Latest / SOMMELIER / Julian Grunwald - Der Karrierist unter den Sommeliers
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- 0:00Hallo, Sehwio hier spricht Sabine Eichbauer vom Tantris in München und dem Weingutselekut
- 0:17in Montagino.
- 0:18Momentan sitze ich in Montagino an unserem riesigen Ess-Tisch.
- 0:23Bis gestern hatten wir hier Lese und schon langsam Kettruhe-Eisen auch an dem Tisch,
- 0:29an dem ich bis gestern noch zwei Dutzend Leute verköstigt habe, die uns geholfen haben,
- 0:34Fans and Family bei der Lese.
- 0:37Und überlege mir, was ich dir über deinen Gast Julian Grunwald, unseren Chef-Sommelier
- 0:42vom Tantris, mir so klinär erzählen kann.
- 0:45Vielleicht, wie sehr ich Julian am und als Gast schätze.
- 0:50Wie er wunderbar fein mit mir kommuniziert, wenn ich mit Gästen im Tantris bin, wie er
- 0:54meine Blicke versteht.
- 0:56Dass er immer eine Meinung hat, die er anbietet und einem nicht aufdrängt, wie er leise,
- 1:01aber präsent im Restaurant ist, anscheinend nie die Ruhe verliert.
- 1:06Mittlerweile weiß ich ganz gut, wenn sein Lächeln eigentlich davon spricht, dass es
- 1:10gerade brennt, aber er ist eben nie den Gast spüren lässt.
- 1:14Julian ist für mich ein Weinkähner der feinsten Art.
- 1:18Das kann ich von zwei Seiten erleben, weil er auch schon hier bei mir zu Gast war.
- 1:23Als Kunde quasi zusammen mit anderen Sommiers, genau an diesem Tisch, an dem ich jetzt
- 1:27gerade sitze.
- 1:28Und hier habe ich ihn auch als sehr feinen Gesprächspartner erlebt.
- 1:34Leidenschaftlich in seinem Beruf und im Leben.
- 1:36Wir haben uns die halbe Nacht über Wein und Gasgewertum, aber auch über Familie und Kinder
- 1:41unterhalten.
- 1:42Und wie wichtig es ist, da eine Balance zu finden.
- 1:44Und ich bin mir sicher, dass auch du ein tolles Gespräch, ein spannendes Gespräch mit Julian
- 1:50haben wirst.
- 1:51Und dabei wünsche ich euch beiden ganz viel Spaß.
- 1:53Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Wein-Kähner
- 2:19unserer Zeit.
- 2:20In den vergangenen Folgen habe ich nicht wenige meiner Gäste gefragt, wo sie gerne noch einmal
- 2:24tätig wären.
- 2:25In welchem Lokal sie einmal Wein ausschenken würden, welche Weinkarte sie gerne einmal
- 2:27betreuen würden.
- 2:28Und nicht wenige derer haben geantwortet im historischen Tantris.
- 2:33Denn kaum ein Restaurant hat so viel deutsche Gastronomiegeschichte geschrieben wie das
- 2:37Tantris.
- 2:38Und auch jeder der Sommlies, die ich kenne, die ich hier zu Gast hatte, sind begeistert
- 2:42von diesem außergewöhnlichen Lokal.
- 2:44Und so freue ich mich umso mehr zu hören, wie es im aktuellen Tantris ist.
- 2:48Wie sich dieses Glanzstück der deutschen Gastronomiegeschichte entwickelt hat und welche Anforderungen
- 2:53an eingestellt werden, um dort tätig sein zu dürfen.
- 2:56Julian Grunwald ist der aktuelle Chef-Sommelier im Restaurant Tantris.
- 2:59Und heute unser Gast.
- 3:01Geboren 1982 in Dortmund.
- 3:03Die Ausbildung im Hotelstadt Hamburg auf Sylt.
- 3:07Im Anschluss tätig im Restaurant Königshof in München, im The White Barn Inn, im Cannon
- 3:11Bank Board Main, in den Vereinigten Staaten, im Restaurant Annex, im Park Hotel Veggies,
- 3:16im Restaurant Le Cil, im Berchtesgaden und seit 2019 im Restaurant Tantris.
- 3:22Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei
- 3:25unserem Partner, der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Konzio Vini, Schlumberger,
- 3:30Segnitz und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche
- 3:35Unterstützung aufs allerherzlichste bedanken.
- 3:38Dank der Unterstützung ist es möglich, dieses Projekt nicht nur ins Leben zu rufen, sondern
- 3:42auch weiterzuführen.
- 3:43Vielen lieben Dank dafür.
- 3:44Und nun, Vorhang auf, bühnefrei für Julian Grunwald.
- 3:49Wer sucht bei euch eigentlich die Weine aus?
- 3:53Es ist eine Teamarbeit.
- 3:55Also ich bin mit meinen beiden hier, meinen beiden Zommeliers immer am Gast und täglich
- 4:01draußen und mache das zusammen mit Mathieu Mermitschlein.
- 4:05Der ist quasi der Mann im Hintergrund, der vor allem für eben unsere Allokation zuständig
- 4:11ist.
- 4:12Wir haben einfach durch die Tradition des Hauses super Verbindungen, vor allem nach
- 4:17Frankreich, aber auch Italien, einige Sachen aus Deutschland, die wir eben direkt bekommen
- 4:22und da ist er derjenige, er ist Belgier ursprünglich und französisch zu reden, schadet natürlich
- 4:30nicht in dem Moment, gerade eben mit der Verbindung nach Frankreich und er ist schon
- 4:35also nicht mehr aktiv, abends im Rest oder überhaupt im Restaurant, aber eben das hilft
- 4:42schon, dass er damit mit am Board ist und mir die Arbeit abnehmen kann.
- 4:45Was sind Allokationen, für alle die es vielleicht noch nicht so ganz präsent haben?
- 4:49Das sind Weine, die wir eben jedes Jahr kaufen.
- 4:52Wir haben wirklich 60, 70 Prozent der Karte, unsere Stammkarte, möchte ich mal sagen,
- 4:59und die bleibt unverändert.
- 5:02Das ist eben auch das Tolle mit der Historie des Restaurants, dass über 50 Jahre lang
- 5:07schon beigesammelt wird.
- 5:08Und da haben meine Vorgänger, und das ist eben auch ein tolles Erbe, da wirklich angefangen
- 5:16mit großen, inzwischen großen Häusern, die damals aber teilweise eben auch Newcomer waren,
- 5:21deren Beine zu kaufen und das ist eben eine Tradition, die wir, wo wir uns so war vorne,
- 5:27die wir bei sehr, sehr vielen beibehalten haben.
- 5:30Ansonsten hätte man keine Chance jetzt in solcher Jahrgangs und Lagen tiefer an, ich weiß nicht,
- 5:35was los an viele Bogunder Winzer, an Jean-Louis Schaf oder die Weine von Emmanuel Reno, Raias
- 5:43und so weiter heranzukommen.
- 5:44Vom Händler kriegt man das natürlich nicht in der Menge und bei Weitem auch nicht zu den
- 5:50attraktiven Konditionen und das ist eben so ein bisschen das Geheimnis unserer Weinkarte,
- 5:55dass wir die Sachen schon lange kaufen und deswegen auch einfach im Rahmen natürlich
- 6:02aber fair anbieten können.
- 6:03Und das sind 60 bis 70 Prozent, also die Weine, wo du dich nicht drum kümmern musst, sondern
- 6:09die automatisch immer reinflattern.
- 6:11Genau, ich meine, tut sich natürlich bei allen Winzern immer was und neue Lagen, Schwierigkeiten
- 6:18in den Jahren, Besonderheiten, also wir haben schon mit allen da wirklich gute Kontaktin,
- 6:24sehr, sehr guten Draht, muss man sagen und das ist auch die Philosophie des Hauses, es
- 6:29ist eine riesen Weinkarte mit so knapp 2000 Positionen.
- 6:32Ist das doch so viel, wow.
- 6:34Ja, es sind schon einige, ja.
- 6:36Aber das sind am Ende gar nicht so viele Winzer, sondern wir wollen eben die Arbeit der Winzer
- 6:43so weit möglich in der Tiefe eben abbilden.
- 6:45Wir haben von den Winzern mit denen wir zusammenarbeiten eben verschiedene Lagen, Jahrgangstiefe
- 6:50und das ist auch wenn wir jemand neu aufnehmen, eine Sache auf die wir großen Wert legen,
- 6:54eben diese Struktur in der Karte zu behalten.
- 6:56Was für dich der Reizvoller, wenn du die Karte hast, eher mit den Jahrgängen oder mit den
- 7:01Lagen zu spielen, also sprich jemand kommt rein und sagt, ich möchte gerne XY trinken.
- 7:06Wie gehst du davor, versuchst du da anhand der verschiedenen Jahrgänge den idealen
- 7:11Geschmack zu finden oder eben aufgrund der verschiedenen Ausprägungen der Lagen?
- 7:15Ein bisschen von beidem, ehrlich gesagt.
- 7:18Gerade wenn man jetzt ans Begrund denkt, in vielen Momenten natürlich auch eine finanzielle
- 7:26Frage, was der Gast eben bereit ist für die eine Flasche daneben auszugeben.
- 7:32Wenn ein Winzer schon sagt, dann macht er ja ein Call mehr oder wie nicht?
- 7:36Dann ist er in die Richtung und dann weißt du schon, das kann 3, 4, 5-stellig werden.
- 7:41Ja, das stimmt.
- 7:43Und dann geht es eben auch darum, wie schätze ich ihn ein, möchte er fein, möchte er elegant
- 7:50trinken, suche ich ihm warmes Jahr raus, möchte er lieber ein bisschen mehr Power im Wein
- 7:53haben und eben auch in Verbindung mit der Lage.
- 7:55Ich meine, begründ aber auch die Rieslinge in Deutschland sind natürlich ein gutes Beispiel
- 8:00dafür.
- 8:01Wie zeigt sich die Lage?
- 8:02Habe ich eine Lage weiter oben am Hang?
- 8:05Habe ich dort einfach kühleres Terroir?
- 8:08Habe ich dort mehr Feinheit im Wein?
- 8:10Oder geh ich weiter nach unten?
- 8:12Habe mehr Auflage, mehr Power?
- 8:14Das ist eben etwas, wo ich die Gäste, wenn ich sie kenne, auch eben schon einschätzen
- 8:21kann.
- 8:22Oder andererseits, dass ich eben so ein bisschen auslohte, einfach indem ich gar nicht direkt
- 8:28frage, die dort die Lage ist, sondern wie er denkt, dass sein Wein idealerweise sein
- 8:32sollte.
- 8:33Würdest du persönlich den Jahrgang über die Lage oder die Lage über den Jahrgang stellen?
- 8:37Ich glaube, es liegt ein bisschen am Gebiet.
- 8:42Im Begrund würde ich eher die Lage übers Jahr stellen und dann je nachdem in Deutschland
- 8:49gerade bei Riesling gibt es aufgrund der verschiedenen Jahre doch schon sehr, sehr unterschiedliche
- 8:53Ausprägungen.
- 8:54Wäre es vielleicht tendenziell andersrum, aber komplexe, komplexe Frage, komplexe Sache
- 9:01auf jeden Fall.
- 9:02Da könnte man Podcast mitfüllen.
- 9:04Das ist ein spezielles Ansichtssache, dass man unterschiedliche Betrachtungsweise über
- 9:10die Jahre, über die Wertigkeiten der Lage, ob es in dem Jahrgang besonders herausgearbeitet
- 9:14wird oder weniger.
- 9:19Ich meine, du bist ja noch nicht so lange im Tantris selber und das erste Mal da richtig
- 9:27krass mit denen, mit der Vielfalt konfrontiert.
- 9:30Hast du da drei Wochen Grundkurs gemacht?
- 9:33Ja, es war schon ganz am Anfang eine immense Aufgabe.
- 9:39Ich meine, es ist eine Riesenkarte und egal wo man herkommt, du bist im nächsten Laden
- 9:43und hast einfach andere Winzer, du hast andere Gegenden, du hast einen anderen Fokus in
- 9:47der Weinkarte und da natürlich Sachen wo man sich absolut reinfuchsen muss.
- 9:51Das ist schon ein sehr komplexes Thema.
- 9:54Aber auch ein sehr schönes Thema und etwas was mir große Freude macht und wenn man das
- 10:00dann am Ende dem Gast gut vermitteln kann, dann ist das natürlich eine ganz, ganz großartige
- 10:05Sache.
- 10:06Weiterhin immer noch eine Aufgabe da, so weit möglich alles darüber zu wissen und
- 10:14perfekt Auskunft geben zu können.
- 10:16Beriebt du im beiden Restaurants, also im DNA und im Tantris oder nur im Tantris?
- 10:21Ich bin in beiden Restaurants, also wir haben im ganzen Haus drei Teilbereiche quasi, drei
- 10:26Outlets mit dem Tantris, mit dem Tantris DNA und auch mit der Bar.
- 10:31Jeden Abend wenn die beiden Restaurants aufhaben, also mittwoch bis Samstag ist auch die Bar
- 10:35auf und auch da gibt es tolles Stammgastpublikum inzwischen und viele Leute die auch klar
- 10:42mal sich ein Drink zum Abritiv machen lassen, aber dann auch einfach Wein trinken.
- 10:48Gibt toll wirklich sehr sehr hochwertigen Barfood, den eben die Küche vom DNA mitmacht
- 10:55und da macht Wein schon absolut auch Sinn.
- 10:57Aber das sind alle drei Bereiche, im Normalfall hüpfe ich so ein bisschen hin und her zwischen
- 11:04Tantris und DNA und bin dann aber auch wenn jemand da ist und speziellere Wünsche hat,
- 11:11die Bar hat ihre eigenen offenen Weine und die Jungs machen so gute Wissen, da bescheiden
- 11:14und nehmen auch auf, wenn jemand sagt, ich will das und wissen auch wo sie es finden
- 11:19müssen und wieder mit umzugehen ist und so.
- 11:21Aber natürlich hat man auch mal da die Weinfreak sitzen und dann geht so was mal eben in die
- 11:27Tiefe so ein Gespräch und wie verhält sich die Lage von Jacques Salos gegenüber der,
- 11:33welches Degaschmauer soll ich nehmen, was auch immer.
- 11:35Also das kann dann auch schnell mal in die Tiefe gehen, weil mir natürlich wie gesagt
- 11:41durch die Tradition des Hauses einfach die Leute haben die herkommen um eben auch so
- 11:47groß zu trinken, um dann wirklich auch auf die Schätze und auf die Besonderheiten zu
- 11:51gehen.
- 11:52Wie kann sich das bewerkstelligen?
- 11:53Du bist ja auch nur du und du hast ja dann teilweise die Situation, dass 10, 15 Tische
- 11:58mit mal kommen.
- 11:59Im krassen Fall kannst du dich da irgendwie zerlegen.
- 12:01Klar, du hast ein Team, aber jeder möchte ja auch den Zommi dann irgendwo sehen.
- 12:05Kategorisiert du das?
- 12:06Sagt du, ich berate nur Weine ab 1000 Euro oder sagst du einfach nur ein Tisch 1 bis 5
- 12:12oder bist du die Feuerwehr, wo grad irgendwie ein Kellner schreit oder ein Chef der Rheinschuldigung
- 12:17schreit, da rennst du hin oder?
- 12:18Ja, es ist ein bisschen, genau Feuerwehr ist vielleicht gar nicht das verkehrte Wort.
- 12:23Ich meine am Ende, ich habe 2 tolle Sommeliers an meiner Seite, die das wirklich großartig
- 12:27machen, aus Count Lena.
- 12:30Und wenn ich nur die ganzen großen Sachen ihnen wegnehmen würde, wäre es ja auch kein
- 12:35Ansporn und einfach nicht der richtige Weg.
- 12:38Wenn Leute da sind, die ich schon lange kenne, tolle Stammgäste und so, dann wo ich halt
- 12:44auch weiß, was sie möchten und in welche Richtung das geht, dann bin ich schon vorwiegend
- 12:48da.
- 12:49Aber ansonsten ist da wirklich der Teamgedanke, der am Vordergrund steht und ich lasse die
- 12:52beiden im Tantris Station machen, rennen für sie in Keller, wenn sie was brauchen
- 12:57und wie gesagt, wenn ich jetzt sage, ich picke mir die Kirschen raus, dann klingt das blöd,
- 13:01aber wie gesagt, ich gehe zu den Stammgästen, wo ich dann schon mehr, ich meine, das sind
- 13:06jetzt 5 Jahre, die ich hier im Tantris bin.
- 13:08Da sind es schon viele Leute, die ich kennengelernt habe und deren Vorlieben mich auch einfach
- 13:12abgespeichert habe.
- 13:13Wie machst du das mit deinem Team?
- 13:15Wie sagst du, das ist unser Stil, das ist der Stil des Tantris bei dem Weinenempfehlung
- 13:20oder bei der Präsentation der Karte oder ist dann doch jeder deiner Sommies für sich
- 13:26autark und individuell?
- 13:27Jeder bringt dann natürlich auch seine eigenen Vorlieben mit und seinen eigenen Geschmack.
- 13:33Am Ende natürlich immer wichtig auch auf den Gast einzugehen und nicht nur irgendwie,
- 13:38weil man gerade Juratoll findet, das durchzudrücken und am Ende kann der Gast da gar nichts mit
- 13:42anfangen.
- 13:43Das ist natürlich immer ein Spagat, ansonsten definiert sich das Stil des Hauses natürlich
- 13:48auch durch die Weinkarte.
- 13:50Ich meine, begutend weiß und rot ist riesen Großbau, riesling Deutschland ist sehr, sehr
- 13:56gut vertreten und das ist dann auch das, was am ehesten unsere Sachen sind, die wir den
- 14:04Gästen näher bringen einfach.
- 14:05Wie kommst du auf neue Weine?
- 14:07Ist es, dass Winter zu dir kommen und sagen, ich möchte gern ein Tantris vertreten sein
- 14:10oder sprichst du die Winter an?
- 14:12Es ist ein bisschen von allem ehrlich gesagt.
- 14:15Wenn jemand auf uns zukommt, ist es oftmals ein bisschen schwierig.
- 14:21Also ist nicht so mein liebster Weg.
- 14:23Ich finde die Sachen lieber selber über Empfehlungen, über Gebiete, die man bereist,
- 14:29über Empfehlungen von Händlern auch natürlich, das gibt es auch.
- 14:34Aber wenn jemand hierher kommt und mir seine Weine präsentieren möchte, finde ich, ist
- 14:40man immer so ein bisschen unter Druck, der kommt her, nimmt sich seine Zeit, macht alles
- 14:44auf für uns und so und dann ist manchmal ein bisschen schwierig zu sagen, ja okay,
- 14:47ist jetzt ganz nett, aber vielleicht doch nicht das, was zu uns passt.
- 14:51Und es passiert schon regelmäßig.
- 14:55Gerade mit dem Wandel, den es jetzt gegeben hatte auch im Haus, mit dem großen Umbau
- 15:03vor, drei Jahren und einfach der neuen Küchen-Stillistik auch und eben auch mit dem Wandel
- 15:08der Sommelier, der Nikolas Spanier, mein Vorgänger ist eben ja jetzt seit gut anderthalb Jahren
- 15:16nicht mehr da und es merken natürlich dann auch Binsa und Leute und schauen, dass sie
- 15:22dann nochmal versuchen eben ihre Chance zu nutzen.
- 15:25Ist jemand neuestar, okay ich habe vor fünf Jahren schon mal gehört, dann ne meine will
- 15:28ich nicht, aber ich probiere es vielleicht nochmal und das passiert schon auch oft.
- 15:34Vielleicht habe ich da nochmal darauf eingehen, als meine erste Frage, wer ist letztlich
- 15:37der Finalentscheider, liegt das bei dir oder ihr habt ja so viel Weinkompetenz bei euch,
- 15:42also sowohl der Seniorchef, es ist ja ein Riesenweinliebhaber gewesen, als auch der
- 15:48Jetzigechef, also von dem her gibt es ja so viel Meinung eigentlich darüber, aber letztlich
- 15:53musst du es ja am Tisch verkaufen?
- 15:55Genau, ja es ist schon auch eine Teamentscheidung, also wir sind da wirklich mit Mathieu und
- 16:01auch mit Herrn Eichbauer sitzen oft zusammen oder regelmäßig zumindest zusammen und
- 16:07entscheiden viele Dinge gemeinsam, ansonsten aber für Dinge wie die Weinbegleitung, wir
- 16:14haben jetzt vorne ein Menürestaurant am Abend, ein Menü in acht Gängen und wir haben immer
- 16:21eine normale und eine Premium Weinbegleitung und schon die normale Weinbegleitung ist
- 16:25sehr hochwertig, also ich kalkuliere das so zwischen 25 und 30 Euro das Glas und die
- 16:33Premium Weinbegleitung ist dann wirklich das auch mal, wir haben im Moment Merceau
- 16:36von Leroy mit dabei und da sind auch Weinbeleite die dann wirklich mal 300 Euro des Glas kosten,
- 16:42das sind dann schon wirklich ganz, ganz große Raritäten und...
- 16:47Was kostet die Weinbegleitung?
- 16:49Das ist kein fester Preis.
- 16:51Ach so, okay, das ist wäre...
- 16:53Also für die normale Weinbegleitung sind es 210 Euro, aber für die Raritäten Weinbegleitung
- 16:59habe ich mir das offengehalten eben um auch dem Gast zu ermöglichen zu sagen, ich nehme
- 17:03das gerne und dann gehen die Glas aber 50 Euro los, enden aber eben bei 300 und wenn
- 17:09dann jemand sagt, ich nehme gerne die Raritäten, aber das ist mir dann wirklich doch zu viel,
- 17:14dann ist es gerne möglich, dann schiebe ich ihm da den Wein aus der normalen Begleitung
- 17:18ein, anders herum aber genauso, jemand der sagt, er nimmt gerne die klassische Weinbegleitung,
- 17:25aber wollte schon eben schon immer mal 1996er Barolo Reservoir von Erwarnia trinken, dann
- 17:32baue ich ihm das Glas gerne ein, deswegen habe ich mir das eben offen gelassen und
- 17:37ansonsten wenn er da am Ende steht Premium Weinbegleitung 875 Euro, dann wirkt es halt
- 17:43auch noch mal ein bisschen schwieriger als wenn man die Einzelglaspreise eben mit dabei
- 17:47hat.
- 17:48Ist ja wirklich schön, dass man da wählen kann und sich das selber auch zusammenstellen
- 17:50kann und beide Weinbegleitung dann aber eben auch entsprechend zu dem Menü passen.
- 17:54Ja, absolut.
- 17:55Aber bei der Premium Weinbegleitung mit Korrava oder macht die Flaschen auf?
- 17:59Ja, nee, nee, das ist Korrava.
- 18:02Da arbeiten wir schon sehr lange mit und auch sehr, sehr gerne und ich meine gerade bei
- 18:08so High Class, High Class Flaschen, sonst hätte man wirklich den Druck, das innerhalb
- 18:13der nächsten paar Tage verkaufen zu müssen und das ist dann doch schwierig.
- 18:17Und mit Korravan, das funktioniert sehr, sehr gut und die Leute nehmen es auch gut an,
- 18:21so dass hat keinen negativen Beiklang, so dass man das dann eben da so der Flasche annimmt.
- 18:28Hab ich interessanterweise noch nie gehabt, dass jemand das wirklich kritisch irgendwie
- 18:33betrachtet hat?
- 18:34Ja.
- 18:35Und da, also ist das eigentlich eine dankbare Erfindung.
- 18:39Welches System habt ihr da?
- 18:40Absolut.
- 18:41Also das ganz klassische Korrava, also wirklich das Gerät, was man um aufsetzt, auf die Flasche,
- 18:46genau.
- 18:47Und was auch wirklich toll ist.
- 18:49Klassische Champagner, die wir Glasfas machen, ein Weißen, ein Rosé und wir haben immer
- 18:54ein Premium Champagner noch.
- 18:56Das ist im Moment Röderer Kristall, also immer etwas sehr hochwertiges.
- 19:01Wir haben Schachsilos schon mal gemacht, wir haben sehr, sehr lange verschiedene große
- 19:06Sachen vom Bollinger gehabt und mit diesem neuen Korravan Sparkling funktioniert das
- 19:13sensationell.
- 19:14Auch dafür ist das wirklich gut.
- 19:16Auch mit Schaumweinen hat man dann nicht mal den großen Druck, das unbedingt schnell
- 19:20los werden zu müssen, weil das konserviert wirklich dann über Wochen.
- 19:25Wunderschön.
- 19:26Interessanterweise, bis zum letzten Glas, also auch wenn man noch zwei Gästchen unten
- 19:29drin hat, ist das stabil und hält den Druck und das Glas ist ja genauso frisch wie das
- 19:34erstes, wenn ich...
- 19:35Ah super, du bist vertraut damit.
- 19:36Ja.
- 19:37Ich war auch sehr erstaunt, wie gut es funktioniert.
- 19:39Wir haben natürlich so ein System, mit dem man die Weine abpumpt, also eben Vakuum erzeugt
- 19:45und dann eben auch begast für die Schaumweinsachen, aber das ist schon mal mit dem Korravan Sparkling
- 19:51wirklich ein großer Unterschied.
- 19:52Wie stellst du die Auswahl für die Bar zusammen?
- 19:54Ist das für dich eine Herausforderung oder suchen das die Bar jungs selber aus?
- 19:57Das ist die sagen, wir wollen nicht so XY beim Glas ausschenken?
- 20:01Es ist schon im Gespräch und ich will ja auch hören, was die gut verkaufen können, was
- 20:06eben auch dann am Ende ihre Zielgruppe trifft, aber tendenziell eher die etwas mehr Easy-Drinking-Weine,
- 20:13wenn jemand was superkomplexes möchte, dann haben wir das sowieso drüben, aber ich habe
- 20:18immer einen...
- 20:19Also im Prinzip zwei weiß, zwei rot, gibt immer einen frischen Riesling meistens, irgendwie
- 20:26was knackiges zum Start, bisschen was runderes, schmerzigeres, ein Schadownee habe ich meistens
- 20:31drüben und bei rot wechselts halt.
- 20:34Pinot haben wir sowieso immer was Schönes offen meistens, irgendwas aus der Begleitung
- 20:39und dann suche ich immer so ein bisschen links und rechts davon was für die Bar aus, was
- 20:43aber eben dann gut zu händeln ist für die, was kein komplizierter Altwein ist.
- 20:49Ich meine es halt auch immer die Sache mit Depot muss halt für die dann auch zur Hand haben
- 20:52sein.
- 20:53Die Flasche muss schnell aufgemacht werden können, eingeschänkt und weiter geht's.
- 20:57Sind bei euch die großen Fußstapfen, die da durchaus existent sind von Paula, Justin,
- 21:05Nicolas eher hinderlich oder sind die in Gold, das ist ein Grundvertrauen da seitens
- 21:10der Gäste.
- 21:11Weil ich stelle es mir auf die einen Seite sehr schwer vor, jeder ja seinen Fenz gehabt
- 21:14hat deiner Vorgänge, aber manchmal ist dann eben auch so, dass man sagt okay wenn eigentlich
- 21:21bauers jemanden aussuchen ist das von vornherein ein cooler Bursche, der muss ja großartig
- 21:24sein, macht es auch einfacher, wie war das?
- 21:27Also gerade so in den ersten Tagen, Wochen, Monaten.
- 21:29Ich meine es ist schon ein riesen, riesen Erbe, muss man ganz klar sagen.
- 21:34Das ist manchmal auch so ein Moment, einfach gut wenn man sich mal so ein Moment nimmt,
- 21:39man steht im Restaurant in dieser absoluten Ikone mit dem ganzen Stress und dem ganzen
- 21:45was wir hier jeden Tag leisten unsere vielen Stunden und so, aber einfach mal da zu stehen
- 21:50in der Mitte vom Raum und mal alles so in Ruhe auf sich wirken zu lassen, was für ein besonderer
- 21:55Platz es einfach ist.
- 21:56Man hat das täglich und gewöhnt sich dran, aber das ist schon wirklich absolut, außergewöhnlich
- 22:03hier etwas Besonderes und klar, ich meine jeder hatte seine Fans, wobei Frau Bosch und der
- 22:11Justine natürlich auch ein bisschen die Gemüter gespalten haben, muss man ganz klar sagen.
- 22:16Also hatten sowohl als auch nicht nur Fans, sondern auch eben, sind mal ein bisschen angeeckt,
- 22:23so waren sie einfach die beiden und ja es ist ein großes Erbe, aber so ein Grundvertrauen,
- 22:32der Gäste ist schon da.
- 22:33Ich meine, ich bin jetzt klar, da war Corona dabei, aber ich bin jetzt ziemlich genau
- 22:39fünf Jahre, ich habe am 1.
- 22:41Oktober damals angefangen, 2019.
- 22:44- Verklüpfung und Schlachtregel.
- 22:46- Ja danke, ich bin jetzt gerade eben bei fünf Jahren angelangt, wobei eben Corona-Pause
- 22:51und alles Mögliche.
- 22:52- Ja, man hat trotzdem gearbeitet, man war ja trotzdem den Betrieb zugehörig und auch
- 22:55diese Umbraufase ist natürlich das eine, aber auch das ist ja in gewisser Weise Nervenarbeit
- 23:00oder eben auch händische Arbeit, wo man Sachen neu aufbauen muss, anders tätig sein muss
- 23:06und so weiter.
- 23:07- Ja, war eine sehr, sehr spannende Phase und auch am Ende tollte, was man mitgemacht
- 23:12zu haben.
- 23:13Wir haben eben auch unseren, also im Prinzip das ganze Haus, da wo es nötig war, auf den
- 23:19neuesten Stand gebracht, Küche komplett umgebaut, draußen moderat umgebaut, aber eben auch,
- 23:25wir hatten diesen alten Tagesweinkeller direkt an der Bar angeschlossen, der ist in die
- 23:30Mitte vom Restaurant gewandert und so, also was den Wein betrifft, sind auch viele Dinge
- 23:33passiert.
- 23:34Unser gesamter Weinkeller hier im Haus ist renoviert worden, das bedeutet, wir haben
- 23:39alle...
- 23:40- Er ist wunderschön, er ist großartig.
- 23:41- Ja, der ist wirklich toll geworden.
- 23:43Wir haben alle 10.000 Flaschen, die vorher drin lagen und jetzt ca. auch wieder drin liegen,
- 23:49auf Paletten gepackt, jeder einzelne.
- 23:51Wir haben 25 so Brusthohrpaletten gehabt und haben die alle in unser Außenlager gefahren,
- 23:59mit einem Lkw und der hat dann dementsprechend halt mal für eine halbe Million Wein geladen
- 24:06gehabt.
- 24:07- Ich wollte gerade sagen, der Wein mehr wert als der Lkw.
- 24:11- Absolut, absolut, ja.
- 24:13Und wir haben es geschafft, dass jeder einzelne Flasche Heile den Weg zurückgefunden hat.
- 24:19Nix passiert.
- 24:20Ja, und ich meine, dann war es halt auch ein Moment, der neue Keller hatte natürlich
- 24:25ein anderes System, andere Regale, es war anders aufgeteilt.
- 24:28Man musste erstmal überlegen, wo gehört das hin?
- 24:32Wir haben es im Keller nach Gebieten sortiert, aber hier habe ich diesen kleinen Flügel,
- 24:38diese paar Regale des Weinkellers, passt da Deutschland rein oder ist es zu klein?
- 24:41Man muss da vielleicht auch lieber Österreich und Italien weiß hin und wie strukturiere
- 24:46ich mir das?
- 24:47Das war schon aufregend.
- 24:49War eine sehr, sehr besondere Zeit das Ganze.
- 24:53- Ist ja auch Momentum.
- 24:54Also wenn das jetzt reinpasst Deutschland, dann heißt das nicht, dass es im Halbenjahr
- 24:57reinpasst und im Halbenjahr noch mal alles umzuräumen.
- 24:59Also die Weizsichtigkeit dabei zu haben, glaube ich, ist ganz, ganz schwierig.
- 25:06Und da ist es manchmal einfacher, wenn man es vorgegeben bekommt und jemand sagt, so
- 25:09machen wir das und so machen wir es schon immer.
- 25:10Und dann machen wir es auch immer, als wenn man eben den Gehirnspanzer selber mit rein
- 25:13interpretieren kann.
- 25:14Da musst du, warst du selber an der Entwicklung mit beteiligt, also dass der Tagesklimashrank
- 25:21oder der Tagesweinkeller ins Restaurant rein rutscht, weil welche Bedürfnisse hast du
- 25:25oder wurde es von den Architekten festgelegt?
- 25:28Das waren vom konzeptionellen Herr eher der Nico und der Mathieu, die das damals überlegt
- 25:36haben.
- 25:37Es war natürlich von Sabine Eichbauer, dass der Innenarchitekt auch und hat sich viele
- 25:41Gedanken gemacht, wie es werden soll, wie es aussehen soll und daher den Wein noch ein
- 25:48bisschen mehr ins Herz des Restaurants zu rücken.
- 25:50Der andere Punkt war natürlich, dass Tantris einfach ein großes Haus und wir haben früher,
- 25:57ich habe eineinhalb Jahre noch mit Herrn Haas eben arbeiten dürfen und wir haben teilweise
- 26:02Mittag oder Service gehabt an die 100 Gäste, teilweise drüber und das funktioniert ja heute
- 26:09nicht mehr.
- 26:10Das schafft keiner mehr und das will keiner mehr und deswegen war natürlich auch der Wille
- 26:14das Restaurant ein bisschen zu verkleinern.
- 26:16Erstmal natürlich diesen hinteren Raum, das der eben mit dem DNA jetzt so toll genutzt
- 26:22wird, aber auch vorne, es musste einfach kleiner werden und es hast du da 80 Plätze
- 26:27und das funktioniert einfach auch mit der sehr aufwendigen Küche, die der Benjamin
- 26:32kocht nicht mehr.
- 26:34Also dann auf dem Zwerterne-Liveau, was wir im Moment haben oder wenn es vielleicht mal
- 26:39drei werden in der Zukunft, da sind wir jetzt sowieso mit maximal 50, die wir machen oder
- 26:47sogar noch ein bisschen mehr könnten, sind wir sowieso schon sehr, sehr groß.
- 26:50Und dann, wenn man denkt, 50 vorne, wir haben 25 im Dnabendsvolle und dann nochmal 20 an
- 26:57der Bar, die vielleicht auch essen, dann kratzt man eh schon wieder an den 100 und das ist
- 27:01- ohne Frage.
- 27:02- ist schon eine Leistung für alle, für alle Beteiligten.
- 27:05- Ja.
- 27:06- Genauso auch.
- 27:07- Also ich glaube die Leistung, die ihr da jeden Tag erbringt, das ist schon einfach
- 27:10wow, also es ist unfassbar.
- 27:13Ich finde den Gedanken schön, was du vorhin gesagt hast, dass man sich hin wieder ins
- 27:17Restaurant stellen sollte und den Moment Ruhe genießen soll.
- 27:20Das hatte ich bei den Lokalen, wo ich vorher immer tätig war, so einmal im Monat auch gemacht,
- 27:25so dass ich mich in irgendeine Ecke gesetzt habe, also wie ein Gast, dann ganz am Ende,
- 27:29nachdem alle Gäste weg waren, alle Arbeit getan waren mit dem gläschen Wein und habe
- 27:32das Restaurant auf mich wirken lassen.
- 27:34- Ja.
- 27:35- Man kriegt einen ganz anderen Blick dafür, man entwickelt eine andere Empathie letztlich
- 27:40auch für den Platz, wo man arbeitet.
- 27:41Also wenn man immer nur reinrennt, durchrennt und das irgendwie mitnimmt und abarbeitet,
- 27:46man entwickelt eine andere Ruhe und ein anderes Verständnis und Bewusstsein auch für die
- 27:49Gäste und wie die den Wein auch zu empfinden haben.
- 27:51Ja, und auch ein schöner Moment für einen selbst einfach durchzuschnaufen, das alles wirken
- 27:58zu lassen und zu verinnerlichen, wo ist man, was tut man hier und was ist hier schon alles,
- 28:04gerade hier im Haus, was ist hier schon alles passiert?
- 28:06Wer hat hier gekocht, wer hat hier gearbeitet, was sind hier für, keine Ahnung, früher
- 28:12für Wahnsinns Partys gelaufen, was waren für Gäste schon hier, was ist einfach so ein
- 28:18historischer Ort für gesamte Gastronomie Deutschlands eigentlich, das man sagen muss,
- 28:23das ist einfach was ganz Eigenes.
- 28:27- Lebt ihr das bewusst oder sagt ihr neuer Zeit und nicht, wir wollen mit dem Alt nichts
- 28:31zu tun haben, sondern wir schauen nach vorne nicht zurück?
- 28:34- Wir schauen schon natürlich nach vorne, aber ich meine die Historie ist etwas, was man
- 28:37schon ganz klar, das ist ja auch was die Gäste hier mitbringen, wenn sie durch die Tür kommen,
- 28:42so viele sagen, ah ich war 1972 das erste Mal hier und auch toll und ich erkenne es ja trotzdem
- 28:47noch wieder auch Leute die die letzten 10, 15 Jahre nicht einmal in die Schreiten hier durch
- 28:52die Drehtür und sagen sich, ah toll, toll renoviert und das sieht ja aus wie immer und so, klar
- 28:59ist es hier und da und Details sind passiert und haben sich verändert, aber der Grundcharakter
- 29:04des Hauses ist einfach so wie er eben seit 1971 ist und das ist einfach auch wahnsinnig toll,
- 29:12eine Tradition im Haus zu haben und einfach auch, dass es immer noch ein familiengeführtes
- 29:18Restaurant ist.
- 29:19Der Papa hat eröffnet seit 1971 und ist jetzt 96, er ist immer noch unter uns toller Weise
- 29:28und kommt leider nicht mehr so oft wie er gerne würde, glaube ich, aber zwischen 2-3
- 29:36Mal im Jahr sehen wir ihn glücklicherweise noch und Geburtstage werden dann auch in der
- 29:40Nähe gefeiert und so und das ist schon auch toll, muss man auch mal denken was für ein
- 29:47Visionär das damals gewesen ist so was zu machen und einfach quasi der Erste zu sein,
- 29:54der die gehobene Küche hier nach Deutschland holt.
- 29:56Einer der Ersten die das eben auch so fest etabliert haben aber eben auch in diesem Weimbereich
- 30:00so fokussiert gewesen zu sein an Dinge zu glauben die damals noch überhaupt kein Thema
- 30:04waren und da auch eine Weinkarte zu etablieren die in den Zeiten einzigartig waren und die
- 30:10haben großartig sind.
- 30:11Sind noch viele Wein aus der früheren Zeit bei Gida oder kauft ihr die alten Sachen
- 30:16alle nach?
- 30:17Es gibt schon noch, ja wir kaufen natürlich auch nach, aber es gibt schon noch einiges.
- 30:23Herr Eichbauer-Signor hat damals selber so kleine süße Schildchen geschrieben und
- 30:28mit so einer tollen sehr sehr eleganten Handschrift die an die vorwiegend Bordeaux sind,
- 30:34noch über aus der Zeit die an die Flaschenhälse gehangen.
- 30:37Das waren dann viele Einzelflaschen und die haben dann eben in so Holzregalen gelegen,
- 30:41nicht in großen Fächern.
- 30:42Das heißt man wollte sehen was drin ist ohne die eben einzeln rausziehen zu müssen und
- 30:47deswegen eben mit diesem kleinen Zettelchen vorne und das ist immer, das wäre natürlich
- 30:52logerweise immer weniger, aber es ist immer ein besonderer Moment wenn man eine dieser
- 30:56Flaschen öffnen kann und man muss sagen das sind Sachen die liegen hier seit dem Release
- 31:02quasi also viele Wein die wir seit den 80ern oder seit den 90ern hier bei uns im Keller
- 31:07und die Weine sind immer top, muss man sagen.
- 31:10Also es gibt aus der Zeit so gut wie keine Ausfälle von seinen Weinen, kaum bewegt worden,
- 31:17liegt alles eben da und super Füllstände und einfach ganz ganz toll.
- 31:23Macht die Mennens mit oft unterschätzt.
- 31:24Also gerade wenn man wenn man dreifere Wein zu tun hat sind die Ursprungskäler beziehungsweise
- 31:29die Lagerkäler wie oft die bewegt wurden also immens wichtig.
- 31:34Habe ich ganz ganz oft die Erfahrungen selber gemacht und ich finde es eigentlich interessant
- 31:38ein Amisandt dass es für ein Wein jetzt mittlerweile immer noch nicht so eine Art Lebenslauf gibt.
- 31:44Das wäre so einfach da mehr oder weniger feststellbar wann der wie mit welchen Temperaturen irgendwie
- 31:49gelagert wurde.
- 31:50Das könnte man mit irgendwelchen Coats oder NFC oder was auch immer dokumentieren.
- 31:55Wahrscheinlich ist es schwierig mit Datenschutz aber grundsätzlich wäre so was durchaus
- 31:58möglich wird aber nirg ins Praktiziert.
- 32:00Ja, das stimmt.
- 32:03Ja, gibt es ja schon für so größere Weinlieferungen, für so Paletten gibt es ja dann so ein Temperatur-Messgerät
- 32:10wie auch immer man das Ding heißt mit GPS und das sagt einem dann hat der einmal die
- 32:1520 Grad Außentemperatur überschritten und so weiter.
- 32:19Klar das könnte man am Ende auch bestimmt bei Wein genauso machen und die Technik dazu
- 32:25wäre auf jeden Fall da.
- 32:26Wenn man jetzt wirklich an High-Glas begut, Bordeaux denkt am Ende ob das dann viel am
- 32:33Preis ändern würde.
- 32:34Ich glaube das ist so ein Abwehrstil.
- 32:36Dann glaube ich nicht der große Faktor.
- 32:38Vielleicht ist das was für die Zukunft.
- 32:41Wir können ja mal anregen oder animieren.
- 32:43Für einen selber der der in doch teilweise reifere Weine einkauft ist das elementarichtig
- 32:46und da kann jeder alles was von irgendwas erzählen wo der war und wie toll der es hat
- 32:53der ja jeder einen perfekten Keller gehabt angeblich wo der Wein lag und natürlich
- 32:58niemals bewegt aber man merkt man wenn man die Flaschen auf macht dann ist meistens
- 33:00zu spät.
- 33:01Genau und dann am Ende ist das ein Wanderpokal und hat fünf Besitzer gehabt die letzten zehn
- 33:07Jahre.
- 33:08Dann ist das schon schon eine andere Nummer.
- 33:10Ja das war bei dir angefangen dass du dich mit Wein beschäftigt hast dass du dem Berufswunsch
- 33:14hattest was dir lange im Königshof.
- 33:17Und der Königshof war vom Wein her auch sehr sehr prägend.
- 33:22Ich habe ja war eine ganz ganz tolle toll zusammengestellte Weinkarte auch und der Este
- 33:28Fan Thuriot großartiger Kollege und einfach aufgrund des Momentes damals auch so ein
- 33:35Lehrmeister quasi jemand der mich da auch sehr geprägt hat und mit dem ich wirklich
- 33:40sehr sehr gerne zusammengearbeitet habe.
- 33:42Ansonsten der Weg zum Wein ist hat sich einfach entwickelt möchte ich mal sagen.
- 33:49Ich habe Hotelfach gelernt auch in einem sehr sehr guten Haus in einem relischer Torhaus
- 33:55damals auf Sylt.
- 33:57Hotelstadt Hamburg in Westerland.
- 34:00Toller Platz.
- 34:02Immer so eine Küche knapp unter einem Stern aber auch ein sehr sehr toller sehr gepflegter
- 34:07Weinkeller und da war Wein halt auch immer schon ein essenzielles Thema.
- 34:13Hotelfach wollte mir damals ein bisschen den Weg offen lassen.
- 34:16Geht es eher Richtung Rezeption oder Administrativ aber ich habe danach.
- 34:21Geh mir genauso.
- 34:22Also ich habe die gleiche Entscheidung.
- 34:23Ich habe auch Hotelfach gelernt weil ich dachte in meinen jungen Jahren weiß ich noch nicht
- 34:26wo mich da irgendwie die Reise hinträgt und ob ich eher in Richtung Hotel G oder eher
- 34:30in Richtung Restaurant deswegen fand ich die Optionen ganz gut und daher kann ich es
- 34:34nachempfinden.
- 34:35Man kann ja im Ende ganz viel draus machen.
- 34:37Man hätte sich ja sogar noch in Richtung Kochen und Küche entwickeln können wenn man
- 34:41das dann wirklich für den richtigen Weg gehalten hätte.
- 34:45Ja aber dann ist mein Weg halt der Restaurantweg geworden und dann hat das so seinen Lauf genommen.
- 34:54Nach der Ausbildung auf Sylt bin ich dann zum ersten Mal nach München.
- 35:00Ich habe eben als Komi im Königshof anfangen dürfen was wirklich damals noch dürfen war.
- 35:07Das war 2006.
- 35:08Da haben die noch eine Situation in der Gastronomie.
- 35:15Schon damals immer nur einen Sternleid aber 18 Punkte im Gummio hat Martin Fauster halt
- 35:21wie war ich nicht 10, 15 Jahre wirklich gehalten.
- 35:25Also immer ganz ganz großartige Küche.
- 35:27Immer so ein bisschen ein Geheimtipp.
- 35:29Es waren eher die Münchner und die Münchner Familien die her kamen.
- 35:34Wir hatten selten Hotelgeste eigentlich sondern es war immer so ein bisschen so ein kleiner
- 35:39Insider-Tipp.
- 35:40Ich weiß nicht wenn du es erinnerst von außen das war ja auch.
- 35:43War nicht das schönste Haus.
- 35:44Ein Oranger Bunker das war von außen wirklich nicht schön.
- 35:47Aber drin die Aussicht war großartig.
- 35:50Oh ja das war ganz großartig.
- 35:52Man war so auf Etage 1,5 quasi also so ein bisschen höher als im ersten Stock.
- 35:59Das heißt man konnte runter schauen.
- 36:00Hat aber trotzdem den Leuten noch ins Gesicht schauen können.
- 36:03Du hast irgendwie eine Verbindung aufgebaut zu den Leuten die unten rum liefen.
- 36:07War nicht so New York Style im Wolkenkratzer, 10.
- 36:12Etage oder was war es ich 70.
- 36:14Sondern war es halt irgendwie nah dran an diesem ganzen Trubel da am Stachus.
- 36:18Und großartiges Restaurant, tolle Küche, tolle Weinkarte.
- 36:23Man war sonst weich nicht nochmal hingang.
- 36:26Es war eine ganz tolle Zeit.
- 36:29Tolles Team auch.
- 36:30Viele Leute die lange da waren.
- 36:33Ging es da schon Richtung Wein oder was da erst?
- 36:38Die klassische Kellner Ausbildung sozusagen.
- 36:41Da war es von meiner Seite aus schon die klassische Kellner Ausbildung.
- 36:45Als Kommidran erst mal für ein, drei, vier Jahre.
- 36:50Es macht heute auch keiner mehr mit für so lange Zeit.
- 36:53Damals war das eben so.
- 36:55Und dann bin ich mit meiner Frau.
- 37:00Damals war es meine Freundin natürlich.
- 37:02Aber wir sind schon seit der Ausbildung zusammen sehr, sehr viele lange Jahre inzwischen.
- 37:0820, ziemlich genau.
- 37:10Und dann haben wir uns entschieden nach Amerika zu gehen.
- 37:14Wir haben zuerst natürlich an New York gedacht, irgendwie an die großen Metropolen.
- 37:19Haben dann da längeren Urlaub im Sommer gemacht und uns das mal angeschaut und da
- 37:24auch ein paar Gespräche geführt und so.
- 37:27Sind dann aber damals über das Arbeitsamt wirklich einen sehr, sehr netten kompetenten
- 37:32Mitarbeiter, der uns das vermittelt hat, wieder in einen Reléchateur in Maine gelangt.
- 37:38Also eine Stunde nördlich vom Boston.
- 37:40Ganz toller kleiner Ort.
- 37:42Heißt der Candybank Port.
- 37:45Und das hat so ein bisschen Prominenz innerhalb New Englands, weil der alte Präsident Busch
- 37:51da seine Sommerresidenz hat und dann aus der Hitze von Texas da im Sommer, ich weiß
- 37:57nicht, drei Monate oder was, da in Maine verbringt.
- 38:00Deswegen kennt das ganz New England und super schöne Strände und ganz tolle, tolle, nette
- 38:06Leute und so.
- 38:07Das war eine ganz tolle Zeit.
- 38:09Ein großartiges Restaurant auch und da ist insgesamt das Neu-England halt, heißt ja
- 38:15auch Neu-England ein bisschen europäischer geprägt und das war eben da in dem Hotel
- 38:22und Restaurant auch der Fall und eine sehr französische Weinkarte.
- 38:25Und ich war sowas in der Art wie Demichev.
- 38:29Also ich hab mal ein Kommi gemacht und auch mal meine eigene Station gehabt und dann
- 38:34ging es eben auch ums Weineverkaufen da.
- 38:37Da war so der erste gerichtigen Moment, wo ich mich wirklich dann mit Wein auseinander
- 38:43gesetzt habe und dann wirklich auch die klassischen Weine Frankreichs, das möchte ich mal sein
- 38:49größtenteils, die es eben dort gab, kennen und absolut auch Schätzen gelernt hab.
- 38:55Ja, war großartig.
- 38:58Das war klassisch mit einem J1 wie 18 Monate.
- 39:0212 Monate damals.
- 39:0412 Monate.
- 39:05Okay.
- 39:06J1, 12 Monate.
- 39:07Ja, wir hatten leider ein blödes Timing.
- 39:09Also, hast ja schon ein bisschen rausgehört und es hat super gefallen da und wir waren
- 39:15sehr gut aufgehoben, war tolles Team und wir werden gerne länger geblieben.
- 39:20Wir haben uns für die nächste Visa-Stufe beworben und haben auch einen Visa-Läuer gehabt, den
- 39:26er da brauchst, der da hilft mit dem ganzen Kram und auch nochmal einiges an Geld da reinstecken
- 39:31müssen.
- 39:32Ja, und dann war der Fall, meine Frau hat ihr Visa direkt ohne irgendwas genehmigt bekommen
- 39:40und wir hatten die gleichen Voraussetzung, aber meins ist meist nicht auf einem falschen
- 39:45Stapel, auf einem falschen Schreibtisch gelandet und ich hab dann mein Visa um nicht bekommen
- 39:50und deswegen sind wir dann zurückgekehrt.
- 39:54Ja, es ist ein Sonnenmoment.
- 39:58Ja, das war, da hat man so weichend im Leben, da geht es links oder rechts und wer weiß,
- 40:04was wäre vielleicht, wenn wir immer noch da.
- 40:06Wirst du nicht zum Tantris gewesen?
- 40:08Ja, ja genau, alles gut, wie es gekommen ist.
- 40:12Ich blick dann nicht irgendwie weh mit durch zurück, aber das war also ein Moment, also
- 40:15uns gefiel es sehr, sehr gut und wir hätten echt gesagt, ja, hier verbringen wir auf jeden
- 40:21Fall die nächsten, ich glaube drei Jahre wäre das nächste Visa gewesen, also die hätten
- 40:25wir auf jeden Fall gern gemacht, zwar gerade 2009, wo diese Wirtschaftskrise da von den
- 40:32Lehman Brothers ihren Lauf nahmen und dann war halt die große Vorgabe, dass erstmal
- 40:38alle Amerikaner irgendwie einen Job haben müssen, bevor der an die Ausländer und an
- 40:43die Europäer geht und so, ist ja auch nachzuvollziehen, klar, aber das war dann eben der Grund und
- 40:50dann hat es uns zurück nach Europa gezogen.
- 40:54Aber war alles gut, wir waren dann für zwei Jahre in der Schweiz und haben da auch eine
- 41:00tolle Zeit gehabt und schönen, schönen Arbeitsplatz direkt am Vierwald Steter See, das ganz,
- 41:09ganz malerische Ecke, die Zentral Schweiz und war auch gut, auch eine wertvolle, tolle
- 41:16Zeit und hat uns auch viel Freude gemacht da.
- 41:20Dann hat sich wieder zurück nach Mötlin gezogen.
- 41:22Genau, genau, genau und dann eben nach Zweier in der Schweiz kamen sie der Moment, okay
- 41:26jetzt mal 30, so ungefähr und jetzt müssen wir mal gucken, wo wollen wir bleiben für
- 41:31die nächsten zehn Jahre und dann, wo wollen wir dann auch unsere Kinder zur Welt bringen
- 41:37und großziehen und so und dann war es doch eher, eher wie der München auf Dauer zumindest.
- 41:43Genau, dann bin ich 2012 eben zurück in den Königshof und hab da nochmal sechs und ein
- 41:52halb Jahre verbracht bis zum letzten Tag bis zur Schließung eben Ende 2018.
- 41:58Ah, das war der Auslöser, dass du da nochmal gewechselt hast.
- 42:02Genau, genau, genau, das war der Auslöser, ja.
- 42:04Und da schon mit Wein betraut?
- 42:06Ja, ja, genau.
- 42:07Als Chef de Rond zuerst angefangen, bin dann später stellvertretender Restaurantleiter
- 42:15geworden im Königshof und der Estefan des Homiliers hatte am Anfang meiner Zeit immer
- 42:23ein Kommis-Homilier an seiner Seite und nach einiger Zeit hat er das eben nicht mehr
- 42:30gehabt, nicht mehr die richtigen gefunden und dann war ich das eben derjenige der ihn
- 42:35auch unterstützt hat mit Wein.
- 42:36Ich war sein stellvertreter dann auch am Ende, also hab auch wenn er nicht da war
- 42:44ihn vertreten und wirklich war dann derjenige der sich um die Weine gekümmert hat und so
- 42:48und am Gast verkauft hat und war toll.
- 42:52Wie war dein Vorbild?
- 42:54Ja, in gewisser Art und Weise und was den Umgang mit Wein und den Stil seiner, wo das
- 43:04den Weingeschmack angeht, doch schon kann man durchaus sagen.
- 43:07Aber da war es ja durch die Bank immer sehr francophil geprägt bei dir.
- 43:11Ja.
- 43:12Also was jetzt im Tantris natürlich wieder ein Riesengohl ist, dass du eigentlich Zeit
- 43:16deines Weinlebens sozusagen immer damit gearbeitet hast und da so eine Vorliebe mehr oder weniger
- 43:21hast.
- 43:22Ja, das ist immer ein ganz, ganz großer Teil der jeweiligen Weinkarte gewesen.
- 43:27Wobei in der Schweiz muss man sagen, da war es Riesen Weinkarten, es waren 3000 Positionen,
- 43:32aber es war sehr, die Schweizer mögen Kalifornien sehr gerne oder insgesamt die USA und da
- 43:38war es eine riesengroße, riesengroße Kalifornienkarte.
- 43:42Ja, aber das war ein Moment, wir hatten ein ganz, ganz tolles Somelie-Team dort, im Annex
- 43:50hieß das Restaurant Park Hotel in Vegas und da war Wein jetzt in meiner Position eher
- 43:58den Somelie überlassen.
- 43:59Ja, da habe ich während der Phase nicht so super viel mit Wein gemacht.
- 44:03Das hat dann erst im Königshof wieder richtig seinen Lauf genommen und irgendwann habe ich
- 44:10mir gedacht, ja, musst du halt mal jetzt klar, kennst du dich in deiner Sparte aus mit Wein,
- 44:16aber um das noch ein bisschen breiter aufzustellen und eben auch irgendwie offiziell was zu haben,
- 44:23habe ich dann mein Somelie bei der IAK hier in München noch dran gehangen, möchte ich
- 44:29mal sagen.
- 44:30Heute möchte ich euch auf eine kleine Reise mitnehmen in die wunderschönen Hügel der
- 44:51Toskana und heute geht es um den Lucente 2022, offiziell als der zweitweil des großartigen
- 44:58Lucci-Betitels.
- 44:59Aber wenn ihr mich fragt, ist dieser Wein weit ausmehr.
- 45:02Und warum ist relativ schnell erklärt?
- 45:04Kommen wir einmal zur Historie.
- 45:05Also der Teil, der manchmal so trocken ist wie der Kianti aus den 80ern, anders beim
- 45:10Lucci.
- 45:11In den 1990er Jahren, als die meisten von uns noch dachten, dass der Wein in Flaschen
- 45:14wächst, taten sich zwei große Namen der Weinwelt zusammen.
- 45:17Robert Mondavi auf der einen Seite, der Kalifornier mit der ewigen Sehnsucht nach Perfektion und
- 45:22Vittorio Rescobaldi, einer der toskanischen Weinbarone, dessen familie schon seit Jahrhundert
- 45:27mit Reben zu tun hat, auf der anderen Seite.
- 45:30Zusammen hatten sie eine Vision, ein Wein zu erschaffen, der die Seele der Toskana widerspiegelt,
- 45:35aber trotzdem modern ist.
- 45:37Das Ergebnis, die Tinuta Luce.
- 45:39Die Jahrgänge 1993 und 1994 wurden 1997 zeitgleich präsentiert.
- 45:45Zu Tinuta Luce gehören 249 Hektar Land.
- 45:4888 davon sind Weinberge südwestlich von Montalcino.
- 45:52Im Herzen des Naturparks, Val d'Ortsa.
- 45:54Seit 2004 befindet sich die Tinuta Luce im alleinigen Besitz der toskanischen Adelsfamilie
- 46:00und Lamberto Frescobaldi ist für die vier großartigen Weine von der Tinuta Luce verantwortlich,
- 46:05den Luce, Lucente, Luce Brunello und Lux Vittis.
- 46:09Sie investieren Jahr für Jahr in die Weinberge, um die Qualität immer weiter zu verbessern.
- 46:13Seit 2016 ist eine neue unterirdische Kellerei, die perfekt in die Landschaft integriert ist,
- 46:19Teil des Weingutes.
- 46:20Eine Weinsammlung, die sogenannte Kollezion der Luce, erzielt von der spannenden Geschichte.
- 46:25Die Sonne als Zeichen der Tinuta Luce verkörpert den Imbegriff von Licht.
- 46:29Dem Rhythmus der Natur und der Sonne folgend werden die Arbeiten des Weingutes ausgeführt.
- 46:34Inspiriert vom Hochalter der Basilika, chante Spirito in Florenz, ziert die Sonne als
- 46:39herausstechendes, wieder erkennbares Symbol der Tinuta Luce jede Flasche.
- 46:44Was dort auf den Höhenlagen zwischen 350 und 420 Meter wächst, ist schlichtweg beeindruckend.
- 46:51Sanjuvese und mehr Lohzwei Rebsorten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber
- 46:55zusammen eine wahre Symphonie ergeben finden wir zusammen.
- 46:59Und jetzt kommt der Moment, wo ich euch erklären darf, warum der Lucente viel mehr ist als
- 47:03nur ein zweit Wein.
- 47:05Ja, er wird oft als der kleine Bruder des berühmten Luce bezeichnet.
- 47:09Aber wer von uns kennt nicht, ein charmanten kleinen Bruder, der in seinem Schatten für
- 47:13sich selber glänzt und eine ganz eigene Großartigkeit hatten, genauso ist es mit dem Lucente.
- 47:18Dieser besteht, wie gerade erwähnt, aus Sanjuvese und mehr Loh.
- 47:21Diese Kombination ist wie ein eleganter Tanzzweier sich perfekt ergänzt in der Partner.
- 47:25Der Sanjuvese bringt die Struktur und Frische.
- 47:27Der mehr Loh prägt die Fülle und die weichen Tanine hinzu.
- 47:30Das Ergebnis, ein Wein, der euch sofort mit seinen Aromen von dunklen Früchten, Gewürzen
- 47:35und einem Hau Röstnoten verführt.
- 47:37Toskanische Eleganz im Glas.
- 47:39Die klimatischen Bedingungen des Jahres 2022 haben perfekt mitgespielt.
- 47:42So dass dieser Wein eine tolle Struktur und gleichzeitig Lebendigkeit aufweist.
- 47:47Schwarze Kirschen, Brombeere, ein Hauch von Tabak und Gewürzen sind Aromen, die man sofort
- 47:51im Glas erkennt.
- 47:52Am Gaumen herrlich vollmundig sanft, aber niemals überladen.
- 47:55Eine wunderschöne Balance.
- 47:57Aus Säuer und Tanine machen die Lucente zu einem Wein, der euch von Anfang an begeistert.
- 48:02Natürlich kommt die Frage, wie lang kann man diesen Wein aufbewahren, der in der Jugend,
- 48:07also jetzt als 2022er schon so perfekt trinkbar ist?
- 48:10Und wahrscheinlich ist das genau das Kunststück diesen Wein.
- 48:13Jetzt bereits so zugänglich zu gestalten, aber ihm trotzdem ein reife Potenzial von mindestens
- 48:1810 bis 15 Jahren zu vermitteln.
- 48:20Natur und Handwerk im perfekten Einklang.
- 48:22Natürlich wäre dieser Wein nichts ohne die Weinberge.
- 48:25Die Detenut der Lutsche, wie ein Gutsitz in der Smokring stehen, die Hänge, auf denen
- 48:29der Sanctuvese wächst, sind voller steiniger, schieferhaltiger Böden, der sogenannte Galestro.
- 48:35Diese zwingt die Reben dazu, tief zu wurzeln, was für besonders komplexen und aromatischen
- 48:40Trauben sorgt.
- 48:41In den tieferen Lagen, wo der Boden schwerer und lemiger ist, gedeiht der Merlot.
- 48:45Die wird natürlich nachhaltig gearbeitet, das heißt, die Reben dürfen so natürlich
- 48:49wie möglich wachsen, was dafür sorgt, dass das Terroir, also der Charakter des Bodens
- 48:53und des Klimas im Wein perfekt zur Geltung kommen.
- 48:56Die Erträge sind natürlich niedrig.
- 48:58Nur 30 Hektar pro Hektar.
- 49:00Das bedeutet, dass man Qualität über Quantität stellt, was sich im Geschmack des Lucente
- 49:04perfekt widerspiegelt.
- 49:05Was die Tignute Luce und ihre Weine so besonders macht, ist ihre Philosophie.
- 49:09Hier treffen Tradition und Moderne aufeinander.
- 49:11Der Sanctuvese symbolisiert die Toskane Seele, während der Merlot eine moderne und internationale
- 49:18Note bringt.
- 49:19Diese Kombinationen machen die Lucente zu einem faszinierenden Wein, einer, der tief in
- 49:23der Toskane verwurzelt ist.
- 49:25Aber mit dem Blick über die Tellerantie hinaus.
- 49:27Der Lucente reift übrigens zwölf Monate lang im Berries aus französischer Eiche, wobei
- 49:32nur ein kleiner Anteil neuer Fester verwendet wird.
- 49:35Das Holz verleiht ihm subtile Röstnoten, ohne dass die Frucht überdeckt wird.
- 49:39Diese perfekte Harmonie erschafft einen Wein für jede Gelegenheit.
- 49:43Denn man hat beim Lucente in der Tat das Gefühl, er passt immer.
- 49:45Als Solist, als Speisebegleiter, Junggereif, beim Glasgenossen oder eine ganze Flasche,
- 49:50um die Entwicklung und den Tiefsten des Weides greifen zu können.
- 49:53Und die Reise geht weiter.
- 49:55Unter der Leitung von Lamberto Fresco Baldi hat sich dieses Weingut fest in der Spitzenklasse
- 50:00des Toskanischen Weinbaus etabliert.
- 50:01Die Vision, die eines von Vitorio Fresco Baldi und Robert Mondavi geboren wurde, lebt in
- 50:06den Wein weiter.
- 50:07Der Lucente ist ein entscheidender Teil dieser Vision.
- 50:09Ein Wein, der die Essenz der Toskana in sich trägt und gleichzeitig eine moderne Interpretation
- 50:14der Toskanischen Weinbaukunst darstellt.
- 50:16Ein Wein, der mit jedem Schluck die Schönheit und Komplexität der Toskana offenbart, ohne
- 50:21sich in den Vordergrund zu dringend.
- 50:22Vielen Dank für dieses besondere Weinerlebnis, der Tnutelutsche.
- 50:26Und ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 50:30Welches Weinland ist komplett unterschätzt oder welche Weinregion ist komplett underrated?
- 50:48Ich glaube, wenn man im Detail hinschaut, findet man überall großartige Sachen.
- 50:53Es ist ein bisschen für uns Mittel- oder Westeuropäer total unter dem Radar läuft.
- 51:00Es ist alles, was Richtung Osten geht.
- 51:02Also sei es mit Quarzin angefangen, Griechenland und alle diese Länder mit ja auch Georgien,
- 51:10obwohl es jetzt nicht so meine favorisierte Art von Wein ist, aber hat ja eine wahnsinnig
- 51:14lange Weintradition.
- 51:15Aber es ist was, was man hier super, super selten auf den Karten findet, muss ich sagen.
- 51:21Was aber auch gerade auch durch den Schatz an Autotonenrebsorten großartig und sehr,
- 51:27sehr individuell sein kann.
- 51:28Also da gibt es so so tolle Sachen zu entdecken.
- 51:33Aber man müsste halt mal...
- 51:35Was ich total schade finde, also auch hier zu Bulgarien, Ungarn, Rumänien.
- 51:39Es gibt natürlich viel Masse ohne Frage, aber teilweise ganz großartige Sachen, die richtig
- 51:44überzeugen können.
- 51:45Ich verstehe auch nicht.
- 51:46Ich glaube, es hängt manchmal mit den Importeuren zusammen, dass sich da wenige mit einer gewissen
- 51:50Kompetenz daran traut oder versucht das zu importieren.
- 51:53Quarzin geht noch teilweise.
- 51:54Es ist noch manchmal spannende Sachen auf dem Markt, die total faszinieren können.
- 52:00Aber Georgien geht auch noch.
- 52:03Moldawien ist eher schwierig.
- 52:04Aber ich glaube, es hängt eher so ein bisschen mit den Händlern zusammen.
- 52:08Das ist da wenig Interesse, Engagement oder wenig...
- 52:10Ja, das denke ich auch.
- 52:11Und das ist vor allem, wenn man es jetzt bei Quarzin oder bei Griechenland sehen möchte,
- 52:17hängt es auch sehr mit der Gastronomie zusammen.
- 52:19Ich meine, wenn du jetzt weißt nicht, wie das bei euch daheim ist, aber wenn ich jetzt
- 52:24hier an so ein griechisches Restaurant denke, da definiert sich doch sehr viel einfach
- 52:27über den Preis, auch beim Essen.
- 52:30Also keiner möchte für sein Jurasteller oder für seine gebratenen Skampioner richtig
- 52:36Geld ausgeben.
- 52:37Und das schlägt sich dann auch auf den Wein nieder einfach.
- 52:41Dann tue ich mich schwer, da weine jenseits der, weiß ich nicht, wahrscheinlich 30 Euro
- 52:46überhaupt loszuzeisen an meine Kundschaft, die ich dann einfach im Haus habe.
- 52:51Ich glaube, das hängt sehr, sehr viel damit zusammen.
- 52:54Und das ist einfach nicht jemanden, der sich der Sache wirklich annimmt und mal sagt,
- 53:00ja hier jetzt gehe ich mal einen anderen Weg und mache meinen Weinkonzept nur aus der
- 53:06Europäischen.
- 53:07Zeig mal, zeig mal, dass da eben auch ganz, ganz tolle Sachen herkommen.
- 53:09Da war ja Toni, der jetzt gerade beim Rolling Pin zum jedes Jahres gewählt wurde, der in
- 53:16seinem älterlichen Restaurant griechischen Wein und 100 Positionen und das so richtig
- 53:20intensiv ausgiebig gelebt hat.
- 53:21Und es wurde damals auch angenommen von dem her.
- 53:23Sollten vielleicht mehr den Weg suchen und da vielleicht auch eine eigene Individualität
- 53:28herausbilden oder eine eigene Handschrift, findest du, ein Somnit soll braucht eine Handschrift
- 53:33oder braucht eine Individualität oder ist sowas schwer, weil die Weine hervorgegeben sind?
- 53:38Ja, ich finde, man muss schon das dem Somnit hier zugestehen und seine Handschrift in
- 53:45gewissen Maße schon einfließen zu lassen.
- 53:47Wie kann man das darstellen?
- 53:50Also durch eine gewisse Auswahl von Wein ist klar, dass der eine Haldenfebel für
- 53:56Begund oder Ruhen oder Spanien oder Kroatien hat, aber kann man das auch durch einen gewissen
- 54:02Wein-Service-Steal?
- 54:03Ja, klar.
- 54:04Ich meine, wie gehe ich mit meinen Gästen um?
- 54:09Wie berate ich?
- 54:10Ich versuche, meinen Stil durchzudrücken, was ich dem Gast mehr oder weniger auftränken
- 54:21ist ein blödes Wort.
- 54:22Aber bin ich sehr, sehr offensiv und bin ich derjenige, der nur bestimmt wo es lang geht
- 54:27oder bin ich derjenige, der zuhört und der dem Gast dann vielleicht am Ende wirklich
- 54:33das hinstellt, was er auch gerne trinken möchte.
- 54:34Das finde ich immer ein sehr, sehr spannender Moment und eben auch so ein bisschen diese
- 54:40Fingerfertigkeit zu haben, dann dem Gast so zuzuhören und wirklich am Ende den richtigen
- 54:50Wein zu servieren für ihn.
- 54:52Was wäre dein Usb?
- 54:53Man so zuhören und reden, das sollte ja eigentlich fast jeder können, das ist ja so eine Grundvoraussetzung,
- 54:57aber darüber hinaus, wo der Gast sich entweder besonders wohlfühlt oder eben auch den Geld
- 55:02mehr wert, den er im Restaurant erbringen muss und natürlich ist das Haus.
- 55:06Aber wer möchte ja oftmals einen auch besonderen Service haben, was macht ihr irgendwie besonders
- 55:11oder anders oder anders als im bayerischen Hof?
- 55:15Wir versuchen sehr, sehr stark Vertrauen zu schaffen mit unseren Gästen.
- 55:21Es geht mir gar nicht darum, wenn man sich jemand nach einer Empfehlung fragt, den teuersten
- 55:26Wein oder hier zu schauen, dass ich da ein Fuffi und ein Hundertter mehr rausholen kann,
- 55:31sondern ich will wirklich in dem Moment ihn verstehen, was sucht er, was möchte er und
- 55:36ich will dann wirklich für ihn in dem Moment den perfekten Wein hinstellen.
- 55:41Klar ist es auch mal schön, wenn die Leute sich darauf einlassen, um so besser mal was
- 55:46ungewöhnliches, was aus der Reihe hinzustellen, aber es ist manchmal ein schmaler Grad.
- 55:52Es gibt viele, die sind doch sehr, sehr auf ihrer Weinschiene und da ist es manchmal
- 56:01ein bisschen schwierig, sich dann zu sehr aus dem Fenster zu lehnen, muss ich sagen,
- 56:05sondern da schaue ich eher nicht unbedingt konservativ, aber eher ein bisschen mehr in
- 56:13die Richtung zu gehen, die eben seinen Weihengeschmack ausmacht anstelle, wenn er Riesling Fan ist,
- 56:19ihm da jetzt unbedingt ein Wein aus dem Jurre hinzustellen, weil ich denke, das passt halt
- 56:23gerade so wunderschön zu den Gerichten.
- 56:24Ich denke, schwierigste ist auch, wenn man versucht an den Gast irgendwo nicht vorzuführen,
- 56:29aber versucht damit Gewalt zu überzeugen von der Sache, die er gar nicht haben möchte,
- 56:33dass man irgendwas blind hinstellt und sagt, probiert, und dann denkt man die Flasche auf
- 56:35und sagt, ha ha ha, habe ich doch gesagt, ist nicht unbedingt so die elegante Art oder
- 56:40da schafft man sich keine Freunde mit und vor allen Dingen auch keinen schönen Abend.
- 56:44Findest du, man kann so allgemein vom Beat des Weinservierens oder des Weins präsentierend
- 56:51etwas machen, was halt andere nicht machen, womit man sich abhebt, ohne irgendwie ein
- 56:56Kasperletheater zu machen, aber wo man den Wein besonders horksam umsorgt, gerade mit
- 57:01älteren Weinen zum Beispiel oder mit, egal wie stressig es draußen ist, ich versuche
- 57:07mir immer die Zeit zu nehmen und da ist es auch relativ egal, ob das jetzt eine Flasche
- 57:13für 80 Euro ist oder eine Flasche für 1500, dass man wirklich den Weinservice zelebriert,
- 57:21wie er eben gemacht gehört in dem Moment.
- 57:24Schöne die Flasche öffnen, wird der Kantieren auch weiß, sehr sehr oft und sehr sehr gern,
- 57:30ich avinehe die Gläser, auch wenn der Gast nur nicht sofort probiert, ich schwenke die
- 57:34Gläser eben mit dem Wein aus, also ich nehme da wirklich meine Zeit, das schön zu machen
- 57:40und besonders zu machen, zum Ende.
- 57:43Dann doch ein Mehrwert für den Gast und eben was Tolles ist, nicht nur da die Flasche
- 57:48aufgeruppt wird und fertig, sondern dass eben klassischer Weinservice präsentiert wird.
- 57:55Wunderbar, und was heißt du, ob du einen Wein kareffierst, also gibt es da wirklich Parameter
- 57:58oder sagst du, reingeführ oder Erfahrung?
- 58:01Ja, gefühlen und Erfahrungen, Jugend oder eben nicht Jugend, viele verschiedene Punkte,
- 58:09die da eine Rolle spielen.
- 58:11Aber gerade auch bei hochklassigen Weißweinen sehr sehr gern, sehr sehr gern die Karaffe,
- 58:18die Luft tut doch sehr sehr oft, sehr sehr oft gut.
- 58:21Bei Rotwein spät begonnen da eher nicht und ich finde es auch immer ganz schön, auch wenn
- 58:29ich persönlich zu zweit mit jemandem eine Flasche Wein trinke, so ein bisschen zu sehen, wie
- 58:34entwickelt sich der Wein über die Zeit?
- 58:36Ich habe das erste Glas, den ersten Schluck vielleicht noch ein bisschen verschlossen,
- 58:39aber der Wein begleitet einen dann ja über vielleicht eine Stunde oder anderthalb Stunden
- 58:45des Abends und ich sehe, was passiert mit dem Wein?
- 58:48Es passiert ja auch da eine Menge, wenn er einfach im Glas ist, wenn er die Luft im
- 58:52Glas bekommt und da einfach zu sehen, in welche Richtung geht das, wie entwickelt sich er
- 58:57weiter?
- 58:58Ja, am Anfang, wie es erinnert, wie es am Schluss, ist auch sehr sehr spannend und klar bei älteren
- 59:06Sachen oder wir haben große Rohnkarte und Syrah und da ist natürlich sehr sehr oft gerade
- 59:12in der Reife, natürlich auch die Pommel mit im Spiel und da gehe ich schon sehr sehr sorgsam
- 59:17und vorsichtig damit um, ich hasse das, wenn man dann das letzte Glas hat und dann hat
- 59:22man da riesen viel Pommel drin, sondern da muss man sich Zeit lassen, dass man wirklich
- 59:27schön und langsam und ordentlich einfach machen.
- 59:31Was machst du, wenn dann doch was für die Angriffe in die Karaffe?
- 59:36Wenn es viel ist, nämlich mal eine zweite Karaffe und gieß es nochmal vorsichtig um,
- 59:43am Ende kann es natürlich passieren, zwei, drei Krümel, bevor ich da ein halbes Glas
- 59:48in der Flasche lasse und den Gast um ein halbes Glas eines tollen Weines bringe, dann nehme
- 59:53ich den Kauf, das ein bisschen drin ist, das ist dann auch glaube ich in dem Moment für
- 59:58jemanden der besonderen und der einen alten Wein bestellt wahrscheinlich kein Problem,
- 1:00:03aber im Großen soll das eben nicht passieren.
- 1:00:07Serviert ihr den Depo-Schluck auch oder behaltet ihr den zurück?
- 1:00:13Kommt sehr sehr auf den Gast an, kommt auf den Gast an, kommt auf den Wein ab.
- 1:00:16Also fragt ihr, redet ihr da mit ihm oder habt ihr dann Automatismus?
- 1:00:19Wenn ich was Besonderes habe, was ich eben nicht dekantiere, weil es eben besonders alt ist,
- 1:00:25weil ich eben Angst habe, dass der Wein dann doch komplett oxidieren könnte, im Alter
- 1:00:31Burgunda oder sowas, dann spreche ich schon mit den Gästen, weil da ist ja dann sehr oft
- 1:00:36sehr feines Depo mit dem Spiel und dann wird es am Ende schon schwierig, aber das ist dann
- 1:00:42einfach eine Sache, die man mit den Gästen besprechen muss.
- 1:00:45Wenn das ein Glasmomentchen stehen lässt, das ist ganz setzig, man trinkt vorsichtig,
- 1:00:50dann ist es auch kein riesen Problem, aber muss man halt darüber reden, denke ich, mit dem
- 1:00:54Gast.
- 1:00:55Also das ist schon eine Sache, über die man sich austauschen muss.
- 1:00:59Also da gibt es natürlich auch solche und solche Ansichten dazu und manche sind eben
- 1:01:05in der Hinsicht sehr, sehr picky oder dem anderen macht es eben gar nichts aus.
- 1:01:10Ja wir haben jetzt immer Parallel mit serviert, das war es einfach ein separates Glas gegeben
- 1:01:14habe, wo sich das Depo absetzen könnte, falls noch jemand trinken möchte oder für den
- 1:01:18Gast einfach auch reizvoll dieses so als Ruheglas zu haben, dass man dort immer wieder rein riechen
- 1:01:22kann und gucken kann, wie hat der Wein sich entwickelt und vor allen Dingen für uns war
- 1:01:26das so mehr oder wie geht diese Rechtsfreisprechung, egal wie viel da drin ist, nicht das Geschmäckler
- 1:01:32aufkommt, wir hätten es zurückbehalten.
- 1:01:34Daher fand ich das eigentlich immer ganz reizvoll, dass wir das im separaten, vielleicht teilweise
- 1:01:38auch im anderen Glas, dass man eben doch sehen kann, keine Ahnung, wenn ich ein Rodewein habe,
- 1:01:42ich habe mich dann trotzdem aufgrund der Komplexität des Weins für ein Begründerglas entschieden,
- 1:01:47weil ich dann dieses Schlückchen, den Rest aus der Flasche im Bordeauxglas und dann kann
- 1:01:51der Gast einfach sehen, wie der Wein sich unterschiedlich im Bordeauxglas entwickelt
- 1:01:55und damit kann ich dann oftmals auch meine Glaswahl, wenn ich sie allein und nicht in
- 1:01:59der Kommunikation mit dem Gast getroffen habe, konnte ich sie begründen und konnte einfach
- 1:02:03sagen, okay, darum habe ich das Begründerglas genommen, der Wein brauchte das, er brauchte
- 1:02:07noch die zusätzliche Oberfläche neben dem Karaphir, musste sich deswegen eben dort anders
- 1:02:12entwickeln. Wie wichtig sind die Gläsern hier allgemein?
- 1:02:14Sehr wichtig, sehr wichtig. Also da legen wir insgesamt im Haus sehr, sehr viel Wert
- 1:02:21drauf. Wir haben damals zur Zeit das Umbaus und einfach der neue Definition von vielen
- 1:02:26Bereichen und komplett nochmal anders orientiert oder neu aufgestellt quasi und das ist schon
- 1:02:35sehr wichtig. Wir haben, was sind es, dann neun oder zehn verschiedene Glasorten im Haus
- 1:02:42und eine Brand oder verschiedene Brands? Ein Brand, das ist alles vom Riedel.
- 1:02:48Was hat denn ihr vorher? Es gab auch Riedel, aber eine ältere Serie und auch Zaltow,
- 1:02:56aber einfach aufgrund der Optik auch. Ich meine, es sind einfach zwei Grundverschiedene,
- 1:03:01beides tolle Gläser, keine Frage, aber optisch zwar sehr grundverschiedene Gläser, um einfach
- 1:03:06um auch ein schönes Tafelbild zu haben, wollten wir einfach eine Glas-Serie, eine Glasmarke
- 1:03:13und in dem Moment, wir haben uns da sehr, sehr viele Gläser kommen lassen, wir haben
- 1:03:18ganz viele andere Produzenten auch hier im Haus gehabt und vieles angeschaut und probiert
- 1:03:25und so. Am Ende war das Finale quasi, die finale Entscheidung wirklich zwischen Riedel
- 1:03:30und Zaltow, aber aufgrund einfach der Glasvielfalt und dem allen hat Riedel dann wirklich gewonnen.
- 1:03:39Es ist ein sehr gastronomisches Glas, ich finde, es lässt die Weine ein bisschen schöner
- 1:03:43strahlen, Zaltow zerlegt es manchmal so ein bisschen und Riedel, wenn man es jetzt im
- 1:03:48direkten Vergleich den gleichen Wein in beiden Gläser hat, ist schon ein großer Unterschied,
- 1:03:52sehr, sehr oft der Zutage tritt und Riedel ist das Glas, finde ich persönlich was
- 1:03:59dem Wein eben oft ein bisschen schöner präsentiert, gleich von Anfang an. Welche Serie habt
- 1:04:05die da oder verschiedene Serien? Veritas ist unsere Hauptserie und wir haben das Superleggero-Serie,
- 1:04:14davon haben wir unbegunteren Bordeaux, so ein halbes Aquarium, so ein sehr, sehr großen
- 1:04:19Gläser. Passt die Flasche ganz rein. Ja, kommt auf andere, auf jeden Fall. Dann wird es
- 1:04:25im Schwenken schwierig, aber ganz rein kriegst du es. Und wir hatten damals sogar die tolle
- 1:04:31Chance, ein eigenes Glas zu entwickeln. Also wir haben einen bestehenden Kelch mit einem
- 1:04:37Fuß aus der Superleggero-Serie versehen dürfen und das ist so unser riesling großes Gewächs
- 1:04:45oder tolle besondere Sauvignons, so Dagenosachen, Zilex oder sowas geht da rein und das haben
- 1:04:54wir selber entwickeln dürfen. Und die gibt es nur bei euch oder gibt es die dank euch jetzt
- 1:04:59auch im Freien Meld? Nein, die gibt es nur bei uns. Ja, ich meine auch das ist wieder auch
- 1:05:07so ein bisschen natürlich eine Traditionsentscheidung gewesen. Ich meine wenn du Mitte der 70er
- 1:05:12Jahre Weinglässer haben wolltest, was hast du dann für eine Wahl gehabt? Dann war es halt
- 1:05:15Riegel und das ist einfach auch durch das tolle Familienunternehmen irgendwie auch dann so
- 1:05:21und auf gewisse Art und Weise einfach eine Traditionsentscheidung gewesen zu sagen. Jetzt
- 1:05:26haben wir so viele Jahre zusammengearbeitet und eure Gläser sind großartig und es ist ja auch
- 1:05:34super vielfältig. Ich meine es ist so ein Riesenangebot, was die haben und was die machen. Und
- 1:05:40nee, das sind wir weiterhin sehr glücklich mit. Das war eben die Entscheidung vor drei Jahren,
- 1:05:46aber auch jetzt muss ich sagen uns fehlt nichts, uns fehlt kein Glas, wir haben alles was wir
- 1:05:51brauchen, können wir wunderbar abdecken. Also das passt sehr, sehr gut. Großartig, also wenn man da
- 1:05:57auch die Tradition pflegt und die Verbundenheit eigentlich auch unter den Familien dann sozusagen
- 1:06:02aufrecht erhält, was ja gerade auch in der heutigen Zeit relativ selten ist, wer dann entweder der
- 1:06:06Kommerz oder eben auch die Zeitgeistigkeit oftmals überwiegt, aber ich denke auch an die Programme
- 1:06:12kann man durchaus was finden, was eigentlich mein Überzeug gibt es auch nicht, irgendwelche Tools,
- 1:06:16die er verwendet, also Korra war, Karaffen. Karaffen haben wir auch ein bisschen speziellere mit im
- 1:06:21Haus und da pass ich auch immer gerne so ein bisschen den Wein an. Also der Wein, der Wein
- 1:06:27des Abends geht dann auch in die schönste Karaffe des Abends. Das ist so ein kleiner Splen, aber
- 1:06:33finde ich ganz schön. Was ist die schönste? Es gibt wirklich Verrückte, es gibt Mamba von
- 1:06:41Riedl und so, aber da musst du studieren, wie man da aus Wein einschenkt und Abonnenten schenkt
- 1:06:47natürlich auch mal die Chefdrehungsnach und so und das ist ein schwieriger Nummer. Interessant ist,
- 1:06:53mit einem richtigen System kannst du da fast exakt 0,1 draus ausschenken. Ja, das geht schon,
- 1:06:58aber da müssen wir erst mal noch ein paar Nachmittage üben mit dem Ding. Das nimmt auch so
- 1:07:05viel Platz weg am Geräte und so, es muss am Ende auch irgendwie immer ein bisschen funktional sein.
- 1:07:08Aber ich weiß gar nicht, wie heißt die Karaffe von Riedl, wie so eine Note, wie so ein U auf der
- 1:07:15einen Seite, dicke auf der anderen Seite mit dem schönen Drehungausgießer. Ich weiß den Namen nicht,
- 1:07:20aber die nehme ich sehr gerne. Die ist sehr elegant, die steht auf schmalem Fuß quasi,
- 1:07:25also die nimmt nicht so viel Platz weg am Geräte und man kann super schön draus ausschenken.
- 1:07:30Da tropft nichts und so. Das ist eigentlich so meine Lieblingskaraffe, aber man spült
- 1:07:37immer mit der Hand und so und mit jedem Mal, dass man sie benutzt, dann steigt auch die Chance,
- 1:07:41man haut sie mal irgendwo an. Also es ist dann wirklich immer ein besonderer Wein auch, der da
- 1:07:46reingeht, muss ich sagen. Ansonsten Werkzeuge, Dropstop nehmen wir und finde ich jetzt auch nicht
- 1:07:51irgendwie abwertend dem Wein gegenüber oder so. Man kann schöner einschenken, man kann genauer
- 1:07:57einschenken und das nehmen wir sehr gerne. Ansonsten haben wir alles, was man so braucht. Wir haben
- 1:08:04natürlich für besonders alte Flaschen und alte Korken den Durant, was natürlich ein sehr,
- 1:08:09sehr unverzichtbares Werkzeug ist. Hast du ja bestimmt auch mit gearbeitet damals, oder?
- 1:08:14Als ich angefangen habe, gab es den noch nicht oder ich hatte nicht auf den Schirm und ich habe
- 1:08:18das Gefühl, der kam erst seit irgendwie drei oder fünf Jahren auf dem Markt oder war präsent oder
- 1:08:23wie auch immer. Ich glaube, ich habe noch ein paar Jahre mehr, aber ich hatte so einen Spangenkorkens
- 1:08:28hier, hatte ich immer, ich habe immer erst einen Korkens hier reingetreten, dann hatte ich einen
- 1:08:31Spangenkorkens hier, den ich darüber gemacht habe, also das gleiche System, aber eben eher
- 1:08:35hausfreulich und habe wieder selbst geholfen, mehr oder weniger. Genau, das ist so der alte Weg,
- 1:08:43wie man es gemacht hat, aber das ist sehr praktisch, also ist auch was, was wir wirklich,
- 1:08:48wirklich aufbrauchen. Was haben wir noch? Wir haben quasi eine Deccantierkerze Deluxe,
- 1:08:54wir haben im Tantus auf den Tischen diese Drachen, die außen vor der, vom Haus auch stehen, die haben
- 1:09:01wir so als kleine Porzellandrachen, als Schmuckstück auf den Tischen stehen. Ist Porzellan oder ist Beton?
- 1:09:06Die auf dem Tisch sind aus Porzellan, Nymphenburg, Porzellan, also doch was Besonderes, aber es gibt
- 1:09:13auch eine Serie aus Beton in Klein und da haben wir, da haben wir einen, einen Loch reingebohrt und
- 1:09:22so eine kleine Mini Maglight Taschenlampe reingesteckt und das ist unsere, unsere Deccantierkerze.
- 1:09:27Ah nice. Und das ist auch was, was wir natürlich sehr oft brauchen, wie gesagt, ich leg da doch großen
- 1:09:33Wert drauf, dass es schön und ordentlich und gut gemacht wird und das ist auch eins,
- 1:09:39eins unserer Werkzeuge, die dauernd im Einsatz sind. Was findest du total überflüssig? Also wo
- 1:09:47sagst du, warum hat man sowas empfohlen oder warum hat man sowas gebaut oder innoviert?
- 1:09:51Was ich sehr überflüssig finde, sind Fancy, Fancy Kälternwasser. Ich habe schon,
- 1:10:01Die funktionieren wirklich nicht, ne? Ich habe so viel schon geschenkt bekommen, wo ich jemand
- 1:10:06dachte, oh ich tu dir was Gutes und ich habe da die 80 Euro paar Meter wert, wo ich sage,
- 1:10:10bitte nicht. Ja genau, ja oder teilweise noch mehr, so richtig, macht ja optisch auch was her,
- 1:10:16aber so ein schönes Lagiol und irgendwie toller, toller Griff mit dabei, tolle Farbe und so,
- 1:10:21aber am Ende, so wie wir Wein aufmachen, die überstehen, wenn es gut läuft, ja, aber mehr,
- 1:10:29mehr auch nicht und ich bin davon ab. Ich meine, macht natürlich was her mit so einem Ding,
- 1:10:37die Flasche aufzumachen, aber das ist mir dann am Ende ehrlich gesagt relativ egal,
- 1:10:41weil dauernd ist irgendwas, das Messer wird super schnell stumpf, wenn man regelmäßig damit
- 1:10:46aufmacht und ja, passiert, passiert schnell was und am Ende, Spindelreistabstegien sehr,
- 1:10:53sehr schnell kaputt und da hatte ich jetzt witzigerweise, ist das vor wirklich zwei
- 1:10:58oder drei Wochen kaputt gegangen, ich hatte einen wirklich Pulltap, das ist ganz einfach,
- 1:11:02ein Kältermesser, aber das hat mich 15 Jahre lang begleitet. Oh wow. Keine Ahnung, ich habe
- 1:11:09natürlich zu Hause eine Schublade, wo 20 von den Dingern liegen und hier im Spind habe ich
- 1:11:12auch bestimmt, weiß nicht, 10 oder so, aber dieses eine ist nie verlangen, nie weggekommen,
- 1:11:18was auch immer und klar, hatte ich mal eine Lagiolzeit, dann habe ich es mal nicht benutzt,
- 1:11:22dann lag es irgendwo rum, aber das ist wirklich 15 Jahre da geblieben, heigeblieben und jetzt
- 1:11:29vor kurzem hat es dann seine letzte Flasche geöffnet, zwar es ist zumindest mit einem großen
- 1:11:38Tusch abgetreten, weil die letzte Flasche war Raias 2009, sprich für die Kurzen von der
- 1:11:45Reise, aber die sind super kurz eigentlich, also ist eigentlich gar nicht so ein Problem,
- 1:11:50aber das ist wirklich die Spindel, ich habe es reingedreht, habe angesetzt, gezogen und dann
- 1:11:57ist wirklich die Spindel komplett im Korkenstecken geblieben und ich hatte das Kältermesser halt
- 1:12:02ohne Spindel in der Hand, die Gäste fand es amüsant, ich habe es ihnen auch erklärt,
- 1:12:08dass es eben ein Kältermesser ist, was mich dann doch sehr, sehr lange begleitet hat und
- 1:12:13die Familie integriert wurde, schon, die Namen hatte wahrscheinlich.
- 1:12:17Gibt es irgendwas, was du vermisst an tust, wo du sagst, warum gibt es sowas nicht?
- 1:12:24Ich finde so rund umweien gibt es eher zu viel als zu wenig, irgendwelche Schnell,
- 1:12:32der Kantierer, Belüfter und hier und da und am Ende finde ich persönlich, braucht es das
- 1:12:40alles nicht, brauchst ein gescheites Kältermesser, du brauchst ein paar gescheite Karaffen, wie
- 1:12:45gesagt Durant ist eine gute Sache und tolle Basisausstattung und dann ist gut zu viel,
- 1:12:53Tamp-Tamp und Chichi hilft am Ende auch nicht weiter, finde ich.
- 1:12:57Sollte man lieber eine Flasche Wein investieren als eine Tamp-Tamp-Chichi, sammelst du selber
- 1:13:01Wein?
- 1:13:02Ja, natürlich, das bleibt ja nicht aus am Ende.
- 1:13:06Ja, gerade wahrscheinlich auch bei der Zugängigkeit, die du hast, dass du einen zweiten Jackson
- 1:13:11Loskeller bei dir zu Hause hast, oder?
- 1:13:14Nein, also es ist insgesamt so, dass alle hier im Haus auch was raus kaufen dürfen, aber
- 1:13:20eben nicht von solchen Sachen.
- 1:13:23Wenn mal irgendwie was ganz Besonderes ist, wir haben was Großartiges zu feiern, jemand
- 1:13:27hat einen besonderen Geburtstag oder so, dann dürfen wir auch wirklich mal so ein Flaschenselost
- 1:13:32oder irgendwas anderes Besonderes aufmachen, aber dass wir das hier raus verkaufen, so
- 1:13:37in der Menge haben wir es dann doch nicht und das ist dann wirklich was, was dem Gast
- 1:13:43vorbehalten bleibt.
- 1:13:44Also große Realitäten werden nicht raus verkauft.
- 1:13:48Was ihr aus dem Machenden auch die Verbindlichkeit letztlich gegenüber dem Winzer willst, mehr
- 1:13:53oder weniger der Winzer euch dann teilweise wahrscheinlich ohne Verpflichtung, wie es
- 1:13:58normaler Händler hat, dass der in Relation kaufen muss, also sprich irgendwie 1000 Flaschen
- 1:14:02Bougogne für eine Flasche Grankohl, übertrieben formuliert, manchmal auch nicht, einfach abnehmen
- 1:14:07muss und ihr wahrscheinlich andere Zugängigkeiten hat, weil der Winzer halt einfach auch den
- 1:14:11Wein mit euch im Restaurant sehen möchte und nicht auf einer privaten...
- 1:14:15Ja, natürlich, aber das ist auch...
- 1:14:17Ja, und das ist am Ende dann auch große Vertrauenssache, ich meine, wir bekommen Sachen und stellen
- 1:14:24das in die Karte mit unserer Marge und schaust online und dann kostet der Wein trotzdem noch
- 1:14:28mal 3, 4, 500 Euro mehr.
- 1:14:31Also das ist dann auch großer Vertrauensvorschuss vom Winzer und solche sonderen Sachen dann
- 1:14:39eben zu geben, aber wie gesagt, das ist eben etwas, was sich entwickelt hat auch.
- 1:14:43Das kommt halt nicht von heute auf morgen, sondern da wissen die Winzer auch, dass sie
- 1:14:48uns vertrauen können, dass die Sachen dann eben hier zu durch angemessenen Preisen auf
- 1:14:52der Karte sind und hier getrunken werden können und eben auch getrunken werden, das ist auch
- 1:14:56das Schöne.
- 1:14:57Großartig.
- 1:14:58Da ist, dreht sich, ich meine die Karte, ich weiß gar nicht, für günstigste Wein 50 Euro
- 1:15:02glaube ich und es ist ja am Ende, im Prinzip Ende offen und es wird aus allen Güteklassen,
- 1:15:09aus allen Regalen wird zugegriffen.
- 1:15:11Also das ist auch das Schöne, es gibt viele Tore Wein hier, gar keine Frage, aber es
- 1:15:16dreht sich auch alles, also es wird wirklich, wirklich alles getrunken.
- 1:15:20Gibt es bei dir persönlich Grenzen, wo du sagst, unter dem Level trink ich kein Wein
- 1:15:27und darüber hinaus würde ich es auch niemals, also losgelöst natürlich von eigenwirtschaftlichen
- 1:15:33Grenzen, die man da hat.
- 1:15:35Also hast du da Befindlichkeiten beim Wein unter 1,90 oder über 30.000 Euro?
- 1:15:40Ja, wenn es dann am Ende wirklich komplett industrial ist, dann tun wir uns glaube ich
- 1:15:46alle damit schwer.
- 1:15:47Das ist auch unser Fokus hier eben wirklich.
- 1:15:50Würdest du es trinken, wenn du beim Nachtbau eingeladen bist und dann gibst du da Hänkel
- 1:15:55trocken, warm aus dem Becher?
- 1:15:59Boah, das ist, das ist aber jetzt das Schlimmste, was dir eingefallen ist.
- 1:16:03In so einem Moment würde ich echt lieber zum Bier greifen, ganz ehrlich.
- 1:16:07Also da hat man dann auch über die Jahre seinen Geschmack irgendwie so entwickelt, dass dann
- 1:16:12wirklich nicht mehr alles geht.
- 1:16:14Ja, man muss nicht alles in sich reinschütten.
- 1:16:17Genau, genau, genau.
- 1:16:19Aber die Grenzen nach unten, also Literqualitäten, kein Problem.
- 1:16:23Es kommt sehr drauf an, es kommt sehr drauf an, es gibt super, nein überhaupt nicht.
- 1:16:29Auch bei den, muss nicht zwingend, VDP-Winzer sein, aber auch viele kleinere Winzer, die
- 1:16:34ganz tolle Gutswein auch einfach machen.
- 1:16:36Das ist einfach der, die Visitenkarte auch des Hauses irgendwie, das ist der Wein, von
- 1:16:40dem sie dann auch 10.000 Flaschen füllen und wenn das schrott ist, dann fällt es ja
- 1:16:45sehr, sehr auf den Winzer zurück.
- 1:16:48Am Ende, wenn der seine 2.000 Flaschen oder von mir aus auch 10.000 Flaschen ein großes
- 1:16:53Gewächs füllt, wie viele Leute probieren das und wie viele Leute probieren den Gutswein
- 1:16:57und auch einen einfachen Ortswein und sehen darüber, wofür das Weingut eben steht.
- 1:17:03Und da haben wir auch einiges in der Karte und zeigte sich auch mit vielen in Anführungsstrichen
- 1:17:11einfachen Weinen, dass die auch ganz, ganz toll reifen.
- 1:17:14Also das ist auch was, was wir natürlich immer zeigen wollen in der Karte, wie sich eben
- 1:17:19so was auch entwickeln kann und dass man den Gutswein, den Einstiegswein eines Winzers
- 1:17:24nicht zwingt im zweiten Jahr nach der Lese ausgetrunken haben muss, sondern dass sich
- 1:17:29das eben auch schön entwickeln kann.
- 1:17:31Was glaubst du, ist für einen Winzer schwerer zu erzeugen, einen großen Wein mit einem
- 1:17:35großen Namen oder einen Gutswein?
- 1:17:37Jetzt hat er so jedes seine Schwierigkeit beim Gutswein, musst du in einer großen Menge
- 1:17:44oftmals etwas Besonderes auf die Flasche ziehen oder musst du einen allgemeinen Geschmack
- 1:17:49entsprechen oder, oder, oder, musst du ihm ganz deine Handschrift geben beim großartigen
- 1:17:52Wein, wirst du natürlich noch anders dran gemessen, du wirst ja im Beibend dran gemessen, aber
- 1:17:57brauchst halt die außer Gewöhnlichkeit um eben den manchmal zwei, manchmal dreistelligen
- 1:18:00Betrag dann irgendwo als Winzer auch zu rechtfertigen.
- 1:18:03Also ich weiß nicht, was, was schwieriger ist.
- 1:18:05Ja, ist eine spannende Frage, aber ich glaube fast der einfache Wein ist schwieriger zu
- 1:18:11machen, weil du eben auch so viele Leute damit abholen musst.
- 1:18:15Du musst irgendwie Spagat schaffen, du musst schon dein Stil auf die Flasche bringen,
- 1:18:20du musst aber auf andere Parameter auch achten, am Ende musst du dich das natürlich auch
- 1:18:24rechnen, dass du diesen Wein erzeugst.
- 1:18:26Kannst du auch nicht in Schönheit sterben und sagen, ich mache riesengroße Ertragsreduktion
- 1:18:31dabei und guck, dass ich da irgendwas super, super großartiges in die Flasche bringe.
- 1:18:35Ich hab einfach dann auch wirtschaftliche Dinge auf die ich Rücksicht nehmen muss.
- 1:18:40Am Ende, wenn du ein großes Gewächs füllst, ist es nicht so, du hast deinen kleinen Weinbeck
- 1:18:46oder einen kleinen Teil davon.
- 1:18:47Da kannst du dann mehr dich ein bisschen verkünsteln und sagen, ich mach das Beste, was möglich
- 1:18:53ist.
- 1:18:54Und dann am Ende will ich damit zeigen, was die Spitze meines Weingutseben sein kann.
- 1:19:01Gibst du dich ein einfacher Wein oder ein Gutswein, der dich nachhaltig beeindruckt hat?
- 1:19:07Du wirst wahrscheinlich kein Alltagswein oder kein Hauswein haben, aber einer, wo du sagst,
- 1:19:11es könnte der sein, der zu dem Preis könnte ich den jeden Tag mit Begeisterung trinken.
- 1:19:16Was mich zuletzt wahnsinnig überzeugte hat, sind die einfachen Qualitäten von Birklin
- 1:19:24Wolf.
- 1:19:25Ein natürlich ganz, ganz großer Klassiker des deutschen Weins, aber am Ende auch mit
- 1:19:32wahnsinnigen Einzellagen, ihre Grand Cruiserie und natürlich auch Wahnsinnspreisen, die
- 1:19:36sie dafür verlangen haben mit dem Kirchenstück.
- 1:19:38Das hat ja medial auch ein bisschen Aufmerksamkeit abbekommen, dass das eben da ab Hof 300 Euro
- 1:19:45verdient hat, aber auch in den Einstiegskvalitäten wirklich großartig, die einfachen Ortsweine
- 1:19:50der Wachenheimer, oder auch diesen Wachenheimer Reserv, den die rausgebracht haben und wirklich
- 1:19:55für, ich weiß nicht, 15 Euro oder was über die Ticket geht, ist einfach ein ganz, ganz
- 1:20:01toller Wein, der aber auch einfach die herangehensweise des Weinguts toll zeigt und einfach auch
- 1:20:08für den Stil steht, den sie einfach machen wollen.
- 1:20:10Ja, das ist so das erste, was mir da so in letzter Zeit in Erinnerung geblieben was.
- 1:20:17Ja, mit einer Kontinuität über Jahre, also ich bewundere das Weingut in der Tat mit allem
- 1:20:22Auf und Ab, wobei das ab jetzt zumindest in den letzten 30, 40 Jahren weniger war oder
- 1:20:26wenig war, sondern in, keine Ahnung, oberen Segment, immer nur mal ein bisschen besser,
- 1:20:31manchmal ein bisschen schlechter war, das finde ich teuer.
- 1:20:33Also das ist eine ganz, ganz verlässliche Bank und großartig.
- 1:20:36Aber als Alltagsbein wäre das für mich fast too much, oder?
- 1:20:41Also selbst wenn ich auch die einfachen Qualitäten nehme, die sind ja doch immer sehr gehaltvoll,
- 1:20:46sehr stoffig.
- 1:20:47Ich hätte fast für mich...
- 1:20:48Ja, wobei sich der Stil auch die letzten Jahre zu mehr Phylicranität entwickelt hat,
- 1:20:52es gab es an der Straße, da war es wirklich sehr, sehr opulent, aber das ist doch wie
- 1:20:57in vielen anderen Gebieten auch einfach ein bisschen mehr Feinheit und Eleganz, Gewichen,
- 1:21:02das Ganze.
- 1:21:03Aber sonst, ich meine, ich versuche mir das natürlich ein bisschen offen zu halten.
- 1:21:09Also ich habe auch zu Hause jetzt nicht den einen Wein, den ich dann immer trinke, sondern
- 1:21:13ich meine, natürlich wenn ich mit meiner Frau oder mit Freunden eine Flasche aufmache, sind
- 1:21:17es nicht nur die großen Gewächs, sondern auch absolut Einstiegsweine, aber halt auf
- 1:21:23einem gescheiten Level am liebsten von Winzern, wo man halt ein bisschen was drüber weiß,
- 1:21:27die man kennt.
- 1:21:28Wo man dann weiß, dass man auch bei den Mainchießqualitäten eben tolle Weine im Glas hat.
- 1:21:35Wenn du damit Freunden zusammen bist, trinkst du deren Wein oder dein Wein?
- 1:21:39Also suchst du dem Wein nach deinem Geschmack oder nach deren Geschmack aus?
- 1:21:42Na, ich habe so ein paar Freunde, denen darf ich den Wein einkaufen machen.
- 1:21:44Okay.
- 1:21:45Die Freunden sich immer, wenn ich ihn in den Keller fülle.
- 1:21:50Das sind dann am Ende auch Weine zwischen acht und zwanzig Euro.
- 1:21:56Das sind auch Weine, wovon man dann mal ohne schlechtes Gewissen, wenn ein paar Leute da
- 1:22:00sind, eine dritte, vierte, fünfte Flasche aufmachen kann.
- 1:22:02Aber eben schon auch ...
- 1:22:04Zu zweit.
- 1:22:05Ja oder so, ja.
- 1:22:07Aber auch vernünftig erzeugte Weine, also halt keine Chemie-Baugastenweine, sondern wirklich
- 1:22:16biologisch-dynamisch erzeugte Weine idealerweise oder handwerklich gemachte Sachen einfach,
- 1:22:22die trotz dessen, dass sie nicht wahnsinnig teuer sind, eben toll erzeugt worden sind.
- 1:22:29Nach oben gibt es da Grenzen, wo du sagst, wenn ...
- 1:22:32Also da finde ich es quatscht, dass der Wein so viel kostet.
- 1:22:35Das würde ich noch nicht mal irgendwie unterstützen, kaufen, trinken oder ist da grenzfrei, wo
- 1:22:40du sagst, in dem Bereich hat jeder Wein da seine Berechtigung und eine Außergewöhnlichkeit.
- 1:22:44Das steht und fällt natürlich in vielen Gebieten einfach mit der Marktnachfrage.
- 1:22:51Und wahnsinnig kleine Weingüter.
- 1:22:54Am Ende fragst du dich gerade, wenn du ins Burgundshaus, wodurch kommt jetzt die Berechtigung, dass
- 1:23:01der Winzer für seine Flasche ab Hof 500 nehmen kann und der danebenan für den Premier-Grü
- 1:23:08aus der gleichen Lage halt 80 verlangt.
- 1:23:11Das ist einfach irgendwie eine Gesetzmäßigkeit des Marktes, auch wenn die beiden Winzer de facto
- 1:23:16wahrscheinlich genau die gleiche Arbeit machen und da wenig Unterschiede sind.
- 1:23:21Aber ich denke, der Wein ist in dem Moment das Wert, was irgendjemand bereit ist dafür
- 1:23:25zu bezahlen.
- 1:23:26Viele Dinge.
- 1:23:27Ich meine, das kann man auch auf viele andere Bereiche umwünschen.
- 1:23:33Ich meine, es ist bei der Mode genauso, gibt es bei Autos genauso.
- 1:23:36Genau, Autos sind ein gutes Beispiel.
- 1:23:38Ist der Lombokony das siebenfache Wert von irgendwie einem gut gemachten VW Golf.
- 1:23:43Für mich persönlich gibt es da ganz klar ein Limit und ich habe in einem Restaurant
- 1:23:49glaube ich noch nie eine Flasche über 250 Euro bestellt und erstmal weiß ich, was die
- 1:23:55Sachen sonst kosten und würde das dann eher zu anderer Gelegenheit vielleicht privat trinken,
- 1:24:01wenn ich unbedingt diesen Wein brauche.
- 1:24:03Also für mich dafür gibt es genug andere Dinge, wofür ich auch gerne noch ein bisschen
- 1:24:08Geld über hätte.
- 1:24:09Wobei ich finde beim Weinwildes Beispiel gerade angebracht habe mit den 580 Euro, dass es
- 1:24:16oftmals eine Berechtigung darin gibt, sei es von der Entwicklungsfähigkeit, von der
- 1:24:20Lagerfähigkeit, von der Geschmackstabilität, von der Kontinuität über die Jahre.
- 1:24:26Es gibt ein paar Ausnahmen, aber in der Regel warum der eine mehr kostet als der andere.
- 1:24:34Wir haben ja auch den Auftrag oder dem Willen, dem Wunsch von Gästen, dass sie sagen, ich
- 1:24:40hätte ganz gerne einen Wein wie den, nur mit ein bisschen günstiger und ich finde,
- 1:24:44das gibt es kaum.
- 1:24:45Ausnahmen gibt es schon und gibt es in der Regel natürlich auch immer oder man hat
- 1:24:51mal ein Glücksfall, aber über die Jahre gibt es schon eine Berechtigung, in dem Mehrwert
- 1:24:56des einen oder des anderen Wein nicht zuletzt.
- 1:24:58Deswegen glaube ich, sind die so teuer und der Nachbar eben nicht so teuer.
- 1:25:01Ja, schon teilweise der Fall, aber ich finde wenn man jetzt an die ganz großen Sachen
- 1:25:09denkt, man findet schon oft auch Weine, die vielleicht nicht genau gleich sind, aber
- 1:25:14ähnlich sind und so ein bisschen Südfrankreich zum Beispiel hat, doch super viele tolle
- 1:25:21Ecken und Weine, gerade Rotweine, die super toll reifen können und die eben doch nicht
- 1:25:26Unmengen an Geld kosten.
- 1:25:28Aber kann ich die dann wiederum mit einem Kurdroti, mit einem Hermitage, mit einem
- 1:25:33Schatten auf die Papier perfekt gemacht ist, vergleichen oder muss ich dann wiederum auch
- 1:25:39wirtschaftlich Abstriche machen, wo ich dann sage, ja, ist vielleicht doch nicht.
- 1:25:43Mir ist es jetzt lieber ein Wein für 50 Euro zu trinken als ein für 500, weil für die
- 1:25:48450 Euro kann ich noch was essen, dass man da mehr oder weniger in eine Kompromisssituation
- 1:25:54geht, aber wenn ich genau diese Qualität, diesen Geschmack haben möchte, weißt du,
- 1:25:58was ich meine?
- 1:25:59Dann finde ich, es ist schwierig.
- 1:26:02Also nicht zuletzt.
- 1:26:04Deswegen ist ja Reias nicht unbedingt der günstigste und so und gefragt, oh, Bucastel, oder du kannst
- 1:26:12ja nehmen, wie du möchtest.
- 1:26:13Also von dem her, Pará macht ja keine schlechte Arbeit dort.
- 1:26:15Oder Schattel an der Nährung, finde ich auch, also dass die schon einen eigenen Stil haben
- 1:26:19oder wenn du selbst so große Bude im Norden wie Chapotier oder Chapolier oder so, haben
- 1:26:24ihr einen Spitzen oder Gehahlen, ihren Spitzen gewechselt, eine einzige Artigkeit, wo ich finde,
- 1:26:29dass die sich nicht woanders finden lassen.
- 1:26:32Ja, klar, wenn du jetzt auf die ganz, ganz großen Iconen gehst oder Kurdroti war ein gutes
- 1:26:38Beifrigs.
- 1:26:39Du hast 500 gesagt.
- 1:26:40Du hast den Preis vorgegeben.
- 1:26:44Aber wenn du jetzt sagst, Kurdroti ist ja ein super, super eigener Stil und muss ich
- 1:26:50sagen, ein absoluter Herzenswein von mir, haben wir zum Glück relativ viel in der Karte,
- 1:26:56aber das ist natürlich was absolut, du sagst, du hast Hermitage von Jean-Lucie Scharf oder
- 1:27:01was auch immer, das sind natürlich absolute Iconen des Weins und da füllt kein Weg drum
- 1:27:05herum, wenn du das trinken willst, wenn du das willst, dann musst du halt auch das nehmen.
- 1:27:09Da gibt es kein Plan B oder die gut gemachte Kopie quasi davon.
- 1:27:15Das ist dann schon, das Original ist das Original.
- 1:27:18Und am Ende, wenn du das Original und den gut gemachten anderen Wein nebeneinander stehen
- 1:27:27hättest, glaube ich, das große Original, das dann auch zu 95 Prozent den anderen Beinen
- 1:27:35die Tasche stecken würde.
- 1:27:36Glaubst du, jeder könnte das wahrnehmen oder muss man dafür Experte sein?
- 1:27:41Ich glaube, du musst nicht zwingend Experte sein, aber du musst dich ein bisschen ran
- 1:27:45trinken.
- 1:27:46Wenn du jemanden, der wenig Wein Erfahrung hat oder mit dem Gebiet, wenig Berührungspunkte
- 1:27:54hatte bis dahin, ein Bordeaux.
- 1:27:57Jemand kennt sich super aus mit Bordeaux und du stellst ihm jetzt den super tollsten Pinot
- 1:28:02hin, an den du gerade denken machst.
- 1:28:05Du kannst ruhigstens dem Latasch von Romani Conti hin, tolles Jahr, tollgreifend so.
- 1:28:11Der wird ja am Ende den Wein nicht als großen Wein einschätzen, weil sein Geschmacksprofil
- 1:28:15halt ein komplett anderes ist.
- 1:28:16Da wird sie sagen, okay, viel froh.
- 1:28:19hat mir so viel Säure. Was ist denn das? Mir fehlt meine Erdigkeit, mir fehlt ein bisschen das
- 1:28:28stinkige und das Leder, was ich in meinem Lieblingsbordeaux immer finde und deswegen, also ich denke,
- 1:28:33das ist schon sehr individuell, was auch das Geschmacksbild und das angeht, was die Leute mit
- 1:28:41bringen von zu Hause, womit sie einfach konditioniert wurden, womit sie auf, was heißt aufgewachsen,
- 1:28:47aber womit sie weinmäßig groß geworden sind. Kann man sowas ad hoc vermitteln an jemand,
- 1:28:54der also nicht unbedingt ein Bordeaux lieb habe, aber wenn ich jetzt einen Gerneweintrinker habe
- 1:28:58und ich habe ein Bougogne auf der einen Seite von Leroy und auf der anderen Seite habe ich
- 1:29:03einen Croque Grueck, dass ich sagen kann, achte darauf, achte darauf und daran kannst du erkennen,
- 1:29:07dass genau dieser, der etwas bessere ist. Ja, das glaube ich. Oder wird denn der Bougogne
- 1:29:13vielleicht doch der in Anführungszeichen leckerere sein? Kommt vielleicht noch auf andere Parameter
- 1:29:21an, aber wenn du jemanden vermittelt, worauf er achten soll, die Dichte, die Länge, die Intensität
- 1:29:26des Weines, ich meine, das ist ja von der Struktur her, sind das ja absolut zwei Paar Schuhe, klar ist
- 1:29:33die gleiche Traumsorte, aber du hast ja zwei komplett andere Ausprägungen dieses Weines und
- 1:29:40wenn du jemandem sagst, achte darauf, wie sich das zeigt, wie lange bleibt es am Gaumen, wie ist
- 1:29:46die Dichte, die Intensität des Ganzen, dann ist ein Bougogne Rouche und ein Croque Grueck,
- 1:29:51Welten auseinander, qualitätsmäßig und ich denke, dass kann man jemanden, der ein bisschen sich damit
- 1:29:58schon mal auseinandergesetzt hat, schon glaube ich, gut vermitteln.
- 1:30:00Den Red Moon Sparkling kann man ohne Frage als Sprudeln des Naturwunder bezeichnen und
- 1:30:22im gleichen Atemzug ist er nicht nur lebendig, geschmackvoll, sondern absolut zeitgeistig und
- 1:30:28was dieses Produkt so besonders macht, ist nicht nur seine Herkunft Italien, ist nicht nur seine
- 1:30:32intensive leuchtend rote Farbe, sondern das einzigartige Geschmacksprofil. Im Zentrum der
- 1:30:38Besonderheit steht die Apfelsorte Red Moon mit den Untersorten RS1 und RM1, deren leuchtend
- 1:30:45rotes Fruchtfleisch, den wir tränkst sowohl seine markante Optik als auch seinen erfrischen
- 1:30:50fruchtigen Charakter verleiht. Ja, die Red Moon Apfel zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche
- 1:30:55Färbung aus. Ihr Fruchtfleisch ist von einem tiefen Rot, das durch sogenannte Anthozian hervorgerufen wird.
- 1:31:01Diese natürlichen Pigmente, die auch in roten Trauben und Bären vorkommen, verleihen dem Apfel
- 1:31:06seine leuchtend rote Farbe und spielen eine wichtige Rolle in der antioxidativen Wirkung.
- 1:31:11Wenn ein Red Moon Apfel aufgeschnitten wird, erinnert seinen Aussehen an einen mystischen
- 1:31:16Blutmond, daher der Name Red Moon. Diese Äpfel, die hauptsächlich in Südtirol und ausgewirrten
- 1:31:22Regionen Italiens angebaut werden, stehen für eine nachhaltige umweltschonende Produktion,
- 1:31:27besonders im Fokus liegt hierbei die Biodiversität. Der Anbau erfolgt unter streng ökologischen
- 1:31:33Bedingungen, die nicht nur die Bodenqualität, sondern auch die Umgebung der Plantagen schützen.
- 1:31:37Das Ergebnis ist ein Apfel, der nicht nur optisch besticht, sondern auch reich an
- 1:31:41Vitamin, Mineralstoffen und Antioxidantien ist. Red Moon Sparkling besteht zu 99,6%
- 1:31:49aus dem Saft dieser besonderen Apfelsorte und zu 0,4% aus Kohlensäure. Es ist ein reines
- 1:31:55Naturprodukt, das ohne jeglichen Zucker oder Konservierungsmittel auskommt. Die Herstellung
- 1:31:59erfolgt auf schonende Weise, um die wertvollen Nährstoffe und die intensiven Aromen der
- 1:32:04Red Moon Apfel zu bewahren. Die Äpfel werden zum idealen Reifezeitpunkt
- 1:32:09geerntet, wobei die späte Lese den intensiven Geschmack und die kräftige Farbe des Getränkes
- 1:32:14verstärkt. Nach der Ernte, meistens Ende September bis Mitte Oktober, werden die Äpfel durch
- 1:32:19eine Bandpresse extrem vorsichtig gepresst, um nur die natürlichen Pigmente und Aromen
- 1:32:25des roten Fruchtfleisches zu erhalten. Dabei spielt die Vermeidung von Sauerstoffkontakt
- 1:32:30eine entscheidende Rolle, um Oxidation zu verhindern und die Frische des Saftes zu
- 1:32:34bewahren. Der spritzige Charakter von Red Moon Sparkling entsteht durch die Zugabe
- 1:32:39von Kohlensäure, die in einem schonenden Verfahren eingebunden wird. Ohne die natürlichen
- 1:32:44Aromen zu überdecken. Red Moon Sparkling bietet nicht nur optisch und geschmacklich, ein
- 1:32:49außergewöhnliches Erlebnis, sondern punktet auch durch seine gesundheitlichen Vorteile,
- 1:32:53der hohe Gehalt an Antuxiane macht das Getränk zu einer Quelle wertvoller Antioxidantien,
- 1:32:59die zur Bekämpfung freier Radikal beitragen und so das Immunsystem unterstützen. Darüber
- 1:33:04hinaus liefert es, wie erwähnt, Mineralien, Vitamine und Ballerstoffe, die eine ausgewogene
- 1:33:10Ernährung fördern. Die Äpfel sind nicht nur nährstoffreich, sondern auch besonders
- 1:33:13kalorienarm, was das Getränk zu einer idealen Alternative zu herkömmlichen Soft-Rings
- 1:33:18macht. Die Züchtung von roten Äpfel mit rotem Fruchtfleisch ist ein vergleichsweise junges
- 1:33:24Kapitel. In der Geschichte des Obstbaus Red Moon Äpfel sind das Ergebnis einer gezielten
- 1:33:29Kreuzung von Sorten, die darauf abzielen, nicht nur visuell, sondern auch geschmacklich
- 1:33:34besondere Erlebnisse zu bieten. Diese Entwicklung reflektiert den wachsenden Trend zu natürlichen
- 1:33:39und nachhaltigeren Lebensmittel, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch gesundheitsfördernd
- 1:33:44sind. Die Entwicklung von Red Moon Sparkling markiert dabei einen weiteren Schritt in
- 1:33:49der Innovationskraft des modernen Obstbaus. Durch die Kombination traditioneller Anbaumethode
- 1:33:54mit fortschrittlicher Technik entstand ein Produkt, das auf natürliche Weise einzigartig
- 1:34:00ist und gleichzeitig den Bedürfnis nach hochwertigen alkoholfreien Getränken entspricht. Und es
- 1:34:04ist natürlich nicht nur die Optik, es ist natürlich nicht nur die Außergewöhnlichkeit,
- 1:34:09es ist die vielseitige Einsatzmöglichkeit, die dieses Getränk einzigartig macht. Es
- 1:34:14ist eignenslich hervorragend als alkoholfreier Apparativ, der durch seine leichte Säure
- 1:34:17und die fruchtige Süße sowohl pur als auch als Basis für kreative Cocktails verwendet
- 1:34:23werden kann. Ein zentrale Aspekt der Produktion von Red Moon Sparkling ist die Nachhaltigkeit.
- 1:34:28Die Apfelbäume, aus denen die Red Moon Äpfel gewonnen werden, sind besonders widerstandsfähig
- 1:34:34und benötigen deutlich weniger Pestizide als herkömmliche Apfelsorten. Dadurch wird
- 1:34:38nicht nur die Umwelt geschützt, sondern auch die Qualität der Äpfel verbessert. Die
- 1:34:42Produzenten legen großen Wert auf umweltschonende Methoden, die sowohl den Boden als auch die
- 1:34:47Biodiversität bewahren. Die Red Moon Äpfel werden in enger Zusammenarbeit mit lokalen
- 1:34:52Landwirten angebaut, die sich der nachhaltigen Landwirtschaft verschrieben haben. Diese
- 1:34:56Partnerschaften tragen nicht nur zur Qualität des Endproduktes bei, sondern fördern auch
- 1:35:01die lokale Wirtschaft. Durch die Verwendung von regionalen Zutaten wird zudem der CO2-Effusabdruck
- 1:35:06des Produktes minimiert, was Red Moon Sparkling zu einer umweltbewussten Wahl macht.
- 1:35:12Nicht zuletzt ist Red Moon Sparkling ein Teil eines aufstrebenden Trends zu hochwertiger
- 1:35:17alkoholfreien Getränken, die sowohl geschmacklich als auch optisch höchst anspruchsvoll sind.
- 1:35:22In einer Zeit, in der immer mehr Menschen nach alternativen zu alkoholischen Getränken
- 1:35:26so einsticht, Red Moon Sparkling als Vorreiter hervor, erbietet die Eleganz und Finesse eines
- 1:35:31klassischen Schaubengetränkes kombiniert mit den gesundheitlichen Vorteilen eines Naturproduktes.
- 1:35:35Sein erfolgt in Italien und darüber hinaus zeigt, dass das Interesse an innovativen,
- 1:35:40natürlichen Getränken stetig wächst. Red Moon Sparkling repräsentiert nicht nur die
- 1:35:45neue Generation alkoholfreier Genussmittel, sondern demonstriert auf einzigartige Weise,
- 1:35:49welch eigene Geschmacks- und Genusswelten auch diese alternativen Getränke zu bieten haben.
- 1:35:55Vielen Dank dafür, vielen Dank für den Mut, vielen Dank für den Innovationskreis und
- 1:35:59auch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 1:36:03Gab es bei dir für dich mal einen Wein, wo die Worte gefehlt haben?
- 1:36:15Ja, es ist ein blödes Beispiel, weil es einer der teuersten Weine unserer Karte ist, aber das war ein...
- 1:36:24Wenn nicht bei dem, dann...
- 1:36:26Ja, es war ein absoluter Gänsehautmoment. Ich erzähle immer so ein bisschen das Drumherum,
- 1:36:34weil es war super lustig, besonders außergewöhnlich. Samstagabend, es war komplett voll, bis auf
- 1:36:43einen Tisch, der noch frei war. Es ist kurz vom Service reserviert worden, waren Gäste, die wir
- 1:36:48nicht kannten, kamen rein, war halt letzter Tisch, ein bisschen am Rand, nicht schlimm, aber halt
- 1:36:55nicht der Top-Tisch. War ganz nett, total nochmal gekleidet, war ein Ehepaar, Mitte Ende 40 vielleicht
- 1:37:05und die Tochter, die so Anfang 20 war, glaube ich, setzte sich hin, fragte nach der Weinkarte,
- 1:37:12schlägt es begund auf, schaut sich so ein bisschen um und hab gedacht, ja, wird schon irgendwas sein,
- 1:37:18wird schon passen. Wir haben eine Seite mit den Grand-Cruces, also wir haben die Struktur,
- 1:37:26wir haben zwei Seiten mit den Bougogne Regionalbeinen, dann haben wir eine Seite mit den kleinen
- 1:37:32Dörfern, Santo Barra und so weiter. Dann gibt es eben auch so Pellunis und Chassaniere als
- 1:37:37einzelne Dörfer. Es gibt eine Seite, wo nur Dominé und Leroy drauf ist und eine Seite eben mit den
- 1:37:45Grand-Cruces, er schalt auf die Grand-Cruces Seite, geht zu Dominé und fragt mich, was denken Sie,
- 1:37:52soll ich lieber Batamorosche oder Chevalier-Morosche trinken? Ich sag ja, kommt darauf an, wenn Sie noch
- 1:37:58ein bisschen mehr Dicht, ein bisschen mehr Power mögen, dann gehen Sie auf jeden Fall auf Batar.
- 1:38:02Ja, okay, machen wir Batar. Welches Jahr? Das waren zwölf, vierzehn, fünfzehn und ich glaube noch
- 1:38:13ein alter, zwei neun, also zur Verfügung. Vierzehn, weil es ist magisch, nehmen Sie auf jeden Fall
- 1:38:19das feines Jahr, ein bisschen kühleres Jahr, passt aber gut zu dem, doch sehr ausdruckstarken,
- 1:38:24sehr sehr ausdruckstarken, sehr sehr opulenten Lage. Ja, okay, Flasche, zwölftausend Euro. Ich gehe
- 1:38:33runter, wir haben unsere Raritäten nicht oben im Tagesmeinkeller, die besonderen Sachen liegen
- 1:38:37eben unten. Ich gehe runter, hol die Flasche ab schon, natürlich großer Wein, bestimmt sehr,
- 1:38:44sehr gut, wird bestimmt viel Freude machen. Ich mach auf, wie gesagt, natürlich da besonders
- 1:38:51zelebriert, schöner Wein, mach auf, hab den kleinen Schluck eingeschränkt und es war so ein Moment,
- 1:38:59es war echt Gänsehaut, alles war genau perfekt, also es war wirklich, wenn du einen Wein hättest
- 1:39:05malen wollen, wär es das gewesen. Habe ich super selten erlebt, ansonsten hast du ja immer
- 1:39:11irgendwas, die Sauerstöße, den Tacken zu spitz, es ist zu voll, es ist zu opulent, es ist was auch
- 1:39:17immer, aber das war echt ein unglaublicher Moment und die waren super nett, er hat gesehen, dass
- 1:39:25mich das erbriert hat und er gesagt, ja schenken sich noch einen Schluck ein, okay, gerne, wenn ich denke,
- 1:39:30dass der Schluck jetzt ungefähr 300 Euro wert ist, ja, vielen Dank, waren super nett, haben das auch
- 1:39:38sehr gefeiert, also waren sehr, sehr begeistert von dem Wein und war für alle in dem Moment vier
- 1:39:47beteiligten, die drei und mich einfach, ja, magisch irgendwo. Großartig. Ich bin 1000 Kilometer entfernt,
- 1:39:54überhaupt irgendwann nur darüber nachzudenken, mir eine Flasche für 12.000 Euro zu kaufen,
- 1:39:58aber das war großartig. Ja und danach gab es Romani Conti, Romani Conti Conti, also auch noch die Conti
- 1:40:07Lage, 2008 und das kannst du dir vorstellen, es war ein großartiger und besonderer Tisch, der sehr
- 1:40:15lange in Erinnerung geblieben ist. Wo der gleich umplatziert, an andere Gäste rausgeschmissen. Wir
- 1:40:21brauchen hier einen Tisch mit dem Schluck. Anerbar ist auch schön, nehmen Sie mal das
- 1:40:28Anerbar. Genau, ihr könnt es ja Wasser trinken. Das war eben auch das Besondere, also die waren
- 1:40:34super net, super freundlich, super dankbar und haben es auch alle, wie gesagt, die Tochter war
- 1:40:39sehr jung und am Anfang ihrer Weintrinkerzeit und hat sich auch damit auseinandergesetzt und so
- 1:40:44und ja, ich meine, das war dann am Ende eine Rechnung von 25.000 Euro, das ist schon was wirklich.
- 1:40:52Oder war der DRC aber günstig? DRC hat ja irgendwie 11,5 glaube ich gekostet,
- 1:40:5812 plus das Essen, irgendwie so muss es gewesen sein. Und das war einfach ein toller Moment
- 1:41:09und auch zu sehen, dass die Leute das gefeiert haben und nicht nur den Wein bestellt haben,
- 1:41:15um da jetzt eben einen tollen Instapost für ihre Weinkommunity daraus zu machen,
- 1:41:21sondern sich wirklich damit auseinandergesetzt haben. Aber auch, dass der Wein performt hat,
- 1:41:25finde ich. Also man hat ja selber eine ganz große Erwartungshaltung, du hast natürlich
- 1:41:29eine andere Trinkerfahrung letztlich dabei und dass der Wein dich dann abholt und in der Form
- 1:41:36begeistert und großartig. Ja, das war absolut begeisternd für alle. Ja. In welchem Tisch saßen
- 1:41:45die nur bei der nächsten Reservierung, dass alle sagen können, nicht an den Tisch? Und du sagst,
- 1:41:48war der Katzentisch? Nein, es war einfach der letzte, der noch möglich war. Nein, es ist auch ein schöner
- 1:41:56Tisch natürlich. Nein, es war Tisch 6 und es war in dem Moment wirklich der letzte,
- 1:42:02der noch möglich war. Wir haben diesen Bereich unten vorm Tagesweinkiller und den vergeben wir.
- 1:42:08Es ist ja sehr oft nur, wenn wir, wir haben so einen größeren Tisch in der Mitte und da sitzt
- 1:42:13dann immer eine Gesellschaft von vier zwischen vier und acht Gästen und eigentlich vergeben wir
- 1:42:20die beiden kleineren Tische links und rechts davon nur, wenn wir den großen in der Mitte auch
- 1:42:23vergeben haben. Und das war dem Abend eben nicht so, das war so ein bisschen der Notfalltisch.
- 1:42:27Nur aufgrund dessen, da war man das nah an der Küche und man hat Leben live. Also man kriegt
- 1:42:34ein bisschen mehr mit als andere Tische, möchte ich mal sagen. Ich finde es aber auch gar nicht
- 1:42:39negativ, als ich denke auch in vielen Restaurants. Beim Einrichtnisrestaurants macht man sich
- 1:42:43ja Gedanken, wie man welche Tische stellt und oftmals gibt es ja auch nicht irgendwie den
- 1:42:48Katzentischern und vielleicht nicht den richtigen Tisch für keine Ahnung, das Klientel. Weil du
- 1:42:53kannst ja vorher auch nie eruieren, ob die es jetzt ruhig mögen, ob die es jetzt lebendig mögen,
- 1:42:56ob die jemand nebenan haben möchten oder einfach knutschen wollen oder wie auch immer. Also da
- 1:43:02weil sie zum Knutschen kommen ist wahrscheinlich nichts zu euch. Ja, manchmal schon. Gibt nichts,
- 1:43:08was nicht gibt. Aber das ist auch ein bisschen das Schöne bei uns am Haus, dass es auch eben
- 1:43:16nicht so so ein klassisch angestaubtes, altes Gummierestaurant ist, wo man die Stecknadelfallen
- 1:43:21hört, sondern wo einfach auch Leben stattfindet. Schön immer auch Leben war. Also auch schon immer
- 1:43:27eine gewisse Lebendigkeit hat sich das verändert, also das Publikum seit dem Umbau und seit der
- 1:43:32Umstruggerierung, das hat sich auf jeden Fall verändert. Es gab vorher ein Publikum, was
- 1:43:40sehr sehr auf Herrn Haas fixiert war und wirklich dann auch wegen ihm kam und viele, ich meine
- 1:43:46natürlich, weil er war das Tantris eher 30 Jahre hier gekocht, der 23 Jahre hier, das Zepter
- 1:43:54geschwungen quasi und das war einfach für viele Leute natürlich so lange Zeit das Tantris und
- 1:44:00genau dieser Küchenstil und so. Und das war natürlich auch ein bisschen die Schwierigkeit,
- 1:44:05muss man sagen, mit dem Neustart. Viele der Stammgäste von damals haben uns einmal besucht
- 1:44:14und waren doch sehr drauf fixiert, wie es früher war und das ist es jetzt einfach nicht mehr.
- 1:44:20Man muss es wirklich ein bisschen als neues Restaurant sehen und viele kamen eben einmal
- 1:44:26und dann nicht mehr, weil es ihnen eben nicht mehr so war wie früher oder manche kam auch
- 1:44:30gar nicht und fand es trotzdem nicht gut. Aber ihr habt das doch im DNA letztlich? Ja, ein bisschen.
- 1:44:36Ich meine, es sind teilweise Gerichte, die so ein bisschen der Tradition des Hauses erbitteln
- 1:44:45zeigen, also genau, aber auch viele klassisch französische Gerichte einfach, viele Gerichte
- 1:44:50zum Teilen. Das ist eben das Schöne, es wird tranchiert, es gibt einen Käsewagen, es gibt
- 1:44:56einen Dessertwagen. All diese Arbeit am Tisch, die lebt wieder auf und es gibt es schon, dass
- 1:45:02mal eben klassische Gerichte von einem der drei vorherigen Chefs gekocht werden, aber es ist
- 1:45:07nur ein kleiner Teil des Ganzen. Das Kälbsbrieß Rumor, das berühmte Gericht von Ekat Blitzmann,
- 1:45:15gibt es immer mal wieder, aber auch nur, wenn es wirklich Sinn macht und Benjamin hat das für
- 1:45:21sich schon ein bisschen ins Moderne geholt, also klar, das als Vorbild genommen und auch eben mit
- 1:45:26den Zutaten aber ein bisschen auf seine Art und Weise interpretiert, ganz, ganz großartiges Gericht,
- 1:45:33aber gibt es eben auch nur dann, wenn es für ihn Sinn macht. Die kochen sehr, sehr auf die Saison
- 1:45:40der einzelnen Lebensmittel bedacht und wenn der schwarze Trüffel, der eben ein Teil des Ganzen
- 1:45:45ist, gerade nicht perfekt ist, klar, du findest das ganze ja über irgendwo Trüffel, aber es muss
- 1:45:50halt dann wirklich die Saison sein, es muss perfekt passen und nur wenn das eben der Fall ist,
- 1:45:55dann ist das Gericht auch auf der Karte. Was liegt dir mehr DNA oder Tantris? Vom Küchenstier und
- 1:46:01vor allen Dingen vor der Beinkombination her, also ich weiß auch nicht wohl, wo es einfacher und
- 1:46:04wo schwieriger ist, Weine zu kombinieren. Das DNA ist fast ein bisschen einfacher, weil es etwas
- 1:46:09klassischere, etwas opulentere Küche ist, wo es cremigere Sosen, du brauchst tendenziell
- 1:46:14kraftvollere Weine und im Tantris natürlich auch aufgrund der Struktur der acht Gänge des Menüs,
- 1:46:21brauchst du mehr Vielfalt, brauchst natürlich andere Dinge, klar am Ende, wenn jemand sagt,
- 1:46:29er möchte gerne einen Wein, den er durchtrinken kann, natürlich findet man da was und dann gibt es
- 1:46:34super schöne, super schöne Allrounder und am Ende, ich meine, du weißt es selber, du findest für
- 1:46:39jeden was, wenn er sagt, ich trink super gerne Riesling, dann machen wir auch ein Riesling
- 1:46:43jetzt zum Menü funktioniert, du fängst schönes raus mit Reife, was nicht ganz so zitrisch und
- 1:46:49frisch ist, sondern eben ein bisschen mehr gesetzte Aromatik mitbringt. Würdest du jemanden Wein
- 1:46:56verbieten? Also wenn du genau weißt, das passt krass nicht, dass du halt irgendwas mit wahnsinnig
- 1:47:01viel Säure im Gericht hast und dann trinkt er halt keine Ahnung, extrem säure betonten Wein,
- 1:47:07dass du sagst, nein, sie kriegen den nicht, weil du weißt, du machst damit die Küche kaputt?
- 1:47:11Find ich ein bisschen zu beformundend, muss ich ehrlich sagen, muss ich ehrlich sagen,
- 1:47:16ich weiß in den Gasten mit Nachdruck darauf hin, dass es schwierig ist, dass es nicht zusammen
- 1:47:21funktioniert, aber manche Leute, ich habe gleich ein gutes Beispiel dafür, manche Leute wollen halt
- 1:47:27ihren Wein trinken und ihr essen essen, es geht nicht darum, dass es beides perfekt miteinander
- 1:47:32harmonieren muss oder irgendwas, wir haben ein ganz nettes Paar, wirklich sehr, sehr gute Stammgäste
- 1:47:39kommen ein paar Mal im Jahr und trinken immer zu zweit ohne operativ eine Magnumflasche Amarone
- 1:47:46Reserva. Das heißt, das Ding hat 17,5 Prozent und das geht von Anfang von zarten Feinfischgerichten
- 1:47:54ganz bis zum Ende durch. Das ist halt deren Wein und deren Tradition, das bei uns zu trinken und
- 1:48:01die machen das. Am Ende, die sind super nett und so, wir mögen die alle sehr gerne, am Ende
- 1:48:06denken wir natürlich, okay, der Armer Fisch, was ist das? Am Ende, dass die noch aufstehen und
- 1:48:12raus und noch, ja genau, dass die am Ende noch aufstehen können und gerade rausgehen, ist ja
- 1:48:18fast auch ein Wunder. Ich meine, es ist ja fast Portwein-Alkoholgehalt. Ich glaube, es ist kein
- 1:48:23Wunder, es ist Training. Ich stelle vor, du trinkst eine Magnumflasche Portwein zu zweit zu deinem
- 1:48:29Abendessen. Also wie gesagt, ich habe da den Weg für mich, dass ich die Gäste absolut darauf
- 1:48:39hinweise, dass meine Ansicht nach nicht funktioniert, aber ich bin davon ab, ihnen Dinge zu verbieten,
- 1:48:49quasi. Das ist nicht das, was ich machen möchte. Aber manchmal ist es ja eben eine gewisse Rücksicht
- 1:48:55dann auch auf die Küche. Also ich finde, es gibt für beide Seiten immer so für und wie
- 1:48:59der Argumente da schwierig. Gibt es sonst irgendwie eine Grenze? Also würdest du sagen, so was mach ich
- 1:49:06nicht beim Wein? Also privat oder im Laden selber, wenn jemand sagt, die 12.000 Euroflasche und ich
- 1:49:12hätte sie gerne als Glühweine. Das ist echt eine Frage oder wenn der Russe kommt und sagt, er möchte,
- 1:49:19wie man das alte Beispiel hat, dann wirklich die Kohle als ein Betuss haben. Keine Ahnung,
- 1:49:25ich habe ehrlich gesagt so einen Extremfall noch nicht gehabt und ich auch noch nicht. Ich hatte
- 1:49:34noch nie Extreme, ich hatte nur vernünftige Gäste. Ja, ich meine, es gibt schon Sachen, wo es mich
- 1:49:40dann so ein bisschen schüttelt und einer trinkt einen toren Bogunder für ein paar Hunderttaher und
- 1:49:45dann braucht seine Frau da echt Eiswürfel in den Wein und so. Da denke ich mir dann schon so,
- 1:49:50ups, aber am Ende willst du es ihr verwähren. Wie heißt der alte Spruch? Wer die Rechnung bezahlt,
- 1:49:59bestimmt die Musik oder nicht. Nicht so, aber irgendwie vom Grundtino her. Wenn es zu extrem
- 1:50:07werden würde, wie wir beide gesagt haben, die Kohler-Petrus-Geschichte oder was auch immer.
- 1:50:13Wurde du nicht machen? Vielleicht, vielleicht kommt ein bisschen auf die Situation und den Gast. Aber am Ende,
- 1:50:22wie gesagt, es ist seine Entscheidung und am Ende muss er es auch trinken. Weißt du,
- 1:50:29wenn ich das für den Verbrechen halte? Am Ende, am Ende, es hat er beides bezahlt,
- 1:50:34den Petrus und die Kohler. In dem Fall nicht, nur wenn er sie nebenan stellt.
- 1:50:44Mit drei Insta-Fotos, genau. Kannst du meine Wein-Speisen-Kombination, die ich total
- 1:50:50geflascht hast? Also vorne hat sie den Wein. Das ist irgendwie in einer Kombination mit
- 1:50:54irgendeiner Speise, sei es bei euch oder dass du selber ausgegangen bist. Ja, klar. Da gibt es immer
- 1:51:01wieder irgendwie tolle, eindrückliche Momente. Wenn ich selber unterwegs bin,
- 1:51:06ich bin nicht so ein Weinbegleitungsmensch. Ich muss sagen, ich bestelle mir oder ich suche
- 1:51:10auch sehr, sehr gerne die Restaurants einfach nach der Weinkarte aus. Mir geht es gar nicht darum,
- 1:51:14unbedingt zwei oder drei Sterne zu haben. Dann gehe ich lieber, ich meine, davon abmachen,
- 1:51:19das eh nur ein, zwei Mal im Jahr, wenn überhaupt. Aber da schaue ich dann eher lieber, dass ich einen
- 1:51:25tollen Einständer habe mit einer großartigen Weinkarte und da dann unterwegs bin. Aber klar,
- 1:51:33diese magischen Momente hat man immer mal wieder. Was war das so? Also hast du irgendwas
- 1:51:37präsent, wo du sagst, boah, das flascht mich oder hat mich total geflascht? Was kann ich sagen? Im Moment,
- 1:51:43ich kann was aus unserer jetzigen Menü rauspicken, was ich gerade sehr, sehr cool finde. Wir haben
- 1:51:52einen ganz, ganz tollen Gang mit Wolfsbarsch in Tronchen geschnitten, ganz sanft gegart, auf ein
- 1:52:02bisschen Spinat, ich meine Spinat und Wein. Schwierig und eine ganz tolle Sauce Normand auf,
- 1:52:10ja, Fischfond, Weißwein, Saucer mit Kaviar abgeschmeckt und sehr, sehr präsenter Säure. Und ich habe
- 1:52:20einen super schönen, also es war echt zuerst so ein Ideenur, aber Weingut Verlitz aus der Steiermark.
- 1:52:30Und ich muss sagen, ich tue mich, da finde ich es oft okay, aber ich tue mich so mit meist
- 1:52:37vergerne Sachen und Orangesein und so oftmals schwer. Und hier ist ein wunderschöner Sauvignonblanc,
- 1:52:44der eben vom Geschmackspelt her eher in die klassischere Richtung geht. Und mit dieser feinen,
- 1:52:51feinen Zarte, das war eine super schöne Mineralität, diese leichte Salzigkeit funktioniert das herausragend zu
- 1:52:57dem Gericht. Und warum nimmst du keine Weinbegleitung, sondern eine Flasche, wenn du ausgehst? Weil im
- 1:53:04Prinzip, ich mache ja komischerweise vieles von mir, das kann man ja eine Flasche jeden Abend,
- 1:53:09man kann es ja jeden Abend in den Kopf zermachen. Aber eine Weinbegleitung, da hast du selber die
- 1:53:12Inszenierung des Kollegen, du hast die Interpretation des Gerichtes, du hast die Erklärung eventuell
- 1:53:21des Kollegen und wirst vielleicht inspiriert. Klar, manchmal sage ich dann auch, mach mir die
- 1:53:29zwei Weine, die du am allepassendsten findest, gerade von deiner Begleitung noch on top dazu,
- 1:53:33oder so, dass man ein bisschen eben auch die Handschrift des Kollegen eben kennenlernt und
- 1:53:38seine Idee, warum das eben zu den Gerichten, die er zweifelos in dem Moment natürlich viel,
- 1:53:43viel besser kennt als ich. Aber mir ist es oft zu anstrengend, das ganze hin und hergehüpfen,
- 1:53:49da hast du ein großes Menü, sechs, sieben, acht Gänge und dann immer wieder was Neues und so
- 1:53:55viel durcheinander, da bin ich lieber idealerweise, wenn wir zur Viertessen gehen, dann schaffst du
- 1:53:59halt auch vier Flaschen oder so über den Abend und dass man lieber ein bisschen sich selbst was
- 1:54:05raussucht und daher auch immer, ich meine dafür sind für alle erfahren genug, um uns da auch cool
- 1:54:12und besondere Sachen rauszusuchen. Apropos cool und besonders, sagen wir, sagen wir vielleicht mal
- 1:54:17hier unser erstes schönes Getränk öffnen, wie wäre das? Super gerne, du kannst bei dir im Betrieb
- 1:54:24die Sachen immer mitprobieren. Ja, absolut, okay, cool. Das ist uns allen sehr wichtig und das ist
- 1:54:31eben auch eine Sache, die wir hier sehr, sehr pflegen. Also im Prinzip, wie ich mich gesagt habe,
- 1:54:38ich probiere es, ich probiere es mit den Wein, ich hole mir immer noch eine oder zwei, jemand aus
- 1:54:42meinem Sommeleteam, aber oft auch irgendjemand anders, einen der Restaurantleiter oder Benjamin
- 1:54:48probiert dann sowieso, was ich mir gedacht habe an Wein, eine zweite Meinung oder auch eine Meinung
- 1:54:55von jemandem zu haben, der nicht dauernd von Wein umgeben ist und 20 verschiedene Sachen jeden
- 1:55:00Tag probiert, finde ich auch ziemlich wichtig. Und dann auch die Extlussivusachen, also von
- 1:55:05der Top-Wine-Probe? Da haben wir eh Sachen, die wir sowieso mit Cora war, angepigst haben und da probiere
- 1:55:15ich dann schon öfter mal einen Tropfen halt dazu von den Sachen, klar, großartig, dass man ungefähr
- 1:55:21weiß, wie es funktioniert, aber ansonsten einfach auch, um eine grobe Richtung zu haben, um es einordnen
- 1:55:28zu können, was brauche ich jetzt bei dem Gang, wie kann ich Säure, Opulenz, was auch immer austarieren,
- 1:55:35dass es eben schön funktioniert und natürlich, das sind teilweise Flaschen im Vierstelligen Bereich,
- 1:55:41dafür mache ich dann natürlich nicht für nur einen kleinen Probeschlug, piks ich nicht die
- 1:55:46Flasche an. Das ist da manchmal auch einfach das theoretische Wissen dahinter, wenn ich nicht gerade
- 1:55:52schon was angepigst habe, was eben dazu auch funktionieren könnte. Meine sind es auch wirtschaftliche
- 1:55:56Gesichtspunkte, dass ich schauen muss, wenn ich mir eine Flasche für 1000 annehme, die ich anpigse,
- 1:56:01dass ich dann auch meine 6-Laser eben davon verkauft bekomme. Das ist dann natürlich auch so.
- 1:56:07Das ist nicht schon 014 von den 6, die an und aufgeteilt werden müssen.
- 1:56:10Ja genau. Weißt du, was der größte Fehler bei Cora war ist? Das habe ich von Greg Lambrich leider
- 1:56:16auch lernen müssen, du hast vorher nie praktiziert, dass die niemals gereinigt werden, also dass die
- 1:56:21Nadeln niemals ausgewaschen werden. Also ich habe ein Kollegen letztens gefragt, wie oft hast du deine
- 1:56:26Nadel gewaschen oder dein Cora war ausgewaschen? Sagte er noch nie, sag ich die letzten 3 Jahre nicht.
- 1:56:31Kann man den waschen? Genau, genau. Wir haben eine Reinigungsroutine bei uns und wir machen das
- 1:56:38sehr regelmäßig. Allein schon aus dem Grund, du hast ja unten einfach der Einlass in der Nadel
- 1:56:44und wenn du Corknast, die ein bisschen weicher schon sind, weil eben so halb durchgeweicht vom
- 1:56:50Wein, dann hast du auch sehr, sehr oft kleine Stücken vom Cork, die sich darin absetzen. Und dann
- 1:56:54auf einmal läuft es nur noch halb so schnell daraus und dann weißt du irgendwas. Irgendwas stimmt
- 1:57:00da nicht. Ja, also das ist schon was sehr, sehr essenzielles, da ab und zu mal ein bisschen heiß.
- 1:57:06Und am Ende geht es super schnell, du schraubst die Nadel ab, hältst die unter heißem Wasser,
- 1:57:11pustest die 2 mal durch und das Gerät selber und dann ist gut. Das ist schon ziemlich essentiell.
- 1:57:15Schön, dass ihr das probieren könnt. Nur ein Wort noch dazu, was nämlich auch wichtig ist,
- 1:57:20wenn die Entscheidung gefallen ist, welchen Wein es gibt zu dem Gericht, es wechseln nicht
- 1:57:26das ganze Menü, es wechseln immer einzelne Teile des Menü und wenn eben ein neues Gericht entsteht
- 1:57:33und ich mein Wein dazu definiert habe, dann probiert das ganze Team, das ganze Service Team
- 1:57:39das Gericht. Benjamin kocht 4-5 Portionen, 4-5 Teller, wir teilen meistens zu zweit ein Teller,
- 1:57:47also man hat schon wirklich auch eine Portion, mini Hubs, sondern schon ein paar Gabeln auch
- 1:57:52und allen wird auch dann der Wein dazu eingeschänkt und finde ich auch sehr, sehr wichtig, erst mal,
- 1:57:59dass die das dem Gast vermitteln können, wenn mal keiner der Somalia ist da ist, um den Wein
- 1:58:04anzuschänken, was eben der Gedanke dahinter ist und eben, dass auch für sich selbst so ein bisschen
- 1:58:12kennenzulernen und hoffentlich idealerweise auch nachvollziehen zu können, warum gibt es jetzt
- 1:58:18eben den frischen, feinen, eleganten Sommignon zum Wolfsbarsch oder warum habe ich da ein Tumfisch
- 1:58:27und Rotweinsausel dazu und warum gibt es da Pino anstelle ein Weißwein. Einfach um die Begeisterung
- 1:58:33zu leben, finde ich das ganz essentiell wichtig. Um die Leute mitzunehmen und ja,
- 1:58:39ihnen auch ein Mehrwert zu bieten und auch zum Chef-Dran oder den anderen Restaurantmitarbeitern
- 1:58:46halt mal zu zeigen, warum es bei uns geht und ja, auch am Ende zu sehen, was hat der Gast
- 1:58:55jetzt in dem Moment für den Erfahrung damit oder wie wirkt es für ihn. Ja, es ist spannend.
- 1:59:00Also das ist im ganz, ganz vielen Betrieben nicht, dass der Aufwand betrieben wird, dass eben die
- 1:59:05Servicemitarbeiter das mitprobieren können, daher starten. Ist ja auch ein wirtschaftlicher
- 1:59:11Aufwand, also wenn da jetzt vier Minuten wieder über die Zeit mit durchkochen, also die Weine und es
- 1:59:16ist ja nicht das günstigste. Das ist es auf jeden Fall so, ja das stimmt, aber am Ende auch was
- 1:59:21sehr, sehr wichtig ist, finde ich, um eben auch dem Gast wissend gegenübertreten zu können.
- 1:59:28So, ich würde mal jetzt hier gerade diesen wunderbaren Schaumbrein öffnen.
- 1:59:35Du trinkst schon, wie ich höre. Ich habe schon mal vorgenascht, ja. Wie stehst du allgemein zu
- 1:59:45Champagner oder zu Schaumbreinmarken? Also bist du da eher jemand, der auf Brandsets, der Le individualität
- 1:59:51setzt, der irgendein gewisses Deal lebt oder bist du da geschmacksoffen? Welche Waffen
- 1:59:58hast du in deinen Vorliegen? Champagner ist ein sehr, sehr großer Teil unserer Philosophie und
- 2:00:04unserer Karte. Schon immer gewesen, ja? Immer schon gewesen, ja oder zumindest sehr, sehr lange Zeit.
- 2:00:11Es gibt auch wirklich nur Champagner. Wir haben keinen Francher-Corder, keinen Sekt,
- 2:00:16kein, was auch immer. Englisch-Sparkling. Ja, gar nicht so sehr, weil wir sagen Champagner ist das
- 2:00:25nur plus Ultra und alles andere ist eh nur Quatsch, sondern einfach weil wir diese sehr lange Traditionen
- 2:00:32und Verbundenheit eben damit haben und weil wir doch da auch sehr, sehr breit aufgestellt sind.
- 2:00:39Also es gibt ein paar große Häuser, ja, Rhydra, was wir jetzt gerade im Glas haben,
- 2:00:45ist auch bei uns vertreten, habe ich ja schon gesagt, Rhydra, Kristall gibt es gerade als Premium
- 2:00:50Champagner Glasweise, aber ansonsten sehr, sehr viele kleine Winzerschampagnerhäuser und das ist
- 2:00:57eben ein großer Teil der Weinkarte, eben das zu zeigen, das zu präsentieren und da gibt es immer
- 2:01:06wieder ganz, ganz spannende Entdeckungen. Es ist auch ein Bereich, wo doch viel Bewegung drin ist.
- 2:01:11Gerade im Champagner gibt es viele Weingüter, die am Anfang Geheimtipp sind und dann, wenn sie
- 2:01:18richtig auf den deutschen Markt ankommen, sind dann auch doch preismäßig durch die Decke gehen
- 2:01:21und sich einfach für uns dann auch nicht mehr so richtig lohnen, quasi deswegen. Es ist beim
- 2:01:28Champagner doch immer, immer viel Bewegung drin, es kommt immer Neues hinzu und wir sind da immer
- 2:01:32recht offen und auf der Suche schöne Dinge zu entdecken, aber eben wie hier Rhydra, Krug,
- 2:01:39Dom Perignon als großer Klassiker, Bollinger, das sind unsere vier großen Häuser, die eben
- 2:01:46vertreten sind, ansonsten aber ja, hast ja schon, haben wir schon drüber gesprochen, wie gesagt,
- 2:01:52auch Schachselos und viele, viele andere kleine, kleine Winzerschampagnerhäuser, in denen immer
- 2:01:57viel Bewegung ist. Unser Haus Champagner gewissermaßen, ein kleines Haus mit 7 Hektar Gen Philippe Trucet,
- 2:02:03wunderschöner, feiner, elegante Champagner, extra Brüt eben als Weißen unter Trucet,
- 2:02:09also unseren Glasweißen Haus Champagner und ganz, ganz tolles Produkt und ja, ein Bereich,
- 2:02:17wo sich eben immer was bewegt und wir immer auf der Suche sind. Und jetzt was Neues, wir haben
- 2:02:22hier Kollektion 2,4,4, die Neuste, die ich in der Tat noch nicht probiert habe. Wir haben 2,4,2
- 2:02:29und 2,4,3 noch bei uns in der Karte und ich war sogar vor ein paar Wochen bei Rödera vor Ort,
- 2:02:39aber den haben sie uns nicht eingeschänkt. Was ich halt in der Tat unglaublich reizvoll finde,
- 2:02:46was ich, ist ja, hier in der Champagne passiert in den letzten 5 bis 10 Jahren oder 5 bis 15 Jahren,
- 2:02:53aber ist diese unglaubliche Offenheit, wie man mit ganz, ganz vielen Dingen umgeht und hier ist
- 2:03:00hinten so ein QR-Code drauf, wo du eben wirklich alles bis ins kleinste nachvollziehen kannst,
- 2:03:07nicht nur welche Rebsortenküvie es ist, also 41% Chardonnay, 33% Pinot 26 Pinominee, dass du
- 2:03:13Gidosage dort mit dabei hast, dass du auch weißt, wie es sich zusammensetzt, also dass du halt
- 2:03:18hauptsächlich den 2,19er Jahrgang da drinnen hast, aber hier mit auch sehr viel Reservequalitäten
- 2:03:24aus 2,12 bis 2,18 darin vertreten sind, welcher Anteil im Holz ausgebaut wurde, wo die herkommen,
- 2:03:31wo die lagen sind, dass die gedrittelt sind in La Rivière, Montagne und Lacote, das finde ich schon,
- 2:03:36also es ist nicht nur, dass der Name sich geändert hat von Prübke Mier auf die einzelnen
- 2:03:42Editionen, sondern dass auch ganz, ganz viel passiert, nicht nur bei Rödera, aber in so einem Haus
- 2:03:47ist das glaube ich gravierend und unter denen, ich sag mal, Premium Brands, wenn man so möchte,
- 2:03:53ist es glaube ich das einzige, was so diese Schritte auch gegangen ist. Ja, das muss man sagen,
- 2:03:59das war auch mein Eindruck, also sie sind sehr, sehr offen mit allem, wie sie kommunizieren und
- 2:04:03genau, die Lagen werden, das ist ja doch ein großes Haus am Ende, aber die Lagen werden alle
- 2:04:09separat ausgebaut, das ist alles sehr, sehr, sehr offen, wie sie kommunizieren mit ihren Dingen und
- 2:04:16ich war sehr, sehr beeindruckt. Oben, dringend, ein großer Teil wird eben Biologisch Bewirtschaft,
- 2:04:23denn inzwischen ist natürlich auch Champagne wirklich eine tolle Geschichte, ist gerade bei der
- 2:04:28Größe, was mehr, 250 Hektar, glaube ich, also das ist schon... Wahnsinn, 250 Hektar eigene
- 2:04:33eigene Rehberge, also es ist schon Wahnsinn, ja. Kann aus sein, dass es ein Mitzukauf war, aber auf jeden
- 2:04:39Fall irgendwas... Wie 250 ist eine eigene Weinberge und es wird noch ein bisschen zugekauft, aber... Ja,
- 2:04:42okay, dann ist es noch mal zugekauft oben. Und sie haben ja nur Pinot Noir und nur Chardonnay,
- 2:04:49Pinot Migniers, ja nur... Und dann tolles, tolles Haus wirklich. Das ist so schön und eben auch
- 2:04:58als Familiengeführtes Haus wirklich noch was Besonderes, das zu finden in der Champagne.
- 2:05:04Und dann aber auch mit diesem Chefinologen Jean-Papetiste Lecaillon, der ja nicht nur Röderer
- 2:05:09bespielt, sondern auch die anderen Güter, die dort zur Familie gehören mit Betreut,
- 2:05:13schöne Mammutaufgaben, dass man diese Qualitätsstandard dann dort halten kann. Hast du in den
- 2:05:20Editionen Geschmacksunterschiede greifen können, wenn du sagst, ihr habt 43, 42 auf der Karte oder
- 2:05:26hattest wie bei früher die Idee, war primär, dass man eine gewisse Geschmackskontinuität hat?
- 2:05:34Ja, ich finde die Kontinuität, die ist schon noch da und das ist dann schon in Nuancen,
- 2:05:41wie es sich unterscheidet. Aber klar, ich meine, das ist schon einfach aufgrund der
- 2:05:45verschiedenen Herangehensweise, der verschiedenen Queues der Editionen dann schon.
- 2:05:51Was anderes, ich denke, es gibt schon den Grundstil, den es weiter abbilden soll.
- 2:05:56Aber wenn man es nebeneinander stehen hätte, würde man da ganz sicher doch feine Unterschiede
- 2:06:02entdecken. Massiv ja eben auch, dass früher du niemals, also annähernd ermessen konntest,
- 2:06:08aus welchem Jahr der überhaupt kommt oder wie lange der schon dort im Supermarktregal oder
- 2:06:12vor der Beleuchtung stand. Was ja entweder richtig krass ist. Du konntest du vielleicht am Korken
- 2:06:17sehen, je nachdem, wie weit er noch auseinandergegangen ist, aber da hat es niemals irgendwie
- 2:06:22ein Ansatz dafür, wie alt die Brühe eigentlich ist. Die ist ja der meiste, das muss ich nicht
- 2:06:29hinlegen. Das ist ja ein sehr, sehr guten Schritt, dass sie es gemacht haben und das ist eben so ein
- 2:06:35bisschen offener kommunizieren. Ja und weiterhin super, super schöne Produkte, ich meine sehr,
- 2:06:42sehr hochwertig, wirklich toll, fein, elegant, schöne, ja ich bezahne so ein fein, leichte,
- 2:06:52Pfirsichnote, die es mitbringt. Sehr schön, die Hefe eingebunden, also toll. Und ich meine,
- 2:06:57dafür ist es ja demnach relativ frisch gefülltsamuscht, schon wirklich fein und runter.
- 2:07:03Ja natürlich, ich meine das Brüht, ja natürlich ein bisschen mehr, ein bisschen mehr das Runde,
- 2:07:12als wir ganzen Freaks immer mit extra Brüht und Brühtnatur gewohnt sind zu trinken, ja,
- 2:07:18es ist schon eher das ein bisschen rundere, klassischere Geschmacksbild, aber am Ende
- 2:07:25natürlich etwas, was man auch berücksichtigen muss, was zu den normalen Champagnatrinker,
- 2:07:30der zweimal im Jahr oder dreimal im Jahr zu irgendwie, einen besonderen festen Pulle aufmacht,
- 2:07:35den natürlich wahrscheinlich eher abholt, ne, als so ein kages, kreidiges Skelett quasi.
- 2:07:42Was man auch nicht vergessen darf, dass man damit auf dem etwas ungeübteren,
- 2:07:46eine gewisse Freude letztlich vermitteln soll. Aber ist es in der Tat also, für mich war so
- 2:07:52gedanklich, dieser extreme Schritt vieler Champagnerhäuser in Richtung Brühtnatur,
- 2:07:56eigentlich auch nur eine Entwicklung aus der Veränderung der gesamten Vegetation des Trauben
- 2:08:04Materials, das, was sich ergab, was die Grundweine dann ergeben haben, dass man versucht hat,
- 2:08:08diesen traditionellen Stil mehr oder weniger damit erneut darzustellen. Hätte ich gedacht,
- 2:08:14dass man dieses Kage und Frische der Champagne, was eben rein im Brühtsegment nicht mehr möglich war,
- 2:08:21den nächsten Schritt in diese Knochiertrocken reiht? Ja, wobei ich auch so ein bisschen den Trend,
- 2:08:29glaube ich, sehe, dass viele so ein bisschen zurück rudern und es dann eher Richtung extra Brühtrichtung
- 2:08:35doch ein Tacken mehr dosage geht als nur, dass sie super Kagen, extra Brüht, super Schlanken
- 2:08:40Champagner zu haben. Ich meine, weil viele die Erkenntnis hatten, dass diese Weine dann auch
- 2:08:47nur bedingt reifen können und dann irgendwann verhungern, so mehr oder die am Stock verhungern
- 2:08:51und dann entweder noch freakiger werden oder diese Geschmacksfreude und die Trinkfreude
- 2:08:57total auf der Strecke bleibt. Weil du dann eben diese Sperrige im Rachen hast, im Gaumen hast
- 2:09:03und diese Trinkigkeit, die den Jungen gerne haben, geht da komplett verloren? Ja, klar. Und man grenzt
- 2:09:09natürlich seine Zielgruppe doch bedeutend weiter ein, wenn man eben zu, zu kack und zu
- 2:09:17zu filigran zu schlank unterwegs ist. Das ist natürlich auch ein Punkt, den man bedenken muss.
- 2:09:23Hast du den Nachteil dabei, dass die meistens dann auch weniger Speisen kompatibel sind?
- 2:09:28Ja. Und gerade wenn du diesen hier mit 7 Gramm diesen Stil hast,
- 2:09:34dann hat der so ein gewisses Fundament, was eine gewisse Offenheit letztlich auch für die
- 2:09:39verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten bietet, was ich dann wiederum total reizvoll finde.
- 2:09:46Ja, ich meine, es ist ja auch eine traditionelle Geschichte in Frankreich,
- 2:09:49in Champagner nicht nur als Apparativ zu sehen, sondern als Speisenbegleiter,
- 2:09:53dass man das wirklich zumindest durch die ersten Gänge des Menüs mitnimmt. Und das gibt
- 2:09:58er absolut her. Also auch wenn man da mit den ersten feineren Fischgerichten anfängt,
- 2:10:03dann packt er das ja auf jeden Fall auch mit seinem Tickenmeer breite, die er eben bietet.
- 2:10:11Ich finde die aber nicht unangenehm. Also ich finde es auch nicht zusättigend. Ich glaube von dem kann man
- 2:10:15auch ein bisschen trinken und man ist nicht fertig mit dem. Ja, immer noch schöne,
- 2:10:22schöne packende Säure hinten raus. Das ist ja gut. Schön, schön, meine Liege gefällt. Freu ich mich sehr.
- 2:10:29Durchaus, ja. Wenn es dir beim Nachbar auf den Sofa gibt, dann wäre ich auch keine da.
- 2:10:37Statt Tränkel trocken. Ja, und dann vielleicht sogar kalt und nicht ganz so lauwarm.
- 2:11:02Alles verloren ist eines der Kultweingüter in Südafrika. Ein Juwel im Swatland und hat seine
- 2:11:07Wurzeln im frühen 18. Jahrhundert. Die ersten niederländischen Siedler brachten das Land unter
- 2:11:13ihre Kontrolle und legten die Grundlage für den Weinbau. Doch die Geschichte dieses Weinguts ist
- 2:11:18nicht nur eine des Erfolgs, sondern auch eine des Verlusts. Der Name "Alles verloren" heißt nichts
- 2:11:23anderes als "Alles verloren" und erinnert an die schmerzhafte Vergangenheit als der erste Besitzer,
- 2:11:28nach einer Reise zurückkehrte und sein Heim geplündert vorfahren. Trotz dieser Tragödie begann
- 2:11:33die Familie das Land wieder zu bewirtschaften und legte damit den Grundstein für eines der
- 2:11:37ältesten Weingüter Südafrikas. Mit dem Ausstieg der Merlin Family im Jahre 1872 begann eine neue
- 2:11:44Ära für "Alles verloren". Daniel, Franz-Fos Merlin, der das gut übernahm, erkannte früh die Besonderheiten
- 2:11:50des Swatland-Terroirs. Während das Weingut ursprünglich auch Weizen anbaute, setzte Merlin zunehmend
- 2:11:55auf Weinbau und erhob damit "Alles verloren" in eine komplett neue Liga. Die trockenen Sommer
- 2:12:00und kühlen Nächte der Region boten optimale Bedingungen für den Rebemannbau. Insbesondere
- 2:12:05für robuste Sorten, die wenig Wasser benötigen. Das Swatland, geprägt von granithaltigen Böden
- 2:12:10und Schiefer, bietet den Reben einen besonderen Untergrund. Hier müssen die Wurzeln extrem tief
- 2:12:15graben, um an Wasser zu gelangen, was den Weinen eine unverwechselbare Mineralität und Tiefe verleiht.
- 2:12:20In diesem einzigartigen Umfeld führte die Familie Merlin in den 1950er Jahren den Anbau von Shiraz ein.
- 2:12:28Eine Entscheidung, die "Alles verloren" bis heute prägt. Der Shiraz erwies sich als idealer
- 2:12:33Sorte für die Extrembedingungen des Swatland. Seine Aromen von dunklen Früchten, schokolade
- 2:12:37Gewürze spiegeln die Kraft der Region wieder. Technologisch stingt "Alles verloren" stets mit
- 2:12:42der Zeit. Bereits in den 1970er Jahren setzte man auf temperatur kontrollierte Edelstalltanks,
- 2:12:46die eine präzise Regierung ermöglichten. Diese Innovationen tug maßgeblich dazu bei,
- 2:12:51die Frische der Weine zu bewahren. Ein weiteres technisches Highlight ist die Nutzung der Schwerkraft
- 2:12:56in der Produktion, die den Wein schonend verarbeitet und so die Qualität weiter steigert. Ein Wendepunkt
- 2:13:02in der jüngeren Geschichte von "Alles verloren" war das Ende der Apartheid. Mit der Eröffnung,
- 2:13:06Südafrikas für den globalen Weinmarkt begann die Welt die Qualität des Swatlands neu zu entdecken.
- 2:13:11Besonders Weine mit geringen Ertrag, aber hoher Konzentration starren hervor. Das Swatland,
- 2:13:16lange Zeit unterschätzt, wurde zu einem Synonym für charaktervolle, komplexe Weine
- 2:13:21Disasteroa in all seinen Facetten widerspiegeln. Der Chirast für das "Alles verloren" verkörpert
- 2:13:26die besten Eigenschaften des Swatlands. Er ist kraftvoll, er ist strukturiert und doch elegant.
- 2:13:31Die Trauben, die in der intensiven Hitze des Swatlands heranreifen, entwickeln eine kleine
- 2:13:36Beerenstruktur, die zu einer enormen Aromenkonzentration führt. Dank der kühlenden Winde vom Atlantik,
- 2:13:42die durch die nahegelegende Feinbus-Vigitation in die Weinberge ström, reifen die Trauben
- 2:13:46langsamer. Dieses verleiht dem Wein eine ideale Balance zwischen Frucht und Struktur. Das raue
- 2:13:52Klimas-Watlands stellt hohe Ansprüche an die Reben. Mit wenig Niederschlag und heißen Sommern
- 2:13:56sind die Weine geprägt von Konzentration und Komplexität. In den letzten Jahren hat das Weingut
- 2:14:00seine Produktionsmethoden weiter verfeinert. Die Trauben werden von Hand gelesen und sorgfältig
- 2:14:04selektiert, um nur das beste Material zu verwenden. Der Ausbau erfolgte in einer Mischung aus
- 2:14:09Französischer und amerikanischer Eiche, wobei der Holzeinsatz behutsam erfolgt, um den
- 2:14:13Fokus auf die natürlichen Fruchtaromen zu legen. Alles verloren verbindet Tradition mit Innovation.
- 2:14:19Die Philosophie des Gutes basiert auf dem Minimalismus im Keller und einer sorgfältigen
- 2:14:24Handarbeit im Weinberg. Diese Herangehensweise erlaubt er es, das Theroa bestmöglich auszudrücken.
- 2:14:29Der Shirras ist nicht nur ein Wein, sondern auch ein Ausdruck der besonderen Bedingung des
- 2:14:33Wardlands. Heute ist alles verloren, eines der führenden Weingüter der Region und ein Symbol
- 2:14:38für den modernen südafrikanischen Weinbau. Die Kombination aus jahrhundertealter Tradition
- 2:14:43und modernen Techniken hat dem Weingut internationale Anerkennung gebracht.
- 2:14:48Der Shirras, das Herzstück von alles verloren, verkörpert die Essenz des Wardlands in all seiner
- 2:14:53Kraft, Tiefe und Eleganz. Und das Weingut bleibt seiner Philosophie treu, die Natur zu respektieren
- 2:14:59und die einzigartigen Bedingungen des Wardlands optimal zu nutzen. Der Shirras von alles verloren
- 2:15:05zeigt, dass selbst in einer Region mit extremen klimatischen Herausforderungen richtig große
- 2:15:10Wein entstehen können. Alles verloren hat es geschafft. Sich in einem zunehmend globalisierenden
- 2:15:15Weltmarkt zu behaupten, der Shirras bleibt das Aushängeschild des Weingutes. Aber es sind die
- 2:15:20Liebe zum Detail und die Hingabe zur Qualität, die alles verloren zu einem echten Leuchtturm
- 2:15:25des südafrikanischen Weinbaus machen. Und auch wenn die Nachricht vom frühen Tod des 60-jährigen
- 2:15:30Danny Mellon, der am 11. September diesen Jahres einen Herzinfarkt erlag, die gesamte südafrikanische
- 2:15:35Weinwelt mehr als schockiert hat, wird sein Lebenswerk, das er in fünfter Generation 2003
- 2:15:40von seinem Vater übernahm, von seiner Frau, seinen Kindern und seinen Enkelkindern weitergeführt.
- 2:15:44Vielen Dank lieber Danny Mellon für all die vielen großartigen Weine und die sehr besonderen
- 2:15:49Weinerlebnisse. Und dass du uns gezeigt hast, wie auch Wardland schmecken kann. Und auch ein großes
- 2:15:53Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:15:57Wann trinkst du eigentlich Wein? Also losgelöst jetzt vom Probieren oder wenn du jetzt mit deiner
- 2:16:13Frau aus bist oder mit Freunden aus bist, dass du sagst, da aktiv ist trinken, hast du da Momente,
- 2:16:19wo du Wein selber genießen kannst und richtig trinken kannst? Schon sehr, sehr gerne weg zum Essen
- 2:16:26als Speisenleiter. Aber es kommt immer so ein bisschen auf die Runde an. Einfach auch in
- 2:16:32geselliger Runde. Man kocht ein bisschen zusammen, steht in der Küche und das ist ein schöner Moment
- 2:16:39einfach für so ein schönes erstes Glas. Ein bisschen was knackiges, ein bisschen was frisches.
- 2:16:44Das ist sehr, sehr schön. Ja, eher auch ein schöner Runde und gerne mit Leuten und Freunden,
- 2:16:55die das eben auch zu schätzen wissen. Hast du da Anspruch an die Umgebung? Also jetzt,
- 2:17:00wenn es nicht zu Hause ist und du sagst, jetzt möchte ich irgendwie einen besonderen Wein trinken,
- 2:17:03dass du sagst, es muss die Temperatur haben, es muss die Umgebung sein, es muss die Musik laufen
- 2:17:13oder es ist zu freaky und du sagst, es geht ums Trinken.
- 2:17:15Nein, es geht nicht nur ums Trinken, es gibt so Momente, wo ich irgendwie
- 2:17:20Wein komisch finde und kein Wein trinken würde. Zum Beispiel? Im Fußballstadion. Es gibt ja jeden
- 2:17:28Stadion, hat überall VIP-Bereich heute und dann bist du irgendwie da eingeladen, kriegst
- 2:17:33da ein Zeug nachgeschmissen und hier Champagner und da, finde ich überhaupt komplett umpassend.
- 2:17:39Warum? Ist es der Geschmack? Passt für mich überhaupt nicht zusammen? Nein,
- 2:17:45ist nicht so der Moment dafür. Einfach eine gefühlsmässige Sache, das finde ich passt einfach
- 2:17:52nicht zusammen. Was würdest du denn als Nicht-Biertrinker machen? Zu Hause bleiben.
- 2:17:57Dann hast du Fußball nicht verdient? Ja, genau.
- 2:18:05Das ist einfach eine Sache, womit man aufwächst, was man mitbekommt und so, keine Ahnung, das
- 2:18:12sind einfach zwei Dinge, die passen nicht für mich zusammen oder nicht, dass ich das auch machen
- 2:18:18würde, aber irgendwie Club oder was Richtung Party geht und laut und so, das ist kein Moment,
- 2:18:25wo ich irgendwie Wein trinken würde, weil ich irgendwie dem Wein auch immer so ein bisschen,
- 2:18:30ich damit befassen möchte, dem so ein bisschen Wertschätzung gegenüber bringen möchte und das
- 2:18:34ist dann eher oft eher so ein Biermoment, da hat man was zu trinken, schmeckt auch auf seinem Level,
- 2:18:40aber es ist nichts, womit man sich richtig befassen muss und das finde ich beim Wein eben
- 2:18:44das Schöne, aber auch irgendwo das Wichtige, dem Ganzen so ein bisschen Respekt und Zeit und Wertschätzung
- 2:18:50zu teil werden zu lassen, weißt du, dass man sich damit befasst, nicht unbedingt "ah, was will
- 2:18:59uns der Auto damit sagen, was hat sich der Winzer dabei gedacht", sondern einfach ein bisschen zu
- 2:19:04erschmecken, was ist das, wie präsentiert sich das, warum ist es so? Ja letztlich hast du ja oft
- 2:19:09auch die Situation, dass du für einen besonderen Wein gewissen Mehrwert ausgibst und diesen Mehrwert
- 2:19:13musst du ja auch abtrinken können oder es wäre schöner, wenn du den abtrinken kannst und auch
- 2:19:17wenn es andere anders sehen, so wie gerade Oktoberfestzeit, da wird Wein auch anders getrunken
- 2:19:21oder keine Ahnung, bei euch im München, in den Clubs wird es ja auch anders konsumiert,
- 2:19:26da gibt es andere Einstellungen, aber ich finde eben auch, dass um die Besonderheit eines Produkts
- 2:19:33zu erkennen, dass sonst so, als würdest du irgendwie ein tolles Gemälde in dunklen Raum hängen,
- 2:19:39ist ja auch Quatsch. Ja, ja, ja, ja, gutes Beispiel, ja. Wie wichtig ist Musik dabei? Also findest du
- 2:19:45jetzt nicht um den Clubs, sondern allgemein, dass man Wein mit Musik irgendwie umspielen,
- 2:19:51um Garn zerstören und der Malen begleiten kann? Da Musik natürlich genauso vielfältig ist wie
- 2:19:59Wein, ist alles möglich, also es gibt Momente da, Untermalte ist ganz, ganz toll, aber es gibt
- 2:20:04natürlich auch Momente, da ist die Musik zu freaky, zu laut, zu was auch immer und spricht eben gegen
- 2:20:11diesen Moment der Ruhe und dieser Stille mit dem Bein gemeinsam. Also ich höre sehr, sehr gerne
- 2:20:20Musik und sehr, sehr vielfältig auch, aber tendenziell zu Wein, bin ich eher bei feiner, ruhiger,
- 2:20:28vielleicht sogar klassischer Musik eher ein bisschen was Gesetzes, was dann eben den Wein auch
- 2:20:34den Raum lässt sich damit auseinanderzusetzen. Bestimmen Sie Instrumente, wo du findest,
- 2:20:40dass die besonders zum Wein passen oder die Wein besonders reflektieren?
- 2:20:43Geht vielleicht mehr um die Weinart so ein bisschen. Begrund ist für mich sehr, sehr
- 2:20:55klassik, also am ersten vielleicht Klavier, so was in die Richtung, weil es ja auch ein sehr,
- 2:21:01feiner gerade, gerade der Pino, sehr, sehr feiner, sehr, sehr tenzender, sehr eleganter Wein ist.
- 2:21:07Ja, und dann hast du auch genauso das Gegenteil, wenn du fettest, wenn du den trinkst, dann kannst du auch
- 2:21:16fast Rockmusik dazu laufen lassen. Also finde ich still im Felsesser mit dem einzelnen Exemplar des
- 2:21:26Weins, was du dann wirklich im Glas hast. Geht total konform, dass also eine gewisse Art von Wein
- 2:21:33erfordert eine gewisse Musik und andersrum passt das gar nicht oder wird es fast unangenehm oder man
- 2:21:37hat unangenehmestes Gefühl dabei, was läuft im Tantris? Habt ihr deine Playlist, die da läuft oder
- 2:21:41macht ihr Bayern 3 an oder? Und hier die Nachrichten. Nein, wir haben eine Playlist und das ist wirklich
- 2:21:52ein bunter Mix zwischen Klassik, zwischen Jazz, zwischen vielen Dingen, teils instrumental,
- 2:21:59teils eben mitgesangen und so. Und ja, auch so ein bisschen auf die Zeit abgestimmt, Mittags eher
- 2:22:06noch ein bisschen progressiver, ein bisschen lauter, ein bisschen mehr Power und abends eben
- 2:22:12ein bisschen gesetzter. Ja, aber es ist ein wichtiger, ein zwölfstundendem Playlist, die jeden Tag
- 2:22:18gleich ist oder? Total, es ist gravierend. Aber es gibt wirklich verschiedene Playlists und das ist
- 2:22:23dann auch immer so ein bisschen unser Ding, uns da rauszusuchen, worauf wir gerade Lust haben.
- 2:22:29Ach echt? Und aber eben Mittags und Abends, abends verschieden. Ja, aber es ist immer so ein bisschen
- 2:22:36mit der Musik, so ein bisschen Work in Progress, also gibt immer mal wieder was Neues, neue Ideen,
- 2:22:42Sachen, die mit aufgenommen werden, Sachen, die rausfliegen und so. Aber Musikkonzept ist ein
- 2:22:47großes Thema, gerade einfach durch die Größe des Restaurants auch, also Akustik spielt eine
- 2:22:53große Rolle. Es gibt ja den Teppich einer Decke, der eben sehr wichtig ist für die gute Akustik
- 2:23:02innerhalb des Restaurants. Das ist wirklich toll. Du bist an deinem Tisch, also es ist schon teilweise
- 2:23:11laut, weil du hast ein großes Restaurant, du hast viele Leute, du hast die Musik und so und du hast
- 2:23:17aber trotzdem dein Private Space und dein Nachbartisch halt eigentlich nicht, worüber du redest,
- 2:23:21wenn du nicht super laut bist. Das ist sehr, sehr spannend mit der Akustik innerhalb des Restaurants,
- 2:23:27aber auch sehr wichtig, dass du am Ende denk mal an so eine moderne Kirche. Im Prinzip ist ja unsere
- 2:23:36Raumaufteilung genau das und wie es da halt und wie schwierig da die Akustik ist, eben wenn du so
- 2:23:41diese glatten Wände hast. Und hier, das ist eben sehr gut, das hat er durchdacht, aber auch sehr
- 2:23:49komplex. Also wir haben vor kurzem ein neues Musiksystem installiert, also einfach neue Boxen
- 2:23:54und das ganze Saison ein bisschen neu gestaltet und das war schon ein sehr, sehr schwieriges Thema,
- 2:24:00das so zu gestalten ist, dass es für jede Ecke passt, dass es irgendwo zu laut, irgendwo zu leise ist
- 2:24:06und so. Das ist schon eine schwierige Geschichte. Kann man richtig viel Geld versenken?
- 2:24:12Ja, das stimmt. Also das ist, da kannst du ja einige Flaschen DHC für trinken. Wer sucht die Musik
- 2:24:19bei euch aus? Habt ihr da Musik verantwortlichen oder darf jeder in die große Playlist was reinfüttern?
- 2:24:24Ne, wir haben schon eine, also zwei Herren quasi eine Company, die sich darum kümmert und diese
- 2:24:32Playlist und dieses Musikkonzept für uns erstellt hat, aber wir sind mit denen im Austausch und
- 2:24:37das nix in Stein gemeißelt, da kann man schon mal auch ein bisschen was dran tüfteln, aber
- 2:24:43gibt es schon jemand, der sich wirklich sehr, sehr intensiv damit auseinandersetzt. Wie ist es bei
- 2:24:51dir? Bist du ein großer Musikmensch oder? Dadurch, dass ich die letzten 20 Jahre mehr oder weniger
- 2:24:58in der Bar war und da relativ fest gesort war, also den ganzen Tag das gehört habe, was da lief,
- 2:25:05eigentlich weniger, weil ich dann, wenn ich nicht in der Bar war, die Ruhe genossen habe und dann
- 2:25:11eigentlich möglichst nicht gehört habe, dann habe ich mir irgendwie noch angetan oder habe dann irgendwie
- 2:25:17versucht mich damit vorzubilden, Sprachen zu lernen und so weiter und habe Musik eigentlich
- 2:25:23komplett vernachlässigt. Wenn ich Musik gehört habe, dann eher gezielt, also nicht so nebenher,
- 2:25:28sondern dann entweder, ich mag klassik total gerne, dass ich, dass wir ins Konzert gegangen sind,
- 2:25:34dass wir in die Oper gegangen sind, da mag ich es auch total mich damit im Vorfeld zu beschäftigen,
- 2:25:39das öffnet es auch vorher mal anzuhören, also ähnlich als wenn ich groß essen gehe, mich damit
- 2:25:43auseinandersetzen, was ist der Stil oder was ist die Interpretation von Küche seitens des Koches,
- 2:25:53so ging es mir eben dabei auch, wenn wir ins Konzert gegangen sind oder in die Oper und sonst,
- 2:25:58wenn ich richtig einfach zum mehr oder weniger abreagieren oder zum mich gehen lassen muss,
- 2:26:04ich habe, dann bin ich ein leidenschaftlicher Punk-Fan und vornehmlich so Kalifornier-Punk und
- 2:26:11liebeste auf Konzerte zu gehen und so. Genau, ja. Wir haben eine Tagisse im Mai bei der Abschiedstour
- 2:26:20mit meinem Sohn, den habe ich leider damit infiziert, in Berlin waren wir dort. Wow, cool,
- 2:26:24wirklich, das ist auch, ich liebe die Musik, das hätte ich auch im Supergang gesehen, das muss
- 2:26:28ja live großartig sein. Also sehr verrückt. Ich habe in Kalifornien, als ich da gelebt habe,
- 2:26:36halt viele von denen auch kennengelernt, weil wir dann ganz guten Zugang hatten, das war eine
- 2:26:42großartige Zeit dort und das ist dann wahrscheinlich so ein bisschen hängelblieben. Ich glaube,
- 2:26:47das war ein toller Moment gewesen, es war eine großartige Zeit da zu sein, mit so einer Energie und so.
- 2:26:52War sehr schön, also war wirklich sehr prägend und sehr nachhaltig und das ist dann irgendwie
- 2:26:58hängelblieben, da ich sage, das ist für mich so diese Kombination von Lebensfreude, von Sommer,
- 2:27:02von Gehen lassen. Ich assoziere ja ganz viel auch mit, weil ich da aufgewachsen bin mit Strand und
- 2:27:07das ist für mich so die Strandmusik und die Surfenmusik und das alles und dann oder Scar oder so was in
- 2:27:14der Richtung mag ich auch sehr, sehr gerne. Das ist von dem her, ich bin da, aber ich bin da auch nicht
- 2:27:18unbedingt zu unbequem, wenn irgendwas läuft, dann könne ich auch jedem sein. Also wenn auch keine
- 2:27:23Ahnung entdreht ist, ist ja leider muss man sagen Roland Kaiser ganz, ganz weit oben und wenn
- 2:27:29das jemand hören muss, dann würde ich mich da auch nicht verweigern, dann sei dem drum, aber es
- 2:27:35würde ich mir persönlich nicht auflegen. Ich habe jetzt interessanterweise, ich habe ein neues Büro
- 2:27:39eingerichtet jetzt mit der Umstrukturierung nach der Weinbau und mit der Podcastzeit und da habe
- 2:27:44ich meinen alten Plattenspieler wieder rausgeholt, meine 500 Platten, die ich mal gesammelt habe und
- 2:27:48hörte jetzt nach und nach alle mal wieder durch und hörte damit mein ganzes Musikleben wieder
- 2:27:53durch, also meine ganze Hip-Hop-Phase und meine ganze Rap-Phase und die ganze Indie-Phase und
- 2:28:00da merkt man wie viel Gesichter und wie viel Facetten man in sich selber hat und wie großartig
- 2:28:05das ist eben auch, dass ähnlich mit Wein und Riechen und Schmecken auch mit Musik wieder aufleben
- 2:28:10zu lassen. Was auch super spannend ist, also ich hatte auch Ende der 90er oder Mitte bis Anfang
- 2:28:17der Nuller, sondern eine Rap-Phase und Sachen, die du, das ist ähnlich wie beim Geschmack auch
- 2:28:23oder wenn du was riechst, Lieder, die du 20 Jahre nicht gehört hast und es ist deine Apple Playlist,
- 2:28:32gönnt dir das Lied gerade, dann taucht das mal wieder auf und du kannst immer noch die Texte
- 2:28:37auswendig. Du kannst die Texte auswendig und du bist sofort in der Stimmung, also du möchtest
- 2:28:41so, du bist sofort bei der Party damals vor 30 Jahren, das macht es so gut aus. Ja absolut großartig.
- 2:28:47Ich bin in Dortmund aufgewachsen und ja wirklich Roger Beats Rap und da ist wirklich eine Menge
- 2:28:53passiert so Ende der 90er und wenn da, wenn sowas, oh ich liebe das, das ist so großartig oder einfach
- 2:29:01so ein Album. Ich fahre mit dem Rad meistens zur Arbeit, brauchst so 25 Minuten und dann habe ich
- 2:29:08immer natürlich nicht zwei, sondern nur einen Kopfhörer drin, dass du so ein bisschen Ablenkung
- 2:29:12hast und da habe ich die Tage so ein altes Rap Album mal wieder von vorne bis hinten durchgehört.
- 2:29:17Großartig, also es macht so viel Spaß und was das Gehirn alles speichert, also du kommst echt
- 2:29:23auf die alten Texte wieder und ich kann das genauso gut wie es konnte, als ich 20 war. Ja absolut.
- 2:29:30Gehe ich völlig konform, also es ist wirklich, man geht dann ganz anders motiviert in die Arbeit
- 2:29:36oder auf die Arbeit und hat einen ganz anderen Drive drin und man fühlt sich dann wie damals.
- 2:29:41Ja, es kann Musik, das stimmt, das ist wirklich sehr cool. Und es kann Geschmack aber auch,
- 2:29:48ich meine manchmal kennt ja jeder von sich, du riechst irgendwas und bist gleich irgendwo
- 2:29:53in deiner Kindheit oder hast direkt so eine krasse Assoziation und weiß aber auch direkt,
- 2:29:59wo habe ich das das erste Mal gerochen und auch wenn das lange, lange Jahre gar nicht mehr an diesen
- 2:30:05Geruch oder diesen Eindruck gedacht hast, ist es wieder, ist es in dem Moment direkt wieder super
- 2:30:10präsent. Weißt du was ich, wie hat Oma's Wohnzimmer gerochen oder was auch immer, das kommt dann
- 2:30:15so in dem Moment wieder, du bist 20 Jahre nicht mehr da gewesen, aber es kommt dann in dem Moment
- 2:30:20direkt wieder und du hast es auch direkt im Kopf. Absolut spannend. Ist eine Sache,
- 2:30:25die auch ganz gravierend unterschätzt wird, also manchmal hat man eine Situation auch mit Gästen,
- 2:30:30wo man einen Wein serviert und der eine Gast kann mit dem oder dem gar nicht und dieses,
- 2:30:35also der Geruchs sind, ist ja letztlich unser Wahrnehmungssinn, der direkt ins limbische System
- 2:30:40geht, also der keinen Umweg übers Gehirn macht, sondern rein durch Emotion ausgeliebt wird.
- 2:30:47Wenn du etwas überhaupt nicht magst im Wein, dann kannst du darüber auch nicht hinweg trinken. Also
- 2:30:52manchmal sind da ja ganz, ganz negative Erinnerungen auch damit verbunden und Gasten dazu zu nötigen
- 2:30:57zu sagen, nein du musst es jetzt trinken, kann man nicht mal den ganzen Abend zerstören, was
- 2:31:01wie gesagt ganz oft so nicht wahrgenommen wird und wo man irgendwie ist natürlich doof,
- 2:31:07wenn die Flasche jetzt irgendwie dreistellig ist und man sagt ja, haben sich selber ausgesucht
- 2:31:11bei ihr ihre Wahl, dann letztlich von der Karte, was soll ich da jetzt machen? Ja, das ist aber das ist
- 2:31:16so ein Moment, also da versuche ich oder versuchen wir auch dann wirklich dem Gast im Rahmen natürlich
- 2:31:23immer entgegenzukommen, wenn jemand genau sagt, ich will genau diesen Wein ohne irgendwie
- 2:31:30irgendeinen Moment der Konservation, Konversation darüber, dann ist es natürlich schwierig,
- 2:31:35wenn er sagt, okay schmeckt mir nicht, aber wenn wir uns darüber ausgetauscht haben und ich habe
- 2:31:39den Wein erklärt und kann ja auch sein, auf ihn wirkt es anders oder der Wein hat irgendwas in
- 2:31:45sich, was ihm in dem Moment nicht zusagt, dann zwinge ich ihn nicht hin zu trinken, dann nehme
- 2:31:52ich den nach dem Probeschluck oder nach dem Probeschluck für ihn und seinen Freund oder
- 2:31:56Partner oder was auch immer zurück und schaue, dass ich das Glasweise verkaufe und mache ihm
- 2:32:02was anderes, aber es ist in dem Moment immer so ein Geben und Nehmen mit dem Gast, also da muss
- 2:32:07dann auch schon von von Gastseite irgendwie ein bisschen was zurückkommen, weil wenn das dann
- 2:32:12nochmal und nochmal und nochmal passiert, dann wird es irgendwann schwierig, da muss auch so ein
- 2:32:15bisschen, weil das ja, das fällt auch manchen Gästen einfach schwer, ihre Wünsche oder ihr
- 2:32:22Geschmacks oder ihre Idee von Beinen auszudrücken, irgendwie ein Wort zu fassen und dann hast du
- 2:32:29ganz oft die Situation, ja was passt denn zum Menü, empfehlen Sie mir was? Ja natürlich sehr gerne,
- 2:32:34aber in welche Richtung darfst du gehen, möchten Sie frisch trinken, möchten Sie kraftvoller
- 2:32:38trinken, ja empfehlen Sie mir doch was? Ja okay, weißt du wie ich meine, du hast einfach manchmal
- 2:32:45sehr sehr wenig was zurückkommt und dann ja okay, ich habe hier 2000 Flaschen in der Karte und davon
- 2:32:52zumindest die Hälfte auf die ich jetzt zurückgreifen kann, um dir irgendwas zu machen, was auf irgendeine
- 2:32:58Art und Weise zu den acht grundverschiedenen Gangpas, die du gleich bekommen wirst. Die wenige
- 2:33:03Gäste, die so anspruchslos sind, dass sie in der Tat und es soll kein Gästebashing werden, sondern
- 2:33:07einfach nur so ein Bewusstsein, dann letztlich darum, vor welcher Situation manchmal steht,
- 2:33:11die damit dann irgendwie nicht klar kommen und mit ein bisschen Kommunikation würde man eigentlich
- 2:33:15so den idealeren Moment letztlich für beide Seiten irgendwo auslösen und den besonderen
- 2:33:21Zeitpunkt kreieren können, aber es gibt auch ganz wenige, die über ihre letztlich sind ja auch
- 2:33:27vorlieben Gefühle, über ihre Gefühle reden können und diese Gefühle in dem Augenblick
- 2:33:31ganz klar addikulieren können, sagen können, ja ich liebe es kräftig oder ich mag eben tirassige
- 2:33:37Säure oder ich mag Schmerzen bitte, einmal Schmerzen. Ja, ja das stimmt und dann hast du da in dem
- 2:33:45Moment auch viele Gäste, die einfach sich für die Weim begleitung entscheiden, weil du in dem
- 2:33:49Moment hier lang quasi keine Entscheidung treffen musst mehr oder weniger. Was eine Schulde möglich ist.
- 2:33:55Ja, es ist ja auch gut, aber auch wenn man die Weim begleitung nimmt, deswegen machen wir uns halt
- 2:34:01einen Haufen Gedanken dazu, sollte man ja schon irgendwie ein bisschen zumindest Lust haben,
- 2:34:07was Neues zu probieren und ein bisschen offen sein. Wenn ich zu Hause immer nur meine eine
- 2:34:13Wahrart von Wein trinke, dann ist es halt schwierig dann gleich auch Weine zu trinken, die
- 2:34:18natürlich auch mit Ecken und Kanten ausgesucht sind. Das ist uns auch, mir auch wichtig, dass man da
- 2:34:26besondere Sachen hat. Ich meine, es ist nicht super funky, aber von den, ich meine, wir haben
- 2:34:32sieben Weinen und wir machen zum zweiten Dessert immer ein Cocktail von der Bar seit so einem
- 2:34:36guten Jahr. Ist auch eine sehr coole Sache. Wir haben zwei super Barkeeper und die lassen sich da
- 2:34:42immer wirklich tolle, tolle Sachen einfallen und eben da genauso mit der Küche in Abstimmung.
- 2:34:47Und das ist eine wirklich coole Sache, aber es ist bei meinen sieben Weinen halt auch immer
- 2:34:54zumindest ein, manchmal zwei Weine dabei, die schon ein bisschen freaky sind, ein bisschen fordernd
- 2:34:58und so. Ich finde, bei so einer Menge von Wein kann man das auch gut mit einbauen,
- 2:35:01dass man nicht nur so Wohlfühlweine mit dabei hat, aber da muss man sich als Gast dann schon
- 2:35:07ein bisschen auch auf solche Sachen einlassen wollen. Macht ihr auch was anderes außer Wein? Also macht
- 2:35:13ihr Sake, Limot, Tee? Wir machen, wir haben eine alkoholfreie, alkoholfreie Begleitung zum Menü.
- 2:35:23Es ist ganz klar natürlich, was wir auch wichtiger geworden die letzten Jahre und
- 2:35:29gerade für die Mittage oder auch so einfach, derjenige, der kein Alkohol trinken darf oder
- 2:35:35möchte oder wie auch immer, dass da einfach nicht nur Wasser und vielleicht mal eine Kohle oder
- 2:35:40eine Apfelscholle hat, sondern wirklich auch ein Geschmackserlebnis. Und da haben wir ein Mix eben
- 2:35:46aus Drinks, fermentierten Getränken, toll zusammengestellten Sachen, die eben die Bar kreiert.
- 2:35:54Da macht die Bar okay. Auf das eine Gericht bezogen, aber eben auch Sachen, die wir zukaufen,
- 2:36:01einfach besondere Sachen in der Flasche. Jörg Geiger, aus dem Schwäbischen,
- 2:36:08das ist ja natürlich großer Klassiker und schon immer großer Vorreiter, was eben das alkoholfreie
- 2:36:15Begleitung angeht mit sehr, sehr spannenden QBs aus alten Obstorten und so. Und das nutze
- 2:36:23mir sehr gerne aber auch so ein paar andere Sachen und ich bin ehrlich gesagt immer noch auf der Suche
- 2:36:29nach einem gescheiten alkoholfreien Wein. Also ich werde da gar nicht so, dass ich das total
- 2:36:33verteufeln würde, aber ich muss sagen, ich habe schon einiges probiert und so, aber es ist leider
- 2:36:41immer noch nicht das Gerbe vom Ei. Es ist besser geworden, als es lange Jahre war, aber es ist
- 2:36:48immer echt noch schwierig. Also mein Schlüssel dazu zu alkoholfreien Wein, weil es gibt ja
- 2:36:55Situationen, wo man es den Gästen gerne empfehlen möchte, falls Alternative oder aus Vernunftsgründen
- 2:37:01war, dass ich es gar nicht mit Wein verglichen habe, sondern versucht habe, eine eigene Geschmacksfaszination
- 2:37:06und Interpretation zu finden. Und dann gab es den einen oder anderen, den ich gar nicht so
- 2:37:10interessant fand, wo ich sage, okay, das kann ich dort anbieten oder das kann ich mir da zu vorstellen.
- 2:37:17Und wenn man den so sieht, vielleicht auch im besonderen Glas, in der besonderen Temperatur,
- 2:37:22in der Kombination mit einem besonderen Gericht oder was auch immer, dann hat der auch eine gewisse
- 2:37:28Intensität, Komplexitäten, man kann ihn mit nicht wenigen Dingen kombinieren oder nicht
- 2:37:33wenige Gäste damit faszinieren. Aber natürlich ist die Entwicklungsfähigkeit auch geschmackliche
- 2:37:38Entwicklungsfähigkeit begrenzt. Findest du, es gibt getränkt, dass dem Wein nahe kommt, also
- 2:37:43jetzt auch nicht nur im nonalkoholischen Bereich, sondern allgemein. Findest du Whiskeys genauso
- 2:37:48vielfältig oder Bier oder Sake oder Tee oder was auch immer?
- 2:37:56Ne, ich denke Wein hat da schon wirklich einen Alleinstellungsmerkmal, dass es wirklich in so
- 2:37:59viele verschiedene Richtungen gehen kann, einfach aufgrund dessen, dass es ein Kulturgetränke seit
- 2:38:06tausenden Jahren und das ist eben auch schon so viele Ideen zu weingeben hat, so viele
- 2:38:11verschiedenste Listiken, die man findet, verschiedene Arten des Ausbaus, die am Ende auch ganz,
- 2:38:17ganz viele verschiedene Dinge ergeben. Klar, beim Bier, mit dem Craft Beer Trend und Aroma
- 2:38:24hopfen und so geht es natürlich inzwischen auch in mehr Richtungen als nur Pils oder Hell
- 2:38:28wie vor 20 Jahren. Aber das Level von Komplexität, vom Geschmacksintensität erreicht das natürlich,
- 2:38:37natürlich nicht. Und da gibt es eigentlich auch nichts anderes, was so vielfältig ist.
- 2:38:44Was ist denn Wein, wenn du es in ein Wort pressen müsstest?
- 2:38:48Ich weiß nicht, ein Wort ist super schwierig, unverwechselbar, besonders vielfältig.
- 2:38:53Ein wahnsinnig besonderes Getränk.
- 2:39:03Ja. Und verwechselbar gefällt mir eigentlich fast irgendwie am besten. Ja, es ist vielleicht
- 2:39:11fast das am besten. Was wärst du für ein Wein? Ich wäre ein Bougunder.
- 2:39:21Was für ein Bougunder? Ich mein, du kennst dich irgendwie, okay?
- 2:39:25Ich wäre ein weißer Bougunder, ich wäre ein Püleni-Morocce.
- 2:39:28Naja. Fein, mineralisch, elegant, nicht so laut, nicht so laut wie ein, mach so zum Beispiel,
- 2:39:37nicht so laut wie ein Bougunder aus dem Makonis, sondern eher ein bisschen filigraner, ein bisschen
- 2:39:43leiser in meiner Art, ein bisschen feiner. Ich glaube, das würde mich ganz gut charakterisieren.
- 2:39:52Und warum dann Püleni und kein Schassan?
- 2:39:53Weil Schassan hat eine gewisse Vierschichtigkeit und das manchmal noch ein bisschen komplexer
- 2:40:01Püleni ist ja doch ein bisschen straighter, ist auch irgendwie nicht kürzer. Oder sehe ich das falsch?
- 2:40:05Ja, ich finde, von der Reife-Fähigkeit. Also sollte ja eigentlich zumindest historisch das
- 2:40:10Püleni, also angelegtes Püleni, die etwas schneller verhungernenden Weine sind und
- 2:40:15Schassan ja dann doch schon die mit einer etwas größeren Lebensfähigkeit?
- 2:40:18Ja, weil Schassan ja natürlich oder sehr, sehr oft zumindest ein bisschen kraftvoller ist
- 2:40:24ein Püleni, immer ein bisschen der, finde ich persönlich, immer ein bisschen der feinere
- 2:40:27meines steht und fällt natürlich immer sehr, sehr extrem mit dem Produzenten des Ganzen, aber
- 2:40:33wenn du jetzt wirklich den ganz typischen, das Herz dieses Dorfes, sei es Püleni,
- 2:40:39die mir so oder Schassan begreifen würdest, das Püleni ja immer der, der feinste, der filigranste
- 2:40:44Wein aus den drei Dörfern. Ja, klar gibt es Gegenbeispiele und weiß nicht,
- 2:40:52Rolo ist super fein, super filigran, obwohl es noch so ist, aber im Grundding, wenn man über
- 2:40:58Merceux spricht, dann denkst du dann, was Runde, was Schmelz ist, was Nuss, auch Matik, du hast
- 2:41:03mehr Power im Wein und ich finde Püleni ist am einen Ende, Schassan hier ist die Mitte, weil es
- 2:41:10eben in beide Richtungen gehen kann und Merceux ist eben oft der dichteste, der opulenteste, der
- 2:41:16von diesen drei. Bist du Film oder Buchtyp? Ich bin eigentlich Buchtyp, ich lese super gerne, aber
- 2:41:27ich komme irgendwie zu wenig dazu in letzter Zeit. Klar, viele, nein wir haben unsere Viertagewoche
- 2:41:34mit bis Samstag, drei Tage klingt erstmal toll, aber es ist natürlich super oft irgendwas und
- 2:41:40natürlich auch, was ich machen darf, tolle Reisen und so ist natürlich was ganz ganz Tolles und
- 2:41:45irgendwo auch Privilegiertes, dass ich sowas machen darf eben fürs Haus am Ende auch, aber es ist dann
- 2:41:53schon oft auch zeitmäßig fordernd und dann ist die Familie da und meine beiden tollen Kinder
- 2:42:01sind da und die wollen und brauchen und haben natürlich auch ein Anrecht auf die Zeit mit mir
- 2:42:07und dann fallen solche Hobbys wie eben Lesen doch hinten runter, aber ich tue das ja gerne, ich habe
- 2:42:15auch, ich lese sehr sehr gerne historische Romane, ich habe die Game of Thrones Bücher gelesen,
- 2:42:22bevor ich die Serie geschaut habe und so und das ist schon was, aber am Ende ist es zeitintensiv
- 2:42:29und die Zeit muss man halt irgendwo finden oder von irgendwas anderem abknapsen halt, da wird es
- 2:42:35dann manchmal ein bisschen schwierig. Grundsätzlich digital oder analog? Also nicht nur beim Buch,
- 2:42:42sondern im Leben, im Bewusstsein? Lieber analog eigentlich, ich meine,
- 2:42:50bin auch lange Zeit meines Lebens ohne die ganzen Technik, die uns vorzutage umgibt,
- 2:42:56ich bin 1982er Jahrgang und auch sehr sehr lange ohne den ganzen Technikram gut und glücklich
- 2:43:06groß geworden und deswegen eher analog als digital eigentlich. Noch ein Weintje am Schluss? Ja klar,
- 2:43:15sollten wir auf jeden Fall machen. Was weiß es? Was weiß es? Ja es ist ein mir unbekannter Wein
- 2:43:25bisher, bin ich sehr gespannt, du wirst ihn kennen, weil du hast ihn ausgesucht. Ist für mich so eine
- 2:43:33Art von Wein, wo ich selber empfinde, dass man tolle Überraschungen leben und erleben kann,
- 2:43:41obgleich man sich mit dem Land vielleicht beschäftigt, da merkt man, wie unbekannt so ein
- 2:43:47Weinland eigentlich nicht selten ist und ich finde, dass gibt wenig Weinländer,
- 2:43:52die genau das aufweisen oder zeigen können, wie in Italien. Also jetzt in Deutschland
- 2:43:58ist kaum eine Region unbekannt oder selbst auch in Frankreich, irgendwie kennt man
- 2:44:04alle Regionen, wenn du dich so ein bisschen mit Wein beschäftigst, in Spanien genauso,
- 2:44:09vielleicht kann Portugal noch Überraschungen bieten, aber in Italien gibt es teilweise noch Ecken,
- 2:44:13wie jetzt hier in dem Fall Umbrien, die kaum jemand irgendwie offen Schirm hat. Und dann diese
- 2:44:18Kombination mit Fermettino, mit Treviano und Gregetto, hast du eine ganz verrückte Kombination?
- 2:44:26Ja und auch durch den großen Schatz der vielen vielen Autotonenrebsorten Italiens. Aber die haben
- 2:44:34viele, die haben auch Griechenland, die hat auch Portugal, ich würde das also behauptet natürlich
- 2:44:39die Teilnehmer von sich, dass das deren Alleinstellungsmerkmal ist, so großartig, würde ich gar nicht
- 2:44:44mal so sehen oder das kannst du selbst ja auch in Deutschland, hast du so viele, sage ich mal,
- 2:44:48Freakie-Gerebsorten oder mit den ganzen Pivis, wo du sagst, das wird hier intensiver gelebt. Also
- 2:44:53das finde ich ist noch nicht mal so das USP des Ganzen, sondern die Eigeninterpretationen,
- 2:44:57dass du manchmal auch Regionen hast, die ganz eigene Stile, sei es eben Kampagnen oder sei es
- 2:45:02wie in dem Fall Umbrien, die du mit nichts auch vergleichen kannst. Also wenn du dem Wein
- 2:45:07Glas hast, könnte niemals ein Südtiroler sein, das könnte niemals ein Pimentesa sein.
- 2:45:13Ja, ja und du hast halt sehr, sehr viele Regionen und auch sehr, sehr viele Regionen, in denen
- 2:45:19Wein halt schon immer vorkommt, die alle ihre Traditionen haben und wo Wein halt
- 2:45:24ganz stark verwurzelt ist im Leben der Menschen und das ist halt was.
- 2:45:29Die gehen ja auch anders mit um, also ähnlich wie im Begrund auch, wo die das mit einer anderen
- 2:45:35Traditionsbewusstsein, mit einer anderen Wahrnehmung auch leben ist es dort genauso,
- 2:45:39also dass die schon seit Ewigkeiten, hier seit den 70er Jahren und ganz anders mit Holz spielen,
- 2:45:44was halt in Deutschland, Österreich wahnsinnig experimentell bespielt wurde, wo viele Fehler
- 2:45:51gemacht wurden, wird es hier mit einer leichtfüßigen Selbstverständlichkeit gelebt und so eine Rebsorte,
- 2:45:56der man eigentlich keine Lebensfähigkeit zuspricht, wie Fermentino wird es ja nicht unbedingt von
- 2:46:00Haus aus, irgendwie 30 Jahre in Keller tun, der ist jetzt in 2020, kann wunderbar reifen und kann
- 2:46:09jetzt noch bestimmt fünf oder zehn Jahre auf der Flasche verbringen, hat sowohl eine
- 2:46:15Fähigkeit, als Speisen zu kombinieren, als eben auch eine Eigenfaszination.
- 2:46:18Wunderschöner Wein, also toller Toller Holzansatz muss man sagen, du hast tolles,
- 2:46:24kremige Mundgefühl. Das Holz spürst du, dass ich find's kaum merkbar eigentlich von der Art her.
- 2:46:29Ist eine leichte Kremigkeit da, weil ich hätte nicht gedacht, dass es da kommt. Ja, durch die...
- 2:46:32Ich hätte fast, okay.
- 2:46:33So hat ich es interpretiert, du hast feine Frucht, aber
- 2:46:40eben tendenziell eher zarte, elegante Frucht, die, ich weiß nicht, ich kenne den Wein nicht so in
- 2:46:48Detail, aber die meines Erachtens vielleicht für großes Holz sprechen würde. Du hast diese tolle
- 2:46:55Kremigkeit, also auf jeden Fall die malolaktische Regierung, die die Stadt gefunden hat, schöner
- 2:47:01Schmelz und am Ende was, was eben Italien weiß, ist ja oft auch einfach viel frisch und teilweise
- 2:47:10nachdem, wo du bist auch relativ belanglos, aber das hier hat ja Körper, das ist ein Wein mit absolut
- 2:47:16großartiger Struktur und eben, wie du auch gesagt hast, mit Potenzial. Das ist ein Wein,
- 2:47:21kannst auf jeden Fall für ein paar Jahre beiseite legen und der wird absolut gewinnen. Der wird
- 2:47:28sich meines Erachtens wunderschön entwickeln. Und was ich finde, der schlägt so ein wenig die Brücke
- 2:47:35zwischen dem, was bei euch ein Thema ist, dem klassischen Luganertrinker, weil der hat so diese
- 2:47:40leichte Exotik, der hat die weißen Früchte, er hat ein bisschen Würze mit dabei, hat diese leichten
- 2:47:45Blütenaromen, eben durch den Tribian und natürlich eben auch beeinflusst, der hier nur
- 2:47:49an Teilmäßig drin ist. Aber du hast eine gewisse Ernsthaftigkeit durch die Salzigkeit. Ja genau,
- 2:47:54genau. Und mit 12-8 Alkohol ist der ganze lebendig trinkfreudig, also finde ich, finde ich
- 2:47:59interessant. Ja, ne ne, sehr sehr schön wirklich. Kann man auch mal vorhin ein Formshäuser trinken.
- 2:48:04Und auch haben wir eine tolle gastronomische Wein, also was eben auch viele, viele Speisen schön
- 2:48:10begleiten würde. Du bist nicht zu spitzen, also eure, du hast ein bisschen Körper, du hast ein bisschen
- 2:48:15Schmelz und Fülle, die es mitbringt. Aber eben trotzdem diese, wie du auch gesagt hast, diese
- 2:48:20leicht exotische Frucht, die viele, viele Leute abholen wird, aber die eben sehr, sehr fein
- 2:48:24eingewoben ist in das Ganze. Ist nichts zu laut, sondern alles schön an seinem Platz.
- 2:48:30Ist mit 25 Euro natürlich eine Hausnummer. Also da merkt man schon, die Anspruch lässt sich auch
- 2:48:35in dem Wein, aber ich finde, der wird dem gerecht und hat eine eigene Identifikation,
- 2:48:41dass man sagt, also man kann den Wein auch wiedererkennen, was wenige können,
- 2:48:47habt ihr auch umrühren auf der Karte bei euch? Italien sind wir sehr, sehr klassisch unterwegs.
- 2:48:52Also wir haben Südhohl, Weiß und ansonsten Toscana und in der Toscana auch wirklich
- 2:49:00zum, also wir haben einen Super Toscana Wein gut, ansonsten ein Assangewese in der Toscana.
- 2:49:07Eure Eigenes? Pirmont, ja auch. Auch Salicotti, auch eben das eigene Wein gut,
- 2:49:14aber eben auch, weil es die Qualität einfach hergibt. Das ist jetzt nicht, dass wir das
- 2:49:21deswegen hier promoten wollen, sondern einfach, weil es ein großartiges, kleines Wein gut ist mit den
- 2:49:274 Hektar, inzwischen sogar demitert zertifiziert, also großartige Weine und wirklich im Herzstück
- 2:49:33des Brunello-Gebiets unterhalb des Dorfes von Montalcino, also ist wirklich mein,
- 2:49:40kann ich dir jetzt natürlich alles sagen, aber es ist auch was, was auch so gut,
- 2:49:44gut in der Karte stehen könnte, weißt du, wenn das jetzt nichts hier mit im Haus zu tun hätte.
- 2:49:48Und Ostipir Hectar holt ihr 20.000 Flaschen, also das ist ja schon,
- 2:49:53maximal 20.000 sind es im guten, im starken Jahr, wenn alles perfekt läuft.
- 2:50:01Also ich glaube jetzt mit viel Regen insgesamt im Jahresverlauf, aber auch mit den Schwierigkeiten
- 2:50:06jetzt bei der Ernte, werden das bestimmt keine 20.000 werden. Und es ist so, sie könnten
- 2:50:12Brunello aus allem machen, aus den ganzen 4 Hektar, was eben auch eine große Besonderheit ist,
- 2:50:18dass das Ganze eben Brunello zertifiziert ist. Kann sein gut, ja.
- 2:50:22Aber je nachdem, wie das Jahr eben so verlaufen ist, entsteht auch ein Rosso oder entstehen eben
- 2:50:27auch andere Weine dort. Musst du um deine Allokation für nächstes Jahr kämpfen, oder?
- 2:50:33Muss ich gucken, dass ich genug abkriege, ja.
- 2:50:36Hast du so im Allgemeinen noch Ziele und Wünsche, also irgendwas, was du
- 2:50:41gerne noch machen, erreichen, tun, perspektivisch innovieren möchtest?
- 2:50:52Das Ganze hier weiter nach vorne bringen in allen Belangen, die, dass wir eben die Dinge,
- 2:50:58die wir schon sehr, sehr gut machen, noch ein bisschen besser machen und uns hier alle
- 2:51:02noch ein bisschen mehr verwirklichen können bei unserer tollen, tollen Arbeit.
- 2:51:06Einblicke, die man sonst wahrscheinlich nie erhält, in eine solche Institution wie das Tandres
- 2:51:18so tief reinzuschauen, die Abläufe ein wenig mitzubekommen. Das Gefühl,
- 2:51:22für diese authentische Art von Gastronomie von der Hochkultur der Gastronomie zu erhalten,
- 2:51:27ist ein großartiges Geschenk. Vielen Dank, lieber Julian, dass du deine Erfahrung,
- 2:51:32dein Wissen um diesen einzigartigen kulinarischen Ort, diesem Symbol deutscher Gastronomie-Geschichte
- 2:51:38mit uns geteilt hast. Und auch ein ganz großes Dankeschön an euch für's Zuhören, fürs Begleiten,
- 2:51:42fürs Bewerten, fürs einfach bei uns sein. Vielen lieben Dank dafür. Natürlich auch ein großes
- 2:51:46Dankeschön der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern Segnitz, Schlumberger-Konziowini
- 2:51:51und dem Privatkunden-Portal, den Bremer Weinkolleg für die händische und wirtschaftliche Unterstützung.
- 2:51:56Danke, dass ihr uns begleitet, dass ihr uns unterstützt, dass ihr an unserer Seite seid.
- 2:51:59Vielen lieben Dank dafür. Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:52:03Und ich freue mich auf die kommende Woche, auf den kommenden Freitag und gleichnisse hierbei sind
- 2:52:07rein zufällig, also dass wir noch einmal München sind, dass wir noch einmal bei einem Julian sind.
- 2:52:11Ich freue mich sehr und ganz besonders auf Julian Schweikart!
- 2:52:15Hallo zusammen, mein Name ist Richard Österreicher. Ich habe ein kleines Weingut im Herzen von
- 2:52:34Franken in Sommerach, was ich gemeinsam mit meiner Frau Kerstin führe. Ich darf euch heute ein paar
- 2:52:41Worte über unseren Freund Julian Grundwald an euch richten. Kennt gelernt haben wir uns im Königshof
- 2:52:48in München vor über zehn Jahren. Damals war der Chef-Sommelier Stefan Thüriot. Julian war stellvertreinder
- 2:52:56Restaurantleiter. Ich denke, dass Julian von Stefan viel lernen konnte. Der Königshof hatte damals
- 2:53:03ja eine tolle Weinkarte und beide sind, warum sind wirklich Förderer des deutschen Weins?
- 2:53:10Was damals ja nicht ganz so selbstverständlich war, für uns war es aber tatsächlich gut, toll
- 2:53:16zu beobachten, wie Julian immer mehr angefixzt war vor dem Thema Wein und er wollte hinter die
- 2:53:23Fassaden schauen und wollte unbedingt auch wissen, wie das funktioniert und wie Weim wirklich entsteht.
- 2:53:28Vor allem natürlich die großen Weine. Er hat uns dann immer wieder im Weingut besucht, zusammen
- 2:53:33mit seiner Familie, seiner tollen Frau und den zwei süßen Kindern. Ja und dann hatte er sich entschlossen
- 2:53:39die Ausbildung, diese sommelier Ausbildung, dran zu hängen. Was er natürlich erstmal sehr gefreut
- 2:53:45hat, er hat ja ohnehin dann ein wahnsinniges Wissen aufgebaut, ist ein hervorragender Verkoster,
- 2:53:52der den Wein auch tatsächlich fühlt und nicht nur aromatisch zerlegen kann, sondern eben auch
- 2:53:59die Größe eines Weines fast. Was sich an Julian sehr schätzt, ist seine ruhige Art. Er kann
- 2:54:05zuhören, das zeichnet ihn als Gastgeber sehr aus. Er ist unfassbar empathisch und dank seines großen
- 2:54:13Wissensüberweinen aus aller Welt gepaart mit den riesigen Fundus des Tandres, wo er heute arbeitet,
- 2:54:20aus dem er schöpfen kann, gelingt es ihm den Gast immer wieder zu überraschen und zu begeistern.
- 2:54:25Was keine Selbstverständlichkeit ist, weil sommelier ist ja doch gerne auch mal dazu neigen,
- 2:54:31ihre Weine dem Gast aufzudrängen und nicht unbedingt dem Gast zuzuhören, was sie eigentlich
- 2:54:39gerne trinken will. Wir sind eben keine Freunde von Weinbekleidungen, um ähnlich zu sein, aber
- 2:54:45Julian gehört zu denen, den wir blind vertrauen können. Er trinkt den Gast eben nichts auf,
- 2:54:51keinen Geschmack, sondern hört zu und zeigt ihm einen außergewöhnlichen Tropfen, wovon er dann
- 2:54:56begeistert ist. Er ist keine der Lautsprecher in der Branche, obwohl er ja auch international schon
- 2:55:01viel Erfahrung gesammelt hat, war in New York und der Anderen aber seine zurückhaltende Art,
- 2:55:08seine Gelassenheit hat er sich bewahrt. Julian hat über die alte Jahre, so wie wir das miterleben
- 2:55:14durften, seinen ganz eigenen Stil gefunden und das macht ihn als Gastgeber wirklich einzigartig.
- 2:55:21Ein einziges Handicap hat er natürlich doch. Wir mögen beide Fußball und mit den Farben
- 2:55:29hat er es nicht ganz. Da ist er noch auf der falschen Farbe, ist glaube ich gelb und ich
- 2:55:36muss ihn da noch unbedingt rüberholen auf die rote Farbe. Da werde ich natürlich nicht nachlassen,
- 2:55:42das werde ich weiterhin versuchen. In diesem Sinne viel Spaß und ja, Julian, melde ich wieder,
- 2:55:50ich hoffe wir hören und sehen uns bald wieder mal. Bis dann, Servus!
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