Latest / BZ am Ohr / Herzrasen beim Bäcker? Soziale Ängste machen das Leben schwer, aber es gibt Hilfe
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- Der Bäcker oder das Kino oder das Restaurant oder das Café, wo ich grundsätzlich mit Herzrasen reinlaufe. Also wenn ich das Gefühl habe, ich muss gleich mit jemandem sprechen, was bestellen, sagen, was ich möchte, in irgendeiner Form mit jemandem kommunizieren muss, habe ich sehr schnell Herzrasen. Das ist mal besser und mal schlechter. Aber mir geht es in solchen ja sehr alltäglichen Situationen oft nicht so gut. Ihr kennt das vielleicht, was Amir von Ahrenberg da sagt. Man steht mit schweißnassen Händen bei einem Bäcker oder hat Angst, beim Zahnarzt anzurufen. Amir hat soziale Ängste und die hat sie jetzt in ihrem ersten Kinderbuch verarbeitet. Und das gibt es nur wegen eines Taubenvideos auf TikTok. Amir hat das Buch Malte und Oskar und das Glück Pech zu haben gemeinsam mit dem Tierschützer und Influencer Malte Zierden geschrieben. Super verrückt. Also es war wirklich, ich manchmal sitze ich auch da und denke so, ich lebe gerade meinen absoluten Lebenstraum. Es ist sehr seltsam, weil ich dachte, da muss ich ganz, ganz lange drauf warten und ganz muss lange drauf hinarbeiten. Also schon arg viel Arbeit, aber dass es so schnell passiert, hätte ich einfach nie, nie, nie gedacht. Einen Teil ihres Buches hat Amir auf der Couch ihrer Oma in Freiburg geschrieben. Heute spreche ich mit ihr darüber, wie soziale Ängste sich anfühlen, wie sie gelernt hat, ihre Angst an die Hand zu nehmen und über ihr Buch, das auf Anhieb ein Erfolg wurde. Ich bin Nina Witwitzki und ihr hört BZ am Ohr. Werbung. Entdeckt die Digitale Badische Zeitung und ihr bekommt das neue iPad für 0 Euro dazu. Mit BZ Digital Premium lest ihr die BZ im Original-Layout und das schon ab 22 Uhr des Vorabends. Dieses Angebot gilt nur für Neukunden bis zum 4. Mai 2025. Unter mehr.bz-angebot findet ihr das Angebot. Das neue iPad gibt's für 0 Euro zur Bestellung dazu. Werbung Ende. Hi, schön, dass du da bist. Hallo, schön, dass ich da sein darf. Du hast gemeinsam mit dem Influencer und Tierschützer Malte Zierten ein Kinderbuch geschrieben, Malte und Oskar das Glück, Pech zu haben, das im Juli 2024 erschienen ist und gleich ein Hit wurde. Die erste Auflage war ratzfatz ausverkauft. Wie seid ihr auf die Idee, für das Buch gekommen und worum geht es. Also, ich saß an einem ziemlich gewöhnlichen Sonntag vor meinem Handy und ich bin so durch TikTok gescrollt, also auf Social Media. Und ja, ich hatte Malte immer wieder auf meiner For You-Page und habe halt gesehen, was er so macht. Und er hat ja eine echte Taube in seinem Badezimmerfensterleben. Und ich fand das super süß und er hat ja halt über Wochen und Monate langsam an sich gewöhnt und da hat sich diese Freundschaft aufgebaut und dann habe ich das gesehen und ich finde, das ist so eine Steilvorlage für ein Kinderbuch, dass ich da eigentlich einen Witz drüber gemacht habe. Also ich glaube, ein Teil von meinem Herzen hat ihn auch sehr ernst gemeint, aber ich habe ein Video hochgeladen, wo ich darauf reagiert habe und gesagt habe, was ist dieser Mensch eigentlich für Kinderbuchmaterial? Und da habe ich schon so Zeichnungen eingefügt, weil ich super, super gerne gemalt habe. Und dann habe ich das hochgeladen und das haben überraschenderweise sehr viele Leute gesehen. Also ich habe da überhaupt nicht mit gerechnet. Und Malte hat es auch gesehen und hat mir ziemlich fix geschrieben, ja, lass uns das wirklich machen. Und dann haben wir uns getroffen und da hat er mich in Berlin besucht. Und war sehr ernsthaft am Start. Und dann hat sich irgendwann der Oettinger Verlag gemeldet. Auch mit einer super, also es war auch super niedlich. Die haben einfach an seinem Postfach einen Brief geschrieben. Da war eine Miniatur-Schreibmaschine für Oskar mit drin. Der ist ja auch Autor. Es hat alles sehr gut gepasst und sind wieder hingefahren. Und das war wirklich ein bisschen zu gut, um wahr zu sein. Aber war dann ja doch Realität und dann haben wir uns zusammengesetzt und ganz viel gefrieden und so ist das entstanden. Das ist eine sehr coole Geschichte. Verrückt. Das ist ja kaum zu glauben, würde ich mal so sagen, dass das so gekommen ist. Das heißt, du hattest nicht schon immer die fixe Idee, ein Kinderbuch zu schreiben. Irgendwie schon, also ich habe immer gesagt, das möchte ich mal machen und es war immer in meinem Hinterkopf und ich male halt super viel, ich habe immer schon Geschichten geschrieben, ich habe ein riesig langes Notizbuch auf meinem Handy und sehr viele reale Notizbücher voll mit Kram, aber es stand nicht so weit oben auf meinem Zettel und dann ist das irgendwie so passiert. Und ich glaube, ja, es war voll süß, weil mein Papa hat, ich habe immer gesagt, ich will das machen und mein Papa hat immer gesagt, das machst du auch irgendwann, mit so einer absoluten Selbstverständlichkeit. Ich dachte immer so, nein, das ist voll schwer und also, ja, dass dann auch irgendwie direkt was geworden ist, was jemand lesen kann, also ich dachte so, ja, vielleicht mal irgendwann für mich, so, aber, ja. Hat sich der Traum schneller erfüllt, dass man gucken kann? Superverrückt. Also es war wirklich, manchmal sitze ich auch da und denke so, ich lebe gerade meinen absoluten Lebenstraum. Das ist sehr seltsam, weil ich dachte, da muss ich ganz, ganz lange drauf warten und ganz lange drauf hinarbeiten. Also schon arg viel Arbeit, aber dass es so schnell passiert, hätte ich einfach nie, nie, nie, nie gedacht. Und durch sowas Lustiges. Also ich finde es halt auch einfach so lustig, dass Malte der war sofort all in. Der war einfach so, okay, machen wir. Hier, let's go. Wie muss man sich das denn vorstellen? Wie habt ihr gemeinsam an dem Buch geschrieben und wie lange hat das gedauert? Also wir haben vor allem sehr viel, wir haben sehr viele Online-Calls gemacht und dann saßen wir einfach, nächtelang beisammen und haben in einem geteilten Dokument rumgetippt und haben, Worte hin und her geworfen und wie lange es gedauert hat, weiß ich tatsächlich gerade gar nicht mehr. Es geht in dem Buch auch um soziale Ängste, um die Schatten, die plötzlich auftauchen können. Die Angst lässt Malte schrumpfen und Oskar fängt ihn auf. Sie suchen dann gemeinsam eine Wunderbeere, um die Ängste zu überwinden und treffen dann auf die Angst. Die Malte die Angst wieder nimmt oder nicht ganz nimmt, aber schmälert. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, über dieses Thema zu schreiben. Und weil Ängste sind ja nicht unbedingt ein übliches Thema für ein Kinderbuch. Also als wir uns kennengelernt haben, beziehungsweise ich, also gut, ich kannte ihn jetzt nicht, aber ich habe ja viel von Malte eben schon gesehen. Und der geht damit ja auch ziemlich offen um. Und das hat auch total mit mir resoniert. Ich bin auch ein sehr, sehr ängstlicher Mensch. Und als wir uns getroffen haben, haben wir sehr, sehr schnell auch darüber geredet. Also wir haben ja super schnell viele Themen besprochen, die man vielleicht auch normalerweise nicht so direkt auf dem Silbertablett präsentiert. Aber uns war es irgendwie schnell klar, dass es darum gehen soll. Weil ihr diese Angst teilt. Genau. Und ja, ich meine in unterschiedlichen Ausprägungen und ich glaube, die äußert sich bei uns auch teilweise sehr unterschiedlich. Aber was wir sehr gemeinsam haben, ist zum Beispiel, dass wir immer gucken, dass kein Nachbar im Treppenhaus ist. Und daher kamen dann auch die Schatten so ein bisschen. Man hört die Nachbarn, ja, aber irgendwie sind das so gruselige, wabernde Gestalten, mit denen man vielleicht nicht unbedingt direkt reden möchte für uns beide. Und dann haben wir viel darüber gesprochen und dann ist die grundsätzliche Storyline sehr, sehr schnell entstanden. Es war sehr schnell klar, okay, darum geht es und das passiert ungefähr. Wir hatten eine sehr viel längere Version, auch eine Version, die eher für ein bisschen ältere Kinder, vielleicht sogar für Erwachsene war. Also ja, da haben wir erstmal irgendwie ganz, ganz viel reingeschrieben und dann haben wir es nochmal runtergekocht und uns am Ende dann für dieses Format entschieden. Ängste sind ja eben nicht dieses übliche Thema bei einem Kinderbuch. Wieso habt ihr dann gesagt, okay, egal, wir nehmen trotzdem die Ängste? Genau deswegen, weil es eben nicht ganz so ein übliches Thema ist und es aber super wichtig ist und wir uns beide halt irgendwie einfach sehr gut damit auskennen und damit, also vor allem mit der Rolle der ängstlichen Person eben auskennen und aus der Perspektive auch schreiben wollten und so ein bisschen sichtbar machen wollen, was da halt auch unsichtbar ist. Und das ist bei Stadttauben, deswegen passt die Verbindung halt so wahnsinnig gut, ja auch so. Also es sind einfach sehr unsichtbare, übersehende, übersehen. Wesentlich, die man übersehen kann. Ja, danke. Genau, und ich glaube, weil wir Tauben eben auch als sehr passendes Tier fürs Angsthaben empfinden, gibt es diese Verknüpfung für uns, die liegt einfach auch wieder so auf der Hand. Und da kann man gleich auf mehrere Dinge aufmerksam machen. Willst du das nochmal ein bisschen besser beschreiben, warum die Taube so gut passt? Ich glaube, es ist eigentlich so ein ständiger Nähe-Distanz-Konflikt mit Menschen und anderen Wesens. Es sind ja auch sehr schreckhafte Tiere, aber eigentlich rund auf Liebe, Geschöpfe und eigentlich auch Haustiere. Also es sind ja ein bisschen wie Straßenhunde in anderen Ländern so. Aber die sind so, ja, bewegen sich irgendwie einfach zwischen uns und sind immer irgendwie da, aber auch nicht so richtig und werden oft so verdrängt. Und ich glaube, dass das mit Menschen, die Ängste haben, gesellschaftlich auch sehr, sehr schnell passieren kann. Dass man irgendwie so das Gefühl hat, man bewegt sich so hindurch, man ist irgendwie da, aber auch nicht so richtig. Und dann finde ich dieses Bild, dass das so zur Freude gemacht wird, in so eine Taubentraube reinzurennen und alle fliegen hoch. Aber eigentlich spielt man auch nur mit deren Schreckhaftigkeit und Angst. Das finde ich passt irgendwie sehr gut. Ich glaube, ich fühle mich manchmal auch so ein bisschen wie eine Taube, wenn ich mich so durch trubelige Innenstädte bewege oder so. Wir hatten es jetzt schon von den sozialen Ängsten, also dass sowohl Malte als auch du welche haben und du hast es jetzt auch schon in einem anderen Interview eben erzählt, dass du selbst soziale Ängste hast. Wie fühlt sich das denn genau an und was ist das genau? Kannst du das ein bisschen besser beschreiben? Wie sich das für dich äußert? Das ist immer sehr situationsabhängig, aber ich glaube, ein ganz gutes Beispiel ist der Bäcker oder das Kino oder das Restaurant oder das Café, wo ich grundsätzlich mit Herzrasen reinlaufe. Also wenn ich das Gefühl habe, ich muss gleich mit jemandem sprechen, was bestellen, sagen, was ich möchte, in irgendeiner Form mit jemandem kommunizieren muss, habe ich sehr schnell Herzrasen, mal besser und mal schlechter. Aber mir geht es in solchen ja sehr alltäglichen Situationen oft nicht so gut. Und das kommt immer darauf an, aber es gibt auch Situationen, wo ich tatsächlich auch gar nicht in Cafés reingehe, weil ich das Gefühl habe, jetzt bin ich alleine, da kann jemand für mich anders bestellen. Dann versuche ich dem aus dem Weg zu gehen. Oder ich freue mich manchmal wochenlang auf Geburtstagspartys und dann bin ich an dem Abend vorher super nervös und habe das Gefühl, ich möchte da eigentlich irgendwie doch gar nicht hin, aber ich will doch da hin, aber ich will nicht da sein. Ich möchte wissen, wie es sein wird, damit ich schon mich irgendwie auf alles einsteigen kann. Oder bei der Buchmesse zum Beispiel, das war für mich, also ich war noch nie bei der Buchmesse, weil es sowieso schon sehr viele Leute sind und dann war ich das erste Mal als Autorin auf der Buchmesse. Und ich habe dann irgendwie unsere superliebe Lektorin vorher ausgefragt, was da wann wie wo passiert und was es da alles so gibt und wie es alles so ist und so, damit ich mich irgendwie darauf einstellen kann. Aber das sind einfach so oft in Situationen, auf die ich mich eigentlich freue, wo mich dann so ganz viel Angst überkommt und so. Ja, das kann aber auch an meinem eigenen Esstisch passieren. Also wir haben auch manchmal irgendwie Gäste und dann weiß ich nicht so, ich kenne die noch nicht so gut. Und dann frage ich mich danach irgendwie, oh Gott, war ich jetzt total schrecklich und blöd und habe ich was Dohes gesagt? Und dann dreht sich mein halber Abend oder mein ganzer Abend einfach darum. Das bedeutet, das passiert meistens in der Interaktion mit anderen Menschen, die du vor allem nicht so gut kennst. Ja und du hast dann schon gesagt, du hast Herzrasen und du versuchst die Sachen zu vermeiden ja also ich habe auch ganz lange Therapie gemacht deswegen versuche ich, vielen Dingen die ich versuche zu vermeiden eben da nicht so einfach, nachzugeben und versuche schon mich mit den Dingen auseinanderzusetzen und dann mich oft auch mit Absicht in diese Situation zu bringen aber vor allem wenn ich müde bin mir es nicht gut geht, also meine, Grundstimmung schon irgendwie einfach nicht so. Viel Energie hergibt, dann merke ich, dass ich oft nicht ins Café reingehe, obwohl ich eigentlich ganz doll da rein möchte. Okay, jetzt hast du es schon selber angesprochen. Also ich wollte gerade eigentlich auch fragen, wie gehst du generell damit um? Wie hast du das gemerkt und eben ob du in Therapie warst? Ja, also ich war wegen ganz, ganz vielen Dingen in Therapie und das habe ich natürlich da auch besprochen und es war eine richtig, richtig große Hilfe. Also Also das ist, ich glaube, das Richtigste, was ich in meinem Leben gemacht habe. Es war großartig, so gut und auch, was mir da so aufgefallen ist. Also es waren so Sachen wie, dass sie mir gesagt hat, ja, dass ich, ich konnte ihr die Hand nicht geben. Also ich konnte meiner Therapeutin super lang die Hand nicht geben. Habe da super eine Herzrasen bekommen. Das hatte ich in ganz vielen Situationen. Ich konnte auch, ich habe mir, als ich den Verlag das erste Mal getroffen habe, habe ich mir wahnsinnig viele Gedanken darüber gemacht, ob ich denen die Hand geben muss. Und nicht, weil ich irgendwie Angst vor Bakterien habe oder sowas. Einfach diese soziale Interaktion, was ist, wenn ich komisch die Hände schütte? Das ist ein ganz großes Ding in meinem Kopf gewesen. Und ich hatte auch eine ganz lange Zeit Angst vor dem U-Bahn-Fahren und vor dem Einkaufen. Und dass man sich eben da manchmal auch mit der Angst einfach hinbegeben muss, war das größte Learning. So, dass das Ziel nicht ist, das zu überwinden, sondern die Angst an die Hand zu nehmen und mit ihr einkaufen zu gehen und mit ihr in die Uber zu steigen und mit ihr ins Café zu gehen. Und es ist völlig okay, dass sie mit dabei ist, aber da bin ich halt diesen Anspruch losgeworden, dass ich furchtlos sein muss und dass ich vor nichts Angst haben muss und es einfach. Irgendwie nicht so einfach sein darf. Das heißt, dass würdest du auch anderen Menschen mit zu sozialen Ängsten raten, dass sie die Angst bei der Hand nehmen und vielleicht auch sich Hilfe suchen? Auf jeden Fall. Also das ist ja auch, warum wir Timeo, also das bedeutet ja auch Angst, irgendwie so flauschig gemacht haben. Die Angst im Kinderbuch heißt Timeo. Genau. Und das ist ja irgendwie so dieses Bild dafür, dass es auch auf eine Art und Weise ein Freund sein kann. Und wenn man die ganze Zeit versucht, dagegen anzukämpfen, kommt man, oder ist so unsere Erfahrung, kommt man halt oft nicht so voran. Und das erst mal anzunehmen und ganz viel drüber zu sprechen und sich ganz viel Hilfe zu suchen, ist, glaube ich, der Weg. Das heißt, du gehst damit offen auch in deinem Umfeld damit um? Ja, also ich glaube, es kommt immer so ein bisschen drauf an, in manchen Situationen löst das auch, also ich will immer offen damit umgehen und ich glaube, dass es irgendwie auch einfach, es ist ja super menschlich und es ist nur manchmal so, dass ich nicht dazu komme, weil ich eben so eine große Angst davor habe, was Menschen über mich denken und dann spirale ich mich da so rein. Aber ja, ich habe irgendwie für mich auch gemerkt, dass wenn ich sage, hey, ich habe total Angst in dieser Situation gerade, ich bin total nervös gerade, ich bin voll aufgeregt oder keine Ahnung, ich merke gerade, ich habe total Herzlassen, dass alle Menschen super lieb darauf reagieren und dass mir das dann auch voll die Angst nimmt. Also, ja, irgendwie so, wenn man das so entschleiert, wird es, glaube ich, auch für einen selbst weniger gruselig. Und ich habe auch noch nie festgestellt, also ich glaube, in Nuancen kennt es fast jeder Mensch. Ich glaube, es ist halt nur diese extreme Steigerung und diese, ja, keine Ahnung, diese übertriebene Angst, die einem dann ja auch ganz falsche Sachen signalisiert. Aber die meisten Menschen, mit denen ich darüber rede, können es zu einem Teil auch gut nachvollziehen, auf irgendeine Art und Weise. Hast du Tipps für irgendeinen Mechanismus, wie man die Angst an die Hand nimmt? Also hast du da irgendeinen Tipp? Vielleicht auch für ein Kind oder für Eltern, die Kinder haben, die sehr viele Ängste haben? Ich finde es schwierig, da Tipps zu geben. Ich weiß halt einfach nur, was für mich gut funktioniert hat und das ist manchmal auch ein bisschen traurig, aber ich habe halt wirklich, ich dachte ganz, ganz lange, okay, ich kann halt erst wieder in den Supermarkt reingehen, ich kann mich erst wieder an die Kasse stellen, wenn ich diese Angst verloren habe. Und dann habe ich auch jede körperliche Reaktion, also Herzrasen und was auch immer, irgendwie so als, okay, das ist ein Signal, dass ich das nicht machen soll und dann habe ich mich dem so untergeordnet. Aber in dem Moment, wo ich akzeptiert habe, dass es auch in Ordnung ist, irgendwie in so einer Situation oder danach zu weinen, ich habe mich selbst einfach aufgehört, so zu bewerten in solchen Situationen. Also es passiert mir manchmal noch, dass ich irgendwie denke, oh, ja. Aber gerade ja auch irgendwie bei Eltern und so, also meine Eltern haben oft gesagt, ja mach doch einfach das und das, mach das doch einfach, mach das doch einfach. Die konnten das manchmal, glaube ich, nicht so richtig greifen, was das für mich bedeutet, ein Eis selber zu bestellen. Und mir hat es auf jeden Fall nicht ganz so viel gebracht, wenn sie da standen und gesagt haben, okay, mach es einfach, aber ich glaube, es ist schon der richtige Ansatz. Den Menschen an die Hand zu nehmen und zu sagen, okay, wir machen es zusammen oder oder das packst du und das ist okay, wenn es dich nicht gut anfängt. Aber ja, ich glaube einfach aus dem Vokabular streichen an den Stellen ist ganz gut, weil die Dinge, die können halt so krass herausfordernd sein. Aber ansonsten finde ich es echt schwer, außer Hilfe holen. Ich glaube, sich Hilfe holen ist in solchen Situationen auf jeden Fall immer ein sehr guter Weg. Du hast es jetzt schon gesagt, auch bei der Buchmesse war es noch viel schlimmer. Ich meine, ich glaube, so einen Moment, den hätte jeden fertig gemacht, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen bei der Buchmesse. Aber genau, wie war die Veröffentlichung des Buches für dich und Malte? Weil das war ja schon mit sehr viel Aufmerksamkeit verbunden, auch durch Maltes viele FollowerInnen. Das sind bestimmt viele Ängste auf viele Menschen getroffen, beispielsweise bei einer Signierstunde oder bei Interviews und Auftritten. Ja, also das Witzigste daran ist einfach, dass ich mir während dem gesamten Prozess die ganze Zeit eingeredet habe, es wird niemals jemand sehen, es wird niemals jemand sehen, es wird niemals jemand sehen, weil ich sonst einfach nicht malen konnte. Und auch kein einziges Wort irgendwo hinschreiben. Also ich habe mir einfach die ganze Zeit gesagt, das ist nur für uns, das ist nur für uns. Ich habe dann mehrmals Realitätsklatschen bekommen, als wir halt in Meetings saßen und dann über, ja, keine Ahnung, oder plötzlich die ausgedruckten Seitenansichten auf dem Tisch lagen. Ich habe gesagt, okay, das ist doch nicht ganz so, nur für mich. Aber das habe ich mir sehr lange, bis zum letzten Moment, wo das ging, habe ich mir das eingeredet. Damit ich so einfach mein Ding machen konnte und irgendwie im Flow sein konnte. Und als es dann, als veröffentlicht wurde, habe ich mich zum einen, ich habe mich schon extrem gefreut, aber ich habe halt auch erst mal überhaupt nicht verstanden, was gerade abgeht, weil ich mich so angelogen habe eigentlich die ganze Zeit. Ich habe mir so ein, ja, ich habe einfach dieses Theaterstück gespielt in meinem Kopf und dann war ich echt überwältigt und ich hatte mehrmals so Momente, wo ich so dachte, oh mein Gott, das passiert gerade wirklich im Positiven, aber auch so ein bisschen in diesem, jeder Mensch kann jetzt meine Seele sehen. Mäßigen, so, weil wir da eben so viel eingebaut haben, was uns so wichtig war und ja, irgendwie war das völlig absurd und dann hatte ich schon sehr viel Angst, was Menschen denken und sagen und, ich habe noch nie vorher ein Kinderbuch gemacht und ich, ja, habe mir super viele Gedanken gemacht und dann waren die Reaktionen aber so lieb, ich habe so liebe Nachrichten bekommen und also, die so direkt ins Herz gegangen sind, einfach, mein kleiner Sohn hat super viel Angst in den Kindergarten zu gehen, jetzt geht der hin wenn er das Buch mitnehmen darf und solche Sachen und es kam ganz, ganz, ganz viel und dafür haben wir es gemacht und das ist halt, das war so ich glaube ich habe auch in dem Moment einfach so sehr gespürt, worum es geht und das ist eben ja, es geht um diese Kinder es geht um diese Menschen, es geht um diese Art von ja, beieinander sein können, Und dadurch war es dann auch einfach super, super schön und einfach krass surreal. Aber dann zum Teil, wenn du solche Ängste hattest, dann beispielsweise bei der Buchmesse, dann war es vielleicht auch überwältigend oder ... Also ich habe im... Oder konntet ihr euch aneinander festhalten? Voll und es war auch einfach voll die... Also es war eine total schöne Erfahrung. Da waren so liebe Menschen. Und wir haben auch unsere... Wir nennen sie tatsächlich so unsere Verlagstaube. Unsere Lektorin, die war halt auch mit dabei. Und es gibt mir immer super viel Sicherheit zu wissen, okay, die Menschen sind da. Und irgendwie die wissen auch, wir haben dann vorher irgendwie abgeklärt, dass es, wenn es irgendwie too much ist, wir in einen kleinen Raum gehen können und so und es war irgendwie alles so ja, weich gepolstert aber also diese Schlange war halt super krass und ich hatte halt irgendwie die ganze Zeit das Gefühl, wenn man da halt auch nicht so viel Zeit hat, dann pro Person, hatte ich irgendwie so das Gefühl, oh Gott, jetzt kommen wir vielleicht voll unfreundlich rüber oder was ist, wenn ich jetzt, weil ich war super nervös was ist, wenn ich jetzt nicht Hallo sage oder nicht danke, dass du da warst oder keine Ahnung irgendwie so und manchmal ist mir das dann glaube ich auch passiert, dass es so war, okay Buch, wer bist du, wie heißt du, okay nächstes Buch und dann dachte ich so hä, ich will auch noch mit dir reden, also so ja und dann, das war schon krass, aber im Großen und Ganzen war es echt einfach heftig schön so zu sehen und irgendwie auch ja, mal Gesichter zu sehen dazu. Wir hatten jetzt schon darüber gesprochen, dass du offen damit umgehst. Aber wie hat denn dein Umfeld dann auch noch auf dieses Buch reagiert? Bist du schon vor dem Buch so offen damit umgegangen, dass du diese Ängste hast? Oder kam das jetzt, dass du auch durch das Buch eine Entwicklung gemacht hast? Also ich habe das ganz, ganz wenig Menschen erzählt. Also während dem, Schaffungsprozess wusste das Ganze nicht mehr meine Familie. Irgendwann gab es so einen Punkt, wo es auch nicht mehr ging. Also ich bin dann oft irgendwie nach Hamburg gefahren und es war irgendwie so ein bisschen, ich weiß nicht, ich habe mich dann auch so gefühlt, als würde ich so ein Undercover-Leben führen oder so und dann habe ich es irgendwann schon gesagt, aber ja, ich habe das nicht ganz so vielen Menschen gesagt und. Die wichtigsten Menschen in meinem Leben, die wissen ja, wie ich bin, also die wussten, ja, die wissen immer alle, wie es mir in solchen Situationen geht und dass ich sehr ängstlich sein kann. Aber ich würde schon sagen, dass dass ich eine, große Entwicklung gemacht habe durch das Buch. Also ich glaube, das Buch war auch ein bisschen so mein Oscar, wo ich manchmal aufgesprungen bin und irgendwie mich mit ganz, ganz neuen Sachen in ganz, ganz neue Situationen gebracht habe und so. Also das war teilweise extrem herausfordernd, weil ich voll oft dachte, wer bin ich denn und was kann ich? Also ich habe am Anfang mich irgendwie, ich habe auch oft gesagt, ach ja, ich bin voll der Wurm und jetzt laufe ich da in so ein Meeting rein und was soll ich denn da sagen und so. Und da hat meine Therapeute mir tatsächlich dann auch irgendwann gesagt, du bist kein Wurm, halt, stopp. Also diese Geschichte, die erzähle ich mir jetzt einfach nicht mehr weiter. Und das war so ein krasses Learning, dann irgendwie da auch reinzugehen und mir ganz aktiv zu sagen, ich bin hier gerade auch mit Recht, ich darf hier sein, das ist cool, ich mache das schon, ich packe das schon. Und da dieses Selbstvertrauen zu entwickeln, war irgendwie eine lange Reise, aber richtig, richtig schön. Und ich meine, diese Ehrlichkeit, die wir da haben konnten die ganze Zeit, der Verlag ist damit super gut umgegangen. Die wissen aber ganz genau, wie sie es uns möglichst angenehm machen, Malte natürlich auch und das so zu merken, dass wir da irgendwie alle so fein mit sind und das so in Ordnung ist, war richtig, richtig schön. Ich kannte sowohl das Buch als auch Malte schon, ich weiß ich nicht, glaube ich, seit Corona, seit 2020 zumindest Malte und dann bin ich durch ihn darauf aufmerksam geworden, dass sie dieses Buch geschrieben hat und daher war es umso witziger, dass ich vor ein paar Monaten. Einfach eine ältere Dame auf der Straße kennengelernt habe, deine Oma, die in Freiburg wohnt und unweit von mir entfernt und die mir ganz viel darüber verraten hat, wie dieses Buch entstanden ist und dass du einen Teil des Buches in Freiburg fertiggestellt hast, im alten Vire Bahnhof und du hattest mir noch verraten, in Konstanz auch. Wie kam denn das, dass du das hier fertiggestellt hast oder ein Teil hier entstanden ist? Also ich nehme meine Zeichensachen und so ja immer mit. Ich zeichne ja digital und habe es immer mit dabei und mir ging es zu dem Zeitpunkt nicht ganz so gut. Ich habe mich an dem Ort, wo ich da gerade gewohnt habe, nicht so richtig wohl gefühlt. Und ja, bin dann erst mal nach Konstanz gefahren. Da wohnt eine ganz, ganz liebe Familie, bei der ich lange als Kindermädchen auch gearbeitet habe. Und genau, und da habe ich dann irgendwie viel weitergemalt und so. Und dann war ich auch noch eine Weile bei meiner Oma eben. Also weil, ja, eine ähnliche Ecke. Und dann hat die natürlich gesagt, also bei mir muss es auch noch vorbeikommen. Und dann habe ich tatsächlich die Rückseite vom Cover ist komplett bei meiner Oma entstanden. Also die, das ist das, der Buchrücken, ja. Das heißt, du hast dich während deines Schaffensprozesses einfach in den alten Virobahnhof gesetzt und einfach weitergearbeitet. Ja, eingekobelt, ist sehr gemütlich da. Es war ein bisschen lustig, ich hatte da, also ich habe da viel gemalt, aber ich finde auch ein paar Online-Meetings mit Malte und es war sehr laut. Und dann, immer wenn ich nicht gerechnet habe, musste ich mein Mikro ausmachen, weil er ja auch ADHS hat und meinte, ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Und für mich war es das Schönste, weil es so lebendig ist und irgendwie voll gut gepasst hat, so truglich. Und das war irgendwie eine arg süße Zeit. Und da saß ich viel und ganz viel bei meiner Homa auf der Couch zu ihrem Unmut. Sie hat oft nicht verstanden, warum ich so lange wach bleibe und wollte, dass ich jetzt ins Bett gehe und früh aufstehe. Und ich arbeite am besten tatsächlich so nach 17 Uhr. Und dann habe ich sie manchmal ein bisschen wach gehalten, glaube ich. Was verbindest du mit Freiburg? Also deine Oma hat verraten, dass eure ganze Familie hier auch aus dem Freiburger Umland ursprünglich kommt? Ja, ich merke irgendwie, das ist voll interessant, also tatsächlich ist das in Konstanz auch so, ich glaube, da kommt meine Uroma auch her, wenn ich mich nicht irre, ich merke einfach, dass ich da sehr tief verwurzelt bin. Ich spüre irgendwie so, da komme ich irgendwie auch her. Also ich bin ja in Berlin geboren, aber ich war als Kind ganz, ganz oft da. Und ich verbinde auch Omas Küche. Also dieses, es ist ein Restaurant, oder Café, ich weiß gar nicht so genau. Aber Käsespässe und Omas Küche ist auf jeden Fall das so. Ach, das Restaurant beim alten Vierebahnhof meinst du? Ja. Und irgendwie so viele, einfach so viel Gemütlichkeit und Geborgenheit und ganz viel Basteln und Kind sein und es war, also Berlin hat mich sehr viel auch overwhelmed als Kind, nicht ganz so doll wie mittlerweile, aber das war einfach immer so, ja, ein gutes, eine gute Art von Stadt. Ich habe das Gefühl, es ist zwar irgendwie trugelig und lebendig, aber trotzdem so warm und umarmt. Und das ist irgendwie sehr haltend. Ja, natürlich meine Oma. Also die auch. Und sie ist ja eine sehr wilde Person. Sehr wilde Persönlichkeit. Und es ist immer sehr, sehr lustig mit ihr. Und jetzt mittlerweile verbinde ich das Buch halt auch total damit. Also mit Freiburg und ehrlicherweise auch sehr doll mit Konstanz, aber irgendwie, wenn ich so in die Stadt, in die Stadtzene reingehe, dann, ja, fühle ich mich immer sehr verbunden. Und gutes Essen, ihr habt einfach so gutes Essen, ich bin sehr, sehr neidisch. Du meinst das badische Essen oder weil wir hier so gute Restaurants haben? Na, beides. Gutes, badisches Essen in guten Restaurants. Ich weiß nicht, ich finde das alles so, ich finde das Wort cozy trifft es einfach richtig gut. Es ist so gemütlich und geborgen. Ich glaube, es ist einfach Geborgenheit. Jetzt hat mir deine Oma noch was anderes verraten und zwar, dass du gerade an deinem Master in Biologie sitzt und an einem zweiten Buch zu Malte und Oskar schreibst. Und ich habe jetzt gerade bei Oettinger entdeckt, dass das zweite Buch schon im September erscheinen soll. Die zweite Geschichte von Malte und Oskar. Wie geht es mit Malte und Oskar denn weiter? Wir haben uns dafür auch wieder so wohl gefühlt, damit so schwere Themen leicht zu verpacken und zugänglich zu machen. Und die beiden treffen den Trost. Und diesmal geht es um Verlust und Erinnern und auch der Angst davor. Aber sie tauchen wieder ein in diese Welt und treffen, ich glaube man könnte sagen einen Bruder von der Angst ist auf jeden Fall auch in derselben Bande. Und ja, dadurch leben sie eine andere Angst von Malte und es ist aber eine sehr leichte Geschichte, ich bin da, also ich fühle mich so wohl in den Bildern, in dem, in dem Buch Das ist, glaube ich, sehr umarmt geworden. Das heißt, ihr seid schon fertig und steht schon. Also die Geschichte ist fertig. Ich sitze jetzt gerade an den Illustrationen. Das dauert noch sehr, sehr lange, bis das fertig ist. Aber ich bewege mich gerade sehr viel auf sehr blumigen Wiesen und in Wäldern und sehr viel am Malen gerade. Jetzt hast du gesagt, du fühlst dich sehr wohl beim Zeichnen als auch beim Kinderbuchschreiben. Das heißt, willst du nach dem zweiten Teil weiter Kinderbücher schreiben? Für immer und ewig, auf jeden Fall. Ich könnte mir, glaube ich, nichts Passenderes vorstellen. Und die Realisation, die war auch tatsächlich gar nicht nur schön. Also ich finde, es ist halt eine sehr, ja, irgendwie ja gerade auch sehr gefährdete Branche, so mit KI und so. Es ist sehr viel Unsicherheit. Aber ich habe, glaube ich, wirklich gefunden, was ich liebe und ich bin so dankbar, dass ich das machen darf und dass ich da so reingeschubst wurde oder mich reingeschubst habe oder wie auch immer. Ein sehr großes Geschenk und ich bin richtig, richtig glücklich damit und ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen. Mein großes Ziel ist es, die beiden Welten irgendwann auch zu verbinden. Also ich fände so ein biologisches Kinderbuch auch irgendwie mega cool. Also ein bisschen die Wissenschaftskommunikation oder so. Sehr, sehr cool. Und es ist wirklich, es ist sauanstrengend. Es ist manchmal extrem verrückt. Dieser Arbeitsberg ist manchmal sehr, sehr hoch. Aber es ist unfassbar schön und es macht einfach extrem viel Spaß. Wieso sind Kinderbücher so besonders für dich? Also es hätten ja jetzt auch andere sein können. Liegt das an den Illustrationen oder wieso unbedingt für Kinder? Ich glaube, es ist so einfach der, ich finde, es ist das größte Privileg, in einem Kinderzimmer zu stehen. Ich finde, es ist das Schönste überhaupt, dass man so die erste Literatur ist, mit denen Menschen irgendwie in Verbindung kommen. Und mich haben die Geschichten, die mir so vorgelesen wurden, extrem geprägt und viele Glaubenssätze auch eingepflanzt. Und die Themen, mit denen man da in Berührung kommt, die bleiben ganz oft. Und ja, ich habe auch ein paar so, ich sag mal, also ich habe viele Kinderbücher geliebt, die ich mittlerweile auch ein bisschen komisch finde, wo ich mir so denke, das ist irgendwie nicht ganz so, ja, weiß ich nicht, nicht ganz so vorher hat nicht so die Punkte in mir an, die es vielleicht gebraucht hätte, aber ja, ich finde, das ist einfach das Schönste überhaupt. Außerdem finde ich es cool, dass Kinder halt so schonungslos ehrlich sind, das ist auch einfach mega toll, wenn du es jemandem zum Probelesen gibst, und die Person ist fünf Jahre alt, sagt dir glaube ich andere Sachen als, ja, man so angepasst hat vielleicht über einen erwachseneren Text sagen würde. Ich finde, das ist einfach das Coolste. Ich finde, so träumen zu dürfen einfach das Coolste. Ich finde, solche Welten sich auszudenken wunderschön. Ich finde, die Bilder, das macht so viel Spaß, da drin Liebe zu verstecken, macht so viel Spaß. Wenn das kleine Menschen dann entdecken, die entdecken nämlich ganz oft viel, viel mehr als Erwachsene das tun. Einfach richtig fantastisch und ja, mag ich sehr gerne. Aber ich schreibe auch Soho sehr, sehr gerne. Also ich glaube, ich würde mich da nie auf irgendwie eine bestimmte Altersklasse oder so komplett festfahren. Aber ich glaube, Kinderbücher waren einfach immer das, was ich in meinem Herzen so gefühlt habe. Also ich habe immer gefühlt, ja, das finde ich richtig fantastisch. Mir wurde auch sehr viel vorgelesen. Ich glaube, das hat auf jeden Fall auch was gemacht. Du hattest gesagt, dass du viele Glaubenssätze oder vielleicht auch Werte gut findest und mitgenommen hast aus Kinderbüchern. Hast du da auch ein Beispiel für? Ronja Räubertochter. Ich finde. Das ist, die, ja, trifft ja irgendwie auch so ihre Angst und so nicht furchtlos auf die Art und Weise, dass sie eben keine Angst hat, sondern die geht so ein bisschen ins Ungewisse und wird ja auch darauf vorbereitet, aber, ja, gesteht sich dann ja irgendwie auch ein, dass sie einfach total viel Angst hat und bekommt Hilfe und, ist so sehr in Verbindung und so wild und frei und aufmöpfig und frech und dieses gerade als, weiblich gelesener Mensch irgendwie so ein Vorbild haben zu können, finde ich richtig cool. Ich will dir noch ein ganz kurzes Kompliment aussprechen für deine Zeichnung, weil ich liebe das Buch auch wegen der Zeichnung. Die sind so süß und die sind so detailliert und die sind schon was Besonderes, weil ich habe eine ganze Zeit lang die Kinderseite betreut, der Badischen Zeitung, und habe ganz, ganz viele Kinderbücher Kritik gelesen, oder Kritiken geschrieben, genauer gesagt, und ich habe selten, sehr selten Bücher gehabt, die so, getailliert gezeichnet waren und die sind wirklich Zucker. Das freut mich ganz arg. Ja, die sind wirklich toll. Also ich habe auch jedes Mal gedacht, okay, jetzt schlage ich die Seite auf, jetzt lese ich sie erst und dann gucke ich sie mir nochmal ganz genau an. Und hast du dir das Zeichnen selber beigebracht oder hast du Kurse gemacht? Das ist tatsächlich so, dass ich schon immer male. Ich glaube, das ist mein beständigstes Hobby. Das habe ich einfach immer gemacht. Ich war sehr sprunghaft mit vielen anderen Hobbys und Leidenschaften. Also ich habe alles Mögliche ausprobiert, aber gemalt habe ich immer. Und ich habe das auch eher so empfunden wie atmen. Also das war, wenn mich Leute gefragt haben, so was ist dein Hobby, habe ich das ganz oft gar nicht so richtig auf dem Schwimmen gehabt, dass das mein absolutes Hobby ist, was so über allem steht eigentlich. Außer halt so, ja Leute gehen, keine Ahnung, kickboxen oder. Schwimmen oder sowas. Und das war für mich einfach so voll, natürlich, ich habe das immer gemacht. Und wenn es mir schlecht ging, umso mehr. Ich glaube, ich habe in meiner Abi-Phase auch so 40, 50 Keramikstücke bemalt. Teller und Tassen und ja, irgendwie. Ich hatte in dem Laden sogar so meine eigene Kiste mit meinen Pinseln und sowas, weil ich da einfach so oft war. Malen ist einfach so ein bisschen... Ich kann das gar nicht anders. Auch wenn ich mich vom Malen entspanne, vom Buch malen entspanne, dann male ich was anderes. Das ist, ja, irgendwie so. Das heißt, Zeichnen ist wie so eine Flucht aus dem Alltag auch für dich? Total und irgendwie auch so. Ich weiß gar nicht, vielleicht auch nicht eine Flucht, es ist einfach meine Welt und ich kann da so, alles genau so malen, wie es sich irgendwie anfühlt und wie es, ja, so, wie ich es mir vorstelle, was ich so brauche und Und das ist einfach so ein bisschen mein Zuhause. Also ich glaube, ich fühle mich nirgendwo einfach so zu Hause wie in Bildern. Vielen lieben Dank für das sehr, sehr angenehme und nette Gespräch. Danke dir auch. Ich bin schon mit meinen Fragen am Ende. Also vielen lieben Dank, dass du da warst. Es freut mich so sehr, dass es jetzt geklappt hat. Mich auch. Music.