrlich, also ganz, ganz ehrlich, nicht verschönt oder nicht irgendwie attraktiv macht,
- 1:41:43sondern auch die Fehler herausarbeitet.
- 1:41:45Oh, die Schwachstellen sagen das so.
- 1:41:47Ja, die Schwachstellen, ich zerlege den mal.
- 1:41:48Also ich habe den Wein in allen Seien Facetten.
- 1:41:52Du machst Wein gern aus die...
- 1:41:53Ja, ich will alles spüren vom Wein.
- 1:41:56Also ich will den Wein in allen Seien Facetten spüren.
- 1:41:58Und ich möchte ihn nicht schön machen.
- 1:42:01Also ich muss ihn nicht schminken.
- 1:42:04Also es gibt ja auch, ich habe letztens mit dem Familie gesprochen,
- 1:42:07fand ich super cool den Ansatz, er sagt, ich möchte nur schön Wein trinken.
- 1:42:11Und er hat nur eine Selektion an Gläsern, die den Wein schöner machen.
- 1:42:16Ich finde ihn super ansatz.
- 1:42:18Aber ich mache keine Süße zum Beispiel.
- 1:42:20Also ich trink wirklich immer sehr, sehr trockenen,
- 1:42:22also Champagner ist nicht so trocken oder holst du die, willst du die...
- 1:42:26Ja gut, aber schon trockener als manche trockenen weißen Weine.
- 1:42:29Dadurch durch die Kohlensäure, dass man zusätzlich säure
- 1:42:31und trocken als Gefühl dadurch oder ein animierendes Gefühl...
- 1:42:34Genau, genau.
- 1:42:35Und ich mag dieses süße Schwänzchen, was manche Weine haben.
- 1:42:38Was manche sehr anregend finden, mag ich nicht.
- 1:42:42Und dementsprechend, manche Gläser machen den Wein süßer
- 1:42:45und damit harmonischer.
- 1:42:47Und das ist nicht das, was ich brauche.
- 1:42:49Deshalb dekantiere ich auch ungerne.
- 1:42:51Weil das...
- 1:42:52Echt?
- 1:42:53Ja, ich mag diesen Grip auf der Zunge.
- 1:42:56Ich mag, wenn der Wein mir seine Geschichte erzählt.
- 1:43:00Aber wenn er noch verschlossen ist, dann greifst du auch in die Sekretarate?
- 1:43:03Wenn er nicht will, dann wird er dekantiert.
- 1:43:07Also das ist kein...
- 1:43:09Wenn er nichts aussagt, wenn er nicht raus will aus der Reserve,
- 1:43:12dann wird er dekantiert und dann ist er da.
- 1:43:14So.
- 1:43:15Aber auch dann habe ich trotzdem...
- 1:43:17Weil er erst halt brauchte dieses Dekantieren.
- 1:43:20Dann habe ich trotzdem diesen Lebenszyklus des Weines.
- 1:43:23Dann habe ich noch nach dem Dekantieren eben Weller, das gebraucht hat.
- 1:43:27Weller eben zu jung geöffnet wurde oder gerade in der blöden Phase ist.
- 1:43:31Dann habe ich diese Pubertätin, habe ich diese Jugend des Weines.
- 1:43:34Dann ist er nicht direkt perfekt da und vermittelt mir diese Sanftheit des Bordeaux zum Beispiel.
- 1:43:41Ich mag Tanine auf der Zunge.
- 1:43:43Aber es mag halt noch nicht jeder Gast.
- 1:43:46Aber ich frag lieber die Gäste, möchten sie den Dekantiert haben oder nicht?
- 1:43:51Es gibt nichts Schlimmeres.
- 1:43:53Für mich wirklich, da werde ich auch wirklich blöd.
- 1:43:56Ich war letztens wieder in Belgien in einem sehr guten Restaurant.
- 1:43:59Dann hatten die Cors d'Hurie auf der Karte.
- 1:44:01Mörsso zu einem unfassbar guten Preis.
- 1:44:04Und wir waren mit Freunden da und die hatten dann eben das Gleiche empfinden.
- 1:44:09Und dann haben die uns den gebracht.
- 1:44:12Also beziehungsweise gezeigt, präsentiert.
- 1:44:15Wir sagen, ah ja, wunderbar.
- 1:44:17Geht er nach hinten, macht auf, schüttet es in die Karaffe.
- 1:44:20Da war für mich reinfertig.
- 1:44:22Also ich weiß total, was du meinst.
- 1:44:25Und ich finde das mit der Rückversicherung auch sehr gut.
- 1:44:29Manchmal ist es, finde ich, schöner, ein Gast nicht zu überfordern,
- 1:44:32ihn nicht zu fragen, sondern die Entscheidung für ihn zu treffen.
- 1:44:36Aber bei so einem sehr hochwertigen und filigranen Wein ist es schon schwierig.
- 1:44:42Weil du ihm natürlich auch ein Stück Raubs, auch dem Wissendengast,
- 1:44:46der vielleicht auch die erste schwierige Phase miterleben möchte.
- 1:44:50Und weiß, dass der Wein grundsätzlich nicht schlecht ist.
- 1:44:54Aber der Gast weiß ja eigentlich, also wenn ich ihn nicht dekantiere,
- 1:44:57also wenn wir uns dafür entscheiden, ihn nicht zu dekantieren,
- 1:45:00er probiert ihn und sagt, ist mir eigentlich zu rupig jetzt vor Steinhäuer.
- 1:45:04Dann sag ich ja wunderbar, dann haben wir doch die Entscheidung schon getroffen,
- 1:45:08dekantieren Wein. Also ich hab da keine Schmerzgrenze.
- 1:45:11Und auch wenn die Gäste sagen, auch wenn sie den nicht dekantieren würden,
- 1:45:15ich würde den dekantieren, sage ich, ja, hat ich einen Glückwunsch,
- 1:45:18dann haben sie eine tolle Entscheidung für sich getroffen.
- 1:45:20Man muss dann nicht beleidigt sein oder irgendwas.
- 1:45:23Nein, das überhaupt nicht, ja. Aber gibt es irgendwas, was du nicht,
- 1:45:26also du hast gerade einen Koscherwien, aber sonst nicht dekantieren würdest,
- 1:45:30also bestimmte Rebsorten, bestimmte Gebiete, Alter.
- 1:45:33Ich probier das und wenn es mir, also ich probier das
- 1:45:37und wenn mein Gefühl sagt, ich würde den dekantieren,
- 1:45:39würde ich in jeder Zeit dekantieren.
- 1:45:41Wenn ich merke, der will raus, also das ist so Genie in the bottle.
- 1:45:44Also wenn ich den Wein habe und merke, da muss so viel mehr,
- 1:45:49aber das kann ich selbst durch das Burgunderglas von Zaltor nicht rauskitzeln,
- 1:45:53was dieser Wein gerade braucht, wobei ich da natürlich auch eine Stelle
- 1:45:57der Dekantierung habe. Also wenn ich den Wein ins Burgunderglas genügend
- 1:46:01oder durch die Oberfläche habe ich ja eine Dekantierung
- 1:46:04und wenn der Gast oder der Weintrinker das noch manuell mit der Hand
- 1:46:09therapiert den Wein, dann ist er irgendwann auch wie dekantiert.
- 1:46:12Manchmal ist das Karafieren ja wie der Kaffee am Morgen.
- 1:46:15Ja, genau.
- 1:46:16Der eine so ein bisschen, aber eben im falschen Zeitpunkt,
- 1:46:19also wenn ich zum Beispiel Burgunder lüfter habe, ich das Gefühl,
- 1:46:22das ist so, als würde ich einen ungeübten Kaffee trinkern,
- 1:46:25morgens Kaffee gehen, die sind dann so aufgetreten.
- 1:46:27Also begunden natürlich mich schwer.
- 1:46:29Ich mich auch. Also wo du streckenweise finde ich super,
- 1:46:32wenn man es dekantiert.
- 1:46:34Chirass aus der neuen, aus dem Übersee großartig.
- 1:46:36Ja, genau.
- 1:46:37Die brauchen das manchmal aufgerissen zu werden.
- 1:46:39Rieslinge zum Beispiel, es gab doch Kühler Ruprecht,
- 1:46:42aber da als Philippi es noch gemacht hat.
- 1:46:44Ja.
- 1:46:45Und Kühler Ruprecht von Philippi, wenn du da ein R, R, A hast,
- 1:46:49das ist so ein gastiges Getränk.
- 1:46:52Das musst du einfach dekantieren.
- 1:46:54Weil du sonst wirst du über eine ganze 3 Wochen im Kühlschrank haben
- 1:46:58und irgendwann 3 Wochen im Kühlschrank, sie sagst,
- 1:47:00ach, herrchen Glückwunsch, herzlich willkommen,
- 1:47:02ihr seht es dann angekommen.
- 1:47:04Und dafür haben wir ja gar keine Zeit.
- 1:47:06Also ich bin dann auch nicht so, dass ich sage, ich will es nicht
- 1:47:09und deshalb tue ich es auch nicht.
- 1:47:11Also ich tue wirklich das, was ich für mich meine,
- 1:47:13für den Wein am besten ist.
- 1:47:15Was macht ihr, wenn ihr privat Wein trinkt?
- 1:47:17Also lüftet ihr einen auch oder sagt ihr, na ich muss durch die harte Arbeit
- 1:47:20und kommt drauf an Laune.
- 1:47:22Ach schon, aber ihr lüftet auch zu Hause?
- 1:47:24Ja, also wenn wir sagen, der Wein braucht,
- 1:47:26dann braucht er es und dann wird er ein Dekanter.
- 1:47:29Sonst noch irgendwas an Tools, die ihr niemals aufgeben möchtet
- 1:47:34oder irgendwas, was du total unsinnig findest?
- 1:47:37Nee, also tatsächlich, also wie Hemdann auf mir mal sagte,
- 1:47:42dann habe ich gesagt, ah, okay, er sagte mal zu mir,
- 1:47:45das waren wir hier und es war gerade so die Orden-Schweinfase.
- 1:47:49Aber es gibt ja guten Orden-Schweinen, wirklich sehr gut gemachten.
- 1:47:53Und es gibt Leute, die es probieren.
- 1:47:55Und das schlimmste Erlebnis war, glaube ich, der Orden-Schwein,
- 1:47:58der dann nicht durchgegangen ist, indem man als Halbtrocken
- 1:48:01einen Orden-Schwein dann auf der Pro-Wein, wo ich dachte so,
- 1:48:04nee, Entschuldigung, bitte, es ist ja ein jeglicher Interesse,
- 1:48:07dann macht es halt essig draus.
- 1:48:09Aber das ist halt etwas,
- 1:48:12wenn etwas schlecht gemacht ist, das ist für mich,
- 1:48:16dann muss man halt ehrlich zu sich sein und sagen,
- 1:48:19ich habe es nicht geschafft.
- 1:48:21Wenn bei uns das Steak zu lange gebraten ist,
- 1:48:23dann müssen wir es halt auch der Katze von Christina geben.
- 1:48:26Also das bringt halt nichts.
- 1:48:28Dann muss man damit leben, dann hat man etwas, hat man Mistaken
- 1:48:32und dann muss man eben das, welche Städte das eingestehen.
- 1:48:36Es ist natürlich schade, wenn es 1000 Flaschen sind, aber...
- 1:48:38Es ist wirklich schade, wenn es 1000 Flaschen sind,
- 1:48:40aber vermeintlich kriegt man eben doch noch irgendwo,
- 1:48:43aber das muss man dann nicht besser verkaufen, als es ist,
- 1:48:47also etwas Besonderes draus machen.
- 1:48:49Also man kann eben nicht aus Dreckgold machen.
- 1:48:53Da finde ich manchmal... also ich finde es manchmal schade,
- 1:48:59welche Informationen gestreut werden, die wir dann auch
- 1:49:04eine Zeit lang als Wahrheit nehmen.
- 1:49:07Genau.
- 1:49:08Weil wir natürlich ein gewisses Grundvertrauen denjenigen,
- 1:49:10die diese Informationen streuen, auch entgegenbringen
- 1:49:15und erzählen da manchmal auch relativ großen Mist.
- 1:49:19Also es hat viel mit Verantwortung zu tun.
- 1:49:21Diese Verantwortung haben wir ja in unserer Ebene auch,
- 1:49:24dass wir den Gast eigentlich nur das erzählen sollten,
- 1:49:27was wir fundiert, gelernt haben.
- 1:49:29Genau, was wir wissen.
- 1:49:30Und das ist auch eben das, was ich versuche, immer zu vermitteln.
- 1:49:34Wenn ich was nicht weiß, also gestern zum Beispiel haben wir
- 1:49:37Kolomella aufgemacht.
- 1:49:38Ja.
- 1:49:39Und ich meine, es war 2 Uhr, ich war müde, ich hatte wirklich
- 1:49:43nicht mehr im Kopf, welche Rebsorten da zusammenstellung ist.
- 1:49:45Also fragt mich jetzt gerade, dann hätte ich gesagt,
- 1:49:47okay, Gerasmo Vettre, aber es ist dann einfach die Blockade.
- 1:49:50Und dann sage ich auch ganz kurz, ich muss mal kurz nachschauen
- 1:49:53und dann in eine Minute wissen wir, es sind wir ins Internet,
- 1:49:56haben gesehen, Gerasmo Vettre, also Paul hat geschaut,
- 1:49:59hat dann gesagt, Gerasmo Vettre, wir hatten aber auch schon am Tisch,
- 1:50:02hat ich es probiert und habe gesagt, es muss ein Chirass sein,
- 1:50:04der schmeckt so wie ein Chirass, das kann nicht Bordeaux-Cœvet sein.
- 1:50:08Das ist eher nördlich-ironisch.
- 1:50:10Da waren wir einstimmig, dann kam das Ergebnis perfekt.
- 1:50:12Aber es ist doch viel schöner, als wenn ich denen jetzt sage,
- 1:50:15Bordeaux-Cœvet.
- 1:50:16Und dann probieren die Dassen und sagen, was für eine komische Bordeaux-Cœvet.
- 1:50:20Also so was habe ich noch nie getrunken, das hat ja nichts mit Bordeaux-Cœvet gemeint.
- 1:50:24Was haben die denn da im Weingut gemacht?
- 1:50:26Also das finde ich manchmal wirklich, ich darf was nicht wissen,
- 1:50:30als Sommelier.
- 1:50:32Und manchmal stehen auch meine Jungs vor mir
- 1:50:35und erzählen mir die dreißigste DOCG in Italien.
- 1:50:41Dann sage ich, ja, ich wusste es auch mal, ich habe es mal gelernt.
- 1:50:45Und jetzt habe ich es nicht mehr...
- 1:50:47Das vergisst nicht das Wissen, nach sieben Jahren vergisst man ja 90%
- 1:50:50glaube ich seines Wissens.
- 1:50:51Interessant, okay.
- 1:50:52Und man speichert es teilweise in einer Art Unterbewusstsein
- 1:50:55oder im Langzeitgedächtnis ab, aber man muss es auch mal wieder aufarbeiten,
- 1:50:58damit es wieder hervorkommt.
- 1:51:00Ja, genau.
- 1:51:01Und dass man es dann auch wieder anwenden kann.
- 1:51:03Also nicht gebrauchtes Wissen geht eben auch verloren.
- 1:51:05Und so dabei auch.
- 1:51:06Man muss halt dann manchmal nur wissen, wo steht
- 1:51:09oder dann eben auch die Erfahrenheit haben,
- 1:51:11das zu verargumentieren, dass man es eben gerade nicht weiß,
- 1:51:14aus dem oder dem kommt.
- 1:51:15Genau, aber eben sofort mit einer präsenten Antwort kommt.
- 1:51:17Und es ist manchmal auch schwierig, wenn...
- 1:51:19Also es gibt Situationen, wenn halt jemand 30-mal im Jahr
- 1:51:26ein Dittorz Kahnert fährt und jedes Dorf kennt.
- 1:51:28Man kann nicht jedes Dorf, jedes Zweingut kennen
- 1:51:30und auch nicht jeden 12.000 Winzer in Deutschland
- 1:51:33und da eine gewisse...
- 1:51:34eine gewisse Illoktenz, eine gewisse Erfahrenheit,
- 1:51:36eine gewisse Schwäche einzugestehen
- 1:51:38und sich einfach auch vielleicht inspirieren zu lassen oder inspirieren.
- 1:51:40Genau, zu sagen vielen Dank.
- 1:51:41Dann ist ja großartig.
- 1:51:42Das war wertvolle Information.
- 1:51:43Ich werde mir das anschauen.
- 1:51:44Oder ich werde mir den Winzer anschauen, den Sie gerade so bewundern
- 1:51:48und werde eben da nochmal für mich reflektieren,
- 1:51:52ist das was für unsere Karte,
- 1:51:54weil wir kriegen ja immer wieder von Gästen gesagt,
- 1:51:56"Ihr müsst... Warum habt ihr den nicht auf der Karte?
- 1:51:57Warum hören wir den?"
- 1:51:58Und dann sagen wir, ja gut, aber die meisten Winzer in Deutschland
- 1:52:02auf dieser Karte, die kennen wir persönlich,
- 1:52:04die würden wir 100 Meter auf der Straße wieder erkennen.
- 1:52:08Ja, das sind unsere Freunde.
- 1:52:09Also das ist...
- 1:52:10Das ist unsere Gastronomie-Familie.
- 1:52:13Und warum soll ich jetzt ein...
- 1:52:16Also, Jungsters, supergut.
- 1:52:18Es muss immer wieder junge Winzer geben
- 1:52:20und es muss immer wieder Winzer, Weingüter übernommen werden.
- 1:52:23Und neue Generationen geführt werden.
- 1:52:25Die braucht man ja selber auch manchmal.
- 1:52:27Aber wir gucken uns die gerne über fünf Jahre an,
- 1:52:29ob die quasi nur ein Einheitshoch hatten über einen Jahrgang
- 1:52:33oder ob die fünf Jahr ginge, wie wir es vorher schon besprochen haben.
- 1:52:37Ist der besondere Wein einfach so besonders,
- 1:52:40weil er immer die gleiche Leistung hat?
- 1:52:42Und da muss man halt auch wieder in sich gehen und sagen,
- 1:52:46ist dieser Winzer so gut,
- 1:52:48dass er über einen gewissen Zeitraum einfach diese...
- 1:52:51die Jahrgänge jeden Jahrgang rausarbeitet,
- 1:52:55aber eben in der Qualität gleichbeimt ist.
- 1:52:58Egal, wie schwierig der Jahrgang ist.
- 1:53:00Weil in einem guten Jahrgang, wo nichts beeinflusst kann, fast...
- 1:53:05Also, ich bin kein Winzer, ich habe keine Ahnung.
- 1:53:08Aber man kann ein gutes Produkt machen in einem guten Jahrgang.
- 1:53:11Aber in einem schlechten Jahrgang, da sieht man halt,
- 1:53:14wo der Spreuer in der Weizen ist.
- 1:53:16Ganz oft.
- 1:53:17Und ich finde, man darf dabei auch oftmals nicht vergessen,
- 1:53:20dass ihr mit eurer Karte, mit eurem Namen, auch repräsentativ seid.
- 1:53:25Genau.
- 1:53:26Also gibt ihr genügend Winzer, genügend Händler,
- 1:53:28die damit werben, dass sie bei euch auf der Karte sind.
- 1:53:31Und diese Verantwortung habt ihr dann auch irgendwo
- 1:53:34und müsst dann auch über dieses eine Produkt,
- 1:53:37was ihr vielleicht auf der Karte habt, Verantwortung zeigen.
- 1:53:41Ja, aber schau mal zum Beispiel bei Julian Huber.
- 1:53:44Ja, demseit Vater ist plötzlich gegangen.
- 1:53:47Er war noch nicht so alt und hatte noch nicht so viele Jahrgänge
- 1:53:51alleine gemacht.
- 1:53:53Da manche Gäste zu mir gesagt, das ist nicht mehr das Produkt,
- 1:53:56was ich kenne, das möchte ich nicht mehr trinken,
- 1:53:58das ist nicht mehr vom Vater.
- 1:54:00Und wir haben gesagt, nein, aber es ist auf unserer Karte,
- 1:54:03das ist Julian Huber, es ist toll, dass er das so weitermacht.
- 1:54:06Und auch wenn der eine Jahrgang jetzt diesen Gästen nicht gefällt,
- 1:54:09es gibt ein neues Gäste-Clientel,
- 1:54:11dass diesen Wein genau so haben möchte.
- 1:54:14Und da muss man eben auch als Gastronom
- 1:54:17hinter dem Winzer stehen und sagen, er find dich neu.
- 1:54:21Und mach es und geh deinen Weg.
- 1:54:24Aber auch dann die Weitsicht haben,
- 1:54:27diesen neuen Weg, den Julian damals gegangen ist, zu erkennen.
- 1:54:30Das war ja doch ein Teil, weil es relativ krass ist.
- 1:54:33Das war krasser.
- 1:54:35Auch heute noch durchlebt.
- 1:54:37Super, ja.
- 1:54:39Er definiert ja ganz, ganz viele Sachen komplett neu.
- 1:54:42Und mit ihm gehen aber auch er kennen.
- 1:54:45Genau, dieser Prozess einfach.
- 1:54:47Dass es eben auch von Wert getragen ist, dass es eine Vision hat,
- 1:54:50da auch eine Kommunikation mit den Winzer gehen.
- 1:54:53Wie beurteilst du Weine?
- 1:54:56Also wir haben jetzt vor, ich glaube, jetzt anderthalb fast 2 Stunden,
- 1:54:59haben wir ja einen ganz frischen Wein ins Glas geschenkt.
- 1:55:02Wollen wir dem probieren?
- 1:55:04Ich würde interessieren, wie du daran gehst.
- 1:55:07Das ist jetzt kein Geheimnis.
- 1:55:09Aber ich würde es einfach mal auf den Wind probieren.
- 1:55:12Ich mag lieber offen, aber ich weiß ja sowieso was ist.
- 1:55:15Ja, nein, aber so allgemein.
- 1:55:17Also klar, blind, immer besser,
- 1:55:19wenn man sich dann eben auf den Wein einlässt
- 1:55:22und nicht das vorgefertigte Bild eben abspult.
- 1:55:25Also, wenn ich jetzt schon gelesen habe,
- 1:55:28okay, ist das grüner Weltlinar,
- 1:55:30dann suche ich ja natürlich schon in der Aromatik,
- 1:55:33nach weißem Pfeffer, nach diesem grünen Weltlinar-Doft,
- 1:55:36den man ja auch ganz klar hat.
- 1:55:38Wenn man wunderbare Mineralik die grüner Weltlinar hat,
- 1:55:41dann entscheide ich für mich immer,
- 1:55:43ist ja in Österreich wird ja immer noch gerne mit Botritis gearbeitet.
- 1:55:47So, und da ist halt auch die Frage,
- 1:55:49habe ich diese kleine Honignote, die mich so bezirzt,
- 1:55:52oder habe ich sie eben nicht?
- 1:55:54Und da ist eben wieder die Überlegung,
- 1:55:59habe ich diese Empfindung auch,
- 1:56:02wenn ich nicht mal vorgefertigt,
- 1:56:04das Bild im Kopf schon fertig hat für diesen Wein dementsprechend.
- 1:56:07Aber ich bin kein großer Überraschungstyp.
- 1:56:10Wenn mich jemand überraschen will,
- 1:56:12dann bin ich eher genervt, als dass ich es schön finde, die Bereichen.
- 1:56:15Ja, ich finde es auch manchmal,
- 1:56:17dass gleich nicht selten einem vorführen.
- 1:56:19Wenn man anfängt jemanden zu überraschen,
- 1:56:21und der es vielleicht nicht mag,
- 1:56:23und oftmals auch die Situation,
- 1:56:25teilweise in Restaurants oder auch bei Weinproben
- 1:56:27komplett kaputt gemacht wird,
- 1:56:29da ist dann die Frage, wo nützt oder wo schadet man den ganzen?
- 1:56:32Genau, ja, oder ich sitze im Restaurant,
- 1:56:34ich sitze in einem spannenden Abend mit sechs Freunden,
- 1:56:37und ich kenne den Sommelier,
- 1:56:39und der meint, er müsste mir jetzt eine Blindprobe machen.
- 1:56:42Und ich sitze da vor meinen sechs Freunden,
- 1:56:44habe vermeintlich schon vier Gläsermein getrunken,
- 1:56:46oder eine Flasche, dann ist mein Kopf nicht mehr so klar.
- 1:56:49Man möchte es in dem Augenblick auch gar nicht.
- 1:56:51Ja, in dem Augenblick passt es auch gar nicht in meine Situation,
- 1:56:54weil ich ihn in einem spannenden Abend habe.
- 1:56:56Und für mich ist das dann meistens fast Stress.
- 1:56:58Ja, es ist Stress, es ist nicht fast Stress, es ist Stress.
- 1:57:00Man hat natürlich auch die Situation rausgerissen,
- 1:57:02und man hat den Augenblick,
- 1:57:04und ich möchte mich auch nicht blamieren vor meinen Freunden.
- 1:57:07Es ist ja nicht so, dass ich mich irgendwie blamieren würde,
- 1:57:10aber dieses Gefühl in der Brust,
- 1:57:12wenn man dann in diese Situation geworfen wird,
- 1:57:15wenn man dann diesen Weinblin probieren muss,
- 1:57:18und dann noch sagen muss,
- 1:57:20und was ist dein Gäst, und du denkst so,
- 1:57:23ja, weiss, weiss Wein.
- 1:57:26Also ich reagier da vermeintlich auch ein bisschen blöd, aber...
- 1:57:29Nein, in dem Sinne, was soll man denn,
- 1:57:31soll man den Wein nageln, wo man das gar nicht möchte?
- 1:57:34Soll man eine Ansprache halten,
- 1:57:36oder es gibt ja nur Verlierer in der Situation.
- 1:57:38Genau, ja.
- 1:57:40Und keiner wird sagen, super Wein, auf den habe ich jetzt gewartet,
- 1:57:43wenn man ihn blind präsentiert bekommt.
- 1:57:45Ich finde es manchmal auch mit Gästen schwierig,
- 1:57:47wenn Gäste vorgeführt werden.
- 1:57:49Wenn ein Wein hingestellt wird,
- 1:57:51und dann vermeintlich auch,
- 1:57:53ich dachte, sie mögen kein Spätbogunder,
- 1:57:55das haben wir aber an Spätbogunder.
- 1:57:57Wir sagen auch, ich bin der neue Spätbogunder Jünger,
- 1:58:00weil ich habe das einem mal blind ein Wein für ein Chirass gehalten.
- 1:58:03Ja, genau.
- 1:58:05Und das ist die Feinfühligkeit, die wir wahrscheinlich freuen.
- 1:58:07Genau, das ist ja auch so.
- 1:58:09Ich war in meinem Restaurant,
- 1:58:11da sagte er mir, nee, also, Heger habe ich noch nicht auf der Karte.
- 1:58:15Und dann sage ich, ja, warum nicht?
- 1:58:17Ja, also, das Klientel, das Heger trinkt,
- 1:58:20das will ich nicht in meinem Restaurant.
- 1:58:22Wo ich mir denke so,
- 1:58:24das ist doch einfach ein perfektes Getränk
- 1:58:26über Jahrzehnte bald, ja.
- 1:58:29Und wenn vier Personen bei mir im Restaurant sitzen,
- 1:58:33also Geschäftskunden,
- 1:58:35und die sich ein Heger Weißbogunder bestellen,
- 1:58:38oder Heger Graubogunder grasst im Ofen,
- 1:58:40die wissen, dass das ein Bank ist,
- 1:58:42mag es mir schmecken oder nicht,
- 1:58:44das ist nicht die Frage,
- 1:58:46aber sie werden ein gutes Getränk haben,
- 1:58:48und wenn ihnen das vermeintlich zu wenig Säure hat,
- 1:58:50oder was auch immer, dann müssen sie halt die Rebsorte wechseln.
- 1:58:53Aber das ist halt so diese ...
- 1:58:55Schwarz-Weiß-Denken, was ich manchmal ...
- 1:58:57Diese Schwarz-Weiß-Denken,
- 1:58:59manchmal denke,
- 1:59:01müsste es denn kategorisch ausschließen,
- 1:59:03trink es doch zu Hause, was ihr wollt.
- 1:59:05Wann wird es politisch,
- 1:59:07oder wann tut man auch vielleicht eine Arbeit eines Winzers weh,
- 1:59:10nur um sich selber zu profilieren, finde ich.
- 1:59:13Genau, ja.
- 1:59:15Auch manchmal schwer, oder wie respektlos ist das manchmal auch,
- 1:59:17dass vor der Leistung,
- 1:59:19da gibt es ja einige Winzer, die gebäscht werden,
- 1:59:21obwohl sie eine gewisse Lebensleistung erbracht haben,
- 1:59:23und die Weile nachweislich nicht schlecht sind.
- 1:59:25Genau.
- 1:59:27Nur weil sie halt Namen haben oder über Jahre erfolgreich sind.
- 1:59:29Genau, und dann kommt halt auch so ein bisschen dieser Neid.
- 1:59:31Warum hat der?
- 1:59:33Und dann wird mir wieder irgendeiner,
- 1:59:35der gerade super gehypt ist,
- 1:59:37vorgestellt, und ich denke so,
- 1:59:39ach, dann lieber aber der Heger.
- 1:59:41(Lachen)
- 1:59:43Ja, ist das aber ...
- 1:59:45Also ich mag beides manchmal je nach Situation.
- 1:59:47Also ich mag sowohl blind als auch offen,
- 1:59:49aber es muss mein freier Wille sein.
- 1:59:51Ja.
- 1:59:53Und das blinden ist manchmal interessant,
- 1:59:55um sich ganz natürlich dem Wein zu nähern.
- 1:59:57Aber manchmal, wenn du halt ein graues Bild bekommst
- 1:59:59und siehst ein graues Bild und denkst,
- 2:00:01ach Gott, das hätte auch Maler sein können,
- 2:00:03und dann sagt jemand, geh halt rüchter grau.
- 2:00:05Ja.
- 2:00:07Und dann hast du eine Million, okay, ja, ne, nicht auch her.
- 2:00:09Dann hast du aber ein Verständnis,
- 2:00:11weil du den Lebensweg des Künstlers kennst
- 2:00:13und dann eine andere Protaktion darauf hast.
- 2:00:15So hast du es manchmal bei den Weinen auch,
- 2:00:17du hast ein Verständnis für die Weine, brauchst du die Stilistik.
- 2:00:19Ja.
- 2:00:21Und merkst du, es ist nicht naive Höhenmalerei, das ist Picasso.
- 2:00:23Genau, ja, ja, genau.
- 2:00:25Und es ist halt eine Spielarten der Schaffensphase oder sonstiges.
- 2:00:27Aber große Namen-Setzer haben wir hier,
- 2:00:29das ist auch ein relativ großer Name im Weinviertel.
- 2:00:31Nee, ist mir auch wohl bekannt.
- 2:00:33Also wir haben ihn nicht auf der Weinkarte,
- 2:00:35aber wohl bekannt, immer sehr gut.
- 2:00:37Reserve Kronberg, ich mag die etwas ...
- 2:00:39Ja.
- 2:00:41... mastigere Art.
- 2:00:43Das ist ja erst auch ein Wein, den ich zu Fleisch trinken würde.
- 2:00:45Mhm.
- 2:00:47Aber jetzt so schöne Polar-Mäuche, ne?
- 2:00:49Mhm.
- 2:00:51Aber das sind so die Sinnbilder, die Wein verkörpern muss, ne?
- 2:00:53Aber wirklich sehr guter Wein.
- 2:00:55Vielen Dank.
- 2:00:57Ich finde, von der Vordergründigkeit,
- 2:00:59das ist echt interessant, ich mag den Nachgang.
- 2:01:01Ja.
- 2:01:03Wunach wertest du die Weine von der Appetitlichkeit
- 2:01:05oder ist es die Aromenpräsent
- 2:01:07oder ist es mehr die Gustaturik
- 2:01:09als die Aromatik oder ...
- 2:01:11Ich finde, es gehört alles zusammen.
- 2:01:13Also ich muss ihn schon riechen können, den Wein.
- 2:01:15Das ist manchmal wie mit Menschen.
- 2:01:17Wenn man ihn nicht riechen kann,
- 2:01:19dann kommt man da auch her.
- 2:01:21Da geht nichts.
- 2:01:23Und es muss aber auch nicht nur schön sein.
- 2:01:25Also manchmal ist es so ein bisschen was animales.
- 2:01:27Es muss nicht nur die Schülung sein.
- 2:01:29Und dann ist ... also es muss aber auch die ...
- 2:01:31Der Geruch muss zum Geschmack passen.
- 2:01:33Also manchmal riecht man Wein und denkt,
- 2:01:35was macht da kommen, dann probiert man das.
- 2:01:37Und dann hat man Staubemund.
- 2:01:39Und dann ist es dringierend und so trocken und so.
- 2:01:41Man denkt so, ah,
- 2:01:43wollte es zu nicht betören zu einem ersten Moment?
- 2:01:45Ja, ja.
- 2:01:47Und was ich auch schön finde,
- 2:01:49ist einfach, wenn Weine länger wirken.
- 2:01:51Also wenn ich sie lange am Gaumen noch spüre
- 2:01:53und eben auch der Abgang angenehm ist.
- 2:01:55Wenn er nicht zu säuremhaltig ist.
- 2:01:57Oder auch wenn Weine
- 2:01:59und der Alkohol nicht gut eingebunden ist.
- 2:02:01Und es dann brennt im Hals.
- 2:02:03Dann höre ich direkt auf zu trinken,
- 2:02:05weil dann weiß ich, dass es mir zu viel wird.
- 2:02:07Es gibt immer Weine
- 2:02:09für ein Glas.
- 2:02:11Also ich trinke auch unheimlich
- 2:02:13gerne oxidativ ausgebeihote Weine.
- 2:02:15Aber die trinke ich dann
- 2:02:17einen Glas und dann nicht satt.
- 2:02:19Und so machen wir es auch
- 2:02:21eben in der Weinbegleitung,
- 2:02:23dass wir Weine eben
- 2:02:25für den Gang speziell einsetzen.
- 2:02:27Und da ist der unfassbar gut,
- 2:02:29da ist der präsent, da ist er da.
- 2:02:31Aber das zweite Glas,
- 2:02:33was man dem Gast vermeintlich einschenkt,
- 2:02:35weil er noch was nachhaben will,
- 2:02:37das bleibt dann stehen.
- 2:02:39Weil es dann eben genug ist.
- 2:02:41Das reicht dann.
- 2:02:43Aber der macht Appetit.
- 2:02:45Ich finde, der hat eine schöne Säure.
- 2:02:47Er hat schon einen präsenten Geschmacksalg geholt,
- 2:02:49der aber eingebunden ist,
- 2:02:51die Aromen trägt.
- 2:02:53Das zeigt dieses Reserv.
- 2:02:55Das ist ja dieses Mastige.
- 2:02:57Das muss man halt auch irgendwo verkörpern.
- 2:02:59Deswegen wählst du den Wein ja auch aus.
- 2:03:01Weil du die breiten Schultern
- 2:03:03mit der filigranen Säure,
- 2:03:05die aber eine Reife-Säure ist,
- 2:03:07die den ganzen Gaumen umspielt,
- 2:03:09finde ich spannend.
- 2:03:11Also macht ihn schlanker,
- 2:03:13obwohl er ja wunderbar zum Fleischgericht
- 2:03:15auch passen würde.
- 2:03:17Er greift?
- 2:03:19Also würdest du dem noch mit 5 oder 10 Jahren sehen?
- 2:03:21Oder würdest du ihn jetzt geträngeln?
- 2:03:23Der hat jetzt eine schöne Präsent.
- 2:03:25Der macht jetzt richtig viel Spaß.
- 2:03:27Der braucht doch keine Reifetöne.
- 2:03:29Ist für dich ein typischer Österreicher?
- 2:03:31Tatsächlich, ja.
- 2:03:33Kann man Weinviertel?
- 2:03:35Ich trinke ehrlich zu wenig Weinviertel,
- 2:03:37dass ich es sagen könnte.
- 2:03:39Wir haben halt viel Wachau,
- 2:03:41wir haben Kammteil auf der Karte.
- 2:03:43Aber Weinviertel jetzt nicht so,
- 2:03:45dass ich jetzt sagen würde,
- 2:03:47ich schmecke es.
- 2:03:49Muss ich ehrlich gestehen.
- 2:03:51Also wenn du mir Burgunder hinstellst,
- 2:03:53dann kann ich dir sagen, okay,
- 2:03:55wäre eher für mich ein Mastur und Pülinier
- 2:03:57oder ein Chassan.
- 2:03:59Aber ich bin nicht tief genug drin.
- 2:04:01Hat auch einen Gehör,
- 2:04:03da bedarf auch man ein bisschen Trinkerfahrung,
- 2:04:05dass man sich da reinfindet und reingedrinkt.
- 2:04:07Und da ich zu viel trinke,
- 2:04:09was mir schmeckt,
- 2:04:11also mir schmeckt auch grüner Weltlinar und fast mal gut.
- 2:04:13Aber man trinkt halt das,
- 2:04:15was die Gäste hier trinken.
- 2:04:17Und das ist halt weniger Österreich,
- 2:04:19leider mittlerweile, was ich super schade finde.
- 2:04:21Und wenn es Österreich ist,
- 2:04:23dann ist es halt Knoll, fx-Pichler.
- 2:04:25Wir haben viele,
- 2:04:27Markendrinker,
- 2:04:29wer aber auch viele gesetzte Gäste haben,
- 2:04:31die haben alles probiert, die sagen,
- 2:04:33ach, kann ich mich drauf verlassen, hab ich einen schönen Abend.
- 2:04:35Geht es nicht vielen so,
- 2:04:37dass man diese wilde Zeit
- 2:04:39hinter sich hat
- 2:04:41und irgendwann
- 2:04:43in den klassischen Gebieten,
- 2:04:45bei den klassischen Namen,
- 2:04:47dann irgendwo seine Ruhe findet.
- 2:04:49Ich find's manchmal schade,
- 2:04:51dass man viel zu wenig Karten,
- 2:04:53Weinkarten findet
- 2:04:55und mit Jahrgangstiefen,
- 2:04:57mit einer gewissen Ernsthaftigkeit,
- 2:04:59dass man von einem Winzer verschiedene Lagen
- 2:05:01da spielen kann.
- 2:05:03Viele versuchen irgendwie, das andere zu finden.
- 2:05:05Ja, ist richtig.
- 2:05:07Bei uns ist es so,
- 2:05:09dass wir Jahrgänger spielen,
- 2:05:11aber nicht Lagen.
- 2:05:13Also ich hab zu viele Winzer,
- 2:05:15um verschiedene Lagen zu spielen.
- 2:05:17Und ich probier's ja dann immer wieder.
- 2:05:19Aber zum Beispiel, wenn ich Künstler habe,
- 2:05:21bei Künstler trinken die,
- 2:05:23egal wie gut der Schlossberg ist,
- 2:05:25die trinken immer Hölle bei mir.
- 2:05:27Aber dann muss ich das dann mal einsehen.
- 2:05:29Und ihr schreibt uns dann für eine Lage
- 2:05:31und spielt die mit der Jahrgangstiefe.
- 2:05:33Bei Breuer hab ich jetzt Schlossberg-Nonnenberg,
- 2:05:35zum Beispiel bei Dönnhof.
- 2:05:37Die sind halt alles supergut, ne?
- 2:05:39Also, ob ich mich jetzt der Felsenberg
- 2:05:41ist halt Preisleistung
- 2:05:43für viele dann noch interessant.
- 2:05:45Höllenfahrt
- 2:05:47ist unser Hochzeitswein.
- 2:05:49Den haben wir immer, den kaufen wir immer.
- 2:05:51Dann
- 2:05:53Dälchen hat natürlich
- 2:05:55einen Riesenaufschwung gekriegt
- 2:05:57durch seine 100-Punkte-Bewertung.
- 2:05:59Und Hermann Zülle ist
- 2:06:01grandios.
- 2:06:03Aber auch wirklich, den kannst du heute trinken,
- 2:06:05den kannst du in zwei Jahren trinken, der schläft nie.
- 2:06:07Der ist immer da,
- 2:06:09du hast immer Spaß mit ihm
- 2:06:11in allen Facetten seines Lebens.
- 2:06:13Kannst du Wein mit etwas anderem
- 2:06:15als Speisen kombinieren?
- 2:06:17Also könntest du Wein
- 2:06:19in Farben oder in Musik spiegeln?
- 2:06:21Ja, richtig. Also ich bin
- 2:06:23nicht Musikerfin, aber in Farben spiegel ich mir Wein, ja?
- 2:06:25Ja, genau.
- 2:06:27Was für eine Farbe hättet ihr?
- 2:06:29Ich muss,
- 2:06:33ich muss echt gerade für mich meine Farbpalette durchgehen.
- 2:06:35Ich bin, glaube ich, bei einem satten Gelb.
- 2:06:37Okay, ja.
- 2:06:39Vielleicht mit grünen Nossen, weil er doch so grüne Noten auch hat.
- 2:06:41Aber sonst wirklich
- 2:06:43sattes, sonnengelb,
- 2:06:45aber, genau, ja,
- 2:06:47ich finde es so ein gelb.
- 2:06:49Ich finde es manchmal interessant, so kreativ
- 2:06:51um die Ecke zu denken, wenn man den Wein nochmal anders versteht.
- 2:06:53Ah, Musik gar nicht?
- 2:06:55Nein, total passend.
- 2:06:57Aber mein Mann und ich
- 2:06:59wir hören kaum Musik.
- 2:07:01Also mir macht das noch nichts mal aus,
- 2:07:03wenn ich Kindermusik von meiner Tochter hören muss,
- 2:07:05weil ich nicht Musikerfin bin.
- 2:07:07Ich hätte auch im Restaurant am liebsten gar keine Musik.
- 2:07:09Echt? Ich finde, da fehlt was.
- 2:07:11Ja, gut.
- 2:07:13Aber dann ist es so leer, und dann hört man die ganzen Nebengeräusche,
- 2:07:15und dann fehlt da irgendwie so
- 2:07:17dieser Grundton dabei,
- 2:07:19dieser Rückschmuss.
- 2:07:21Aber ich finde dann, wenn man Musik macht,
- 2:07:23ich bin ein Perfektionist,
- 2:07:25und eigentlich hätte ich dann gerne
- 2:07:27im Restaurant, wie das Kevin Feeling auch macht,
- 2:07:29die
- 2:07:31zu den Gerichten abgestimmt die Musik.
- 2:07:33Aber dann muss ich halt
- 2:07:35einen Bankhatschicken.
- 2:07:37Oder ich habe
- 2:07:39noch nicht die Musik gefunden,
- 2:07:41die mich bereichert,
- 2:07:43und ich finde,
- 2:07:45dass sie zu meinem Essen
- 2:07:47eben mehr gewinnen hat.
- 2:07:49Aber das ist
- 2:07:51wirklich Affinität.
- 2:07:53Aber Paul ist zum Beispiel
- 2:07:55sehr an Musik interessiert,
- 2:07:57und er macht eine sehr schöne Hintergrundmusik.
- 2:07:59Also er wählt über Spotify
- 2:08:01eine sehr gute Hintergrundmusik.
- 2:08:03Und da muss ich halt auch sagen,
- 2:08:05stelle ich mich gerne zurück,
- 2:08:07habe ich keine Ahnung.
- 2:08:09Gut, wenn man so was abgeben kann.
- 2:08:11Ich bin super gerne Sport.
- 2:08:13Also ich spaziere
- 2:08:15wirklich ungern,
- 2:08:17weil ich früher
- 2:08:19meine Eltern mich immer zum Spazieren ging, gefördert.
- 2:08:21Und dementsprechend
- 2:08:23gehe ich ungern
- 2:08:25spazieren eigentlich, mittlerweile mit der Tochter geht es einigermaßen.
- 2:08:27Aber so Inlineskaten,
- 2:08:29hier an der Ahr entlang,
- 2:08:31da geht ich die Weinberge,
- 2:08:33könnte ich wirklich tagelang machen.
- 2:08:35Und das ist mein Ausgleich
- 2:08:37oder Sport machen. Also einmal die Woche
- 2:08:39und dann kommt eine Trainerin
- 2:08:41mit fünf anderen Mutti's
- 2:08:43zu mir in den Garten.
- 2:08:45Und dann machen wir Sport im Garten.
- 2:08:47Das ist mein Ausgleich.
- 2:08:49Braucht man auch, oder?
- 2:08:51Ja, und ich kann gar nicht nachdenken
- 2:08:53während dieser Zeit,
- 2:08:55weil die mir irgendwelche Schrittfolgen erzählt.
- 2:08:57Wo ich denke,
- 2:08:59ich höre nicht auf die Schrittfolgen,
- 2:09:01ich gucke einfach zu, was sie macht
- 2:09:03und schalte den Kopf aus das Beste.
- 2:09:05Und das ist eben der Ausgleich dann.
- 2:09:07*Musik*
- 2:09:09*Musik*
- 2:09:11*Musik*
- 2:09:13*Musik*
- 2:09:15*Musik*
- 2:09:17*Musik*
- 2:09:19*Musik*
- 2:09:21*Musik*
- 2:09:23Seid ihr bereit
- 2:09:25für eine Reise in das Herz der Provence
- 2:09:27zum Weingut Domainot
- 2:09:29und zu seinem 2023er
- 2:09:31"Klomiré Rosé" dieser Wein
- 2:09:33ist weit mehr als ein Tropfenglas.
- 2:09:35Das ist das einzige Artige Terror
- 2:09:37an die Menschen und die Vision,
- 2:09:39die dieses Weingut seit über einem Jahrhundert prägen.
- 2:09:41Wir schreiben das Jahr 1896
- 2:09:43als Marselot
- 2:09:45ein junger Agraringenieur aus dem Elsass
- 2:09:47in die Provence zieht.
- 2:09:49Die Weinberge, die ihr vorfindet,
- 2:09:51sind schwer gezeichnet von der Reblausplage.
- 2:09:53Was andere als Rückschlag sehen,
- 2:09:55versteht Marselot als eine einmalige Gelegenheit,
- 2:09:57sein Ziel, die Weinbaustradition der Provence
- 2:09:59wiederzubeleben
- 2:10:01und zu beweisen, dass diese Region
- 2:10:03sie sich über die Welt ändern kann.
- 2:10:051912 kaufte er das "Château de Selle"
- 2:10:07und legte den Grundstein für ein Erbe,
- 2:10:09dass heute die drei Weingüter
- 2:10:11"Château de Selle", "Klomiré"
- 2:10:13und "Château de Rhumacin" umfasst.
- 2:10:15Aber diese Weingüter sind weit aus mehr
- 2:10:17als reine Produktionsstätten.
- 2:10:19Sie sind eine lebendige Geschichte,
- 2:10:21die heute von Jean-François Ott
- 2:10:23in vierter Generation weitergeführt wird.
- 2:10:25Das Wissen, dass sich über ein Jahrhundert
- 2:10:27angesammelt hat, das Gespür
- 2:10:29für die Eigenheiten der Reben,
- 2:10:31in jedem Detail das ist es, was die Domänot ausmacht.
- 2:10:33Ein besonders einzigartiges Weingut.
- 2:10:35Der Domänot ist der "Klomiré"
- 2:10:37in "La Lonte-Limore".
- 2:10:39Hier wachsen die Reben direkt am Mittelmeer
- 2:10:41auf Böden, die von Schiefer und Sand geprägt sind
- 2:10:43und von mineralischen Adern durchzogen werden.
- 2:10:45Und damit jeden Wein
- 2:10:47in jeder Nuance
- 2:10:49eine markante, maritibel Mineralität verleihen.
- 2:10:51Wusstet ihr,
- 2:10:53dass "Klomiré" als einziger Weinberg
- 2:10:55der Domänot in dieser außergewöhnlichen
- 2:10:57Nähe zur Küste liegt.
- 2:10:59Die Reben hier spüren täglich die kühle Meeresprisen,
- 2:11:01die die Trauben auf natürliche Weise
- 2:11:03abkühlen und die Aromen verstärken.
- 2:11:05Dieses Mikroklima ist ideal für Roseweine,
- 2:11:07die durch frische, tiefe und finesse bestechen.
- 2:11:09Die Provence zeigt sich hier in ihrer vollen Pracht.
- 2:11:11Heiße Sommertage,
- 2:11:13die mit über 3.000 Sonnenstunden
- 2:11:15im Jahr die Trauben zur optimalen Reife bringen.
- 2:11:17Und der kühle Mistralwind,
- 2:11:19der Krankheitenfernen hält
- 2:11:21und die Konzentration der Aromen fördert.
- 2:11:23Der "Klomiré" atmet förmlich die Provence.
- 2:11:25Jeder Sonnenstrahl, jeder Windhauch
- 2:11:27ist in den Trauben eingefangen
- 2:11:29und formt den Charakter dieser einzigartigen Rosees.
- 2:11:31Im "Klomiré Rosee"
- 2:11:332023 vereinsigt die Rebsorten
- 2:11:35"Gerenasche"
- 2:11:37"Sinso" und "Syra".
- 2:11:39"Gerenasche" bringt Körper und Aromen von Reifenbeeren.
- 2:11:41Sinso fügt eine sanfte Eleganz hinzu,
- 2:11:43die Noten von Fürsich und Citrusbarit hält,
- 2:11:45während Syra dem Wein Struktur
- 2:11:47und einen Hauf von würzigen Beeren verleiht.
- 2:11:49Diese Kombination
- 2:11:51verleiht im Rosee seine Tiefe und Komplexität,
- 2:11:53ein Zusammenspiel von Frösche und Struktur,
- 2:11:55dass die Nähe des Meeres
- 2:11:57und die Intensiven Sonnenstunden der Provence spürbar macht.
- 2:11:59Der "Klomiré Rosee"
- 2:12:01wird mit unermüdlicher Präzision und Sorgfalt hergestellt.
- 2:12:03Die Ernte erfolgt in den frühen Morgenstunden,
- 2:12:05wenn die Temperaturen niedrig sind
- 2:12:07und die Aromen in den Trauben optimal bewahrt bleiben.
- 2:12:09Könnt ihr euch vorstellen,
- 2:12:11dass jede Lese auf die Minute genau abgestimmt wird,
- 2:12:13um die Trauben
- 2:12:15im perfekten Reifezustand zu ernten.
- 2:12:17Die Trauben werden nach der Erde streng selektiert
- 2:12:19und anschließend schon gepresst.
- 2:12:21Um die feine zartroser Farbe
- 2:12:23und die filigranen Aromen zu bewahren.
- 2:12:25Die Fermentation erfolgt in modernen Edelstalltanks,
- 2:12:27um die frische Fruchtigkeit
- 2:12:29und die lebendige Säure des Rosés zu erhalten.
- 2:12:31Die Provence ist nicht nur eine Kulisse,
- 2:12:33sondern eine Verpflichtung.
- 2:12:35Beidomains-Odd bedeutet Nachhaltigkeit,
- 2:12:37das Land zu ernen,
- 2:12:39das diese Weine hervorbringt.
- 2:12:41Das heißt nichts anderes als unter anderem
- 2:12:43Begrünung zwischen den Rehbrennen,
- 2:12:45denn diese hält die Böden lebendig.
- 2:12:47Solaranlagen liefern Energie
- 2:12:49und durch gezieltes Wasserrecycling
- 2:12:51die Ressource geschont.
- 2:12:53Die Reben werden minimal bewässert,
- 2:12:55sodass ihre Wurzeln tief in den Boden vordringen
- 2:12:57und das Terroir in jeder Traube
- 2:12:59einfangen müssen.
- 2:13:01Die Familie-Odd hat sich dem Schutz der Umwelt
- 2:13:03verschrieben und setzt auf nachhaltige
- 2:13:05Anbaumethoden, die sowohl den Boden
- 2:13:07als auch die Pflanze fördern
- 2:13:09und erhalten.
- 2:13:11Die Weine des Clomirés sind ein direktes Ergebnis
- 2:13:13dieser Philosophie, die den Weinbau
- 2:13:15in Einklang mit der Natur bringt
- 2:13:17und natürlich trinkt das Auge mit
- 2:13:19die einzigartige Flaschenform.
- 2:13:21Die ikonische Amphornform, der Flasche
- 2:13:23ist mehr als nur ein Design.
- 2:13:25Sie ist ein Symbol für die Hingabe der Familie-Odd
- 2:13:27an die Tradition und die Geschichte der Provence.
- 2:13:29Inspiriert von griechischen Amphoren
- 2:13:31entwarf René-Odd in den 1930er-Jahren
- 2:13:33diese Flaschenform, die bis heute einzigartig ist.
- 2:13:35Die steht für Eleganz, für die Verbindung
- 2:13:37zur Antike und für das zeitlose Erbe,
- 2:13:39das in jedem Wein der Domänen-Odd steckt.
- 2:13:41Und dann war da dieser Jahrgang 2023
- 2:13:43ein Geschenk der Natur.
- 2:13:45Die warme, lange Sommertage
- 2:13:47wurden durch sanfte Meeresprisen ergänzt,
- 2:13:49die die Trauben in perfekten Tempo reifen ließ.
- 2:13:51Die Sonne brachte Fülle,
- 2:13:53während die kühle Luft vom Meer
- 2:13:55für Frisch und Lebendigkeit sorgte.
- 2:13:57Ihnen einmal im Glas könnt ihr die Ballon spüren.
- 2:13:59Die reifen Aromen, die natürliche Säurestruktur,
- 2:14:01eine Rosé, der die Provence in sich trägt
- 2:14:03und gleichzeitig die einzigartigkeit des Clomirés
- 2:14:05offenbart.
- 2:14:07Stellt euch diesen 2023er Clomiré-Rosé
- 2:14:09vor wie ein euer im Glas
- 2:14:11regelrecht länzt, die Farbe ist ein Sonnenstück.
- 2:14:13Die Flasche ist ein Sonnenstück
- 2:14:15und die Sonne ist ein Schiff.
- 2:14:17Die Sonne ist ein Schiff.
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- 2:14:21Die Sonne ist ein Schiff.
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- 2:22:01Die Sonne ist ein Schiff.
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