Latest / SOMMELIER / Bernd Kreis - Das Chamäleon unter den Sommeliers
Transcript
- 0:00Mein Name ist Gerd Aldinger. Ich stehe für die 15. Wengertageneration einer schwäbischen
- 0:19Wengertafamilie und möchte ein bisschen was über einen großartigen Freund sagen. Ich kenne
- 0:25Bernd Kreis. Seit über 35 Jahren. Er fing damals bei Vincent Skling im Postillon in Mündern als
- 0:32Sommelier, kam zu uns ins Weingut und muss einfach sagen, er ist unheimlich sympathisch. Für mich ist
- 0:39er aber auch ein großer Lehrmeister. Warum Lehrmeister? Ich habe einfach in der Weinbauschule
- 0:44das Wein machen nach traditioneller Art gelernt. Aber Bernd gab mir immer wieder Anstöße, so wie
- 0:51auch Frank Kemmer und Obi, die großen Drei von der Stuttgarter Region, dass man andere Weine
- 0:58machen kann, wie einfach Menge, Menge, Menge. Sie zeigten mir, was auf der Welt getrunken wird,
- 1:07was auf der Welt produziert wird, ob in Frankreich, in Italien, in Spanien. Wir haben es versucht,
- 1:14gemeinsam umzusetzen durch Ertragsreduzierung, durch traditionelle Ausbauarten, weniger Filtration
- 1:21einfach umzugehen, wie man es vor langer, langer Zeit gemacht hat. Und somit freue ich mich,
- 1:29einen der ganz Großen als Freund zu haben. Vielen Dank.
- 1:33Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zomehi", die interessantesten
- 2:01Munchenke unserer Zeit. Da ich einmal vor jetzt schon über 30 Jahren in Stuttgart arbeiten durfte,
- 2:07ist Bernd Kreis schon seit sehr langer Zeit für mich einen der absoluten Korrefänen dieser
- 2:12Weinwelt. In seinem kleinen Weinladen, den er früher nebenher geführt hat, durfte ich meine
- 2:17erste Flasche "Puny Moraché" kaufen, um mich von seiner Beratungsleistung mehr als begeistert
- 2:23fühlen. Schon damals war er jemand, der jeden an die Hand nehmen, begleiten und eben begeistern
- 2:28konnte. Letztlich erst seit diesem Podcast wurde mir bewusst, dass Bernd schon sechs Jahrzehnte
- 2:33auf dem Buckel hat, was mir gar nicht bewusst war, weil er noch so lebendigst so frisch und so
- 2:38offengeistig wirkt. Der Vater dreier Kinder hat im Steigenberger Hotel in Baden-Baden Ende der
- 2:4380er Jahre seine Ausbildung gemacht. Wechselte danach als Kellner ins Invaloche Castle nach
- 2:49Schottland, war direkt darauf "Zomehi" im Restaurant Barreis und als "Zomehi" im Restaurant
- 2:55Wielandshöhe in Stuttgart, die Weininstanz in Stuttgart schlechthin. Und das für zehn Jahre.
- 3:02Von 1991 bis 2001, 1994 gründete er so nebenher, seine Weinhandlungkreis. Und was ich bisher
- 3:09noch nicht wusste, 1994 bis 2020 ist er selber Winzer mit einem kleinen Weinberg in Stuttgart-Degaloch,
- 3:16der jetzt von seinem Sohn Kian geführt wird. National wurde Bernd bekannt durch zahlreiche
- 3:21Veröffentlichungen in vielerlei Zeitschriften und Zeitungen, von mit der 1990er bis mit der 2000er
- 3:26Jahre sowie als Co-Autor und Autor zahlreicher Weinbücher. Eine seiner absoluten Höhepunkte
- 3:32in seiner Karriere war neben vielen verschiedenen Auszeichnungen als "Zomehi" des Jahres,
- 3:36"Weinhänder" des Jahres, von verschiedenen Organisationen und Medien die Wettbewerbsauszeichnung
- 3:41zum besten "Zomehi" Deutschlands und zugleich und im gleichen Jahr 1992 zum besten "Zomehi" Europas.
- 3:48An der jetzt noch überexistierenden Weinhandlungkreis in Stuttgart kommt keiner vorbei, der sich
- 3:53irgendwie intensiv mit Wein beschäftigt. Und zu einem nahezu Kultobjekt entwickelte sich relativ
- 3:58schnell nach Eröffnung die noch recht jugendliche High Fidelity-Par, die Weinbar in Stuttgart,
- 4:04in der man unbedingt einmal gewesen sein muss. Doch was mich bei Bernd am meisten fasziniert,
- 4:09ist diese unfassbare Bodenständigkeit, die er nach wie vor lebt. Und davon könnt ihr euch gleich
- 4:15selber überzeugen. Herzlich willkommen bei "Zomehi", die interessantesten Mundschränke unserer Zeit,
- 4:20lieber Bernd Kreis! Jeder von uns kennt die Tnutter San Leonardo, da bin ich sicher, zumindest wenn man
- 4:31so einigermaßen im feinen Weinbereich unterwegs ist. Doch bin ich nicht sicher, ob wirklich viele von
- 4:36euch jemals den Sordenreiten Kammener, den Rosato, die Spumante, oder sogar den Riesling,
- 4:42ja die haben Riesling oder Hinterre oder den Villa Gresti probiert haben. Also neben diesem
- 4:47eigentlichen Kult, diesen außergewöhnlichen Wein gibt es noch so viel auf diesem Weingut zu
- 4:52entdecken und ich bin auch nicht sicher, ob viele von euch wissen, dass dieses Weingut bereits auf
- 4:56300 Jahre Weingutsgeschichte zurückblickt. Die 1000 Jahre alten Klostermauern sind die Residenz,
- 5:02sowohl für das Weingut als auch für die Familie Marquesigore de Gonzaga. Geschützt ist dieses
- 5:07Anwesen und eben damit auch das Weingut durch die massive Barriere der Alpen, die vor allem
- 5:12die kalten Nordwände abhält, während der Boden der Weingutsberge von den nahegelegenen Gardasee
- 5:19sehr stark profitiert. Und so scheint es netter Nutter, dass die Zeit stehen geblieben ist,
- 5:23denn die Weine werden nach wie vor handwerklich und in einem perfekten Einklang mit der Natur
- 5:29produziert. Ja, die Seele des Weingutes ist die Familie Gorea de Gonzaga und das bereits seit
- 5:35dem 18. Jahrhundert. Marquesigaros Vater war ein absolut leidenschaftlicher Winzer und hat das gut
- 5:40erst mal zwischen dem späten 18 und dem frühen 19. Jahrhundert komplett neu organisiert. Doch der
- 5:45eigentliche wahre Winzer war Carlo, der Winzer der Familie. Seine Liebe zu großartigen Weinen
- 5:52führte dazu als er über 50 Jahre hinweg, seine kompletten Bemühungen, sein komplettes Engagement,
- 5:57seine komplette Zeit auf San Leonardo konzentrierte und fokussierte. Carlo Gorea de Gonzaga,
- 6:03dessen Ausbildung nicht nur davon geprägt war, dass er die Grundzüge des Grundwissen eines
- 6:09landwirtschaftlichen Betriebes zugunsten der den Nutter San Leonardo verstehen, implantieren und
- 6:15neu definieren wollte, sondern von einer absolut faszinierten Neugier auf die großen Weine dieser
- 6:22Weinwelt. Allen voran das Bodo. Diese Neugierde brachte ihn dahin, dass er sich dazu entschloss,
- 6:28in Luzan Önologie zu studieren und diese Kenntnisse auf Forschungsreisen, also richtigen
- 6:34Forschungsreisen nach Frankreich und Nitozcana zu vertiefen. Mit keinem geringeren Partner als
- 6:39mit Sanguido begann er eine lange und sehr gewinnbringende Partnerschaft und Mario in
- 6:44Schiesa de la Rocketta verriet Carlo alle seine Geheimnisse im klassischen Bordeliser Verschnitt,
- 6:51so dass in jeder Hinsicht sein önologischer Vater wurde. Diese Leidenschaft, diese Liebe zu
- 6:57Wein zu den Weinbergen und zu dem Anwesen gab er an seinen Sohn Anzellmo weiter, der heute das
- 7:03Familienwein gut leitet und jede seine Entscheidung in Abstimmung und Symbole der Familie und dem
- 7:10großartigen Wein San Leonardo trifft. Doch was sind die Fakten? 300 Hektar umfasst das gesamte
- 7:16Gut, davon sind 30 Hektar mit Weinbergen bepflanzt, die sich in einer Höhe von 150 Meter über dem
- 7:21Meeresspiegel befinden, wobei der Merlot auf kieselhaltigen Böden angepflanzt wird, die einst das
- 7:27Flussbett eines der Nebenflüsse der Edge-Fahren, der Cabernet Sauvignon und die alten Weinberge
- 7:33Carmenäer werden auf überwiegend sandigen Böden angepflanzt. Alle Böden sind extrem gut entwässert
- 7:40und regerecht unfruchtbar, damit sie Weine mit sehr ungewöhnlichen Antoxanwerten hervorbringen.
- 7:46Ungewöhnlich und das nicht nur fürs Trentino. Seit 2015 stellte man sukzessive auf biologischen,
- 7:54ökologischen und seit 2018 auf biodynamischen Beinbeum, was 2018 zertifiziert abgeschossen
- 8:01wurde. Im gleichen Jahr zertifizierte die Organisation BWA Friends of Biodiversity San Leonardo
- 8:08als Freund der Biodiversität und bezeugte damit San Leonardo's tiefes Engagement für
- 8:13die Erhaltung des Charakters seines Anbaugebietes. Dem Trentino oder besser dem Edge-Tal, wo
- 8:20es zwischen den Hängen des Monte Baldo und der Lassini-Berge situiert ist. Im Winter
- 8:25sind die Weinberge nach wie vor recht häufig vom Schnee bedeckt, was die Weinreben vor
- 8:31den extrem kälte Temperaturen schützt. Während der Wachstumsperiode herrscht ein außergewöhnlich
- 8:36positives Klima, was die Trauben hervorragend gedeihen lässt. Die Temperaturunterschiede
- 8:40zwischen Tag und Nacht sind auch während der Sommermonate sehr beträchtlich, sehr
- 8:46beachtlich und zum Teil geprägt von einem bis zu 30 gradigen Temperaturgefälle, was
- 8:52nicht nur die Intensität der Aromen in den Trauben, sondern auch die Reifezeit extrem
- 8:57begünstigt. Im gesamten Jahr und ganz besonders in den heißen Monaten, fiegt regelrecht der
- 9:02Windora de Gada über die Weinberge und erwärmt und trocknet die Blätter und schützt sie
- 9:07somit vor Pilzkrankheiten. Alles in allem ein Geschenk der Natur. Und von den nicht
- 9:11wenigen perfekten Flaschen, die hier alljährlich erzeugt werden, gelangen einige in die Weinbibliothek
- 9:18des Gutes. Wo Jahr für Jahr seit dem Eröffnungsjahr von San Leonardo zahlreiche Flaschen verschiedenen
- 9:25Größen aufbewahrt werden, um diese auch nach 10, 20, 30 oder mittlerweile schon über
- 9:3140 Jahren öffnen zu können. Vielen Dank für solche besonderen Weine. Vielen Dank
- 9:36für dieses riesige Engagement. Vielen Dank für die Unterstützung unseres Podcasts. Und
- 9:40vielen Dank auch dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnitz.
- 9:44Du hast ja im Prinzip alle, wirklich alle Facetten, also der Weinpräsentationsebenen
- 9:52bespielt. Also du warst Somie, du hattest einen kleinen Weinladen, also einen Einzelhändler.
- 9:59Du bist und warst Großhändler und jetzt bist du wieder Gastronom. Ist da irgendwas, wo
- 10:06du sagst, das war mein Liebstes? Naja, also ich war ja auch Winzer. Ich habe ja eine eigene
- 10:13Weinberge gehabt. Das wusste ich nicht. Ach klar, weil ich will immer gerne wissen, wovon
- 10:19ich rede. Und das fand ich auch ganz großartig. Also es ist hier ein Weinberg in Stuttgart
- 10:27in Degaloch, ein Viertelhäktar, aber alles steil und terrassiert und so weiter, alles
- 10:33in Handarbeit. Wow. Und ja, also ich habe immer jede Einzeltätigkeit, habe ich sehr gemocht.
- 10:41Und die als Winzer vielleicht am meisten, aber das war ja jetzt nie mein Bruderwerb,
- 10:51sondern das war mehr so ein erweitertes Hobby. Warum die am meisten? Ja, ich bin gerne in
- 10:58der Natur. Ich bin so ein Landei, ich bin in einem ganz kleinen Dorf in Spessart groß geworden
- 11:03und liebe einfach die Natur und den Umgang mit der Natur. Und das Schöne am Winzerberuf,
- 11:12wenn ich das so sagen darf, ist, dass es ziemlich kreativ ist. Das heißt, du kannst
- 11:17einfach unheimlich viel Einfluss nehmen auf das Produkt, das du hinterher haben möchtest,
- 11:22auf den Wein. Und das habe ich immer versucht und habe dann natürlich, klar jedes Jahr hast
- 11:28du halt nur einen Versuch, aber ich habe mich langsam hingetastet, bis ich da war, wo ich
- 11:34auch gerne in etwa hin wollte. Das war ganz toll. Also das heißt, du gestaltest. Auf der
- 11:40anderen Seite bist du natürlich auch, sag mal, der Natur unterworfen. Du musst also immer
- 11:45sehr viel reagieren auch oder auch viel antizipieren und das hat mir immer wahnsinnig viel Spaß
- 11:52gemacht. Hast du auch das Gefühl, dass sowohl Händler als auch Sommys als auch Winzer
- 12:00Wein unterschiedlich betrachten? Ja, also das habe ich total gemerkt, als ich eben selber
- 12:08mein Weinberg angefangen hatte und ein paar Jahre bearbeitet hatte. Ich habe eine völlig
- 12:13andere Ernährungsweise zum Wein bekommen und eine andere Sichtweise. Also ich kann das
- 12:20Winzer besser verstehen als früher. Ja. Und bist mit denen jetzt sozialer oder empathischer?
- 12:26Also wie gehst du anders jetzt mit denen um als vorher? Oder ist das genau gleich? Du
- 12:31verstehst sie halt einfach nur. Nein, es ist schon auch ein anderes Verhältnis. Ich würde
- 12:37sagen, es ist ein bisschen mehr auf Augenhöhe als es vorher war, weil wenn du vorher so
- 12:43unsomelier warst oder bist oder Weinhändler, dann bist du irgendwie so auf der anderen
- 12:48Seite. Da hast du ja auch andere Bedürfnisse und in der Tat, du siehst den Wein anders,
- 12:54du verkostest Wein aus anderen Beweggründen, auch unsomelier und Weinhändler unterscheiden
- 13:00sich da und die wenigsten wissen eigentlich so richtig, was ein Winzer macht und was es
- 13:08bedeutet. Diese ganzen Arbeiten, was es bedeutet, die Rückschläge. Also das ist ein ganz furchtbares
- 13:15Erlebnis, wenn du zum Beispiel den ganzen Tag im Hochsommer, im Weinberg geschuftet hast
- 13:20und dann packst du gerade deine Sachen zusammen und plötzlich zieht eine dunkle Wolke auf
- 13:25und es kommt ein Hagel. Und dann siehst du alles den Bach runter, schwimmen. Das ist
- 13:30ganz furchtbar. Das kann man sich natürlich überhaupt nicht vorstellen, wenn man das selber
- 13:35niemals so miterlebt hat. Und das Schöne ist auch, das heißt, wenn ich mir ein Weinberg
- 13:41angucke, ich habe da jetzt über 25 Jahre Erfahrung, dann weiß ich halt sofort, was los ist.
- 13:48Ich weiß sofort, in welchem Zustand der Weinberg ist, ob der Winzer mir irgendein Bullshit erzählt
- 13:54hat über das, was er so macht, ob es stimmt. Und das ist natürlich eine großartige Sache
- 13:59und kann dann auch tatsächlich sofort mit den Leuten irgendwie in die Tiefe gehen über
- 14:05Rebschnitt oder Erziehungsmethode usw. und das finden die toll.
- 14:11Und das hast du dir selber angeeignet oder hast du während des ersten Jahres alle Winzer,
- 14:16die du kennst, angerufen und gesagt, wie schneide ich jetzt, wie bin ich jetzt, wie, also als
- 14:22Sommi weiß man ja gar nicht um die einzelnen Abläufe. Also man denkt ja, der Weinbexel
- 14:27ist im Flasch, er ist übertrieben formuliert, der Weinfleck ist im Flaschen am Stock und
- 14:31dass da 300 Entscheidungsprozesse zwischenstehen, wo man sagt, das und so und was spritzt sich,
- 14:39wie spritzt sich überhaupt und.
- 14:41Ja, gut, ich meine, die Sommeliers stehen ja im Ruf immer den Winzern erklären zu wollen,
- 14:47wie man meinen macht. Also das ist ein bisschen der Maglich, der uns anhaftet.
- 14:54Und sag mal mal, du lernst natürlich schon so die Grundzüge, aber die Details, sie kennst
- 15:03du nicht so. Und in der Tat habe ich erstmal natürlich mir so viel Fachliteratur besorgt
- 15:08wie möglich. Also der junge Winzer und so, Band 1, Band 2 und alle möglichen Bücher
- 15:15über natürlich dann auch biodynamischen Weinbau, wobei ich mal nur mal so angefangen hatte,
- 15:21um dann dynamisch zu arbeiten, aber nebenher zum Restaurant und so morgens um 3 aufstehen
- 15:27und dann Präparate anrühren, das habe ich ziemlich schnell wieder seingelassen. Also
- 15:32deswegen war es jetzt in Anführungsstrichen nur bio. Aber ich habe dann eben alles Mögliche
- 15:37gelesen, was ich an Fachliteratur bekommen konnte und habe aber auch eben Winzer zur
- 15:46Rate gezogen, die mir geholfen haben, vor allen Dingen, als es dann losging mit dem ökologischen
- 15:50Weinbau. Findest du, weil du es gerade erwähnt hattest, dass Sommys dem Winzern Glauben erzählen
- 15:58zu müssen, wie Wein gemacht wird, eher Übergriffe oder dass viele unserer Kollegen übergriffig
- 16:04sind und das zu stark machen. Manchmal hatte ich schon das Gefühl, als würde es Winzer
- 16:10interessieren, welche Meinung man hätte oder welche Erfahrung man hätte. Also das auf jeden
- 16:15Fall. Wo ist da die Gradwanderung? Weil du bist ja unfassbar zu vorkommen, höflich
- 16:20wahnsinnig kollegial und vielleicht hilft es ihm ein oder anderen, wie du das machst oder
- 16:25welche Herangehensweise du dort hast, weil du natürlich durch das viele Verkosten auch
- 16:29eine Meinung hast und diese Meinung natürlich auch dem Winzer interessiert und ihm hilft.
- 16:34Ja, also ich glaube, das hängt mit der Einstellung zur Verkostung, mit der Einstellung zum Wein
- 16:43zusammen zu sehen. Und zwar, wenn du, es gibt viele Leute, die verkosten unheimlich schnell
- 16:49und manchmal auch schon mit einem vorgefertigten Ergebnis. Ich versuchte so zu machen, dass
- 16:55ich mal den Wein und die ganzen Informationen mal auf mich einwirken lasse und dann meine
- 17:01eigenen Eindrücke schildere. Aber es gibt halt welche, die sagen, ja du hast jetzt dieses
- 17:06und jenes Holz genommen, aber du musst doch jetzt diese Bariks nehmen oder Beton eignet,
- 17:12es geht gar nicht und so weiter und so fort. Solche Sachen kommen natürlich jetzt nicht
- 17:16so wahnsinnig gut an. Die meisten Winzer lassen sich das erst mal nicht so anmerken, ärgern
- 17:22sich dann aber hinterher ein bisschen. Und ich habe halt gelernt auch durch meine Weinbergsarbeit,
- 17:32dass ja so ein Wein, zu den Weinentstehungen, das ist ja unheimlich komplex und dafür
- 17:38sind einfach viele Wege nach Rom und ich versuch's dann immer so auszudrücken, dass es mein
- 17:47eigener persönlicher Eindruck ist und der muss ja auch nicht immer stimmen.
- 17:51Könntest du einen perfekten Wein machen? Also glaubst du, dass jemand, der das vielleicht
- 17:56nicht entweder studiert oder in der Familie aufgewachsen ist, rein, wenn es total non-commerziell
- 18:03ist, sondern man einfach die Perfektion liebt, dass man da in einer Lage ist, einen großen
- 18:09Wein zu erzeugen oder braucht man dafür drei Leben?
- 18:13Das weiß ich nicht. Also ich glaube, es gibt einen Unterschied zwischen perfekter Wein
- 18:18und großen Wein. Also ein perfekter Wein ist ja vielleicht einer, der önologisch gesehen
- 18:26perfekt ist, der so frei von Fehlern ist und bestimmte Eigenschaften hat, die man grundsätzlich
- 18:31mal einem sehr guten Wein zuschreibt, aber davon gibt's ja jede Menge.
- 18:37Die sind ausreichend bekannt, meistens teure Etiketten und das sind wirklich perfekte
- 18:44Weine. Also an denen gibt's nichts auszusetzen, bloß passiert nichts, wenn du die trinkst,
- 18:50wenn du die probierst. Du sagst ja, das ist alles da, alles da kann man eigentlich nicht
- 18:55besser machen, aber irgendwie null Persönlichkeit, da springt der Funke nicht über. Und ich
- 19:02glaube, das ist der Unterschied zum großen Wein. Ein großer Wein ist etwas, wo auch
- 19:06wirklich was passiert. Du sagst, wow, das beeindruckt mich jetzt einfach, das berührt mich. Und
- 19:13das gibt viele Weine, die sind so, aber die sind meistens gar nicht perfekt.
- 19:16Das stimmt in der Tat. Also das sind Weinen dann manchmal eben auch von, also ich vermahte
- 19:23es so, vergleich mir zum perfekten Gesicht. Wenn du manchmal siehst, so richtig perfekt
- 19:28von mir aus geschminkt oder was auch immer, du sagst wow und stehst davor und dann fehlt
- 19:32aber vielleicht die kleine Narbe, die das Leben gezeichnet hat oder keine Ahnung, die
- 19:36Unebenheit oder was das Ganze dann interessant macht, wo man nochmal hinschauen möchte.
- 19:40Was ist eigentlich Wein für dich? Was ist Wein für mich? Also ja.
- 19:49Gerade in deiner Situation eine wirklich mega provokante Frage. Du siehst es aus verschiedenen
- 19:56Ebenen, aber was ist Wein für dich?
- 19:58Also Wein ist für mich ja schon auch ein Lebensinhalt. Und das ist ein Thema, das mich
- 20:12vielleicht gefunden hat, weil ich habe es eigentlich nie gesucht, aber es hat mich irgendwie
- 20:16gefunden und das eigentlich auch mein Leben erfüllt. Und darüber hinaus ist es natürlich
- 20:22auch der Wein an sich, etwas mit dem ich mich auch privat wahnsinnig gerne beschäftige
- 20:27und das mir sehr viel Freude und Genuss bringt. Ich weiß jetzt nicht, ich will da jetzt nicht
- 20:33so ins Philosophische gehen, aber es ist schon Lebensinhalt.
- 20:38Könst du dir ein Leben auch ohne Wein vorstellen? Also wäre das für dich denkbar?
- 20:42Wahrscheinlich sinnlos.
- 20:45Wolltest du mal was anderes werden? Also hattest du mal den Wunsch, dass du sagst,
- 20:52keine Ahnung, wenn Wein nicht mehr Corona, du kannst nicht mehr schmecken, kein Wein,
- 20:56bumm. Klar, du hättest einen Verkauf.
- 20:57Ich habe auch ein bisschen Angst.
- 20:59Ich auch, das war eine meiner größten Ängste, die es gab, wo ich dachte, boah, sonst wenn
- 21:02du ein Klavierspieler bei der Hände abhärkst.
- 21:04Ja, das ist ein bisschen ein Problem. Also eigentlich war mir klar, seitdem ich dann
- 21:11enger mit Wein zu tun hatte, das war während meiner Ausbildung zum Hotelfachmann, in den
- 21:1780er Jahren, dass das irgendwie schon die Richtung ist, die ich einschlagen möchte.
- 21:23Vorher hatte ich mir eigentlich eher eine Hotelkarriere vorgestellt. Also ich hätte
- 21:28mich dann eher mal als Hoteldirektor gesehen.
- 21:31War bei mir genauso. Also deswegen habe ich Hotelfachmann gelernt, weil ich dachte auch,
- 21:35dann zwischendurch kam der Bargedanker aber eigentlich mehr den Hotelweg und dann hat
- 21:42der Service in der Wein nicht gepackt. Und hattest du dann ein Vorbild oder hattest du
- 21:46ein Wegbereiter, jemand, der zu dir gesagt hat, während jetzt trinken?
- 21:49Nee, also das ist eine ziemlich kurios Geschichte, wie ich zum Wein gekommen bin. Und zwar,
- 21:57ich war längere Zeit bei der Bundeswehr in Norddeutschland, Lütchenburg genau, in
- 22:02Blesig-Holstein. Und meine Ausbildung habe ich gemacht, Berufsausbildung in Baden-Baden,
- 22:10damals in Steigenberger Hotel Badischer Hof. Und während dieser Zeit bin ich aufmerksam
- 22:16geworden auf den Unionwettbewerb, das Deutschen Weininstitut für Nachwuchskräfte in der
- 22:25Gastronomie. Und der fand dann in diesem Jahr ein Kielstart. Da dachte ich, ach, das ist
- 22:29echt praktisch. Da fahre ich doch da hoch und kann dann meine Kumpel treffen und so.
- 22:35Und von Wein keinen Schimmer gehabt. Und dann habe ich angefangen, mich über Wein zu informieren
- 22:41und mal so im Supermarkt die Liederflaschen gekauft, also was ist da mal so geabt. Kärner,
- 22:48Bachos, schon auch mal einen Zinfanteries legen, Müller-Turgau. Und habe mich dann
- 22:52so reingekniet, habe dann an diesem Wettbewerb teilgenommen, ganz schlecht abgeschnitten,
- 22:58ich weiß nicht, ob ich der letzte war oder vorletzte oder sowas. Und damals hatte der
- 23:04Markus Delmonego gewonnen. Und solange kenne ich den Markus auch schon. Und dann hat mich
- 23:12aber irgendwie der Ehrgeiz gepackt, weil ich fand diesen Wettbewerb so blöd und die Frage
- 23:16so unscheuert. Und dann habe ich gedacht, okay, nächstes Jahr komme ich wieder und zeig's
- 23:22euch. Und dann habe ich mich also noch mehr reingekniet und dadurch, dass ich in Baden-Baden
- 23:27gelernt hatte, hatte ich natürlich dann auch einen kurzen Weg zu den Winstern, zu den
- 23:31Weinbergen. Also das hat mich wirklich von Anfang an interessiert. Und habe dann viel
- 23:37mehr dazu gelernt, beim nächsten Mal aber auch nicht viel besser abgeschnitten, aber
- 23:41dann war es schon zu spät, da war ich infiziert. Ja. Und wer mir damals viel geholfen hat und
- 23:47tatsächlich einen Wegbereiter und Mentor war, das war der Guy Bonfort. Den kennen
- 23:53jetzt du, gönnt's ihn wahrscheinlich noch. Und das war so ein grand-seigneur. Das
- 23:58Wein ist und der war damals Gastronomie-Direktor für die Steigenberger Gruppe. Und natürlich
- 24:06auch schon der große Wein begeisterte und hatte damals auch schon Weinbücher geschrieben
- 24:10und so. Und das war jemand, der sich auch nicht zu schade war, zur ganz junge Talente
- 24:15zu fördern. Und also der hat mich, als ich da noch auszubilden, er war wirklich unter
- 24:20seine Fittiche genommen und so. Und das war ganz toll. Da habe ich unheimlich viel gelernt
- 24:24und der hat mir natürlich schon auch den Weg geebnet. Hat er jemals als Sommie gearbeitet?
- 24:30Ich kenne ihn nur als Gastronomie-Direktor und ihm aufgrund seiner wahnsinnigen Akribie,
- 24:36wenn er Wein verkostet. Also es war ja zeitlos sowohl vom Verkosten als auch vom Beschreiben.
- 24:41Ja, also man, das war wirklich ein wirklich ein ganz großer Verkoster, der natürlich
- 24:48so seinen ganz eigenen Stil hatte. Der ist schon sehr stark in die Aromen immer reingegangen
- 24:56und so. Und da war er unheimlich gut. Hängt wohl auch damit zusammen, dass sein Bruder
- 25:00war ein Fachmann für Aromen, leider bei Nestlé, aber ja, in der Schweiz. Und da liegt wohl was
- 25:11in der Familie. Aber ich glaube, der kommt tatsächlich aus dem Restaurantfach, also
- 25:18quasi Kellner oder so. Ich kannte ihn auch nur als Restaurant-Direktor für die Steigenberger
- 25:26Gruppe. Ich meine, der wäre sogar auch Hoteldirektor früher gewesen.
- 25:29Okay. Ja, was war so eine allgegenwärtige Persönlichkeit? Und ja, was ich großartig fand, dass man
- 25:35egal mit welcher Frage ihm behältigen konnte. Und zum einen hatte er eine Antwort, aber
- 25:40zum anderen war er auch immer bereit, diese Antwort zur Verfügung zu stellen, deshalb
- 25:44auf eine sehr freundliche. Aber und das fand ich so toll, auch sehr bestimmende Art. Also
- 25:49er war ganz so, ganz straighten und diese ganze, also man hatte gar keine Lust zu diskutieren,
- 25:55wer man wusste, man hat kein Recht. Ja, genau. Das war schon das Wort des Herrn, ja, und das
- 26:01gilt. Und er hat ja auch so einen besonderen Humor gehabt, nämlich nicht so mal alle richtig
- 26:06gut verstanden hatten. Ja, das stimmt. Da muss man manchmal zweimal nachdenken. Was ja
- 26:11nicht gegen ihn spricht, also grundsätzlich. Aber bei dem Wettbewerben ging es dann bei
- 26:16dir weiter. Bis zur Trophi-Royna, glaube ich. Da ging es weiter. Ja, genau. Also habe ich
- 26:22teilgenommen, da war ich dann ganz gut. Damals gab es ein badischen Wein-Kellner-Wettbewerb,
- 26:26so hieß der. Genau, da war ich, glaube ich, mal dritter oder so was und dann gab es ein
- 26:32Wettbewerb der Sopexa für den besten Sommelier Deutschlands mit französischen Weinen und
- 26:40Spirituosen. Da ging es also nur um diese Produkte. Da war ich auch ein, zweimal ziemlich gut,
- 26:46glaube ich, zweiter oder dritter oder so. Und dann kam die Trophi-Royna, also besser Sommelier
- 26:53Deutschlands und Europas. Das habe ich direkt hintereinander in einem Jahr gewonnen. Wahnsinn.
- 26:59Ja, und dann habe ich gedacht, jetzt ist es langsam Schluss. Ich bin dann durch Zufall, weil ich jemand
- 27:08vertreten hatte, bin ich dann auch noch mal in der Weltmeisterschaft gelandet, aber da hatte
- 27:11ich einfach nicht genug Zeit gehabt zum Vorbereiten und so. Und da war ich auch nicht mal im Halbfinale.
- 27:18Aber es war eine wunderschöne Reise. Das war damals in Rio de Janeiro. Das war ziemlich cool.
- 27:25Ja, und da ist ja dann, glaube ich, wirklich der olympische Gedanke, dass man einfach dabei ist
- 27:29und dass man das für sich selber auch mitnimmt und die Mehrwert heraus. Ich glaube bei jedem Wettbewerb,
- 27:34dass das dann irgendwo an der Lerde kommt. Du lernst unheimlich viel bei diesen Wettbewerben. Du bildest
- 27:42natürlich auch ein Netzwerk. Da muss man jetzt gar nicht als Netzwerker dahin, sondern das geht
- 27:48automatisch. Und das ist natürlich wunderbar, weil das sind Beziehungen, die laufen jetzt schon,
- 27:55naja, also wenn ich jetzt mal Anfang der 90er Jahre, also jetzt 35 Jahre fass.
- 28:00Wahnsinn. Und es wird dort auch noch das Handwerkliche gepflegt. Das finde ich halt so
- 28:06unglaublich wichtig und so präsent. Es gibt ja, glaube ich, die Möglichkeit, sich als Sommie-Meister
- 28:15ausbilden zu lassen in Deutschland. Und da ist, glaube ich, kaum eine bis keine Stunde Handwerk
- 28:20dabei. Also wo man lernt, wie man richtig dekantiert, wie man diesen alten Kram natürlich auf der einen
- 28:26Seite, der aber natürlich ganz viel Ästhetik mit dabei hat, der sehr viel Tradition, wo die Abläufe
- 28:31ja auch eine gewisse Sinnhaftigkeit irgendwo haben und es wird nirgends, also wirklich nirgends mehr
- 28:40vermittelt. Das finde ich so schade. Und ich habe das ja damals rauf und runter gebletet und
- 28:45in welche Westentasche dann die Staniolkapsel kommt und so weiter, das habt ihr im Schlaf gemacht.
- 28:51Ja genau, also diese Sachen, klar, hast du natürlich immer so Vorgaben gehabt, wie was
- 28:56durchzuführen ist. Das ist natürlich schon auch wichtig, damit ein gewisser Standard in der Branche
- 29:03herrscht und das finde ich sehr gut, dass es heute immer noch sehr intensiv bei diesen Wettbewerben
- 29:08abgefragt wird. Aber das sind eben nicht nur diese Dinge, sondern auch zum Beispiel jetzt hier hast du
- 29:14eine Magnumflasche, die schenkst du jetzt bitte aus in 18 Gläsern, so dass alles gleichmäßig ist
- 29:23und am Ende in der Flasche nichts mehr drin ist, du darfst aber nicht wieder zurück zum letzten Glas
- 29:27um nochmal nachzuschenken. Soche Dinge, um einfach diese berufliche Praxis, die ja häufig auch bei,
- 29:35die häufig einfach vergessen wird in der Somellerie, dass das mehr in den Vordergrund kommt,
- 29:42auch die Arbeit mit dem Gast, weil letztendlich in Somellerie ist ja jetzt nicht nur ein Weidexekon
- 29:49auf zwei Beinen, das finde ich gar nicht mal so wichtig, sondern Somellerie ist ja ein Gastgeber
- 29:54und der hat ja die Aufgabe dem Gast ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten und das ist viel
- 30:02mehr als irgendwie nur ein Wein zu dekantieren oder über eine Rebsorte zu schwadronieren.
- 30:09Das stimmt und ich finde, vieles sollte in gewisser Weise auch erhalten bleiben oder sollte man in
- 30:15irgendeiner Form auch weiterführen. Einfach wählt es ja doch eine sehr traditionelle oder traditionsbewusst
- 30:21Handwerklichkeit oder ein Berufsstand ist und ich finde es dann schade, dass das so ein Vergessenheit
- 30:28gerät. Du warst ja dann wahrscheinlich auch zu den Zeiten, ich weiß nicht, ob du dann schon in der
- 30:32Wielandshöhe warst, als du diese Wettbewerber hattest, aber in der Wielandshöhe darf ich dich kennenlernen
- 30:38dürfen, da warst du ja in Stuttgart und Umfeld die große Nummer, also was ist die Nummer eins,
- 30:44wieviel, zum einen konntest du aus den Wettbewerben dort mit reinnehmen in die Praxis und wieviel
- 30:50ist da jetzt in deiner jetzigen Gastronomie in der Weinbar noch im Brich geblieben? Also haben
- 30:56sich die Zeiten geändert oder hast du eine Sinnhaftigkeit noch manchen Dingen gesehen oder?
- 31:03Ja, also natürlich diese ganzen Abläufe, also ich mache eigentlich jetzt auch hier in der Weinbar
- 31:09die Sachen nicht viel anders als ich es damals in der Wielandshöhe gemacht hatte und in der Tat
- 31:15das so recht, also als ich den Europawettbewerb gewonnen hatte, da war ich schon in der Wielandshöhe,
- 31:20habe ich 1991 angefangen und war dort bis 2001, zehn Jahre, genau, man sehen sehr spannende Jahre
- 31:28wie der Familie klingt und ja, also im Prinzip den Weinzweifel, den ich jetzt mache, der unterscheidet
- 31:40sich nicht besonders davon, es ist natürlich nicht so nicht ganz so förmlich, also ich erlaubt mir
- 31:46auch mal eine Flasche Wein einfach so in der Hand aufzumachen und zum dekantieren nämlich keine
- 31:52Kerze mehr, sondern eine LED-Lampel, das funktioniert viel besser und ist einfacher und bei uns kommt
- 31:58die Flasche auf den Tisch beispielsweise, das heißt also es wird nur die erste Runde eingeschänkt
- 32:03und dann macht es der Gast selbst, also da ist schon, sagen wir mal, das ist nicht so der steife
- 32:10Service sowieso nicht, aber ich habe es immer, ich mache immer alles gerne so, wie ich es als
- 32:15Gast selber am liebsten hätte und ich finde es immer super, wenn ich mir selber nachschenken kann,
- 32:19weil ich immer so gerne und viel und schnell trink und dachte, ich gibt vielleicht auch ein paar Gäste,
- 32:25der geht so und es spart ein bisschen Arbeit, also das unterscheidet den Service, aber alles andere,
- 32:32also Temperaturen, Auswahl der Gläser, Karaffe, Karafieren, dekantieren, nicht Karafieren, also
- 32:39das ist alles gleich. Ich glaube auch, wenn man das einmal drin hat, dann ist es egal, wo man ist,
- 32:43dann wird man sich automatisch nicht degradieren oder wird man seine eigene Arbeitsetik auch nicht
- 32:50reduzieren, weil wenn man zu diesen fließenden Arbeitsablauf hatten, es ist auch nicht so viel
- 32:54Mehrwert, man muss nur darum wissen und es können, also welche Weile. Den Kohlst brauchst du unbedingt
- 33:01für deine Arbeit? Gibt es da irgendwas, wo du sagst, darauf möchte ich dich nicht verziehen?
- 33:04Korgenzieher natürlich. Ja, auch eine Zeit von Schraubern. Ja gut, mit dem Schraubverschluss ist
- 33:12mir am liebsten, ja also ich brauche kein Korgen mehr in meinem Leben, aber das ist ein Wunschdenken,
- 33:17also deswegen braucht man einen guten Korgenzieher und für schwierige Fälle habe ich auch noch so
- 33:22einen Federkorgenzieher, den ich dann manchmal einsetze und klar, Karaffe und statt einer Kerze
- 33:29habe ich halt so eine kleine LED-Lampel. Kann man auch sein Smartphone nehmen, geht genauso, aber sieht
- 33:35vielleicht im Service ein bisschen komisch aus. Kann vielleicht ein paar Wurze beantworten. Die
- 33:40Lampe ist auf der Rückseite. Klar, Karaffen habe ich schon gesagt, klar, so einen Flaschenkorb
- 33:50oder den Kantiersteiner brauchst du und was ich ein ganz tolles tul finde und das beste überhaupt
- 33:54ist Dropstop. Also das ist super, also machen wir immer bei den Rotweinen oben rein und das ist
- 34:03das ist ein tolles Arsch. Bringt schon viel, ja, was darauf kannst du zuerst verzichten. Also nicht von
- 34:09denen, die du jetzt erhast, sondern in der allgemeinen großen Zubehörwelt. Ihr habt ja bestimmt
- 34:13auch das eine oder andere bei euch im Laden, im Verkauf oder beziehungsweise hin und wieder die
- 34:19Nachfragen, dass jemand kommt und sagt, haben sie nicht eventuell einen Kühlschrank? Ja, haben die Leute
- 34:24ja oder so diese Turbo aus Giesa oder so, die jetzt die Weine extra belüften sollen. Also das ist
- 34:32echt überflüssig wie ein Kropfer. Ja, in der Tat. Also ich glaube, außer den essenziellen Sachen
- 34:38braucht man eigentlich nichts. Also es sind die aufs Wesentliche heruntergebrochen und selbst ein
- 34:43Thermometer erübrigt sich manchmal, wenn man ein gewisses Mundgefühl hat oder eben auch ein
- 34:48Champrer-Kühlschrank, der das auf einen Temperatur runterkühlen kann beziehungsweise auch jeder,
- 34:53wie kalt Eis ist. Also daher lässt sich das relativ schnell auch herleiten, was man da hat. Wie
- 34:59wichtig sind Gläser dabei für dich? Ja, gut, beim Gläsern bin ich jetzt wirklich sehr down to earth.
- 35:08Bist du? Ja, total. Also das Thema finde ich total überzogen. Das ist so ähnlich wie in der High-Fidelity,
- 35:17wenn die Leute so anfangen über Kabel zu reden und so. Aber ist das auch überzogen? Es bringt doch
- 35:23eigentlich bei Kabel. Ist schon der Unterschied, ob du jetzt ein 10 Cent Kabel hast oder ob du
- 35:30keine Ahnung, 5 Euro Kabel grundsätzlich? 5000 Euro Kabel. Manchmal ja, aber das kommt auch
- 35:41immer auf die Anwendung drauf an. Also ich habe ja schon auch eine sehr hochwertige Anlage bei
- 35:46uns in unserer Weinbar. Kommen wir vielleicht später noch mal dazu und da sind, da habe ich
- 35:54laut Spricherkabel, kostet ein Meter vielleicht 20 Euro oder so. Da fragen immer alle, was sind
- 36:00das für Kabel und sind immer ganz ganz erstaunt. Natürlich könnte ich auch welche nehmen die
- 36:0610-fache oder 15-fache kosten und vielleicht würde es auch ein bisschen besser klingen, aber anders.
- 36:12Aber es muss nicht unbedingt besser sein. Und wenn ich jetzt dieses Thema mit den Gläsern sehe,
- 36:17das kann ja am Ende jeder so machen, wie er will. Und wenn ich jetzt ganz hochwertige Gläser
- 36:23habe und das direkt vergleiche, dann kommt vielleicht raus, dass der Wein sicherlich anders
- 36:31riecht und schmeckt aus diesem Glas, vielleicht auch ein bisschen besser, vielleicht auch ein
- 36:34bisschen präziser. Aber auf der anderen Seite, wenn du sowieso nicht verkosten kannst, dann
- 36:40nutzt es so ein Glas, auch nichts. Und wenn du gut verkosten kannst und Spaß am Wein hast,
- 36:45hast du es auch mit einem etwas einfacheren Glas. Und ich finde, ein Glas muss natürlich,
- 36:51muss ein Weinglas gut sein, das muss eine entsprechende Form haben. Für mich soll es
- 36:56auch eine entsprechende Ästhetik haben. Aber was da jetzt hier so an einschlägigen Marken unterwegs
- 37:03ist, 50, 60 Euro des Glas plus minus, davon habe ich mich schon lange verabschiedet. Also brauche
- 37:13ich nicht. Wer es haben möchte, gerne. Es stimmt auch gut. Aber da kaufe ich mir lieber eine Flasche
- 37:21weit dafür. Ich finde es nur manchmal schade, aber das kann vielleicht auch mein persönliches
- 37:26Problem oder Thema sein, wenn sich jemand so viel Mühe gibt, eben von Winzer's Seite. Und auf
- 37:32die letzten Metern versorge ich es dann in dem Sinne. Oder der Wein ist so perfekt. Ich habe
- 37:36nicht die Chance, das entgültig auszukosten. Manchmal bin ich vor einem Glas und ich habe
- 37:43so dieses Gefühl, das wirkliche Öffnen fehlt dann noch. Und wenn ich ein anderes Glas nehme,
- 37:49dann hilft mir das. Dann kann ich den Wein nochmal von einer Seite betrachten, kann ihn schmecken. Und
- 37:53dann geht es bei mir über das eigentliche Wein schmecken, sondern mir in Richtung Wein erleben.
- 37:58Ich bin auch kein Riesenfender davon, dass man 20 Gläser für Pino Norbrauch. Das finde ich nicht
- 38:05so ideal. Aber wenn man da eine gewisse Glasästhetik hat, die Preise, die du aufgerufen hast, sind
- 38:11natürlich für mundgeblasene Gläser dramatisch, welches auch Handwerk ist. Aber es ist vielleicht
- 38:17auch so meine Ansicht und eine Gastronomie, wo man auch anders rechnen muss, ist das vielleicht
- 38:21immer noch mal ein anderer Ansatz. Ja klar. Also wie gesagt, das viele Wege führen nach Rom. Und am
- 38:31Ende kann das uns so, dass auch jeder so machen, wie er es für richtig hält. Nur für mich ist es
- 38:34nicht mehr so wichtig. Also wir haben jetzt hier bei uns in der Weinbar, ich glaube, 1, 2, 3, 4,
- 38:42Weinglasform. Also ein normales Weisweinglas, ein Bogunderglas, das wir auch als Champagnerglas
- 38:50nehmen. Gott sei Dank hat es nämlich auch ein Museumblut. Und dann haben wir ein Bordeauxglas.
- 38:55Und dann haben wir noch einen so für verstärkte Weine und Spiritosen. Und damit komme ich eigentlich
- 39:01super durchs Leben. Und die habe ich auch zu Hause, die gleichen Pläne. Hast du eine Firma, die du da
- 39:05hast? Also das Zwiesel. Ja, alles Zwiesel. Und das finde ich ganz klasse. Natürlich könnte ich
- 39:14das auch vergleichen. Aber weißt du, bist du da fertig, bist du mit dem vergleichen, habe ich die
- 39:19erste Tasche schon getrunken und genossen. Das gibt es auch, jetzt mache ich schon wieder so
- 39:26eine High Fidelity-Kammer im Vergleich. Also es gibt so Leute, die hören dann immer so Test-Schallplatten
- 39:33und hören sich dann eben verschiedene Kabel an oder verschiedene Lautsprecher oder irgendwelche
- 39:38verschiedenen Komponenten und vergleichen das da in der ganzen Zeit hin und her. Und dann hören
- 39:42sie sich so ganz absurde Schallplatten oder Aufnahmen an mit irgendwelchen Geräuschen oder
- 39:47irgendwelche Musikstücke, die ganz schrecklich sind, aber die irgendeine Passage haben, die so ganz
- 39:55besonders kritisch ist. Und dann sitzen die den ganzen Abend da und hören sich dieses Zeug sahen.
- 40:00Und ich sitze lieber da und genieße die Musik, die da rauskommt. Und so ist es beim Weinen auch.
- 40:08Das gibt natürlich einen Unterschied. Einmal bin ich rein am Verkosten oder sitze
- 40:16jetzt zu Hause mit meiner Frau und genieße. Das sind auch nochmal zwei Unterschiede und dann ist
- 40:22das gar nicht so wichtig, das letzte Quentchen. Weil dann verkost ich auch nicht, sondern dann
- 40:28switcher ich schön einen weg. Ist das der Moment, wo du Wein trinkst oder wann trinkst du einfach Wein
- 40:32ohne das ist der Moment, wo du selber bist und so wie jeder andere? Also ich mein, du kannst
- 40:42natürlich den Somelier nie ganz ausknipzen. Das geht nicht. Weil vor allen Dingen, wenn irgendwas
- 40:49bisschen blöd schmeckt oder bisschen komisch ist oder wenn du vorhin sagst, der öffnet sich jetzt
- 40:53gerade nicht oder so. Da kommt natürlich dann auch manchmal ins Grübeln, warum ist es so und so.
- 41:00Aber das versuche ich zurückzudrängen und dann so im Privaten genieße ich den Wein und wenn
- 41:09ich verkosten muss, dann ist es natürlich wirklich mit 105 prozentiger Aufmerksamkeit aufs letzte
- 41:17Detail auch über die ganze Länge des Verkostens. Sei es jetzt hier in der Weinbarmel, die Wein für
- 41:24die Gästeverkoste oder auch natürlich für die Selektion, für die Weinhandlung oder so. Also
- 41:31das ist schon wirklich mit äußerster Konzentration wird das gemacht und im Übrigen werden da ja
- 41:37auch eher einfache Gläser genutzt. Also wenn du irgendwo bei Verkostung bist, stehen ja nicht
- 41:43die Gläser mit dem großen Z oder so. Das stimmt, was ich aber manchmal auch schade finde, weil der
- 41:49Wein innerhalb von kürzester Zeit alles geben muss. So ein Wein hat ja bei einer Verkostung
- 41:53manchmal eben nur, ich will gar nicht auf dieses Glastthema so überstrabazierend eingehen, aber
- 41:58ich finde Verkostung manchmal sehr undankbar. Wenn Wein, gerade wenn es ein besonderer Wein ist,
- 42:04lebt er von der Entwicklung oder von der Entwicklungsmöglichkeit, diese perfekten Wein, die
- 42:07ihr vor uns getiert hast, haben ja genau das nicht. Die sprechen nach einer gewissen Zeit nicht
- 42:11mehr zu mir, sondern haben diesen einen Montonton, den sie halt am Anfang präsentiert und wie so ein
- 42:17Sprinter sofort rausgeschossen haben und verstehen es nicht, wie Marathonläufer sich zu entwickeln
- 42:23und immer wieder eine andere Facette zu geben. Und in einer Verkostung hat man eben nur diese
- 42:27diese fünf Minuten maximal, wo man den Wein, das heißt jetzt in Wiesbaden bei der großen
- 42:32Wechsverkostung oder sonstiges eigentlich betrachten kann, wenn man halt diese Fülle der Wein dann
- 42:38irgendwo bewältigen muss und da finde ich, und da finde ich es eigentlich auch sehr gut, dass man
- 42:42jetzt zum Beispiel in Wiesbaden halt auf die Gläserauswahl sehr viel Wert legt und da sehr
- 42:48besondere Gläser nimmt und darauf achtet und diese Gläser die bei... Ja, genau. Also da hast du
- 42:55absolut recht. Also ich meine, die vielleicht haben wir uns da auch nicht so richtig verstanden,
- 43:00also die... Das muss schon ein gutes Weinglas sein. Wenn man jetzt mal sich die Weingläser in
- 43:05Wiesbaden anguckt, da sind das sehr gute Weingläser, aber die jetzt nicht... Das ist jetzt irgendwie
- 43:10nichts Exorbitantes oder so, sondern die sind einfach sehr gut. Und das ist natürlich als Werkzeug
- 43:16absolut wichtig. Also das ist auf jeden Fall und wenn du sagst, du hast fünf Minuten zum Wein
- 43:22probieren, das ist schon ganz schön viel bei so einer Mammutprobe. Eigentlich ist es ja sogar viel
- 43:26weniger und da gehört natürlich dann auch viel Erfahrung und auch eine gewisse Vorstellungskraft
- 43:35dazu, wie sich jetzt so ein Wein auch in Zukunft entwickeln könnte. Und ich kenne auch Leute, die
- 43:41sagen, die probieren Stur, danach widerweilen sich jetzt gerade entwickelt und bewerten auch so.
- 43:48Und das finde ich ein bisschen problematisch. Ich finde auch problematisch. Weil diese Bewertung
- 43:53ist ja dann auch einen Tag später hinfällig. Von dem her ist es für keinen nachvollziehbar und
- 43:58macht in dem Sinne keinen Sinn. Wenn eine Sache von Zommies richtig stiefmütterlich behandelt wird,
- 44:20dann ist es ohne Frage die große Welt der Spirituosen. Natürlich hat jeder von uns ein Grundwissen
- 44:26darüber, weiß wie das eine erzeugt wird, wie das andere gemacht wird, was das eine geschmacklich
- 44:30darstellt oder das andere spezifiziert. Aber so ein richtiges Tiefenwissen hat kaum jemand.
- 44:35Wahrscheinlich, weil wir mit dem vielen Wein probieren, die Weinwelt ist ja so immens groß,
- 44:39kaum noch Zeit oder manchmal auch Trinkfenster haben, um besondere Spirituosen aufzuschlüsseln,
- 44:45deklinieren oder einfach probieren zu können. Und eine dieser Welten ist die Whisky-Welt. So
- 44:49großartig. Und wenn man sich einmal damit beschäftigt, so tiefgreifend, so besonders und doch,
- 44:54und das finde ich wiederum spannend, so leicht verständlich. Und das Besondere bei diesen
- 44:59Getränken ist, dass ganz viel über Geschmack hergeleitet, beschrieben, erklärt oder genossen
- 45:06werden kann. Und konkret habe ich im Sinn den Heaven Store Tennessee Straight Bourbon Whisky. Ein
- 45:11Whisky, den ich sehr faszinierend finde, weil er in seinem Arombild so typisch und untypisch so
- 45:16besonders und trotzdem nicht zu schräg ist. So die erste Attacke in eine ganz leicht süße Vanille
- 45:21Caramel getragen von etwas schwereren, richtig kräftigen Honig-Zimt und leicht Muskatnussaromen.
- 45:28Eine ganz zarte aber verspielte Rauchigkeit, typisch für Tennessee Whisky und einer verspielten,
- 45:33sehr subtilen Frucht und dann diese wunderbare Länge und Wärme im Abgang. Um diesen Whisky
- 45:38zu verstehen, muss man definitiv wissen, dass er aus Maisrocken und gemelster Gerste hergestellt
- 45:43wird. In komplett jungfräulichen Fässern von amerikanischer Weisarche gelagert wird,
- 45:49was zu einem sehr hohen Prozentsatz sowohl für die Aromtypicität als auch für die Farbe
- 45:54verantwortlich ist. Doppelt so viel Zeit wie bei normalen Whiskis nimmt man sich in der Dysselerie
- 45:59und der Whisky wird ein ganz klein Mengen produziert, um die Qualität zu gewährleisten und jede
- 46:03einzelne Flasche wird von Hand abgefüllt nummeriert, was sehr wahrscheinlich die Außergewöhnlichkeit
- 46:09dieses Whiskis erklärt. Die Aromenentwicklung von der ersten Attacke bis hin zu den sehr
- 46:14gehaltvollen schweren Aromen, die Balance am Gaumen, die Präsenz, die Intensität, die extreme
- 46:20Ausgewogenheit. Also keine der typischen Aromen wie Vanille, Caramel, Honig, Gewürze, Eichen,
- 46:24Holzraurigkeit oder Fruchtaromen ist zu dominant, sondern sie sind alle auf einer Ebene in diesem
- 46:30Whisky implantiert und werden zugleich sich langsam entwickeln präsentiert. Und es ist ein absoluter
- 46:35perfekter Whisky für den heutigen Podcast. Denn das, was während derzeit in seiner jetzigen
- 46:41Haupttätigkeit verbindet, ist Wein und Musik in seiner Hyphen-Deletever. Und was diesen
- 46:46Bourbon in unvergleichlicher Weise spezifiziert, ist die einzigartige Verbindung zu Musik. Das heißt
- 46:51so kreativen Welt von Bob Dylan. Dieser Bourbon ist nicht nur ein Getränk, sondern eine Umarsch an
- 46:56die Kunst und die Leidenschaft für Musik und Handwerk. Es gibt definitiv in der Whisky-Welt
- 47:00keinen vergleichbaren Geschmack zu Heaven's Door, da sein Charakter und auch seine Geschichte
- 47:05einzigartig sind. Diese Marke wurde in den frühen 2000er Jahren von Bob Dylan,
- 47:09einer der größten Musiker aller Zeiten ins Leben gerufen. Ja, sie haben richtig gehört. Der legendäre
- 47:14Singer-Songwriter Bob Dylan ist nicht nur ein Meister der Musik, sondern auch ein leidenschaftlicher
- 47:18Kenner von Bourbon Whisky. Und ich habe das Gefühl, man kann ein wenig Musik in diesem Bourbon schmecken.
- 47:24Wenn du selber verkostest und bewertest, würdest du für die Weinbar anders verkosten und bewerten,
- 47:42als für den Handel? Also hast du da andere? Nein, eigentlich nicht. Das ist eigentlich immer
- 47:51das Gleiche. Ich bin auch so ein Überzeugungstäter. Also ich könnte nie einen Wein verkaufen,
- 47:58von dem ich nicht überzeugt bin. Also von daher sind da eigentlich die gleichen Maßstäbe und auch
- 48:06die dieselben Techniken vorhanden. Wobei man natürlich sagen muss, die Weine, die ich in der
- 48:13Weinbar verkaufe, die kommen alle aus unserer Weinhandlung. Und das heißt, die habe ich ja
- 48:17schon selektiert. Also da gibt es vielleicht andere Gründe, warum jetzt ein Wein hier auf der
- 48:23Weinkarte ist im High-Fidelity oder warum er nicht drauf ist. Aber grundsätzlich bin ich ja schon mal
- 48:29mit den Dingen einverstanden, die aus denen ich schöpfen kann. Wenn du mit deiner Frau auf
- 48:35den Sofa sitzt, ist es dann Alltagsweine, die du trinkst? Also hast du ein Alltagswein? Hast
- 48:39du irgendwas, was im Amkutzschrank steht und wo du dann morgens nach dem Kaffee gleich hingehen kannst
- 48:45und fast blind? Dann wird es zitternd aufhört. Wir lachen noch. Das Problem habe ich jetzt Gott sei
- 48:53Dank nicht. Noch lachen wir genau. Es ist eigentlich eher ein trauriges Thema, weil da gibt es ja doch
- 49:03das eine oder andere Beispiele, wo es da nichts mehr zu lachen gibt und da muss man schon ganz schön
- 49:08aufpassen. Ist auch wirklich ein sehr wichtiges Thema. Aber auch etwas, wo man auch ganz vielen
- 49:13so ein bisschen auf die Finger klopfen sollte oder eben auch Kollegen viel mehr aufeinander achten
- 49:18sollten. Und weil das ist, jetzt bin ich abschweifend. Ich behalte eine Frage im Hinterkopf. Also ich
- 49:24habe selber die Erfahrung gemacht, du bist ja, ich will zu kein Anti-Vine-Podcast raus werden lassen,
- 49:30aber trotzdem Bewusstseins-Podcast, weil es jedoch ein Kulturgut ist und das auch ganz schnell
- 49:35zu Droge werden kann. Aber du bist ja den ganzen Tag in dieser Wohlrede dessen und selbst wenn dann
- 49:41jeden Tag und jeden Tag ein, zwei, drei Flaschen trinkst, dann hat man immer noch kein schlechtes
- 49:46Gewissen dabei und das ist dann halt, wo Kollegen vielleicht auch ein bisschen aufeinander schauen
- 49:50sollten und sagen sollten, du mach mal nicht nur eine Woche alkoholfrei, sondern vielleicht mal ein
- 49:56paar Monate. Ja genau, also wir haben viele gute Ausreden. Aber klar, ich meine der Weinkonsum,
- 50:08den wahrscheinlich du genauso hast wie ich, der ist auf jeden Fall, hebt er schon den Durchschnitt an.
- 50:14Und also da muss man schon sehr, sehr vorsichtig damit umgehen und also da gibt es bei mir schon
- 50:25auch ein paar eiserne Regeln. Also im professionellen Bereich, gerade was jetzt die Weinhandlung an
- 50:32betrifft, Weinproben und so, da trinke ich keinen Schluck, geht nicht. Außer wenn es mal wirklich
- 50:36ganz, ganz außergewöhnlich ist, dann geht mal ein Schluck rein, aber es wird wirklich absolut
- 50:42konsequent gespuckt und das geht natürlich nicht hier im Service, das heißt da musst du den
- 50:51Probeschluck auch trinken, das ist nicht so wenig den ganzen Abend und da muss man natürlich aufpassen,
- 50:57dass da dann anschließend nicht so viel dazwischen. Also ich glaube ich bin jetzt nicht so der
- 51:06jenige der jetzt suchtgefährdet ist, aber da muss man wahnsinnig aufpassen. Aber der Alltagswein,
- 51:17ne den habe ich eigentlich nicht, ich wohne ganz genau gegenüber von meiner Weinhandlung.
- 51:25Das ist eine schreckliche Weinkälle und da geht der Nachschub nie aus und ich muss ja auch immer
- 51:35wieder, wichtig, dass ich ja immer wieder auch verschiedene Weine aus dem Sortiment probiere,
- 51:40um auf dem Laufenden zu bleiben und auch mal um die Entwicklung der Weine zu verkosten. Und also
- 51:47das heißt wenn ich mit meiner Frau auf dem Sofa sitze und ein Wein trinke, dann ist es meistens
- 51:51ein anderer und das ist sehr unterschiedlich. Also das ist tatsächlich öfter auch mal so im Bereich
- 51:58Alltagswein, dann ist es wieder auch mal ein großer Wein und dann meistens so irgendwo dazwischen.
- 52:04Kannst du die Weine oder siehst du die Weine dann anders, also würdest du einen Wein anders
- 52:10beschreiben, sehen, skizzieren, deklinieren, wenn du mit deiner Frau auf dem Sofa sitzt oder wenn du
- 52:15mit Freunden unterwegs bist oder wenn du hochfokussiert irgendwo, ich im Labor oder wo auch immer
- 52:23die Weine probierst, oder ist da mehr oder weniger der Berntaste, der immer sich durch die Situation
- 52:30durchforstet und du kannst sagen, egal ob ich jetzt in der Toskana euphorisiert im Olivenhain sitze
- 52:36oder bei mir in der Weinbar, ich kann das immer gleich empfinden. Ja, das ist nicht so. Also die,
- 52:44ich unterscheide zwischen der professionellen Weinverkostung und privaten, der hedonistischen.
- 52:52Das heißt privat, lass mich da gerne euphorisieren und gebe mich da auch gerne ein Wein total hin.
- 53:01Aber wenn es um das berufliche geht, dann versuche ich zu 100% sachlich zu bleiben, das ist manchmal
- 53:10ein bisschen schwierig zum positiven wie auch zum negativen hin. Aber das bin ich mir und meinen
- 53:18Kunden schuldig, dass ich mich da möglichst nicht hinreißen lasse zu irgendwas wie gesagt
- 53:26positiv oder negativ. Da versuche ich also Emotionen soweit, es geht aus zu blenden, aber man muss
- 53:34natürlich zugeben, da menschels halt auch immer wieder. Und wo siehst du dich am objektivsten,
- 53:40also für deine Kunden mehr oder weniger, dann wenn du der Profi bist oder dann wenn du
- 53:45wenn du mensch bist. Gute Frage, es kommt darauf an wie man das sieht. Also,
- 53:54ja, also die schwierige Antwort. Für manche Leute wäre es vielleicht am nützlichsten, wenn ich nur
- 54:07das reine hedonistische menschliche da reinbringen würde. Aber ich glaube für die meisten ist es
- 54:13sinnvoll, wenn ich der analytische Verkoster bin, der so ein Wein in alle Richtungen dreht und wendet
- 54:21und von allen Punkten aus sich anschaut und alles was man berücksichtigen kann in seinem Urteil
- 54:28berücksichtigt. Weil dann kann ich mich hinterher vielleicht loslassen und dem Wein sozusagen
- 54:35hin geben, dem Wein genuss. Aber erst mal muss so die Qualität stimmen oder das was ich als
- 54:45Qualität definieren würde, so würde ich vielleicht her sagen und danach kommt der unbedingte Genuss.
- 54:52Aber erst mal muss es, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Wann warst du am meisten zommel je? Ich hatte
- 54:57die Situation persönlich, dass irgendjemand mich in der Bar fragte, das ist ja eigentlich schade,
- 55:03ob ich es vermisse, Sommel je zu sein, dass ich kein Sommel mehr bin. Und dann habe ich ihn
- 55:08damals zur Antwort gegeben, also dass ich noch nie so intensiv Sommel je war, wie ich dort in der Bar
- 55:12war. Weil ich halt werde einen Auferkauf und so weiter. Wie ist das bei dir? Wann warst du am
- 55:18meisten in deiner Idealisierung von Sommel Sommel? Warst du es im Restaurant, in der Wielandshöhe?
- 55:23Bist du es im Handel? Bist du es in der Bar? Wenn man das so trennen kann, also letztlich sind es ja
- 55:28alles mehr oder weniger deine Unternehmen, aber man hat ja doch immer unterschiedliche Umgangsformen
- 55:33mit dem Wein, mit den Kunden in der Beratungsart und Qualität. Total. Total. Also der wesentliche
- 55:40Unterschied ist ja zwischen der Tätigkeit im Handel oder allen Tätigkeiten Wein, auch im
- 55:49Schriftstellerischen, da war ich ja auch mal ziemlich lange ziemlich intensiv drin, dass du
- 55:55überhaupt keinen Kontakt mit den Konsumenten hast. Das heißt, du kümmerst dich nur um den Wein
- 56:00und Basta. Im Handel ist es nicht ganz so, natürlich empfällst du da eine, aber in der Sommellerie ist
- 56:09es ja so, du bist dabei, wenn der konsumiert wird. Also das heißt, du musst deinen Kunden in die Augen
- 56:14schauen, wenn der das von dir verkaufte Getränk dazu sich nimmt. Und ich glaube, und diese Intensität,
- 56:25die ist genau gleich im Sternerestaurant wie auch hier in der Weinbar. Aber im Handel ist das
- 56:33überhaupt nicht da. Und ich glaube, das ist der wesentliche Unterschied. Diese unmittelbare
- 56:40Anwesenheit beim hoffentlichen Genuss oder auch beim Nichtgenuss kann ja auch mal passieren.
- 56:46Das ist zum Glück selten. Hast du für dich einen perfekten Ort für Wein, wo du sagst, also du
- 56:53hast ja Restaurant, du hast die Bar, du hast das Sofa mit deiner Frau, du bist viel unterwegs.
- 56:57Gibt es für dich so die idealisierte Vorstellung, wo man sagt, da kann der Wein sich perfekt entfalten
- 57:03oder ist das wieder der Gläser Effekt und du sagst, nein, eigentlich geht es ums aktive Trinken?
- 57:09Nein, man sollte es nicht überstrapazieren. Das ist mich so formuliert, dass wenn ich wieder
- 57:16die falsche Schiene komme. Nee, also ich glaube, ich sehe das eher als Situation zu gebunden. Ich
- 57:26glaube, es ist eher andersrum. Es gibt immer den richtigen Wein für die richtige Situation.
- 57:31Schöner Gedanke. Also wenn ich, ja, also das ist so, zum Beispiel, wenn ich so an meinen Weinberg denke,
- 57:40da ist dann auch so ein Wiesen- und Gartengrundstück dabei. Ich habe da so mit großer Begeisterung,
- 57:48habe ich da auch ein Gemüsegarten und Tomaten und so gepflegt, 50 verschiedene Tomatensorben
- 57:54und so weiter und so fort. Ja, das ist toll. Und wenn du dann im Sommer und am Kirschbaum sitzt und
- 57:59ein Picknick hast und dann packst du so einen schönen, kalten Trollinger aus, vielleicht sogar
- 58:06vom eigenen Weinberg und nicht geschweffelt und so, dann ist es der beste Wein für diesen Moment,
- 58:11den es überhaupt gibt. Da gibt es nichts Besseres. Und deswegen ist der Wein dafür das allerbeste.
- 58:17Und wenn ich irgendwo beim Grillen auf der Terrasse mit ein paar Leuten mich unterhalte und es läuft
- 58:23noch eine Musik im Hintergrund, dann gibt es nichts Besseres als ein Sauvignon Blanc, weil der kommt
- 58:29gegen die Musik an, der kommt gegen das laue Lüftchen an, was da offen auf der Terrasse weht.
- 58:35Und ich riech und schmeck trotzdem. Da kann ich nicht mit so einem subtilen Wein ankommen. Den
- 58:41kann ich aber unheimlich gut gebrauchen. Wenn ich so ein tolles Gericht habe, was weiß ich,
- 58:46irgendein wunderbaren Steinboot oder ein Hummer oder so, dann habe ich so einen ganz fantastischen
- 58:51Chablis im Glas. Und dann kann ich diese Vorzüge gut genießen. Also ich glaube,
- 59:00für mich ist es eher tatsächlich situationsbezogen. Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?
- 59:07Wenn ich ein Wein wäre, kann man Wein sein. Also wenn ich ein Wein wäre, dann wäre ich wahrscheinlich
- 59:20so ein Madeira, weil der kann ziemlich lange ziemlich faul im Fass liegen, ohne dass irgendwas
- 59:27passiert. Also das, was ich als letztes zugesprochen hätte, wäre Faulheit. Also daher das. Ich bin
- 59:37gerne Faul, aber irgendwie linksmendi. Wahrscheinlich die Dinge, die man immer ganz gerne leben möchte,
- 59:43aber dann doch nicht irgendwie im Bögen kommt. Woher kommt deine intensive Faszination und auch
- 59:51das Ausleben für Musik und dann auch diese Verbindung innerhalb der Bar? Gibt es da einen
- 59:56Wursprung für oder ist es eigentlich in der Kultur gut wie Wein? Ja, also ich glaube schon, das habe
- 1:00:05ich schon länger. Das kam irgendwie so, so in meiner Jugend habe ich mich einfach für Musik
- 1:00:13interessiert und das, was man so im Radio gehört hatte, diese Hit-Beraden und so und dann hast
- 1:00:21ich ja mit dem Kassettenrekord da früher, muss man das glaube ich noch erklären, was es ist oder
- 1:00:26war. Also da konnte man Dinge direkt im Radio aufnehmen und das war quasi das Todesurteil für
- 1:00:33ein Moderator, wenn der einen Titel reingekwatscht hat, weil alle Leute immer ihre Musik aus dem
- 1:00:39Radio aufgenommen hatten und dann musste der die Klappe halten bis die letzte Note ausgeklungen
- 1:00:44war und so habe ich halt angefangen und dann habe ich mich einfach dann auch für andere Sachen
- 1:00:51interessiert. Ich bin ziemlich neugierig, was für sich klassische Musik, Jazz und so und ich
- 1:00:57komme aus einem ganz einfachen Gastwirtfamilie und da hat man nie Wert auf solche Sachen,
- 1:01:04Gelegtkultur und so, da gab es keine Zeit dafür, das heißt es gab sofort alleine und damit habe
- 1:01:12ich mich dann immer beschäftigt und in meiner Kindheit habe ich auch mal angefangen, Gitarre
- 1:01:17zu spielen, als ich dann den zweiten Lehrer verschlissen hatte, war mir dann klar, lass es
- 1:01:22lieber sein und dann habe ich mich auf den Konsum verstärkt und das funktioniert gut.
- 1:01:29Okay, gibt es für dich ein Instrument, was Wein perfekt reflektieren könnte?
- 1:01:33Naja, wenn ich jetzt den Wein in seiner Allgemeinheit sehe, mit seiner unendlichen Bandbreite und
- 1:01:44Ausdrucksform und Ausdrucksmöglichkeiten, da gibt es eigentlich nur ein Instrument,
- 1:01:50das dem nahe kommt oder es eben auch so ist, ist die Orgel.
- 1:01:55Das hatte ich genau in dem Moment, das hat bisher noch keiner gesagt, aber in dem Moment,
- 1:02:00als du das so anmoderiert hast, da dachte ich auch, wieso hat eigentlich noch keiner
- 1:02:05Auge gesagt, weil es stimmt eigentlich, aufgrund des einzigen Instruments, das packt alles,
- 1:02:11komplett vom tiefsten Bass bis in die höchsten Höhen, leise, laut, die fliegen die Ohren
- 1:02:18weg, so alles, da ist alles drin.
- 1:02:21Du kannst dich schnell tunwechseln und das Vibrierende dabei und ja, Wahnsinn, schöner
- 1:02:27Gedanke.
- 1:02:28Und wenn du in der Bar, also suchst du Musik gezielt aus, kuratierst du den Abend oder
- 1:02:34die Weine oder welche Musik passt zu Wein?
- 1:02:38Ja, letztendlich eigentlich alles.
- 1:02:43Also die, man könnte natürlich schon, sag mal mal, Eigenschaften eines Weines mit Eigenschaften
- 1:02:50von Musikstücken verbinden, das geht.
- 1:02:53Manchmal ist es ein bisschen weit hergeholt.
- 1:02:56Ich bin eher so für einfache Lösung.
- 1:03:00Und also, also ich mache so, also wir legen ja fast nur Jazz auf oder ich lege fast nur
- 1:03:09Jazz auf und zwar Langspielplatten, Heschläs, die von A bis Z auch durchgespielt werden.
- 1:03:15Und manchmal ist es tatsächlich so, dass ich mir ein Thema vornehme oder ein paar Platten
- 1:03:21vornehme und mir dann auch schon die Reihenfolge festlege, wie die gespielt werden.
- 1:03:26Und meistens ist es aber so, dass ich mit irgendwas anfange und dann nimmt es so seinen
- 1:03:31Lauf.
- 1:03:32Und das ist immer schon auch so eine Abfolge, die dann stimmen muss.
- 1:03:35Aber das ist häufig auch so ein Feedback mit den Gästen, Stimmung und so.
- 1:03:43Also ich hab's nicht so gerne, ja, I don't take requests.
- 1:03:47Also so Musikwünsche und so, hab ich jetzt nicht so gerne.
- 1:03:52Manchmal schon, manchmal hilft mir das auch auf die Sprung.
- 1:03:55Ah ja, das passt jetzt eigentlich gut.
- 1:03:56Und es ist auch so, du kannst dich einfach von einer Platte zu anderen springen.
- 1:04:02Da muss es manchmal auch einen Übergang geben.
- 1:04:04Also das heißt, wenn du jetzt sagst, okay, ich hab jetzt Miles Davis gerade gespielt und
- 1:04:10ich will aber Lonnie Smith anschließend hören, dann musst du irgendeinen finden, der eben
- 1:04:16von der Trompete zur Hammond-Orgel rüberführen.
- 1:04:20Und deswegen funktionieren dann auch Musikwünsche nicht so gut.
- 1:04:25Stimmt, das beste Antwort darauf ist ja, wenn die sagen, das passt jetzt, dann ja, probierst
- 1:04:29doch mal zu Hause.
- 1:04:30Dann kann das auch.
- 1:04:32Genau, oder es muss jetzt noch eine Dreiviertelstunde warten, weil da muss erst eine andere
- 1:04:36Platte noch dazwischen.
- 1:04:38Genau.
- 1:04:39Also findest du auch, weil ich find das ganz gravierend, dass die Stimmung in einer Bar
- 1:04:45ganz extrem von der Musik getragen wird und du halt auch sehr viel damit steuern kannst.
- 1:04:49Sehr viel Schnelligkeit, Langsamkeit.
- 1:04:52Ist es beim Wein genauso?
- 1:04:53Also würdest du ein Wein anders trinken, schneller langsamer trinken mit der entsprechenden
- 1:04:58Musik?
- 1:04:59Klar.
- 1:05:00Also das beeinflusst unheimlich.
- 1:05:02Wir wissen ja auch das Licht, unheimlich beeinflusst beim Konsum oder auch beim Weingenuss
- 1:05:07und bei der Verkostung.
- 1:05:09Aber bei der Musik ist das auch so und es ist eigentlich genauso, wie du sagst, es kommt
- 1:05:16so ein bisschen auf die Taktung drauf an.
- 1:05:18Also natürlich schon auch auf die Instrumente.
- 1:05:20Das gibt der Instrumente, die bringen einfach mehr Adrenalin und das gibt andere, die beruhigen.
- 1:05:27Und das setzt sich tatsächlich auch gezielt ein im Service und ich merke, das wird so
- 1:05:33ein bisschen hektisch und so und auch der Service wird ein bisschen hektisch.
- 1:05:37Dann versuche ich dann, Musik reinzubringen, die auch ein bisschen mehr Ruhe ausstrahlt
- 1:05:44und das funktioniert meistens gut.
- 1:05:46Und andersrum, sagen wir so Samstagsabend, ab 10 oder so, da kommt schon ein bisschen mehr
- 1:05:52so der Funky-Stuff und tatsächlich dann auch mal Sol und solche Sachen.
- 1:06:00Und das merkst du auch, das schmeckt der Wein auch anders, ganz klar.
- 1:06:04Da trinkst du auch einen anderen Wein.
- 1:06:06Was darf man mit Wein gar nicht machen?
- 1:06:07Also hast du da irgendeinen Nogo oder irgendeine Situation, wo du sagst, da passt es jetzt
- 1:06:14von den gesetzlichen Dingen mal abgesehen, wo man kein Wein trinken darf.
- 1:06:18Im Auto mit der Flasche, in der Hand ist nicht so gut.
- 1:06:23Naja, also wie gesagt, viele Wege führen nach Rom.
- 1:06:28Also eigentlich kann schon im Prinzip, dass ja jeder so machen, wie es ihm oder ihr am
- 1:06:34Liebsten ist.
- 1:06:35Ich finde es einfach nicht so gut, wenn Kontrollverlust stattfindet und dazu ist Wein nicht da.
- 1:06:49Stimmt.
- 1:06:50Also, aber ansonsten, ich meine, ich würde mich natürlich schon weigern, verschiedene Dinge
- 1:06:58mit dem Wein zu machen.
- 1:07:00Bist du konsequent?
- 1:07:01Ich bin sehr konzipiert.
- 1:07:04Meinen Petrus und Eiswürfel möchte ich.
- 1:07:06Würdest du sagen nein?
- 1:07:08Also, gut, wenn der Petrus so warm ist, dass er Eiswürfel bräuchte, dann würde ich selber
- 1:07:15auch welche reinmachen.
- 1:07:16Aber das kommt ja bei uns nicht vor.
- 1:07:19Also ich mache natürlich schon auch Dinge, die jetzt einen Servicekräften oder so, mir
- 1:07:26gegenüberstanden, die sie nicht so richtig verstanden hatten, sprich, Eiskühler für
- 1:07:36den Rotwein bestellen und so.
- 1:07:39Aber grundsätzlich halte ich mich so an die üblichen Regeln im Umgang mit Wein, die
- 1:07:47ihr jetzt nicht erfunden sind, sondern meistens einen guten Grund haben.
- 1:07:51Und da weich ich jetzt ungern davon ab, aber es ist so, dass ich grundsätzlich die Weine
- 1:08:01so serviere, wie ich es für richtig halte.
- 1:08:02Und wenn es einen Gast unbedingt anders will, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
- 1:08:09Also, ich klär ihn darüber auf, dass ich es nicht gut finde.
- 1:08:13Aber wenn er drauf besteht, dass ich es trotzdem mache, soll sich dann aber bitte nicht beschweren.
- 1:08:18Oder ich mache es nicht.
- 1:08:19Ich habe einen großen Vorteil, dass ich in einem gewissen Alter bin und mir da vielleicht
- 1:08:30Dinge herausnehmen kann, die jetzt ein junger Kollege, sie jetzt vielleicht nicht so traut
- 1:08:34oder so.
- 1:08:35Und das ist ja mein eigener Laden.
- 1:08:36Und ich bin als Sturkopf bekannt.
- 1:08:39Also kann ich mir irgendwie ein bisschen mehr erlauben als andere.
- 1:08:42Okay, ich denke letztlich, dass es gerade welchen eigenen Laden ist oder vielleicht
- 1:08:46auch nicht gerade, dann das Wohl der Gäste, die er trotzdem sehr am Herzen gelegen und
- 1:08:52man versucht immer mit der Weg zu finden.
- 1:08:54Aber ich hätte ich nie als Sturkopf eingeschätzt.
- 1:08:56Ja, klar.
- 1:08:57Das ist ein ganz, ganz neues Item.
- 1:08:59Totaler hessischer Sturkopf.
- 1:09:00Das ist totaler hessischer Sturkopf.
- 1:09:01Ja, meistens merken wir es ja nicht.
- 1:09:04Aber ja, weiss, wenn es um solche Sachen geht.
- 1:09:08Und das ist ja auch etwas, was einen guten Sommelier oder was einen guten Kellner auch
- 1:09:13auszeichnet, das manchmal meint ja der Gast zu wissen, was er möchte oder zu wissen,
- 1:09:23was er besten für ihn sei.
- 1:09:25Aber es ist eigentlich die Rolle der Servicraft oder der Sommelier, ist es zu wissen, was
- 1:09:33wirklich das Beste ist für den Gast.
- 1:09:35Und das unterscheidet sich manchmal von dem, was er denkt sei es Beste.
- 1:09:38Und hinterher wissen es dann die Gäste dann häufig.
- 1:09:42Ich finde es schon manchmal gut, wenn man als Servicraft auch widerspricht und dann
- 1:09:49machen sie es nicht, machen sie es lieber so.
- 1:09:52Kannst ihn nur empfehlen.
- 1:09:54Und die meisten Gäste gehen auch drauf ein und wenn einer halt paar tun nicht will, dann
- 1:09:59ist es halt so.
- 1:10:00Dann soll er halt so kriegen, wie er es möchte, aber dann hat er was verpasst.
- 1:10:06Zumal es ist ja zum Wohl der Gäste, wo man einfach versucht das Beste mögliche für
- 1:10:10dem Finals auch für den Gast heraus zu suchen oder zu leben oder eben ganz aktiv zu machen.
- 1:10:16Ja.
- 1:10:17Also es ist ja wenig Selbstverwirklichung.
- 1:10:19Da gehört auch eine Strenge dazu.
- 1:10:21Da ist ja manchmal auch die Situation, wie du es vorhin mit den Sommys und den Winzern
- 1:10:25beschrieben hast.
- 1:10:26Also letztlich sind wir Sommys bei den Winzern ja Gäste und die Gäste bei uns und ein gewisser
- 1:10:32Respekt oder eben auch ein Vertrauen in die Handwerklichkeit oder die Erfahrung auch
- 1:10:35des Fachmannes auf der anderen Seite ist vielleicht gar nicht so verkehrt dann letztlich auch dabei.
- 1:10:42Absolut.
- 1:10:43Du hast ja viel bewegt auch für die Branche.
- 1:10:46Welche Personen entweder historisch oder aktuell findest du hat am meisten für Wein oder Kulinare
- 1:10:54gemacht?
- 1:10:55Also so ganz absolut kann man das jetzt natürlich schwierig sagen.
- 1:11:03Aber einer der sicherlich unglaublich viel getan hat auf internationaler Basis ist Gerard
- 1:11:13Basé.
- 1:11:14Das war ja wirklich ein großer Sommelier der auch an Titeln und Wettbewerb inklusive
- 1:11:20englischer Adel als Franzose alles erreicht hat und ein unglaubliches Vorbild war jemand
- 1:11:29der nah war ist der überhaupt keine, überhaupt nicht elitär ist der unglaublich viele Leute
- 1:11:37zum Wein und die Sommelierie gebracht hat dann auch als Autor und so.
- 1:11:43Also das ist sicherlich für mich einer der ganz großen.
- 1:11:47Also wo es eigentlich schade ist dass es so ein doch Nerd Thema ist und dass diese große
- 1:11:53eigentlich Lebensleistung die er bewältigt hat und die vielen Bereiche dass das so in
- 1:11:59der Allgemeinheit gar nicht wahrgenommen wird oder gar nicht zum Tragen kommt oder
- 1:12:04gar nicht zur Sprache kommt.
- 1:12:06Ja in der Branche glaube ich schon und finde ich sehen dann halt auch als unglaubliches
- 1:12:16Vorbild für alle jungen Sommeliers und Sommelieren.
- 1:12:21Es ist unglaublich wie der an dieses Thema rangegangen ist auch mit welchen Demut und
- 1:12:29ja das war ein toller Mensch der leider früh verschlafen ist und es ist auch wieder zum
- 1:12:41Wein und wieder in die Gastronomie gekommen ist.
- 1:12:44Das ist ja wirklich auch eine echt witzige Geschichte.
- 1:12:46Ich kenne die leider nicht.
- 1:12:47Magst du sie teilen?
- 1:12:48Ja, das ist ganz einfach.
- 1:12:50Der Gérard ist ein großer Fußballfan gewesen und zwar war seine Mannschaft was Santetien
- 1:12:59und Santetien die hatten ein Spiel irgendwo in England und da ist er hingefahren zum Spiel
- 1:13:06und hat aber kein Geld gehabt für die Rückfahrkarte.
- 1:13:09Und es ist wirklich so, das es wirklich war und dann hat er dann in England irgendeine
- 1:13:15Arbeit suchen müssen und dann hat er bei einem Restaurant angehört als Spüler und ist dann
- 1:13:24da irgendwie hängen geblieben also da ist dann nicht gleich zurückgefahren und dann
- 1:13:29habe ich gesagt ja wir brauchen jemand in der Küche und er ist in der Küche gewechselt
- 1:13:34und hat dann das Koch gewesen hat Koch gelernt und das ja und der wirklich war ein guter
- 1:13:43Chef oder Koch und von dort ist er dann ins Restaurant gewechselt in den Service und
- 1:13:49dann ganz schnell in den Wein und dann hat er eine unglaubliche Karriere hingelegt und
- 1:13:54mit einem um sich durchgebissen.
- 1:13:57Ich bin damals 1992 auch gegen den Gérard angetreten im Finale Bester Sommelier Europas.
- 1:14:04Da ist er zweiter oder dritter gewesen.
- 1:14:07Das weiß ich nicht.
- 1:14:08Also derjenige der es vor mir gewonnen hatte zwei Jahre vorher das war der Michael Sörström
- 1:14:15in Schwede und das waren ja noch Zeiten ja 90er Jahre.
- 1:14:20Da war klar also wenn Sommelier dann überhaupt ein Franzose also woanders gibt es quasi nicht
- 1:14:25Sommeliers ist es nicht ernst zu leben.
- 1:14:27So und dann war also bei der zweiten Edition dieses Wettbewerbs vor der erste war das
- 1:14:33sehr stübseres gewonnen hatte gewann plötzlich so ein No Name Schwede und zwei von den Favoriten
- 1:14:41die waren zweiter und dritter es war damals der Jean-Claude Rueil und der Gérard Basset
- 1:14:47und zwei Jahre später gewinnt nochmals so ein No Name aus Deutschland in keine Saukante
- 1:14:53und die beiden haben exakt die gleichen Plätze wieder.
- 1:14:56Ah so Wahnsinn.
- 1:14:57Genau die Jede hat genau den selben Platz belegt wie vor zwei Jahren und der Jean-Claude
- 1:15:05hat es dann geschmissen der war wirklich am Boden zerstört und der Gérard hat es glaube
- 1:15:09ich viermal angetreten beim besten Sommelier Europas bis es gewonnen hat oder sogar fünfmal
- 1:15:15und dann natürlich Bester Sommelier Welt und Master of Wine und was es alles gibt alles
- 1:15:22hat er gewonnen was man gewinnen kann.
- 1:15:24Ich glaube Weltmeister wurde auch erst in 2000 dann um die 2010 oder so.
- 1:15:29Ja der hat er unglaublich lange geborgen hat und hat gesagt Gérard jetzt lass es doch
- 1:15:33endlich mal sein und so.
- 1:15:35Nein der war da so penetrant dabei bis er endlich alles gewonnen hat was es zu gewinnen
- 1:15:41gibt.
- 1:15:42Wir haben ja in nahezu fast jeder der Folgen über eine Spezialität in der Getränkewelt
- 1:16:04gesprochen über den Sake und das wie ich finde Interessante ist dabei dass es eigentlich
- 1:16:08nahezu jeden Sommelier interessiert wie Sake produziert wird welche Qualitätsstufen es
- 1:16:14gibt was dieses Getränk eigentlich so sehr besonders macht und dabei gibt es für mich
- 1:16:17so drei Kategorien von Sommeliers die sich in unterschiedlicher Intensität mit diesem
- 1:16:21Getränk beschäftigen die die keine Ahnung haben die er die ein bisschen Ahnung haben
- 1:16:24und mittlerweile gibt es schon einige Experten welche dieses nahezu schon Getränke nationalheilig
- 1:16:30tun Japans nicht nur verstehen sondern ganz eigen interpretieren und auch gezielt zu
- 1:16:34verschiedenen Speisefolgen einsetzen können.
- 1:16:36Ich denke eine allererste Verständigungsebene beginnt damit dass man dieses war als Reiswein
- 1:16:40bezeichnete Getränk nicht wie ein Wein sondern mehr wie ein Bier betrachten sollte weil es
- 1:16:44gebraut wird.
- 1:16:45Drei Dinge sind bei einem guten Sake absolut essentiell zum einen die Qualität des Wassers
- 1:16:51zum anderen die Reiskwalität und zum dritten der Sakemeister und jeder dieser hat eine
- 1:16:56ganz eigene Philosophie um die unterschiedlichen Verwendung von verschiedenen Qualitäten
- 1:17:01der Reis wird poliert das heißt die Kleierschichten werden entfernt je stärker dies erfolgt desto
- 1:17:05feiner ist das letztliche Produkt.
- 1:17:07Bei hochwertigen Sakes wird bis zur Hälfte des vorherigen Volumes abgetragen dann wird
- 1:17:12es Koji also die Starter Kultur hergestellt zu diesem Sveck wird ein Teil des Reises mit
- 1:17:16einem Schimmelpilz geimpft der die Fermentation der Stärke in Glucose fördert dann wird
- 1:17:20ein Gemisch aus dem Koji gedämpften Reis und Wasser gebildet und die Gehrung durch Zugabe
- 1:17:25von Milchsäure und Hefen gestartet es entsteht ein Gemisch mit 18 bis 20 Volumen prozent Alkohol
- 1:17:30Gehalt dies wird gepresst um den klaren Sake zu erhalten.
- 1:17:33Bei Bedarf wird der Alkohol Gehalt durch Zugabe von Wasser auf 15 Volumen prozent gesägt
- 1:17:38anschließend reicht der Sake 6 bis 12 Monate in Tanks.
- 1:17:42Premium Qualitäten werden als Talktree mit Schott
- 1:17:44"Tochchu" oder Deutsch ausgesprochen "Tochottei" mit "Tochchu" bezeichnet.
- 1:17:48Für diese gibt es sehr strenge Produktionsbedingungen.
- 1:17:50Bezüglich der Rohstoffe, es darf nur erlesen nach Reis bzw. Quellwasser aus den japanischen
- 1:17:55Bergen verwendet werden und der Herstellungsmethoden.
- 1:17:57Sehr einfache Qualitäten heißen "Fuchuchu" oder "Ipanchu".
- 1:18:00Deutsch gelesen "Fuchuchu" oder "Ipanchu".
- 1:18:03Das sind die unpollierten Qualitäten.
- 1:18:05Das macht immerhin 80% der Produktionsmenge aus.
- 1:18:08Weitere Qualitätsstufen werden in einem Poliergrad von 70, 60 oder bis zu 50% unterschiedlich
- 1:18:14eingestuft.
- 1:18:15Eine weitere Unterscheidung ist, dass bei manchen Sake Alkohol hinzugegeben werden kann,
- 1:18:19also diese aufgespritet werden.
- 1:18:21Bei den sogenannten "Juumei" Qualitäten wird kein Alkohol hinzugegeben.
- 1:18:25Ein absolut perfekter Einsteigersake von sehr außergewöhnlicher Qualität wäre der
- 1:18:30Honchu Genchu Togobitsu oder Deutsch gelesen "Honjotsu Genchu Togobitsu" aus dem Hause
- 1:18:36der Akashisakebrauerei.
- 1:18:37Und warum ein guter Einsteiger?
- 1:18:39Weil er von den Grundaromen für uns verständlich ist, weil er von den Grundaromen für uns definierbar
- 1:18:43ist, wenn wir diese Grundaromen kennen.
- 1:18:45In den Haaren sahen wir pink grapefruit Bienenwachs, weiße Blüten, am Gaumen ist er sehr üppig,
- 1:18:49feinsschmelzig, hat leichte tropische Früchte, wirkt sehr ausgewogen, ein Hauch um Nami und
- 1:18:53einen langen, sauberen, eleganten Abgang toller Speisebegleiter oder ein Sake, den man perfekt
- 1:18:59singulär genießen, trinken und damit verstehen kann.
- 1:19:03Doch wie trinkt man einen Sake richtig?
- 1:19:04Im Winter wird der Sake oft auf eine Temperatur von 35 bis 40°C erwärmt und als aparativ
- 1:19:10oder als digestiv getrunken.
- 1:19:11Im japanischen nennt man dieses einen heißen Stein auf dem Bauch legen.
- 1:19:15Im Sommer wird er meistens kalt getrunken, manchmal sogar mit Eiswürfeln bei 7°C ungefähr.
- 1:19:20Getrunken wird der Sake traditionell aus kleinem Holzwürfeln, aus Bechern oder aus Trinkschalen.
- 1:19:24Wie in Europa würden wahrscheinlich eher Weingleser dafür verwenden, dann würde ich
- 1:19:28eher ein Bordeauxglas, um die Komplexität das gesamte Arom-Bild zu erfassen, den kraftvollen
- 1:19:33Ausdruck des Sakes oder um diese ganz typischen nussigen und würzigen Aromen zu greifen,
- 1:19:38würde ich ein Burgundaglas nehmen.
- 1:19:39Und wenn man sich dann in diesen Geschmack verliebt hat, ihn verstehen kann, sich damit
- 1:19:42auseinandersetzen kann, dann kann man gerne verschiedene Qualitäten der Akashisake Brauerei,
- 1:19:47die sehr karakterstarke, opulente, aber trotzdem sehr feinsinnige Sake produziert.
- 1:19:52Und das bereits seit 1917, die Akashisake Brauerei, ist im Südwesten die Abhans gelegen
- 1:19:57und der für sie zuständige Sakemeister, Georgie, verwendet ausschließlich lokale Zutaten.
- 1:20:03Das Besondere bei der Akashisake Brauerei ist, dass man ausschließlich Yamada Nishiki Reis
- 1:20:08verwendet, den Kimi-Yanisawa, der Sakemeister der Brauerei, in einzigartige Kreation verwandelt.
- 1:20:13Und nicht wenige haben gemerkt, wenn man sich einmal mit der Philosophie, einmal mit der
- 1:20:17Geschmackstypizität dieser ganz besonderen Getränke auseinandersetzt, dann ist man diesen
- 1:20:21nicht selten verfallen.
- 1:20:23Ein großes Dankeschön dem deutschen Importer für dieses außergewöhnliche Produkt, dem
- 1:20:27Handelshaus Schlumberger.
- 1:20:28Wird das irgendwie getragen, begleitet?
- 1:20:41Wäre also rein wirtschaftlich, weil es ist ja auch wahnsinnig teuer so ein Wettbewerber.
- 1:20:46Also in Deutschland kann man sich ja von der Sommunion begleiten lassen, was damals
- 1:20:49wahrscheinlich zu deiner Zeit noch nicht so war.
- 1:20:51Aber da gab es gar nichts.
- 1:20:54Ja, gut, die Kosten wurden getragen.
- 1:21:04Aber so dass sich jetzt Leute die Vorbereitungen sparen lassen und so, das gab es nicht.
- 1:21:09Das hat es nicht gegeben.
- 1:21:10Das war ja auch vom Lernen und Lermatial eine ganz andere...
- 1:21:16Wahnsinn, ja, du musst ja die Bücher kaufen.
- 1:21:18Und jedes Buch hatte damals richtig Geld gekostet.
- 1:21:20Ja, Internet, Internet gibt es seit 1991, kannte keiner, gab es nicht.
- 1:21:26Bzw. die Inhalte waren ja nicht da.
- 1:21:29Bücher, Weinbücher, das war zu der Zeit schon wirklich sehr übersichtlich.
- 1:21:33Und ich weiß noch, als ich angefangen hatte, hey, wenn du da einen Fax hattest, ein Faxgerät,
- 1:21:39da warst du schon ganz, ganz dick dabei.
- 1:21:42Da hast du Briefe geschrieben und irgendwie auf Informationen gehofft und dann musst
- 1:21:47du hinfahren, Leute antelefonieren, Leute anschreiben.
- 1:21:52Das war eine ganz andere Art der Fortbildung und Sommelierkurse.
- 1:21:58Gab es sowieso nicht.
- 1:21:59Es gab keine Sommeliers.
- 1:22:01Die konntest du vielleicht an ein oder zwei Händen abzählen, die es in Deutschland gab.
- 1:22:05Also die Paula Bosch gab es.
- 1:22:07Puh, wie gab es noch?
- 1:22:10Du weißt ich nicht mehr.
- 1:22:11Also da muss ich jetzt schon überlegen.
- 1:22:13Also das war...
- 1:22:15Das hat es nicht gegeben.
- 1:22:16Dann muss es den Leuten auch früher erklären, was ist denn das in Sommelier?
- 1:22:20Und die fanden das total exotisch, dass es da einen gibt im Restaurant, der sich quasi
- 1:22:25nur um Wein gemacht hat.
- 1:22:26Wow, wie abgedreht ist das?
- 1:22:29Was macht ihr sonst?
- 1:22:32Genau, macht man das beruflich.
- 1:22:36Aber es ist natürlich dann auch richtig teuer, also die ganzen Flaschen zu kaufen.
- 1:22:42Und dann, als wie heute, musst ihr dann eben auch teilweise besondere Weine kennen, die
- 1:22:47halt vielleicht auch nicht deinem Budget entsprechen.
- 1:22:49Und da waren ja zu deiner Zeit noch nicht so viele Verprobungen auch.
- 1:22:53Heutzutage könnte man, wir sind in Deutschland nicht ganz so aktiv wie zum Beispiel in England
- 1:22:56oder teilweise in Frankreich oder Italien, aber auch hier könnte man in der Woche 3,
- 1:23:014 Verkostungen irgendwo besuchen, was bei dir ja damals überhaupt nicht zugegen war.
- 1:23:06Nee, also es gab natürlich schon auch Verkostungen und das war natürlich alles aufwendiger,
- 1:23:15musst halt hinreisen und so.
- 1:23:17Und im Urlaub ist man halt in den Weinbaugebiet gefahren und das waren natürlich auch Zeiten
- 1:23:26damals, dass du auch einen besseren Zugang gehabt zu den Weingütern, auch zu den ganz
- 1:23:30Bekannten und Berühmten.
- 1:23:32Und ja, das war schon anders.
- 1:23:37Die Leute haben sich ja gefreut, wenn du dich für Wein interessiert hattest.
- 1:23:43Also Anfang der 90er an Terminen bei Amon Housou zu kriegen, überhaupt kein Problem.
- 1:23:50Also der hat sich gefreut.
- 1:23:55Und da war es vor allem junge Leute, die sich für das Thema interessieren.
- 1:23:58Die haben sich aufgefreut, wenn sie was verkaufen konnten.
- 1:24:02Und konnte man direkt mitnehmen, also das war kein Problem.
- 1:24:09Ich erinnere mich, es ist nicht weniger mit dem Kofferraum voll Rumier zurückgekommen.
- 1:24:13Ja, da wagt man heute nicht mehr dran zu denken.
- 1:24:19Da haben die Leute das privat eingekauft, was heute in den Porteurs kriegt als Allokation
- 1:24:24für das ganze Land.
- 1:24:26Leider auch zu anderen Preisen.
- 1:24:28Wie heißt du gerne nochmal "Sommi"?
- 1:24:30Also wenn du jetzt, klar du bist Sommi, aber würdest du gerne nochmal in einem, entweder
- 1:24:35berühmten Restaurant oder in einem total schrägen Restaurant arbeiten, also so wie du es damals
- 1:24:42in der Wielandshöhe getan hast und wenn ja in welchem, was würde ich nochmal richtig
- 1:24:48reizen?
- 1:24:49Das ist mir zu viel Stress.
- 1:24:50Echt?
- 1:24:51Nein, das würde ich nicht mehr machen wollen.
- 1:24:52Ja, das ist mir zu viel Stress.
- 1:24:54Ich habe einen Tag, einfach nochmal reinsnicken und trotzdem die gleiche Kompetenz haben.
- 1:24:59Ich habe so einen Albtraum, also den habe ich jetzt schon länger nicht mehr gehabt, aber
- 1:25:05den habe ich ja in der Zwischenzeit, ich habe jetzt 20 Jahre keine Gastronomie gemacht,
- 1:25:10ziemlich genau auf den Tag.
- 1:25:12Ah, witzig.
- 1:25:13Und ja, 20 Jahre und vier Monate oder sowas.
- 1:25:17Und das war immer ein Traum, dass ich irgendwie ein Vertretungsweise Sommi, die wäre in
- 1:25:25der Wielandshöhe und das war immer ein totales Desaster, weil ich mich gar nicht mehr auskannte
- 1:25:31und irgendwie, ach Gott, das war was ganz furchtbar und also seitdem ich jetzt hier die Weinbar
- 1:25:37habe ich diesen Albtraum nicht mehr, da habe ich andere vielleicht.
- 1:25:41Aber wenn ich so zurück denke, also gerade so in der Sterne Gastronomie, so mal dieser
- 1:25:48Druck und dieses Anspruchdenken der Gäste und so, vorher habe ich am Restaurant Barreis
- 1:25:53gearbeitet, da haben wir als zwei Sterne gehabt und da habe ich keinen Bock mehr drauf,
- 1:25:59habe ich keine Lust mehr drauf, also weil das ja auch eigentlich häufig am Kern der
- 1:26:04ganzen Geschichte vorbeigeht, da ist der Rahmen viel wichtiger und das Tamtam, als eigentlich
- 1:26:11der Inhalt und allerdings muss man natürlich sagen, als junger Bursche machst du natürlich
- 1:26:18dann auch dieses Spiel mit, wenn du natürlich jetzt ein gewisses Alter erreichst, sagst
- 1:26:22dann vielleicht auch so jetzt wie ich, also muss ich jetzt nicht mehr haben.
- 1:26:26Aber also ich würde das alles gar nicht mehr so mitmachen wollen, wie das vielleicht dann
- 1:26:32so die Kollegen jetzt noch machen.
- 1:26:34Hast du jemals eine absolute Wein-Speisen-Combie gehabt, wo du sagst, wow, da ...
- 1:26:40Ja.
- 1:26:41Wenn ich das nochmal erleben habe, natürlich ist sowas immer noch auch vom Surround abhängig,
- 1:26:47also welche Tageszeit oder welche Situation, aber manchmal eben auch das reine Produkt,
- 1:26:53was war es bei dir?
- 1:26:54Ja, also das kann ich ziemlich häufig auch immer noch nachvollziehen.
- 1:26:59Das ist ein ceviche, also ein wirkliches, richtiges, echtes ceviche, also nicht das,
- 1:27:09was man meistens so kriegt, mit dem Riesling-Kabinett.
- 1:27:12Und das ist wirklich eine unglaubliche Verbindung.
- 1:27:15Was ja so einfach ist eigentlich.
- 1:27:17Ja, natürlich, ich bin ja eh für die einfachen Sachen.
- 1:27:21Stimmt.
- 1:27:22Ich mag es nicht so gerne kompliziert.
- 1:27:24Hätte ich gemerkt, ich könnte.
- 1:27:25Ich bekomme gerne so zum Kern der Dinge und deswegen mag ich auch gerne so eine einfache
- 1:27:32und traditionelle Küche und zum Beispiel auch eine andere unschlagbare Kombination.
- 1:27:38Das ist einfach ein schöner alter Conté und Vange.
- 1:27:41Großartig.
- 1:27:42Das ist einfach so gut zusammen.
- 1:27:45Da gibt es nichts Besseres.
- 1:27:47Da vielen einfach die Worte führen.
- 1:27:48Das kann man nicht beschreiben.
- 1:27:49Also man kann das nicht als Harmonie, nicht als Disharmony, nicht als Ergänzung, das
- 1:27:52ist einfach perfekt.
- 1:27:53Und du profitiert dir alles davon, ja?
- 1:27:56Der Wein profitiert und der Käse und ich mache gut über Käse, muss ich dir ja jetzt
- 1:28:00nichts erzählen.
- 1:28:01Hätte ich mal, ja.
- 1:28:02Weißt du, 100.000 Mal mehr als ich, ja?
- 1:28:05Aber das ist so eine Sache, wo ich sage, wow, das flascht mich jedes Mal.
- 1:28:10Mein Job muss halt gut sein und der Protég muss gut sein.
- 1:28:13Aber das ist einfach mit die beste Kombination Wein und Speisen, die es überhaupt gibt.
- 1:28:19Welche Region in der Welt hat für dich die allergrößte Genussaffinität?
- 1:28:24Also wo versteht man es am meisten zu genießen?
- 1:28:26Schwierige Frage, weil es natürlich viele Regionen gibt in der Welt.
- 1:28:34Die Leute genießen ja alle so auf ihrer Art.
- 1:28:39Aber wenn ich jetzt mal was ich gerne mag und was ich so unter Genießen verstehe, ist
- 1:28:49so, dass sich hingeben eines Genusses, das Eintauchen in Dullging.
- 1:28:56Es gibt ja in Deutschland, ich weiß nicht, ob das in Deutschland richtig ein entsprechendes
- 1:28:59Wort ist.
- 1:29:00Und das findet ja mehr so in den romanischen Ländern statt.
- 1:29:04Also Frankreich schon, Italien ganz stark, finde ich.
- 1:29:08Und natürlich auch so in meiner kulinarischen Wahlheim hat Peru, da ist es auch so.
- 1:29:14Und zwar ist es nicht nur so eine elitäre Sache, sondern das bei allen Leuten so.
- 1:29:22Und ich glaube so, die drei Länder würden wahrscheinlich für mich so an der Spitze stehen.
- 1:29:28Andere Leute genießen ja auch so, aber vielleicht auf eine andere Art oder vielleicht auch einfacher.
- 1:29:37Aber das sind sicherlich auch drei Länder, bei denen die Genießer sehr anspruchsvoll sind.
- 1:29:42Peru ist deine kulinarische Wahlheimart?
- 1:29:44Ja, warum?
- 1:29:45Man sagt natürlich bestes Restaurant, blablabla, das ist klar.
- 1:29:53Aber so daneben betrachtet haben das wenige auf den Schirm, glaube ich, oder?
- 1:30:00Was begeistert dich?
- 1:30:01Ja, vielleicht ist das ganz gut so.
- 1:30:04Aber meine Frau kommt ja aus Lima und so habe ich die peruanische Küche kennengelernt.
- 1:30:14Und ich war da schon immer sehr beeindruckt von den Dingen, die sie hier gekocht hat.
- 1:30:18Aber das erste Mal in Lima war da war ich total gefläscht.
- 1:30:21Und wenn man das mal wirklich erlebt, also die Kulinare, die da herrscht, angefangen
- 1:30:30bei den Produkten bis hin zu der Qualität der Köche und dann eben auch die verschiedenen
- 1:30:44Stilrichtungen, verschiedenen Küchen und so, das habe ich noch nie erlebt.
- 1:30:49Also da kommt auch Paris nicht mehr.
- 1:30:51Also das ist unglaublich.
- 1:30:54Und dann spreche ich jetzt nicht von diesen ganz berühmten Dingen und von dieser gewissen
- 1:31:00Rangliste, von der ich persönlich aber auch mal gar nichts halte.
- 1:31:05In diesem einen Restaurant war ich schon, ich glaube, dreimal oder so.
- 1:31:10Und das ist für mich eher Unterhaltungsindustrie als Gastronomie.
- 1:31:15Aber das ist ja gut gemacht.
- 1:31:16Und du siehst Peru dann eher in der Gänze dessen, also wie man alltäglich genießt.
- 1:31:22Also in einer breiten Kultur- und Restaurantlandschaft gibt es Weinen in Peru.
- 1:31:28Ich habe noch nie peruanischen Beinen.
- 1:31:29Also ich habe brasilianischen, kolumbianischen, aber peruanischen noch nicht.
- 1:31:32Ja, die üben noch ein bisschen.
- 1:31:36Es gibt da hervorragende Piscos natürlich.
- 1:31:40Das ist wirklich klasse.
- 1:31:43Das wird ja auch bis ins Extrem geliebt, oder?
- 1:31:46Also da, wenn man da mal so ein bisschen rein sneet.
- 1:31:48Ja, also das ist schon so ein Nationalgetränk.
- 1:31:51Und wobei das natürlich jetzt, das ist wie hier oder wie Frankreich beim Wein.
- 1:31:57Die Leute trinken halt irgendwie ein Wein und denken, weil sie jetzt Franzosen sind,
- 1:32:01sind die geborenen Weinexperten.
- 1:32:03Und so ist es mit Pisco in Peru auch.
- 1:32:06Das wird natürlich viel getrunken in verschiedener Form.
- 1:32:09Und meistens sind das ganz einfache Brände, die jetzt nicht so bemerkenswert sind.
- 1:32:18Aber da gibt es eine ganze Menge Piscos, die absolut bemerkenswert sind,
- 1:32:25die auch die verschiedene Terrors widerspiegeln und so.
- 1:32:28Das ist also schon ein sehr, sehr interessantes Thema.
- 1:32:31Und oft ist da, wo Pisco angebaut wird, wird dann auch Wein gemacht.
- 1:32:36Klar wird ja aus Trauben gemacht.
- 1:32:38Und aber ich glaube nicht, dass es meistens die besten Terroirs sind.
- 1:32:44Dass ich denke, es gibt ein paar gute Terroirs für Wein,
- 1:32:47die liegen dann aber ganz im Süden und sehr hoch.
- 1:32:50Und soweit ich weiß, gibt es da jetzt auch einen ersten Weinanbau
- 1:32:54in Richtung Aliquipa und so.
- 1:32:56Und das könnte interessant sein, aber da habe ich jetzt noch nichts probiert.
- 1:33:00Also das, was da so unterwegs ist, ist so okay.
- 1:33:07Aber wenn man es jetzt nicht getrunken hat, hat man auch nichts verpasst.
- 1:33:12Also das ist nicht auf meiner Baguette-List.
- 1:33:14Brauche ich auch nicht raufschreiben.
- 1:33:16Weißt du, manche lehnen?
- 1:33:18Im Moment muss es nicht.
- 1:33:21Aber zum Essen ja.
- 1:33:22Sehr interessant. Wahnsinn.
- 1:33:24Was preferierst du selber für ein Auspost?
- 1:33:27Also welche Art von Weine magst du?
- 1:33:31Gute Weine.
- 1:33:34Aber keine bestimmte Richtung. Dass du möglichst natural oder kreativ oder oxidativ?
- 1:33:42Also ich bin jemand, der gerne viel Ausdruck in einem Wein hat.
- 1:33:50Deswegen ist Wein so besonders, weil es unter den optimalen Bedingungen
- 1:33:56einfach sehr viel erzählt über seine Herkunft, über das jeweilige Klima,
- 1:34:05darüber, was man mit ihm gemacht hat und so weiter und so fort.
- 1:34:08Und für mich ist so die Herkunft das Wichtigste.
- 1:34:13Und die Herkunft in Verbindung mit Klima und Geschichte, also Terror insgesamt,
- 1:34:21das Beinhalt, ja alles, das diktiert sicherlich auch
- 1:34:26den Weinstil.
- 1:34:27Also ich bin jetzt nicht so ein Wahnsinnsfreund von Orangweinen zum Beispiel.
- 1:34:36Aber wenn du mal in Istrien eine Malvasia probiert hast,
- 1:34:41dann weißt du, warum die seit 200 Jahren einfach ihre Malvasia meister vergehen.
- 1:34:48Weil das ist das Beste dort für diesen Wein ist.
- 1:34:51Und dann finde ich das klasse. Aber das ist jetzt natürlich dann auch
- 1:34:55eine regelwein, der klarer, sauberer Wein.
- 1:35:00Und ich mag sehr, sehr gerne Naturweine.
- 1:35:03Nur unterscheidet sich vielleicht meine Vorstellung von Naturweinen,
- 1:35:09von dem, was die Leute allgemein jetzt so haben.
- 1:35:14Also ich finde halt, sagen wir mal, wenn Wein komisch aussieht
- 1:35:20und komisch riecht und komisch schmeckt, willst du nicht trinken.
- 1:35:25Und viele Leute denken, dass das automatisch auf Naturweinen zutrifft.
- 1:35:30Und das stimmt überhaupt nicht.
- 1:35:32Es gibt sehr viele Naturweiner, auf welche die nicht geschweffelt sind,
- 1:35:37die ganz normal schmecken, bin ganz normaler guter Wein.
- 1:35:41Das ist jetzt einfach schmecken.
- 1:35:44Also deswegen, ich weiß nicht, ich kann nicht, ich habe keine Präferenzen.
- 1:35:49Also ich kann nur sagen, ich finde es blöd, wenn es stinkt.
- 1:35:53Ja.
- 1:35:54Und aussieht wie Milch.
- 1:35:55Ich finde es blöd, wenn es schmeckt, als würde ich da
- 1:35:59eine Fasstaub rumlutschen.
- 1:36:02Aber deswegen habe ich überhaupt nichts gegen den Warick ausbauen.
- 1:36:05Im Gegenteil.
- 1:36:07Also ja, man sonst bin ich ziemlich, bin ich da ziemlich offen
- 1:36:13für alles Mögliche.
- 1:36:15Findest du, weil du es gerade erwähnt hast, man kann Terroir schmecken
- 1:36:19oder wie kann man schmecken oder wie kann jemand, der...
- 1:36:22Es ist ja auch so ein Diskussionsthema, kann man Mineralität schmecken.
- 1:36:25Die einen sagen ja, die anderen sagen nein, rein aus der Physiologie der Rebe
- 1:36:31wäre es wohl nicht möglich, aber irgendwie schmeckt man ja doch was.
- 1:36:35Wie ist deine Meinung dazu?
- 1:36:38Ja, also du hast ja zum Beispiel sehr unterschiedliche Säurestrukturen
- 1:36:43beim Riesling.
- 1:36:45Da haben wir mal einen Riesling auf dem Kalkboden gewachsen und
- 1:36:48einen Riesling auf Schieferboden, das ist ja wie Tag und Nacht,
- 1:36:55obwohl es beides Riesling ist.
- 1:36:57Die haben ganz unterschiedliche Säurestrukturen,
- 1:37:00die schmecken und riechen total unterschiedlich.
- 1:37:03Und ja, also auch das hat ja auch so Auswirkungen.
- 1:37:09Häufig Rieslinge vom Schieferboden sind häufig ein bisschen reduktiver
- 1:37:13und so, damit kann man natürlich auch Kellertechnisch ein bisschen spielen.
- 1:37:17Aber wenn du das gleich ausbauen würdest, wäre es wahrscheinlich so,
- 1:37:21dass die tendenziell die Rieslinge vom Schieferboden im Vergleich zum
- 1:37:26Kalkboden eher reduktiv sind.
- 1:37:28Und die Rieslinge vom Kalkboden eher so eine prekknandere Säure haben.
- 1:37:36Und die Rieslinge vom Schiefer vielleicht so ein bisschen fruchtiger
- 1:37:41auch sind, ein bisschen verspielter auch.
- 1:37:43Das kann man natürlich nie so absolut sagen, weil da gibt es natürlich
- 1:37:47noch andere Einflüsse, aber das schmeckt mal, das riecht mal.
- 1:37:51Auch so Weine vom Vulkanboden, die haben häufig so was brenzliges,
- 1:37:56so ein bisschen.
- 1:37:57Und also ich kann da schon immer wieder mal Hinweise finden,
- 1:38:02auf welchem Boden, auf welchem Terroir und Wein gewachsen sein könnte.
- 1:38:07Ist das dann der Boden, der in dem Wein schmeckbar ist?
- 1:38:12Oder ist das der Boden, der mit dem Wein etwas macht?
- 1:38:16So als hätte ich fünf verschiedene Schulen und eine ist halt eher künstlerisch
- 1:38:20ausgerichtet und eine eher mathematischen, eine in den Naturwissenschaften
- 1:38:25und die Schüler, die dann rauskommen, obwohl es vielleicht die gleichen Schüler sind,
- 1:38:29haben eine unterschiedliche Ausprägung.
- 1:38:31So würde ich sehen.
- 1:38:34Okay, also es ist nicht, dass ich den Bodenschmecke und wenn du sagst
- 1:38:36brenzlig, dass ich dann zwei Gramm Vulkangestein auf der Zunge verteilt habe.
- 1:38:42Habe ich nie gegessen, aber ich weiß, beim Wilhelm Haken
- 1:38:48musste man immer am Weinwerk im Braune Berger Jufer,
- 1:38:52musste es da immer auf dem Stück Kiefer rumkauen.
- 1:38:55Gleich nach der Düngung.
- 1:38:56Da muss man sich immer vorstellen, dass der Wein so schmeckt.
- 1:38:59Weiß ich jetzt nicht, aus Freundlichkeit hat er immer gesagt,
- 1:39:03ja, ja, ja, schmeckt so.
- 1:39:05Ich glaube, es ist vielleicht, da gehört ein bisschen viel Fantasie dazu.
- 1:39:09Aber also ich habe da schon viele Parallelen gefunden,
- 1:39:14die sich dann auch immer so wiederholen.
- 1:39:17Und das ist das, was mich dazu bringt.
- 1:39:20Also es geht mir da genauso, dass wenn man am Schiefer riecht,
- 1:39:25dann meint man das, im Wein wiederzufinden.
- 1:39:28Weiß nicht, ob es Vorstellung ist oder ob es manchmal eben auch
- 1:39:30verschiedene Aromen parallel sind, die sowohl in dem einen
- 1:39:34als auch in dem anderen integriert sind.
- 1:39:36Und wo man dann seine eigene Verbindung, wenn man genau da
- 1:39:39darauf fokussiert ist, diese herauslöst und schiefert natürlich
- 1:39:43dann immer wieder in gleichem Schiefer auf schiefergewachsenen
- 1:39:45Weinen dasselbe mit dem Wein macht.
- 1:39:49Also ich bin da, kommt mir bisher witzigerweise auch noch niemand
- 1:39:52auch von wissenschaftlicher Seite beantworten.
- 1:39:56Und es gibt unterschiedlichste Meinungen aber.
- 1:39:58Nee, das ist schon schon schwierig.
- 1:40:01Ich meine, es ist klar, es hat natürlich schon auch was mehr
- 1:40:04pH wert im Boden zu tun und so.
- 1:40:07Und damit beeinflusst du natürlich direkt auch Säuren
- 1:40:13in der Frucht, Wein dann und so.
- 1:40:16Klar, also da gibt es schon ein paar Dinge,
- 1:40:19die man auch wissenschaftlich beweisen kann.
- 1:40:22Aber vieles andere nicht.
- 1:40:25Wahrscheinlich kann man es schon irgendwie, wenn man lang genug
- 1:40:28sucht, kann man schon diese Zusammenhänge feststellen.
- 1:40:31Wie das genau funktioniert.
- 1:40:33Aber sucht komischerweise keiner.
- 1:40:34Also ich finde es so teils erstaunlich, dass die
- 1:40:36alkoholische Regierung in ihrer Gänze wissenschaftlich noch
- 1:40:38nicht erforscht ist, obwohl wir seit 4.000 Jahren vergehen
- 1:40:44oder eben doch seit 8.000 Jahren Wein produzieren.
- 1:40:46Dass das wahrscheinlich für der kommerzielle Anreiz dafür
- 1:40:49fehlt, wird trotzdem gemacht, dass man es irgendwie erforscht.
- 1:40:53Genau, weil es Endergebnis Spaß macht.
- 1:40:56Manchmal möchte man es vielleicht auch gar nicht
- 1:40:58entmistifizierend, dass man sagt, ich will es gar nicht.
- 1:41:01irgendwie technisch.
- 1:41:02Und wenn dann würde es wahrscheinlich auch nur von der
- 1:41:04Industrie gemacht und dann würde es wahrscheinlich
- 1:41:07missbraucht werden für nicht ganz so.
- 1:41:10So sieht es aus.
- 1:41:11Ein bisschen Geheimnis ist immer gut.
- 1:41:12Ja, finde ich auch.
- 1:41:13Gibt es eine Region, apropos Geheimnis, die unterbewertet ist,
- 1:41:17wo du sagst, das ist eigentlich total schade oder das ist
- 1:41:21eigentlich total gut, dass niemand ein Fokus darauf hat?
- 1:41:25Und eigentlich läuft Wachstum die größten Bein der Welt.
- 1:41:27Da gibt es, hoch, das sagt natürlich jeder,
- 1:41:32so für sich, dass er die besten Weinen erwähnt.
- 1:41:34Nur weniger.
- 1:41:35Ja, dann haben sie nur nicht verstanden.
- 1:41:38Also da gibt es bestimmt einige Regionen, die sagen können,
- 1:41:43wenn es sich lohnt, doch mal ein bisschen näher hinzugucken.
- 1:41:48Ich bin so ein Portugal-Fan und würde sagen Dao ist so eine
- 1:41:52Region, die vielleicht ein bisschen mehr verdient hätte
- 1:41:57ein bisschen mehr in Fokus zu kommen.
- 1:42:00Hier Württemberg ist schon eine Gegend, die auch immer noch
- 1:42:07ziemlich unterbewertet ist.
- 1:42:08Aber ja, da gibt es ziemlich viele oder auch so Subregionen.
- 1:42:15Also wenn man sich jetzt mal vorstellt im Begund, also auch die
- 1:42:18Gegend so, au serroir und so, da gibt es schon ganz schön viel,
- 1:42:23ganz schön gute Weine, die auch ziemlich günstig sind.
- 1:42:25Erstaunlicherweise.
- 1:42:26Also jeder sagt, das Burgund ist teuer, aber es sind ja
- 1:42:29wahrscheinlich nur diese Top 500 Weine, die irgendwo gerankt oder
- 1:42:33gelistet werden, die dann ohne Frage exorbitant teuer sind,
- 1:42:37mit Top 500 Prozent, aber umzugibt es teilweise so spannende,
- 1:42:43großartige Chardonnays, Spätburgunder, so Pino Nors,
- 1:42:46die niemand offen auf den Schirm hat, was sich so und selbst das
- 1:42:50Chablis ist ja noch so günstig für diese eigentlich
- 1:42:54Einzigartigkeit an Wein, was dort wächst, wenn man einigermaßen
- 1:42:57anständigen Produzenten und kein der Großen hat.
- 1:43:00Ja, absolut.
- 1:43:03Das darfst du jetzt nicht so und das dürfen wir jetzt nicht so
- 1:43:06verraten.
- 1:43:07Das ist ja immer, wenn es nicht so einer der heißesten Tipps,
- 1:43:11die man gibt.
- 1:43:12Finde ich, du grüßst in Krongrüfe 40 Euro.
- 1:43:14Wenn man einen großen Weiß und Begunter möchte, heute
- 1:43:19bezahlbar, geht man nach Chablis.
- 1:43:22Ich pips das dann.
- 1:43:25Ich glaube, dass diese, ja genau, ja genau, bitte pipsen.
- 1:43:30Also ich glaube, dass genau diese Regionen, Tonnerois und so,
- 1:43:36die profitieren natürlich jetzt auch schon vom Klimawandel,
- 1:43:40dass diese Region über die früher keiner gesprochen hat,
- 1:43:44dass die jetzt mehr in den Fokus kommen aufgrund dieser
- 1:43:48wahrenwitzigen Preisentwicklung, die man leider im Grunde
- 1:43:51nicht mehr hat, aber eine Kultur und so.
- 1:43:53Und das ist sehr schade, weil da geht für mich eine ganze Kultur
- 1:43:57den Bach runter.
- 1:43:58Wenn ich eine Weinkarte sehe und ich sehe darauf Weine aus dem
- 1:44:18Haus San Leonardo, dann und das finde ich so interessant,
- 1:44:21hebt allein dieser Wein das qualitative Grundempfinden für
- 1:44:25diese Weinkarte.
- 1:44:26Denn es ist ein Zeugnis davon, dass der Kurator dieser Weinkarte
- 1:44:29sich auch um die großen und besonderen Weine dieser Welt
- 1:44:33kümmert und darum weiß.
- 1:44:35Und San Leonardo ist ohne Frage einer der ganz besonderen
- 1:44:38Weinen dieser Welt.
- 1:44:39Kurzer Jahrgangsschreck, wie kam es dazu?
- 1:44:41Dass dieser Wein einer der absoluten Benchmarkweine, nicht nur
- 1:44:44ist Trentino, nicht nur Italien, ist nein, der Weinwelt ist.
- 1:44:48Aber auch in der Schweiz ist es ein Zeugnis.
- 1:44:50Es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:44:53In der Schweiz ist es auch ein Zeugnis.
- 1:44:55Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:44:58Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:45:01Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:45:04Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:45:08Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:45:11Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:45:14Und es ist ein Zeugnis, das man in der Schweiz nicht mehr hat.
- 1:45:18Genau der Philosophie, was anderes etwas Besonderes zu kreieren,
- 1:45:22zu erzeugen, zu präsentieren 1982, der erste San Leonardo,
- 1:45:27die erste Bordeleser-Qüvé produziert wurde.
- 1:45:291985 wird der legendäre Jaco Modakis berater für das Weingut.
- 1:45:33Der 1986 einen der außergewöhnlichsten
- 1:45:37Jahrgänge des Weingutes oder wahrscheinlich ganz Nord-Italiens abfüllte.
- 1:45:41Und dafür sorgte, dass 1992 das erste Mal die drei Gläser,
- 1:45:46die berühmten drei Gläser über dem Weingut schwebten.
- 1:45:48Bereits 15 Jahre nach dem ersten Jahrgang wurde San Leonardo
- 1:45:52zum Best in Wine-Italiens und zum Zwölkbest in der Welt
- 1:45:56in der Top 100-Liste des Wine-Spectators gewählt.
- 1:45:59Im Jahre 2000 kommt Carlo Ferrini als Inologe auf das Weingut.
- 1:46:032001 begann man mit dem Bau komplett neuer Kelleranlagen,
- 1:46:07welche 2002 eingeweiht wurden.
- 1:46:09Und 2015 begann eine neue Dimension,
- 1:46:12weil das Weingut komplett auf biodynamischen Weinbau umstellte.
- 1:46:15Doch was macht diese Weine konkret so besonders?
- 1:46:18Was ist San Leonardo?
- 1:46:20Zuerst einmal eine Rebsorten-Küvee,
- 1:46:22die sich zusammensetzt aus 60% Cabernet-Sauvignon,
- 1:46:2530% Cabernet und 10% Merlot.
- 1:46:28Spontan vergoren in 15 bis 18 Tagen in kleinen Beton-Tanks
- 1:46:31mit regelmäßigen Umpunkten und Deltage.
- 1:46:33Danach 24 Monaten in ein und zwei jährigen Fässern
- 1:46:38aus französischer Eiche,
- 1:46:39um ihn letztlich mit einer Lagerfähigkeit von 30 Jahren und mehr.
- 1:46:43Interessanterweise sowohl in halben Flaschen,
- 1:46:46normalen, Magnumflaschen, aber auch 369, 12 und 18 Liter Flaschen abzufüllen.
- 1:46:52Ja, es sind die internationalen Rebsorten,
- 1:46:54die dieses Weingut auszeichnen
- 1:46:56und wahrscheinlich das Tor zur Welt eröffnet haben.
- 1:46:59Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Carmine herangebaut.
- 1:47:02Dieser schenkt San Leonardo nach wie vor seine runde, weiche, elegante Art.
- 1:47:07Wie gesagt, wurde 78 Cabernet-Sauvignon angepflanzt
- 1:47:10und die Rebstockdichte liegt erstaunlicherweise je nach Erziehungsform,
- 1:47:15aber im Schnitt um die 6,5 Tausend Rebstockepojekter.
- 1:47:18Die Weinlese finden der Regel Mitte September bis Ende Oktober statt,
- 1:47:21bei welcher die Trauben in einer Kombination aus Verkostung
- 1:47:25und Analyse nach ihrem Reifegrad eingeteilt werden.
- 1:47:28Und Ferinis so begeistert von diesem Ort,
- 1:47:30dass er gemäß seiner Aussage
- 1:47:32in der Tinuta San Leonardo sogar kostenlos arbeiten würde.
- 1:47:36Und diese Leidenschaft, diese Liebe zu dem Weingut, zur Region, zu diesem Wein,
- 1:47:41spiegelt sich in den Weinen wieder.
- 1:47:43Wird das rückläufig?
- 1:47:54Jetzt blicken die Glaskugel, ich weiß, aber...
- 1:47:57Ähm, ja, ich hoffe.
- 1:47:59Ja.
- 1:48:00Also...
- 1:48:01Aus Händler oder?
- 1:48:02Als Weintrinkerinteresse.
- 1:48:03Als Schwein.
- 1:48:04Sowohl als auch.
- 1:48:06Also, ich meine, der Bugunder-Absatz bei uns hat sich schon ziemlich beruhigt,
- 1:48:11so sagen.
- 1:48:12Ja.
- 1:48:13Ähm, und ich meine, wir haben ja das Beispiel,
- 1:48:16das ist das Haus Droha, ja, dieses Jahr, seine Preise, ich glaube, 15 Prozent senkt.
- 1:48:21Ja.
- 1:48:22Auch um diesen Trend entgegenzuwirken.
- 1:48:25Aber ich habe jetzt schon nochmal so von rechts und links gehört,
- 1:48:29dass es für manche Winzer gerade im Moment ein bisschen schwierig wird,
- 1:48:33ihre Preisvorstellungen durchzusetzen.
- 1:48:36Ähm, hoffen wir mal, dass es so bleibt und dass wir da wieder auf den vernünftigen
- 1:48:42Niveau kommen, ja.
- 1:48:43Weil es ist halt einfach schade, dass so ein Wein und so ein Weinbaugebiet,
- 1:48:51das immer noch so nah am Konsument war, auch wo sie dann schon in Bordeaux schon
- 1:48:56lang durchgedreht haben, oder in der Champagne oder so, sind immer noch so Bauern geblieben.
- 1:49:02Und die, die immer noch eine gewisse Vernunft haben, walten lassen, ja.
- 1:49:08Aber das ist scheinbar mal vorbei.
- 1:49:11Boah, woher rausgesultiertet das, waren das die Winzer, die in den letzten,
- 1:49:16sind ja doch 20 Jahre, wo das stetig weitergedreht wurde,
- 1:49:19ein Stückchen vom Sekundärmarkt haben wollten, oder waren das die Imputeure,
- 1:49:24waren das die Konsumenten, die das dann im Sekundär- oder Tärzjahrmarkt haben?
- 1:49:28Ich glaube, ja.
- 1:49:31Ich glaube, das geht eher von der Konsumentenseite heraus.
- 1:49:36Einfach auch Nachfrage, Erschließung neuer Märkte, vor allen Dingen in Asien,
- 1:49:42die halt unheimlich groß sind, unheimlich viel Wein absorbieren können,
- 1:49:46wo viel Finanzkraft steckt und die eben wahnsinnig auf Prestige aus sind.
- 1:49:54Und dann gibt es natürlich diese fatale Bewegung, die wir in Bordeaux gesehen haben,
- 1:50:00in den 80er Jahren, hat das ja dort seinen Anfang genommen, als dann große Investoren,
- 1:50:06damals waren das Versicherungen angefangen,
- 1:50:08hatten berühmte Châteaux zu kaufen.
- 1:50:11Und die haben sich ja gegenseitig überboden.
- 1:50:15Und das sehen wir in ähnlicher Form heute im Begun,
- 1:50:21nur das ist nicht unbedingt die Versicherung oder Finanzgruppen sind,
- 1:50:28sondern es sind die superreichen Franzosen, Pinot Arnaud und so weiter und so fort,
- 1:50:35die sich überbieten und nur das ich sagen können,
- 1:50:38ja, ich habe jetzt nochmal 50 Millionen mehr für dieses Weingul ausgegeben als du,
- 1:50:43und deswegen habe ich jetzt den längeren.
- 1:50:46Und ich glaube, das hat zu einer ganzen fatalen Kette von Folgen geführt,
- 1:50:53zum Beispiel, dass die ganzen Bodenbewertungen im Begrund nach oben geschossen sind.
- 1:50:58Und das hat zur Folge, dass die Winzer, die jetzt ein Weinberg besitzen,
- 1:51:04auf dem Papier plötzlich superreich sind.
- 1:51:08Die sitzen auf einem Riesenvermögen, nur haben sie kein Geld, aber dieser Boden ist so viel wert.
- 1:51:14Das ist erst mal nicht so schlimm, aber wenn jetzt der Erpfahl eintritt,
- 1:51:19dann haben die in Riesenproblemen, weil wir in Frankreich eine Wahnsinnserbsteuer haben
- 1:51:25und man kann sich Erben quasi gar nicht mehr leisten.
- 1:51:29Das heißt, zwangsläufig, wenn jetzt so hoch bewertete Betriebe und Weingüter
- 1:51:34an die nächste Generation übergeben werden,
- 1:51:37kommen die automatischen finanzielle Schwierigkeiten,
- 1:51:40weil die Abgaben sind so hoch, dass ich das kein Mensch leisten kann.
- 1:51:44Wenn man sich dann so ein Teufelskreis im Gang setzt,
- 1:51:48müssen sie wieder an irgendjemand verkaufen, der wahnsinnig viel Geld hat.
- 1:51:51Und dann geht das immer weiter und immer weiter und immer weiter.
- 1:51:54Im Moment ist die größte Sorge der Winzer im Begrund,
- 1:51:58was mache ich mit meiner Betriebsnachfolge,
- 1:52:01was mache ich, wenn ich jetzt vererben muss an meine Erben?
- 1:52:06Wie schaffen die das?
- 1:52:09Und da muss klar, dass es auch eine Frage des Gesetzgebers.
- 1:52:14Ich glaube, der Fall ist vielen gar nicht so bewusst,
- 1:52:18dass es dann ja eigentlich in dem Sinne einer reinen Überlebensfille ist,
- 1:52:23dass man mehr oder weniger die Preise dann intensivieren muss,
- 1:52:27um eben wer fortzusorgen, nachzusorgen oder überhaupt am Leben zu bleiben. Wahnsinn.
- 1:52:33Richtig, ja. Also das ist ein typischer Fall von Opfer des eigenen Erfolgs.
- 1:52:38Wenn du jetzt dein mini kleines Weingut, dein Leidenschaft intensivieren könntest,
- 1:52:46in welchem Gebiet würdest du es machen?
- 1:52:49Also hättest du ein Gebiet, wo du sagst, da hätte ich gern Weingut,
- 1:52:52wenn ich meine Barfart checkere und mein Wein handele, dann ich und Winzer.
- 1:52:58Also ich glaube, ich würde nur eins zum Spaß machen oder so.
- 1:53:04Aber wahrscheinlich eins ohne Steillagen. Also ich habe keinen Lust mehr mit der Rückenspritze irgendwo umzutun.
- 1:53:11Alles andere ist wohl, glaube ich, egal.
- 1:53:14Wenn man es einmal gemacht hat, dann fragt man sich, warum macht so jemand das freiwillig?
- 1:53:18Wenn man wird ja irgendwann auch Aussichtsblind und die schöne Aussicht,
- 1:53:21die wir, wenn wir irgendwo im Wein, Land sind und sagen, oh, das sieht ja toll aus,
- 1:53:25aber wenn ich dann hoch oder runter gucke, denke ich, boah, und das jeden Tag, so, fast jeden Tag.
- 1:53:31Ach doch, das freut einen dann schon immer wieder.
- 1:53:35Das ist schon schön.
- 1:53:38Und das ist ja auch schön, wenn die Dinge wachsen und entstehen siehst und so.
- 1:53:43Aber es ist halt anstrengend.
- 1:53:49Es gibt dann so Schwellen, wenn du 40 wirst, merkst du, okay,
- 1:53:55du hübschst da jetzt nicht mehr wie so eine Garzelle die Treppen hoch,
- 1:53:58das ist schon sehr wichtig, mit 50 ist der Sprung nochmal größer
- 1:54:02und dann wird es jedes Jahr ein bisschen schwierig.
- 1:54:06Ist es nicht hart, in welcher Region wirst du denn anzutreppen?
- 1:54:11Ach, pro Grund fände ich schon cool, aber mir wird es auch in Portugal gut gefallen.
- 1:54:19Da müssen wir nahem mehr.
- 1:54:22Ach, da gibt es schon viele Gegenden.
- 1:54:27Also ich hätte auch gerne nochmal hier in Württembergen Wein gut,
- 1:54:32und zwar direkt an das Schwäbischen Alp.
- 1:54:35Das ist ja wie es Jura, das gleiche Gebirge.
- 1:54:39Und das würde mich schon auch nochmal interessieren.
- 1:54:43Glaubst du, man könnte da ähnliche Weine erzeugen
- 1:54:47und dann eine ähnliche Charakterstruktur oder gehört da das okay?
- 1:54:52Also das hat jetzt glaube ich noch keiner probiert,
- 1:54:56da waren ja da anzubauen und so, aber ich bin sicher, dass es funktioniert.
- 1:55:01Sehr interessant.
- 1:55:03Denkst du eventuell auch, dass das Württemberg,
- 1:55:08weil du ja sagst, das ist so einer der Hidden Trashers,
- 1:55:12nicht so wahrgenommen wird, weil die Außenpräsenz fehlt?
- 1:55:16So kann ich mir das erklären.
- 1:55:19Man würde ein bergische Weinjagd aufgrund des Eigenkonsumes kaum irgendwo
- 1:55:23landesweit zu probieren bekommen, in der Zunahe auch relativ wenig.
- 1:55:27Und wenn ich mir so manche Winzer dort, wenn ich verkostet, denke ich auch, wow.
- 1:55:34Und warum ist einem das noch nicht vorher aufgefallen?
- 1:55:37Es gibt sie halt kaum, mit dem Dao, weil du es als zweiten Schatz erwähnt hast,
- 1:55:41ist es ja ähnlich.
- 1:55:44Ja, ich mein, klar, also ein Grund hast du schon genannt,
- 1:55:48es ist schon hier der lokale Weinkonsum, der natürlich da unheimlich viel von absorbiert,
- 1:55:53was da produziert wird.
- 1:55:55Aber das hat sich ja auch schon geändert.
- 1:55:57Der Weinkonsum pro Kopf, der ist ja auch hier in Württemberg gefallen.
- 1:56:03Und gibt natürlich auch andere Gründe.
- 1:56:06Man muss einfach sagen, dass das vor 30, 40 Jahren die Weine einfach vielleicht,
- 1:56:12was ganz gut war, dass sie nicht außer Landes gab, sag ich mal so rum.
- 1:56:17Aber inzwischen haben wir hier natürlich eine ganze Menge,
- 1:56:20ganz toller Produzenten, die wunderbare Weine machen.
- 1:56:24Und die finden tatsächlich schon auch ihren Weg ins Ausland.
- 1:56:28Und sind auch deutschlandweit inzwischen nicht so schlecht vertreten.
- 1:56:34Aber die meisten Leute haben es einfach, glaube ich, schon aus diesen historischen Gründen
- 1:56:39auf dem Schirm, weil sie es eigentlich noch nie irgendwie probiert hatten.
- 1:56:44Würdest den Produzenten oder der Region nicht aber gut tun,
- 1:56:49wenn noch eine andere Außenwahrnehmung wäre und man eben dann auch sich wahrscheinlich messen müsste
- 1:56:56oder challenging müssten, da gewissen vorhaben und sie vielleicht trotzdem noch weiterentwickeln?
- 1:57:02Ja, also das Messen, das machen die sowieso immer gerne.
- 1:57:07Man sagt, wir sind ja genauso gut wie die oder so.
- 1:57:11Und das geht ja eigentlich am Ziel vorbei, weil die eine eigene Identität haben,
- 1:57:20eine eigene Weine haben und eigene Qualitäten.
- 1:57:23Aber wenn man jetzt, also wir haben ja schon einige Erzeuger, die auch eine entsprechende Riebfläche haben,
- 1:57:29sodass sie eine gewisse Verbreitung von einer gewissen Verbreitung profitieren,
- 1:57:36sagen wir es mal Schneidmann oder Aldinger oder so.
- 1:57:39Und die werden ja durchaus sehr hoch geschätzt, auch in den großen Gastronomie überall in Deutschland.
- 1:57:46Aber das sind jetzt natürlich so ein bisschen Ausnahmen.
- 1:57:49Viele andere haben halt eine kleine Produktion, die dann teilweise auch sofort absorbiert ist.
- 1:57:54Das ist, denke ich mal, ein, eins meiner Lieblingsweingüter, Lassack zum Beispiel.
- 1:58:00Die haben nicht mal 5 Hektar im Ertrag und die Weine, die der aktuelle Jahrgang,
- 1:58:07der ist jetzt noch nicht bei uns im Haus und ist eigentlich schon komplett ausverkauft.
- 1:58:12Also ist sowas Fluch oder Leid?
- 1:58:15Ja, sowohl als auch. Sowohl als auch.
- 1:58:19Also das ist natürlich für uns als Weinhändler auch mehr Arbeit,
- 1:58:24weil wir müssen immer verteilen und müssen gucken, dass es bei den richtigen Leuten landet
- 1:58:28und du weißt immer sofort, es sind auch immer wieder viele Leute enttäuscht,
- 1:58:32dass sie nichts abkriegen oder vielleicht nicht das, was sie haben wollten oder nicht genug.
- 1:58:38Aber das ist bei solchen Dingen natürlich auch so.
- 1:58:42Und bei Lassack wird es auch so bleiben, weil die wollen sich nicht wesentlich vergrößern,
- 1:58:47was ich ganz gut finde.
- 1:58:50Die konzentrieren sich auf das, was sie haben und wollen das richtig gut machen.
- 1:58:54Also eher so ein Gedanken, wie man das häufig in Frankreich findet.
- 1:58:58Und klar, man hat alles seine Vor- und Nachteile.
- 1:59:02Aber eigentlich mehr eine undankbare Geschichte für dich als Händler.
- 1:59:05Klar verdienst du Geld, aber oftmals kannst du nur verlieren,
- 1:59:08weil du meistens dem nicht entsprechen kannst, was...
- 1:59:11Also man sieht das ja als Außenstehender immer als großes Geschenk,
- 1:59:14wenn man dann den Bein vertreiben kann oder wie auch immer.
- 1:59:18Aber eigentlich hat man fast nur verloren dabei.
- 1:59:23Ach naja, gut, das bringt einem natürlich schon auch Kunden.
- 1:59:26Aber es gibt natürlich Leute, die wollen dann nur diesen einen bestimmten Wein
- 1:59:31und verstehen gar nicht, dass man sagt, okay, wenn du diesen Wein haben möchtest,
- 1:59:35musst du bitte schon auch dies und das kaufen.
- 1:59:38Weil uns geht es genau so, wenn wir als Händler irgendwo einkaufen,
- 1:59:43überhaupt erstmal diese Vertrauen zu erhalten bei den entsprechenden Winzern
- 1:59:49oder Produzenten, um überhaupt mit denen ins Geschäft zu kommen
- 1:59:53oder um bestimmte Weine zu bekommen, da musst du ziemlich lange dran arbeiten.
- 1:59:58Und solche Sachen sind ja meistens limitiert.
- 2:00:02Das heißt also, weder der Winzer noch der Weinhändler kann mit diesen Weinen
- 2:00:06eigentlich seinen Unterhalt bestreiten, sondern der muss einfach auch andere Sachen verkaufen.
- 2:00:11Und klar, da gibt es immer wieder Verdross,
- 2:00:16aber da landen wir auch damit umzugehen.
- 2:00:20Also ein gutes Beispiel ist Clou Rougat, den wir sehr lange exklusiv in Deutschland vertreten hatten,
- 2:00:27also ein legendäres Weingut von der Loire, das jetzt den Besitzer gewechselt hat
- 2:00:32und wir dann auch in Folge die Vertretung abgegeben haben.
- 2:00:36Und das waren Weine, die waren in Frankreich schon unheimlich berühmt und begehrt.
- 2:00:42Da haben wir die hier in Deutschland in Bankketten ausgeschenkt,
- 2:00:46damit die Leute überhaupt erstmal probiert.
- 2:00:49Die Leute wollten einfach kein "Ja", da gab es "Le Poirau" bei Bankketten.
- 2:00:55Weil sonst hätten sie die Leute nicht probiert.
- 2:00:58Davon kann man heute nur träumen.
- 2:01:01Das ging natürlich bis zum gewissen Punkt und dann war das hier dann auch entsprechend bekannt.
- 2:01:07Und dann musste ladenlos zugeteilt werden jede einzelne Flasche.
- 2:01:12Das ist ja auch viel Arbeit. Also ihr habt die ja auch noch immer unfassbar günstig weitergegeben.
- 2:01:19Also ihr habt nicht versucht, den, kann ich aus eigener Erfahrung berichten, den großen Mehrwert draufzuschlagen.
- 2:01:25Aber die Flasche dann hin und her zu schieben ist ja dann schon richtig, richtig Arbeit.
- 2:01:31Also das ist natürlich schon auch so, ich will ja dem Winzer dann auch noch in die Augen schauen können hinterher.
- 2:01:39Und da kann es nicht sein, dass sich da irgendwelche Fantasiepreise nehmen.
- 2:01:43Unsere Aufgabe als Weinhändler ist dann dafür zu sorgen, dass die Weine bei den richtigen Personen landen.
- 2:01:52Das heißt, in der richtigen Gastronomie, wo wir wissen, da werden die Wert geschätzt.
- 2:01:58Da versucht dann keiner, da werden Reibach zu machen.
- 2:02:01Und bei den Weingenisern, von denen wir wissen, dass sie sie selber trinken und genießen
- 2:02:06und nicht zwei Wochen später auf Ebay vertickern zum dreifachen Preis.
- 2:02:13Welcher Koch dürfte dich ehren? Also zu einem ganz großen, wenn du sagst hier "for free" und welchen Wein würdest du auch schenken?
- 2:02:22"For free" ist hier hinterher gut.
- 2:02:29Ach, darüber habe ich mir jetzt noch keine Gedanken gemacht.
- 2:02:34Also, wenn jetzt einer hoch also, muss ich jetzt mal echt scharf überlegen.
- 2:02:44Also ganz ehrlich wäre es eigentlich auch ein bisschen mein peruanischer Lieblingskoch.
- 2:02:50Thomas Matsufishu, das ist jemand japanischer Abstammung.
- 2:02:59Er hat so eine Straßenküche, Elima, Alto Kibes, wo er ungefähr auf einem zwei Sternen-Niveau kommt.
- 2:03:05Nein! Das ist unglaublich, was der macht.
- 2:03:09Das würde ich mir wünschen, aber der hat sein Pass abgegeben, der reißt nicht mehr.
- 2:03:16Obwohl er eigentlich in England sein Doktor in Chemie gemacht hat, das ist eigentlich schon ein sehr gebildeter und gereister Typ,
- 2:03:23hat aber auch eine Lust mehr, wohnt bei seiner Mutter.
- 2:03:26Und der Torschi, das ist wirklich großer, großer Koch.
- 2:03:30Und ja, da müsste es zwangsläufig Rieslinge geben.
- 2:03:37Und da würde ich mal sagen, da will ich Schäfer, Gott hab ihn seelig.
- 2:03:43Ja, wäre vielleicht meine Wahl.
- 2:03:46Oh, da würde ich mit einsteigen.
- 2:03:49Also es ist wirklich auch ein Winzer, finde ich, total interessant, der schon mit die größten Rieslinge in diesem Land erzeugt,
- 2:03:58aber niemals diese Überpräsenz hatte.
- 2:04:01Das war immer noch ein geheimen Tipp für sich.
- 2:04:04Also wirklich eine ganz großartige Weine, tolle Entwicklung, tolle Familie auch, Andrea und Christoph.
- 2:04:13Unglaublich, was die machen.
- 2:04:16Und auch wie bescheiden die sind.
- 2:04:20Die haben natürlich schon großen Erfolg.
- 2:04:25Also auch wieder dieses Brünten von Fekta.
- 2:04:28Und von denen kommen die auch nicht weg, wollen die auch nicht, weil sie das im Familienverband bearbeiten können.
- 2:04:36Und das verkaufen die auch mühelos und davon können die leben, die werden die reich, wollen sie nicht.
- 2:04:42Und das ist für mich wunderbar.
- 2:04:47Und die Weine, die sie machen, sind einfach einmalig gut.
- 2:04:50Wahnsinnig beständig über die Jahre.
- 2:04:52Also ich darf die seit fast Beginn der Weinbahn, also 2, 8 habe ich glaube ich das erste Mal gekauft.
- 2:04:57Und seitdem eben auch ständig.
- 2:05:00Und da ist es ja in der Tat auch so.
- 2:05:02Am Anfang des Jahres darf man seine Wünsche äußern.
- 2:05:05Und dann erfolgt auch die Zuteilung.
- 2:05:08Also großartig.
- 2:05:10Und witzigerweise auch eins der Weingüter, die man niemals nachkaufen kann.
- 2:05:15Das finde ich auch so erstaunlich.
- 2:05:17Ich habe in der Tat versucht, es wird getrunken.
- 2:05:21Und ich wollte egal woher, 2, 10er für meine Tochter kaufen.
- 2:05:25Also einfach keine 36 Flaschen.
- 2:05:27Also ich habe die Nürke jetzt gefunden.
- 2:05:29Katastrophal.
- 2:05:31Und das finde ich aber wiederum auch schön.
- 2:05:33Es ist ja auch nicht viel was die produzieren.
- 2:05:35Aber wiederum auch schön, dass es so konsumiert wird, dass die Weine dann offensichtlich an einer richtigen Stelle ankommen.
- 2:05:42So sieht es aus.
- 2:05:44Tolle Wahl.
- 2:05:45Super.
- 2:05:46Ich möchte da auch dabei sein.
- 2:05:48Hast du einen absoluten, favorisierten Weinladen, also dein, wo du sagst, wow, so wie die Wein leben.
- 2:05:59Klar du kannst deinen eigenen, aber vielleicht einen, wo du inspiriert wurdest.
- 2:06:04Egal ob Handel oder Weinbar.
- 2:06:07Da muss ich jetzt ein bisschen geröbeln.
- 2:06:14Mach dir den Wein auf.
- 2:06:15Also...
- 2:06:16Ja, genau.
- 2:06:18Lieber nicht um die Wurzelt.
- 2:06:21Handel.
- 2:06:23Also ich war ganz früher mal sehr von La Vigna in Paris beeindruckt.
- 2:06:28Aber jetzt so eine Art von Weinhandel beeindruckt mich jetzt nicht mehr.
- 2:06:33So sehr...
- 2:06:35Also...
- 2:06:37Weinbar finde ich mir die Freundschaft ganz toll.
- 2:06:42Ja.
- 2:06:43Das finde ich klasse, wie die das machen.
- 2:06:46Ich finde das auch cool insofern, die haben Erfolg und die stehen dazu.
- 2:06:50Und trotzdem gehst du hin und es ist casual.
- 2:06:53Ist es nicht irgendwie aufgesetzt, ist es nicht so bistisch, ist es einfach...
- 2:06:57Es ist einfach und das finde ich cool.
- 2:06:59Total cool und der Leberkäse weg den es da gibt, der ist so spitzen.
- 2:07:02Mega.
- 2:07:03Ja.
- 2:07:04Ja, genau.
- 2:07:10Ich wusste ja...
- 2:07:12Da könntest du jetzt mal so...
- 2:07:14Dann will ich dir noch einen rausnageln.
- 2:07:16Gibt es für dich einen Getränk, was dem Wein nahe kommt?
- 2:07:19Also ist es Pisco?
- 2:07:20Nee, glaube ich nicht.
- 2:07:21Aber im Allgemeinen...
- 2:07:23Nee, nee.
- 2:07:24Dass du, wenn du kein Wein zur Verfügung hättest oder irgendwo deine Alternativerfüllung findest.
- 2:07:32Dann hat es wirklich...
- 2:07:37Nee, dann ist es, sagen wir mal, hinterher ein Trinkjausverlegenheit, vielleicht ein Bier.
- 2:07:43Also genieße ich auch manchmal.
- 2:07:45Aber aus anderen Gründen wahrscheinlich, ne?
- 2:07:47Es ist ja dann mehr dieses Trinken.
- 2:07:49Ja, vielleicht auch, wenn man durchstarrt oder so.
- 2:07:52Oder wenn du in der Gastronomie gehst, wo du weißt, hier trinkst du einfach besser als in der Stadt Wein.
- 2:07:57Es gibt ja leider viel zu oft.
- 2:07:59Und, nee, ansonsten, nee, also ich hätte jetzt da kein...
- 2:08:05Ich hätte da jetzt kein Ersatz, nee.
- 2:08:06Ich zieh auch nicht Tee oder so was, oder verschiedene Brände.
- 2:08:10Ich trink schon gerne Tee, aber ich bin überhaupt kein Tee-Spezialist.
- 2:08:15Trink einfach nur gerne Tee.
- 2:08:17Brände trinke ich schon auch manchmal ganz gern.
- 2:08:22Aber, na ja, da ist halt schon ziemlich viel Alkohol drin.
- 2:08:31Und dadurch, dass ich jemand bin, der einfach gerne viel trinkt, ist es mit Bränden und so keine gute Hände.
- 2:08:40Und, sagen wir mal, es gibt ja, weißt du, dieser Zustand der Gelöstheit, ne?
- 2:08:48Und, sagen wir mal, Entspannung oder auch geistigen, sagen wir mal, Gelöstheit.
- 2:08:55Feinsehlichkeit, ja, Gelöstheit, ja.
- 2:08:57Und, sagen wir mal, es gibt ja in Frankreich diesen Ausdruck "Ivres", so eine gewisse Trunkenheit.
- 2:09:03Aber das ist nicht die richtige Übersetzung eigentlich.
- 2:09:07Wir haben da kein Wort dafür.
- 2:09:08Wie heißt das "Ivres"?
- 2:09:09Das ist ein Zustand.
- 2:09:11"Ivres", okay.
- 2:09:13Ja, genau.
- 2:09:16Zum Artur Rambo, Lebatou Ivre, ja, das Boot der Trunkenheit.
- 2:09:22Also, das ist ja, glaube ich, ein Zustand, der total interessant ist, der so, wo der Geist so offen und wach ist.
- 2:09:31Und das habe ich bis jetzt bei Karl Wanderen getränkt erlebt.
- 2:09:35Ich will auch ganz aus der Nase ziehen.
- 2:09:37Mir geht es ja genauso.
- 2:09:39Es hat auch noch nie jemand wirklich eine passabale Antwort.
- 2:09:43Wiskig haben die einen oder anderen genannt, wenn man da auch mit Facetten, aber trotz allem, finde ich, hakt und hinkt der Vergleich in jegliche Richtung.
- 2:09:51Will du die Komplexität und...
- 2:09:53Ja, jetzt sagen wir mal diese unglaubliche Vielfalt.
- 2:09:57Und wie vorhin schon gesagt, es gibt für jede Gelegenheit, gibt es den passenden Wein.
- 2:10:03Das kann kein anderes Getränk.
- 2:10:06Zum Frühstückseipass kein Whisky.
- 2:10:08Also, das ist da irgendwie...
- 2:10:10Nein, ich wusste jetzt auch nicht, dass zum Frühstück ein Wein passt, aber wenn du das so sagst,
- 2:10:16du musst dich mal darüber nachdenken,
- 2:10:18weil ich fände es eher bedenklich.
- 2:10:20Bist du kurz jetzt eher digital oder analog?
- 2:10:24Also, bei Musik bin ich total analog.
- 2:10:31Also, sagen wir mal, auch so diese Musikanlagen, die ich habe, ein Bauer und so,
- 2:10:38das ist meistens Röhrentechnik, also wirklich schon diese ursprüngliche Technik, also nicht mal Transistor.
- 2:10:45Und beim Arbeiten bin ich schon ziemlich digital, aber auch auf der anderen Seite wieder analog.
- 2:10:55Also, jetzt gebe ich denke, weil ich ziehe aus beiden Welten so meine Vorteile.
- 2:11:01Ein Weinkarte lieber digital oder analog?
- 2:11:03Oder Weinliste?
- 2:11:05Analog, analog, ja.
- 2:11:07Also, ich mag diese digitalen Weinkarten nicht so gerne.
- 2:11:17Und dann, ich habe es auch nicht gerne, wenn Leute mit dem Telefon hier im Lokal rum sitzen,
- 2:11:24oder dann eben dem Pad oder sowas, finde ich, doof.
- 2:11:28Aber ich mag eh keine Weinkarten.
- 2:11:32Ich finde es immer viel besser, wenn jemand kommt, er mir sagt, was ich trinken soll.
- 2:11:36Sehr schöne Idee. Bist du, wenn du essen gehst eher auf der Weinbegleitenden Seite,
- 2:11:43oder lieber eine Flasche und die genießen?
- 2:11:49Also, magst du Weinmenüs oder gibt es auch gespaltene Meinungen?
- 2:11:54Ja, ich mag eigentlich beides ganz gerne.
- 2:12:00Auch da kommt es wieder drauf an.
- 2:12:03Wenn ich jetzt irgendwo im großen Restaurant bin, große Küche, alles unheimlich nirgisiert und so,
- 2:12:10dann finde ich es natürlich ganz toll, wenn ich dann auch immer den absolut passenden Wein dazu habe.
- 2:12:16Dann würde ich sagen, da bin ich vielleicht eher so auf der Weinbegleitenden Seite,
- 2:12:21weil ich eben auch neugierig bin und gerne Sachen trinke, die ich nicht kenne.
- 2:12:27Auf der anderen Seite hat es halt bei so einem eher etwas entspannteren Restaurantbesuch,
- 2:12:38finde ich, hat schon seine Vorteile, wenn du sagst, okay, ich trinke jetzt ein Weißwein und ein Rotwein,
- 2:12:43oder nur eine Flasche oder so was.
- 2:12:46Ich finde, ich habe schon auch so seinen Reiz, wenn du jetzt nicht, dieses ganze Primerium jetzt nicht willst.
- 2:12:53Aber wenn es so drauf ankommt, so ganz puhantiert, dann auch wirklich zu verkosten und so,
- 2:12:59dann finde ich natürlich immer den absolut passenden Wein natürlich ganz toll.
- 2:13:05Gibt es da eine Situation, Kollegen oder sonstiges, die dich beeindruckt haben, oder sagst du, der macht echt einen guten Job?
- 2:13:12Ja, der Billy Wagner, das fand ich schon sehr beeindruckend, was der bei seinen Besuchern,
- 2:13:20bei meinen Besuchern dort gemacht hat.
- 2:13:23Ich finde auch von der Stimmigkeit in so einer Gesamtentzinung.
- 2:13:25Das war schon unheimlich puhantiert.
- 2:13:28Ja, auch, also ich finde, das ist ein sehr gutes, sehr angenehmes Lokal, mag die Küche.
- 2:13:37Aber diese Weinempfehlung, das war immer nagel auf dem Kopf.
- 2:13:43Und manche Dinge, wo ich jetzt vorher so ein bisschen gedacht hätte,
- 2:13:46hoch, das ist jetzt aber gewagt oder so, dann hat es ganz wunderbar funktioniert.
- 2:13:51Wie wichtig ist dabei für dich der Entertainment-Charakter, also dass der Sommi erzählt und unterhält?
- 2:13:56Ich finde, vielleicht habe ich da meinen Gedanken damit zum Besten gehen, immer schade,
- 2:14:00wenn ich am Tisch sitze und dann kommt ein Kollege und sagt jetzt irgendwie,
- 2:14:07hält die Flasche hin, sagt dir, brauche ich so nichts erzählen, schenkt ein und geht weg.
- 2:14:11Und das finde ich ein bisschen schade, wie ist das bei dir?
- 2:14:13Ich möchte ja auch einen Mehrwert in der Unterhaltung oder in der Information dann auch haben.
- 2:14:18Also ich finde es immer gut, wenn jemand merkt, wenn er die Klappe zu halten hat.
- 2:14:25Das ist auch wichtig, ja, eine Stärke sogar.
- 2:14:28Ja, genau, also manchmal wirst du zugetagt und dann denkst du, Junge, ich habe auch mit meiner Frau noch Gesprächsthemen.
- 2:14:35Also wenn man jetzt jemand erzählt, wie das Mädel heißt, was die Karotte aus der Erde gezogen hat
- 2:14:45und warum sie so aus der Erde gezogen hat und nicht anders, dann wird es ziemlich schnell langweilig.
- 2:14:51Auf der anderen Seite, wenn da wirklich eine gute Story dahinter ist, dann will ich die auch hören.
- 2:14:59Aber in der richtigen Dosierung bitte. Wir haben ja häufig zu dieses Problem, genau wie du sagst,
- 2:15:07noch einmal so ein bisschen vielleicht stofflich oder so, zack hin und wieder weg.
- 2:15:11Das ist vielleicht ein bisschen wenig. Und dann hast du die Leute, die sich ein, dann mehr selbst inszenieren.
- 2:15:18Das ist dann wieder ein bisschen zu viel. Und genau dieses Mittelmaß, das wünsche ich mir.
- 2:15:23Und dann ein bisschen weniger. Ich finde, das kann billig ganz gut. Also er kann in dieser Kürze der Zeit auch richtig knackig euphorisieren,
- 2:15:31begeistern, seine Begeisterung transportieren, das Tag für Tag. Und diese Spiel auch zwischen Weimbeschreibung, Information
- 2:15:40oder auch dann Tellerbeschreibung, wenn man Teller bekommt und die Karotte dann richtig schmackhaft machen.
- 2:15:47Da ist das wirklich ein sehr... Ja, ja, guck mal, manchmal schon ein bisschen an der Grenze dann, aber das ist schon okay.
- 2:15:55Ja, ja. Was war für dich die größte und kleinste Weinkarte, mit der du je arbeiten durftest und ist Größe für dich wichtig?
- 2:16:04Ja, es gibt ja Frauen, die sagen Größe zählt, ja. Es gibt andere, die sagen, zählt nicht.
- 2:16:13Ich glaube, bei der Weinkarte ist es ähnlich. Sag mal mal, die größte ist jetzt hier, die im High Fidelity.
- 2:16:23Größer als bei Winzen Kling. Ah, wow. Ja, ja, da hat man es vielleicht so, also zu meinen Zeiten vielleicht so 400 oder so.
- 2:16:32Was jetzt auch nicht so schlecht ist. Das ist der Zeit damals auch. Also da war es ja noch eine andere Präsenz.
- 2:16:38Ja, eine Barreis, die war schon noch größer. Also ein Barreis, die war schon noch, weiß ich aber nicht mehr so genau, das ist jetzt wirklich schon so lange her.
- 2:16:45Also für mich kommt es eigentlich jetzt ja nicht so sehr auf die Größe an, sondern wirklich auf den Innenhalt.
- 2:16:57Ich mein klar, es ist natürlich einfacher und bequemer, wenn du aus einem so großen Fundus schöpfen kannst.
- 2:17:03Aber ich denke, die Qualität der Selektion ist entscheidend.
- 2:17:13Und auch als Gast. Und vor allem 110 Weihnachten und die sind alle richtig toll. Reicht es ja, ja, die kriegst du am Abend sowieso nicht getrunken.
- 2:17:21Stimmt, woran machst du eine gute Weinkarte fest? Also siehst du die Handschrift darin oder ob es zusammengewürfelt ist?
- 2:17:27Ja, also ich finde es dann schon langweilig, wenn du siehst, es sind immer dieselben Industrieweine und selben Namen und so.
- 2:17:38Okay, was trinke ich jetzt? Aber ich finde es schön, wenn sich jemand, das siehst du, wenn so eine Linie in der Weinkarte drin ist.
- 2:17:50Wenn dann so ein Leitfaden durchläuft. Also wenn die eine Karte im Prinzip eine Auswahl gut kuratiert ist, und das finde ich ganz toll.
- 2:18:01Und das merkt man eigentlich gleich, das merkt man auch direkt am Innerhaber oder am Sommelier oder so.
- 2:18:07Das wiederum finde ich, also kann sowohl Belly als auch die Freundschaft, weil wir die beiden Läden vorhin genannt haben.
- 2:18:13Also die Weinkarten finde ich durchaus sehr interessant und wo man durchaus was findet.
- 2:18:18Ja, gut, auch riesig groß in dem Fall.
- 2:18:22Hast du einen Ausgleich? Also hast du ein Hobby oder hast du ein...
- 2:18:26Irgendwas, was du... Ich meine, du hast ja mehr oder weniger drei Läden von dem her.
- 2:18:31Hast du ja nicht so viel Freizeit, aber also mit Großhandel, Einzelhandel und Beinwahrt?
- 2:18:36Nein, ich habe nicht so viel Freizeit.
- 2:18:39Aber ist es ein Marathonläufer oder?
- 2:18:42Nein, früher bin ich ja mit so mal so gelaufen, also ich mache jetzt eigentlich leider gerade gar keinen Sport.
- 2:18:49Manchmal vom Nachhausefahren mit dem Fahrrad abzieht und so.
- 2:18:54Ich habe in der Tat sehr, sehr wenig Zeit im Moment zu meinen Ausgleichs in die Sonntage mit dem Enkel.
- 2:19:00Aber an diesem Sonntag, nach so einem Sonntag mit dem Enkel, da bin ich immer noch platter als nach dem Arbeiten.
- 2:19:07Aber das ist auch unheimlich schön, da ist man schon ziemlich erschöpft.
- 2:19:16Aber das ist so eine... Ja, das ist einfach wahnsinnig schön.
- 2:19:22Ist dein Gedankenurlaub, glaube ich?
- 2:19:24Ja, so ungefähr.
- 2:19:27Aber im Prinzip, ja, ich habe im Prinzip so einen freien Tag in der Woche, das ist so der Sonntag.
- 2:19:33Und ja, das ist so Enkel und möglichst irgendwie ein bisschen Erholungstag.
- 2:19:39Ich hoffe mal, dass es das jetzt bald wieder ändert, weil das war eigentlich nicht der Plan.
- 2:19:44Aber das ist das Moment, seitdem wir hier die Weinware haben, ist es leider so.
- 2:19:49Aber ich glaube, die Vorteil ist, dass...
- 2:19:52Aber irgendwann kommt es wieder und dann würde ich gerne mal wieder mehr Verstärker löten und so.
- 2:19:58So was mache ich gerne und dann, wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich auch wieder meinen eigenen Garten anlegen,
- 2:20:04den es eigentlich noch gibt, aber der liegt brach.
- 2:20:07Ja, solche Sachen.
- 2:20:09Toll, ja. Also schade, wenn dafür die Zeit fehlt, dann ist es toll, wenn man darin eine Erfüllung, eine Leidenschaft letztlich auch findet und sich darin ausleben kann.
- 2:20:17Aber ich glaube, es wird auch wieder kommen.
- 2:20:19Hast du selber noch... Ja, das kommt auch wieder.
- 2:20:23Hast du selber noch beruflich Wünsche und Ziele oder irgendwas, wo du sagst, dahin soll noch die Reise gehen?
- 2:20:30Du hast ja eigentlich schon mehr oder weniger alles gemacht und mit der Barsche haben bei dem die ganzen Gipfel aufgesetzt?
- 2:20:37Gipfel aufgesetzt, das sagt meine Frau auch immer.
- 2:20:43Aber ist das jetzt nach einem anderen Zusammenhang?
- 2:20:47Also...
- 2:20:50Ach ja, also guck mal, ich bin jetzt 60 und...
- 2:20:55Du bist 60?
- 2:20:57Ich bin 60, ja.
- 2:20:59Wow, beinkonserviert.
- 2:21:01Und...
- 2:21:03Ja, danke.
- 2:21:04Wie viel ich gedacht hätte, ich hätte eher so ein Meiner-Eve gesehen.
- 2:21:06Ich würde jetzt keinen... Nichts ums Mouch mehr.
- 2:21:09Schon lang keinen Druck mehr auslesen.
- 2:21:12Ja, genau. Also dann bist du natürlich dann schon mal so...
- 2:21:19Da hast du jetzt ja nicht mehr so einen heißen Anspor, wie das vielleicht früher so war.
- 2:21:23Also deswegen ist das jetzt so eher gemächlich.
- 2:21:27Das heißt, ich möchte eigentlich das, was ich jetzt mache, in einer schönen Form weitermachen.
- 2:21:35Ich muss leider noch lange arbeiten.
- 2:21:38Und das will ich eigentlich so im Prinzip weitermachen und dann irgendwann mal sagen, so, jetzt reicht's, jetzt setze ich mich zur Ruhe.
- 2:21:49Aber jetzt zum großen Anspor nochmal irgendwie was anders zu machen oder irgendwas ganz Bestimmtes zu erreichen.
- 2:21:57Also den habe ich jetzt nicht mehr.
- 2:21:59Ja, weil du ja auch schon ganz viel zu verzeichnen hast.
- 2:22:01Vielleicht zum Abschluss gibt es für dich ein schönstes und ein schreckliches Sommierlebnis.
- 2:22:07Also eins, wo du sagst, wow, dass ich das erleben durfte.
- 2:22:10Und eins, wo du sagst, gleich bitte danach im Gehirn bieten.
- 2:22:18Also, ähm, schrecklicher...
- 2:22:26Ich muss mal überlegen, ich meine, da gibt es ja diese klassischen Nummern, wenn man irgendjemand was über den Kittel schicken schüttet oder so.
- 2:22:32Aber das passiert ja, es passiert ja einfach.
- 2:22:35Aber, ja, doch, ich habe mal ein schlimmes Erlebnis gehabt.
- 2:22:40Das war mit einem großen Bordeaux.
- 2:22:44Das war Chateau du Cruvoca, Juni 1961.
- 2:22:48Oh, wow.
- 2:22:49Von diesem Wein hatte ich in den 90er Jahren bei Chrissies oder Sotheby's mal eine Kiste gekauft.
- 2:22:57Ich habe damals viel Weine in Auktionen in England gekauft.
- 2:23:01Das war ja auch überhaupt nicht teuer.
- 2:23:03Da habe ich auch angefangen, mich für Madeira zu interessieren, weil da hast du wirklich für einen Sportpreis Madeiras aus dem 19. Jahrhundert reinkaufen können.
- 2:23:13Das habe dann irgendwie 30, 40, 50 Mark die Flasche gekostet oder so, das war ein Witz.
- 2:23:19Also da habe ich, ja, das kann man sich heute gerade mal vorstellen.
- 2:23:24Und damals habe ich eben viel gereifte Bordeaux dort gekauft, weil das auch nichts gekostet hatte.
- 2:23:31Und da war eben diese wunderbare Kiste 1961 Chateau du Cruvoca Juni.
- 2:23:37Und die habe ich mit viel Freude, eine Flasche nach der anderen in der Wielandshöhe verkauft.
- 2:23:42Und dann kam der Tag, als die letzte Flasche dran war.
- 2:23:46Und dann habe ich mich schon so drauf eingestellt und gesagt, okay, jetzt musst du dich von diesem Wein fallen,
- 2:23:52weil vermutlich nie mehr in deinem Leben diese Wein probieren.
- 2:23:56Und dann war es die Korkis.
- 2:23:58Nein.
- 2:23:59Die schlimmste, also die war Korkich.
- 2:24:02Ich sage immer Fluch der letzten Flasche.
- 2:24:04Irgendwie sind ganz viele letzte Flaschen Korkich.
- 2:24:07Und das Schönste, das darf ich manchmal immer noch erleben, das ist, wenn ehemalige Gäste auf mich zukommen
- 2:24:16und sagen nach 10 Jahren, nach 15 Jahren, jetzt ja noch seit weit über 20 Jahren,
- 2:24:21wissen Sie, ich kann mich noch heute erinnern an unser Essen bei Ihnen, als Sie uns die Weine sie wert hatten in der Wielandshöhe.
- 2:24:30Wie viel das war.
- 2:24:31Das ist natürlich was Wunderbares.
- 2:24:34Das will ich vor ein Herz aufgegeben.
- 2:24:37Weißt du, du hast was, ja, da weißt du, du hast was bewegt mit deiner Arbeit.
- 2:24:43Du hast was geschaffen, du hast Emotionen geschaffen und Erinnerungen.
- 2:24:47Und darum geht es in der Gastronomie.
- 2:24:50Und wenn du jetzt heute irgendwo bist und hast dann so 18 Gänge, immer jemals irgendwie so eine Art Molekül auf dem Teller
- 2:24:57und dazu sollst du auch noch ein Wein probieren, was gar nicht geht,
- 2:25:00weil sobald du das Ding probiert hast, ist nichts mehr da.
- 2:25:03Und am Ende weißt du nicht mehr, was du gegessen hast.
- 2:25:06Du hast überhaupt keine Erinnerung mehr, kein kulinarisches Gedächtnis an dieses Ding,
- 2:25:11außer dass es mal irgendwie geknallt und gefunkt hat und geraucht und sonst irgendwas.
- 2:25:15Und fernst die Teller und so.
- 2:25:17Und am Ende weißt du nichts mehr.
- 2:25:20Aber ich kann mich an den besten Steinbutten meines Lebens erinnern.
- 2:25:26Das werde ich nie vergessen, aber im Elcano, in Gitarria, im Baskenland.
- 2:25:31Und das war ein Steinbutt, der einfach gegrillt war, ohne alles.
- 2:25:35Nicht mal eine Soso oder Öl, da war das was so sensationell.
- 2:25:39Das werde ich niemals im Leben vergessen.
- 2:25:41Das ist Gastronomie.
- 2:25:43Das sind eben auch solche Erlebnisse.
- 2:25:45Wenn jemand sagt, das war so ein schöner Abend, vergesse ich nie.
- 2:25:49Das ist der Zauber unseres Berufes, weil es gibt so manche andere Berufsgruppen,
- 2:25:55ohne jemanden B blending.
- 2:25:57Wenn die aus dem Augen sind, sind sie aus dem Sinn.
- 2:26:01Und viele, also Kollegen, berichten davon, dass man einen besonderen Gedankenmoment bei den Gästen erzeugt.
- 2:26:10Das ist flüchtig, aber auf der anderen Seite, wenn das richtig gut macht,
- 2:26:17und wenn es alles richtig gut klappt, dann bleibt es unheimlich langhaft.
- 2:26:22Das Gespräch ging unter die Haut.
- 2:26:29Soviel tief sind, soviel Leidenschaft für den Beruf, den Wein,
- 2:26:33soviel Verständnis für die verschiedenen Ebenen,
- 2:26:35für die Sommys, für die Winter, aber auch für andere Händler, für die Kunden,
- 2:26:40soviel Visionen, soviel trotzdem sehr realistische Ansätze.
- 2:26:44Bernd Kreis hat mich wieder einmal und enorm begeistert und fasziniert und lässt mich nahezu sprachlos zurück.
- 2:26:51Vielen lieben Dank, lieber Bernd, für deine Zeit und für all das,
- 2:26:55was du für diese unsere Weinwelt geschaffen hast.
- 2:26:57Und auch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören,
- 2:27:00fürs Begleiten auf den sozialen Medien, fürs Kommentieren,
- 2:27:03fürs Werten, fürs Teilen fürs Weitererzählen.
- 2:27:05Dank euch ist dieser Podcast schon nach kurzer Zeit das geworden,
- 2:27:08was er ist, eine feste Größe in der deutschen Weinpodcastwelt.
- 2:27:12Vielen lieben Dank.
- 2:27:14Und noch ein großes Dankeschön an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern
- 2:27:17Segnetz, Schlumberger, Conziowini und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg.
- 2:27:22Für die intensive wirtschaftliche und händische Unterstützung.
- 2:27:24Durch sie können wir das Projekt realisieren und dafür noch einmal ein herzliches Dankeschön.
- 2:27:29Und wie man so schön sagt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:27:33Und ich brauche bestimmt noch einige Zeit, die Gedanken vom Bernd verarbeiten zu können,
- 2:27:36nachsinnen zu können, werde es bestimmt noch das eine oder andere Mal nachhören.
- 2:27:40Und mindestens genauso wie ich mich darauf freue, freue ich mich auf unser nächsten Gast
- 2:27:44auf die kommende Woche.
- 2:27:46Und dafür durfte ich nach Berlin reisen in die Bundeshauptstadt,
- 2:27:49ins legendäre Hotel Adlon.
- 2:27:52Dort wurde ich willkommen geheißen von Hans Martin Konrad
- 2:27:55zu einem sehr interessanten Gespräch.
- 2:27:58Ich freue mich darauf lieber, Hans Martin Konrad auf die nächste Woche.
- 2:28:01Ein ganz herzliches Dankeschön.
- 2:28:07Unserem zweiten Support der Unterstützer, Begleiter von Sommelier,
- 2:28:11die interessantesten Munchenke unserer Zeit,
- 2:28:14der Distillery von Heaven Store Tennessee Straight Bourbon Veski.
- 2:28:18Und ja, wie bereits erwähnt, die Ursprünge von Heaven Store führen uns in die USA,
- 2:28:22genauer gesagt nach Tennessee.
- 2:28:25In der Regel, halb halb, zur Reife gekommen sein,
- 2:28:28muss mindestens zwei Jahre darin lagern.
- 2:28:31Und während der Distellation darf er nicht mehr als 80 Volumen prozent erreichen
- 2:28:35und beim Abfüllen ins Fass nicht mehr als 62,5 Volumen pro Jahr.
- 2:28:39Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:28:42die Zeit für die USA zu verabschieden hat.
- 2:28:45Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:28:48die Zeit für die USA zu verabschieden hat.
- 2:28:51Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:28:54die Zeit für die USA zu verabschieden hat.
- 2:28:57Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:29:00die Zeit für die USA zu verabschieden hat.
- 2:29:03Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:29:06die Zeit für die USA zu verabschieden hat.
- 2:29:09Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:29:12die Zeit für die USA zu verabschieden hat.
- 2:29:15Und das ist der erste Fass der Zeit, der sich in der Zeit der USA
- 2:29:18aus der Scotch und Irish Whiskey Produktion mit in die Staaten gebracht haben.
- 2:29:22Ob diese Spezialität nun nach dem Bourbon County in Kentucky
- 2:29:26oder Bourbon Street in New Orleans benannt wurde, das weiß man nicht.
- 2:29:30Wie bereits erwähnt, wurde diese Mark in den frühen 2000er Jahren
- 2:29:33vom Bob Dylan ins Leben gerufen.
- 2:29:35Die Idee hinter Heaven Store war es, einen handgefertigten Bourbon herzustellen,
- 2:29:39der die künstlerische Seele von Bob Dylan widerspielt.
- 2:29:42Das Unternehmen arbeitet sehr eng mit erfahrenen Brennmeistern zusammen,
- 2:29:45um sicherzustellen, dass jeder Schluck dieses Bourbon
- 2:29:47ein musikalisches Erlebnis für die Sinne ist.
- 2:29:50Und selbst die Flaschensinn-Kunstwerke werden nicht nur einzeln händisch abgefüllt,
- 2:29:54werden nicht nur einzeln nummeriert,
- 2:29:56sondern tragen auch dieses einzigartige Etikett,
- 2:29:59was von Bob Dylan selbst entworfen wurde.
- 2:30:01Es ist diese Kombination aus musikalischem Erbe
- 2:30:03und der handwerklichen Expertise,
- 2:30:05die Heaven Store zu einem faszinierenden Getränk macht.
- 2:30:08Doch der entscheidende und für den letztlich geniesserwichtigsten Aspekt
- 2:30:12bei der Bewertung des Bourbons ist das Geschmackprofil.
- 2:30:15Und Heaven Store überrascht hier
- 2:30:17mit einer sehr erstaunlichen Vielfalt an Geschmacksnoben.
- 2:30:20Im ersten Schluck dann eine ganz leichte karamellige Süße,
- 2:30:24die sich ganz spielend entfaltet, entwickelt auf der Zunge,
- 2:30:27nur in Hauch von Vanillia, geprägt von einer sehr intensiven Cremigkeit,
- 2:30:31was sehr ungewöhnlich ist und doch typisch für einem Bourbon.
- 2:30:34Geröstet des Eichenholz, Zimt, Nelke, Muskatenus,
- 2:30:37entwickelt sich am Gaumen
- 2:30:39und das eigentlich beeindruckende ist dieser ewig nachhaltende,
- 2:30:43sich stetig weiterentwickelnde Abgang,
- 2:30:45diese leichte Rauchigkeit, natürlich typisch für einen Whisky,
- 2:30:48aber eben nicht Torfigkeit,
- 2:30:49sondern es wird klar feinfruchtig, saftig, warm, ausgewogen,
- 2:30:53attraktiv faszinierend.
- 2:30:55Und wahrscheinlich ist es die Lagerung in den Virgin Oak Fässern,
- 2:30:59Fässer, die zuvor noch nie für Whisky gebraucht wurden
- 2:31:02und ihm von der Weisarche herrühren,
- 2:31:04seine ganz eigene Charakteristik verleihen.
- 2:31:06Das Interessante beim Heaven Store Tennessee Straight Bourbon Whisky,
- 2:31:10dass er sowohl Whisky-Nowizen als auch Cracks total beeindruckt,
- 2:31:14fasziniert und in seinen ganz eigenen Bann zieht.
- 2:31:17Definitiv haben wir hier die kurze Whisky-Brenz
- 2:31:19auf einen der höchsten Niveau-Stufen
- 2:31:21und einen Whisky mit Charakter, mit Geschichte,
- 2:31:24der aber nicht zu verkauft, sondern der einfach leidenschaftlich ist.
- 2:31:27Vielen Dank dafür und auch ein großes Dankeschön
- 2:31:30dem deutschen Importeur für dieses außergewöhnliche Produkt,
- 2:31:33dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:31:35[Musik]
- 2:31:54Hallo Silvio, Kylian hier, der Sonnenfernpärnt.
- 2:31:57Puh, du hast mir hier eine ganz schöne Aufgabe gestellt,
- 2:32:02um dir was über den Band zu erzählen.
- 2:32:05Ich glaube, also mir fällt es relativ schwer,
- 2:32:10einfach weil wir uns so nahestehen
- 2:32:12und ich dadurch natürlich eine ganz andere Perspektive auf ihn habe
- 2:32:15und Sachen, die vielleicht außergewöhnlich sind,
- 2:32:18für mich komplett normal sind.
- 2:32:22Mein Vater ist jemand mit einem enormen Weinwissen,
- 2:32:26würde ich jetzt behaupten
- 2:32:28und der teilt es sehr gerne.
- 2:32:31Allerdings bei manchen Sachen, die für ihn einfach ganz klar
- 2:32:35und ganz einfach sind,
- 2:32:37nach 30, 40 Jahren in der Weinwelt
- 2:32:41sind für andere Leute vielleicht nicht so eindeutig
- 2:32:45oder nicht so klar ersichtlich
- 2:32:47und manchmal muss man ihnen echt zwingen,
- 2:32:50seinen Wissen auf Preis zu geben.
- 2:32:53Aber da bin ich ihm super dankbar.
- 2:32:57Wir haben als Kinder schon mitprobieren dürfen am Tisch.
- 2:33:00Es gab so fast jeder Mahlzeiten ein Wein auf dem Tisch
- 2:33:03und als Kinder und Teenager durften wir da fleißig mitprobieren
- 2:33:08und haben dadurch, glaube ich, einen sehr gesunden Zugang zum Alkohol,
- 2:33:13der auf Genuss und nicht auf Masse getrimmt ist.
- 2:33:18Bin ich ihm sehr dankbar dafür
- 2:33:22und sonst, ja, Bernd ist denke ich ein Mensch
- 2:33:26mit einer sehr starken Meinung.
- 2:33:30Meistens ist sie ja auch gut und logisch hinterlegt.
- 2:33:34Erst er tut sich auch nicht scheuen,
- 2:33:39seine Meinung preiszugeben,
- 2:33:41auch wenn er damit die Hand auf den Schlips tritt.
- 2:33:44Merkt man, zum Beispiel,
- 2:33:47wenn man zusammen mit ihm bei einem Winzer verkostet
- 2:33:51und ihm dann ein Wein nicht schmeckt,
- 2:33:56dann sagt er, warum er ihm nicht schmeckt
- 2:33:59und was seiner Meinung nach vielleicht besser wäre für den Wein,
- 2:34:05das ist vielleicht so ein bisschen die Somellierkrankheit
- 2:34:10und sonst, ja, ich denke, es ist auch eine Persönlichkeit,
- 2:34:15die versucht den Menschen den Wein einfach zugänglich zu machen.
- 2:34:23Also es muss nicht immer ein begunden Krankgrüh sein.
- 2:34:26Es gibt auch im Einstiegsbereich großartige Weine
- 2:34:31und Bernd ist es super wichtig,
- 2:34:35dass eben ein Wein nachhaltig erzeugt ist.
- 2:34:38Nachhaltig heißt in dem Fall nicht nur,
- 2:34:40dass es eine Ökologe drauf ist, sondern dass der Erzeuger davon was hat,
- 2:34:46dass der Verbraucher, der Trinker Spaß dabei hat
- 2:34:50und dass es ein ehrlicher Wein ist.
- 2:34:53Jetzt fällt mir nichts mehr ein, liebe Grüße aus Stuttgart
- 2:34:57und bis bald, hoffe ich.
- 2:35:01[Musik]
- 2:35:04[Musik]
- 2:35:07[Musik]
- 2:35:10[Musik]
- 2:35:13[Musik]
- 2:35:16[Musik]
- 2:35:19[Musik]
- 2:35:22[Musik]