Latest / SOMMELIER / Stefanie Hehn MS - Hochprofessionelle Weinleidenschaft
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- 0:00Hallo, mein Name ist Marc Almert und ich arbeite als Somnian Weinhindernensjürich im
- 0:17Borolak.
- 0:18Heute geht es in der Folge um Stefanie Hain.
- 0:21Silvio, danke für die Einladung und by the way wirklich cooles Projekt, was du da hast.
- 0:27Stefie ist für mich nicht nur eine liebe Freundin, sondern wirklich eines der ganz großen
- 0:30Kolleginnen der Somnian-Deutschland.
- 0:31Viele denken natürlich zuerst an den Master-Somnititel, den sie mit viel Disziplin verfolgen und
- 0:36dann auch sehr zurecht bekommen hat.
- 0:38Doch das, was Stefie für mich viel mehr auszeichnet, ist ihre Art.
- 0:42Sowohl im Team, es gibt etliche Kolleginnen und Kollegen, die schon bei ihr in einer Karaschmiede
- 0:48oder Schule waren, aber auch im gesamten Team.
- 0:51Wer Fontenei sitzt, dem kann es schon mal passieren, dass die Master-Somnialen das Frühstückseiser
- 0:56wird oder in der Badentisch zu heißt.
- 0:59Und das zeigt für mich Stefanie's Arbeitsethos.
- 1:02Man hört ja viel von den Porzelladenscheuensommeläsen und da zählt Stefie definitiv nicht zu.
- 1:07Ebenfalls zählt sie nicht zu jeden, die sich groß inszenieren.
- 1:11Sie ist eine, die eher im Leisen agiert, im Hintergrund, aber wenn man mit ihr spricht,
- 1:17sehr, sehr bedacht ist, sehr belesen und einen ganz feinen Sinn für Humor hat, der
- 1:22mich schon sehr oft hat schmunzeln lassen.
- 1:24Die Weinkarte, die sie im Moment schreibt, war ja als Kartblanche begonnen.
- 1:29Herr Kühne hat ihr die Chance gegeben, komplett von Null einen Hotelweinkiller aufzubauen.
- 1:34Das ist glaube ich fast schwieriger als eine bestehende Karte zu übernehmen, da man die
- 1:38Quaradir Wahl hat.
- 1:39Wer hat die Karte jetzt liest, sieht, dass sie ideal aufs Hamburger Publikum abgestimmt
- 1:45ist, aber auch viele tolle kleine Überraschungen bereithält, wo man merkt, wie viele Weine
- 1:51Stefie schon selber auf der Zunge hatte.
- 1:52Wer es noch nicht getan hat, ich kann jedem empfehlen, bei Stefie zu Gast zu sein und
- 1:58im besten Fall, wenn möglich, noch ein Glas Wein mit ihr zu trinken.
- 2:01Liebe Stefie, viel Spaß bei der Folge.
- 2:03Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sony, die interessantesten Mundchenke
- 2:31unserer Zeit.
- 2:32Meine heutige Gästin ist Stefanie Hehn.
- 2:35Sie ist seit 2020 eine von 269 Master-Sommys.
- 2:40Nachdem sie die Prüfung bei Renommierten gehört auf Master-Sommie in London abgeschlossen
- 2:44hat, ist sie erst die zweite deutsche Sommie-Häre, die die anspruchsvolle dreiteilige Prüfung
- 2:49aus Praxisterie und Tasting bestanden hat.
- 2:51Wie schwer diese Prüfung, die als die schwerste Prüfung der Welt gilt, wirklich ist, zeigt
- 2:56die Tatsache, dass im Jahr 2020 nur drei Personen diese bestanden haben.
- 3:01Stefanie Hehn gibt ihr Wissen weiter und wurde zur Leiterin des Förderprogramms der Somie
- 3:05Union Deutschland, dem Sommie College, ernannt.
- 3:08Ihre Karriere begann Stefanie Hehn 2005 mit einer Ausbildung zur Hotelfachfrau in Laudensatz-Parkhotel
- 3:14im Bad Kissing.
- 3:15Nach ihrer Ausbildung arbeitet sie unter anderem in der Speismäste Rheinstuttgart und in der
- 3:19Villa Rothschild im Königstein.
- 3:212008 wechselte sie auf Burgschwarzenstein Geisenheim, es folgten Stationen Jakobs Restaurant
- 3:26in Hamburg und in der Überfahrt am Tegernsee.
- 3:282009 legte sie ihre Prüfung als Sommiere bei der IAK ab.
- 3:32Seit 2017 ist sie als Chefsommiere im Restaurant Lakeside des Hotels The Fontenay in Hamburg
- 3:39tätig und für die Weinbelange der Gäste zuständig.
- 3:42Und bevor sie gleich bei uns ist, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner, der
- 3:46Schlummbägergruppe, mit den Handelshäusern Segnetz, Konziowini, Schlummbäger und dem
- 3:50Privatkundenportal Bremer Weinkolleg aufs allerherzlichste bedanken.
- 3:54Dank ihrer Unterstützung ist es möglich, dieses Podcastprojekt zu realisieren.
- 3:58Vielen Dank dafür.
- 3:59Und nun ist es soweit und ich freue mich sehr auf Sie.
- 4:02Ein herzliches Willkommen, liebe Stephanie Hin.
- 4:06Was ist eigentlich für dich Wein?
- 4:09Mein Leben.
- 4:12Also so genau beschreiben kann ich es nicht.
- 4:15Es ist vielleicht die schönste Nebensache, die es so gibt.
- 4:20Gibst du dich noch ein Leben ohne Wein?
- 4:22Kannst du dir das noch vorstellen?
- 4:24Also es gibt Tage ohne Wein, aber was soll ich dann machen, wenn ich Wein verkaufen,
- 4:33kaufen und unterrichten?
- 4:35Ja.
- 4:37War das für dich ein Glück oder war das unfassbar traurig, als du eine der schwierigsten Prüfungen
- 4:45in der Welt eigentlich geschafft hast, zum Assassin-Milare?
- 4:49Also die Freude war riesig, als ich alle Prüfungen geschafft habe.
- 4:55Als ich damals die Verkostung bestanden habe, war ich ein bisschen traurig.
- 5:00Weil ich wusste, jetzt muss ich nicht mal jeden Tag üben.
- 5:04Weil es vorbei ist, wenn man es geschafft hat.
- 5:06Also viele fallen dann ja in die Loch.
- 5:08Ja, das ist mir nicht passiert so.
- 5:11Okay.
- 5:12Ja.
- 5:13Die Verkostung ist das schwierigste?
- 5:15Für mich leider nicht.
- 5:17Wieso leider nicht?
- 5:20Ja, ich hätte die gerne zum Schluss noch gehabt, aber ich habe die Theorie bis zum Schluss gehabt.
- 5:28Okay, kann man sich das aussuchen, dass man sagt, ich mache die zuerst und das wird angeordnet.
- 5:33Also du gehst hin, es sind drei Teile.
- 5:37Dafür hast du Termine aufeinander folgende Tage.
- 5:43Und je nachdem, was du bestehst, fängt die Zeit dann auch anzuticken.
- 5:52Vielleicht besteht man auch nichts.
- 5:54Dann ist es, als wäre man nicht da gewesen.
- 5:58Könntest du rein theoretisch das dann am gleichen Tag wiederholen oder ein Wochen später, ein Monat später, gesetztenfallsgeber?
- 6:05Ein Jahr später.
- 6:06Ein Jahr später.
- 6:07Ja.
- 6:08Vier Prozent bestehen, ist es wirklich die schwierigste Prüfung?
- 6:10Also würdest du das unterschreiben oder ist das PR, Marketing, Hörnsagen?
- 6:15Also wir hatten gestern Mitgliedsversammlung.
- 6:19Ja.
- 6:20Und es ist zwischen, also in manchen Jahren sogar nur bei drei Prozent.
- 6:26Krass.
- 6:27Ja, also mittlerweile kann man sagen, es ist so.
- 6:32Ja, die ist sehr schwer, die Prüfung.
- 6:36Aber es ist nicht unmöglich.
- 6:39Also ich habe es ja bewiesen, dass es geht.
- 6:42Ich habe neun Jahre gedauert, habe ich mal gelesen, oder?
- 6:46Ja, also mit allen Vorprüfungen.
- 6:49Der reine Master hat bei mir vier Jahre gedauert.
- 6:53Okay.
- 6:54Kann man das in Zahlen fassen, was es kostet?
- 6:57Wenn du es irgendwie ...
- 6:59Also ich habe das ja berufsbegleitend gemacht.
- 7:03Ja.
- 7:04Daher die reine Prüfung, die kostet jedes Jahr so um die 1500 Euro.
- 7:12Mit Flug, Übernachtung und Prüfungsgebühr.
- 7:16Ja, und dann noch die Muster, die man sich kauft.
- 7:20Wenn man aber als Sommelier in einem Hotel arbeitet,
- 7:24dann verkostet man ja für die tägliche Arbeit die Prüfungsweine.
- 7:31Daher musste ich nicht so wahnsinnig viele Muster kaufen.
- 7:36Es gilt ja als die praktischere Prüfung oder die praktischere Qualifikation
- 7:42der Kombination zwischen Master Sommelier und Master Reuen.
- 7:46Und verkosten ist da einer der größten oder wichtigsten Elemente dabei, oder?
- 7:51Ja, also es ist zu drei Teilen aufgeteilt.
- 7:56Wir haben eine praktische Prüfung,
- 7:59in der wir eine wirklich reale Reseroyssituation nachstellen.
- 8:05Hotel.
- 8:06Und da hast du einfach, ich glaube, sechs Tische,
- 8:11an denen überall eine andere Aufgabe voreim steht,
- 8:15mit einem vollen Tisch, mit Master Sommelier als Prüfer und als Gast.
- 8:22Ja, und eine Theoretische, die sehr praxisorientiert ist,
- 8:30weil der Fragebogen mündlich abgefragt wird und nur einmal abgefragt wird.
- 8:37Also du kannst nicht nochmal zurück.
- 8:40Es ist auch ähnlich wie im Restaurant.
- 8:43Wenn der Gastein was fragt und man nicht sofort antwortet,
- 8:48dann ist der Gast irgendwann weg.
- 8:51Ja.
- 8:52Und die Verkostung ist so der Teil, den man am besten vorbereiten kann.
- 8:59Also das kann man wirklich in Orditeil üben.
- 9:04Ja, weißt du aber nicht, welche Weine kommen.
- 9:07Von dem kann man darauf falsch versetzen, ist das klipp?
- 9:10Ja, also man kann ja einschränken.
- 9:13Es sind immer klassische Weine, das heißt vielleicht so 300 Möglichkeiten.
- 9:21Ja.
- 9:22Ist es im Großen und Ganzen betrachtet nutzloses Wissen,
- 9:27also diese Fülle der Informationen, die du in dein Kopf reingehörmert hast,
- 9:31oder kannst du es gebrauchen?
- 9:33Also ich kann es super gebrauchen.
- 9:36Auch die Anbauregion Armeniens?
- 9:38Naja, da muss man ja nicht so viel lernen.
- 9:43Ein schlechtes Beispiel.
- 9:46Das ist ja das Gute bei den Dingen, die nicht die oberste Priorität haben.
- 9:52Die Fragen kommen ja auch nicht geholft.
- 9:55Ja, also das Basiswissen muss sitzen und die kleinen Details,
- 10:04sie lernt man dann noch und top.
- 10:06Ja.
- 10:07Wie tief geht das Wissen da?
- 10:09Also sprich nebenbei, es ist bei Grund zum Beispiel,
- 10:11du musst klar logischerweise alle Kronkröße,
- 10:14alle Appellationen, musst du auch die Prämiekröhe und die Villageschlagen auswendig können?
- 10:19Ja, wenn es vielleicht Monopollagen von Weingütern sind,
- 10:24die besten, die sollte man kennen,
- 10:27oder auch von denen, wenn manche Jahrgänge nicht gemacht werden.
- 10:32Okay.
- 10:33Jetzt zum Beispiel Holo, die haben ja bei der letzten Allokation,
- 10:39gab es ja nicht alle Prämiekröhe.
- 10:42So was kann gut gefragt werden.
- 10:47Wenn du eine Weingarte siehst, die korrigieren musst
- 10:50und da, keine Ahnung, 92er Prämiekröhe
- 10:54und dem Jahr, wo das nicht produziert.
- 10:56Genau.
- 10:57Zum Beispiel.
- 10:58Ja.
- 10:59Warum bist du Mast des Formierers und nicht Mast aufweingeworfen?
- 11:02Hast du einen Mütze gebrauchen oder?
- 11:05Nee, jemand anders.
- 11:07Als ich im Jahrkorb gearbeitet habe,
- 11:13da war Roman Goldstein mit mir zusammen,
- 11:17also mein Kollege, nicht mein Freund,
- 11:21und er wollte unbedingt nach Geisenheim
- 11:26und zwar konnten ich gleichzeitig gehen
- 11:29und deswegen bin ich nach London.
- 11:32Ja.
- 11:33Ah, okay.
- 11:34Das war die einfache Lösung.
- 11:37Interessant.
- 11:38Ich glaube, er hat dann irgendwann nicht weitergemacht,
- 11:42aber ich habe es durchgezogen.
- 11:44Cool.
- 11:45Ja.
- 11:46Was fiel dir beim Verkosten am schwierigsten?
- 11:50Ich glaube, das ist so ein ...
- 11:51Ist das Begabung oder ist das reines Lernen,
- 11:55wenn du einen Wein probierst,
- 11:56wenn du einen Blinn probierst,
- 11:57wenn du Blinde erkennen musst, kann das jeder?
- 11:59Man muss es sich halt abspeichern
- 12:02und man muss einen Plan verfolgen.
- 12:05Ist es schwieriger, den Wein zu erkennen
- 12:08oder das dann zu beschreiben,
- 12:10für dich jetzt auch als praktisches Omniere?
- 12:12Also das Schwierigste ist,
- 12:15nicht zu versuchen, den Wein zu erkennen,
- 12:18sondern ihn zu beschreiben
- 12:20und erst am Ende zu entscheiden, was es ist.
- 12:23Ah.
- 12:24Ja.
- 12:25Sobald du zu spekulieren anfängst,
- 12:28gehst du falsch.
- 12:30Okay.
- 12:31Also wirklich nicht auf den Bauch hören,
- 12:34sondern wirklich den Wein beschreiben
- 12:37und dann am Ende sagen, okay, ich habe das gesagt,
- 12:41ich habe das gesagt und dann noch zusammen mit dem und dem,
- 12:45es ist das.
- 12:46Okay.
- 12:47Ja.
- 12:48Weil dann hat man eine viel höhere Trefferquote.
- 12:52Ja.
- 12:53Kannst du es praktisch vormachen?
- 12:55Ja.
- 12:56Okay.
- 12:57Also ich habe jetzt hier ein Wein vormieren,
- 13:00ein Wein vormir und ich sage,
- 13:03du sagst mir, was es ist.
- 13:05Ich versuch es.
- 13:06Gut.
- 13:07Okay.
- 13:08Also normal mache ich das immer auf Englisch,
- 13:11aber ich versuche es mal auf Deutsch.
- 13:14Also in meinem Glas ist es ein Rotwein,
- 13:18der hat ein intensives Rubinenrot.
- 13:22Er ist klar, hat aber etwas Sediment.
- 13:28Ja, wir haben einen wirklich Rubinenrotenrand
- 13:35und im Kern ist er ja schwarz bis mit einem ganz leichten
- 13:42Violettenreflex.
- 13:44Das Glas fährt sich und die Viskussität ist hoch
- 13:50und die Farbe im Glas, also auch die Tränen,
- 13:55haben noch eher eine Rubinenrote Farbe.
- 13:59Also es geht noch nicht ins Braune.
- 14:01Gut.
- 14:02Ich glaube, das ist alles über die Farbe,
- 14:06keine Kohlensäure.
- 14:08Ja.
- 14:09In der Nase, er ist sauber.
- 14:13Er hat eine hohe Intensität,
- 14:17ist noch auf der jugendlichen Seite,
- 14:21entwickelt sich aber gerade.
- 14:25Von den Fruchtaromen haben wir viel reife rote Früchte,
- 14:33Johannesbeeren, Rot.
- 14:36Wir haben aber auch schwarze Johannesbeeren,
- 14:40reife Kirschen, reife Zwetschgen.
- 14:44Es geht aber auch dezent in die Marmelade.
- 14:51Dann blüten eher sowas wie Feilchen.
- 15:01Ätherische Noten, schwarzer Tee,
- 15:07Tabak, Zigarrenbox,
- 15:11ein Hauch von Leder,
- 15:15Gemüse,
- 15:20wirklich wie so Ratatouille,
- 15:24Obergine und reife rote Paprika,
- 15:27würde ich sagen, im Vordergrund.
- 15:31Dann haben wir so einen Hauch von Paffin,
- 15:41also vielleicht so ein intensiver Hernduft.
- 15:48Wenn ich jetzt so ein Grab-Sier-Pinsel will,
- 15:53ich dich nicht zu sehr in die Richtung bringen.
- 15:58Wirklich diese ätherischen Sachen,
- 16:02fast was wie Rosmarin, Lavendel, Thymian, Kräuter.
- 16:11Erdige Noten, ich würde sagen,
- 16:16so was wie trockene rote Erde.
- 16:21Es geht nicht Richtung Waldboden,
- 16:25also nichts Trüffeliges.
- 16:28Holz ist da, wir haben Gewürze, Zimt, Vanille, Nelken.
- 16:36Der Holzeinsatz, ich würde sagen,
- 16:39französisches Holz, teilweise neu, teilweise gebraucht.
- 16:44Und jetzt probieren wir.
- 16:48Also da war ein knochendrocken,
- 16:54er hat eine sehr frische, saftige Säure,
- 16:59die Gerbststoffstruktur von den Trautrauben,
- 17:03hat wirklich Griff,
- 17:06es ist auch ordentlich Gerbststoff vom Holze.
- 17:10Aber sehr gut eingebunden,
- 17:12man merkt neues französisches Holz,
- 17:16aber in einem sehr schönen Verhältnis zu den Traubentaninen.
- 17:22Er hat einen sehr angenehmen Alkohol,
- 17:26der ist superangebunden,
- 17:29hat aber einen leicht süßlichen Touch,
- 17:33daher so um die 13%.
- 17:37Ja, am Gaumen dann wiederkehrende Aromen,
- 17:43also gerade diese Rotfruchtigen sind da
- 17:47und ich habe wahnsinnig viel von den würzigen Aromen vom Holz,
- 17:53aber auf eine sehr angenehme Art.
- 17:56Die Ätherischen sind da,
- 18:01aber die sind nicht so,
- 18:04sondern sind da, also eher die Kräuter,
- 18:10also Lavendel, Thymian, Rosmarin kommen wieder
- 18:14und ich würde sagen eine herzhafte, gemüsige Art
- 18:19von diesen Artischocken, rote Paprika,
- 18:23vielleicht noch ein bisschen gegrilltes Tomatenmark dazu.
- 18:27Was fleischig ist, sehr angenehm,
- 18:31die Mineralität, wirklich wie in der Nase eher ein roter Boden,
- 18:38daher denke ich auch diese Kräuteraromatik
- 18:42und er hat was sehr langes,
- 18:46der Ausdruck starkes,
- 18:48hat eine hohe Komplexität
- 18:51und er bleibt ewig.
- 18:54Ja, wir würden jetzt sagen,
- 18:58es gibt eine Pre-Konklusion, wo man entscheidet,
- 19:03wo man schon zwei Tipps gibt,
- 19:07soll ich die geben
- 19:09und du machst die Entscheidung
- 19:12oder willst du schon eingrenzen?
- 19:15Ich würde schon eingrenzen und würde schon,
- 19:18also ich bin da hin und her gerissen.
- 19:21Also wir sagen Quartet des Klima,
- 19:23also alte Welt, neuer Welt, kühles Klima,
- 19:27oder warmes Klima
- 19:30und ungefähr so eine Alterseinschätzung von BIS,
- 19:34ist in der ersten Idee
- 19:36und dann entscheiden wir uns erst bei der zweiten.
- 19:39Okay, grundsätzlich ist das Problem dabei,
- 19:43dass ich hin und her gerissen bin,
- 19:45weil manche Dinge -
- 19:46Du darfst mir auch Fragen stellen.
- 19:48Okay, weil manche Dinge sich widersprechen dabei.
- 19:52Der niedrige Alkohol passt für mich nicht zur Beschreibung von den Aromen,
- 19:56und der Farbe und eigentlich von der Gesamtgeschreibung des Weines.
- 19:59Also 13 ungefähr habe ich gesagt von der Wahrnehmung.
- 20:03Es könnte etwas höher sein.
- 20:05Okay, ich hätte ihn so bei 14 halb ungefähr laut der Aromen,
- 20:09dann beschrieben es ist für mich ein sehr gut gemachter Wein,
- 20:14also auch kein authentisch traditioneller intuitiver Wein.
- 20:19Wenn man mit verschiedenen Reifekrationen des Weines geht,
- 20:24dann ist es ein sehr guter Wein,
- 20:26und das ist eine sehr gute Art der Reifekration des Weines gearbeitet hat.
- 20:30Ich würde sagen, warmes Klima,
- 20:32neue Welt,
- 20:34neues Anbaugebiet
- 20:36und vom Alter um die 4 bis 5 Jahre.
- 20:42Vielleicht habe ich ihn reifer beschrieben.
- 20:49Und das Holz ist wirklich gut integriert.
- 20:52Ja.
- 20:53Sehr gut.
- 20:54Also, und für mich hat er zu viel Terroir.
- 21:04Also ist er zu sehr in diese Garikkräuter
- 21:10und diesen Rasierpinsel,
- 21:13als dass ich ihn in die neue Welt stecke.
- 21:16Okay.
- 21:17Also Rebsort ist für mich Carbonisorio.
- 21:20Ist es reinsortig oder ist es eine Cuvée?
- 21:24Nein, es ist eine Cuvée.
- 21:26Ah, okay.
- 21:27Da wird es wahrscheinlich dreiztnern Bordeaux sein.
- 21:30Und da würde ich ihn aufgrund der Beschreibung so eher in Richtung Midok?
- 21:39Mhm. Also wir sind ja ein bisschen wärmer von den Aromen.
- 21:47Okay, wenn ich 4 Kräuter und ein bisschen was Grünes mit rausgehört habe,
- 21:51deswegen war ich da in der Richtung linkes Ufer unterwegs.
- 21:58Ist das richtig?
- 21:59Und ziemlich nördlich.
- 22:00Aber wir gehen ein bisschen weiter südlich.
- 22:04Okay.
- 22:05In Richtung Graf?
- 22:07Ja.
- 22:08Oh wow.
- 22:10Ja.
- 22:11Dann Carboni lasst dich was schrinken.
- 22:13Ja, ich schuldige.
- 22:14Genau, die machen sehr frische Weine.
- 22:17Okay.
- 22:18Ja.
- 22:19Wie weit würde es jetzt gehen?
- 22:22Mit Jahrgang, mit Rebsortenaufschlüsselung und Namen vom Weingut?
- 22:27Also zu weit gehen wir nicht.
- 22:29Also wir sagen vielleicht noch das Weingut dazu,
- 22:34weil wir denken dadurch können wir es genauer eingrenzen.
- 22:38Vielleicht ist es ja vom Nachbar Weingut, dann ist es natürlich super.
- 22:43Manchmal kann es auch stimmen.
- 22:45Aber wenn man die AOP plus den Jahrgang hat und dann,
- 22:50wenn du dann sagst, es ist ein Grand-Cruis-Glacé de Graf
- 22:55aus Pèsac-Leonion, dann gibt es ja nicht so viele,
- 23:01die dann auch Rotwein machen.
- 23:04Ja.
- 23:05Ja, und dafür klassifiziert sind.
- 23:08Ja, und das ist, soll ich sagen?
- 23:11Gerne.
- 23:12Es ist Chateau Carbonieux aus 2016.
- 23:17Ja.
- 23:18Interessant fand ich die Vierschichtigkeit in der Arumbeschreibung,
- 23:21dass du das unglaublich gut herunterdeklinieren konntest
- 23:26und also dann eine richtige Arumbeld aufgebaut hast.
- 23:31Ist das gelegentlich reininterpretiert oder ist das wahrgenommen?
- 23:37Ist es Training, ist es Begabung?
- 23:39Nein, ich such es.
- 23:40Ja.
- 23:41Also ich versuche alle Aromen hinzuhinterfragen,
- 23:46ob die da sind.
- 23:48Weil ich habe quasi einen Plan, nachdem ich verkoste.
- 23:53Und wenn ich das checke und es da ist, dann sage ich es.
- 23:58Ich checke es aber auch im Kopf und wenn es nicht da ist,
- 24:03erwähne ich es nicht.
- 24:04Okay.
- 24:05Also ist es relevant zu sagen, dass es nicht da ist.
- 24:09Also wenn du jetzt aber im Carbonieux-Sommelier angenommen,
- 24:12du weißt schon, dass du dem beschreiben möchtest,
- 24:14kein Johannesbärer hast, würdest du ganz klar darauf hinweisen,
- 24:21dass die Johannesbärer nicht vorhanden ist?
- 24:24Genau.
- 24:25Ich habe total das Tomatenmarkt verunsichert,
- 24:28weil das eigentlich Carbonieux nur aus der neuen Welt haben.
- 24:31Ja, das kam auch erst am Gong.
- 24:34Ja.
- 24:35Ja.
- 24:36Weil er hat wirklich so etwas Herzhaftes.
- 24:41Also schon spannend.
- 24:43Okay, ich habe ...
- 24:45Als ich ihn eingekauft habe, dachte ich, kann ich das bringen?
- 24:50Den Glasweise im Hotel zu servieren.
- 24:53Aber wir verkaufen ihn wirklich ohne Ende.
- 24:56Die meisten trinken zwei Gläser, weil er so saftig ist.
- 25:00Ja.
- 25:01Und kann ich bringen wegen dem Preis oder wegen der Komplexität des Feines
- 25:06oder ...
- 25:07Warum hattest du es so?
- 25:09Er ist super fair.
- 25:10Ja.
- 25:11Und ich dachte, vielleicht bräuchten die Leute bei einem Bordeaux mehr Holz.
- 25:17Ja.
- 25:18Ja.
- 25:19Und vielleicht auch mehr Kraft.
- 25:22Es ist aber ein Geschenk, dass der wenig Alkohol hat und dass der ...
- 25:27Also mehr oder weniger, so wie das herausklingt,
- 25:30auch wieder in diese traditionelle Richtung.
- 25:32Und das trink Frische und Leventige zurückschlägt.
- 25:35Genau.
- 25:36Nicht nur konzentriert und überreif.
- 25:40Ja.
- 25:41Ja, Jahrgang war ...
- 25:4316.
- 25:44Ich glaube, das war nicht 16.
- 25:46Ja.
- 25:47Ja.
- 25:48Also schon schön trinkrei.
- 25:53Ich habe auch ein Wein vorbereitet.
- 25:56Also eigentlich habe ich zwei vorbereitet, aber vielleicht machen wir mal einen.
- 25:59Ich würde mit einem Weißwein anfangen.
- 26:03Hab mir einen Weißwein gedacht, weil wir draußen was recht warm haben.
- 26:09Deswegen dachte ich, ich pass einen Weißwein.
- 26:12Und wenn ich mir die Farbe anschaue, hat der im Glas eine relativ kräftige Farbe.
- 26:24Es geht so ganz leicht ins richtig goldene.
- 26:28Ist ausgeprägt.
- 26:31Es ist ein extrem schmaler, leicht wässriger Rand.
- 26:37Es wirkt recht brillant, leuchtet.
- 26:46Und wenn ich den Wein schwenke, ist der nicht unbedingt zu viskos.
- 26:53Also er wirkt auch da recht frisch.
- 26:56Aber er wirkt sehr stimmig.
- 26:58Also er wirkt gänzlich.
- 27:00Also er wirkt nicht separiert, sondern allein vom Fließverhalten wirkt das ziemlich stimmig.
- 27:06Wenn ich rein rieche, habe ich zuallererst Aromen, die mich so an Heu erinnern.
- 27:18An so altes Sommer heuen wie nicht.
- 27:21Und dann kommt so so ein Druck von Apfel, Birne, Ananas, aber Ananas, die man aufgeschnitten hat
- 27:31und dann irgendwie schon einen halben Tag stehen lassen.
- 27:34Aprikose, ein bisschen Zitrusfrucht.
- 27:39Und die Zitrus, aber so eine richtig gelbe, fast bräunliche Zitrone.
- 27:48Ein bisschen was Bananiges ist im so einem Unterton, aber so mehr Bananschale.
- 27:56Wenn ich probiere, habe ich Gaumen voll.
- 28:12Ich habe eine sehr schön präsente Säure, die den gesamten Gaumen auskleidet,
- 28:16die sich so ein wenig an den Wangen festhängt.
- 28:20Ich habe eine Attacke mehr in ersten Geschmackstritteln.
- 28:26Da kommt die Frucht auf, hier zum Tragen.
- 28:28Die zieht sich dann so über die Zunge.
- 28:30Im zweiten Geschmackstrittel habe ich sehr viel Druck und einen sehr ausgewogenen Nachgeschmack.
- 28:39Es kommen so recht wilde Aromen, ein bisschen was kreutriges Amkaum, was so langsam nachschmeckt.
- 28:47Der Wein ist so ungefähr 10, 15 Sekunden, also nicht zulag, aber trotzdem präsent.
- 28:55Und dann kommen diese ganz reifen Früchte nochmal nach.
- 28:59Die Säure trägt den Wein, aber sie dominiert ihn nicht.
- 29:03Und die Früchte betten sich regelrecht darauf.
- 29:14Was ist mit dem Zucker?
- 29:22Ich glaube, der Wein ist schmeckt trocken, er hat einen leichten Schmelz, ich glaube, der kommt vom Alkohol.
- 29:34Und sonst schmeckt er trocken, was die Säure noch nicht separiert, aber singulärer darstellt.
- 29:46Hat er auch Nutze gehört?
- 29:49Geht in Richtung Walnuss.
- 29:53So Walnuss, aber so diese Walnusschalige, wenn die Nuschen raus sind, die schalen ein bisschen liegen.
- 30:00Also nicht diese präsente, frische, grüne Walnuss, sondern die bisschen gereifteren.
- 30:10Holz?
- 30:12Aber sehr gut eingebunden, ich denke, großes Holz.
- 30:19Das weiß ich leider nicht.
- 30:22Das ist geschmacklich, es ist fühlbar.
- 30:26Du hast eine ganz, ganz leichte Oksitationsnote, wobei ich nicht weiß, ob die vom Holz oder vom Wein selber kommt, von der Entwicklung.
- 30:41Und geschmacklich ist das Holz gar nicht zu greifen.
- 30:48Wie ist die Bananenschale? Ist sie nur sensorisch in der Nase wahrnehmbar oder auch von der Phenolik am Gaum?
- 30:56Nur in der Nase.
- 30:59Was meinst du über Mineralität? Wie riecht das nach was für einem Boden?
- 31:07Ich finde, wenn man, also ich würde gar nicht versuchen, den Boden rauszuschmecken.
- 31:14Ich weiß nicht, ob der Greifer optisch schmeckbar ist.
- 31:17Aber du hast mineralische Töne, die so an Flusskieselstein erinnern.
- 31:23Und die kommen ungefähr, wenn du das Glas so fünf bis zehn Zentimeter entfernt hältst.
- 31:32Also die etwas, ich finde schon schwereren Früchte, wenn die so im Glas stecken bleiben oder an der Seite vorbeigegehen,
- 31:42dann schießt so ein wenig die Mineralität, die Früche dabei herhause.
- 31:50Okay. Also von der Beschreibung bin ich auf jeden Fall in der alten Welt.
- 31:59Ich würde nach Frankreich gehen.
- 32:05Moderat vom Klima vielleicht Richtung Wehrmär.
- 32:12Erst die Idee war weiße Rhone-Küwe, massen Russern, nördliche Rhone.
- 32:22Zweite Idee, vielleicht doch einen Sheninblanc, von der Loire.
- 32:32Vom Alter schon was gereiftes, so fünf bis acht Jahre aufgrund der Farbe, aufgrund der Aromen.
- 32:44Und ich gehe jetzt mal an die Rhone und sage, es ist ein Ermitage, ein Ermitage-Blanc von einem guten Produzenten aus fünf bis acht, 2018.
- 33:13Ist das Sender oder Empfänger, wenn das jetzt so falsch ist?
- 33:19Also habe ich es dann falsch beschrieben oder du falsch interpretiert?
- 33:24Ich habe es wahrscheinlich falsch interpretiert.
- 33:28Oder willst du mir noch was sagen, was für dich die Merkmale sind, woran du den Wein erkennst?
- 33:35Ich hätte ihn anhand der Aromen erkannt.
- 33:38Es rebt sortenreien.
- 33:40Wir sind in Deutschland, das Jahr ist richtig.
- 33:46Und ich empfinde die Rebsorten-Aromen, die ich als prägnant herausgeschmeckt habe, oder herausgerochen habe, schon als sehr typisch für diese Rebsorte.
- 34:00Dann sind wir bei einem Grauburgunder oder Weißburgunder?
- 34:06Weißburgunder, ja.
- 34:08Okay.
- 34:10Und Baden oder Südfalls?
- 34:21Nordfalls.
- 34:22Wollte ich jetzt sagen?
- 34:24Nordfalls.
- 34:25Ah ja, cool.
- 34:27Ja, das kann natürlich auch sein.
- 34:31Ja, aber gehst du da mit dem Ausschlussverfahren um, dass du sagst, es könnte niemals Rheingau sein, es könnte niemals Hessische Bergstraße oder Mosel sein?
- 34:44Oder sagst du, nein, das hört sich und führt sich so an?
- 34:48Es hört sich wärmer an.
- 34:50Ja.
- 34:51Ja, also es hört sich einfach weiter südlich an als Mosel oder Rheingau.
- 34:58Und Weißburgunder aus dem Rheingau gibt es, aber es ist nicht so typisch.
- 35:06Es ist ein Weißburgunder 218 von Wargick Pfaffmann aus Großkahlbach bei Grünstadt.
- 35:14Cool.
- 35:15Und sehr schön gereift, also sehr schön gereift.
- 35:19Ich meine, er hat großes Holz fast, da müsste ich leider im Augenblick passen.
- 35:25Aber man hört sich danach an.
- 35:27Ich mochte, ich mochte deinen Gedanken mit der nördlichen Ruhe.
- 35:30Kann ich eins zu eins nachvollziehen, also auch wenn ich so meine Worte rekonstruiere, finde ich die Richtung komplett richtig.
- 35:38Schenne, Blanc hätte ich absolut nicht, also würde ich ganz anders beschreiben.
- 35:43Aber das ist wahrscheinlich immer die eigene Wahrnehmung oder welche Quellen, welche Informationen man hat.
- 35:48Ja, beim Schenne würde ich sagen maximal das Heu und die Reifenflüchte.
- 35:56Das ist das Heu-Kampf von mir, von der Reife.
- 35:58Ja.
- 35:59Das ist die Weingüter, die wahrscheinlich jeder von uns kennt.
- 36:18Und eines davon ist die Domain Compt Lafond.
- 36:21Und doch, und das finde ich ist das Interessante, weil es kaum jemand etwas über diese Domain.
- 36:25Der Begründer der Domain Compt Lafond ist der 1864 geborene Jules Lafond.
- 36:31Der als Anwalt tätig 1894 Marie Bosch, deren Familie ein Anwesen immer auch so besaß, heiratete.
- 36:38Der beginnt eine Erfolgsgeschichte, die darin gipfelte, dass ich nicht weiß, ob es Freude oder Leid ist,
- 36:43als einer der besten Weimproduzenten der Welt bezeichnet zu werden.
- 36:47Für Dominique Lafond, dem Winzer, der diese Domain zu dem gemacht hat, was sie heute ist, war es oft zumindest unerträglich.
- 36:54Als junger Mann sorgte eine angespannte Beziehung zu seinem Vater René dafür,
- 36:58dass Dominique ein Großteil der früheren 80er Jahre außerhalb vom Weingut verbrachte.
- 37:03Obwohl er immer wieder zur Ernte zurückkehrte, erst 1987 übernahm er von seinem Vater die Leitung des Weingutes.
- 37:10Lafond ist einer der Winzer, die am liebsten selber im Weinberg stehen.
- 37:14Selten findet man ihn auf seinem Traktor im blauen Overall.
- 37:17Das Durchschnittsalter seiner Reben liegt bei 40 Jahre und in den letzten 10 Jahren lag der durchschnittliche Ertrag bei 30 bis 35 Hektoliter,
- 37:24wird also extrem gering gehalten.
- 37:27Die Domain wurde 1995 organisch und seit 1998 biodynamisch.
- 37:32Witzigerweise gibt Dominique Lafond selber zu, dass ihm nicht so wirklich klar ist, warum Biodinämie funktioniert,
- 37:38aber er sieht, dass dem so ist und deshalb macht er es.
- 37:41Lafond versteht es wie kein anderer, Typizität und Bodencharakteristik herauszuarbeiten.
- 37:45Die Verwendung von Neuer Eiche variiert je nach Jahrgang und innerhalb der einzelnen Lagen.
- 37:50Moraché ist der einzige Wein, der vollständig in Neuer Eiche reift.
- 37:54Die Prämiergrüß werden in 25 bis 40 Prozent neuem Holz ausgebaut und bleiben für 16 Monate im Fass.
- 38:01Es resultiert daraus, dass seine Keller notorisch kalt sind und somit die Fermentation extrem langsam vollstattend geht,
- 38:07was natürlich nicht zuletzt den Wein zugutekommt.
- 38:10Es ist nicht lange her, dass Morch-Sau als großer, buttriger Wein wahrgenommen wurde,
- 38:14im Gegensatz zu den geradlinigen mineralischen, fokussierten Wein aus Pügnier oder Chasson-Moraché.
- 38:20Dennoch haben viele Verkostungen in den letzten zehn Jahren ganz klar demonstriert,
- 38:23dass Lafond ausversteht, Morch-Sau-Weine zu produzieren, die genauso rassig mineralisch sind wie seine Nachbarn.
- 38:30Und Lafond hatte eine Vision.
- 38:32Im Jahr 1999 gründete die Familie Lafond, das Weingut, Leserité, die Kommte Lafond, im Marconnet.
- 38:39In Melis-Labatin, das heute 25 Hektar im biodynamischer Weise bewirtschaftet.
- 38:45Die Weine zeigen in ihrer Spannung und Dichte ganz klar die Handschrift von Dominique Lafond.
- 38:50Und er hat wieder als Pionier einen wesentlichen Beitrag zum Renommé der Appellation Marcon geleistet.
- 38:56Im Jahr 2020 meint er in einem Interview, "In 30 Jahren habe ich in meinem Weingut nicht mehr als vier Hektar hinzufügen können.
- 39:03Es war einfach zu teuer, Marcon war ideal, eine Stunde entfernt der gleiche Boden, ein ähnliches Klima, die gleiche Traube.
- 39:10Das war absolut einfach für mich, hier ein neues Weingut zu gründen.
- 39:13Ich hätte mir auch Weinberge im Miedi kaufen können, wie es andere taten,
- 39:16aber das hätte bedeutet mit verschiedenen Böden und Sorten zu arbeiten.
- 39:19Darüber hinaus gibt es Parzellen, die noch zum Kauf angeboten werden, so dass ich nach und nach expandieren kann
- 39:25und mich langsam mit dem unbekannten Terror und dem großen Potenzial vertraut machen kann.
- 39:29Es ist ein Projekt, das von der Domäne kommt, wenn Lafond getrennt ist.
- 39:32Das mit geliehenem Geld finanziert wird und in dem die gesamte Familie Lafond beteiligt ist.
- 39:37Dominique wollte, dass dieses Projekt von Anfang an auf eigenen Füßen steht und es wurde sehr schnell erfolgreich,
- 39:43weil die Weine die Präzision haben, die man von Lafondwein gewohnt ist.
- 39:46Doch was macht diese Weine im Marcon so einzigartig?
- 39:50Ein perfektes Beispiel, um dies zu verstehen, ist der 2022er Saint-Veren.
- 39:55Aus dem Hause Les Series du, kommt Lafond.
- 39:57Ein richtiger Klassiker-Marcon, in der Nase aromen die heimischen, exotischen Früchten wie Äpfel, Mirabelle, Föße und Mango
- 40:04und der malt von zarten Blütennoten berichten.
- 40:07Am Gaum zeigt er sich mineralisch mit frischer Säurestruktur und dazu dem typischen Chardonnay-Schmelz.
- 40:13Ein absoluter Klassiker und ein schöner Einstieg, einstieg jedoch nur preislich,
- 40:16denn qualitativ ist dieser Wein ganz großes Kino.
- 40:19Noch nie Sain-Veron gehört? Die Enclavel liegt am südlichen Ende des Bereichs Marconne.
- 40:23Man darf sie jedoch nicht mit der gleichnamigen Gemeinde der Provence verwechseln.
- 40:26Die Weinberge umfassen über 742 Hektar und überziehen 8 Gemeinden, zugelassen ist ausschließlich Chardonnay.
- 40:33Und diese noch recht junge Appellation hat das AOC-Siegel erst 1971 erhalten.
- 40:39Wird winzigerweise durch die Appellation Pü-Fissee getrennt und besteht somit aus zwei separaten Inseln,
- 40:44die sich auf fossierend Kalkstein aus dem mittleren Jurabetten.
- 40:47Was Dominique Lafond dort auf Les Series, die Kommt Lafond erschaffen hat, ist einmalig
- 40:52und erscheint auf den absoluten Höhepunkt seine Schaffen zu sein.
- 40:55Es gibt keine Geheimnisse für ihn mehr.
- 40:57Er versteht die Regen, er versteht den Boden, den Keller und trotz der Veränderung auf das Klima
- 41:01und lebt seine immense Kompetenz, die auf 30 Jahren Erfahrung basiert.
- 41:06Und es ist ihm ja möglich, jeden Wein nach dem Jahrgang zu optimieren.
- 41:09Es gab einige Weine in den 80er Jahren, die enttäuschend waren,
- 41:12aber seit 1990 hat er kaum eine Fehleinscheitung getroffen und möglichst lange möge das so weitergehen.
- 41:18Ein großer Winzer, der der nachfolgenden Generation weiter mit voller Kraft und Tatentranken zur Seite stehen wird.
- 41:24Und apropos nächste Generation, im Dezember 2021 hat Dominique Lafond nach 37 Jahren
- 41:30an die nächste Generation übergeben und die Leitung des Weingutes seiner Tochter Lea und seinem Neffen Pierre übertragen.
- 41:36Ja und obgleich dieses Weingut ja schon über 150 Jahre alt ist, ist es faktisch erst die zweite Generation,
- 41:42die eine so große Verantwortung hat.
- 41:44Vorher wurde auf der Domäne ein recht normaler Begunter erzeugt.
- 41:47Dominique hat tatsächlich als erster Lafond ein Weingut von Welt rum aufgebaut.
- 41:51Als einer der führenden Pioniere im biologischen Weinbau hat er frühzeitig auf Nachhaltigkeit, Vitalität und Biodiversität in seinen Weinbergen geachtet.
- 41:59Vielen Dank für diese Vision. Vielen Dank für die besonderen Weine.
- 42:03Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Siegnitz.
- 42:07Matthias, öfters?
- 42:18Ja, ich hatte einen guten Freund, der mit mir gelernt hat.
- 42:22Und wir haben uns gegenseitig unseren Notizen vorgelesen, als Training am Telefon sozusagen.
- 42:31Ah, super.
- 42:32Für die Konzentration ist es super, ohne Notizen zu machen.
- 42:37Ja.
- 42:38Und wahrscheinlich auch um sich die einzelnen Aromen zu, also Geschmack, sich zu verbalisieren,
- 42:47dass man diese Verbindungen hinschaft.
- 42:51Ja und auch um den Kopf offen zu haben.
- 42:55Wie beschreiben andere?
- 42:57Was muss ich vielleicht selbst noch checken?
- 43:00Mach ich das nicht? Ja.
- 43:02Sind für dich die Klassiker interessanter oder absolute Freakgeschichten, also was Neues, was Unbekanntes?
- 43:09Ich finde alles spannend. Also ich liebe die Klassiker.
- 43:14Ich finde aber manche Freakigen Sachen, wenn sie gut gemacht sind, super.
- 43:20Auch mal überraschen.
- 43:22Wie wichtig ist für dich der Ort dabei?
- 43:24Also kannst du Wein überall konzentriert probieren oder brauchst du eine bestimmte Umgebung,
- 43:29dass du ...
- 43:31Also Tageslicht wäre schon gut.
- 43:35Ja.
- 43:36Oder eine gute Beleuchtung.
- 43:38Ist das für dich auch, oder wäre das für dich wichtig, darauf zu achten, wenn du irgendwo Wein trinken gehst
- 43:43oder wenn du im Restaurant bist?
- 43:45Oder ist es dann einfach nur trinken fallen lassen, die Entspannung genießen?
- 43:50Man muss sich wohlfühlen.
- 43:52Also ich würde nicht Wein trinken, wenn ich wo bin, wo mich Aromen stören.
- 43:59Ja oder auch das Umfeld einfach nicht stimmig ist.
- 44:05Also für mich muss Wein immer positiv sein.
- 44:10Ich will das mit nichts Negativen verbinden, weil es so wichtig ist in meinem Leben.
- 44:16Kann es auch unkompliziert sein, also bei einer Party, beim Tanzen gehen, beim ...
- 44:23Ja, aber ein bisschen Niveau soll es haben.
- 44:29Der Wein dann auch oder kannst du dich runtergradieren?
- 44:32Also wenn du jetzt zu den Nachbarn eingeladen wirst und da gibt es ...
- 44:37... Hängeltrocken.
- 44:40Dann darf ich gerade kein Alkohol trinken.
- 44:47Oder ich hab Kopfschmerzen.
- 44:50Also schon im Vorfeld.
- 44:53Ja, ich bin da wirklich ... also es geht nicht.
- 44:56Ja.
- 44:57Ich schaff's nicht.
- 44:58Du hast das schon grenzen.
- 44:59Kannst da nicht trinken.
- 45:00Ja, muss man auch nicht.
- 45:01Ich hab nur sehr ... also die Toleranz ist da nicht so hoch.
- 45:05Wo sind die Grenzen da zu suchen?
- 45:07Fängt das schon beim Liter-Riesling an oder sagst du, nein, der kann trotzdem gut gemacht sein.
- 45:11Also nach unten.
- 45:12Und wo sind die Grenzen nach oben?
- 45:14Hast du da auch Grenzen oder ist ...
- 45:16Also es gibt ja wirklich tolle Betriebe, die auch Literweine abfüllen.
- 45:21So was schon eher als ein Supermarktwein dient's auf einem, ja, der quasi ...
- 45:32... der Inhalt günstiger ist als die Verpackung.
- 45:35Ja.
- 45:36Was nicht selten ist.
- 45:37Ja.
- 45:38Also da tue ich mir schwer und nach oben ... also ja.
- 45:45Irgendwann sagt halt der Igel im Geldbeutel, nein.
- 45:49Weil mittlerweile als Familie muss man da schon ein bisschen drauf achten, dass man
- 45:56nicht das ganze Geld für Wein investiert.
- 45:59Los gelöst davon, kannst du das gut heißen?
- 46:03Du das angemessen, dass manche Weine halt 20.000 Euro kosten, 50.000 Euro kosten oder sagst du ...
- 46:12Ja, ich ...
- 46:13Schade, dass die Entwicklung da ist.
- 46:16Ich find's schade, dass es so extrem ist, dass Weine so gering verfügbar sind.
- 46:25Ja.
- 46:26Das ist furchtbar.
- 46:27Und es ist ganz schlimm, dass Menschen das spekulativ ihr Geld darin anlegen.
- 46:34Also das schadet uns Interesse raus.
- 46:39Sammelst du Wein?
- 46:41Nee.
- 46:42Also ich hab ... ich kauf mir Wein mit dem Ziel, dass ich ihn trinke.
- 46:49Aber leg's ein bewusst weg, dass du das drin fängst da irgendwann ...
- 46:54Genau.
- 46:55Und das ist theoretisch komplett einschätzen.
- 47:00Dass du sagst, der Riesling von dem Brutzhänden ...
- 47:04Also wenn im Keller nichts passiert, also Frost oder Hitze, mein Keller ist ganz gut.
- 47:11Ach, schön.
- 47:12Ja.
- 47:13Wo, in welcher Phase magst du die Weine am liebsten?
- 47:17Also bist du ein Jungweintrinker, ein Reifeweintrinker, sagst du, mit drei, vier Jahren, das ist immer
- 47:24krisisierend, aber ...
- 47:25Ja, also es ist wirklich rebsorten und regionsabhängig.
- 47:31So wilde Sachen von biodynamischen Weingütern, die so wirklich natural Wein machen, vielleicht
- 47:39auch Maische vergoren, mag ich es oft jünger lieber.
- 47:43Aber klassische Sachen, wie ein Riesling großes Gewächs, senior, jahrelisch und später.
- 47:50Okay.
- 47:51Ja.
- 47:52Gibt es irgendwas, was dem Weinar kommt?
- 47:55Also findest du eingetränkt, dass eine ähnliche Komplexität in Tiefen hat?
- 48:02Tee.
- 48:03Tee.
- 48:04Ja.
- 48:05Und du bist leidenschaftlicher Tee-Tränker oder eher wie nicht?
- 48:09Ja.
- 48:10Ja, ich würde sagen so 40, 50 Sorten habe ich.
- 48:16Zuhause?
- 48:17Ja.
- 48:18Sehr cool.
- 48:19Also schwarz Tee, grün Tee.
- 48:21Am liebsten schwarz und grün.
- 48:25Ja.
- 48:26Und ich habe aber auch weiße ... ja, wir haben auch ... wie heißt es aus China ... ich
- 48:37weiß, komm jetzt grad nicht drauf, so ein schwarzer ... ja, puertee, ein schwarzen, den trink ich nicht so gern.
- 48:44Okay.
- 48:45Und den Tee wählst du dann nach Tagesstimmung aus oder will du sagst auch die von hinten
- 48:50müssen auch mal wieder oder ... ja, ich rieche dran und guck, wo ich Lust drauf habe.
- 48:56Ja.
- 48:57Und auch nach einem Tag ist Zeit.
- 48:59Nach einer Nachhundertzeit abends, nach einem Tag ist Zeit.
- 49:02Ja, also das kommt spontan.
- 49:05Ich trinke auch viel Kaffee.
- 49:07Ja.
- 49:08Und manchmal mache ich kaffeefreie Tage und dann gibt es viel grün und schwarz.
- 49:13Sehr cool.
- 49:14Ja.
- 49:15Ich habe mit Kaffee trinken aufgehört, das war die härteste Entzugskur meines Lebens.
- 49:18Ja, das glaube ich.
- 49:20Also soweit bin ich noch nicht.
- 49:22Ich musste auch den richtigen Zeitpunkt abpassen, also es war ... ja, sehr spannend.
- 49:27Ja, als ich mein ... ja, das kann ich mir vorstellen.
- 49:30Was hast du gemacht, dass du dann gegen gesteuert hast?
- 49:34Mein Leben umgestellt.
- 49:35Weil da ging mir ja wirklich Kopfwärts.
- 49:36Also es war mit dem Abgeben der Bar, brauchte ich halt nicht mehr diesen ... ich habe ja Kaffee getrunken,
- 49:42damit ich funktioniere.
- 49:44Ja.
- 49:45Und damit ich meinem Körper so gestiere, jetzt musst du wach sein.
- 49:50Also man gibt ja mehr oder weniger mit dem Geschmack von Kaffee und den Auslöser.
- 49:55Und am Anfang ist ja ein Scheineffekt, weil Kaffee ja eigentlich erst nach drei, vier Stunden wirkt
- 50:02und nicht nach, wie wir glauben, wir trinken in der Espresse und nach zehn Minuten sind wir fit.
- 50:06Ja.
- 50:07Und mit der Umschulung meines Lebens brauchte ich das eben nicht mehr, dass ich funktionieren musste,
- 50:14sondern konnte mir dann den doch wohlfassen.
- 50:17Wenn der Körper die Brauchte, um eben zu seinem Mittelmaß zu finden, man muss eben doch ganz krass akzeptieren.
- 50:23Das fand ich für mich total spannend, dass wir ja auf so einer absoluten Hei-Ebene leben und agieren,
- 50:30wenn wir Kaffee trinken.
- 50:32Also wir sind ja immer so fast wie aufgedreht.
- 50:34Man muss den Normalzustand akzeptieren, dass dieses, nicht dieses "Ich bin super munter",
- 50:39sondern "Ich bin ausgeglichen", der Normalzustand ist.
- 50:43Und mit der Akzeptanz dessen konnte ich, ja ohne Kaffee leben, habe eben auch versucht,
- 50:51keine Suchtverschiebung zu betreiben, dass ich eben Tee trinke oder dass ich Marte trinke
- 50:58oder irgendwelche Energydrinks oder Kakao oder sonstige, sondern eben nur Wasser.
- 51:04Es waren echt drei Tage, wo ich einen richtigen Grauschleier vor Augen hatte.
- 51:10Also ich hatte keinen Kopfschmerz, aber sonstige, sondern es war richtig.
- 51:13Und die Augen fiel mir immer ganz spontan zu.
- 51:15Es war recht krass eigentlich.
- 51:18Und dann lichtete sich der Nebel im wahrsten Sinne des Wortes.
- 51:23Wahnsinn.
- 51:24Und es ist jetzt fünf Monate her.
- 51:28Ich hatte zwischendurch schon immer beim Probiert.
- 51:30Aber ich mochte es halt nicht.
- 51:32Das wäre wahrscheinlich auch mein Problem mit Alkohol.
- 51:34Ich mochte es nicht, dass eine Substanz mein Leben bestimmt.
- 51:39Und deswegen war es für mich eigentlich schon ein langgehegter Wunsch mit Kaffee aufzuholen.
- 51:44Ich habe es geliebt.
- 51:45Ich habe teilweise auch manchmal 20 Tassen am Tag getrunken.
- 51:48Ich war schon krass abhängig in schlümen Zeiten vor 15 Jahren.
- 51:54Und das war mein Kaffee-Junkie-Exkurs.
- 52:01Ja, ist das krass.
- 52:03Also ich kann zu dem Thema auch etwas erzählen.
- 52:07Als ich mich für den Master vorbereitet habe,
- 52:12habe ich so viel Kaffee getrunken, dass ich komplett übersäuert war.
- 52:16Aber auch?
- 52:17Oh ja.
- 52:18Dann musste ich komplett von 100 auf 0.
- 52:23Und das war ein Monat, bevor ich meinen Tasting bestanden habe.
- 52:29Und ich habe gedacht, ich kann nicht aufstehen.
- 52:32Also ich bin zu müde.
- 52:34Es geht gar nicht.
- 52:36Und dann habe ich anstelle Kaffee, nur Kräutertee,
- 52:42Basentier getrunken, um auch den Magen wieder zu beruhigen.
- 52:47Und ich bin dann Laufengeger.
- 52:52Machst du ja ohnehin viel, Jobben als Ausgleich?
- 52:55Ja, jetzt nicht mehr ganz so oft.
- 52:57Also mit der kleinen krieg ich es logistisch nicht so hin.
- 53:01Also ich habe irgendwie da nicht so viel Zeit.
- 53:04Ich mache jetzt mehr Yoga.
- 53:06Es geht irgendwie schneller von zu Hause.
- 53:09Und man kommt schneller runter.
- 53:11Ohne dass man dann viel vorbereitet.
- 53:16Man muss sich nicht anziehen.
- 53:18Man ist hinterher auch nicht so schlimm durchgeschwitzt,
- 53:22dass man dann unbedingt duschen muss.
- 53:25Das kann man auch mal 20 Minuten zu beruhigen zu machen.
- 53:30Ja, das stimmt.
- 53:31Aber da war ich dann immer laufen.
- 53:34Und habe so mal einen Kreislauf hochgepusht.
- 53:37Und das hat auch geklappt.
- 53:40Hast du geschmackliche Unterschiede festgestellt,
- 53:44dass du ohne Kaffee ...
- 53:46Das habe ich zum Beispiel nicht.
- 53:48Ich habe nicht mehr geschmeckt.
- 53:49Ich auch nicht.
- 53:50Also überhaupt nicht.
- 53:52Und ich kann auch einen Kaffee trinken
- 53:54und zwei Minuten später verkosten.
- 53:57Ja, das kann ich auch.
- 53:58Also es war eher dieses Mangel an Koffein.
- 54:02Das hilft, dass der Adrenalinspiegel so hoch ist.
- 54:06Und man so wahnsinnig wach ist.
- 54:09Aber es geht auch mit Laufungen gehen.
- 54:11Cool.
- 54:13Wie bist du eigentlich in dieses Feindthema gekommen?
- 54:16Du hast ja großartige Stationen schon hinter dir.
- 54:19Und die gesamte Klaviatur der Restauration bespielt.
- 54:24Aber wann kam das?
- 54:27Hast du ein Vorbild?
- 54:29Hast du eine Initialzündung?
- 54:31Also ich war in der Ausbildung glücklicherweise
- 54:35in einem Hotel mit einem Sternerestaurant.
- 54:39Und da war das irgendwie toll,
- 54:43eine Weinbegleitung zu trinken, also für die Gäste.
- 54:47Und die durfte ich teilweise mit aussuchen.
- 54:50Und da haben wir uns dann ein bisschen damit,
- 54:54beschäftigt. Hat dich da jemand begleitet? An die Hand genommen oder
- 54:59gezeigt oder wolltest du sein wie jemand? Also ich wollte nicht sein wie
- 55:03jemand, sondern ich hatte eher Menschen, die mich auf mein Weg begleitet haben und
- 55:09die mich unterstützt haben. Ja, angefangen mit Christina Hilker nach der
- 55:18Ausbildung gleich. Ja, da speisest du meistmals Reise, wenn du arbeitest.
- 55:21Genau. Mit ihr habe ich heute auch noch Kontakt. Ja, dann war ich mal so eine Zeit
- 55:29auf mich allein gestellt, da habe ich meinen Sommelier gemacht. Nach der
- 55:37Ausbildung war dann Litvina V. Die war natürlich auch eine coole Chefin, hat mich
- 55:44sehr geformt, würde ich sagen, hat mir gerade in Stresssituationen geholfen.
- 55:51Okay. Also manchmal denke ich heute noch drüber nach, wie würde Litvina
- 55:58entscheiden? Ist ja schön. Ja. Und was die Weiterbildung angeht, da ist ja der
- 56:07größte Mentor Alex Koblinger. Also das war, ich glaube ich hatte in den Prüfungen
- 56:15oft vor Augen, wie er da Zeit und Energie investiert hat, mich zu unterstützen.
- 56:23Und ich habe dann jedes Mal gehofft, hoffentlich muss ich nicht noch
- 56:28weitere Zeit von ihm beanspielen. Ach, kaltesendlich. Krass. Ja, also er hat mit einem
- 56:39Salzburger Festspielen, hatte Nachm Lunch vor dem Abend-Service, nach dem
- 56:46Abend-Service mit mir Blind-Tastings geübt. Also wirklich hammer. Was da andere
- 56:54Leute? Also die Prüfungsverbereitung für die Master-Sommelier-Ausbilder oder da
- 57:00davor schon? Nee, Master-Sommelier. Davor, das habe ich, ja, da würde ich jetzt
- 57:08nicht sagen, dass das so einzelne Personen waren, die mich dabei unterstützt haben.
- 57:16Also da klart man da mit vielen Sommel, die es geredet, aber eher so ein Gesamteindruck
- 57:24sich vermittelt. Hast du selber jemanden schon geprägt? Also zieht ihn da, wo du sagst,
- 57:30toll, was aus denen geworden ist und mit denen habe ich damals in der Überfahrt
- 57:35im Jakob, das ist alles zusammengearbeitet. Also was richtig cool war, war, eine Kollegin
- 57:41aus der Überfahrt hat vor ein paar Jahren nochmal mit mir in Hamburg gearbeitet.
- 57:48Dann auch ein anderer Kollege, der kam dann auch für die Eröffnung und ja ich denke schon,
- 57:58dass ein paar von mir geprägt wurden. Also der Julian Schweikart vielleicht, den habe
- 58:06ich hier im Hotel lange gehabt als Kollegen. Ja und als mal wahnsinnig stolz, wenn man
- 58:14sieht, wie die Erfolg haben. Also es ist eigentlich noch besonderer als selbst Erfolg zu haben.
- 58:21Finde ich auch. Ja, das macht einen viel größer. Ja, ja. Also da will ich eigentlich gar nicht
- 58:30so sagen, also auf gar keinen Fall, dass ich mich auf die Schulter klopfe, sondern dass
- 58:37ich sage, cool, wie die ihr Bestes rausholen und ja, wie die einfach alles geben. Ein
- 58:48Kollege aus der Überfahrt war kurz aus der Gastronomie raus und ist jetzt aber wieder
- 58:54im Restaurant und sowas macht mich stolz. Ja.
- 58:59Meistens der über 20 Sommys, die wir in den letzten 6 Monaten hier zu Gast hatten, haben
- 59:19Portugal als das absolut unterschätzte Weinland bezeichnet. Das Weinland, in denen es die besten
- 59:25Preis-Leistungsrelationen gibt, das Weinland, das Überraschenkant, das Weinland, das Anders
- 59:29ist als viele andere und ein perfektes Beispiel dafür ist der 2022er Moon Harvested aus
- 59:35dem Weingut Herdáce dos Gros. Herdáce dos Gros befindet sich im Alentejo, der Region,
- 59:41die absolut bekannt ist im Portugal für ihre Wein- und Olivenöle. Das Weingut liegt
- 59:45nahe der Stadt Berndsche und die Region Alentejo liegt im Süden Portugals und erstreckt sich
- 59:50von der Atlantik-Küste im Westen bis zur spanischen Grenze im Osten. Es ist die größte Region
- 59:55Portugal, sowohl flächemäßig als auch in Bezug auf die landwirtschaftliche Produktion.
- 59:59Die Weinberge umfasst 20.000 Hektar Rebfläche. Bis Ende der 70er Jahre war das Alentejo nicht
- 1:00:06für den Wein, sondern vor allem für die riesigen Weizenfelder, für die zahlreichen
- 1:00:10Olivenbäume und für die verstreut in den Weizenfeldern liegenden Korkeichenwäldern
- 1:00:15bekannt und wurde deshalb auch als der Brotkorb Portugals bezeichnet. Mehr als die Hälfte der
- 1:00:21Weltproduktion an Korken kommt aus Portugal und davon wiederum der weitaus größte Teil
- 1:00:26aus dem Alentejo. Ab den 80er Jahren wurde auf Qualitätsweinbau gesetzt und war damit sehr
- 1:00:31erfolgreich. Inzwischen wird das Gebiet als Kalifornien Portugals bezeichnet. Das Klima im
- 1:00:36Alentejo ist mediterran mit heißen trockenen Sommern und milden feuchten Wintern. Diese
- 1:00:41klimatischen Bedingungen sind ideal für den Weinbau und für die Olivenproduktionen. Doch zurück zum
- 1:00:45Weingut, Herr Datsch, dieses Weingut umfasst etwa 730 Hektar Land, von denen werden 93 Hektar
- 1:00:54für Weinbau genutzt. Der Rest beherbergt riesige Olivenhaine und man setzt auf absolute Biodiversität.
- 1:01:01Das heißt, betreibt auch Viehwirtschaft, hat einen über 80 Hektar großen Damm als Wasserressource
- 1:01:06und versucht in jeder Beziehung immer ein Stückchen weiterzudenken. Herr Datsch, produziert eine
- 1:01:12Vielzahl von Wein sowohl aus portugiesischen als auch internationalen Rebsorten. Darunter Rebsorten
- 1:01:16wie Alicante Boucher, Arroganes, Trigna Nacional, Zyra und Verdelio. Zu den bekanntesten Weingut
- 1:01:22des Weingutes gehören der Reserver und der Moon Harvested. Der Moon Harvested wird zu einer
- 1:01:28bestimmten Moonphase gelesen, was laut Louis Duart immerhin einer der erfolgreichsten Weinmacher
- 1:01:33Portugals einen beachtlichen Unterschied machen soll. Der Moon Harvested ist ein eleganter
- 1:01:38Kraftprotz. Vielleicht ist ja wirklich was daran, die Moonphase mit der Traumärde abzustimmen,
- 1:01:43jedenfalls überzeugt dieser Wein und beeindruckt schon beim ersten Glas auf nachhaltige Weise mit
- 1:01:49seiner Kraft, seiner Frucht, seiner Art, seiner Struktur und seiner Seele. Und ich bin gespannt,
- 1:01:54wie sich dieser Wein nach 10 oder 15 Jahren entwickelt. Da steckt ein unglaubliches Potential
- 1:01:58drin. Und was ich besonders schätze ist die Extravaganz des Geschmacks. Einfach wow, eine klare
- 1:02:03Empfehlung. Unbedingt vorher öffnen, gerne ein, zwei Stunden vorher oder eine halbe Stunde vorher
- 1:02:08dekantieren, um die wilde Wucht dieses Weines zu bändigen. Das Interessante sind dabei sind die
- 1:02:1213, ja richtig, 13 Volumenprozent, die der elegante Boucher, der mit 100 Prozent vertreten ist, vor
- 1:02:19seinem zwölfmonatigen Ausbau in französischen Holz herausgebildet hat. Ja, es ist die Nachhaltigkeit,
- 1:02:25die Herr Dutchinus Gross auszeichnet. Nicht nur, dass sie sich in verschiedenen Umweltinitiativen
- 1:02:29engagieren, auf unterschiedlichste Weise zertifiziert sind, es war das erste Unternehmen, das vom
- 1:02:34Allentagio Wine Sustainability Programm in nachhaltiger Produktion zertifiziert wurde. Sie
- 1:02:39entwickeln auch eine Strategie zum Management der Biodiversität und der Ökosystemdienstleistung,
- 1:02:44die sich hauptsächlich auf die Förderung des Landschafts Mosaics und die Definition von
- 1:02:49Wiederherstellung des grundlegenden ökologischen Netzwerkes konzentriert. Die Nachhaltigkeitsstrategie
- 1:02:54von Herr Dutchinus Gross integrierte derzeit 15 der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung,
- 1:03:00nämlich keine Armut, kein Hunger, Gesundheiten wohl ergehen, hochwertige Bildung, geschlechtergleichheit,
- 1:03:05sauberes Wasser und Santerienrichtungen, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdiges Arbeiten
- 1:03:10und Wirtschaftswachstum, Industrie, Innovation und Infrastruktur, weniger Ungleichheiten,
- 1:03:15nachhaltige Städte und Gemeinden, verantwortungsvoller Konsum und Produktion, Maßnahmen zum Klimaschutz,
- 1:03:20Leben an Land und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Wenn man sich einmal mit der tiefen
- 1:03:25Gedankenwelt von Herr Dutchinus Gross intensiver beschäftigt, ist man begeistert, fasziniert
- 1:03:30und beeindruckt von der Denkweise dieses noch recht jungen, erst im Jahre 2000, gegründeten
- 1:03:36Weingut, dass so unfassbar viel für diese Region und für viele Denkprozesse innerhalb des Landes tut.
- 1:03:42Vielen Dank dafür, vielen Dank für den tollen Wein und noch ein großes Dankeschön dem deutschen
- 1:03:47Importer, dem Handelshaus Segnetz. Mit dem Titel, was kann man damit machen? Also was kann man sich
- 1:04:03dafür kaufen? So ganz blöd gefragt? Also eigentlich sollte man mehr verdienen, aber also man kann
- 1:04:13jetzt nicht erwarten, dass nur aufgrund des Titels mehr Geld fließt. Ich würde sagen, die Karriere
- 1:04:20muss man während der Ausbildung schon aufbauen, nicht erst im Nachhinein. Also das war bei mir
- 1:04:28glücklich, dass ich das alles berufsbegleitend machen konnte. Und ja, natürlich wenn jetzt jemand
- 1:04:36einen bucht, ist die Rechnung höher als davor. Es lohnt sich auch im Großen und Ganzen oder ist es in
- 1:04:44Deutschland immer noch so, dass es eher schwierig ist, das dann später umzusetzen. Amerika oder
- 1:04:50teilweise in Asien ist es ja nicht das Problem, da werden die die Gagen dann auch entsprechend
- 1:04:56gezahlt. Ja, also ich habe ja das Glück, dass ich fest angestellt bin und nicht jeden Auftrag
- 1:05:03annehmen muss. Also wenn jemand das nicht zahlen will, dann mache ich das nicht. Muss man auch
- 1:05:12konsequent sein für genau? Ja, also das können dann anderes Sommerdiers machen, die damit ihr
- 1:05:19Geld verdienen und die halt einfach mehr Aufträge reinbringen und die da auch reinbringen müssen.
- 1:05:28Und denen kann ich nicht die Arbeit abnehmen und will ich auch nicht. Ja, deswegen kann ich
- 1:05:36nicht jedes Niveau machen. Was sind das für Aufträge? Sind das dann Moderation oder
- 1:05:40sind das Schulungen oder welche Anfragen werden an dich ran? Ja, ja, Moderation, Schulungen.
- 1:05:48Sind das noch Sommerjes in deinen Sinne oder sind das dann eigentlich mehr Entertainer oder Lehre?
- 1:05:56Ich denke Sommerjes ist immer Entertainer. Ja, stimmt. Und Lehre sollte man auch sein,
- 1:06:08wenn man guter Sommerjes ist, gibt man auch sein Wissen weiter. Ja, stimmt. Mit deinem
- 1:06:15tiefen Wissen, welche Regionen in der Welt es unterbewertet? Schwert zu sagen. Gibt einige,
- 1:06:24vielleicht meine Heimatregion, Franken. Ja, finde ich in der Tat auch, also was dort auch entstanden
- 1:06:34ist. Hängt das damit zusammen, dass die Franken selber zu viel trinken oder? Ja, vielleicht auch.
- 1:06:40Also dass die Weine kommen? Ja, jetzt haben das zu vermarkten. Ist es der Größe geschuldet,
- 1:06:46dass das Gebiet nicht so riesig ist oder? Ja, ich würde sagen, es wird schon viel vor
- 1:06:55Ort verzehrt. Endverbraucher fahren ja in die Weingüter und das ist eher eine Bequemlichkeit.
- 1:07:03Und vielleicht auch was Bodenständiges, dass man nicht so teuer sein will, nicht zu elitär sein
- 1:07:14möchte. Tolle Preis- leistungsverhältnisse in Frankfurt sind schon international. Welche
- 1:07:18Regionen hältst du dafür? Und der bewertet? Da gibt es einige. Also was kann man da sagen,
- 1:07:31vielleicht der Süden Frankreichs, die südliche Rhonen, also das war ja so ein bisschen eingeschraubt,
- 1:07:41bis auf die Parkerweine, aber wenn man so Plante de Dieu oder Montu schaut die Ecke,
- 1:07:51das kennt man kaum. Auch wie viele neue Betriebe dort entstehen, also wie viele nicht mal in die
- 1:07:57Kooperativen abliefern und selber hier am Wein machen, kleinen Weingüter aufbauen und welche
- 1:08:03Individualität dort entsteht, finde ich. Ja, das ist da verrückt. Und auch viele junge Leute,
- 1:08:09die dort hin zurückgegangen sind. Gab es für dich mal den Wunsch, Wein zu machen? Ja.
- 1:08:16Du hast es schon mal bei gemacht? Also ich habe bei Rehpuls gearbeitet im Herbst und also ich habe
- 1:08:24großen Respekt vor jedem Winzer, der das Jahr für Jahr tut und mit so einer Weizsicht zu arbeiten.
- 1:08:32Also was ein Rebschnitt für eine Konsequenz hat für die Zukunft, also das kann man sich gar
- 1:08:42nicht vorstellen. Da sind wir in einer sehr komfortablen Situation nur kaufen zu müssen,
- 1:08:49was uns gefällt. Wo wäre dein Weingut, wenn du eins hättest, wenn ich dir jetzt gerade
- 1:08:55entschenken würde? Ich glaube in Südfrankreich oder am Etna. Auch großartig. Ja, der Etna,
- 1:09:04der hat es mir ein bisschen angetan. Die Weine, die Landschaft, die Kulinarik? Ja, und auch die
- 1:09:11lebendige Erde. Ja. Ich finde es super spannend, dass der Berg atmet. Kann man das in die Weine
- 1:09:19schmecken? Ja, auf jeden Fall. Ich finde die Prickeln. Ja, also die Prickeln ohne zu prickeln.
- 1:09:28Also die vibrieren. Schöne Beschreibung. Ja. Mit dem schmecken ja mit der Realität gibt es ja
- 1:09:38unterschiedliche Ansichten. Was finde ich auch die Weinenwelt so spannend macht, dass es zu jedem
- 1:09:44Thema verschiedene Betrachtungsweisen gibt und sehr oft eine perspektifizierte Wahrnehmung ist.
- 1:09:50Manche sagen, man kann es nicht schmecken. Man kann den Schiefer der Mosel nicht schmecken oder
- 1:09:56riechen. Ja, also es ist vielleicht eine chemische Reaktion von Licht auf den Boden. Vielleicht auch
- 1:10:07nur auf die Farbe des Bodens, aber ich bin der Meinung, dass man das schmecken kann und ja,
- 1:10:16dass Weine auf roten Boden mehr Kräuteraromen haben. Das kann ich schon wahrnehmen, ob weiß oder
- 1:10:25rot. Ich denke auch, es ist eine Betonung verschiedener Aromengruppen ausgelöst durch
- 1:10:31den Boden oder vielleicht verschiedene Elemente, die in dem Boden sind und an den Wein abgegeben werden.
- 1:10:36Genau. Aber es ist jetzt nicht der Boden selbst. Man kann nicht Kalk schmecken oder keinen, sondern...
- 1:10:42Ja, da kannst du halt den pH-Wert anders warnen. Das sind Herleitungen. Genau.
- 1:10:49Gibt es eine Location, wo du gerne mal Wein empfehlen würdest? Also ein Restaurant, wo du mal
- 1:10:55für eine Woche rein sneaken könntest und... Einige. Also ich war ja jetzt vor Kurzem bei Alex,
- 1:11:01bei Dolaras. Da hatten wir so ein Abend, das Sie Skipfel treffen. Das war cool. Ja, ich würde auch mal
- 1:11:10ein Sommer auf Mallorca machen in unserem Schwesternhotel. Cool. Ja, oder egal wo. Also da bin
- 1:11:19ich ganz offen. Also gerne noch raus und gerne andere Weinkarten kennenlernen, andere... Aber eher
- 1:11:25nur temporär. Also ich möchte schon meine Wohnung behalten. Sogar als Spiele. Ja. Sollten öfters mal
- 1:11:35stattfinden, das finde ich ein unglaublich spannendes Konzept, welches ja auch sehr, sehr viel für die
- 1:11:41eigentlichen Restaurationen bringt. Und man kann sich ja recht schnell auch in eine Karte reinlesen. Wie
- 1:11:46wichtig ist wirklich die Größe der Karte? Na, die muss nicht groß sein, die muss nur gut sortiert sein.
- 1:11:55Was ist für dich eine ideale Größe? Also ich finde meine schon sehr gut mit 400 Position. Ja.
- 1:12:01Viel kleiner muss nicht unbedingt sein. Na, es ist... 200 würde vielleicht auch gut gehen. Was
- 1:12:09oftmals ja auch reicht. Ja, wenn man es auf die Jahreszeit abstimmt. Aber wenn es vier Jahreszeiten
- 1:12:17funktionieren soll, finde ich 400 schon besser. Ja, stimmt. Aber es macht ja auch keiner eine
- 1:12:23Jahreszeit in Karte. Es wäre auch interessant. Ich mache das in unserem Parkview. Okay. Also weil
- 1:12:31aufgrund der Schnelligkeit, der Beratung, lasse ich quasi alles weg, was in Winter gehört,
- 1:12:39ist im Sommer gar nicht auf der Karte. Ja. Aber... Ist ja eigentlich naheliegend. Also es gibt ja immer
- 1:12:48Saisonweine, die zu einer bestimmten Saison von jemandem getrunken werden und warum letztlich
- 1:12:54sind die auf der Karte und machen nur Staub mehr oder weniger? Ja. Und so erschlägt man die Leute
- 1:13:02dann nicht. Ja, ja. Und wir haben halt in diesem Restaurant nicht jeden Tag ein Sommel hier stehen
- 1:13:09oder nicht zu jeder Tageszeit. Ja. Und dann ist es leichter, wenn man eine Seite mit Empfehlungen hat
- 1:13:17und dann eine speziell aufs aktuelle Menü abgestimmte Karte. Wie wichtig ist für dich noch
- 1:13:26Speise und Bein oder Wein und Speise in der Kombination? Also für mich sehr wichtig, nicht
- 1:13:33für jeden Gast. Oh, okay. Also man muss es halt herausfinden, ob es um den Wein geht oder um
- 1:13:42die Prestige oder ob man wirklich die Kombination schätzt. Ja. Hattest du eine One-in-a-Lifetime-Kombination,
- 1:13:53wo du sagst, das hat mich dermaßen abgeholt oder da hatte ich so die gesamte Tiefe der beiden
- 1:14:00Elemente Wein und Speise richtig greifen können? Ja, also in meiner alten Stelle hatte ich die
- 1:14:07Kartoffelkiste mit einem 92er Riesling von der Mosel. Das war klasse. Es war eine Auslese und die
- 1:14:19Kartoffelkiste, die ist mit flüssigen Eigelb und Trüffel und einer Madeira-Schü und das war
- 1:14:27mega. Aber es gab auch Leute, die es nicht wollten. Also da musste man auch mit Kritik lernen, umzugehen.
- 1:14:35Ja, wegen der Süße des Weines. Also sie haben ja einige in der Tat nicht Befindlichkeiten,
- 1:14:42aber sie mögen diese Weine schlichtweg nicht. Ja, auch die Petrolnote,
- 1:14:46Weinprobleme für viele, konnten die nicht drüber weg riechen. Okay. Ja, aber es war es wert.
- 1:14:54Ein Wein eines Lebens? Weiß nicht. Vielleicht, ich habe vor Jahren mal meinen Geburtsjahrgang Montfortino
- 1:15:06getrunken von... Sehr cool. Ja, das war 1985er von Contiano. Das war großartig, glaube ich. Ja, und ich
- 1:15:18hatte zehn Minuten davor Latache und das war leider nicht so gut. Echt? Also das war groß und ich
- 1:15:26dachte, das ist der Wein meines Lebens. Und dann kommt Montfortino und macht mir den Latache kaputt.
- 1:15:33Oh nein. War das auch 1985, dann der Latache? Ja. Oh cool. Wow, sehr großartig. Wie wichtig ist
- 1:15:42für dich der Weinservice im Restaurant oder allgemein, wenn du dort auch was umfasst für dich
- 1:15:48Weinservice, also Beratung und so weiter, wenn die Flasche kommt? Ja, und die richtige Temperatur
- 1:15:55ist so einigermaßen zumindest, dass die Rotweine nicht Zimmertemperatur haben. Was sollte ein Rotwein
- 1:16:02für dich haben? Ja, lieber etwas kühler, so bei 15 Grad. Und wenn er dann zu kalt ist, soll er lieber
- 1:16:13wärmer werden im Glas. Das ist manchmal echt schwierig, wenn du wohin gehst, wo es keine
- 1:16:20Klimaschränke gibt. Gerade im südlicheren Teil Europas kommt es mal vor und dann hat es über 30
- 1:16:28Grad. Ja, und dann wird man schief angeguckt, wenn man nach einem Kühler fragt. Ja, und die
- 1:16:37richtigen Glaser, das ist super wichtig. Hast du da Favoriten? Also dünne Mundgenblasene am liebsten.
- 1:16:47Ich finde aber auch zum Beispiel von Zwiesel gibt es manche Glaser, die maschinell gefertigt sind,
- 1:16:56die gut sind oder auch von Spiegelau. Ja, auch die Glaser für die Du-Werbung machst sind gut.
- 1:17:04Dankeschön, vielen Dank. Die haben auch einen schönen Nikant. Das finde ich macht auch wahnsinnig
- 1:17:11viel aus, also wenn du einen richtigen Nikant hast, damit du richtig arbeiten kannst. Wenn man ja
- 1:17:16oftmals die Situation hat, dass der Wein in kürzester Zeit eine gewisse Präsenz haben muss.
- 1:17:21Ja. Und schöner ist es natürlich, wenn man die Ruhe hatten, der Wein sich langsam entwickeln kann.
- 1:17:26Aber jeder Gast hat die Ruhe. Und dann muss man halt nachhelfen.
- 1:17:32Findest du den Unterschied gravierend zwischen Mundgeblasenen und maschinell gefertigten Glasern?
- 1:17:41Es kommt drauf an. Also es gibt ja mittlerweile sehr dünne maschinell gefertigte, aber meistens
- 1:17:51ist das Mundgeblasene doch noch ein bisschen weicher. Also das hat mehr Schwingung.
- 1:17:57Entfind ich auch so. Das ist auch ein barrierefreieres Trinken, finde ich.
- 1:18:06Ja. Wenn du es auf der Zunge hast, du fühlst auch den Unterschied zwischen einem Maschingeblasen und einem Mundgeblasen und einem Glas.
- 1:18:13Ja, es hat mehr Kante, leider, wenn es von der Maschine hergestellt wurde.
- 1:18:18Es ist erstaunlich, welche Technik es da mittlerweile gibt. Aber ich finde auch von der Akustaturik und von der Aromatik bringt es so unfassbar viel mehr.
- 1:18:28Ja.
- 1:18:30Das ist für mich so ein Unterschied zwischen Maschinengeblasene und Gläser.
- 1:18:34Das sind für mich kein Radio, das ist für mich CD und Mundgeblasen ist für mich live.
- 1:18:40Ja, oder auch eine Schallplatte vielleicht noch mit einem guten alten Plattenspieler.
- 1:18:46Ja.
- 1:18:48Magst du Musik und Wein kombiniert?
- 1:18:50Ja, sehr.
- 1:18:52Passt jede Musik zum Wein?
- 1:18:54Also zu jedem Wein gibt es eine Musik.
- 1:18:58Ach schön, guter Ansatz.
- 1:19:02Ich finde auch, Musik kann Wein richtig kaputt machen.
- 1:19:06Ja, voll.
- 1:19:08Wenn du die falsche Musik hast, kommt es eine falsche Stimmung.
- 1:19:10Ja, die Musik, also die trägt sehr viel zur Stimmung bei.
- 1:19:14Wie ein Glas.
- 1:19:16Also ein Glas kann ja auch ein Wein kaputt machen.
- 1:19:20Total, oder total falsch beleuchten.
- 1:19:22Ja.
- 1:19:24Und wie viele verschiedene Gläser habt ihr im Fronten?
- 1:19:28Oha, also wir haben in den Bass und im normalen Ressor jetzt rein Weingläser 6 oder 8 verschiedenen.
- 1:19:40Doch so viele, wow.
- 1:19:42Ja, man hat ja noch das Champagnerglas und dann Portweigengläser, Scherriegläser, so was.
- 1:19:52Und im Lakeside arbeiten wir hauptsächlich mit 4 verschiedenen,
- 1:19:58plus einen Champagnerglas für Leute, die unbedingt aus einer Flöte trinken wollen.
- 1:20:08Manche tun das ja, dass die anderen sehen, dass man Champagner trinkt.
- 1:20:14Seid ihr der Markentreu oder mischt du dazwischen den Marken?
- 1:20:18Nee, relativ treu.
- 1:20:20Welche habt ihr?
- 1:20:22Also wir haben Zwiesel.
- 1:20:24Wir haben aber in der Bar auch ein bisschen Nachtmann,
- 1:20:28weil die sehr schöne so eine Kristallgläser machen für Longdrinks und Whisky-Tambler.
- 1:20:36Und auch robust sind.
- 1:20:40Und ein Glas im Lakeside ist vom Doktorenhof im Essigglas, wo ich nicht weiß, wer der Hersteller ist.
- 1:20:50Brauchst du sonst irgendwelche Tools?
- 1:20:54Also zum, war für ein Weinservice, die du empfehlen würdest auf den nicht verzichten, okay?
- 1:21:00Aber das ist eher für sommeliers, würde ich sagen, für zu Hause.
- 1:21:06Wenn man Weine probieren will oder auch für Weinfreaks, die halt einfach die Flaschen nicht leer trinken,
- 1:21:14sondern lieber man eine Fieldfall ziehen wollen.
- 1:21:18Wir haben auch einen jedem Restaurant.
- 1:21:24Dropsops finde ich gut.
- 1:21:28Besser als Flecken auf dem Tisch?
- 1:21:30Ja, das stimmt.
- 1:21:32Ja, gute Kellner am Messer.
- 1:21:38Ja.
- 1:21:40Aber sonst, du brauchst keinen Belüfter, du brauchst keinen Wärmerkühler.
- 1:21:46Das eine Frucht der Erde in einem Produkt umgewandelt werden kann, das in der Lage ist, Emotionen zu wecken und mehr dessen, eine Geschichte zu erzählen.
- 1:22:12Er hat Alchemy oder besser ein Zauber, bei dem aus einer zuckerhaltigen Flüssigkeit ein alkoholischer Nektar erschaffen wird.
- 1:22:19Und das hängt immer vom Winzer ab, denn nicht wenige haben diese Magie nicht und verzweifeln daran, niemals den Wein zu erreichen, den sie sich im Weinberg vorgestellt und geplant haben.
- 1:22:29Christian Riedolfi, Winzer im Weingutz-Santi. Christian Riedolfi ist 1971 in Verona geboren und einer der erfahrensten und anerkanntesten Winzer in Norditalien.
- 1:22:40Seit über 20 Jahren steht er nun an der Spitze des historischen Weingutts, Santi di Ilasi.
- 1:22:44Nach seinem Abschluss am Instituto Acrario di Connelliano, arbeitete er zu Beginn seiner Karriere zwei Jahre lang auf dem Weingutz-Santi, bevor er zu anderen Weingütern in der Gegend von Verona wechselte.
- 1:22:55Im Laufe der Jahre hat er ein tiefes Verständnis für die Besonderheit der Weinbaugebiete rund um Verona, die ursprüngende Appellation und die Geschichte des Terroirs entwickelt und diese komplett eigeninterpretiert.
- 1:23:07Dies ermöglicht ihm das Potenzial eines jeden Talz und eines jeden Berges, eines jeden Hanks, durch die dort angebauten Rebsorten zu interpretieren.
- 1:23:16Die Rückkehr nach Santi, nach fast 20 Jahren, ist für ihn zweifellos eine große Erfüllung, aber auch eine große Verantwortung.
- 1:23:23Das Weingutz-Santi spielt seit 1843 eine Schlüsselrolle in der Geschichte vom Valpolicella, als es in Ilasi gegründet wurde.
- 1:23:32Einem alten Dorf an der östlichen Spitze des Bezirks Verona in der Nähe des Lesidni-Gebirges natürlich produziert Santi-Amarone, Valpolicella, Badlina und so Awe.
- 1:23:43Aber Christian Rodolfi hat eine große Schwäche für Lugana.
- 1:23:47Ja genau, den vier gescholtenen Eiswürfelweinen, von dem 90% der Produktion an der Isar getrunken werden, aber Lugana kann mehr und Lugana kann auch seriös.
- 1:23:56So wie der 2023er Lugana Fullar aus dem Hausesanti, aus den Händen von Christian Rodolfi.
- 1:24:03Ja, ein Lugana kann etwas ganz Besonderes sein.
- 1:24:06Nicht ohne Grund wird die Rebsorte des Lugans, der Tribiano, seit 2000 Jahren immer und immer wieder erwähnt.
- 1:24:13Petrus de Crescentis beschrieb 1903 den Tribiano als edlen, haltbaren Wein.
- 1:24:18Aber eigentlich ist es falsch, von einer Rebsorte zu sprechen.
- 1:24:21Im Jahr 2001 wurde das Ergebnis einer DNA-Nerlüse veröffentlicht, laut welcher zwischen den vielen Tribianosorten kaum verwandschaftliche Beziehung bestehen.
- 1:24:29Es wäre also falsch, von einer Rebsorten-Familie zu sprechen.
- 1:24:32Gemeinsamkeiten bestehen, lediglich in der weislich-gelben Beerenfarbe in der Traubengröße, in der Frostherde sowie dem Hang zu einem extrem hohen Ertrag.
- 1:24:41In Italien sind die Tribianosorten in rund 100 DOC und DOCG Wein enthalten und er bringt rund 30% der italienischen DOC Weißweinproduktion.
- 1:24:50Unter allen Tribianospielarten ist für uns der Verdicchio Bianco Tribiano di Lugana oder wie man die Rebsorte dort in der Region bezeichnet Turbiana von Bedeutung.
- 1:25:00Die Rebsorte des Lugana.
- 1:25:02Doch was ist eigentlich Lugana? Lugana ist ein Weißwein, der hauptsächlich in der Region um den südlichen Gardaseeb aus der Rebsorte Turbiana, also den Tribiano di Lugana, produziert.
- 1:25:12Hauptsächlich heißt, es muss zu 90% Turbiana darin vertreten sein.
- 1:25:16Denn diese Rebsorte ist für ihre Anpassungsfähigkeit an die spezifischen Boden- und Klimabedingungen der Region bekannt.
- 1:25:22Die Weinberge für Lugana befinden sich in einem Gebiet mit kalkhaltigen Lehmboden und einem sehr hohen Mineralgehalt.
- 1:25:30Potente Lugana haben eine helle, strohgelbe Farbe mit goldenen Reflexen und meistens am Gaumen eine präzise und sehr lang anhaltende Säure-Textur, die ihnen einen recht angenehm schmeckenen, nachhaltigen Abgang verleiht.
- 1:25:43In der Regel wird ein Lugana relativ sanft gepresst, im Edelstalltank ausgebaut und leider muss man sagen, und das auch bei diesen 2023er Lugana aus dem Hause Santti auch vier zu jung getrunken.
- 1:25:54Seine optimale Aromblütefaser hat dieser Wein nach drei Jahren und dann wird ein perfekter Speisebegleiter zu Meeresfrüchten, zu Antipasti, zu Helmgeflügel und offenbart geschmacklich eine ganz eigene Strukturentiefe.
- 1:26:06Lugana hat erst seit 1967 den Status einer kontrollierten Ursprungsbezeichnung, DOC, und doch darf man nicht vergessen, dass die DOC-Forschriften kein Qualitätsversprechen sind.
- 1:26:17Sie legen lediglich spezifische Anforderungen an Anbaugebiete, Rebsorten, Erträge und Weinbereitungstechniken, fest um zumindest ein Mindestqualitätsstandard zu sichern und um die Authentizität und die Qualität des Weinens einigermaßen sicherzustellen.
- 1:26:30Was letztlich daraus entsteht, dafür sind die Winzer verantwortlich und das kann Christian Riddolfi, er kann Lugana.
- 1:26:37Unterschmeckt man bei diesen 2023er Lugana Fullar aus dem Hause Santti, der Begriff Fullar im Dialekt von Verona bedeutet "Unterstoßen".
- 1:26:44Das Herstellungsverfahren, was man normalerweise bei Rotwein verwendet, kommt bei diesem Lugana zum Einsatz.
- 1:26:50Dabei wird der Tresterhut wiederholt, durchbrochen und unter die Oberfläche des Mostes gedrückt, damit der Wein während der Gehrung mehr Geschmack, mehr Struktur und mehr Komplexität aufbaut.
- 1:26:59Was fürs Alterungspotenzial des Weinens von enormer Wichtigkeit ist.
- 1:27:03Nach dem sanften Quetschen, wer die Trauben in die Gerbehälte überführt, wo sie kaltmatzeriert werden, bis der Tresterhut aufsteigt, also ca. 48 Stunden.
- 1:27:11Nach dem sanften Pressen wird der Most direkt abgezogen und langsam mit auserwählten Hefen fermentiert.
- 1:27:17Der Wein verbleibt bis zur Abfüllung auf der Hefenstalthans.
- 1:27:20Und wie gesagt, gerne mit ein bisschen Reife präsentiert sich dieser Wein am Gaum extrem rund, geschmeidig ausgewogen mit fein Fruchtcharakter und einem eleganten Anmut.
- 1:27:29Und ja, auch das kann Lugana sein. Eine edle, aber nicht abgehobene Variante.
- 1:27:34Vielen Dank dem Hause Santi, dass ihr uns zeigt, wie Lugana auch sein kann.
- 1:27:38Und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Impoteur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:27:42Ja, mittlerweile haben wir auf dem Spiritosenwagen auch so ein, wie heißen die, wie noch Jet, kann das sein?
- 1:28:02Ja, ich weiß, was man die Flaschen reinstellt, die gekühlt werden.
- 1:28:06Genau, wo du den mit so einem Kühlarkug führst, ein Portwein.
- 1:28:12Aber ist das nicht gravierend, dass die meisten, also das Spiritosen, eigentlich zu 99% falsch temperiert serviert werden?
- 1:28:19Ja, furchtbar.
- 1:28:21Finde ich so krass, also es gibt niemanden, der...
- 1:28:23Teilweise so warm.
- 1:28:24Ja, unglaublich.
- 1:28:25Oder eiskalt.
- 1:28:26Oder eiskalt, genau.
- 1:28:28Also du hast entweder, entweder schmeckst du nicht, oder du hast nur den Alkohol und das ist ja letztlich auch ein Bereich, der unser Berufsfeld mit hinein fällt.
- 1:28:39Ja.
- 1:28:40Und da kümmert sich keiner drum.
- 1:28:41Also selbst wenn du in eine absolute High End Bar giffst, kriegst du die Sachen bei 30 Grad.
- 1:28:47Ja, und dann sind sie teilweise beleuchtet und noch wärmer als der Raum selbst.
- 1:28:53Also genau, wenn sie auf Lampen stehen und was ich gravierend finde, wo sich auch kaum jemand Gedanken zu macht, ist der Lichtgeschmack bei Spiritosen.
- 1:29:03Ja.
- 1:29:04Da ja auch warm es nicht existent ist.
- 1:29:06Ja, natürlich.
- 1:29:07Aber es gibt Spiritosen fast, also außer Whiskey, den einen oder anderen oder Gin den einen oder anderen fast nur einen weißen Flaschen, was katastrophal ist.
- 1:29:14Ja.
- 1:29:15Und dann stehen die da drei Jahre.
- 1:29:17In vielen Bars kommt zwar kein Tageslicht, aber trotzdem wird es ja nicht beeinflusst.
- 1:29:22Ja.
- 1:29:23Hast du das mal gemacht, hast du es mal ausprobiert, wie gravierend das ist, dass der Blumenkohlgeschmack dann bei Saft oder bei Wein oder bei Spiritosen mit einmal kommt?
- 1:29:32Ja, wir hatten mal eine Verkursung mit Champagner.
- 1:29:35Ja.
- 1:29:36Also, da gibt es ja eine berühmte Marke, die keine Folie lange um die Flaschen gewickelt hat.
- 1:29:45Ich meine nicht Kristall.
- 1:29:49Ich war jetzt den anderen Blonde Blum.
- 1:29:52Ich glaube, du warst auch dabei.
- 1:29:53Ich war auch dabei.
- 1:29:54Aber das war ja für mich so, man wusste es vorher, ich hatte es mal mit Saftprobiert und Apfelsaften, den auf die Fensterbank gestellt für drei Tage und eine Flasche im Kühlschrank.
- 1:30:06Und das miteinander verglichen, das ist katastrophal.
- 1:30:10Und mir tut jeder Rosewein, mir tut jeder, ja eben auch Spiritose leid, die damit regelrecht kaputt gespielt wird.
- 1:30:16Und wenn man das Schlimme ist, wenn man es einmal kennt, wenn man es einmal geschmeckt hat, dann ist man so open minded dafür.
- 1:30:25Und wenn dann irgendwo in der Bar bist und bekommst du dann halt irgendwie den Whisky oder den Konjak, ich trinke nicht viele Spiritosen,
- 1:30:32aber wenn dann sind es für mich so ganz indige Momente, wo ich mir viel Zeit dafür nehme und wenn es dann so ein Schrott ist für 25, 80, dann ergibt man sich sehr.
- 1:30:43Ja, furchtbar.
- 1:30:44Ja.
- 1:30:45Und da finde ich sehr großartig, wenn ihr die kühlt, also wenn ihr eure spätere Osen teilweise wahrscheinlich kühlt.
- 1:30:51Ja, nicht alle.
- 1:30:53Also wir haben eine ganz gute Klimatisierung im Chambreer, da steht der Wagen lange drin, wird kurz vom Service rausgebracht und manches Sachen werden dann richtig auch gekühlt.
- 1:31:08Gab es mal ein Weinladen, der dich beeindruckt hat, eine Weinbar oder ein Weinladen zum kaufen?
- 1:31:15Einige.
- 1:31:16Okay.
- 1:31:17Also vielleicht das Extremste war das erste Mal Hedernissen in London.
- 1:31:22Ja.
- 1:31:23Also das ist schon verrückt.
- 1:31:24Ja.
- 1:31:25Es gibt ja wirklich nichts, was da nicht gibt.
- 1:31:28Nein, also das ist wirklich, das wie Disneyland.
- 1:31:32Nur besser.
- 1:31:33Ja.
- 1:31:38Aber auch in Deutschland gibt es ein paar richtig gute.
- 1:31:41Wir hatten am Tee Gansi so ein ganz kleinen Laden, Solacher hieß der.
- 1:31:46Ja.
- 1:31:47Ja.
- 1:31:48Und der war auch gut sortiert, hat mal immer was gefunden.
- 1:31:52Und hier in Hamburg, ich bin gern beim Rebzahl, da kaufe ich immer meine Gartenweine.
- 1:32:00Du hast ein Garten, cool.
- 1:32:04Ja.
- 1:32:05Perfekter Ausgleich, oder?
- 1:32:06Ja, super.
- 1:32:07Die Ruhe und dann was machen, was Händisches machen, also die tragen ja auch Kisten, oder
- 1:32:13Flaschen von A nach B, aber so richtig anfassen.
- 1:32:16Aber Bauchus laufen und auch nachdem man zwei Tage im Garten war wirklich mal so eine Wurzelböste
- 1:32:24neben für die Fingerniegel, für das Nägel, weil man halt wirklich Dreck dran hat.
- 1:32:29Ist super.
- 1:32:30Ja.
- 1:32:31Ist das dann, wenn du sagst Gartenwein, für dich der perfekte Moment vorbei, oder hast
- 1:32:36du einen perfekteren, wie es außen?
- 1:32:38Ja, auch.
- 1:32:39Da wird es eins besser.
- 1:32:40Immer, wenn man tolle Freunde hat, oder Familie, was Gutes kocht, in Kombination mit Essen natürlich
- 1:32:48immer besser.
- 1:32:49Bist du ein Kombinationstryp, dass du lieber mit Essen Wein trinkst als Singulär?
- 1:32:55Ja, ich krieg von Trinken immer Hunger.
- 1:32:58Ich könnte jetzt schon wieder essen, nachdem ich den Weinfeuen beschrieben habe.
- 1:33:03Das ist echt furchtbar.
- 1:33:05Grundsätzlich eher digital oder analog?
- 1:33:07Ja, also ich bin digital.
- 1:33:13Aber ich habe Bücher zum Beispiel, das brauche ich trotzdem für die analoge Zeit.
- 1:33:21Zum Lernen oder zum Lesen und darin Eintrachen?
- 1:33:26Ja, zum Inspirieren.
- 1:33:27Ja.
- 1:33:28Für die Habte, einfach Bilder auch zu haben, den Duft von einem Buch, das ist was ganz
- 1:33:36anderes als eine Datei zu öffnen.
- 1:33:39Total.
- 1:33:40Ja.
- 1:33:41Bücher und Zeitungen, ich finde, die riechen auch nach verschiedenen Altersphasen immer
- 1:33:47unterschiedlich und die tragen auch aromatisch ihr Leben in sich.
- 1:33:51Das finde ich total krass.
- 1:33:53Ja, und Weinbücher haben auch Weinflecken.
- 1:33:56Sehr gut, ja.
- 1:33:58Ja.
- 1:33:59Lernst du da auch analog oder die Gitarre, die verschiedene Medien?
- 1:34:04Ja, gemischt.
- 1:34:05Also ich lerne analog teilweise und schreibe dann in die Bücher meine Notizen und
- 1:34:13übertragte es in den Dateien, dass es nicht verloren geht.
- 1:34:17Wie hältst du dich ab to date?
- 1:34:20Hast du verschiedene Seiten, die du ...
- 1:34:23... schonalismus, würde ich sagen.
- 1:34:25Was liest du da?
- 1:34:27Dekante, Sommeltie-Magazin, Falster, Phenom.
- 1:34:33Ja.
- 1:34:34Schaffst du alle?
- 1:34:35Wein Spectator.
- 1:34:36Im Moment schaffe ich nicht alle.
- 1:34:38Ja.
- 1:34:39Ich überfliege und lese, was mich interessiert.
- 1:34:43Was ist das?
- 1:34:44Und was ich gerade brauche.
- 1:34:45Ja.
- 1:34:46Und dann Gil-Som, das ist ein super Netzwerk.
- 1:34:53Ja.
- 1:34:54Und Chances, die Purple Pages.
- 1:34:57Ja.
- 1:34:58Ich glaube, der hat den Netzwerkgedanke gerade mit dem MS großartig, oder?
- 1:35:04Ja.
- 1:35:05Dass man damit einmal ein Globalvernetz ist und sich gerade an das austauscht und auf
- 1:35:08einer anderen Ebene austauscht.
- 1:35:10Und mit einmal eine Karte in einen Club bekommen hat, die einem sonst wahrscheinlich verwährt
- 1:35:15worden wäre.
- 1:35:16Genau.
- 1:35:17Also ich unterrichte ja bisher nur auf Introductory Level.
- 1:35:23Und das heißt, auf dem Level bekomme ich dann auch die ganzen Unterlagen.
- 1:35:30Und wir überarbeiten die und gucken, ob da alles wirklich auf dem aktuellen Stand ist.
- 1:35:36Wie oft werden die überarbeitet?
- 1:35:39Vor jedem Kurs.
- 1:35:40Ah, wow.
- 1:35:41Ja.
- 1:35:42Das ist ja auch...
- 1:35:43Da kommt jeder, der unterrichtet rein.
- 1:35:45Ja.
- 1:35:46Sehr cool.
- 1:35:47Also ist es wirklich tagesaktuell.
- 1:35:49Wie viel Zeit nimmt das mit?
- 1:35:50Das geht uns auch etwas durch die Lappen.
- 1:35:53Aber so weit wie es geht.
- 1:35:57Wie viel Zeit nimmt das von dir in Anspruch?
- 1:35:59Also das Unterrichten, das Aktualisieren, das...
- 1:36:02Ich war dieses Jahr noch gar nicht am Unterrichten.
- 1:36:06Ich habe das letzte Mal... also ich habe auch erst einmal einen Kurs begleite.
- 1:36:11Das war in 2022.
- 1:36:16Hat es du?
- 1:36:18Ja, die Zeit, ich die Kleiner habe, war es schwierig.
- 1:36:22Aber jetzt langsam fängt es wieder an, dass ich mehr reise und sage, ich bin bereit dafür.
- 1:36:29Das braucht gut Sicht die Konsequenz zu nehmen und die Prioritäten dann ganz einfach zu setzen.
- 1:36:35Ja, die ist ja auch noch einmal klein.
- 1:36:37Ja, genau.
- 1:36:39Hat es du ein schönstes und nicht so schönes Sommelierlebnis?
- 1:36:43Also eins, wo du sagst, ja, darum mache ich den Job.
- 1:36:46Und du sagst, sucht noch jemand eine Schneiderin?
- 1:36:49Ja, oh Gott, schwierig.
- 1:36:55Schönstes Erlebnis.
- 1:36:58Vielleicht das erste Mal im Rastrosch, je nach dieser langen Zeit, wo unser Hotel gebaut wurde.
- 1:37:07Ja.
- 1:37:08Und dann wirklich mal echte Gäste da sitzen haben und alles, also alle waren happy, Rastrova voll.
- 1:37:17Jeder nimmt Empfehlungen an, ja, nicht so schöne Erlebnisse.
- 1:37:23Ich glaube die verdränge ich immer ganz gut.
- 1:37:26Gabs irgendwas...
- 1:37:28Ich versuche solche Sachen keinen Platz zu lassen.
- 1:37:31Das ist ganz wichtig, also auch für die positive Grundstimmung.
- 1:37:34Ja.
- 1:37:35Gabs Vorlauf-Fasen, du hast das Restaurant ja von Anfang an begleitet.
- 1:37:40Also hattet ihr Testgäste, wo du gesagt habt, so jetzt alle Azubis mal einmal fünf Kangen Menü essen
- 1:37:46oder seid ihr von null auf 180?
- 1:37:49Also wir haben das Lake-Side als Erstes aufgemacht.
- 1:37:54Da waren die anderen Rastrosch noch nicht fertig.
- 1:37:57Und da hatten wir dann weniger Gäste, keine richtigen Testgäste.
- 1:38:03Okay.
- 1:38:04Wir hatten einen Testmenü, da waren wir selbst die Gäste in der Berufsschule,
- 1:38:11als wir im Hotel noch nicht kochen durften.
- 1:38:14Okay.
- 1:38:15Das war sehr witzig.
- 1:38:17Ja.
- 1:38:18Ich glaube ich.
- 1:38:19Wir haben so Schultischen gegessen, mit dem Hoteldirektor zusammen.
- 1:38:23Oh wow.
- 1:38:24Ja.
- 1:38:25Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?
- 1:38:28Ich finde, ich bin ein Pinot Noir.
- 1:38:34Okay.
- 1:38:35Ja.
- 1:38:36Was für einer?
- 1:38:37Ich würde sagen, was für einer.
- 1:38:44Ein Pinot Noir aus Bürgstadt.
- 1:38:50Ah, schön.
- 1:38:51Ja.
- 1:38:52Ich komme ja aus Franken.
- 1:38:54Ja, ja.
- 1:38:55So kommt der Pinot Noir dann auch daher.
- 1:38:59Und ich bin immer für Überraschungen gut.
- 1:39:03Man weiß aber auch nicht so richtig, was passiert.
- 1:39:08Also es kann die Stimmung sich schnell ändern,
- 1:39:12aber grundsätzlich geht alles in eine positive Richtung.
- 1:39:17Okay.
- 1:39:18Bist du ein reiferer junglicher Pinot Noir?
- 1:39:21Ja, ich bin ein mittleres Alter.
- 1:39:26Also.
- 1:39:27In der Entwicklung.
- 1:39:2810 plus oder?
- 1:39:30Ja, circa.
- 1:39:32Vielleicht 8 plus.
- 1:39:34Okay.
- 1:39:35Was wärst du aus der Familie geworden?
- 1:39:38Oder wenn du jetzt dich nochmal ...
- 1:39:41Ja, ich habe früher immer gesagt, Restaurant-Tester.
- 1:39:44Ja.
- 1:39:45Wobei ich glaube ich da heute nicht mehr die Geduld zu hätte.
- 1:39:49Jeden Tag so lange zu sitzen und zu essen.
- 1:39:52Und auch mehrmals am Tag.
- 1:39:54Für mich eine der schwersten Berufe, die es gibt.
- 1:39:56Und ich glaube, dass man das glorifiziert oder heroisiert.
- 1:40:00Ja, das war ja.
- 1:40:02Also das habe ich schon, wenn ich irgendwie 2 Wochen unterwegs bin,
- 1:40:06immer nur ein Restaurants essen muss.
- 1:40:08Ja.
- 1:40:09Und dann möchte man einfach nicht mehr.
- 1:40:12Eben.
- 1:40:13Und ich glaube, das ist für uns Weintester ja manchmal auch so.
- 1:40:19Man wird zu nörgelig.
- 1:40:23Also ich finde es schwierig in unserem Beruf ist manchmal so die Bodenhaftung zu behalten.
- 1:40:28Und auch im Geschmacksfeld eines Normalweintrinkers zu probieren.
- 1:40:33Danach auszusuchen und Verständnis dafür aufzubringen.
- 1:40:36Und ein Restaurant-Tester ist glaube ich da ja ähnlich,
- 1:40:40wenn man jeden Tag mehr oder weniger ein gewisses Level ist.
- 1:40:44Und dann Verständnis für das normale aufzubringen,
- 1:40:47ist glaube ich enorm schwer.
- 1:40:48Das habe ich mir bewundert bei einem neuen Restaurant-Tester.
- 1:40:50Ja, das glaube ich auch.
- 1:40:52Ja, und ich glaube, das ist einfach auch nicht gesund, so viel zu essen.
- 1:40:57Immer jeden Tag so viel.
- 1:41:00Das muss ja alles vertraut werden.
- 1:41:02Nee.
- 1:41:03Und dann reist man viel.
- 1:41:05Das ist ständig nicht im eigenen Bett.
- 1:41:08Ja.
- 1:41:09Ich glaube, das schätze ich heute immer mehr, nicht viel reisen zu müssen.
- 1:41:14Nur freiwillig.
- 1:41:16Ja, genau.
- 1:41:17Also es ist mein freiwilliges Reisenbereich ja ungemein.
- 1:41:20Aber wenn das machen muss, ist es schön.
- 1:41:23Also aktuell bin ich super happy genau mit der Situation, wie sie ist.
- 1:41:29Toll.
- 1:41:30Also schönes Leben.
- 1:41:31Vielleicht der schönste Beruf für mich, den es gibt.
- 1:41:35Kann ich mehr als nachvollziehen.
- 1:41:37Ich habe noch Ziele und Wünsche.
- 1:41:39Du sagst in fünf oder zehn Jahren.
- 1:41:42Kann ich mir das vorstellen, möchte das machen?
- 1:41:45Ich bin offen für alles.
- 1:41:48Ich hoffe, dass die Gastronomie sich weiterentwickelt,
- 1:41:52dass durch die Inflation nicht die kleinen Betriebe flöten gehen.
- 1:41:57Also, dass die einen Weg finden zu überleben,
- 1:42:00dass die Individualität bleibt
- 1:42:03und dass die Menschen es schätzen, von Menschen bedient zu werden
- 1:42:08und nicht an einem Tablet zu bestellen.
- 1:42:11Ja.
- 1:42:12Dass Service großgeschrieben wird, Persönlichkeiten wichtig sind.
- 1:42:17Ja, das ist so die generelle wichtige Entwicklung.
- 1:42:22Ich glaube auch bei aller KI-Entwicklung, die ich teilweise sehr wertschätzunggroßartig finde
- 1:42:28und wo ich das durchaus verstehe, wenn jemand sagt,
- 1:42:31dass sich viele Berufsfelder ganz gravierend verändern werden,
- 1:42:35auch viele Berufe sich verändern werden,
- 1:42:37bzw. auch teilweise gestrichen werden in den nächsten fünf bis acht Jahren,
- 1:42:41dass das die große Chance für die Gastronomie oder für eine gewisse Art von Gastronomie ist,
- 1:42:46wo man das Mensch nicht mehr, also mehr Wert schätzt und nicht mehr missmöchte.
- 1:42:53Ja, das ist hoffentlich so.
- 1:42:57Und letztlich unsere Aufgabe dann auch als Sommies dort mit Qualität,
- 1:43:01also auch über dem Wein hinaus mit menschlicher Qualität zu brillieren,
- 1:43:07oder zu, woran wertest du einen guten Sommie?
- 1:43:11Hast du da Parameter, wo du sagst, die Eloquenz, das Wissen?
- 1:43:16Ja, und ich würde sagen, das Wichtigste ist vielleicht das Menschliche,
- 1:43:21dass es ein guter Gastgeber ist, bevor das Wissen kommt.
- 1:43:25Also wenn ich mein Wissen hätte und super unfreundlich wäre zu unseren Gästen
- 1:43:33oder keine Lust mehr auf Menschen hätte, dann würde mir dieses Wissen doch gar nichts bringen.
- 1:43:40Also ich muss doch einfach Lust drauf haben, den Leuten besondere Momente zu schenken.
- 1:43:48Und das ist so das. Die Lust andere zu überraschen.
- 1:43:52Und die Lust, Leuten einen schönen Aufenthalt zu geben
- 1:43:58und unvergessliche Momente und Geschmackskompositionen zu bilden.
- 1:44:04Jetzt probiere ich schon seit 30 Jahren Wein, aber ich muss gestehen, so habe ich Wein in der Tat noch nie probiert.
- 1:44:16Ich fand es unglaublich interessant, anders an den Wein daran zu gehen,
- 1:44:20sprich, dass man erstmal all seine Informationen für sich sammelt, um den Wein dann zu erkennen,
- 1:44:24aus dem Wissen heraus, was man hat und sich nicht aus einer emotionalen Entwicklung heraus,
- 1:44:28vielleicht schon vorzeitig falsch für seinen Call entscheidet.
- 1:44:31Und seitdem habe ich es zwei, drei Mal probiert und ich war so viel besser.
- 1:44:34Ich habe richtig viel gelernt. Vielen Dank, liebe Stephanie.
- 1:44:37Es war ein großartiges Gespräch, es hat viel Freude gemacht.
- 1:44:40Es war geprägt von so viel Ruhe und ich empfand es als sehr, sehr bereichert.
- 1:44:44Danke, dass du unser Gast warst. Und auch danke euch ihr Liebenhörer.
- 1:44:47Nicht zuletzt dafür, dass so viele, der man kann jetzt schon fast sagen, Alten folgen, immer und immer wieder nachgehört werden.
- 1:44:55Das finde ich so begeisternd.
- 1:44:57Das freut mich sehr, wenn ihr Anregungen, wenn ihr Fragen, wenn ihr Wünsche habt, schreibt mir eine Mail.
- 1:45:01Und der Silvio @somye.com Website oder einen DM auf jedem sozialen Kanal.
- 1:45:06Apropos Social Media. Vielen Dank fürs Liken, vielen Dank fürs Begleiten und natürlich sehr fürs Bewerten.
- 1:45:11Das hilft uns sehr, weil es diesen Podcast und dieses Projekt ein Stückchen weiter voran bringt.
- 1:45:16Daher für alle, die es bereits getatet haben, ein großes Dankeschön und dies noch nicht getan haben, würde mich sehr freuen.
- 1:45:22Und auch ein großes Dankeschön unserem Partner, der Schlummbägergruppe mit den Handelshäusern von SioVini, Segnetz und Schlummbäger
- 1:45:28und dem Privatkunden-Portal Bremer Weinkollek für die händische und wirtschaftliche Unterstützung.
- 1:45:33Danke Ihnen ist dieses Projekt möglich. Vielen lieben Dank dafür.
- 1:45:37Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast bis vor dem Podcast.
- 1:45:41Und ich freue mich auf die kommende Woche, ich freue mich auf Freitag und ich freue mich aus Steinstraube auf Maria Bidschnjaj.
- 1:45:48Hallo hier ist Hansa Kreepholz vom Weintgut Ökonomierat Kreepholz in Siebeldingen.
- 1:46:05Die Zusammenarbeit mit Somliers und auch die Bereitstellung von Praktikaplätzen für angehende Somliers hat bei uns eine sehr lange Erfahrung.
- 1:46:15Deswegen war es so, als wir 2008 die Anfrage aus der Villa Rothschild hatten, ob wir für Stefanie Hain ein Praktikum Platz bereitstellen,
- 1:46:27waren wir natürlich sofort bereit.
- 1:46:30Wir hatten vorher Marianne Hens und aus dem gleichen Haus und auch hier sehr gute Erfahrungen gemacht.
- 1:46:38Als Stefanie dann bei uns auftauchte, fiel uns auf.
- 1:46:43Sie ist ein ganz normaler Mensch wie ich und du und hat keine Allüren und ist aber auch sehr zielstrebig, wissbegierig
- 1:46:57und immer mit ihrem lachen und dem leichten fränkischen Akzent.
- 1:47:04Das ist ganz, ganz typisch für sie.
- 1:47:08Wir haben sie die ganze Zeit, auch nach der Praktikum bei uns, immer Kontakt mit ihr gehalten.
- 1:47:18Sie ist zur Freundin der Familie geworden und wir haben ihren Weg stets verfolgt und bewundert
- 1:47:25und sind sehr stolz den Werdegang der Master Somliers ein kleines, kurzes Stückchen begleitet zu haben.
- 1:47:35Es war sehr schön, Hamburg ist ja so ein bisschen ihre Heimat geworden.
- 1:47:42Vorher war sie in Luiz-Jacob und mit Lidwina Wehe zusammengearbeitet.
- 1:47:51Danach, auch in der Zeit, also mit von Christian Jürgens dann angefragt wurde, das weiß ich noch, da haben wir dann telefoniert,
- 1:48:02hat sie gesagt, soll ich das machen.
- 1:48:04Und das war natürlich großartig, auch dass sie dort eben diesen Schritt zu ihrer Ausbildung, die ja wirklich ein unglaubliches Fachwissen voraussetzt,
- 1:48:17dann, dass ihr das ermöglicht wurde und dass ihr das gemacht habt, fand ich großartig.
- 1:48:23Und ich erinnere mich dann aber auch noch an den Besuch in Hamburg, in Rohbau des Fontenets,
- 1:48:31als sie mir dann das gezeigt hat, des Restaurants und auch des Hotel.
- 1:48:38Damals, wirklich, man musste schon ein bisschen Fantasie haben, um sich das vorzustellen, was daraus wird.
- 1:48:46Aber ich kenne es natürlich jetzt auch, wie es fertig aussieht und wo sie arbeitet.
- 1:48:53Das ist natürlich schon ein tolles Haus und man hat aber auch gemerkt zu diesem Zeitpunkt,
- 1:49:02dass diese Herausforderung des zu gestalten, mitzugestalten, das war etwas, was sie eben dann gereizt hat und was er wirklich mit stolz erfüllt hat.
- 1:49:15Und ich wünsche ihr ganz, ganz viel Glück, sowohl weiterhin beruflich, aber auch privat und familiär.
- 1:49:25Alles Gute weiterhin, Stefanie.
- 1:49:29[Musik]