Latest / ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo / NEGATIVE Gedanken-Spirale ENTKOMMEN und Leistungsfähigkeit aufbauen- mit Helena Koine.
Transcript
- 0:03SPEAKER_01: Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung.
- 0:09SPEAKER_01: Mein Name ist Dr.
- 0:10SPEAKER_01: Golo Birken.
- 0:11SPEAKER_01: Ich bin Arzt und Coach.
- 0:13SPEAKER_00: Und mein Name ist Dr.
- 0:14SPEAKER_00: Leon Pansala.
- 0:16SPEAKER_00: Ich bin Ärztin und Wissenschaftler.
- 0:18SPEAKER_00: In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näherbringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
- 0:28SPEAKER_01: Moin Leute und willkommen zu Rocket Science.
- 0:32SPEAKER_01: Ich denke, allen Hörern von unserem Podcast sollte klar sein, wie wichtig Sport ist, in seinen Lebensstil zu integrieren, um viele Lebensstilfaktoren und Krankheiten zu vermeiden, um langfristig gesünder, besser und attraktiver an seinem Leben teilzuhaben.
- 0:53SPEAKER_01: Und in dem heutigen Podcast bauen wir darauf auf.
- 0:59SPEAKER_01: In unserem heutigen Podcast sprechen wir, wie man sein Verhalten mit Hilfe von Sport verändern kann, wie man mit Hilfe von Sport seinen Lebensstil deutlich verbessern kann und was das alles mit seinen Gedanken, mit Emotionen zu tun hat, mit vielleicht auch einer Negativspirale, der man gerade momentan stark ausgesetzt ist und was das Ganze überhaupt oder was überhaupt das Konzept Selbstwirksamkeit damit zu tun hat.
- 1:33SPEAKER_01: Bevor jetzt alle super ambitionierten Profi-Anträgen abschalten, ich kann nur sagen, dass dieses Thema ein Thema ist sowohl sehr, sehr wichtig ist für Anfänger, sowohl und sehr wichtig ist für Leute, die natürlich Motivationsflöcher haben, weil man, where we in diesem Podcast halt die grundlegenden Essentials besprechen, warum es so wichtig ist, dass man sich auch stets irgendwie mit psychologischen Themen auseinandersetzt, wenn man gewisse Verhaltensweisen ändern kann, mit Hilfe von gewissen Interventionen, die man halt durchführt, um letztendlich besser sich selber zu kontrollieren und mehr in einem aktiven Lebensstil daran teilzuhaben.
- 2:15SPEAKER_01: Ich kann aber nur sagen, auch aus meiner Coaching-Praxis, dass es unglaublich wichtig ist, auch stets an Emotionen, Gedanken, Gedankenkontrolle zu arbeiten und da auch einen sehr großen Schwerpunkt drauf zu legen.
- 2:31SPEAKER_01: Und dass hier auch sehr viel Potenzial vorhanden ist, gerade wenn man sich Richtung Wettkampfsport orientiert, dass hier man enorme Potenziale herausholen kann und letztendlich da auch irgendwie sein, ja, ich sag mal Neudeutsch-Mindset dazu bewegen kann, mehr aus sich irgendwie auch herauszuholen.
- 2:53SPEAKER_01: Und manchmal auch ist gerade so dieses Versagen im Kopf, dass das häufig stattfindet.
- 3:01SPEAKER_01: Ich habe mir dafür einen Gast eingeladen und zwar habe ich mir dafür Helena eingeladen.
- 3:07SPEAKER_01: Helena ist Sportpsychologin und Expertin für Interventionen, um Sport in seinen Alltag zu integrieren.
- 3:18SPEAKER_01: Sie arbeitet da im Psychologischen Institut der Sporthochschule in Köln und hat nicht wie ich Exercise Science and Coaching studiert, sondern sie hat einen Parallelmasterstudiengang dazu gemacht, Psychology in Sports and Exercise.
- 3:35SPEAKER_01: Und Helena hat viel mit dem Thema beschäftigt, wie man Sport in seinen Alltag integrieren kann und welche emotionalen, gedanklichen Herausforderungen dabei vorhanden sind, dass man Sport in seinen Alltag, sag ich mal, integriert.
- 3:55SPEAKER_01: Sie schreibt ihre Masterarbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Sporthochschule und begleitet da erwachsene Krebspatienten dahin einen aktiveren Lebensstil bei sich zu implementieren, also einzubauen in den Alltag und sorgt damit dafür dazu, dass Krebspatienten sich besser fühlen, dass sie ihr Gesundheitsverhalten verbessern und dass sich generell das Bewegungsverhalten von jungen Erwachsenen in der gesamten Krebs-Nachsorge positiv beeinflusst.
- 4:29SPEAKER_01: Das ganze Projekt von Helena heißt Step Into Motion.
- 4:32SPEAKER_01: Guckt da super nochmal, super gerne nochmal bei ihr auch auf die Homepage.
- 4:36SPEAKER_01: Das ist www.step-into-motion.de.
- 4:42SPEAKER_01: Ihr könnt auch, ähm, Helena hat da auch eine Instagram-Seite, die ihr euch gerne mal da angucken könnt.
- 4:50SPEAKER_01: Das könnt ihr euch angucken.
- 4:52SPEAKER_01: Bei at StepIntoMotion alles zusammengeschrieben.
- 4:55SPEAKER_01: Und guckt euch das ganze Projekt super gerne mal an.
- 4:58SPEAKER_01: Es ist mega cool, was Helena da aufgezogen hat.
- 5:01SPEAKER_01: Es ist ein Online-Projekt.
- 5:02SPEAKER_01: Und wenn sich Leute dafür interessieren, schreibt uns gerne eine Mail oder geht auf die Seite und schreibt da Helena eine Mail.
- 5:11SPEAKER_01: Es geht wieder spätestens im Juni, Juli los.
- 5:15SPEAKER_01: Helena veröffentlicht gerade noch ein, zwei Publikationen darüber.
- 5:19SPEAKER_01: Und deswegen ist sie da momentan noch ziemlich stark eingebunden, aber im Juni, Juli sollte die Intervention da weitergehen.
- 5:28SPEAKER_01: Ja, in dem Podcast sprechen wir, wie gesagt, viel über Gedanken, Emotionen, negative Gedankenspirale.
- 5:34SPEAKER_01: Und hört rein, es ist super interessant und viel Spaß beim Podcast.
- 5:41SPEAKER_01: Wir sprechen heute so ein bisschen über die psychologische Belastung generell im Breitensport, warum das vielleicht auch ein super wichtiges Thema ist und warum man vielleicht auch als Sportler das ganze Thema irgendwie viel zu wenig beleuchtet.
- 5:57SPEAKER_01: Willkommen, Helena.
- 5:59SPEAKER_03: Hallo, vielen Dank, dass ich dabei sein kann.
- 6:01SPEAKER_03: Ich freue mich sehr.
- 6:02SPEAKER_01: Ja, cool, dass du dabei bist.
- 6:04SPEAKER_01: Mega cool.
- 6:05SPEAKER_01: Vielleicht stellst du dich einmal kurz vor.
- 6:10SPEAKER_03: Genau, sehr gerne.
- 6:11SPEAKER_03: Ich bin Helena, ich bin 28 Jahre alt und habe meinen Master an der Deutschen Sporthochschule Köln gemacht.
- 6:18SPEAKER_03: Dort habe ich Psychology of Sport and Exercise studiert, also habe quasi gelernt, wie man Athleten coacht, sodass sie ihre maximale Leistung bringen können, aber auch ihr Wohlbefinden erhalten können, also ihr psychologisches Wohlbefinden.
- 6:37SPEAKER_03: Und gleichzeitig haben wir uns mit Themen beschäftigt, wie man es schafft, dass Menschen, also auch aus dem Breitensportbereich oder Menschen mit Krankheiten, den Sport nutzen können, um sich selbst zu stärken.
- 6:50SPEAKER_03: Genau, den Master habe ich jetzt im Januar abgeschlossen und arbeite inzwischen im Psychologischen Institut an der Deutschen Sporthochschule Köln in der Abteilung Gesundheits- und Sozialpsychologie und beschäftige mich dann mit solchen Themen, die wir auch im Master angesprochen haben.
- 7:09SPEAKER_01: Ja, spannend.
- 7:10SPEAKER_01: Psychologisches Wohlbefinden, das wird wahrscheinlich den meisten nicht wirklich so ein Begriff sein.
- 7:18SPEAKER_01: Vielleicht erklärst du einmal so ganz genau, was versteht man denn unter psychologischem Wohlbefinden?
- 7:24SPEAKER_03: Ja, das ist natürlich ein sehr breiter Begriff.
- 7:28SPEAKER_03: Ich würde allgemein sagen, dass man es schafft mit seinen Stressoren, die einem im Alltag umgeben, also Stressoren wie Leistungsdruck, Zeitdruck, familiäre Belastungen und so weiter und so fort, dass man diese so bewältigen kann, dass man weiterhin im Gleichgewicht bleibt.
- 7:52SPEAKER_03: Genau, dass man mit den Herausforderungen seines Alltags gut umgehen kann, das Gefühl hat, dass man weiterhin in der Kontrolle ist, dass man ein unterstützendes Umfeld hat und dass man erfolgreich seine Sachen machen kann.
- 8:09SPEAKER_03: Als grobe Definition.
- 8:11SPEAKER_03: Die findet man jetzt nicht in irgendeinem Buch.
- 8:14SPEAKER_01: Und würdest du sagen, dass das eine Herausforderung ist für viele Leute im Breitensport oder so eine Engstelle?
- 8:23SPEAKER_03: Ich glaube, es ist für jeden Menschen eine Herausforderung, bei vielen Stressoren ausgeglichen zu bleiben.
- 8:33SPEAKER_03: Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, aber es gibt verschiedene Strategien, wie man damit umgehen kann.
- 8:40SPEAKER_03: Generell habe ich mich in meiner Masterarbeit mit jungen Erwachsenen in der Krebsnachsorge beschäftigt.
- 8:47SPEAKER_03: Das heißt, ich habe mich gezielt mit dieser Zielgruppe beschäftigt, weil diese besonders viele Stressoren oder Barrieren haben, die es schwer machen, dass man tatsächlich regelmäßig Sport macht.
- 9:02SPEAKER_03: Und da kann ich aus der Erfahrung dieser Masterarbeit sagen, dass das auf jeden Fall eine Riesenherausforderung ist.
- 9:09SPEAKER_03: Aber wenn man gesundheitspsychologische Strategien kennt, wie man damit umgehen kann, dann ist das durchaus möglich, damit gut umgehen zu können.
- 9:20SPEAKER_01: Okay.
- 9:21SPEAKER_01: Aber wenn wir jetzt nochmal so, sage ich mal, bevor wir auf deine Masterarbeit darauf kommen, wir auf jeden Fall nachher noch zu sprechen, das ist echt total das spannende Thema.
- 9:29SPEAKER_01: Nur wenn wir jetzt nochmal irgendwie so auf dieses psychologische Wohlbefinden einfach darauf eingehen, ich glaube, vielen ist einfach gar nicht so bewusst, wie viel halt auch irgendwie die Psyche halt mit dem Wohlbefinden auslöst.
- 9:43SPEAKER_01: Und ich meine gerade irgendwie, ich erlebe das zumindest gerade, dass im Moment halt, glaube ich, eine Phase ist, wo sehr viele Stressoren irgendwie auf dieses psychologische Wohlbefinden halt irgendwie ansetzen und da halt auch dran rumschrauben und vielleicht gewisse Dinge auch nicht so gut funktionieren.
- 9:59SPEAKER_01: Wie siehst du das denn?
- 10:00SPEAKER_01: Siehst du im Moment, dass das psychologische Wohlbefinden bei vielen Leuten irgendwie oder auch im Breitensportbereich, dass das gerade besonders eine große Herausforderung ist für viele oder dass sie damit im Moment besonders gut klarkommen?
- 10:13SPEAKER_03: Ich denke, dass es im Moment viele Stressoren gibt, die auch unterbewusst wirken.
- 10:20SPEAKER_03: Also dass man tagtäglich durch die aktuelle Situation mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen hat oder sich immer wieder neu adaptieren muss an Situationen, die zuvor viel leichter lösbar waren, weil es da eingespielte Prozesse gab und man sich jetzt einfach auf ganz, ganz viel Neues einstellen muss oder auch ganz viel natürlich zurückhalten muss und sich an bestimmte Regeln halten muss.
- 10:47SPEAKER_03: Und deshalb glaube ich, dass viele gerade vor wahnsinnigen Herausforderungen stehen und dass gleichzeitig da der Sport aber sehr helfen kann, diese Herausforderungen zu bewältigen.
- 11:05SPEAKER_03: Also dass man da den Sport als Ausgleich nutzt.
- 11:08SPEAKER_03: Das ist natürlich schwer, dass jetzt viele, viele Sportangebote natürlich gerade wegfallen.
- 11:14SPEAKER_03: Das Schöne ist, dass man den Sport aber trotzdem weiterführen kann, draußen an der Natur, was einem super hilft, um das psychologische Wohlbefinden wieder in die Balance zu bringen.
- 11:27SPEAKER_03: Oder wenn man ja die ganzen Online-Kurse, die es jetzt gibt, nutzen kann.
- 11:32SPEAKER_03: Deshalb, ja, ich glaube, gerade in der jetzigen Zeit ist es sehr wichtig, dass man sich bewegt, um mit diesen ganzen Stressoren umgehen zu können.
- 11:42SPEAKER_01: Ja, das denke ich auch.
- 11:43SPEAKER_01: Wo wird es, was sind denn so typische Stressoren so in unserem Alltag, die irgendwie unser psychologisches Wohlbefinden beeinträchtigen können?
- 11:52SPEAKER_03: Lange, lange To-Do-Listen, die entweder beruflich auf einen zukommen oder als Student meinetwegen auch in Klausurenphasen auf einen zukommen, aber vielleicht auch privat, dass man sich viele Sachen vornimmt und den Tag sehr vollpackt.
- 12:11SPEAKER_03: Also ich würde sagen, das ist ein Riesenstressor, da man da ein sehr gutes Time-Management quasi an den Tag legen muss.
- 12:20SPEAKER_03: Ein weiterer Stressor ist, glaube ich, dass wir von unglaublich vielen Reizen tagtäglich bombardiert werden und durch die sozialen Medien und unsere Art zu kommunizieren, einfach wenig Ruhepausen in unserem Alltag automatisch haben.
- 12:40SPEAKER_03: Genau, also ich glaube, ich würde sagen, das sind zwei sehr, sehr große Stressoren, die so den Tag quasi durchgehend vorhanden sind und wie du das gerade schon so ein bisschen durchblitzen lassen hast.
- 12:54SPEAKER_03: Gerade sind wir einfach auch umgeben von immer wieder negativen Nachrichten und Unsicherheiten, wo wir nicht unser gewohntes Leben leben können, sondern sich uns immer wieder auf neue Sachen einstellen müssen.
- 13:09SPEAKER_03: Und das wünscht sich die menschliche Psyche eigentlich anders, dass man eher auf Automatismen zurückgreifen kann, die man gewohnt ist.
- 13:20SPEAKER_01: Spannend.
- 13:20SPEAKER_01: Würdest du dann, also würdest du dann auch sagen, wenn man jetzt dauerhaft von negativen Nachrichten umgeben ist, dass sich das negativ auf sein psychologisches Fotoempfinden auswirkt?
- 13:31SPEAKER_03: Ja, das denke ich schon.
- 13:34SPEAKER_03: Also ich glaube, in der jetzigen Zeit ist es sehr wichtig, dass man versucht, auch immer wieder die positiven Aspekte seines Lebens zu beleuchten oder da die Aufmerksamkeit hinzulenken.
- 13:47SPEAKER_03: Das hört sich jetzt vielleicht einfach sehr platt an oder man denkt sich so, wie soll das denn jetzt gerade funktionieren in bestimmten Situationen, die bei jedem auch bestimmt sehr schwer handelbar sind.
- 14:00SPEAKER_03: Aber generell ist die menschliche Psyche so gestrickt, dass man immer eher auf das negative guckt.
- 14:09SPEAKER_03: Das liegt daran, dass wir früher diesen Flight or fight-Modus hadden.
- 14:16SPEAKER_03: Also in the Uhrzeit quasi that man auf negative aspecte with fluff or kampf reagieren musste.
- 14:23SPEAKER_03: And that the aufmerksamkeit auf negative aspecteurs.
- 14:28SPEAKER_03: In the heuctic muscle not for each negative information fliehen or kämpfen, but we can accept.
- 15:02SPEAKER_03: Oder was ist denn auch Positives an meinem Tag.
- 15:06SPEAKER_03: Kleinigkeiten, Mini-Kleinigkeiten, die irgendwie den Tag erhellen.
- 15:11SPEAKER_03: Es gibt Situationen, wo man die negativen Informationen, wo man seine Aufmerksamkeit hinrichtet, nicht ändern kann und nicht fighten kann und auch nicht flüchten kann, sondern einfach akzeptieren muss.
- 15:27SPEAKER_03: Und wenn man sich darauf die ganze Zeit fokussiert, ist es sehr anstrengend und sehr, das verbraucht viele Kapazitäten im Gehirn.
- 15:36SPEAKER_03: Und da ist eine Strategie, dass man sich stattdessen, dass man diesen Automatismus unterbricht und nicht immer nur auf das Negative fokussiert, sondern es schafft durch bestimmte Strategien auch eher das Positive zu sehen, positive Aspekte in seinem Leben zu erkennen, um da eine gewisse Entspannung dieses ganzen Automatismus auszulösen.
- 16:01SPEAKER_03: Und das sind kleine Strategien wie, dass man eine Dankbarkeitsroutine meinetwegen jeden Morgen oder jeden Abend macht.
- 16:09SPEAKER_03: Das heißt, dass man sich vorm Schlafen geht, nicht nochmal vorstellt, was alles schiefgelaufen ist am Tag oder irgendwelche Ängste runterbetet oder irgendwelche negativen Nachrichten sich nochmal reinzieht, sondern dass man stattdessen viel mehr die Aufmerksamkeit darauf richtet, was ist denn heute gut gelaufen?
- 16:29SPEAKER_03: Wen habe ich getroffen, der mich super inspiriert hat, der mich zum Lachen gebracht hat, was habe ich Leckeres gegessen, war das Wetter heute vielleicht mal ausnahmsweise gut oder habe ich irgendwas Tolles geschafft, irgendeinen kleinen Erfolg gehabt, dass man sich meinetwegen fünf Dinge oder sei es auch nur einen Aspekt vorstellt und nochmal bewusst durchlebt, den der gut gelaufen ist.
- 16:54SPEAKER_03: Und das ist gar nicht so einfach, weil wie gesagt, der Automatismus in uns eingewebt ist, dass man eher auf das Negative achtet, aber da gibt es auch viele wissenschaftliche Studien dazu, dass das langfristig echt unser Wohlbefinden stärkt, dass sich auch die Schlafqualität zum Beispiel dadurch verbessert.
- 17:14SPEAKER_03: Das muss man dann regelmäßig machen.
- 17:16SPEAKER_03: Ich glaube, in wissenschaftlichen Studien kam raus, dass das erst nach drei Monaten so richtig wirksam ist.
- 17:24SPEAKER_03: Aber ihr werdet merken, wenn man das einfach mal probiert, das löst schon in den ersten Wochen auf jeden Fall positive Emotionen aus, wenn man so seinen Tag startet oder beendet.
- 17:37SPEAKER_01: Also meinst du, dass man vielleicht auch so positive Affirmationen oder sowas morgens einbaut?
- 17:42SPEAKER_03: Genau, richtig.
- 17:44SPEAKER_03: Genau.
- 17:44SPEAKER_03: Also auch bestärkende Sätze, dass man halt nicht automatisch in seinen Kopf sich runtermacht oder wie gesagt die Ängste wiederholt, sondern dass man sich lobt oder irgendwie ein schönes Ziel sich setzt, dass man seine Erfolge sich nochmal bewusst macht und dass man ja einfach positive Sätze formuliert.
- 18:05SPEAKER_03: Und ja, einfach, also nicht einfach, aber versucht, einen positiven Start in den Tag zu haben.
- 18:11SPEAKER_01: Machst du das auch selber?
- 18:13SPEAKER_03: Ja, ich versuche das durchzuführen und ich bin ganz ehrlich, das Jahr 2020 war eine riesen Herausforderung für mich durch die Situation, aber ich habe meine Masterarbeit geschrieben und war gleichzeitig am psychologischen Institut schon tätig.
- 18:30SPEAKER_03: Und es ist eine Herausforderung, als ich da diese ganzen verschiedenen Stressoren parallel am Laufen hatte, habe ich auch selbst gemerkt, wie schwer es ist, sich dann abends ins Bett zu legen und an das Positive zu denken und nicht zu grübeln, oh Gott, wie gestalte ich morgen meinen Tag oder wie soll das und das funktionieren.
- 18:53SPEAKER_03: Und ich habe aber am eigenen Leib erlebt, dass es mich dann doch unterstützt hat, wenn man sich da diszipliniert dranhält und eher positiv den Tag beendet oder startet.
- 19:05SPEAKER_03: Ja, ich nutze das selbst.
- 19:06SPEAKER_03: Es hilft mir, neben Bewegung hilft mir das sehr gut ausgeglichen zu bleiben.
- 19:13SPEAKER_01: Und was machst du da, wenn ich das fragen darf?
- 19:16SPEAKER_03: Ich nutze diese Dankbarkeitsroutine.
- 19:18SPEAKER_03: Also ich habe ein Tagebuch, wo ich, wenn ich fleißig bin, so ein bisschen aufschreibe, was in meinem Tag passiert ist.
- 19:27SPEAKER_03: Aber was ich immer mache, dass ich mir fünf Dinge runterschreibe, für die ich dankbar bin.
- 19:32SPEAKER_03: Und das ist echt eine schöne Art und Weise, auf die positiven Aspekte des eigenen Lebens zu gucken.
- 19:40SPEAKER_03: Und manchmal steht da auch nur ein Aspekt und manchmal stehen da ganz viele Aspekte und das ist auf jeden Fall eine schöne Routine, kann ich jedem empfehlen.
- 19:50SPEAKER_01: Okay, cool.
- 19:51SPEAKER_01: Ja, spannend, definitiv.
- 19:54SPEAKER_01: Und bist du auch der Meinung, dass ich jetzt, wenn man jetzt, wir haben ja auch irgendwie so ein bisschen über Emotionen geredet und wenn man halt mehr mit positiven Emotionen zu tun hat, oder sagen wir mal andersrum, würdest du sagen, dass negative Emotionen auch so viel Energie klauen?
- 20:10SPEAKER_01: Generell im Alltag?
- 20:12SPEAKER_03: Ja, das würde ich schon sagen.
- 20:14SPEAKER_03: Also negative Emotionen wie Wut oder Trauer, die gehören dazu.
- 20:18SPEAKER_03: Die gehören zum Leben definitiv dazu.
- 20:21SPEAKER_03: Wenn man die gar nicht spürt, dann ist es, glaube ich, auch nicht gut.
- 20:26SPEAKER_03: Aber wenn Wut, Trauer, Ekel, also negative Emotionen den Alltag bestimmen, dann hat man, denke ich, nicht genügend Kapazitäten, um leistungsfähig zu sein, um seine Ziele zu erreichen, um kreativ zu sein, um aktiv zu sein.
- 20:48SPEAKER_03: Ich denke, es ist wichtig, da ein Gleichgewicht herzustellen.
- 20:52SPEAKER_03: Und wie gesagt, weil der Mensch eher tendiert, negativ gestimmt zu sein oder auf negative Dinge zu achten, ist es wichtig, dass man da aktiv versucht, auch die positiven Emotionen rauszukitzeln und mal zu lachen oder ja, sei es auch einfach nur mal kurz zu grinsen, um wieder diese positiven Emotionen hervorzurufen.
- 21:17SPEAKER_01: Also ich würde dir da auch 100% zustimmen.
- 21:19SPEAKER_01: Ich finde das auch selber, dass man das bei mir, also man merkt das auch total selber, wenn man halt irgendwie Dankbarkeit, Zuneigung, mehr Liebe in seinen Alltag einbaut.
- 21:28SPEAKER_01: Das hat vor allen Dingen einen unglaublich positiven Effekt auf einen selber.
- 21:32SPEAKER_01: Und ich weiß nicht, kennst du da so ein bisschen so Power versus Force von Hawkins vielleicht?
- 21:39SPEAKER_03: Das habt ihr in eurem letzten Podcast besprochen.
- 21:43SPEAKER_03: Kann das sein?
- 21:44SPEAKER_03: Da habe ich das gehört, dass man eher Aktivitäten suchen sollte, die einen nicht totale Überwindung kosten, dass man sich nicht zwingt, irgendwas zu machen, also Force wäre das, sondern dass.
- 22:00SPEAKER_03: man stattdessen seine eigene Power nutzt, seine eigene Kraft, indem man Aspekte verfolgt, die ja, wo man eine intrinsische Motivation hat, würde ich jetzt mal sagen, wo man eine eigene Motivation mitbringt.
- 22:14SPEAKER_03: Hab ich es richtig beschrieben oder ist es komplett daneben?
- 22:18SPEAKER_01: Nee, nee, schon, aber es hat auch sehr viel damit zu tun, dass man probiert negative Emotionen, wie halt natürlich Trauer, Stolz, Apathie, Ekel, dass man halt probiert, die auf jeden Fall zuzulassen, diese Emotionen, aber sich halt auch nicht so doll da reinsteigern sollte, weil man halt dann genau in so eine Spirale reinkommt.
- 22:46SPEAKER_01: Und dann halt einfach in so eine Negativspirale und es einem, wie du auch sagst, sehr leicht fällt, in so eine Negativspirale zu kommen, weil wir einfach als Menschen natürlich auch evolutionär darauf geprimed sind, dass wir halt, ja, wenn irgendwie was Böses kommt, dass wir uns da reinsteigern und dann halt irgendwie da wieder schnell rauskommen wollen.
- 23:06SPEAKER_01: Aber was halt heutzutage echt passiert, ist halt, dass man sich immer mehr dann da reinsteigert und dass das halt unglaublich viel Energie zieht.
- 23:13SPEAKER_02: Genau, ja.
- 23:14SPEAKER_01: Und ich habe das für mich schon entdeckt, dass ich halt auch beobachtet habe, wenn mir halt genau so diese Emotionen halt aufkommen, wenn ich halt irgendwie sage, pass auf, ich bin jetzt echt sauer und dass ich das einfach ausspreche.
- 23:26SPEAKER_01: Oder irgendwie, ich bin jetzt echt traurig und das halt einfach echt ausspreche.
- 23:30SPEAKER_01: Und dann halt probiere, das eher so auch so zu überwinden.
- 23:34SPEAKER_01: Und ja, ich finde das ganze Konzept einfach super interessant.
- 23:36SPEAKER_01: Ich meine, das Witzige ist halt irgendwie auch so als Mediziner denkt man halt an solche Dinge nie, muss man ganz ehrlich sagen.
- 23:42SPEAKER_01: Und es spielt auch wirklich keine Rolle.
- 23:44SPEAKER_01: So, oder ich meine, vielleicht tue ich jetzt auch dem Ganzen ein bisschen Unrecht, aber was ich hier so gelebt habe im Krankenhaus, das spielt es einfach keine Rolle.
- 23:53SPEAKER_01: Und auch diese ganzen negativen Emotionen, die halt gerade im Krankenhaussetting halt vorhanden sind, die werden einfach oft übergangen und halt irgendwie unterdrückt.
- 24:04SPEAKER_01: Und ich finde das immer super furchtbar, wenn das halt irgendwie so passiert.
- 24:08SPEAKER_01: Ja.
- 24:09SPEAKER_01: Weil ich meine, was passiert, wenn man irgendwie so negative Emotionen unterdrückt?
- 24:13SPEAKER_01: Also ist es gut oder ist es nicht so gut?
- 24:15SPEAKER_01: Oder sag mal was dazu, was denkst du?
- 24:18SPEAKER_03: Also das ist definitiv nicht gut, Emotionen zu unterdrücken.
- 24:22SPEAKER_03: Also das kostet unglaublich viel Kraft und das bedeutet ja auch, dass man Emotionen oder Sachen, die in einen selbst aufkommen, als schlecht ansieht.
- 24:36SPEAKER_03: Also da akzeptiert man sich selbst ja nicht, sondern denkt, okay, das ist gerade falsch, was ich fühle oder das darf ich nicht fühlen.
- 24:43SPEAKER_03: Und das kann langfristig nicht gesund sein, wenn man das nicht wahrnehmen darf, wenn man sich das selbst nicht erlaubt.
- 24:54SPEAKER_03: Also da denke ich, dass das wichtig ist, dass man auch negative Emotionen akzeptiert und bewusst wahrnimmt und dann aber die Kontrolle behält, das ist ja das Schwierige und sagt, okay, das ist ein Gefühl, das ist durchaus berechtigt und das hat auch seine Berechtigung, genau.
- 25:15SPEAKER_03: Und jetzt möchte ich aber langsam aus dem Gefühl wieder rauskommen oder ich nehme mir die Zeit, jetzt mich wieder auf andere Sachen zu fokussieren oder das vielleicht aktiv anzugehen, das Problem und dadurch aus dieser Negativspirale rauszukommen.
- 25:31SPEAKER_01: Ja, spannend.
- 25:33SPEAKER_01: Und wie siehst du in diesem Kontext Social Media?
- 25:39SPEAKER_03: Eher negativ.
- 25:42SPEAKER_03: Also genau, also in Social Media wissen wir ja alle, die das nutzen, gibt es wenig negative Emotionen, würde ich sagen.
- 25:52SPEAKER_03: Oder es werden Lebensrealitäten dargestellt, wo negative Aspekte nicht vorkommen.
- 26:02SPEAKER_03: Und dadurch wird den Menschen, die soziale Medien konsumieren, vorgegaukelt, dass bei allen anderen Menschen es super läuft und immer gut ist und alle lachen und es gibt keine Probleme im Alltag dieser Influencer oder auch im Alltag der Freunde.
- 26:22SPEAKER_03: Und wenn man selbst dann eben diese natürlichen, negativen Emotionen fühlt, ist man dann schnell, glaube ich, frustriert oder vielleicht verängstigt, warum ist es bei mir so und bei keinem anderen.
- 26:38SPEAKER_03: Ja, ich denke, da ist es wichtig, dass man das bewusst reflektiert oder sich bewusst damit beschäftigt und immer wieder sich bewusst macht, okay, so funktioniert zum Beispiel Instagram und dass man sich da eben nicht reinziehen lässt in Realitäten, die es einfach in real Leben nicht gibt.
- 27:03SPEAKER_03: In Fake-Realitäten.
- 27:05SPEAKER_01: In Realitäten, die es nicht gibt, das ist gut.
- 27:07SPEAKER_01: Finde ich sehr gut.
- 27:09SPEAKER_01: Oder halt auch vielleicht eine Pause macht, ne?
- 27:12SPEAKER_03: Richtig, genau.
- 27:13SPEAKER_03: Das Beste ist natürlich, wenn man sich davon lösen kann.
- 27:16SPEAKER_03: Also da bin ich ein großer Fan von, vielleicht da eine witzige Geschichte zu.
- 27:22SPEAKER_03: Ich habe mein Handy vor zwei Wochen verloren und hatte deshalb eine gezwungene Handypause für jetzt fast 14 Tage.
- 27:32SPEAKER_03: Heute ist meine SIM-Karte angekommen.
- 27:34SPEAKER_03: Das heißt, heute ist der erste Tag, wo ich wieder ein Handy hatte.
- 27:38SPEAKER_03: Und es hat mir so gut getan, da einfach von befreit zu sein.
- 27:43SPEAKER_03: Und da war halt quasi eine gezwungene Pause sogar von WhatsApp und allen möglichen.
- 27:49SPEAKER_03: Aber gerade natürlich auch über eine gezwungene Instagram-Pause.
- 27:52SPEAKER_03: Und ja, ich bin generell jetzt niemand, der da so viel rumhängt, weil ich schon gemerkt habe, dass das nicht so gut ist.
- 28:00SPEAKER_03: Aber ich habe jetzt nochmal gemerkt, wie entspannend das war für mich und wie viel Zeit ich auch hatte und wie viel mehr ich im Moment war.
- 28:13SPEAKER_03: Genau, das klingt jetzt vielleicht so ein bisschen übertrieben, aber ich habe das für mich persönlich echt gemerkt, dass diese Pause mir mega gut getan hat.
- 28:21SPEAKER_03: Ich kann aber auch verstehen, dass es für viele sehr herausfordernd ist, zu sagen, ja, ich löse mich komplett davon.
- 28:27SPEAKER_03: Also da hängt inzwischen viel auch dran für bestimmte Menschen.
- 28:33SPEAKER_03: Also ja.
- 28:34SPEAKER_01: Ja, total.
- 28:35SPEAKER_01: Aber dieses, was du gerade sagst, im Moment zu sein, das finde ich voll gut, dass du das ansprichst, weil das finde ich nämlich auch bei ganz vielen sozialen Medien, dass dadurch, dass man sich halt irgendwie immer vergleicht, liegt man halt meistens irgendwie in der Zukunft.
- 28:49SPEAKER_01: Also es zieht einen halt total dahin, um zu denken, was könnte sein, wenn.
- 28:54SPEAKER_01: Und ich denke halt irgendwie immer so, was man halt wirklich verändern kann, ist halt einfach nur sein Handeln.
- 28:59SPEAKER_01: Also es ist nur so irgendwie die Realität.
- 29:01SPEAKER_01: Und das erlebt man ja auch im Sport.
- 29:03SPEAKER_01: Also wenn man halt irgendwie in so einem Flow-Zustand ist oder wenn man sich halt gerade da irgendwie erlebt, dann finde ich auch immer, ist das einer der coolsten Momente, die man halt so hat.
- 29:12SPEAKER_01: Aber eben durch dieses ganze Social Media Thema, das man vielleicht auch anhält und dann ein Foto macht für Social Media, dadurch geht dieser Moment halt definitiv kaputt.
- 29:21SPEAKER_03: Genau, auf jeden Fall.
- 29:23SPEAKER_03: Da man zerreißt seine Aufmerksamkeit, man ist in tausenden Situationen gleichzeitig und das ist unglaublich herausfordernd für das Gehirn.
- 29:34SPEAKER_03: Man kann gar nicht im Hier und Jetzt sein, weil du eben in tausenden anderen Geschichten rumschwörst.
- 29:41SPEAKER_03: Und ja, ich denke, das ist ein großer Aspekt, warum es auch verschiedenen oder vielen Menschen nicht so gut geht.
- 29:50SPEAKER_01: Ja.
- 29:51SPEAKER_01: Okay.
- 29:52SPEAKER_01: Aber eigentlich wollten wir ja noch über was anderes sprechen.
- 29:56SPEAKER_01: Und zwar über deine Masterarbeit, wo du dich ja auch mit Menschen beschäftigst, die auch noch vor einer besonderen psychologischen Herausforderung stehen.
- 30:05SPEAKER_01: Vielleicht erklärst du einmal so ganz kurz, du hast ja schon so ein bisschen angerissen, was du in der Masterarbeit machst, dass du dich halt vor allen Dingen mit Neoplasmen, also mit Erkrankungen und Krebserkrankungen bei Erwachsenen beschäftigst da, die halt irgendwie sportlich aktiv sind.
- 30:20SPEAKER_01: Vielleicht erklärst du einmal so ein bisschen, was ihr da genau gemacht habt.
- 30:24SPEAKER_03: Genau, also ich habe ein Online-Programm für junge Erwachsene in der Krebsnachsorge entwickelt.
- 30:31SPEAKER_03: Also das sind Menschen, die sind zwischen 15 und 39 Jahre alt und haben eine Krebserkrankung hinter sich.
- 30:39SPEAKER_03: Und für diese Zielgruppe ist es super wichtig, dass die Sport und Bewegung in ihren Alltag integrieren.
- 30:46SPEAKER_03: Einerseits, um zu verhindern, dass die nochmal Krebs bekommen, also ein Rezidiv bekommen, aber andererseits auch, dass sie die Nebenwirkungen, die mit so einer Krebstherapie meistens verbunden sind, mindern.
- 31:00SPEAKER_03: Das heißt, die haben oftmals Nebenwirkungen wie chronische Fatigue, das chronische Fatigue-Syndrom, dass die halt ständig ermüdet sind oder Polyneuropathien, das heißt, die haben Kribbeln in den Fingern oder in den Füßen, es kann zu Schmerzen führen und so weiter und so fort.
- 31:18SPEAKER_03: Und Sport und Bewegung ist da ein wunderbares Mittel, um da diese Nebenwirkungen zu mindern.
- 31:26SPEAKER_03: Und mein Online-Programm, das sich da in der Masterarbeit entwickelt hat, hilft dieser Zielgruppe, wieder regelmäßig Sport und Bewegung in ihren Alltag zu integrieren, indem die dabei begleitet werden, dass sie eine Sportart finden, die auch wirklich zu ihnen passt, die auch wirklich Spaß macht und zu den eigenen Wünschen und Zielen passt.
- 31:48SPEAKER_03: Und wie ich sie darin begleite, dass sie diese Sportart dann auch konkret planen und auch planen, was sie machen, wenn irgendwas dazwischen kommt.
- 31:58SPEAKER_03: Und als letzten Punkt auch, dass sie ihr soziales Umfeld mit integrieren in diesen ganzen Prozess der Entwicklung eines aktiven Lebensstils.
- 32:09SPEAKER_03: Genau, das als grobe Zusammenfassung.
- 32:14SPEAKER_01: Spannend.
- 32:15SPEAKER_01: Und habt ihr jetzt da schon Ergebnisse, dass ihr sagen könnt, was das für einen Einfluss hatte, der Sport auf so die psychologische Belastung bei den Dozenten?
- 32:27SPEAKER_03: Ja genau, also wir haben, oder also ich habe das eigentlich alleine gemacht mit meiner Betreuerin, die mich im Hintergrund mich so ein bisschen geleitet hat.
- 32:37SPEAKER_03: Und ich habe herausgefunden, dass durch das Online-Programm sich die durchschnittliche sportliche Aktivität pro Woche fast um eine Stunde erhöht hat.
- 32:49SPEAKER_03: Also dass alle, die bei diesem Programm teilgenommen haben, es tatsächlich geschafft haben, regelmäßig mehr Sport zu machen.
- 32:55SPEAKER_03: Und das war eigentlich das große, große Ziel.
- 32:59SPEAKER_03: Und weiter habe ich über Fragebogen erhoben, wie sich denn der Fähigkeit entwickelt hat, wirklich ihr eigenes Sportprogramm auch zu planen.
- 33:08SPEAKER_03: Weil das ist der wichtige Punkt, um das auch langfristig nach meinem Online-Programm weiterzuführen.
- 33:15SPEAKER_03: Und diese Fähigkeit hat sich tatsächlich auch verbessert, dass die Leute besser planen können, wie sie ihren Sport in den Alltag integrieren.
- 33:25SPEAKER_03: Sie können auch besser planen, wie sie mit bestimmten Barrieren umgehen können.
- 33:29SPEAKER_03: Und ein ganz wichtiges Ergebnis, die Selbstwirksamkeit hat sich erhöht.
- 33:36SPEAKER_03: Selbstwirksamkeit bedeutet der Glauben daran, dass man was für sich erreichen kann.
- 33:43SPEAKER_03: Also dass man der Glauben daran, dass man es auch schafft, regelmäßig Sport zu machen.
- 33:47SPEAKER_03: Und diese Selbstwirksamkeit ist auch super wichtig, um langfristig Sport zu machen.
- 33:52SPEAKER_03: Wenn man nicht an sich selbst glaubt und wenn man immer wieder zweifelt, kann ich das, schaffe ich das überhaupt?
- 33:57SPEAKER_03: Wie soll ich das schaffen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man irgendwann das Sportprogramm stoppt.
- 34:03SPEAKER_03: Wenn man aber diesen Glauben hat, dann kann man auch das Sportprogramm weiterführen.
- 34:10SPEAKER_01: Und wie habt ihr das gemacht?
- 34:12SPEAKER_01: Also hattet ihr mit denen auch am Anfang Ziele, die ihr erarbeitet habt, oder wie habt ihr das genau aufgezogen, das Programm?
- 34:18SPEAKER_03: Also das ganze Programm beruht auf dem sozialkognitiven Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens.
- 34:25SPEAKER_03: Das wurde vom Professor Schwarzer 1992 entwickelt und das ist ein Modell, das zeigt, wie man es schafft, sein Gesundheitsverhalten zu ändern.
- 34:37SPEAKER_03: And er nennt da verschiedene Konstrukte, verschiedene Aspekte, die man durchlaufen muss, um dann wirklich sein Vorsatz Sport zu machen, tatsächlich in die Tat umzusetzen.
- 34:49SPEAKER_03: Also das ist gar nicht so easy.
- 34:51SPEAKER_03: Also jeder, der sich mal an Silvester einen Vorsatz gemacht hat und dann realisiert hat, okay, ich schaffe es nicht, diesen Vorsatz umzusetzen, der weiß, dass Vorsatz und Handlung jetzt nicht direkt automatisch miteinander verbunden sind.
- 35:05SPEAKER_03: Und wie haben wir das gemacht?
- 35:08SPEAKER_03: In der ersten Woche haben wir erstmal besprochen, was sind die Risiken, wenn ich keinen Sport mache.
- 35:14SPEAKER_03: Was kommt auf mich zu, wenn ich mich dafür entscheide, keinen Sport zu machen?
- 35:18SPEAKER_03: Und das wäre in dem Fall, in dieser Zielgruppe eben, dass das Risiko steigt, nochmal an Krebs zu erkranken.
- 35:26SPEAKER_03: Und zweitens, dass die Nebenwirkungen stärker sind oder dass die Nebenwirkungen sehr bestimmend sind.
- 35:32SPEAKER_03: Das heißt, man muss damit leben, dass die Lebensqualität geringer ist, als wenn man Sport macht.
- 35:38SPEAKER_03: Und neben diesem Punkt haben wir besprochen, was ist denn, was für ein Ergebnis erwartet ihr euch denn?
- 35:45SPEAKER_03: Also was erwartest du, wenn du Sport machst?
- 35:48SPEAKER_03: Und da gibt es halt ganz viele positive Ergebnisse, sowohl auf der psychologischen Ebene, auf der sozialen Ebene und natürlich auf der physischen Ebene.
- 35:57SPEAKER_03: Auf der physischen Ebene, dass man fitter ist, dass man seinen Alltag besser gestalten kann, dass man besser die Treppen nach dem Einkauf zum Beispiel hochkommt.
- 36:05SPEAKER_03: Auf der psychischen Ebene ist, dass man mehr positive Gefühle hat, dass man weniger Stress hat, dass man besser schläft.
- 36:12SPEAKER_03: Und auf der sozialen Ebene ist zum Beispiel, dass du Freunde triffst oder in einen Austausch trittst.
- 36:18SPEAKER_03: Und das war die erste Woche.
- 36:20SPEAKER_03: Das war so der Grundstein der Motivation quasi.
- 36:23SPEAKER_03: In der zweiten Woche haben wir dann ganz konkret geplant, genau, der Grundstein der Motivation, der dann jedem einzigen geholfen hat, eine passende Bewegungsidee zu finden.
- 36:34SPEAKER_03: Das heißt, wenn man gemerkt hat, okay, my Ergebniserwartungen liegt ganz klar im sozialen Bereich, dann macht es Sinn, dass man eher eine Sportart raussucht, die als Mannschaftssportart quasi gespielt wird.
- 36:49SPEAKER_03: Oder dass man sich in der jetzigen Situation eine Sportart raussucht, die man zumindest zu zweit machen kann, zum Beispiel Jobgen gehen.
- 36:57SPEAKER_03: Und wenn man merkt, okay, ich will das Ganze machen, um meinen Stress zu lindern, dann sucht man sich natürlich eher eine Bewegungsform aus, wie zum Beispiel Yoga oder Laufen im Wald.
- 37:07SPEAKER_03: Wenn man zum Beispiel mehr Selbstbewusstsein bekommen möchte, dann kann man vielleicht Boxen wählen.
- 37:14SPEAKER_03: Also das ist ganz wichtig, dass man sich seine Grundlage der Motivation bewusst macht, um dann eine passende Bewegungsform rauszusuchen.
- 37:24SPEAKER_03: Und in der zweiten Woche haben wir das dann ganz konkret geplant, das heißt, wann, wo, wie, was, mit wem.
- 37:31SPEAKER_03: Das ist super wichtig, dass man da sich gedankliche Kapazitäten spart und nicht immer wieder überlegt, wann mache ich das überhaupt und wo und wen will ich dabei haben, sondern dass man das ganz konkret plant.
- 37:43SPEAKER_03: In der dritten Woche sind wir dann darauf eingegangen, was könnte uns an diesem Plan hindern, was sind typische Hindernisse, wie der innere Schweinehund, wie zum Beispiel, dass man spontan einen Besuch bekommt oder was ist, wenn eine Klausurenphase kommt und man plötzlich super viel Stress deswegen hat, was ist, wenn ich Überstunden machen muss und so weiter und so fort.
- 38:06SPEAKER_03: Und dafür gibt es auch spezifische Strategien, die einem helfen, diese Barrieren zu überwinden.
- 38:14SPEAKER_03: Das sogenannte Barrierenmanagement haben wir in der dritten Woche gemacht, dass man auch für jedes Hindernis einen Plan hat.
- 38:21SPEAKER_03: Und in der letzten Woche haben wir geguckt, wie kann ich mein soziales Umfeld, also meine Freunde, meine Familie, vielleicht auch meine Kollegen, meine Nachbarn mit integrieren in diesen Prozess des aktiven Lebensstils.
- 38:35SPEAKER_03: Entweder dass jemand mitmacht oder dass die Familie akzeptiert, dass es sehr wichtig ist für einen und einen daran erinnern oder einen da quasi mal in Ruhe lassen für eine bestimmte Zeit.
- 38:48SPEAKER_03: Oder dass Freunde einem Informationen zu coolen Kursangeboten geben.
- 38:53SPEAKER_03: Also dass man guckt, dass man nicht so ein Einzelkämpfer ist, sondern sich Unterstützung holt von seinen Liebsten oder zumindest von seinem sozialen Umfeld.
- 39:03SPEAKER_03: Genau, das haben wir gemacht im Groben.
- 39:06SPEAKER_01: Mega spannend.
- 39:08SPEAKER_01: Ehrlich gesagt, also da war jetzt mega, mega viel drin.
- 39:12SPEAKER_01: Und ich weiß, dass man bei Coaching-Sessions für solchen Input mega viel Geld bezahlt.
- 39:16SPEAKER_01: Also danke dafür auf jeden Fall schon mal.
- 39:18SPEAKER_01: Sehr gerne.
- 39:20SPEAKER_01: Ehrlich gesagt, bei mir, als ich angefangen habe mit dem Leistungssport, ich war vorher auch so ein richtiger Couchpotato, irgendwie mit 15, 16 und war super, super schlecht in der Schule.
- 39:31SPEAKER_01: Ich hatte irgendwie zweimal fast die Klasse wiederholt.
- 39:34SPEAKER_01: Und hab dann aber gesagt, okay, ich will irgendwie sportlicher werden.
- 39:40SPEAKER_01: Und dadurch aber, dass ich sportlicher geworden bin und irgendwie mich krass mit dem ganzen Thema beschäftigt habe, ist natürlich irgendwie so meine physische Leistungsfähigkeit halt deutlich besser geworden.
- 39:50SPEAKER_01: Aber was der krasseste Effekt eigentlich war, war halt so, wie ich mich halt, dass ich einfach eine viel höhere Selbstwirksamkeit hatte.
- 39:57SPEAKER_01: Ich habe viel mehr an mich geglaubt.
- 39:59SPEAKER_01: Ich habe einfach viel mehr auch gedacht, was ich aus mir rausholen kann.
- 40:03SPEAKER_01: Es hat einen krassen Boost auch auf mein Selbstbewusstsein.
- 40:06SPEAKER_01: Und dadurch habe ich irgendwie viel mehr auch, sag ich mal, Ziele formuliert.
- 40:10SPEAKER_01: Ich habe dann gesagt, ich will Medizin studieren, musste dadurch irgendwie meinen NC enorm verändern.
- 40:14SPEAKER_01: Ich habe auch gesagt, ich will irgendwie meinen ersten Iron Man machen, weil ich mit Triathlon angefangen habe.
- 40:19SPEAKER_01: Und das war auch für mich echt ein krasser Unterschied.
- 40:22SPEAKER_01: Also ich fand das mega interessant, wie du das halt irgendwie gerade so erzählt hast.
- 40:27SPEAKER_03: Super cooler Prozess bei dir auch.
- 40:29SPEAKER_03: Also daran sieht man auch, dass man den Sport auch auf der Ebene super gut nutzen kann.
- 40:35SPEAKER_03: Du hast dann natürlich super sportliche Ergebnisse erlangt, aber du hast auch dein Leben durch den Sport anders gestalten können und hast bestimmt auch durch deine Ausstrahlung und all das, was du aufgelistet hast, sehr viel bewirkt für dein Wohlbefinden wiederum.
- 40:53SPEAKER_03: Also es ist, ich bin ein großer, großer Fan von Sport für das eigene Wohlbefinden.
- 40:59SPEAKER_01: Ja, also hundertprozentig.
- 41:02SPEAKER_01: Ich glaube einfach, dass es wirklich auch wichtig ist, sich da einfach auch so selber zu erfahren und einfach so das kennenzulernen.
- 41:09SPEAKER_01: Denke ich auch, dass das echt spannend ist.
- 41:13SPEAKER_01: Und was ich auch interessant finde, ist natürlich irgendwie, du hast so ein bisschen über Fatigue gesprochen.
- 41:19SPEAKER_01: Und da habe ich meine Doktorarbeit, Medizin damals drüber geschrieben, über Fatigue bei Multiple Sklerosepatienten.
- 41:29SPEAKER_01: Und die haben eigentlich, also wenn man, Fatigue ist halt so eine abnorme, gesteigerte Ermüdung, kann sich entweder halt kognitiv äußern oder auch motorisch.
- 41:39SPEAKER_01: Und das ist halt relativ häufig, einerseits halt bei Krebspatienten, andererseits aber auch bei kognitiven pathologischen Prozessen wie Multipisklerose, bei anderen Autoimmunprozessen, die halt irgendwie auch zentral ablaufen.
- 41:55SPEAKER_01: Und was mich da halt interessiert ist, hat sich das verbessert bei euch durch die Intervention?
- 42:02SPEAKER_03: Wir haben das nicht gezielt getestet.
- 42:04SPEAKER_03: Also unser Fokus war tatsächlich auf die psychokognitiven Determinanten, also das, was ich gerade genannt hatte, so etwas wie Selbstwirksamkeits-, Handlungsplanung, Risikowahrnehmung und so weiter und so fort.
- 42:20SPEAKER_03: Das heißt, das haben wir nicht gezielt getestet.
- 42:23SPEAKER_03: Da gibt es aber viele andere Studien zu, die bereits herausgefunden haben, dass Fatigue gemindert werden kann oder besser reguliert werden kann durch Sport und Bewegung.
- 42:35SPEAKER_03: Und das hört sich natürlich erstmal so an, also wenn man eh schon ermüdet ist, warum sollte man sich noch mehr ermüden durch ein Sportprogramm?
- 42:44SPEAKER_03: Und das Interessante ist tatsächlich, dass durch gezielten Sport, durch bestimmte Sportprogramme, die Menschen dann aus diesem Fatigreislauf besser rauskommen können und dann sich vor allem besser fühlen nach so einer Sporteinheit.
- 43:03SPEAKER_01: Ja, bei uns damals in der Studie ist auch, also wir haben einen total krassen Zusammenhang gezeigt zwischen dem Sportniveau vor der Studie und dem Fatigue-Level, also negative Korrelation, negativem Zusammenhang.
- 43:16SPEAKER_01: Das heißt, je sportlicher du warst, desto geringer war halt auch deine Fatigue und rein physiologische Werte.
- 43:24SPEAKER_01: Aber bei uns, durch die Intervention konnten sie sich auch nicht signifikant verbessern in der Fatigue.
- 43:31SPEAKER_01: Aber wir haben auch so ein bisschen gesagt, dass es unsere Intervention war damals acht Wochen, dass es vielleicht auch ein bisschen zu kurz war, dass man gesagt hätte, okay, vielleicht hätte es ein bisschen länger gebraucht, um das halt irgendwie so herauszufinden.
- 43:42SPEAKER_03: Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass man das, also das Wichtige, daran sieht man ja auch so, die Regelmäßigkeit eines aktiven Lebens oder die Regelmäßigkeit des Sportprogramms ist ausschlaggebend dafür, dass man auch langfristig davon Profit schläft.
- 44:00SPEAKER_03: Also wenn man jetzt einmalig einen Kurs macht und dann komplett Vollgas gibt und dann aber zurück in alte Musterfeld, wo man mit dem Auto zur Arbeit fährt, mit einem Aufzug hoch in den dritten Stock und sich dann halt acht Stunden hinsetzt und dann mit dem Auto zurück und dann auf die Couch, dann ist dieses Sportprogramm, das man in der Vergangenheit gemacht hat, dann wirkt das nicht als Zauberformel weiter, sondern die Regelmäßigkeit ist definitiv ausschlaggebend, dass man da auch langfristig positive Ergebnisse hat für sich.
- 44:32SPEAKER_01: Ja, und was ich auch da interessant finde, was du auch angesprochen hast, ist das Umfeld, also wie viel das Umfeld ausmacht, dass es letztendlich langfristig nachhaltig integrierbar ist.
- 44:42SPEAKER_01: Das finde ich halt auch immer so spannend.
- 44:43SPEAKER_03: Ja, genau.
- 44:44SPEAKER_03: Also ich fand diese vierte Kurswoche, das ist die Abschlusskurswoche bei dem Online-Programm auch besonders schön, weil es einfach auch schön ist, nochmal zu reflektieren, okay, wer hilft mir denn vielleicht schon.
- 44:57SPEAKER_03: Manchmal hat man das gar nicht so auf dem Schirm, wer da alles schon so ein bisschen unterstützend wirkt und dass man sich aber dann auch nochmal überlegt, wen kann ich denn mit integrieren, sodass es wahrscheinlicher ist, dass ich das Sportprogramm wirklich auch langfristig durchführe.
- 45:11SPEAKER_03: Eine coole Geschichte aus dem Online-Programm: eine Teilnehmerin hat tatsächlich ihren Chef davon erzählt, dass sie dann mittwochs nachmittags eben diesen Rehabilitationskurs hat, der eben, wie gesagt, super wichtig für ihre Gesundheit andersfähigkeit, dass der immer um 17 Uhr stattfindet und dass es super gut were, when sie on this Mittwoch eben keine Überstunden macht, sondern pünktlich to the Kurs kommt.
- 45:39SPEAKER_03: And the Chef ist da super positiv drauf eingegangen, had sich bedankt, dass sie so vertrauensvoll ihm erzählt anders on this Mittwoch, wenn möglich, keine Überstunden machen muss und dass sie da pünktlich to your Kurs kommt.
- 45:56SPEAKER_03: And dadurch hat sie halt den Chef mit in ihr persönliches Motivationsteam integriert und somit die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie mittwochs immer zu dem Kurs gehen kann.
- 46:07SPEAKER_03: Und das fand ich voll schön, dass sie das sogar auf ihren beruflichen Kontext ausgeweitet hat.
- 46:15SPEAKER_03: Und ich denke, die Geschichte ist Motivieren, dass man sich wirklich nochmal überlegt, okay, wer könnte mich denn unterstützen?
- 46:21SPEAKER_03: Durch unterschiedliche Art und Weise, also emotionale Unterstützung, praktische Hilfe, dass irgendjemand mal auf die kleine Tochter aufpasst, kurz eine Nachbarin, wenn man Yoga machen möchte.
- 46:33SPEAKER_03: Oder ja, es gibt so viele unterschiedliche Arten der Unterstützung erinnern, mitmachen und so weiter und so fort.
- 46:41SPEAKER_01: Ja, und das ist auch, da kommt man, wenn man dann so ein bisschen die Kurve wieder schlägt, auch zu den Athleten.
- 46:47SPEAKER_01: Es gibt ja auch so im Athletenkontext meistens immer so Gruppen, die sich halt von verschiedenen Athleten halt irgendwie zusammensuchen und die halt auch gemeinsam ein Ziel so ein bisschen verfolgen und sich halt dann gegenseitig auch da unterstützen.
- 47:01SPEAKER_01: Ja, und weißt du, dass mit dem, was ganz anderes mit dem Alkoholismus?
- 47:05SPEAKER_01: Wie das, also früher hat man gesagt, Alkoholismus oder Alkoholabhängigkeit ist nicht heilbar.
- 47:12SPEAKER_01: Ganz lange hat man das irre, irre lange so postuliert, dass es nicht heilbar ist.
- 47:16SPEAKER_01: Und dann gab es irgendeinen Psychologen, der gesagt hat, doch, es ist schon heilbar, aber man muss halt das Umfeld ändern.
- 47:23SPEAKER_01: Und dann ist die ganze Alkoholabhängigkeitstherapie umgestellt worden, kolossal.
- 47:28SPEAKER_01: Und mittlerweile ist es ganz, ganz stark, geht es darauf ein, dass man halt das Umfeld verändern muss, um halt wirklich nachhaltig da Änderungen zu erreichen.
- 47:36SPEAKER_03: Ja, super interessant.
- 47:37SPEAKER_03: Also das war mir nicht bewusst, aber das kann ich mir gut vorstellen, dass ja, wenn das Umfeld einen immer wieder in diese Sucht auch mit reinzieht, durch ihre Einstellungen oder durch die Handlungen oder durch eine eigene Sucht, ist es natürlich fast unmöglich, da rauszukommen.
- 47:53SPEAKER_03: Im Gegensatz dazu, wenn man halt ein unterstützendes Umfeld hat, die akzeptieren, dass man da jetzt eine Wandlung, einen Wandlungsprozess durchläuft, die einem helfen durch Informationen, durch praktische Hilfe, die einen daran erinnern, die vielleicht positive Vorbilder sind und so weiter und so fort.
- 48:13SPEAKER_03: Ja, dann denke ich, das ist sehr hilfreich.
- 48:16SPEAKER_03: Also generell muss man sich vorstellen, wenn man halt sein Gesundheitsverhalten ändert, sei das eben Alkoholkonsum, Rauchen, Ernährung oder halt auch Sport, dann ist es wahnsinnig herausfordernd.
- 48:28SPEAKER_03: Das ist nichts, was mal ebenso passiert.
- 48:31SPEAKER_03: Und genau, deshalb ist es wichtig, sich zu gucken, sich herauszusuchen, was habe ich für Ressourcen, die mir dabei helfen können.
- 48:39SPEAKER_03: Und das ist halt so etwas wie, dass man sich das konkret plant, dass man auch konkret plant, was dazwischen kommen könnte und wie man darauf eingeht, aber auch, dass man halt sich ein unterstützendes Umfeld baut.
- 48:52SPEAKER_01: Ja.
- 48:53SPEAKER_01: Absolut.
- 48:55SPEAKER_01: Und wenn wir jetzt so ein bisschen noch, also ich sag mal, wenn wir so ein bisschen abschließen, was würdest du jemandem mitgeben, der vielleicht Probleme hat, sich irgendwie zu motivieren, irgendwas anzufangen?
- 49:11SPEAKER_01: Wie würdest du das angehen?
- 49:14SPEAKER_03: Ich würde als allererstes tatsächlich die Basis der Motivation bearbeiten.
- 49:20SPEAKER_03: Also dass man sich nochmal ganz genau überlegt, warum möchte ich das machen?
- 49:25SPEAKER_03: Also was ist mein persönliches Warum?
- 49:28SPEAKER_03: Einmal wieder, was sind meine Risiken, wenn ich das nicht mache?
- 49:31SPEAKER_03: Also da gibt es ja viele Risiken für jeden Menschen, auch unabhängig von der Krebserkrankung.
- 49:37SPEAKER_03: Dann was erwarte ich mir davon, also was ist mein persönlicher Wunsch?
- 49:41SPEAKER_03: Da könnte man sich vielleicht, also in dem Programm habe ich so eine Gedankenreise gemacht, dass man sich vorstellt, okay, was wünsche ich mir in acht Wochen, was fühle ich da?
- 49:52SPEAKER_03: Wie stelle ich mich vor?
- 49:54SPEAKER_03: Wie sehe ich aus oder mit wem bin ich da?
- 49:57SPEAKER_03: Also, dass man das mal in einen anderen Kontext sieht und diesen Wunsch sich ganz deutlich macht.
- 50:02SPEAKER_03: Und dann guckt, okay, welche Bewegungsform passt zu diesem Wunsch, zu meinem persönlichen Wunsch.
- 50:10SPEAKER_03: Also niemand zwingt einen, irgendwie zwei Stunden joggen zu gehen oder niemand zwingt einen mit schweren Gewichten Krafttraining zu machen.
- 50:17SPEAKER_03: Wenn du Bock hast, auf Trampolin springen, weil du komplett ausrasten willst, dann such dir diesen Sport, also such dir eine Sportart, wo du komplett ausrasten kannst oder tanzen oder was auch immer.
- 50:28SPEAKER_03: Ich glaube, das Wichtige ist, wenn man merkt, okay, ich komme gar nicht in die Bewegung, dass man überlegt, was passt zu mir, wie kann ich Spaß haben an der Bewegungsart.
- 50:41SPEAKER_03: Denn nur so schafft man das, glaube ich, auch langfristig für sich durchzuführen.
- 50:45SPEAKER_03: Und das ist der erste Teil, dass man da was findet, was wirklich zu einem passt, worauf man Bock hat.
- 50:51SPEAKER_03: Und dann würden die Punkte folgen, dass man das auch konkret in seinen Alltag plant, dass man das auch in seinen eigenen Kalender schreibt, zum Beispiel.
- 50:59SPEAKER_03: Da, wo die Arbeitstermine stehen und die familiären Verpflichtungen und so weiter, dass da auf jeden Fall auch der Sporttermin mit drin steht und dass es auch eine Überwindung ist, diesen abzusagen, genauso wie man ein Meeting im Alltag eher ungern absagt, sollte es dann auch eine Überwindung sein, dieses Sportmeeting quasi aus dem Kalender zu streichen.
- 51:23SPEAKER_03: Und dann, dass man sich Gedanken macht über die Barrieren.
- 51:26SPEAKER_03: Was ist bei mir immer wieder, was kommt dazwischen?
- 51:29SPEAKER_03: Was ist so typisch, dass ich dann sage, nee, ich bleib doch auf der Couch liegen und sich da einen Plan machen.
- 51:35SPEAKER_01: Ja.
- 51:36SPEAKER_01: Aber auch dieses, was du gerade so ein bisschen auch, ich sehe das immer so ein bisschen als Commitment, wenn du so sagst, dass man die Dinge aktiv in seinen Kalender einplant und auch wirklich dem eine gewisse Priorität, also auf seinem Wohlbefinden, eine sehr hohe Priorität einplant.
- 51:51SPEAKER_01: Das hat auch, finde ich, viel mit Selbstbewusstsein zu tun, dass man einfach ganz klar sagt, ich plane das für mich ein und mir ist das wichtig, einfach auch für mein Wohlbefinden, weil ich auch so nur langfristig leistungsfähig und gesund bleibe.
- 52:04SPEAKER_01: Und das, finde ich, ist auch ein super, super wichtiger Punkt.
- 52:07SPEAKER_01: Und das ist egal, ob du auch mit Sport anfängst, ob du ganz gut bist oder ob du auch sehr gut bist, das ist einer der entscheidendsten Punkte, um nachher so auch seine Ziele und vielleicht auch das zu erreichen, was man halt irgendwie wirklich will.
- 52:20SPEAKER_02: Ja, stimme ich dir zu.
- 52:22SPEAKER_01: Cool.
- 52:23SPEAKER_01: Spannend.
- 52:25SPEAKER_01: Ja, also wir hatten, wir haben irgendwie angefangen bei Stressor, Stressor im Alltag, dann haben wir so ein bisschen über Emotionen gesprochen, dann sind wir auf deine Masterarbeit zu sprechen gekommen und jetzt haben wir abschließend noch so ein bisschen darüber gesprochen, wie man das irgendwie auch einbauen kann.
- 52:44SPEAKER_01: Hast du noch was, was du irgendwie, was du spannend findest, worüber du irgendwie sprechen möchtest?
- 52:50SPEAKER_03: Also ich fand es schön, dass wir nochmal rausgestellt haben, dass es in der jetzigen Situation gut ist, wenn man sich eine Sportart sucht, die einem hilft, diesen ganzen Stress, den man gerade im Alltag hat, mit dem zurechtzukommen.
- 53:06SPEAKER_03: Und das war für mich irgendwie auch schön, dass wir das nochmal besprochen haben.
- 53:12SPEAKER_03: Weil dafür schlägt mein Herz.
- 53:14SPEAKER_03: Also dafür, ja, dieses Thema ist mir sehr, sehr wichtig, dass Menschen den Sport nutzen, nicht nur um großartige Leistungen quasi zu erlangen und besser und besser und besser zu werden, sondern dass der Fokus auch dahin gerückt wird, dass man den Sport wirklich für sein eigenes Wohlbefinden nutzen kann, um kleine Erfolge zu feiern, um Ausgleich zu finden, um besser zu schlafen, um positive Emotionen zu fühlen und so weiter und so fort.
- 53:45SPEAKER_03: Das liegt mir auf dem Herzen, würde ich sagen.
- 53:48SPEAKER_01: Ja, cool.
- 53:49SPEAKER_01: Und was ist so da deine Vision?
- 53:50SPEAKER_01: Also, wo möchtest du da gerne irgendwie mal hingehen?
- 53:54SPEAKER_03: Meinst du beruflich oder für mich selbst oder wie meinst du das?
- 53:59SPEAKER_01: Ja, sowohl als auch.
- 54:01SPEAKER_03: Also privat nehme ich mir vor, oder für mich persönlich, dass ich es schaffe, wenn möglich, den Sport immer als Teil, als wichtigen Teil meines Lebens zu integrieren.
- 54:13SPEAKER_03: Also ich habe das selbst gemerkt, in Klausurenphasen bei mir zum Beispiel, dass es da der Sport dann so Schritt für Schritt immer in den Hintergrund rückt und man sich irgendwann fragt, so wie kann das sein, dass du jetzt gar keinen Sport mehr machst?
- 54:26SPEAKER_03: Und da ist mir wichtig, dass ich in zukünftigen Stresssituationen oder in egal welcher Lebenssituation den Sport immer für mein eigenes Wohlbefinden nutze.
- 54:38SPEAKER_03: Und beruflich möchte ich diese Leidenschaft, die ich habe, einfach mir zu nutzen machen.
- 54:43SPEAKER_03: Also weiterhin in der Sportpsychologie oder Gesundheitspsychologie zu arbeiten und Menschen zu helfen, dieses Potenzial des Sports zu erkennen für sich selbst und dadurch ihr Leben schön zu gestalten, ihre eigenen Stärken zu erkennen, ihre eigenen Ressourcen zu erkennen und mit typischen Barrieren und Hindernissen lernen, wie man mit denen umgehen kann.
- 55:08SPEAKER_01: Cool.
- 55:09SPEAKER_01: Ja, das war doch ein sehr guter Abschluss.
- 55:11SPEAKER_01: Vielen Dank, Elena.
- 55:13SPEAKER_03: Ja, danke dir.
- 55:14SPEAKER_03: Hab noch einen schönen Abend.
- 55:16SPEAKER_01: Danke, du auch, ne?
- 55:18SPEAKER_03: Bis dann.
- 55:18SPEAKER_01: Bis dann.
- 55:19SPEAKER_01: Ciao.
- 55:20SPEAKER_03: Tschüss.