Latest / SOMMELIER / Nicolas Spanier – Zwischen Wein, Fotografie und dem Leben selbst
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- 0:00Hallo, Theresa Preuer hier aus dem Weingutgejagd, Preuer in Rüdesheim.
- 0:17Ja, Nico ist ein ganz ganz besonderer aus der Sommeljährige.
- 0:23Er ist vielmehr ein Freund, weil er eben hinter Fassaden schaut.
- 0:28Er ist einer, der sich nicht mit dem schnellen Socialisen zufrieden gibt.
- 0:32Und das schätzt sich wahnsinnig an ihm, weil er eben den Blick hinter die Kulissen wagt.
- 0:37Und eben einen ganz ganz besonderen Blick auf die Dinge hat.
- 0:40Ich glaube, seine Berührung mit uns ist auf so einer heimlichen Bergslosswerkgehiebe
- 0:46begründet, das war zumindest eines der ersten Fotos, was er mir geschickt hat.
- 0:50Von dem Bergslosswerk deines Geburtsjahrgangs in einem wahnsinnigen Setting.
- 0:55Ich meinst ehrlich gesagt nicht mehr genau, ob er Schottland oder Irland war, aber er hatte ihn
- 0:58auf einen seiner Reisen dabei.
- 1:00Und das hat mich schon wahnsinnig gerührt, dass er in dieser Weine so begleitet.
- 1:06Und ja, das zieht sich so durch.
- 1:08Nico ist wahnsinnig fokussiert, der gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden.
- 1:14Er ist immer darauf bedacht, abzuliefern und tatsächlich auf eine wahnsinnig angenehme Art und Weise.
- 1:22Und mit so einem herrlichen Perfektionismus, dass man sich als Winter extrem wertgeschätzt fühlt,
- 1:29als Gas von ihm einfach auf ein kleines Podest gehoben fühlt und man sich bei ihm einfach fallen lassen kann.
- 1:38Ja, ein schlauer Kerl, ich mag ihn unheimlich.
- 1:41Und ich bin mir sicher, dass ihr gerade ein wahnsinnig spannendes Gespräch miteinander habt.
- 1:46Und ich freue mich schon auf das nächste, was ich mit ihm haben werde.
- 1:49[Musik]
- 2:07Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommelier", die interessantesten Weinkänner unserer Zeit.
- 2:14Mein heutiger Gast ist Nicolas Spanier, der seine Erfahrungen in Australien
- 2:19und in Irland sammelt durfte, seine Gäste im Filetstücken Berlin, im Reinstoffen Berlin
- 2:23und zuletzt im Sparkling-Bistro hier München begeistern durfte und sich aber letztlich
- 2:28in den Zommelier-Himmel Kerbe für Kerbe Tag für Tag Schritt für Schritt durch seine 7-jährige Tätigkeit
- 2:33als Wine Director im legendären Restaurant Tantris einschreiben durfte.
- 2:37Ursprünglich wollte ich mit Nico über seinen neuen Weg, seine neue Aufgabe, seine Profession reden.
- 2:42Das Gespräch verlief ganz anders.
- 2:44Und bevor wir darin einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Begleiter und unserem Partner, unserem Unterstützer,
- 2:50der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz, Concio Vini, Schlumberger und der Privatkundenportal
- 2:55Reema Wine Colleck. Aufs allerherzlichsten für die händische und wirtschaftliche Unterstützung bedanken.
- 3:00Dank Ihnen ist dieses Projekt möglich und dank Ihnen ist der heute hier.
- 3:03Herzlichen Willkommen, lieber Nicolas Spanier!
- 3:06[Musik]
- 3:08Wie bist du damals wie an deiner Zeit im Tantris damit umgegangen?
- 3:13Ich hatte das relativ oft und wusste da nicht was richtig oder falsch ist,
- 3:20wenn Gäste, die einen riesen Weinkeller haben, dich eingeladen haben und gesagt haben,
- 3:25komm noch mal zu uns, mach mal einen Weinabend mit uns, sei unser Gast.
- 3:31Ich sehe das sehr kritisch. Also wenn das tatsächlich nicht einfach ein Auftrag ist, quasi, du machst das frei.
- 3:39Du bist Freund. Ja, dann sehe ich es sehr kritisch.
- 3:43Ich verstehe das von den Seiten der Gäste, wenn die einfach sagen, der kennt was von meinen,
- 3:47ich habe einen riesen Keller und mit dem möchte ich mal einen Weinabend genießen.
- 3:51Die Frage ist natürlich, bist du Freund oder bist du?
- 3:53Das ist genau dieser Punkt und ich kenne das, also ich habe das ja sehr, sehr viel erlebt,
- 4:00auch durch Kollegen und du bist ja im Tantris auch nicht alleine als Sommelier, sondern hast natürlich
- 4:04im Sommelier-Team und du merkst natürlich wie ein Sommelier sich hingezogen fühlt zu Gästen,
- 4:12die tolle Weine trinken und teure Weine und alles, weil das natürlich dann für dich die
- 4:16spannenden Gäste sind als der grau begunter Trinker.
- 4:19Aber sind die das? Also grundsätzlich, ich war nicht vor der Frage, aber...
- 4:22Ja, klar. Nein, ist schon klar und oft sind es nicht unbedingt die spannenden Gäste und dahin zu kommen,
- 4:28auch zu sagen, also erstens natürlich nicht den Fehler zu machen, ich verbringe den ganzen Abend
- 4:32nur noch an diesen Tischen und ignoriere meine anderen Gäste, die genauso gutes Geld bezahlen,
- 4:36das finde ich das absolut schlimmste. Und natürlich musst du, um Gast der Heikle,
- 4:41alte Weine trinkt die Aufmerksamkeit geben, die dieser Weine verlangt und alles, aber da finde
- 4:46ich ist auch eine Grenze und diese Gäste, die dann so auch fordernd sind und sagen, sie erwarten
- 4:52jetzt, dass du die ganze Zeit um den Tisch rumhüpft, weil ich trinke an teuren Wein,
- 4:55also das eine rechtfertigtes andere nicht, du bist genauso ein Gast und kriegst genauso
- 4:59deiner toller Aufmerksamkeit wie der andere. Aber natürlich, gerade wenn man anfängt,
- 5:05ich sag' ich mal in so High-Entbereichen zu arbeiten und das erste Mal solche Weine aufmacht und trinkt
- 5:11und probiert, da ist ja eine Aufregung dabei, das ist ja immer diese Ehrfurcht, wow, mein erster
- 5:15Romani Conti, mein erster Petrus, keine Ahnung. Und wenn man dann natürlich auch noch Gäste,
- 5:21die das Zeug im Keller liegen haben, und das sind ja Weine, die wir uns eigentlich privat nicht
- 5:26leisten können. Also das ist natürlich ein Privileg, die im Restaurant probieren zu können, wenn man
- 5:29sie aufmacht für den Gast, so sammeln wir uns auch unsere Verkostungserfahrungen, nicht indem wir
- 5:34in den Laden gehen oder zu Hause in den Keller gehen und uns eine von unseren 60-Klaschen Petrus
- 5:40hoch holen, sondern natürlich dadurch, dass wir sie dem Gast öffnen und probieren können.
- 5:44Und da für mich ist dieser kritisch Punkt, weil da fangen viele an sich so hingezogen zu fühlen,
- 5:52die sagen, wow, jetzt bin ich von jemanden eingeladen, da ist natürlich dann, der hat so einen krassen
- 5:56Keller, da kann ich das probieren. Das fühlt man sich natürlich auch irgendwie geschmeichelt.
- 5:59Und da finde ich, das große Problem ist, es können Gäste zu Freunden werden,
- 6:06über Jahre, wenn man so wirklich sagt, das ist ein netter Mensch. Nur dieser nette Mensch wird ja
- 6:10ganz oft ausgeblendet, weil es komplett auf die Weinebene reduziert wird. Und ganz oft sind
- 6:14es ja gar nicht nette Menschen, die gar nicht mit einem harmonieren und plötzlich fängt man an
- 6:18Zeit zu verbringen mit Menschen. Und da sind Menschen, aber ich einfach sage, sorry, das ist kein
- 6:23netter Mensch. Und ich nehme jetzt mal so ein Klischee irgendwie, der alte weiße Mann,
- 6:28mal irgendwie blöde Sprüche trifft, aber er trinkt irgendwie teure Weine und sagt, was kostet die
- 6:33Welt? Und eigentlich so ein bisschen sexistisch und engstirnig. Und dann werden diese Sachen,
- 6:38über die Sachen sieht man hinweg, weil man plötzlich sagt, ja, aber der lädt mich ein und dann kann
- 6:42ich Petris ringen. Und das ist mir so ein bisschen zu wider, weil ich sage, es ist am Ende auch nur
- 6:49Wein. Ich habe immer gesagt, ich sitze lieber mit einem Freund da und trink ein Bier als mit
- 6:53einem Arschloch und trink mit dem 2000 Euro Flasche. Das passt für mich nicht zusammen.
- 6:59Ich hatte genau diese Situation. Das war vielleicht 15 Jahre her. Also, sie wurde dort mehr oder weniger
- 7:05vorgeführt, das ist kein Standard. Aber es ist halt einfach, wo man Gehe und Missbraucht
- 7:10wird in einer Situation, was sich dann halt nicht angenehm fand oder nicht schön fand, wenn man
- 7:14natürlich selber auch nicht unbedingt in einer entspannten Situation ist, wo man sagt, man lässt
- 7:19sich jetzt auf den Wein ein. Wenn man ist man in so einer Situation, ist man Gast oder ist man Kellner?
- 7:24Das ist ja das Problem, weil die Leute laben dich ja in der Regel nicht ein, weil die denken jetzt,
- 7:31boah, du bist ein cooler Typ. Wir haben ja, sind total auf einer Wellenlänge. Wir hören die gleiche
- 7:36Musik und haben ganz viel, wo wir reden können. Sondern es ist ja dieses, der Gast macht das ja
- 7:42in der Regel auch damit, dass er sich profiliert, weil dann kommt hier der Sternesshommé zu ihm
- 7:47nach Hause. Dann kann er seinen Buddy sagen, ja, guck mal bei mir, ich kann auch hier den Chefsommé
- 7:52von dem Restaurant, der kommt jetzt zu mir. Das ist ja auch ein Profilieren. Und du wirst halt
- 7:56reduziert eigentlich auf deine Position und nicht auf dich als Mensch. Und umgekehrt ist es ja auch,
- 8:04du gehst dann ja hin wegen den Weinen und nicht wegen den Menschen. Und das finde ich dieses
- 8:09falsche an der ganzen Situation, wo ich sage, das brauche ich nicht. Und eigentlich wird ja
- 8:15Wein dazu gemacht, in meisten Winzern, um den Wein zu genießen und schön da zu sitzen und Wein
- 8:22zu genießen. Und da geht es ja nicht mehr darum, den Wein zu genießen, sondern es geht eigentlich
- 8:26darum, sich zu profilieren. Und dieses Profilieren durch Wein finde ich total bescheuert, weil
- 8:34ich habe gar nicht per se was dagegen teure Weine zu trinken, wenn jemand das Geld hat,
- 8:37soll das machen, aber er soll es aus Genuss machen und nicht um sich zu profilieren. Und ich finde
- 8:41gerade dadurch, dass wir, die wir diesen Wein ausschenken und damit arbeiten, uns, die ja privat,
- 8:47wie gesagt, in der Regel nicht leisten können, ist es ja, fühlt man sich da halt noch mehr von
- 8:53angezogen. Und dann ist man plötzlich Teil dieser Welt oder will Teil dieser Welt sein, ob man
- 8:59gar kein Teil von ist oder wie gesagt, für mich sind das die falschen Gründe, weil ich finde immer,
- 9:05das menschliche ist so generell das Wichtigste und das geht natürlich viel verloren. Und als,
- 9:12ich meine, das hasst man ja oft genug im Restaurant und muss natürlich auch zu Gästennetzein, die
- 9:16nicht nett zu dir sind. Und da ist ja immer die Frage, wo sind da die Grenzen? Und zum Glück
- 9:19sind wir heute nicht mehr an dem Punkt, wo die Leuten, die sich komplett daneben benehmen,
- 9:23trotzdem irgendwie nett sein musst, weil du sagst, ich bin hier im Fünf-Sterne-Kranken-Hotel
- 9:27und sonst werde ich gefeuert. Also in der Regel sind wir ja weit genug in den meisten Restaurants,
- 9:34wenn jetzt der Gast der Kellnerin an Arsch krass wird, dass wir ihn auch rausschmeißen können
- 9:39und Hausverbot geben können, was ja gut ist. Aber ich finde, also mir hat das immer sehr
- 9:49widerstrebt. Ich habe Gäste gehabt, mit denen ich mich getroffen habe nach Jahren und mit denen man
- 9:54auch was gemacht hat oder gekocht hat. Aber da ging es in den seltensten Fällen um teure Weine oder
- 9:59irgendwas. Also wahnsinnig netter Stammengast. Die sind ein Ehepaar, die 30 Jahre lang jede Woche
- 10:05ins Tantris gekommen sind. Nicht reich waren, die sind immer mittags gekommen für die Lehrerinnen.
- 10:14Und da ist wie eine, die waren irgendwie Teil der Familie irgendwann. Die wusste,
- 10:19an jeder Geburtstag hat und hat dann irgendwie was mitgebracht. Und bei denen waren wir dann
- 10:25nur noch mal gekocht oder sowas zusammen, was einfach nett ist, weil man den Leuten nahe kommt und
- 10:30sagt, ja, das ist nett mit den Menschen zusammen zu sein. Wenn das menschliche da ist, dann warum nicht
- 10:34in dem Sinne, als man braucht, weil das konsequent sehen. Aber letztlich hat man ja eine Situation,
- 10:40wo es auch eine gegenseitige Bereicherung geben könnte. Also sprich, du bist in einem Restaurant,
- 10:44wo eine gewisse Kompetenz herausgesetzt wird. Du hast diese Kompetenz. Auf der anderen Seite
- 10:48hat jemand, der dieses Nieder, der ein Weinkeller hat, warum soll man sich nicht gegenseitig
- 10:52bereichern? Was wäre eine Möglichkeit zum Beispiel, sollte ich sagen, okay, klar, komm, komm, ich
- 10:56komme gerne auch als Sommelier zu dir, aber das kostet X Euro. Und was wären X Euro dann gerechtfertigt?
- 11:02Oder ist Geld dann wieder doof, wenn man dann aber... - Nee, genau. Das hatte ich ja davor gesagt. Das ist
- 11:07dann ja eine Geschäftsbeziehung, weil ich sage, okay, dann, wenn das vom Restaurant okay ist,
- 11:10dass ich selbstständig nebenbei irgendwie Geld verdiene, frei beruflich, um jetzt sagen,
- 11:15jemand sagt, okay, für den Abend soll ich als Sommelier arbeiten. Und das ist ein Arbeitsauftrag
- 11:21quasi. Ich kann das ja auch kuratieren. Ich kann auch die Weinbegleitung schreiben und macht dann
- 11:24den Wein-Service. Dann finde ich das völlig in Ordnung, weil dann ist das eine Geschäftsbeziehung.
- 11:29Dürfte man damit trinken? Also dürfte man sich damit an den Tisch schätzen rein theoretisch?
- 11:32Weil ich hätte dann zum Beispiel für mich selber dieses "Ich bin kein Helden an dem Augenblick"
- 11:37oder "Ich bin Sommelier und dann gehöre ich wieder nicht zu diesem" oder sollte man dann...
- 11:43Ich würde das so handhaben, wo ich sage, ich will mich da dann auch nicht mit an den Tisch
- 11:47setzen, weil dann ist es ja wieder schräg. Also wieso soll ich mich bezahlen lassen,
- 11:50dafür, dass ich mich mit an den Tisch setzen? Das wäre ja bescheuert. Wenn ich mich bezahlen
- 11:54lasse, dann mache ich meine Arbeit. Und dann arbeite ich aber auch in dem Sinne, dass ich sage,
- 11:58ich schenk auch die Weine ein und sitze nicht mit am Tisch, weil das wäre ja wie Prostitution.
- 12:03Ich bezahle dich, dass du bei uns am Tisch sitzt, damit wir angeben können, dass hier ein
- 12:08Sternen-Sommelier am Tisch sitzt. Also das ist ja komplett bescheuert. Wenn man wirklich gut mit
- 12:12den Leuten kann, warum nicht, dann kann man sich ja auch mit Gästen treffen. Ich finde
- 12:17Dokmatismus immer schwierig, man muss das abwägen. Und dann geht man dahin als Freund
- 12:24bekannter, wie auch immer. Man hat sich halt über die Arbeit kennengelernt, warum nicht.
- 12:28Ich sage nur, dass das halt sehr häufig ist, dass das ja gar nicht deswegen ist, weil man sagt,
- 12:32man kann mir den Leuten so gut, sondern dass es einfach auf diesen Wein reduziert wird.
- 12:35Und man halt vieles wegignoriert, ob der Mensch jetzt eigentlich nett ist oder nicht. Oder warum
- 12:41die Leute das machen. Und das finde ich nicht gut.
- 12:46Was wäre ein angemessener Preis für deine Position, wenn ich dich einen Abend kaufen würde und sagen würde,
- 12:50mach die Weine bei uns. Weil ich glaube, die Preise sind daher teilweise auch ganz schön, also billiger
- 12:57geht immer. Aber für deine Erfahrung, die du hast, für die Klasse, die du darstellst, eben auch
- 13:05den Namen, den du darstellst, wäre es im dreistelligen, vierstelligen und fünfstelligen Bereich?
- 13:09Gibt auch Kollegen, die fünfstellig aufrufen. Also von dem her finde ich,
- 13:16das ist gar nicht so verkehrt. Und dann teilweise für das, was man bieten kann und auch für diese,
- 13:23also man muss ja im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sehr viel vorleisten, sehr viele Weine
- 13:31eigenfinanzieren, sehr viel Reisen eigenfinanzieren. Weiß nicht, wie oft du um den Grund warst. Wenn du
- 13:36das hochrechnest in Kosten, natürlich hat es auch mal was Schönes dabei. Aber jemand anderes, der nagelt
- 13:44in die Wand haut, der braucht nicht so diese Grundvorbildung dafür. Wobei das natürlich auch von
- 13:49den wenigsten Restaurants so vergütet wird, dass es eigentlich dieser Vorleistung und der Arbeit
- 13:58entspricht. Oder es gibt ja auch sehr viele Restaurants, gerade in Deutschland, im Topbereich,
- 14:03wo die Weinreisen etc. nicht finanziert werden. Und als Arbeitszeit gilt sowieso in fast
- 14:08keinem Restaurant, wo du sagst, ich bin jetzt drei Tage im Grund gewesen, deswegen bin ich jetzt
- 14:12drei Tage nicht im Service. Das funktioniert halt einfach nicht. Was generell natürlich schon
- 14:18ein Problem ist, also du musst einfach so viel reisen und Winzer besuchen und verkosten,
- 14:22oben den Job zu machen. Aber gleichzeitig wird es ja von der Branche kaum gefördert. Also
- 14:28entweder weil es sich nicht leisten kann oder das Restaurant sich das nicht leisten kann.
- 14:32Das wiederum ist ein fünfstelliger Bereich im Jahr. Wenn du wirklich im Business bist und
- 14:38keine Ahnung, Bordeaux reist, Burgund reist, Piemont reist, Australien, Kalifornien und so weiter
- 14:44noch gar nicht mal mitgenommen, was eben nicht gesehen wird. Viele sprechen vom Einfamilienhaus,
- 14:49was man in 20 Jahren hätte bauen können für diese Kosten, die man versoffen hat. Es klingt immer
- 14:55so profan, aber letztlich genießt und trinkt man die Weine, auch muss ihr auch kaufen dann irgendwo,
- 15:00indem dort die Reisen, die man letztlich dabei hat. Es ist lustig, dass du gerade ansprichst,
- 15:04weil gestern Abend mit dem Pascal saßen wir beim Rum Trader hier, beim Cocktail zusammen und da er
- 15:11wurde letztens von einem Freund gefragt, ob er glaubt, dass er, wie viel Geld er für Essen und
- 15:18Wein ausgegeben hat in seinem Leben oder seit er in dem Beruf arbeitet. Und da haben wir so ein
- 15:24bisschen drüber nachgedacht über diesen Betrag, weil der Freund auch gefragt hat,
- 15:28man meint so 100.000 Euro. Und dann haben wir gesagt, ja, es ist, also wenn man es realistisch
- 15:34mal überlegt, was da zusammenkommt, ist das natürlich eine Menge. Also im Tantris hatten wir
- 15:40Budget für Weinreisen, was schon natürlich super ist, aber es ist halt wirklich nicht selbstverständlich.
- 15:48Und ich rede ja viel mit Kollegen, die auch in Tophäusern arbeiten, also wirklich auch in
- 15:54renommierten Häusern, wo man sagt, das ist eigentlich, ist das ja eine Frechheit. Also in
- 15:59welcher Branche gibt es das denn? Und das Problem ist aber auch, es wird relativ wenig
- 16:04drüber geredet. Wir hatten einen Zommeljesammet vor ein paar Jahren, wo das einmal Thema war,
- 16:09mit der so einer anonym, ich weiß nicht, ob du dabei warst, mit der anonymen Umfrage,
- 16:15was verdienst du, was hast du für Reisebudget etc. Und dann wurde eine Statistik rausgemacht,
- 16:21so mal als Übersicht, wo man auch weiß, wie stehe ich denn eigentlich da und wie ist das bei
- 16:25Kollegen. Und eigentlich finde ich das schade, dass das viel zu wenig thematisiert wird,
- 16:30wo man auch sagt, wie stärken wir unseren Berufsbild, wo wir einfach auch mal sagen,
- 16:36wo ist man da positioniert. Und ich meine im Fokus stehen halt in der Regel die Köche,
- 16:42die natürlich einfach die Nummer eins sind in den Sternen Restaurants und der Name und
- 16:48das Aushängeschild. Da die Sommeljesammes in der Regel noch besser als Service, Restaurantleitung
- 16:55etc. Okay, gibt es auch Ausnahmen, es gibt auch Restaurants, wo mal die Serviceleitung,
- 17:02Restaurantleitung Budget kriegt, um Essen zu gehen oder so. Aber das ist ja wirklich eine
- 17:08wahnsinnig kleine Ausnahme. Und die Frage, um den Bogen wieder zurückzuspannen, was wäre ein
- 17:13angemessener Preis für einen Abend, wenn dich im privaten Rahmen jemand engagieren würde? Wenn
- 17:19jemand einen zwei Sterne oder drei Sterne kocht, engagiert ist man im fünfstelligen Rahmen. Den
- 17:27bei sich zu Hause kochen zu lassen. Rein für die Präsenz, noch nicht mal für die Produkte etc.
- 17:34gibt natürlich da auch einige, die es wenig günstiger machen, aber wenn ich da im oberen
- 17:39Bereich bin, der Liga spielst du ja auch mit. Fünfstellig hast du mehr oder weniger aus
- 17:44dem realistischen Rahmen, weil die Preise kaum jemand abgewunken, wobei das in anderen Ländern
- 17:49auch gang und gäbe ist. Vierstellig oder dreistellig? Vierstellig schon. Untere, mittlerer, oberer?
- 17:55Untere, schon auch nicht oberer. Also sehe ich nicht als realistisch an. So, ich glaube schon,
- 18:02dass das auch Leute in Deutschland gekriegt haben oder kriegen, die einfach ein anderes Standing haben
- 18:08von der Publicity. Ich sage jetzt mal, wenn ein Justin als bunter Vogel natürlich, der irgendwie
- 18:15auch einfach als Medienmensch zieht, dann ist ja nicht nur sein Ich als Zommelgehe, sondern diese
- 18:21Medienpersönlichkeit, die dahinter steht. Und der hat natürlich auch mehr Aufträge bekommen und
- 18:26hier und da und man redet, weil das natürlich auch funktioniert als ein bisschen prestig- person.
- 18:32Ist das auch unsere Aufgabe, also auch dieses Showbund sein oder jetzt das andere Extrem auf der
- 18:41anderen Seite, welchen auch sehr wertschätzes zum Beispiel Alfred Vogt, der sehr ruhig war,
- 18:46der seinen Job gemacht hat über viele, viele Jahre und ein extrem guter Verkoster ist ein
- 18:50wahnsinnig guter Fachmensch, aber nicht bunt. Ich finde, der Job ist es überhaupt nicht, wenn du
- 18:56das für dich entscheidest, oder sein willst oder das in dein Rest, also per se ist ja dein Job in
- 19:00deinem Restaurant, die Weinkarte aufzubauen, Weinservice zu machen, das gut zu machen, dafür
- 19:10zu sorgen, dass die Gäste am Ende happy gehen und dein Restaurant wirtschaftlich arbeiten. Also
- 19:16unser Job ist es nicht auf der anderen Seite auch präsent zu zeigen, PR zu machen, zu publizieren.
- 19:21Naja, das ist ja eine Entscheidung vom Restaurant am Ende, wo die auch sagen, was wollen wir denn
- 19:28oder wie arbeiten wir denn? Also es gibt ja Restaurants, die es sehr lange gibt und die immer
- 19:33voll sind und die gar nicht großpublicity machen. Ich weiß nicht, wenn ich jetzt hier in Berlin
- 19:37gibt es Szene Restaurants, die machen auf und zu und auf und zu, so schnell kannst du gar nicht
- 19:41gucken und dann hast du den Regis, das ist Lama Säa, das existiert vor sich hin und ist gut und
- 19:48irgendwie schreit da auch keiner nach, da passiert auch irgendwie in der Fügelöffentlichkeit nicht
- 19:53viel, aber das ist ein tolles Restaurant, was irgendwie funktioniert, weil es es ewig gibt und
- 19:57weil es gut ist. Also da brauche ich jetzt keinen bunten Vogel für. Also die Frage ist ja natürlich
- 20:02gehört publicity heutzutage dazu und da ist aber natürlich die Frage, wie funktioniert auch das
- 20:06Restaurant. Ich finde das schade, dass die Serviceleute generell nicht genug publicity kriegen,
- 20:14auch von den Restaurants aus, wo man sagt, man stellt einfach diese ganzen Menschen mal in
- 20:18mehrnen Vordergrund als immer nur die Köche, weil natürlich wie wir alle wissen, das Restaurant
- 20:23nicht nur von dem guten Koch lebt, sondern von allen, die da drin arbeiten und denen auch mehr
- 20:30Aufmerksamkeit zu geben und das mehr in den Vordergrund zurück. Das wäre absolut wünschenswert.
- 20:37Gibt es, glaubst du oder kennst du den Grund, warum das nicht so ist? Also ich hätte den Grund oder ich
- 20:42glaube ein Grund zu wissen und würde aber gerne wissen, ob du ein Grund erfüsst.
- 20:48Der Grundfokus ist ja immer, also auch mal wenn man jetzt außerhalb unserer Gastrubbubble,
- 20:56also wir natürlich kennen wir Köche und wir kennen auch Restaurantleiter, aber wenn du jetzt mal
- 21:03einen Schritt da rausgehst, dann gibt es natürlich noch Foodies, die vielleicht ein bisschen mehr
- 21:09kennen oder viel Essen gehen, aber ich sage mal der normale Gast, der kennt, wenn der jetzt oft
- 21:15in den Sternenrestaurants geht, kennt der auch die Küchenchefs, aber der kennt ja auch nicht die
- 21:20anderen Leute. Also wenn er oft in den Restaurant geht, kennt er dann Restaurantleiter, aber man sagt
- 21:23nicht, ah guck mal, gehst du jetzt hier zu Trocro Essen, weil die haben den super Restaurantleiter
- 21:30Monsieur So und So. Also die Sterne sind an den Koch gekoppelt. Man sagt, wow der Koch geht
- 21:38da hin. Es hat ja die, die nach Außenwirkung ist immer auf den Koch abgestimmt und dadurch ist
- 21:44er im Fokus und ist natürlich der, dadurch dass er die Sterne trägt als Koch. Natürlich ist das
- 21:52eine Teamleistung, du sagt natürlich auch immer jeder Koch, natürlich ist das eine Teamleistung
- 21:56und das ist nicht mein Stern, das ist unser Stern und alle freuen sich und das ist ja auch schön
- 22:00und alle die drinnen stehen wissen auch, dass es eine Teamleistung ist, aber man, ja man, man stellt
- 22:10das, ich weiß nicht, warum der Koch jetzt in der Präsenz Hierarchie ganz vorne steht, dann kommt
- 22:15der Sommi unter den Restaurantleiter. Ist ja eine allgemein Wahrnehmung so, dass man, wenn man es
- 22:19irgendwo liest, ich denke es ist Storytelling, dass ein Restaurantleiter hat nichts zu erzählen. Also
- 22:26er ist da, er macht Service, er könnte über Kultur reden, der könnte über aber nichts was das
- 22:31Restaurant betrifft. Die Story schnell durch erzählt und durchdekliniert. Der Sommi kann über
- 22:36Weine erzählen, kann über neue Entdeckungen, kann über Weinkelleraufbau etc. erzählen, kann
- 22:43auch bunte Flaschen in die Kamera halten, aber da hört es dann auch irgendwann relativ schnell
- 22:49auf und der Koch kann über seine Produkte erzählen, kann Verbindlichkeiten erschaffen,
- 22:55kann erzählen wie er die Orange verarbeitet hat und dass die mega cool ist und da ist
- 23:03ein Storytelling da, was auch jeder greifen kann, weil es eben auch das ist, was wir tagtäglich
- 23:07essen machen wir tagtäglich. Und da sehe ich unsere Aufgabe dann als Sommis, mehr in die Präsenz
- 23:12zu kommen, insofern, dass wir erzählen, publizieren, uns präsentieren. Das auf jeden Fall schon, aber ich finde
- 23:18trotzdem, also das Storytelling ist ja am Ende eine Menschlichkeit. Also wir arbeiten im Rest in
- 23:23einem Gewerbe, wo Menschen an einem Tisch stehen und Service machen und mit Menschen interagieren,
- 23:30sprich der Mensch ist ja wahnsinnig wichtig. Jeder Kellner ist wahnsinnig wichtig, wenn ich da jemanden
- 23:34habe, der unfreundlich ist, dann habe ich keinen Spaß am Abend, weil ich sage, wieso guckt mich der
- 23:41ganze Abend der Kellner so schief an und der Restaurantleiter ist irgendwie schleimig und
- 23:45arrogant, das macht ja keinen Spaß. Also es ist ja wichtig, dass diese Leute kompetent sind und einen
- 23:50guten Job machen und menschlich toll sind und dadurch habe ich ja ein Storytelling als Restaurant,
- 23:54wenn ich sage, guck mal, was für tolle Leute bei uns arbeiten. Guck mal, wer hier schon seit zehn
- 23:59Jahren arbeitet, wie klasse ist das denn? Ich weiß noch, der älteste Oberkannender im Tantris,
- 24:06der war 43 Jahre da, bevor er gegangen ist, der Pietro. Also das ist ja schon eine Story für sich
- 24:12und war nie krank in 43 Jahren. Also der hat auf jeden Fall Stories zu erzählen, der Mann. Aber das
- 24:20ist ja großartig. Du gehst in ein Restaurant und da sind Leute, die für ihren Job brennen,
- 24:26dafür brennen, da jeden Tag reinzugehen und das macht wahnsinnig viel aus. Und das Problem ist
- 24:33ja, warum haben wir keine Leute mehr in dieser Branche, weil es natürlich, okay, es ist eine
- 24:37harte Branche, es sind lange Arbeitszeiten, es ist auch einfach nicht dafür gemacht,
- 24:43dass du alt wirst in dieser Branche. Also du könntest, es gibt verschiedene Länder,
- 24:47wo das so ist, guck die Italien, Spanien, Frankreich an, dort ist man eher, eher würde ich noch mit
- 24:5350, 60 und kurz voraustragen im Restaurant und ist der mehr oder weniger erhabende Maitre der...
- 25:00Ja und dafür müsste es so eine Bedingung schaffen, dass das auch erstens funktioniert und zweitens
- 25:05attraktiv ist und auch diesen Menschen eine Wertschätzung geben in ihrem Job, dass die halt
- 25:10sagen, ich brenne auch in dem Alter oder nach so viel Jahr noch für das Restaurant. Also geht es
- 25:16mir um darum, diese Geschichten zu erzählen, dass Pietro vor die Kamera tritt und sagt...
- 25:20Generell oder jeden Kälner, also ich finde das schön, wenn sie im Noma dann den Spüler mitnehmen,
- 25:27irgendwie auf die Bühne und sowas, das ist doch, also das funktioniert doch auch in der Wahrnehmung
- 25:33von Leuten, heute geht es ja auch viel darum, mit was identifiziere ich mich, du willst einen
- 25:38Einblick haben. Ich finde Nachhaltigkeit, was ja ein großes Thema ist, wir haben auch den
- 25:45grünen Stern und das wieder ein anderes Thema, wie gut der ist. Aber Nachhaltigkeit ist ja auch
- 25:53nicht nur, wie ich einkaufe und ob mein Wein bio oder bio dünn ist und wo ich meine Karotten
- 25:58kaufe, sondern wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um, wie gehe ich überhaupt mit Menschen um.
- 26:07Ich finde, das ist ein großer Nachhaltigkeitsfaktor für mich, weil das ist auch nachhaltig. Ich
- 26:12engagiere mich für meine Menschen, die Leute, die für mich arbeiten, mit mir arbeiten. Das hat
- 26:18auch ein Nachhaltigkeitsaspekt, also Nachhaltigkeit ist für mich so ein umfassender Konzept, wo ich
- 26:24sage, das ist nachhaltig, weil ich halte auch meine Leute, ich halte die Leute, weil ich gute
- 26:31Bedingungen schaffe, weil ich gut mit den Leuten umgehe, weil ich einen Arbeitsklima schaffe,
- 26:36wo die Leute jeden Tag Lust haben auf die Arbeit zu gehen. Das ist ja auch Nachhaltigkeit und wir
- 26:42haben so einen Durchlauf in dieser Branche, wofür es ja viele Gründe gibt und das ist absolut
- 26:47gar nicht nachhaltig. Und gerade Somelies gehen halt viele, wenn sie ein bestimmtes Alter haben,
- 26:52dann raus aus der Branche, weil es natürlich für Somelies auch am leichtesten ist, weil sie
- 26:56immer noch ihr Weintema haben, mit dem sie halt was anderes arbeiten können. Sie werden Händler
- 26:59oder was auch immer, aber es ist natürlich schade, weil diese Leute allen der Gastro fehlen. Also
- 27:05ich habe mich immer darüber, ich fand es immer sehr schade, wie viele Somelies rausgehen und
- 27:11dass das natürlich irgendwie unserer Branche einfach nicht gut tut. Jetzt bin ich gerade selber
- 27:16im Begriff, die Gastro zu verlassen aus Gründen, aber ich finde es trotzdem schade, weil ich auch
- 27:23diese Branche einfach liebe und natürlich macht man das nicht auf diesem Niveau, wenn man kein
- 27:27Herz dafür hat. Also wäre es auch eine gewisse Nachhaltigkeit darüber zu reden und die Besonderheiten,
- 27:31die Schönheit der Branche einfach darzustellen und wie jetzt hier in dem Podcast, dass wir
- 27:35einfach zeigen, was das Coole bei Somelie oder was das irgendwie das Dove, das einfach vielleicht
- 27:39auch auf dem legen und darüber kommunizieren. Machen wir zu wenige. Also es machen zu wenige,
- 27:43uns publizieren zu wenige, findest du, ein Somelie sollte schreiben, sollte in Magazin über seine
- 27:48Erfahrungen, über seine Reisen, über sein Wissen das am besten geben, sollte mehr als Instapost und
- 27:52seine Flaschen fotografieren, sondern vielleicht auch von seinen Reisen berichten und so weiter.
- 27:58Ja, klar. Also das ist das Gleiche wie mit den Gästen, die einen jetzt einladen. Man reduziert
- 28:06das irgendwie runter auf die Weinflaschen. Die haben einen tollen Weinkeller, die haben eine
- 28:15große Weinkarte oder eine spannende Weinkarte oder keine Ahnung, aber es geht irgendwie, es geht
- 28:20halt um den Wein. Was ja klar ist als Somelie, aber das dahinter zu thematisieren, was also
- 28:28generell schon die Definitionen, was macht einen guten Somelie aus? Weil auch wenn ich...
- 28:34Was macht einen guten Somelie aus? Weil du das gerade ansprichst und es ist ein Riesenthema.
- 28:38Ich finde das ein wahnsinnig wichtiges Thema, weil auch, ich meine, wir haben natürlich Qualifikation.
- 28:45Somelie ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung, ich kann jeden hinstellen und
- 28:50sagen, das ist unser Somelie in der Funktion. Ansonsten kann ich für Bands geprüft das Somelie
- 28:53sein, IAK geprüft das Somelie, ich kann WST Somelie sein, Court of Masters Somelie, also kann alles
- 29:01mögliche sein. Es gibt ja keine Standardisierung, was ja auch super schwierig ist, weil das Feld des
- 29:08Weins ist natürlich so riesig, dass es ja ganz schwierig ist zu sagen, was muss jetzt sein.
- 29:11Auch darüber hinaus, Ziggaranen, Spritosen, Käse. Genau, was ja immer weniger stattfindet, aber
- 29:19klar gehört vieles dazu. Die Frage ist aber, also jemand, der ein wahnsinniges Weinwissen hat,
- 29:26ist ja nicht automatisch ein guter Somelie. Also dein Weinwissen macht dich nicht so
- 29:31einen guten Somelie. Es gibt Leute, die haben unfassbares Weinwissen, sind aber keine guten
- 29:36Someles oder wären keine guten Someles, wenn sie als Somelie arbeiten würden, weil ich als Somelie
- 29:41in einem Restaurant, ich sage immer, das sind so drei Aspekte, Weinwissen, ich muss einfach auf
- 29:48Gäste eingingen können, also die meisten Gäste, die da sitzen, haben ja nicht ansatzweise das
- 29:53Weinwissen, was den Someliat. Und dieses Feingefühl haben, welchen Weingast stelle ich, was nicht
- 29:59arrogant sein, die Leute, die haben ja auch in der Regel nichts davon, wenn ich in mein
- 30:03Weinwissen vorbete, darum geht es ja auch gar nicht. Und das aber auch zu verstehen,
- 30:07ist wahnsinnig wichtig. Und das habe ich ja auch oft als Gast selber erlebt oder wurde es
- 30:14halt gar nicht funktioniert, wo ich sage, es ist irgendwie auch schade. Und am Ende ist es auch
- 30:21einfach ein wirtschaftlicher Faktor, ich muss gut einkaufen können, ich muss kalkulieren können,
- 30:24ich muss, also wie ich sage, einen großen Weinkeller aufbauen, ist ja tendenziell jetzt nicht
- 30:28schwierig, wenn das Geld da ist, also einkaufen kann jeder, das können wir auch privat gut,
- 30:33Kistenladen und kaufst schöne Dinge. Das ist natürlich immer toll, aber ein Keller muss
- 30:39sich drehen, einen gesunden Keller zu haben, es gibt ja riesige Weinkeller auf dieser Welt,
- 30:43wo du sagst, da liegen Leichen drin, das ist ja unfassbar. Also einen gesunden Weinkeller zu
- 30:48haben, der sich dreht, zu wissen, wann verkaufe ich was aus diesem Keller, einen Überblick zu haben.
- 30:53Also große Weinkeller sind ja toll, aber auch in einem großen Weinkeller mit einer großen
- 30:58Weinkelle den Überblick zu haben, tatsächlich in welchem Stadium sind all diese Weine. Und ich
- 31:04mein, das ist ja deine Hauptaufgabe, wenn ich jetzt einen Gast ein Bein empfehle, das geht es ja
- 31:08nicht darum, dass ich mir erzähle, das ist ein Beinberg, der hat 1,6 Hektar und irgendwie
- 31:143% Hangleigung und also das, darum geht es ja nicht, sondern es geht ja darum, dass ich sage,
- 31:22wow, der 2013er im Moment, der ist in einem Trinkfenster, den müssen sie jetzt trinken. Und
- 31:28diese Expertise habe ich ja als Somni optimalerweise, dafür muss ich aber auch lang genug in dem
- 31:34Restaurant bleiben und genug probieren, um dem Gast den besten Wein zu empfehlen,
- 31:40natürlich nach seinem Geschmack gehend etc. Aber das ist ja am Ende der Knackpunkt, diesen
- 31:47Überblick zu haben. Gleichzeitig muss es natürlich der Weinbegleitung zu schreiben,
- 31:50ist ein riesiger Faktor, ein riesiges, einer Hauptskill natürlich von uns, wo du sagst,
- 31:58wie, wie, wie, wie passt du die Sachen? Und ich sage mal, viele Somniauszeichnungen gehen ja,
- 32:06ich sage mal, Blindverkostung oder wahnsinnig detailliertes Fachwissen sind unglaublich
- 32:12beeindruckend. Ich habe da wahnsinnigen Respekt vor von Leuten, die da wirklich unfassbare
- 32:17Fähigkeiten haben. Aber es ist natürlich auch relativ weit weg von dem, was du im Restaurant
- 32:23machst, weil wem bringt das was, dass ich einen Weinblind erkenne im Restaurant? Niemand. Und
- 32:28dass ich weiß, wie viel auf die Komma Stelle, wie groß irgendwie eine Lage ist und wann der
- 32:33Winzer die Parzellen übernommen hat. Das ist alles gutes Hintergrundwissen, um auch Wein
- 32:39zu verstehen natürlich, wie, wie, also Hintergründe sind wahnsinnig wichtig, um zu verstehen, wie
- 32:46der Wein so geworden ist. Wie ist es ein Kulturgut? Warum ist der so entstanden? Das ist alles wichtig
- 32:51in deiner Materie. Aber im Restaurant erst mal ist das ja gar nicht Teil deiner Daily Business.
- 32:59Ist es nicht, wenn ich den Weinblind erkenne zum Beispiel? Da ist einfach mal weiter gedacht.
- 33:04Und ein Gast, dann kann ich ihn irgendwo deklinieren, wenn ich den Weinblind erkenne und kann irgendwie
- 33:09beschreiben woran, warum ich den Blind erkannt habe oder kann das, bin zumindest Geschmackserfahren.
- 33:13Und ein Gast sagt, ich bin Biertrinker. Muss ich ja irgendwo wissen, warum er Biertrinker
- 33:18ist? Muss das in meine Weinsprache ummünzen können, übersetzen können und dann eine Empfehlung
- 33:25da heraus, also ich muss ja sensorisch eine gewisse Wertigkeit haben. Daher, also es
- 33:29bringt natürlich nicht, sag ich schon mal Schatzhüttberg Blabla Blabla getrunken habe
- 33:33und die dann irgendwie wiedererkennen, also diesen einwieder Wein wiedererkenne, sondern
- 33:36da ich eine gewisse Trinkerfahrung habe und eine gewisse Sensibilität in meinen Geschmacksbildern
- 33:42und das wiedererkennen können, um dann letztlich die Aussage des Gastes, dass er sagt, in der
- 33:46Südwesttoskana trinke ich immer den San Gévese und bin da total begeistert und möchte aber
- 33:52jetzt was aus Frankreich probieren. Natürlich eine sensorische Kompetenz wichtig, also das
- 33:57sage ich nicht, dass das nicht wichtig ist. Eine sensorische Kompetenz, dass du Weine einschätzen
- 34:01kannst, also anders ist natürlich, du kannst ja auch deine Weine nicht einschätzen, wenn
- 34:05du nicht sensorisch da was rausschmeckst. Also auch wenn du sagst, der Wein trinkt sich jetzt
- 34:10gut, weil er im Fenster ist, musst du das ja sensorisch auflösen können. Natürlich ist
- 34:16das fundamental, darum geht es jetzt gar nicht, aber ich sage, wenn es um blind erkennen geht,
- 34:22also wenn ich in einem Glas sage, ja das ist jetzt... Der beste Blindverkost, das ist nicht der beste
- 34:28Sommi, um das so... Ja, wenn ich jetzt blind erkenne, dass das jetzt kein Gévé Chambatta ist,
- 34:35sondern halt irgendwie ein Von Romanie, also es geht ja darum, dass ich den Geschmack vom Gast,
- 34:42der mir was beschreibt, umsetzen kann, weil ich verstehe, welche Wein in diese Richtung schmecken.
- 34:48Also ich zum Beispiel verkostet ganz wenig über Arom, wo ich jetzt sage, also es gibt ja
- 34:55unglaublich kleinen, zisilierte Weinbeschreibungen mit hier ein bisschen... Was ist das hier schön?
- 35:04Fuchsbaumfrühling ist mein Lieblingsding. Ja, mein Lieblingsding war immer, das war damals
- 35:08aus der EAK, die wilde Ananasblüte, die es irgendwie nur irgendwo in Südamerika gibt,
- 35:12das war der eine Sensori-Klehrer. Das war der Wahnsinn, wo ich mir gedacht habe, wer weiß denn,
- 35:16wie der wilde Ananasblüte riecht. Das ist aber auch gar nicht ich, also ich verkoste ganz viel über
- 35:22Struktur, Säurestruktur, Tanninstruktur, wie entwickelt sich der atentolle Frucht, dunkle,
- 35:30helle Frucht, aber ganz detaillierte Frucht ist für mich gar nicht die Relevanz, sondern zu sagen,
- 35:37ja, hat er Frucht, hat er keine Frucht, hat er viel Säure. War für mich persönlich auch eine
- 35:41weiter Entwicklung, also in meinem persönlichen Learning, meiner persönlichen Entwicklung,
- 35:45wo ich aufgehört habe, den Wein über Arom zu beschreiben, sondern nur noch über Struktur,
- 35:50Textur, Charakteristik, gußatorische Wahrnehmung, Entwicklung am Gaumen, Nachhaltigkeit,
- 35:56weil ich finde, es ist die nachhaltigere Beschreibung, weil eine Arombeschreibung immer nur ein momentan
- 36:01Entwicklungszeitpunkt des Weines aufnimmt, weil ein Wein sich natürlich verändert,
- 36:06dann teilweise eben auch mit verschiedenen Öffnungsphasen, Gläser-Situationen und so weiter
- 36:11nochmal ganz anders präsentiert und aber im Geschmacksbild beständiger ist. Siehst du es
- 36:16genauso oder? Das sagt ja auch nichts über die Qualität aus, also es sagt ja auch keiner,
- 36:20naja, ich mag keinen Pfirsich im Wein, ich mag keinen Himbeerenwein, also es sind ja,
- 36:32es sind ja, also klar, wenn jetzt ein Wein nun nach Himbeeren schmeckt, dann ist es auch
- 36:36kein guter Wein, aber dann würde ich auch nicht sagen, der schmeckt noch Himbeere,
- 36:38sondern ich sage, der hat einfach nur Frucht und sonst gar nichts, also es ist ja eindimensional.
- 36:42Und wenn du natürlich sagst, ein Wein hat nun noch sekundär Aromen und gar keine Frucht mehr,
- 36:48also es geht ja um eine Balance, ein guter Wein ist in meiner Definition, geht es ja um eine
- 36:53Balance, ne, wenn er nur Säure hat, ist es schlecht, wenn er gar keine Säure hat, ist es schlecht und
- 36:59dann ist es natürlich das übersetzt, aber auch in einem Geschmacksempfinden natürlich das Menschen
- 37:03sehr stringt, weil wir eine andere Sensorik haben, eine andere Wahrnehmung und für den einen ist
- 37:07natürlich zu viel Säure, nicht zu viel Säure im Vergleich zu einem anderen Gast oder anderen
- 37:11Menschen, weil ich müsste man sich dann natürlich auch kalibrieren, also ich weiß am Ende nicht,
- 37:17wie du was wahrnimmst, weil du einfach eine andere Sensorik hast und du hast ja auch blinde
- 37:21Flecken in der Sensorik, dass du einfach Aromen nicht wahrnimmst, die jemand anders wahrnimmst.
- 37:25Insofern geht das bei mir einfach über diese Balance der Elemente, wo ich sage, die müssen
- 37:33ja stimmen und das macht ja am Ende den Spaß aus, wo ich sage, das ist eine schöne Frucht,
- 37:37aber trotzdem kommen dann schon Sekundäraromen rein, was über den Reifekrab des Weines sagt und
- 37:42darüber kann ich einschätzen, wo steht der Wein und wie präsentiert er sich und das geht
- 37:46ja nicht über spezifische Aromen und spezifische Aromen helfen dir natürlich bei einer Blindverkostung,
- 37:54was einzugrenzen, wo ich sage, ja okay, das ist eindeutig, das ist mal Klischee, Neuwelt,
- 37:59kein Pardo, sondern Neuweltkabernee, weil ich habe der Eukalyptus drin, den ich eigentlich in der
- 38:06alten Welt selten habe. Klar, das hilft mir dann, um das zuzuordnen, aber es hilft mir nicht in der
- 38:15Qualität des Weines, ist jetzt ein Wein mit Eukalyptus besser als ohne, also das ist ja blöd
- 38:19sein. Da muss ich mich auch korrigieren, also bei der Beschreibung meinte ich, dass ich die Wertigkeit
- 38:23des Weines damit charakterisiere und das also von der Gussaturik oder von der Struktur dann mehr
- 38:29darstelle, wenn ich dem Wein als solches einordnen möchte, dann gehe ich schon über die Aromatik,
- 38:34versucht die Aromatik dann auch mit reinzunehmen, wenn man darüber natürlich die Rebsorten ganz
- 38:39anders beschreiben und einordnen kann. Sollen wir ein Glas Wein probieren, wenn wir gerade dabei sind?
- 38:44Ja. Wer macht jetzt die Flasche auf? In dem Sinn, wir hatten ja vorher auch die Gast-Hose-Situation,
- 38:53wer von uns beiden ist der Gast, wer macht die Flasche auf, wer ist der? Ich sitze näher am
- 38:58Könemesser, ich kann mich schon mal aufmachen. Wo ich dich die Tee sache, bewegen. Wie wichtig ist
- 39:04genau dieses Servicing bei für dich? Also das du sagst jetzt, ich mache die Flasche im Liegen auf,
- 39:11ich mache die Flasche auf den Sofa, auf die ich hätte jetzt auch stehen müssen, hätte hingehen müssen.
- 39:14Also das gespiegelt ins Restaurant. Wenn du im Restaurant bist und der Tommy macht die Flasche
- 39:22auf. Wie sehr stört dich das, wenn er die Flasche schräg hat, wenn er die Kapsel oberhalb und
- 39:27unterhalb richtig abschneidet? Wie wichtig ist das, dass er den Korken ordnungsgemäß rauszieht,
- 39:33der Korken nicht abricht, er den Korken nicht mit der Hand anfässt, sondern eine Serviette drum,
- 39:37also die klassischen Serviceregeln praktiziert und respektiert ja eigentlich kaum noch jemand im
- 39:42Restaurant, sonst ist alles ein bisschen Freestyle geworden, selbst in hohe klassischen Restaurants.
- 39:46Stört dich das, ist dann mit einmal für dich der Wein der Weinpreis nicht mehr ganz so viel wert
- 39:52oder sagst du, hey, wie gehst du so lange die Flasche auf, ich kann das mal an, ist das alles schick?
- 39:56Ich finde das schon wichtig, also viele Sachen davon machen ja einfach auch Sinn. Manche Sachen
- 40:10machen keinen Sinn, für mich ist es immer die Frage, was macht Sinn und gleichzeitig ist es...
- 40:15Was macht Sinn? Also um das auch... Was macht Sinn?
- 40:19Also net eine Flasche ordentlich zu halten und ist ja natürlich, wenn ich von alten Flaschen
- 40:23regel, also ich habe auch Sommys gehabt, die rennen dann aus dem Weinkeller hoch und ich sagte,
- 40:28kannst du die Weinflasche direkt wieder runterbringen, weil du das hast so geschüttelt, also da kann
- 40:32ich jetzt auch nichts dekantieren, weil ich musste jetzt erstmal zwei Stunden stehen lassen,
- 40:35dass ich das wieder setze. Zwei Wochen. Ja, also je nach Wein und Alter und wie auch immer,
- 40:41also natürlich auch irgendwie dieses Handling und dass man diesen Respekt hat, auch von einem alten
- 40:46Wein oder einem teuren Wein, wo man sagt, wie geht man damit um? Ich finde das sehr wichtig,
- 40:52wir hatten... Wir haben sehr teuren Weinen zu tun und man verliert oft oder ich habe das auch viel
- 40:58beobachtet bei Leuten, die dann irgendwann, wenn das so viele teure Weine sind, so ein bisschen
- 41:03den Respekt verlieren und irgendwann machst du 300 Euro Flaschen auf, als wäre es irgendwie gar nichts.
- 41:07Also sich auch mal zu verinnerlichen, nach wie vor, ich halte mich an diesem Wert fest,
- 41:15weil ich den damals gelesen habe. Ich weiß gar nicht, was der Besonder ist, aber dass der
- 41:18Durchschnitt zu preis pro Liter Wein in Deutschland war damals irgendwie über 2,80 Euro, glaube
- 41:23mittlerweile ist er wahrscheinlich... Mit 2,94 Euro glaube ich. I don't know. Aber wir bewegen uns
- 41:30in so einer minimalen Spitze an Produkten, also meine Eltern sind Sozialpädagogen, wenn ich denen
- 41:35dann sage, eine 50 Euro Flasche, da greifen die sich schon an den Kopf her. Und das finde ich
- 41:40wahnsinnig wichtig, dass wir uns das oft mal verdeutlichen, mit was wir da eigentlich arbeiten
- 41:44und dass man da auch den Respekt nicht verliert und auch nach wie vor einschätzt, weil man sagt,
- 41:5050 Euro ist für viele Menschen wahnsinnig viel Geld für eine Flasche Wein. Also das können
- 41:54ja ganz viele Menschen ja nicht greifen, wo die sagen, bist du bescheuert. Und bei uns fängt
- 41:59sehr oft erst bei 50 Euro, also wenn ich jetzt von Restaurants auch rede, fängt es ja oft erst
- 42:02überhaupt bei 50 Euro an. Und das ist schon wichtig, wo ich sage, dieser Respekt geht nicht
- 42:07verloren und das ist natürlich auch was, was sich in dem Handling widerspiegelt. Das stimmt aber
- 42:11entschuldige, also woran orientieren wir uns da, orientieren wir uns an der Dönerkultur oder an
- 42:19der Küchenkultur. Also muss ich wirklich das große Ganze dabei betrachten und die 98 Prozent
- 42:24der Weine, die getrunken werden, die unter 4 Euro kosten, weil sie halt im Discounter gekauft
- 42:31werden oder separiere ich komplett diese 2 Prozent, die Feinweinen in einer gewissen Weise sind.
- 42:37Feinweinen fängt in dem Bereich bei 7 Euro an und ist das nicht unsere Spielwiese und sollten
- 42:42wir uns da nicht dran irgendwo festbeißen und den Rest dann doch nicht wirklich mit im
- 42:49Betracht ziehen. Sonst verwaschen wir uns ja selber und sagen, okay, 50 Euro im Restaurant sind 4,
- 42:54was aber eigentlich nicht sind, wenn ich den gesamten Service aufwahne, wenn ich die Heizkosten
- 43:00und so weiter und den ganzen Kram nehmen. Letztlich beim 50 Euro Wein arbeite ich ja auch nur mit
- 43:04einem 10, 15 Euro Wein dann irgendwo und wenn ich das dann rückspiegle zu der Arbeit des
- 43:09Winzers, eins handwerklich arbeiten im Winters, also weißt du, ich will es jetzt nicht irgendwie
- 43:13zuzukompetiert werden lassen. Das ist klar, also ja, ja, ja, das ist natürlich klar, aber also ich
- 43:22habe jetzt die Werte einfach genommen, aber generell sich zu verinnerlichen, wie gesagt,
- 43:26ein wertiges Produkt. Es ist ein sehr wertiges Produkt und ich habe natürlich auch genug Weine,
- 43:30die im EK50 kosten oder aufwärts oder und was da gerechtfertigt ist und was für Arbeiter
- 43:36hintersteht, das ist noch mal die Frage und wie weit das dann gerechtfertigt ist und abbanden
- 43:39einfach Preise auch komplett bescheuert sind. Ist auch noch ein Thema, können wir auch gerne
- 43:45präfet werden. Was wäre für dich eine Grenze nach unten nach oben und ich fahre geste den
- 43:48Service-Adparten? Also danach bitte auf den Service kommen, wo es für dich die Grenze wurde,
- 43:51würdest du sagen, wenn dein Nachbar jetzt gerade eine Flasche aufmacht und der ist halt einer dieser
- 43:57vier Euro Weine oder keine Ahnung, Hänkel trocken oder auch mit Namen zu arbeiten oder er holt halt
- 44:03irgendwie den Wein im Wert eines kleinen Wagens raus, würdest du bei irgendwas sagen, nein,
- 44:07es unterstützt sich nicht und würdest konsequent nicht mit trinken oder sagst du eine
- 44:11Gare als Situation zu trinken? Also nach oben hin ist ja vieles am Ende, du, das ist angebunden
- 44:18Nachfrage, fährt dich aus. Also das ist, jedes Auto für eine Million ist zu teuer, jeder Uhr für
- 44:24eine Million ist zu teuer, jeder Wein für eine Million ist zu teuer. Wenn es jemand bereit ist
- 44:28auszugeben und das Geld hat, ja, fähr nach, also soll jeder mit seinem Geld machen, was er will,
- 44:32also alles machen und gibt auch Sachen, die ich natürlich bescheuert finde. Aber wenn ich jetzt
- 44:39sage, ich will unbedingt in meinem Leben irgendwie ein Orige probieren und ich bin Millionär, ja,
- 44:46gut, dann musst du das halt ausgeben, weil davon gibt es halt nicht mehr viel auf der Welt. Und das
- 44:52kann man natürlich dekadent empfinden, aber genauso ist halt dann ist auch ein teures Gemälde
- 44:57dekadent und alles was irgendwann dann so teuer ist, ist dekadent. Die Frage ist natürlich,
- 45:02ab wann ist auch ein Wein ab Weingut oder in Produktion zu teuer? Also von dem was aufgerufen
- 45:09wird, wo ich einfach sage, ja, da ist natürlich auch Wein zu Spekulation Objekt geworden in den
- 45:14letzten Jahren, jetzt ist es gerade wieder eingebrochen, aber da wird natürlich auch vieles
- 45:21hochgepusht vom Preis, wo ich dann sage, ja, das steht nicht mehr in Relation natürlich zum
- 45:24Bavaritän. Hast du selber Grenzen, dass du sagst, ich kaufe mir keine Weine über 38.500 Euro oder?
- 45:47Einer der großartigsten und imposantesten Weinen dieser Weinwälz ohne Frage der
- 45:51Safredi von der Fatoria Lipopile. Und natürlich kann man hier mit einer Fackensammlung,
- 45:56warum dieser Wein so großartig ist, beeindrucken. Aber noch faszinierender, noch berührender,
- 46:01empfand ich die Geschichte von Safredi. Denn wenn man diese kennt, versteht man Safredi.
- 46:06Der Ursprung. Die Fatoria Lipopile war im Bauernhof der Familie Gentili aus Pisa. Der Name leitet sich
- 46:13von zwei Bauernhöfen ab, die sich auf zwei gegenüberliegenden Hügeln gegenüber dem Argentario
- 46:18Promotorium in der Nähe des Historischen Zentrums von Perita befinden und in den alten Karten des
- 46:2419. Jahrhunderts als Schüler oben und Schüler unten eingezeichnet sind. Sie werden seit jeher
- 46:30Lipopile, die Schüler genannt. Fatoria steht für die Farm. Wie viele andere typisch-toskanisch
- 46:36Realitäten war auch Lipopile ursprünglich ein Landgut mit Viehzucht, großen Weizenfeldern
- 46:41und einer kleinen Öeproduktion. Der alte Brauch des Weinanbaus beschränkte sich auf einige
- 46:46reine Zangewese. Damals wurde die Würde der Maremma als Gebiet mit großem Weinbaupotenzial noch
- 46:52nicht erkannt und der Morelino di Scanzano, ein einfacher und angenehmer lokaler Wein,
- 46:58der für den täglichen Gebrauch bestimmt war, aber sicher nicht mit den großen italienischen
- 47:02Appellationen mithalten konnte. Die ersten Flaschenweine von Lipopile kamen aus den 1970er
- 47:08Jahren, als Alfredo Gentili, dem Bianco de Pereta und den Rosso de Pereta herstellte. Dann im Jahre
- 47:131978, des ersten Jahrganges, wurde der Morelino di Scanzano als eigenständiger Wein anerkannt
- 47:19und Alfredo Gentili präsentierte von seinen 5 Hektar, die mit Zangewese und Alicante bepflanzt
- 47:25waren, seinen ersten offiziellen Wein mit eigenem Etikett. Und jetzt beginnt es spannend zu werden.
- 47:31Denn Gentili verband eine enge Freundschaft mit dem bekannten Inologen Jaco Motakis,
- 47:35der fest an die önologische Qualitätszukunft der Marama glaubte. Wo sei da meinung nach,
- 47:41alle natürlichen kulturellen Faktoren vorhanden waren, um große Weine zu erzeugen. Meeresdürfte
- 47:47Helligkeit, Sonne, Meer und Bergwinde. Seit 1982 berät Jaco Motakis, das weingut Lipopile.
- 47:54Und seit dem ersten Jahrgang wird er von der jungen und leidenschaftlichen Elisabetta Gebeti,
- 48:00der Schwiegertautor von Fredy unterstützt. Sie ist zwischen der Marama und der Landschaft
- 48:04vom Pisa aufgewachsen. Elisabetta, eine Frau mit einem unbeschreiblichen Scham erzählt,
- 48:09dass sie seit ihrer Kindheit eine große Liebe für das Land hatte, die später zu einer Leidenschaft
- 48:15für den Wein wurde. Die Fatorie Lipopile, die der Familie ihre späteren Manns gehörte,
- 48:20dessen Großmutter aus Kanzane stammte, war der Lieblingsort, an dem sie ihre Sommerfähen
- 48:25verbrachten. Und hier hatten sie das Glück, im Alter von 18 Jahren Jaco Motakis kennenzulernen.
- 48:30Im Jahr 1983 wurde beschlossen, den Weinberg St. Wésid Perreter mit Cabernet zu veredeln.
- 48:37Die Idee war, Cabernet-Somio und St. Wésid zu kombinieren, um die Qualität des
- 48:41Morillinos zu erhöhen. Mit dem großartigen Jahrgang 1985 kamen die erste ermutigenden
- 48:46Ergebnisse von Cabernet und Lisabetta wollte sich darauf konzentrieren. Nicht zuletzt aus Respekt vor
- 48:52der weimbaulichen Leidenschaft ihre Schwiegervaters Fredy, der in diesem Jahr viel zu jung verstorben war.
- 48:58Um das Weingut weiter auszubauen, wurden 1985 in Hilfe von Takis, vier neue Hektar mit Cabernet-Somio,
- 49:03Merlot und Alikante bepflanzt. Lisabetta und Takis beschlossen, einen Großteil ihrer
- 49:08Bemühungen auf den Morillino zu konzentrieren. Eine alte Toscantische Rebsort, die bereits
- 49:13von den Etruskanen angebaut wurde. Und nichts anderes ist als Zang zu Wésid, der in Anlehnung an
- 49:17das Pferd der Marema-Bauern "Morillino" genannt wird. Stolz und unbeziehbar, als "Kähme sie
- 49:22aus der Marema". Lisabetta's Ziel war es, den Morillino seinen maximalen Ausdruck zu schenken.
- 49:27Mit dem klaren Gefühl, dass dieser kleine Wein etwas in sich hat, dass es wert ist,
- 49:32über die Grenzen der Marema hinaus erzählt zu werden. Nach einigen Jahrgängen,
- 49:36die der Kleinproduktion gewidmet waren, beschleunigt sich alles, als Lisabetta nach dem Tod von
- 49:41Fredy die volle Verantwortung für das Weingut übernimmt. Sie verlässt die Universitäten,
- 49:46widmen sich voll und ganz den Reben, dem Wein und der Kreation neuer Weine. Mit der bedingungslosen,
- 49:51technischen Unterstützung von Jacopo Takis, dem Großmeister des italienischen Weimbaus,
- 49:56der auch für Kultweine wie Sasikaya San Leonardo verantwortlich ist.
- 50:00Lisabetta, gestärkt durch ihre angeborene Intuition, hickt den Wunsch,
- 50:05das gesamte unausgesprochene Potential dieses geliebten Gebietes zu entdecken und einen
- 50:11wahrlich groß Marema-Wein zu schaffen. Jacopo Takis verliebt sich mehr und mehr in diese
- 50:17Interpretation des Cabernets-Sauvions aus der Marema und rieht Lisabetta sich darauf zu konzentrieren,
- 50:24sodass im Jahre 1987 die ersten 3000 Flaschen Safredi geboren wurden.
- 50:30Den Lisabetta sofort beschließt, Fredy zu widmen, ihre Mentor in der Welt des Weines und Großvater
- 50:36von zwei ihrer fünf Kinder. Dank Safredi, der sofort die Aufmerksamkeit der Experten auf sich
- 50:41zog, wurde die Exzellenz der Marema weit über die Grenzen hinaus bekannt. Dieser große Supertasken
- 50:47war in den ersten vier Jahren gegen 1987, '89, '89 und '90, als reiner Cabernet-Sauvion. Dann ab 1991 wurden
- 50:54auch Trauben aus dem 1985 neu angelegten Weinberg hinzugefügt und heute ist ja eine Kombination
- 50:59aus 60 Prozent Cabernet-Sauvion, 30 Prozent Merlot und 10 Prozent Petit-Verdo. Nachdem sie Hand in
- 51:06Hand mit dem renommierten Inologen Jacopo Takis gearbeitet hat, umgab sich Lisabetta mit dem Besten.
- 51:12Von 2000 bis 2011 wurde sie von dem berühmten französischen Inologe Christian Lissomert,
- 51:19dem Berater von "Shadowlatur" beraten. Heute wird sie von zwei ihrer fünf Kinder von Clara und
- 51:25die Torunterstütz, die die Fatoria liebt, in eine neue Ehre und in die Zukunft führen.
- 51:30Vielen lieben Dank dafür. Vielen Dank für die Geschichte, vielen Dank für die Zukunft und noch
- 51:35ein ganz großes Dankeschön den deutschen Importeur, dem Handelshaus Conziovini.
- 51:39Ja, definitiv über 38.500 Euro nicht. Da kann ich sagen, das ist der Chor. Ja,
- 51:59natürlich hat man Grenzen. Ich habe die nicht, ich habe die nicht strikt gezogen, weil dann kommen
- 52:05mal Situationen. Natürlich ist das auch eine eigene finanzielle Situation gebunden. Jetzt gerade
- 52:10habe ich mich selbstständig gemacht vor elf Tagen. Jetzt renne ich nicht rum und gehe in drei
- 52:17Stellenressons essen und kaufe teure Weine. Ich habe auch sehr teure Weine schon gekauft und dann
- 52:25ja kommt der Tag, wo man dann natürlich, ja, das kennen wir auch alle, da sind die Jungs in den
- 52:29Fingern und man sieht irgendwie eine Flasche und denkt, das ist aber für den Preis sehe ich die
- 52:33nie wieder und komm, was solls? Dann macht man das und dann sind das halt einige 100 Euro. Natürlich,
- 52:44ich weiß nicht, 2.000 Euro Flaschen kaufe ich mir jetzt auch nicht. Ich hatte damals in der
- 52:50Weinbar, für mich die Grenze, ich gesagt habe, keine Flaschen, klingt erst mal viel, aber in der
- 52:54Relation der großen Weinwelt ist nicht viel, keine Flaschen über 3.000 Euro, weil ich die
- 52:58Umgebung dafür nicht habe und das einfach auch nicht darstellen möchte. Bei mir kamen Leute rein,
- 53:04haben zu nahezu 100 Prozent die Weine innerhalb von einer Stunde diese bestellt haben getrunken und
- 53:11jeder große Wein wäre dort überhaupt nicht zu geltung gekommen und daher hatte ich das ziemlich
- 53:16konsequent durchgezogen, dass ich eine gewisse Wertigkeit nicht überschritten habe. Also da habe
- 53:21ich mir selber die Grenze gesetzt nach unten genauso, da ich einfach gesagt habe, okay, die
- 53:23Wein sollten eine gewisse Grundwertigkeit haben, muss man nicht haben, aber für mich war das halt
- 53:28so. Ich finde das verschiedene Aspekte. Es gibt den Aspekt aus einer fachlichen Sicht, wo ich sage,
- 53:33in Wein ist es nicht wert, wo ich sage, also einfach ganz easy gesagt auch als Sommie, ich
- 53:41stelle mich da hin und verkaufe dem Gast hier an Wein und da sitzt jetzt der eine und sagt,
- 53:44ich habe 100 Euro, gibt mir den besten Wein, der andere sagt, ich habe 1.000 Euro, gibt mir den
- 53:48besten Wein, der nächste kommt und sagt, ich habe 10.000, gibt mir den besten Wein. Und wir alle wissen,
- 53:53es gibt Weine für 50 Euro, die besser schmecken als andere für 500, besser schmecken oder qualitativ
- 54:01besser sind und so weiter. Also das ist ja, der Preis spiegelt ja mittlerweile ist es ja noch viel
- 54:06krasser geworden durch die ganzen Hypes und das Mediale drum herum und das Wein natürlich auf
- 54:11dem Podest gehoben werden, aber der Preis spiegelt ja die Qualität in vielen Fällen auch nicht direkt
- 54:17wieder. Gibt es für dich einen Reinfall ins Lebens, wo du sagst, dass Leute, das dafür zahlen,
- 54:22finde ich wirklich ridiculous? Gibt es einige Weine. Das ist gar nicht immer, dass das die
- 54:33wahnsinnig teuren Sachen sind. Und heutzutage ist das ja, dass das auch kleine, eigentlich relativ
- 54:38günstige Weine sind, weiß ich nicht, als gutes Beispiel nehmen wir Richale Roix von der Roix.
- 54:44Total gehyped, ich glaube, das Hochwarn bei Adilwein irgendwie 300 Euro die Pulle oder so was,
- 54:52wo die Sachen weggegangen sind. Im Tantris wurde das vom Winster direkt gekauft, viele Jahre,
- 54:57weiß ich nicht mehr was das hat, am Anfang 13 Euro habe ich mal gekostet und dann halt 16 irgendwann.
- 55:03Und ich glaube, also ich hatte es für 100 Euro auf der Weinkarte stehen und dann sind natürlich,
- 55:11also das war so ein Klassiker, gerade auch das Homie, für 100 Euro kostet er ja kriegst du nirgends und
- 55:16wenn du mal eine Flasche kriegst, kostet 200 und keine Ahnung was. Und das ist ein super Wein,
- 55:20aber es ist auch keine 2-300 Euro Flasche. Also das läuft ja auseinander. Auvernoir,
- 55:28Respekt vor dem was da geleistet wurde und in dem Bereich und als Vorreiter und alles top,
- 55:35aber von dem Reinen vom Wein her, ich hatte noch keinen Auvernoir, wo ich gesagt habe,
- 55:39das ist zum Auf die Knie gehen. Also ich habe Auvernoirs getrunken, wo ich gesagt habe, das
- 55:44ist super gekühlt im Sommer irgendwie auf der Terrasse und unter dem Baum ist das super,
- 55:50zum Weggeschlabbern. Aber nicht diese abstrusen Summen und das ist natürlich,
- 55:58das ist ja mittlerweile bei vielen Weingut dann entkoppelt. Jetzt haben wir es öfter gehabt,
- 56:03dann stirbt der Winzer, plötzlich geht der Weinpreis durch die Decke und alles,
- 56:06der Wein ist trotzdem nicht besser geworden. Also das ist ja eine ganze eigene Dynamik,
- 56:11die da entsteht und bestimmte Leute, die natürlich das pushen, insehmen sie das posten und dann werden
- 56:17die Sachen auf dem Podest gestellt und genauso gehört es ja auch dazu, wenn ich jetzt sage,
- 56:21ich habe sensationellen Petrus probiert, wo ich sage, das ist auch wirklich, also an dem Wein
- 56:29merkt man, warum dieser Wein so legendär ist und dann habe ich Petrus probiert, wo ich sage,
- 56:34was ist das denn? Das ist ja ein anderer Jahrgang, anderer Zeitpunkt etc. Also man kann das ja
- 56:42auch nicht immer pauschal sagen. Berühmte Weingüter, Romani Conti, es geht, also habe ich viel
- 56:53probiert, man geht nicht immer auf die Knie und sagt, das sind die größten, also für mich die
- 56:57einprägsabsten Weine der Welt, habe ich auch Beispiele probiert. Für mich erkennt man die Qualität
- 57:02dieses Weinguts, weil auch wahnsinnig schlechte Jahrgänge wahnsinnig gut sind, wo bei vielen
- 57:09anderen Weingütern die Weine schon längst drüber werden und wenn du jetzt nach der Theorie gehst
- 57:14und nach deinen Büchern und liest Jahrgänge und dann hast du Jahrgänge, wo du einfach denkst,
- 57:20okay, da ist alles tot, das kann ja gar nicht mehr funktionieren. Also wie soll, das war schon 20
- 57:27Jahre später oder wie soll der jetzt noch 40 Jahre später und dann kommt dieses Weingut
- 57:30daher und zeigt er, wow, das ist ja noch ein schöner Wein. Und da siehst du natürlich diese
- 57:36unglaubliche Qualität von solchen Weingütern, die es schaffen, selbst unter den schwierigsten
- 57:41Bedingungen durch diese Arbeit, die sie machen, einen tollen Wein zu machen. Und das ist wieder
- 57:47eine andere Qualität, wo ich sage, da siehst du einfach handwerklich, was diese Weingüter
- 57:53leisten können und was da die Qualität dahinter ist. Und das ist viel wert. Da kann man jetzt sagen,
- 57:57ja, man kann die Scheißdreck brauchen wir nicht und überhype und gar nicht so toll. Aber da ist
- 58:03eine unglaubliche Qualität natürlich dahinter. Und das finde ich sieht man sehr, sehr stark an
- 58:08solchen schwierigen Jahrgängen. Und es gibt natürlich auch Weingüter, die haben mal sensationelle
- 58:12Weine und dann hast du eine Jahrgänge und denkst, ja, was ist das? Also das ist ja unfassbar. Aber
- 58:18ich finde das schwierig, weil da viel entkoppelt ist. Aber zurück zu der Frage. Für mich ist das
- 58:25dann einerseits dieser qualitative Frage, wo ich sage, okay, da sitzt ein Gast, der sagt, ich
- 58:30will den besten Wein für das Geld haben. Dann habe ich eine wirtschaftliche Frage, wo ich sage,
- 58:35ich habe ja eine Verantwortung gegenüber einem Restaurant, weil ich bin da angestellt oder
- 58:40auch wenn ich selbstständig bin. Also du machst das ja um Geld zu verdienen. Also das ist ja ein
- 58:44Business. Und da gibt es natürlich auch Sachen, die ich aus einer wirtschaftlichen Sicht verkaufe.
- 58:51Und wenn da jetzt jemand reinkommt und sagt, was kostet die Welt, gib mir den teuersten Wein.
- 58:57Ja, gut, dann gebe ich ihm den teuersten Wein, wäre ja blöd, das nicht zu machen. Warum auch nicht?
- 59:01Der will ja auch gar nicht von mir hören, was ist der beste Wein, sondern der sagt,
- 59:04gib mir den teuersten Wein. Was soll ich mich da... Also ich meine, Romani Conti verkaufen ist ja nicht
- 59:09schwierig, weil die meisten Leute hier erst trinken, die wollen sowieso wegen dem Namen trinken.
- 59:13Ja, das ist ja total wurscht. Sind solche Weinepreise entkoppelt? Also wenn ich jetzt einen Latasch
- 59:18auf der Karte habe oder keine Ahnung, wenn du ein Leroy auf der Karte hast oder was auch immer die
- 59:24großen Namen, wenn die nimmst, sind die preisfrei. Da ist es egal, was die kostet. Oder muss man
- 59:28dort. Ist dann die Coca Cola und der Espresso unter den Weinen, an denen das Grundgefühl einer
- 59:37Karte gemessen wird. Also was kostet hier der Latasch? Was kostet hier der Pony von Leroy?
- 59:43Ich finde, das ist eine Dynamik, was auch zu den Skills, weil der sagt, was macht einen guten
- 59:49Zommi aus? Dazu gehört, diese... eine gute Weimkarte zu schreiben, ist natürlich gute
- 59:55Weine draufzusetzen und hinter denen man steht, aber auch eine, sag ich mal, smarte Kalkulation.
- 1:00:01Sensibilität für die Kalkulation. Eine sehr gute Sensibilität und das sind ja viele Faktoren,
- 1:00:05wo ich einerseits sage, natürlich, ein Restaurant, wo 60 Angestellte drin stehen und 30 Köche
- 1:00:11und wahnsinnig gepacht. Ja gut, das muss bezahlt werden. Das ist dann halt teurer. Und das da...
- 1:00:16Bei solchen Weinen sage ich da, okay, wer ein Trinken möchte, muss bluten oder sage ich da...
- 1:00:21Genau, da wollte ich jetzt noch hinkommen und dann kommen halt Faktoren auch rein, wo ich sage,
- 1:00:25ich kann das schon verstehen, wenn jetzt jemand irgendwie... man kriegt da eine Flasche von.
- 1:00:30Man hat diese eine. Und es gibt ja Sachen, da macht man dann auch Schutzpreise, weil man sagt,
- 1:00:35ich hab da einfach nichts. Und dann nehme ich halt, wenn das jetzt ein großer Name ist,
- 1:00:40dann nehme ich halt so viel. Dann kommt dir eine Person und dann mache ich den meisten Umsatz
- 1:00:44damit. Wenn ich jetzt aber Zugang habe, davon auch mehr zu kriegen, dann gewinne ich mehr,
- 1:00:49wenn ich es günstiger kalkuliere und mehr Leute gekommen und das trinken. Weil die dann vielleicht
- 1:00:54auch wiederkommen oder deswegen kommen. Und dann habe ich natürlich eine Attraktivität über
- 1:00:59den Preis geschaffen, weil die sagen, das ist ja super. Mega, den kriege ich an übrigens so günstig.
- 1:01:04Und da kommt wieder deine Qualität rein, als ob ich kauf ich ein. Und ich finde, das ist auch
- 1:01:10was in der Sommelierkultur heutzutage, was man diskutieren kann. Weil ich glaube,
- 1:01:14viele Sommeliers lernen das einfach. Also habe ich damals auch so gelernt, man geht in
- 1:01:18Restaurant, man arbeitet mit ein paar Händlern und dann kommt der Händler vorbei und gibt da
- 1:01:22ein bisschen was zu probieren. Also finde ich toll, finde ich toll. Und dann arbeitet man mit denen.
- 1:01:25Aber der Horizont ist da relativ. Man lernt nicht... also ich zum Beispiel mal selber importieren.
- 1:01:34Man sagt, wir sind in der EU, also kann sich alles... ich kann ja überall kaufen. Ich muss ja auch nicht...
- 1:01:40Also natürlich ist es toll, mit einem tollen Händler zusammenzuarbeiten.
- 1:01:43Was stimmt uns auch bei... also das Gegenteil vom Eigenimporten ist natürlich auch eine
- 1:01:46Dimensionalität, die da damals entsteht. Dann wenn ich jetzt irgendwie 600 Flaschen von irgendwas
- 1:01:50im Keller habe, verkauf ich mit einmal nur Bokornierblomblababla und versuche eben nicht die
- 1:01:56Bannenbreite oder die Tiefe mit verschiedenen Winzeln und so weiter aufzubauen, was eine Weinkarte
- 1:02:00wiederum auch attraktiv ist, sondern dann gibt es einen Standard, der irgendwie durchgeballert wird.
- 1:02:04Welche da eben die 600 Flaschen halt gekauft habe.
- 1:02:06Ja, wie gesagt, das ist ja immer die Frage, wie ist die Relation?
- 1:02:10Wie groß ist mein Keller? Wie groß ist mein Budget? Was kann ich an Kapital binden?
- 1:02:14Wenn ich jetzt 100 Paletten dahinsteigen kann mit 600 Flaschen, ist auch wieder okay, weil dann kann ich
- 1:02:19die Sachen ja auch reifen lassen. Aber das ist natürlich die Frage, was habe ich für Möglichkeiten.
- 1:02:23Und innerhalb dieser Möglichkeiten zu sagen, ja ich meine auch zu gucken, wie kaufe ich Sachen gut ein.
- 1:02:29Es gibt so, es gibt immer so Sommies, die so gute Triffelnasen sind. Die gucken auch mal dann hier in so einer Auktion oder da mal in Frankreich und da mal in einem Shop und dann findet mal da mal ein paar alte Flaschen.
- 1:02:41Und plötzlich hat man so kleine Gurdis auf den Karten, weil man halt nicht sagt, man kauft nur über seinen gängigen Händler und irgendwie seine gängigen Weingüter, sondern immer mal hier und da und man findet doch ein Schätzchen.
- 1:02:52Und dann hast du natürlich eine viel coolere Weinkarte, die du aufbaust. Und da kommt dann aber natürlich auch eine Kalkulation rein, wo ich sage, will ich jetzt,
- 1:02:59es gibt Weinkarten auf der Welt, die unfassbar sind, unfassbar, aber so teuer, dass ich sage, es ist für mich trotzdem keine gute Weinkarte, weil selbst wenn ich jetzt gerade gut verdiene und ich gehe hin und ich sage,
- 1:03:14ich hau auf die Kacke und ich bin dann bereit, jetzt hier im Dreisterne-Restaurant ordentlich Geld auszugeben in meinem Verhältnis, ja, als nicht Millionär, sondern irgendwie als ...
- 1:03:23Einmal verdiene, also ... - Ja, als Gast, wo ich habe jetzt gutes Weihnachtstringgeld gemacht und ich sage, geil, lass jetzt dahin.
- 1:03:30Und komm, und wir geben jetzt 800 Euro pro Person aus und ich kann trotzdem keinen vernünftigen Wein trinken, weil ich sage, selbst der günstigste, also ich kriege nicht mal ein Villagebegunter für das Geld in diese ...
- 1:03:41Diese Weinkarten jetzt existieren ja auch und dann ist das für mich, ja, ist das jetzt eine gute Weinkarte, wo ich sage, ja, es ist eine gute ...
- 1:03:49... schöne, schöne, schöne ... - ... eine schöne, schöne Museum. - Wo ich ... - Muss man natürlich auch wieder gucken, was sind die in dem Land etc., die Besitzer, was sind die Kosten, wie können die gar nicht anders kalkulieren, weil das funktioniert nur so.
- 1:04:01I don't know, also es ist ja immer dieses Urteil, es geht natürlich schnell, aber am Ende, die werden auch ihre Gründe haben, ich gehe dann da eher nicht hin, dann suche ich mir lieber ein anderes Restaurant aus, weil ich sage, ich will zumindest was vernünftiges trinken, ja, ich muss jetzt nicht groß dafür trinken, aber es gibt genauso auch dann wieder einen anderen Dreisterner, wo ich sage,
- 1:04:19... wow, wenn ich da für 500 Euro reingehe, kann ich essen unten tollen Wein trinken und das ist dann mega. Also es sind ja so viele Faktoren, die das dann ausmachen, aber das auch einfach gut zu behandeln als Zombie und damit gut umzugehen und da kommen wir zu der Ursprungsfrage zurück.
- 1:04:38Ich finde, das ist eine wahnsinnige Dynamik, also gerade mit großen Weinkarten, bei uns war das ganz viel so, dass man auch Sachen immer wieder nachkalkuliert und immer wieder guckt, wie entwickelt sich ein Markt und welche Sachen kann man attraktiv bepreisen und dadurch generiert man einfach auch Umsatz.
- 1:04:56Wir hatten wahnsinnig viele Gäste im Tantris, die wegen Wein kommen, sind Weilsachen verkalkuliert sein, weil das Tantris die Sachen seit Ewigkeiten importiert hat und dann hast du halt ein Rinaldi und Mascarello und eine Mini-Rigibur, die fair bepreist sind, weil wir aber auch nicht nur drei Flaschen kriegen, sondern auch 24 von dem Wein, das heißt, ja, warum soll ich den jetzt unnötig teuer machen?
- 1:05:20Ich kann den schon im Rahmen der Kalkulation, die wir nehmen, kalkulieren, aber ich habe ja mehr davon, wenn Leute dann weiterkommen und es trinken.
- 1:05:28Und das hat wahnsinnig gut funktioniert, weil die Leute, da sie natürlich gerade auch die weinerfienen Menschen total gefeiert haben und trotzdem habe ich meine Kalkulation darauf.
- 1:05:39Und andere Sachen, wo ich auch merke, das ist einfach irgendwie so überhyped, dann machst du halt doch irgendwie einen Schutzpreis drauf und dann einen Gast, wir haben mal bei einem Weingut dazu geschrieben, dass wir nur noch eine Flasche pro Tisch verkaufen, weil die Mengen so gering geworden sind und wir halt wollen, dass möglichst viele Gäste was davon haben, also wir machen es nicht teurer, aber halt eine Flasche pro Tisch, weil da gab es so ein Tisch und da kommen acht der Tisch und die bestellen dann zehn Flaschen von dem Weingut.
- 1:06:09Wir sagen, ey, klasse, ich sage, ja, das ist aber irgendwie nicht der Sinn, das ist so ein bisschen schade.
- 1:06:14Deswegen haben wir das drauf geschrieben, in dem Moment, wo wir das dazu geschrieben haben, haben doppelt so viele Leute, die die Beine bestellt, die das Weingut gar nicht kannten, die gesagt haben, oh, das ist was Besonderes.
- 1:06:24Also das hat auch so ein bisschen nach hinten losgegangen und dann gab es Gäste, die das jedes Mal nur noch getrunken haben, weil die sagen, oh, das ist so was Besonderes, man kriegt nur eine Flasche, jetzt trink ich den jedes Mal, wenn ich komme.
- 1:06:33- Weil die haben die bei Tücher reserviert. - Genau. Und der einen hat angesagt, er kriegt zwei Flaschen und das nächste Mal trink ich dann keine, aber dafür zwei jetzt und irgendwie keine Ahnung, das ist auch bescheuert.
- 1:06:42Ist ja so dieses Grenzen erweitern, also wo man spielt und wo man versucht.
- 1:06:47Aber dieses Kalkulieren, es finde ich eine Dynamik, wo man sagt, das ist sehr individuell, das kommt auf ein Wein drauf an, was ist zu teuer, was ist zu günstig.
- 1:06:59Ich habe immer allen Zominäes und meinen Zominäes immer gesagt, also dieses klassische Abselling lernt man ja auch als Begriff, der super, da kommt ein Gast, der sagt 100 Euro, dann sagt, für 120 habe ich hier was, das ist richtig, da ist das, da sagt, ja, komm, hier 20 Euro, ja, das ist ja easy, das kriegt ja jeder hin.
- 1:07:21Ich war immer, wenn jemand gesagt hat 100 Euro, aber wahrscheinlich bin ich dann auch nicht professionell, ich hätte mich immer im Bereich 70, 80, 90 orientiert, um dem Gast das Gefühl zu geben, er hätte es günstiger bekommen.
- 1:07:34Ja, da wollte ich jetzt hin. - Sorry, von der Nähne. - Da wollte ich jetzt hin, wo ich sage, dieses Abselling ist easy, aber wo ich sage, das bringt mir ja, also klar, da habe ich 20 Euro mehr gemacht, aber ich sage mal, das ist ja auch nicht, also das hat dann ja auch nichts mit meiner Fachexpertise.
- 1:07:51Das hat dann auch nichts mit zu tun, sondern das hätte dann was mit zu tun und ich kitzel mehr Geld raus, also das geht ja weg von meiner fachlichen Kompetenz, die heißt, ich soll eben den besten Wein in diesem Preisbereich geben.
- 1:08:02Und wenn der beste Wein im Preisbereich von 100 Euro halt dann nur 80 Euro kostet, dann gehe ich hin und verkauft und das ist ja egal, ob das 500 oder 1000 sind.
- 1:08:11Und dann könnte man natürlich sagen, ja bist du bescheuert, da kommt jemand rein, will 1000 Euro für eine Flasche ausgeben, du verkaufst ja einen für 500, du bist ja wahnsinnig.
- 1:08:19Aber der Gast kommt wieder und das nächste Mal sagt er, weißt du was, Budget, du machst das, weil du weißt, was du tust und egal in welchem Preisbereich, egal in welchem, ob das 10 Euro, 1000, 1 Million sind, die Leute merken ja, wenn du sie verarschen willst und die merken auch, wenn du ihnen Geld aus der Tasche ziehen willst.
- 1:08:34Und die merken aber auch, wenn du sagst, 1000, super, der Wein ist auch super, aber wirklich für den bezahlen sie dir Hälfte und da fliegt er in der Hut weg.
- 1:08:45Da sagt der Gast, wow, geil, weil ich bin bereit hier richtig Geld auf den Tisch zu legen, der verkauft mir trotzdem was günstiges und dann fliegt er wirklich der Hut weg, weil er sagt, wow, das ist ein geiler Wein.
- 1:08:55Findest du man kann Weine, also ich habe ganz oft die Situation gehabt, dass ein Gast zu mir kam oder ein Kunde zu mir kam, muss ja unterscheiden zwischen Weinkäufern und Wein Trinkern, der meinte okay, der und der Wein kostet so und so viel, der Pomeroll bla bla bla, ich such den gleiche Wein für die Hälfte.
- 1:09:11Findest du, das gibt es, ich habe oft die Erfahrung gemacht, nein, diese Weine haben durchaus und aufgrund dessen dem Preis für die Hälfte ist das nahezu nicht möglich, Ausnahmen gibt es immer.
- 1:09:22Aber im Generellen selbst als Trüffeltschwein findet man Weine in diesem, sei es aus der Toskana, Piemont, aus den großen Gebieten, mit einem gewissen typischen Geschmacksbild, es ist extrem schwierig bis unmöglich.
- 1:09:34Ich finde also stilistisch kann man das machen, ja, also rein qualitativ.
- 1:09:41Also bei uns war immer der Standardspruch von ein paar Gästen, ich will den besten Wein, der am billigsten ist oder so, wenn ich immer die Blöden spreche von den Gästen oder.
- 1:09:55Ja natürlich nicht, also du kannst natürlich dann stilistisch was suchen, was in die Richtung geht und dann ist er vielleicht einfach nicht so gut.
- 1:10:05Aber ein Supertaskern mit einem gewissen Namen, mit einem gewissen Preis hat dem Preis nicht ohne Grund und wäre für die Hälfte für einen Drittel in ganz seltenen Fällen auffindbar oder ein Kronch.
- 1:10:19Ich finde ja auch Weine, die besser sind, aber wenn die Frage ist, geht es mir explizit um den Wein und den Geschmack dieses Weins oder geht es noch weiter und sagt irgendwie ins Creaming Eagle, der 4.000 Dollar kostet.
- 1:10:32Ja natürlich finde ich die bessere Weine für viel weniger Geld aus meiner Sicht, weil ich auch sagt, ich mag ja keine Marmelade für viel Geld, bin ich bescheuert.
- 1:10:41Wenn jetzt natürlich die Marmelade schmeckt als Wein, dann ist ja meine Aufgabe, ich muss die Marmelade finden, die günstiger ist und besser.
- 1:10:51Und da ist aber dann die Frage natürlich, was definiere ich als besser und da definiere ich vielleicht was anderes als besser als der Gast.
- 1:10:59Und da, das ist ja der tricky part, wo ich nicht sage, ich finde dir einen besseren Wein für weniger Geld aus meiner Sicht, sondern ich muss ja den finden, den du so gut findest für weniger Geld.
- 1:11:08Ich finde das geht schon, kommt aber, ich finde das ist auch gastabhängig.
- 1:11:16Wie offen die auch sind, wie festgefahren die in dem Geschmacksbild sind, wenn ich dieses eine Lied im Kopf habe, Michael Jackson bietet im Kopf habe und du suchst jemand, der genauso den gleichen Move hat im Stimmbild schwer zu finden will.
- 1:11:33Du halt immer Michael Jackson im Kopf hast und alles andere wird dann ein Cover.
- 1:11:38Und das kann man da wahrscheinlich nicht reproduzieren, aber wenn jemand sagt, ich bin einfach musikalisch und suche was mit dem gleichen Drive, dann könnte man da schon versuchen, die gleiche Emotion irgendwo auszulösen.
- 1:11:48Das geht super und das merkst du aber, das ist ja generell bei Gästen oder Menschen, die offener sind und sagen, sie lassen sich auf Sachen ein und sind gar nicht, also es gibt ja sehr festgefahrene Weinbilder.
- 1:12:00Du kannst halt so mehr hast du eigentlich schon verloren, da kannst du auch nichts machen, du musst auch nicht versuchen und du musst auch nicht versuchen, den zu überzeugen.
- 1:12:11Ein Kunststück ist dann, ihm zu bestätigen, einfach dann zu sagen, ja super, und dann jetzt das Jahr und in dem Preisbereich oder für den Preis ist das Jahr jetzt besonders gut oder sonstiges, das dann zugreifelt sich auch die Erfahrung, die man als FOME dann irgendwo haben sollte und dann nicht nur sein Stiefel durchfahren und sagen, hier gibt es kein Blubberblur oder das ist Scheiße.
- 1:12:31Aber das ist ja diese Psychologie, wo ich auch meine auf den Gast eingehen und der eine will ja diskutieren, der andere will nicht diskutieren, der andere will eigentlich nur in seiner Meinung bestätigt werden und darauf auch einzugehen und zu sagen, ich lass das jetzt direkt mit ihm, das bringt ja gar nicht.
- 1:12:45Also auch zu merken, das bringt nichts, außer dass du jetzt anfängst dich mit dem Gast zu reiben und dem anderen kannst du was gut erklären, warum du die Weine nicht hast oder warum du die nicht magst auf einer fachlichen Sachlichen ohne ihm vom Kopf zu stoßen.
- 1:12:57Ich sage, was haben sie für ein, wie können sie das nur trinken? Also ich meine, das ist ja auch bescheuert, ich will ja nicht, dass der dann geht und sagt, also ist aber auch die Frage, wo bin ich?
- 1:13:07Das ist in einem Scherre Restaurant jetzt anders als in einer Weinbar, wo ich sage, ja, aber sie kommt zu mir und das ist meine Weinkarte und ich schenke natürlich nur Sachen aus, die ich mir schmecken.
- 1:13:17Da können sie jetzt beschweren, dass ich hier keinen Onelaya in meiner Weinbar habe, aber das ist es mir egal, den können sie auch anders trinken. Und mit dem kann ich natürlich anders reden als vielleicht irgendwie im Sterne Restaurant, wo der Gast sitzt, ja, aber ich gebe jetzt hier wahnsinnig viel Geld fürs Essen aus und deswegen muss ich mich trotzdem nicht verbiegen und ich finde es auch ein Fehler, wenn ich dann Wein auf die Weinkarte nehme, die ich gar nicht mag.
- 1:13:37Also man sollte schon hinter den Sachen stehen und hinter jedem Wein, egal wie teuer der ist und in welche Richtung der geht und natürlich gibt es so Sachen, wo man sagt, also man macht sich das Leben ja manchmal leichter, wenn man bestimmte Sachen hat.
- 1:13:55Und Frage.
- 1:14:03Und dann kommt es ja wieder drauf an, wo bist du? Also in München hast du da andere Weintrinker als in Berlin und in München kannst du Gäste, die kommen reisetzen sich hin und sagen, ich nehme eine Flasche Röder, dann haben wir nicht.
- 1:14:16Ja, dann nehme ich eine Flasche Röder, ja haben wir auch nicht. Möchten Sie vielleicht fragen, was wir haben, statt einfach Sachen zu bestellen? Also das ist ja auch immer eine Frage, wo bist du da und ich finde, was möchtest du gewinnen dann irgendwo?
- 1:14:31Ist ja so ein Abgleichen dann auch. Ich habe auch Freunde von mir oder andere Sommelästchen, ich schätze, haben da ein bisschen andere Ansichten, die auch sagen, du, top, dann mache ich den Wein, den die da haben wollen und ich brauche den überhaupt nicht, ich finde das auch nicht toll, aber dann mache ich den teuer und wenn die das trinken und dann mache ich Umsatz, du passt doch auch.
- 1:14:52Also ich meine, das ist ja auch eine Frage, ich finde das, das musst du ja auch für dich entscheiden, was will ich als Restaurant präsentieren, was will ich, wofür möchte ich da einstehen, da gibt es ja auch keine eindeutige Antwort.
- 1:15:06Und wenn du jetzt ein Restaurant bist, was natürlich, wenn du nimmst so Leute wie Billy, dazu, dass wir hier sehr starke Meinungen haben und uns die auch nach Außentragen, dann erwartest du das aber auch, wenn du da hingehst und dann wäre das ja auch komisch, wenn du jetzt plötzlich bei einer Art...
- 1:15:22Wenn es nicht so wäre und wenn es da im Lugana-Kalphate gibt und dann, wenn du jetzt zum Hans Martin ins Adlon gehst, ist vielleicht das umgekehrt der Fall, weil der Hans Martin aber auch ein anderer Typ ist, was er auch in Ordnung macht.
- 1:15:34Und beides, du kannst zwei gute Sommies haben, die da ganz andere Ansätze haben, das macht den einen nicht schlechter oder besser, das ist einfach natürlich auch eine Entscheidungsfrage.
- 1:15:44Aber am Ende ist ja, also was zeichnet dich am Ende natürlich als Sommier aus, wenn du einfach nur irgendwie weinennimmst, weil die Gäste das wollen, dann ist ja auch die Frage irgendwann, was ist dann deine Fähigkeit.
- 1:16:01Also klar, ich könnte jetzt, wenn ich jetzt in München, könnte ich meine Weinkarte vollknallen mit Ruina und irgendwelchen Supertoskanern und dann habe ich ganz viele glückliche Müncher, die sich darüber freuen.
- 1:16:13Aber dafür braucht es mich aber nicht, also wozu? Und das ist natürlich so ein bisschen die Frage und wo bist du da und in welchen Bereichen gehst du da mit?
- 1:16:25Und es gibt auch Sachen, wo du sagst, wir hatten damals, ich bin noch mit Justin da viel darüber geredet, ich sage, stattdessen die Ikem braucht kein Mensch, uns gibt bessere Süßweine für das Geld und so, ja kann sein, aber der Gast, der Ikem trinken will, der trinkt kein anderen Süßwein für das Geld.
- 1:16:44Und das ist wieder dann dieser wirtschaftliche Faktor, wo ich sage, da lass ich Geld liegen. Wenn ich dem Gast reingehe und sage, ich will 500 Euro ausgeben oder 1000 und dann verkaufe ich dem was günstigeres, weil ich den Wein nicht da habe, dann haben wir einfach Geld verloren.
- 1:17:03Die Frage ist, in welchem Bereich ich damit erreichte, also Ikem ist jetzt um bei dem Beispiel zu bleiben kein schlechter Wein und ist dann nicht meine Aufgabe als Tommy da halten, besonders gutes Jahr zu finden oder auch vielleicht ein besonders extravagantes Jahr oder eine besonders große Flaschengröße oder was auch immer, also um da auch eine gewisse extravaganz zu leben.
- 1:17:23Aber hollochrückwärts gibt es Preisen nach unten, also würde du sagst, ab einem gewissen Preis würde ich Wein nicht einkaufen, auch nicht fürs Bankgelt, finde ich sowas nicht gerechtfertigt, würde ich auch nicht trinken.
- 1:17:35Ja, also natürlich, weil...
- 1:17:39Wo ist da der Preis dran? Im normalen...
- 1:17:45Ein paar Bange... Ein Verbraucherpreis, ein verbrauchersyndophisches Wort, aber ein Verbraucherpreis. Ich habe jetzt lange keine... Ein Verbraucherpreis, ich finde schon irgendwie diese 10-Euro-Grenze ist so...
- 1:17:57Also ich rede da effektiv, ich gehe zu meiner Mutter, meine Mutter trinkt gerne Wein, hat aber jetzt kein großes Weinverständnis, trinkt aber gerne und ist auch preisbewusst und dann kauft sie dann auch mal ein Wein für 6, 7, 8 Euro und dann weiß ich schon immer, ja, ich habe extra schon den Bild,
- 1:18:14ich habe extra schon den ein bisschen Teufel genommen, weil sie weiß, sonst mecke ich wieder und da geht es ja aber auch dann gar nicht um per se nur um die Qualität, sondern da geht es natürlich dann auch irgendwann um den nachhaltigen Aspekt, wo sagst du also, wie viel muss ein Winzer nehmen, dass er überhaupt handwerklich arbeiten kann, weil da ist, ich meine, das kostet natürlich Geld.
- 1:18:33Ist das unsere Aufgabe als Tommy, ist auch das Ethische zu sehen, das Politische auch mit dabei?
- 1:18:37Find ich schon.
- 1:18:39Also wie gesagt, das ist ja auch für dich eine Entscheidung, also ich meine, du kannst guter Koch sein, weil du gar kochen kannst und nimmst halt irgendwie keine nachhaltigen Produkte, dadurch wird dein Essen nicht zwangsläufig schlechter, also natürlich bei Fleisch oder also du merkst natürlich die Qualität, wenn das jetzt Massenproduktion ist, aber ob du jetzt was vom anderen Ende der Welt fünfmal um den Globus fliegst, ums zu kochen, macht das Fliegen das nicht schlecht.
- 1:19:08Kannst du genauso gut mitkochen, aber du kannst auch lassen, weil du sagst, es ist ja bescheuert und das merkt erstmal ja keiner der das dann ist und wenn ich dir einen tollen Wein ausschenke, der dir schmeckt und ich hab deinen Geschmack getroffen und du gehst heppy aus dem Restaurant und ich hab dich gut beraten, sagst du, ah, guter Tommy, also das ist ja erstmal, kannst du trotzdem eine gute Arbeit als Tommy machen, ohne diesen Aspekt zu behandeln, aber das ist wieder die
- 1:19:36Nachhaltigkeitspunkt, wo ich sage, das ist ein Kosmos und genauso wie es darum geht, wo ich sage, ja es ist wichtig, wo unser Berufsbild hingeht, es ist wichtig, dass ein Bewusstsein herrscht, damit sich die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie verbessern, es ist wichtig, dass darüber geredet wird, um Bedingungen für unseren Planeten zu verhindern, dass es uns auch ein bisschen mehr um die
- 1:20:05Planeten zu verbessern, ist es wichtig, dass wir darüber reden, wie Sachen angebaut werden, wo Sachen angebaut werden, warum Sachen angebaut werden, ja und das weg zu ignorieren ist ja einfach ignorant, also und trotz du kannst in deinem Restaurant effektiv ein guter Tommy sein, ich finde dennoch, das gehört absolut dazu, weil alles andere ist, also es ist einfach zu wichtig und das zumindest zu
- 1:20:35thematisieren, also Dokmatismus finde ich immer falsch, aber es zu thematisieren und auch zu sagen, es herrscht ja auch ganz viel Halbwissen bei Gästen, die dann, bei Tommy ist es auch, wenn es um Wein machen geht und was gut ist und was schlecht ist und ich hatte früher viele Streitdiskussionen mit einem Freund, der gesagt, das Wein gut benutzt, trocken als, alter Scheiße, ich dachte ja, was machen wir mit dem Trocken, also trocken als per se,
- 1:21:05CO2, das ist jetzt auch keine Chemie und das geht in den Wein rein, also was ist jetzt daran schlecht, okay du brauchst Energie um Trocken als herzustellen, aber was passiert denn damit, also ja, bei den, die
- 1:21:18pauschal schlecht und ich sage, naja, okay, damit beschäftigen wir uns sich mehr oder weniger, dann sagen wir, okay CO2 zum Maisch runterkühlen als Oxidationsschutz, wie auch immer, Romani Conti benutzt CO2 oder haben sie zumindest früher, ob sie es noch machen, weiß ich nicht,
- 1:21:33also diesen Schritt zu gehen, dann auch zu sagen, aha, ja, aber wofür und warum, anstatt dogmatisch zu sagen, jemand trickst rum, weil der benutzt irgendwas und das ist jetzt schlecht,
- 1:21:43das ist halt und das herrscht aber ja Gästen noch viel mehr, die Sachen hören, aufschnappen und dann irgendwie weiter tragen, weil sie
- 1:21:53meistens aber auch nur aus einer kurzen, entweder Weinansprache oder irgendein kurzen Post oder sonstiges, also aufgrund dieser
- 1:22:00auch eigentlich Verknappung der Informationen, die ihnen geliefert werden, dass die versuchen, das umzusetzen, weiter zu tragen und dann geht stille Postmäßig immer noch die Hälfte verdorben und das dann wahrscheinlich auch die Aufgabe
- 1:22:13des Service, also das in seinem Service zu implantieren und vielleicht auch in seiner Weinansprache.
- 1:22:19Aber das ist ja Teil meiner Kompetenz, wenn ich jetzt, wie gesagt, ich finde,
- 1:22:25somit sollte nicht belernt sein, dass ich jetzt hingehe und eben irgendwie erzähle, wie er Wein zu trinken hat und warum und weshalb,
- 1:22:31aber auch wenn Gast jetzt fragt, was über den Wein sollte ich hier antworten können, weil das ist ja mein Fach und meine Expertise, genauso wie ein Koch, den sagen sollen, können soll, was da auf dem Teller geht.
- 1:22:44Wie sieht eine gute Weinansprache für dich aus? Definierst du das mehr über das Wissen oder über die Emotionen?
- 1:22:50Wenn nicht die Ansprache von mir aus halt, wenn ich jetzt wegen der Weinbegleitung zum Tisch komme und sage, wie ist das am nächsten Gang, dann geht ganz viel auch über die Emotionen.
- 1:22:57Ich finde, das funktioniert am besten und die Gäste nehmen auch am meisten davon mit.
- 1:23:04Deine Emotionen oder versuchst du den Gast zu sehen?
- 1:23:07Weißt du, ich meine, also du hast eine andere Sensibilität und du findest die Weine anders.
- 1:23:13Manchmal ist es interessanter, schwieriger, aber eben auch ein wenig anmaßend zu ermessen, wie der Gast den Wein empfinden könnte.
- 1:23:21Was ist da oder kann man das gar nicht so unterscheiden?
- 1:23:23Ja, aber die Emotionen, die für mich geht dir auch viel über die Menschen und das Wein gut.
- 1:23:29Und dann erzähle ich, weiß ich nicht, bei Peter Kühn, wie er dann irgendwie das Osterwasser aus dem Wald holt und selber sagt, dass es wahrscheinlich gar keinen Unterschied im Wein macht,
- 1:23:41der schmeckbar ist, aber für ihn fühlt sich so richtig an und irgendwie gut an.
- 1:23:45Und wenn er dann morgens da aus dem Wald rauskommt, irgendwie hat er so ein gutes Gefühl.
- 1:23:49Und wenn du diesen Ansatz, dieses guten Gefühl in jedem Schritt deines Weinmachens steckst, ist es ja großartig.
- 1:23:57Und dann gucken dich die Leute an und du vermittelst, was für diese Menschen und dass du die Menschen auch kennst und da warst.
- 1:24:03Und dass so viel mehr hinter dem Wein steckt.
- 1:24:05Also ich habe den Wein ausgesucht, weil er zu dem Gang passt.
- 1:24:08Aber ich habe den Wein ausgesucht und nicht einen anderen, der passen würde.
- 1:24:12Oder den habe ich halt auch auf der Weinkarte, weil da so viele Faktoren zusammenkommen.
- 1:24:17Das ist eine Emotion, das kann ja jeder nachführen.
- 1:24:19Diese Emotion, ich dachte jetzt die Geschmacksemotion und die sind so richtig, dachte ich mehr als das habe ich viel interpretiert.
- 1:24:24Und das ist natürlich großartig.
- 1:24:26Da leg ich viel mehr Wert raus, weil auch viele Gäste damit viel mehr anfangen können, als über eine Geschmacksemotion.
- 1:24:33Weil da ja auch wieder die Geschmäcker auseinandergehen.
- 1:24:35Ich finde das Wichtige auch nicht über den Wein an sich zu reden bei der Weinbegleitung, sondern warum passt der zu dem Gang.
- 1:24:41Und manchmal ist es ja auch erst mal, wo er denkt, okay, dann hat man mal wirklich schwierige Gänge.
- 1:24:45Da ist der Wein ein bisschen schwieriger.
- 1:24:47Dann sagt man, warten Sie mal ab, probieren Sie mal rein.
- 1:24:50Aber nicht direkt irgendwie erschrecken, warten Sie auf den Gang.
- 1:24:52Da schießt sich das nämlich auch und dann sagen die danach, boah, der war ja wirklich super.
- 1:24:56Ich dachte am Anfang, was ist das für ein Wein?
- 1:24:58Also, na, aber für mich geht da viel über die Emotion und die, die, die Regen.
- 1:25:03Wenn du dann merkst, da sitzt so ein Weinfreak, dann kannst du ja auch viel technischer werden und dann gehst du da drauf ein.
- 1:25:08Aber das muss ich ja nicht bei meinem normalen Gästen machen.
- 1:25:12Und wie sind wir da jetzt wieder?
- 1:25:18Völlig egal.
- 1:25:19Aber wenn du diese Weinauswahl zusammenstellst für eine Weinbegleitung, orientierst du dich an den Brand, den Namen "Den Wein".
- 1:25:29Versuchst du das dramaturgisch aufzubauen oder ist für dich die Kombination mit den Speisen primär und steht im Vordergrund?
- 1:25:38Nein, die Kombination mit den Speisen, finde ich, ist bei einer Weinbegleitung das Wichtigste, weil das ist halt die Weinbegleitung.
- 1:25:45Darum geht es ja am Ende.
- 1:25:46Und das finde ich eine hohe Kunst.
- 1:25:49Welche Parameters da?
- 1:25:52Also, achtest du darauf, dass du jedes Mal ein anderes Land nimmst, jetzt mal ein anderes Rebsort, jetzt mal ein anderes Jahr, jetzt mal ein anderer Winzer, ein anderer Stil?
- 1:25:58Oder nimmst du auch "Achtmal Riesling"?
- 1:26:02Ja, das bricht sich runter.
- 1:26:04Nummer eins ist, es muss zum Gang passen.
- 1:26:06Wenn das jetzt, sagen wir mal, im Extremfall "Achtmal das gleiche Land" ist, ist es egal.
- 1:26:14Okay.
- 1:26:15Wenn ich jetzt aber ein Gang habe, wo ich sage, okay, quasi, ich brauche ein Cabernet, irgendwas.
- 1:26:26Und ich habe schon 7 mal ein Land, dann nehme ich beim 8. Land ein anderes Land, wenn ich die Option habe.
- 1:26:33Also, primär muss es passen.
- 1:26:36Dann versuche ich natürlich, ein bisschen Abwechslung reinzukriegen, wenn das in Rahmen dessen ist, dass es immer noch passt zu dem Gang.
- 1:26:42Und da kommt natürlich die Schwierigkeit rein.
- 1:26:45Also, wir haben im Tantris, glaube ich, ganz anders gearbeitet als viele, viele, viele andere Restaurants im Sternebereich.
- 1:26:53Also, so wie ich das auch früher in Restaurants gemacht habe, ist natürlich dann irgendwie, kommt ein neues Menü.
- 1:26:57Dann denkst du, was könnte dazu passen?
- 1:27:01Du brauchst ja eine gewisse Menge an Wein, für eine Weinbegleitung.
- 1:27:05Und dann bestellst du dir irgendwie Probeflaschen, wo du denkst, sie könnten passen oder machst die auf.
- 1:27:10Und dann bestellst du dir irgendwie 90 Flaschen für die nächsten Wochen, wenn dieser Gang läuft.
- 1:27:14Früher im Tantris, bei Hans Haas, der dieses Menü permanent gewechselt, jeden Tag, jede Woche, zwischen Mittag und Abend.
- 1:27:25Wegen der Produktor, wegen Laune?
- 1:27:28Alles, okay.
- 1:27:29Produkte, Laune.
- 1:27:31Es waren so viele Stammgäste.
- 1:27:33Stammgäste haben ein eigenes Menü geschrieben gekriegt.
- 1:27:35Dann haben sie geguckt, was hat der denn zehnmal gegessen, damit er nicht wieder das Gleiche kriegt.
- 1:27:39Und im Extremfall hatten wir einem Abend zehn verschiedene Menüs im Restaurant, weil wir so viele Stammgäste hatten,
- 1:27:46die unterschiedlich Spezialmenüs hatten und die haben dann gesagt, wir wollen eine Weinbegleitung.
- 1:27:49Und der einen hat gesagt, ich will aber eine super Premium Weinbegleitung, etc.
- 1:27:53Sprich, irgendwie hatte ich am Ende acht verschiedene Weinbegleitungen im Restaurant.
- 1:27:56Also du hast so viel Weine jongliert.
- 1:27:58Und das bei 100 Qw ist die ohne Hinschicht?
- 1:28:00Ja, das ist so viel Anspannung und du musstest so schnell natürlich, dann kriegst du dieses Menü erst, dann kurz vorm Abendservice etc.
- 1:28:08Du kannst natürlich nicht für jedes Menü extra Weine aufmachen.
- 1:28:12Da sitzt ein zweier Tisch, da hast du die Flasche aufgemacht.
- 1:28:14Weil du hast ja schon aus deinen normalen Weinbegleitungen offen spricht.
- 1:28:16Du musst natürlich auch gucken, dass du mit den Sachen spielst, die du offen hast.
- 1:28:19Und du willst natürlich nicht eine Woche irgendwie ganz viel Wein wegkippen.
- 1:28:22Also das ist auch wieder die Nachhaltigkeit, die reinkommt.
- 1:28:24Sprich, du musst so jonglieren und gucken, wovon habe ich noch wie viel.
- 1:28:29Dann machst du was mit Korra war und der eine will aber Premium und keine Ahnung.
- 1:28:32Also das ist schon eine Herausforderung.
- 1:28:35Und da war aber natürlich der Luxus für die normale Weinbegleitung, sag ich mal.
- 1:28:38Wir haben die Weinbegleitung aus dem Keller rausgemacht.
- 1:28:41Also es gibt Sachen, wo du die bestellt hast, aber sie ist halt aus dem Keller raus entstanden.
- 1:28:45Sprich, wenn wir jetzt ein super Bordeaux zum Hauptgang machen, dann sage ich, okay, ich habe hier 24 Flaschen von dem noch im Keller.
- 1:28:53Der ist super, der ist so alt, das passt perfekt.
- 1:28:55Und dann lass ich den laufen, bis ich 12 von den 24 Flaschen durch habe.
- 1:29:00Und dann wechsel ich den Bordeaux zu einem anderen, der stylistisch ähnlich ist in einem Alter, der auch in die Weinbegleitung passt.
- 1:29:06Dann behalte ich dieses voll Flaschen auf der Weinkarte und spiele mit einem anderen.
- 1:29:10Dadurch habe ich aber auch alte Sachen in der Weinbegleitung, weil ich muss keine Sachen bestellen.
- 1:29:14Ich habe eine wahnsinnige Dynamik drin, aber das ist natürlich nicht leistet.
- 1:29:17Also das kannst du natürlich nur leisten mit einem großen Weinkeller, auf den du zugreifen kannst, wo auch die Mengen drin liegen.
- 1:29:24Und das ist natürlich ein Luxus, den viele Restaurants nicht haben.
- 1:29:26Dadurch arbeitest du da natürlich komplett anders.
- 1:29:28Und diese Minimalabstimmung, weil wenn ich jetzt sage, ich sage mal, Hans Haas Küche war dankbar.
- 1:29:36Du hast einen Steinbutt mit einer Bourbon, ob der Bugunda jetzt irgendwie eine andere Winzer ist oder eine andere Lage.
- 1:29:44Das ist nicht ganz so wichtig.
- 1:29:46Der muss von der Kraft passen, grob.
- 1:29:49Wenn du natürlich einen viel moderneren Koch hast.
- 1:29:5136 Komponenten, wo jeder einzelne seltenes Schmacks bringt ist.
- 1:29:55Und dann kann die EIS, kleine Aroma, irgendwie was zerschießen und man sich wieder beißen.
- 1:30:01Und das ist natürlich viel schwieriger.
- 1:30:03Gleichzeitig ist es dann aber auch schwierig, weil jetzt bestelle ich mir eine Probeflasche oder probierendem Wein aus meinem Keller.
- 1:30:09Und dann sage ich, naja, jetzt, der passt.
- 1:30:12Aber eigentlich müsste ich einen kühleren Jahrgang nehmen, der einen Ticken mehr Säure hat.
- 1:30:17Ja, den kann ich jetzt aber nicht einfach beim Händler bestellen, weil der hat nur den aktuellen Jahrgang.
- 1:30:21Ich kann ja nicht beim Händler Jahrgangstiefen mit 90 Flaschen egal was bestellen.
- 1:30:24Sprich diese präzise Abstimmung kann ich ja ganz, ganz vielen Restaurants gar nicht leisten.
- 1:30:30Weil wie soll ich das machen? Das funktioniert ja gar nicht.
- 1:30:33Deswegen arbeite ich natürlich mir irgendwie auch mit Kompromissen.
- 1:30:38Jemand, der das wahnsinnig gut macht, ist natürlich ein Stephan Gast in der Schwarzwaldstube.
- 1:30:42Der auch einen großen Keller hat, wo auch nicht alles auf die Karte setzt.
- 1:30:46Weil er einfach sagt, ja, ich guck, was trinkt sich gut und das benutze ich dann.
- 1:30:49Und da wird anders gearbeitet.
- 1:30:51Also auch selbst das muss man ja ein bisschen darauf abstimmen, wo man sagt, wo arbeite ich,
- 1:30:58mit welchen Bedingungen, was kann ich leisten.
- 1:31:01Kalkuliert man anders in der Weimigleitung oder ist das so kalkulativ eins zu eins,
- 1:31:06als würde ich es beim Glas oder bei der Flasche ausstellen?
- 1:31:09Das macht, glaube ich, jeder Sommee ein bisschen anders und jeder Betrieb ist ein bisschen anders.
- 1:31:12Was findest du selber, ich hergerecht angemessen, zeitgemäß?
- 1:31:16Ich habe eine absolute Widerstreben gegen Käste verarschen.
- 1:31:24Also du hast deine Kalkulation, die hatten Laden, wir müssen unser Geld verdienen,
- 1:31:29deswegen sind die Sachen teuer.
- 1:31:31Da muss man nicht darüber diskutieren.
- 1:31:32Wie gesagt, da stehen viele Leute, du hast 5 Sommeljes, keine Ahnung.
- 1:31:36Deswegen kostet natürlich ein Wein mehr, als wenn du jetzt irgendwie googlst.
- 1:31:41Das ist alles klar.
- 1:31:42Aber dann innerhalb dieser Preisstrukturen nochmal zu tricksen und zu sagen,
- 1:31:47aber jetzt quasi, weil da sehen die ja quasi nicht genau den Flaschenpreis,
- 1:31:53deswegen kalkulieren die Weinmeckleiten nochmal komplett anders.
- 1:31:56Um da noch mehr Geld rauszuziehen, finde ich sehr schwierig.
- 1:32:01Fingst du, das wird immer noch fachlich ein Anspruch.
- 1:32:04Immer noch gemacht oder war das?
- 1:32:05Das wird schon noch viel gemacht, glaube ich.
- 1:32:07Ich dachte, das wäre 2 10 gewesen.
- 1:32:09Also wir kennen uns ja alle aus und dann guckst du dir eine Weinbegleitung an,
- 1:32:16dann kannst du ja im Kopf so ein bisschen überlegen, was dabei rumkommt.
- 1:32:19Ich sag mal, ich habe das so kalkuliert, dass ich auch nachschenken kann,
- 1:32:27dass du Kulern willst.
- 1:32:28Das ist wichtig, finde ich.
- 1:32:29Wahnsinnig wichtig.
- 1:32:30Also du willst in so einem Restaurant, du willst genießen, dein Glas ist leer,
- 1:32:33dann willst du nicht irgendwie danach fragen müssen und dann kommt der Kellner und sagt,
- 1:32:37ja, aber dann müssen sie das jetzt auch nochmal extra bezahlen.
- 1:32:40Sorry.
- 1:32:41Oder sagt es nicht und am Schluss ist dann Double Price?
- 1:32:43Genau.
- 1:32:44Also das ist ja nicht das Gastgeber tun, was irgendwie Spaß macht,
- 1:32:49sondern diese bisschen Kulanz.
- 1:32:51Und ich glaube, die Kulanz, die kann ja auch mal so ausschlagen, wenn du jetzt sagst,
- 1:32:55okay, ich habe in meiner Weinbegleitung grob 2 Gläser zum Nachschenken einkalkuliert,
- 1:33:00das sage ich jetzt mal.
- 1:33:01Und jetzt hast du da einen Schluckspecht, der dann 4 Gläser nachdrinkt.
- 1:33:05Ja, egal, da sitzt ein 3 andere Tische mit einer Ommi, die ganz wenig dringt.
- 1:33:12Und im Schnitt passt es ja doch wieder.
- 1:33:14Oder man geht dann bei dem Schluckspecht, der automatisch 6 Gläser dringt bei jedem
- 1:33:18Gang hin und kommuniziert es dann auf einer anderen Art.
- 1:33:20Das ist ja auch diese menschliche Kompetenz, die Faukompetenz, dass man es dann einfach
- 1:33:23in der Form, ja, und wenn du merkst, Leute nutzen das aus, kann es ja wieder anders mit
- 1:33:26umgehen.
- 1:33:27Aber ja, ich finde, das sollte natürlich dahin gehen.
- 1:33:32Die Leute sollen ja gehen und begeistert sein und das großartig finden.
- 1:33:37Und da ist eine Weinbegleitung, ich habe mir gesagt, wenn du eine wirklich teure Weinbegleitung
- 1:33:41machst, weil du eine teure Ladenarbeit hast, dann müsste da auch geile Weiner drin sein.
- 1:33:45Also sorry, das musst du dann einfach irgendwie auch abliefern.
- 1:33:47Und dann kannst du wieder sagen, die meisten Leute, die Weinbegleitung nehmen, sind ja
- 1:33:51gar nicht die Weinfreaks.
- 1:33:53Die merken das ja sowieso nicht.
- 1:33:54Doch, oftmals ja, wenn sie oft ins Heiratbein wollen.
- 1:33:57Ja, und dann plötzlich gucken die mal nach oder fragen doch nach und dann sagst du,
- 1:34:02ja, das ist schon richtig, du, mega Wein und das macht glaube ich keiner in die Weinbegleitung
- 1:34:08und die sagen plötzlich, wow, mega, obwohl das Leute sind, die gar keine Ahnung.
- 1:34:13Also ich finde, du kannst es den Leuten auch immer nicht vorweg nehmen und du bringst
- 1:34:19ja auch dahin, dass sie so noch begeisterter werden, indem du denen mal so Sachen vor der
- 1:34:24Nase baumest und dann sagst, ah, guck mal, ich hau dir, ich hau jetzt mal richtig Sachen
- 1:34:28raus.
- 1:34:28Hat dich da ein Kollege mal beeindruckt?
- 1:34:30Also, hast du mal eine Weinbegleitung, wo du sagst?
- 1:34:32Wow.
- 1:34:34Ja, wie gesagt, Stefan Gass.
- 1:34:37Ja.
- 1:34:39Ich nehme nicht so oft Weinbegleitung.
- 1:34:41Bist du ja ein Flaschenkind?
- 1:34:43Absolut, ja.
- 1:34:45Was ich mache, ist oft Flaschen nehmen und dann dem Sommee sagen, da wo du denkst, das
- 1:34:53ist so ein bisschen Highlights, nochmal ein, zwei Gläschen oder halbe Gläschen oder so
- 1:34:57zu dem Gang dazu stellen.
- 1:34:58Ist es eher, dass du dich in die Flasche reinarbeiten möchtest, weil du so viele Enttäuschungen
- 1:35:01hattest oder es nicht magst, wie ständig Belarer zu werden oder unterbrochen zu werden?
- 1:35:08Ich finde schon auch viele Enttäuschungen, wie gesagt, man guckt sich auch Weinbegleitung
- 1:35:12an und denkt sich schon, puh, I don't know.
- 1:35:16Jetzt entweder wirklich nicht spannende Weine oder nicht abwuchsungsreich und da natürlich
- 1:35:25ist es spannend zu sehen, was Kollegen machen für einen Pairing.
- 1:35:28Das ist ja auch eine Weiterentwicklung geschmacklich und ich meine Pairings und Gänge und es sind
- 1:35:34so unterschiedlich.
- 1:35:35Du kommst ja auch mal auf Ideen, auf die du nie gekommen bist, weil du plötzlich mal
- 1:35:39ein Pairing hast, da bin ich noch nie drauf gekommen.
- 1:35:41Da hatten wir einen Hummer mit so einem gelben Curry und dann hast du da Pino zugemacht und
- 1:35:48der hat einen aber Neuweltpino und der hat so eine geile Frucht und diese Frucht hat
- 1:35:52diese süßliche Curry so aufgegriffen.
- 1:35:54Kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, aber jetzt wurde es erklärt.
- 1:35:57Ja, aber das musstest du durch Zufall dann einmal irgendwie anprobieren und dann probierst
- 1:36:01die ganze Zeit Weißweine und das passt, alles irgendwie, weiß ich nicht und da hast du
- 1:36:04zu wenig dann noch so ein Pino rumstehen und dann probierst du das mal und dann hast du
- 1:36:09das einmal gemacht und dann bleibt es immer in deinem Kopf und wenn du dann mal wieder
- 1:36:14irgendwie ein ähnliches Gericht oder ähnliche Komponenten hast, denkst du wieder drüber
- 1:36:17nach, ich probiere das mal mit so einem Pino und so eine Rotfruchtigkeit kann das supergut
- 1:36:22ergänzen.
- 1:36:23Und das ist das mal, wenn du wieder so etwas entdeckst oder probierst, hast du ja quasi
- 1:36:27eine neue Möglichkeit in deinem Repertoire auf die du zurückgreifst und hättest du die
- 1:36:32nicht probiert, würdest du das nicht wissen.
- 1:36:34Und da gibt es natürlich wie gesagt die ganzen klassischen Sachen, wo du sagst, ja das ist
- 1:36:37jetzt kein Hexenwerk, nehmt wieder ein Lamm und nehmt dann irgendwie ein Bordeaux dazu
- 1:36:42und das ist alles klassisch.
- 1:36:44Aber klar, sobald es ein bisschen verrückter wird und ich hatte auch schon Gänge, wo man
- 1:36:48einfach verzweifelt war, man sagt, wie zur Hölle soll ich da ein Wein zu machen, ich fang
- 1:36:52da ja nicht zu weinen, weil es ist sorry, was kochst du da bitte, dein Gang ist geil,
- 1:36:58aber das ist ja das auch etwas bescheuer.
- 1:37:01Ein Rundartwilfschafts-Seil.
- 1:37:03Ja, also ich finde vor allem es gibt sehr anstrengende Weinbegleitung, wo natürlich
- 1:37:09in Someli will sich ja auch gerne so ein bisschen zeigen, was er kann, was er macht, was er
- 1:37:14will.
- 1:37:15Auch extra bei ganzen Zeichen, dass du den Gast auch so ein wenig probieren kannst.
- 1:37:18Ja und extra bei ganzen aber sehr anstrengend sehen.
- 1:37:20Und am Ende, also Menüs können auch sehr anstrengend werden, finde ich, wenn das zu, ich mag
- 1:37:25auch keine super avant-gadistischen Sternrestaurants und alles.
- 1:37:29Also am Ende finde ich es ein Genuss, ich liebe, deswegen mag ich auch Restaurants mit so 40
- 1:37:35Gängen haben nicht, ich will im Teller, wo ich noch fünf mal reinlöffe.
- 1:37:38Haar-Schule halt, in dem Sinne des Serien.
- 1:37:41Ja genau.
- 1:37:42Ich will auch ein Restaurant, wo ich sage, der Gang war so geil, können Sie mir den
- 1:37:44noch mal schicken und die schicken ja einfach nochmal.
- 1:37:46Wie geil ist das denn?
- 1:37:47Ja, statt dass das so getaktet ist oder so, nee, das geht jetzt nicht, weil jetzt ist
- 1:37:50hier schon, ja, das ist geil.
- 1:37:54Dann gehen die Leute auf dich ein und dann, da ist eine Weinbegleitung für mich auch unartig
- 1:37:58eigentlich von den Gängen.
- 1:37:59Manchmal geht es nicht, weil der Gang zu speziell ist, aber es sollen es Weine sein, die auch
- 1:38:03für sich Spaß machen, dass du einfach, oh geil, da nehm ich nochmal ein Glas.
- 1:38:07Und so.
- 1:38:08Und wie gesagt, manchmal geht es nicht, weil der Gang ist so kompliziert, der braucht
- 1:38:11einen komplizierten Wein, weil es sonst nicht passt, aber in der Gesamtheit sollte das
- 1:38:16passen.
- 1:38:17Dann streut man das mal hier und da bei einem Parkgängen ein und das ist auch super.
- 1:38:22Dann darfst du auch nicht vom Kopf gestoßen sein, wenn dann doch der Gast da sitzt,
- 1:38:24der sagt, das ist mir zu anstrengend, ich will was anderes trinken.
- 1:38:27Ja, dann stehst du da und sagst, nee, sorry, aber wenn sie zu uns kommen soll es sich
- 1:38:31auch drauf einlassen, wenn du eingeschnappt, dann kriegt der Gast schlechte Bibes, dann
- 1:38:36ist der Gast nicht mehr gut drauf.
- 1:38:38Ja, sorry, ich meine, jeder hat auch einen anderen Geschmack und es gibt einfach Sachen,
- 1:38:42die uns nicht schmecken.
- 1:38:43Ja, und das ist auch völlig in Ordnung.
- 1:38:45Das darf man nicht vergessen, am Ende ist es geschmacksubjektiv und unabhängig von der
- 1:38:49Qualität, wo du sagst, das ist ein Topqualitätswein.
- 1:38:52Gibt es auch Sachen, wo ich sage, das ist Topqualität, aber das ist nicht mein Geschmack.
- 1:38:55Gab es für dich mal eine Situation oder eine Weinspeisenkombination, wo du sagst, das
- 1:39:00war das Ultimative?
- 1:39:01Also die eine?
- 1:39:02Ein paar, ja.
- 1:39:03Zum Beispiel?
- 1:39:04Welcher Wein, welches Gericht?
- 1:39:05Welches Restaurant?
- 1:39:06Also öfter, also es war jetzt meine eigene.
- 1:39:10Ja, kann es sein, also du probierst ja viel rauf und runter, manchmal ist ja, wenn man
- 1:39:15in einer entspannten Situation im anderen Restaurant ist und man sagt, das hat mich
- 1:39:18geflasht, wenn man eine andere Sensibilität dann jetzt in dem Augenblick hat.
- 1:39:21Aber wenn es aus deiner Eigens, ich meine, ihr habt ja durchaus eine sehr, sehr außergewöhnliche
- 1:39:25Küche und einen dünnen tollen Weinkeller.
- 1:39:27Also, was hat dich geflasht?
- 1:39:28Es gibt manchmal diese Sachen, wo du es wirklich so triffst, so unglaublich gut triffst, dass
- 1:39:35du sagst, also das kannst du auch gar nicht auf kontinuierlich leisten.
- 1:39:39Zum Beispiel, was war das?
- 1:39:41Es war eine gebraten Entleber von Hans Haas mit so einer Kalbsschuh, Haselnüssen und Trauben.
- 1:39:49Ja.
- 1:39:50Und die Trauben pur, da waren die irgendwie konfierebreniert, aber ja, genau.
- 1:39:55Schon auch mit Biss.
- 1:39:57Und klar, irgendwie man macht Leber, seine Klassiker und dann so eine Kalbsschuh drüber.
- 1:40:04Ja, es war jetzt auch keine außergewöhnliche Kombination, wo man sagt, ja, gut, ich mache
- 1:40:09jetzt hier irgendwie ein bisschen gereifte Auslese dazu.
- 1:40:11Das passt, das greift auch die Trauben mit auf, aber es war eine 83er-früm-auslese-Goldkapsel.
- 1:40:20Und die Fruchtigkeit der Trauben und der Haselnüsse mit der Jü und genau den reifen
- 1:40:29Tönen von den 83er-Auslese-Goldkapsel.
- 1:40:32Das geht nicht besser.
- 1:40:36Es geht also 0,0, genau das getroffen.
- 1:40:39Und es hätte auch mit einem anderen Jahrgang und nicht Goldkapsel oder irgendwie hätte
- 1:40:44es vielleicht ganz gut funktioniert.
- 1:40:46Also das ist jetzt ja auch eine, kann ich ja nicht in eine normale Weinbekleidung packen,
- 1:40:4983-früm-Goldkapsel.
- 1:40:50Das war eine Veranstaltung.
- 1:40:53Die meisten gestern hatten einen anderen Wein, aber am Tisch vom Chef, der hatte noch irgendwie,
- 1:40:59weil den gab es die 83er und dann haben wir das zusammenprobiert.
- 1:41:02Boah, es geht einfach nicht besser.
- 1:41:05Wie würdest du das beschreiben?
- 1:41:06Ist es dann, dass es wie in einem so perfekten Konzert eine Sympiose ergibt oder supportet
- 1:41:13einer den anderen?
- 1:41:14Also gibt es da einen dominanten Partner und ein Fundament oder ist es einfach, würdest
- 1:41:19es dann eins und du hörst nur die Geigen singen?
- 1:41:22Also es gibt ja beides.
- 1:41:25Die einfache Weinbekleidung ist ja, du greifst die Komponenten auf, auf dem Gericht und
- 1:41:29so ist die gleichen Komponenten im Wein und sagst, kremiges, kräftiges Gericht, kremige,
- 1:41:35kräftiger Wein und dann schwingt das mit und das funktioniert.
- 1:41:39Was super sein kann, aber seltenst wirklich aufregend ist, richtig aufregend ist ja,
- 1:41:47wenn mehr dann passiert auf beiden Seiten.
- 1:41:49Und natürlich Kontraste entstehen, wo ich sage, ich arbeite mit Säure gegen Kremigkeit,
- 1:41:56um da durchzuschneiden.
- 1:41:59Und die Kontraste sind natürlich viel schwieriger zu finden oder stimmig in der trotzdem guten
- 1:42:08Kombination herauszufinden, weil es ja auch so ein bisschen trial and error ist.
- 1:42:13Dann sagst du, okay, ich will ja was mit Säure dagegen, aber es ist Säure und zu viel Säure
- 1:42:16und zu wenig Säure und was für eine Säure und welche Rebsorten Säure.
- 1:42:21Harmonisch eigentlich passt das ja aromatisch nicht, aber wodurch bildet sich der Kontrast?
- 1:42:26Bei einer Harmonie suche ich ja eindeutig nach den gleichen Aromen.
- 1:42:30Bei einem Kontrast gibt es ja 10.000 Möglichkeiten und es gibt ja viele Kontraste, die sich einfach
- 1:42:35beißen, wo ich sage, okay, das ist jetzt kein toller Kontrast.
- 1:42:39Aber am Ende ist das natürlich das viel spannere, weil dann ist ein Gang der Lecker ist, ein
- 1:42:43Wein der Lecker ist und dann beides zusammen denkst, wow, was passiert.
- 1:42:46Und beides verändert sich und das ist ja ein drittes Geschmacksbild, was beides kombiniert ist.
- 1:42:53Das dritte finde ich ist das so elementare, was man überhaupt nicht betrachtet und dann
- 1:42:57wenn einmal ergibt sich etwas, was ich finde, auch theoretisch nicht durchspielen kann.
- 1:43:02Kannst du es theoretisch oder hypothetisch oder ist es rein überprobieren?
- 1:43:06Das ist rein überprobieren und dann diese Sachen abspeichern, wo ich jetzt gesagt habe,
- 1:43:12die mit dem Hummer und dem Curry und dem Pino, das speichere ich ab und das nehme ich mit.
- 1:43:17Und all diese Kontrastkombinationen, die man hat, speichert man ab und in Zukunft, wenn
- 1:43:23es mal wieder irgendwelche Gerichte geben muss, so etwas Ähnliches hatte ich doch mal
- 1:43:27und da habe ich mit dem Kontrast gehabt.
- 1:43:29Und dann hangelst du dich da lang und mit jeder, da ist natürlich deine Erfahrung dann SSL,
- 1:43:34wo du sagst, das nimmst du jedes Mal alles mit.
- 1:43:38Und da findest du natürlich, je mehr du das machst und je mehr du probierst, immer mehr
- 1:43:43Kombinationen raus, die du abspeicherst und Möglichkeiten.
- 1:43:47Und das ist natürlich dann wahnsinnig spannend.
- 1:43:51Gestern Abend tatsächlich von wegen tolles Pairing.
- 1:43:54Wir waren hier im Chicago Williams beim ein bisschen Fleisch essen und hatten eine 99er
- 1:44:04Sociano-Melle dabei und am Ende haben wir noch ein Hühnchen.
- 1:44:09Ich war so, ich konnte gar nichts mehr essen.
- 1:44:10Aber ein halbes Hühnchen gegessen.
- 1:44:13Ein halbes Hühnchen geht trotzdem noch.
- 1:44:15Der Kollege hat ein bisschen mehr gegessen, ich habe wirklich noch probiert.
- 1:44:19Aber das war so, das ist richtig ordentlich gesmockt, also zum Smoker, also richtig Smoker
- 1:44:24herum und das hat das so perfekt getroffen mit diesem, also der 99er Sociano war auch
- 1:44:31zu dem Essen davor, super lecker und hat alles gepasst.
- 1:44:33Aber diesen Hühnchen war so plötzlich, passt, das greift die Reifenoten von dem Jahrgang
- 1:44:39jetzt, greift genau dieses Smokiness.
- 1:44:42Irgendwie schön, ist auch geil, wenn das einfach so passiert, wurde dann mega.
- 1:44:46Ihr habt die Flasche selber mitgebracht?
- 1:44:49Ja, wir haben sie selber mitgebracht.
- 1:44:50Magst du das?
- 1:44:51Also magst du es auch selber im Restaurant, wenn jemand seine Flaschen mitbringt?
- 1:44:52Oder findest du es?
- 1:44:54Ja, da war es wahrscheinlich, weil die nicht so eine riesen Weinkarte haben oder ihr den
- 1:44:58Wein im Keller hattet oder es gibt ja oft Beweggründe.
- 1:45:01Ich hab in Australien gearbeitet, da ist es ja gar nicht gäbe.
- 1:45:04Aber auch für uns aus anderen Gründen, weil die halt keine Alkoholizenz haben und auch
- 1:45:09anders berechtigt.
- 1:45:10Aber hier in Deutschland, jetzt wenn jemand ins Tantris gekommen ist und hat gesagt,
- 1:45:13ich würde gerne meinen Lugane selber mitbringen.
- 1:45:15Ja, also Lugane nein.
- 1:45:22Also, also tendenziell in einem Restaurant, in der großen Weinkarte mit Zommeliers,
- 1:45:34ist es ja, findest du, eher schwierig?
- 1:45:36Weil du ja sagst, also ich hab das immer verglichen, ich hab da auch Streitereien mit Gästen drüber
- 1:45:42gehabt.
- 1:45:43Richtig Streitereien?
- 1:45:44Also gehst du da richtig in den Disput?
- 1:45:47Mit dem Gast hatte ich Streitereien, weil der war auch dann sehr vehement.
- 1:45:51Das war wirklich mal so, dem hast du mal gesagt, da darf man, das war ein ganz alter Gast
- 1:45:56von früher, Paula Bosch, und da durfte auch immer was mitbringen.
- 1:45:59Dann sagst du, dann bringt eine eine Flasche mit und so.
- 1:46:01Und da hat er auch noch andere Sachen getrunken.
- 1:46:03Das nächste Mal wurde er aus der Flasche eine Magnum und aus der, das nächste Mal eine
- 1:46:073 Liter und da hat er gar nichts mehr von uns getrunken.
- 1:46:09Und irgendwann denkst du ja, sorry, aber bringst du jetzt auch noch deine eigene Pizza mit.
- 1:46:13Und das ist ja irgendwie...
- 1:46:14Auf der einen Seite ist es nicht egal, wenn ich es mir entsprechend entlohnen lasse und sage,
- 1:46:19was wäre mein Aufschlag, kann ich den nicht umlegen?
- 1:46:22Was wäre auch, ist die Frage ein richtiger Aufschlag?
- 1:46:24Also sind pro Flasche 50 Euro, 25, 150.
- 1:46:27Genau, das ist ja eine Grundsatzfrage.
- 1:46:29Aber für den Wein, den er mitgebracht hat, hätte ich ihm das nicht nehmen können.
- 1:46:33Und das kann ich ihm ja auch nicht...
- 1:46:34Also da ging es in den...
- 1:46:35Er hat das dann auch ungefragt gemacht und deswegen ging es in den Streitereien und da
- 1:46:38habe ich auch dann gesagt, Entschuldigung, aber ich meine, ich muss ja meine Arbeit nicht
- 1:46:42machen und so eine Weinkarte aufbauen, wenn dann die Leute ihr eigenes Zeug mitbringen.
- 1:46:46Und wenn das natürlich besondere Flaschen sind und Herzensflaschen oder ein Anlass.
- 1:46:50Und ich kann es jetzt privat keinen 1945er Wein von unserer Weinkarte leisten, aber hast
- 1:46:56noch einen Keller, die du trinken willst.
- 1:46:58Ja toll, wir probieren den, machen den auf und dafür habe ich den probiert und nehme
- 1:47:02euch ein einigermaßen vernünftiges Kockgeld ab.
- 1:47:05Was ist ein einigermaßen vernünftiges in dem Fall?
- 1:47:08Was würdest du als angemessen ermessen bei dem Wein?
- 1:47:11Ich habe meine Regel so 100 Euro gemacht, wo du auch irgendwie sagst, das ist jetzt
- 1:47:16nicht komplett übertrieben, aber es muss halt passen.
- 1:47:19Ich finde erstens müssen die Leute ordentlich anfragen und nicht einfach mit Flaschen zur
- 1:47:22Tür rein laufen, als wäre es das selbstverständlichste.
- 1:47:24Und wie gesagt, ich habe das auch verglichen, wo ich gesagt, naja, wie gesagt, du bringst
- 1:47:30ja auch nicht dein eigenes Sushi mit rein oder deine eigene Pizza.
- 1:47:33Das ist ja so eine Respektsache.
- 1:47:35Also wozu, wozu mache ich das?
- 1:47:36Ich war mal bei einer Kollegin hier in Deutschland in drei Sterne Restaurant und wir mit meinem
- 1:47:44Zombie Team und wir hatten eine sehr besondere Flasche und ich habe halt, wir hatten sowieso
- 1:47:49unser Budget war fix.
- 1:47:50Wir haben so viel Budget für uns alle, das werden wir ausgeben, plus dann trinkgeld und
- 1:47:54fertig.
- 1:47:55Für was wird es wie ausgeben und welche Wein ist am Ende burscht?
- 1:47:59Aber das werden wir ausgeben.
- 1:48:00Und ich habe gesagt, können wir die Flasche mitbringen, ihr könnt ein Kockgeld mitnehmen,
- 1:48:04dann machen wir noch Flaschen von euch, am Ende machen wir diesen Umsatz fertig aus.
- 1:48:07Egal für was, du kannst das Kockgeld auch sonst wie bemessen und dann trinken wir günstigere
- 1:48:11Flaschen von euch, ist egal.
- 1:48:13Ja, machen wir nicht so gerne.
- 1:48:15Fand ich sehr schade, wo ich sage, es ist ja win-win irgendwie so und man geht auch auf
- 1:48:21Kollegen ein und sowas finde ich einfach schön, wo man sagt, naja, wie gesagt, ich will das
- 1:48:25ja nicht um Geld zu sparen machen, sondern wir wollten wirklich diese besondere Flasche
- 1:48:29trinken und das irgendwie mit einbauen und ich, wenn ja der erste Mal Verständnis hat, das
- 1:48:32muss alles passen und man macht trotzdem Umsatz, nicht die Leute sagen, wie ich mir einen Flaschen
- 1:48:36mitbringen, aber keinen Kockgeld bezahlen, keinen Umsatz machen, das geht natürlich
- 1:48:39gar nicht.
- 1:48:40Und das fand ich sehr schade und das ist mir irgendwie auch im Kopf geblieben.
- 1:48:44Schade, wenn sich dann über so eine Sache herausarbeitet, dass dann so ein Geschmäck
- 1:48:51hinten anbleibt.
- 1:48:52Also wenn man es dann dem nicht politisch lösen kann oder höflich lösen kann oder
- 1:48:56sonst die ist, also das ist dann Kompromisse.
- 1:48:58Der Koch aus dem Restaurant war dann bei uns essen und der hat mir dann ein Zettel in
- 1:49:05die Hand gedrückt, wo die Weine drauf standen, die er trinken soll mit Anweisung, welche
- 1:49:09Weine dekantiert werden lassen sollen, wovon die Hälfte Weine waren, die die selber in
- 1:49:14ihrem Restaurant auf der Karte haben, wo ich auch sage, also das hat irgendwie auch keinen
- 1:49:20Respekt vor deiner Arbeit.
- 1:49:22Also das finde ich super schade.
- 1:49:25Also für dich irgendwie total Banane, das ist so ...
- 1:49:30Ich hoffe wir haben die Cockgeldsache jetzt zu gelügen.
- 1:49:39Wie lange hat es gedauert, bis du gut warst?
- 1:49:43Also sagst du, ich bin vorzeigbar und bin in einem Restaurant wie Tantris vertretbar.
- 1:49:47Das hat schon ein bisschen gedauert.
- 1:49:50Ja, ungefähr oder in Arbeitsstunden.
- 1:49:538 Millionen Arbeitsstunden.
- 1:49:55Sehr, sehr viele Arbeitsstunden.
- 1:49:57Also es ist was, was ich sehr stark tatsächlich kritisiere oder heute sehr schwierig finde,
- 1:50:03weil ich natürlich, wenn ich unsere Sommelandschaft so anschaue und auch junge Sommels, die wir
- 1:50:08hatten, und Kommisommels, die ich hatte, die sehr schnell sehr viel Verantwortung wollen
- 1:50:15und sagen, geil, ich will auch selber Sachen verkaufen und dann sage ich, ja kennst du die
- 1:50:192500 Wallen auf der Weinkarte, dann kannst du auch gerne Sachen empfehlen.
- 1:50:24Aber kennst du, also wie willst du denn eine Weile empfehlen, wenn du die halbe Weinkarte
- 1:50:28nicht kennst?
- 1:50:29Also das ist ja irgendwie immer die Grundversetzung, dass du die Weinkarte kennst und ich meine,
- 1:50:33da muss man sich halt hinarbeiten, das ist ja irgendwie normal.
- 1:50:35Also und du bist ja leider an dem Punkt heutzutage, da kann ja dann jeder Kommisommelier von mir,
- 1:50:42egal ob der Ahnung hat vom Tuten und Blasen oder jeder, der seinen IRK-Sommelier gemacht
- 1:50:46hat, kann ja in ein Sternrestaurant gehen.
- 1:50:48Du schaffst so mehr auf die Visitenkarte schreiben und ist dann der Sommelier, weil
- 1:50:53wir ja auch einfach das Personal fehlt und dann steht halt ein Sternrestaurant, die sagt,
- 1:50:56wir nehmen jetzt den, der sich bewirbt, egal wer das ist.
- 1:50:59Und dann hast du halt Sterne-Sommeliers mit beknackten Weinkarten, die nichts können,
- 1:51:06sage ich jetzt mal böse.
- 1:51:07Natürlich gibt es auch wahnsinnig tolle Leute, die tolle Sachen können, aber dieses auch
- 1:51:13mal diese ganzen Basics zu lernen, ich meine, da kannst du jetzt auch das Naturweinthema
- 1:51:18mit reinbringen, wo ich sage, es fehlen einfach unglaublich, fehlen auch gerade jungen Leuten
- 1:51:23diese Basics, weil sich das verändert hat im Vergleich zu früher, wo es erstmal hieß,
- 1:51:28ja, lerne doch erstmal deine Basics, es ist wie ein Koch, der keine Soßen kochen kann.
- 1:51:32Wo ich sage, ja, du kannst hier irgendwelche Schäumchen machen, aber wenn du keine Soßen
- 1:51:35kannst, dann ist wo ist das Fundament.
- 1:51:37Ich habe selbst Sommeliers in meinem Alter in Deutschland, da habe ich eine mitgebracht,
- 1:51:42nee, will ich nicht probieren, kenne ich schon.
- 1:51:45Ich sage, kennst den Jahrgang aus Stella?
- 1:51:47Nein, dringe ich nicht.
- 1:51:48Ich sage, ja, weil das ist eine Engsternigkeit, also will ich einen Schubladen denken und
- 1:51:52keine Ahnung, das bringt uns noch nicht weiter.
- 1:51:55Und dann hast du aber dann Sommeliers die Positionen kriegen in Restaurants, wo ich sage, ja, also
- 1:52:03das spricht nicht für unsere Branche irgendwie.
- 1:52:06Und ich hatte auch Sommeliers, die haben sich bei uns beworben und dann gesagt, nee,
- 1:52:12dann haben die eine Stelle im Dreisterner gekriegt und wir haben ein paar Dreisterner
- 1:52:16oder mit unglaublich schlechten Weinkarten in Deutschland, also mit die schlechtesten,
- 1:52:22die ich jemals in meinem Leben in irgendwelchen Dreisternern gesehen habe.
- 1:52:25Das ist ja toll für dich, in einem Dreisterner mit Dreistern des Service zu arbeiten, aber
- 1:52:30was bringt dir das denn als Sommelier, wenn du da nicht die Möglichkeit hast, eine Weinkarte
- 1:52:34zu schreiben und Weinenprogramme aufzubauen?
- 1:52:36Da hast du ja gar nichts von.
- 1:52:38Also fachlich.
- 1:52:39Außer dass bei dir jetzt dann bist du Dreisternersommelier und dann hüpfst du rum und sagst, geil,
- 1:52:44ich bin Dreisternersommelier.
- 1:52:45Aber ich finde das halt demlich, weil da geht es gar nicht mehr um die Fachlichkeit, sondern
- 1:52:49irgendwie dass du sagen kannst, du bist Dreisternersommelier, statt dass du mal sagst, also bleib
- 1:52:54mal zwei Jahre im Tantris und du kannst Sachen probieren.
- 1:52:57Danach hast du Sachen probiert, der kannst du einige Dreisternersommeliers zusammennehmen,
- 1:53:02die das nie getrunken haben.
- 1:53:03Und darum geht es doch auch am Ende, sich das aufzubauen, dass du sagst, ich bin so souverän,
- 1:53:11dass ich irgendwo hingehen kann und sage, ich baue mein Programm auf.
- 1:53:13Ich habe das gelernt und ich weiß wovon ich spreche und ich fühle mich da sicher.
- 1:53:17Wie lange dauert so was ungefähr in Jahren?
- 1:53:20Also was würdest du sagen, sind sie zwei Jahre Tantris, sind sie fünf Jahre, sind sie zehn
- 1:53:23Jahre?
- 1:53:24Ist ganz unterschiedlich.
- 1:53:25Also ich meine, ich bin im ...
- 1:53:26Ja, jedes anders, aber so pauschal, dass man sagen könnte.
- 1:53:28Ich habe damals nach zwei Jahren vom Justin übergenommen, als er gegangen ist im Tantris.
- 1:53:33Aber wäre ich ins Tantris reingekommen, also wäre er nicht da gewesen, ich hätte da nicht
- 1:53:39als Chefsommelier anfangen können.
- 1:53:41Auch ... also jetzt natürlich in einem anderen Laden kann man das, weil er kleiner ist und
- 1:53:46überschaubarer und man kann eine ganz andere Dimension, aber in so einen Laden kannst du
- 1:53:50nicht reinlaufen und sage ich bin jetzt hier der Chefsommelier, wenn du nicht dich dahin
- 1:53:56gebracht hast, das zu handeln, weil es zu viel ist, zu viel Einkauf, zu viel Kalkulation,
- 1:54:04zu viel Management, Weinkarte, wie gesagt Weinbegleitung, das ist ein Pace und da gibt's
- 1:54:10natürlich Restaurants auf der Welt mit Weinkarten, mit Größenordnung, mit Sommeteams.
- 1:54:16Da musst du so am Ball sein, da musst du so am Zack sein, da musst du deine Basics kennen.
- 1:54:21Und ich meine, wenn ich vergleichs mal mit Frankreich, wo natürlich Sommelier ist ein ganz
- 1:54:26anderen kulturellen Hintergrund haben, eine ganz andere Stellung, eine ganz andere Ausbildung,
- 1:54:31wenn du da irgendwie in einem Top-Restaurant stehst und kannst dem Gast irgendwie nix über
- 1:54:37den Unterschied zwischen Bataar und Chevalier-Morocchi sagen, dann zerrupft er dich in der Luft,
- 1:54:42weil er sagt, was bist denn du?
- 1:54:43Was bist denn du für ein Sommelier?
- 1:54:45Also das ist ja irgendwie ... ja, also es ist ja schwierig, weil in welchem Rahmen du
- 1:54:50kannst, in einem coolen Restaurant mit einer...
- 1:54:52spanischen Restaurant stehen und du hast nur spanische Weine und du hast keine Ahnung von Barolo und
- 1:54:56keine Ahnung von Bugund, dann kannst du trotzdem in Top Somme sein in diesem Rahmen, weil du sagst,
- 1:55:03ja ich kenne mich mega aus mit spanischen Weinen und wir sind ein spanisch Restaurant, das ist
- 1:55:07mein Ding. Und dann bist du in Top Somme in diesem Rahmen, deswegen ist ja immer die Frage, was hast
- 1:55:11du für einen Rahmen? Und es gibt auch Top Somme außerhalb von Sternerestaurants, wo du einfach
- 1:55:18sagst, da geht es auch gar nicht um Sterne oder fein Dining und es ist ja mega, was die Jungs im
- 1:55:23Wald jetzt machen in München. Und da passiert ja was auf einer Weinebene, die auch jetzt weggeht
- 1:55:30von Sternen oder sagt, kannst einfach geile Wein trinken und es ist geiler Service und nette
- 1:55:35Leute und die bauen eine geile Weinkarte auf, das was uns ja sowieso viel zu viel fehlt. Aber
- 1:55:41prinzipiell denke ich schon, dass da viel an Basics verloren geht und dass es auch ja dem Grundniveau
- 1:55:51nicht zukommt und wir hatten das vorhin vor der Aufnahme schon kurz, wenn dann halt auch die
- 1:55:59Auszeichnung dahingehend das uns grundsätzlich Auszeichnung kriegt und 50 beste Sommys ausgezeichnet
- 1:56:06werden für nichts, weil sich keiner deine Weinkarte anguckt und dein Weinprogramm, das gar keiner
- 1:56:11weiß, wofür wirst du eigentlich ausgezeichnet, dann ist ja die Frage, wo ist denn der Anspruch,
- 1:56:16als Sommie besser zu werden oder zu lernen oder irgendwie. Also das steht so in der Luft.
- 1:56:23Ist es gut oder nicht gut, dass solche Branchenauszeichnung, Pauschalenauszeichnung gibt?
- 1:56:28Ja, ich finde es grauenhaft. Also das ist halt das Thema, es gibt Aufmerksamkeit natürlich und
- 1:56:34es bringt eine Aufmerksamkeit zu Sommies, aber ich finde, es ist ja nicht qualitätsdienlich und
- 1:56:42dass alle das mitmachen und ich sage mal alles, was Sommie-Auszeichnungen sind von diversen
- 1:56:47Publikationen, kann ich auch gerne nennen, das ist mir egal, aber und ich will da jetzt auch
- 1:56:59die Leute nicht angreifen, die da tatsächlich dann immer hingehen und da sind auch tolle Menschen
- 1:57:03dabei und tolle Leute ausgezeichnet werden, aber keiner von denen würde ausgezeichnet für die Arbeit,
- 1:57:08die er gemacht hat. Bei dem einen geht es irgendwie über Facebook-Volts, bei dem anderen ist es
- 1:57:12hintenrum Politik. Wie gesagt, letztes Jahr habe ich einen Fallstaff telefoniert, die mich nominiert
- 1:57:19hatten, wo ich fragte, warum habt ihr mich mit denn nominiert, konnte er mir nicht sagen. Dann
- 1:57:23sagt er, wir sind ja auch kein Fachmagazin, das können wir gar nicht leisten. Irgendens Scout
- 1:57:27hat ihnen das gesagt, wo ich sage, ja, aber das ist ja blöd, ich will nicht ausgezeichnet werden.
- 1:57:30Also freue mich, wenn ich ausgezeichnet werde, wenn jemand kommt, der hat ein Weinenprogramm
- 1:57:36aufgebaut mit einer Tiefe, der hat eine geile Weinkarte, die einfach eine Diversität abdeckt,
- 1:57:43der schreibt eine tolle Weinbegleitung, das ist würdig ausgezeichnet zu werden, weil da eine
- 1:57:48bestimmte Qualität dahinter steht, die wir auszeichnen. Das finde ich gut, aber das macht ja
- 1:57:54keiner. Also kein schlimmer Atlas der Welt, die schmeißen halt die Dinger raus, alle
- 1:58:00rennen hin, machen Werbung für den schlimmer Atlas, indem sie dahin rennen, aber es ist
- 1:58:04doch irgendwie affig. Und dann rede ich ja auch mit Kollegen drüber, die sagen, ja, entweder
- 1:58:09ist es ja eine schöne Party, weil man trifft Kollegen und alle haben was zu trinken. Ja,
- 1:58:15okay, schön, aber die Party könnte ich auch ohne den, den, den die Auszeichnungen haben.
- 1:58:21Manche fühlen sich wirklich geerrt, weil sie dann sagen, geil, ich bin einer von den 50
- 1:58:25besten Zombies in Deutschland, wo ich sage, also wenn du 50 bester von irgendwas bist,
- 1:58:29ist das doch keine, also ich weiß nicht, wieso man sich dann da geerrt fühlen sollte, weil
- 1:58:36also 50 kann man auch 100, kannst du, weiß ich, weltweit ist vielleicht noch was anderes,
- 1:58:40aber, ich weiß noch nicht. Also und ich verstehe einfach nicht, dass es einem egal ist, wenn
- 1:58:47das nicht um eigentlich gar keinen Hintergrund hat. Also nicht wow, du hast gute Arbeit gemacht,
- 1:58:53sondern wow, du bist ein Zombie in einem Sternenrestaurant, deswegen kriegst du diese Auszeichnung.
- 1:58:58Die anderen sagen genau das, was du gesagt hast, es ist halt eine Aufmerksamkeit und
- 1:59:02jede Publicity ist irgendwie gut, wo ich sage, aber es bringt ja qualitativ uns nicht voran.
- 1:59:0620 Jahre. 20 Jahre sind ein Meilenstein, den man egal was man macht, feiern sollte und natürlich
- 1:59:29ganz besonders, wenn es um Wein geht. Hier geht es um den Illetraier von Frankaia, der seit 20 Jahren
- 1:59:35die Sense seiner Heimat und die Kunst des Weinbaus auf höchstem Niveau verkörpert. Es ist einer der
- 1:59:42Weine, die man nicht einfach nur trinkt, sondern die man tief in seiner Weinseele spürt, weil sie
- 1:59:47einem berühren, weil sie euch berühren. Warum? Okay, lasst uns gemeinsam zurückblicken. Stellt euch vor,
- 1:59:52es ist das Jahr 2002. An der Sonnenverwöhnten Mittelmeer Küsse Italien zwagt ein kleines,
- 1:59:57aber ambitioniertes Weingut, etwas ganz großes. Frankaia, ein Name der Damals schon für Qualität
- 2:00:03stand, entschied sich, eine neue Küwe zu kreieren, nicht irgendeine, sondern eine, das Terror,
- 2:00:08das Herzstück ihrer Heimat auf eine Weise ausdrückt, wie es noch nie zuvor geschehen ist. Und so
- 2:00:14wurde Illetraier geboren. Ein Name, der von einem Hügel auf dem Anwesen inspiriert wurde, der seit
- 2:00:191823 als Illetraier bekannt ist. Es ist ein Name mit Geschichte und ein Name mit Seele. Wisst ihr, was
- 2:00:26mich immer wieder fasziniert? Es sind die Orte, die uns etwas lernen können. Die Mareba ist so ein
- 2:00:32Ort. Diese Region in der Toskana ist ein Stück unberückte Natur, flache, nicht nährstoffreiche,
- 2:00:37sondern nährstoffarme Böden, durchzogen von verwitterten Sandsteinton, kombiniert mit der
- 2:00:42salzigen Prise des Mittelmeers. Hier auf einer Höhe von 75 bis 175 Metern wachsen die Reben
- 2:00:49vom Frankaia. Es ist, als hätte die Natur gesagt, hier soll etwas einzigartiges entstehen und glaubt
- 2:00:55mir, das hat sie. Lasst uns über Terror aussprechen. Ein Wort, das wir immer wieder hören, aber oft
- 2:01:00nicht vollständig verstehen. Terror ist nicht nur der Boden. Es bedeutet Klima, Landschaft, Tradition
- 2:01:05und die Menschen, die das Ganze interpretieren und mit der Natur arbeiten. Es ist die perfekte
- 2:01:10Harmonie all dieser Elemente, die ein Wein wie Illetraier möglich macht. Tagsüber genießen
- 2:01:15die Reben die Wärme der Sonne. Nachts bringt die kühle Brise vom Meer Entspannung. Dieses
- 2:01:20Gleichgewicht, diese Balance ist es, was diesen Wein so außergewöhnlich macht. Als die Illetraier
- 2:01:26im Jahr 2002 zum ersten Mal produziert wurde, bestand die KW aus 60% Cabernet Sauvignon,
- 2:01:3130% Sanctuevese und 10% Petit Véreux. Schon damals war der Wein beeindruckend,
- 2:01:36aber Frankaia wollte mehr. 2009 überarbeiteten die diese Kombination aus verschiedenen Rebsorten
- 2:01:44und kreierten die Komposition, die wir heute kennen und lieben. 40% Petit Véreux, 40% Cabernet Sauvignon
- 2:01:51und 20% Cabernet Franc. Jede dieser Rebsorten spielt ihre eigene Rolle. Der Cabernet Sauvignon sorgt
- 2:01:56für die Tiefe und Struktur. Petit Véreux bringt Fülle und Kraft, während Cabernet Franc
- 2:02:01Eleganz und Frische hinzufügt. Es ist, als ob jede Traube ihre eigene Melodie sinkt und zusammen
- 2:02:08entsteht eine Symphonie. Aber wisst ihr, was wirklich beeindruckend ist? Der Prozess der
- 2:02:13Entstehung. Ein großartiger Wein kreiert sich nicht einfach so über Nacht. Nach der Ernte reift
- 2:02:19Illetraier 18 Monate lang im besten französischen Eichenfässern. Und wir sprechen hier nicht von
- 2:02:24irgend einer Eiche. Das Holz stammt von den besten Küfern wie Francois Frére und Silver. Das
- 2:02:30Toasting der Fässer wird sorgfältig abgestimmt, um nur das Beste aus jeder Rebsorte herauszuholen.
- 2:02:35Und nach der Fassreife wird der Wein noch zwölf Monate in der Flasche verfeinert. Seit 2019
- 2:02:42geht der Prozess sogar noch weiter. Der Wein bleibt drei Monate in unbehandelten Metontanks,
- 2:02:46um Harmonie und Balance zu perfektionieren. Das ist wahre Handwerkskonst. Doch was ich am
- 2:02:52Prankaya so liebe, ist ihr Engagement für die Natur. Sie verstehen, dass großartiger Wein nur
- 2:02:57aus einer gesunden Umwelt entstehen kann. Ihre Weinberge sind vollständig biologisch bewirtschaftet.
- 2:03:01Das bedeutet, dass sie die Erde nicht nur nutzen, sondern auch schützen. Ganzjährige
- 2:03:05Begründung hilft nicht nur gegen Erosion, sondern bereichert auch die Flora und Fauna. Und
- 2:03:09wisst ihr was? Sie verwenden leichte Flaschen, um ihren CO2-Fußerdruck zu reduzieren. Denn dieser
- 2:03:15wird zu 70 Prozent von der Flasche beeinflusst. Das ist Nachhaltigkeit in Aktionen. Aber Prankaya
- 2:03:20geht noch weiter. Sie sind equalitersertifiziert. Diese Zertifizierung ist mehr als nur ein
- 2:03:24Symbol. Es ist ein Versprechen. Sie garantiert, dass das Weingut in allen Aspekten nachhaltig
- 2:03:29arbeitet. Ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Das bedeutet, dass sie nicht nur an die heutige
- 2:03:34Generation denken, sondern auch an die, die noch kommen werden. Wie schnell wen hat der Name
- 2:03:38Ila 3 eine ganz besondere Bedeutung erstammt von einem Hügel, der seit 1823 so genannt wird.
- 2:03:43Damals wuchsen noch viele buschartige Bäume namens Ila 3. Heute ist der Hügel der Ort,
- 2:03:50an dem die besten Petitvertureben wachsen. Es ist ein Ort voller Geschichte. Ein Ort,
- 2:03:55der die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Und natürlich trägt auch das Auge mit und
- 2:03:59lasst uns bitte das Design nicht vergessen. Ursprünglich hatte Ila 3 ein eigenes Indikett,
- 2:04:04das sich deutlich vom Prankaya-Loga unterschied. Doch 2009, mit der Überarbeitung der Cue
- 2:04:10entschied man sich das Design in die Prankaya-Familie zu integrieren. Zum 20-jährigen Jubiläum wurde
- 2:04:15der Look erneut überarbeitet. Jetzt erstrahlt Ila 3 ein elegantes Design, ergänzt durch
- 2:04:21feines Seidenpapier und eine stilvolle Box. Es ist ein Wein, den nicht nur schmeckt und fasziniert,
- 2:04:26sondern alle Sinne beeindruckt. 20 Jahre Ila 3 muss man feiern. Und vielleicht ist es einfach
- 2:04:32schön, die Kraft der Vision, die Magie der Natur, den Mut immer nach Hüerem zu streben. Oder einfach
- 2:04:37Ila 3 oder den Schöpfer Prankaya oder den deutschen Importeur das Handelshaus Schlumberger zu feiern.
- 2:04:43Cheers!
- 2:04:44Und das ist das gleiche Problem, was wir mit Sterne Restaurants heutzutage haben, meiner Meinung
- 2:04:58nach. Für was steht der Michelin? Und der Michelin ist schon natürlich der einzige Auszeichnung
- 2:05:06oder einer der wenigen, die irgendwie der Aussage Kraft haben, weil sie anonym ist im Vergleich
- 2:05:10zu anderen, wo du weißt, der Tester kommt und alle kriechen ihn in den Hintern. Und du hast die
- 2:05:14in München wie in Berlin die alten Leute, die da rumrennen und engstirnig sind wie sonst was.
- 2:05:23Und der eine in München hat mich jahrelang einfach immer nur angeschrien und ich wusste überhaupt
- 2:05:27nicht, was los ist. Und da ist natürlich ein anonymer Tester, das einzige, was irgendwie eine
- 2:05:33Sachlichkeit dahinter hat. Aber die Vergabe ist ja, also was in Asien Stern kriegt, bei uns
- 2:05:39kein Stern, es ist ja keine Einheitlichkeit dabei. Und was bei uns mittlerweile ein Stern kriegt,
- 2:05:44ja, ist halt manchmal entweder es ist langweilig, es ist abschreckend und eigentlich müssten ja
- 2:05:49diese Hürde zu den Einsternen einfach zu hoch und eigentlich müssten Soul Food Restaurants,
- 2:05:55die einfach auf einem geilen Kochniveau, aber wo ich nicht acht Gänge essen muss, sondern sage,
- 2:06:02geil, das bestelle ich mir nochmal und ich gehe da morgen wieder hin und dann gibt es da was anderes
- 2:06:05zu essen und die kriegen trotzdem Stern, weil die geil kochen. Das müsste ein Stern kriegen,
- 2:06:09damit sich bei uns was ändert. Aber alle Köche, die Ambitionen am Stern zu kochen, kochen natürlich
- 2:06:14nicht so, weil sie ein Stern wollen, deswegen machen sie halt ihre Lachsforelle im Buttermilchschräumchen
- 2:06:20mit Gurke, keine Ahnung, was du 10.000 mal gesehen hast und irgendwie, es ist ja langweilig. Und es
- 2:06:28bringt uns ja nicht voran. Und ich meine, wir haben so Probleme, die Restaurants sind zu teuer,
- 2:06:35alle Wein, alle Restaurants in München, alle normalen Restaurants sind voll. Es gibt schon
- 2:06:41drinnen, warum die Sterne Restaurants natürlich das struggling und diese Hürde müsste eine andere
- 2:06:46sein. Ich glaube, das Problem ist ein anderes. Also ich glaube, dass man, also es ist zum einen von
- 2:06:52Seiten der Gastronom, von der anderen Seite von den Seiten der Konsumenten, dass man dem Michelin
- 2:06:57dafür verantwortlich macht und eben auch sagt, die Hürde ist zu hoch und ein Asien von mir,
- 2:07:02also da geht es auch, dass ein Streetfood-Kücher ein Stern bekommt. Dort gibt es vielleicht andere
- 2:07:07Parameter, aber letztlich steht der Michelin ja für eine gewisse Art von Küche, für eine gewisse
- 2:07:10Aussage und diese Aussage halten sie ein. Und ich finde es genauso wie zum Beispiel ein Parker-Bewertung,
- 2:07:16dass man sagt jetzt, warum kriegt dieser Wein eine andere Parker-Bewertung. Parker hat einen ganz
- 2:07:19klaren Geschmackstil, diesen transportiert er, sagt ganz klar, dass es bei mir 90 ist,
- 2:07:24bei mir 100 Punkte und ist da sehr geschmackssicher. So empfinde ich den Michelin gewisserweise auch
- 2:07:28als geschmackssicher. Also ich mag diesen Steiffen-Restaurant in Deutschland und da kriegen
- 2:07:33die Restaurants die und die Bewertung. Dass ich das auf die gesamte Gastronomie und gesamte
- 2:07:38Geschmackslandschaft dann irgendwo nicht spiegeln kann. Es gibt halt kein Bewertungsgremium für
- 2:07:46Geschmack oder für Soulfood oder für Streetfood oder was auch immer in Deutschland, in Europa,
- 2:07:52die sich dem widmen. Warum muss ich den Michelin dafür verantwortlich machen, dass er diese
- 2:07:56Küchen nicht auszeichnet? Weil er sagt, ich brauche halt Messer und Gabel in der Hand oder ich
- 2:08:01brauche halt keine Ahnung, zwei Kellner oder was auch immer. Ja, aber der Michelin hat ja nicht
- 2:08:05andere Richtlinien in Deutschland als woanders. Also das ist ja, ja die Richtlinien sind ja also
- 2:08:11Parker-Bewertet in Deutschland auch anders als in Kalifornien. Ja, wobei Parker natürlich auch
- 2:08:18andere Verkoster da hat und natürlich hat Michelin auch einen da. Ja, aber das ist natürlich auch
- 2:08:22internationale. Man muss auch den Michelin nicht als einzigen dafür verantwortlich machen.
- 2:08:30Ja, es gibt keine anderen. Es gibt keine anderen, der in dem Sinne wirklich im Sinne vieler, das
- 2:08:35möchte ich jetzt auch gar nicht globalisieren, aber im Sinne vieler so glaubwürdig ist wie der
- 2:08:40Michelin oder der eben sich auch in diesen Tiefsinn über die Jahre und mit dieser Glaubwürdigkeit,
- 2:08:46Authentizität, Beständigkeit präsentiert. Absolut. Und daher nimmt man den Meister und plus Ultra.
- 2:08:54Aber man kann sie mir trotzdem auch vorwerfen, wo man sagt, wieso funktioniert das in anderen
- 2:08:58Ländern und nicht bei uns. Also man könnte ja mal drüber nachdenken, dass man sagt,
- 2:09:01wofür soll ein Stern stehen. Das kann man das ja auch verändern.
- 2:09:06Das kann man das ja auch verändern. Und ja, dann wäre es dann vielleicht ein nächster Step,
- 2:09:09wo man sagt, man möchte die Gastronomie nochmal anders betrachten. Aber warum macht
- 2:09:13das nicht ein anderes Gremium dann irgendwo? Nicht dem Michelin? Also warum widmet sich
- 2:09:16nicht jemand anders dem, der einfach sagt, wir nehmen Easy Food und geben dem fünf Lenkräder
- 2:09:24oder drei Lenkräder oder was da immer? Ja, weil es irgendwann, es ist ja auch inflationär. Also
- 2:09:29ich mein, so viele Lenkräder und Auszeichnungen und Hauben und irgendwas. Ich meine, da blickt ja
- 2:09:34kein Mensch mehr durch und es, normalen Mensch interessiert es dann irgendwann auch nicht mehr.
- 2:09:38Ich meine, der guckt aufs dann aus seine Google-Sterne oder irgendwas. Aber der Stern ist ja das Problem,
- 2:09:43dass er abschreckend im Moment wird für viele Gäste, als dass es irgendwie dem Restaurant was
- 2:09:49bringt. Der kriegst ein Stern, plötzlich bist du nicht mehr voll, weil die Leute nicht...
- 2:09:52Weil sie glauben, es ist teuer und... Und natürlich, vielleicht müssen auch Sternrestaurants,
- 2:09:57die schon Stern haben, dann einfach vorangehen. Haben wir jetzt ja auch Sternrestaurants,
- 2:10:01die dann zugemacht haben, als Bistro wieder aufgemacht haben und bumsvoll sind. Also man
- 2:10:05sieht ja, dass andere Konzepte besser werden. Oder den Tourism-Leaks-Angebot wie hier in
- 2:10:08Berlin haben und einfach sagen, wir versuchen, das Zeitgeist, die auch ein wenig zu nutzen.
- 2:10:13Aber da gehen wir ja wieder vom Sommethema weg, wo ich sage, es geht ja darum, diese Branche zu
- 2:10:21stärken und die Kompetenz in dieser Branche zu stärken und dass das attraktiv ist und das aber
- 2:10:28auch irgendwo klar ist, was ist denn, also was ist denn attraktiv? Worin liegt das? Bist du,
- 2:10:34hast du es geschafft, wenn du drei Sterne ins Sommethe bist und eine schlechte Weinkarte hast,
- 2:10:38weil du drei Sterne da stehen hast? Also was ist denn, wo willst du denn hin? Willst du der Beste
- 2:10:43sein? Willst du der Beste auf der Bühne sein und gewinnst hier Meisterschaften und hast aber
- 2:10:49trotzdem eine schlechte Weinkarte? Gibt es auch? Wo ich sage, wow, ich habe den höchst ausgezeichnet,
- 2:10:53dass es ein Sommethe, den es da irgendwie gibt, aber gucken wir die Weinkarte an und kippen um,
- 2:10:57weil ich sage, das ist ja, also das kann es ja auch nicht sein. Und darüber wird aber auch wenig
- 2:11:03gesprochen. Also Respekt, wie gesagt, auch vor allen Leistungen auf Bühnen, die Leute bringen
- 2:11:08und vor dem Fachwissen, was Menschen haben, aber das bringt ja unsere Weinkultur und unser
- 2:11:13Weintrinken und unsere Branche nicht weiter, sondern du musst ja irgendwie schauen, ja, wie gesagt,
- 2:11:20was macht denn einen guten Sommethe aus und wenn man dafür dann auch ausgezeichnet werden würde und
- 2:11:26nicht für nichts ausgezeichnet wird, dann wäre das ja auch klar, was erstrebenswert ist. Und bei
- 2:11:31Köchen haben wir natürlich unsere großen Köche, wo du als junger Koch arbeiten willst für deinen
- 2:11:37Lebenslauf und was lernst und weißt, wenn du bei dem gelernt hast, dann hast du es geschafft und
- 2:11:42das gibt es halt bei Sommethe nicht. Es fehlt oftmals so dieser ganz, ganz klassische Entwicklungsweg,
- 2:11:48also dass man, wie war das bei dir? Also wie hast du angefangen, so ganz im Urschleim angefangen?
- 2:11:53Mir hat das immer gefehlt. Ich hatte das Wahnsinnig gerne gehabt, diesen Mentor dieses...
- 2:11:58Zurück zum Urschleim. Wie fing das bei dir an? Also wo hast du Weinen gelernt? Wann hast du
- 2:12:03deinen ersten Weinmoment? Ich habe nicht diesen AHA Moment, den manche haben, die
- 2:12:08diesen einen Wein getrunken haben und plötzlich so "Wow". Das gab es bei mir nicht. Ich habe
- 2:12:13Hotelmanagement studiert in Holland, in Irland, habe nebenbei immer eine Gastro gearbeitet,
- 2:12:19um es auch zu finanzieren, einfach das Studium. Und da ging das schon viel, ja, war am Anfang früh
- 2:12:26schon irgendwie auch zu Hause ein bisschen Cocktails gewechselt und so Getränke affin. Und dann
- 2:12:30ging das mehr. Ich habe dann auch neben dem Studium in Wein Restaurants gearbeitet,
- 2:12:35habe dann Weinkurse im Studium gehabt und dann ein Weinprogramme schon mit übernommen in Restaurants,
- 2:12:42wo es nicht richtig in Sommethe, in Dappeln war, Wein damals sowieso sehr, sehr, sehr stiefmütterlich.
- 2:12:47Und natürlich stehe ich da in Feind-Eining und mache da den Wein und keine Ahnung. Da hast du dann
- 2:12:52zuerst mal irgendwie eine Latour im Glas, hast aber eigentlich noch gar keine Ahnung, aber die
- 2:12:57Leute, die da diieren, die da arbeiten, haben noch weniger Ahnung, weil ist das halt kein Weinland.
- 2:13:01Und die Flaschen liegen irgendwie direkt unter einer warmen Lampe, wo du denkst, okay, die Hälfte
- 2:13:07ist wahrscheinlich schon kaputt. Und so ging das weiter und mehr mit Wein beschäftigt und mehr
- 2:13:14Feind-Eining. Und nach dem Studium habe ich gedacht, ich will nicht irgendwo im Büro sitzen. Ich bleibe
- 2:13:19einfach in der Gastro, obwohl ich Hotelmanagement studiert habe. War es eine bewusste Entscheidung,
- 2:13:24dass du oder bist du da reingerutscht und sagst, ich brauche das Geld? Das nebenbei arbeiten.
- 2:13:28Nee, dass du sagst, ich bleibe in der Gastro, wenn ich im Büro sitze. Also war das so eine richtige?
- 2:13:33Nee, das war die Entscheidung, wo ich gesagt habe, ich will nicht, also das macht mir keinen Spaß.
- 2:13:36Ich will nicht den ganzen Tag in dem Büro von einem Computer sitzen irgendwie, sondern ich will
- 2:13:40mit Leuten und irgendwie draußen. Und ich finde, ich finde schon dieses, dieses, also ich meine,
- 2:13:46das ist, ich liebe Gastro für das. Es ist irgendwie hart und es ist, also ich finde diesen, diesen
- 2:13:53alten Stolz von Leuten, die man dann ja weiß noch bei uns damals und wir haben 100 Stunden
- 2:13:58gearbeitet und wurden getreten. Ja, natürlich, das war nicht cool. Und das ist auch gut, dass das
- 2:14:02weniger wird und dass das thematisiert wird. Und natürlich war das nicht alles cool. Aber ich,
- 2:14:07ich mag schon dieses, ach, eine Leidensfähigkeit von der alten Gastronomie und irgendwie wenig
- 2:14:15Schlaf und was man alles mitgemacht hat. Das ist schon entweder man liebt es oder nicht. Und das
- 2:14:20ist, ja, ich habe das halt geliebt. Und wahrscheinlich wie dieses Rockstar-Feeling, wenn du auf Tour bist,
- 2:14:26dann irgendwie einmal durchgebracht. Genau, wie so ein Rockstar-Feeling, nur dass man natürlich
- 2:14:30leider nicht das verdient, wie so ein Rockstar. Ja, wir alle auch nicht. Also die meisten sind ja
- 2:14:35irgendwie. Aber das ist der Lifestyle, das ist wie wenn du das Kitchen Confidential von Anthony
- 2:14:40betteren liest. Und das war ja so mit der erste, der mal das 90er, das glaube ich irgendwie
- 2:14:45zum thematisierten Teil. Behind the Scenes, obwohl so geht es ab in der Gastronomie und die Stories,
- 2:14:50die da rauskommen. Und ich meine, jeder Vollblutgastro kann die Stories erzählen. Ich kann die
- 2:14:56Stories erzählen, da denken sie, das ist ja unfassbar. Die kannst du teilweise ja gar nicht den
- 2:15:01Leuten erzählen, weil es einfach zu absurd ist. Und das ist natürlich schon cool, wenn man das so
- 2:15:05richtig lebt und diese Gastro-Familie und irgendwie der Schmerz schmeißt uns zusammen. Genau, und
- 2:15:13das ist irgendwie, ja man liebt das schon. Und das ist natürlich, natürlich ist das ein Punkt, wo du
- 2:15:18sagst, das kann man auch bestimmte Jahre in seinem Leben machen. Aber es geht auch natürlich nicht
- 2:15:24bis 65, dass du das durchziehst, dann bist du irgendwie kaputt. Und man sieht kennt genug Leute,
- 2:15:31die das bis ins hohe Alter gemacht haben. Die meisten haben die 65 schon mit 35 erreicht. Genau,
- 2:15:36und Alkoholiker sind und irgendwie komplett kaputt. Und das ist, also das kann es natürlich nicht
- 2:15:41sein. Also du musst eigentlich Wege schaffen, die du halt in dieser Branche alt werden kannst,
- 2:15:47eine Familie haben kannst und das sich vereinbaren lässt. Das wäre natürlich eigentlich das Ziel.
- 2:15:52Aber trotzdem ist immer noch, also ich bin auch keiner, der sagt, du musst dem Spitzn-Restaurant
- 2:15:59arbeiten und nach 30 Stunden Woche haben, wenn du eine Spitze arbeiten willst, ist das viel Arbeit.
- 2:16:03Und das ist auch okay. Also ich habe keinen Problem mit viel Arbeit. Aber da ist ja auch die Frage,
- 2:16:11was hast du für eine Position und wer bist du? Und dann halt Leute auszunutzen, die nicht die
- 2:16:15Verantwortung haben und sonst wen, die dann da ihre 80 Stunden reisen, das geht natürlich nicht.
- 2:16:20Anyway, das war sehr bewusst. Da bin ich in der Gastronomie geblieben und habe in der Gastronomie,
- 2:16:26ich habe in Belgien im Hotel gearbeitet. Ich war in Australien am Arbeiten. Also ich habe auch
- 2:16:32weltweit ein bisschen die Erfahrung gemacht und von extremen, wenig Schlaf, extrem Stunden über
- 2:16:40Weinbars, über alles Mögliche. Und immer Wein oder war es dann mehr Service mit Weinbefugten?
- 2:16:45Ich habe als Barkeeper gearbeitet. Ich habe mal im FMB Büro gearbeitet. Ich habe viel Service
- 2:16:50gemacht, Wein mitgemacht. Ich habe Feind Dining, wo ich nicht als Wein, als Zombie da war. Und ich
- 2:16:58habe Weinprogramme schon gemacht und dann ging das immer mehr Richtung Wein. Und dann irgendwann
- 2:17:04habe ich gesagt, okay, da ich mache den Zombie auch wirklich noch als Ausbildung, habe ich den
- 2:17:08IHK Zombie gemacht und bin mehr und mehr in die wirklich voll Wein Richtung gegangen und dann
- 2:17:13aber voll Gas mit viel Reisen, viel Lernen. Ich glaube, ich habe mehr Weinbücher zu Hause als
- 2:17:18ich. Und dann natürlich irgendwie, aber das war ganz viel übers Autodidaktische. Ich habe ein
- 2:17:28schönes Wein-Netzwerk, aber ich fand es zum Beispiel schade, ich hatte super Pech. Ich kenne
- 2:17:32Freunde von mir, die sich bei IHK Zombie waren und die mit den Leuten immer noch befreundet sind
- 2:17:38oder kennen, mit denen sie da im Kurs waren. Mein Kurs, ich bin der einzige, der überhaupt bestanden
- 2:17:44hat aus dem ganzen Kurs. Da gab es Leute, der einen hat es im Nachgang bestanden, der musste
- 2:17:49nochmal wiederholen. Aber da waren einfach Leute drin, also nicht, weil ich sage, ich bin so toll
- 2:17:55und gar nicht schwierig. Aber weil da Leute drin saßen, die haben gar keinen Bock auf Wein. Da saßen
- 2:17:59innen drin, da hat gar kein Alkohol getrunken. Der hat einfach nur auswendig gelernt, hat dann in den
- 2:18:04Wein reingerochen und dann hat er runtergerattet, was er über diesen Wein auswendig gelernt hat.
- 2:18:08Also komplett abstrus und Leute, die von Arbeitgebern hingeschickt wurden und
- 2:18:13keine Ahnung was. Also da habe ich nicht viel mitgenommen und dann war das viel autoditaktisch,
- 2:18:19immer viel. Den Mentor gab es eigentlich dann? Nein, und den Mentor gab es eigentlich nie und ich finde
- 2:18:25das schon schade. Also ich finde das ein schönes Gefühl, wo man sagt, jemand kümmert sich,
- 2:18:32der pusht in die richtigen Richtung, gibt einen Denkanstöße. Also es ist ja egal, ob das jetzt
- 2:18:38ein Wien ist oder nicht. Ja, das ist ja wahnsinnig wichtig. Auch beim Verkosten. Also Verkosten zu
- 2:18:45lernen und wie Verkosten und wie man den Wein einschätzt. Und ich meine, das auch zu lernen.
- 2:18:51Also kennt man auch alles, wenn man das erste Mal einen richtig alten Riocha oder Vega Sicilia
- 2:19:00aufmacht und denkt, wow, bloß keine Luft, weil das ist ja so viel sekundär herum. Keine Ahnung,
- 2:19:05was man versteht, diese Weine noch nicht. Und eigentlich muss der sechs Stunden in die Karaffe,
- 2:19:09bevor der anfängt zu singen, weil diese Art von Wein und diese Art von Reifer herum andere sind.
- 2:19:14Aber das muss ja es lernen. Aber es könnte ja auch jemand erklären und sagen, guck mal,
- 2:19:20oder er hat gerade den Wein aufgemacht an dem Tisch und dann kommt er mit dem Bürobeglas zu dir
- 2:19:24als Jungspund und erklärt dir das und sagt, probier mal. Und das ist aber bei den Weinen so und
- 2:19:29probieren den dann in zwei Stunden nochmal. Und du hast stattdessen das irgendwie mit der
- 2:19:33trial and error und keine Ahnung. War das für dich deine Aufgabe, als du selber aktiv warst
- 2:19:37und federführend, dass du gesagt hast, ich möchte diesen Staffelstab weitergeben oder
- 2:19:43fehlt da oftmals im Alltag die Zeit? Nee, immer. Also auch zwischendurch. Wir haben, also ich bin
- 2:19:50kein Freund vom während der Arbeit trinken, auch einfach, weil wir natürlich Alkohol sehr viel
- 2:19:56ausgesetzt sind und sehr, sehr regelmäßig und aber während der Arbeit probieren oder eine
- 2:20:03Flasche hinten aufmachen und wir haben das im höchsten Stress mit 120 Gästen, keine Ahnung,
- 2:20:10hast du ja eine Sommi Station, drei Gläser stehen, keiner weiß was drin ist und du hast es an
- 2:20:14irgendeinem Tisch aufgemacht und dann, wenn du mal wieder irgendwie aneinander vorbei rennst,
- 2:20:19komplett gestresst und innerlich am kollabieren, bist du so, sag mal, war das das oder das? Nee,
- 2:20:24falsch, rat noch mal oder die Sachen zuschiebst und so. Aber vor allem auch, also ich habe,
- 2:20:33ich habe diese, ich habe ganz viele Beispiele gelernt, wie ich es nicht machen will, an
- 2:20:38negativ Beispielen. Gesehen, wenn du in der freien Wildwelt warst oder? Aus meiner eigenen
- 2:20:43Arbeitserfahrung und quasi negativ Beispiele gehabt, wo ich einfach sage, genauso will ich es nicht
- 2:20:48machen. Also das menschliche oder fachliche? Beides. Und das war quasi wie ein, wie ein
- 2:20:53Antimethode, sprich man lernt durch negativ Vorbilder, wie man es nicht machen will. Und das fand
- 2:21:02ich immer das allerwichtigste und da gibt es natürlich ganz viele Charaktere und Menschen und
- 2:21:07Ego-Menschen und vorhin hatten wir das Thema mit, ist es die Aufgabe von einem Sommi laut und so zu
- 2:21:12sein. Also du bringst auf jeden Fall niemanden weiter, wenn du natürlich zu viel an dich reißt.
- 2:21:20Und wenn ich jetzt sage, das ist irgendwie der Megatisch, ja, die trinken hier super teure
- 2:21:25Weine und ich muss das jetzt alles machen, weil ich bin der Chef-Sommilier, ja, dann wird auch
- 2:21:31kein Sommi bei dir bleiben, weil er sagt, ja, was kann ich denn mal machen? Also alles zu seinem
- 2:21:36Zeit und seinem Ort und natürlich kann ich jetzt nicht irgendein Komi, der keine Ahnung hat, an
- 2:21:40so einen High-End-Tisch-Stellen, die da uraltes Zeug trinken, das muss alles natürlich fachlich
- 2:21:45passen und dass du das handeln kannst, aber dass ich dann trotzdem selbstverständlich auch dem
- 2:21:50kleinen Komi-Sommi den Schluck zum Probieren gebe. Und wenn ich jetzt irgendwie schon dreimal
- 2:21:5617er-Eche so aufgemacht habe, ja, was soll ich denn viertes Mal aufmachen, dann schicke ich halt den
- 2:22:01Sommi, der dann zum ersten Mal seinen Romanikrondi aufmacht und sich freut wie ein Keks, ja,
- 2:22:06stattdass ich rumrenne und sage, nee, nee, nee, die Tische, alle, für mich, ja, was habe ich
- 2:22:11denn davon? Ich habe was davon, wenn ich ein Sommi-Team habe und die happy sind, da zu arbeiten.
- 2:22:18Und das war mein größter Stolz in meinem Jahr, wo ich gesagt habe, immer nicht den krassesten
- 2:22:24Weinkelle zu haben oder weiß nicht, wie oft Romanikrondi aufzumachen, alles schön und gut. Aber
- 2:22:29es gab eine Zeit, da hat keiner so ein Sommi gefunden in Deutschland, weil es irgendwie keine
- 2:22:33Bewerbungen, keine auf dem Markt und alle Hände ringen und kennt jemand. Und wir waren zu fünft.
- 2:22:37Und er gesagt, wie geil ist das denn? Und diese Vorstellungen so, du bist so das geile, du bist
- 2:22:47stolz drauf und selbst ein Kommi irgendwie, der nun ein Kommi ist, rennt rum und sagt,
- 2:22:51waah, weißt du, was ich probiert habe, weiß du, was ich gelernt habe, weißt du wie? Das,
- 2:22:55das finde ich geil, das ist super. Und das finde ich, macht dann auch Spaß. Ich meine, ist dann
- 2:23:03auch frustrierend, wenn es dann, wie gesagt, die dann irgendwie, die Leute kommen hier und sagen,
- 2:23:07irgendwie eine Verantwortung und irgendwie dann gehen sie nach drei Wochen und werden irgendwie
- 2:23:11Chefs Sommi in irgendeinem Sternrestaurant und sagen, I don't know. Vielleicht habe ich dann
- 2:23:16nicht genug vermittelt. Sommi war sich zu fein, dann mal ein Bierfass aus dem Keller hochzuholen,
- 2:23:23wo ich sage, also sorry, ich bin aber Sommelier, wo ich sage, wie viel Bierfess habe ich schon in
- 2:23:28meinem Anzug hier hochgeschleppt habe. Der Gast hat Durst, du bist jetzt gerade hier und hast
- 2:23:33Zeit, holt uns fast. Also worüber reden wir denn hier? Ja, porzellare Allergie von Sommeliers und
- 2:23:39alles. Also ich meine, kann man ja über so vieles reden. Aber insgesamt finde ich es halt schade,
- 2:23:44weil für mich ist Stefan Gast zum Beispiel diese alte Schule, die noch existiert. Die
- 2:23:49ganzen anderen alten Hasen, die wir mal hatten, sind natürlich rausgegangen. Ne Paula Bosch ist
- 2:23:53nicht mehr Ende Gastronomie, denn Herr Riktor ist nicht mehr Ende Gastronomie, weiß nicht wie
- 2:23:57Santana ist nicht mehr Ende Gastronomie. Also du hast ja wahnsinnig viele von denen, die mal Sommeliers
- 2:24:01waren, die auch schon alle rausgegangen sind. Und da fehlen natürlich diese alten Mentoren und
- 2:24:08Leuten, wo man so ein bisschen sagt, das sind hier die Vorbilder, die auch zeigen, wie es geht. Und
- 2:24:13dadurch, dass wir ja auch nicht viele große, gute Weinkarten haben in Deutschland, die sich
- 2:24:18aufbauen, weil ja keiner, also dann muss man halt auch länger da bleiben. Man kann ja, also Weine
- 2:24:23reift, ja ich kaufe jetzt ein Weine, fünf Jahre reifen muss, wenn ich den fünf Jahren nicht mehr
- 2:24:28da bin. Also und jeder schmeißt wieder alles um. Und das ist natürlich schon irgendwie schade. Und
- 2:24:33da sind ja auch andere großartige Sommeliers dabei, die aber trotzdem viel gewechselt haben und viel
- 2:24:38unterwegs waren. Obwohl sie gut sind, also was auch immer für Gründen, aber es ist natürlich
- 2:24:45irgendwie auch schade für das, weiß ich nicht, es ist so ein bisschen, wo strebt man hin, wo will
- 2:24:53man hin, was ist da, was ist da der Weg? Und ich finde das ein super Weg, wenn jetzt Sommeliers
- 2:24:59auch, wie gesagt, die im Wald, die Freundschaft von Willi um Jelly ist oder sowas, die sagen,
- 2:25:06wir machen uns jetzt einfach mit Weinkonzepten, auch unabhängig von Feind Dining und brauchen
- 2:25:12wir auch keinen Kerzen und Schnurli Bulli und Mentor, sondern es geht um Weinleben. Ist ja
- 2:25:18auch mega, ist ein anderer Ansatz, aber geil. Was ist da vom Service her für dich wichtig, also
- 2:25:24beim Weinservice? Was sind Grundvoraussetzungen, sind es Gläser, sind es, das ist ein Weinservice
- 2:25:29angefangen, willst du ihn weitermachen? Die Gläser stauben eins, wird hier immer trocknen. Aber
- 2:25:35es wäre für dich wichtiger, also das Wichtigste allgemein beim Service, was für dich ein Grundanspruch
- 2:25:39ist, dass die Flasche aufgemacht wird? Wir sind ja vom Thema ganz viel gesprungen und Sachen,
- 2:25:45die wir nicht zu Ende geführt haben und vorhin hast du gemeint, was für dich beim
- 2:25:47Weinservice wichtig, da habe ich angefangen aufzumachen, da haben wir das Thema gewechselt.
- 2:25:51Vor einer Stunde. Wo ich gesagt habe, genau was macht Sinn. Und für mich zum Beispiel
- 2:25:55am Korken riechen und Korken am Tisch lassen und alles, also irgendwann gammeln da halt
- 2:26:04für den Korken rum, wenn es Leute, also Korken können spannend sein als Thema und was für
- 2:26:09Korken und wie lange Korken und wie dicke Korken und was für einen Korken. Nur 90 Prozent
- 2:26:13deiner Gäste können damit nichts anfangen und dann liegen da die Korken drin, weil man
- 2:26:17meint, das muss man so machen und dass man Korken liegen lässt. Ich finde alles, was
- 2:26:21irgendwie dann am Tisch rumfliegt, gibt halt so eine Unordnung. Am Korken riechen ist so
- 2:26:26ein Ding, der riecht jetzt nicht nach Kork, der Wein kann trotzdem Korken und umgekehrt
- 2:26:32kann es ja auch seltener, aber ich hatte auch schon so nach Kork schickende Korken und
- 2:26:37auf ganz mysteriöse Weise hatte der Wein keinen Kork. Das existiert ja, also so oder
- 2:26:42so muss ich am Wein riechen und den Wein probieren, was bringt es mir am Korken zu
- 2:26:47riechen und das sind so Sachen, ich mach's einfach nicht, ich find's nicht schlimm,
- 2:26:50wenn's jemand macht, aber gleichzeitig denke ich also warum, weil ich muss den Wein sowieso
- 2:26:54probieren, sagt mir eigentlich bringt's mir gar nichts. Und da gibt's natürlich, ich
- 2:26:59weiß ich nicht, dann macht man hier seine tollen Dinger, wo den Korken an die Flasche
- 2:27:03hängt und ich find schon sauber arbeiten, diese Kultur, wichtig, also wenn ich jetzt
- 2:27:10in dem Rahmen auch in der Umfeldarbeit, wo ich sage ich, ich lebe Weinkultur und dann
- 2:27:15ist das ordentliche Kapsel abschneiden, also Kapselpolizei, wenn das da schlecht geschnitten
- 2:27:20ist, das tut schon weh. Da guckt man das die ganze Zeit an und sagt, mach das doch schön.
- 2:27:24Und da ist das natürlich ein Punkt, das ist eigentlich egal, das macht keinen Sinn, aber
- 2:27:28ich find, da geht's um dieses, das ist wie ein Lagojol, ich hab mir ja ganz viele Kollegen
- 2:27:35die sagen, Lagojol ist scheiß, weil damit kannst du gar nicht die Flaschen am Galzen
- 2:27:38und also nehmen einfach einen coolen Pulltap, du kannst ja mit anderen Kellnermessern eine
- 2:27:43Flasche besser aufmachen als mit Lagojol, wo ich auch sage, ja aber ich find's einfach
- 2:27:47schön, weil das ist auch ein Handwerk, ist ein handgemachtes Kellnermesser aus einem
- 2:27:51schönen Material, also ich find, es hat was mit Ästhetik und Schönheit zu tun und wir
- 2:27:55reden von Weihengenuss und deswegen find ich das schön, nicht weil es das beste Kellnermesser
- 2:28:00ist, aber diese Ästhetik find ich schön und das kann man natürlich übertreiben, ich
- 2:28:06find, man kann Weihenkultur sehr gut übertreiben, wo man sagt, ja jetzt, also da ist ja mal
- 2:28:10die Kirche im Dorf und fünfmal das Glas irgendwie unter der Lampe schwenken und dann
- 2:28:16noch tausendmal und dann, ah, es ist so eine Affektiertheit, die da reinkommt.
- 2:28:21Ist es immer Affektiertheit oder gibt es Restaurants, die das hergeben, dass man Gläser
- 2:28:27aveniert, dass man...
- 2:28:28Ein Gläser avenieren find ich super, weil das hat ja, ist ja ein fachliches Ding, einfach
- 2:28:32Gläser stinken, kriegen Regager-Geruche und die meisten, also bis heute die wenigsten
- 2:28:38Spülmaschinen funktionieren auf Dauer so gut, dass die alles top spülen ohne Polier zu
- 2:28:42werden und sind immer gerufsfrei die Gläser, also dieses Avenieren macht ja Sinn, weil
- 2:28:47ein Stinken ist glas, ist einfach nervig.
- 2:28:49Aber ich meine, die sind etwas intensiveren aufwand, dass ich halt hingehe, die Flasche
- 2:28:53präsentiere, nochmal rumgehe, den Daumen zuerst einscheinig an den Herren, dann den Priester,
- 2:28:57Tra-la-la oder so.
- 2:28:58Ja, ich find das super, weil das...
- 2:28:59Und dann...
- 2:29:00Also das sind schon so Grundzüge, die man durchaus beibehalten sollte, wenn man nicht gerade
- 2:29:04in der Wein Kneipe ist und...
- 2:29:06E-e-e-ein, weil wenn ich jetzt in einem Grand Hotel sitze mit Punk und allem, dann passt
- 2:29:13das ja perfekt da rein.
- 2:29:14Das sieht...
- 2:29:15Ja, das meint ich.
- 2:29:16Wenn ich jetzt in einem lockeren Sterne-Restaurant sitze, was trotzdem teuer ist, dann passt
- 2:29:23es auch reine Stufe weniger mit trotzdem der Dame zuerst, ein Grundrespekt, ein Grundservice,
- 2:29:28wo du sagst, der ist gut.
- 2:29:30Aber ein Stück drüber an Affektiertheit und Preborium lass ich weg, weil das wär zu
- 2:29:34viel für den Laden.
- 2:29:35Das heißt nicht, dass ich da schludern soll.
- 2:29:37Ja, und klar, wenn ich jetzt aber irgendwie in der Party Wein bude in Kreuzberg irgendwo
- 2:29:44oder beim Lochner da bin und die Flaschen fliegen durch den Raum, ja, was sollen denn da
- 2:29:50jetzt jemanden affektierten Wein-Service machen und das aber so ein bisschen lasst die Kirche
- 2:29:53im Dorf.
- 2:29:54Und das geht ja...
- 2:29:55Das geht in viele Richtungen, unabhängig von dem Sommi-Wein-Service.
- 2:29:59Das schenkt...
- 2:30:00Ich muss hier ins Mikro reden, deswegen...
- 2:30:02Ich hatte mal eine...
- 2:30:04Also wo wir über Gläser reden, weil du vorhin gemeint hattest, wie wichtig ist das für
- 2:30:10dich.
- 2:30:11Und ich finde das Glast-Thema sehr spannend.
- 2:30:13Ich finde immer, der Sebastian Borthäuser hat mal für den Meininger Sommi-Magazin-Artikel
- 2:30:19über Gläser geschrieben und hat Sommis zu ihrer Meinung gefragt.
- 2:30:23Ich glaube, ich hab ihm so leidenschaftlich radikal geantwortet, dass er die Hälfte davon
- 2:30:28rausgestrichen hat und...
- 2:30:29Weißt du noch, was du damals gesagt hast, die ganze Story bringen.
- 2:30:32Ich glaube, ich hatte auf jeden Fall das Wort "Glasfaschisten" irgendwie reingeschrieben.
- 2:30:38Das hat er definitiv nicht genommen, was auch okay ist.
- 2:30:40Nein, ich finde das Glast...
- 2:30:43Also ein gutes Glas ist wichtig, so wissen wir alle und es verändert den Wein.
- 2:30:47Und das wird aber so überstrappaziert heutzutage, dass oft irgendwie Leute in Wein nicht mehr
- 2:30:54genießen können, weil sie das Gefühl haben, der ist im falschen Glas.
- 2:30:57Und das geht halt komplett an dem Ding vorbei.
- 2:31:00Wir waren immer Riedelhaus, auch im Tantris früher, und wir hatten aber auch Zaltokläser
- 2:31:04für besondere Weine.
- 2:31:05Aber ich finde das auch ein wirtschaftlicher Faktor in so einem Riesenladen, was wir an
- 2:31:08dem Bruch haben.
- 2:31:09Also das kann man einfach dann bezahlt werden und nicht finanzieren.
- 2:31:13Und ich finde Riedel-Glas tatsächlich fantastisch.
- 2:31:16Und oft ja, was soll man hier sagen, Zaltoklas ist so ehrlich.
- 2:31:21Ich sage ja, ich will ja kein ehrliches Glas für meinen Gast.
- 2:31:24Der soll ja jetzt nicht eher Ungereimtheit rausschmecken.
- 2:31:26Der soll ja den Wein nicht analysieren.
- 2:31:28Der soll ja Spaß haben und Genuss.
- 2:31:31Und ich habe viele Gläser auch direkt nebeneinander probiert und ein klassisches, rundes Riedel-Bugünder-Glas
- 2:31:36ist oft einfach schöner zum einen genießen und zum Verkosten ist trotzdem ein Zaltoklas
- 2:31:42besser.
- 2:31:43Aber es auf jeden Fall sitzt sich jetzt nicht da und kriegt irgendwo einen Riedel-Bugünder-Glas
- 2:31:47oder einen Schott Zwiesel oder einen, I don't know what, Lehmann.
- 2:31:50Scheiß egal, es ist ein ordentliches Glas.
- 2:31:53Ja, das eine ist ein bisschen besser, das andere ist ein bisschen schlechter, das eine bringt
- 2:31:56ein bisschen mehr Frucht raus.
- 2:31:57Aber das nimmt ja wieder irgendwie, da gehst du vom Genuss weg.
- 2:32:01Das ist wie High-File-Leute, die sich irgendwann so an ihrer High-End-Anlage aufgegangen, dass
- 2:32:08sie die Musik gar nicht mehr hören.
- 2:32:09Und ich hatte ne große Gruppe an Weinfreaks mal im Restaurant und da sind so schnell
- 2:32:15die Flaschen geflogen, also so schnell konnte ich es gar nicht im Killer-Rennen.
- 2:32:18Du warst einfach nur am Aufziehen, neue Gläser, zack, zack, zack.
- 2:32:21Und das ist ne Gruppe von 12 Leuten, das heißt immer wieder 12 Gläser, 12 Gläser, 12 Gläser,
- 2:32:27und die haben sehr teure Weine getrunken und Zaltobugunde gehabt und keine Ahnung was.
- 2:32:32Und dann waren aber auch nicht ganz so teure Weine dabei, also nur dann irgendwie 200 Euro
- 2:32:37im Riedelglas, weil wir auch nicht so viel Zaltobläser hatten und dann kamen direkt
- 2:32:41die Kommentare so, ja können wir für den Wein auch ein ordentliches Glas haben.
- 2:32:44Und ich finde das so affig.
- 2:32:49Es ist so, es ist so, wie gesagt, es geht alles von diesem Genuss weg.
- 2:32:54Und ich finde, ich finde, es ist nicht, dass ich sage, es ist nicht wichtig, aber ich finde,
- 2:33:02diese, ich habe da als Beispiel, du sitzt in irgendwie in Südfrankreich, war auch mal
- 2:33:08auf einer Weinreise, wir saßen in Südfrankreich beim Weingut, die an so ne Überdachte, wie
- 2:33:15an so einer Scheune dran, so ein Holzdach, da saßen wir drunter am großen Tisch, Flasche
- 2:33:18Wein auf dem Tisch, du guckst auf so Monfel, also ein bisschen klischeemäßig, das ist
- 2:33:23ein Schinken und Käse und trinkst aus deinem kleinen Weinglas.
- 2:33:25Und jedes große und Zaltoklas wäre alles Fehler am Platz, es wird sich auch falsch anfühlen.
- 2:33:31Dann liebst du mir dich das aus so einem alten frasöse, wasser Weinglas einfach mal in
- 2:33:36gekühlten Rotwein trinken.
- 2:33:37Man trinkt das Gefühl, man muss sich auch dem Gefühl dann hingeben.
- 2:33:40Also es ist so, als wenn ich nicht in meinem Amani-Anzug mich ins Feld setzen möchte,
- 2:33:45welch Angst habe, er geht kaputt und mich nicht wirklich fallen lassen kann oder mich
- 2:33:48da nicht um die Trille rumsühlen würde oder was auch immer, ist es das Gefühl, trotz
- 2:33:52allem finde ich und das ist eine Sache, die ich dann schade finde, sollte man die Glaskultur
- 2:33:58kennen und sollte die Eigenschaft der einzelnen Gläser kennen und sollte, wissen wir, jedes
- 2:34:02Glas und jedes Brand, so wie bei den Fotos, weil ihr eben sehr, sehr fotografieren bist,
- 2:34:08gab es halt früher die Situation, dass Kodak ein anderes Farbbild in dem Film hinterlassen
- 2:34:13hat wie Aqua oder wie, merkt man wie alt ich bin, dass ich noch mit der Lugfotografie
- 2:34:19oder keine Ahnung, wenn du in ein Til Schweiger Film guckst, dann hast du immer diesen Gelbstich
- 2:34:21drin.
- 2:34:22Daher kennt man diese Til Schweiger Filme oder diese keine Ahnung, wie auch immer und so
- 2:34:25ist ja bei den Gläsen auch, das ist ein Grundton, in den Wein hinterlassen wird, eine gewisse
- 2:34:30Grundstilistik in den Wein herausgearbeitet wird und da bin ich davon, ob ich riege,
- 2:34:33ob ich spiegel, ob ich stöße, ob ich zalto, ob ich ziehe habe oder was auch immer und
- 2:34:39darum sollte ich wissen und dann hat es wieder mit der Situation, mit dieser Kompetenz gegenüber
- 2:34:44dem Gas zu tun, als wenn er sagt, kann ich nicht ein ordentliches Glas haben, kann man
- 2:34:48es verargumentieren, kann sagen, ich habe dieses Glas aus diesen und diesen Gründen für diesen
- 2:34:52Wein ausgewählt und kann ihm auf Augenhöhe begegnen, ohne ihn zu belehren oder das Glas
- 2:34:58automatisch als nicht gut dastehen zu lassen.
- 2:35:00Ja, da ging es ja auch nicht, dass die Aussage war, ich verstehe schon was da.
- 2:35:07Ich habe keine andere Glas, weil das besser zu weit passt, sondern es ging ordentlich
- 2:35:11glas.
- 2:35:12Ich weiß, du sagst, das ist kein ordentliches Glas.
- 2:35:13Ich wollte die Situation auch nicht negieren oder wollte eben auch da keine Kompetenz,
- 2:35:16sondern einfach, dass viele unserer Kollegen haben ein Glas für sich ausgesucht und haben
- 2:35:21gesagt, wir sind Zeitohünger und wissen aber gar nicht, was Josephine Hütte, was Riedel
- 2:35:28kann, was die auszeichnen, was sie besonders macht, was die einzelnen Serien.
- 2:35:32Man kann sich mittlerweile mit den Serien natürlich auch nicht mehr zurechtfinden,
- 2:35:34der Vielzahl der Serien, aber man sollte da eben auch eine gewisse Sorgfalt pflegen und
- 2:35:39sagen zumindest, definition, veluche, vision, was auch immer.
- 2:35:43Da geht es wieder, was ich vorhin gesagt habe, Dokmatismus ist immer schlecht, es geht
- 2:35:47halt in Dokmatismus rein.
- 2:35:49Du hältst halt an Sachen fest, also ich meine, keiner kann sich in seinen Restaurants
- 2:35:5484 verschiedene Gläserstellen und bei jedem Wein in den Aufmachtern sage ich nebenan
- 2:35:57das Glas.
- 2:35:58Also wir haben auch früher mit vielen Gläsern jongliert und auch bestimmt, sagen wir mal
- 2:36:0315 verschiedene Glasttypen gehabt im Tantris.
- 2:36:07Wirklich 15?
- 2:36:08Ja.
- 2:36:09Oh.
- 2:36:10Findest du, das ist nötig?
- 2:36:11Nein.
- 2:36:12Wo sagst du, wie viel Gläser braucht ein anständiges, weinoorientiertes Restaurant?
- 2:36:16Wie viele verschiedene Gläser sollte man haben?
- 2:36:19Also ich komme auch absolut damit klar, wenn ein Laden ein Universarklas hat, wenn das jetzt
- 2:36:26ja, wenn das ein, das Konzept, sagen wir mal ein Wein unkomplizierter Wineplace ist,
- 2:36:36wenn das ein gutes Universarklas ist.
- 2:36:39Da werden das jetzt wirklich in, da sind auch teure Weine und ein bisschen High End oder
- 2:36:44gutes Restaurant.
- 2:36:45Drei.
- 2:36:46Man kann das, also wenn du das, wenn du das leisten kannst, diese Gläser zu jonglieren
- 2:36:55und zu sortieren und die kommen richtig an den Tisch und die müssen ja dann alle doch
- 2:37:00wieder gespült haben und ich meine, das ist ja auch wieder ein finanzieller Faktor.
- 2:37:02Wie viel Backup Gläser stellt sich ja nach hin und wie viel Flaschen geht von was am
- 2:37:06Tag, dann hast du von dem einen Typ doch nicht genug.
- 2:37:08Also das ist ja alles, was irgendwo nicht mehr leistbar ist ab einer bestimmten Grenze.
- 2:37:13Und dann muss ich gucken, welche gehen in welche Räcks und dann haben die wieder falsch
- 2:37:18einsortiert, weil sie dann die, weiß ich, vor allem haben wir dann nicht nur die Burgundergläser,
- 2:37:23dann gab es die Moraschegläser von Riedl und dann aber die Burgundergläser, dann gab
- 2:37:26es die Mitteeistricht und die Ohneeistricht und dann gab es die großen Riedl und dann
- 2:37:29gab es die kleinen und dann gab es die Mischdichtige.
- 2:37:31Ja, aber ihr hattet 15 nicht mehr.
- 2:37:32Ja oder warst du so Spitzenabendur gehabt damit auch die anderen und wenn du jemanden schickst,
- 2:37:36dann hol mit dem in grünen Stil bitte.
- 2:37:38Und weiß nicht die ganz großen Superleggeros von Riedl, die Burgundergläser, die hassen
- 2:37:45ja alle, weil die einfach aussehen wie sie, passt da einen Kopf rein fast.
- 2:37:50Aber für bestimmte Weine sind die sensationell, keine sensorisch.
- 2:37:53Wie gesagt, ich finde auch, es macht einen Unterschied und natürlich macht es auch einen Unterschied.
- 2:37:59Gerade wenn wir von alten Weinen reden, da geht es ja nicht mehr nur um, der ist ein
- 2:38:03bisschen besser in dem Glas, sondern da geht ja, kannst du ja einen Wein kaputt machen
- 2:38:07oder gerade bei richtig alten Weinen, wenn da das Glas dann zu groß ist, natürlich auch
- 2:38:11komplett schlimm für den Wein.
- 2:38:14Also da musst du natürlich drauf eingehen, einen Wein genug Platz geben, ich meine,
- 2:38:19nehmen wir den Klassiker, Champagnerflöten oder sowas, zum Glück sind die ja mittlerweile
- 2:38:23aus fast allen guten Restaurants entschwunden.
- 2:38:28Also das ist natürlich was, da müssen wir nicht drüber reden.
- 2:38:31Also das bringt dem Wein gar nichts, macht den in ordentlich großes Glas fertig.
- 2:38:36Ob das dann noch größer ist oder ein bisschen kleiner oder wie auch immer, ja, es macht
- 2:38:40Unterschiede, mehr oder weniger groß.
- 2:38:43Ich sage halt, man kann es auch überstrapazieren und sich da so ein bisschen dran festhalten.
- 2:38:48Und dann stellt man das also wichtig dar und plötzlich nimmt es auch irgendwie Genuss
- 2:38:55weg, weil ich sage, ich kann jetzt, also ich habe, ich habe es aus Sachen schon,
- 2:39:01schon Wein getrunken, weiß ich nicht, und hatte trotzdem Spaß dabei.
- 2:39:05Hast du die Initiative dann wieder runter?
- 2:39:07Weil es auch zur Situation gepasst hat.
- 2:39:09Ich finde das, es macht wahnsinnig viel Spaß, also auch im Restaurant, weil die Gäste dann
- 2:39:13nach einer Weinbegleitung sind ja ganz oft die zu fragen, oh, wieso jetzt ein anderes
- 2:39:17Glas oder dass du so große Gläser für Weißwein nehmst, ist ja vielen Leuten noch wahnsinnig
- 2:39:22suspekt, die dann sagen, hey, aber wieso nehmen sie jetzt ein Rotwein-Glas für den Weißwein,
- 2:39:25nee, das ist ein Weißwein-Glas, hey, weil es ist doch so groß.
- 2:39:28Und dann dem Gast mal zwei, drei Gläser hinzustellen und den Wein rein und dann sag, probieren
- 2:39:32sie mal aus, dann gucken sie mal.
- 2:39:34Ah, ja krass.
- 2:39:36Also die Möglichkeit zu haben und so Sachen auch zu machen und damit zu spielen, ist ja
- 2:39:41toll.
- 2:39:42Also und dann hat der Gast wieder ein Mehrwert, etc.
- 2:39:44Ich, wie gesagt, ich will das nicht klein machen, dass es keine Signifikanz hat, aber
- 2:39:53ich finde es sehr überstrapaziert in den letzten Jahren.
- 2:39:55Weil natürlich auch plötzlich wahnsinnig viele Glasmarken auf den Markt gekommen sind.
- 2:40:01Salto, diesen Extremhype gekriegt hat, das bis jeder nur noch Salto hatte.
- 2:40:05Und Sachen, das ist ein bisschen wie beim Wein, die dann pauschal schlecht gemacht werden.
- 2:40:13So, ich bin großer Jardot-Fan.
- 2:40:15Jardot gibt es halt an die im Flughafen der Welt ungefähr, deswegen ist es für den
- 2:40:22Sommi nicht spannend, weil der dann sagt, pff, ja, es gibt ja überall groß, ohne sich richtig
- 2:40:26damit auseinandersetzen.
- 2:40:28Und obwohl sie einen der besten Önologen des ganzen Begrüntes hatten für 30 Jahre,
- 2:40:32was kein Arsch weiß, heutzutage fand ich noch einen jungen Leuten.
- 2:40:35Und das ist so ein bisschen wie bei Gläsern, wo der dann sagt, pff, Riegel, dass ja irgendwie
- 2:40:40massen Produktionen gibt es überall auf der Welt.
- 2:40:42Wir wollen ja hier geiles Handwerk, weil es ist eine ganz alte Glasmonafruktur, also
- 2:40:49die sich schon sehr, sehr lange damit auseinandersetzen, welche Wein in welchen Gläsern besser ist.
- 2:40:53Also natürlich ist das weniger sexy.
- 2:40:55Das ist ja oft dann dieses, ja es ist klein, es ist handgemacht, es ist ein Familienbetrieb,
- 2:40:59dadurch ist es sexy.
- 2:41:00Aber das ist ja eigentlich auch wieder unprofessionell, wenn ich sage, ich reduziere das darauf,
- 2:41:05was sexy ist, weil ich will ja auch einen guten Wein haben.
- 2:41:07Gut, und das ist manchmal auch über den Rand denken und über auch seine eigenen Befindlichkeiten,
- 2:41:12manchmal ausdenken und sich auch entwickeln oder auch Respekt, auch der Leistung der Arbeit
- 2:41:16dieser Produzenten gegenüber.
- 2:41:18Ich habe mich mit, weil du Josefine Hütte gesagt hast, als Josefine Hütte auf den Markt
- 2:41:23kam und Joachim Christ hat mir die Proben geschickt und wir haben alles bei der Renovierung
- 2:41:29vom Tantris nochmal Gläser nebeneinander probiert und haben uns dann für Riedel wieder entschieden.
- 2:41:36Und dann hat mir der Joachim, Joachim nichts gegen dich, I love you, wenn du das hörst.
- 2:41:42Aber Joachim hat gesagt, ah, ich dachte nicht, dass wir uns mit Riedel vergleichen müssen,
- 2:41:46weil das so ein bisschen abschätzig.
- 2:41:48Doch Joachim musst du.
- 2:41:50Ja, aber also warum nicht?
- 2:41:53Also es ist ja auch, wie gesagt, es ist ja, die haben eine wahnsinnige Expertise und
- 2:41:59manchmal ist es ja auch nicht nur die reine Glasqualität, ich finde auch mit einem Preisfaktor
- 2:42:06kommt ja trotzdem mit rein.
- 2:42:07Und wenn ich sage, wir haben so viel Bruch, ich meine, wir, gerade in der Spitzenkastronomie
- 2:42:12arbeitest du mit so einer geringen Profi, du kannst gar nicht mehr reden.
- 2:42:19Und du hast auch schon drei Stunden hinter dir, und kein Wein bis jetzt, das ist wahrscheinlich
- 2:42:25der Grund.
- 2:42:26Also Kostenfaktoren sind ja wahnsinnig wichtig.
- 2:42:30Ja, es gibt so viele wichtige Faktoren und am Ende, du, wie gesagt, es gibt viele schöne
- 2:42:36Gläser und ich finde einfach das Thema, es nervt mich so ein bisschen, wenn Leute das
- 2:42:41so überstrapazieren, weil sie sich da so fest dran halten.
- 2:42:44Und das ist dann so eine Pseudo-Expertise oder, wo man sagt, ja, das ist jetzt so wichtig
- 2:42:50und dann zeredest du das so und sagst, wie hört ihr nur?
- 2:42:52Das ist aber die Kunst, die ein Sommerjagd beherrschen muss, das ist auf der einen Seite
- 2:42:54schon thematisiert, aber eben nicht überstrapaziert.
- 2:42:56Dass man sich dessen bewusst ist, aber es ist nicht jedem aufs Auge drückt, dass man damit
- 2:43:01umgehen kann, aber es eben nicht zum Heiligtum macht.
- 2:43:04Was sonst?
- 2:43:05Also was braucht man sonst als Sommerjagd?
- 2:43:07Braucht man einen Karaffen, ist klar.
- 2:43:09Braucht man da verschiedene Krafen, hat man da genauso eine Philosophie oder ist es da
- 2:43:14eigentlich nur Milchkruck und rein und los oder ist es da die Mamba, die es unbedingt sein
- 2:43:19muss oder ist die sowieso so voldin trocknet oder?
- 2:43:22Nee, das Grundprinzip ist immer, wenn dein Laden groß genug ist, benutzt du gezielt die Mamba
- 2:43:29oder sogar diese ganz verschlängelte Schlange, weil du das den Komi dann da rein dekatieren
- 2:43:35lässt.
- 2:43:36Du stellst an ein Tisch, den du aufgenommen hast und im Wein dekatieren musst stellst
- 2:43:41du diese Karaffe schon hin und ein Komi, der damit noch nie gearbeitet hat, gehst du
- 2:43:46dahin und sagst, Tisch 30 kannst du bitte den Wein dekatieren und der kommt da an und
- 2:43:50steht plötzlich vor dieser Karaffe und dem geht das Herz in die Hose, weil die Gäste
- 2:43:54gucken ihn natürlich an und du musst diese Karaffe ja drehen, während du dann den Wein
- 2:43:58ausschrickst und ich lache, also es ist Wahnsinn, es ist Wahnsinn, es ist so schön.
- 2:44:03Du machst es natürlich auch bei Gästen, wo du weißt, die sind ein bisschen, falls da
- 2:44:06doch irgendwie ein bisschen was schief geht oder der da zitternd steht, dass die das
- 2:44:10jetzt nicht zu ernst nehmen, aber Wahnsinn ist schön.
- 2:44:14Also dafür braucht man alleine die Mamba, um Komi so ein bisschen ins Schiffen zu bringen.
- 2:44:19Ja, allgemein, dass so eine Karaffe ein solches Standing hat, ist ja wirklich schon toll.
- 2:44:23Das finde ich sehr besonders, dass jeder kennt diese Karaffe, welche Karaffe hat das geschafft.
- 2:44:28Und also das ist schon mal toll, aber ein Tool, brauchst du andere Tools?
- 2:44:34Also ist irgendwas für dich sonst noch wichtig, brauchst du Dropstop, brauchst du Belüfter,
- 2:44:39brauchst du Thermometer, brauchst du, gibst du irgendwas, was ich nicht kenne?
- 2:44:42Also da ist ja die...
- 2:44:45Hebamme, ich finde Duran...
- 2:44:48Die gibt es gar nicht mehr, ich weiß gar nicht, wer Hebammen anbietet.
- 2:44:52Ich glaube, man kann die schon noch irgendwo, weiß ich.
- 2:44:56Aber hat keiner mehr und großartige Sachen, gerade wenn du mit alten Weinen arbeitest,
- 2:45:01Duran?
- 2:45:02Duran ist natürlich Wahnsinn.
- 2:45:03Wahnsinn, gut.
- 2:45:04Seit es existiert ist natürlich das für alte Weine ein Tiptop.
- 2:45:09Ich hatte mal hitzige Diskussionen über Dropstops, bin einem Freund der gesagt hat, für ihn ist
- 2:45:17das, hat das nichts zu suchen im Finetining-Restaurant, weil auch irgendwie unästhetisch dann da
- 2:45:23drin und irgendwie das gehört ja nicht dahin und das musst du auch bärschen, einzuschicken
- 2:45:26ohne zu kleckern, wo ich dann denke, wenn du ein großes Restaurant hast und moderne
- 2:45:32Arbeit ist, sprich nicht nur der Sommi schenkt Wein an und der Gast verdurstet, wenn halt
- 2:45:36kein Sommi keine Zeit hat, sondern jeder kann auch Wein einschenken, bevor der Gast
- 2:45:40verdurstet.
- 2:45:41Das heißt ja, ich arbeite mit wahnsinnig vielen Leuten, die mehr Kompetenz, sind weniger
- 2:45:44kompetent, das schon öfter gemacht haben und bevor euch ein Rotweinfleck auf der Tischdecke
- 2:45:48hat, dann lieber ein Dropstop.
- 2:45:50Also was ist denn...
- 2:45:51Auch den Mehrwert vom Dropstop erkennen, dass die Flasche von innen geschützt ist, also
- 2:45:55dass das Gleitmittel, was dort ist, einfach überspielt wird oder die alten Korre kreist
- 2:45:59und die halt auch in der Flasche kleben.
- 2:46:01Daher sonst irgendwas oder ist alles andere überfüßig?
- 2:46:04Sieb, sehr schön.
- 2:46:05Definitiv Sieb, muss sein.
- 2:46:07Also ein feines Sieb, Trichter Sieb.
- 2:46:09Was ja auch eine gewisse Ästhetik hat, wenn ein alten Portwein schön durchs Sieb großartig.
- 2:46:15Ja, oder es ist auch einen...
- 2:46:17Ich weiß nicht, 2014 gab es gerade in Montalcino einige Weine, die sehr viel Quercetin hatten.
- 2:46:26Das war so ein Phänomen, tatsächlich irgendwie ist es ein Sanjuvese Phänomen.
- 2:46:30Es sind so Eiweißausfällungen, es sind sowieso kleine, schleimige...
- 2:46:35Es flog aber so aus, das setzt sich unten nicht ab, das schwimmt in der ganzen Flascherung.
- 2:46:39Das ist theoretisch sogar gesund, macht gar nichts, aber sie total...
- 2:46:44Also willst du nicht, dass der ganze Sinn war?
- 2:46:46Das war ein Fehler gewesen.
- 2:46:48Ich meine mich so, dass viele reklamiert haben als falsches Weinhändling.
- 2:46:52Der Jan Erbach von Pianellerino hat das dann tatsächlich untersucht und untersuchen lassen,
- 2:46:58auch wissenschaftlich.
- 2:47:00Liebe Grüße an dieser Stelle.
- 2:47:02Und der hat dazu ein Papier, also ich habe das auch gelesen,
- 2:47:06irgendwie ein paar Seiten, wo er das genau erklärt hat.
- 2:47:12Also das gibt es ja nicht oft.
- 2:47:14Also das war wirklich da in 14 und das war nicht nur bei einem Salicotti Wein,
- 2:47:19das sehr, sehr viel und bei einem Pianellerino Wein war das sehr, sehr viel.
- 2:47:23Und gerade in dem Jahrgang war das sehr, sehr viel.
- 2:47:25Also es gab da schon Konstellation an Zusammenhängen.
- 2:47:28Es war aber kein Fehler, der den Wein beeinträchtigt hat.
- 2:47:31Also irgendwo natürlich wird das als Fehler wahrgenommen, wenn du das so...
- 2:47:34Und für einen Weinhändler ist das natürlich eine Vollkatastrophe.
- 2:47:38Für uns war das okay, weil du musst das einfach durch Sieb lassen und das bleibt im Sieb auch hängen.
- 2:47:44Ja, und dann macht man das aber auch schön, dann mache ich das trotzdem am Tisch mit dem Sieb
- 2:47:47und dann erkläre ich dem Gast das einfach, dann hat er wieder was gelernt.
- 2:47:49Ja, was zu erzählen, genau.
- 2:47:50Ja, und denkt sich auch, ja cool und aha, okay, das ist ihr Team, noch nie gehört.
- 2:47:54Und dann sage ich, ja, die meisten noch nie gehört, hatte ich vorher auch noch nie gehört.
- 2:47:57Auf jeden Fall Sieb brauchst du immer.
- 2:47:59Und klar, irgendwas zerpröselt und alte Korken und irgendwie, Sieb muss da sein.
- 2:48:06Ja, Hebamme hier, den Korken raus.
- 2:48:10Da gaben wir so ein uraltes Ding, das glaube ich schon 40 Jahre alt ist.
- 2:48:13Ja, ich habe auch nicht kaputt die Dinger.
- 2:48:15Klar, Lampe, zu dekantieren.
- 2:48:18Wie taute analog, also kärzt du da?
- 2:48:21Ich finde kärzt haben das Romantische, aber am Ende ist elektrisch eigentlich besser.
- 2:48:28Wir hatten das zumindest im Tantris ein bisschen, das Lustige ist ausgedacht,
- 2:48:33das gab diese Steindrachen und dann haben wir ein Loch reingebohrt und dann mit den Backlights oben rein
- 2:48:38und dann verbindet irgendwie was Altes Traditionelles mit was Modern.
- 2:48:42Aber du siehst natürlich einfach viel besser und irgendwie im Restaurant ist es einfach besser zum Handeln.
- 2:48:48Wie gewaget?
- 2:48:50Ich finde alte Weinwiegen unglaublich sexy, ich finde das einfach auch schön.
- 2:48:54Und gerade in Restaurantsruhen so alte hat, ich mag das auch wenn Restaurants so alte enden, dekantere.
- 2:49:00Also wenn man Sachen einfließen lässt, die irgendwie auch so wichtig sind.
- 2:49:04Ich habe einen zu Hause, wenn ich das mal an der Ente gesehen habe.
- 2:49:07Krass, so richtig mit, also dekoriert noch ein von mir aus geschliffen und super schön.
- 2:49:13Kleine Stoff servierten, beim Avionieren oder sowieso irgendwas immer irgendwie an Hand servierten.
- 2:49:25Das ist ja normales Service, Kellnerbesteck ist auch klar.
- 2:49:34Aber ihr habt das schon schön gelebt im Tantris, also da habt ihr da Wein-Service im Rahmen der Möglichkeiten bei 120 Kuvers, die ihr oftmals geschickt habt.
- 2:49:43Flaschen wurden avioniert an jedem Tisch, in der Regel.
- 2:49:47Bei Weinbegleitung natürlich nicht, also das Ganze geht ja nicht.
- 2:49:50Das war schon, ja also schön gelebt, klar, also von dem Surrounding ja, wie gesagt, es ist dann auch einfach High Pressure.
- 2:49:57Also ist natürlich immer die Gegenmedaille, das ist dann nicht Larry Fary, man musste auch Bock drauf haben.
- 2:50:03Die haben hier keine WhatsApp geschickt.
- 2:50:06Wir hatten zum Beispiel auch noch eine Portwein-Zange, aber da, wenn du wieder sagst, was ist zu viel oder affektiert, davor es gibt ja zum Beispiel im, ich glaube, Geranium.
- 2:50:23Geranium, die machen jeden Wein mit der Portwein-Zange.
- 2:50:25Es gibt ja ja so Vorgaben, dass die sagen mindestens fünfmal am Abend und dann das hieß ja die ganzen Videos, wo die dann irgendwie in 2010, ne, so wie noch mit der Portwein-Zange, wo ich sage, es ist ja albern, also sorry.
- 2:50:35Also macht das am Gast, macht das alles und das ist mega, aber dann macht auf wenigstens einen alten Port oder überhaupt einen alten Wein, wo du sagst, es macht auch Sinn.
- 2:50:43Also das jetzt nur aus Show zu machen bei dem Wein, wo es total unnötig ist, das ergibt für mich ja gar keinen Sinn, weil das ist Show um der Showwillens und das finde ich bescheuert.
- 2:50:53So, macht Show, wenn die Show Sinn macht, aber nicht, wenn sie gar keinen Sinn macht.
- 2:50:57Will grad sagst du, Geranium gab es für dich mal ein Restaurant oder ein Weinplatz, der dich gereizt hat, wo du gerne mal gearbeitet hättest, hättest du da gearbeitet und würdest?
- 2:51:06Sei es nur für einen Tag, einfach mal rein-sneaken, Woche, Monat, Jahr.
- 2:51:10Hm, viele an sich.
- 2:51:13Was wäre dein Favourite, wenn ich sagen müsste, pack die Tage, du hast ein Cover dabei, los komm, auf geht's.
- 2:51:21Muss ich jetzt tatsächlich kurz überlegen, weil ich sage, also eine Sache ist natürlich einfach wegen der Weinkarte, geht man jetzt so, wo ich sage, wow, mit der Weinkarte mal zu arbeiten oder ist es eher wieder das ganzheitliche, wo ich sage, ich glaube, das ist auch geil von dem Team und wie sie das handeln.
- 2:51:35Sowohl jetzt auch. Welche Kart würde ich reizen?
- 2:51:38Eine Kart gibt es einige, die mich retten werden, glaube ich. Ja, ich weiß nicht, Tour d'Agent, wenn Paris oder so, wo du einfach sagst, ja, also diese ganz alten, ich meine, das, was ich am 13.13.
- 2:51:54sind Sachen, die wirklich Jahrgangstiefe da ist und wirklich noch alte Sachen und wo du natürlich auch sagst, ja, da probierst du auch noch Sachen, die du noch nicht im Glas hättest, weil, keine Ahnung.
- 2:52:06Bei Trois Gros, weil die noch Flaschen Origeer umliegen haben, wo du weißt, die sind nicht gefälscht. Also, vielleicht bestellt es mir ja mal jemand.
- 2:52:14Wahrscheinlich nicht an dem Tag, wo ich da aushälfe.
- 2:52:17Von Team her, welches würde dich da reizen? Was wäre?
- 2:52:24Das ist ein bisschen schwierig, weil du kriegst natürlich nicht immer mit international, aber ich habe schon auch Teams erlebt, wo ich sage, das ist geil, was die Fernservice machen.
- 2:52:38Das ist schön, das macht Spaß. Und das ist so heil überprofessionell. Also, ich habe in Restaurants gegessen, wo ich sage, das ist der grauenhafteste Service der Welt und unfreundlich und inkompetent.
- 2:52:49*Lautes Lachen*
- 2:53:05Es gibt, glaube ich, keine Region, die im Augenblick so unfassbar gefeiert, verehrt bewundert wird wie die Loa. Jeder noch so kultverliebte Sommelier versucht die größen Vigrancie oder Vouvré auf seinen Karten zu schreiben.
- 2:53:18Und bei all dieser Freude sollte man nicht vergessen, welche Appellation das großartige Image der Loa begründet haben.
- 2:53:25Und eine derer ist ohne Frage Pülifümee. Und deswegen nehme ich euch mit auf eine Reise durch Exzellenz, Geschichte und Leidenschaft ins Könighaus des Pülifümee hin zum Baron de El.
- 2:53:38Herzlich willkommen. Es ist nicht nur eine Reise durch die Hüge der Loa, sondern eine Reise durch die Zeit, durch Tradition und Innovation.
- 2:53:45Unser Ziel ist dabei ein tiefer Blick in die Seele eines der bemerkenswertesten Weine der Welt des Baron de El. von Baron de La Ducette.
- 2:53:54Stellt euch vor, es ist das Jahr 1972. Ein visionärer Mann Baron Patrick de La Ducette beschließt, einem Wein zu schaffen, der die Essenz vom Pülifümee einfängt.
- 2:54:05Er will kein gewöhnlichen Wein. Er will einen Sauvignon blanc der Geschichte schreibt, der die Reinheit und Tiefe der Region in jeder Flasche verkörpert.
- 2:54:15So begann die Geschichte des Baron de El. Ein Vermechnis, das Generationen verbindet. Der Baron de El wurde in einer Zeit geboren, als Innovation und Tradition sich noch selten trafen.
- 2:54:25Baron de La Ducette schuf eine QW, die nicht nur einzigartig war, sondern die neue Maßstäbe setzte. Heute, 50 Jahre später ist dieser Wein ein Symbol für Beständigkeiten Qualität.
- 2:54:34Ich meine, 50 Jahre. Ein besonderer Wein zu schaffen ist außergewöhnlich, aber mag dem einen oder anderen gelingen.
- 2:54:40Aber 50 Jahre auf dem besten Weinkarten dieser Welt präsent zu sein, 50 Jahre in der Champions League zu spielen, 50 Jahre die Messlatte für die Qualität eines jeden Jahrgangs zu liefern,
- 2:54:5450 Jahre in aller Munde zu sein und 50 Jahre lang als Must Have für alle Weinliebhaber und Zomés zu gelten, das schaffen nur wenige.
- 2:55:03Die Heimat des Baron de El ist Prü-Fümee. Ein wirklich malerisches Weinabrog-Bied an den Ufern der Loire.
- 2:55:09Hier, in den Kimmerich-Märkgeböden, wurden die Rebentiefen genährt von Fossilien, die millionen Jahre alt sind.
- 2:55:16Die geologische Vielfalt von Feuerstein bis Kalkstein gibt dem Wein ihre unverwechselbare Mineralität. Ob man wirklich den Feuerstein heraus riechen kann, mögen die einen als Indikator für Pü-Fümee sehen, die anderen vielleicht ein wenig belächeln, aber in einem sind sich alle sicher.
- 2:55:32Diese Böden fundieren die Klarheit und die präzise Geschmacksvielfalt in den Weinen und im Sauvignon blanc.
- 2:55:38Das Chateau de Nusse, das Herzt des Weingutes, ist nicht nur ein Produktionsort, sondern eine Bastion der Weinbaukunst. Hier beginnt der Zauber. Hier wird jede Traube sorgfältig geprüft, von Hand gelesen mit äußerster Präzision verarbeitet.
- 2:55:51Ein Maximalertrag von 25 Hektoliter je Hektar sucht seinesgleichen Pü-Fümee. Und zwar möchte man mit temperaturkontrollierten Edelstalltanks die Sortentypischen Aromen des Sauvignon blanc erhalten.
- 2:56:02Jedoch, und da sind sich alle einig, trägt man hier keinen Sauvignon blanc, man trinkt Pü-Fümee, man trinkt Baron de El. Ein Wein, der natürlich keine BSA durchläuft, um die lebendige Säurestruktur als Kernstück seines Charakters zu erhalten.
- 2:56:14Ein Wein, der von einer außergewöhnlich langen Lagerung auf der Feinhilfe profitiert und die sind seiner Tief- und Komplexität spiegelt. 50 Jahre Perfektion, ein halbes Jahrhundert Exzellenz.
- 2:56:26Und was für ein Geschenk, die klimatischen Bedingungen Jahr 2022 war nahezu ideal. Ein milder Frühling, ein ausgewogene Sommer, eine späte Lese, gab den Traum genügend Zeit, um ihr volles Potential zu entfalten. Die Säure lebendig, harmonisch präzise.
- 2:56:40Die Aromen, Zitrusfrüchte, weiße Blüten und ein Hauch von Kräutern. Nicht zu spüren von diesen überextraillierten Holunderblüten, Litschi, Kassisaromen, der ist hoffendig um Bloss aus der neuen Welt.
- 2:56:51Denn dieser Wein ist ein Spiegel des Terroirs, ein Wein für die Ewigkeit. Der Baron de El ist kein Wein, den man einfach trinkt, es ist ein Wein, den man erlebt. Es ist ein Wein für Sammler, für Kenner, für Liebhaber, aber auch für gerne Weintrinker.
- 2:57:04Der trotz seiner Exklusivität zugänglich und ehrlich und vor allem extrem authentisch ist. Es ist ein Püffi-Me in seiner reinsten Form und doch so viel mehr.
- 2:57:13Also erheben wir das Glas auf 50 Jahre Baron de El, auf Eleganz, auf Geschichte und auf pure Weinleidenschaft und auf die nächsten 50 Jahre, in denen dieser Wein weiterhin die Weinwelt inspiriert.
- 2:57:24Vielen Dank dafür und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 2:57:39Warst du mal richtig enttäuscht bei? - Ja, grauenhaft. - Grauenhaft? - Auch beim Essen. - Gut gesagt.
- 2:57:45Ich war drei Sterne essen, wo ich sag, das ist eine Frechheit, eine absolute Frechheit. Es ist einfach eine komplette Abzocke und Verarsche.
- 2:57:52Was hatte ich da geägert? - Also ich war mit meiner Freundin im Abhäsch bei Alhopassa in Paris und ich glaube, die können super kochen.
- 2:58:04Justin zum Beispiel war da öfter und sagt, das ist ein seiner Lieblingsrestaurant sensationell.
- 2:58:11Und ich glaube, wenn du das große Menü kochst oder Allercard, ist das sicherlich, also ich glaube nicht, dass der Ruf da von nichts kommt.
- 2:58:18Aber ich war mittags da, ich habe meine Freundin eingeladen, sprich wir haben dieses Mittagsmenü genommen, das kürzere.
- 2:58:24Und ich denke halt immer, natürlich musst du bei so Mittagsmenüs und kleineren Menüs Abstriche machen,
- 2:58:29aber ich finde immer, dass ein Niveau, also mach weniger Edelprodukte, keine Ahnung was, aber das Kochniveau sollte deine drei Sterne widerspiegeln.
- 2:58:38Und das ist eine reine Turi Abzocke. Ich habe das noch nie in meinem Leben erlebt, da gibt es ja keine Menüreinfolge, du kriegst auch keine Menü, setz dich hin.
- 2:58:49Und die Kochengänge immer in Chargen vor, dann kommt quasi ein Kälner raus, hat den Gang, 10 Teller von dem Gang, stellt den dahin und dann gucken die, wer gerade im Restaurant aufgegessen hat.
- 2:59:02Und da stellen die den dann ein. Wenn also jemand später kommt oder früher kommt oder langsamer ist, kriegt der auch ganz andere Gänge, weil du kriegst den jetzt nicht eingestellt, weil du hast gerade noch was zu essen.
- 2:59:11Dann kommen die danach wieder mit 10 Tellern von irgendwas anderem, dann kriegst du den dafür der andere, der nicht am Essen ist. Also einfach random, es ist komplett willkürlich, gar kein ...
- 2:59:21Sprich die gehen auch nicht auf dich ein, weil die kochen einfach, wenn man irgendwann mal fragt, wie viele Gänge kommen denn noch und die so, ja wie viele Hunger habt ihr denn noch?
- 2:59:26Und es hat ja auch alle, die waren unfreundlich, das hat sie nicht interessiert, wir haben irgendwann gesagt, können wir eine kleine Pause machen, dann sagt sie, ja, in dem Moment stellen sie die Essen ein.
- 2:59:33Und du sagst, ja, danke, es ist ... - Nach dem Essen kannst du die Pause machen. - Dann kommt ... und da waren auch einfach wirklich schlechte Gänge dabei.
- 2:59:40Und Alain Passat kommt dann raus in seiner roten Hose, in seinen teuren Lederschuhen ohne Socken an, geht an jeden Tisch und sagt, das Leben ist eine große Fete.
- 2:59:48Die Asiatten sagen, oh, machen ein Foto von ihm. Dann kommt da zu uns und sagt, das Leben ist eine große Fete.
- 2:59:53Und dann sagt er, ja, heute nicht so. - Ein bisschen schade. - Und das finde ich halt traurig. Wie gesagt, das ist jetzt der eine Aspekt, weil ich habe das große Menü hinten haben Leute, der, wie ich meine, Brea B.
- 3:00:06ist für 250 Euro Allerkart hinter, haben Leute so aus dem Breter so eine ganze Keule bekommen, Geschäftsmitleute. Also ich glaube schon, dass die auch geiles Essen kochen können und auch geile Allerkart und alles.
- 3:00:15Aber das war eine grauenhafte Erfahrung, weil ich einfach sage, auch selbst für das Geld, mit dem wir dann raus gelaufen sind, was immer noch 700 Euro waren, irgendwie mit Wein und keine Ahnung, ist das einfach eine Frächheit.
- 3:00:25Also sorry, das geht nicht. Dann habe ich ein wahnsinniges Slapstick-Service gehabt im Meer Brasier in Lyon. Das war ja die ... wo Küs gelernt hat und das Restaurant gibt es ja immer noch.
- 3:00:41Und es gibt auch noch so ein Ursprungsmenü, wo du quasi die Gänge kriegst, wie damals. Kriegst du tatsächlich einfach so ein Block vorkraben und so eine halbe Art die Schocker offentäter, das ist richtig lustig.
- 3:00:51Als Apropos, nicht als Amüs, kriegst du so eine Partie und Kurze ohne Scheibe auf den Tisch gelegt, so ein paar Zentimeter dick, oder auch sagt, ja, ja, doch, was ist so bei euch los?
- 3:00:59Ich esse das Apropos, da gehe ich wieder. Und das war ein sehr, sehr amüsanter Tag, aber es war reines Slapstick. Es war wirklich so, wo du sagst, alte Schul-Service so überzogen.
- 3:01:12Also Chefsommi steht am Tisch und rede mit uns. Währenddessen kommen hinten Kälner rein, mit dem Tableau, mit dem Essen drauf, sieht aber, dass der Chefsommi uns spricht und den Chefsommi bricht du ja nicht, weil Hierarchie und so.
- 3:01:24Deswegen stellt er das Essen dahin, dann steht er da. Dann geht der Chefsommi je, stellt aber den Teller mit dem nicht ein, weil er ist hier Sommi je und fasst kein Teller an.
- 3:01:35Der Typ steht da, darf aber alleine nicht zwei Teller einsetzen, deswegen läuft er aus dem Raum raus, während unser Essen da steht, um einen zweiten Kälner zu holen.
- 3:01:43Dann stellen sie ein, in dem Moment kommt aber der Chefsommi je wieder, um uns noch was zu sagen, sprich den unterbrechen sie nicht, das heißt, die sagen das Essen nicht an und laufen weg.
- 3:01:50Er sagt das Essen aber auch nicht an, weil er ist ja Sommi je, dann läuft er auch weg und wir gucken uns die ganze Zeit noch an und denken, was ist jetzt nicht denn ernst.
- 3:01:57Und dann steht dein Wein natürlich so in armes Länge da auf dem Gerät, dann glasst er es leer und fragst den Kälner, dann können sie mir durch den Nachschränkern, dann sagt er, ich gehe den Sommi hier holen und dann läuft er weg und verschwindet irgendwie zehn Minuten und denkst, was ist das?
- 3:02:10Und so ging es weiter und weiter und weiter. Und dann darf der zwei Teller nicht tragen, deswegen nimmt er den Teller, läuft aus dem Raum raus, bringt er in die Spüle
- 3:02:18und sitzt da mit einem Teller noch aufgegessen vor dir und irgendwann kommt er wieder, holt den zweiten Teller und trägt den raus und denkt, das ist ja alles in Ordnung.
- 3:02:26Das war schon so amüsant, dass es fast ein großer Spaß war, weil es so holzkudig war und so nicht gastorientiert und so zurückgeblieben im Service denken, dass es echt amüsant war.
- 3:02:41Das war auch nett. Und sonst habe ich wirklich gut, wirklich schlecht gegessen, wirklich toller Service, wirklich frecher Service, unfreundlicher Service, alles gehabt.
- 3:02:50Wir hatten auch tatsächlich ein Master-Sommel jemals in dem Restaurant. Der hat uns Korki geweinigen gestellt, wo er wusste.
- 3:02:58Das ist in Amerika wohl gängiger, dass man den Gast die Entscheidung lässt oder auch Weine nicht vorher probiert oder irgendwie, wo ich mir immer denke, wie soll denn der Zombie jemals eine Weinkarte kennen, wenn du den Wein nicht probierst?
- 3:03:13Also sehr unmöglich. Und der wusste, dass die Weine fehlerhaft waren. Der hat ja auch in der Sekunde, wo wir gesagt haben, der Wein hat die Kläser eingesammelt, der wusste genau, aber der stellt die hin.
- 3:03:26Und denkt halt, wenn die nichts sagen, dann trinken die den halt.
- 3:03:30Und aber der wusste, dass wir ein kompletter Tisch mit Gastronomen waren, Blum-Zommeliers und wozu brauche ich denn ein Master-Sommelier?
- 3:03:37Also das macht für mich keinen Sinn. Das erschließt sich mir nicht, wie man so arbeiten kann. Und dass das irgendwie dann der Anspruch an deine Arbeit ist, wo du auch wahrscheinlich als Master-Sommelier unglaublich viel Wein wissen hast.
- 3:03:49Also ich finde, schräg. Wie gesagt, es scheint in Amerika gängiger zu sein, ich habe nie in Amerika gearbeitet. Ich finde, ich finde trotzdem schräg.
- 3:03:58Also gerade in so ein High-End-Restaurant, das kann ja auch kein geheimliches Essen rausbringen und mal gucken, ob du es merkst.
- 3:04:04Hast du mal ein Team erlebt? Ich weiß gar nicht, ob du es beantwortet hast, wo du gerne einen Teil davon gewissen wirst.
- 3:04:09Ja, also vieles tatsächlich in Australien auch, weil ich finde, Australien ist nach wie vor mein Nummer eins, was Gastronomie in der Gesamtheit angeht.
- 3:04:21Haben einige berichtet, haben wir überhaupt nicht in Europa auf dem Schirm, interessanterweise.
- 3:04:25Weil gar nicht im Top-Top-High-End-Bereich unbedingt, aber im kompletten Durchschnitt.
- 3:04:32Also aus Rhein war auch das Land, wo früher Starbucks nie war, weil die Leute gesagt haben, den Scheiß trinken wir nicht.
- 3:04:40Und dieses Durchschnittsniveau, wenn wir hier feiern, da gibt es plötzlich eine Pizzeria mit guter Weinkarte und alle rasten aus bei uns.
- 3:04:48Da gucken die Luftsagen, was ist mit euch los? Also wenn bei uns eine Pizzeria keine gute Weinkarte hat, dann ist das was Seltsames,
- 3:04:58weil du hast in Städten wie Melbourne und Sydney unendlich viele so Durchschnittsgute Läden.
- 3:05:04Und da ist jeder Kellner ein halber Barista, ein halber Barkeeper, ein halber Zombie, weil die Bock haben.
- 3:05:10Und du verdienst ja in Australien auch als Handwerksberufe, verdienen gut.
- 3:05:14Da sind Leute stolz drauf, dass sie Handwerker sind, können sich trotzdem ihr Häuschen leisten und in den Urlaub fliegen und so.
- 3:05:20Und da haben viele Berufe eine andere Stellung.
- 3:05:23Und dadurch ist ein Grundniveau höher und dadurch auch die Energie dahinter.
- 3:05:28Weil die Leute bei uns sind ja ganz viele Leute in der Gastro, wenn du jetzt homis rausnimmst, die da ihr Weintema haben, die Gastro als Job machen und nicht als Berufung so ungefähr.
- 3:05:41Und da hast du so richtig viele gestandene, geile Gastroteams mit Energie, die auch alle das Aufsaugen und Bock drauf haben.
- 3:05:48Und so Gastrokonzepte, wo du sagst, es ist geiles Essen, aber die haben auch eine geile Bar und ich kann geile Cocktails, unten geilen Zombie.
- 3:05:55Und das ist irgendwie, hat eine andere Dynamik und das halt auch außerhalb vom High-End-Bereich, wo du sagst, du gehst einfach ein gutes Restaurant und da ist trotzdem ein Zombie und eine coole Weinkarte.
- 3:06:04Und das macht Spaß.
- 3:06:06Das Restaurant, wo du da jetzt zufällig bist?
- 3:06:08Es ist jetzt lange her, dass ich da gearbeitet habe und ich war dann auch nochmal unten, aber es ist auch schon wieder ein bisschen her.
- 3:06:15Aber zum Beispiel, ich war auch im, gibt es Weingut Restaurants, so wie in ein paar Ländern, wo das gängiger ist.
- 3:06:28Wo es auch intensiver gelebt wird als hier.
- 3:06:30Genau.
- 3:06:31Ich war auf der Moniken-Pinenzula, 10 Min. bei Tractor, mit denen wir auch gearbeitet haben.
- 3:06:36Die haben ein tolles Restaurant, die hatten auch zwei Mützen, die haben ja keine Sterne in Australien, also schon auch dekoriert.
- 3:06:42Da würde du guckst raus mit in die Weinberge und sitzt da drin und dann ist da so ein Tractor.
- 3:06:46Die haben eine geile Weinkarte, die Besitzer vom Weingut sind, auch richtige Weinfreaks und haben auch geile Sachen, die du in Australien selten siehst, weil da auch irgendwie Bugunder und altes Zeug.
- 3:06:56Und dann ist da trotzdem irgendwie, die sind alle so gut drauf.
- 3:06:59Und ich meine, "Warning, Pinzela, du kannst morgens vor der Arbeit aufstehen und rundesurfen gehen."
- 3:07:03Das ist natürlich auch irgendwie, das ist unser Lebensgefühl, was reinkommt.
- 3:07:07Und was natürlich in einem Job, wo du viel Stress hast und viele Stunden, irgendwie dann auch geil ist als Ausgleich.
- 3:07:13Und ich finde diese Energie und vor allem in einem High-End-Bereich, also ich bin auch kein Freund von, das ist zu lax, wenn du natürlich in einem Top-Top-Bereich performen musst, da ist dann auch mal Konzentration.
- 3:07:26Und du kannst dich immer nur rumalbern und Spaß haben. Aber generell finde ich halt trotzdem eine Grundatmosphäre und eine Grund, dass die Leute eine positive Energie haben.
- 3:07:39Das ist so wichtig. Und das ist ja was, was uns ganz viel fehlt, gerade in Spitzen gastronomie durch diesen enormen Druck und den Umgangston und alles, wie wir alle wissen.
- 3:07:50Und dann ist das schön, wenn du natürlich Versionen siehst, wo du siehst, es geht anders und das funktioniert auch.
- 3:07:57Und die arbeiten trotzdem auf so einem Top-Niveau, aber es ist eine ganz andere Dynamik und eine ganz andere.
- 3:08:03Und du hast manchmal das Gefühl, du hast nicht diese alte-europäische Denken, wo du sagst, das muss aber auch so sein.
- 3:08:10Ich glaube, dass wir uns dann langsam in diese Richtung bewegen bzw. viele bestrebt sind in diese Richtung zu gehen.
- 3:08:14Dass wir das Spiel mit der Hierarchie durchgespielt haben, da jetzt Game Over gesehen haben und dann versuchen, einfach das neu zu denken, neue Chancen darin zu sehen, also in Richtung Lebensqualität.
- 3:08:24Ja, wobei ich manchmal das Gefühl habe, wir kriegen das hier noch nicht so richtig hin.
- 3:08:28Das ist ein Learning, das richtig umzusetzen. Es ist dann manchmal zu gewollt oder zu aufgesetzt und zu, I don't know.
- 3:08:36Brauchst du auch die Typen dafür und braucht es eben auch dieses Lebensgefühl, auf anderen Ebenen dafür um das zu leben?
- 3:08:41Oder es sind dann schöne Worte, was du alles machen willst und das dir groß auf Fahnen schreibst und dann funktioniert es.
- 3:08:47Das muss irgendwann das Bewusstsein dann auch.
- 3:08:49Das funktioniert halt trotzdem nicht.
- 3:08:51Ja, wie findest du dem? Also nicht wie findest du dem, wie würdest du dem beschreiben?
- 3:08:57Also geht gar nicht um Wertigkeit, sondern ich habe den jetzt die ganze Zeit vor der Nase und ich finde die Sortentypizität recht markant,
- 3:09:05also dass du diese Klaviatur der Aromen durchaus durchspielen kannst und alles findest.
- 3:09:10Was ich daran mag ist das Spiel zwischen warm und kalt, auch zwischen Reife und Spielmitereife.
- 3:09:17Dass du ein bisschen diese grünen Paprika mit dabei hast, ein Cabernet, die Johannes-Bärigkeit, die Bärigkeit.
- 3:09:33Ich finde, man hat keine Überreife, man hat Reife aber keine...
- 3:09:37Also keine Überreife.
- 3:09:41Vor allem hast du einfach trotzdem, du hast ein schönes Tannin, du hast einen guten Kripp.
- 3:09:46Also es ist keine superweich gespülte Fruchtbombe.
- 3:09:51Man merkt die Power, man merkt die Sonne.
- 3:09:55Ich mag ja sehr reinen, puren Cabernet schon sehr gerne.
- 3:10:00Ich bin ein großer Fan.
- 3:10:02Ich mag ja sehr viel Übersee auch sehr gerne, wenn das nicht dieses Klischee überwucht hat.
- 3:10:08Also ich bin da durchaus ein Freund von...
- 3:10:14und das kann auch sehr klischeehaft Cabernet sein.
- 3:10:17Also ich finde, das gab es so Zeiten, wo man das irgendwie gar nicht getrunken hat.
- 3:10:21Wer soll bereitst wurde, wenn man die versucht hat, zu schön zu malen, zu perfekt zu schminken und zu bunt anzuziehen.
- 3:10:27Und hier ist es, finde ich, dass man so diesen Körper relativ rein hat.
- 3:10:32Und das mag ich dabei.
- 3:10:34Ich weiß nicht, ob das noch ein Herkunftsbein ist und ob das überhaupt sein muss.
- 3:10:38Wenn man es ja eigentlich sich ziehen kann, nicht zuordnen, oder verordnet und regali,
- 3:10:43war ja so einer der ersten, die die Cabernet dort gepflegt haben.
- 3:10:47Und ich finde, er hat sich teuer entwickelt.
- 3:10:49Er stand jetzt in einer 3-4 Stunden Stunde im Glas und es hat ihm einfach sehr, sehr gut getan.
- 3:10:54Wir haben am Anfang war er dann schon recht dick und er verfeinert sich jetzt so wunderbar.
- 3:10:58Ja, ich habe am Anfang nicht reingerochen, um ehrlich zu sein, weil ich die ganze Zeit geredet habe.
- 3:11:02Also ein Ticken mehr Säure, ein Ticken mehr Frische würde ich mir jetzt einfach als Wein wünschen,
- 3:11:18wo ich sage, das wäre dann noch mehr Mainz.
- 3:11:20Also man merkt schon diese Sonne, wenn man merkt, die Fülle raus, wo ich sage, also ich finde das nicht schlecht.
- 3:11:26Ich könnte für den EZ auch eine Flasche trinken.
- 3:11:28Ich finde das jetzt nicht plump, mal beim Ladig.
- 3:11:31Ich mag es, wenn es ein bisschen zurückgenommen ist, die von der Fruchtfülle so ein bisschen.
- 3:11:40Aber ohne dass ich das jetzt wahnsinnig anstrengend finde.
- 3:11:44Ich weiß jetzt gar nicht, was das vom Alkohol hat, aber wahrscheinlich auch nicht so wenig.
- 3:11:48Nee, aber auch nicht so viel, das finde ich eigentlich überraschend, dass der noch im Mühe.
- 3:11:52Falls der halbmüster ist, oder?
- 3:11:5414, genau.
- 3:11:55Ich finde auch 14 in Ordnung, also gerade heutzutage.
- 3:11:57Und wenn die jetzt auf Sizilien nicht etwa unten irgendwie nur 14% heißt, ist ja auch schon leid.
- 3:12:03Fast ein Grundstück, ja?
- 3:12:04Fast.
- 3:12:06Und ich bin da auch kein so Alkohol, wenn es nicht sucht, wenn es alles stimmt, ist das passend.
- 3:12:12Also sehr super.
- 3:12:14Ist dann ja besser, als würde es zu früh lesen, dann wäre es wieder zu grün.
- 3:12:17Also da sind wir leider auch ein bisschen die Weintrenz der letzten Jahre.
- 3:12:22Was man versucht, es wieder ein ganz anderes Extrem zu leben.
- 3:12:26Und ja, aber dass dadurch auch verloren geht, was Balance bedeutet.
- 3:12:30Und das ja ein Speck und eine Frucht und auch eine Fülle, was Gutes sein können, die einem Wein durchaus braucht.
- 3:12:37Weil es diese Richtung Kark, Schlank, Säurebeton so überreizt wurde, dass ja plötzlich ja gar nicht Frucht ist oder Schlecht ist geworden.
- 3:12:47Irgendwie ein bisschen Fülle, Sauerstechs geworden, Holz ist auch schlecht.
- 3:12:51Eigentlich solltest du nur sauren Steinen daraus schmecken.
- 3:12:54Also das ist ja blöd sein irgendwie.
- 3:12:57Und das geht halt wieder zu viel.
- 3:13:01Wie gesagt, dieser Dogmatismus, wo du sagst, nee, das kann es nicht sein.
- 3:13:06Und vor allem nicht, wenn deine Leute anfangen, einfach so früh zu ernten, dass du halt grüne Säuras, grüne Tannine hast und das Ganze einfach unreif schmeckt.
- 3:13:17Ja, dafür hast du keine Fülle und nicht dringend Alkohol, aber der Wein ist ja trotzdem nicht gut.
- 3:13:21Und diese Balance zu halten.
- 3:13:23Und ich finde das ein bisschen schade, weil das ist, deswegen sage ich auch, diese alte Schule und seine Basics lernen.
- 3:13:29Gerade wenn du jetzt Südfrankreich nimmst oder gerade Chateau Neuf oder sowas.
- 3:13:35Ich meine, kannst du da kein niedrig Alkoholwein machen?
- 3:13:38Also das letzte Mal, als ich da war, haben wir Fässer probiert mit 16, irgendwas Alkohol.
- 3:13:43Also natürlich wird das da zu einem immensen Problem, weil wir da jetzt Alkoholwert haben, die einfach wirklich verdammt hoch sind.
- 3:13:50Aber vor allem, wenn du das mal relativ wirst, auch Nordrohn, Südrohn, Chateau Neuf, weiße Hermitage und so Sachen, die jetzt klassisch auch wenig Säure haben.
- 3:14:01Das passt ja gar nicht in diesen Trend der letzten Jahre von schlanker, frischer etc.
- 3:14:06Aber auch zu verstehen, dass ich das relativiert mit Reife und dass der Alkohol geht nicht weg.
- 3:14:14Aber das integriert sich so, dass ein Wein frischer wird, dass da der Empfindung von Säure entsteht.
- 3:14:21Wenn du mal ein weißen Hermitage 20 Jahre alt trinkst, was ja leider fast unmöglich ist, weil wo kriegst du das?
- 3:14:26Dann verstehst du diese Weine plötzlich, weil du sagst, jetzt macht das Sinn.
- 3:14:32Wenn ich das jung trinke und denke, was ist das denn? 14,5 Prozent, keine Säure, wer will das denn trinken?
- 3:14:38Also Jean-Louis Scharf sagt, du musst die weißen Länger liegen lassen als die roten im Prinzip.
- 3:14:44Und dann verstehst du auch diese Weine und die haben dann ihre wahnsinnige Berechtigung, weil das können unglaublich tolle Weine sein.
- 3:14:50Aber da haben viele Leute auch gar keine Bezug mehr zu, weil die sagen, viel Alkohol, wenig Säure.
- 3:14:55Du probierst das natürlich jung, aber da auch einen Empfinden führt zu entwickeln.
- 3:15:00Wie schmeckt denn gereifter Corriere? Ja, aber wo kriegst du das in den Glas?
- 3:15:04Ja, das hat es noch und es findet auch irgendwie den Gefühl nicht mehr statt.
- 3:15:08Und das finde ich schade, weil du ganz viele Sachen so pauschal weggedrückt werden, die eigentlich eine Berechtigung haben und gerade auch zu den richtigen Gerichten, Sensoren,
- 3:15:17und da halt diese Reife und das musst du auch verstehen, dass das natürlich, man sagt ja mal, ein Weinbrauchreife bevor sein Potenzial entwickelt.
- 3:15:26Ja, und kannst auch Weine, einen großen Bugunder kannst du jung trinken, der ist sexy, der richtige Fenster ist, aber solche Weine, die musst du ja fast alt trinken,
- 3:15:38weil sonst erschließt sich dir die Größe des Weinstaates gar nicht.
- 3:15:41Aber das musst du auch irgendwo verkosten und das musst du lernen und das musst du probieren.
- 3:15:45Ich finde das schon auch wichtig und ich habe das, diese hast du jetzt ja, die letzten zehn Jahre, das alles zur Seite geschoben wird, was irgendwie zu wenig Säure hat.
- 3:15:54Also ich kann das ja verstehen, ich will auch nichts, ich mag Säure und ich will Frische in Wein und ich will nichts, was für mich satt macht nach einem Schluck.
- 3:16:00Aber deswegen sage ich diese Relativierung auch zu sehen, wo man sagt ja, es gibt Stilistiken, die sind halt so und die brauchen einfach diese Zeit und dann kann das auch großartig werden.
- 3:16:10Noch die Daseinsberechtigung für diese Weine erkennen und sie punktuell einsetzen und das eben nicht schwarz-weiß, nicht dogmatisch wieder eben sagst, welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?
- 3:16:22Das ändert sich die ganze Zeit. Vor allem muss man ja überlegen, nimmt man jetzt ein Wein, den man selber mag, das ist ja nicht der Sinn, man muss ja eigentlich überlegen, wie ist man persönlich als Mensch.
- 3:16:37Und dann ist auch die Frage, bist du dann so wie die Rebsorte quasi im Anbau irgendwie super schwierig oder bist du so wie der Wein sich im Glas präsentiert irgendwie?
- 3:16:47Also, ich finde keine einfache Antwort, ich glaube, wurde ich bestimmt schon ein paar mal gefragt, aber ich kann jetzt also, ah, top, keine.
- 3:16:54Wenn ich dir jetzt was sagen würde aus dem Bauch raus, würde ich wahrscheinlich drei Stunden später sagen, ah, nee, das ist ja irgendwie, passt das gar nicht so ganz.
- 3:17:02Aber ich glaube, irgendwas, was auf jeden Fall in der Jugend verschlossen ist, die Birolo könnte gut passen, so ein bisschen kantig.
- 3:17:11Wir haben, ich glaube, was mir an negativen Sachen am häufigsten nachgesagt wurde in meinem Leben, auch in meinem Berufsleben war glaube ich arrogant.
- 3:17:24Was ich sehr schade finde, weil ich mag arrogant gar nicht, aber es ist natürlich eine Wirkung, wenn man oft erstmal, also man braucht ein bisschen länger bis man mal lacht, man ist erstmal reserviert, immer so ein bisschen,
- 3:17:38also gab es auch Angestellte oder junge Angestellte, die da irgendwie, ich habe Angst, bei Nico reinzugehen, weil der irgendwie so streng ist und keine Ahnung was.
- 3:17:50Das ist halt eine Wirkung, die es gibt und dann muss man erstmal jemanden kennenlernen und so ein bisschen und dann ist das eigentlich gar nicht so.
- 3:18:00Also auf jeden Fall ein Wein, der grundsätzlich vielleicht am Anfang erstmal ein bisschen verschlossen ist und ein bisschen Zeit braucht.
- 3:18:07Dann irgendwann eine Größe zeigt.
- 3:18:09Und dann, ja, bei den Gästen klappt es dann zum Glück auch ohne etwas, was man direkt nett ist, weil sonst wäre man natürlich irgendwie schlechter in den Job.
- 3:18:20Wenn die auch erstmal 10 Besucher bräuchten, bevor sie "The Real Nico" kämpfen.
- 3:18:25Genau, das wäre natürlich ganz schlecht.
- 3:18:28Was ist Wein für dich?
- 3:18:34Ich finde Wein, deswegen dürft mir das auch auf mit diesem Prestige trinken und Weine vor sich her tragen und damit angeben.
- 3:18:46Weil ich sage, Wein ist halt ein Lebenskultur, Wein ist was, was kein Mensch braucht.
- 3:18:51Ist nicht lebensloswendig.
- 3:18:54Eigentlich kann man schon sagen, es ist dekadent, weil auch teure Weine, es ist irgendwie ein Luxus, den du unterndrinkst.
- 3:19:01Und es ist auch weg.
- 3:19:03Also das ist ja nicht mal wie ein tolles Auto, was du dann immer wieder fährst oder was du dir irgendwo hinhängst, sondern es ist einfach dann weggetrunken.
- 3:19:11Und natürlich ist da eine Absurdität, auch wenn man sagt, was man dafür Geld ausgibt und dann ist es weg.
- 3:19:19Aber genau das finde ich wieder so schön daran.
- 3:19:23Das ist wie mit mechanischen Uhren, so ein bisschen, wo du sagst, es braucht kein Mensch, eine digitale Uhrzeit, besser die Zeit.
- 3:19:32Also du machst es aber, du hältst ein Handwerk hoch und Waldes Genuss macht, weil es Spaß macht.
- 3:19:38Aber natürlich auch nur für einen Moment, es ist wie mit einem Konzert, es ist dann vorbei.
- 3:19:44Wobei ich mir da ja noch die CD anhören kann, aber die Flasche ist halt der.
- 3:19:49Und das ist schön, weil es so was Vergängliches ist und man im Moment innehält.
- 3:19:55Und ich hatte so ein paar Ausnahmeweine getrunken oder ganz, ganz alte Madeiras, wo der Wein zwei Stunden am Gaumen war.
- 3:20:04Und ich würde wirklich so ein bisschen irgendwie anhängen, was ist da los?
- 3:20:08Ich bin ein großer Madeira-Fan und kriegst du eine Ehrfurcht, wenn du so ganz alte Madeiras trinkst, dann stellst du dir vor, dass denen jemand produziert hat zu einer Zeit, wo du sagst, 1860, wo du sagst, die wussten nicht, dass der erste Weltkrieg kommt, der zweite Weltkrieg kommt.
- 3:20:27Die hatten da nichts, die haben in ausgehüllten Ziegenhäuten den Wein über die Insel geschleppt.
- 3:20:32Und jetzt sitze ich da irgendwie 150 Jahre später und trinkt das. Also was für eine bekloppte Vorstellung das schon ist.
- 3:20:40Und sich da auch mal rein zu versetzen und dann kriegst du irgendwie nochmal ein anderes Gefühl beim Trinken, weil du sagst, dass das überhaupt möglich ist.
- 3:20:48Dass das das das das überdauert und sogar noch besser wird, Sachen die 130 Jahre im Fass lagen.
- 3:20:54Wo ich sage, das ist bescheuert. Aber irgendwie, da ist halt eine Dimension, die noch weitergeht.
- 3:21:02Es ist was, was verbindet, was Genuss ist, aber wo eine ganze Kultur dahinter steht.
- 3:21:07Wenn du Krieg und Wein hast gelesen, weil du Krieg, ich vergesse immer, wie ums ist.
- 3:21:12Wo man ja auch merkt, was das zum Beispiel für ein Land wie Frankreich an einer kulturellen Bedeutung hat.
- 3:21:18Da ist halt einfach mehr dahinter an Kultur. Und das ist am Ende Wein für mich.
- 3:21:28Es ist natürlich ein Getränk, was einfach schön ist, was verbindet. Ich finde einfach ein klassisches.
- 3:21:33Für mich ist ja das, man hat das heutzutage weniger, wo du einfach an einem Tisch sitzt.
- 3:21:39Der Tisch ist voll mit Essen, da stehen Flaschen. Und ich will den Wein dann auch gar nicht mehr zerreden.
- 3:21:45Einer Typ macht das Sprichs in Zombies, wir reden immer über Wein.
- 3:21:48Keine Ahnung, aber irgendwann ist es auch einfach so anstrengend.
- 3:21:51Können wir nicht einfach mal über Musik reden und wir trinken nebenbei.
- 3:21:54Ich habe irgendwann anfangs nur Großflaschen mitzubringen, weil ich gesagt habe, können wir nicht mal auch einfach mal...
- 3:21:59Ist man eine halbe Flasche trinken bevor wir da irgendwie...
- 3:22:01...dunde übereinweinen trinken und einfach noch mehr.
- 3:22:04Und am Start immer noch eine Flasche, noch eine Flasche, noch eine Flasche.
- 3:22:06Es kommt so eine Gier rein und die finde ich sehr anstrengend.
- 3:22:10Es hat man ja immer wieder beim letzten Zombies, wenn jeder seinen eigenen Wein mitbringt.
- 3:22:18Und du sitzt da beim Reden und ich habe ein Wein im Glas, 10 Sekunden, da steht jemand und sagt, zieh ab, du musst das probieren.
- 3:22:26Und dann ist der nächste im Glas, 10 Sekunden, zieh ab, du musst das.
- 3:22:29Und so schnell kannst du ja gar keinen Wein auf dich wirken lassen.
- 3:22:32Und das ist ja... ich meine, es ist cool, wenn du so viele Weine probierst und kriegst, natürlich waren sich viele Eindrücke.
- 3:22:38Aber manchmal geht es einfach in so dieses Gierige, möglichst immer noch mehr, mehr, mehr, mehr.
- 3:22:44Und ich sitze auch einfach mal gern da und genieße Wein.
- 3:22:47Und das geht so oft ein bisschen verloren gerade bei Weinfreaks.
- 3:22:51Und das finde ich sehr schade, weil Wein für mich genau das ist, dieses einfach Sitzen und diese Ruhe, weil du trinkst jetzt eine Flasche.
- 3:22:59Wenn du jetzt so zwei Flasche trinkst, trinkst du da ja mal ein bisschen.
- 3:23:02Kannst du das noch Wein trinken, einfach trinken?
- 3:23:05Oh jetzt.
- 3:23:07Nicht drinnen fallen lassen und einfach den Wein nicht werden?
- 3:23:09Ja, auch sehr günstige Weine. Also ich habe da einen wahnsinnigen Spaß dran.
- 3:23:14Ich saß in Griechenland, in Kavalla, in der Taverne und diese griechischen Kupferbecher, die du kriegst.
- 3:23:22Und da war der Hauswein von der Taverne eiskalt, weil es war Bullen heiß.
- 3:23:27Und ich habe mir die Dinger hinter die Bärl gekippt.
- 3:23:30Und für mich in dem Moment war das der beste Wein. Es ist einfach dieses Verstehen, dass ein Wein, der beste Wein ist ja nicht der beste Wein.
- 3:23:38Der hochwertigste, sondern das ist der.
- 3:23:40Ja und auch nicht der qualitativ komplexeste Wein, sondern der Wein, der für die Situation am besten passt.
- 3:23:46Und deswegen dieses in Südfrankreich sitzen oder da jetzt in Griechenland oder irgendwo, du sagst, es geht gerade nicht um den Wein.
- 3:23:54Ja, wenn das jetzt ein ekelhafter Wein ist, der einfach schlecht ist, den will ich auch nicht trinken, dann trink im Bier.
- 3:23:59Natürlich will ich keinen schlechten Bein trinken, weil dazu ist mir mein Gaumen zu schade.
- 3:24:04Aber es gibt sehr einfache Weine, gerade in solchen Ländern, wo dann auch ein Hauswein ein sehr gut gemachter Wein ist.
- 3:24:10Und dann ist der gekühlt und heißt, es ist so perfekt.
- 3:24:13Du könntest mir jetzt dann eine 5000-Euro-Flasche hinstellen und ich sage, pack die wieder ein.
- 3:24:18Ich will die jetzt nicht trinken.
- 3:24:20Ich hätte jetzt nicht mehr Spaß.
- 3:24:22Ich würde es zu sehr fordern und zu sehr beanspruchen, weil die natürlich auch was mit einem machen.
- 3:24:25Ja, und ich könnte den gar nicht so trinken, wie ich gerade aus dem Kupferbecher diesen Bein trinken.
- 3:24:29Und ich will jetzt aber gerade so trinken, weil ich sitze jetzt hier und es hier irgendwie mein geilstes Essen, aber kriechische Hausmannskost.
- 3:24:36Und da will ich mir gerade diesen Kupferkug reinkippen.
- 3:24:39Und das würde ja nicht funktionieren, wenn er jetzt so ein Megatour reinstehen würde, weil du den gar nicht so reinkippen könntest.
- 3:24:45Aber genau das will ich ja gerade machen.
- 3:24:48Und wie gesagt, da geht es nicht um, jetzt billig sich betrinken.
- 3:24:52Aber es ist einfach ein schöner Wein, wo ich sage, ja, aber guck mal wie gut der gemacht ist.
- 3:24:56Wahrscheinlich kostet er gar nix hier von irgendwem, der da ...
- 3:24:58Und das ist für mich auch einfach perfektes Wein trinken.
- 3:25:03Ist ja noch pairing, weil der Wein dann nicht irgendwie nicht bei so einer Situation unterstützt, genau aufgrund seiner Arten, seiner Machart, die wahrscheinlich noch nicht mal perfekt ist.
- 3:25:10Darum geht es auch gar nicht, aber genau die Situation, die Insel, das Wetter und alles, den Kupferbecher unterstützt.
- 3:25:15Ja, und da gibt es so vieles.
- 3:25:17Ich habe auch gestern wieder darüber geredet, weil der Freund von mir auch mit dir Gniport da im Vignuverde unterwegs war, weil ich auch vor Jahren mal ...
- 3:25:25Und dann gehst du im Vignuverdegebiet in irgend so eine Bergkaschämme, so eine kleine Butze und dann trinkst du durch einen roten Vignuverde und die trinkst du ja klassisch aus so steinen Küken, Tassen.
- 3:25:38Und wie geil das ist.
- 3:25:40Und du sitzt da und ist dann irgendwie diesen weißen Käse und so ein paar Bohnen und trinkst roten Vignuverde aus diesem Steinding und es ist perfekt. Es ist einfach super.
- 3:25:49Und das ist ... Ich finde, wenn du das nicht verstanden hast, dann ... du weißt nicht, dann kannst du der teure Weine und ich kenne ja auch über die Gäste, die ich habe, sehr viele Leute, die nur absolute teure Weine trinken.
- 3:26:01Weil die gar nichts ... Also die haben die Kohle und denen es auch wurscht und denen geht es aber auch um was anderes beim Trinken.
- 3:26:06Weil die trinken so kein Wein.
- 3:26:09Und das ist was, was mir egal, ob ich die krassesten Weine in meinem Leben probiert habe und die teuersten und dafür auch ein Verständnis habe, kann das andere, finde ich, nicht verloren gehen.
- 3:26:21Das ist so die Essenz.
- 3:26:24Und wenn du mal bei Winzern, auch bei Winzern, die wahnsinnig teure Weine produzieren oder so, wenn die während der Ernte am Tisch sitzen, mit dem Ernteteam und da was auf dem Tisch steht, da wird auch anders getrunken.
- 3:26:35Und die sitzen auch nicht da mit ihrem Wein und schwenken den uns so hoch.
- 3:26:38Aber wenn ich jetzt ein Zeit, also nee.
- 3:26:41Und die machen das Zeug.
- 3:26:44Und das ist eine Weinkultur und das ist für mich die Essenz von Wahlen.
- 3:26:49Und wenn du das aber auch schaffst und das kannst du ja zu einem gewissen Maß auch übertragen in anderer Situation, dass du einfach sagst, das passt jetzt gerade.
- 3:26:57Und ich muss gar nicht.
- 3:26:59Das kann dir im Weg stehen, dieses "Grade, wenn du Weinfreak bist, weil du plötzlich keinen einfachen Wein mehr bestellen kannst."
- 3:27:07Wenn es eine Weinkarte gibt, die irgendwelche Schätzchen da drauf hat, dann zu sagen, ja, ich nehme jetzt aber einfach hier diesen ganz easy Wein, weil ich habe da gerade Lust drauf.
- 3:27:17Das schaffst du kaum, weil du irgendwie auch, ja, es ist ein Druck von den Leuten, die da sind.
- 3:27:23Und dann sitzt ich da als Sommelier und denke, guck mich ein anderer Sommelier an und dann kann ich ja nicht durft dastehen und mir jetzt irgendwie ein totalen...
- 3:27:29Riesling-Gutz war ja einfach einfach dieses saftige Möchte oder...
- 3:27:32Ja, und weil ich da einfach jetzt gerade mega Bock drauf habe.
- 3:27:35Und da kommt halt dann wieder dieses Profilieren rein, was dem dann im Weg steht.
- 3:27:40Und ich glaube, manchmal steht das auch einfach diesem Genießen im Weg, wo du sagst.
- 3:27:43Total, glaube ich, ja.
- 3:27:44Immer Profilieren.
- 3:27:45Und das hat so zugenommen.
- 3:27:46Und das gibt Gäste und da drehen sich so Sommys, Traumrum und ganze Sommiegruppen.
- 3:27:51Und wie gesagt, dann guckst du auf Instagram hoch und runter und siehst da irgendwelche teure Flaschen, wo ich sage, also was will ich denn mir die ganze Zeit von Leuten teure Flaschen angucken?
- 3:27:59Ich finde es kaum platzierenrissig.
- 3:28:01Welche Region findest du da bei diesem Hype auf teuren Flaschen oder was ist vernachlässigt?
- 3:28:07Oder gibt es irgendetwas, wo man sagt, viel zu wenig Beachtung oder sollte man...
- 3:28:11Ist es Griechenland oder ist es...
- 3:28:13Viele Regionen.
- 3:28:14Also klar, wenn du jetzt Griechenland sagst oder Portugal oder I don't know was, dann gibt es natürlich Weine, die top sind, die kaum stattfinden unter Sommys.
- 3:28:29Ich sage jetzt nicht, dass die jetzt konkurrieren können mit den weltbesten Weinen qualitativ.
- 3:28:34Also das ist natürlich schwierig, auch von der Weinkultur, die anders ist.
- 3:28:38Und mit den weltbesten Bugunda ist es jetzt schwierig, irgendwie dann einen anderen griechischen Wein zu finden, der da in Stilistik auch mit konkurrieren kann.
- 3:28:48Aber es gibt natürlich diese Regionen und da gibt es auch viele Sachen, die vergessen wurden.
- 3:28:53Ich habe aus Portugal Bargas getrunken, aus den 40er Jahren, da gibt es die Weingüter nicht mehr, die existieren nicht mehr, die kennt keiner mehr.
- 3:29:02Und das war ein Sensationell gute Weine.
- 3:29:05Und wenn du dir mal guckst, was Buzacco, die alten Sachen...
- 3:29:13Also mittlerweile ist es ja neuer Önologe, aber die alten Buzaccos, wenn du das, glaube 1960 war der älteste Rote, den ich getrunken habe, auch die alten Weißen, das sind ja grandiose große Weine.
- 3:29:25Das ist einfach wahnsinnig schörder, dass die auch ihre Stilistik verändern, aber das ist möglich und das war möglich und das steht da wieder eins, obwohl das 1960 ist oder so.
- 3:29:37Und das gibt das Land her, Portugal.
- 3:29:40Das finde ich so spannend.
- 3:29:41Also viele nennen Portugal als Hidden Treasure oder als entdeckte Größe oder Region.
- 3:29:47Viele beziehen sich entweder auf die Auducetonrebsorten oder auf die neuen Trends, aber was dort an Tradition vergraben ist und was dort vielleicht so ein bisschen vergleichbar mit Riocha der 90er oder 80er Jahre, wo du halt ganz viel auch alte Flaschen noch bekommst, die eine Lebensfähigkeit haben, die gigantisch oder Barrolo aus den 80er, 90er Jahren, also Sprich, als es dort entdeckt wurde und du halt noch die Barrolo aus den 60er Jahren probieren konntest.
- 3:30:10So was hat Portugal jetzt gerade.
- 3:30:12Wenn man tiefer schaut und die Keller reinschaut, gibt es da jetzt noch teilweise Monumente, die zeitlos...
- 3:30:19Man blickt halt nicht durch, also weil man keine Ahnung, wie gesagt, es gibt es ja nicht mehr, es ist gar nicht mehr bekannt.
- 3:30:25Also ich habe den Bargausen 40er, dann habe ich auch durch den Dirk Niebrot probiert, weil der da natürlich einen ganz anderen Zugang hat.
- 3:30:32Wenn ich da jetzt stehe und guck mal da Zeug an, ja, weißt du ja nicht, bei Garraferra National kannst du ja auch jetzt im Online-Shop hier aus Deutschland dir irgendwelche Uraltflaschen bestellen, aber es ist natürlich auch für wenig Geld.
- 3:30:45Aber es ist natürlich auch ein bisschen Risk, weil du gar keinen Plan hast und was da jetzt wirklich ein Hidden Treasure ist und was irgendwie mega geil ist.
- 3:30:52Was nur Hidden ist.
- 3:30:54Ja, genau.
- 3:30:56Das ist so geil und viele Sachen haben sich natürlich auch verändert. Ich habe 1985 Muchao getrunken, sensationell gut, da hat sich der Stilistik jetzt bei den jungen Weinen aber auch stark verändert.
- 3:31:06Sie sind natürlich auch moderner gemacht.
- 3:31:09Aber gerade bei den Sachen ist manchmal auch, dass man die Anwaltung, die Gebrauchsanweisung für die Weine braucht.
- 3:31:16Also die vielleicht auch nicht in unser Geschmacksbild, in unser Geschmacksmuster reinsortieren kann, sondern ein anderes Verständnis, ein anderes Mindset und ihm doch eine andere Offenheit für diese Weine braucht.
- 3:31:24Und wenn man anfängt, diese zu genießen, zu trinken, dann passt das bei uns nicht in die.
- 3:31:31Und das ist manchmal die Herausforderung, der wir uns auch stellen müssen oder was auch interessant sein könnte.
- 3:31:37Wenn man rein von Komplexität spricht, ist es für mich eindeutig auch moderner, weil du einfach sagst, die Komplexität und Tiefe kriegst du bei keinem anderen stillwahrt.
- 3:31:53Ander stillwein für das Geld.
- 3:31:55Wo sind die für das Geld?
- 3:31:57Irre, auch die reife Fähigkeit und das ist, was kostet nichts?
- 3:32:01Ja, das ist auch gut angezogen und ich meine, es gibt nur noch unter 400 Hektar auf der Insel und Schwindend und die Preise gehen auch hoch.
- 3:32:09Aber trotzdem kriegst du in einem Preisegment, was im Vergleich zu einem großen, richtig großen Rotwein oder Weißwein der Welt ein Witz ist,
- 3:32:19Sachen, die eine Komplexität haben, da fliegst du weg.
- 3:32:22Das ist einfach Wahnsinn.
- 3:32:24Es ist mir schon bewusst, dass das natürlich nicht für jedermann ist, dass nebenbei, also ich trinke eine Flasche mehr der, kein Ding, super happy damit.
- 3:32:35Und dann gibt es Lunch.
- 3:32:37Ja, Wahnsinn.
- 3:32:39Und dass das jetzt nicht für jedermann ist, ist auch klar.
- 3:32:43Aber wie gesagt, wenn wir rein von Komplexität sprechen und von Qualität, da schießt das den Vogel ab.
- 3:32:50Also du bist jetzt in einem riesigen Umbruchprozess, also meine Abschlussfrage ist immer, hast du noch Ziel und Wünsche?
- 3:32:57Also entweder für dein Weg jetzt oder allgemein für die Branche oder für ...
- 3:33:02Der Umbruch für mich ist jetzt nach, also die große Frage mit der Gastronomie und bleibt mir eine Gastronomie und was macht man, wo geht man hin und was reizt ein.
- 3:33:15Und das, was mich am meisten reizen würde, auch gastronomisch wäre, was eigenes zu machen nach diesen Vorstellungen, wo du sagst, es ist klar Wein, aber unkompliziert.
- 3:33:25Es ist Soul Food.
- 3:33:27Ich habe ein Vorbildrestaurant, bei dem ich nie war in meinem Leben.
- 3:33:30Das heißt Esther in Sydney.
- 3:33:32Ich habe das Kochbuch zu Hause.
- 3:33:35Und rein von der Art des Essens und dieses ...
- 3:33:39Das ist auch wieder so Australien, aber die haben eine offene Feuerstelle hinten und dann, du guckst diese Sachen, ahn die Bilder an und denkst, wie geil ist das.
- 3:33:49Und egal was es ist, die machen Onion Rings und dann siehst du die Bilder von den Onion Rings und sagst, ich will einfach jetzt diese Onion Rings essen und dann irgendwelche Dacravioli in so einer Broth.
- 3:34:00Also so richtig geiles Soul Food, aber so, wo du sagst, da muss schon jemand kochen können, um das geil zu machen.
- 3:34:07Und so diese Idee, wie gesagt, dieses Restaurant, du ballerst den Tisch voll und wenn du das geil findest, bestellst du es dir noch dreimal und eigentlich willst du nächsten zwei Tage auch wieder hingehen.
- 3:34:14Und ob du dann dafür einen Stern kriegst oder denkst, scheißegal, deine Bude muss voll sein.
- 3:34:18Und das irgendwie mit coolem Wein und du hast noch einen coolen Dresen und ein geiles Service-Team, das wäre schon mega.
- 3:34:25Aber du brauchst natürlich einen richtigen Koch dafür.
- 3:34:27Du brauchst hier richtigen Partner dafür.
- 3:34:29Ich habe jetzt nicht die Kohle selbstständigen Restaurants aufzumachen.
- 3:34:32Ich bin bei Investoren auch immer ein bisschen kritisch, was wie das passt oder nicht.
- 3:34:37Und vor allem mit einem Koch.
- 3:34:39Also da musst du eine Sprache sprechen.
- 3:34:41Aber das wäre ein Ziel für dich, wo du sagst, was du hier tun musst.
- 3:34:44Das war aber meine Überlegung, wo ich halt viel in meinen Kopf erarbeitet, wo ich sage, was mache ich denn jetzt gastronomisch oder nicht.
- 3:34:50Und jetzt bin ich halt den Schritt gegangen, mich selbstständig zu machen, aber nicht mit der Gastronomie, sondern mit meiner Fotografie.
- 3:34:58Ich fotografiere schon sehr lange.
- 3:35:00Und habe auch immer wieder Reweingüter fotografiert.
- 3:35:04Auch sehr geile Fotos dabei rausgekommen, aber nie so richtig ausgeschöpft, weil ich ja als Sommelier, der ich ja an Winzer besuche.
- 3:35:11Und wenn ich den die ganze Zeit in die Kamera in die Nase hänge, ist das natürlich auch ein bisschen, du bist ja wegen dem Wein da als Sommelier.
- 3:35:17Also ein bisschen auch der Respekt dahinter, wo du sagst, ich hänge jetzt hier nicht die ganze Zeit an der Kamera.
- 3:35:24Und jetzt habe ich mich tatsächlich entschieden, mich selbstständig zu machen mit der Fotografie, mit dem Fokus auf Gastronomie und die Weinbranche.
- 3:35:34Wo ich sage, ich behalte den Bezug und den Bezug zu der Branche, in der ich jetzt 20 Jahre gearbeitet habe.
- 3:35:41Du halt auch an einen Blick dafür hast.
- 3:35:43Genau, wo man sich anders bewegt.
- 3:35:45Und ich bin in dem Restaurant und beinem Weingut.
- 3:35:47Ich war bei der Theresa Preuer während der Ernte.
- 3:35:49Und ich fotografiere halt die Erntehelfer.
- 3:35:51Klar ist die Theresa auch auf dem Foto, aber es geht halt darum, wo du auch sagst, du hast da die grinsenden Leute im Weinberg.
- 3:35:58Und wahnsinnig tolle Menschen, die genauso nötig sind, um diesen Wein zu machen.
- 3:36:02Und das, dieses authentische Behind-the-scenes, die Menschen dahinter, die da arbeiten, die Erntehelfer, keine Ahnung.
- 3:36:09Das alles zu fotografieren.
- 3:36:11Ich hatte mal eine Situation mit Ben im Tantris.
- 3:36:18Da war, also jetzt im neuen Tantris, da ist die Situation mal ein bisschen rauer geworden.
- 3:36:26Und eine Aushilfe, ich weiß das nicht mehr ganz genau, ich glaube, es war eine Aushilfe.
- 3:36:30Ein jüngeres Mädel hat angefangen zu weinen, weil es irgendwie gerade einfach laut und heftig war und für sie so ein bisschen überraschend.
- 3:36:36Und dann ist der Ben um den Pass rum mit einem Service und hat irgendwie die Träne mit so einer Servierte irgendwie ab.
- 3:36:42Und hat gesagt, hier, das war jetzt nicht gegen dich, alles gut.
- 3:36:46Und ich habe mir nur gesagt, diese Situation im Foto, so wäre das ja gewesen.
- 3:36:51Aber so siehst du Situationen.
- 3:36:53Da findet es sehr etliche an einem Serviceabend, wo man sagen könnte, man könnte sowas mitnehmen oder eben auch Formservice, wenn kein Gaster ist.
- 3:37:00Und dann kann die aus der Situation raus passieren, wo jemand verträumt, sein Mies am Plus macht und irgendwie keine Ahnung was.
- 3:37:07Und das gehört ja alles dazu, zu dieser Branche.
- 3:37:10Oder danach, dass wenn sie fertig sind, wenn sie alle irgendwie nah als hätten sie ein Länderspiel hinter sich.
- 3:37:15Und das ist nur ein Abend der Woche.
- 3:37:17Und die Fotografie, die wir haben, die Restaurants haben und Weingüter, ich meine, es gibt ja auch viele tolle Fotos.
- 3:37:25Ein sehr starker Unterschied zwischen beeindruckenden Fotos, ästhetischen Fotos, weil sie auch technisch beeindruckend sind.
- 3:37:33Annie Libowitz, weltberühmte Fotografin, die hat gerade das, ich weiß nicht, welches Königspaar, ein Königspaar fotografiert, jetzt gerade kürzlich.
- 3:37:43Technisch fantastische Fotos, aber die stehen in den Punktgewändern, ganz, ganz star in ihrem Punktsaal.
- 3:37:50Das ist eine andere Art von Fotografie.
- 3:37:53Und vergleich das jetzt mal, was wahnsinnig schön ist, gar nicht immer technisch beeindruckend, aber es gibt dir einen ganz anderen Einblick.
- 3:38:01Es gibt diese ganzen Obama Fotos von dem Fotografen, der auch im Weißen Haus dabei war.
- 3:38:05Und wenn der Obama da irgendwie mit seiner Tochter spielt im Oval Office oder sowas, oder weiß ich nicht, als Obama mit Anthony Bordain da in Thailand bei diesem Asiaten sitzt.
- 3:38:17Was ein geiles Foto. Und das sind Fotos, die bewegen, weil sie authentisch sind und weil sie gar nicht klar ist, dass irgendwie gestellt werden, Anthony Bordain mit Barack Obama da sitzt, aber die sitzen auf einem Plastikstuhl im Thailander mit lauter Leuten im Hintergrund.
- 3:38:35Die Kunst ist dann auch ein zeitliches Fotografen, den Moment. Also nicht die Situation, sondern den einen Moment einzufangen oder unter den 100 Bildern den Ausschnitt.
- 3:38:45Und ich glaube, dass diese Authentizität halt eine Möglichkeit ist, sich zu unterscheiden, sich abzuheben. Jeder kann heutzutage ein Topfoto machen mit seinem Handy. Die Technik ist soweit.
- 3:38:59Wir haben so viel Megapixel in unserer Tasche. Also jeder kann schöne Fotos für Instagram machen und die sind schön.
- 3:39:06Und diesen Mehrwert zu erkennen, dass ich sage, ich gebe das Geld aus für einen tollen Fotografen, der ist viel kleiner geworden. Also Fotografen struggling sowieso überhaupt. Und jeder, der nämlich sage, ich mach jetzt Fotografie, der rollt mir nach und sagt, du bist wahnsinnig.
- 3:39:18Und ich glaube aber, dass du über diese Authentizität und über die Nähe zu der Branche, dass ich halt nicht nur Fotograf bin, der irgendwas fotografiert, um zu fotografieren, sondern das Fotografier, wo ich einen Blick für habe und wo ich mich also ja nicht nur auskenne, sondern auch wohlfühle.
- 3:39:36Also ich bin, dass ja wie nach Hause kommen, du gehst in ein Restaurant mit Leuten, die einen Megajob machen und hältst das fest. Ja, ist ja mega. Und für die ist es auch mega, weil die haben jetzt jemanden, der Fotos macht.
- 3:39:47Der, die auch versteht.
- 3:39:48Der, die auch versteht. Und das ist der Ansatz. Und da, das ist eine Hemmschwelle für mich, wo ich auch sage, ja, die Sommie ist die aus der Branche rausgehen und der eine macht dies und der andere wird Weinhändler.
- 3:39:57Und man hat ja plötzlich, entblöst man sich und sagt, ja, ich mach jetzt das und die Leute sagen, ja, ich habe schon wieder ein Sommie, der jetzt eine Schnapsidee macht.
- 3:40:07Und das ist schon so ein Schritt, wo ich sage, ja, und vielleicht machen sich die Leute darüber lustig und das ist ja so ein emotionaler Schritt.
- 3:40:14Aber am Ende, ich habe jetzt gesagt, du, wenn du es nicht probierst, wirst du es nicht wissen.
- 3:40:18Richtig.
- 3:40:19Entweder es gibt genug Leute, die es geil finden. Ich will mich mit Leuten umgeben, wo man am gleichen Strang zieht. Die Lust haben, die die gleichen Werte teilen.
- 3:40:27Wir hatten das Event gerade vor zwei Wochen beim Tony Asquitis in Düsseldorf im Pommes und Wein mit vier Sommeliers.
- 3:40:35Ich habe fotografiert, der Steve Hart kam und hat aufgelegt, als DJ und der Thibault aus Bochum kam und hat Endenkroketten gemacht.
- 3:40:45Und der Vibe war so geil, weil du sagst, ja, vier Sommeliers.
- 3:40:48Das kommt noch ins Dervor witzigerweise. Also wenn man bei Wein Pommes reinschaut, das kommt rüber.
- 3:40:53Also es kommt eben auch diese punktuellen Momente, die du dort herausgelöst hast und die ihr dort präsentiert habt.
- 3:41:01Und da ist es, ja, und die Fotos, die jetzt irgendwie gepostet wurden, sind ein Bruchteil.
- 3:41:06Ich habe 800 gute Fotos rausgemacht.
- 3:41:09Wahnsinn.
- 3:41:10Was der Wahnsinn ist. Also das ist Wahnsinn. Ich habe auch Gastfotos, die so phänomenal sind.
- 3:41:16Tony hat gesagt, wir müssen ein bisschen vorsichtig sein, weil da waren ja normale Gäste da, die nicht geladen waren.
- 3:41:20Die haben nichts unterschrieben. Also wenn kann ich jetzt nicht die Fotos online stellen, aber da sind Gastfotos dabei.
- 3:41:25Wow. Aber weil du dich ja auch zwischen den Leuten mitgetrunken und du bewegst dich halt, wie die Leute lachen dich anders an, weil du nicht der Fotograf bist, sondern der Kumpel und der Kollege.
- 3:41:39Und das ist der Plan. Ich bearbeite gerade ganz, ganz intensiv an der neuen Website, die kommt, die dann auch nochmal...
- 3:41:45Kann ich schon verlinken in Shownotes?
- 3:41:48Die kannst du verlinken. Die verlinkt aber auf meiner alten Website.
- 3:41:52Da sind wir jetzt in Fotogalerien und die ist nicht so ganz professionell gemacht, gerade von der Skalierung.
- 3:41:57Die Domain steht schon. Also es wird dann auch unter einem Firmennamen laufen, dass es...
- 3:42:05Es geht auch ein bisschen über die Fotografie hinaus. Ich habe mich sehr, sehr stark eingearbeitet und arbeite mich immer noch ein in Illustrator, in Design etc.
- 3:42:13Sprich Layouting etc. kommt auch mit rein, wo ich sage, du kannst auch... du kannst die Fotos machen, aber du kannst auch einen Betrieb im Layouting, Flyer, Poster, quasi Designarbeit auch machen, dass es nicht nur zu beschränkt ist.
- 3:42:30Natürlich kann ich, weiß ich nicht, wenn du die Medienagenten nimmst, die es für Weingüter natürlich hier machen und da 20 Leute sind und da einen Top-Designer und Layouter und Profis haben.
- 3:42:39Ja, die können das auf einem anderen Niveau machen. Also nicht die Fotos, weil die mache ich besser natürlich.
- 3:42:44Aber klar, eine Website bauen, ich kann das gut, weil ich auch früher programmiert habe etc.
- 3:42:52Aber natürlich gibt es da Leute auf einem anderen Niveau, aber das ist auch die Frage, wenn ich jetzt in Betrieb bin und sage, ich gebe 15.000 Euro aus für ein Rebranding und Website.
- 3:42:59Ist das was anderes, als wenn jemand jetzt zu mir kommt und sagt, du können für 2.000 Euro machen.
- 3:43:05Und wie gesagt, da ist ein anderer Ansatz dahinter, aber da kommt die neue Website, das Ganze wird Studio Picnic.
- 3:43:13Picnic findet jeder gut. Und Picture, Nic, Nico passt auch.
- 3:43:20Es gab sehr, sehr lange Namensfindungsphase, Logos stehen jetzt alles und ich bin da jetzt bei der neuen Website, die wird auch wirklich top top.
- 3:43:30Und ich mache eine Vernissage im Frühjahr bei Theresa Preuer, wahrscheinlich zur gleichzeitig wo ihr die Board an Pop-Up macht, mit einem grünen Gaul aus Bochum.
- 3:43:42Und die kochen dafür knapp eine Woche und da haben wir gedacht, das passt ja eigentlich, wenn wir das zusammenlegen und ich eine Ausstellung, weil ich glaube auch einfach die Fotowirkung heutzutage guckt, sich jeder das auf dem Handy an.
- 3:43:54Und wenn ihr wirklich nochmal vor groß gedruckten Fotos stehst, dass du einfach wirklich nochmal die Wirkung merkst, wie das anders wirkt.
- 3:44:01Und das würde ich gerne bei Theresa machen, sie meint, das passt.
- 3:44:05Und da wirklich so ein bisschen die Winzer, Kollegen, Freunde, aber vor allem Leute, die die gleiche Sprache sprechen, wie ich, wo ich denke, das sind die gleichen Werte, die hinter all dem steht.
- 3:44:16Man profitiert voneinander, arbeitet miteinander, die Leute einladen und dann wird das quasi offiziell so gelauncht.
- 3:44:25Jetzt ist demnächst, wenn das alles eingetütet ist. Super cool.
- 3:44:29Und dann schauen wir, ob ich im Jahr wieder pleite bin oder nicht. Aber, grün aus.
- 3:44:34[Musik]
- 3:44:39Vielen Dank, lieber Nico, für deine sehr offenen und sehr authentischen Worte.
- 3:44:43Ich glaube, so straight und so authentisch könntest du ganz wenige formulieren.
- 3:44:46Daher vielen Dank dafür, dass du einfach deinen Bauch hast sprechen lassen.
- 3:44:49Es waren viele Erkenntnisse, es waren viele Weisheiten dabei und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, sich mit dir über deine Zeit im Tantris, aber eben auch über die Zeit davor und danach auszutauschen.
- 3:44:57Ich wünsch dir alles sehr gut für deinen neuen Weg und bin schon jetzt ein absoluter Fan deiner Fotos, deiner Bilder und deiner Projekte.
- 3:45:04Vielen Dank, dass du heute unser Gast warst.
- 3:45:06Und ein großes Dankeschön an euch, dass ihr uns durch eure ganzjährige Präsenz dieses Weihnachtsgeschenk heute gemacht habt.
- 3:45:12Dass wir dort sind, wo wir sind, dass wir so großartige Gäste hatten, dass dieses entsprechend votiert und dotiert wurde und dass ihr einfach bei uns seid.
- 3:45:19Vielen lieben Dank dafür.
- 3:45:21Wenn wir noch einen Beitragsfonds haben dürften, seid zu lieb und bewertet uns.
- 3:45:24Gib Kommentare ab, liked uns und seid einfach so künftig auch bei uns, wie es im gesamten Jahr war.
- 3:45:30Dank euch, wo dieses Projekt so erfolgreich.
- 3:45:32Vielen, vielen Dank dafür.
- 3:45:34Und auch noch einmal ein ganz großes Dankeschön der Schlumberger-Gruppe.
- 3:45:36Mit den Handelshäusern Segnes Konziowini Schlumberger und dem Privatkunden-Portal Bremer Weinkolleg für die händische und wirtschaftliche Unterstützung.
- 3:45:44Es ist wirklich nicht selbstverständlich, dass sie einen so ein Projekt glauben, die es unterstützen und uns Zommys so schalten und walten lassen.
- 3:45:50Vielen lieben Dank dafür und dass sie damit die gesamte Weinzine und die Weinkultur dermaßen unterstützen.
- 3:45:55Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 3:45:58Und ich freue mich auf den kommenden Freitag.
- 3:46:00Ich freue mich auf die kommende Woche.
- 3:46:01Ich freue mich auf den nächsten Gast.
- 3:46:02Ich freue mich auf den...
- 3:46:03Silvanitsche?
- 3:46:04Hä?
- 3:46:05Was heißt das?
- 3:46:19Guten Abend.
- 3:46:20Mein Name ist Benjamin Rumor, ich bin der Kükenchecker, woher ist der Antandres?
- 3:46:23Nico ist erstens ein sehr, sehr guter Freund von mir.
- 3:46:26Jemand, den ich sehr, sehr schätze.
- 3:46:28Ein großartiger Mensch, aber ein großartiger Summeli, der sich sehr gut natürlich mit Wein kennt.
- 3:46:36Nicht nur technisch, was das Wein angeht, aber auch die Menschen, die dahinter stehen.
- 3:46:42Und ich glaube, das ist etwas, was uns beide sehr, sehr wichtig ist.
- 3:46:45Bezüglich unsere Produzenten.
- 3:46:47Das ist jemand, den ich, wie gesagt, sehr schätze, weil unsere Zusammenarbeit eine ganz besondere war.
- 3:46:52Er ist ein Summeli, der es Essen versteht, es ist Essen schätzt.
- 3:46:57Und es ist jemand, mit dem ich eine ganz, ganz enge Verbindung habe, was Essen und Trinken angeht.
- 3:47:07Ich konnte immer zu ihm hin, um etwas zusammen zu probieren und etwas zusammen zu kreieren.
- 3:47:17Und es ist etwas, was ich in meinen 17 Jahren als Koch noch nie so wirklich erlebt habe.
- 3:47:25Und genau, er ist einfach ein ganz, ganz besonderer Mensch, der die Gastronomie schätzt und versteht
- 3:47:34und versucht auf seine Art und Weise auch weiterzubringen.
- 3:47:39Genau, ich könnte glaube, Minuten lang, Stunden lang über Nico Spanier reden, in aller höchsten Tönen,
- 3:47:47weil er es einfach verdient, sehr eigen, nicht alle können verstehen.
- 3:47:54Ich glaube, das ist bei mir genauso, weil es so ein etwas lockerer in so einem Gehirn.
- 3:48:00Ich glaube, man muss ein bisschen folk sein und diesen Job zu machen.
- 3:48:04Und das sind wir beide, genau, Mona, seine Frau sagt immer, dass wir die gleichen sind,
- 3:48:14dass manchmal ängstlich ist, wie sehr wir uns nah sind und ähnlich sind,
- 3:48:21in der Art und Weise, wie wir sprechen, arbeiten oder unser Leben einfach führen.
- 3:48:29Als kleines Resümee ist es einfach eins, ein sehr guter Freund und zwei, jemand, den ich sehr schätze
- 3:48:38für sein Provincialismus und seine Liebe zur Gastronomie.
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