Latest / SOMMELIER / Marco Franzelin - Der Rudi Völler der Sommeliers
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- 0:00Guten Tag, meine Freunde!
- 0:16Martin Goya hier vom Weingut-Pranzeck in Bozen-Sydio.
- 0:20Ich darf heute den Gast der heutigen Folge vorstellen.
- 0:26Einen wahrlich großen Mann, Marco Franzelin.
- 0:31Den empathischsten, sympathischsten, tiefgrünnigsten und angenehmsten
- 0:37Mensch und Somelier Mitteleuropas und darüber hinaus.
- 0:41Was wir uns vor sechs, sieben Jahren kennengelernt haben,
- 0:46Marco und Anna, seine Fahre sind uns bei uns am Hofbesuchen gekommen.
- 0:52Er hat sich nach den ersten vorsichtigen Annäherungsversuchen
- 0:59eine schöne, angenehme und sehr unterhaltsame Freundschaft entwickelt.
- 1:08Wo wir in schönem Austausch, Ideen, Weine und schöne Erlebnisse ausgetauscht haben
- 1:17und zusammen eine gute Zeit, die wir wieder verbracht haben,
- 1:21in seinen verschiedenen Wirkungsstätten bei ihnen zu Hause, bei uns zu Hause.
- 1:29Deswegen freut es mich sehr, dass ich da ein paar führende Worte sagen darf.
- 1:35Und ich freue mich auf die Folge und ich freue mich auch sehr auf die sicherlich
- 1:40vielen lustigen Anekdoten, die der sportlichste Alasomalie der Welt erzählen wird.
- 1:48Viel Spaß, a presto!
- 1:50Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommelier",
- 2:16die interessantesten Mundschenke unserer Zeit.
- 2:19Mein heutiger Gast ist kein geringerer als der großartige Marco Franzelin.
- 2:26Sechsmal Zommel jedes Jahres, fünfmal in Deutschland und einmal in der Schweiz.
- 2:31Scheint Marco nahezu jeden Rekord zu brechen und ist dennoch eine unfassbar sympathische
- 2:37und empathische Persönlichkeit mit ganz viel Bodenhaftung.
- 2:41Seit Anfang des Jahres ist Marco Franzelin im Waldhotel Zunore,
- 2:45einem der legendärsten drei Sterne Restaurants in Deutschland in Dreyes.
- 2:50Zuvor bereicherte er zusammen mit seiner Frau Anna-Dena das legendäre Restaurant Schloss Schauestein
- 2:56Graubünden in der Schweiz von Andreas Kaminada.
- 2:59Bevor er in die Schweiz wechselte, war er zusammen und unter Joachim Wissler der Zommelier im Restaurant Wendom
- 3:06in Bergesklatbach. Die Betonung liegt auf der ins Wendom im Schlosshotel Wienzberg.
- 3:12In der Geschleitbach wechselte er aus dem Restaurant Herrlin im Hotelvierjahres-Seiten in Hamburg,
- 3:19in dem er zwei Jahre tätig war. Eine für ihn sehr prägende Anstellung, die er nach sechsjähriger Tätigkeit als Zommelier
- 3:25und der vorhergegangenen Ausbildung zum Koch Kellner beim Sternekoch Heinz-Hanner im Meierling
- 3:31absolvierte Bestritt durch Lief, das Haus, in dem er auch den legendären Gerhard Retter kennenlernte.
- 3:40Er hat ihm nahezu unbewusst mit dem Weinvirus insfiziert. Was er alles bewegen möchte und was er alles bewegt hat
- 3:47und vor allen Dingen was ihm bewegt, das erfahren wir gleich von ihm persönlich von Marco Franzi.
- 3:52Man kann es glauben oder nicht. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Also im Podcast gleich schon natürlich mit Marco.
- 4:06Aber immer noch ergriffen von der Situation des Einst der Ausnahmeweingabe einer der Iconen der Toskanischen Weinwelt.
- 4:13Diesen Podcast hier und heute begleitet macht mich erfürchtig.
- 4:17OnLight ist heute Partner dieser Folge, dieser Ausgabe. Besser und individueller hätte der heutige Partner gar nicht sein können.
- 4:25Eigentlich auf der einen Seite ein absoluter Youngster.
- 4:30Er gegründet 1981 von Ludovico Antinori, dem jüngeren Bruder vom berühmten Piavo Antinori.
- 4:37Einer der Iconen der Branche, den man ohne Frage auch als einen der Iconen der moderneren, der neueren italienischen Weinwelt bezeichnen kann.
- 4:47In der Gemeinde Beugari wurden 1985 das allererste Mal Trauben geerntet.
- 4:551988 wurde der erste Jahrgang veröffentlicht.
- 5:00Beim Anlegen der ersten Rehflächen und der Errichtung der Keller-Reistanden renommierte Inologen wie André Geličev und Michel Roulant beraten zur Seite.
- 5:09Der ungarische Inologe, Thibault Galle, extrem bekannt für seine Tätigkeit im Bordeaux, fungierte einige Jahre als Kellermeister.
- 5:17Im Jahr 1985 in der Vermarktung des Ersten Wein ist 1988 online zu einem hervorragenden, nein zu einem weltweit bekannten und iconischen Wein-Gut entwickelt.
- 5:32Ein großer Meilenstein innerhalb des Wein-Gutes war das Jahr 2002, als es zu gleichen Teilen von den Unternehmen Mondavi aus Kalifornien und Fresco Baldi aus Italien übernommen wurden.
- 5:41Nach dem Verkauf von Mondavi im Jahr 2005 übernahm Fresco Baldi das Wein-Gut vollständig.
- 5:47In den letzten 15 Jahren hat sich dieses Wein-Gut zu einem der Benchmark-Weingüter in, nicht nur in Beugari, nicht nur in Tuscany, nicht nur in Italien, nein in Europa und weit darüber hinaus entwickelt.
- 6:00Auf 97 Hektar kalkhaltigen Boden der Nähe der Ligurischen Küste werden die Rebsorten Cabernet Sauvignon Merlot Cabernet Franc Petit Vador als die roten Vertreter und Sauvignon Blanc Vignon Petit Marcent als weiße Rebsorten angebaut.
- 6:15Die Bewirtschaftung erfolgt natürlich nach dem ökologischen Prinzipien.
- 6:19Das sind Standards.
- 6:21Was gibt es explizit über Ornlayer zu sagen? Ornlayer besteht aus drei Weinbergen, die sich nahe beieinanderliegend in den niedrigen Hügeln von Beugari befinden.
- 6:34Sie heißen Ornlayer, Firogini und Bellaria. Nur sechs Kilometer vom Ligurischen Meer entfernt können sie praktisch Meeresluft schnuckern.
- 6:42Und das ist ein Riesenvorteil, denn der Ort ist ohne Frage von der Sonnebevorteil, aber die kühlen Seepriesen sorgen für ein ausgewogenes Klima zum einen und sollte es denn mal regnen für trockene Verhältnisse zum anderen.
- 6:57Um konkret zu werden, verfügt das Anwesen drei grundlegende Bodentypen, Maritime, Sedimentäre, Alluviale und Vulkanische.
- 7:07Das erklärt die Ausrichtung in den verschiedenen Rebsorten, die unterschiedlichst Gedeien sich entwickeln, verschiedene Reifezeigungen haben und somit für eine gewisse Komplexität in den Wein sorgen.
- 7:21Merlot finden wir zu 40%, Cabernet Sauvignon zu 36%, Cabernet Franc zu 16%, Petit Verdo zu 7% in den Ligurischen Weinbergen.
- 7:32Es gibt je nach Vegetationsphase über 60 Ernte durch Läufe, um eine optimale Reife zu garantieren.
- 7:41Jahrelang war Onlayer auch für einen Wein bekannt, den Marseilleton. Er ist zu 100% mehr lohnt, einer der Wein mit der höchsten Punktzahl dieser Sorte der Welt.
- 7:52Vor ein paar Jahren schuf Onlayer eine separate Identität für Marseilleton, sodass diese nicht mehr an den Namen des Weingut-Onlayer gebunden sind.
- 8:02Im Jahr 2018 schloss Marseilleton sein eigenes Weingutsgebäude auf. Es ist jedoch immer noch im Besitz der Familie Fresco Baldi.
- 8:11Warum Bulgari? Die DOC Bulgari Vorschriften wurden 1994 um Rotweine erweitert. Vor 1994 konnten solche Weine nur als Bienenotat, la volat, also als italienischer Tafelwein bezeichnet werden.
- 8:24Die Bezeichnung IGG Tuscane wurde erst 1905 festgelegt. Derzeit sind 2.928 Hektar in der Produktion für die DOC Bulgari und beinhalten damit Rotwein, Weißwein und Rosseweine.
- 8:38Rotweine aus der DOC Bulgari dürfen nicht vor dem 1. September des Jahres nach der Ernte veröffentlicht werden. Es gibt auch einen DOC Bulgari Rosso Superiore.
- 8:48Diese müssen mindestens bis zum 3. Januar nach der Ernte im Weingut verbleiben. Sie müssen auch mindestens 12 Monate in 225 Liter fassenden Barikfässern greifen.
- 8:59Der Maximalertrag für die DOC Bulgari liegt bei 90 Tonnen per Hektar. Jährlich werden im 5-Jahres-Durchschnitt um die 6 Millionen Flaschen dort abgefüllt.
- 9:09Letztlich ergibt sich die ganz große Frage, warum würden der Gemeinde Bulgari nicht wie eine restlichen Doscanasonchivese angebaut? Warum moderne Rebsorten oder Bordelezer Rebsorten wie Cabernet-Soméon, Merlot-Cabernet-Fonds?
- 9:24Das Klima ist der Grund. Der mäßigende Einfluss des nahegelegene Meeres macht das Klima so kühl, dass eine komplette Ausreifung von Sonchivese nahezu unmöglich wäre.
- 9:34Daher noch einmal ein ganz großes Dankeschön, OnLayer, für die Unterstützung dieser Podcastfolge und ein großes Dankeschön ebenfalls an den Handelspartner in Deutschland, dem Handelshaus Schlumberger.
- 9:46Du bist ja nicht das erste Mal hier zu Gast. Also bei dieser Podcastvariante, das ist ja eigentlich mehr oder weniger das Wiederholte mal. Du warst ja schon mal Ansager.
- 9:57Ja genau, für ein Hendrik durfte ich das machen.
- 10:00Ja genau. Hallo Marco. Marco Franzlin aus Dreyes. Jetzt aktuell.
- 10:07Ja, aktuell trifft es. Wir sind ja am 1. Anfang des Jahres quasi wieder zurück nach Deutschland gekommen und habe hier die Möglichkeit bekommen, als so mal hier anzufangen.
- 10:20Ich finde mich immer noch gerade zu Recht. Wir sind schon die ersten Monate, aber zu dem Neuanfang ist immer wieder etwas Neues, die Küche kennenzulernen, die Wege, wo irgendwas oder alles liegt.
- 10:34Das ist immer ganz spannend.
- 10:36Es ist, glaube ich, also neben dessen natürlich auch eine komplette Neuorientierung auch innerhalb des Hauses, weil ihr jetzt mehr oder weniger zwei Topstars dort im Sonora seid.
- 10:48Also gibt es da Rangeleihen? Darf einer nur roten, einer nur weißwein empfehlen? Oder wie macht ihr das intern?
- 10:56Ich mache das ja immer Spaß halber, weil ich kenne die Magdalena schon recht lange und kenne sie immer noch unter Brandstädter quasi kennengelernt.
- 11:04Und dann spreche ich immer mit ihr. Wenn ich mit ihr über Wein rede, rede ich sie mal jetzt Frau Brandstädter an.
- 11:10Und wenn es ums Hotel geht, oder sowas sage ich mir Frau Rambichler, weil Frau Rambichler ist für das ganze Unternehmen zuständig.
- 11:16Witzig.
- 11:17Frau Brandstädter sage ich meistens für den Wein zu teilen. Aber nein, also Magdalena hat sich da quasi wie rausgenommen und hat gesagt, dass ich mich da komplett entfalten kann.
- 11:29Aber ist immer noch da und ich kann mich mit ihr austauschen, was es extrem spannend macht, gerade für mich.
- 11:34Ich glaube, du kennst das ja auch, wenn man irgendwo mal eine gewisse Position erreicht, dann ist man wie, man hat zwar auch seine Kollegen um sich herum.
- 11:42Und wenn man Glück hat, auch ein paar Somelis oder so. Aber wenn man das nicht hat, dann ist man immer mit seiner Meinung so ein bisschen alleine.
- 11:49Und man sucht die Sachen nach besten Wissen und Gewissen aus.
- 11:52Und man wünscht sich so am liebsten, aber trotzdem immer jemand, mit dem man mal drüber sprechen kann.
- 11:57Hey, was denkst du überhaupt? Was ist das für eine Kombination?
- 12:00Und das ist halt wirklich jetzt hier extrem spannend, weil ich sie immer direkt sprachen kann.
- 12:05Und das Gute ist, ich sage auch immer zu den Gästen, wissen Sie, ich habe zwar den Chefs Someliposten, aber ich bin nur der zweitbeste Somelie hier im Haus.
- 12:12Und da kann man sich aber super austauschen. Das macht wirklich ganz, ganz viel Spaß. Also das ist eine tolle Option.
- 12:21Du wirst lachen. Genau in dem Augenblick, als du es angesprochen hattest, hatte ich das Gleiche auf der Zunge,
- 12:26dass wenn man als Chefs Somelie oder als Sommie in einem Hause ist, man immer so ein bisschen allein ist.
- 12:32Man ist so der Lonely Wolf, der da irgendwie durchs Restaurant greist.
- 12:35Und man hat halt eine Meinung, aber der größte Wunsch, den viele Sommies dann haben, ist so ein Sparrowingpartner zu haben,
- 12:43mit dem man sich austauschen kann. Und meistens hat man ja vielleicht ein Kombisommie, aber der hat dann oftmals noch nicht den Wissen,
- 12:49den Erfahrungsschatz oder Stand, den man dann selber hat.
- 12:52Und das ist ja dann in der Form ein riesen Geschenk.
- 12:55Wir hatten letzte Woche Florian Richter hier, der hat glaube ich sechs oder sieben Sommies bei sich unter Vertrag und da ständig laufen.
- 13:02Das ist glaube ich nochmal eine ganz andere Geschichte. Aber für dich ist es da ja jetzt ein richtiges Geschenk dort.
- 13:09Absolut. Du weißt ja selber, wo ist das? Du hast einen Kombisommelier und am meisten sind die, also die sind halt einmal jünger.
- 13:17Und natürlich ist dann immer so eine gewisse Distanz da auch noch drin und sie nehmen halt dann auch von dir auf, was du so machst und das Ganze
- 13:25und bringt zwar auch Input und Ideen, aber es ist halt dann nie so, ich bin auch nicht böse, wenn sie mir sagt, okay, ich habe jetzt,
- 13:34ich kann das überhaupt nicht vernachvollziehen, was du da jetzt empfindest dazu oder das Ganze.
- 13:39Ich glaube, du hast mit Henrik auch darüber gesprochen, in deiner Folge auch mal über ein Wein kritisch zu diskutieren oder eine Meinung kritisch zu hinterfragen.
- 13:49Das ist ja auch ein Mehrwert und ich allein schon diesen drei Monaten, die ich jetzt hier bin, habe ich da so viel auch schon für mich mitnehmen können
- 13:57und mich selber nochmal wieder neu zu hinterfragen, weil du weißt auch, wie es ist.
- 14:02Du kommst in so ein Trott rein, du machst deine Dinge, wie du sie dann immer machst und so ist es immer extrem spannender Austausch,
- 14:09auch einfach auf Augenhöhe und das gibt, glaube ich, sehr viel Gewinn auch für die Gäste, weil man wirklich da dann noch die letzten Prozenden nochmal rauskitzeln kann,
- 14:21nochmal auf eine andere Ebene das Ganze bringt.
- 14:23Wobei das ja für dich keine neue Situation ist, du hattest ja letztlich mit Anna auch immer ein Sparingspartner, also wer ihr euch ja, glaube ich,
- 14:30in der letzten Anstellung die Position mehr oder weniger auch so reingeteilt habt oder zumindest auf gleicher Ebene agiert habt oder sich das falsch?
- 14:39Ja, wir sind halt relativ schnell darauf gekommen, dass wir Schwierigkeiten haben, direkt miteinander zu arbeiten.
- 14:47Wir haben ja die Someli und Restaurantleiter, Stellungsgetauert geteilt, darum hat Anna meistens immer den Vormitter und den Mittagservice gemacht
- 14:54und ich bin um vier gekommen und habe den Abendservice quasi geleitet und übernommen.
- 15:00Und das überraschen ist, weißt du, auch wenn du das gleiche Zielvorbring hast, es gibt ja mehrere Wege, wie du dorthin kommen kannst
- 15:07und Anna und ich sind da sehr differenziert, möchte ich sagen. Sie ist ja mehr die Person, die immer agiert und gerne auf alle Seiten vorbereitet ist
- 15:18und 100 Szenarien sieben Kopf durchspielt, während ich halt derjenige bin, der eher reagiert.
- 15:24Ich sage jetzt, lass erstmal kommen, lass erstmal kommen, lass erstmal passieren
- 15:28und das ist oft schwierig dann für den anderen nachzuvollziehen, warum der andere so reagiert, wie er reagiert
- 15:35und was sonst, was immer gut. Also meine Frau, Anna ist immer eine Person, die was auch direkt mit der Meinung raus ist.
- 15:45Ich bin vielleicht ja nun wieder ein bisschen politically correct, auch wenn ich einen Weinaussuche, wo ich sage,
- 15:50wenn wir privats unterwegs sind, der Boah sagt, okay, gut, ja, das ist vielleicht nicht das, was ich mir vorgestellt habe,
- 15:56aber ich trinke ihn jetzt trotzdem, dann sagt sie, nein, wir zahlen ihn, aber ich möchte ihn jetzt nicht trinken
- 16:01und dann suchen wir noch was anderes aus.
- 16:03Okay, also so mehr oder weniger, du bist der Feuerwehrmann, der Brandlöscher und sie baut gleich Brandsicher.
- 16:09Genau, genau.
- 16:11Daher, aber wir greifen der Sache, glaube ich, so ein wenig weit voraus. Zum einen fand ich es ja wirklich bemerkenswert
- 16:17und sehr beeindruckend, du hast so eine ganz rührende und ergreifende Geschichte zum Hendrik erzählt
- 16:25und hast ja doch einige Sommies, die dir vorausgeschritten sind in vielen Jahren.
- 16:33Also du hast Gerhard Retter ganz oft erwähnt, du hast eben auch einen Hendrik erwähnt.
- 16:38Du bist jetzt aber mehr oder weniger fast in der Situation, dass du die, wo ich glaube, sie waren es mal,
- 16:44deine Vorbilder ja schon fast überholt hast oder überrankt hast oder darüber strahlt.
- 16:51Natürlich, weil sie zum einen die Position verändert haben, aber weil du ja mehr oder weniger, du bist ja,
- 16:58finde ich, mehr als ein Naturtalent. Mich hat das unfassbar beeindruckt.
- 17:04Es gibt ja gerade in unserer Branche auch ganz viele Larasecke, die mit schönen Worten, andere Betören
- 17:09und dann fehlt aber so ein bisschen die Substanz.
- 17:11Und es gab so manche Situationen, wenn wir bei irgendwelchen Blindproben oder sonstigen waren,
- 17:16keine Ahnung, Sommies haben mit vom Einigervalag unter anderem, wo die Weine teilweise blind serviert wurden,
- 17:20und dann aus der Ecke hinten rechts, da wo Marco Franzlin saß, kam der richtige Call.
- 17:25Also da wurde der Wein richtig gepunktet und da sprach für die Substanz und für die Außergewöhnlichkeit,
- 17:31die du in dir trägst. Als hättest du wie ein Musiker manchmal das ultimative gehört, hast du den ultimativen Geschmack.
- 17:40Also da, wo ist dein, was ist deine Zauberkraft? Also was ist so dein, deine Megacraft?
- 17:47Warum bist du so wie du bist?
- 17:50Warum bin ich so wie ich bin? Also waren sehr, sehr viele Fragen, glaube ich, in einem Satz drin.
- 17:55Ich glaube, ich kann mich sehr, sehr gut an Dinge wieder erinnern, wenn ich etwas mal probiert habe
- 18:05und das schon mal quasi sensorisch erfasst habe.
- 18:08Ich meine, Henrik hat ja darüber gesprochen, es ist wie ein Training.
- 18:12Man muss ständig dran sein, wenn du jetzt nicht effektiv verkostest, dich irgendwie vorbereitet für irgendein Wettbewerb oder eine Prüfung.
- 18:21Dann, glaube ich, fehlt es uns relativ schwierig nach einer gewissen Zeit auch, weiß ich nicht, die Village im Bugund zu verkosten,
- 18:29dass du sagst, ja natürlich ist das das dann ja, natürlich ist das Pülinie, weil so und so und so.
- 18:34Das fällt mir grad sensorisch beim Geschmack recht leicht an, für Strichen.
- 18:43Ein Wein, den ich mal probiert habe, wieder zu erkennen oder ein Muster wieder zu erkennen.
- 18:48Ich höre ja sehr viel Musik und das Ganze und sobald ich etwas mal gehört habe,
- 18:55kann ich nach ein, zweimal hören den Referent oder die erste Melodie teil, ist direkt bei mir drin.
- 19:03Das war für mich immer schon einfach, mich wieder an Dinge zu erinnern.
- 19:06Und so ist das auch für mich bei Weinen, die ich kenne oder bei Muster, die mir schlüssig sind, das wieder abzurufen und so was.
- 19:18Und das, was du gesagt hast, ich weiß nicht, ich glaube, ich sehe mich nicht so,
- 19:24dass ich andere Leute überstrahlen, egal wer es ist, ich sehe mich immer in der Funktion, ich gebe mein Bestes,
- 19:34ich versuche den besten Job zu machen, der möglich ist und was andere dann davon halten und denken,
- 19:41dass diese Meinung kann ich eh nicht beeinflussen.
- 19:44Ich kann nur das beeinflussen, was ich jeden Tag mache und wie ich den Tag angehe,
- 19:51dass ich am Ende nach Beendigung der Arbeit oder wenn ich nach Hause gehe, in den Spiegel schauen kann und sage,
- 19:57ich habe heute alles gegeben, was drin war, auch wenn es mal jemand nicht gefällt,
- 20:01dann liegt das nicht daran, dass ich nicht alles probiert habe,
- 20:04sondern es liegt einfach daran, dass das, was ich gemacht habe, nicht den Geschmack getroffen hat,
- 20:09den Nerv getroffen hat, das ändert aber nichts daran, dass ich alles versucht habe, auch in dem Moment für den Gast rauszuholen
- 20:15und nach bestem Wissen gewissen gehandelt habe.
- 20:18Ich glaube, das macht dich ja auch so unfassbar sympathisch und so auch für viele greifbar,
- 20:24also dass du kein Stahlöhrn hast, sondern eine gewisse Bodenhaftung beibehältst.
- 20:29Also bei den Weinen ist es mehr oder weniger so, dass du dir, wie machst du das?
- 20:34Prägst du dir Geschmacksbilder ein? Kann man das irgendwie beschreiben für jemand, der sich da nicht so auskennt
- 20:39oder sind es die Weine im Expliziten oder leitest du es her, dass du sagst, ich baue mir meine Bausteine zusammen,
- 20:46also so schmeckt irgendwie Pinot Noir, so schmeckt Pinot Noir aus dem Chassin oder aus dem Paumat
- 20:54oder ist es exkluziert der Wein, den du in dem Augenblick wiedererkennst und sagst, den hat dich vor 38 Jahren schon mal zum Frühstück getrunken?
- 21:03Das Gute, was ja immer diese Station, wo ich gearbeitet habe, war, wir haben jetzt zum Beispiel extrem viele Weinbegleitung gegen bei uns viel.
- 21:11Also hier ist es noch ein bisschen anders, aber vor Wendom zum Beispiel, wenn ich ein Wein in der Weinbegleitung hatte,
- 21:17dann habe ich die Woche davon 18 Flaschen aufgemacht und habe den Wein jedenfalls probiert einfach, am Gaumsensorisch festgehalten.
- 21:26Und wenn es dann in einem gewissen Zeitraum ist, dann kann ich den Wein heraus kristallisieren.
- 21:32Für mich, weil ich sage, hey, das ist das und das, oder du erkennst ja auch ein Stil, gerade eines Weingutes, was du besonders gerne hast,
- 21:40was du oft probierst, so was sagst, ja, das ist so ein ganz typischer Stil von dort an dort.
- 21:44Oder wenn du sagst, das Thema Pinot, wir haben jetzt in der Schweiz in der Bündner Herrschaft gewohnt und gelebt
- 21:51und wenn man halt da mehrere Jahre Dinge probiert und immer im Wiedererkennungswert,
- 21:55da hat so diese Herrschafts-Süße, diese leichte Opulenz, das kann man dann schön rausfiltern so ein bisschen.
- 22:03Also das ist dann, man lernt Dinge kennen und archiviert sie quasi wie du packst das, ah ja, das ist das, das ist das.
- 22:11Und das, das Stimme ist natürlich auch, das, je mehr man kennenlernt, umso mehr sieht man, was wo noch herkommen kann
- 22:21und das macht es dann irgendwo verwirrend. Also je tiefer man reingeht, umso mehr Option hat man, wo man es hinstecken kann.
- 22:29Ja, könntest du sowas auch erklären oder ist das deine eigene Welt, in der du dann mehr oder weniger non-verbal, hochemotional lebst?
- 22:39Also wenn du jetzt den Pinot von XY probierst oder ein neuseeländischen Pinot, könntest du sagen,
- 22:46den erkenne ich aufgrund dessen so oder so, da sind das dann immer emotionale Parallelen, die du für dich selber abspeicherst,
- 22:55die man aber manchmal gar nicht in Worte kleiden kann. Also wie so ein Sommergefühl in Verbindung mit einer Musik,
- 23:00wo man nicht sagen kann, wenn du die Schnulze hörst und es sind 37,62 Grad bei der Luftfeuchtigkeit, hast du genau das coole Feeling.
- 23:09Also ich versuche, auch wenn ich am Gast oder so mit dem Gast trete, sage ich immer, dass ich probiere die Weine und habe erstmal
- 23:19so einen Farben vor mir. Also ich denke, du riechst dir irgendwo rein, riechst dann nach, nach der und der Farbe.
- 23:24Mal back ist immer violett, immer immer, dieses Baumwolle, Flaumen, also diese Intensität.
- 23:30Und dann beschreibst du halt das, wie du es so siehst.
- 23:34Und man hat ja oft das Schwierige halt, gerade beim Verkosten, es erstmal zu benennen, gerade für die Menschen, die was gerade anfangen,
- 23:42es zu benennen, was man riecht oder was man hat, damit man es ein bisschen zuhören kann.
- 23:47Ich glaube, dass es auch keine, keine Gott gegebene Gabe ist, sondern das ist etwas, was man trainieren kann,
- 23:56womit man sich beschäftigen kann und sollte. Man sollte es auch nicht zu Verkopfte angehen,
- 24:01sondern einfach mit einer gewissen Leichtigkeit auch vielleicht auch in der wieder mal mit einer gewissen Naivität rangehen
- 24:07und dann einfach das beschreiben, was man hat und dann es runterarbeiten.
- 24:13Wahrscheinlich sich das Fühlen wieder trauen. Also viele suchen Erklärung oder wollen Erklärung für irgendwas
- 24:21und trauen sich nicht, die Dinge anzufühlen. Ich habe da mein persönliches Erlebnis mit Silvana.
- 24:27Ich habe Silvana nie verstanden, bis ich zu dem Punkt kam, dass ich Silvana einfach anfühlen kann.
- 24:32Ich fand immer, es gab für Silvana keine Worte. Es hat es mir total schwer gemacht.
- 24:36Und erst wenn ich, oder als ich meinen Punkt gefunden habe, dass ich mich getraut habe, den Silvana einfach anzufühlen,
- 24:43habe ich diese Rebsorte für mich irgendwie ergriffen oder verstanden.
- 24:48Ich habe mir eine relativ provokante Frage. Es gibt ja so manche, sagt, wofür du legendär bist,
- 24:55oder wie diese Faxe-Aktion im Wandum etc. ist es geplant?
- 25:00Ich habe es schon letztens immer wieder darüber gesprochen, weil ich auch damit auch dafür angesprochen werde.
- 25:08Und hin und wieder glaube ich oder denke ich aber nach, okay, war es jetzt das richtige Signal zu senden,
- 25:15anfühlen Strichen, weil man ja quasi darauf reduziert wird. Aber ich denke mir, das spielt schon so viel drum herum.
- 25:22Da muss so viel vorbereitet sein und so viel Stimmen, dass diese etwas passt.
- 25:28Weil am Ende, wenn nur das da ist und der Mittag oder die Weine oder nicht passen, dann bleibt am Ende nur Klamauk.
- 25:36Und dann hat es keine Substanz. Darum tut sich dann auch ein, wie heißt das jetzt, ein Fadenkreuz auf sich selber,
- 25:48dass man Druck aufbaut. Du kannst das schon machen, aber danach musst du ihn auch abliefern.
- 25:53Danach musst du auch performen. Diese explizite Situation hat sich einfach ergeben,
- 25:59dass ich, ich kenne dir den Christian von Sternfressen schon etwas länger.
- 26:04Und wir haben einfach mal darüber gesprochen, es war halt als junger Mensch, wenn du so weggehst
- 26:09und dann abends noch eine Runde irgendwo trinken willst oder trinken an der Tankstelle und halt nicht viel Geld hatte.
- 26:15Und dann hast du dann gab es halt diese Fachsedosen. Weißt du, ein Liter hat so eine massives Ding.
- 26:20Und da haben wir mal drüber Spaß gemacht. Und so ist es dann gekommen, dass ich auf dem Weg zur Arbeit hin.
- 26:26Da geht es her, komm, nimmst du mit und dann machst du das mal.
- 26:30Und aber es ist mehr aus einer Emotion heraus, als dass ich mich da irgendwie niederschreibe,
- 26:37ach, das und das mache ich jetzt das nächste Mal. Sondern es passiert einfach.
- 26:41Denn passiert das in meinem Kopf, dass ich sage, das könnte doch passen.
- 26:46Oder es wäre doch ganz lustig. Es ist an der Grenze, das für mich immer noch entspannt und locker.
- 26:52Aber jeder kann das so ein bisschen nachvollziehen und was es da geht.
- 26:56Also das ist dann immer noch mit dem Schmunzeln verbunden.
- 27:02Und ich glaube, das Wichtigste hast du dabei gesagt, man braucht das Fundament dafür.
- 27:06Also es muss alles irgendwo stimmen, sonst bleibt es eben Kasperletheater.
- 27:10Und letztlich mit dem nächsten Gast, der das vielleicht dann im Hinterkopf war.
- 27:15Also die Story wurde jetzt in der Breite und in der Tiefe ganz schön ausgeschlachtet.
- 27:19Aber der das vielleicht gelesen hat, der möchte dann teilweise doppelt, mit Ernsthaftigkeit überzeugt werden.
- 27:26Und das kleine Schmunzeln ist dann manchmal das "At on" dabei, aber darum geht es dann oftmals gar nicht.
- 27:31Aber du, es ist im... ich sehe sehr viel Sportschauer und das ganze, aber da gibt es immer diese Bezeichnung "to put a chip on your shoulder".
- 27:42Also nochmal dieses "Jetzt erst recht".
- 27:46Und mit dieser Mentalität lebe ich eigentlich schon ein bisschen an ganzes Leben lang.
- 27:52Da ich gesagt habe, ich will, ist den Leuten beweisen auch, dass man beides kombinieren kann.
- 27:58Dass man auch mit einer gewissen Lockerheit und Professionalität an den Tag gehen kann.
- 28:03Und man da keine Einbrüße dafür hat.
- 28:07Und wenn jemand dann sagt, okay jetzt muss das mir doppelt weisen, dann bin ich auch bereit das zu machen.
- 28:13Also in meinen gegebenen Möglichkeiten.
- 28:17Was ja dann manchmal aber auch enorm viel Arbeit einem abverlangt.
- 28:23Also wenn dir jetzt dieses Grund sehr jöso und ich bete meine Appellationskataloge runter, dann hast du schon eine gewisse Autorität und Ausstrahlung.
- 28:34Wenn du aber einen gewissen Humor mit reinpringst, dann brauchst du ja mehr Engagement und mehr Aufwand, um trotzdem noch ernsthaft rüberzukommen.
- 28:41Deswegen glaube ich, also machst du dir selber mehr Arbeit, macht dich aber gerade so besonders, weil du gerade Sport erwähnt hast.
- 28:49Ist Sport, schau dein einziger Sport oder hast du irgendeinen anderen Ausgleich?
- 28:55Ich koche wahnsinnig gern, ich habe ja auch Koch gelernt.
- 28:59Koch wahnsinnig gern kann mich da hinstellen, auch wirklich an meinen Freitagen 3-4 Stunden irgendwas vorbereiten und daneben bei Dinge hören.
- 29:08Ich schaue wahnsinnig gerne Musicals.
- 29:12Also das ist für mich immer beeindruckend und aus dem nehme ich auch was mit, gerade für die Arbeit, weil ich mir denke, es gibt so viele Menschen, die was nur einmal hier essen gehen im Jahr und das ist ja auch, wenn man so essen geht,
- 29:28grundsätzlich das kostet einfach auch Geld und man sagt, okay, heute war einfach eine schlechte Vorstellung, komme ich halt nächste Woche wieder, vielleicht läuft es besser.
- 29:36Du hast halt irgendwo gewissens nur eine Möglichkeit, die Gäste abzuholen und bei so einem Musical auch, du gehst in ein Lesbianserables und das dauert 4 Stunden und da überlegst du, ob du ein zweites Mal reingehst, wenn es dir beim ersten Mal nicht gefallen hat oder so was und da hast du auch nur eine Möglichkeit.
- 29:51Und so sehe ich auch ein bisschen den Besuch im Restaurant und das ist für mich auch ein Ausgleich auch mal abschalten, sich mal nur dem Genuss widmen, also nur essen und trinken und das nicht zu verkopfen.
- 30:05Und ja, viel raus, viel Fahrrad fahren so ein bisschen, das mache ich sehr, sehr gerne.
- 30:10Okay, und Basketball spielen habe ich mal gelesen?
- 30:12Basketball, ja, ja, bin groß begeisterter Basketballspieler, ich weiß nicht, ob ich besonders gut bin, aber da ich ja sehr lang bin, macht es mir das sehr leicht, meist zu spielen.
- 30:22Wollte schon sagen, allein aufgrund der Größe hätte ich wahrscheinlich das nachsehen bei dir im direkten Vergleich, im direkten Wettel.
- 30:30Woher kommt eigentlich deine extreme Vorliebe für Sportrikos?
- 30:35Ich habe das, also grundsätzlich habe ich das mal als Kind angefangen, schon in der Jugend zusammen und dann war es für mich aber auch gerade, du warst in den USA gewesen, du weißt wie die Begeisterung dort auch dem Sport gegenüber ist.
- 30:53Es ist für mich auch immer so ein Türöffner hin und wieder im Restaurant mit den Gästen drüber zu sprechen, weil es dort ein Thema noch außerhalb des Weines ist.
- 31:06Ich finde das immer recht schwierig und ich habe das gemerkt in der Schweiz, als Funktion als Gastgeber.
- 31:11Wenn du jetzt nur über den Wein sprichst, dann ist das Gespräch relativ schnell auf einer Ebene, wo du sagst, okay, okay, okay, es ist so tief drin oder es ist einfach bis zum Anstack, wie der andere mitkommt.
- 31:26Wenn man es noch ein bisschen breiter fächert, kann man da, glaube ich, ganz, ganz tolle Gespräche auswirken.
- 31:41Und ich bin einfach begeistert von, man Sport löst Emotionen aus, egal wo man hingeht, egal was man sich anschaut und egal welchen Sport man verfolgt aus mit Begeisterung.
- 31:51Und es hat immer so etwas Pures, so etwas Ehrliches, finde ich.
- 31:56Und warum dann das Sammeln von Sportrikos? Also hat es mal mit einem angefangen, du hast eines geschenkt bekommen und dann dachtest du auch, bei Herrn München ist es auch nicht schlecht und irgendwann ist es dann beim Football geendet?
- 32:10Es war für mich dann immer so wie ein Souvenir aus der Stadt, in der ich hingereist bin.
- 32:17Ich habe mir den Mann Trico mitgenommen und konnte dann immer eine Geschichte zu erzählen.
- 32:22Und dann habe ich es dann auch irgendwann angefangen, dass ich von vielen Gästen Trikos bekommen habe oder sie mir die zugeschickt haben oder Editionen zum Beispiel.
- 32:32Und jetzt eine St. Patricks Edition vom Eishockey, die es einfach in Europa nicht zu kaufen gibt, die mir sie zugeschickt haben und noch mal einen Brief geschrieben haben und gesagt, sie haben einen tollen Mittagabend gehabt oder sowas.
- 32:43Und das ist dann immer nur noch spezielles Andenken einfach auch.
- 32:50Und wo ich dann immer zurückdenken kann und sage, genau das war der und der Moment und daran habe ich diese Sammelleidenschaft für mich entdeckt.
- 32:59Wie viele hast du? Hast du sie mal gezielt?
- 33:01Ich glaube, es sind jetzt mal über 120.
- 33:04Wahnsinn.
- 33:06Ein Lieblingsstück dabei oder gibt es so was wie bei Wein auch nicht, dass man eigentlich in dem Sinne keines hat oder ein wertvollstes oder was dir besonders am Herzen liegt oder was deine Kinder anziehen dürften?
- 33:20Grundsätzlich dürfen sie alles anziehen.
- 33:22Ich finde, mit Trico ist man besonders gut angezogen.
- 33:25Natürlich, wenn du jetzt dadurch, dass wir in der Schweiz gearbeitet und gelebt haben, gibt es natürlich sehr, sehr viele Schweizer Eishockey-Spieler, die in der NHL spielen und die sehr, sehr viel auch im Schloss gewesen sind.
- 33:37Ein Trico mitgebracht haben, eine eigene persönliche Wittbung draufgesetzt haben und sowas.
- 33:42Das sind natürlich Stücke, die mir dann besonders am Herzen liegen, wo ich sage, okay, hey, wow, cool.
- 33:46Da habe ich den Spieler noch kennengelernt, die mir Handstücke näher hat, mir dann den Namen draufgeschrieben und sowas vom Nino Niederreiter zum Beispiel.
- 33:54Jetzt gerade bei Winnipeg spielt, der hat seinen Altes Minnesota-Trico unterschrieben für mich.
- 34:00Das sind dann schon spezielle Stücke.
- 34:03Und die ziehst du dann auch noch an oder hängt die dann irgendwo in der Hall of Fame eurer Küche?
- 34:09Nein, nein, die ziehe ich an.
- 34:10Ich ziehe es normalerweise immer, wenn ich in die Arbeit gehe, über mein Hemd ziehe ich dann noch das Trico drüber.
- 34:15Und dann bist du einfach, ich finde, man ist damit immer einfach gut angezogen.
- 34:21Weißt du, es passt, geht nicht immer über alles drüber.
- 34:24Ich finde aber auch, dass man, wenn man sowas macht, also wenn man diesen Style hat, dann muss der Rest eben, wie du es vorhin mit den Jokes und mit dem Fundament gesagt hast, auch stimmen.
- 34:34Also nur, wenn man sonst irgendwie einigermaßen gekleidet ist oder wenn man das einfach als Schmuck nehmen kann, dann wird es so ein Gesamtkonzept, was dich dann wahrscheinlich irgendwo dann ausmacht oder auszeichnet.
- 34:44Jetzt haben wir über ein, zwei Stationen schon gesprochen.
- 34:47Das hat aber alles irgendwo ganz anders angefangen.
- 34:50Also du kommst ja eigentlich gar nicht aus der Nummer 1 Weinbau-Region in Deutschland, sondern eher aus dem Gegend, wo wenig Wein wächst.
- 34:58Wie kamst du zur Gastrode?
- 35:00Wie kamst du in so ein eigentlich auch schon fast legendäres Haus, in dem du eigentlich gelernt hast?
- 35:05Also ich war relativ schnell fertig mit der Schule, weil ich auch nicht so erfolgreich in der Schule war, deswegen durfte ich früh gehen.
- 35:15Das heißt, mit 15 Jahren konnte ich meine Lehre beginnen.
- 35:18Und meine Schwester hat zu der Zeit in dem Betrieb gearbeitet, gelernt auch und jetzt gearbeitet im Restaurant Hannah & Mayerling.
- 35:28Und ich dachte, du weißt, als junger Mensch war auch von zu Hause raus zu kommen, weg zu kommen, das ist ja ganz toll.
- 35:37Und nicht mehr Mama und Papa irgendwie bei sich zu haben, das mache ich.
- 35:43Und das war ja auch so die Zeit, wo gerade so Jamie Oliver so groß war.
- 35:47Und deswegen konnte ich unbedingt kochen.
- 35:49Und unbedingt kochen, das fand ich ganz, ganz spannend.
- 35:52Und dann bin ich da hingeflohen und habe ein Praktikum gemacht.
- 35:55Und das hat auch sehr gut gepasst direkt.
- 35:58Und meine Dame, die Chefin, die Frau LaSopha und die Frau und die Besitzerin, hat gesagt, wenn ich die Gastronomie verstehen will,
- 36:06dann sollte ich doch beide Seiten sehen und das wäre dann halt diese Koch-Käner-Lehre, die es noch in Österreich gab.
- 36:13Oder gibt es heute noch, die heißt ja aber Gastronomiefachmann, das heißt, ich war der letzte Jahrgang Koch-Käner.
- 36:18Und dies vier Jahre lang, theoretisch wäre es normalerweise nach zwei Jahren Wechsel dann.
- 36:25Und ich habe in einem Service angefangen und hatte damals halt das Glück,
- 36:29dass noch der Retter ein paar Wochen, Monate da war, bevor er ins Atlung gegangen ist,
- 36:33weil er quasi da wie normal ausgeholfen hat, weil die Chefs auf einer Reise waren.
- 36:38Und so habe ich den Geher damals schon recht früh kennengelernt.
- 36:41Und habe da durch seine Begeisterung auch sehr weinen so ein bisschen für mich entdeckt dann.
- 36:49Und gerade wenn du 15 bist und kein Auto hast und außerhalb von Wien wohnst, fast 30 Kilometer und da auch nur eine Bushattestelle ist,
- 36:58dann hast du einfach auch viel Zeit, dich mit dir selber zu beschäftigen oder Dinge zu lesen.
- 37:02Und so ist es dann gekommen, dass ich mich mit weinen beschäftige.
- 37:05Also war Geher damals dein erstes Vorbild oder war er einfach nur so ein Beistück, wo du sagst,
- 37:12ich weiß doch gar nicht, wohin die Reise hingeht?
- 37:14Ich glaube am Anfang, am Anfang habe ich es noch gar nicht realisiert, mit 15 Jahren glaube ich,
- 37:19hast du es noch nicht so im Schirm, wenn du nicht mit der Gastrymie zu tun hast, auch aus dem Elternhaus her,
- 37:24weißt du nicht, was Sterne, Punkte, Hauben, das alles bedeutet.
- 37:28Und es ist dann erst mit der Zeit richtig Sacken geworden, wahrscheinlich in zweitem Läher,
- 37:34dass ich realisiert habe, okay, gut, wer war das überhaupt wirklich?
- 37:37Und das aber ganz unabhängig davon hatte mich schon am Anfang geprägt und begeistert einfach.
- 37:44Dann ist ja etwas passiert, was eigentlich erst mal total schräg anmutet, also das Haus in dem du gearbeitet hast,
- 37:51ich glaube ihr hattet damals zwei Sterne und irgendwie 18 Punkte, sie waren schon relativ hoch dotiert,
- 37:56aber du warst ja mit einmal Sommi, also so ziemlich direkt nach der Ausbildung.
- 38:01Also war das aus Mangel an qualifizierten Leuten, was ich mir gerade in der Zeit auch nicht vorstellen kann,
- 38:07oder wieso bist du direkt nach der Ausbildung in einem solchen Haus direkt in die Führungsposition eingestiegen?
- 38:18Was war der Grund?
- 38:20Also der Vorteil, den ich gehabt hatte, war, wie ich vorher gesagt hatte,
- 38:25mit den zweimal zwei Jahren Koch-Kelner hat sich bei mir erledigt gehabt, weil ich nur drei Monate in der Küche war,
- 38:33dann hat man gesehen, okay gut, wo meine Qualifikationen wahrscheinlich liegen.
- 38:39Und ich dann quasi dreieinhalb Jahre schon im Service gearbeitet habe und es war dort,
- 38:45ich habe durch sehr wahnsinnig viele Möglichkeiten dort bekommen, wenn man die Verantwortung übernehmen konnte, wollte oder so was.
- 38:54Wir hatten jetzt zum Beispiel einen Käsewagen und wurden jedes Woche von Antoni beliefert mit 25 Kilo Käse
- 39:01und wir hatten ähnlich wie eben Lerbach, wie du auch kanntest, über 50 Käse auf dem Wagen drauf
- 39:08und da konnte man relativ früh schon ran geführt werden.
- 39:11Hat er danach auch einen Sommelier-Restaurant mit einem Herrn Wogenland, der sehr so viel Zeit damit verbracht hat,
- 39:17mir Dinge zu zeigen und beizubringen und ich da schon sehr früh einfach auch dann Wein machen konnte,
- 39:23durfte, wir hatten drei verschiedene Restaurants, es gab einen Raucher, einen Nichtraucher
- 39:28und dann Zigarrenraucher-Restaurant und in diesen, ja, es kann man sich heute nicht vervorstellen,
- 39:33aber es war super spannend und wir haben eine riesige Terrasse gehabt
- 39:37und man hat halt früh auch dann sehr viel Verantwortung übernehmen können, dürfen, wenn man das wollte
- 39:42und ich war, ich hatte für Wein hatte ich irgendwie eine Begeisterung, das hat mich immer, immer motiviert.
- 39:49Ich habe auch von der Schule dann auch, von der Lehre, da gab es Wettbewerbe für Jungsamäsen
- 39:56und so was und da habe ich recht früh mitgenommen, macht und war auch recht erfolgreich
- 40:00und so wurde es immer mehr gefördert und rückblickend und von meiner Sicht von heute war es natürlich viel zu früh
- 40:08einfach auch es so zu machen, aber ich habe meine Fehler gemacht, habe sie daraus sehr stark gelernt
- 40:16und ich habe viele Fehler gemacht und viele Griffe daneben und das Ganze, aber das war für mich,
- 40:21für mich glaube ich, der richtige Weg so zu machen.
- 40:24Ich sage nicht, dass es für jeden der richtige Weg ist, aber für mich war es der richtige Weg,
- 40:28schon früh sollte ich Verantwortung bekommen und ich hatte aber immer die Rückendeckung damals von den Chefs,
- 40:33von der Vordersofrau und der Männer, die mich unterstützt haben.
- 40:36Und wie gesagt, so und so und so und auch die meine Eingangsgeschichte mit dem Hendrik,
- 40:42als ich ihn vorgestellt habe, das war auch eine dieser Geschichten, wo ich ihn einfach mal angeschrieben habe,
- 40:46wenn ich nicht mehr weiter wusste oder so was, weil woher auch, habe ich einfach Leute gefragt
- 40:52und bin mir bis heute nicht zu schade, jemanden zu fragen, wenn ich was nicht weiß.
- 40:56[Musik]
- 41:13Wenn mich einer für seine unvergleichliche Art beinahe wiederzuerkennen, mehrfach beeindruckt hat,
- 41:20dann ist Marco Franzlin. Er scheint die absolute Supernase oder das absolute Erinnerungsvermögen
- 41:27für Aromen, für Charakteristiken von Wein zu haben und ich bin eigentlich sicher,
- 41:33dass er den Wein, den ich im Sinn habe, sofort wiedererkennen würde.
- 41:37Ich würde einen Roder Reserver nehmen. Warum Roder?
- 41:40Wahrscheinlich, weil dieser Wein mich mehrfach beeindruckt hat,
- 41:45weil dieser Wein eine eigene Identität hat, weil er es geschafft hat, als einer der wenigen,
- 41:51ein so großes, ein so imposantes Gebiet wie die Riocha neu zu definieren.
- 41:56Doch wie macht man das? Wie kann ein Weingut wie Roder so was schaffen?
- 42:01Wahrscheinlich, weil sie nicht nach Schema-F vorgehen.
- 42:031987 gegründet, in verschiedenen Zyklen immer wieder weiterentwickelt.
- 42:08Ein Meilenstein natürlich die Gründung 1987, 1991, 1996, 2000, 2018 gab es weitere,
- 42:16ganz große Entwicklungsschritte jetzt seit dem Jahre 2018.
- 42:20Bis aktuell ist das Grundthema innerhalb des Weingutes die Energieeffizienz,
- 42:25dieses zu optimieren, auszukosten und das gesamte Weingut auf erneuerbare Energien umzustellen.
- 42:31Scheint gar nicht mal so spektakulär, war es vor fünf Jahren und zeigt,
- 42:35wie dieses Weingut einen Schritt weiter denkt.
- 42:38Einen Schritt in Richtung Zukunft, einen Schritt in Richtung Bewusstsein,
- 42:42einen Schritt in Richtung Anders und besser zu sein.
- 42:45Wenn man sich einmal mit Roder beschäftigt, dann wird man überrascht sein,
- 42:49wie konsequent individuell man auf diesem Weingut arbeitet.
- 42:53Es gibt auch nicht diesen einen Fasslieferanten.
- 42:56Jedes Jahr werden die Fässer auf die Weinberge angepasst.
- 43:01Es werden weder Moster- oder Wein hinzugekauft.
- 43:04Nach bis zu 80 Lesedurchgängen gelangen die Trauben noch einmal auf einen Sortierband
- 43:09und werden dort allein von sechs Personen ihren einzelnen Bestimmungen nachsortiert,
- 43:15charakterisiert, identifiziert und katalogisiert.
- 43:18Die Bodega Roder verfügt über zwei Produktionsstätten.
- 43:21Die Klassische ist mit 17 großen Fässern aus französischer Eiche,
- 43:26das moderne Lagerhaus mit 18 ausgestattet.
- 43:29Temperaturregelsonden, ein ultramodernes Kühl- und Heizsystem sorgen dafür,
- 43:34dass der Kapazitätsbereich von zwischen je nach Jahrgang 4- bis 20.000 Litern
- 43:39optimal begleitet und ausgeschöpft werden kann.
- 43:42Jeder Weinberg in der Bodega Roder wird absolut individuell und maßgeschneidert vinifiziert.
- 43:49Hochinnovativ wird auf der Bodega Roder jeder noch so kleine Schritt komplett überdacht
- 43:55und teilweise neu definiert wie die BSA, die Milchsäurevergierung, der biologische Säureabbau,
- 44:01der auf der Bodega Roder in einem ganz eigenen Raum stattfindet.
- 44:05In 1.200 Liter umfassenden können in diesem mit Fußbodenheizung ausgestatteten Raum
- 44:10gleichzeitig die BSA durchführen.
- 44:12Bevor der Wein in 50% neuer und in 50% gebrauchter Eiche zur Ruhe kommen kann.
- 44:19Eine optimale Temperatur von 20° und 75% Luftfeuchtigkeit sorgen dafür.
- 44:26Die perfekte Reife erlangen Weine in der Bodega Roder in den Bariquellern.
- 44:31Zwei unterirdische in den Felsen gegrabenen Keller sorgen für die entsprechenden klimatischen Bedingungen.
- 44:39Lanavtegardo, Elcalado sind die beiden Keller aus dem 19. Jahrhundert mit einer Tiefe von 12 Metern.
- 44:47Der dritte Keller mit den Namen Nafty hat eine gleichbleibende Temperatur von 15°
- 44:53und bietet den dort lagern den Wein die Möglichkeit eine ganz eigene, sehr frische Charakteristik herauszubilden.
- 45:01Die drei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in den einzelnen Kellern sorgen dafür,
- 45:06dass die einzelnen nach Weinbergslagen abgefüllten Weine sich in ihrer Individualität entsprechend perfekt entwickeln können.
- 45:14Die Dauer der Fassreife liegt je nach Wein- und Weinstruktur zwischen 12 und 16 Monaten.
- 45:20Zwei Weine sind die maßgeblichen Protagonisten in dem Weingut, zum einen der Roda Primero
- 45:26und zum anderen der Roda Segundo, der einfach als Roda oder Roda Reserver bezeichnet wird.
- 45:31Bei dem Roda Reserver geht es primär darum, einen Wein, der absolut für die Gastronomie geeignet ist,
- 45:38der eine ständige Greifbarkeitszugänglichkeit, Genussfreude und dennoch die typische Handschrift des Hauses Roda bietet.
- 45:47Niemals werden bei Roda ältere Jahrgängen, jüngeren Jahrgängen beigefügt, obwohl gleich das gesetzlich zulässig wäre.
- 45:54Aus rund 20 einzelnen Reparzellen, die in den verschiedenen Klimazonen der Region verteilt sind,
- 46:02werden alljährlich nur die besten Partien für Roda gewonnen.
- 46:06Die Fässer für Roda werden nur aus französischer, nicht wie seinerzeit üblich aus amerikanischer Eiche erzeugt.
- 46:13So, da habe ich mich direkt ein bisschen verplappert.
- 46:15Beeindruck sowohl von den Weinen der Bodega Roda, als eben auch von der Geschichte, von der Gedankentiefe, die man sich dort macht.
- 46:22Und ja, ich bin ein Fan und werde ganz schnell zurück zum Gespräch mit Marco.
- 46:34Stellt es mir in der Tat gar nicht so einfach vor, wenn man, also du warst ja mehr oder weniger Gastro kind als in die Lehre gegangen bist,
- 46:41dann warst du mit einmal Erwachsener, weil du eine leitende Funktion hast oder eben somme in diesem Betrieb bist,
- 46:48also diese eigentliche Jugendphase, auch dieses Austoben und so weiter.
- 46:52Und das, was man als Jugendlicher oder als Gastrojugendlicher dann irgendwo macht, das fehlte dir eigentlich.
- 46:58Also gut, wenn du es dann so kompensieren konntest oder eben das so dann entsprechend ausbalancieren konntest.
- 47:05Ich, für mich war, ich hatte nie im Kopf irgendwie groß irgendwo zu reisen in Anführungsschrechen.
- 47:13Für mich war Saison oder Schiff oder sowas nie ein Thema.
- 47:16Ich fand das immer spannend, gerade die Gäste auch zu begleiten, auch so dieses Wiederkennen,
- 47:22dass man so wie ich finde, auch unser Beruf beginnt hier erst, wenn man in einem Haus gerade in einer führenden Position 2, 3 Jahre ist,
- 47:30wenn man die Küche kennt, wenn man die Gäste kennt, wenn man den Keller so weit beschaffen hat, wie man sich das vorstellt oder sowas,
- 47:37dann geht es ja erst richtig los, dieses Springen oder sowas war bei mir nie im Kopf drin.
- 47:42Ich war ja 8 Jahre lang in Österreich, dann war ich zwar nur anderthalb Jahre in Hamburg,
- 47:48war es sehr schade, aber da war halt die Station Wondom, die gelockt hat und da habe ich gesagt, das mache ich sofort.
- 47:54Und dann waren es knapp 6,5 Jahre im Wondom und in der Schweiz waren es jetzt auch 4,5 Jahre.
- 47:58Also ich, aber da auch nur aus situativen Situationen, wenn meine Frau nicht gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich vielleicht heute noch im Wondom, wer weiß.
- 48:07Aber es war für mich immer so, ich möchte mich dort, wo ich hingeh, wohlfühlen und nicht nur im Sicht auf 1, 2 Jahre.
- 48:16Also für mich hat das nie diese Phase gegeben.
- 48:20Das war ja schon relativ krasser, moved dann auch aus Österreich zurück, das Heimweh, was sich wieder in den Norden gezogen hat,
- 48:29was sich in Hamburg dann wieder hat ansässig werden lassen oder was war der Auslöser.
- 48:36Ich meine, 4 Haares Zeiten ist ja auch so eins der schon legendärsten Hotels in Deutschland, die es gibt oder die man sich vorstellen kann.
- 48:44Absolut. Als Schleswig-Holster in der grundsätzliches Hamburg ja auch die große weite Welt.
- 48:50Man ist früher als Jugendlicher mit dem Zug nach Hamburg gefahren und wenn man am Hauptbahnhof ausgestiegen ist, dann war man plötzlich in der großen Stadt.
- 48:57Und das war immer schon sehr beeindruckend, dass 4 Haares Zeiten war für mich gerade in der Situation, wo ich dann meine Lehre gemacht habe und der Gast zu mir angekommen bin,
- 49:05war für mich immer so, wow, wenn du hier mal arbeiten könntest, das wird auch toll.
- 49:09Ich habe es immer als Endziel gesehen für mich, da ich sage, wenn ich mal 30 bin oder 35, dass ich nach Hamburg zurück komme und gerne hier arbeiten möchte.
- 49:20Es hat sich sehr früh angeboten nach meiner Zeit in Österreich, das ist durch einen Kontakt entstanden mit einem Frank-Kämmer,
- 49:28der beauftragt worden ist oder so was einen potenziellen Somali auszukundschaften.
- 49:35Und der hat mir gesagt, das wäre doch was für dich.
- 49:39Mach es mal anschauen, da bin ich raufgeflogen aus Österreich und hatte das Gespräch und war für mich wahnsinnig toll.
- 49:47Eine ganz, ganz tolle Adresse und bis heute, wie es gefühlt wird mit dem Herrn Petersen, was dafür die Mitarbeiter gemacht wird, ist einmalig für mich.
- 49:55Und ja, wäre ich nicht 2011 im Wundum Essen gewesen, dann wäre für mich niemals eine Option gewesen, dort wegzugehen aus dem 4 Ares.
- 50:02Das war aus einer Situation heraus, dass du dort essen warst und gesagt hast, hier in Beensberg, Belgisch, Gladbach, Köln, das wäre für mich eine Offenbarung
- 50:12oder wäre für mich eine schöne Herausforderung oder gerade diese Küche von Joachim Wissler, die ja auch für einen Zombie ein unglaubliches Spielfeld ist
- 50:22und auch eine große Herausforderung, weil es da ja so viele verschiedene Geschmacksebenen in den Gerichten gibt,
- 50:27die zu greifen oder mit dem Wein zu fundamentieren, den Wein gar nicht als Star kommen zu lassen, das ist ja auch nicht so einfach.
- 50:37Und das war dann für dich dann der Punkt, wo du gesagt hast, wow, hier möchte ich sein.
- 50:42Ja, also es war das Restaurant, wie viel los gewesen ist, wie viel Geschäft hier ist und was da an Wein gekommen ist.
- 50:52Wir haben damals als die Essenwahl noch die 24 Gänge und die habe ich auch noch als ich angefangen habe.
- 50:57Es war für mich so imposant und beeindruckend und vielschichtig und da habe ich gesagt, wow, wenn ich hier aber in Köln bin, lasse ich alles stehen und liegen und nehme meine Sachen und gehe nach Beensberg,
- 51:12egal wo das ist, egal was es kostet quasi.
- 51:19Und ja, das so beeindruckend hat mich damals diese Küche oder dieser Abend, den wir dort verbringen durften.
- 51:26Auch Menschen haben mich dort hingezogen. Zu der damaligen Zeit war ja der Thomas Sommer, der Chef-Sommelier noch im Lehrbach.
- 51:36Und über ihn habe ich auch immer auch viel Austausch gehabt und dachte, gut, wenn du da unten bist, dann kannst du vielleicht auch dort den Austausch vertiefen
- 51:45und viel von ihm mitnehmen, viel lernen und durch das ist es gekommen.
- 51:50Weißt du nur, was du an dem Abend getrunken hast?
- 51:53Markus Berlinghoff hat damals eine Summelier und hat die Weinbegleitung gemacht und den Wein, an den ich mich ja meist erinnere, war glaube ich immer noch der Riesling-Zengrafenberg vom Fürst.
- 52:02Witzig.
- 52:04Ja. Es gab mit Sicherheit noch ganz viele andere Sachen, weil eben die Wein, die Karton, aber der Riesling vom Fürst ist mir immer im Kopf geblieben.
- 52:14Aber das finde ich manchmal so verrückt oder fast krank, will ich nicht sagen, aber so schräg, dass Leute, die so ganz tief in dieser Branche stecken,
- 52:23die können sich vielleicht nicht an das nächste, an nächsten Friseurtermin erinnern, aber wissen, was sie vor zehn Jahren irgendwo bei einem R-ICS-X-Y getrunken haben
- 52:33und wie dieser Wein sich präsentiert hat, ähnlich wie du es vorhin geschildert hast, an das Geschmacksprofil
- 52:38und könnten diesen Wein dann auch wahrscheinlich irgendwie imaginär rekonstruieren oder dann wahrscheinlich irgendwo wiedererkennen.
- 52:45Und dann kam die Schweiz.
- 52:47Genau. Ja. Es war einfach eine Entscheidung für uns damals zu sagen, okay gut, wie geht es weiter.
- 52:58Ich habe ja mal eine lange Zeit Ferne-Beziehung geführt, was ja auch ganz spannend ist, weißt du, du hast ja nur schöne Tage, die man dann verbringt.
- 53:06Man hat keinen Alltag. Man sieht sich immer nur zwei Tage die Woche und dann versucht man natürlich das optimo rauszuholen.
- 53:13Und das ist aber doch irgendwo doch gewiss surreal und dann haben wir gesagt, okay gut, wir wollen zusammenziehen, was zusammen machen.
- 53:20Und dann hat der Kaminader mir damals die Möglichkeit, uns die Möglichkeit gegeben, ein Gespräch gesucht und gesagt, ich gebe euch die Option hier, das gleichberechtigt zu machen.
- 53:32Ihr macht das als Restaurantleiter und Fomini und wie ihr es macht bleibt euch überlassen.
- 53:40Und so haben wir uns das überlegt gehabt und gesagt, das ist der richtige Schritt für uns, der nächste Schritt einfach.
- 53:48Wahnsinn. Das ist natürlich dann auch eine riesen Aufgabe auch mit dem Namen, der ja damals schon so unfassbar glänzte.
- 53:56Das dritte, drei Sternerestaurant, hast du dann jetzt zusammen mit drei Sternerestaurants?
- 54:02Eigentlich nicht. Es ist immer ein sehr, sehr schöner Beigefühl dazu, in so einem hochdecorierten Restaurant zu sein, aber ich glaube,
- 54:15wenn man sich mit etwas identifiziert oder mit etwas vergleichen kann und sagt, das sind die gleichen Werte, die was ich habe oder die ich mir vorstelle,
- 54:26dann ist es egal, ob das ein Stern, zwei, drei oder gar kein, was hat.
- 54:32Wenn man das macht, woran man freudert und das vermitteln kann.
- 54:36Und so ist das einfach gekommen und ich habe auch jetzt in meiner Station in der Schweiz gerade eine Funktion des Restaurantleiters
- 54:45viele Dinge gelernt, gesehen, die ich jetzt rückblickend wahrscheinlich in Bainsback anders machen würde, weil ich dann weiß, okay,
- 54:52gut, hey, vielleicht hättest du den Restaurant besser unterstützen können in den und den Punkten.
- 54:58Und auch mit dem Menschen zu arbeiten, das hat mir extrem viel gezeigt oder Freude gebracht, zu sehen, wie sie sich entwickeln,
- 55:09weil vorher, wie du am Anfang gesagt hast, als Somali bist du ein bisschen der einsame Wolf oder du bist die Position, die was so mitschwingt,
- 55:18auch immer sehr, sehr beliebt bei den Mitarbeitern ist.
- 55:21Aber als Restaurantleiter beeinflusst du die Mitarbeiter sehr, sehr stark im Sinne von, wo geht es hin, was kann man die Gespräche, die man führt
- 55:30oder so was oder so, wie du auf die einzelnen Charaktere hingehst, was mir sehr, sehr viel Freude auch gebracht hat, zu sehen,
- 55:37hinterher, okay, gut, hey, die machen ihren Weg oder sie danken dir für ein, zwei Ratschehe, wie du geben hast oder sowas.
- 55:44Das war ganz, ganz spannend.
- 55:46Ich finde es aber unfassbar schade immer, dass viele auch der Sommistars, die existent sind, sind manchmal ein wenig zu jung,
- 55:56also so wie du es jetzt letztlich auch gesagt hast, du warst in einem Restaurant wie einem Wandom oder wie ein Viare-Seiten etc.
- 56:02und warst ja eigentlich noch recht frisch, recht jung, dann, wenn man die entsprechende Reife hat, um das auch noch mit einer anderen Gelassenheit zu bespielen,
- 56:11vielleicht ist man, ich weiß es nicht, aber vielleicht ist man dann nicht mehr ganz so neugierig, nicht ganz so freaky, nicht ganz so verrückt,
- 56:16aber viele gehen dann raus aus der Branche und das finde ich persönlich, kann mich da ja nicht außen vorn nehmen,
- 56:21ich bin ja auch zeitweise raus, dann wieder rein, dann wieder was ganz anderes, mache jetzt auch was ganz anderes,
- 56:26aber dass diese Kontinuität in der Branche gar nicht so gegeben ist, dass diese alten Hasen, wie sie teilweise noch in den 80er, 90er Jahren gab,
- 56:36kaum noch präsent sind oder so, Stefan Gass, eine der letzten etwas erfahreneren, so ungefähr, es gibt etliche, also ich wollte Ihnen jetzt nur exemplarisch nehmen,
- 56:48aber dominiert für die zehn Jahren doch meistens von denen, die gerade irgendwie so frisch auf dem Markt sind und irgendwie fetzig sind und irgendwas Cooles sagen, oder?
- 56:55Absolut, ja, ich finde das aber immer zwiespaltig, du musst ja auch sehen, okay gut, und du weißt ja selber, was wird dann gemacht,
- 57:04damit man diesen älteren Leuten, älteren Anführungsstichen, wenn ich bin jetzt 36, eine Möglichkeit gibt, Dinge zu kombinieren,
- 57:12weil du bist halt dann nicht mehr 24 und bist bereit, irgendwie in einem kleinen Zimmer zu wohnen und dann nur noch in die Arbeit zu gehen
- 57:19und schlafen und arbeiten, weil du hast dann plötzlich Familie und willst auch da Zeit für die haben
- 57:25und dann bleibt meist als Option nur noch, dass du sagst, ich gehe raus aus der Gastromähen Anführungsstrichen oder aus dem Restraubetrieb,
- 57:35weil ich dann sage, okay, dann kann ich die Zeit haben, einfach abends meine Prioritäten haben sich verändert,
- 57:43ich möchte abends die Zeit mit der Familie haben oder so etwas und ich glaube, da muss jeder für sich reflektieren können
- 57:50und das auch besprechen können, offen besprechen können, das muss ein Umdenken auch da sein, wie man Mitarbeitern eine Option bietet,
- 57:59beides zu kombinieren, es wird niemals die Idealvorstellung Anführungsstrichen, ja, das Restaurant hat Abendgäste,
- 58:06das heißt um 18 Uhr wird es niemals sein, dass zu Hause sein können, aber hier haben wir die Situation,
- 58:11wir haben drei Tage die Woche frei und das ist einfach wirklich ein Luxus, wir fangen donnerstags mit dem Abendservice
- 58:16und diese dreieinhalb Tage oder auch nutze ich absolut mit der Familie oder und genieße das und möchte nicht mehr darauf verzichten,
- 58:25das heißt, man muss schon von beiden Seiten sehen, okay, was bin ich bereit zu opfern, aber was ist auch möglich, was ich bekommen kann dafür
- 58:35und so wie du vorgesagt hast, mit, ja, es ist ein Punkt, dass du sehr, sehr viele junge Kollegen in deinem Restaurant hast,
- 58:43die einfach auf Gäste treffen, die eine gewisse, einfach ein gewisses Alter haben, Dinge schon gesehen haben, probiert haben,
- 58:52eine Meinung haben und dann fällt es, ist es sehr, sehr schwierig, einfach aufgrund der Erfahrung kannst du ja noch nicht mal mit dem Gast auf Augenhöhe treffen,
- 59:02ja, weil du hast vielleicht in der Theorie alle Dinge gelesen und gelernt, aber die mal probiert haben, mal das mal nebenan da gestellt haben
- 59:13oder das und das mal gesehen haben, ist dann meist nicht gegeben, weil woher auch, wie soll das machen, all Dinge kosten Geld,
- 59:20weil man muss mal dort gewesen sein und das kann man halt in gewissen Alter noch nicht und darum finde ich es oft sehr schwierig.
- 59:27Fandest du es für dich manchmal schwierig, dass du dann auf Gäste gestoßen bist, nachdem du ein Wein aus der Toskana empfohlen hast,
- 59:35da vielleicht Reifherrchenhäuser haben, du dich dann mit denen nicht wirklich austauschen konntest oder kann man sowas kompensieren
- 59:43oder gibt es da Ratschläge von deiner Seite oder ist da die Ehrlichkeit, dass man ganz klar sagen kann, darf, sollte,
- 59:50habe ich noch nie gesehen, ist ein großer Wunsch von mir, mal nach Neuseeland zu kommen, um eben diesen Wein dort kennenzulernen,
- 59:56aber hier haben wir heute den Wein, was wäre dein Typ oder was war deine Herangehensweise dabei?
- 1:00:01Absolut, absolut immer immer ehrlich sein und auch dazu stehen mal etwas nicht zu wissen oder wissen zu können, man ah,
- 1:00:07man kann nicht alles wissen und ich würde mir auch niemals an Mann maßen, ich weiß mehr als der und der oder ich wüsste mehr als der Gast,
- 1:00:14weil jeder weiß andere Dinge und jeder hat andere Schwerpunkte irgendwo gesetzt für sich.
- 1:00:20Für mich war immer noch das ein sehr markantes Beispiel, ich kann es mich heute noch daran erinnern,
- 1:00:24das war ein 4-Jahrszeit, ich war vier Monate da, ich habe einen Stammgast, der ist jeden Monat 3-mal gekommen
- 1:00:30und ich hatte ihn in ein Clos de Voschaux von Mio Camissier empfohlen und der war komplett verschlossen.
- 1:00:36Ich habe ihn aufgemacht, habe ihn aufgemacht, habe ihn belüft und habe gesagt, hoffentlich öffnet er sich in 2 Stunden
- 1:00:42und dann habe ich nochmal probiert und er war halt verschlossen, aber ich war halt 24 Jahre alt
- 1:00:49und ich war auch hartet, weil ich wusste nicht mit der Situation umzugehen, im Sinne kann ich dem Gast das sagen,
- 1:00:55müssen wir was anderes aussuchen, das heißt, ich war schon damit überfordert im Moment, dann habe ich ihn den Gast probieren lassen,
- 1:01:01der gesagt ist in Ordnung, dann haben die fertig geist und das Ganze und dann ist er hinter mir,
- 1:01:06nachdem die Gäste raus waren, ist er zu mir gekommen und gesagt hat, Herr Franzin, der Rotwein, das war nix
- 1:01:13und das habe ich dann so, das habe ich dann echt, weil es einfach ein sehr, sehr netter Mensch war,
- 1:01:21er hat es einfach auch so gesagt, einfach seine offene Meinung, mir das einfach nochmal mitgegeben,
- 1:01:25es war nicht, dass er mir eine mitgeben will, sondern wollte mir sagen, wissen Sie,
- 1:01:29das war irgendwie jetzt nicht die ideale Empfehlung und da habe ich gesagt,
- 1:01:32für mich gelernt immer offen ansprechen, auch wenn es weh tut, auch vielleicht auf einer finanziellen Ebene,
- 1:01:40natürlich wenn du das Gefühl hast, der Wein ist nicht top, du bist schon damit immer weg, immer Qualität zuerst
- 1:01:48und da musste ich es auf die harte Tour lernen, weil ich dann quasi ins Büro der Direktion gegangen bin
- 1:01:55und ihm die Situation geschildert habe und gesagt, ich würde mir wünschen, wenn wir dem Herrn den Rotwein vielleicht
- 1:02:01erlassen oder den zurück überweisen können, ich übernehme den Einkaufspreis oder ich übernehme den vollen Preis,
- 1:02:07es hat mir so wahrnichts, es waren sich Leidgetan und das hat mir etwas für mich eine Lehre
- 1:02:14und da wusste ich einfach, ich war zu jung und ich war der Situation nicht gewachsen.
- 1:02:18Ist dann schwer dann auch mit der Situation dort umzugehen, ja wenn man natürlich auch den wirtschaftlichen Druck dabei hat,
- 1:02:25mir kann man sehen, Klovozho kostet ja auch nicht 24, 50 plus der Rettsteuer, sondern ist hier nochmal ein anderer Call,
- 1:02:32der da letztlich mitläuft, war das für dich das schlimmste Sommelierlebnis oder gibt es so etwas, also jetzt ohne dich zu klemen
- 1:02:41oder irgendwie ein Fettnäpfchen aufzumachen, sondern so was ist ja manchmal auch ein Lehrstück für andere,
- 1:02:46wo man sagt, ja wie geht man mit so einer Situation um?
- 1:02:50Also, wie ich da gesagt habe, einfach ehrlich, auch wenn man in dem Moment es nicht weiß,
- 1:02:57du weißt niemals wer vor dir sitzt im Restaurant, du kennst es ja selber, du stehst am Tisch und du redest mit jemand
- 1:03:04und plötzlich am Ende des Abends stellt sich heraus, das ist der Weinwacher von dort und dort oder das ist der und der
- 1:03:10und dann sagst du, oh ja, da habe ich vielleicht etwas erzählt, was nicht richtig gewesen ist
- 1:03:17und die so eine Situation zu kommen, davor habe ich immer großen Respekt und große Panik einfach,
- 1:03:23weil irgendwie nichts ist schlimm daran etwas nicht zu wissen, das ist ja wie wenn du in die Küche gehst
- 1:03:30oder ein Gast dich fragt nach ein Rett irgendwas, zutaten und sagst, wissen Sie, ich kann es jetzt nicht 100% sagen,
- 1:03:37aber bevor ich ihm was falsch sage, gehe ich lieber mal rein und frage in der Küche nach
- 1:03:41und dann sagen Sie dir, ja, das, also ich finde ein Fehler oder was heißt ein Fehler etwas,
- 1:03:48zuzugeben was man nicht weiß, es ist nie Schande, also es wäre schlimmer, wenn man dabei erwischt wird, zu lügen
- 1:03:58oder einfach die Unwahl zu sprechen, das finde ich, dann bricht man Vertrauen mit dem Gast, so ist es besser.
- 1:04:04Wenn man sich dann auch weiter getragen wird dann meistens, also auch wenn der Gast das Vertrauen da letztlich hat
- 1:04:09und diese Informationen, die er bekommt dann irgendwann weiter trägt, letztlich verbreitet es sich so
- 1:04:14oder er Gast und eine missliche Situation, gibt es das Schönste, also es gibt Niederschönste und das Beste
- 1:04:19und das Großartigste, aber so ein Erlebnis, wo du sagst, brauche, dafür bin ich für meinen Beruf so unfassbar dankbar
- 1:04:25oder daran erinner ich mich, wenn ich, keine Ahnung, durch Regen laufe oder was auch immer.
- 1:04:31Ich glaube so die Emotion, die Essen auch in Gästen weckt, so dass das fallen lassen
- 1:04:40und sich darauf einlassen auch für die 3, 4, 5 Stunden oder teilweise länger, wenn sie bei uns bleiben.
- 1:04:50Das ist doch das Tolle, wenn man eine Situation kreiert, wo man den Komfort hat
- 1:04:59oder die Sicherheit, dass der Gast komplett loslösen kann
- 1:05:03und egal was da draußen passiert in dem Job oder sowas, dass sie hier quasi wie in eine eigene Welt tauchen können
- 1:05:11und ich glaube, dass es spannend zu sehen und dann zusätzlich und für mich immer das Gute,
- 1:05:18die Verbundenheit auch mit dem Team, im Service oder auch mit der Küche, wenn man so einen langen, harten Service
- 1:05:26überstanden hat und sagt, mein Gott, wir waren so im Scheiß.
- 1:05:30Keine Ahnung, wie wir das geschafft haben, aber wir haben es geschafft.
- 1:05:33Alle Gäste sind hier glücklich rausgegangen und für diese Momente macht es, das macht es besonders, glaube ich.
- 1:05:41Sind für dich da die Unbedarften oder die Profi-Esser die größere Herausforderung?
- 1:05:47Also die einen, die alles gesehen haben und dir erzählen möchten, wie du deinen Job zu tun hast
- 1:05:52oder die mehr Angst vor dir haben, dass du gleich beißen könntest.
- 1:05:57Was macht, mehr Spaß oder was ist die größere Aufgabe dann letztlich für dich?
- 1:06:02Oder kann man es gar nicht so sagen?
- 1:06:04Ich glaube, du kannst es gar nicht so sagen.
- 1:06:06Beides hat seine Herausforderungen und beides in seine verschiedenen Herangehensweisen.
- 1:06:11Es ist, finde ich, immer in dem Moment quasi herauszufinden, in der kürze Zeit, wenn du die Weinkarte gebracht hast
- 1:06:18und der Gast vielleicht kurz mal reingeschaut hat und dir Fragen stellt, herauszufinden, worauf will er jetzt hinaus?
- 1:06:25Möchte der Gast eine Bestätigung seiner Meinung?
- 1:06:29Hat der Gast dir jetzt Dinge gezeigt, die er normalerweise gerne trinkt
- 1:06:33und er hätte gerne eine andere Option dazu, die ihm ähnlichen Stil ist
- 1:06:37oder ist er vielleicht heute mal bereit, etwas anderes zu machen, etwas Neues kennenzulernen
- 1:06:43und das zu spüren, herauszufinden und das für mich mal diese Empathie aufzubringen dafür, jedem Gast neu auch.
- 1:06:53Das ist, glaube ich, die große Herausforderung, im speziellen Innenesommlerie, die große Herausforderung an jedem.
- 1:07:01Hat das wurde auch nie langweilig.
- 1:07:03Also das ist nicht so, dass man da im ersten Jahr manchmal da noch ein bisschen mehr überfordert,
- 1:07:07weil man vielleicht auch nicht die Erfahrung hat.
- 1:07:09Aber auch nach fünf oder nach zehn oder nach 15 Jahren ist es immer noch der gleiche, nicht Spaßfaktor,
- 1:07:16aber die Erfüllung oder die Freude letztlich dabei.
- 1:07:20Ja, aber das ist ja die, Julia, wenn du dir den Tischplan aufgeschrieben hast
- 1:07:27und dir den Namen aller Gäste notiert hast und dann plötzlich kriegen diese Namen ein Gesicht
- 1:07:32und du denkst dir, okay, gut, wow, das ist heute jetzt ein ganz, ganz komisch zusammengewürfelter Haufen hier an Gästen.
- 1:07:38Die und die Tische.
- 1:07:40Das ist, das ist, das ist immer wieder die Herausforderung.
- 1:07:44Also das das Schöne zu sehen, wie komplett anders das ist und wie man auf die Dinge eingehen kann
- 1:07:51und auch selber sich zu ertappen dabei, wie man mit Situationen umgeht.
- 1:07:56Irgendwann so ein bisschen mal das Ganze von der Seite betrachten und sagen, okay, gut, hey, wie habe ich das heute eigentlich gelöst?
- 1:08:02Oder was habe ich denn dort und dort gemacht?
- 1:08:04Und das finde ich immer das Spannende.
- 1:08:06Also das macht es nie langweilig.
- 1:08:08Wo jeder Tag auch ein anderer Fahrplan ist.
- 1:08:11Also man hat dann oft Gäste, die man kennt, die man dann schon vielleicht entweder taxiert oder schon was für die Gedanklich plant und sagt,
- 1:08:19"Ach, damit könnte ich dir heute überraschen oder die Wein oder so."
- 1:08:22Und andere, die eher unbekannt sind, wo man sich auf die Gäste dann auch freut.
- 1:08:27Also es ist jeden Tag anders.
- 1:08:30Also auch wenn es immer gleich scheint, weil man arbeitet nur mit Essen und Wein,
- 1:08:34aber die Spannung ist dabei unfassbar lebendig.
- 1:08:38War ein Beweggrund für dich in die Schweiz zu gehenden wirtschaftlicher da als?
- 1:08:43Oder anders gefragt, um es nicht zu persönlich zu sagen, findest du in Deutschland ist der Beruf des Sommys
- 1:08:50mit seinen Anforderungen, die an den Arbeitnehmer wirtschaftlich gestellt werden.
- 1:08:57Also dass man die Wein getrunken haben muss, dass man dahin gereist sein muss.
- 1:09:00Findest du, dass das Geld wert ausgeglichen oder sollte sich da was anderes tun?
- 1:09:05Also jetzt so als Referenz, einen Betrag in NRW verdienten Kfz-Meister,
- 1:09:12wo ich ein Zommi schon durchaus gleichsetzen würde, wenn er eine entsprechende Ausbildung hat, um die 80.000 Euro.
- 1:09:18Das sind wir so langsam auf dem Weg hin.
- 1:09:23Also es gibt wenige, die es wahrscheinlich in der Breite verdienen.
- 1:09:26Oder sollte da noch mehr getan werden?
- 1:09:29Es ist eigentlich egal, wer wir so viel Spaß im Leben haben.
- 1:09:32Irgendwann kommt es zu einem Punkt, wo du nicht nur das Spaß ist wegen dem Job machst,
- 1:09:38sondern du sagst einfach, es macht du auch Spaß, aber ich verbringe auch sehr viel Zeit hier.
- 1:09:43Und es soll am Ende auch noch etwas dabei rumkommen, was sehr schön ist.
- 1:09:47Ich glaube grundsätzlich durch die Situation, dass der Beruf gerade im Service,
- 1:09:53das Kellner ist ja immer geringer wird und die Leute es immer schwieriger wird, Mitarbeiter zu finden,
- 1:10:00wird das mit dem Gehalt passt es sich sowieso an.
- 1:10:03Dass die, die was da sind, wie die Handwerke aktuell, es ist so viel Arbeit da und die können sich die Jobs aussuchen.
- 1:10:09Und so ist es halt jetzt auch, die ist es so viel Bedürfnis da, wenn du siehst, wie viele neue Einstärne Restaurants gibt.
- 1:10:16Und dann überlegst du mal, wie viel qualifiziertes Personal gibt es denn einfach irgendwo, um das Ganze irgendwo abzudecken.
- 1:10:22Und da glaube ich evaluiert sich das mit der Zeit, in die Schweiz zu gehen.
- 1:10:28Aufgrund von finanziellen Sachen war keine Motivation.
- 1:10:31Ich hatte, ehrlich gesagt habe ich mich davor auch nicht zu beschäftigt.
- 1:10:36Ich wusste auch nicht, dass okay, der Mindestlohn in der Schweiz hat sich angepasst, seitdem wir da waren,
- 1:10:41aber plötzlich ist dann der Mindestlohn bei 4.300.
- 1:10:44Aber natürlich die Ausgaben sind eine ganz andere Sache in der Schweiz,
- 1:10:49was man kauft, was Preis-Leistungsverhältnis in gewisser Weise ist, weil die Gehälter dort einfach für alle Mitarbeiter anders sind.
- 1:10:56Und am Ende sagt man dann, es hört sich zwar gut an, was man da bekommt, aber unterm Strich, was bleibt denn über?
- 1:11:05Und ich finde es aber auch ganz wichtig, irgendwann zu wissen, sich nicht unter Wehr zu verkaufen,
- 1:11:12weil ich weiß nicht, hast du "The Dark Knight" gesehen? Der zweite Teil vom Batman mit dem Heath Ledger, wo ein Oscar bekommen hat dafür.
- 1:11:21Und er sagt in der Einzige, "If you're good in something, never do it for free".
- 1:11:27Und ich denke halt, wenn man eine gewisse Qualität bringt,
- 1:11:34dann kann man auch etwas dafür erwarten oder etwas entlohnen zu werden für seine Erfahrung.
- 1:11:40Und das sollte irgendwann dann halt mal sich dann auch so mitbringen,
- 1:11:45weil du zahlst ja nicht nur für die Arbeit, die was er so bringt, sondern auch für die Erfahrung, die er mit einbringt,
- 1:11:51für die Situation, die er lösen kann, die er im Restaurant lösen kann, aufgrund der Erfahrung, die er hat.
- 1:11:58Und ich glaube, dass es dann einfach auf lange sich gesehen sich um deine Erfahrungen zu beantworten,
- 1:12:06um sich gelttechnisch zu ergeben, weil einfach wenig Fachkräfte noch vorhanden sind.
- 1:12:31Das ist erstaunlich. Noch ein Zombie, der seinen Handwerk, der diesen Berufen,
- 1:12:36vor allen Dingen das finde ich so genial, den Beruf des Koch-Kellners in Österreich gelernt hat.
- 1:12:40Und natürlich, das vergessen viele so die ersten Schritte, die man als Beginnender Weinfreund macht,
- 1:12:47prägen ein fürs Leben, der nach wie vor vom österreichischen Wein nicht nur begeistert, sondern gefangen ist.
- 1:12:53Grundsätzlich ist das auch nicht schwer, sich vom österreichischen Wein einfangen zu lassen.
- 1:12:58Seit 20, 30 Jahren mittlerweile wieder Qualitäten sind, die sich großartig, einzigartig, außergewöhnlich und auf Weltmastab bewegen.
- 1:13:07Und ja, ich würde Marco jetzt einen Grünfeld Lina empfehlen.
- 1:13:10Ein Grünfeld Lina von einem der Produzenten, die ich persönlich unfassbar wertschätze, aus dem Hause setze im Weinviertel.
- 1:13:19Ein Reserv riet Kronenberg aus dem Jahre 2022.
- 1:13:23Seit über 200 Jahren wird die Rede Kronenberg unter dem Namen geführt und ist für ihre urklassischen finnäsreichen Weine über die Grenzen hinaus geschätzt.
- 1:13:35Und wahrscheinlich ist der Grund dafür diese Kombination aus sandigen und kalkhaltigen Böden,
- 1:13:40mit deren Hilfe der Grünfeld Lina seine elegante finnäsbetonte zarte urmineralische Charakteristik ausspielen kann.
- 1:13:48Und gerade in den sich doch veränderten klimabedingten Situationen sind so unfette Böden wie diese Sandböden, wie teilweise Kaltböden, mehr als vorteilhaft für die Entwicklung der Weine.
- 1:14:01Der dennoch ausdruckstackelgrüne Feld Lina, Kronenberg, verzaubert mit seiner unglaublichen Fruchtpräsenz,
- 1:14:08wie denken an Apfelmira, Bellens, Zitrusbrüchte, Grabford und diesem typischen kreuträgen, weißverfrägen Nasenspiel.
- 1:14:16Und ich finde mit der Kombination aus Arompräsenz, Gereifbarkeit und verspielt finnäsbetonter Tiefe,
- 1:14:24ist das ein Wein, der nicht aus der Wachhau, der nicht aus dem Kremstal, aus dem Kamptal oder einem der anderen Gebiete stammen kann, es ist ein Weinviertler.
- 1:14:33Und genau das macht ihn so besonders.
- 1:14:36Wahrscheinlich sind die sanften Hügel des Weinviertels am Fuße des majetetischen Mannharzberges.
- 1:14:43Dort, wo sich auch das Weingutsetzer findet, dafür verantwortlich, dass dieser Wein auf seine ganz eigene Weise diese strahlende, brillante Präsenz hat.
- 1:14:53Seit 1360 gibt es einen Hohenwart urkundlich bestätigten Weinbau.
- 1:14:58Setzer gibt es seit 700 von Anfang an geprägt vom Ackerbau und Viehzucht mit etwas Weingärten.
- 1:15:042001, wo die Landwirtschaft verpachtet und Setzer zu einem reinen Weingut.
- 1:15:09Der Name Hohenwart kommt von hohe Warte und bezieht sich auf die romantische Wegekirche aus dem 11. Jahrhundert mit 400 Meter Seehöhe.
- 1:15:16Somit liegt Hohenwart im Weinviertel deutlich höher als die benachbarten Gebiete Kampter und Wachkram.
- 1:15:22Und hat daher ein besonders gutes Kleinklima.
- 1:15:25Trotz eines erstaunlich geringen Niederschlags von durchschnittlich 400 Liter gibt es keine Bewässerung,
- 1:15:32sondern man setzt auf die tiefwurzelnden Reben, die auch bei längeren Trockenperioden keine Wassernot haben.
- 1:15:38Regionalität ist im Hausesetzer unfassbar wichtig und doch wag man den Blick nach außen.
- 1:15:43Und vermarktet von den 30 Hektar Weingärten Weine in 18 verschiedene Länder.
- 1:15:49USA und Kanada, China, Australien sind die größten Märkte.
- 1:15:54Und in nicht wenigen drei Sterne Restaurants weltweit findet man Setzerweine auf den Weinkarten.
- 1:16:01Und erstaunlich ist die Zeitgeistigkeit im Hausesetzer, dass man nicht erst aufgrund der jüngsten Bewegung die Philosophie von der Natur für die Natur in sich trägt.
- 1:16:11Schon seit jeher achtet man darauf, dass es in den Weingärten, den Blumensträuchern, Bienen, Wildvögeln, Regenwürmern der Natur gut geht.
- 1:16:18Kürzlich wurden Photovoltaikanlagen verdoppelt und so Kleinigkeiten wie Niskästen für verschiedene Vogelarten, Nützlinghotels sind für Setzers eine Selbstverständlichkeit,
- 1:16:29aber Dinge, an die viele andere nicht denken und somit Bausteine, die mehr als zeitgeistig sind, wie, dass ihre Weine wie Garm produziert werden.
- 1:16:37Kleine Elemente, die ein großes Puzzle ergeben und wahrscheinlich begründend, warum die Setzerweine zu den besten Österreichs gehören.
- 1:16:45Die Setzer sind mehr als nur Winzer, sie verfolgen eine Vision weit über das bloße Kältern von Trauben hinaus.
- 1:16:53Hans und Uli Setzer, gemeinsam mit den Kinder Marie Therese und Eugen, lenken die Geschichte des Weingutes mit einem unerschütterlichen Engagement,
- 1:17:02einer Leidenschaft, die man interessanterweise in den Wein spüren kann.
- 1:17:06Der Ferdliner ist ohne Frage der unumstrittene König im Weingut.
- 1:17:11Mit vier Sternen im Fallstaff Weingite 2023/24 gegründ, ist das Weingutz Setzer das höchstbewerteste Weingut im Weinfürtel.
- 1:17:20Und ich glaube wegen Weinen wie diesen, wie diesen 2022 Reserv aus der Ried Kronenberg aus dem Hause Setzer aus dem Weinfürtel,
- 1:17:29mag Marco den österreichischen Wein.
- 1:17:31Ist das ein Grund, warum die Leute manchmal aus der Branche rausgehen, neben dem familiären Aspekt,
- 1:17:43was sich ja teilweise derzeit auch und wenig relativiert, weil manche Restaurants eben diese drei Tagesmodelle etc. haben
- 1:17:50oder eben Wechselmodelle, dass man zwei Sommis hat.
- 1:17:53Also es gibt ja verschiedene Überlegungen.
- 1:17:55Aber zumindest in meiner Zeit hatte ich oft die Beobachtung, dass halt die industrieattraktiver, wirtschaftlich attraktiver für Sommis ist.
- 1:18:06Ich glaube, es gibt auch viele Rückkehrer, dass man merkt, das macht doch nicht so viel Spaß oder soll man darüber gar nicht so viel reden.
- 1:18:17Ich finde, man sollte es schon thematisieren irgendwo, weil es ja doch mal ein Punkt war, der viele Missmutiggestimmt hat.
- 1:18:23Ich glaube, es ist einfach wichtig zu sehen, dass man vielleicht wünschen sich Leute auch eine gewisse Routine irgendwann,
- 1:18:30weil so wie du gesagt hast, dieses Restaurant ist jeden Tag etwas Neues und du weißt nicht, mal kommst du gut mit einem Tisch klar
- 1:18:38oder mal mit deinem Abend läuft es super und am nächsten Tag ist wieder ein Kausel und hin und her und so was,
- 1:18:42dass man sagt, ich brauche jetzt einfach mal eine gewisse Konstante, gewisse Routine und auch Arbeitszeit technisch dann zu sagen,
- 1:18:50okay, okay, bin ich wirklich noch bereit, meine Wochen aufzugeben.
- 1:18:54Möchte ich das noch, wie schaut es überhaupt mit meinem Freundeskreis aus, oder laubt es mich so sehr aus,
- 1:19:02weil es ist halt einfach auch nicht nur so ein Schein und ein Arbeiten mit Gästen oder mit Menschen an sich,
- 1:19:11es ist auch sehr intensiv immer und ich merke es selber an mir, es gibt einfach auch Tage und Zeiten,
- 1:19:18wo ich dann froh bin Montag, Dienstag nicht zu reden oder nicht zu viel zu sagen, weil ich die ganze Woche gesprochen habe
- 1:19:26und dann einfach froh bin, auch eine gewisse Ruhe auch zu haben, um das als...
- 1:19:32Also meine Worten sind aufgebraucht unter der Lange.
- 1:19:34Genau, meine Worten, ja, meine Worten sind einfach aufgebraucht und es hat nichts damit zu tun, dass ich irgendwie jemanden vom Kopf stoßen will,
- 1:19:40sondern ich einfach... und einen Wochenende dann sage, ich möchte einfach, tut mir leid, ich möchte einfach keinen sehen
- 1:19:46oder ich möchte einfach nur Zeit für mich oder für die Familie haben.
- 1:19:50Ich schaffe wirklich keinen Besuch mehr, weil ich dann immer wieder...
- 1:19:54du fällst ja auch dort immer wieder in so eine Rolle, wo du sagst, okay, du machst das und das und du fällst es ja auch gerne machst,
- 1:20:00aber es ist halt auch irgendwann anstrengend für dich.
- 1:20:03Und ich glaube, das ist etwas, was recht kräftes Ernest ist, wo man sagt, okay, ich bin nicht mehr bereit, das aufzubringen
- 1:20:10für das und das, sondern ich will meine Routine haben, ich bin jetzt mal okay damit, von 9 to 5 zu arbeiten
- 1:20:18und weiß, jeden Tag passiert das und im schlimmsten Fall passiert das.
- 1:20:23Es ist alles kalkuliert und so wie im Restaurant, im schlimmsten Fall fällt jemand oben und du rufst den Notarzt
- 1:20:30und denkst dir, mein Gott, was heute passiert im Schloss, wie oft wir Gäste in die Notaufnahme gebracht haben,
- 1:20:36wenn sie die Treppe runtergeflogen sind und sowas, es ist jeden Tag etwas.
- 1:20:40Plötzlich steht jemand vor dir komplett verwirrt, also es wird nie langweilig, aber vielleicht ist langweil auch nicht schlecht,
- 1:20:50sondern es ist auch okay, weil ich sage, es ist gut, wenn es ein bisschen ruhiger ist.
- 1:20:54Auf alle Fälle muss man der Typ dafür sein, also wahrscheinlich auch der Typ für diese Art von Anspannung,
- 1:21:01du sie jetzt schon seit fast 20 Jahren lebst, dadurch, dass du ja nur in 3-Stellen Restaurants gearbeitet hast,
- 1:21:08es ist sehr wie dauerhaft Champions League spielen, man gewöhnt sich dran und es ist wahrscheinlich eine gewisse Routine auch da drin,
- 1:21:15aber es ist trotzdem immer diese Grundanspannung, wenn natürlich ganz viele kommen und erwarten,
- 1:21:21also es wird ja von dir nur erwartet, du musst nur liefern und das ist auch schon so von der Anspannung unfassbar stark.
- 1:21:30Ja, wobei ich es immer als großartig empfunden habe, als ein Teil eines großartigen Teams zu sein,
- 1:21:38weil ich habe mir denn nie, du musst dir davon abgesehen, dass du dir als Service gewisserweise kaum Gedanken machen musst,
- 1:21:45was in der Küche passiert, aber die Sicherheit, dass aus der Küche die Performance stimmt,
- 1:21:50die ist eigentlich so gut wie immer da, die war immer in den Häusern, in denen ich gearbeitet habe, da wirst du keine Gedanken machen.
- 1:21:55Du musst deinen Teil dazu beitragen, dass dieser Abend besonders wird.
- 1:22:01Und da habe ich für mich immer ganz toll im Vendom die Situation gehabt, mit Herrn Vorbisch, unserem Chef-Pathesee damals,
- 1:22:08der hat immer von "wir" gesprochen, "wir" im Vendom und dann habe ich ihm gesagt, ich habe das nicht verstanden.
- 1:22:13Er sagte, ich habe gar nichts, mir gehört da unten, die Patheserie gehört mir nicht, die Ware gehört mir nicht, das gehört alles uns.
- 1:22:21Und genauso sehe ich das jetzt auch, ich sage, mir gehört in unserem Weinkeller hier gar nichts, das gehört der Familie Rambichler,
- 1:22:27die haben es gekauft, aber wir arbeiten damit und wir versuchen das Beste rauszuholen.
- 1:22:33Darum werde ich nicht sagen, ich schaue mal, was ich noch in meinem Weinkeller habe oder sowas,
- 1:22:38sondern nee, das sind wir, das sind wir, das sind wir das Team Sonora, da gehört jeder Koch dazu, jeder Kenner dazu,
- 1:22:44das sind wir im Team und wenn man seinen Teil dazu beiträgt, das große Ganze zu kreieren, dann macht es was zu was Besonderen.
- 1:22:55Ist die Situation, wie du sie jetzt hast, leichter oder schwerer als in Hamburg oder im Vendom?
- 1:23:01Weil du in eine völlig überstrahlende Weinregion jetzt mehr oder weniger gereist bist, tätig bist
- 1:23:10und das, was du nicht machen könntest, dürftest vorstellbar wer, was du dir schon mal proklamiert hast.
- 1:23:19Ich nehme erstmal alle Rieslinge von der Karte, ist ja mehr oder weniger undenkbar.
- 1:23:24Also macht das mehr Spaß, ist eine Herausforderung oder kommt sowieso jeder nur zum Riesling trinken?
- 1:23:29Also die Grund, dass ich hier auch, was ich gesehen habe, die Gäste sind sehr, sehr offen.
- 1:23:35Natürlich braucht man nichts, übers Knie zu brechen, aber ich bin auch zu alt dafür, einfach nur etwas zu machen, das machen willens.
- 1:23:44Ich versuche schon, hier und dort einfach ein paar Reizpunkte zu setzen, so wie in Beensberg haben wir so viel.
- 1:23:51Riesling aus dem Claire Valley, Grosse Polish Hill ausgeschenkt und die Gäste dann gefragt haben, warum Schenken so,
- 1:23:58wie in Deutschland haben die besten, besten Rieslinge der Welt, wenn ich das habe, habe ich immer gesagt,
- 1:24:02so, der Welt, ich sag, wie groß ist denn die Welt?
- 1:24:05Ich sag, dann nehmen Sie jetzt noch die Vahau dazu, Deutschland und das Elsass.
- 1:24:09Und das war die Welt.
- 1:24:11Ich sag, wir reden ja über etwas, was komplett unterschiedlich, vom Stil auch sich schon rechtfertigt, weil unsere deutschen Rieslingen gar nicht so sind.
- 1:24:20Aber dem Gast dann auch verständlich zu zeigen, warum man etwas ausgesucht hat, weil etwas so und so halt beschaffen ist.
- 1:24:30Aber der Reiz dieser Region hier ist halt schon die Möglichkeit, auf weine Zugriff zu haben, auf die kaum jemand anders auf der Welt Zugriff hat,
- 1:24:40auch wenn sie deutsche Reife Rieslinge bekommen.
- 1:24:43Aber in dieser Facettenreichheit, in dieser Größe, ich wäre ja, ich würde doof sein, darauf nicht Zugriff zu nehmen auf diese Ressourcen
- 1:24:55und mit den Winzern hier zusammenzuarbeiten, um ein weiteres Ding zu kreieren, wo sie sagen,
- 1:25:02weißt du, natürlich kannst du jeden Burgunder der Welt in jedem Restaurant der Welt trinken.
- 1:25:07Aber dort gab es irgendwie ein 82er Rieslinge Feinherb, das war, das gibt es halt nur dort.
- 1:25:14Und das einstreuen zu lassen, aber nicht nur sich darauf zu beschränken, sondern das große Ganze zu sehen,
- 1:25:21um hier und dort einfach nochmal Akzente zu äzten, punktuiert, also das macht die Kunst dann aus, mal ist 18 nach.
- 1:25:30Ich glaube, das Schöne ist dabei auch dieses, wie ich zumindest immer gespürt habe,
- 1:25:34sehr starke Positivimage eures Betriebes, in dem du tätig bist, innerhalb der Region,
- 1:25:40dass also Winzer gerne bei euch zugegen oder präsent sind oder auch ältere Jahrgänge liefern
- 1:25:48und ihr nicht kritisch und einfach wohlwollend innerhalb der Region auch betrachtet werden,
- 1:25:53trinkst du selber noch Wein? Also, bist du, hast du Momente, wo du sagst, oh, und jetzt und auf
- 1:26:00und jetzt will ich sein wie die anderen Kinder?
- 1:26:03Ich finde es immer sehr schwierig, wenn du gerade irgendwo im Urlaub oder unterwegs bist oder in deinem Frei,
- 1:26:11dann bist du immer natürlich so ein bisschen, du suchst immer das Lokal, da wo noch die Mama kocht
- 1:26:17und sie den ganz tolle Weine im Schaufenster haben, vielleicht Bio, Dmeter gerade, Dinge, die unterstützen willst
- 1:26:24und dann beschränkt man sich selber und man einfach sagt, mein Gott, kümmer dich einfach irgendwo hinsetzen und irgendwas essen.
- 1:26:29Muss es denn immer diese Empfehlung sein und du musst 40 Minuten durch die Stadt rennen,
- 1:26:35damit du dahin kommst, zunächst ja, mein Gott, also das hin und wieder kritisiere ich an mir
- 1:26:40oder das kritisiert meine Frau auch an mir, wenn ihr sagt, aber ich habe aber die tolle Empfehlung bekommen,
- 1:26:44dann müssen wir, du müssen nur 40 Minuten laufen und dann sagt ihr, ja gut, danke, dass ich jetzt Hunger habe.
- 1:26:50Aber nein, natürlich, also ich grundsätzlich trinke ich oder wir trinken eigentlich immer nur in unserem Frei.
- 1:26:58Ich habe mir das auch zu regeln, schon früh gemacht, ich mache eigentlich nie eine Flasche Wein alleine auf,
- 1:27:05weil ich auch, ich habe schon ein bisschen vor den, schon sehr, sehr viel gesehen
- 1:27:10und habe sehr, sehr viel Angst vor den Risiken, die Wasser entstehen.
- 1:27:13Darum finde ich immer, Wein alleine trinken macht traurig, das ist etwas, was man teilen sollte und gerade mit Freude
- 1:27:20und einfach das Genuss wegen.
- 1:27:23Wenn wir früher, als wir noch noch nicht das Kind da waren und wir noch besser im Training waren,
- 1:27:29da haben wir unseren freien Tagen durchaus ja, zweieinhalb Flaschen, weißt du das zum,
- 1:27:33du musstest nicht mehr erfahren oder sowas, dann hast du heute zum Kochen die erste Flasche Schaumbine aufgemacht
- 1:27:38und du hast im Garten was gemacht und getan und dann zum Essen gab es einen anderen Wein einfach so.
- 1:27:44Und dieses Gefühl auch zu haben, diese Entspanntheit, dieses Genusses, finde ich ganz wichtig
- 1:27:52und darum ist ein Wein ein großes Thema und trinkt irgendwie einfach wahnsinnig gerne.
- 1:27:56Also jede Art von Alltagswein kommt bei dir nicht in Frage, sprich, dass du ein Hauswein hast
- 1:28:02wo du sagst, heute Abend zum Abendbrot, also hast du ja selber negiert, aber was für ein Anspruch müsste so ein Alltagswein gesetzt,
- 1:28:10dem Fall du hättest einen denn haben, also hast du da einen direkt im Sinn oder auf der Zunge,
- 1:28:15wärst jetzt keine Ahnung die steirische Klassiksovignon Blanc vom T-Ment wo du sagst, das wäre mein Alltagswein,
- 1:28:21wenn ich den einen hätte oder den würde ich empfehlen oder wäre es keine Ahnung der Rieslings Schiefer von Eva Klösterrat
- 1:28:27oder wie siehst du ein Alltagswein, welche Anspruch hättest du daran?
- 1:28:32Also was den Wein nicht immer trinken kann ist für mich Muscatella, gelbe Muscatella
- 1:28:38und auch in der einfachen Variante, weil es macht mir eine Rebsorte, die mir unfassbar viel Freude macht,
- 1:28:44da habe ich auch immer Lust drauf.
- 1:28:46Ich weiß nicht wie die vor die bekommen ist, aber es ist so Muscatella, kann ich immer trinken.
- 1:28:51Wir trinken wahnsinnig gerne so die Lesea oder Legeroo Geschichten von Foradorio oder Pranzek,
- 1:28:58einfach so ganz entspannt easy drinking Weine.
- 1:29:03Oft erwischen wir uns selber dabei, dass uns aktuell uns die in Anfangsstrichen einfacheren Weine,
- 1:29:11die Basisweine und so was teilweise mehr Freude machen,
- 1:29:15so für jeden Tag zum Trinken einfach als der große Wein, wo du sagst,
- 1:29:20"Okay, das geht mir jetzt gerade vielleicht ein bisschen zu annesträngt."
- 1:29:23Ich habe jetzt einfach gerade wirklich nur Freude daran,
- 1:29:25ein schönes Glas und eine schöne Flasche zu trinken, zu zweit.
- 1:29:28Und das wäre jetzt zu viel des Guten oder so was,
- 1:29:32oder das ist jetzt nicht die richtige Situation dafür.
- 1:29:36Und dann machst du dir einfach dann einfach ein schöner Wein,
- 1:29:39schön riesling cabinet feiner auf, wie du sagst, das ist genau richtig.
- 1:29:45Die Situation passt jetzt genau richtig für diesen Wein und darum so was ist
- 1:29:49immer bei uns am Palaia, Rosado oder sowas. Das steht eigentlich immer bei uns
- 1:29:54im Kühlschrank oder im Keller, das ist eigentlich immer da.
- 1:29:58Das finde ich interessant mit Muscatellas. Gab einige Winzer in den vergangenen Jahren,
- 1:30:04deren großer Traum zwar einen perfekten, das heißt nicht imposanten, sondern
- 1:30:09stimmigen Muscateller zu erzeugen und die es für sich selber nie geschafft haben.
- 1:30:13Es gibt auch einige Winzer, jetzt kürzlich hat Joachim Heger, ich sag zu einer seiner
- 1:30:17Lieblingsrebsorte, einer seiner Lieblingsrebsorten ist Muscatella.
- 1:30:21Also es gibt ganz viele, die ganz tief in dieser Weinwelt stecken und diese Rebsorte,
- 1:30:27die oft missbrauchten, aber auch ganz oft verkannt wurde Muscatella, hat so viel
- 1:30:30Reizen, so viel Scham. Wenn sie gut gemacht ist, ich glaube der Grenzgang
- 1:30:34zwischen zu ausladend und zu plakativ und eben stimmig und fokussiert ist ganz,
- 1:30:43ganz schmal und den kann kaum jemand belegen. Also das können wahrscheinlich die Steierer
- 1:30:47ganz gut. Oder ich sehe, da können teilweise Rebholz und Muscatella großartig.
- 1:30:52Ja, also hier finden es gerade auch im Restaurant so spannend mit Aromarebsorten zu arbeiten,
- 1:30:57sei es jetzt Muscatella, Malvasia, Tramina, weil ich finde, das sind Rebsorten, wo der
- 1:31:03Gast auch sehr gut direkt mitkommen kann und es direkt nachvollziehen kann, was man bespricht,
- 1:31:09weil beim Riesling oder so was reden wir oft oder so über Norsen, über Tiefe, je weniger,
- 1:31:15umso besser, umso, umso, wie facettenreicher es wird von der Menneralität.
- 1:31:20Und da verlieren wir hin und wieder oft auch den Gast, weil das jetzt so nicht so tief
- 1:31:24drin ist oder nicht will, um es nachzuvollziehen. Aber Muscatella sage ich etwas und er riecht
- 1:31:29rein, du hattest sofort. Sofort ist das natürlich da, springt dich quasi an und dort dann genau
- 1:31:35die Balance zu finden für das, finde ich, finde ich das spannende und gratis mit Essen zu
- 1:31:39kombinieren ist großartig. Wenn man es auch noch ein bisschen zarter in die Speise einkliedern
- 1:31:44kann, obgrund dieser eigenen Aromenpräsent. Und diese Rebsorten finde ich, haben manchmal
- 1:31:48gar nicht so viel Gaumtextur und Anspruch, dass die Gerichte nur sanft anhauchen, gar nicht
- 1:31:55so krass verschieben, wie es manchmal auch in Riesling kann oder eben so ein begunder
- 1:32:00Neuart, finde ich, man kann irgendwas mit Wein nicht machen, also das darf man nicht oder
- 1:32:07das sollte man nicht oder bist du da freigeistig und sagst hier jedem Tierchen sein Riesling,
- 1:32:13Schorle, Getränk.
- 1:32:15Also grundsätzlich, ich bin nicht dogmatisch oder habe einen Vertrag mit irgendwie einem
- 1:32:21abgeschossen. Jeder soll das machen, was ihnen glücklich macht und wenn ein Gast sagt, ich
- 1:32:27muss immer Eiswürfel da drin haben, ist mir einfach nicht kalt genug oder so, dann soll
- 1:32:32er das ruhig machen. Also ja, am Ende zahlen wir alle die Rechnung, die wir bekommen, wenn
- 1:32:38er das bestellt hat und das so genießen möchte, dann soll das machen. Ich glaube, man kommt
- 1:32:43auch in ein Alter, wo man sagt, lass doch jedem sein, du musst doch, du musst ja auch keinen
- 1:32:49belehern oder sagen, wissen sie, sie sollten eigentlich den Rotwein kühler trinken oder
- 1:32:55wenn dieses Raumtemperatur zu Sprachen kommt oder sowas. Also ich bin da ganz entspannt,
- 1:33:05soll jeder, wie jeder, wie er gerne hat. Ich offeriere es.
- 1:33:08Du fängst mich nicht, also, solange dich als wirklich ist, bist du.
- 1:33:12Ganz genau. Ganz genau. Wie im Rest auch. Wenn ich jetzt eine Empfehlung ausspreche und
- 1:33:17dann will ich den Wein so präsentieren, wie er für mich am besten ist und wenn das
- 1:33:21bedeutet keine Ahnung Temperatur oder Belüften und sowas, dann mache ich das aus freier Entscheidung,
- 1:33:27weil ich habe den Wein empfohlen und will ihn so präsentieren wie er muss. Wenn der
- 1:33:30Gast ihn selber bestellt und ich der Meinung bin, er müsste belüftet werden, dann nehme
- 1:33:34ich den Dekant da mit und gebe die Option und Frage und wenn er sagt, nein, dann ist
- 1:33:39es für mich absolut in Ordnung. Also dann bin ich auch nicht, sie sollten aber und
- 1:33:42sie sollten diese Gläser, also ich nehme das Glas mit, was ich empfehle und dann frage
- 1:33:46ich den Gast. Was würdest du selber mit Wein nie tun? Also für dich selber, dass du sagst,
- 1:33:53Mischgetränke ist mir Wein zu schade oder eben Rotwein in der Toskana auf der Terrasse
- 1:33:58bei 6 Grad ist mir, auch wenn es andere machen oder sagst du, ich bin da auch Stimmung getrieben
- 1:34:04und immer mal was neues ausprobieren. Ich probiere alles aus. Also ich bin da auch komplett offen.
- 1:34:13Also ich liebe auch draußen zum Grillen Sparkling Shirras, BBQ dazu eine Flasche Sparkling Shirras,
- 1:34:20das finde ich großartig und alles hat seine Situation und ich kann auch Menschen nachvollziehen,
- 1:34:28wo du an einem wirklich touristischen Platz stehst und du denkst, mein Gott, das ist so
- 1:34:34überzogen die Preise oder dort zu sitzen und jetzt ein Aperol Spritz, so ein Modegetränk
- 1:34:39oder so, dann denke ich mir oft, versetze ich mal die Situation, du sei selber dort und
- 1:34:44lass das mal so auf dich wir, wie das auf dich fühlt. Du musst ja nicht immer alles
- 1:34:48verkopfen mit dem Wissen oder mit dem Hintergrund wissen, was man selber kennt, sondern man
- 1:34:53fühlt jetzt nur die Situation und dann denkst du ja, ist eigentlich schon cool. Klar, zahle
- 1:34:57ich viel zu viel dafür, aber das ist doch egal oder das finde ich immer spannend.
- 1:35:03Da bin ich ganz so bei dir, ich finde es genauso, wenn du keine Ahnung irgendwo, oh Gott, wie
- 1:35:09heißt der Piazzel Miracoli da vom schiefen Turm vom Pisa, wenn du da sitzt, dann irgendeine
- 1:35:14überteuerte Pizza ist und ein Aperol Spritz, der wirklich schlechter nicht sein könnte,
- 1:35:19aber wenn du es mal ausprobierst und du sitzt dort und du sagst, also du versuchst nicht
- 1:35:23zu werten, dann sagst du, jetzt gucke ich auf das schiefe Ding und es ist einfach toll hier
- 1:35:28zu sein, dann ist noch dieses Schlückchen Alkohol, was ist ganz noch entspannt, dann
- 1:35:32versteht man die Leute. Ganz genau. Ganz genau. Es ist auch nicht dieses philosophische
- 1:35:37Wein, was man trinkt, sondern einfach das Gefühl, was man in dem Augenblick aufnehmen
- 1:35:42kann und das rauben wir uns selber manchmal durch unsere Verkopftheit, was ich auch dann
- 1:35:46wiederum total schade finde. Ja, genau das denke ich, aber das geht, glaube ich, oft
- 1:35:52vielen Berufsgruppen, egal in welcher Art von Bereich du arbeitest oder lebst, die was
- 1:35:57tiefer an einer gewissen Materie drin sind und dann sich hinterfragen, warum macht der
- 1:36:01das denn so und so und was so was? Und wir sind halt gerade beim Essen und Trinken so,
- 1:36:05wie du sagst, mein Gott, da kriegst du echt wirklich die schlechteste Pizza, wenn du einfach
- 1:36:09die Lage, die was du zahlst oder Markusplatz sitzen und Cappuccino oder Bellini trinken,
- 1:36:16denkst ja mein Gott, du machst das wie die ganze Zeit. Aber dann sitzt du dort und dann machst
- 1:36:20du das in der Sechse? Ja, das ist schon schön oder das genies ich gerade. Da machen sie
- 1:36:27anderen auch genau. Ja genau, genau, darum machen sie es. Wenn du gerade sagst, Karaffe
- 1:36:32mitnehmen und dem Gast eine Empfehlung aussprechen oder Gläser, wann lüftest du ein Wein? Hast
- 1:36:40du da für dich selber, ich tue mich persönlich sehr schwer mit Spätbogunder oder Nebiolo,
- 1:36:45mit sehr franken Hirnrebsorten, hast du für dich, also arbeitest du nach Schema F oder
- 1:36:49ist es ein reines Anführen, wo du sagst, es könnte dem Wein etwas bringen und was bringt
- 1:36:54es dem Wein? Also hast du da was Greifbares? Also grundsätzlich, ich probiere die Weine,
- 1:37:01das rieche rein und wenn ich die Weine kenne und weiß, wie sie sich aktuell präsentieren,
- 1:37:05ich versuche natürlich nach Möglichkeit und das ist ja auch eine Entfahrungssache, wenn
- 1:37:08du die Weinkarte so weit gestaltet hast, dass du weißt, okay gut, hey, die Weine, die ich
- 1:37:14eingekauft habe, die kenne ich alle und die weiß momentan, wie sie sich in welchem Stahl
- 1:37:17die wir präsentieren, dann belüfte ich, ich mache nie etwas des Machen Willens, so wie
- 1:37:24ich sagen würde jetzt zum Beispiel, 17 Begunter aktuell ist, unfassbar schön zu trinken,
- 1:37:29alles einfach aufmachen, in die Gläser einschenken, das wird auch nicht viel mit Luft, sondern
- 1:37:34der ist genau jetzt so perfekt im Glas, wie er sein soll. Bei Dingen, wo ich mir umsicher
- 1:37:42bin, wo ich denke, das könntest du vertragen, dann probier es und dann denke ich mir, okay
- 1:37:45gut, ich kenne den Wein, da ist noch Luft, also da geht mehr, wenn ich es auf die Karaffe
- 1:37:52ziehe. Hier natürlich einfach an der Mosel, es hat durch die Arbeit mit dem Schwefel gewinnt
- 1:38:00die Sachen grundsätzlich, auch gerade die jungen Dinge, jungen Weiß, sehr stark, wenn ich
- 1:38:05es auf die Karaffe zu, aber ich bringe keinen Schema F, nur weil du hast ja sowieso auch Flaschenschwankungen,
- 1:38:12die eine ist weiter als die andere und sagst du heute, heute ja, morgen nein, und das kannst
- 1:38:18du einfach nur an der Situation festmachen. Auch mit Schraubverschluss, oder hat das die
- 1:38:25Flaschen-Differenzen relativiert? Oder ist das krasser? Ich finde es teilweise noch krasser,
- 1:38:33dadurch natürlich, dann durch den Schraubverschluss, ich glaube, wir haben das mal beim Summit
- 1:38:38probiert, wo der Läumer, glaube ich, mehrere Jahrgänge, gleicher Wein, einmal mit Schrauber
- 1:38:43im Glas und einmal mit Kork abgeschlossen hat und du gesehen hast einfach, wie wenig
- 1:38:50der Schrauber quasi in Wickelfahrt in Anführungsstrichen, also wie reduktiv, wie frisch, wie präzise
- 1:38:56gewesen ist, wo ich sage, okay, gut, hey, da war die Flasche mit dem Kork einfach jetzt
- 1:38:59grad schöner und da hilft grad die Luft, dieses Zitrische, dieses Prämier, einfach erstmal
- 1:39:09wegzubekommen. Und darum, also würde ich dann es nicht am Verstoß, sondern einfach am Wein
- 1:39:15festmachen. Okay, bist du selber da parteiisch, dass du
- 1:39:20sagst, gut, dass es Schrauber gibt, schade, dass es Schrauber gibt, das ist ja natürlich
- 1:39:24auch eine wirtschaftliche Entscheidung für den Winter, aber ich jetzt in, keine Ahnung,
- 1:39:2830 Cent ein Euro für einen Kork, je nach Qualität, oder 30 Cent oder 7 oder 10 Cent
- 1:39:32für einen Schrauber bezahlt, bei 100.000 Flaschen ist es ja eine relativ schnelle Rechnung,
- 1:39:37dann irgendwo, was man auch oft nicht vergessen kann. Es hält die Weine natürlich länger frisch,
- 1:39:42wie du auch sagst, aber für mich ist es manchmal wie so eine Schönheits-OP, das sieht mit alter
- 1:39:47XY immer noch vom Weiten schön aus, aber darf sich dich daran gehen. Und so sehe ich
- 1:39:53es dort, dann letztlich mach ich mal auch, also deswegen, ich bin da so hin und her gerissens.
- 1:39:59Ja. Es ist natürlich auch so Pragmatie und wenn du einen Banken mit 100 Leuten hast,
- 1:40:02ey, ich danke jeden Schrauber, aber ja, es ist manchmal schwierig, oder?
- 1:40:08Ich denke mir oft, wie ist die Situation, wenn du nicht im Restaurant bist, weil zu Hause
- 1:40:14hast du ja keine 3, 4 Flaschen im Petto, die du zusätzlich aufmachen kannst, und wenn
- 1:40:18wir auch über Weine sprechen, die in einem gewissen Preisegment sind und sei es jetzt
- 1:40:22auch keine Ahnung, 50, 80, 200, man, Henge Hill of Grace hat auch Schraubverschluss und man
- 1:40:29weiß, was man dafür bezahlt. Dann überlegst du eh schon dreimal, wann mache ich diese Flasche
- 1:40:35auf, ist der richtige Zeitpunkt, dann kommt der richtige Zeitpunkt, du machst sie auf und
- 1:40:40sie hat einen Kork, das ist sehr, sehr ärgerlich und du hast halt nicht wie im Restaurant einen
- 1:40:43Ersatz dafür. Natürlich haben wir alle irgendwo in unserem Kopf diese Kellerromantik und
- 1:40:48da wird die Flasche dann schön ausgeholt oder ziehst den Kork in den Kork, ist in einem
- 1:40:53Top-Zustand, aber ich glaube, wir sind in Europa immer noch in dieser Romantik gefangen, während
- 1:41:01in Europa, in international, es ganz gängig ist, diese Dinge zu machen. Ich weiß nicht,
- 1:41:09wer hat mir, der Frank hat mir eben erzählt, ich glaube, Beringer hat irgendein Jahrgang
- 1:41:12mal mit Schrauber und Kork abgefüllt, irgendwann in den 70ern oder irgendwie, keine Ahnung,
- 1:41:18der gesagt hat, man hat es aufgemacht, den Schrauber und da drunter war noch ein Kork.
- 1:41:22Also es war ganz wild und es war, ich finde, ich finde gegen den Schrauber ist nichts,
- 1:41:33nichts einzuwenden. Natürlich ist der gerade, ich habe viele Stammgäste gesagt haben, immer
- 1:41:37wir trinken immer Weine, Riesling Kabinett, es muss restlos sein und sie dürfen keinen
- 1:41:43Schraubverschluss haben, weil wir finden, das hat nichts mit einem Weingefühl zu tun.
- 1:41:49Man sagt, okay, gut, das respektiere ich, ob ich das gut finde, schlecht finde oder so,
- 1:41:54es sei sehr hingeschät, aber ich respektiere es absolut, aber für mich ist das absolut
- 1:41:59ein Mehrwert, gegen Schrauber zu haben.
- 1:42:01Der ist ja, glaube ich, letzte Woche 60 Jahre alt geworden, der Schraubverschluss, als
- 1:42:07man sich überlegt, wie lange es gedauert hat, bis der akzeptiert wurde. Und das war
- 1:42:11ja vor 30 Jahren, als ich anfing eigentlich undenkbar, da war der schon 30 Jahre da,
- 1:42:17also finde ich recht krass. Krapfer hast du erwähnt, gibt es für dich sonst irgendein
- 1:42:23Wine-Tool, was du essentiell im Restaurant brauchst, was du unerlässlich findest und
- 1:42:28wo du niemals ohne auf Arbeit gehen würdest, sprich die Kellnermesser oder eben die Karaffe
- 1:42:34oder… Kellnermesser mit zwei Stufen zum
- 1:42:38Filmgif. Ich finde es so schön, dass La Giolle ausschaut, aber ich brauche immer zwei Stufen
- 1:42:44für das Einhebeln, weil bei La Giolle habe ich nur diese eine Halterung und dann 30 Jahre.
- 1:42:50Find ich schade, also warum passiert da nichts? Warum machen wir das nicht?
- 1:42:53Keine Ahnung.
- 1:42:54Kellnermesser, was an mir vorbei ging, wie hieß das Kellnermesser aus den Staaten, was
- 1:43:01vor ein, zwei Jahren total gehypt wurde, die liegen auch um die 200 Euro. Und ich wollte
- 1:43:08mir eigentlich eins bestellen, die waren dann so super rar und jeder hat es irgendwo in
- 1:43:12Insta gepostet, wenn er seins hatte und ich habe es dann irgendwie vergessen zu bestellen
- 1:43:16und hat dann aber gemerkt, okay, ne, dann irgendwie ein Monat später wollte es auch
- 1:43:19keiner mehr. Ich weiß es nicht mehr. Aber gibt es sonst irgendwas, was du unbedingt
- 1:43:27brauchst, Dropstop oder einen Belüfter oder keine Ahnung?
- 1:43:32Ich bin anfällig dafür, dass ich über den Abendgefühl 20 Weinserwirten brauche, weil
- 1:43:38ich sie immer überlegen lasse. Da ist es immer oft, aber ich habe mir jetzt hier angewöhnt,
- 1:43:44dass ich meine Weinserwirten schon selber falte. Ich sage mir, ich weiß, ich habe diesen
- 1:43:47Tick, ich nehme sie einfach immer mit und ich stecke sie meist entweder, stecke sie
- 1:43:52im Sackkuchen auf die Schulter, dass ich sie rausziehen kann oder an die Brust, aber ich
- 1:43:57lasse sie dann immer sehr, sehr gerne irgendwo liegen und dann nehme ich mir halt einfach
- 1:44:00die Nächste oder ich nehme sie einfach ständig vom Geridon weg, was halt die Stationskennher
- 1:44:04sehr, sehr abost zurücklässt. Aber es macht das nicht aus Absicht, dass es einfach mein
- 1:44:09Kleptomane in mir, der was die Singe an sich nimmt.
- 1:44:13Ich glaube, da bist du aber kein Exoten mit. Also das ist, ich glaube, so eine Krankheit,
- 1:44:17die man dann irgendwann bekommt. Und wahrscheinlich erst, wenn man sie selber mangeln muss, hört
- 1:44:21man auf und achtet darauf, dass die nirgends liegen bleiben. Aber sonst gibt es für dich
- 1:44:28nichts, wo du unbedingt eine Kaufempfehlung aussprechen würdest und sagst, das hat mein
- 1:44:32Weidleben so dermaßen bereichert und ohne dieses Tool würde ich...
- 1:44:37Was Anna mir gezeigt hat, was ich gut finde, Gummibänder für letzte Flasche im Chambre.
- 1:44:45Wenn du, wir haben ein Tageschambre da und wir machen immer um die letzte Flasche, machen
- 1:44:51jetzt immer um quasi den Gummiband drum, wenn ich weiß, ich habe die letzte Flasche aus
- 1:44:55einem Weinkeller geholt und sie ist jetzt im Chambre drin und dann weiß ich, okay, das
- 1:44:59ist letzte Flasche. Ich muss mir nicht erst runterlaufen und das gegenchecken quasi, sondern
- 1:45:03ich habe die Flasche mit dem Gummiband drum, ist immer die letzte Flasche. Und deswegen
- 1:45:08das ist für mich etwas, wo ich sage, das ist eigentlich so simpel und einfach, aber ich
- 1:45:11finde das eigentlich so genial, weil es nie die Frage hinterlässt, weil du kannst direkt
- 1:45:15zum Tisch gehen und sagst, das und das ist übrigens die letzte Flasche.
- 1:45:19Spielst du von vorneherein die offene Karte, dass du das direkt kommunizierst und sagst,
- 1:45:26dass ist die letzte Flasche oder pokerst du da? Weil das ist ja manchmal ärgerlich, wenn
- 1:45:29du jetzt gerade in diesen Trinken drin bist als Gast und dann sagst du, und den hätte ich
- 1:45:33jetzt gerne nochmal und dann sagt er ja ich auch.
- 1:45:36Ja, wenn der Gast sich quasi darauf vorbereiten kann, jetzt kriegt jetzt die Flasche oder
- 1:45:44er kann ja auch in dem Moment, gibt es auch Gäste, was sagen, oh gut, wenn wir planen,
- 1:45:48haben wir eigentlich geplant, zwei Flaschen zu trinken, dann nehmen wir was anderes.
- 1:45:51Das habe ich auch oft auf die Situation, das ist okay, dann nehmen wir was anderes, aber
- 1:45:57ich finde es besser, wenn man sich quasi darauf freut, jetzt noch die zweite und dann plötzlich
- 1:46:04kommt der Hammer und sagt, oh nein Gott, letzte, ja toll, nein, ich bin immer, immer offen
- 1:46:11und ehrlich, immer direkt, ist die letzte Flasche, zack.
- 1:46:15Und ob es gibt auch Gäste, was super, freut uns, letzte Flasche, passt.
- 1:46:19Ja, das stimmt, also es wird auch oftmals positiv dotiert, dass es sagen, jetzt haben
- 1:46:23wir einen Keller leer getrunken oder wir sind heute die Positionenstreicher und ja, sonst
- 1:46:29kommt es in so einer Situation, als wenn du die Karte durchblätterst und auch der dritte
- 1:46:33Wein ist leider nicht da, den du dir ausgesucht hast.
- 1:46:35Genau.
- 1:46:36Das ist dann manchmal, bist du da vernahd, dass du sagst, meine Karte muss immer aktuell
- 1:46:40sein und es darf nichts aus sein oder sagst du, hey, es ist nochmal menschlich, wenn da
- 1:46:47auch mal ein Wein aus ist und wenn ich aber das verargumentieren kann und nicht den Gast
- 1:46:51eine halbe Stunde warten lasse, wer ich im Keller einfach nicht finde.
- 1:46:54Es sollte nicht passieren, es passiert.
- 1:46:58Ich eben glaube ich mal, ich versuche immer, je nachdem wie das Mittagsgeschäft ist, wenn
- 1:47:03der Mittags was ausgeht, ich streiche ungern auf der Karte, weil ich finde, es schaut
- 1:47:09immer ganz komisch aus, streichen, deswegen druck ich nach Möglichkeit neuer, aber natürlich
- 1:47:14ist es auch ständig zu drucken, Ressourcen, wir haben acht Weinkarten immer im Umlauf
- 1:47:19und je nachdem wie viele Seiten du druckst und es geht halt sehr, sehr viel Flaschenweise,
- 1:47:23ist natürlich auch irgendwas wo du sagst, okay, okay, ist jetzt grad wo wir über Nachhaltig
- 1:47:27so viel gesprochen haben, ist das notwendig das zu machen, wenn wir jetzt der Mittagsservice
- 1:47:33um 18 Uhr endet, du dann die Pause gehst und sowas, dann streiche ich es auch von Hand.
- 1:47:39Aber ansonsten natürlich kann es passieren, dass was aus ist und es ist ärgerlich, aber
- 1:47:45es ist glaube ich menschlich und es gibt genug Dinge, die man dann anderweitig auswählen.
- 1:47:51Es wird halt dann einfach schwierig, wenn halt drei, vier Positionen darauf sind, weil
- 1:47:56dann ist der Punkt angereght an dem wir gekommen sind, wo sagt okay gut, hey, wissen Sie,
- 1:48:02das geht nicht, weil das ist ja dein Aufgaben, das ist ja deine Verantwortung, du bist dafür
- 1:48:07verantwortlich, dass die Weinkarte top ist, dass man sich darauf verlassen kann, dass
- 1:48:12das ist und so habe ich Hand, habe ich das immer.
- 1:48:15Wenn unsere Weinkarte steht und das gibt einem auch eine gewisse Sicherheit, wo man
- 1:48:19sagt, egal was kommt heute zum Mittagsservice, wenn unsere Basics passen, das heißt die
- 1:48:24Weine sind da, es ist, die Weine sind top temperiert, dann kann der Gast sich über etwas ärgern,
- 1:48:29was wir nicht vielleicht nicht beeinflussen können, aber wir sind nicht daran Schuld.
- 1:48:33Also wir haben alles getan, dass er eigentlich einen schönen Mittag haben kann.
- 1:48:37Und ja, so handelt es sich.
- 1:48:40Es gibt natürlich, wie oft haben wir die Situation gehabt, an einem Tag, am einem Abend gehen
- 1:48:45vier Flaschen und der Fünfte will genau dasselbe bestellen und sagt, wissen Sie, Sie können
- 1:48:49gerne durchs Restaurant gehen, da stehen die vier Flaschen.
- 1:48:52Also es tut mir wirklich leid, die Position ist jetzt aus.
- 1:48:55Marco liebt Weinbegleitung.
- 1:49:16Das konstatiert ja nicht nur einmal und es ist ihm richtig anzumerken, da kann er seinen
- 1:49:21Handwerk als Sommie richtig ausleben, kann mit Spannungen arbeiten, kann mit Bekannteren,
- 1:49:26aber auch unbekannteren Weingütern arbeiten, kann Wohlfühlphasen, aber ihm doch richtige
- 1:49:31spannungsreiche Weinfasen mit Einbauen einklingen lassen und daher raus mit der entsprechenden
- 1:49:37Kommunikation und Begleitung, seine Weinfilosophie, die ohne Frage besonders ist, so richtig
- 1:49:42ausleben.
- 1:49:43Und ein Wein, den ich mir da sehr gut vorstellen kann, ist Le Volte, die Zeitende aus dem Hause,
- 1:49:49der Tinute de L'Ornleyer, mit Sicherheit kein Insiderwein, ein der Ikon der italienischen
- 1:49:54Weinwelt, einer der erstaunlich jung ist.
- 1:49:57Der 31.
- 1:49:58Jahrgang kommt aus dem Jahre 2022 zumindest für den Le Volte und trotz eines durchaus
- 1:50:03attraktiven Preises ist es einer der Weine, der zeigt, was in der Toskana möglich ist.
- 1:50:10Den Verkaufsstart für das aktuelle Jahr 2022 haben wir knapp verpasst, das ist traditioneller
- 1:50:15Weise der 1.
- 1:50:17März.
- 1:50:18Ab dem 1.
- 1:50:19März eines jeden Jahres gibt es den neuen Jahrgang Le Volte.
- 1:50:23Le Volte de Ornleyer und es ist ein faszinierender Einstieg in die Welt von Ornleyer.
- 1:50:28Die Philosophie, die Typizität, die Charakteristik des Weinguts wird perfekt in diesem Wein wiedergespiegelt.
- 1:50:34Neben dem Hauptwein der Tinute de Ornleyer und dem Serenove de Ornleyer wird auch der
- 1:50:41kleine Bruder Le Volte nach denselben Qualitätsstandards des Weingutes hergestellt.
- 1:50:47Die Rebsorten werden getrennt voneinander vinifiziert, teilweise im Beton, teilweise
- 1:50:52in gebrauchten Ornleyerfässern für 10 Monate ausgebaut.
- 1:50:56Seit 1991 gibt es Le Volte und das eigentlich Interessante und Spannende dabei ist, dass
- 1:51:02man nicht versucht hat einen Drittwein zu erzeugen, sondern ein ganz eigenständiges
- 1:51:06Produkt, was zu 50% aus Sanjuvese und zu 50% aus Cabernet Sauvignon und mehr Lod erzeugt
- 1:51:12wird und somit eine ganz eigene Identität aufreist.
- 1:51:15Das Interessante ist bei diesem Wein die Gustatorik.
- 1:51:19Puderzuckerfeinetanine fast schwerellos in diesem Wein integriert, begleitet von mediterranen
- 1:51:25Kräutern und einer Eisenmineralität, die ewig nachklingt.
- 1:51:29Ein extra Wert hier ist ein intensives, aber nicht plakatives Fruchtbouquet, das uns durchaus
- 1:51:34an so rote Früchte wie Kirsche, Brombeere, wie auch verschwarzen Pfeffer erinnert, ein
- 1:51:40kraftvoller, strukturierter, saftiger und hocheleganter Gaum der Denner und das macht
- 1:51:46ihn so besonders einen fruchtig frischen Abgang hat.
- 1:51:49Eine Kombination nach ökologischem Prinzipien bewirtschaftet, natürlich von Hand gelesen,
- 1:51:55wobei nur qualitative hochwertiges Traubengut zur Verarbeitung gelangt, während der Weinbereitung
- 1:52:00getrennt nach Weinbergen in verschiedenen Tanks vinifiziert ist das ein Wein, den man
- 1:52:06nicht unbedingt als unbekannt bezeichnen möchte, was jedoch bei diesem Wein gar nicht
- 1:52:12so bekannt ist, weil da der Schein des Namens zu trinken scheint, ist das unfassbare Preisleistungsbehandling.
- 1:52:20Also ein perfekter Wein, der die Charakteristik, die Typizität, die Authentizität eines Supertaskens
- 1:52:27in sich trägt, aber sich aufgrund der perfekten Relation von Qualität und Preis auch in
- 1:52:34einem Weinmenü in einer Weinbegleitung für den Glas weißen Ausschank verwenden lässt.
- 1:52:40Erstaunlich finde ich bei diesem Wein, dass dieser als 2022er also nahezu frisch, jugendlich,
- 1:52:49saftig jetzt schon einsetzen lässt, dass er diese Primäraromatik nach Außenträg dadurch
- 1:52:54zu glänzend scheint, greifbar, saftig, feinstrukturiert und trotzdem hoch elegant und wer das möchte,
- 1:53:02dennoch reifen kann.
- 1:53:03Ein Wein, der eine erstaunliche Stabilität in der Flasche hat, wenn sie mal geöffnet
- 1:53:07ist, was gerade für den Glas weißen Ausschank natürlich von enormer Wichtigkeit ist.
- 1:53:11Also ein Wein, den ich durchaus brauchen mag und nicht empfehlen.
- 1:53:14Aber wo es mich nicht wundern würde, wenn dieser bei ihm in einer Weinbegleitung auftaucht.
- 1:53:20Ich fährt zurück zum Gespräch und freue mich sehr auf Marco.
- 1:53:22Ich finde, dass es Murphy's Law in gewisser Weise, also wenn ein Wein aus ist und du
- 1:53:36kommst irgendwie mal ein, zwei Tage, um nicht dazu den Auszustreichen, irgendwann kommt
- 1:53:39jemand um die Ecke und du hast eine Karte von X100 oder X1000 Position genau dieser
- 1:53:45Wein.
- 1:53:46Das ist noch nicht mal irgendwie der seltenste auf der Welt, sondern das ist so ein random
- 1:53:49Wein, wo jeder sieht, warum nimmt genau dieser Gast genau dieser Weinbegleitung.
- 1:53:52Genau, jetzt diesen Wein.
- 1:53:53Was hat er gebrochen?
- 1:53:54Also wo war das Leuchtzeichen dort in der Karte?
- 1:53:58Ich habe es nicht verstanden.
- 1:53:59Und was ist mir witzigerweise so häufig passiert, wie viele Positionen habt ihr im
- 1:54:04Sinoch aktuell?
- 1:54:05Jetzt haben wir über 760 Positionen auf der Karte.
- 1:54:09Findest du Positionsgröße viel?
- 1:54:13Also findest du, Größe ist wichtig oder ist ...
- 1:54:16Ich habe letztens mit der Magdalena drüber gesprochen und denkt mir jedes Mal,
- 1:54:22weißt du auch jetzt in der Zeit, wo ich hier bin oder in der Schweiz gewesen bin, wenn
- 1:54:25du es runterbrichst, dann arbeitest du wahrscheinlich mit 20 bis 35 Positionen.
- 1:54:33Effektiv.
- 1:54:34Ja.
- 1:54:35Du sagst, das geht immer, das geht immer, das geht immer und so was.
- 1:54:38Und denkst du auch, wenn du eigentlich könntest, die Weinkarte auf das reduzieren, aber oft
- 1:54:43ist es für den Gast so die Auswahl zu haben, wobei er sich dann doch für etwas entscheidet,
- 1:54:50dass ... ah ja, dass und das.
- 1:54:51Und denkst dir, also jetzt kann ich mal Strichliste führen an den Weingütern, die ich meine, die
- 1:54:57über die Woche geht und dann am Ende weißt du, ja, es ist genau so gewesen.
- 1:55:01Ist hier und dort einfach ein paar Ausreißer für Leute.
- 1:55:03Aber so, glaube ich, dass man, wenn man das möchte, wenn man sich damit reflektiert,
- 1:55:07das Ganze, sagt auch mit einer Weinkarte mit 70, 100 Positionen, absolut super aufgestellt
- 1:55:16sein kann.
- 1:55:17Geh nach dem, was man will, was die Philosophie des Hauses auch ist.
- 1:55:22Sehe ich im Prinzip genauso.
- 1:55:24Also wir hatten jetzt auch bei Kulturbau oder bei Müller damals oder so ja auch mal eine
- 1:55:30vierstellige Weinkarte und faktisch liefen, wie du eben sagst, 20, 30, 50 Weine und das
- 1:55:38noch nicht mal, wenn man selber langweilig ist oder den Aufwand scheut, immer was anderes
- 1:55:42zu haben.
- 1:55:43Sondern weil sie einfach bewährt sind.
- 1:55:46Magst du bewährte Weine?
- 1:55:48Also findest du so Weine wie keine Ahnung, Baron de El, also so Klassiker oder eben
- 1:55:55weil Riesling oder von mir aus auch Themen in Österreich oder Jermain in Italien, findest
- 1:56:04du sowas cool oder sollte man sowas als Zommi nicht empfehlen?
- 1:56:09Da bin ich immer so am Scheidewerk.
- 1:56:11Auf der einen Seite sind es natürlich die Klassiker der Weinenwelt und es ist witzig
- 1:56:15so was auch mal mit einzuspielen.
- 1:56:16Auf der anderen Seite ist man ja doch grenzenlos langweilig, weil sowas würde sich der Gast
- 1:56:21ja alleine aussuchen oder?
- 1:56:22Wie siehst du das?
- 1:56:24Ich bin da vielleicht ein bisschen offener im Sinne von, ich kann es auf die Weinkarte
- 1:56:35packen und es verkauft sich von alleine und der Gast will das trinken und der ist glücklich
- 1:56:43damit.
- 1:56:44Ich würde solche Dinge zum Beispiel nicht in der Weinbegleitung machen.
- 1:56:49Die Weinbegleitung ist dafür da, neue Dinge zu zeigen, auch dort Klassiker einfließen,
- 1:56:56ich liebe Chablis.
- 1:56:57Chablis zu zeigen, die haben mal vielleicht 10, 15 Jahre gereicht, sowas und das reden
- 1:57:02wir über eine klassische Region.
- 1:57:04Aber warum ist Dinge, die gut sind oder die bewährt sind, nicht auf der Karte haben, wenn
- 1:57:12es Gäste gibt, die das gerne trinken?
- 1:57:15Ich muss ja nicht immer, dass der Gast sich wie verloren fühlt und einfach nur Weingüter
- 1:57:20findet, die was er nicht kennt.
- 1:57:21Bewährte Weingüter sind dort, wo sie sind, aufgrund einer Tatsache, die gewesen ist
- 1:57:26oder die Qualität, die sie abliefern und das hat ja nichts mit meinem persönlichen Geschmack
- 1:57:31zu tun.
- 1:57:32Ich finde es auch ganz schwierig.
- 1:57:33Ich bin auch wieder oft an diese Situation gekommen, wo du sagst, mein Gott, eigentlich
- 1:57:39bräuchte ich mal einen fetten Schadrini auf der Karte.
- 1:57:42Habe ich aber keinen, weil ich die Karte so vielleicht reduziert habe, dass es wirklich
- 1:57:45nur mein persönlicher Geschmack ist und da findet sich halt das zum Beispiel nicht oder
- 1:57:50selten.
- 1:57:51Und dann gehst du in den Keller und hast genau den Gast, der rauf Lust hat und denkst,
- 1:57:55ja, oh, ja, vielleicht zeugtest du ein bisschen offener, also vielleicht auch noch nicht ganz
- 1:58:03das Bedürf bei aller Individualität, das Bedürfnis des Gastes aus dem Augen verlieren
- 1:58:08und darum finde ich auch solche Klassiker.
- 1:58:10Für mich ist so Vahau, Grüne Wettliner, so ein schönes Beispiel oder ja, Hitzberger
- 1:58:17Weine, wo ich sage, es sind große Weine, aber es ist einfach nicht mein Geschmack, nicht
- 1:58:22mein Stil, aber sie verkaufen sich von alleine auf der Karte zum Beispiel.
- 1:58:25Da brauchst du nix, wir machen und der das bestellt, der weiß, was er bekommt und der ist glücklich
- 1:58:30damit.
- 1:58:31Und ich kann meine Energie in andere Tische stecken, die was vielleicht was anderes trinken
- 1:58:37wollen und so sehe ich das.
- 1:58:39Also welchen Ausbau präferierst du?
- 1:58:42Also was ist dein präferierter Auspostil, den du magst, wenn du selber Wein trinkst?
- 1:58:47Hm, oder Wein entdecken möchtest oder sonstiges.
- 1:58:52Also ist es das naturös, redaktive, ist es das old style, ist es overpowered oder kann
- 1:58:59ich so sagen, willst du sowieso nie nach deinem Geschmack trinkst, sondern immer entdeckst?
- 1:59:03Ich glaube, man kann es so nicht sagen.
- 1:59:07Also ich oder wir trinken einfach auch von bis, wobei ich, zum Beispiel ich liebe Oxidation,
- 1:59:12ich liebe Schere, ich finde das großartig und ich könnte mir auch Wangeon letztens
- 1:59:20waren wir in Moschionee essen und ich habe zum Mittag einfach, obwohl ich alleine getrunken
- 1:59:23habe, aber ich habe den Rest von der Flasche mitgenommen, aber vom Labé eine Flasche Wangeo
- 1:59:27bestellt zum Essen dazu, es gab Lebertarine, es gab Buya Bays und ich mag diesen Style
- 1:59:35einfach, diese Oxidation.
- 1:59:36Ich fand das ganz, ganz toll, aber genauso mag ich diese frisch präzise, blitzauber gearbeitet
- 1:59:43zitrische Stilistik, reife Bordos, wenn du es immer auf der Karte siehst oder Chiantis,
- 1:59:51wir haben lokal gehabt in der Schweiz, also ich bin eigentlich schon in Italien über die
- 1:59:56Grenze gefahren und da hast du halt Castello di Arma, Bella Vista 90 für 140 Euro getrunken
- 2:00:01und solche Sachen, das ist ich San Giovese großartig, also unter "classic" dann, das
- 2:00:10heißt jetzt "classic" oder einfach ganz das zu entdecken, ich grenze mich da nie aus,
- 2:00:15ich bin wirklich, also ich sage, die Situation macht den Wein in dem Moment, das was ich
- 2:00:20gerade auf der Karte anbietet, was spannend ist, sage ich, wow das wäre jetzt gerade,
- 2:00:24glaube ich, mit Sicherheit super spannend zum Trinken und dann trink ich das, ich gehe nicht
- 2:00:27vorher an und sage, ich muss heute, ich will heute den Stil trinken.
- 2:00:30Hattest du schon mal ein absolutes überbordendes Weinspeisenerlebnis oder sagst, das hat so
- 2:00:40gemetscht, also sowohl das Gericht von dem Koch hat mich so dermaßen abgeholt als eben
- 2:00:45auch der Wein, also noch nicht mal beim Essen selber, sondern manchmal auch einer deiner
- 2:00:48Köche, dass du Snickers vom Wissler hattest.
- 2:00:52Also für mich, was mich immer begeistert, weil ich früher viel mehr gemacht habe,
- 2:00:58ich mache es jetzt leider gar nicht mehr, ich war glaube ich drei, vier mal im Jahr
- 2:01:02im Starrer Ecken Essen beim René und da war der René dort weintechnisch macht, die
- 2:01:09Kombination, die Begleitung und das ganze, ich war 2006 im zweiten Lehrjahr das erste
- 2:01:16mal im Starrer Ecken Essen und das habe ich so begeistert, nämlich jedes Mal ist das
- 2:01:22für mich immer wieder ein Augenöffner, sei es jetzt nicht nur Wein, sondern getränke
- 2:01:27technisch, wo ich sage, ich kann es jetzt so gar nicht zuordnen, sondern es ist dieses
- 2:01:31ganze stimmige Konzept, was mich da immer abholt und wo ich hinterher rausgehe und
- 2:01:35singe mir, boah, das ist großartig gewesen.
- 2:01:38Also ich habe jetzt gar keine einzelne Kombination, für mich ist das immer das Gesamtbild dazu,
- 2:01:46gerade den Thema Wein so ein starker Schwerpunkt ist, wie dort im Starrer Ecken.
- 2:01:52Wenn du einen absoluten Höhepunkt in deinem Leben hast, keine Ahnung, ich frage mal so
- 2:01:56gerne, wer durfte bei deiner Beerdigung kochen und welchem Wein würdest du servieren?
- 2:02:00Also was geht, gäbe es da ein ultimatives, also ein Koch, den du sehr verehrst und wo
- 2:02:05du sagst, von dem Winzer, der durfte mich damit beerren?
- 2:02:09Ich hatte das große Glück dadurch, dass ich am Anfang alleine in Beenzberg war und dann
- 2:02:20halt auch über die Feiertage alleine war zu Weihnachten, durfte ich zweimal Weihnachten
- 2:02:28mit der Familie Wissler verbringen und da hat er dann gekocht, ganz entspannt, einfach
- 2:02:34trotzdem gab es Angustines, Flusskäpes und all so Sachen und ich glaube der Kalbskopf,
- 2:02:41wenn er Kalbskopf machen würde, das würde es glaube ich geben und dazu würde es dann
- 2:02:45einfach reif muss Kartella vom Themen geben.
- 2:02:48Oh wow, das ist total interessant, also allein von der Vorstellung her, total spannend vor.
- 2:02:57Es war bestimmt eine sehr sehr prägende Zeit damals, damit auch war das die größte Weinkarte,
- 2:03:02die du hattest oder wo war die größte und die kleinste Weinkarte in deiner Luft waren?
- 2:03:06Jetzt hattest du ja nur immer in die täre Häuser, also die wahrscheinlich keine 20 Positionen
- 2:03:10Weinkarten hatten, aber also in der Sicht reden wir immer so um die 600 bis 1100 Positionen,
- 2:03:22also das heißt wahrscheinlich die kleinste war dann zum am Anfang dann, wobei beim
- 2:03:28Hannah hatten wir auch 900 Positionen, also wir haben extreme Vertikalen gehabt von Knoll,
- 2:03:33FX Bichtler und das ganze.
- 2:03:35Also ich glaube die kleinste war um die 680 und dann die größte halt in Hamburg, Merlin,
- 2:03:46da haben wir auch mit dem Überblick auf den Grill und das Doc Changs dann das zusammengefasst,
- 2:03:51die drei verschiedene Weinkarten, die auch in einer Weinkarte noch zusammengefasst waren,
- 2:03:56glaube ich die größte Herausforderung für mich.
- 2:03:58Warst du für alles verantwortlich, also für alle drei Weinkarten?
- 2:04:01Ich war zumindest dafür verantwortlich, dass alles immer da war.
- 2:04:05Okay.
- 2:04:06Ich war immer ansprechbar so mit.
- 2:04:10Absolut.
- 2:04:11Wenn irgendwas nicht da war, ja.
- 2:04:12Ja, dann hast du da eine Runden gemacht und hast gesagt, es ist alles schön und gut,
- 2:04:17aber bitte schreib mir doch auf, wenn ein Wein aus ist, weil ich bin halt auch in meinem
- 2:04:23Outlet, ich kann einfach nicht immer.
- 2:04:25Ich bin ja nicht derjenige, der von Bereich zu Bereich einfach geht im Service, sondern
- 2:04:31ich bin im Herlin und muss den Service machen, genauso wie ihr Service macht, aber schreib
- 2:04:36mir doch zumindest auf, wenn irgendwas ausgeht, wenn ihr das gemerkt habt.
- 2:04:40Yure, was für eine Aufgabe und da warst du ja auch noch relativ jung.
- 2:04:47Jetzt hast du ja immer aktiv Service gelebt, wie wichtig waren dabei für dich die Gläser?
- 2:04:53Ist das für dich, wo du sagst, okay, ich nehme es mitten, was im Haus vorhanden ist, oder
- 2:04:58nimmst du darauf ein, oder wenn du selber zu Hause verkostest, nimmst du andere Gläser
- 2:05:02als im Restaurant?
- 2:05:03Ist das essentiell für dich oder egal?
- 2:05:07Ich finde Gläser schon wichtig, aber im Sinne von Wichtigkeit, es muss ein schönes und
- 2:05:13wertiges Glas sein, was ich finde.
- 2:05:16Ich kenne die Gläserkultur an Weingütern in Frankreich, wo ich mir denke, ihr macht
- 2:05:22so tolle Weine und schenkt sie in irgendwelche Biertulpen oder die noch kleiner sind, oder
- 2:05:26Kopitas.
- 2:05:27Aber ich denke, das finde ich recht schwierig, muss ein wertiges Glas sein.
- 2:05:31Ich bin nicht so gläserfixiert, jetzt haben wir hier im Sonora die Josefin-Hütte, das
- 2:05:39sind ja auch seine drei Varianten.
- 2:05:41Für mich spielt eigentlich viel mehr Rolle Temperatur des Weines, was für mich wichtiger
- 2:05:48ist als die Wahl des Glases, lieber ein Zug in ein kleineres Glas als ein großes Glas,
- 2:05:57in dem sich der Wein vielleicht verlieren könnte, je nachdem wie es ist.
- 2:06:00Aber ich finde, dass man mit Temperatur mehr kaputt machen kann als mit dem Glas.
- 2:06:07Ja, aber du bist keiner, der mit dem Thermometer da ständig umherläuft und sagt, okay,
- 2:06:12der hat jetzt 7, 8 Grad und also siehst du es nicht verbissen, sondern einfach aus
- 2:06:17diesem Gefühl heraus, dass du…
- 2:06:19Genau, genau.
- 2:06:20Wie jeder es kennt, ich fasse den Dekantar von außen an.
- 2:06:25Wenn ich weiß, ich karaffe die Flasche, dann nehme ich das Wasser aus dem Kühler raus
- 2:06:31und leg die Dekantar oben auf das Eis auf.
- 2:06:33Ich mach das auch beim Rotwein, wenn die Gäste nur Rotwein trinken und das den ganzen Abend
- 2:06:38und die Flasche den ganzen Abend da im Restaurant steht, natürlich wird das warm.
- 2:06:42Das heißt, du gehst vielleicht hin und hast einen Kühler.
- 2:06:46Wir haben ja eine schöne Glaskühler und hast einfach nur ein ganz kleines Schicht
- 2:06:50Eis und dann legst du den Rotwein drauf und sagst nur, damit es einfach ein bisschen kühler
- 2:06:54bleibt, weil ich ihn gerne so bei 13 Grad haben möchte.
- 2:06:58Wir haben Tageskühlschränke, das heißt, wenn die Gäste weiß und Rotwein ausgesucht haben,
- 2:07:03dass ich zum Gast sage, ich würde ihnen den Rotwein gerne hinten in den Kühlschrank
- 2:07:06stellen, damit er später einen guten Temperatur serviert werden kann.
- 2:07:09Und das finde ich etwas, wo wir sehr, sehr viel daran machen können, gerade auch bei
- 2:07:13den Wein in der Weinbegleitung, dass sie mit der richtigen Temperatur ins Glas kommen,
- 2:07:17die wir uns vorstellen.
- 2:07:18Ich sage, so und so, das kann ich mir vorstellen.
- 2:07:22Auch dort, auch dort nicht verkrampft, aber in erster Linie machst du es so, wie du, wie
- 2:07:27nach bestem Wissen und Gewissen.
- 2:07:29Aber wenn du merkst, der Gast trinkt die Egalweine einfach gerne kalt, ja dann gibt's
- 2:07:34halt genau eine Serie an Wein, die nur im Kühler gestanden ist und die werden eingeschickt.
- 2:07:39Und dann ist der Gast am Ende glücklich und mir tut es ja nicht weh, wenn der Wein jetzt
- 2:07:43ist.
- 2:07:44Wichtig ist, dass der Gast glücklich ist, nicht dass ich mein Ego befriedigt habe.
- 2:07:48Ja, ganz, ganz wichtig.
- 2:07:49Also ich glaube, wenn man so weit ist, dann hat man schon ganz viel, ganz viel in seiner
- 2:07:54persönlichen Entwicklungsphase erreicht.
- 2:07:56Wie lange glaubst du, braucht man, um also nicht nur die Anerkennung vom Sommier, sondern
- 2:08:01eben auch richtig Sommier zu sein, diese Gelassenheit, die du letztlich auch hast.
- 2:08:05Also auch, dass man mit so einer Situation umgehen kann, wie bei dem Clou du Voschaux
- 2:08:10von Mio Kamosei, den du damals im Herlin anders behandelt hast, als du es eigentlich wolltest
- 2:08:17oder wo du anders mit umgegangen bist.
- 2:08:20Schafft man das nach ein, zwei Jahren oder braucht man nach 10 oder 20 Jahre?
- 2:08:25Ich glaube, du musst auch grundsätzlich eine gewisse Gast-Erfahrung haben.
- 2:08:31Ich finde, man kann sich sehr, sehr viel anlesen und lernen, aber das ist wie mit allen Dingen
- 2:08:36sie, wenn du eine erste Hilfe-Kurs machst, wenn du, du hast mal Theorie gelernt, aber
- 2:08:41jetzt ist die Praxis und jetzt ist die Situation und du bist unter Stress, unter Druck und
- 2:08:46kannst das anwenden oder sowas.
- 2:08:48Und es muss eine gewisse Routine einfach reinkommen und wie man mit einem Gast sprechen kann und
- 2:08:54wie man mit ihm behandeln kann oder was jetzt die Notwendigkeit ist.
- 2:08:57Und ich finde, man kann, man muss sich ja auch als Person, finde ich, an den Ort anpassen.
- 2:09:05Das ist, wenn ich jetzt, in meinem Fall jetzt, ich bin mit 15 mal in Lehre begonnen, das
- 2:09:09heißt, ich mache über 20 Jahre ohne, also mit der Lehrzeit diesen Job, aber ich komme
- 2:09:13nicht ins Sonoran und fahre mein Programm und dann sage ich "take it or leave it", sondern
- 2:09:19ich pass, ich pass mich auch zum gewissen Punkt an, was ist möglich, was ist stimmig,
- 2:09:24was passt mit der Küche und wie kann ich trotzdem meine Individualität reinbringen?
- 2:09:31Ich glaube, das ist wichtig für Mitarbeiter zu sehen und ich habe das beste Beispiel,
- 2:09:38wir haben ja mehr in der Schweiz dieses, unser Uchilinsch-Dependium gehabt.
- 2:09:41Da kann man sich darauf bewerben, als junger Service-Mitarbeiter oder Koch und macht eine
- 2:09:46viermonatige Reise.
- 2:09:48Das ist alles finanziert und man kann sich aber zusammenstellen, man sagt, ich gehe
- 2:09:52ein Monat zum Vegilio Martinez oder ich gehe drei Wochen in Silicon Rocker oder ins Perse
- 2:09:57zu Claire Smith und mache dort das mit und habe die Möglichkeit auch effektiv im Restaurant
- 2:10:04zu arbeiten, also nicht so wie Hin und wieder Starsch-Mitarbeiter, die was denn nur in der
- 2:10:08Vorbereitung sind, sondern es ist wirklich angehalten, dass die effektiv im Servicebereich
- 2:10:13mitmachen und wer mein junger Mitarbeiter gehabt, der wirklich tolle Adressen gehabt hat
- 2:10:18und ein tolles Portfolio an Dingen gesehen hat und auch seine Auszeichnung hat und ich
- 2:10:23habe das Gespräch mit ihm gehabt und er sagt zu mir, der Service, wie wir einen Schloss
- 2:10:29machen, das wäre nicht so seins, weil er ist mehr der Entertainer, der kann man ein bisschen
- 2:10:38lauter am Tisch sein und das Ganze und hat gesagt, kann ich ganz kurz mal fragen, wie
- 2:10:42alt sie sind und dann habe ich gesagt, ich bin 22 und habe gesagt und das war es, mehr
- 2:10:48kommt nicht.
- 2:10:49Das ist ihre Persönlichkeit, take it or leave it und man muss sich an sie ranpassen.
- 2:10:55Ich finde gerade unsere Aufgabe im Service ist es, die ganze Tonleiter zu spielen.
- 2:11:00Weißt du, es ist mal Zeit für Spaß und für Schmäh, aber es ist auch mal Zeit für seriös
- 2:11:04oder zurückhaltend und das herauszufinden, das macht uns aus und nicht jemanden nur seinen
- 2:11:11Stempel aufzudrücken, sondern das Teil des großen Ganzen zu sein.
- 2:11:16Der Name, um uns aufs Trico zurückzukommen, der Name in the front of the jersey is more
- 2:11:25worth than that one in the back.
- 2:11:27Also das Team ist immer mehr wert als dein eigener Name hinten drauf und das sollten
- 2:11:32wir verinnerlichen, glaube ich.
- 2:11:34Braucht man auch eine ganz, ganz große Erfahrung für, glaube ich, dass man das Team akzeptieren
- 2:11:41lernt?
- 2:11:42Dass ich persönlich auch in jungen Jahren, als ich in dem Beruf tätig war, man hat Situation,
- 2:11:49wo man nur das Seine sieht und vergisst das große Ganze eigentlich zum Erfolg führt.
- 2:11:55Also man sagt, ich muss meinen Job heute erledigen und nicht wir alle zusammen müssen
- 2:12:00das erledigen.
- 2:12:01Also wie du es jetzt eigentlich auch vielfach und mehrfach betont hast, das ist, glaube ich,
- 2:12:05so eine der größten Lernprozesse.
- 2:12:06Willst du dann auch erfüllend ist und willst dann, also das ist schon ein ganz, ganz interessanter
- 2:12:13Weg.
- 2:12:14Hast du bis jetzt schon einige Wege gegangen, hättest du irgendwas, was dich reizen würde?
- 2:12:20Also von mir aus auch nur in das Daseh.
- 2:12:22Ich versuch dich jetzt nicht abzuwerben.
- 2:12:23Aber du sagst, in dem Laden würde ich total gerne mal Wein empfehlen.
- 2:12:29Also keine Ahnung, irgendein Lagen, New York oder in Japan oder Snowmour oder bei Ebuli
- 2:12:35damals oder bei Escoffier oder irgendwas oder in der kleinen Kneipe um die Ecke.
- 2:12:41Es wäre für mich die große Herausforderung.
- 2:12:42Gibt es da irgendwas, was dich nochmal richtig reizen würde oder was dich fordern würde
- 2:12:47oder?
- 2:12:48Wo ich oft über nachdenke und das ist im Bezug auf meine Station, die ich gehabt habe und
- 2:12:55was da für mich ein riesen Vorbild ist, ein guter Bekannter, den wir beide kennen, Steve
- 2:13:00Breitzke.
- 2:13:01Als der im Sofitel in einem Kettenhotel eine Weinkarte, ein Konzept hochgezogen hat,
- 2:13:10wofür das so outstanding war, wo wirklich Winzer international auch hingegangen sei,
- 2:13:15ich sagte, dort musst du hin, um richtig gut Wein zu trinken.
- 2:13:17Und die haben über 140 Gäste geschickt.
- 2:13:20Und das war für mich so, könnte ich das.
- 2:13:24Ich bin im kleinen Rahmen so hier mit überschaubar.
- 2:13:31Wenn wir voll voll sind, dann haben wir 13 Tische und vielleicht mal jemanden noch in
- 2:13:36der Lobby draußen sitzen oder so.
- 2:13:38Aber 140 Gäste, keine Ahnung, gefühlt 80, 90 Tische.
- 2:13:42Kannst du dann das, was du machst, so reflektieren oder das ist für mich immer so eine gewisse
- 2:13:50Frage?
- 2:13:51Die ich mal an mich selber gestellt habe und ich weiß nicht, ob ich es mir mit Ja beantworten
- 2:13:58könnte.
- 2:13:59Und das ist so ein Reizpunkt, aber das muss ich unbedingt noch erledigt haben.
- 2:14:05Aber das sage ich immer wieder zum Steve.
- 2:14:08Das könnte ich mir nicht vorstellen, das zu machen in dieser Art, wie du es damals geschafft
- 2:14:13hast.
- 2:14:14Und so individuell zu sein und so eine Klasse zu haben, das ist für mich beindruckend gewesen.
- 2:14:20Und das reizt es nicht schon.
- 2:14:22Ähnlich wie auch Paula Porsche im Tantris, diese Menge an Leuten und trotzdem noch diese
- 2:14:29Präsenz zu haben, das auf der einen Seite, auf der anderen Seite, ja, hat Steve genau
- 2:14:32das geschafft, was ich auch nachhaltig noch sehr beeindruckend finde.
- 2:14:37Er hat ja mehr oder weniger im Motel 1 eine Weinkultur gebracht.
- 2:14:40Also so viel, das ist natürlich noch eine Stufe mehr als Motel 1, aber das ist das
- 2:14:44Ganze nochmal runtergebrochen und gezeigt dort, dass man auch in so einem Laden und dann auch
- 2:14:50mit diesem eigentlich krassen Bedingung, ich glaube der Weinkeller war ungefähr 15 Etagen
- 2:14:55tiefer mit dem Fahrstuhl, mit dem Rauf und runterfahren.
- 2:14:58Also es war ja alles irgendwie Horror in diesem Rad, in dem Sinne zu dem Verwöhnten, was
- 2:15:08wir dann vielleicht irgendwo kennen.
- 2:15:09Spannend.
- 2:15:10Gibt es einen Weinladen, wo du selber sagst, das ist für mich der absolute perfekte Laden
- 2:15:16zum Wein trinken, wo du selber schon mal warst?
- 2:15:19Also ist es vielleicht so etwas wie das Mast oder Papkimo oder irgendwas ganz anderes oder
- 2:15:23irgendwo ein Toskana oder der Laden, wo du die alten Castellodama getrunken hast?
- 2:15:28Gibt es da irgendeinen?
- 2:15:29Also ist für mich das Mast ist natürlich großartig, also was die beiden Jungs da gemacht haben,
- 2:15:37kreiert haben und mit deiner einfach, also mit deiner Lockerheit auch, die Weine dort
- 2:15:43hinzubringen und so viele Stammgäste einfach anzusprechen für Gäste, die einfach sagen,
- 2:15:47komm drei mal die Woche und dann kommen sie einfach nur auf ein Dessert, aber eine Flasche
- 2:15:51Wein und so was.
- 2:15:52Und in dieser Entspanntheit zu sitzen, wirklich tolle Weine zu genießen, finde ich großartig.
- 2:15:57Aber es muss halt auch situativ sein.
- 2:16:01Wir haben in Como ein Lokal gehabt, da wo gab es halt den Tafelwein, wie Notavola, aus
- 2:16:08der Karaffe eingeschickt.
- 2:16:10Und du bist in einem richtigen Rahmen voll mit Leben in einem Raum und da gibt es dann
- 2:16:15das Haus gemachte Pasta und Antipasti und so was.
- 2:16:19Und das ist einfach die richtige Philosophie dahinter, aber natürlich auch barbrotal im
- 2:16:24Barcelona.
- 2:16:25Also da, das Extrem, also einfach dort wo Weinkultur zelebriert und gelebt wird, fühle ich mich
- 2:16:34einfach extrem wohl und man ja, ist einfach lehrer Genieß.
- 2:16:40Was ist wichtig für die Atmosphäre?
- 2:16:41Was ist wichtig für die Atmosphäre?
- 2:16:42Also wenn du jetzt selber ein Laden konstruieren müsstest, wer ist die Wand?
- 2:16:45Wer ist die Form des Raumes?
- 2:16:48Wer ist, keine Ahnung, die Musik oder ist es die Speisenbegleitung, die Weinauswahl?
- 2:16:55Also auf welche Parameter würdest du achten, dass du sagst, ich schaffe selber einen absolut
- 2:17:00perfekten Weinort?
- 2:17:02Ich finde absolut ähnlich an der Grenz für mich, an der Perfektion ist halt das Restaurant
- 2:17:08Mussoni immer noch in Köln mit dieser Brasserie-Charakter.
- 2:17:12Dazu sitzen, wenn da Leben drin ist oder auch Café de Paris in Hamburg.
- 2:17:18Also wenn da Leben bewegt sich, da sitzt du, da bist du, ja, du bist in einer gewissen
- 2:17:28Anonymität, aber du bist genau im Leben drin und es ist alles ein bisschen vielleicht auch
- 2:17:32ein bisschen schneller oder ist ein bisschen lauter, weil da einfach, ja, es ist nicht
- 2:17:38so verkopft und es hat seinen Charme, seinen Charakter.
- 2:17:42Ich finde, das ist immer so dieses altfranzösische, einer schönen Brasserie, wo du auch, ich
- 2:17:47bin zwar nicht raucher, aber du denkst dir, jetzt könnte ich dazu richtig schön eine
- 2:17:52Zigarette rauchen und dieses französischen Flair aufnehmen.
- 2:17:55Also das ist für mich ganz schön.
- 2:17:59Also für mich ist das Mussoni ein Paradebeispiel.
- 2:18:02Also komplett weg von diesem Verkopften, von diesem Labor, von diesem Labor-Denken, sondern
- 2:18:08Atmosphäre ist das das Wichtigste dabei.
- 2:18:10Ja, Leben, Menschen daran umzupfen.
- 2:18:12Wie wichtig ist dabei die Musik?
- 2:18:15Also ist Musik und Wein wichtig, das miteinander abzustimmen oder fließt das wieder in dieses
- 2:18:23Thema Atmosphäre rein?
- 2:18:25Ich finde, Musik, die überhaupt nicht zum Wein passt, du hörst ja viel Musik.
- 2:18:30Ich finde auch dort, es gibt ja immer Krug macht doch, machen sie noch jedes Jahr, dass
- 2:18:36sie zu jedem Jahrgang und zu jeder QW ein Lied komponieren lassen.
- 2:18:43Sie haben mal das angefangen im Hanszimmer, dass der zu den Grand QWs und das Ganze das
- 2:18:48gemacht hat und dann konntest du die App runterladen und wir waren mal in der Champagne und haben
- 2:18:52bei Krug verkostet und dann wollte er unbedingt das dazu abspielen und das lief irgendwie
- 2:18:57nicht und du denkst dir, mein Gott, ich bin nicht wegen des...
- 2:19:00Das Musik hier, das Wein, deswegen gesagt, ich finde Musik toll im Hintergrund zu haben,
- 2:19:06etwas Stümmen ist.
- 2:19:07Ich bin vielleicht kein Parameter, weil ich halt immer Musik auswähle, die meist, wo
- 2:19:12ich laut mit singen könnte, Lieder, die ich gut finde, so was.
- 2:19:17Aber das ist ja meist immer oft wie zu anstrengend zu fordern und raus einfach etwas, was vielleicht
- 2:19:22im Hintergrund mitschwingt, was du sagst, okay gut, das ist da, aber es ist irgendwie
- 2:19:27nicht störend, so wie wenn du eine Harmonie in der Weinbegleitung hast, wenn du halt bei
- 2:19:33jedem Wein irgendwie so extrem fordernd bist und der hat jetzt besonders viel Tanine
- 2:19:37und der hat besonders viel Säure und das Ganze, dann denkst du irgendwann, oh Gott,
- 2:19:41hoffentlich kommt jetzt einfach mal ein Wein, den ich trinken kann, wo ich jetzt nicht so
- 2:19:46edgy ist, sondern ich brauche einfach was, wo ich jetzt einfach mal einen Wohl fühle.
- 2:19:50Und das glaube ich ist auch gerade mit Musik im Hintergrund, bei solchen Lokalitäten, wenn
- 2:19:57da einfach etwas im Hintergrund mitläuft, was man gerne hört, was schön ist, aber
- 2:20:04nicht aufdringlich.
- 2:20:05Also dass man es nicht überstrapaziert, dass man nicht unbedingt sagt, das muss ich jetzt
- 2:20:10unbedingt miteinander abstimmen, so wahrscheinlich wie mit dieser Kurg-Situation, welcher Wein
- 2:20:15wirst du selber?
- 2:20:16Wirst du ein Wein?
- 2:20:17Wer ist, wer ist ich?
- 2:20:24Ich weiß gar nicht, ich habe noch auf der Fahrt hierher darüber nachgedacht.
- 2:20:30Obst, obst, obst.
- 2:20:34Muscatella oder Chianti, wer ist aus Italien, vielleicht San Giovese, sowas?
- 2:20:43Okay, Meil.
- 2:20:45Weil gefällig und trotzdem anspruchsvoll, also so würde ich das jetzt interpretieren.
- 2:20:51Ja, ich halte mich doch, also oft nennt man es ja, wird einfach als negativ betrachtet,
- 2:21:00aber ich finde einfach eigentlich ein sehr, sehr schönes Wort, wenn etwas bürgelt, wenn
- 2:21:05etwas einfach gut ist oder wenn es einfach gut schmeckt, also man kann es oft dann nicht
- 2:21:10beschreiben, sondern es war einfach genau stimmig, aber ja, man kann es drin, die trotzdem zuordnen,
- 2:21:20was ein Ortbar ist, ohne halt aber zu überfordern zu sein.
- 2:21:25Kann man Weinen ein Wort packen, also Wein ist punkt, punkt, punkt?
- 2:21:30Oder ist es zu einfach für den Wein?
- 2:21:35Nein, Wein ist Passion, also Leidenschaft, es bewegt wie Musik auch, es verbindet, also
- 2:21:50ich würde es als Wein verbindet sagen.
- 2:21:53Hm, schöner Gedanke.
- 2:21:57Was ist für dich Wein selber, also für dich persönlich, ist es ein reines Arbeitsmittel
- 2:22:02oder kann man es fast philosophischer sehen?
- 2:22:06Genuss, es wird und ich würde zum Beispiel, die Frage ist, die du wahrscheinlich als Näsig
- 2:22:14stellen würdest, kann ich auf Wein verzichten.
- 2:22:16Ich würde nie auf Wein verzichten wollen, weil ich diesen Genuss so gerne habe, ist
- 2:22:24zu zelebrieren und es geht einfach darum, es gibt Situation und zum Essen trinke ich
- 2:22:30einfach gerne Wein dazu, weil es für mich einfach stimmig ist und man muss sich es
- 2:22:36nicht übertreiben.
- 2:22:37Natürlich gibt es auch mal Tage, wo man sagt, jetzt habe ich aber echt, jetzt haben
- 2:22:40wir richtig Gas gegeben, aber ich möchte niemals an einen Punkt kommen, wo man sagt,
- 2:22:44ich müsste auf Wein verzichten, weil es für mich einfach Teil des Genusses ist und es
- 2:22:49geht nicht darum, dass man sagt, es geht nicht ohne Wein, weil es geht auch ohne Wein,
- 2:22:52es ist ein Genussmittel, aber ich möchte nicht darauf verzichten, weil es doch so viel bringt
- 2:22:58und so eine schöne Erinnerung mit sich trägt und man sagt, hey, weißt du noch, dort haben
- 2:23:04wir das und das getrunken oder das und das gehabt oder diese Situation gehabt und so
- 2:23:09ist das, finde ich, Wein ein sehr wichtiger Teil in unserem oder meinem Leben, aber nicht
- 2:23:16alles.
- 2:23:17Gibt es irgendwas, was dem Wein gleich kommt, also was man damit vergleichen kann und nicht
- 2:23:23umgelegtes, alkoholfreier Wein, also ich würde es gar nicht so in diesem Raster denken,
- 2:23:27aber irgendein Getränk, irgendeine Felspiriteose oder irgendwas, auch was zu essen ist Schokolade
- 2:23:33wie Wein oder sind Zyganen wie Wein oder keine Ahnung, liebst du da irgendwas oder ist es
- 2:23:39in seiner Art so einzigartig?
- 2:23:41Ich glaube, man kann sich, es gibt ja so viele Dinge, es gibt ja Whiskey, Rum, Sammler, die
- 2:23:48so eine Leidenschaft dafür haben und sich damit zu beschäftigen, finde ich alleine schon
- 2:23:56ein Eindruck und grad auch, wir sprechen oft mit Gästen und fragt sie dann aus, also wenn
- 2:24:01ich sage, darf ich Sie fragen, was Sie beruflich machen und wenn Sie aus etwas komplett Konträren
- 2:24:05kommen, was mit Zahlen oder etwas machen, ist grad so die Leidenschaft oder die Affinität
- 2:24:11zum Genuss ein extremer Ausgleich, wenn Sie sagen, ja wissen Sie, ich arbeite auf der
- 2:24:15Bank und ich habe so viel mit Zahlen zu tun, aber ich koche unfassbar gerne und ich sage,
- 2:24:18diesen Genuss, das muss man ja auch irgendwo lernen, ich komme aus einem Elternhaus, wo
- 2:24:23Essen einfach aufgrund der Tatsache, dass man alleine eine Mutter hatte, Essen war Nahrungsaufnahme,
- 2:24:29wir haben uns am 1830 am Tisch getroffen und sind um 1840 wieder unser Weg gegangen und
- 2:24:37das wird jetzt bei uns zu Hause anders zelebriert, allein schon durch Dinge, die man kennengelernt
- 2:24:42hat, finde ich aber trotzdem etwas zu haben, natürlich, also für mich ist, wenn man Zigarren,
- 2:24:52Liebhaber ist, auch dort, glaube ich, kann man sich drin verlieren, aber für mich gibt
- 2:24:58es zum Wein nichts Vergleichbares, jetzt als Speisen oder Getränk oder eigentlich nichts
- 2:25:03Vergleichbares, nicht so facettenreich.
- 2:25:05Finde ich genauso, hättest du jemals im Betracht gezogen, was anderes ausser Somie zu sein,
- 2:25:15du bist ja da mehr oder weniger recht früh reingeschoben worden mit 15 und hast eigentlich
- 2:25:23nie was anderes ausser Gastro gemacht, gab es hin und wieder mal so die Liebelei, dass
- 2:25:26du Florist werden wolltest oder Architekt oder keine Ahnung, maler oder Kindergärtner
- 2:25:35oder...
- 2:25:36Ich wollte eigentlich immer was mit Schwimmen machen, also ich war mit Schleske Holstein
- 2:25:40auf, ja mit Schwimmen, mit Schleske Holstein aufgewachsen, das heißt, wir haben so ein
- 2:25:45viel in San Peter Ording und ich habe recht früh auch alle Abzeichen gemacht, jetzt DLRG,
- 2:25:51Gold und so was und Wasser fasziniert mich, also bis heute auch und ich habe früher mal
- 2:25:59Meeresbiologe oder so etwas, fand ich extrem spannend oder, weiß nicht, Bademeister oder
- 2:26:05so, ich sag einfach, das hat mir extrem viel Spaß gemacht, Schwimmen, ich schwimmen bis
- 2:26:10heute einfach auch wahnsinnig gern und ja, aber ansonsten, ich habe zwei Praktikers
- 2:26:15gemacht in meiner Schulzeit, eine war halt in deinem Restaurant und die andere war beim
- 2:26:19Amt bei uns im Dorf, das war perfekt, wir haben um 7 Uhr angefangen, auch die erste Pause
- 2:26:27und um 12 Uhr war zu, dann waren wir vielleicht noch ein bisschen um 2 da und sind wir gegangen
- 2:26:32und ja, aber rückblickend wahrscheinlich würde ich sagen, das wäre mir wahrscheinlich zu
- 2:26:38wenig gewesen, dann würde ich wahrscheinlich heute noch in meinem Dorf wohnen, wo ich
- 2:26:42herkomme und in der Altherrenmannschaft Fußball spielen und in einer Doppelhaushälfte vielleicht
- 2:26:47leben oder sowas und ja, hätte nie das erlebt, was ich jetzt erlebt habe.
- 2:26:50Ja, das stimmt, das ist glaube ich, was unseren Beruf so reich macht, dass man so unfassbar
- 2:26:54viel erlebt und auch dieses Umziehen auf der einen Seite natürlich viel Stress, viel Veränderung,
- 2:27:01aber auch so viel mit sich bringt.
- 2:27:03Interessanterweise geht es bei mir genauso, ich bin auch am Meer groß geworden und das
- 2:27:07prägt schon extrem, also das Meer ist wahrscheinlich das, was ich auch am meisten vermisse jetzt
- 2:27:13im Augenblick und daher kann ich das mit den Schwimmen so richtig nachvollziehen.
- 2:27:16Also du machst es ja zumindest jeden Abend im Restaurant, dass du eine Runde schwimmst,
- 2:27:20aber im Weiterführenden Sinn, aber es ist dann schon, du bist aber nicht an die Mosel
- 2:27:25gezogen um Winzer zu werden, also könntest du dir das vorstellen, selber ein Weingut
- 2:27:29zu haben oder das als Endstil dann irgendwo zu nehmen, dass du selber mal Wein machst
- 2:27:37oder gab es den Gedanken schon mal?
- 2:27:41Ich sage mal so, Silvio, ich habe vorhin, als wir versucht haben das Mikrofon zu installieren
- 2:27:48und aufzubauen und ich da heitlos überfordert bin, sage ich mal so, es ist zwar für einige
- 2:27:55Leute es ist gut, wenn man nicht nur dogmatisch denkt, sag Schuster, bleib bei deinem Leisten,
- 2:27:59sondern schau, was links und rechts noch gibt, aber ich weiß für mich, kann für mich reflektieren,
- 2:28:04was ich kann und was ich nicht kann.
- 2:28:06Und das ist mir schon relativ früh klar und bewusst geworden und ich sehe mich aktuell,
- 2:28:14wer weiß wie ich es in 10 Jahren sehe, nirgendwo anders als im Restaurant und weil ich diese
- 2:28:20Freude einfach habe, dieses täglichen Kontakt des Austauschs, nicht nur mit dem Gast, sondern
- 2:28:26auch mit den Kollegen einfach in dem Fall, ich mache genau das, was mir Spaß macht,
- 2:28:31wo ich meine, für mich persönlich meine Erfüllung sehe und darum sehe ich mich nirgendwo anders
- 2:28:37im Sinne von Handel, das und das, Vertrieb oder ein Wein oder so, sondern ich sehe mich
- 2:28:44eigentlich im Restaurant und ich hoffe, dass ich das noch dieser Tätigkeit noch sehr,
- 2:28:47sehr lange nachgehen kann.
- 2:28:48Ich finde es so schön, ich bewundere das und hat da ja selber 30 Jahre Freude dran.
- 2:28:56Ich wollte jetzt auch gar nicht absprechen, aber gesetzt dem Fall, du würdest pincer
- 2:28:59werden in welcher Region, also was wäre die Region, wo du sagst, also das glaube ich dir
- 2:29:06nicht, dass du nicht hin und wieder, wir sind ja hin und wieder auch gereist, nicht dort
- 2:29:10in der Tosca, in der Champagne, im Duoro, in Kalifornien, nicht mal zurückgelehnt hast
- 2:29:16und gesagt, boah, so wie ihr will ich auch sein, das genau hier.
- 2:29:20Wenn es das wäre, wäre es definitiv nicht die Mosel mit der Steillage.
- 2:29:25Also ich habe meiner Frau mal zum 30.
- 2:29:30Geburtstags ein Wein geschenkt, weil Anna sich mal gewünscht hatte, ein Wein zu machen,
- 2:29:36wie das wäre so mit Ausbruch, mit Laubarbeit, mit Entscheidung treffen, Wipfern, oder Binden,
- 2:29:43oder so, das haben wir in der Schweiz gemacht, mit Patrick Arnank, und es waren genau drei
- 2:29:47Reihen für einen Fassbrauch mit da.
- 2:29:49Und weißt du was das für eine Arbeit war?
- 2:29:51Also das war dann allein schon hinterher mit Ernten, das war 2020er-Jahrgang, es gab extrem
- 2:29:57viel Vollnis, du musstest so viel wegschneiden und es wäre definitiv nicht die Mosel mit
- 2:30:04den Steillagen, ich wollte daraufhin hinausfohlen, für mich war es schon eben schwierig, aber
- 2:30:10sonst natürlich.
- 2:30:11Weißt du, wenn du Italien, Piedermond, dieses ganze Szenario, dieses ganze Lebensgefühl
- 2:30:20drum herum einfach so hast für dich und Wein ein Teil dessen Ganzen ist, ist es schon
- 2:30:28schön und auch etwas.
- 2:30:30Ich bin immer Freund von Arbeiten, die man sichtlich nachvollziehen kann.
- 2:30:36Das heißt, wenn ich etwas mache, sehe ich, was ich hinterher gemacht habe und beim Wein
- 2:30:39ist es, wenn ich das mache, sehe ich hinterher, was ich habe.
- 2:30:42Ich finde es immer so schwierig am Computer zu arbeiten, weil ich nicht sehe, was ich
- 2:30:47geschafft habe, außer Dateien.
- 2:30:49Aber wenn ich etwas aufstelle oder so was oder baue, dann kann ich das nachvollziehen
- 2:30:54und das glaube ich, weil Piedermond ist schon mit sich eine Region, die mich reizen will.
- 2:30:59Ebenen.
- 2:31:00Wahnsinn.
- 2:31:01Darf ich noch fragen, ist der Wein was geworden?
- 2:31:05Also habt ihr das ganze fast leer getrunken am Ende vom Jahr oder gibt es den noch?
- 2:31:10Den gibt es noch.
- 2:31:11Liegt es denn die normale?
- 2:31:12Okay.
- 2:31:13Und der ist im vier gebrauchten Barrik ausgebaut worden, wurde minimal geschweffelt mit 70
- 2:31:21Gramm, es hatte 65% Rappen, vergohnt, hat 12,5 Alkohol und es gibt noch einige Flaschen,
- 2:31:29weil die auch noch reifen.
- 2:31:30Es ist jetzt schon sehr schön zu trinken, sehr saftig, aber der reift mit Sicherheit noch.
- 2:31:34Wir haben 180 Eintel und den Rest auf Marknumpflaschen.
- 2:31:37Und ja, es gibt einige Restaurants in der Schweiz, auch die effektiv damit arbeiten, das Magdalena
- 2:31:44zwei Sternen, Kanton Schwitz.
- 2:31:45Aber auch.
- 2:31:46Und der René hat auch gesagt, er möchte gerne was probieren und die Jungs aus dem Mast
- 2:31:51auch.
- 2:31:52Das heißt, ich muss nur noch schauen, dass ich den Wein dahin bekomme, aber nein, es gibt
- 2:31:55ihn noch und ich nehme mir meine Flasche mit, kannst du probieren?
- 2:31:59Ja, total gerne.
- 2:32:00Warst du selber zufrieden damit?
- 2:32:02Also war, habt ihr alle Entscheidungen selber getroffen?
- 2:32:04Und gesagt, ich möchte das so nach meiner Vorstellung oder lief das so unter Anleitung und ihr war
- 2:32:10die Arbeitstiere?
- 2:32:11Nein, es ist wirklich selber entschieden auch, weil Patrick hat uns dann immer die Option
- 2:32:17genannt, Vor- und Nachteile davon.
- 2:32:20Und am Ende haben wir, hat Anna quasi die Entscheidung getroffen dafür und wie wir es
- 2:32:25haben wollen oder sowas.
- 2:32:26Und das war halt schon okay, gut, hey, bezahlen muss ich sowieso, ob es das wird oder nicht.
- 2:32:33Und Patrick und ich haben uns dann quasi die Kosten wie geteilt.
- 2:32:36Er hat gesagt, okay, okay, das ist das Risiko.
- 2:32:39Ich kann es machen, er hat uns die Möglichkeit gegeben und dann schauen wir das was Beste
- 2:32:43rausholen.
- 2:32:44Also, ein schlechter Zombie ist im Zweifel immer noch ein guter Winzer oder?
- 2:32:48Das würde ich niemals zu sagen.
- 2:32:50Nein, nein, nein, ich war zufrieden, das war.
- 2:32:52Er kann zumindest irgendwo mithelfen.
- 2:32:57Nein, das war ja auch kein schlechter Zombie im Spiel, es war sehr provokant.
- 2:33:02Gibt es für dich eine Region, wo du sagst, hey, wieso hat da keiner ein Fokus drauf?
- 2:33:12Und die Weinen, die da herhören, sind so einzigartig.
- 2:33:16Ich bin, es gibt so viele Sachen, allein schon wenn du nach über sie schaust, finde ich oft
- 2:33:26so schade, warum man sich da so verschwießt.
- 2:33:30Auch wenn ich weiß, auch das ist im Restaurant oft mehr Erklärung oder mehr Intensität braucht,
- 2:33:36diese Weine zu rechtfertigen Anführungsstrichen, aber Dinge aufzuzeigen, die was einmalig
- 2:33:42sind wie "Seminiores" aus dem Hunter Valley oder weiß ich, aber auch unterschätzt "Rebsor".
- 2:33:51Ich liebe "Chateau Montus".
- 2:33:52Tanar, finde ich, ist ein reherer Sensationeller Rebsor.
- 2:33:55Warum da keiner mal ein Fokus hat?
- 2:33:58Das mal reift, du kriegst das reif, auch für wenig Geld.
- 2:34:02Wahnsinn, unfassbar toll für die Weinkarte oder für im Restaurant zu arbeiten.
- 2:34:07Jeder redet über San Sebastian und Bilbao, essenstechnisch, aber die Weine sind auch eigenständig
- 2:34:13und spannend oder das aller Wässer im Rehocha, dieser Baskisch-Dateil, der was mit seinen
- 2:34:19Einzellagen ist unfassbar.
- 2:34:21Also es gibt so viele, ich glaube, man wird niemanden gerecht werden, wenn man sagt
- 2:34:27nur das, aber ich bin halt, ich bin ein großer Basken-Fan und deswegen würde ich sagen die
- 2:34:32Bassemregion, aber auch Galizien, finde ich auch absolut unterrepräsentiert.
- 2:34:35Findest du aber, wenn ich diese Sachen im Restaurant präsentiere, haben die immer diesen Exotencharakter
- 2:34:42und können deswegen gewinnen?
- 2:34:44Oder findest du in der Tat, dass diese Weine es mit den großen Weinen oder den offen
- 2:34:52proklamierten großen Weinen durchaus aufnehmen können, eine ganz eigene Identität haben,
- 2:34:57auch in Sachen und Parametern, die wir als Maßstab nehmen, wie Reifefähigkeit oder Geschmacksidevidualität
- 2:35:06oder oder oder durchaus aufnehmen können?
- 2:35:09Oder bleiben sie da auf der Strecke und es ist dann doch nur der Exot, der dann irgendwie
- 2:35:13aus dem Baskenland kommt oder aus aus dem Handtau-Welly oder aus Thailand oder aus Indien?
- 2:35:18Die Frage ist ja man jetzt im Vergleich, also im Gespräch von uns beiden, was erwarte ich
- 2:35:28von dem Wein?
- 2:35:29Was will ich jetzt?
- 2:35:31Einige Weine sind nicht dafür gedacht, für die Ewigkeit da zu bleiben.
- 2:35:36Einige Weine sind nicht dafür gemacht, dass sie 30, 40 Jahre, wenn einige Weine sind dafür
- 2:35:39gemacht, dass sie in drei bis acht Jahren getrunken werden sollten.
- 2:35:42Und das ist auch in Ordnung, weil nicht jeder Jahrgang ist so überragend, hat man sagt,
- 2:35:48das ist unfassbar.
- 2:35:49Sie können absolut durch Eigenständigkeit Punkten und Grad für Gäste, wir machen ein
- 2:35:54großer Kanaren-Fan auch, La Palma, Teneriffa, Lanza Rote, Gäste, die was das auch so ein
- 2:36:01bisschen mal dort gewesen sind, sich das vorstellen können.
- 2:36:05Die sind immer extrem begeistert und sich davon sagen, stimmt, ja, genau, wir haben
- 2:36:09das dort gesehen.
- 2:36:10Und dann probieren sie etwas und sag ich, es hat eine Markanz, die man super, super schön
- 2:36:16zuordnen kann.
- 2:36:17Müssen wir immer alles und wahrscheinlich neigt der Mensch einfach dazu, immer alles
- 2:36:22mit etwas vergleichen.
- 2:36:24Muss ich immer den Wein, den ich jetzt trinke, mit dem größten Wein vergleichen, nicht
- 2:36:27jemals getrunken habe?
- 2:36:28Das ist nicht fair irgendwas gegenüber.
- 2:36:31Das ist ja nie fair dem Grundprodukt gegenüber.
- 2:36:35Und gerade bei so Sachen, wie wenn man über zwei Dinge spricht, zwei Sachen bewerte man
- 2:36:42immer, wenn man sich vor sich hat.
- 2:36:43Wenn ich zwei Bilder vor mir sehe, dann sage ich, das eine gefällt mir besser als das
- 2:36:47andere.
- 2:36:48Und ich finde, man kann den Gästen sagen, wissen sie, es ist die Region ist so und so.
- 2:36:57Ich zeige gerne, zum Beispiel aus Madrid, aus dem Gredos.
- 2:37:00Ich habe mir dort gewesen und dann zeige ich mal, wenn die Gäste sich interessieren,
- 2:37:05Bilder, die ich noch einfach gemacht habe auf meinem Handy und sag, schauen sie mal an,
- 2:37:08wie es da ausschaut.
- 2:37:09Wir haben halt immer mit uns ein bisschen mittelropäischen Eroganz, die Vorstellung,
- 2:37:14wie ein Weingarten ausschaut.
- 2:37:15Aber wenn du da hingehst und du das anschaust, dann steht Grenache halt, keine Ahnung, wie
- 2:37:19so eine Kartoffelflanze da.
- 2:37:20Und so arbeitest du dort, die sind eher einfach brachen, Region.
- 2:37:26Und das ist, glaube ich, etwas, wo man sagt, okay gut, wie facettenreich das Ganze ist.
- 2:37:32Die Vielschichtigkeit auch mit die Klasse eines Weingusses.
- 2:37:36Man, das Biazo Palacio macht da großartige Mentier, aber schon über mehrere Jahre, die
- 2:37:43wir gar nicht so in den letzten Jahrzehnten auf dem Schirm gehabt haben.
- 2:37:46Und plötzlich zeigt man das oder alte Garrafiras aus Portugal, wo man sagt, wissen sie, nur
- 2:37:51weil wir es nicht kennen, heißt das nicht, dass es kein Klassiker ist.
- 2:37:54Sondern wir auch, wir lernen diese Sachen wieder kennen.
- 2:37:58Und das ist gerade das Spannende für uns, doch immer wieder, immer wieder überrascht
- 2:38:03zu werden mit dem und dem.
- 2:38:06Wir waren in Chile auch im Urlaub und haben jetzt mal zu dem Thema von gibt es was Vergleichbaren
- 2:38:12zu weinen.
- 2:38:13Es gibt Pisco, verschiedene Pisco.
- 2:38:16Kommt das jetzt aus Peru oder kommt das auch Chile?
- 2:38:18Was ist der Ansatz dabei, wie wird der dort und dort gemacht?
- 2:38:22Und genauso finde ich das extrem spannend, immer wieder neue Dinge zu entdecken und
- 2:38:27wieder wieder zu entdecken, sei es Chablis, sei es Rohn oder solche Sachen einfach, wo
- 2:38:36man Dinge oft ausgeklammert habe.
- 2:38:38Ah ja, kenne ich und plötzlich erkennst du sagst wieder, das ist ja spannend.
- 2:38:42Es muss nicht immer das neu das neue, das spannende sein, sondern das bewährte neu zu entdecken.
- 2:38:46Das ist manchmal, weil in den Regionen auch einiges passiert und vielleicht manchmal
- 2:38:53und ich glaube, da können wir uns auch, oder können wir uns im Spiegel betrachten, dass
- 2:38:58man nicht immer höher, schneller, weiter, sondern ich brauche kein Star-Architekten
- 2:39:03für meinen Bungalos.
- 2:39:04Ist ein Bungalow.
- 2:39:05Da reicht es, wenn sich jemand planten, das schön und einigermaßen funktioniert in
- 2:39:08dem Sinne und so gibt es manchmal Situationen, wo man eben kein Starwein für braucht, sondern
- 2:39:14wo andere Weine vielleicht bessere Performance in dem Augenblick haben.
- 2:39:17Und dieses Vergleich und vielleicht einfach so ein bisschen entspannen, das stimmt, bin
- 2:39:24ich ganz, ganz toll bei dir.
- 2:39:26War der Umzug von der Schweiz an die Mosel schwer?
- 2:39:30Hattest du viele Flaschen zu tragen?
- 2:39:32Sammelst du viel Wein oder ist das für dich gar nicht so die Sammler-Trophäe?
- 2:39:36Also weil du ja schon viele Weine kennst, viele kennengelernt hast, nicht glaube ich nicht,
- 2:39:40wirst du alle Trophäen vorbeiziehen, lässern an die ein oder andere Witne, ist das für
- 2:39:46dich kein Thema, Wein zu sammeln?
- 2:39:51Wir sammeln leider gar nicht so viele Weine.
- 2:39:55Ich schreibe gerne, wir leben von der Hand in den Mund, das heißt, was wir kaufen, trinken
- 2:40:00wir.
- 2:40:01Meist relativ zügig auch, weil wir ein bisschen trinken wollen, aber ich sehe oft viele Kollegen,
- 2:40:05was sagen, ja, da habe ich so einen Sorgen gehabt, ich habe einen eigenen Weinkeller dort
- 2:40:08angemiet und ich sehe mir, okay, gut, also ich habe halt das zu Hause, was ich halt gerne
- 2:40:13trinken und was ich jetzt trinken will und wenn mir was passt, dann kaufe ich gar nicht
- 2:40:18in den Größen ein, dann kaufe ich vielleicht jemanden dann ein sechster Karton, aber es
- 2:40:22kennen viele Kollegen, die was so, ja, 12, 18, 24 Flaschen da gekauft, zum lagern und
- 2:40:27sagen mir, okay, gut, ich glaube dafür bin ich auch zu neugierig, immer wieder was Neues
- 2:40:34dauert, weil ich denke auch jedes Mal, also okay, bevor ich da noch was kaufe, ich habe
- 2:40:39noch das und das und das ist nicht immer Wein, die so viel Lagerpotenzial haben, sondern
- 2:40:45ist einfach, ja, das trinke ich jetzt einfach gerne und das hält das so ein bisschen auch
- 2:40:51für mich immer frisch.
- 2:40:52Natürlich würde ich gerne selber in den Keller gehen bei uns zu Hause und dann einen 20-jährigen
- 2:40:58Wein raufholen, wenn mir jetzt danach ist, aber so viel ist ja nicht da, also ist es
- 2:41:02meist recht schnell, also am Wein hat es nicht gescheitert, der Umzug.
- 2:41:07Ist ja manchmal dann auch, dass man die Sachen dann auch irgendwann meistens trinken muss,
- 2:41:13also dass man verändert sich im Geschmack in der philosophie, in der Ansicht, wenn man
- 2:41:17dann auch die Alten, die man dann irgendwann in der Lehre gekauft hat, nur weil die halt
- 2:41:20irgendwie das Teil gescheint und das dann eben weiter gedacht, man verändert sich in seinem
- 2:41:25Betrachtungsfeld ja, oftmals dann auch, aber du hast dann eher mit dem Wein gefeiert,
- 2:41:30siehst du mal keinen Gut mit Weinfeiern oder ist es eher schwierig, weil man braucht
- 2:41:35eher die Ruhe und das Besinnliche beim Wein sich davor setzen, den anbeten, sich austauschen,
- 2:41:41philosophieren oder einfach singen, tanzen, la la la.
- 2:41:46Absolut, ich sage Wein sollte nicht, sollte nicht verstaubt werden, es gibt Weine, die man
- 2:41:52in kleiner Runde vielleicht genießen sollte oder sich darüber erfreuen sollte und da sollte
- 2:41:57man vielleicht nicht dabei stehen oder irgendwie und da kann feiern, sondern einfach in der
- 2:42:03passenden Runde, aber dann gibt es Weine, die was in großen Schlücken ausgeschenkt werden
- 2:42:08sollten und wo die Flasche rumgeht und man sich da einfach des Zusammenseins erfreut
- 2:42:14und das ist glaube ich das, was will dieser Wein jetzt gerade von mir oder welchen Anders
- 2:42:20habe ich und welchen Wein suche ich dazu aus, einfach.
- 2:42:23Ich glaube das ist auch immer eine passende Situation, weil es gibt ja Momente, wo man
- 2:42:28sagt ich hätte Lust darauf, aber es ist vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, sondern es ist
- 2:42:34jetzt eher das und das gefragt und ich glaube, da kommt es auch dann auf die situative Entscheidung
- 2:42:41darauf an, woran man jetzt gerade Freude hat.
- 2:42:44Gibt es aber für dich so die Situation, wenn du selber berätst und keine Ahnung,
- 2:42:52falls bei Spiels kommt ein Pärchen zu dir und sagt meine Frau aus 1990 geboren, ich würde
- 2:42:56gerne ein Schadebetruss zu meiner Hochzeit mit 200 Personen servieren, gesetzt demfalls
- 2:43:01wäre möglich, also bekommen wir es ja ohnehin sehr schwierig, aber würdest du dann sagen,
- 2:43:05na wer vielleicht jetzt nicht so mein Favorit oder sagst du, wow warum nicht, cool, wollte
- 2:43:09ich immer mal machen.
- 2:43:10Ich sag, man, vom Büche her gesehen und wenn wir die Möglichkeit haben, das zu haben,
- 2:43:17würde ich mich wahnsinnig darüber freuen, dass es Menschen gibt, die von der finanziellen
- 2:43:23Situation abgesehen mal zu gibtsprochen, die sagen, ich möchte das einfach mit meinen
- 2:43:30Freunden teilen.
- 2:43:31Ich möchte, dass sie genauso an der Freude haben, wie viele Veranstaltungen habe ich
- 2:43:34schon miterlebt, wo ein weißer, ein rote ausgewählt wird, aber an dem Tisch wird das und das
- 2:43:41getrunken.
- 2:43:42Und ich sage, okay gut, das ist, also ja.
- 2:43:46Das gab es auch.
- 2:43:47Natürlich.
- 2:43:48Ja, sprung ich.
- 2:43:50Cool.
- 2:43:51Alles, alles und dann sagst du ja okay gut, ja weiß ich nicht, aber dann hast du vielleicht
- 2:43:55nicht die richtigen Leute angelangt, weil dann hättest du vielleicht mit dem einzelnen
- 2:43:58Tisch feiern sollen, weil das sind ja deine Freunde, mit denen du die besonderen Sachen
- 2:44:02teilhaben willst und es ist nicht, dass die anderen Sachen, die ausgeschenkt wurden, nicht
- 2:44:06wertig waren oder so was, aber denk mir, okay gut, ich würde das nicht machen, man klassifiziert
- 2:44:12oder man kategorisiert die Leute auch und entweder lasse ich alle Wanteile haben oder
- 2:44:17kein und darum finde ich, wenn jemand sagt, ich würde das machen und sage, wir machen das
- 2:44:25und wir kriegen es genauso hin, wie sie sich das vorstellen und wir freuen uns.
- 2:44:29Gerade, also letztlich ist ja auch für so eine Veranstaltung ein Geschenk für die Gäste,
- 2:44:35dass man, also nicht nur, weil man der Bezahler ist, sondern wenn man es ja auch weiter reicht,
- 2:44:40dann ist es, du Wein ist ein gutes Geschenk, also verschenkst du gerne Wein oder bekommst
- 2:44:42du gerne Wein geschenkt oder ist das pure Verlegenheit oder wenn man weiß, du kennst
- 2:44:47dich damit aus, darum macht man es oder macht man es nicht, wie gehst du damit um?
- 2:44:52Ich freue mich immer, gerade Wein ist immer ein kritisches Geschenk, Wein ist immer so
- 2:44:56wie so ein, wie wenn man so ein Delikatessenkorb bekommt, das ist immer so ein bisschen so,
- 2:45:02es ist schon nett, aber es ist eher so, aber wenn jemand etwas damit verbindet oder dort
- 2:45:11hergekommen ist oder dort gewesen, sondern das Ganze einfach eine Emotion und das einfach
- 2:45:15nicht aus irgendwas einer Verlegenheit gekauft hat, bin ich immer, freue ich mich immer darüber,
- 2:45:21also weil vielleicht in dem Moment genau gesagt hat, oh, das könnte vielleicht Marco gefallen
- 2:45:28und deswegen habe ich eine Flasche mitgebracht.
- 2:45:30Also wahrscheinlich ein Muscatella oder ein Sonjuviso oder?
- 2:45:36Nee, also auch du, Albarinius, Shannon Blanc, ich bin da wirklich komplett offen, es kann
- 2:45:46mir auch jemand einen Petnat mitbringen oder ich habe einen coolen Mitarbeiter, einen
- 2:45:51gewordenen Freund aus Slowenien und wenn der mir voll aus der Haus aus Slowenien was mitbringt,
- 2:45:57kann auch Michael Wagner, Rebollah sein oder das ist halt so gesagt, hey cool, ich bin
- 2:46:03da super offen und ich weiß einfach, er hat eine Verbindung dazu und es hat das aus bewusst
- 2:46:09ausgesucht, einfach ein bewusstes Geschenk und nicht ein geschenktes Geschenk willens
- 2:46:13machen.
- 2:46:14Ja und wahrscheinlich so die zweite Ebene, was Wein dann auch bietet mitragen, hast
- 2:46:19du selber noch, jetzt bist du gerade erst angekommen, natürlich wahrscheinlich für dich
- 2:46:23das Wichtigste ist, da erstmal anzukommen und dein Standing langsam zu finden, aber
- 2:46:30selber noch Ziele und Wünsche oder Vorstellungen oder irgendwas in die Zukunft oder bist du
- 2:46:35jetzt erstmal so furchtbar aufgeregt, dass du gar nicht nach vorne denkst?
- 2:46:39Ich bin, ich klopfe voll, mir geht es wahnsinnig gut, uns geht es gut, wir sind hier super aufgenommen
- 2:46:47worden und ich freue mich nach meiner Eingewöhnungsphase auch noch mehr und mehr Wert für das Restaurant
- 2:46:56vielleicht bringen zu können und hoffe, dass ich mit meiner Arbeit etwas prägen kann,
- 2:47:03auch für die nächsten Jahre, etwas nachhaltiges, nichts kurzweiliges, weil ich habe auch zu
- 2:47:09der Familie Ramitche gesagt, ich sehe das hier nicht als Sprint, ich sehe das als Marathon
- 2:47:13an und who knows, der Clemens ist ein Jahr jünger als ich und die Magdalena ist ein bisschen
- 2:47:19älter als ich, was wäre, wenn wir hier alle zusammen rausgehen und sagen, das war es mit
- 2:47:24der Gastronomie, weil wir können es nicht mehr, weil wir zu alt sind, dann wäre ich
- 2:47:29auch nicht, würde ich das auch nicht als Schade oder als vergeuteten Pfinn, sondern ich würde
- 2:47:33sagen, wow, wir haben ganz, ganz, ganz toll was geschaffen, aber wer weiß, was die Zeit
- 2:47:38bringt, wo hin es geht, was passiert, Dinge, die man nicht beeinflussen kann.
- 2:47:42Aber jetzt bin ich erst mal glücklich, dass es so gut für mich passt, weil das ist ja
- 2:47:47auch keine Selbstverständlichkeit, wenn man irgendwo neu anfängt, kann es einfach sein,
- 2:47:53dass einfach Gegebenheit oder Umständen einfach nicht passen und die Vorstellung war besser
- 2:47:57als das sein und momentan ist es so, dass die Vorstellung genau das matcht, was wir uns
- 2:48:03vorgestellt haben im Sinne von es passt und ich hoffe, dass ich auch, ja, dass sie, meine
- 2:48:10Frau, das ist ganz toll gesagt, dass sie, ich würde mir wünschen, dass sie stolz darauf
- 2:48:16sind, dass du dort arbeitest, also dass sie stolz auf mich sein können, das strebe ich
- 2:48:21an.
- 2:48:22Ich glaube genau das ist so das absolut perfekte Schlusswort, also danach werden wir einen Cut
- 2:48:28und das war so emotional und so schön jetzt so am Schluss, dann danach absteigen.
- 2:48:34Ich würde für dich aber auch eine wahnsinnige Umgewöhnung jetzt aus der Nähe von nach
- 2:48:37Meyland, Bern, München, dann Trier in der Nähe oder?
- 2:48:41Ja.
- 2:48:42Das ist glaube ich gar nicht so einfach, dann aufs Land zu ziehen.
- 2:48:46Aber du kommst ja vom Land, das ist ja dann auch anders.
- 2:48:48Genau, um Trier ist eine wahnsinnig schöne Stadt, also bei schönem Wetter sitzen die Leute
- 2:48:52draußen, trinken Wein, also Wein wird einfach auch gelebt und das ist schön.
- 2:48:58Ja, das stimmt ja.
- 2:49:00Das ist dort einzigartig, dass eine der Regionen ist, wo Wein richtig aktiv geliebt wird und
- 2:49:06ein Bestandteil des Lebens dann letztlich auch ist eh nicht wie der Fall.
- 2:49:09Was für ein Geschenk im wahrsten Sinne ist Wortes, dass Erzeuger wie Roda aus Sarro immer
- 2:49:21einen Schritt weiterdenken und ein so modernes Projekt wie unseren Podcast Sommie unterstützt.
- 2:49:28Ja, unser heutiger Partner, unser heutiger Folgenbegleiter ist Roda, ein Weingut, das
- 2:49:32durchaus schon in dieser Weingeld für Vorurgesorten Geschichte geschrieben hat, ob gleich es noch
- 2:49:38so jung ist.
- 2:49:39Die beiden Gründer, Mario Rodjantin, Carmen Dauréa, beide aus Katalonien stammen, er kannten
- 2:49:44bei einem Besuch in der Riocha Ende der 80er Jahre das komplett ungenutzte Potenzial der
- 2:49:51Weinberge, zumindest wenn es um Weine von aller höchster Qualität geht.
- 2:49:56In der Stadt Aro gründeten sie daher das Weingut von Degas Roda.
- 2:50:00Und er warben 21 Parzellen mit einer Gesamtfläche von über 150 Hektar.
- 2:50:06Bis heute, bis jetzt ist Weingut, einige der besten Lagen in der Riocha Alter und aller
- 2:50:11Weser.
- 2:50:12Unterstützt von angesehenen Weinexperten darunter der renommierte Inologe Professor
- 2:50:17Santolaya, erzielten sie schnell beeindruckende Ergebnisse.
- 2:50:21Wer sich ein bisschen mit der Riocha beschäftigt, mit recht schnellem Merken, dass es ein Gebiet
- 2:50:27ist, was mit keinem anderen Gebiet in Spanien vergleichbar ist.
- 2:50:32Ob gleich oder vielleicht gerade wegen der Größe, gibt es teilweise sehr unterschiedliche
- 2:50:37Klimazonen.
- 2:50:38Es gibt eine gänzlich unterschiedliche Klima-Gegebenheit, die von Norden drückt.
- 2:50:43Es gibt Einflüsse von Osten und sehr starke Einflüsse aus dem westlichen bzw. aus den
- 2:50:49südlichen Bereichen.
- 2:50:50In den einzelnen Klimazonen entstehen jedes Jahr unterschiedlichste Weinibodygas Roda,
- 2:50:56hat einen großen Wert darauf gelegt, ein Puttburi aus Lagen mit unterschiedlichsten
- 2:51:02klimatischen Bedingungen, Ausrichtungen und verteilt in den beiden Kerngebieten Riocha
- 2:51:08Alter und aller Weser zu positionieren.
- 2:51:11Die besondere Philosophie der Bodegas Roda ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität
- 2:51:16ihrer Spitzenweine.
- 2:51:17Ein Großteil der Rebstöcke sind bis zu 90 Jahre alt.
- 2:51:22Ein Schlüssel zum Erfolg der Bodega ist die tiefe Verwurzlung in den langen Traditionen
- 2:51:27des Weinbaus in der Riocha Alter.
- 2:51:29Die Winzer um Augustin Santolayer können auf alte Techniken und ein umfangreiches Wissen
- 2:51:34zurückgreifen, dass die Grundlage für ihre sorgfältige Arbeitsweise bildet.
- 2:51:39Selbst reden, dass die Ernte von Hand erfolgt und dass jedes Jahr, je nach Jahrgang zwischen
- 2:51:4540 und 80 nicht Erntehelfer so nahezu Experten auf das Gut kommen, um die Trauben sorgfältig
- 2:51:52zu selektieren.
- 2:51:53Die Geschichte der Bodegas Roda zeigt, wie bedacht die Winzer gerade in den ersten
- 2:51:58Jahren agieren.
- 2:51:59Die in den 90er Jahren selbst gepflanzen Reben wurden erst vor Kurzen für die eigenen Weine
- 2:52:06verwendet.
- 2:52:07In der Zwischenzeit arbeitete man mit gepachteten alten Rebanlagen.
- 2:52:12Von diesen alten Rebstocken werden stets nur die besten Trauben verwendet.
- 2:52:17Ein extrem strenger, selbster auferlegter Maximalertrag von 25 Hektoliter pro Hektar
- 2:52:24spricht für das Qualitätsbewusstsein im Weingut.
- 2:52:27Die vier im Weingut erzeugten Weine sprechen für sich.
- 2:52:30Und jeder hat eine ganz eigene Identität, sowohl der Roda Primär Reserver, der kraftvolle
- 2:52:37Strukturiert der Lebensfähigkeit, der unglaublich opulent ist, reinsortlich aus Tempranio, der
- 2:52:42Roda Reserver aus Tempranio und Ganaccia, der eine schnellere Zugänglichkeit, eine unfassbare
- 2:52:48Gastronomiefreundlichkeit und einen durchaus sehr attraktiven Preisbesitz, der Session,
- 2:52:54der nur aus dem besten Trauben des Weingutes erzeugt wird und der Sela eine saftig fruchtige
- 2:53:00Kombination aus Tempranio und Kratiano.
- 2:53:04Roda scheint auf natürlichste Weise eine Weiterentwicklung der durchaus spannenden Geschichte der Riocha
- 2:53:11zu sein.
- 2:53:121780 reiste Don Manuel Quintano nach Bordeaux, um Weinherstellungstechnik zu erlernen.
- 2:53:18Nach seiner Rückkehr führt er ihr Verwendung von Eichenholzfässern in die Riocha ein, was
- 2:53:23die Langlebigkeit der Riocha weine dramatisch verbesserte.
- 2:53:27Das hieraus entwickelnde Exportpotenzial erschloss weit entfernte Märkte wie Cuba und Mexiko,
- 2:53:35da die Weine eine ganz andere Entwicklungshreife und Lebensfähigkeit hatten.
- 2:53:39Doch schnell ließ man dort die Finger von der neu gewonnenen Errungenschaft, unabhängig
- 2:53:45davon, ob besondere Weine entstanden oder es ihnen gut tat, denn die regionalen Behörden
- 2:53:50ordneten an, dass alle Riocha Weine unabhängig, ob sie für den ausländischen oder inländischen
- 2:53:56Verbrauch bestimmt sind, den gleichen Preis haben müssen, unabhängig von den zusätzlichen
- 2:54:00Kosten durch die Eichenfassreifung.
- 2:54:03Dieser erheblich wirtschaftliche Nachteil führte dazu, dass die Verwendung von Eichenfässern
- 2:54:07fast 100 Jahre in Ungnade fiel.
- 2:54:11Kein geringerer als Oberst Luciano Morietta, welcher zusammen mit dem Herzog La Victoria
- 2:54:16eine Bodega im Bologno Vesas kümmerte sich um die Modernisierung der Riocha Weine Industrie.
- 2:54:22Wiederum er verbrachte ebenfalls eine gewisse Zeit im Bordeaux, ließ die Tradition der
- 2:54:28Eichenholzfässer in der Riocha wieder aufleben und brachte moderne Techniken mit in die
- 2:54:34Riocha.
- 2:54:35Die große Blüte der Riocha begann jedoch, begründet auf das Unglück anderer Weinbaugebiete
- 2:54:42im Jahre 1850, beginnt mit der Pilzkrankheit Meiltau und der darauf folgenden Reblaus.
- 2:54:48Fast die komplette französische Weinindustrie wurde davon vernichtet und so reißen Dutzende
- 2:54:56von Handelshäusern quer durch Europa und suchten nach Gegenden und Möglichkeiten, um wieder
- 2:55:03Wein zu erzeugen.
- 2:55:04Aufgrund der bodentypischen Gelegenheiten blieb die Riocha zu größten Teilen von der Reblaus
- 2:55:11verschont.
- 2:55:12Französische Winzer sahen dort eine ideale Möglichkeit ihr umfangreiches Wissentechniken
- 2:55:19Erfahrung einzubringen, um eine ganz neue, aber zugleich herkömmliche und traditionelle
- 2:55:25Arteninterpretationen ihrer Weine zu erzeugen.
- 2:55:28Das neue Zeitalter der Riocha war geboren.
- 2:55:32Der anschließende Boom und letztliche Durchbruch der Weinindustrie in der Riocha begann ab
- 2:55:37dem Jahre 1890 als Final der legendäre Bahnhof in Aro, fertig gestellten angeschlossen wurde,
- 2:55:45sodass die erzeugten Qualitäten in die Häfen somit nach Frankreich übersetzt werden konnten.
- 2:55:51In den 1960er Jahren verlor auch die Riocha an Aufmerksamkeit und es dauerte bis Mitte
- 2:55:59der 90er Jahre und dem Engagement nicht weniger andersdenkender Winzer wie oder um der Riocha
- 2:56:06und somit auch dem spanischen Weinbau zu einem neuen Hype zu verhelfen.
- 2:56:10Daher nicht nur für den spanischen Weinbau, sondern auch für unsere heutige Podcastfolge.
- 2:56:15Vielen Dank, dass es euch gibt, liebe Bodegasroder.
- 2:56:18Vielen Dank für die Unterstützung und auch ein Dankeschön an den hiesigen, an den nationalen
- 2:56:24Vertriebspartner dem Handelshaus Schlumberg.
- 2:56:26Vielen lieben Dank, lieber Marco, für deine Offenheit, für deine Zeit, für deine Gedanken
- 2:56:40und dass du uns mit auf deine Reise genommen hast.
- 2:56:43Deine Reise durch nahezu alle deutschsprachigen Länder, Österreich, Schweiz, Deutschland
- 2:56:47und dass du uns ein Gefühl dafür gegeben hast, was du mit diesem tollen Beruf verbindest
- 2:56:52und welchem Weg du mit deiner neuen Aufgabe im Waldhotel Sonora beschreiben möchtest.
- 2:56:57Und ich bin sicher, wir werden ständig und dauerhaft von dir hören.
- 2:57:01Danke für deine Zeit, lieber Marco und danke auch euch, ihr Liebenzuhörer fürs Zuhören.
- 2:57:06Jetzt haben wir um die 4 Stunden geschafft.
- 2:57:09Ich wäre super dankbar, wenn der ein oder andere noch vielleicht 1 oder 2 Minuten hätte,
- 2:57:14den kleinen Umweg über Spotify oder Apple Podcast geht und eine Bewertung, ein Kommentar,
- 2:57:19eine Frage, eine Anmerkung oder einen Gedanken hinterlässt.
- 2:57:22Erst einmal vielen Dank fürs Teilen, fürs dabei sein, fürs liken und einfach für euch.
- 2:57:29Und ein großes Dankeschön gilt auch der Schlumbergergruppe.
- 2:57:33Mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Conzi Uvini und dem Privatkundenportal Bremer
- 2:57:40Winecollect für die Unterstützung für die Begleitung sowohl wirtschaftlich als auch
- 2:57:43händisch und das ja einfach an unserer Seite seid.
- 2:57:46Nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:57:49Und voller Spannung habe ich mich auf unseren nächsten Gast gefreut.
- 2:57:53So wie das Haus, in dem er arbeitet, bereits Geschichte ist, so ist auch er bereits Geschichte.
- 2:57:59Er ist unlaut, er ist nicht überpräsent, aber jeder der einmal von ihnen eine Weinempfehlung
- 2:58:05aus dieser übermächtigen Karte erhalten hat.
- 2:58:08Jeder der einmal Ben Müller Birkholz einen Abend an seiner Seite hat, wird nicht mehr
- 2:58:13von ihm loskommen.
- 2:58:14So wie ich nach dem Gespräch.
- 2:58:16Ich freue mich auf die kommende Woche und ich freue mich aus dem Restaurant Jörg Müller
- 2:58:21auf Sylt in Westerland auf Ben Müller Birkholz.
- 2:58:44Guten Tag, mein Name ist Ingo Hillen und ich hatte das große Vergnügen, Marco auf inzwischen
- 2:58:50drei Stationen öfter erleben zu dürfen und ja, ich bin ein Fan.
- 2:58:56[Musik]
- 2:59:17Hadi.