Latest / SOMMELIER / Silvio Nitzsche – Der mit dem Wein tanzt
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- 0:00Mein Name ist Dieter Müller.
- 0:15Silvionice war in der Zeit von 2000 bis 2005 im Restaurant Dieter Müller im Schlosshotel Leerbach in Berglis-Gladbach als Chef somit je tätig.
- 0:28Es war für meine Frau und mich als Chefs mit unserem Team immer ein großes Vergnügen zu sehen, nein, zu erleben, wie Silvion am Tisch gesternreich und mit seiner ihm eigenen Rhetorik unsere Gäste seine Begeisterung für den Wein vermittelte.
- 0:49Dieser Mann ist ein Weinphilosoph mit einem großen Wissen, aber vor allem das sein Gefühl auf die Gäste und ihre Wünsche einzugehen oder auch neugierig zu machen auf eine Weinbegleitung.
- 1:08Die harmonisch zu unseren Menüs passte, das hatte er wie kein anderer oder andere.
- 1:15Silvio, danke für die Einladung, dass ich bei dir sein durfte.
- 1:39Danke, aber wer interviewt eigentlich dich?
- 1:49Du holst die ganzen Leute auf den heißen Stuhl, aber du musst auch auf den heißen Stuhl kommen.
- 1:58Du hast eine ganze Menge zu erzählen, würde ich sagen.
- 2:11Der eine oder andere hat reklamiert, dass ich nicht da drin wäre, aber letztlich ist nicht so mein Stier. Zum einen wüsste ich nicht, wie ich das machen sollte, ich kann mich ja nicht selber vor das Mikro setzen und mir selber Fragen stellen.
- 2:26Dann holen wir mal eine Flasche Wein oder zwei oder drei und treffen uns später nochmal und organisieren im Prinzip, dass ich dir mal die 30 Fragen stelle.
- 2:36Ähnlich wie damals, wie ich deine Weinbar geändert habe, wie war das? Wann war das vor allem?
- 2:46Ich habe zu acht angefangen im Juni, Juli, wir haben immer Veranstaltungen gemacht und wir haben immer Köche eingeladen.
- 3:13Dann habe ich zu Marc gesagt, lass uns ein paar Weihnasen einladen und lass uns mit denen was machen.
- 3:19Dann haben wir eine richtige Serie gemacht, dass wir verschiedene Leute eingeladen haben und deren Wissen abgegriffen haben und damit ein lustiges Event gemacht haben.
- 3:32Dann gehen wir los. Ich bringe ein paar Weine mit du und ein paar Gläser mit.
- 3:43Wir reden auch über Gläser teilweise, dann würde ich das Thema kümmern.
- 3:47Ich finde es total interessant, auch mal den gleichen Wein aus verschiedenen Gläsern zu probieren.
- 3:52Wenn man die Gläser in seinem Restaurant hat oder in seiner Weinbar oder wie auch immer, dann total gerne.
- 3:58Ich wäre aber, ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel. Ich wäre sehr direkt.
- 4:01Ich werde auch gerade in einem Wein im Spiel. Ich werde nicht ordinaire, aber ich werde...
- 4:06Wir sind ehrlich. Okay, bis gleich.
- 4:17Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 4:23Mein heutiger Gast bin ich selbst.
- 4:25Das ist ja mal eine komische Situation, sich selber anzumoderieren und damit auch noch klarzukommen.
- 4:30Und wie das kam und was Billy Wagner damit zu tun hat, das hört ihr sofort.
- 4:34Und auch die Vorstellung, wie ich zu dem gekommen bin, was ich heute mache, erfahrt ihr.
- 4:39In den nächsten, ihr habt gesehen, es geht nicht nur 1 oder 2 Stunden und ich hoffe, dass es euch Freude macht.
- 4:44Die Aufzählung der Titel erspare ich euch einfach mal, aber ich möchte mich trotz allem für all die vielen Auszeichnungen,
- 4:50die ich sowohl damals bei Dieter Müller im Schloss Hotel Lehrbach als auch mit der Weinbar...
- 4:55Nein, falsch formuliert. Mit der Weinkulturbar in Dresden erreicht habe, wirklich ganz herzlich,
- 5:01bei allen auszeichneten Gremien, Journalisten, Magazinpublikationen oder wen auch immer.
- 5:07Riesig bedanken. Und auch wenn ich sage, dass mir diese Sachen im Nachhinein nicht wirklich viel bedeuten,
- 5:11sind sie in dem Augenblick eine unfassbare Wertschätzung. Und ich bin froh, dass es solche Gremien gibt,
- 5:16die unsere Fachleute seien, das Restaurant leider sei Somaly, sei es Köche, was auch immer Ehren und damit die Arbeit wertschätzen.
- 5:23Vielen Dank dafür, dass ihr euch die Mühe macht, die herauszusuchen und diese explizit auszuloben.
- 5:28Und bevor ich gleich ins Gespräch einsteige, möchte ich mich ganz ganz besonders und diesmal doppelt unter Striche
- 5:34und mit Ausrufe zeichnen bei der Schlumberger Gruppe, mit den Handelshäusern, Konseo Vini, Segnetz, Schlumberger
- 5:41und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg aufs allerherzlichste und ganz ganz ganz besonders bedanken.
- 5:47Und über die Maße nicht nur zum Jahresende, nachdem wir das erste Jahr Somaly abgeschlossen haben,
- 5:53sondern eigentlich im wöchentlichen, fast täglichen, zum einen beim Herrn Rudolf Knickenberg,
- 5:58dafür, dass er dieses Projekt mit initiiert hat und zum anderen und auch ganz ganz ganz besonders herzlich und menschlich bei Maria Anna Wimmer,
- 6:06im Prinzip mein Backbone, mein Rückgrat, die mir auf unglaublich fachliche Weise und vor allen Dingen menschliche Weise zu Seite steht
- 6:14und mich auf diese wunderbaren Fehler, die ich leider durch meine Schusslichkeit ständig verursache, aufmerksam macht
- 6:20und dafür sorgt, dass dieses Projekt mit jeder Folge ein Stückchen besser wird.
- 6:24Vielen lieben Dank Herr Knickenberg, vielen lieben Dank Frau Wimmer und auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank der gesamten Schlumberger Gruppe
- 6:31für die händische und wirtschaftliche Unterstützung. Dank Ihnen ist er, dank Ihnen bin ich heute hier.
- 6:37Herzlich willkommen lieber Billy Wagner und Sylvia Nietzsche.
- 6:40Fünf Stunden später.
- 6:44Ich bin gespannt, was du rausgesucht hast. Die Sachen sind bei dir meistens, ich weiß nicht, ob für mich der Wein das Interessante ist,
- 6:50ist es aber wirklich das Gespräch. Weil Wein hat ja bei mir immer so einen ganz ganz eigenen Fokus und ich freue mich da immer wie ein kleines Kind drauf.
- 6:56Also ich bin gespannt, ich bin auch gespannt, wie du meine Auswahl findest.
- 7:01Ich dachte, dass ich Klassiker bei eben auch ein bisschen was Neues mitnehme, hoffe, kann ich ein bisschen überraschen.
- 7:07Wie machen wir das? Trinken wir eine Flasche nach der anderen oder probieren wir und wenn wir den über haben, dann springen wir zum nächsten.
- 7:16Und du hast nur einfach das, wie wir die Spiegel schon mal haben und nicht, dass ich die ganze Zeit trinke oder du denkst,
- 7:21wenn wir jede Flasche austrinken, glaube ich nicht, dass wir zur Frage 30 kommen oder es am Ende ein bisschen kompliziert wird mit unserer Sprache,
- 7:32damit irgendwie ein Herz bekommen und auch mit deinen Gedanken und so weiter.
- 7:35Ich glaube, es ist kein Problem für mich.
- 7:37Sehr gut. Ich finde, wir sollten alles antrinken.
- 7:41Wir haben uns gerade schon hier so den guten Louis Röderer, den Blonde Blanc.
- 7:48Das erste dachte ich in der Tat so als kleine Omaasche.
- 7:50Ich versuch damit eigentlich nie so zu Großhausieren zu gehen, aber einfach als kleines Dankeschön zum einen an das Haus Schlumberger,
- 7:55dass sie das Projekt unterstützen und begleiten und der Hauptchampagne von Schlumberger ist ja Röderer.
- 8:00Und hier aber als kleine Omaasche ihm doch an dich als Champagner liebhaber,
- 8:04weil das war natürlich für mich eine Überlegung, was kann ich da aufreiß, was kann ich präsentieren.
- 8:08Natürlich sollte der Wein ziemlich am Anfang serviert werden, deswegen wollte ich da irgendwie keinen zu überdekorierten,
- 8:14aber eine mehr als solide Qualität, deswegen den Blonde Blanc.
- 8:18Mehr als solide Qualität. Ich habe durch den Podcast jetzt erstmal überhaupt wieder so ein bisschen auch gelernt,
- 8:22weil wir dann doch eher die unbekannten Weingüter aus der Champagne verkaufen und jetzt nicht so die großen Häuser oder so.
- 8:28Aber das ist ja alles bio.
- 8:30Glaubt man nicht, also bei der Größe auch und dem doch, weil der...
- 8:33Also uns kommt ja immer erstmal auf die Landwirtschaft drauf an, dass da irgendwie eine gute Landwirtschaft dahinter steht und so.
- 8:39Und dass man da irgendwie was Authentisches macht und alles.
- 8:42Und das ist natürlich ein Geschmack jetzt hier, der vielleicht nicht ganz so edgy auf der Zunge rüberkommt, aber für das, was er rüberkommt,
- 8:50nämlich so eine tolle Fruchtigkeit, das ist überhaupt nicht süß im Mund.
- 8:54Das hat eine gewisse Reife der Chardonnay, das hat eine gewisse tolle Geldfruchtigkeit und so.
- 9:00Und es ist ein sehr, sehr guter Champagne, den man gut trinken kann.
- 9:04Also es ist für euch wichtig, dass edgy ist oder...
- 9:06Es muss nicht ums edgy, sondern es geht darum.
- 9:09Also mein... Ich finde immer ein Beispiel, weil ich letztens das in einem Interview gehört habe und ich dachte so, ja, das ist bei uns eigentlich ganz, ganz genau so.
- 9:16Mein guter Freund Christian Rettler, der ist DJ, Arm heißt der, weltbekannt und so.
- 9:22Der führt auch ein Label und so.
- 9:24Und der kommt an sehr viel junge, neue, frische Musik ran.
- 9:28Und wenn der Sets macht, dann hat der immer frische Musik dabei, die vielleicht auch gar nicht veröffentlicht ist oder so, und die man noch gar nicht kennt.
- 9:36Und so ist es im Prinzip ein bisschen bei uns auch.
- 9:39Und der hat gesagt, der verkauft, der spielt Musik, die die Leute noch nicht kennen.
- 9:47Und das ist so ein bisschen sein Ziel.
- 9:49Das heißt, die Leute sind bei ihm, bei einem Set, bei einem DJ-Gig mit dabei.
- 9:53Und dann mag der, dass Leute Musik entdecken, die sie nicht kennen.
- 9:58Und so ist es ein bisschen bei uns auch.
- 10:00Ich finde, der DJ ist ganz ähnlich wie der Sommelier.
- 10:04Die machen so eine ähnliche Idee, dass sie einen Abend kuratieren mit bestimmten Getränken eventuell.
- 10:13Manchmal nur einem, manchmal fünf, zehn, wie auch immer.
- 10:16Aber die suchen was aus, die bringen ihre Expertise rein.
- 10:19Du siehst ja auch dann im Weinmenü gut, wenn du schaffst, die Leute erst mal zum Tanzen zu bringen und dann aber auf der Tanzwelle zu halten und immer weiter, und dass sie getrauenskommen.
- 10:28Richtig, genau.
- 10:29Und das ist im Prinzip, und dieser Satz, den er gesagt hat, er möchte, dass die Leute bei ihm Musik hören, die sie noch nie gehört haben.
- 10:40Da dachte ich so ein bisschen, ja, das ist bei uns auch mit dem Thema Wein so.
- 10:45Das heißt, Louis Röderer, also so ein Champagner, der jetzt wirklich gut im Glas steht und der eine tolle Aromatik hat, toll heißt, ein bisschen weicher, ein bisschen fruchtbetonter, gelbfrüchtiger, nicht ganz so edgy auf der Zunge.
- 11:02Aber das ist nämlich ein Haus, ein Geschmackstil und ein Haus, was die Leute kennen.
- 11:07Und bei uns im Restaurant geht es eigentlich so ein bisschen mehr darum, dass die Leute Dinge trinken, die sie eben noch nicht kennen.
- 11:16Und deswegen würden wir es wahrscheinlich erst mal nicht verkaufen.
- 11:22Und gleichzeitig hat das natürlich trotzdem seine Berechtigung.
- 11:26Das Schöne finde ich bei dir, dass du trotzdem eine gewisse Offenheit hast, auch für diese Art von Produkten.
- 11:32Wir hatten das auch mit einem anderen Champagner, wo wir uns darüber ausgetauscht haben, die ich dann witzigerweise drei Wochen später probieren durfte, der auch ein relativ großer Name ist.
- 11:41Aber du hast ihn sehr, sehr positiv besprochen, also du bist nicht dieser radikale Typ, der sagt, also es müssen unbedingt diese anderen Champagner sein.
- 11:49Was ich aber trotzdem bewundere, darauf wollte ich eigentlich hinaus.
- 11:51Damit machst du dir das Leben ja eigentlich schwer, sprich, wenn du DJ bist, du legst auf und du lässt erstmal Demo laufen, also Debeschmut, dann haben die Leute erstmal so diesen Grundweib drin.
- 12:01Also sie kennen es uns super.
- 12:03Und das ist ja eigentlich ein Bonus, den du dir selber versperrst.
- 12:07Also du musst die Leute komplett neu motivieren.
- 12:12Na ja, bei uns jetzt, also wenn ich jetzt von unserem Restaurant erzähle, dann haben wir halt irgendwie zwei, drei Stunden mit den Menschen zur Verfügung.
- 12:25Mir ist das nicht, jetzt such ich das neue Konzept, weil es sind eigentlich vier, fünf, sechs Stunden.
- 12:30Ja, ne, es sind eigentlich eher zwei Stunden, fünfzehn oder ein bisschen länger, genau.
- 12:35Und dadurch hast du vier bis fünf bis sechs Getränke maximal, die die Leute trinken können.
- 12:41Und dann ist es mir wichtig, dass die Leute irgendwas wahrnehmen.
- 12:45Das machen wir am Essen genauso.
- 12:47Wir sehen ja auch nicht erstmal einen Steak Fritt, was die Leute kennen oder einen Salat mit Bulade.
- 12:52Und dann kommt irgendwie dem Micha Schäfer seinen Essen, sondern wir machen das ja da ganz genauso in einer gewissen Radikalität.
- 13:00Aber sag mal, Silvio, was ist eigentlich ein Leben ohne Wein für dich?
- 13:06Oder ein Leben ohne Wein ist?
- 13:11In dem Sinne schon denkbar.
- 13:13Also Wein ist für mich nicht das essentielle oder ist nicht für mich unbedingt das, was ich im Leben brauche.
- 13:19Es ist für mich ein Kommunikationsmittel und das würde mir genommen werden, wenn ich keinen Wein hätte.
- 13:25Also für mich ist Wein eigentlich am wenigsten die Droge und die würde ich auch am wenigsten vermissen,
- 13:33sondern ich würde das Entflied in diese Welt vermissen.
- 13:37Daher wäre ein Leben ohne Wein für mich ein Leben, was ein Stückchen ärmer wäre.
- 13:44Was heißt "würdig entfliehen"? Wie meinst du das?
- 13:46Bei vielen der Interviews, wahrscheinlich bei von den 40, die wir dieses Jahr hatten, haben 35 gesagt, dass sie Wein in Gesellschaft mögen oder Wein nur in Gesellschaft mögen.
- 13:58Und nicht alleine. Ich bin insofern anders, weil ich Wein unglaublich gerne alleine tränke.
- 14:03Weil ich finde, wenn ich in einer Gesellschaft Wein konsumiere, dann habe ich dieses entspannende, ich habe dieses sozialisierende,
- 14:11ich habe den Punkt, dass man kommunikativer wird, dass man Sachen leichter erzählt, die man sonst vielleicht nicht erzählen würde.
- 14:19Aber ich bedauere es immer, wenn ich einen guten Wein habe und ich trinke in eine Gesellschaft, dass ich den nicht wirklich wahrnehmen kann.
- 14:25Also ich mag das so, mich in den Wein zu vertiefen, die Aromen aufzusaugen, den Wein zu deklinieren,
- 14:31gucken wie er sich verändert, das kann ich in der Gesellschaft nicht.
- 14:33Und ich kann dem Alltag mit einem Glas Wein entfliehen.
- 14:36Wenn ich mich einfach davor setze, immer wieder rieche, immer wieder probiere, schauen wie der Wein sich verändert,
- 14:42wahrscheinlich schon ein bisschen so nördig oder freaky, aber eigentlich auch nicht zu sehr, sondern ich genieße es noch mit dabei
- 14:48und versuche dabei auch so das allgemein verständliche ein bisschen beizubehalten und dann nicht so diese totalen Zwerden abzudriften.
- 14:57Aber es ist für mich so ein ganz großer Sprung raus aus der Welt rein in diese Aromenwelt.
- 15:03Das ist für mich entfliehen. Also gar nicht so, wie ich sage, ich muss abschalten vom Alltag und ich bin da raus
- 15:09und der Alkohol raubt mir alles, sondern die Aromenwelten, die sich da auf dem Bahn.
- 15:14Hast du einen?
- 15:15Entschuldige, ich hatte das mit einem ganz interessanten Nebiolo vor zwei Monaten, wo ich mich mit zwei Freunden getroffen habe,
- 15:21wir den Wein getrunken haben und ich hätte hier in dem Augenblick am liebsten ausgeladen
- 15:26und wollte den Wein einfach genießen. Aber man war in dieser kommunikativen Situation, ich fand das so schade,
- 15:31weil es war eine Flasche, die man halt relativ selten bekommt. Ich wusste, ich krieg den nicht mehr
- 15:35und ich wusste genau, wenn der Moment vorbei ist. Ich habe diesen Wein nicht wirklich gänzlich getroffen
- 15:39und er geht weg. Was würdest du da machen? Du kannst ja auch nicht sagen, du behalbe eine halbe Flasche und trinkt dir nach euch.
- 15:46Wir hatten auch nur diese eine Flasche, die war in einer Situation, wo auch nicht ad hoc der Zweite besorgen konnten von irgendwas anderen.
- 15:51Daher war es für mich einfach traurig. Ich hätte diese Flasche am liebsten alleine genossen und am liebsten alleine wahrgenommen.
- 15:58Was meinst du, woher kommt diese ... also, das ist ja schon so eine nördige Leidenschaft für so ein Produkt,
- 16:10um da auch ein bisschen einzutauchen. Ich glaube, für die meisten Menschen ist der Wein einfach so eine Begleitung.
- 16:14Es macht ein bisschen die Zunge locker. Also, der Alkohol macht ja auch was mit deinem Körper, also mit deinem Geist,
- 16:20mit deinem Körper. Du entspannst ein bisschen und so. Aber was meinst du, wo diese Nördigkeit im Prinzip herkommt?
- 16:27Dass du da so eine ... ja, Versessenheit hast, mehr über das Getränk sensorisch im Prinzip zu erfahren.
- 16:39Also, wo kommt die ... gibt es eine Analogie in deinem Leben, wo das vielleicht ganz ähnlich so ist?
- 16:43Ich glaube, das ist meine Geruchssensibilität. Ah ja. Dass ich da ...
- 16:48Du riechst supergut. Oder du bist empfindlich, also positiv empfindlich.
- 16:52Das Witzige ist dabei, dass ich bestimmt zehn Jahre nicht gerochen habe. Ah wow.
- 16:59Ich hatte in der Kindheit ein relativ krasses Erlebnis, wo ich bei einem Bekannten in der Küche war.
- 17:06Und das war ... war relativ krass, also stank dort, ganz erbärmlich.
- 17:12Und ich habe dann so Kinder bilden sich ja manchmal so Sachen ein und ich habe dann gesagt, ich will so was nie wieder riechen.
- 17:17Ich möchte nicht riechen. Und dann habe ich eigentlich fast meine gesamte Kindheit, keine Ahnung, ab fünf Jahre oder so, bis bis 15 oder irgendwie, oder bis zu 18 oder so, habe ich nicht gerochen.
- 17:28Also ich habe halt ... man kann das ja, dass man im Prinzip nur durch den Mund atmet und nicht durch die Nase.
- 17:33Und wenn ich nicht gezielt gesagt habe, ich möchte jetzt riechen, das konnte ich natürlich noch riechen, dann habe ich nicht gerochen.
- 17:39Ich hatte nicht dieses unvermittelte, irgendwie ich kann riechen, rieche Gerüche, also penetriere mich auch dermaßen.
- 17:46Wenn ich irgendwo in einer U-Bahn sitze und schuldige, ich finde ich unabitiglich werde, aber lass einen da einfahren.
- 17:51Ich würde mich wirklich dermaßen übergeben. Das ist für mich das Schlimmste.
- 17:54Also ich glaube schon, dass ich da eine gewisse Sensibilität habe und habe das dann mit dem Wein, als ich dem Wein für mich entdeckt habe, wieder neu entdeckt.
- 18:02Das ist ein ganz eigener Aromwelten auf dem Bahn für mich auch mehr als Parfum, weil es immer individueller ist.
- 18:09Parfum zwar auch, je nachdem welche Person es trägt und so weiter, aber Wein ist von der Situation geprägt, ist von der Temperatur abhängig, ist von den Gläsern abhängig.
- 18:19Und vom Alter von allem, allem möglichen und ist immer wieder unterschiedlich.
- 18:23Und entwickelt sich von Minute zu Minute komplett neu, definiert sich komplett neu.
- 18:30Und das finde ich ist etwas, was mit dieser Situation, dass ich wieder riechen wollte und das Mittelzwein war für mich Wein die aromatische Offenbarung.
- 18:43Zwei Fragen. Was war das für ein Geruch, den der dich dazu gebracht hat?
- 18:47Das ist für irgendwas vermodertes Gewie. Ich kann mich daran nicht erinnern.
- 18:51Ich weiß nur, dass meine Mutter irgendwie erzählt hat, wir waren dabei, x, y und du hast gesagt, das stinkt so und es hat dich ganz toll mitgenommen und danach wolltest du nicht mehr riechen.
- 19:01Und das war wahrscheinlich, da war ich hier fünf Jahre irgendwie. Das war ein relativ krasses Erlebnis, das muss weil...
- 19:06Und also das ist ja, ich habe einen Bekannten, der ist Tatordreiniger und der riecht auch nicht.
- 19:13Also der kann gar nicht riechen, also für den ist das total...
- 19:16Der wollte nicht oder kann nicht?
- 19:18Ja, der kann nicht riechen. Und der, also der kann halt einfach ein Tatort reinigen oder irgendwelche krassen Gerüche, also irgendwelche krassen Situation putzen und so und ich stell mir das total krass vor.
- 19:32Wie, also okay, das Ausschlaggebende Erlebnis, wie das passiert ist, aber wie ist wieder zurückgekommen oder was war der, also was war der Weg wieder zum riechen in gewisser Weise?
- 19:45Das war für mich ein Bougogne, Piedonor.
- 19:47Also wirklich Wein aus?
- 19:49Also das war wirklich Wein.
- 19:50Also, das war eine Ausbildung oder?
- 19:52Eine Ausbildung, äh...
- 19:53Wann hast du eine Ausbildung gemacht?
- 19:55Die habe ich von 1991 bis 94.
- 19:59Wo?
- 20:00Im Hotel Friesenhof in Farel.
- 20:02Wo?
- 20:03In Farel, das ist bei Wilhelmshafen zwischen Oldenburg und Wilhelmshafen in Friesland.
- 20:06Wo bist du geboren?
- 20:07In Alt-Döbern.
- 20:08Wo ist Alt-Döbern?
- 20:09Das ist bei Kalao.
- 20:10Wo ist Kalao?
- 20:11In der Nähe von Levenau.
- 20:12Von Levenau?
- 20:13Ja, sozusagen.
- 20:14Ah, okay, also aus hier?
- 20:16Also die Frauentheon wurde dann nach mir auch abgerissen, also gibst du nicht mehr.
- 20:21In der Tat, also ich geb es wirklich nicht mehr.
- 20:24Okay, okay.
- 20:25Und dann bist du geboren und dann hast du Ausbildungen weg von daheim gemacht?
- 20:31Dann habe ich in Großreschen geboren, vier Jahre, das ist dann hier von Sämpfenberg, wo es mittlerweile
- 20:37einen schönen See gibt, auch Weinbau, witzigerweise.
- 20:40Und im Alter von vier Jahren bin ich nach Rügen gezogen und bin in Binds aufgewachsen.
- 20:47Okay.
- 20:48Unglaublich schöne Kindheit.
- 20:49Wenn du am Strand aufwachsen darfst, das glaube ich das Großartigste, was es gibt.
- 20:53Schön ist dabei, dass in Sommer hat man viele Gäste, im Winter war man damals noch alleine.
- 20:58Alleine.
- 20:59Weil die FDGB-Heime, die Ferienheime, die wurden ja nicht beheizt, sie hatten keine Heizung.
- 21:02Deswegen war da immer das im Oktober-Saisonende.
- 21:05Halber wurden zugemacht.
- 21:07Ja.
- 21:08Früher war wieder Saison Beginn, Urlauber kamen.
- 21:11Und man hat so diese zwei Welten gehabt, das war großartig.
- 21:14Und dadurch warst du aber natürlich auch, weil alles irgendwie um Tourismus und so weiter ging, war man irgendwie
- 21:19so gastronomisch geprägt und deswegen gab es für mich nie eine Alternative, etwas anders zu machen als
- 21:24Gastronomie.
- 21:25Ursprünglich wollte ich kochen werden.
- 21:27Ich bin dann Kälner geworden und zwar so kurz nach der Wende.
- 21:31Da hatten wir überlegt, wo kann man die Ausbildung machen?
- 21:34Und nach der Wende war ja alles so ein bisschen unsicher.
- 21:36Und man wusste nicht genau wo.
- 21:38Und wir hatten dann gesagt, okay, dann gehen wir dahin, weil wir nicht wussten, welcher Ausbildungsplan wirklich irgendwie gilt,
- 21:43wo man weiß, welcher Ausbildungsplan geht.
- 21:45Deswegen wollte ich dann in den Westen gehen.
- 21:47Arbeitsamt, Stelle vermittelt, Hotel Friesenhof und Farbe.
- 21:50Also auch völlig unspektakulär.
- 21:52Was war das für eine Ausbildung?
- 21:53Ich habe dort Arbeiten gelernt, die Ausbildung war wirklich hart.
- 21:58Ich habe gerne gearbeitet.
- 22:00Also ich arbeite ja immer gerne, aber ich habe gerne gearbeitet, von dem her war es für mich okay.
- 22:04Hätte ich damals nicht meine Freundin gehabt, die dort tätig war, aus dem Schwäbischen kamen und in einem Sternrestaurant schon mal gearbeitet hat
- 22:16und mir so von der großen Welt erzählt hat und mich eigentlich da so richtig heiß auf diese große Welt gemacht hat und interessiert gemacht hat,
- 22:23hätte ich wahrscheinlich nichts vom eigentlichen Kellnerberuf mitbekommen.
- 22:27Sondern ich wäre dann einfach so dieser klassische billige Arbeiter gewesen.
- 22:30Das war damals leider, ich war dann zufrieden, weil ich es nicht anders kannte.
- 22:34Klar.
- 22:35Aber durch sie habe ich angefangen, einen Wettbewerbenteil zu nehmen
- 22:39und habe eigentlich, ne, habe den die Freude am Erfolg erfahren.
- 22:48Also wenn dann einmal so den Wettbewerb gewinnt und dann den, ich war bis dahin unfassbar faul in der Schule und mit Lernen.
- 22:56Also ich war so, glaube ich, einer der faulsten Schüler, die man sich überhaupt vorstellen kann.
- 23:00Was ich eben nachher in ein wahnsinnig bedauere, würde ich heute noch mal in die Schule gehen, ich finde es so großartig,
- 23:05da kommt jemand und möchte dir was beibringen.
- 23:07Es ist so faszinierend und man kann Wissen umsonst mitnehmen.
- 23:11Also ich finde es eigentlich schade, was es wahrscheinlich etwas viele Jugendliche durchmachen, dass in der Phase nicht so engagiert sind, war ich auch.
- 23:16Und ich habe da eben in Kombination mit ihr und mit dem Beruf, mit diesem Wettbewerbenteil Freude am Lernen bekommen
- 23:21und habe mich so richtig in dieses Thema Kellner reingearbeitet.
- 23:25Das heißt schon in der Ausbildung, wo man ja eigentlich erstmal drei Teller tragen lernen, sage ich jetzt mal so blöd oder vielleicht so klassische Dinge, wie man am Tisch arbeitet
- 23:34oder wie man sich mit Menschen unterhält oder verhält oder so.
- 23:38Da kam dann schon Getränke groß ins Spiel mit?
- 23:41Behaupten nicht. Also mein Ansinn war eigentlich, ich wollte Barkeeper werden.
- 23:45Ah ja.
- 23:46Das fand ich cool, ausgelöst durch den Film Cocktail mit Tom Blödske.
- 23:49Natürlich, klar.
- 23:50Hammer, oder?
- 23:51Das war für mich so der Traum, da wirklich in der Hotel war oder eine eigene Bau oder sonstiges.
- 23:55Ich habe die ganzen Rezepte auswendig gelernt.
- 23:57Also ich war da richtig.
- 23:58Das war mein Ziel.
- 23:59Und das war noch alles in der Ausbildung?
- 24:01Das war noch in der Ausbildung.
- 24:02Das heißt, du warst da 16, 17, 18?
- 24:05Ich bin mit 16 von zu Hause weg und war dann 18.
- 24:07Ja, genau.
- 24:08Okay.
- 24:09Ich bin bei diesen ganzen Meisterschaften recht weit gekommen.
- 24:11Das waren so Barkeepermeisterschaften?
- 24:13Nee, das waren dann Kellnermeisterschaften.
- 24:15Kellnermeisterschaften, wo man so Forelle Müllerin am Tisch, Klappsozett am Tisch.
- 24:20Ein Deckendritte, so was.
- 24:22Ich habe ein bisschen Deutschmeisterschaften.
- 24:24Das war also schon ganz gut.
- 24:26Und bin danach nach Bayreuth gegangen.
- 24:31In die Brückenchenke.
- 24:34Es war so ein kleines Gummierestaurant von einem unglaublichen ...
- 24:38Der den Sternen.
- 24:39Nee, war kurz darunter, würde ich sagen.
- 24:41War aber ganz okay für mich.
- 24:43Wir sind da eingegangen bei meiner damalige Freundin.
- 24:46Die besagte, ist auf die Hotelfachschule in Pegnitz gegangen.
- 24:49Und somit bin ich dann mit ihr dort hingegangen.
- 24:52Und Flombs hatten gerade nichts frei,
- 24:54weil das Nummer 1 Hotel, die auch vom Post-Hotel war.
- 24:57Klar, klasse.
- 24:58Ganz cool dich.
- 24:59Und dann bin ich dann zum Thomas Dötzer in die Brückenchenke.
- 25:02Und habe dort mich so in diesem Gummibereich,
- 25:05in diesem Feinservice ein bisschen ausprobieren können.
- 25:09Und wurde mit Weins erst einmal konfrontiert.
- 25:12Ich war der einzige Kellner zusammen mit der Inhaberin.
- 25:15Das heißt, ihr habt da wie viele Plätze gehabt?
- 25:18Sechs Tische.
- 25:20Sechs Tische klein.
- 25:22Und eine Karte vielleicht mit 40 Positionen.
- 25:25Ja, okay.
- 25:26Aber wenn du aus Norddeutschland kommst,
- 25:28oder ich kam aus Norddeutschland,
- 25:31war da überhaupt nichts am Hut.
- 25:33Da war Bier getrunken und Korn oder?
- 25:35Bier halt wurde getrunken.
- 25:37Ja, genau.
- 25:38Ich fand es interessant, wie sich die Gäste mit Wein auseinandergesetzt haben.
- 25:42Oder wie sie Fragen gestellt haben.
- 25:44Und wie man sich die Gäste mit Wein auseinandergesetzt haben.
- 25:47Und wie man über den Wein kommunizieren konnte.
- 25:50Das fand ich eigentlich, weil ich Sprache immer ganz gut und ganz wichtig fand,
- 25:54eigentlich schön, mich mit den Gästen zu unterhalten,
- 25:57darüber was die gerne mögen.
- 25:59Und es war dann irgendwo der Wein.
- 26:01Dann fiel ich irgendwann abends an,
- 26:03in Pinot Noir von Louis Nature damals,
- 26:05einfach in Bougogne zu probieren.
- 26:07Und am nächsten Tag nochmal zu probieren.
- 26:09Und zu riechen und zu merken, okay, da passiert was.
- 26:12Und da war es dann, das war so dieser Aha-Moment, wo ich sagte, wow.
- 26:15Das hat gestern so geschmeckt, schmeckt morgen so.
- 26:18Übermorgen vielleicht nochmal ganz anders.
- 26:21Und das habe ich dann als Inspiration genommen.
- 26:25Und dann fing ich eigentlich an, von den Gästen zu lernen.
- 26:29Also ich habe den Wein eingeschenkt.
- 26:31Und es gibt ja viele, die einen Redebedürfnis haben.
- 26:33Und die haben mir dann erzählt, wie sie den Wein empfinden.
- 26:35Und davon war ich inspiriert.
- 26:37Und habe das versucht, dann im Wein nachzuempfinden.
- 26:40Und da war mein Weinmoment.
- 26:42Ich will nochmal auf dieses Riechen.
- 26:46Das ist eigentlich interessant, dass man das so abstellt.
- 26:49Das heißt, in dieser Zwischenzeit zwischen fünf
- 26:52und kurz nach der Ausbildung, das heißt, du bist dann da,
- 26:58man ist dauernd irgendwelchen Gerüchen konfrontiert.
- 27:02Wenn du durch den Mund atmest nicht.
- 27:04Wenn du durch den Mund atmest nicht, sehr interessant.
- 27:08Also ich habe einfach meine Artentechnik umgestellt.
- 27:11Du hast das als Gerochten umgestellt.
- 27:15Du hast das umgestellt, dass du gewissermaßen fast Angst hast.
- 27:18Du hattest irgendwie durch die Nase zu atmen und so.
- 27:21Wow, interessant.
- 27:23Das ist krass, wie das für ein Erlebnis eigentlich ist.
- 27:26Wie sich Kinder manchmal auch.
- 27:28Das hat sich für mich in der Tat erst mit 30 irgendwann aufgeklärt.
- 27:32Wie meinst du das? Aufgeklärt?
- 27:34Also das meine Mutter mir gesagt hat, es war damals irgendwie komisch.
- 27:37Da waren wir bei dem und dem.
- 27:39Da haben wir gestunken dann irgendwie und da hast du dann irgendwie.
- 27:43Ich kenne das auch, dass man manchmal begegnet man Menschen
- 27:47und dann haben die so einen komischen Eigengeruch irgendwie
- 27:51und dann stellt man und du hast völlig recht.
- 27:54Man stellt dann die Atmung um von Nase, wo ich eigentlich merke,
- 27:58ich tue ganz genau so ein Ausatmen über die Nase ganz, ganz häufig
- 28:03auf den Mund, um einfach weniger zu riechen, um weniger wahrzunehmen.
- 28:08Manchmal steht man im Club und dann ist jemand neben dir
- 28:11und der ist schon lange beim Tanzen und das Schirr.
- 28:15Das ist ja noch frischer Schweiß, das geht ja noch.
- 28:18Manchmal ist dann der frische Schweiß schon alt geworden
- 28:21oder ist wieder nass geworden.
- 28:23Und ich so, oh, hier in Berlin, ihr tanzt auch ein bisschen länger.
- 28:26Ja genau.
- 28:27Man sich so, wow, ey, du, geh mal auf Toilette oder wasch dir mal die Achseln
- 28:32oder der change das das T-Shirt und so.
- 28:35Und dann kann man gut durch die Nase, durch den Mund atmen
- 28:38und kann dann im Prinzip das so ein bisschen ausgleichen.
- 28:41Und ich bin da auch total sensibel drauf.
- 28:45Gleichzeitig hatte ich natürlich, ich hatte dieses Erlebnis nicht,
- 28:48dass ich da jetzt irgendwie meinen Geruch irgendwie mal verändert habe
- 28:54oder abgeschaltet habe in gewisser Weise.
- 28:56Das ist interessant.
- 28:57Und darüber dann über den Wein im Prinzip wieder,
- 29:01über das ja über den Wein wieder ans Riechen,
- 29:05an so eine Sensorik, an so eine ja wieder ran zu kommen in gewisser Weise.
- 29:11Spannend.
- 29:12Essen riecht ja auch.
- 29:17Also gerade wenn so, wenn du so im Restaurant sitzt
- 29:20oder wenn du auch in der Küche arbeitest.
- 29:22Also ich habe zum Beispiel mein Erlebnis mit Küche
- 29:27und Essen ist eigentlich mein Vater, der, also meine Eltern haben
- 29:33ja auch Gastronomie, meine Eltern haben Gastronomie betrieben
- 29:36und der Papa hatte so eine ganz kleine Küche
- 29:40und der ist dann nach dem Abendservice immer nach oben gekommen.
- 29:46Also wir haben am Restaurant gewohnt
- 29:48und der hat immer so wahnsinnig nach Essen gestunken,
- 29:51nach allen möglichen Gerüchen und nicht, das war so ein Grund,
- 29:54weshalb ich nicht kocht geworden bin, ne?
- 29:55Nein, das war der Grund.
- 29:57Ich habe gesagt, boah, das kann ich nicht,
- 29:59und jetzt weiß ich, dass das nicht so sein muss.
- 30:01Aber das war halt so und das war halt immer so,
- 30:03ich kann nicht so riechen und ich will auch nicht so riechen
- 30:06und ich finde es auch so unangenehm.
- 30:09Und heutzutage riech ich immer total an Essen,
- 30:12weil ich natürlich total, ja heute,
- 30:15wir haben gestern grandiose Äpfel gekriegt
- 30:18und wenn du dann reingebissen hast
- 30:20und dann nochmal an diesem frischen Fruchtfleisch,
- 30:22was aufgebissen ist, nochmal rießt oder so,
- 30:24das ist so geil, ich liebe es.
- 30:27Und wie war das damals für dich?
- 30:30Man riecht ja dann auch mal an Essen dran.
- 30:33Also hast du dann auch an Essen auch nicht gerochen oder so,
- 30:36überhaupt nichts wahrgenommen, ob das jetzt so ein Schnitzel,
- 30:39was man jetzt so als Kind vielleicht ist oder so, ne?
- 30:42Oder so Pasta, die so Dampf, die so Nudelwasser mäßig,
- 30:46das ist ja so oder Tomatensoße, die so kocht
- 30:48oder auch süße Sachen, wo irgendwas aus dem Kuchen,
- 30:53im Ofen, der so in der ganzen Wohnung auf einmal ist,
- 30:57weil halt die Eltern irgendwie Kuchen backen.
- 31:00Hast du so was gar nicht wahrgenommen als Kind?
- 31:03Bei mir beim Essen war das so, dass ich während meiner Kindheit
- 31:06Jugend auch eigentlich nicht gerochen habe.
- 31:09Also ich habe mich da, wir haben zu Hause auch nicht wirklich
- 31:12superkulinärisch gegessen,
- 31:14eine Mama hat leider nicht wirklich supergern kocht
- 31:17und ich glaube von, als ich, wann war die Werbung?
- 31:22Wann war die Wende? War ich 15 bis 16?
- 31:27Also bis ich weggezogen bin, da habe ich mich glaube ich 3-mal
- 31:29am Tag vom Pizza Margherita in Dreierpack aus dem Tag,
- 31:32da gab es dann schon Edeka ernährt.
- 31:34Also das war wirklich ganz weit unten.
- 31:36Und ich habe dann durch den Wein für mich alles
- 31:38kulinare Genuss, Riechen, Schmecken, komplett neu erlernt
- 31:43und daher vertrete ich eben die Meinung, dass jeder kann.
- 31:46Wenn du das möchtest und diese eigene Welt wahrnehmen möchtest,
- 31:49hast du einen solchen Mehr- und Hochgenuss allein durch
- 31:52sich dieser Aromenwelt zu offenbaren
- 31:55und dann auch zu akzeptieren.
- 31:56Das finde ich eigentlich den ganz großen Sprung
- 31:58auch zu unterscheiden zwischen wirklich schlechten Gerüchen,
- 32:02was ja teilweise sein kann,
- 32:04oder eben ungewohnten Gerüchen.
- 32:06Dass man zum Beispiel, ich liebe Käse,
- 32:08ich liebe es auch an, sonst hätte ich auch in der Weinbar
- 32:10keine Ahnung, 120 Käsesorten haben können,
- 32:13liebe es eben auch an, sehr, sehr reifen Käsen zu riechen.
- 32:16Weil es ist ein guter, ein positiver Geruch.
- 32:18Aber dann nimmt auch wiederum nur an Romychkäsen.
- 32:21Und jetzt sind ein reifen Kammbeer aus,
- 32:24keine Ahnung, Edeka Kaufes und da drei Wochen liegen ist,
- 32:27der ist tot, der modert.
- 32:28Unangenehm.
- 32:29Das stinkt.
- 32:30Aber wenn nur ein reifen Kammbeer, der als Romychkäse reift
- 32:33und richtig, also intensiv selbst einen kleinen
- 32:36Ammoniakschuss mit drin hat,
- 32:38ist das trotzdem noch ein Geruch, der lebendig ist.
- 32:42Ja, ich kenne das bei unserer Butter immer,
- 32:44die riecht, wenn die älter wird oder so.
- 32:46Wir machen ja auch die Butter selber
- 32:48und lassen die dann in so einem Ton-Topf,
- 32:50in so einem Gert-Hopf reifen.
- 32:52Und das hat dann auch, wenn das älter geworden ist,
- 32:54also wir haben jetzt gerade so eine,
- 32:57wir haben immer so ein paar alte Butter,
- 32:59die so zwei, drei Jahre alt sind.
- 33:01Wow, so alt.
- 33:02Genau, genau.
- 33:03Und das ist, ja, wie alter Käse im Prinzip.
- 33:06Und da gibt es natürlich Butter ranzig aus dem Kühlschrank,
- 33:09weil du die im Kühlschrank vergessen hast,
- 33:11ist eine Sache.
- 33:12Aber die ist natürlich roh
- 33:14und die ändert sich natürlich ganz anders.
- 33:18Kann man das so lange reifen?
- 33:19Ja, natürlich.
- 33:20Drei Jahre.
- 33:21Ohne Probleme mehr.
- 33:22Also natürlich ist das wie ein spezieller Käse-Duft.
- 33:26Aber im Endeffekt ist es ja auch alte Milch,
- 33:29so im Gesamt und so.
- 33:31Und das ist schon ein ganz besonderer Duft,
- 33:34der vielleicht alt ist, aber nicht unangenehm in der Hinsicht,
- 33:38sondern der positiv, sage ich mal, rüber kommt oder so.
- 33:41Das finde ich ja ganz, ganz entspannend, was du sagst.
- 33:46Auch mit dem Geruch, wie das so ein Sinneseindruck ist.
- 33:52Hast du die Nase und der Mund ist ja eins.
- 33:57Wie ist es mit Augen und Ohren?
- 34:02Also bei dir?
- 34:03Also gehst du, wie ist Musik bzw. wie ist Dinge, die du dir anschaust,
- 34:13also ins Museum?
- 34:14Oder so was?
- 34:15Ja, ne?
- 34:16Und da auch sehr fokussiert.
- 34:17Also alles, was mit Sinn zu tun hat, ist bei mir extrem.
- 34:21Ich möchte fast sagen ausgeprägt.
- 34:22Hören leider nicht mehr, weil ich extrem oft Mittel-Einzündungen habe.
- 34:27Habe ich so viermal im Jahr.
- 34:28Wow.
- 34:29Und das ist immer so krass, das ist richtig vernappend.
- 34:31Deswegen höre ich so mit jeder Mittel-Einzündung immer.
- 34:33Weniger?
- 34:343% weniger.
- 34:35Okay.
- 34:36Und ja, daher war man sehr, sehr gut, sehr ausgeprägt.
- 34:40Und ich habe es sehr genossen, ihm doch fein zu tun und zu hören.
- 34:43Und beim Sehen genauso.
- 34:44Ich bin extrem süßer Mensch.
- 34:45Aber dann konzentriert sich das natürlich auch auf eine andere
- 34:47Sinneswahrnehmung, im Prinzip vielleicht.
- 34:49Kann sein.
- 34:50Ja, ja, ja.
- 34:51Das macht ja, ja, ich würde einfach sagen, wenn du nicht sehen kannst,
- 34:56dann hast du wahrscheinlich ein sehr ausgeprägtes Gehör.
- 34:59Weil du natürlich nicht siehst.
- 35:01Stellt dir vor, du siehst nichts.
- 35:02Du musst aber alles wahrnehmen mit der, also für die Hörer und Hörerinnen.
- 35:07Ich mache jetzt mal gerade die Augen zu.
- 35:09Und du, vielleicht macht man das auch mal selber, wenn man da draußen
- 35:12irgendwie mithört.
- 35:13Und du musst alles mithören und du musst es auch erkennen.
- 35:16Dann ist das schon nochmal eine ganz andere Aufgabe.
- 35:18Und das schärft natürlich dein Gehör ungemein.
- 35:22Und genauso ist, glaube ich, wenn du nicht hörst.
- 35:25Aber du siehst, du siehst natürlich nochmal ganz anders.
- 35:28Weil du bist ja einer, einer, einem Umgebungsthema beraubt, um halt
- 35:35Umgebung auch wahrzunehmen in gewisser Weise.
- 35:38Und deswegen glaube ich auch, dass man da mit dem Geschmack dann halt auch
- 35:41irgendwie sensibler einfach wird oder auch einfach sensibler.
- 35:48Das kann durchaus sein, wenn du die Augen zu machst,
- 35:50tastest du ja auch mehr oder fühlst mehr, ein Haptisch.
- 35:53Und in dem Sinne ist es ja so begründet, dass wir eine Abfolge in
- 35:55unserer Sinnenswahrnehmung haben, dass unser Körper durch die Datenbahn,
- 35:59also die Nervenbahn, nur 80 Empfindungen pro Millisekunde verarbeiten kann.
- 36:03Da ist es limitiert, in verschiedenen Abfolgen limitiert.
- 36:06Also dass du zuerst siehst, dass du danach schmeckst,
- 36:11danach hörst und danach fühlst.
- 36:14Das Riechen ist komplett autark, weil das eine direkte Verbindung
- 36:17ins limbische System, das geht nicht über die Nervenbahn,
- 36:20also nicht über das Gehirn sozusagen.
- 36:22Aber daher gibt es diese Abfolge und sobald eines von den anderen
- 36:25weggeschaltet wird, empfindest du das andere intensiver.
- 36:28Spannend.
- 36:31Was ist ein Wein für dich?
- 36:33Apropos Wein, wollen wir vielleicht zum nächsten Wein springen?
- 36:36Obwohl ich den schnell?
- 36:37Ja bitte.
- 36:38Wein ist für mich und das hatte ich ja vorhin schon mal so einen
- 36:44ganz kleinen Anklängen, bei dem, ob ich ohne Wein sein könnte,
- 36:48versuchst du zu skizzieren? Also es ist für mich zum einen
- 36:51ein Kommunikationsmittel. Es ist für mich eine ganz eigene Welt,
- 36:54es ist für mich eine Sinneswelt, es ist für mich ein Zufluchtsort.
- 36:58Es ist für mich etwas Unendliches.
- 37:04Und wenn man es wahrscheinlich in ein Wort pressen müsste,
- 37:08dann ist Wein für mich unendlich.
- 37:11Es ist auch immer wieder neu.
- 37:13Ja, und es hört immer auf.
- 37:15Wenn du ein Kennst, weil du anders drauf bist, also man würde
- 37:18einen Wein nie gleich trinken.
- 37:21Wo du ihn trinkst, mit wem du ihn trinkst, alleine, aus der Flasche,
- 37:24aus verschiedenen Gläsern, jung, alt.
- 37:27Was du dazu isst.
- 37:29Was du dazu isst, genau.
- 37:31Das aber und das möchte ich ganz klar differenzieren,
- 37:34ist Wein vorbehalten, die nicht in das Coca Cola Schema passen.
- 37:40So wie die Gläser beibehalten oder so, wenn wir andere Gläser nehmen.
- 37:44Du musst du sagen.
- 37:47Wir sind relativ provokant mit dem Glas.
- 37:50Wir haben jetzt für den Blanc den Blanc das Balance Glas aus der Zierserie,
- 37:57also ein begunder-ähnliches Glas genommen.
- 38:00Ich hätte für den fast eher anders, oder sucht du ein Glas aus?
- 38:04Oder soll ich?
- 38:06Du musst das Glas aussuchen, weil du den Wein kennst.
- 38:10Ich kann erst sagen, was ich denke, was gut sein könnte,
- 38:14wenn man den Wein, wenn ich den Wein probiert habe,
- 38:20oder wenn ich den Wein im Prinzip kenne.
- 38:23Will ich das Grape Glas nehmen?
- 38:26Ja.
- 38:36An den fand ich total spannend, nicht nur weil ich im Sommer in England war,
- 38:45zwei Wochen unterwegs und das Land für mich neu entdeckt habe,
- 38:49sondern weil England mich irgendwie Anfang des Jahres total begeistert hat.
- 38:54Und ich dieses Projekt einfach sehr gerne mag, Gustborn.
- 38:58Ich kenn's nicht.
- 39:00Erzähl mal, wirst du was dazu?
- 39:02Also England im Allgemeinen finde ich halt ganz spannend,
- 39:04aber ich bin ja nicht klein.
- 39:06Was schätzt du, wie viel Hektar hat England?
- 39:08Keine Ahnung.
- 39:10Also ich weiß, dass da die großen Häuser ein bisschen investieren und so weiter.
- 39:13Wirst du schon länger oder älter?
- 39:15Schon länger, genau.
- 39:17Ich habe gar keine null Gefühl für Größe und was für Flaschenmengen dahinter stehen.
- 39:226000 Hektar.
- 39:243000 ist richtig im aktiven Ertrag, 6000 werden schon sind bepflanzt
- 39:29und werden abgeerdet.
- 39:31Und wie viel Graubugunder gibt's in Deutschland?
- 39:34Ja, ich glaub mehr.
- 39:36Nee, ich hab die Graubugunder, ich hab mal letztens eine Zahl gesehen.
- 39:40Nicht mehr.
- 39:42Das hat ja schon 28.000.
- 39:44Ja, pass mal auf, aber Graubugunder war mal um die 90er-Jahre herum so mit 1000 Hektar
- 39:49und ist mittlerweile, was ja schon innerhalb von 20, 30 Jahren eine Menge ist,
- 39:54hat sich ja versextfacht.
- 39:56Wow.
- 39:58Was hat Deutschland? 120.000?
- 40:01Hatten 120.000, jetzt haben sie, glaub ich, 110.000.
- 40:04110.000, na so.
- 40:06Aber danach nämlich nicht fest, also something roundabout.
- 40:09Das ist ja schon eine abwechslungsgeschichte.
- 40:11Ich find's halt interessant, zum einen war die Bedingung natürlich nicht nur durch
- 40:15dieses extrem riesige Kalkplato, dort, was dort ja auch sichtbar wird.
- 40:20Also diese Bodentypizitäten, nicht auch nur durch das Klima,
- 40:25was ja nicht zuletzt durch Klimaveränderungen ja sehr champagne nahe ist,
- 40:31auch nicht unbedingt, dass das super Engagement vieler aus dem europäischen
- 40:39Festland stammenden größeren Güter, sondern eben auch das, was dort intern läuft.
- 40:44Und ich glaube, dass die Engländer, weil die ja so einen ganz eigenen Feinsinn für Wein haben,
- 40:49sehr viel Potenzial haben, aufgrund ihrer Weinerfahrung,
- 40:53einen ganz eigenen Anspruch zu erzeugen.
- 40:56Und ich finde, das kann Gußborn, dass die es schaffen, einen eigenen Stil.
- 41:01Also ein Wein ist für mich dann trinkenswert, wenn man eine gewisse Individualität hat,
- 41:06die man woanders nicht findet.
- 41:08Also es würde jetzt nichts bringen, dort einen Schaumwein zu haben, den du genauso in Deutschland findest
- 41:14oder in der Champagne findest.
- 41:16Also wenn man sagen würde, ja, könnte ja fast eine Champagne sein,
- 41:19es wäre für mich so das Grüß-Ka-U-Kritär.
- 41:21Und wenn du den aber probierst, ich mag so die haptik, diese leicht gerbe, diese Lettige,
- 41:24der schmeckt fast so, als würdest du mit so Schnörgelpapier über die Zunge gehen,
- 41:28dazu ein ganz eigenes Profi, eine ganz eigene Struktur.
- 41:31Ich bin gespannt, wie er sich entwickelt, ich mag so diese sehr direkte Ansprache,
- 41:35die er auch in dem Glas hat.
- 41:37Und ich könnte mir vorstellen, dass du ihn nicht uninteressant findest.
- 41:41Es ist nicht da in deinen Ursprünglich-Egg-Geschmackern, es ist nicht dieses edgiest,
- 41:44nicht dieses schriegest, nicht dieses naturalist, nicht dieses...
- 41:47Es ist auch nicht wie gerade eben mit dieser Würze und Reife, sondern es ist etwas frischer
- 41:53und trotzdem hat es eine gewisse Weichheit.
- 41:55Und gleichzeitig hat es auch eine gewisse und das man nicht sehr positiv transparent.
- 41:59Es ist sehr floristierend so auf der Zunge.
- 42:03Er wird trinkig.
- 42:04Genau, sehr, sehr trinkig.
- 42:06Und trotzdem nicht wild oder so was oder so, oder er ist auch nicht dick auf der Zunge.
- 42:13Er ist eher etwas jugendlicher, finde ich, auf der Zunge.
- 42:16Er hat paar reife Töne, aber nicht sehr viel in der Nase.
- 42:24Und auf der Zunge hat er so etwas Unaufdringliches, zurückhaltendes, was ich sehr positiv finde.
- 42:31Also ich mag Weine nicht so, die so viel Raum einnehmen.
- 42:38Also guter Wein ist ja immer leiser.
- 42:40Egal ob es jetzt nur ein klassisch oder moderner, aber guter Wein ist immer irgendwie so leise.
- 42:48Und der hat eine gewisse Leiser, sagen wir mal so.
- 42:53Und trotzdem auf der Zunge, ich finde, er ist sehr fokussiert, sehr geradlinig.
- 42:57Er geht nicht so in die Breite, hat etwas animierendes, er kribbelt so ein bisschen.
- 43:04Schauen wir mal, aber trotzdem kribbelt er auf ein anderer Art so ein bisschen.
- 43:07Und von der Aromatik, er hat etwas richtig Freches.
- 43:11Er ist lebendig, er knistert in der Nase.
- 43:15Du hast nicht diese typischen Hefetöne?
- 43:17Ne, genau, genau.
- 43:18Was haben wir hier? Also die haben alle Pinot Chardonnay, Pinot Mignier geplant?
- 43:23Ganz klassisch, ja.
- 43:24Ganz klassisch, genau.
- 43:25Sind das die drei wichtigsten Rebsorten in England, wirst du sagen?
- 43:28Meines Business.
- 43:29Ja, okay.
- 43:30Es wird auch wenig Nebenschaumweinge gemacht, was wirklich erfolgreich ist.
- 43:34Ich finde, das größte Problem bei den Schaumweinen aus England,
- 43:42jetzt auch neben Grussbord, es gibt ja relativ prominente andere Sachen,
- 43:45ist der Preis teilweise.
- 43:47Dass die halt nicht günstig sind, wahrscheinlich auch grunddessen,
- 43:51weil die in diesem ein-Generationsdenken sind
- 43:54und nicht wie viele Winzer im alten Europa, oder jetzt im Festland Europa,
- 43:59über Generationen denken und ihr weigen gut finanzieren.
- 44:02Dort denkt man halt wirtschaftlich, muss in einer Generation,
- 44:05in zehn, zwanzig Jahren das gesamte Ding finanzieren
- 44:08und deswegen wird dort alles kalkuliert.
- 44:11Klar, klar.
- 44:12Das ist also, glaube ich, bei 80 Prozent der Weingüter dort,
- 44:15ist nicht dieses Leidenschaftliche, wie hier,
- 44:17das ist halt ein Winzer, eine Ausbildung macht und dort hin,
- 44:19sondern es ist ein reiner Business Case, von vorne bis hinten.
- 44:22Und das merkt man halt in den Preisen
- 44:25und daher glaube ich, dass dies in Deutschland nicht einfach haben.
- 44:28Sie können, also für dieses Nischen da sein.
- 44:31Ja, weil es ja dann ein ähnlicher Geschmack ist,
- 44:34ähnlicher Preis ist wie vielleicht Champagner oder so.
- 44:37Teurer Teilweise.
- 44:39Wow, okay.
- 44:41Also fürs Protokoll 2020,
- 44:46Gulsborn, Brutreserve, traditionell Method,
- 44:50Product of England.
- 44:52Vintage English Sparkling Wine,
- 44:55Charlie Holland, Winemaker.
- 45:00Schwangere dürfen nicht trinken.
- 45:02Steht hier drauf.
- 45:04Genau.
- 45:06Wo sind wir hier preislich? Was denkst du?
- 45:08Ich weiß nicht, wahrscheinlich um die 60.
- 45:10Ich weiß es leider nicht, ich müsste nachgucken.
- 45:12Aber man merkt, also das ist natürlich echt viel Holz.
- 45:15Gleichzeitig merkt man, dass der Wein sehr gut ist.
- 45:18Also es ist schon eine gute Qualität.
- 45:21Du hast wenig grobes da drin.
- 45:24Das meine ich mit leise, mit eleganz.
- 45:27Der ist ein guter Wein.
- 45:30Du nimmst ihm ab, dass das gut ist.
- 45:33Dass das natürlich 60 Euro gleich sind.
- 45:36Natürlich schon.
- 45:38Gleichzeitig, ja.
- 45:40Aber das ist halt die Diskussion, die ewige Diskussion, Preis.
- 45:43Was ist was wert?
- 45:45Was muss was kosten?
- 45:47Und wenn das halt nur mal die Preise sind,
- 45:50die die halt nehmen müssen, um damit was zu machen.
- 45:53Ich finde es ja ganz interessant, weil du gerade gesagt hast,
- 45:56Wein ist da noch nicht so ...
- 45:59Also still Wein ist da noch nicht so aktiv.
- 46:02Beziehungsweise gibt es noch nicht so viel richtig Gutes.
- 46:05Ich würde sagen, das Wein der Champagner vor 30 Jahren genauso.
- 46:08Ist das nicht interessant, was da passiert ist?
- 46:11Genau.
- 46:13Allein die Pinotentwicklung, die Schadernentwicklung, also als still Wein?
- 46:16Als still Wein.
- 46:18Klimaerwerbung.
- 46:20Aber auch Learning, oder?
- 46:22Ich glaube Klima.
- 46:24Wenn du dir guckst, die großen Häuser haben vielleicht
- 46:31in den 90er Jahren 90 und 96 ein Koto machen können.
- 46:35Weil sie einfach die dicksten, kraftvollsten Jahrgänge waren.
- 46:38Kann man heutzutage einfach jedes Jahr ein Koto machen.
- 46:42Oder trotzdem nicht nur über den Ausbau, sondern einfach über das Wetter.
- 46:46Ich finde, ich hatte Röder an Großartigen.
- 46:48Den hatten wir beim Summit, glaube ich, mal probiert gehabt.
- 46:51Ich kenne dich nicht.
- 46:53Ich finde, das Kortothema ist ein super spannendes Thema.
- 46:56Weil du das gerade so sagtest, dass man da noch nicht so viele
- 47:01Stilweine im Prinzip hat.
- 47:03Und dass der Schaumwein aber noch das Thema ist.
- 47:06Jetzt mal böse Zungen gesagt, könnte man ja sagen,
- 47:09dass Champagner nur deshalb so schmeckt, wie er schmeckt,
- 47:12weil er als still Wein einfach untrinkbar war.
- 47:15Und das ist ein bisschen ein bisschen ein bisschen ein bisschen
- 47:19auch untrinkbar war.
- 47:21Und über die Zeit einfach trinkbar reifer wurde.
- 47:25Und du diese Reife in Verbindung mit der Säure und dann vielleicht auch Holz.
- 47:30Und das einfach gemacht hast, um den ganzen, so eine gewisse Rundheit
- 47:37und Weichheit zu geben.
- 47:39Und wenn es jetzt natürlich immer wärmer wird, dann brauchst du das natürlich
- 47:41alles gar nicht mehr.
- 47:42Dann kannst du nicht auch still Wein machen.
- 47:44Und das zeigt eigentlich so ein bisschen, was die Landwirtschaft dahinter steht
- 47:49oder wie die Winzer, Winzerinnen im Prinzip zu kämpfen haben
- 47:53mit dem Thema Klimaerwärmung.
- 47:55Und nicht nur, dass einfach die Jahreszeiten sich so ein bisschen verschieben
- 47:58oder dass es zu früh warm ist und dann irgendwann Hagel und Frost
- 48:03und keiner Ahnung kommt, sondern eben auch, dass es einfach generell reifer wird
- 48:07und man einfach sehr viel mehr Rezepte im Prinzip braucht,
- 48:10um mit dem Jahrgang oder den Jahrgängen umzugehen.
- 48:13Und hier sieht man im Prinzip, wie es vielleicht so ein bisschen früher war
- 48:16oder in England sieht man vielleicht noch ein bisschen, wie es so früher war,
- 48:19dass man eben mit still Wein noch nicht arbeiten kann.
- 48:22Aber über das Schaumbind Thema, über die Reife, über Holz, über Malolaktik,
- 48:26über die ganzen Schritte, die man so als Winzer so einstellen kann,
- 48:30wo man so ein Mischpult hat und macht man jetzt, wie viele Reifeweine gibt man hinzu,
- 48:36sag ich mal so, lässt man einen Jahrgang, spiele ich mit Holz, spiele ich mit Malolaktik,
- 48:42gebe ich Zucker dazu etc., dass man da einfach eine ganz spannende Idee im Prinzip entwickelt hat.
- 48:50Weil man kann natürlich das riesen Grundproblem hat, dass der Winzer vor der Entscheidung steht,
- 48:54wenn ich eine ganz gute, grunde Qualität von Traubmaterial habe,
- 48:58mache ich daraus einen Schaumbind oder mache ich einen still Wein
- 49:01und was bringt im Prinzip mir mehr oder weniger den wirtschaftlicheren Ertrag dabei?
- 49:07Was ja eben dann auch wieder das Problem ist, dass die Kortos dann teilweise nicht günstig sind?
- 49:13Na ja, die sind deshalb nicht, also ganz ehrlich, wenn ich das so sehe,
- 49:16die sparen sich die komplette Versektung.
- 49:18Die müssten eigentlich günstiger sein.
- 49:21Verkaufen das, aber für den gleichen Preis, ist natürlich eine Cash-Cow für den Winzer.
- 49:27Und da können sie eher leasen, also müssen sie irgendwie 5 oder 10 Jahre liegen lassen.
- 49:31Völlig, völlig, völlig, völlig, richtig, ja, ja, ja, genau.
- 49:34Und trotzdem kostet das Ganze zeuglich viel.
- 49:37Aber dann ist es halt so, dann gibt es halt irgendwie 1000 Flaschen, 500 Flaschen,
- 49:42keine Ahnung, je nachdem wie groß das Weingut ist.
- 49:46Und dann wird es halt über die Knappheit definiert und die Rarheit des Produkts, was man da im Prinzip hat.
- 49:53Findest du aber, der Preis ist gerechtfertigt oder steht er ohnehin dann in der Preisebene auch in Konkurrenz des Bugunds?
- 49:59Also woher ist England, also aus der Champagne?
- 50:01Guck dir doch mal Montalcino an, gier mal in eine ganz andere Region.
- 50:08Im Endeffekt ist das alles Sanjuvese, jetzt mal so blöd gesagt, so bisschen Lapida gesagt.
- 50:13Und die Winzer in Montalcino sind ja eigentlich sensationell klävere Geschäftsmänner und Frauen,
- 50:24die es geschafft haben, dass ihr Sanjuvese für ein vielfaches, als außerhalb der Gemarkung verkauft wird
- 50:32und wo dann der Sanjuvese irgendwie in 10 oder 15 Euro vielleicht maximal kostet.
- 50:38Und jetzt kommt da aus Montalcino, dann ist es so auf einmal, dass die Flasche für 50-100 Euro irgendwo rumsteht.
- 50:47Und dann ist es ja cool, dass ein Bauer, eine Bäuerin es geschafft hat, über die Marke, die sie kreiert haben,
- 50:55also über das Champagnerthema eben auch ein ganz interessantes Auskommen zu haben.
- 50:59Und gleichzeitig ist natürlich auch die Bodenpreise dahinter.
- 51:02Also wenn du dann so ein Stück kaufen willst oder wenn du so ein Stück verarbeiten willst
- 51:06oder wenn du die Preise für die Trauben bezahlst oder wenn du so einfach auch nur ein Fasswein kaufst,
- 51:11da hast du nämlich eine andere Größenordnung dahinter.
- 51:14Wir waren letztens in Pogund und da sagte einen Winzer, wenn du so ein Fasskrangrü kaufst, dann zahlst du 30.000 Euro dafür.
- 51:22Also das ist halt dann so, da ist ja schon alles passiert.
- 51:26Du tust dann ja nur irgendwie deinen Stempel vielleicht draufpacken, wenn du das als den Gost oder so verkaufst.
- 51:31Und das ist ja eigentlich toll, weil häufig Landwirtschaft ganz anders funktioniert
- 51:39oder ganz anderen Preis dahinter hat.
- 51:43Also eigentlich finde ich das super.
- 51:45Findest du aber, also das was du gerade sagtest, das klingt jetzt so furchtbar arrogant und böse,
- 51:51das ist gar nicht so gemein, aber glaubst du das?
- 51:54Also glaubst du, dass die Winzer in Montalcino nur cleverer sind und frecher in dem Sinne?
- 52:00Nee.
- 52:01Oder ist das Produkt nicht doch besser aufgrund verschiedener Gegebenheiten, Bodentypizitäten,
- 52:06Charakteristiken, Andersartigkeiten, Interpretation.
- 52:09Das war zum Beispiel bei uns die Sand, die damals initiiert hat, als er in Montalcino begründet hat,
- 52:13als er gesagt hat, ich leg den Wein für 10 Jahre ins Fass.
- 52:17Also allein diese Philosophie und diese Gedanke und diese Tiefsinnigkeit
- 52:21und dann in der Kombination mit der Höhenlage und so weiter, ist da nicht eine Begründung,
- 52:26sonst würde es ja alles ausheben, sonst würde es ja heißen,
- 52:29dass ich auch einen Bugunda überall in der Welt produzieren kann,
- 52:32wenn ich das entsprechende Handwerkzeug und das Wissen darum habe.
- 52:37Aber die Leute im Bugunzen halt einfach Smarter.
- 52:40Also...
- 52:41Da habe ich dir ja falsch verstanden.
- 52:43Nein, es ist... also natürlich...
- 52:46natürlich hast du den Ort, das Terroir, die Höhe und natürlich auch das Wissen,
- 52:52das Winzer aus der Winzerin, die da...
- 52:54Du glaubst schon an Terroir.
- 52:55Total.
- 52:56Dass du von dem Ort zu dem Ort was anderes Besseres machen kannst.
- 53:02Aber trotzdem gibt es ja so viele Orte, die eben nicht dieses marketingseitige Erleben
- 53:11oder diese Marketingseite haben, wo Menschen sich zusammengeschlossen haben
- 53:16und eine krasse Marke in gewisser Weise ins Leben gerufen haben.
- 53:23Also, wann haben die sich gegründet in den 50er Jahren jetzt mal um das Thema Montagino zu zurück...
- 53:27'68 oder '68 oder so, das war furchtbar spät.
- 53:29Spürt so wie furchtbar spät.
- 53:31Jetzt kommt Essen.
- 53:33Könnte sein.
- 53:35Schönen guten Tag.
- 53:38Überraschung.
- 53:39Wahnsinn.
- 53:40Ohhhhh.
- 53:41Ohhhhh.
- 53:42Ohhhhh.
- 53:43Ahhhhh.
- 53:44Schön diese Szenen.
- 53:46Es war nicht geplant, aber ich komme gleichzeitig mit.
- 53:50Der Johannes Cellone bringt Spritz damit rein.
- 53:53Schreck nicht aus.
- 53:55Super gerne.
- 53:57Vielleicht können wir hier so?
- 53:59Einfach da vorne hinschieben.
- 54:00Ja, genau.
- 54:01Geht das so?
- 54:02Kommen Sie da durch?
- 54:03Ja, das will ich.
- 54:04Soll ich denn hier stellen lassen?
- 54:05Nein.
- 54:06Ein bisschen weiter rein?
- 54:07Kommen Sie hier durch?
- 54:08Ja.
- 54:09Super.
- 54:10Wahnsinn.
- 54:11Soll ich nicht wieder in der Mitte stehen?
- 54:13Ja, perfekt.
- 54:14Ohhhh.
- 54:15So, okay.
- 54:16Das ist immer wichtig.
- 54:17ESM-Ark, das ist ganz knapp dran am Mikrofon.
- 54:21Cheers.
- 54:22Hab ich durch euch trinken gelernt.
- 54:25Das beste Getränk im Göttergetränk.
- 54:27Göttergetränk.
- 54:28Wahnsinn.
- 54:29Sehr großartig.
- 54:30So, ja.
- 54:31Magst du was essen?
- 54:32Danke.
- 54:33Danke.
- 54:34Aber ich glaube, es sind aber viele Stiftungen frei.
- 54:37Echt?
- 54:38Es gibt viele Stiftungen?
- 54:39Klar.
- 54:40Viele Stiftungen mit Ketchup.
- 54:42Das gibt doch duelt.
- 54:43Soll ich?
- 54:44Ich sehe, wir sind hier in der selben Suite.
- 54:47Wir haben Michael Jackson da, aber es sind Kinder rausgehalten.
- 54:50Nein, es war eine Suite weiter.
- 54:52Wir sind in der, wo die angestellten.
- 54:54Zu Hause.
- 54:55Wir sind ja die Leute gar nicht, wo wir eigentlich sind.
- 54:58Wir sind an einem Hotel.
- 55:00Die Sounddetektive.
- 55:01Jetzt kommt ihr dran.
- 55:03Nein, das Brandenburger Tor ist auf zwischen Brandenburger Tor und russischer Botschaft.
- 55:08Cool.
- 55:09Also nochmal Riesen.
- 55:11Wie hast du ihn das hergetragen?
- 55:13Das ist ja...
- 55:14Je Bruxel natürlich.
- 55:15Also du hast uns unterbrochen, lieber Johannes.
- 55:18Und zwar vieles, vieles, vieles.
- 55:20Also ich habe eine Tese aufgestellt, dass die Winzer im Montalcino natürlich ganz schön
- 55:27clevere Vögel sind, weil sie im Prinzip es schaffen, ihren einfachen Sanjuwese für ein vielfaches
- 55:35zu verkaufen als die Winzer oder Winzerinnen, die im Prinzip außerhalb der Gemarkung im Prinzip sind.
- 55:42Und das hat eine Kette, die ich in der Saison habe, die ich in der Saison habe.
- 55:47Die sind außerhalb der Gemarkung im Prinzip.
- 55:49Und das hat natürlich was damit zu tun, dass der Ort speziell ist und vielleicht auch besonders ist.
- 55:54Aber das hat natürlich auch was mit dieser krassen Marketingleistung zu tun, dass da Weiner produziert werden,
- 56:01die das 5, 6, 7-Fache kosten als von dem, was so ein Sanjuwese außerhalb der Gemarkung im Prinzip kostet.
- 56:09Es ist nicht gerade bei Montalcino.
- 56:11Es war das für mich immer ganz lange so wahnsinnig frustrierend,
- 56:14weil der ganze Ort geologisch aussieht wie so ein Dalmatiner mit 5 Farben.
- 56:20Also, es kommt ja dazu, aus den verschiedenen Epochen sind dort so Gesteins, Inseln, die es dort draufgeschwemmt hat.
- 56:30Darum gibt es auch den Brunello di Montalcino eigentlich nicht.
- 56:36Gar nicht.
- 56:37Es macht immer dieser...
- 56:38Was viele auch gar nicht glauben, wenn ich aus dem Norden total anders schwinge als aus dem Süden oder aus dem Osten aber Westen.
- 56:43Ich mache den Scheiß in 15 Jahren und dann finde ich immer noch was, wo ich kaufs dann sage,
- 56:47Alter, es ist richtig gut, das Sanjuwese, es muss irgendwie so eine wärmere Geschichte aus dem Kerndesign
- 56:53und dann ist es wieder so die Montalcino oder ganz oft, wenn es so dieses Dunkelgesteinige wie hier,
- 56:59weil die Kava schmeckt oft gerade, wenn es reif ist, so fast so Piedmontesk.
- 57:03Und das macht mich immer fertig.
- 57:05Mich macht der Ort kiere, mich macht aber nicht das Kana generell auch manchmal fertig.
- 57:10Hat es bei euch eine Präsenz?
- 57:11Naba?
- 57:12Ja, schon. Also so ein paar Geschichten immer.
- 57:16Ich und Willi, wir sind mal die Eroika gefahren, die ist halt weiter nördlich, die geht fast runter bis Montalcino.
- 57:24Also der südlichste Punkt ist dann, glaube ich, 30 Kilometer nördlich von Montalcino.
- 57:28Also es ist ein Radrennen, wo man mit alten Fahrrädern erfährt und eben die in Großheiter Strecke ist auf diesen Stradipi angeht.
- 57:38Kauft ihr euch die dann oder...
- 57:40Die Gestädter leigt ihr die?
- 57:42Man kann sie leihen, aber wir hatten die mit.
- 57:45Hast du so alte Fahrräder?
- 57:47Ja.
- 57:48Ah, witzig.
- 57:49Und da gibt es dann richtig die Fanaten.
- 57:53Die ganz große Eroika sind 230 Kilometer, die sind wir am Tag davor.
- 57:58Die dürfen, die starten um 34, außer die, die mit Fahrrädern fahren, die vor 936 gebaut wurden,
- 58:06die dürfen um 33 schon losfahren.
- 58:10Und wir sind dann die abgespeckte, weil sie schon am nächsten Tag gefahren haben,
- 58:14die 110 Kilometer vollgemacht.
- 58:16Das hat aber auch gereicht.
- 58:18Also gerade dieses Dradebirge ist bergig.
- 58:22Und eben mit diesen weißen und mit diesen weißen Schotterstraßen,
- 58:26du dir klebt halt der ganze Scheiß irgendeiner.
- 58:28Du schwitzt, dann bekommst du diesen permanenten Staub ins Gesicht,
- 58:32dann gibt es auch so alle 30 Kilometer Verpflegungsstationen,
- 58:37was die einem aber nicht sagen, dass du halt Mittag, wenn du halt so richtig den ersten,
- 58:41fast um 7 los und wenn du dann um 11 Uhr gibst, das ist das erste Mal,
- 58:46das warme so eine Biboletter, so ein toskanischer Bodeneintopf.
- 58:50Und dann ist man natürlich ausgehungert, unterzuckert,
- 58:52schüttet sich den Scheiß rein, es hätte immer noch nie was gegessen.
- 58:56Und dann am nächsten Berg föhlt man dann so bei jedem Tritt,
- 58:59der mag so nichts und nichts schwarz und fängt dann einfach so so so leicht hoch zu stoßen.
- 59:04Das war die ganz tolle, spilitorelle Erfahrung, muss ich sagen.
- 59:09Haben die Fahrräder schon Gangschaltungen alles oder wie läuft das?
- 59:13Wie kann man nicht mehr so ein altes Fahrrad an vorstellen?
- 59:15Also die Fahrräder sind bis, glaube ich, bis 1986, 1986,
- 59:18kam dann die Gangschaltung am Lenker und davor war es die Gangschaltung unten.
- 59:23Und mit den ganz alten, da gab es im Prinzip nur zwei Gänge,
- 59:28eine für den Berg und eine fürs Flache.
- 59:32Und da musst du so immer stehen bleiben und musst den Reifen hinten rausnehmen
- 59:35und einmal umdrehen. Also die hat zwei Ritzel und muss es immer manuell das Ganze raus.
- 59:40Mein Sohn hat noch so ein altes französisches Rennrad, also wo die Schläuche noch...
- 59:44Ja genau, die Kabel müssen draußen, müssen draußen verlaufen.
- 59:47Das checken die aber auch, das ist ziemlich geil, das checken die nämlich am Start.
- 59:51Also da steht einer und er fischst dann auch die raus.
- 59:54Du darfst doch nicht mehr Klicks fahren und nur mit Körpeln und so schon.
- 1:00:00Ist so ein Fahrrad auch eine Wertanlage?
- 1:00:02Wenn du so ein altes hast, also wie Motorräder oder die Autos oder...
- 1:00:05Also die neuen, jetzt die neuen Carbonräder, da kannst du schon...
- 1:00:08Nicht mal die alten, wenn du das aus den 30er Jahren hast, dass man sagen kann,
- 1:00:11das ist perfekt 10 km und dann 15 km.
- 1:00:14Na wie heißt der große Betrieb?
- 1:00:17Die Karsolee, der hat ein Fahrradmuseum tatsächlich und der hat so...
- 1:00:25Die haben das mal angefangen zu sammeln und die haben dann aus den einzelnen Epochen
- 1:00:29die ganzen Bianchi Fahrräder stehen, wo du dann auch eben sehen kannst,
- 1:00:32wie die Entwicklung technisch war.
- 1:00:36Und das ist schon... Kann ich jedem empfehlen.
- 1:00:39Also es ist immer im Oktober und es war wirklich toll.
- 1:00:43Man fragt sich halt wie überall so, wenn man dann die letzten 20 km
- 1:00:50und man weiß irgendwie noch, der letzte Bergesetz geschafft
- 1:00:53und man geht davon aus, man rollt nur runter
- 1:00:56und dann ist es aber so eine verbittete Forststraße, wo so ein Vortag hat geregnet
- 1:01:00und dann machen sich so Klüften auf und dann wirklich aufpasst,
- 1:01:03dass man sich nicht irgendwie hinlegt und mault.
- 1:01:07Man muss sich immer so mögen, sich selbst zu hassen,
- 1:01:14aber es war wahnsinnig spannend.
- 1:01:17Und dann gibt es die ganz großen Fanaten, die verhandelt dann auch in dem dementsprechenden Teil.
- 1:01:22Also die verhandelt dann auch nur mit so Baumwolltrikot und keine Helme,
- 1:01:25sondern nur diese Lederriemen um den Kopf.
- 1:01:28Und das ist schon sehr...
- 1:01:31Was trinkt man dann da?
- 1:01:33Es gibt fast bei jeder Verfährungsstation bei uns tatsächlich...
- 1:01:36Echt? Verständlich.
- 1:01:38Traditionell, gab es das Damelschen?
- 1:01:41Gab es ja schon.
- 1:01:43Wir haben immer gesoffen.
- 1:01:45Ich finde ja, das macht ja erst so ein Marathon oder so eine Radrennen so wirklich auch aus.
- 1:01:50Weißt du, so nüchtern kann das ja jeder, aber wenn du so einen Tee hast,
- 1:01:54dann ist es ja wie so mit Gewichten, die man so um sich hängt
- 1:01:59und dann so den Berg hochläuft.
- 1:02:01Man spürt wirklich jeden Stück und die Beine werden so schwer.
- 1:02:06Wir waren dann, das war eigentlich so das Lustigste in der ganzen Geschichte,
- 1:02:10wir waren am Abend in Siena essen, also wir sind nach Tussierna durchgefahren,
- 1:02:14und am Abend in Siena essen, da waren wir in so einem ganz tollen Lokal
- 1:02:18und dann sind wir so im Reinkäller runtergegangen
- 1:02:21und hatten schon ein bisschen was im Tee, hat schon vorher ausgetrunken
- 1:02:23und Willy kam nicht mehr hoch, weil Willy so hat so ein Muskelkater in den Beinen,
- 1:02:27das ist auf allen Vieren, diese Treppe vom Reinkäller, wie das hochgeklettert ist
- 1:02:32und ich kann sie mich nicht mehr halten, weil ich voll lachen, ich bin zerbrochen.
- 1:02:36Das kennen ja nur Menschen, die wirklich viel Sport machen
- 1:02:39und die so wirklich auch viel Beinsport machen, wie manchmal wirklich die Beine versagen,
- 1:02:44also auch wenn ich im Fitnessstudio war oder so,
- 1:02:47und wir viel Übungen gemacht haben für die Beine
- 1:02:50und du läufst dann runter in die Umkleide, das sind zwei Stockwerke
- 1:02:53und du denkst dir so, hoffentlich verliere ich jetzt nicht das Gleichgewicht,
- 1:02:58weil die Beine so, na ja, schon so fast zittern oder so, zitter so,
- 1:03:03so eine Weichheit haben.
- 1:03:05- Das ist instabil werden. - Das hatte ich wirklich im Sommer,
- 1:03:07da war ich zwei Wochen surfen in Portugal
- 1:03:09und ich saß am Schluss dort und ich konnte das Telefon nicht mehr halten.
- 1:03:14Ich habe dort gezittert und das viel mehr andauert aus der Hand.
- 1:03:17Ich habe natürlich so ein dickmübiges Telefon in die Hand, also wirklich ganz interessant.
- 1:03:21Kannst du mir ganz kurz noch erklären, was das Wichtige und das Essenzielle beim Gespritzen ist?
- 1:03:27Also ist der Wein, ist das Wasser, ist die Mischung, ist das, ich versteh es nicht.
- 1:03:32- Alles, es ist alles.
- 1:03:34Das beginnt man beim Glas, es schmeckt nicht aus dem Weinglas.
- 1:03:36- Es schmeckt auch nicht, ne? - Ja.
- 1:03:38- Bei dem Weinglas in der Regel, also wenn man hier,
- 1:03:40wir haben hier so eine ganze Reihe Gläser stehen
- 1:03:42und jedes Glas hat eine, hat die Gemeinsamkeit, dass die oben zulaufen,
- 1:03:45das heißt, sie sind unten breiter, als sie oben sind.
- 1:03:48- Und ich sehe, ihr habt noch eine Gläser. - Klar, hier.
- 1:03:50- Ach, krass. - Hier schön rausbränden lassen.
- 1:03:53Durch dieses Zulaufen ist einfach die Kohlensäure,
- 1:03:59wird die Kohlensäure entweicht, bzw. das bekommt so ein ganz, ganz weirden Ton auch.
- 1:04:05Also darum sind die Spritzerglas entweder ein Becher, ein Becherglas oder so ein Highball-Ding,
- 1:04:11das tut es auch zu not.
- 1:04:13Dann ist das Wasser wahnsinnig wichtig.
- 1:04:16Es muss ein Vollgaswasser sein, also Vollgasspudel, nicht Medium,
- 1:04:22nicht irgendwie ein Kohlensäurehaltiges, sehr mineralstoffreiches Wasser,
- 1:04:29sondern am besten was Geschmackloses, was Geschmackneutral ist.
- 1:04:34Jeder, der schon mal in Spanien war und sich eine Apfelschorler mit Bischikatalern machen wollte,
- 1:04:40der weiß von der Verflügdelspreche.
- 1:04:42Und dann darauf abgestimmt der Wein.
- 1:04:45Und beim Wein ist es auch sehr spannend, dass darf kein Lagenwein, kein Wein mit wahnsinnigem Ausbau sein.
- 1:04:56Ein Befreundeter Winzer hat das mal schon gesagt, er hat gesagt, es gibt bei der plaminatischen Presse
- 1:05:00zwei Programme, mit denen man verwendet.
- 1:05:02Das erste ist das Champagnerprogramm.
- 1:05:04Das ist denn das, was man um das muss sich dann irgendwie kümmern und spontan verkehrt
- 1:05:09und sich Gedanken macht, wie man das ausbaut.
- 1:05:14Und dann gibt es zum Schluss noch den roten Knopf, da steht drauf "Auspressen".
- 1:05:18Und das ist wichtig beim Spritz Wein, weil dadurch durch dieses kräftigere Pressen,
- 1:05:23durch dieses kräftigere Drücken, kommt dann auch so ein bisschen Gerbstoff mit durch
- 1:05:28und da kommt dann so eine andere, so eure Struktur auch zu tragen.
- 1:05:32Und das macht so einen guten Spritz Wein aus.
- 1:05:34Es muss trocken sein, muss resch sein und dann kann man so ein bisschen nach Gusto machen.
- 1:05:39Manche mögen es fruchtiger, da macht man so eine Aromasorte drin, hat andere halt nicht.
- 1:05:44Denn es ist in Grüne Weltliner und ja.
- 1:05:47Sehr cool.
- 1:05:48Der Johannes hat ja mal im Nobelhardern-Schmutzig gearbeitet.
- 1:05:52Ich weiß, da hatten wir irgendwie...
- 1:05:54Mit der Öffnung da mal zu, oder?
- 1:05:55Nein, ich dachte, okay.
- 1:05:56Ich dachte, okay.
- 1:05:57Nein, ich war der erste Knechte dazukam.
- 1:05:59Der erste, der erste, der dazukam.
- 1:06:02Und da hatten wir natürlich auch die große Diskussion, wenn wir jetzt einen Schorle verkaufen.
- 1:06:07Bei uns heißt es natürlich Schorle, nicht Spritzer.
- 1:06:10Was wir da nehmen und meine Philosophie ist natürlich...
- 1:06:13Was ist das Beste?
- 1:06:14Nicht immer nicht das Beste, aber immer Riesling.
- 1:06:17Ah, das weiß ich doch aber mit der Kuhnsäure.
- 1:06:20Nein, ich finde nicht.
- 1:06:21Also Riesling, es ist natürlich nicht Riesling Cron Grü, sondern Riesling Kabinett Trocken,
- 1:06:28Reingau, Mosel, whatever, Basisqualität, Trocken wirklich ausgebaut, möglichst kärmig, möglichst
- 1:06:36Säure dahinter, aber eben auch frot.
- 1:06:38Weil das Wasser verstärkt das natürlich.
- 1:06:41Entsprechend, also wir nehmen die gute Brandenburg-Quelle.
- 1:06:43Ja, wie auf ins Regen, Rheinsteiner, Rehmsteiner.
- 1:06:47Genau, irgendwie sowas halt.
- 1:06:48Wenn du die Flasche ansetzt, wo auf jeden Fall ein Rübser danach kommt, so eine musst du nehmen.
- 1:06:53Also was da immer draufgekommen ist bei diesen ganzen Folger, was immer eins gleicht,
- 1:06:57das sind immer diese selben Flaschen, da stehen wir noch auf deutsche Quelle.
- 1:07:01Was für eine Rebsort musst du nehmen?
- 1:07:04Also das kann man eben nicht.
- 1:07:06Also ich bin großer Freund von Grüner Weltlinah oder man hat eben so ein Weltlinah dominierten,
- 1:07:11gemischten Satz, das ist halt dann so die Bienawariante.
- 1:07:14In der Südstermark machen sie gerne Bellschrissing oder irgendein Bellschrissing,
- 1:07:20Muskatella, blah, blopp, aber das funktioniert in der Regel.
- 1:07:25Also alles, was Säure hat, was Struktur hat, das funktioniert damit.
- 1:07:31Also wir würden jetzt zum Beispiel gerade, weil wir was auch gerade ausschränken,
- 1:07:34Hufgutfalkenstein, Rieslingkabiner Trockner 2021 nehmen und würden das mit Eiswürfeln und Spurwürfeln.
- 1:07:41Eiswürfel finde ich ja wieder, ist ja für mich wieder fähighaft,
- 1:07:44mit Eiswürfel vergrößern, die Oberfläche, dadurch ist die Kohlensohre schnell.
- 1:07:48Genau.
- 1:07:49Ich bin großer Freund davon, weil die Fruchtigkeit dadurch, das Kalte,
- 1:07:53Ich mag das das so.
- 1:07:55Das wie ein Schampanneaklarst mit Mociepunkt
- 1:07:57Natürlich!
- 1:08:01Aber danke hier für die große Freude, für den Kleinhumpen.
- 1:08:05cribe nun ich muss wieder?
- 1:08:07Vielen Dank schön, dass du da was Riesenfreude!
- 1:08:11Wie, naja, viel Spaß! Grüß dich, Virenken-Komrand!
- 1:08:19Hallo, schön, hallo! Wie ließ?
- 1:08:24Danke schön!
- 1:08:26Weiter? Weiter!
- 1:08:28Wer soll die Portion schaffen?
- 1:08:34Boah, das war ich!
- 1:08:36Ich liebe ja Room Service!
- 1:08:39Ich finde, Room Service ist großartig!
- 1:08:42Essen gehört für mich an den Tisch und gehört für mich zum Sitzen.
- 1:08:46Ich bin sich meine Kinder auch mal ganz gravierend auf, weil die essen gerne im Auto.
- 1:08:50Ich hasse im Auto Essen.
- 1:08:52Na ja, unterwegs essen und das ist ja auch alles, also das macht auch keinen Sinn.
- 1:08:55Aber Room Service!
- 1:08:57Aber Essen hat mich mit hinsetzen und genuss und Ruhe und...
- 1:09:00Ja, wir hatten ja gerade, da war es bisschen stressig jetzt hier,
- 1:09:04mit Essen kommt hier rein und so, also für alle, die jetzt hier zuhören.
- 1:09:08Wir sind ja hier in diesem Hotel zwischen Brandenburger Tor und russischer Botschaft
- 1:09:13in Berlin an Unterlinden-Linden, alt-erwürdig und natürlich bestellen Room Service.
- 1:09:19Und natürlich kam dann einfach so 2 Steaks, Pommes, Saus Bernés.
- 1:09:23Ich möchte darauf hinweisen, dass es irgendwie zwei Saussieren Saus Bernés gab,
- 1:09:29also für jeden eine, und das war genau die richtige Menge,
- 1:09:32dass man auf keinen Fall Saus Bernés teilen muss.
- 1:09:34Dann kannst du natürlich Kräuterbutter dazu, Rotwein-Reduktion, würde ich sagen, Salat,
- 1:09:39Brot und Demiglas-Butter aus so einer kleinen Spritztube.
- 1:09:44Und jetzt haben wir dazu schon mal den Rotwein, oder einen Rotwein aufgezogen.
- 1:09:52Wir haben da schon mal ein bisschen was Altes-Weises aufgezogen, den wir auch gerade im Glas haben.
- 1:09:57Und haben uns schon mal ein bisschen über die Philosophie von dem, wie was schmeckt und so weiter ausgetauscht.
- 1:10:03Und haben natürlich auch gegessen, dass das Essen ist mal ja warm.
- 1:10:07Und Essen sollte warm gegessen werden, gerade so ein Steak.
- 1:10:11Und haben das jetzt gerade Intus, um einfach dem Podcast auch ein bisschen Nahrung zuzuführen.
- 1:10:20Und da ist es natürlich toll, dass wir hier in diesem Hotel sitzen und einfach den Room Service rufen konnten.
- 1:10:25Und dann klingelt es und dann kommt natürlich auch gleichzeitig das Essen.
- 1:10:29Und der Johannes bringt noch so einen Spritzer mit dazu und lässt uns jetzt hier die Gläser.
- 1:10:34Es wäre inszeniert, aber es war einfach nicht. Es war einfach so passiert.
- 1:10:40Und deswegen gibt es jetzt die Überleitung. Lieber Silvio, werst du Wein?
- 1:10:46Welcher werst du und warum?
- 1:10:50Eigentlich.
- 1:10:52Ich finde die Frage sehr interessant.
- 1:10:54Aha.
- 1:10:55Also nicht deswegen, weil ich hier noch mal stelle.
- 1:10:57Ich wusste nicht, was ich antworten soll.
- 1:10:59Aber glaube ich dir, das Interessante ist dabei, wenn man sich überlegt, es gibt ja immer so diese Philosophie, was war man in einem früheren Leben, wenn man daran glaubt.
- 1:11:09Und es waren natürlich immer, es waren alle Architekten, es waren alle Könige, aber es war keiner irgendwie, die Armeise.
- 1:11:16Also Armeise musste auch gegeben haben.
- 1:11:19Und es war keiner der Bauer, es war keiner der Schneider, es waren immer alle irgendwie was Schönes.
- 1:11:23Und deswegen denkt man natürlich, wenn man an einen Wein denkt, der man denn wäre oder eine Rebsorte oder was auch immer.
- 1:11:30Man ist ein Schammertum, man ist ein 45er Mutant oder was auch immer.
- 1:11:36Aber ich glaube, ich wäre eine Scheuriebe.
- 1:11:39Und ich glaube, ich wäre eine Scheuriebe aufgrund dessen, weil ja auch die Frage kommt, warum,
- 1:11:43werde ich auf der einen Seite versuche, jemanden dienlich zu sein, was er eine Scheuriebe durchaus kann.
- 1:11:49Ist das eine Scheuriebe?
- 1:11:51Was ist denn eine Scheuriebe für dich?
- 1:11:53Scheuriebesfüge.
- 1:11:54Was ist überhaupt eine Scheuriebe? Das ist eine Rebsorte, ne?
- 1:11:56Also eine Scheuriebe ist eine Rebsorte.
- 1:11:58Die ist gekreuzt.
- 1:11:59Vom Kollegen Scheu, da ist der amüsante Name, der...
- 1:12:03Aus.
- 1:12:04Boah, warte mal, lass mich mal, ich meine, Weinsheim, in Weinsheim gekreuzt, man ging ja ganz, ganz viele Jahre davon aus.
- 1:12:13Das muss ich echt graben.
- 1:12:14Das ist richtig Silvana wäre?
- 1:12:16Ja, ist das nicht?
- 1:12:17Ja, der Kollege Scheu ja damals meinte, er müsse und den Ansatz finde ich eigentlich ganz interessant, den Silvana, der damals sehr, sehr hochklassig war, noch verbessern
- 1:12:26und brauche einen noch potenteren Kreuzungspartner für den Silvana.
- 1:12:31Und das ja dementsprechend der Riesling damals auch schon gewesen, denn er eine gewisse Grundanerkennung hatte.
- 1:12:36Und wollte Riesling und Silvana kreuzen, hat dann so ein bisschen rumgemehrt, Ralla-Lam, die kurze Version zu bringen.
- 1:12:41Und einer von den Seemlingen hat ihm besonders gut gefallen, das war der Seemling 88, und deswegen, in Österreich heißt er auch noch Seemling 88,
- 1:12:48und das liest man das ja auch noch, den fand er super, super mega genial und hat das eben als seinen Paradeergebnis daher herauspräsentiert.
- 1:12:59Zwischenzeitlich hieß die Scheurebe auch Wagner-Rebe benannt nach Richard Wagner, nicht dem Komponisten, sondern dem damaligen Reichsbauerminister.
- 1:13:09Er war dann nach 45 nicht mehr ganz so populär, deswegen hat man einen neuen Namen gesucht.
- 1:13:13Hat ihn dann nach eben, oh Gott, ich seh Georg Scheu, ich weiß gar nicht.
- 1:13:17Ich glaube, Dr. Georg Scheu, da bist du aber nach Ova-Ehrmann-Mathrim, ich bitte nicht.
- 1:13:21Nicht Karl? Karl? Karl? Nein, Karl auf keinen Fall. Karl nicht? Okay, gut, ja.
- 1:13:26Ein zweifel Mann, Frieda, oder Peter. Merk, wir haben schon was getrunken.
- 1:13:32Und selbst in Lehrbüchern, teilweise sogar noch in verschiedenen Internet-Publikationen, steht in Riesling-Selvarna als Kreuzungspartner,
- 1:13:43bis man in einer DNA-Hanalyse festgestellt hat, es war Riesling und Bukkeerebe.
- 1:13:50Ah, Riesling und die Bukkeerebe, was die Duftigkeit erklärt.
- 1:13:54Und ich finde, eine gute Scheuriebe hat genau diese beiden Strukturen, hat auf der einen Seite die Duftigkeit, auf der anderen Seite eine ganz feine Textur,
- 1:14:01kann erstaunlicherweise auch sehr gut reifen, wenn sie gut gemacht ist, nicht auf Protokolligkeit ausgebaut ist.
- 1:14:06Und es ist eine Rebsorte, die sehr viel ernsthaftigkeit, tiefsinnigkeit, Komplexität und Authentizität transportieren und zeigen und demonstrieren kann.
- 1:14:17Und daher denke ich, kann eine Scheuriebe auf der einen Seite sehr ernsthaft sein, auf der anderen Seite nicht attraktiv.
- 1:14:23Ich möchte nicht attraktiv sein, aber dienlich, zuträglich.
- 1:14:26Und so habe ich eine Scheuriebe auch immer eingesetzt.
- 1:14:28Eine Scheuriebe war für mich immer ein Wein, mit dem ich etwas unerfahrener Gäste faszinieren, begeistern konnte.
- 1:14:35Und dann aber auch mit einer nächsten Klasse von Scheuriebe in die nächste Wein-Ebene tragen konnte und sagen konnte,
- 1:14:42"Okay, so schmeckt sie jetzt, wenn sie ein bisschen ernsthaft gemacht ist."
- 1:14:45Du hast also nie eine Scheuschorle serviert.
- 1:14:48Noch nie, ich habe glaube ich...
- 1:14:50Also in Rheinhessen trinken wir ja Scheuschorle, ja.
- 1:14:52Ich habe das Thema Scheorle eigentlich niemals irgendwie intensiv gelebt.
- 1:14:57Ich habe glaube ich in 16 Jahren Wein war, wenn es hoch kommt, 10 Weinschorlen und dann nur auf Wunsch verkauft.
- 1:15:06Verkau? Ah, okay.
- 1:15:07Aber auch nicht, weil ich nie irgendwie was dagegen hatte. Ich hatte mein erstes Schorleerlebnis, was die Thema ja gerade hatten, mit Henry Karnes im V.
- 1:15:16Wie ihm sonst?
- 1:15:17Echt?
- 1:15:18Ja, das ist der Magier, wenn es um Schorle geht.
- 1:15:22Echt? Aber das wusste ich gar nicht.
- 1:15:23Natürlich, natürlich.
- 1:15:24Jedenfalls habe ich ihn damals besucht, besucht und besucht im V.
- 1:15:28Wir hatten den Termin damals nach Service gemacht.
- 1:15:31Das habe ich öfters gemacht, als ich als Beinhändler tätig war.
- 1:15:34Weil ich das irgendwie tuträglich den Gastronomen gegenüber fand.
- 1:15:39Also vor dem Service, dann konnte man nichts probieren und so weiter.
- 1:15:41Und deswegen habe ich die Nachtzehnte mit ihm immer gemacht.
- 1:15:43Und er hat mich bekommen geheißen damals mit einer Schorle, mit dem Gründfeldliner vom Hirsch aus dem Kampthal.
- 1:15:49Und da hatte ich so einen Scheorlein.
- 1:15:50Ich dachte, so schlecht ist es eigentlich gar nicht.
- 1:15:52Und das nächste Mal, dann habe ich ewig keine Schorle getrunken, das nächste Mal hatte ich sie in der Tat in der Freundschaft.
- 1:15:56Deswegen hatte ich vorhin zu Johannes gesagt, ihr seid meine Schorle offenbar.
- 1:16:01*Klopfen*
- 1:16:12*Klopfen*
- 1:16:17Keiner von euch.
- 1:16:18Ob er jemals dort war oder nicht kann leugnen, dass Südafrika nicht eine gewisse Faszination ausstrahlt.
- 1:16:25Und eines der bemerkenswertesten Weingüter liegt in Stellenbosch, mit Wurzeln, die tief in die Geschichte Südafrikas reichen.
- 1:16:33Es ist das Weingut Dellheim.
- 1:16:35Die Ursprünge des Anwesens gehen auf das Jahr man mag es nicht glauben, 1699 zurück.
- 1:16:40Das sind Sage und schreibe 325 Jahre.
- 1:16:43In das Jahr als Cape-Govender Simon van der Stil das Land einem Simonsburg vergab.
- 1:16:491939 legte Hans Hoheisen, mit dem Kauf des Anwesens damals als Dressprung bekannt, den Grundstein für das heutige Dellheim.
- 1:16:59Das Weingut erhielt seinen Namen zu Ehren von Hoheisens Frau, Delly.
- 1:17:03Also bedeutet Dellheim nichts anderes als Delliesheim.
- 1:17:061951 kam Michael Sperling genannt Spatz, ein Neffe von Hoheisen aus Deutschland, nach Südafrika um das Weingut zu unterstützen.
- 1:17:14Spatz Sperling übernahm später die Leitung und wurde zu einer treibenden Kraft in der Entwicklung der südafrikanischen Weinenindustrie.
- 1:17:20Er war Mitbegründer der Stellenbosch Wine Route im Jahr 1971, der ersten Weinstraße des Landes, die die Region als Premium Weinambaugebiet etablierte.
- 1:17:30Und der seiner Ägide führte Dellheim als erstes Weingut in Südafrika einen Restaurant ein.
- 1:17:35Das Kiseblattenservierte ein Konzept, das später zum Standard wurde.
- 1:17:38Spatzkreativität zeigte sich auch in der Kreation von Spatzentreck, einem humorvollen Wein mit Kultstatus.
- 1:17:44Nach seinem Tod 2017 setzte die Sperling Family seine Arbeit vor, wobei Nachhaltigkeit und Innovation im Fokus stehen.
- 1:17:51Dellheim liegt an den Hängen des Heimensburg und erstreckt sich über 375 Hektar, die größtenteils unberührten Bergfimbus und Weinbergen gewidmet sind.
- 1:18:01Das Weingutschütz aktiv die Biodiversität und bewahrt seltene Pflanzenarten wie den Bolengranidfeimbus.
- 1:18:07Einheimische Tierarten wie den Kaplöpaten oder Karakalle finden den geschützten Gebieten des Anwesen zu Floh.
- 1:18:12Dellheim ist Gründungsmitglied der "Greatest Heimensburg Conservancy" und ein WWF-Conservation-Champion.
- 1:18:18Das Weingut verfolgt regenerative, landwirtschaftliche Praktiken und fördert den Einsatz umweltfreundlicher Technologien.
- 1:18:25Durch die Nutzung von Solaranlagen und der Wiederverwendung von Regenwasser setzt Dellheim auf Energie und wassereffiziente Maßnahmen.
- 1:18:31Aber natürlich geht es bei Dellheim nicht nur um die Natur, sondern auch um Wein.
- 1:18:35Und Dellheim ist bekannt für seine Expertise in der Herstellung von Bordeaux-Tyblends und der südafrikanischen Ribsrote Pinotage.
- 1:18:42Das Weingut nutzt sowohl Französischer als auch amerikanischer Eichenfässer für den Ausbau seiner Weine, um komplexe Aromprofile zu erzielen.
- 1:18:48Eine spontane Gärung mit natürlichen Hefen wird bevorzugt, um das Theroir wieder zu spiegeln.
- 1:18:53Die Kombination aus Beton, Eiern und großen Fässern verleiht den Weinen Struktur und Balance.
- 1:18:59Das ist ein regelmäßiger Batonage, also das Aufgrund der Hefe wird praktiziert, um den Weinen Textur und Tiefe zu verleihen.
- 1:19:05Ein modernes Gravitationssystem minimiert mechanische Eingreife und bewahrt die Integrität der Trauben.
- 1:19:11Und diese kleinen Puzzleteichen, die hier nur exemplarisch genannt werden, setzen sich zusammen zu einem ganz großen Puzzle,
- 1:19:17das die Geologie oder das Theroir betonen sollen.
- 1:19:19Die Böden von Simonsburg bestehen aus verwitterten Granit, der den Weinen eine prägnante Mineralität verleiht.
- 1:19:25Bödenlagen von 200 bis 300 Meter über den Meeresspiegel schaffen ideale Bedingungen für die Traubenreife.
- 1:19:30Das mediterrane Klima mit kühlen Nächten bewahrt die Frische und Säure der Weine.
- 1:19:35Denn genau das ist es, was den südafrikanischen Weinen so einzigartig und so großartig macht,
- 1:19:40dass er kraftvolle Muskeln auf der einen Seite und Frische und Lebendigkeit auf der anderen hat.
- 1:19:452020 feiern der Grand Reserve seinen 40. Jahrgang einer der beeindruckendsten Weine des Weingutes
- 1:19:51und Entzeugnis der großartigen Entwicklung und Reise seit seiner Einführung 1981.
- 1:19:57Ursprünglich als reinsortiger Cabernet-Sorgnion konzipiert, entwickelt sich dieser Wein später zu einer Bordoblent.
- 1:20:02Diese Mischung repräsentiert das Beste, was das Theroir und die Rebsorten des Simonsburg zu bieten haben.
- 1:20:08Dieser Wein entstand unter der Leitung von Kevin Arnold, der eigens nach Kalifornien geschickt wurde, um die Kunst des Barrike-Ausbaus zu studieren.
- 1:20:15Die 40-jährige Geschichte des Grand Reserves ist eng mit der Entwicklung von Dellheim und der südafrikanischen Weinenindustrie verbunden.
- 1:20:22Der Grand Reserves 2020 besteht zu 69 Prozent aus Cabernet-Sorgnion, zu 12,5 Prozent aus Cabernet-Fran, zu 12,5 Prozent aus Pite-Vallot und zu 6 Prozent aus Merlot.
- 1:20:32Die Gärung erfolgt in temperaturkontrollierten edelstein-Tanks, gefolgt von einer BSA, sprich einer malolaktischen Gärung,
- 1:20:39die Textur verfeinert und dem Wein eine weitere Geschmacksebene verleiht.
- 1:20:43Anschließend darf der Wein für 18 Monate in französischen Eichenfässern, von denen 30 Prozent neu sind, reifen bevor er assembliert und abgefüllt wird.
- 1:20:512020 war ein Geschenk der Natur, geprägt von gemäßigten Temperaturen und optimalem Bedingung für die Traubenreife.
- 1:20:58Die Kühenlechte bewahrten die Frische, während die Trauben durch eine verlängerte Vegetationsperiode komplexe Aromen entwickelten.
- 1:21:05Dieser Jahrgang koordiniert Fruchtigkeit, Eleganz und eine außergewöhnliche Struktur, die ihn zu einem idealen Kandidaten für die Langzeit-Lagerung macht.
- 1:21:14Der 2020er Grand Reserve spiegelt nicht nur das Thérois Simonsburg wieder, sondern auch die lange Geschichte des Weingut als Pionier der südafrikanischen Weinenindustrie.
- 1:21:23Ein Wein, der sich wahrlich in keine Schublade stecken lässt, weil er in seiner Art einzigartig ist.
- 1:21:29Vielen lieben Dank dafür und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:21:34Jetzt sind wir ja so ein bisschen gesprungen, wir haben ja vorhin mal die Ausbildung abgesprochen, dann bist du nach Bayreuth gegangen.
- 1:21:53Was ist nach Bayreuth passiert? Also wo warst du dann?
- 1:21:58Ich war in der Klasse Scherlig Bundeswehr. Ich war Bundeswehr. Ich war nicht wie du zielst, ich war Bundeswehr.
- 1:22:03Hab das gehasst, weil es war für mich, wir waren die letzten auch die 18 Monate hatten, danach waren es 12 Monate.
- 1:22:11Ich war gerade in dieser Karriere eben, ich möchte wissen, und geraubte 18 Monate, eine berufliche Entwicklung.
- 1:22:19Dann kam diese Frage, wo möchtest du stationiert werden, möglichst heimatnauter, heimatfern, mit meiner Freundin lief es gerade nicht so gut, wie gesagt heimatfern.
- 1:22:29Ich hoffe, sie hört das jetzt nicht, sie wusste es noch nicht.
- 1:22:34Also ich war dann nach meiner Ex-Freundeneil der Planken auf und bin dann nach Büdel gekommen, nach Holland, in die Niederlande.
- 1:22:41Großartige Erfahrungen, war toll, faszinierend, sehr besonders, waren ganz großartige, ich weiß gar nicht, ich glaube es waren sechs Monate, und dann bin ich nach Neustadt.
- 1:22:55Welches Neustadt? In der Nähe von Ingolstadt. Neustadt an der Donau.
- 1:23:01Zu den Mölders waren JG74, Luftgeschwader.
- 1:23:07Aber wer weiß denn was? Du warst so Zivi.
- 1:23:12Ja klar, ich hatte nichts mit Militär und Bundeswehr zu tun, aber ich war in Eichstedt im Internat, und das ist ja gleich bei Neustadt um die Ecke, auch bei Ingolstadt, und da waren viele Luftgeschwader.
- 1:23:31Mein Zimmergenosser, der hatte auch einen Splen mit Fliegen, und dadurch weiß ich das.
- 1:23:40Was hat denn die Bundeswehrzeit getan für dich?
- 1:23:44Alkohol.
- 1:23:45Alkohol? Krass. Also ich war dann saufen, also richtig?
- 1:23:50Ich war selber nicht so der große Seufer, aber was ich dort gesehen habe, was dort getrunken wurde, wie Leute mit Alkohol umgegangen sind, war schon relativ krass.
- 1:24:00Noch mal kurz einen Schritt zurück. Was würdest du, also wenn dich jetzt jemand fragt, vielleicht auch dein Sohn, sag mal, soll ich Militärdienst machen, soll ich zur Bundeswehr gehen und du dann eine Antwort finden müsstest?
- 1:24:18Was würdest du deinem Sohn oder halt auch jedem anderen eigentlich dazu sagen?
- 1:24:24Ich würde grundsätzlich immer dazu raten, ein Zivildienst zu machen und eine Zeit sozial zu durchlaufen im alten Heim oder woher immer.
- 1:24:35Ich glaube, das tut einem menschlich besser.
- 1:24:37Mir selber hat es dann nachher ein Gut getan, denn auch während der Grundausbildung hat man halt diesen ganzen Quatsch gemacht, wie einen schützen Graben ausheben, sich durch einen Waldroppen Krieg zu simulieren.
- 1:24:50Und du kriegst ein gewisses Gefühl für Krieg.
- 1:24:54Und gerade in der jetzigen, nach heutigen Zeit, glaube ich, bin ich dann noch emotionaler als jemanden, der das nicht durchlaufen hat, wenn du halt mal eine ganze Nacht irgendwo im Schützengraben gelegen hast.
- 1:25:05Und du wusstest zwar, es ist relativ safe, es war manöver, also dir wird keiner den Kopf wegballern.
- 1:25:10Aber allein so die Stille dort, die Sinnlosigkeit, das Warten und wenn dann noch dieses große Thema Angst dazukommt, glaube ich, ist das etwas, was man garantiert im Leben nie, nie, nie haben möchte.
- 1:25:26So wie ich am Anfang gesagt habe, "Wasted Time", hat das nie jemand von seiner Zivildienstzeit gesagt, sondern viele reden da immer von mit Erfurcht oder mit ganz viel Learning und so weiter.
- 1:25:38War es bei mir bei der Bundeswehrzeit auch, aber ich glaube nicht so pricksam wie bei der Ziviszeit.
- 1:25:44Aber ich möchte es nicht missen.
- 1:25:46Und für mich war es dann im Prinzip so in den nächsten Step, wenn ich dann nochmal richtig karriere, hungrig war.
- 1:25:52Nach den 18 Monaten im Prinzip.
- 1:25:54Genau.
- 1:25:55Gibt es einen perfekten Moment für Wein für dich?
- 1:26:00Und deswegen hole ich jetzt mal gleich den nächsten Wein, dass du mal kurz über den Gedanken nachdenken.
- 1:26:06Ich bin gespannt, dass du aus suchst.
- 1:26:08Ich kann das ja schon trotzdem beantworten.
- 1:26:12Weil es ist, glaube ich, eine relativ schnell Antwort.
- 1:26:14Also auf der einen Seite, wie ich es vorhin skizziert habe, entweder mit Freunden.
- 1:26:18Finde ich sehr schön, weil Wein dann einfach entspannt, kommunikativ ist, man sich austauschen kann, man sich auch so ein bisschen hochschaukeln kann.
- 1:26:25Also ich finde es ganz großartig, manchmal auch dieses, das klingt immer so ein bisschen doof, aber dieses Längmessen, dass man mit Freunden zusammensitzt und jeder bringt irgendwie so seine Trophäe mit.
- 1:26:41Und man versucht sich selber gegenseitig immer noch so ein bisschen zu challenging.
- 1:26:45Der Wein ist besser als der andere, man tauscht sich darüber aus, man trinkt wirklich tolle Sachen.
- 1:26:50Und man genießt es einfach auch, diese verschiedenen Weinwelten miteinander zu entdecken und sich darüber auszutauschen.
- 1:26:57Aber der für mich absolut perfekte Weinmoment ist für mich eigentlich immer ich mit mir selber und alleine.
- 1:27:04Wenn ich mich mit dem Wein mehr oder weniger austauschen, interagieren, fast kommunizieren kann, mich darin fallen lassen kann, den Wein genießen kann.
- 1:27:17Und möglichst langsam auf den Wein einlassen kann.
- 1:27:21In deinen Wievel-Podcast war es bis hier in 40, hast du gesagt, wollen mal?
- 1:27:27Wenn es ausgestrahlt wird, wahrscheinlich 40.
- 1:27:2940.
- 1:27:30Nee, ist wahrscheinlich schon auch 45 oder so.
- 1:27:32Wir planen das ja zum Jahresende als kleines Finale.
- 1:27:35Was denkst du sind, also was ist die Meinung der meisten Leute?
- 1:27:42Also trinken sie eher Wein in Gesellschaft?
- 1:27:44Alle?
- 1:27:45Die meisten, weil ich würde sagen, es hat eigentlich keiner gesagt, dass er Wein am liebsten alleine trinkt.
- 1:27:53Es klingt halt aber auch cool, wenn du sagst, ich trink es am liebsten mit Freunden.
- 1:27:58Und es hat ja auch was Schönes, aber ich finde, man wird manchmal dem Wein dabei nicht gerecht.
- 1:28:04Weil das Gespräch dann wichtiger ist, die Situation wichtiger ist.
- 1:28:07Und ich mag das auch, aber es kümmer ich nicht das Non Plus Ultra.
- 1:28:13Wenn ich mich komplett auf den Wein einlassen kann, habe ich auch keine Musik.
- 1:28:19Ich habe natürlich was mitgebracht oder ich passte jetzt einfach gerade das aufzuziehen.
- 1:28:23Wir machen jetzt Burgund auf.
- 1:28:34Sei so lieb, schenk den Wein erstmal so aus.
- 1:28:37Ja, schenk dir Zeitgeschehen.
- 1:28:39Wir haben hier eine ganz, ganz bunte Glasrausweil, unter anderem von Salto, von Josephine Hütte und den Ziergläsern.
- 1:28:48Wir haben ein Dekant damit dabei.
- 1:28:50Den Eddy, der die eigentlich große Aufgabe hat, den Wein maximal mit Luft zu untermalen und ihn möglichst schnell zu öffnen.
- 1:29:00Und genau das möchte Billy jetzt erreichen.
- 1:29:02Ich habe hier noch ein Glas, wenn du das irgendwie ...
- 1:29:06Und ich denke, da kann man erwarten, dass es jetzt gleich ein Riesenplét de Lier entweder für es Belüften und nicht für es Belüften gibt.
- 1:29:16Oder wahrscheinlich ein Plét de Lier für Hebsorten, Kultur oder Nichtkultur.
- 1:29:22Es gibt ja eigentlich auch kaum so eine so unglaublich spannende und interessante Rebsorte wie Aligothé.
- 1:29:30Die komplett unterschätzt, verkannt ist und das aber auch zurecht.
- 1:29:38Also was habe ich gerade gemacht, um die Erklärung mal kurz zu finden.
- 1:29:42Wir sind ja hier in diesem Hotelzimmer direkt am Brandenburger Tor zwischen dem Brandenburger Tor und der russischen Botschaft.
- 1:29:50Auf exponierte Etage, auf explodierte Etage, auf das altwürdige Tor.
- 1:29:55Genau, genau, genau.
- 1:29:56In einem nicht zu kleinen Zimmer wiegt.
- 1:29:57Es ist nicht die Präsidentenswied, aber es ist kurz darunter, würde ich sagen.
- 1:30:04Dementsprechend habe ich jetzt gerade einfach den Wein aufgezogen.
- 1:30:08Das ist aus dem Jahrgang 2018, ist ein Aligothé von der Domain d'Andillon.
- 1:30:14Und habe ihn in das Salto Universalglas eingeschüttet und habe dann den Wein dekantiert in dieser Karaffe.
- 1:30:23Eddie, hast du gerade gesagt?
- 1:30:25Eddie, weil es heißt "verwirbeln".
- 1:30:27Verwirbeln?
- 1:30:28Es hat nicht so eine Umarsch an irgendeinem Eddie, sondern in der Tat eine Adaption aus dem Englischen.
- 1:30:33Genau.
- 1:30:34Und habe dann den Wein einfach zwei, drei Mal geschüttelt und habe ihn dann in das Josefine-Hütte Allrounder oder Universalglas eingeschüttet, um einfach mal zu gucken, wie der Wein pur aus der Flasche und mit ein bisschen Luft schmeckt.
- 1:30:51Ich bin immer so gerne so ein Konzept-Tränker.
- 1:30:53Also auch wenn Leute fragen, was sollen sie denn jetzt nach dem und dem Wein trinken?
- 1:31:00Ja.
- 1:31:01So, dann sage ich Ihnen immer, man kann natürlich diesen Weg gehen, immer was anderes zu machen.
- 1:31:10Man fängt mit einem leichten Riesling an, macht einen kräftigen Chardonnay, keine Ahnung, was, dass man auch wirklich einen unterschiedlichen Geschmack hat und so weiter.
- 1:31:18Man kann aber auch einfach in dem Thema einfach bleiben.
- 1:31:22Also den Riesling jung, alt, kräftig, leicht beispielsweise so zu machen oder einfach eine andere Rebsorte aus der Region im Prinzip hinzustellen.
- 1:31:32Und ich finde, das ist immer gerade für den Trinker, die Trinkerin, die vielleicht nicht ganz so geübt auch sind, weil sie vielleicht nicht so viele Geschmäcker im Kopf haben, weil sie auch so ein bestimmtes Idee im Mund oder eine bestimmte Idee im Kopf haben, wie sie jetzt gerade Wein trinken wollen.
- 1:31:47Ich möchte was Rotes, Weiches, Rundes haben, ich möchte was Leichtes, Rotes haben oder so, dass man dann den Leuten auf einer bestimmten Ebene zeigt, wie anders was sein kann, obwohl es die gleiche Rebsorte, Dorzip, ist oder die gleiche Region ist, dass gleiche Terroir ist.
- 1:32:03Und wenn es zweimal begund, aber natürlich völlig anders.
- 1:32:07Wie ist es bei dir im Kopf oder im Gefühl? Also wenn du es dir empfiehlst und versuchst du das leerbuchmäßig im Kopf abzuarbeiten oder fühlst du das in dem Augenblick?
- 1:32:20Das ist erstmal, also bei mir ist es ja mehr so eine Frage, was wollen wir eigentlich erreichen mit dem Kunden oder der Kundin, die vor mir sitzt?
- 1:32:27Wir versuchen ja, wenn wir an den Gast gehen, immer zu gucken, was will eigentlich die Person haben. Also hat die Box sich mit 3, 4, 5, 6 Geschmäckern auseinanderzusetzen vielleicht, auch wenn sie es einfach nur trinkt oder zum Essen dazu kombiniert oder einfach, als ihn sich reinschüttet, so blöd.
- 1:32:45Will die das oder hat die eigentlich Lust, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen und da auch so ein bisschen eine Reise vielleicht, weil die Flasche atmet oder weil der Wein, weil man die über 2, 3, 4 Stunden trinkt, wie auch immer, wie langsam man dann so ein Getränk trinkt.
- 1:33:03Ob man sich dann damit auseinanderzusetzen und da versuche ich eigentlich zu gucken, soll das ein Wein sein, den man vielleicht gar nicht kennt oder will ich eigentlich was trinken, wo ich so eine gewisse Nähe habe?
- 1:33:15Also ich komme aus der Pfalz und will aber so eine Pfalz trinken oder so und habe irgendwie schon ganz viele Pfälzerweine getrunken und weiß, was das ist und dann gucken wir, okay, ist es was, was du kennst oder wo du abgeholt wirst oder möchtest vielleicht was ganz Neues trinken aus der Region?
- 1:33:31Dann habe ich überhaupt was aus dieser Region, was ganz Neues oder so, wo du sagst, ach, das kannte ich noch gar nicht toll und das versuche ich eigentlich mit dem Gast irgendwie so ein bisschen abzuklopfen.
- 1:33:40Aber hast du die Möglichkeit, dich in den Gast hinein zu versetzen und mit ihm zu schmecken, also seinen Geschmack zu adaptieren oder lass mich so erklären, also bei mir ist es so, dass wenn ich mit einem Gast eine Weinreise durchlebe, schmecke ich, was er schmeckt, imaginär.
- 1:33:54Also er sagt, ich möchte das und möchte es so empfinden und ich versuche am Anfang, wenn wir uns kennenlernen, mehr oder weniger so seine Geschmacksebene aufzugreifen und versuche, dass du über zwei, drei Weine, wenn man sich so langsam kennenlernt, zu eroieren, wie sensibel er ist oder wie geschmackspräsent er ist, wie erfahren er ist und dann beginne ich mit ihm die Reise und während ich das Ausschenke empfehle, er dem Wein probiert, schmecke ich es im Prinzip, indem ich dem Wein schmecke, mit ihm schmecke, ist es zu schräg oder kannst du nachvollziehen.
- 1:34:23Also ich bin im Prinzip gedanklich in dem Gast.
- 1:34:26Ich bin überhaupt nicht im Gast.
- 1:34:27Ich total.
- 1:34:28Ich bin total in dem Gast und er sagt, okay, ich hätte es jetzt ein bisschen frischer, schmecke ich genau die Frische und fühle mit dem Gast genau den neuen Wein.
- 1:34:35Also ich fühle den Wein dem Augenblick, als würde ich ihn trinken und als würde ich ihn als der Gast trinken.
- 1:34:40Hm, nee, das mache ich überhaupt nicht.
- 1:34:42Und somit, deswegen ist es für mich zum Beispiel dann, aus dieser Situation resultieren auch wesentlich einfacher, wenn ein Gast reinkommt und sagt, ich hatte damals keine Ahnung, vor sechs Monaten genau den Wein, kann ich mich daran erinnern, welch den Wein dem Augenblick mit ihm immer näher auch hatte.
- 1:34:56Hm.
- 1:34:57Was natürlich spannend ist, wenn du 30 Leute am Abend hast, die unterschiedlich berät, nicht immer wieder an die neue Person reinzudenken und zu fühlen.
- 1:35:04Ja, also das, also.
- 1:35:06Doch, aber ich bin, also ich bin total, ich bin der Gast.
- 1:35:09Ich bin nicht der Kellner oder der, der Sommee, sondern ich bin der Gast in dem Augenblick und ich versuche ihm nur mit dem Wissen als Sommee, um die Bibliothek, die es dort an verfügbaren Wein gibt, daraus auszuwählen, als wäre ich der Gast.
- 1:35:23Hm.
- 1:35:25Ich denke irgendwie, der Gast ist eh, also, das, was wir den Gast liefern, an Erlebnis, an, was er so wahrnimmt.
- 1:35:38Kann meiner Meinung nach jeder Gast im Restaurant zur gleichen Zeit total nachvollziehen.
- 1:35:45Also, was ich meine, ich meine, dass sich der Gast sitzt da und probiert etwas, was ich genauso erlebt habe, wie er es jetzt auch erlebt.
- 1:36:00Hm.
- 1:36:01Unabhängig seines Wissens.
- 1:36:03Weil ich davon ausgehe, dass das, was ich wahrnehme und die Kombination, die ich finde, oder den Geschmack, den ich ihm jetzt als Flasche vielleicht hinstelle oder als Glas, wenn er das jetzt ohne Essen probiert, weil er einfach nur ein Glas, was auch immer probieren möchte, genauso wahrnimmt wie ich.
- 1:36:22Weil ich denke, wir sind da alle eigentlich gleich klar, weiß ich natürlich, dass du deinen persönlichen Geschmack hast oder auch einen gastenpersönlichen Geschmack hat oder, oder, oder.
- 1:36:30Aber ich denke, er nimmt das eigentlich genauso wahr, wie ich mir das eigentlich auch ausgedacht habe.
- 1:36:37Das heißt, ich bin gar nicht so, wie du jetzt das sagst, ganz interessant eigentlich, so sehr im Gast drin, sondern ich klär halt mit ihm ab, was er eigentlich erleben will.
- 1:36:46Du bist wahrscheinlich mehr der Künstler, der präsentiert und der aus seinem Schaffen sozusagen herauspräsentiert und damit etwas darstellt.
- 1:36:55Ja.
- 1:36:56Ich bin derjenige, der denjenigen an die Hand nimmt und durch die Galerie führt.
- 1:37:01Ja.
- 1:37:02Und versucht das zu vermitteln, was dort, also ich will gar nicht der Künstler sein.
- 1:37:06Ne, genau. Und ich bin da, war ganz anderer Ansatz, was ich da dem, dem, dem Menschen, der vor mir sitzt im Prinzip anbiete.
- 1:37:17Ne, also ich, genau, ich finde es ganz interessant, wie du das sagst, wie unterschiedlich die Stilistik sein kann. Würdest du sagen, die meisten, also das sind jetzt zwei Varianten, die wir, die wir haben, wie man im Prinzip eine Empfehlung oder einen Gast im Prinzip versucht zu führen, weiß ich gar nicht, oder ob man, ne, also meinst du, was machen die meisten oder gibt es da vielleicht auch noch ganz andere Ideen?
- 1:37:45Ne, die meisten Ticketverkäufer, die verkaufen das Ticket am Eingang und sagen, das ist die Galerie.
- 1:37:50Und das ist noch nicht mal irgendwie dispektierlich gemeint, aber ich glaube, diesen Mehraufwand, sowohl von der einen Seite als auch von der anderen Seite, der ja auch mal mit einer gewissen Emotionalität, mit auch Kräfteaufwand als emotionaler Kraft verbunden ist, gehen die meisten gar nicht.
- 1:38:07Hm, was denkst du, wieso ist das so?
- 1:38:11Woher kommt das, dass sie nur Ticketverkäufer sind?
- 1:38:14Wahrscheinlich, weil sie entweder dieses Gastgeber sein gar nicht so sehr führen möchten oder sich nicht in den Gast reinführen möchten oder nicht.
- 1:38:26Autistisch genug sind.
- 1:38:28Genau.
- 1:38:30Schön, dass sie klappen.
- 1:38:32Total, total.
- 1:38:34Ich finde, bei den beiden Weinmitteluften und Unluftenden Nase kommt es gar nicht so zum Trager, aber geschmacklich finde ich.
- 1:38:39Voll.
- 1:38:40Also, es ist im Geschmack noch präsenter.
- 1:38:44Der mit Luft wirkt feiligtriger, wirkt verspierter, wirkt saftiger.
- 1:38:49Ja, saftiger.
- 1:38:51Selbst im Nachgang hat er eine ganz andere Präsenz, wirkt animierender, wirkt schwenzlender.
- 1:39:00Also, im Restaurant wäre es ein Getränk, was ich auf jeden Fall dekantieren würde.
- 1:39:05Wir haben den Wein, das ist jetzt 2018.
- 1:39:09Ich habe den damals direkt auf Weingut gekauft, weil ich die besucht hatte und habe da 12 Flaschen mitnehmen können.
- 1:39:15Und die erste Flasche, die wir aufgezogen haben, die habe ich gesagt, oh Gott, ist der Wein jung und verschlossen und völlig untrinkbar.
- 1:39:24Und dann haben wir ihn erstmal auf die Seite gelegt und haben ihn eigentlich erst vor so einem Jahr, anderthalb vielleicht angefangen auszuschenken.
- 1:39:31Also, der mir jetzt 2024 Ende, das heißt so vielleicht Anfang 23, ne?
- 1:39:37Und ich finde, mit dekantieren ist es super, auch aus der Flasche ist es super.
- 1:39:43Aber als ich das erste Mal besucht habe und diesen Wein damit genommen habe und gekauft habe, war das eigentlich untrinkbar, weil es war so bitter und unschamant.
- 1:39:54Es hatte Meischekontakt, Aromen und es war sehr unrund und alles drum und dran.
- 1:40:01Und jetzt ist es so, dass der Wein einfach eine gewisse Offenheit selbst und dekantiert, aber gerade dekantiert.
- 1:40:08Der gelüftete, der Luft, die Nase, diese Floralen, diese ganz, ganz zart, frischen Begamotte habe ich ganz, ganz viel.
- 1:40:16Ich finde aber auch gerade die noch zuhe Variante, die aber auch sehr, sehr schön ist, weil sie nicht ganz so viel offenbart vom Wein, weil sie ein bisschen zurückhaltender ist,
- 1:40:27weil sie nicht so, die ist ein bisschen leiser vielleicht, leiser vielleicht oder ein bisschen zurückhaltender und dadurch auch so ein bisschen sich spannend zeigt.
- 1:40:41Also auch ein Wein, den ich nicht den jetzt im Restaurant servieren würde, würde ich ihn zwar dekantieren.
- 1:40:50Gleichzeitig, wenn ich aber das Gefühl haben würde, die Leute trinken vielleicht nur eine Flasche und die haben jetzt wirklich viel Zeit, weil sie vielleicht nicht wie bei uns jetzt 2 Stunden, 5 Minuten, wenn sie am Anfang kommen oder so,
- 1:41:07oder sie müssen schnell wieder weg oder sie haben einen anderen Drive und so.
- 1:41:11Da kann es sein, dass das nicht dekantieren, total Fehler im Platz wäre, weil es einfach viel zu viel nicht zeigen würde.
- 1:41:19Aber wenn die Leute ewig da rum sitzen und sie Zeit und sie trinken den Wein über 3 Stunden oder 4 Stunden, dann kann das natürlich auch total richtig sein bei 2 Leuten,
- 1:41:29wenn die sich das nicht so wegschütten in gewisser Weise, dann kann es auch total richtig sein, den Wein in der Flasche zu lassen und dann so diese Reise im Prinzip mitzunehmen.
- 1:41:39Also ohne jetzt so groß zu belüften.
- 1:41:41Und hast du da 7 Leute vor dir sitzen und es ist schon die 4. Flasche, sagen wir mal so, und du musst den Wein dekantieren und dann dekantierst du ihn natürlich, haust ihn in die Karaffe und drehst ihn und bringst ihn natürlich gleich woanders hin, als wenn du ihn einfach nur aus der Flasche ausschenken würdest.
- 1:41:59Ich wäre auch bei den 2 Personen beim Karafieren und würde versuchen von Anfang an den perfekten Moment zu schaffen.
- 1:42:06Und zum einen würde ich auch glaube, dass dieser Wein genügend Potenzial hat, um darüber hinaus noch zu leben.
- 1:42:11Das ist natürlich eine Frage, genau.
- 1:42:13Weil manchmal so dieser Anfangsmoment, um da reinzukommen und eben auch diese erste schwere Phase, die zu überbrücken, sich da reinzufinden, wenn du nicht ein Profi bist, ist das verschwendete Zeit.
- 1:42:27Das ist so wie manchmal im Buch, wenn du erst mal 20 Seiten lesen musst und dann irgendwie, klar, kommst du anders in die Story rein?
- 1:42:34Aber das ist erstmal mühselig am Anfang, das möchte ich nicht.
- 1:42:37Und das möchte ich auch bei Gästen nicht, die zu mir kommen, um zu entspannen, einen schönen Moment zu haben.
- 1:42:45Und die wollen sich nicht erstmal durchqueren, um irgendwie diese Erfahrung zu haben.
- 1:42:49Vielleicht habt ihr ein anderes Konzept, weil ihr habt ja diesen Volllauf automatisch mit allem, mit der Brotzeit und so weiter.
- 1:42:54Ihr wollt, dass die Leute erst mal ein bisschen locker werden, auftauchen und dann in das Thema, den Abend bei euch reinkommen und so vielleicht auch mit dem Wein.
- 1:43:02Aber es ist mir zu mühselig, das möchte ich meinen Gästen nicht antun.
- 1:43:05Aber selber tauchst du schon in den Wein ein und aber arbeitest dich da so auch ein bisschen durch.
- 1:43:13Und man könnte jetzt auch argumentieren, du nimmst den Gästen dann ja auch so ein bisschen.
- 1:43:20Also du schaffst ihn in den perfekten Moment. Sie sind sofort im Hotel, das Bett ist aufgeschlagen, Wörbules eingelassen.
- 1:43:28Ich hab Panierstitke.
- 1:43:30Der hat Panierstitke.
- 1:43:32Aber vielleicht ist ja auch die Reise dahin vielleicht auch was ganz, ganz Spannendes.
- 1:43:38Und das sind natürlich immer so eine Frage, an die man sich stellen muss, wie viel nimmt man eigentlich vorweg und welche Situation hat man da eigentlich?
- 1:43:46Aber wir haben es jetzt gerade in deiner Schilderung auf allgemeinheit.
- 1:43:49Wir haben es nicht. Ich habe jetzt die Familie, die keine Ahnung, vier Kinder und Stress und seit fünf Jahren zuerst einmal ein Wochenende frei und trallala,
- 1:43:58sondern wir haben ja mehr oder weniger XY-Pässe.
- 1:44:01Und wenn du mich gefragt hättest, ich hätte, hättest du mir das rechte Glas, belüftete Glas hingestellt, so viel mehr Spaß, obwohl ich mich auch gerne arbeit, aber der catch mich, der begeistert mich.
- 1:44:11Und da werde ich noch neugieriger.
- 1:44:13Wo wäre denn dann für dich der perfekte Ort, diesen Wein oder allgemein Wein zu trinken?
- 1:44:19Da bin ich ozonderpeng.
- 1:44:21Und Moment.
- 1:44:23Ich mag kein Alkohol am Tag.
- 1:44:29Es sollte für mich abends sein und ...
- 1:44:34Also Sektfrühstück gibt es bei dir nicht.
- 1:44:36Mag ich nicht.
- 1:44:38Weil Alkohol ... Mich nimmt witzigerweise, also ich kann erstaunlicherweise viel trinken.
- 1:44:43Jetzt keine Ahnung, drei, vier Flaschen sind okay.
- 1:44:46Klingt immer ganz, ganz schrecklich für jemanden, der nicht in diesem Thema drin ist.
- 1:44:52Also, dass man noch kommunikativ wissen, dass man immer noch reden kann und dass man keine Ahnung, dem wie gerade nach Hause findet.
- 1:44:58Also nicht dieses absolute Niederstrecken.
- 1:45:04Aber wenn ich anfange Alkohol zu trinken oder Wein zu trinken, entscheide ich mich für Alkohol.
- 1:45:10Und es fängt bei mir an mit einer Mangeriepraline.
- 1:45:13Wenn ich eine Mangeriepraline esse, dann habe ich dieses ...
- 1:45:17Das macht mir Maras mit meinem Körper, das mag ich nicht.
- 1:45:20Also ich könnte auch um 10 Uhr, wenn ich mich an diesem Tag wegen einer Probe oder was auch immer für Alkohol entscheide, keine Mangeriepraline essen.
- 1:45:26Und somit mag ich Alkohol am Tag nicht, sondern Alkohol ist für mich früher Abendabend.
- 1:45:31Ich mag es auch nicht zum Mittag. Also es ist ja auch diese Kampagne, "Rett dem Mittagswein".
- 1:45:35Das ist nicht mein Game.
- 1:45:36Der Rausch, den du dann spürst?
- 1:45:38Ist für mich nicht reizvoll.
- 1:45:42Mh.
- 1:45:43Mag ich nicht. Mag diese Art der Entspannung zu dieser Tageszeit nicht.
- 1:45:46Aber abends ...
- 1:45:47Mir geht es abends auch nicht um den Rausch.
- 1:45:49Dann ist für mich der Wein, es sind die Aromen, es ist die Faszination, es ist die Welt, mich da reinarbeiten, es genießen.
- 1:45:54Und der Rausch ist dann absolut nebensächlich. Es ist manchmal eher hinderlich.
- 1:45:58Ja, sicher auch so.
- 1:46:00Also wäre auch gut, wenn man gar nicht auf den Rausch verzichten könnte.
- 1:46:03Könnte ich total gerne darauf verzichten.
- 1:46:05Ist natürlich manchmal auch ein schönes Gefühl, also wenn man es auch bewusst, wenn man sagt, ich brauche es in dem Sinn.
- 1:46:10Also für mich ist ein Wein ein absolut einzigartiges Getränk.
- 1:46:13Eben wie von "Formuliert die Unendlichkeit in Aromen, Aromtiefe".
- 1:46:19Aber der Alkohol selber, der Rausch ist manchmal eher störend.
- 1:46:24Weil er mir halt ... Daher mag ich es manchmal auch nicht, wenn ich ausladend essen gehe.
- 1:46:2912, 14 verschiedene Weine trinken.
- 1:46:31Wenn ich durch den Rausch gehemmt werde, auf Geschmacks gehemmt werde, dann finde ich dann so ein bisschen schade.
- 1:46:37Mich interessieren die Weine dann auch, auch die Kollegen manchmal servieren, mich daran einzulassen oder ihm besondere Weine zu trinken.
- 1:46:43Deswegen nehme ich das in Kauf.
- 1:46:45Aber ich genieße es manchmal auch alkoholfreiter.
- 1:46:49Ich bleibe für mich großartig, dass es mittlerweile so viele wie eben auch ihr alkoholfreier Alternativen gibt, die man genießen kann, die dann teilweise wohl überlegt sind.
- 1:46:58Bist du Teamgetränke, Weinbegleitung oder bist du Teamflasche?
- 1:47:03Ich bin Teamflasche. Ich bin eigentlich Teamweinbegleitung aus der Neugierde heraus.
- 1:47:08Aber ich wurde in 95 Prozent der Fälle enttäuscht.
- 1:47:12Alle sagen das.
- 1:47:14Ich finde, gefühlt sagen das alle.
- 1:47:18Also, ja, ich trinke auch nie Weinbegleitung oder Getränkebegleitung oder was auch immer.
- 1:47:25Jetzt wird das linke Glas interessanterweise genauso wie das rechte Eben war.
- 1:47:29Das ist richtig heiß.
- 1:47:32Du hast gerade gesagt, dass du Teamflasche bist.
- 1:47:37Ich bin ja auch einfach Teamflasche, weil ich habe auch immer, wenn es eine gute Weinkarte gibt, dann gibt es da immer irgendwas drauf, was mich interessiert.
- 1:47:45Was ich dann aber halt immer mache ist, dass ich dem Kollegen oder der Kollegin sage, kann gern noch ein, zwei Sachen nebenan stellen, wo sie oder er sagt, das soll man mit dem Gang probieren.
- 1:47:57Das ist ein richtiger Killer oder der Wein ist spannend oder das Getränk gespannt, was auch immer das ist.
- 1:48:01Kann auch Saft sein oder Bier oder Schnaps oder Cocktail oder Köffel, was die Leute halt machen.
- 1:48:06Wo sie sagt, okay, das soll ich mal probieren, weil das irgendwie interessant ist, weil man dadurch auch was lernt in gewisser Weise.
- 1:48:11Aber ich habe normalerweise auch so wie du so eine gewisse Idee, wenn man über die Weinkarte guckt, was mich halt irgendwie interessiert.
- 1:48:19Von dem ja, weingütermäßig oder Jahrgangsmäßig oder was habe ich schon lange nicht mehr getrunken.
- 1:48:27Und das weiß ja eigentlich am besten, was mich da einfach von der Interesse des Geschmacks interessiert.
- 1:48:33Hendrik Thomas, glaube ich, kennen eine ganze Menge Menschen in Deutschland, die sich mit Wein auseinandersetzen.
- 1:48:47Ich war nie im Luiz-Jagob. Wie hat Hendrik das gemacht?
- 1:48:56Ich finde, er hat sich nie verändert.
- 1:48:58Er macht damals natürlich mit einer gewissen noch jugendlicheren Art, fast kindlicheren Art, als das heute macht.
- 1:49:07Aber er hat die gleiche Art der Kommunikation, die gleiche Art des zu erklären, die gleiche Art und die gleiche Offenheit.
- 1:49:14Kollegen gegenüber, wie ich es persönlich erlebt habe, niemals arrogant, auch unerfahrenen Kollegen gegenüber.
- 1:49:25Trotzdem so dieses englische Erhaben, so ein bisschen weltmännische.
- 1:49:34Und genauso konnte er es, wie ich es erlebt habe, im Luiz-Jagob, zelebrieren, dass er sowohl dem sehr gut situierten Hamburger, Bordeaux-Tränker beiflichten konnte,
- 1:49:50dass dieser Motor aus dem Jahr genau die Empfehlung des Tages ist.
- 1:49:56Genau, ja.
- 1:49:58Aber natürlich auch der Alligoté, der damals, als er "Jagob" war, noch nicht so hochdotiert war, durchaus freaky und schräg.
- 1:50:08Er war sehr offen, hat damals schon griechische Weine gelebt, war immer neugierig.
- 1:50:14Und war eigentlich so eine Ausnahmelfigur, so ein bisschen wie auf einer anderen Ebene Marco, Franzolin,
- 1:50:23der sehr bodenständig ist, der sehr menschlich ist, der riecht manchmal in den Wein rein und sagt dir, was es ist.
- 1:50:31Einfach nur dich einmal riechen, nicht groß analysieren, das finde ich also schon großartig und so eben auch händrig.
- 1:50:38Also die würde ich beide sehr, sehr, sehr dicht beieinander sehen und es ist dieses menschliche, was beide haben.
- 1:50:44War das die Frage? Weiß ich jetzt gar nicht.
- 1:50:48Okay, da war die Antwort auf die Frage.
- 1:50:50Doch, doch, schon super.
- 1:50:52Wenn du auf einen Gast zukommst, also die Situation ist da, du musst jetzt an den Tisch, die Weinkarte liegt vielleicht schon da oder du hast dir selber erst grad dabei, wie auch immer,
- 1:51:11wie gehst du ran an den Gast, um herauszufinden, was er oder sie eigentlich will.
- 1:51:18Also wie du hast gerade gesagt, Kommunikation ist wichtig, die meisten verkaufen Tickets,
- 1:51:23aber was heißt eigentlich Kommunikation für dich in der Beziehung? Also wie versuchst du zu kommunizieren?
- 1:51:28Kann ich erstmal den Gast reden lassen.
- 1:51:30Und anhand der Kommunikation, seitens des Gastes, versuchst du erruieren, wie er kommunizieren möchte,
- 1:51:38welche Ansprüche, welche Fragen er hat, wie sicher unsicher er ist, was er von mir erwartet.
- 1:51:45Hat mir ja schon im ersten Satz, kann man ja so ein wenig erruieren, was sein Bedürfnis von mir ist oder wie er selber getreated werden möchte.
- 1:51:54Und das versuche ich dann aufzugreifen und versuche es einfach weiter zu spielen und dann durch weiterführende Fragen.
- 1:52:00Und nehme mir gerade so in dieser ersten Phase immer so die Zeit dafür, als würde ich ihn so einen Sessel hinschieben,
- 1:52:09in den er sich reinfallen lassen kann und dann bringe ich die Hauschuhe an die Zeitung und dann erzählt er mir was in seiner Welt los ist.
- 1:52:19Und dann greife ich das auf und interpretiere das.
- 1:52:21Ich finde genau das Fragenstellen ist total wichtig, das das Wichtigste überhaupt, Fragen zu stellen oder Nachfragen zu stellen.
- 1:52:27Gerade wenn man zuhören, einfach genau zuhören, zu gucken, was eigentlich die Person da wirklich erzählt.
- 1:52:33Und dann wirklich zu gucken, was habe ich eigentlich in diesem Repertoire da, was die Person im Prinzip hat, was die Person eigentlich will und so.
- 1:52:45Und ich finde, ich merke, ich hatte mich auch, natürlich ist man auch merksam und so und gucke und hör zu,
- 1:52:50aber es ist mir auch schon mal passiert, dass ich auch mal passiert, dass es mir auch mal nicht richtig zuhörer, weil man vielleicht einfach gestresst ist oder man hat fünf Sachen gleichzeitig auf der Uhr oder es wäre eigentlich irgendwie schön,
- 1:53:04man hätte nochmal zwei Minuten länger Zeit darüber nachzudenken, was man eigentlich hat.
- 1:53:08Und weißt du dann eigentlich schon sofort, was beim zuhören oder bist du jemand, der dann, also ich persönlich gehe immer erstmal weg.
- 1:53:17Ich muss erstmal nachdenken, ich muss vielleicht auch nochmal erstmal zwei, drei andere Sachen machen, weil ich vielleicht eh gerade da hinten rutschen Essen oder so und dann.
- 1:53:26Und wie, also ich gehe hin, dass ich den Leuten sage, Brut, danke, ich überleg mir mal was, bist du auch so oder sagst du sofort, du machst.
- 1:53:38Während des Gesprächs ist wie so ein großes Kabinett vor mir und ich ziehe dann jeweils immer die Schubladen auf.
- 1:53:44Und jeder Informationen zieht eine andere Schublade auf, manchmal ein bisschen mehr, dann gucke ich da rein.
- 1:53:48Und ich bin halt, das mussten meine Mitarbeiter auch immer erst lernen.
- 1:53:54Ich bin zu einem Million Prozent dem Augenblick bei dem Gast.
- 1:53:58Also wenn ich mit dem rede, kann keiner von links oder rechts kommen, da werde ich auch relativ ungehalten und mich ansprechen.
- 1:54:04Das ist dann so diese Situation zu dieser Moment gehört dem Gast zu einem Milliarde Prozent.
- 1:54:10Oder mit wem ich auch immer, es ist aber auch in jeder Lebenssituation, wenn ich mit meinen Kindern bin, gehört zu einem Million Prozent die Zeit, in dem Augenblick bei den Kindern oder meiner Partnerin oder wie auch immer.
- 1:54:19Und dann, wenn ich mit ihm rede, ist das eben, dass ich Informationen habe und dann ziehe ich halt diese einzelnen Schränke auf und gucke, ob das da reinpasst, ob das zu dem Gespräch passt, zu dem Tempo, wie er redet.
- 1:54:30Und am Schluss dieser kurzen Konversation kann man nicht mal 30 Sekunden dauern, manchmal fünf Minuten, ist der fertige Wein.
- 1:54:39Und dann gibt es natürlich aber auch, das ist auch ganz witzig, da muss ich manchmal über mich selber lachen, die Situation, aber es ist da manchmal schon, wenn ich den Gast kenne und dann einfach weiß, was er schon hatte oder wie seine Geschmackshistorie ja aussieht, dann stehe ich im Weinkeller drin und fühle halt so richtig die, kennst du das, beim Matrix war das so, diese imaginären Bildschirme aufpoppen.
- 1:55:05Und so ist das bei mir beim Wein, ich halt vom Weinregal stehe und dann poppt halt aus diesem Wein, poppt dieses Aroma auf und ich fühle dieses Aroma und dann so als würde ich, ne pass, nicht schiebe ich weg, nächste Aroma.
- 1:55:18Und dann fühle ich halt die einzelnen Weinflaschen durch, ob das in dem Augenblick zu dem Gast passen würde und meist passt dann.
- 1:55:26Du hast gerade eben gesagt, dass du Weine mal alleine trinkst, aber gibt es auch nicht immer, aber es sind für mich die erinnere Instrumente mit dem Wein.
- 1:55:34Häufig, häufig, häufig, okay, häufig sind wir ein bisschen weicher die Antwort, ganz so hart, aber gibt es auch ideale Musik für dich zum Wein?
- 1:55:45Immer auf den Wein abgestimmt. Also ich finde, man kann mit Musik dem Wein gravierend zerstören, weil Musik ein ähnlich emotionales Element ist, wie es Wein ist, weil es einen innerlich berührt.
- 1:56:00Man kann ihn unter Malen bereichern und daher gibt es nicht die ideale Musik für Wein, sondern immer die begleitende Musik für Wein.
- 1:56:11Ich finde aber, man kann Musik nicht mit Wein begleiten. Also umgedreht geht es für mich nicht.
- 1:56:16Das wenn ich das Lied höre, da ich sage, dieser Wein würde dieses Musikstück elementar, interessanter gestalten, auskleiden, bereichern.
- 1:56:28Hast du mal Musik gemacht? Also kannst du ein Instrument spielen?
- 1:56:31Ich würde nicht sagen, dass ich spielen kann, aber ich spiele Gitarre.
- 1:56:34Was war eine Gitarre?
- 1:56:36Mittlerweile habe ich vier Gitarren und ich habe mir das 20 Jahre vorgenommen und habe mir, als ich aus Amerika zurückkam, die Gitarre gekauft, ein Berggeschleid war ich damals und wollte immer Gitarre lernen, hatten die Zeit dafür.
- 1:56:51Ich habe damit vor drei Jahren angefangen und dann, im Prinzip 20 Jahre später habe ich dann Gitarre spielen gelernt.
- 1:57:00Was hast du denn nur in Berges Gladbach gemacht? Wer ist denn in Berges Gladbach?
- 1:57:04Stasfeter Leerbach, Dieter Müller war ich da.
- 1:57:06Wie bist du da hingekommen?
- 1:57:10Zuerst war ich ja, also aus Amerika kam ich da zurück.
- 1:57:14Da müssen wir auch noch mal ansetzen, kurz vorher.
- 1:57:16Also nach der Bundeswehr waren wir jetzt?
- 1:57:18Genau, wir waren bei der Bundeswehr, um da mal wieder diesen angebungten Punkt an vorhin zu finden.
- 1:57:26Von dem Aligothé noch ein Schlückchen oder was?
- 1:57:28Da bin ich...
- 1:57:30Wir können noch was anderes Weißes aus Frankreich trinken.
- 1:57:33Da ist noch was auf dem Schrank.
- 1:57:35Entweder das noch mal den Schaumwein oder noch mal den Aligothé.
- 1:57:38Nein, ich würde gerne den Weißwein aus Frankreich trinken und auch mit dabei erst trinken.
- 1:57:43Der ist auch unser schönen, klaren Flasche.
- 1:57:47Ach, den? Sollte ich sagen, ne, dann lass uns mal vielleicht lieber die halbe Flasche.
- 1:57:51Das ist nicht interessant. Wir sind im Bugund, wir bleiben im Bugund.
- 1:57:55Habt ihr halbe Flasche auf der Karte?
- 1:57:59Nur Süßweine.
- 1:58:02Es gibt ja kaum noch Winzer, die wirklich halbe Flasche abfüllen.
- 1:58:05Oder ganz wenige. Es gibt einige, aber...
- 1:58:08Süßweine haben wir auf der Karte, halben Flaschen und wir haben Champagner.
- 1:58:12Weil du keine Eintracht hast? Oh, Champagner?
- 1:58:15Klar, wir flaschen.
- 1:58:18Wir brauchen immer für Silvester was.
- 1:58:21Dann geben wir die Leute immer so eine Flasche Champus mit.
- 1:58:24Manche nehmen eine kleine Flasche Champus mit, dass du das zum Anstoßen hast.
- 1:58:27Zum Raus auf die Straße? - So auf die Straße oder so.
- 1:58:30Wir werfen die Leute immer um 23 Uhr raus.
- 1:58:33Das ist halt woanders reinfeiern sollen, bei uns ist es nicht so Feierlaune.
- 1:58:37Deswegen haben wir Champagner kleine Flaschen.
- 1:58:41Eine, vielleicht maximal zwei oder so.
- 1:58:44Das ist das Maximum.
- 1:58:47Ansonsten kaufe ich alles in 07, 5 oder größer.
- 1:58:50Um 2000 war das ein riesen Thema.
- 1:58:53Wo viele Kollegen auf halbe Flasche gesetzt haben.
- 1:58:56Ich war immer der Glasfreund. Ich schenke die beiden Gläsern aus.
- 1:58:59Total, ich auch. - Was war das? 2000 anders?
- 1:59:02Da habe ich ganz viele Weine in halben Flaschen gesucht.
- 1:59:05Mittlerweile gibt es die kaum.
- 1:59:08Halbe Flaschen haben halt.
- 1:59:11Deswegen bin ich auf dem Wein sehr gespannt.
- 1:59:14Das Riesenproblem, dass sie schlecht altern.
- 1:59:17Da ist ja weniger Schlüssigkeit drin.
- 1:59:20In der Relation zum Sauerstoff, zur Größe der Mikro-Oxidation.
- 1:59:23In der Relation zum Sauerstoff, zur Größe der Mikro-Oxidation.
- 1:59:26Jetzt haben wir ein relativ gutes Jahr.
- 1:59:292015 war großartig.
- 1:59:32Das war ein sehr spannendes Jahr.
- 1:59:35Das war ein sehr spannendes Jahr.
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- 1:59:41Das war ein sehr spannendes Jahr.
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- 2:34:59Das war ein sehr spannendes Jahr.
- 2:35:02Das war ein sehr spannendes Jahr.
- 2:35:05Das war der einzige Faden,
- 2:35:08an dem du dich jemanden abgeschnitten hast.
- 2:35:11In dem Augenblick war es irgendwie ein bisschen doof.
- 2:35:14Dann war das andere Witzige.
- 2:35:17Der zweite Wein, der serviert werden sollte,
- 2:35:21war ein Grange.
- 2:35:24Der war ein Grange.
- 2:35:27Geht ja gleich aufs Heil.
- 2:35:30Ich bin an den Tisch gegangen, der Gast sucht den Außen.
- 2:35:33Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:36Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:39Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:42Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:45Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:48Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:51Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:54Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:35:57Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:36:00Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:36:03Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:36:06Ich habe den Wein gefunden im Keller.
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- 2:38:48Ich habe den Wein gefunden im Keller.
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- 2:40:24Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:40:27Ich habe den Wein gefunden im Keller.
- 2:40:30Keine Ahnung, keine Ahnung.
- 2:40:31Vier Hektar.
- 2:40:32Wow, okay, also das...
- 2:40:33ist eigentlich dafür viel, aber man hat die Vorstellung, alles Riesenweinbitter, aber die
- 2:40:41großen machen mehr oder weniger die Meter und es gibt ganz viel Individualität dort.
- 2:40:45Also ähnlich wie Deutschland eigentlich von der Struktur, also der gesamten Weihgutsstruktur
- 2:40:58und da ist mit 25 Hektar ein bisschen solider Betrieb. Klassisches Geschmacksmuster, Riesling,
- 2:41:07war auch nicht kühl, also es ist nicht temperaturtechnisch, sondern ich meine so stilistisch,
- 2:41:13gar nicht so eine uneingenehmereife. 12,5 Alkohol, 12,9 steht drauf. Stimmt. Schöne Säure, animierende
- 2:41:26Säure, wunderbare Lebendigkeit, sehr eigenständig. Also einer der Weine, die nichts brauchen. Kannst
- 2:41:33ihr doch so trinken? Hinten hinaus so ein bisschen so diesen Senfguckenturm, den kann ich noch nicht
- 2:41:41einordnen. Springwell Riesling 2021, Claire Verlet. Schmeckt trotzdem nicht. Also wenn es aus
- 2:42:03Deutschland kommen würde, wäre es ein extrem fruchtbetonter Wein, finde ich, kraftvoll,
- 2:42:10vielleicht auch ein bisschen fülliger so. So würde ich es jetzt mal einordnen, wenn es aus Deutschland
- 2:42:15kommen würde, für das, was die, also, I have no idea, also was da jetzt so hintersteht. Aber so
- 2:42:23ein Gefühl würde ich jetzt sagen, dass das einfach eher so ein bisschen wirklich älter, also reifer
- 2:42:28einfach schon ist und gleichzeitig ist es gar nicht reif. Aber im Vergleich mit Deutschland ist es reif.
- 2:42:34Ich würde es in Deutschland kein Gebiet, wo ich den hinstecken könnte. Man arbeitet ja dann mehr oder
- 2:42:39weniger mit dem Autosverfahren. Also wo man sagt, dass... Ich bin es aber ein spannenden Partner jetzt mit
- 2:42:47dem zweiten Riesling, den wir im Glas haben. Aber ich finde, wenn man den jetzt irgendwie
- 2:42:52verorten müsste, wäre es für mich maximal, also auch nicht österreich, nicht kanntein,
- 2:42:58nicht kremstein, nicht wachhau, nicht irgendwie Weinviertel, wäre für mich maximal Elsass.
- 2:43:03Durch die Reife, ne? Allgemein auch durch die Aromstruktur, diese Kombination von Fülle und
- 2:43:10dieser leichten fruchtigen Blütterigkeit zu 17 Bergrottenland.
- 2:43:16Ich würde wirklich sehr gerne mit euch in die Riocha eintauchen. Eines der faszinierendsten
- 2:43:38Weinanbaugebiete unseres Planeten. Lasst uns einen ganz typischen Wein nehmen. Ein Reserver,
- 2:43:43ein 2017 Reserver aus der Riocha Alter von der Bontegas-Taron. Ein Wein, der mehr ist. Der
- 2:43:49eine Geschichte, ein Gedicht, eine Liebeserklärung an die Riocha, eine der ältesten Weinregionen
- 2:43:55Europas darstellt. Bereits im 9. Jahrhundert, wo die ihr Weinbau betrieben, 1102, erkannte
- 2:44:02Königsandscho von Navarra die Qualität der Riocha war eine offizielle An- und legte damit den
- 2:44:07Grundstein für eine Weinkultur, die bis heute Bestand hat. Die Reblosplage, im 90. Jahrhundert
- 2:44:12brachte französische Winsende Region die neue Techniken, wie den Barikausbau mitbrachten,
- 2:44:17eine Revolution für die Riocha. 1926 wurde der Concejo Regulador gegründet, um die Qualität
- 2:44:24und Herkunft der Weine zu schützen. 1991 erhielt die Riocha als erstes spanisches Weinanbaugubil
- 2:44:31mit ihren 60.000 Hektar. Die pristisch-strechtige DOC-Klassifikation, also die höchste Anerkennung
- 2:44:37für Weine in Spanien und die Bodegas Tarón ist definitiv einer der Leuchttürme der Riocha-Alte.
- 2:44:42Gegründet 1960 liegt sie im nördlichsten Teil der Riocha-Alte, einer Region, die für ihre
- 2:44:48Eleganz und Finesse bekannt ist. Die Kellerei vereint Weinberge von vier Dörfern. Diese
- 2:44:55Gemeinschaft ist das Herz der Bodegas Tarón, eine Sybjose aus Tradition und moderner Innovation.
- 2:45:00Die Weinberge befinden sich auf einer Höhe von 550 bis 600 Meter und profitieren von den
- 2:45:07keighaltigen Böden und einem einzigartigen Mikroklima. Was schätzt ihr, wie alt die Reben sind?
- 2:45:1310 Jahre sind normal, 20 Jahre sind außergewöhnlich. Mit 30 Jahren gelten sie in vielen Regionen
- 2:45:19schon als alte Reben. 50 Jahre sind extrem selten zu finden. 70 Jahre ist bei der Bodegas Tarón
- 2:45:25Standard und viele der Reben sind weit über 100 Jahre alt. Das sind viele Jahrgänge. Und selten
- 2:45:32gab es ein Jahr wie 2017. Ein Jahrgang, der geprägt war von extrem klimatischen Bedingungen.
- 2:45:37Spätfröste im Frühjahr dezimierten die Erträge erheblich. Ein Verlust, der die verbleibenden
- 2:45:43Trauben umso kostbarer machte. Der Sommer war warm und trocken. Doch die kühlen Nächte der Riocha-Alte
- 2:45:49bewahrten die frisch und die Säuren-Temperniotrauben, die wir zu 100 Prozent in diesem Wein finden. Dank
- 2:45:56der akribischen Arbeit der Winzer wurde der optimale Erdezeitpunkt perfekt gewählt. Die Trauben
- 2:46:00waren absolut gesund, konzentrierten reich an der Ruhm und bereit in etwas Außergewöhnliches
- 2:46:06verwandelt zu werden. 700 Hektar hat die Bodegas Tarón. Aus dem besten, aus dem Paraden langen
- 2:46:11kommt der Reserver. Natürlich wird auch dieser von Hand gelesen. Einfach um sicherzustellen,
- 2:46:15dass nur die besten Früchte in den Keller gelangen. Kurz und wenig tiefe um die Besonderheit des
- 2:46:19Feindes darzustellen. Ein maximaler Ertrag von 4-5.000 Kilo pro Hektar. Ein sorgfältiger Transport.
- 2:46:26In Anhänger mit einer Kapazität von nur maximal 5.000 Kilo, um die Trauben in einem gesunden
- 2:46:33Zustand in den Keller zu transportieren. Eine komplette Entrapung vor der Gärung,
- 2:46:37um unerwünschte Bitterstoffe zu vermeiden. Eine Kalbmanceration von 2-3 Tagen vor einer 7-Tee
- 2:46:43gegen Gärung und einer Gesamthefezeit von 15-18 Tagen. Danach, wie es auch, während des
- 2:46:48gesamten Produktionsvorganges verwendet, das war ein gut schonende Verfahren wie die Schwerkraft,
- 2:46:53um die Integrität, der Trauben und des Mostes zu bewahren. Natürlich haben wir zu 100% Temparinio.
- 2:46:59Doch durch die Verwendung von Parzellen-Vinifikationen kann die Bodegas Tarón die spezifischen Merkwale
- 2:47:05der einzelnen Lagen hervorheben und einzigartige QW schaffen. Der Ausbau der Weine erfolgt in 225
- 2:47:12Liter Eichenfässer aus französischer und amerikanischer Eiche mittleren Toskrades für 18 Monate und 3 Jahre
- 2:47:20Flaschenlager. Und dann haben wir ihn im Glas. Diesen so typischen Vertreter der Riojas sind nicht
- 2:47:26die schwarzen Beerenaromen, die wir ganz klar dem Temparinio zu sprechen. Es ist nicht dieses
- 2:47:31simptisch-näigige, vanillige, rauchige, was durch den Barikausbau zum Tragen kommt. Es ist nicht
- 2:47:37die Fülle, es ist auch nicht die Frische, es ist auch nicht dieses expressive, auch nicht das
- 2:47:41tiefsinnige, nicht das Jugendlich schon präsente, nicht das lagerfähige, was diesen Wein so einzigartig
- 2:47:47macht. Es ist dieses Gesamterlebnis, dass man eigentlich nur spüren kann, wenn man ihn selber
- 2:47:51im Glas hat. Es ist einer der Weine, die sowohl als so List als auch als Speisebegleiter,
- 2:47:57im großen wie im kleinen Glas Freude bereiten, eine gute Performance hinlegen. Es ist einer der
- 2:48:02Weine, die direkt nach dem Öffnen präsent sind und aber durch ihre Entwicklung mit dem Sauerstoff
- 2:48:08in den nächsten fünf bis sechs Stunden nicht nur brillieren, sondern faszinieren. Vielen lieben
- 2:48:13Dank dafür für dieses Erlebnis und für dieses so typische und authentische Beispiel aus der
- 2:48:18Riocha. Der Bodegas Taron und dem deutschen Importeur dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:48:23Du bist ja Wesenpädagogin Fan. Immer noch oder? Immer noch. Ja. Schon immer die wesentlichen.
- 2:48:40Ich mag deine wahnsinnige Treue, die du auch Winzern, Produzenten etc. gegenüber hast und das mit
- 2:48:46einer... Ja, es sind aber schon ein paar mal rausgefallen und so. Echt? Ja, oder man entdeckt
- 2:48:52die dann vielleicht irgendwie so ein bisschen später wieder? Wer? Also wen hast du in der
- 2:48:56Jugend? Also wir haben zum Beispiel was mir jetzt gerade ganz ganz frisch aktuell, weil es erst
- 2:49:02wirklich diese Woche, letzte Woche im Prinzip passiert ist. Ich habe irgendwie den ersten Jahrgang
- 2:49:09von der Eva Fricke verkauft. Das war natürlich dieser unsägliche Jahrgang 2.6, also der wirklich
- 2:49:16damals super kompliziert und schwierig war. Ich habe Eva kennengelernt gehabt, weil ich habe
- 2:49:23mein Weinpraktikum, also ich habe mal beim Weingut gearbeitet oder wie das mal angeguckt
- 2:49:30oder war mal im Weinberg gestanden, habe ich bei Johannes Leitz gemacht und da habe ich Eva
- 2:49:37kennengelernt und der damals bei ihm gearbeitet und hat den Betrieb prinzipgeschmissen und dann
- 2:49:44hat sie damals irgendwann angefangen sich selbstständig zu machen und hat 2006, also 2005
- 2:49:50war der erste Jahrgang und hat dann 2006 den ersten richtig kommerziell produzierten Wein im
- 2:49:56Prinzip gemacht und den haben wir natürlich gekauft und haben sie da auch natürlich irgendwo
- 2:50:02unterstützt oder auch ein bisschen so in den Fokus, in den Zähnen gesetzt und so und dann
- 2:50:07gelieft das eine gewisse Zeit und dann haben wir irgendwie so ein bisschen Kontakt von dann
- 2:50:11da verloren und haben vor zwei Wochen telefoniert und ich war vor zwei Jahren bei ihr auf dem
- 2:50:19Weingut, weil ich mal wieder im Rheingau war und da sind wir dann bei Eva aber vorbeimarschiert und
- 2:50:27haben ein paar Sachen probiert und so sind wir durch die Weinberge gefahren und das war schon
- 2:50:33ganz, also der Geschmackstil ist eher klassisch einzuordnend, also Schäfel zu einem gewissen
- 2:50:41Decree gefiltert und so und ist jetzt nicht zu früh gelesen und alles, sondern es ist schon
- 2:50:47riesling, wie man ihn normalerweise verorten würde und aber mir wahnsinnig gut gefallen.
- 2:50:53Und Eva hat ein paar ganz tolle Sachen gesagt, ist natürlich auch älter geworden bzw.
- 2:51:00wissender Reifer besser in dem, was sie da macht und so und gleichzeitig war der 2006er
- 2:51:07Jahrgang natürlich ein schwieriges Jahr, aber das halt das Beste daraus gemacht, was halt aus dem
- 2:51:12Jahrgang im Prinzip ging so und so finden wir jetzt gerade wieder so ein bisschen zueinander.
- 2:51:19Was musst du jetzt sagen, damit du sagst, sie hatten ein paar tolle Sachen gesagt?
- 2:51:22Ist jetzt zum Beispiel gesagt, dass wenn man ohne Schwefel und ohne Filtration arbeitet,
- 2:51:33dann muss auch vorneweg eine ökologische Bewirtschaftung passieren sein, weil über
- 2:51:39Zusätze, die ich dem Wein zusetze, ich gewisse Sachen auch aus der Weinbereitung, die ich im
- 2:51:44Weingarten oder im Keller einsetze, raushole, also über Filtration, über Schwefel, über
- 2:51:50vielleicht Dinge, die man noch mal mit dazu gibt, um dem ganzen bestimmten Stempel vielleicht noch
- 2:51:57aufzudrücken, dass die Sachen auch wirklich raus sind. Und das fand ich eine ganz, ganz
- 2:52:00clevere Aussage und da gibt es natürlich, also in meiner Welt, in meiner Welt, da ist halt viel
- 2:52:08unfilteriert und viel mit wenig Schwefel und und und und und und und und, der weiß man dann gar nicht
- 2:52:15immer so genau, naja, es ist halt schon manchmal sehr wild alles. Was haben die Leute eigentlich im
- 2:52:21Weingarten gemacht oder nicht gemacht und vielleicht ist da dann auch gut, wenn man eine gewisse
- 2:52:27Behandlung im Keller dem Wein zuführt, um das auch wirklich, also nicht körperlich schädlich
- 2:52:33zu lassen. Und das fand ich einen sehr, sehr schönen Gedanken, den sie gebracht hat und die
- 2:52:38Weine waren einfach sehr gut vinifiziert. Das war einfach ganz klar um präzise und das hat mir
- 2:52:45wirklich gut gefallen so, ne? In einem Maßstab, das ist ein bekannter, gelernter Geschmack,
- 2:52:53davon spreche ich dann irgendwie immer, ne? Und ist es gut durchgelegt oder ist es wettungsfrei?
- 2:52:58Wettungsfrei, okay, schön. Es ist einfach nur ein gelerner Geschmack. Das ist wie Musik,
- 2:53:03Bob Dylan spielt was und auf einmal ist da Strom in der Gitarre drin. Das ist ein anderer Sound
- 2:53:10und das hat nichts mit der Qualität zu tun, ne? Du musst beides gut können mit Strom und ohne
- 2:53:16Strom und das ist mit dem Wein, glaube ich, ganz ganz, ganz auch so, ne? Und kühns, genau,
- 2:53:23sind eigentlich über die Jahre, ja, ich finde, die haben ganz, also so in den Nullerjahren haben die
- 2:53:33ganz, ganz spannende, große Rieslingeweine produziert und jetzt auch, aber gerade damals waren
- 2:53:43die so wahnsinnig kontrovers und mir hat einfach das Kontroverse auch so ein bisschen gefallen.
- 2:53:47Haben witzigerweise niemals die Anerkennung bekommen, Wunsch neu erkannt, wurden auch ausgezeichnet,
- 2:53:53dotiert, aber nicht wirklich diese eigentlich übergeordnete Anerkennung, die ihnen zustößt.
- 2:53:57Finde ich eigentlich witzigskurril, irgendwie auch abschreckend in einer gewissen Form, wo ich sage,
- 2:54:06das müsst ihr doch, also jeder, der sich mit Wein beschäftigt, muss das doch sehen.
- 2:54:09Na, ich weiß noch ganz genau, wie wir haben damals so ein Hauswein gemacht,
- 2:54:13mit dem 226er-Jahrgang im Monkeys und das war halt so ein, sagen wir, in Magnumflaschengefühl,
- 2:54:21das war einfach riesling trocken so im Prinzip und haben ein lustiges Etikett draufgepackt und so
- 2:54:26und das haben wir halt durchgejagt, so für Weißwein, Kaltkühl zum Durchdrinken und so und das
- 2:54:32war natürlich schon ungewöhnlicher Wein, aber das hat geschmeckt und das war gut und damals
- 2:54:38haben sich viele Leute im Prinzip auch von Kühns abgewendet und diese krasse Umstellung,
- 2:54:44die mit 456, mit der Biodynomie, mit Experimentieren, mit mehr Meischestandzeit, mit einer krassen
- 2:54:51Radikalität im Wein, also wenn du 678 probierst heutzutage, dann sind das ganz große ungewöhnliche
- 2:55:00Rieslinge, die mit keinem anderen Weingut, was damals riesling produziert hat, gleichzusetzen ist.
- 2:55:05Also gerade sechs Schraubverschluss, du hast mich gerade noch was wie den Schraubverschluss
- 2:55:09gefragt, darum müssen wir denken, finde ich wahnsinnig, also Schlädorn sechs oder Dossberg
- 2:55:18sechs sind Irreweiner, die auch gerade Schraubverschluss extrem gut vertragen haben über den
- 2:55:26Long Run, das heißt, hätten die das wahrscheinlich mit Kork gefüllt und die hatten ja 2000,
- 2:55:31diesen krassen Jahrgang, wo sie 75, 85 Prozent verloren haben über Kork und dann erstmal
- 2:55:37auf Kronkork gegangen sind. Das hat natürlich mit dem, wie sie das gefüllt haben, mit Schraubverschluss
- 2:55:44und so mit sehr hohen Füllständen, denke ich, den Weinen extrem langes Leben gegeben und die
- 2:55:51Weine haben, also wir haben davon jetzt nichts mehr, aber wir hatten das noch vor vier, fünf
- 2:55:56Jahren, so kurz vor Corona noch und wenn wir das damals getrunken haben, so ein Sechsernikolaus
- 2:56:03oder so ein Sechserdossberg, die hatten so eine Reifenaromatik, so Abrieb und so und das war so
- 2:56:10freaky cool, im positivsten aller Sinne eine ganz besondere Duft und geschmackliche Komponente
- 2:56:20dadurch, die sich extrem lange positiv gehalten hat. Wie kommt man zu so einer Winzerfreundschaft?
- 2:56:26Also ich glaube, du bist über Martin Köstler damals zu denen gekommen oder wie bist du zu
- 2:56:31Künz gekommen? Weil es ist ja schon sehr ähnlich bei euch über Künz, über Martin Köstler.
- 2:56:35Genau, wir haben das damals verkauft und da gab es Nähe und ich fand die Weine gut.
- 2:56:42Interessant, die hat es manchmal anhält über Jahrzehnte.
- 2:56:45Genau, das hält. Glaubst du Winzer? Das ist eine ganz provokante Frage, aber ich finde es manchmal
- 2:56:52schwierig, wenn man wo auch... Glaubst du, sommeln jetzt? Und sommeln gern. Wir arbeiten alle mit Drogen.
- 2:56:59Ich finde es manchmal schwierig, wenn man Fragen stellt, keine Ahnung, ist 100 Prozent Riesling
- 2:57:07oder ist da vielleicht irgendwie 5 Prozent Traminer mit drin und so was und das ist wirklich auch
- 2:57:13direkt fragt bei einer Meisterweinbörse, bei einer Pro-Wein irgendwo auf dem Weingut,
- 2:57:17kriegt man da wirklich immer eine ehrliche Antwort? Weiß er es wirklich? Das kannst du mal rausfinden.
- 2:57:23In einem anderen Podcast mit ein paar Leuten, wissen sie es wirklich oder sagen sie noch was?
- 2:57:30Oder sind da doch noch so ein paar Liter von irgendwas mit reingewandelt, was halt so rumstand,
- 2:57:37um das fast voll zu kriegen in Anführungszeichen oder den Tank voll zu kriegen oder um es einfach nicht
- 2:57:43wegzuschütten, weil es vielleicht auch zu schade ist oder so. Nein, ich weiß nicht. Ich würde da...
- 2:57:55Ich glaube schon, wenn man Nachbord und Intensivfragen, Interesse zeigt, dass man schon eine
- 2:58:03ehrliche Antwort von zumindest die meisten bekommt, von denen die glaubwürdig sind in der gewissen
- 2:58:09Weise, weil sie einfach dafür stehen, was sie machen und manchmal ist es einfach zu leid,
- 2:58:19das immer wieder erklären zu müssen. Deswegen ist diese einfache Antwort das einfache. Aber es
- 2:58:26hilft so jemanden, der lernen möchte, nicht weiter. Weißt du was ich meine? Also wer es halt einfach
- 2:58:32zu sagen, das sind 10 Prozent Ramin der Trimms-Ligitim. Und das wahrscheinlich ja mit den Zommi,
- 2:58:41aber ich glaube, dass ich glaube, Zommi ist manchmal eher... Ich weiß auch nicht alles. Also ich weiß
- 2:58:45nicht alles. Ich kann auch immer nur schätzen natürlich. Aber stimmt es sich dafür, wenn du was
- 2:58:50nicht weißt? Nein, ich sag den Leuten, ich weiß es nicht. Schön. Genau, ich sag den Leuten. Die Leute
- 2:58:54fragen mich immer, welchen Wein sie jetzt von Garnet war oder Labé oder was trinken. Ich sag so.
- 2:58:58I don't know. Ich trink die Weine nicht. Wir kaufen die. Sagst du? Ja, sag ich. Schön. Wir kaufen die,
- 2:59:05die verkaufen sich sehr, sehr gut. Deswegen kommen die Leute zu uns ins Restaurant. Ich bin
- 2:59:10stolz darauf, dass wir diese Weine kriegen, dass uns der Norbert Errit und der Alex Zürich da
- 2:59:14entsprechend ein bisschen was im Prinzip gibt jedes Jahr und deswegen kommen die Leute und ich sage,
- 2:59:20du musst ja eure Erfahrung damit machen. Wir kalkulieren das fair und ich trink die Weine
- 2:59:28zu selten, dass ich das immer sagen könnte. Und ich kann auch mir nicht immer alles merken,
- 2:59:34dass ich einfach dazu sage. Aber den Anspruch hätte ich zum Beispiel. Zum einen, dass ich weiß,
- 2:59:40wie die Weine schmecken, wie die sich präsentieren und wie... Das geht ja gar nicht. Heute Tage geht das einfach gut.
- 2:59:46Die, die ich auf der Karte habe, die möchte ich kennen. Heute Tage geht das nicht mehr. Du kriegst
- 2:59:50ja teilweise nur drei oder sechs. Stimmt, aber zumindest wenn du... Wir haben jetzt gerade die neue
- 2:59:56Ganne-Wahllieferung bekommen, dann haben wir zwölf Flaschen bekommen. Pro Sorte. Das ist ja schon mal
- 3:00:00eine super Geschichte. Die Sachen kosten. Du hast es aber nicht ja vorher schon mal probiert irgendwann.
- 3:00:04Ja, aber die Jahr ging ein und... Da kann sich ja dann aber trotzdem mit einer gewissen
- 3:00:07Nicht-Kreativität in Richtung von "Ich basteln mir was zusammen", sondern ich habe sie mal probiert.
- 3:00:13Kann ich es darauf Münzen, kann zumindest den Gast damit eine Grundinformation geben und
- 3:00:17in die dann wieder Kommunikation geben und das dann austauschen. Der Gast weiß ja grob, wo er sich
- 3:00:23dahin bewegt, wenn er das trinkt. Manchmal auch nicht. Manchmal. Der unwissende Gast würde
- 3:00:30das erstmal nicht bestellen. Der ist aber vielleicht irgendwo gelesen hat. Wenn mir jemand sagt, er hat
- 3:00:36das gelesen, er würde gerne mal was von Ganne-Wahl trinken, was sollte er denn nehmen? Und dann sage
- 3:00:42ich ihm, was ist denn ihr Budget? Und wenn das Budget 200 Euro ist, dann machen wir gleich den teuren
- 3:00:47und wenn es nur 150 ist, dann machen wir etwas günstigeres. Und wenn ich merke, dass die Leute wirklich
- 3:00:54eine große Wissen vielleicht haben und ich habe gerade was gut probiert und wir haben gerade
- 3:00:5815 Grandtepes gelangen, haben wir ja von einer Woche verkauft. Das war sensationell. Meine Güte
- 3:01:07war das gut. Das war echt irregut. Dann würde ich genau diesen Wein auch nochmal aufziehen für
- 3:01:12diese Person, weil ich weiß, dass das gut funktioniert. Gerade so. Aber im Endeffekt, das sind
- 3:01:19alles Weine, die gibt es in so kleineren Stückzahl. Das ist ja heutzutage nicht mehr so, dass man
- 3:01:2524, 36, 48 kriegt, wo du natürlich wissen musst, wie das dann schmeckt, weil du das natürlich auch
- 3:01:32entsprechend häufiger einsetzt. Aber wenn du teilweise 6, 3, 8, 12 flaschen, das ist ja schon viel,
- 3:01:39von so einem Wein kriegst, dann natürlich gebe ich den Leuten einen Rahmen, wo sich das hin bewegt.
- 3:01:47Ist das jetzt Oxy, ist es nicht Oxy oder irgendwas? Das hilft dir dann schon. Aber soll er jetzt, soll er jetzt, soll er jetzt 16 oder 5 zu nehmen?
- 3:02:00Natürlich gebe ich ihm ein bisschen Hilfe, wärmer, kühler. Was mögen Sie, aber welchen dann nun ganz genau
- 3:02:06oder soll er jetzt nun das Reif oder... Also ich finde, dann ist es ein bisschen, das sind wir, also ich kann das nicht alles so...
- 3:02:17Ich bin dann auch ehrlich und finde auch, dass das wichtig ist, dass ich trinke die Weine ja selber nicht, weil sie die Gäste trinken sollen.
- 3:02:27Und das heißt nicht, dass ich sie nicht trinke. Ich probier sie natürlich von Zeit zu Zeit und habe natürlich eine Idee,
- 3:02:33ob das noch gut ist. Schmeckt das völlig out of the box auf einmal. Und das ist ja die große Problematik.
- 3:02:41Ich finde schon, dass sich da über die Jahre die Weine entsprechend sind jedes Jahr schon so ein bisschen auch anders.
- 3:02:51Also da ist mal der eine Weihangang so, dann hast du mal 12,5 Alkohol, wenn man so 14,5 Alkohol,
- 3:02:57du hast einmal längere Zeit im Fass, du hast einmal kürzere Zeit im Fass. Also bei irgendwelchen Weingütern gesprochen,
- 3:03:06nicht auf Garniewalz oder sowas gemunst. Und auf einmal, gerade in dieser Naturweingecke, da wechseln die Stile extrem.
- 3:03:15Natürlich schmeckt der Breuer oder der Grosset. Das hat eine gewisse...
- 3:03:21Kontinuität. Genau. Und das ist natürlich gerade mit so jungen Weingütern, mit denen wir häufig auch arbeiten.
- 3:03:28Es ist manchmal auch echt ganz schön schwierig da, so eine Kontinuität zu haben.
- 3:03:34Nicht in Bezug auf die Qualität. Die Qualität ist schon häufig gegeben, aber viel mehr in der Stilistik,
- 3:03:41wie das dann wirklich schmeckt. Also das ist dann schon anders.
- 3:03:45Da hätte ich für mich aber selber den Anspruch bis ins Letztes, das Ganze irgendwie Beschreibung zu können.
- 3:03:50Und sei es, dass ich mehr oder weniger die Worte des Winzers oder des Importeurs dafür nutze, mir ein Bild über den Wein aufzubauen.
- 3:04:00Meinst du, der Importeur hat das alles getrunken?
- 3:04:02Ich glaube nicht.
- 3:04:03Dann würde ich halt versuchen, dass über irgendeine Weingutsbeschreibung, Weimbeschreibung...
- 3:04:08Kannst du froh sein, wenn du weißt, welche Rebsorten da sich hinter verbirgen,
- 3:04:14hinter den einzelnen Fantasiebeschreibungen, die es da gibt.
- 3:04:20Also jetzt mal, bleiben wir mal beim Beispiel Gannewa.
- 3:04:23Ich bin ein alten Weltokär.
- 3:04:24Ein Beispiel Gannewa. Da kommt jedes Jahr irgendeinen Fantasiewine auf einmal raus.
- 3:04:30Und du sollst jetzt bestellen und dann schickt der Norbert Ehred dir eine Liste und du darfst was bestellen
- 3:04:36und du kriegst auch eine gute Allokation, weil du gut bezahlst, weil du rechtzeitig bezahlst, etc.
- 3:04:41Aber dann gibt es diesen Wein ein Jahr und nächstes Jahr gibt es den Wein schon wieder gar nicht mehr,
- 3:04:45weil er diese Weine nicht gekauft hat oder diese Trauben nicht gekauft hat.
- 3:04:48Und auf einmal ist der Wein wieder weg und dann ändert sich immer irgendetwas.
- 3:04:52Und wir reden jetzt über einen Weingut.
- 3:04:54Und die Weinwelt ist zu groß, dass du immer alles genau wissen kannst.
- 3:05:00Die Weinwelt ist zu groß, aber trotzdem ist deine Weinwelt deiner Karte noch überschaubar.
- 3:05:03Zu wissen, wann man was ausschenkt, ja, das muss schon drin sein, dass wir im Restaurant,
- 3:05:14ich weiß nicht, wie du das gemacht hast, aber das würde mich interessieren.
- 3:05:18Wir achten schon darauf, dass die Weine, die wir ausschenken, dass die auch ein Trinkfenster haben,
- 3:05:25was vertretbar ist, dass das Trinkfenster gut ist und eben nicht gut ist.
- 3:05:30Und dann lieber auch nochmal zumachen und lieber was anderes dem Gast hinstellen,
- 3:05:36als dass der Gast dann da was trinkt, wo das Trinkfenster eine Katastrophe eigentlich ist.
- 3:05:41Der Gast merkt es wahrscheinlich ähnlich, aber ich merke es.
- 3:05:45Wir merken es und wir bereuben uns eigentlich einem Erlebnis, das der Gast eben nicht hat,
- 3:05:52sondern einfach nur so ein Erlebnis.
- 3:05:54Wie hast du das gemacht mit?
- 3:05:56Wie viel Weine hattet ihr in Lehrbach auf der Karte?
- 3:06:002.500.
- 3:06:022.500? Warenbestand?
- 3:06:05Boah, das weiß ich jetzt wirklich nicht mehr.
- 3:06:09Ich weiß es nicht mehr.
- 3:06:11Also da vielleicht, ne, ich weiß es nicht, würde ich jetzt lügen.
- 3:06:15Ich könnte irgendeine Random Zahl sagen, um irgendwas teugling zu lassen, aber ich weiß nicht mehr.
- 3:06:19Ja, das war ein guter Weine Bestand. In der Reaktion zu dem Restaurant, zu den 60-Sitzen war es eigentlich, hat gut funktioniert.
- 3:06:29Und ich war auch glaube ich der letzte Sommelier, der wirklich alle Freiheit hatte, was Einkauf angeht,
- 3:06:36weil ich es, nein, weil es noch eine unglaubliche lebendige Zeit war.
- 3:06:42Weil wir halt mittagsvoll waren, abendsvoll waren, dass fast 5 Tage die Woche,
- 3:06:47also in allen Öffnungstagen und dadurch ein guter Umschlag war.
- 3:06:51Danach wurde es nicht mehr ganz so einfach und Sebastian nach mir hatte teilweise eben doch schon gewisse Vorgaben,
- 3:06:58was den Einkauf angeht, aber ich hatte absolut einen freien Hand beim Einkauf, was ein Geschenk ist.
- 3:07:03Was auch Glück ist, weil ich war 25, ich war jung, ich hatte noch nie mit so einer großen Karte gearbeitet,
- 3:07:08ich habe noch nie so freizügig bestellen können.
- 3:07:11Das ist schon verrückt eigentlich, wenn du mit deinem, ich habe damals, 1200 Mark verdient.
- 3:07:19Und du machst eine Weinbestellung für 15.000, schon irgendwie eine komische Welt.
- 3:07:27Aber wie auch immer, als es war, war interessant und das eben auch einfach zu leben, tolle Sachen zu probieren.
- 3:07:35Ich möchte also keinen der Tage missen.
- 3:07:40Und eben auch diese Karte reinzuwachsen, ich habe sie von der Nähe übernommen.
- 3:07:46Damals hatte sie 1000, 100 Position gehabt, was ja auch schon viel war.
- 3:07:50Also gerade wenn du hinkommst und keine Ahnung, wo eine Flasche liegt.
- 3:07:55Und habe sie dann ausgebaut und wie hast du die Entscheidung getroffen, was du damals auf die Karte nimmst und was nicht.
- 3:08:04Oder wie ist das entstanden?
- 3:08:06Entstanden ist zum einen, dass ich den von mir sehr geschätzten Bestand von René genommen habe und die Jahrgangstiefe geblickt habe.
- 3:08:14Also wir waren eines der ersten Restaurants, die richtig Jahrgangstief gearbeitet haben und das auch im deutschen Bereich.
- 3:08:20Also ich kann nicht sagen, ich habe einen in Dauteln, Birtenberg stand, gerufen und gesagt, kann ich von dir 10 Jahrgänge Lemberger haben und Lemberger ist.
- 3:08:29Was damals, wir reden über 2000.
- 3:08:32Große Gewächs war gerade beim Aufblüten deutscher Wein, war schon präsent, aber hatte nicht diese Größe.
- 3:08:37Haben mit, keine Ahnung, Prüm Kesselstadt oder wie auch immer da 10, 20 Jahrgänge gehabt.
- 3:08:43Und so läppern sich dann eben auch diese 2500 Position.
- 3:08:47Es sind nicht unbedingt viele Weine, wenn du von Fijac 20 Jahrgänge hast, von Mont-Hen, 10 Jahrgänge, von Ducrubucca, Juhn, einer meiner Lieblingsbordos oder Fijac.
- 3:08:57Da ist das schnell beieinander.
- 3:09:01Wenn du mal damals warst, ist relativ einfach, das zusammen zu tragen von Rumié, von DRC, deinen 10, 20 Jahrgänge hast.
- 3:09:09Dann bist du relativ schnell bei einer vierstelligen Zahl und kannst es ausbauen.
- 3:09:13Und dann kannst du eigentlich auch mit einer gewissen, denn es einfacher mit dem Wein zu arbeiten.
- 3:09:19Du musst die Jahrgänge kennen, musst die Winzer kennen, kannst es mit einer gewissen Kreativität zusammen basteln.
- 3:09:23Und dann kannst du sowas auch mit 5 oder 27 Jahren schon kompetent hin basteln.
- 3:09:29Aber ich sehe von Haus aus relativ jung aus.
- 3:09:33Und ich sah damals wahrscheinlich mit 25, bitte.
- 3:09:35Immer noch.
- 3:09:37Der Weintumtein.
- 3:09:41Aber ich sah damals mit 25 wahrscheinlich aus wie 17.
- 3:09:45Und das sind so Restaurants, war schon sportlich teilweise.
- 3:09:47Das war eine sehr interessante Situation.
- 3:09:51Wie fandest du?
- 3:09:53Ich würde sagen, das war dann die erste richtige in allein Verantwortung Stelle, die du hattest?
- 3:09:59Im Prinzip, ja.
- 3:10:01Vorher sind euch viele Sachen auch eigenverantwortlich überwacht und gemacht.
- 3:10:05Aber richtig, wo ich sage, ich bin Chef Sommi.
- 3:10:07Genau.
- 3:10:09Wie war die Resonanz für dich als junger Spund gegenüber den Gästen, die teilweise sehr viel älter waren?
- 3:10:19Wie hast du da die, musstest du dir deinen Spuren verdienen oder waren die automatisch da, weil du eh in einem restlichen Restrohr gearbeitet hast?
- 3:10:28Da hast du natürlich Vorschusslauben.
- 3:10:30Ja.
- 3:10:31Wenn man glaubt, dass derjenige, der den aussucht, jemand aussucht, der irgendwie Grundkenntnis vom Wein hat.
- 3:10:37Aber es war jeden Tag ein unglaublicher Kampf, das zu bestätigen.
- 3:10:43Weil du spielst ja jeden Tag Champions League und du bist jeden Tag dabei, nur zu verlieren.
- 3:10:52Also du bist ziemlich weit oben angekommen und das, was du eigentlich nur kannst, ist verlieren oder bestätigen.
- 3:11:00Du kannst nicht weiter höher kommen.
- 3:11:02Und das bestätigen ist halt so unglaublich anstrengend und schwer.
- 3:11:07Mein großer Freude, glaube ich, dabei war, dass ich damals Natur gegeben schon ganz gut reden konnte und die Kommunikation mochte.
- 3:11:21Ich habe ja mal ganz kurz einen Wochenende im Restaurant Dietermüller gearbeitet.
- 3:11:31Wie hast du mich damals wahrgenommen?
- 3:11:33Ich habe dich damals niemals gefragt.
- 3:11:35Ich habe ja meine Vorstellungen über dich.
- 3:11:37Das habe ich auch in unserer Episode dargelegt.
- 3:11:40Aber wie hast du mich damals wahrgenommen?
- 3:11:45Find ich, da noch ändern kannst.
- 3:11:47Da habe ich mir ein Stückchen von dem aus der ... du hast zwischenzeitlich den Wein gelüftet.
- 3:11:50Genau.
- 3:11:51Ich habe den Grossed nochmal in den ...
- 3:11:54Eddie?
- 3:11:55Eddie.
- 3:11:56Ich muss immer ... bei uns im Haus wohnt auch Eddie.
- 3:12:02Seit gefühlt 50 Jahren.
- 3:12:07Und da muss ich meine Ahnung, Eddie, der ist großartig.
- 3:12:11Guck mal die Farbe, das ist großartig.
- 3:12:13Also wie er eben in den Gläsern noch leuchtet, finde ich ...
- 3:12:16Jetzt in deinem ... ich finde, die Weine sind so brillant in den Gläsern.
- 3:12:20Jetzt in jedem anderen ... ich möchte keinen Gläser schlecht machen, wenn wir es will.
- 3:12:23Wirklich so langweilig und das ist ein solches ...
- 3:12:25Das erfreut mich jedes Mal dermaßen.
- 3:12:27Vom Look in 4, ne?
- 3:12:29Wahnsinn.
- 3:12:30Dann mache ich mir mal kurz hier auch mal diesen dickeren ...
- 3:12:33Toll.
- 3:12:34Den dickeren ...
- 3:12:35Also wie er sich entwickelt, da ...
- 3:12:36Am Anfang habe ich noch gesagt, was den Grossed und die Karaffe bist du Wahnsinnig.
- 3:12:40Und jetzt habe ich den, weil der sich so gut im Glas entwickelt hat,
- 3:12:43dachte ich, nehme mal ein bisschen was vorweg und schütte den nochmal ein bisschen in die Karaffe.
- 3:12:47Immer gucken, was da noch so alles im Prinzip passiert.
- 3:12:50Der hat schon so eine ganz eigenwillige Stilistik, das ist gut.
- 3:12:54Also er ist trotzdem noch ein bisschen lauter, finde ich, als der ...
- 3:12:58Als Breuer.
- 3:13:00Ja, genau. Er hat ein bisschen mehr ...
- 3:13:03Aufdringlichkeit, finde ich.
- 3:13:07Ja, das ist vielleicht parfümierte.
- 3:13:09Parfümiert, genau, so ein bisschen nahe.
- 3:13:11Und gleichzeitig ist es aber trotzdem, finde ich, ein wohliger Geschmack.
- 3:13:15Also es ist ...
- 3:13:16Auch animierend, animierend von der Struktur, animierend von der Gussatorik.
- 3:13:19Frisch.
- 3:13:22Das manchmal finde ich so wie so ein paar Firmen, was so ein Touch too much ist.
- 3:13:27Auch ein bisschen Grip, genau.
- 3:13:29Aber trotzdem diesen sexy Charakter hat.
- 3:13:31Ein bisschen Grip auf der Zunge und so, ne?
- 3:13:33Ist gut.
- 3:13:35Wie habe ich dich wahrgenommen?
- 3:13:37Du warst vor einer Situation.
- 3:13:39Ich fand das natürlich wahnsinnig.
- 3:13:41Also ich habe mir ja am Tag vorher den Zahn ausgeschlagen, in gewisser Weise.
- 3:13:48Also ich bin im Fahrrad gestürzt und hatte einen vorne gleich abgebrochenen Zahn.
- 3:13:55Und dachte dann so, fuck, jetzt komme ich da irgendwie in das Restaurant.
- 3:13:59Und jetzt schaue ich aus wie Rambo.
- 3:14:02Und na ja, ist halt so, muss mal halt durch.
- 3:14:07Und ich fand das wahnsinnig professionell dort extrem genau alles,
- 3:14:13was die da ... jeder wusste, wie er laufen muss und was er machen kann.
- 3:14:17Und ich fand es extrem viel, also es war extreme Hochleistung, wie alle dort performt haben.
- 3:14:27Ob das jetzt nun die, es war irgendeine Frau am Pass gestanden.
- 3:14:31Ob das, ich glaube Steve hatte so seinen ersten zweiten Tag oder die erste Woche oder so.
- 3:14:37Ich habe das wieder was kennengelernt.
- 3:14:38Genau.
- 3:14:39Und ja, und uns ist Steve gerade erst irgendwie zu euch gewechselt oder so.
- 3:14:43Und war so, ich glaube, dein Comedy-Sommerdee?
- 3:14:45Nee.
- 3:14:46Oder Comedy-Sommerdee, oder Comedy-Sommerdee?
- 3:14:48Also, Comedy-Sommerdee.
- 3:14:49Comedy-Sommerdee.
- 3:14:50Comedy-Sommerdee.
- 3:14:51Comedy-Sommerdee.
- 3:14:52Comedy-Sommerdee.
- 3:14:53Comedy-Sommerdee.
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- 3:24:25Ich bin jetzt zu diesen undekantierten Breuer.
- 3:24:28Der war dann mit etwas mehr Temperatur, kann natürlich ein bisschen mehr Mächtigkeit
- 3:24:33und so weiter raus.
- 3:24:34Und der Wein hatte dann noch einmal wesentlich mehr dicke.
- 3:24:39Und jetzt bin ich mal gespannt, was das Dekantieren im Prinzip, auch mit den Breuer im Prinzip,
- 3:24:47getut oder tun wird.
- 3:24:49Ich finde, er wird fast begründischer.
- 3:24:51Er ist schon noch rieslingig.
- 3:24:53Aber er verliert so ein bisschen das dicke, gelbfüchtige...
- 3:24:59Der habe ich auch fast gesagt.
- 3:25:01Der habe ich auch gesagt.
- 3:25:02...begründischer war nicht in Richtung Rebsauber-Begunder, sondern fast, fast wir vom Begunnt erwarten dieses
- 3:25:08tiefsinnige kühle Fligrane.
- 3:25:10Wann trinkst du eigentlich gar keinen Wein?
- 3:25:15Wenn ich konzentriert sein muss und wenn ich dem Wein nicht genüge tragen kann, also
- 3:25:24für mich ist Wein immer ganz viel mit Verantwortung verbunden, sowohl mir gegenüber als eben auch
- 3:25:28dem Getränk gegenüber.
- 3:25:29Und wenn ich das nicht... also ich mag es nicht etwas, was ich mit Essen genießen möchte,
- 3:25:37nicht genießen zu können, dann würde ich lieber darauf verzichten und genauso beim Wein.
- 3:25:41Wenn ich Wein nicht genießen kann, dann würde ich lieber darauf verzichten oder wenn ich genau
- 3:25:46weiß, ich muss den Rest des Tages irgendwie konzentriert sein oder muss...
- 3:25:51weiß nicht, was... also ob ich das danach noch händeln kann sozusagen.
- 3:25:57Also wenn ich die Kontrolle behalten muss und die nicht abgeben möchte, dann trinke ich kein Wein.
- 3:26:03Der Shelley war ja gerade da und mit Shelley haben wir das erste Mal einen Wein in ein Mixer getan.
- 3:26:10Habt ihr gemacht?
- 3:26:11Ja klar, einfach mal ausprobieren.
- 3:26:12Okay.
- 3:26:13Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht mehr genau, was das war, aber wir haben in den
- 3:26:18Mixer getan, weil wir hatten irgendwo ein YouTube-Tutorial gesehen mit Wein im Mixer und naja, es ist halt Stoßdekantieren,
- 3:26:28hoch 191.000 und aber was würdest du mit dem Wein nie tun?
- 3:26:35Würdest du es mit dem Wein tun?
- 3:26:37Es gibt für mich also eigentlich fast nichts, was ich mit dem Wein nicht tun würde, weil ich wahnsinnig neugierig bin.
- 3:26:46Und ich in vielen Dingen auch unfassbar respektlos bin, einfach um es auszuprobieren.
- 3:26:53Auf der einen Seite, was ich eben persönlich machen würde.
- 3:26:56Also ich finde zum Beispiel für mich eines der größten Learnings, ich weiß nicht ob du das jemals gemacht hast,
- 3:27:01um Wein zu verstehen, was ich auch sehr gerne mit vermitteln, ist du kannst ja um Aromen zu verstehen zum Beispiel.
- 3:27:06Kannst du Erdbeere nehmen, kannst du in der Erdbeere riechen und du kannst zum Beispiel einen Zinfandel nehmen, kannst du sagen riechen, hast du Erdbeere drin.
- 3:27:15Aber um Erdbeere in einem Wein zu verstehen, ist es einfach zum Beispiel die Erdbeere zu nehmen, zu zerquetschen Wein zu tun.
- 3:27:23Weil du diese Erdbeere, dieses Surrounding vom Wein vermittelst.
- 3:27:27Und genauso mit Lichie, wenn du so ein Blanc verstehen möchtest, kannst du halt irgendein Guteedel nehmen oder irgendein charakterlosen Wein,
- 3:27:34also geschmacklosen Wein, im Weißburg-Gunder ja ganz billig ist und da halt eine Lichie rein.
- 3:27:39Dann merkst du, wie diese Frucht sich mit einmal verändert, wenn sie eben dieses Bett des Weines bekommt.
- 3:27:44Also daher solche Sachen, wo man erstmal sagt, ach Früchte im Wein, ist total interessant.
- 3:27:49Mixer-Team wäre ich voll bei dir, nicht ständig, sondern einfach um zu probieren, was damit passiert.
- 3:27:55Es gibt für mich nichts, was ich nicht machen würde, es gibt viele Sachen, die ich nicht brauche.
- 3:28:00Aber wenn ich das selber ausprobieren möchte, um den Wein zu verstehen und die Reaktion des Weines oder eben die Entwicklung,
- 3:28:08würde ich sowas auf alle Fälle alles einmal machen.
- 3:28:11Zum Beispiel, wie ich es dir schon bei deiner Folge erzählt habe, wie wir es bei uns in der Bar hatten,
- 3:28:16dass wir Wein 3 verschiedene Temperatur zonen, bei 45 Grad bei 20 Grad bei 5 Grad.
- 3:28:21Eigentlich skurril. Warum nicht? Mache ich gerne, um den Wein zu verstehen.
- 3:28:25Oder den Wein mit verschiedenen Geschmacksbeigaben.
- 3:28:30Also was wir in der Bar präpariert haben, gerade in der Anfangszeit, dass wir halt süßere Salze in verschiedenen Essenzen produziert haben
- 3:28:38und die halt in den Wein reingeschüttet haben.
- 3:28:40Das man einfach schmeckt, wenn ein bisschen süße dazu kommt, schmeckt der Wein so, wenn ein bisschen säure dazu kommt, schmeckt der Wein so,
- 3:28:44wenn nicht mit Salzigkeit, schmeckt der Wein so.
- 3:28:46Was ja erst mal skurril ist, wo jeder sagen würde, hey, wie schalt bist du? Wie respektlos.
- 3:28:50Aber warum nicht? Man hat Learning dabei.
- 3:28:52Das macht das salzige mit dem Wein, das macht das süße mit dem Wein.
- 3:28:55Also hast du wirklich Salz in den Wein reingeschüttet?
- 3:28:58Genau.
- 3:28:59Sehr gut. Ja, weil die Leute, ich reg mich mal auf, wenn die Leute zu mir kommen und sagen, sie hätten gerne salzige Wein.
- 3:29:05Ich finde salzige Wein. Also salziger Wein finde ich.
- 3:29:10Ich habe noch nie einen salzigen Wein getrunken, aber wenn du Salz wirklich reinschüttest, dann ist es eine Salzigkeit da drin,
- 3:29:17die so wirklich auf einmal da ist.
- 3:29:22Das wäre eigentlich wirklich mal eine Sache.
- 3:29:24Wie habt ihr die Essenzen hergestellt?
- 3:29:29Einfach Wasser und das entsprechende Element. Also daher mit gewissen Konzentrationen.
- 3:29:33Oder eben das ist auch eine gewisse Konzentration, dass du halt sagst, du hast auf 100 Milliliter halt 5 Gramm Zucker oder 10 Gramm Zucker oder 15 Gramm Zucker.
- 3:29:39Super.
- 3:29:40Also so was halt einfach, das haben wir alles gemacht, aus dem Learning heraus, aus dem Spaß heraus, aus der Freude heraus.
- 3:29:47Für mich auf der anderen Seite gibt es auch keine Grenzen, wenn zum Beispiel ein Gast irgendwas möchte.
- 3:29:51Diese ewige, was ich niemals erlebt habe, roter deklinierte Rotweinkohlernummer.
- 3:29:57Also ich habe niemals erlebt, dass von mir jemand einen hochwertigen Rotwein mit Kohle haben wollte.
- 3:30:02Aber wenn er es denn haben wollte, bin ich wie vorhin schon gesagt keiner.
- 3:30:07Klar.
- 3:30:08Und Dienstleister.
- 3:30:09Und dann möchte ich, dass der, also mein Auftraggeber in dem Augenblick wirklich ist.
- 3:30:14Genau.
- 3:30:15Also daher gibt es für mich eigentlich nichts, was ich mit Wein nicht machen würde.
- 3:30:19Ich finde auch, wir machen auch alles mit Wein und wenn der Gast es will, dann kriegt er das fertig.
- 3:30:24Genau, gleichzeitig.
- 3:30:25Das ist ja ein Krieg, den ich nie gewinnen werde.
- 3:30:27Wenn ich da sage, hey, nein, Sie bekommen das nicht, die werden nie sagen, hey, du bist mein Hero, weil du hast mir genau den Gramm, den Augenblick nicht verkauft.
- 3:30:34Ja, also man muss sich da dann auf das Geschäft konzentrieren.
- 3:30:40Und ich finde da, wenn man macht das einfach und fertig.
- 3:30:44Hat auch nichts mit Geschäftsitzen, sondern einfach mit Vernunft.
- 3:30:47Also mit dem Sinn Augenblicklicher, dass ich nichts anzetteln muss, wo es keinen...
- 3:30:53Genau, der Gast will das.
- 3:30:54Und wenn nicht, das anbieten kann.
- 3:30:56Also Gast hat erst gestern Campari orange bestellt.
- 3:31:00Okay, so, wir können, haben keine Orangen und wir haben keinen Campari, dann ist die Bestellung erstmal vom Tisch.
- 3:31:06Der Gast wollte gestern, gestern wollte jemanden Cappuccino haben.
- 3:31:10Wir haben keine Espresso-Maschine.
- 3:31:12Dann war es zwar kurz so ein bisschen, wir haben keine Espresso-Maschine und so, aber wir haben es halt nicht.
- 3:31:18Aus dem genauen Grund, dass wir keinen Cappuccino nachts um 23.00 oder 30.00 verkaufen müssen.
- 3:31:23Also gibt es das halt einfach nicht.
- 3:31:25War das der Grund für euch?
- 3:31:27Nicht unbedingt der.
- 3:31:29Nein, aber es war ein Grund, dass auch im Prinzip, weil es halt absurd ist,
- 3:31:33wieso sich jemand nachts um 23.00 oder 30.00 verkaufen.
- 3:31:37Also ich weiß wieso sich jemand Cappuccino morgens reinschüttet oder ein Flatwhite oder sowas völlig okay.
- 3:31:42Ich verstehe, wieso man sich Kaffee nachts reinschüttet um wach zu bleiben.
- 3:31:46Nein, für den Geschmack einfach.
- 3:31:47Wach zu bleiben.
- 3:31:48Wach zu bleiben.
- 3:31:50Ja, wach zu bleiben.
- 3:31:51Ist super, kann ich alles verstehen oder auch für den Geschmack auch gut.
- 3:31:54Aber ich sehe es von der Art.
- 3:31:57Aber das ist ein Grund, dass im Prinzip gewisse Sachen nicht anzubieten.
- 3:32:02Gemeiner Meinung nach.
- 3:32:03Also Apparul spritz zum Beispiel.
- 3:32:05Wir haben kein Apparul und damit können wir keinen Apparul spritz machen.
- 3:32:08Kann es einfach.
- 3:32:09Und so einfach ist es ja auch mit Grauburgunder.
- 3:32:11Wir haben keinen Grauburgunder.
- 3:32:12Dann müssen wir keinen Grauburgunder ausschenken.
- 3:32:15Macht man sich das Leben zwar etwas komplizierter manchmal, aber...
- 3:32:18Was macht hier in allen euren Bereichen?
- 3:32:20Ja, es ist abgegrönt kein Mainstream umgefahren.
- 3:32:23Genau, das ist ja auch so ein bisschen Konzept oder Idee oder...
- 3:32:27Der Moment, die Chance zu verschenken, der Gast könnte was erleben,
- 3:32:38was er noch nicht erlebt hat.
- 3:32:39Darum gibt es ja, dass er was erlebt, was er noch nicht erlebt hat.
- 3:32:42Und da war ich zum Beispiel gänzlich anders.
- 3:32:44Wenn das bei mir wäre, ich würde in dem Augenblick versuchen,
- 3:32:49im Rahmen meiner Möglichkeiten Campari zu besorgen.
- 3:32:52Ja.
- 3:32:53Orangen irgendwie zu besorgen.
- 3:32:55Und das heißt, dass ich irgendwie zwei Etagen Huckel habe
- 3:32:57in meinem Nachbarn.
- 3:32:58Orangen, Borge oder bin ich halt wahrscheinlich aus der Generation noch,
- 3:33:02dass ich sage, für den Gast wird alles möglich gemacht.
- 3:33:05Was ich auch völlig in Ordnung finde.
- 3:33:07Aber ich würde ihm immer dann noch eine Alternative oder als zweites Getränk
- 3:33:10etwas anderes empfehlen, um ihn aus dieser Misere heraus zu helfen,
- 3:33:14dass er vielleicht irgendwas anderes schmecken kann.
- 3:33:16Aber wir hatten bei uns eben aufgrund von Anfragen auch 15 Jahre lang
- 3:33:21Fernand Pranker stehen, weil es irgendein Gast mal wollte und so weiter.
- 3:33:25Und gleichzeitig hatten wir erst vor fünf Monaten,
- 3:33:30sechs Monaten, würde ich sagen, war ein Gast, der sagte,
- 3:33:34ich bin ein bisschen kompliziert mit den Getränken.
- 3:33:37Und dann sage ich so, okay.
- 3:33:39Und dann sagt er so, naja, er trinkt nur Coca Cola.
- 3:33:43Ich so, kein Problem, wir haben eine Premium Cola,
- 3:33:45die können sie ja trinken.
- 3:33:46Nee, er trinkt keine Premium Cola.
- 3:33:48Er trinkt nur Coca Cola.
- 3:33:50Ah, sie trinken nur Coca Cola.
- 3:33:53Wasser?
- 3:33:55Selten, aber auch ab und zu.
- 3:33:58Also sie trinken nur Coca Cola den ganzen Tag.
- 3:34:01Was ist das für ein Mensch?
- 3:34:04Oder so.
- 3:34:06Gut, warten Sie kurz fünf Minuten.
- 3:34:09Ich gehe kurz zum Späti und bin über die Straße zum Späti
- 3:34:13und habe zwei 05er Flaschen Coca Cola geholt aus der Plastikflasche.
- 3:34:18Die hatten keine kleinen natürlich, sondern nur 05er.
- 3:34:21Und dann hat er halt Coca Cola auf Eis,
- 3:34:25hat er sich darauf eingelassen, dass wir das auf Eis servieren dürfen,
- 3:34:28getrunken und das auch.
- 3:34:30Also ich finde, das ist im Sinn meiner Möglichkeiten da was zu tun,
- 3:34:37meiner Meinung nach, wenn jemand so ein Splen hat
- 3:34:40und keine Ahnung, was dazu geführt hat,
- 3:34:43dass er da nur Coca Cola trinkt.
- 3:34:47Aber das ist auch nicht meine Aufgabe,
- 3:34:49in dem Moment da jetzt diesen großen Krieg irgendwie anzufangen
- 3:34:52und den Gast dann dabei nur Essen da sitzen zu lassen,
- 3:34:56sondern ihn irgendwie dann trotzdem noch zufrieden zu stellen
- 3:35:00oder zufrieden zu stellen, hat ihm irgendein Angebot auch zu machen.
- 3:35:03Also mit einem gewissen Größe zu tun,
- 3:35:05dass man von seiner Konsequenz so wenig abschreitet und sagt,
- 3:35:08ich muss also Maiwi auf Maiwi,
- 3:35:10sondern einfach in der Situation abschätzt, was ist vernünftiger?
- 3:35:13Meine 10 Meter zum Späti und da und...
- 3:35:18Die nächste Frage ist, gibt es ein Getränk,
- 3:35:22das an Wein nahe rankommt und um da einleitend zu bringen,
- 3:35:27dachte ich, serviere ich ein Weinhaltiges Getränk.
- 3:35:32Gleichzeitig ist es kein Wein.
- 3:35:35Wir haben jetzt Spelling XV, Trief und Ternen, Lambik Breury,
- 3:35:43Spelling Fun, Headlot, XV, Drüff, Dornfelder, Rhoadsub, Raw, Uncut.
- 3:35:51Das ist eines der Versuchsprojekte, wo Werner,
- 3:36:02das ist der Mann, der hinter Trief und Ternen steht,
- 3:36:08das Thema Lambik versucht, so ein bisschen neu für sich zu definieren,
- 3:36:12bzw. auch zu lernen.
- 3:36:14Was ist Lambik?
- 3:36:15Das heißt, die haben ein Bier mit Dornfelder-Trauben,
- 3:36:20aus Belgien zusammen verarbeitet.
- 3:36:29Es gibt 569 Flaschen, das aus dem Jahrgang 18/19,
- 3:36:35auch den Etikett steht ganz genau, was im Prinzip passiert ist
- 3:36:39und das ist im Prinzip eines dieser Side-Projekte,
- 3:36:45wo sie im Prinzip einfach versuchen, zu verstehen,
- 3:36:48wie Bier und Wein eigentlich so ein bisschen miteinander zusammen funktionieren.
- 3:36:56So.
- 3:36:57Und das Interessante ist, wenn man weiß, dass da Bier drin ist,
- 3:37:00dann nimmt man schon den Bier, so geruch ein bisschen wahr.
- 3:37:04Aber wenn das Leute in der Verkostung wahrnehmen,
- 3:37:09wenn du das an einem Tisch servierst
- 3:37:11und die Leute trinken einfach so verschiedene Geschichten an einem Abend
- 3:37:15und du streust das mal irgendwann mit ein,
- 3:37:18dann sind die wenigsten eigentlich bei Bier,
- 3:37:21weil sie sofort in der Weinrichtung sind
- 3:37:23und sie nehmen die Lambik-Aromatik gar nicht so wahr,
- 3:37:26sondern sie sind unaufmerksam.
- 3:37:28Sie sind ja auch schon ein bisschen angetrunken.
- 3:37:30Sie haben viele Aromen vielleicht auch schon probiert.
- 3:37:33Sie haben gegessen, das ist laut vielleicht auch oder so.
- 3:37:36Musik ist da, es ist eine gute Stimmung am Tisch und so.
- 3:37:39Und dann sind sie ein bisschen unaufmerksam
- 3:37:41und sie denken, sie trinken eigentlich so ein ganz wilden Naturwein,
- 3:37:46der halt super roh und kärmig auf der Zunge steht.
- 3:37:51Und in der Nase nimmt man es ein bisschen wahr auf der Zunge auch,
- 3:38:01aber hat nichts mit sauer Bier, Lambik-Bier irgendwie zu tun,
- 3:38:07sondern es ist eher so eine ganz eigenwillige Aromatik,
- 3:38:12die für mich in die Richtung roh,
- 3:38:17ein bisschen unreif geernteter, frischer Rotwein erinnert.
- 3:38:25Also Dornfelder, ja.
- 3:38:27Hier ist anscheinend auch ein kleines bisschen Pino, Chardonnay.
- 3:38:37Mit drin, ganz genau.
- 3:38:42Und das Interessante ist halt, dass die Trauben auch aus Limburg kommen.
- 3:38:49Das heißt Limburg, also ist so ein bisschen die Ecke,
- 3:38:52wo Limburg in Belgien, wo auch wirklich Trauben wachsen
- 3:38:57und wo auch Weinbau betrieben wird in Belgien
- 3:39:00und wo es mittlerweile auch wirklich Klima-Ermung,
- 3:39:03spannende Geschichten gibt und so.
- 3:39:05Auch Hollands teilweise unglaublich interessant,
- 3:39:07finde ich das so ein bisschen unsere Aufgabe,
- 3:39:09sich auch diesen Dingen zu widmen oder...
- 3:39:12Es ist ja, also das ist ja, also wenn ich mir nichts unsere Aufgabe,
- 3:39:16also meine Aufgabe sehe, ist ja das Neue, den Leuten zu bringen.
- 3:39:21Also was ich gerade schon gesagt habe,
- 3:39:23den Leuten so ein bisschen auch neue Geschmäcker zu präsentieren.
- 3:39:26Die müssen sie nicht immer mögen.
- 3:39:28Ich erwarte eh nicht, dass die Leute irgendwas sofort mögen
- 3:39:31oder lieben, aber es geht vielleicht auch um ihren eigenen Horizont
- 3:39:35so ein bisschen zu öffnen.
- 3:39:37In gewisser Weise, wie du ja auch sagst, okay,
- 3:39:40du schüttest jetzt ein bisschen Zucker, Salz und Säure in den Wein hinein
- 3:39:45und auf einmal verändert sich das Ganze
- 3:39:47oder du legst eine Erdbeere in drei verschiedene Weine hinein
- 3:39:50und auf einmal schmeckt es dann so und so.
- 3:39:53Und das finde ich eigentlich ein ganz, ganz interessanten Ansatz,
- 3:39:55wie man dann im Prinzip da auch für die Leute
- 3:40:01so einen ganz interessanten Mehrwert im Prinzip schafft
- 3:40:04und was sie dann eigentlich auch so ein bisschen mitnehmen und so.
- 3:40:07Aber die Frage war, gibt es ein Getränk, das an Wahlen nahe kommt?
- 3:40:15Ich finde das unglaublich schwierig und habe das noch nie gefunden.
- 3:40:18Also viele finden es im Tee.
- 3:40:20Wir haben den Tee auch ganz intensiv ausgelegt bei uns in der Bar.
- 3:40:23Manche finden es im Kaffee, andere in Säften oder in Kombinationen.
- 3:40:28Es gibt eine Art von Wein, deswegen war ich so nebenher.
- 3:40:33Das hat natürlich keiner gesehen.
- 3:40:35Während du das so wunderbar erklärt hast, im Handy vertieft.
- 3:40:38Und eine liebe Bekannte von uns beiden hatte mir als Geschenk
- 3:40:44nach einem Besuch bei dir mal eine Flasche mitgebracht.
- 3:40:47War bei dir Essen und hat gesagt, ich möchte Silvia ganz gerne was mitbringen
- 3:40:50und du hast ihr genau diesen Wein mitgebracht.
- 3:40:53Mitgegeben, sozusagen den sie dann bei dir kaufen durfte.
- 3:40:57Ein dänischer Kuschwein.
- 3:41:00Und das muss 2017 oder so gewesen sein.
- 3:41:04Den haben wir vor zwei, drei Wochen erst.
- 3:41:08Ach, jetzt erst getrunken.
- 3:41:10Mit Freunden getrunken. Großartig.
- 3:41:14Wirklich groß.
- 3:41:16Also der Po war, ich glaube ein Drittel der Flasche war der Po.
- 3:41:19Okay, gut.
- 3:41:21Aber frisch saftig.
- 3:41:25Ich würde es noch nicht mal mit Kürche gleichsetzen.
- 3:41:28Es hat natürlich ein saftiges Kürscharoma.
- 3:41:30Hätte man mit mir es blind serviert.
- 3:41:33Ich hätte wahrscheinlich hochkreativ versucht,
- 3:41:35irgendeine Rebsorte herauszaubern, die gerade zwei, drei Jahre alt ist
- 3:41:40und die ich dafür zwangsverhaften würde.
- 3:41:43Es war weinig. Es war großartig. Es war ein tolles Erlebnis.
- 3:41:46Und wir müssen vielleicht sagen, was das genau war.
- 3:41:51Das war Frederik Stahl, Ranzio.
- 3:41:53Das heißt, Frederik Stahl sitzt in Lolland, südlich von Kopenhagen,
- 3:41:59in Dänemark und produziert auf 40, 50 Hektar sauerkirschwein.
- 3:42:06Und der Ranzio ist der, der im Glasballon für 24 Monate draußen,
- 3:42:1524 Monate rumsteht.
- 3:42:18Die Glasballons, die Demidugens, die sind nicht komplett gefüllt,
- 3:42:23so 70, 75 Prozent voll.
- 3:42:26Da ist einfach nur so ein Deckel drauf gemacht,
- 3:42:28dass das einfach nichts reinregnet oder so direkt.
- 3:42:31Und das steht da einfach rum.
- 3:42:36Also wie man so früher vielleicht auch Banjuls an der Küste so,
- 3:42:40und so der gleiche Gedanke ist so ein bisschen dahinter.
- 3:42:43Es ist aufgespritet, aber über diese Ranzio-Variante,
- 3:42:47also dass das halt irgendwie so durchoxidiert,
- 3:42:49verliert das halt so jegliche Süße und das kriegt so eine ganz eigene Geschichte.
- 3:42:54Jetzt ist es so, ich habe dir die Flasche, ich habe die Flasche 2, 16, 17 dir geschenkt
- 3:43:02oder verkauft an die bekannten Freundinnen.
- 3:43:05Die begrüßte Dana.
- 3:43:06Wie bitte?
- 3:43:07Die begrüßte Dana.
- 3:43:08Jawoll.
- 3:43:09Wahrscheinlich war das eine Flasche, die war dann zu dem Zeitpunkt
- 3:43:13vielleicht eh schon 5, 6 Jahre alt, aber jetzt ist ja noch mal 6 Jahre älter geworden.
- 3:43:18Also den Ranzio, den verkaufen wir immer, seit Jahren schon.
- 3:43:23Habt ihr noch ein Programm?
- 3:43:24Immer noch.
- 3:43:25Wir servieren am Anfang zum Apparativ so ein Kirschtonik.
- 3:43:30Und das nehmen wir 4 C.L. davon und hauen so ein Ventimentstonik obendrauf.
- 3:43:35Und das ist ein toller Apparativ, falls nicht so hoch um Alkohol ist.
- 3:43:37Und du trinkst halt trotzdem irgendwie was, was Power hat, weil es der Ranzio halt viel
- 3:43:42Bitterness mitbringt und den Alkohol hat, aber auch nicht zu viel Alkohol hat, aber auch
- 3:43:48ein bisschen süßer hat.
- 3:43:49Also das passt irgendwie mit dem Tonik ganz, ganz gut.
- 3:43:51Ist hier vom Kollegen Shelly eine Entdeckung gewesen, die er damals mit ins Unternehmen
- 3:43:59gebracht hat.
- 3:44:00Genau, ja, aber interessant, dass der dann so viel Depot bildet über die Zeit und über
- 3:44:12diese Zeit, dass da so viel Depot drin ist.
- 3:44:17Es war ein tolles Erlebnis da, vielen Dank nochmal dafür.
- 3:44:20Ich nehme auch Danke für deine Weitsicht, also solche Sachen zu entdecken.
- 3:44:23Darf ich ehrlich und direkt mit dir sein?
- 3:44:26Ja bitte.
- 3:44:27Ich grüße sich um die Frage zu beantworten.
- 3:44:29Nein, ich kenne nichts anderes, was wie Wein ist.
- 3:44:31So komplex, so tief sind ich und so vielfältig und so eben auch unendlich.
- 3:44:34Ich habe manchmal Situationen, dass Gäste zu mir kommen und ein Wein nicht mögen.
- 3:44:39Und ich versuche sie da nicht zu überreden, weil es manchmal gewisse Töne gibt, die sie
- 3:44:43einfach nicht mögen.
- 3:44:44Jetzt, ich würde so was trinken, aber ich habe da mit dem getränkt sehr viel Assoziation,
- 3:44:50mit dem, wenn du auf einer Autobahn fährst, fährst auf diese öffentlichen Klos.
- 3:44:54Sehr gut.
- 3:44:55Für mich so ganz, wie Karl und Disinfektionsmittel und so ganz viel.
- 3:45:01Also in diese Richtung bin ich.
- 3:45:03Ja, es ist halt ...
- 3:45:05Sein Teil, ich falsch gerannt bin und mit dieser Kombination vielleicht war irgendein
- 3:45:08Ecker wie Fahrrader Feuergrad auf Klo.
- 3:45:11Ich finde, ja, es ist, also für das Protokoll, ich kann das nicht nachvollziehen.
- 3:45:19Aber es ist natürlich ein ganz ungewöhnlicher Geruch und Geschmack, der ... also ich trink
- 3:45:26viel Lambik, ich trink viel Gösbierre, die schon irgendwo daran erinnern.
- 3:45:32Hättest du dir das noch oder trinkst du dann?
- 3:45:34Also setzt dich hin und riechst dir und nimmst die so wahr oder ist das dann ...
- 3:45:37Also wir haben jetzt gerade mal die Nummer eins von ... von Josefine Hütte als Glas verwendet,
- 3:45:47weil ich finde, das ist ein sehr, sehr gutes Glas, das ist für Champagner, für Bier,
- 3:45:53im Allgemeinen für Wein, also für schaumige Getränke.
- 3:45:59Und dachte so, dass das eigentlich ein ganz gutes Glas dafür ist, was ich auch weiterhin finde.
- 3:46:05Und finde, weil das ich den Lambik-Ton wahrnehme in Verbindung mit einer gewissen Fruchtigkeit
- 3:46:16von einem Rotwein, der aber eher Unreife mit sich bringt und so.
- 3:46:20Ich mag die Positorie, also ich mag den Geschmack dabei, ich mag dieses animierende,
- 3:46:24das ist so richtig, er hat so eine wunderbare aufzufüllende Leere, das finde ich großartig.
- 3:46:29Aber rein von der Aromatik finde ich den ganz schlimm.
- 3:46:34Und das ist ja eigentlich auch ganz interessant, dass du sagst jetzt, dass der nach ...
- 3:46:39das und das riecht und dann kommt auch einem das natürlich so ein bisschen vor.
- 3:46:45Und du, der sensibel ist mit den Gerüchen, wie wir heute schon so ein bisschen gelernt haben.
- 3:46:50Und der wahrscheinlich auch unangenehme Gerüche sehr unangenehm findet,
- 3:46:53wenn jemand eben in der U-Bahn sitzt und einen fahren lässt.
- 3:46:56Oder wer weiß nach, was es bei dem Gerochen hat, als du damit fünfter heim warst.
- 3:47:01Nehm ich das natürlich sehr, sehr ernst.
- 3:47:03Gleichzeitig finde ich natürlich, dass das Getränk trotzdem spannend, interessant, ungewöhnlich.
- 3:47:11Und nicht nur, weil es ungewöhnlich ist, sondern weil auch vielleicht jemand, also in dem Wissen dessen,
- 3:47:19und man trinkt ja nie so richtig 100% unfrei.
- 3:47:23Also das heißt, wir haben jetzt irgendwie Sachen mit dabei und wir haben diese 12 Flaschen damals,
- 3:47:34oder diese 18 Flaschen, 24 Flaschen, 18, 24 Flaschen haben wir damals gekauft.
- 3:47:40Gibt es nicht mehr oder wollt ihr nicht mehr?
- 3:47:42Wir haben damals das bekommen und das haben wir gesagt, das können wir mir vorstellen,
- 3:47:46dass wir das im Prinzip einkaufen.
- 3:47:48Und es gibt ja davon eh nur 500.
- 3:47:50Echt?
- 3:47:5160 Flaschen, ja, super wenig.
- 3:47:53Das ist ein Versuchsprojekt gewesen, um das mal auszuprobieren, was da im Prinzip passiert,
- 3:47:58wenn man das so macht, wie das macht und so weiter.
- 3:48:00Und die führen dann ganz genau Buch darüber und Katalog und gucken dann,
- 3:48:05was dann vielleicht davon auch in Serienreife gehen könnte, dass man das vielleicht häufiger in einer größeren Menge etc. und so weiter macht.
- 3:48:13Und wir haben damals das Bier gekauft, weil wir es irgendwie spannend, interessant, ungewöhnlich fanden.
- 3:48:18Und auch für uns einfach spannend fanden, um einen Moment zu haben, da sitzen dann sehen 7, 8 Leute an einem Tisch
- 3:48:28und du servierst denen etwas, was keiner bis jetzt irgendwie getrunken hat.
- 3:48:33Und das ist ja dann auch wieder so ein Thema, was ich gerade schon erzählt hatte.
- 3:48:38Man serviert den Leuten etwas, was sie so noch nicht getrunken haben.
- 3:48:43Ob es jetzt immer der absolute Ultimo ist, ob es jetzt immer das Beste ist, darum geht es auch gar nicht.
- 3:48:51Darum geht es auch gar nicht, dass die Leute so ein bisschen auch verstehen, sich mit ihrem Geschmack oder mit ihrer Zunge auch so ein bisschen auseinanderzusetzen.
- 3:49:00Und deswegen auch der Weg, wie wir an die Sache ran gehen, wenn wir herausfinden, was wollen die Leute eigentlich trinken, zu gucken, was wollen sie eigentlich?
- 3:49:09Wollen sie etwas erleben, was sie vielleicht noch nicht kennen oder möchten sie eigentlich genau das erleben, was sie im Prinzip kennen?
- 3:49:17Ich finde ja auch ein ganz, ganz interessanter Moment ist, wo ich mich interessieren würde, was du dazu sagst.
- 3:49:23Jemand hat eine ganz großartige Flasche getrunken, die war der Killer.
- 3:49:29Du merkst, die Leute haben diese Flasche super gut gefeiert, aber trinken wir noch eine zweite davon oder trinken wir was anderes?
- 3:49:41Wie ist die Situation? Wie würdest du die einschätzen?
- 3:49:45Und wie fühlst du das Gespräch mit den Leuten? Weil die Enttäuschung ist ja schon vorprogrammiert, ne?
- 3:49:54Könnte sein, ja.
- 3:49:56Genau, gerade weil die Flasche so großartig war.
- 3:50:00Und wie fühlst du das Gespräch mit den Leuten? Oder was ist deine Erfahrung diesbezüglich?
- 3:50:06Darf ich mir die Frage merken und würde ganz kurz um das Thema vielleicht mit dem Getränk gerade abzuhaken?
- 3:50:12Bei mir ist es zum Beispiel, ich weiß nicht, wie es bei dir ist, es würde mich eben auch interessieren, wenn ich dieses Getränk zum Beispiel nicht mag.
- 3:50:20Und da gewisse Verbindung mitzuhaben oder eine gewisse Aversion, findest du aber trotzdem interessant?
- 3:50:24Allein aufgrund der Kostaturik oder wenn ich glaube, dass manch einer es vielleicht mögen könnte, könntest du es trotzdem ausschenken?
- 3:50:30Also ich könnte dieses Getränk mit einer trotz, obgleich ich die Aromatik nicht mag, großartigen Begeisterungen meinen Gästen näher bringen und sagen,
- 3:50:41wow, es muss passen in dem Moment für die Leute.
- 3:50:44Aber ich könnte, obwohl es mich vielleicht an irgendwelche Lasthof oder was auch immer erinnert und das kann man auch schön formulieren,
- 3:50:51mit einer Begeisterung ausschenken und kombinieren.
- 3:50:54Aber geht dir genauso.
- 3:50:55Ja, voll.
- 3:50:56Voll wunderbar.
- 3:50:57Voll, voll, voll, voll.
- 3:50:58Kann ich total...
- 3:50:59Wenn die Exotik des Getränkes überzeugt und eben auch die trotzdem Vertretbarkeiten, auch die Ernsthaftigkeit, dann...
- 3:51:04Super.
- 3:51:05Das ist natürlich... also weißt du, die wagen sich davor raus, die machen da was, die probieren was aus, die schauen sich an.
- 3:51:14Was bringt das, dass wir jetzt Dornfelder aus Belgien vermehlen mit Lambikbier aus Bersel, das ist südlich von Brüssel,
- 3:51:25da wo die Brauerei sitzt und wir verbringen das zusammen und das ist einfach auch mutig.
- 3:51:30Das finde ich allein, das muss man schon gotieren und natürlich muss man das jetzt nicht unbedingt trinken, trinken, trinken,
- 3:51:35sich reinschütten, Liederweise.
- 3:51:39Aber in so einem Moment, man ist dann da entsprechend Leute, man probiert das und dann öffnet dieser Track,
- 3:51:50um dann wieder bei der Musik anzukommen, einfach so ein bisschen eine neue Welt.
- 3:51:55Und dann höre ich da irgendwie ein Akustikkonzert mit Natriangel, die, du denkst so, was ist das für ein Sound?
- 3:52:05Der ist halt neu für dich und oder er erinnert dich an, er bringt dich an irgendeinen Moment zurück.
- 3:52:12Wenn Wein belanglos ist, dann ist es irgendwie schade.
- 3:52:16Und das ist mir dann auch lieber, als wenn die Leute gar nichts spüren.
- 3:52:20Wie würdest du damit umgehen, wenn Wein richtig, richtig gut ist und dann, was ist die nächste Flasche?
- 3:52:33Wie gehst du damit um?
- 3:52:35Gibt es halt ganz viele, da gibt es im Prinzip für mich keine Faustregel oder keine, so macht man das Ümerregel,
- 3:52:43weil es ganz individuell auf die Gäste ankommt.
- 3:52:47Das Schlimmste aber, um den Vergleich zu suchen, ist, wenn du diesen Track nochmal spielen würdest.
- 3:52:59Also du hast gerade dieses Lied, was du hast, was hochemotional ist, also wo du voll drin bist und dann kommt das gleich nochmal.
- 3:53:07Du hast nicht die gleiche Stimmung.
- 3:53:10Und ich glaube genau, das ist unsere Kunst, das weiter zu drehen und die Stimmung dann noch weiter und das ist dann auch unsere Kompetenz.
- 3:53:18Die Stimmung weiter anzuheizen, wieder runter zu fahren, um danach noch mal Luft zu holen, mit einem Zwischenelement zu spielen, das gleiche noch mal ist Quatsch.
- 3:53:30Wobei das beim Wein natürlich anders ist als bei der Musikwellen, weil noch natürlich noch eine Entwicklungsmöglichkeit in der Entwicklungsfähigkeit hat,
- 3:53:37das spricht der Wein, entwickelt sich nochmal anders mit dem Verständnis um den Vorrhein.
- 3:53:41Also daher würde eine zweite Flasche nicht so ein Rheinfall sein, wie das zweite mal das gleiche Lied spielen.
- 3:53:47Aber wenn wir ein Folgeweinausruch müssen, dann hat das ganz, ganz viel mit vielen verschiedenen Faktoren zu tun.
- 3:53:54Zum einen grundsätzlich, was war der Weintwert, den wir vollgedrungen haben?
- 3:53:59Könnte der nächste Wein wertiger sein, ohne dass jemand wehtut?
- 3:54:04Könnte der nächste Wein wertiger sein, ohne dass eine Dummheit ist, die man vielleicht irgendwie am nächsten Tag bereut?
- 3:54:13Ist vielleicht ein ganz krasser Rücksprung das Interessantere?
- 3:54:18Also sprich, denn mir irgendein, du hast Laffit 90-Trunken.
- 3:54:25Ne, boah, du bist nicht so.
- 3:54:29Aber doch, ich weiß schon, was das ist. Genau.
- 3:54:33Und was trinkst du danach?
- 3:54:35Und was trinkst danach? Solltest du irgendwie einen 59er nehmen oder einen 60er, solltest du irgendwie 2000er nehmen?
- 3:54:43Wisch dich weg.
- 3:54:45Macht sowas Sinn, macht sowas auch wirtschaftlich Sinn dem Augenblick.
- 3:54:49Also wenn es jetzt der Laffit zum Beispiel die fünfte Flasche ist, würde es keinen Sinn machen.
- 3:54:55Würde dieser krass Sprung zurück machen oder zurück Sinn machen, dass du halt ein Rieselinkabinett, der sinnvoller ist, das ist Erfahrung.
- 3:55:05Das Spiel mit dem Gast, das Kommunikation.
- 3:55:07Aber noch eine Flasche, 90er Laffit.
- 3:55:10Ich finde auch.
- 3:55:11Ist wirklich das Lähmste, was du irgendwie machen kannst.
- 3:55:15Aber wenn der Gast davon überzeugt, dass er möchte es, dann ist es auch wieder eine Frage der Grundkonstellation.
- 3:55:25Wie trinkt er ihn? Trinkt er ihn allein, sitzt er dort alleine, trinkt er ihn mit einer Buddiesrunde, die sich gegenseitig hochpuschen wollen.
- 3:55:34Trinkt er es mit einer Frau.
- 3:55:36In welcher Konstellation ist er mit der Frau? Oder die Frau mit dem Mann?
- 3:55:41Oder Mann mit dem Mann?
- 3:55:43Und also trinkt er ihn zum ersten Allein.
- 3:55:46Also man kann das nicht für allgemein.
- 3:55:48Und das ist, glaube ich, auch der Punkt, wo man einfach aus der Erfahrung heraus spielt, die man halt mit 25 Jahren irgendwie nicht leben kann.
- 3:55:58Und wo ich persönlich mit 25, 26 teilweise schon sehr erfahrungsreiche Glücksgriffe hatte, wo ich ganz gute Empfehlungen gegeben habe aus einer gewissen Vernunft,
- 3:56:07was Leute mir im Nachhinein auch sehr, sehr wohlwollend quittiert haben,
- 3:56:11da ich gesagt habe, okay, jetzt sind wir noch in 61er Laffit.
- 3:56:14Ich habe ihm nicht gesagt, sondern gesagt habe, jetzt lassen Sie uns einfach, es ist die fünfte Flasche.
- 3:56:21Sie werden den nicht so genießen.
- 3:56:27Ist das eine Antwort?
- 3:56:29Das ist eine super Antwort.
- 3:56:31Soll ich das iPad anschließen?
- 3:56:33Wir müssen gleich das iPad anschließen, sind wir nicht ausgegangen.
- 3:56:36Aber ich finde, das ist eine ganz, ganz wichtige Frage, wo man auch mit den Gästen im Prinzip ins Gespräch gehen muss.
- 3:56:43Und man auch Größe für braucht.
- 3:56:45Also man muss über die Leute, die dir gegenüber sitzen und halt irgendwie 3.000 Euro für eine Flasche Wein bezahlen.
- 3:56:52Auch wenn sie nur 100 Euro für eine Flasche Wein bezahlen.
- 3:56:55Und eine gewisse Erfahrung haben.
- 3:56:56Eine gewisse Lebenserfahrung.
- 3:56:57Meistens sind die Leute doppelt so alt.
- 3:57:00Was sie denn wollen im Prinzip.
- 3:57:02Was sie wollen, was sie erwarten.
- 3:57:05Oh, in dieser, du bringst ja eine gewisse Ernsthaftigkeit in einer, hey, lass uns auf die Kacke hauen.
- 3:57:12Das ist einfachste WR zu sagen, klar, machen wir.
- 3:57:15Aber dann bringst du noch den Ernst rein und du musst mit den Leuten reden und die müssen mit dir reden.
- 3:57:20Und das ist eine schwierige Situation.
- 3:57:22Ich finde auch, die Frage ist, also das ist immer so eine Frage, wo ich natürlich versuche auch schon mit meiner Frage, die Gäste so ein bisschen zu führen.
- 3:57:31Trinken wir jetzt dasselbe nochmal.
- 3:57:35Aber wenn wir was anderes trinken, dann, und das wird vielleicht nicht so gut sein.
- 3:57:42Aber sie trinken was anderes.
- 3:57:44Also wollen sie jetzt eine zweite Flasche Coca Cola trinken, wo sie den Gespack kennen und so.
- 3:57:49Und ich finde den Punkt, den du auch noch mal hattest, dass die zweite Flasche auch eh anders schmecken wird.
- 3:57:54Weil der Moment ein anderer ist, weil man selber klein bisschen betrunkener geworden ist vielleicht.
- 3:57:59Oder weil auch die Gangfolge ist weiter oder der Abend ist schon weitergeschritten etc. etc.
- 3:58:06Das Gespräch hat sich vielleicht in eine andere Richtung entwickelt und man ist schon viel, viel weiter.
- 3:58:12Und dann ist der Moment einfach auch ein ganz ganz anderer und der Wein schmeckt natürlich auch ganz ganz anders.
- 3:58:19Und ich bin immer für eine andere Flasche.
- 3:58:22Ich trinke nie auch wieder eine Frage jetzt an dich, zweimal das Gleiche ineinander.
- 3:58:28Das heißt, ich probiere dauernd, wenn wir was offen haben, dass ich was probieren muss.
- 3:58:33Und dann muss ich das ja noch mal probieren oder so.
- 3:58:35Ja, dann trinke ich schon mal, probiere ich das.
- 3:58:38Aber so, ich trinke jetzt nicht, nur weil der 2004er Grara Himmelreich von der Katharina Prümmel so gut gefallen hat,
- 3:58:48dann noch eine zweite Flasche Grara Himmelreich 2004 hinterher würde ich nie im Leben tun.
- 3:58:56Wie ist es bei dir?
- 3:58:58Niemals.
- 3:58:59Niemals oder ja.
- 3:59:00Und finde es auch fatal und schändlich, wenn es jemand macht und tut.
- 3:59:07Oh, ist das schön.
- 3:59:10Guten Tag.
- 3:59:12Oh, schönen guten Tag Herr Konrad.
- 3:59:17Hallo.
- 3:59:19Du hast aber keine Alkohol mitgebracht.
- 3:59:21Nein, das verstehe ich auch.
- 3:59:23Alkohol gibt es hier ähnliches.
- 3:59:25Es gibt hier nur Flaschen in Kondomen und in Allofolien.
- 3:59:30Überzieher, überzieher.
- 3:59:32Wir sind ja hier im Adlorn, hier gibt es keine Kondome.
- 3:59:34*Lachen*
- 3:59:38"Humanistische Breitenbildung", ganz genau.
- 3:59:41Humanistische Breitenbildung, das ist.
- 3:59:44Du kannst hierhin setzen, genau.
- 3:59:48Schön.
- 3:59:53Soll ich dir irgendwie ein Weint von deinem Programm aufmachen oder bist du?
- 3:59:56Nein.
- 3:59:57Nein.
- 3:59:58Wir haben einen schönen Champagner.
- 3:59:59Hast du wieder auffällig?
- 4:00:00Wir haben einen schönen Champagner und einen schönen Gast.
- 4:00:02Ein schönen Gast auch, also da.
- 4:00:04Jemand, der nicht nur auf Optik, sondern eben auch auf verbale Optik sehr viel wert legt.
- 4:00:12Gibt ja kaum jemand, der so viel Wert auch auf Sprache...
- 4:00:15Das beeindruckt mich.
- 4:00:17Also, nicht nur auf Sprache wert legt, sondern eben auch auf ganz...
- 4:00:23Hans Martin ist ein wahnsinnig guter Gesprächspartner.
- 4:00:27Wenn man... Hans Martin ist ein guter Gesprächspartner, weil man mit ihm über viele unterschiedliche Dinge sich unterhalten kann.
- 4:00:39Und er ist sehr...
- 4:00:41Allumfassend informiert.
- 4:00:43Allumfassend informiert, aber man ist zumindest...
- 4:00:47Er hört sich jetzt so negativ an, aber er kann zu viel etwas sagen.
- 4:00:52Und das ist eigentlich ein ganz spannender Kompagnor auch so im Restaurant, wo man im Prinzip einfach jemanden hat, wo es sicher auch um Getränke, um Essen, um Service und so weiter geht.
- 4:01:09Aber man ist ja irgendwie zu Gast bei jemanden und lernt im Prinzip oder lernt oder hat immer eine gute Zeit mit jemanden, der einem auf Augenhöhe auch in gewisser Weise begegnet.
- 4:01:20Was ich wichtig finde, also ich versuche dir mal so in der gewissen fachspezifischen Art koninkertivfähig zu sein.
- 4:01:27Aber es gibt für mich selber eine gewisse Mangelerscheinung, ein Bereich, wo ich mich niemals wirklich reingearbeitet habe, was viele meiner Kollegen, also sprich, weil wir vorhin Steve hatten, teilweise Sebastian etc. im Sinn hatten, ich habe mich niemals auf dieses Terrapussball.
- 4:01:45Muss man denn das?
- 4:01:47Ich weiß nicht, ich frage, wenn Hans Martin so alles beantworten kann, Hans Martin, bist du Team Fußball?
- 4:01:53Hallo, die Herren. Guten Abend. Nein, ich bin nicht Team Fußball.
- 4:01:57Gar nicht.
- 4:01:58Und ich hatte WC und ich hatte Bremen und so.
- 4:02:03Und wo der diese einen großen Bogen macht und so zwei, drei Fangesänge irgendwo noch gehen und du den Weiß und so passt schon.
- 4:02:11Ich brauche das, also Sport bin ich, keine Ahnung, Bob Beaman, Zweitsprung, Olympischer Wertrekord in Mexiko City 63 gesprungen oder so, das kann ich vielleicht noch, aber dann ist auch schon, nee, Sport bin ich raus.
- 4:02:25Beweg mich auch dafür, dass ich gerne bin.
- 4:02:28Ich glaube, das muss man auch, aber das ist doch auch nicht so.
- 4:02:30Es ist aber eine schöne Attraktion manchmal, wenn man meine Erklärte hat, dass man das irgendwie zu etwas Spannbrücken schlägt, zu Fußballspieler, Mannschaften.
- 4:02:39Ich mache das immer mit Musik, wie du heute schon mehr klick geklappt hast.
- 4:02:41Ich auch witzigerweise, aber mit Künstlern oder mit irgendwas anderem, aber ich fühle mich immer so schlecht, weil ich da in dem Thema Fußball, ah, man muss auch nicht über Fußballbescheid wissen, ganz ehrlich.
- 4:02:55Also, es ist ja schön, dass es Kollegen in unserem Berufsalltag gibt, die mit Trikot arbeiten und so, das ist auch super, also das kann ich auch nur begrüßen.
- 4:03:06Wir haben nicht Lieb.
- 4:03:08Wirklich? Das ist auch super.
- 4:03:10Aber muss man deswegen viel von Wein, also muss man da viel von Fußball verstehen.
- 4:03:16I don't know. Was mich aber wirklich mal interessieren würde, lieber Silvio, wir sind ja jetzt schon so ein bisschen angekommen, also nur für dich als Information.
- 4:03:27Wir sind gerade bei Lehrbach angekommen bzw. noch nicht so weit gekommen, weil da kommt noch eine ganze, ganze Menge Zeit hinterher.
- 4:03:34Aber in dieser Zeit bis Lehrbach, wen würdest du denn als dein berufliches Zielkind verstehen?
- 4:03:43Oder wer hat dich eigentlich gezogen in gewisser Weise?
- 4:03:48In der Servicekultur war es Florian Gardner, in der Speismästerei, der mir diese Grundetik vermittelt hat, wie man Gas betrachtet, wie man Servicekultur lebt.
- 4:04:01Und ich muss interessanterweise sagen und das nicht, weil ich Honig ums Maul schmieren möchte oder Hans Martin Gratten wirklich einen tollen Champagnär mitgebracht hat,
- 4:04:11dass Hans Martin wahrscheinlich einer meiner Urväter geworden wäre, hätte ich ihm vor 30 Jahren begegnet.
- 4:04:21Aber er verkörpert das, was ich so wirklich fühle.
- 4:04:27Egal von der Elequenz, von der Art Dinge zu betrachten, von der Art Gäste zu betrachten, von dieser gewissen humorvollen Art,
- 4:04:37auch diesen, manchmal auch mit der gewissen Amisont zu betrachten.
- 4:04:45Also das wäre so mein Lehrmeister, hätte ich ihn damals gehabt.
- 4:04:50Bei mir war es damals eine Speismästerei, der mich sehr geprägt hat, Florian Gardner und danach eigentlich kaum jemand, niemand.
- 4:04:59Das war nur Eigeninterpretation, die sich jetzt weint, Hans Martin?
- 4:05:03Ja, sonst nicht mehr.
- 4:05:06Sonst keiner. Nein, immer autodidaktisch selbst gelesen, selbst inspiriert, inszeniert und so weiter.
- 4:05:14Welchen gibt es jemand, der mit dir, neben dir, zu dir gearbeitet hat, den du heutzutage sagen würdest, wo den du gezogen hast?
- 4:05:26Es gibt einige, die es mir im Nachhinein bestätigt oder adistiert haben.
- 4:05:30Also unter anderem Steve hat es ja öfters bestätigt, dass ich einer derer war, die ihn zum Wein gebracht haben.
- 4:05:39Oder auch Daniel Hasard, weißt du, ob du ihn präsent hast?
- 4:05:44Der hat Großartigsten Zommel, ist der ganz ruhig, ganz leise, ist der oft bestätigt hat, dass das Arbeit mit mir ihm nicht schlecht getan hat.
- 4:05:53Es gab so einige, die ich begleitet habe, wo es im Nachhinein sehr wohlwollende Kommentare gab.
- 4:06:03Hans-Martin, du bist jetzt 7 Jahre im Adlon, im Lawrence, würdest du sagen, wer du gezogen hast?
- 4:06:16Ich musste mich erst mal relativ viele Jahre selber ziehen, um das erst mal hier geregelt zu bekommen.
- 4:06:22Es ist ja eine relativ umfangreiche Geschichte hier, muss man vorsichtig sagen.
- 4:06:28Warst du schon immer so, wie du jetzt bist oder bist du jetzt so geworden?
- 4:06:32Dieser Laden hat dir das als Fundament so gegeben.
- 4:06:36Hans-Martin könnte nirgends woanders in Berlin arbeiten, das geht gar nicht.
- 4:06:40Das darf sein Arbeitgeber natürlich nicht wissen, weil sie natürlich wissen, dass ich nicht gehalten habe.
- 4:06:49Ich bin besonders gut geeignet für das, was ich tue oder bin ich nicht geeignet für irgendetwas anderes.
- 4:06:54Das ist die Frage.
- 4:06:56Das ist der Knackste.
- 4:06:58Das kann ich ehrlich gesagt nicht sagen.
- 4:07:00Ich hoffe, dass es vielleicht schon mal der eine oder andere Chefdaron bei uns im Restaurant,
- 4:07:06oder jemand, der dann als Chefdaron zwei für zwei unser Team wieder hat verlassen können.
- 4:07:11Vielleicht mal gesagt, ja, das hast du damals oder sie damals, wir sind ja hier größtenteils immer noch in Last Name Basis.
- 4:07:18Was du damals irgendwie vorgelebt hast oder was du an Anspruch gestellt hast, dass das einen begleitet.
- 4:07:25Ja, das kann man schon. Anspruch halt. Nimmst du mit.
- 4:07:29Manchmal auch ein Korrektiv.
- 4:07:32Manchmal vielleicht auch ein Lob ist auch wichtig, glaube ich.
- 4:07:35Früher war ja Lob nicht so häufig.
- 4:07:37Heute gibt es Gott sei Dank mehr Lob, das ist gut.
- 4:07:40Ist es immer gut?
- 4:07:42Also, ist es gerade eben auch dieser Vater, Mutterrolle, so ein Riesen-Ding, dass man heutzutage die Kinder, aber eben auch die Arbeitnehmer zu viel oder Kollegen zu viel lobt?
- 4:07:54Der Verfall der Sitten. Ich bin ja absolut auf der Seite.
- 4:07:57Man muss ein bisschen vorsichtig sein, inflationär und so.
- 4:08:00Wenn der Anspruch erfüllt ist, den man stellen kann oder den man bestellt hat, warum nicht auch loben?
- 4:08:09Klar.
- 4:08:11Es ist natürlich schwer, wenn jemand ander performt, in dem ich sage, den Leistungsbereichen oder den, was keine Ahnung, wie für unsere jeweilige Operation irgendwie brauchen, wenn man dann natürlich jemand hat, der dem trotz hoffentlich guter Anleitung, sag ich jetzt mal, oder Vorleben oder Vorbild sein oder ziehen, wie es genannt hat.
- 4:08:34Wenn das nicht reicht für eine gute Performance, dann ist natürlich mit Lob schlecht.
- 4:08:39Es gibt auch Leute, die habe ich nicht gelobt, weil da auch das, ja, da ist, ich glaube, wichtig ist, dass man den Leuten ausreichend Handwerkszeug an die Hand gibt und genug Vorbild ist, dass man zeigt, keine Ahnung, so wird ein Bier gezapft oder so.
- 4:08:55Oder so trägt man ein Tablett und das Tablett ist sauber, bevor man es trägt.
- 4:09:00Also, so.
- 4:09:02Vormachen, Vorleben.
- 4:09:04Sind es denn diese Dinge oder sind es eigentlich nicht die Zwischentöne?
- 4:09:08Das ist ja nicht damit getan, ein Tablett zu tragen oder ein Bier richtig zu zapfen, sondern es ist ja eher damit getan, zwischendrin richtig zu agieren, also, als Mensch zu reagieren.
- 4:09:20Also es fängt ja schon mit der Frage an, wen wähle ich aus, wer mit dir arbeitet und kann der oder die das gewährleisten, ein richtiger Mensch zu sein oder nur so ein Bierzapf richtig Typ.
- 4:09:35*Klopfen*
- 4:09:37Wenn man italienischen Wein mag, kommt man ums Zizien nicht herum.
- 4:09:54Wenn man zizianischen Wein mag, sollte man Taskar da Marit davor Augen haben.
- 4:09:58Und wenn man Taskar da Marit däm Sinn hat,
- 4:10:00steht der Viniers San Francesco, kann man nicht so viel ganz weit vorne auf der Liste, der Wein,
- 4:10:05der nicht nur das Potential einer internationalen Riebsorten im zizianischen Terror zeigt,
- 4:10:10sondern auch die Geschichte und Innovation eines der ältesten Weingüter Italiens repräsentiert.
- 4:10:14Wenn ihr ihn nicht kennt, wird es allerhöchste Zeit.
- 4:10:17Wenn ihr ihn kennt, wie tief habt ihr euch mit der Geschichte und mit diesem Wein beschäftigt?
- 4:10:21Beginnen wir mit der Geschichte.
- 4:10:23Die Geschichte des Weines beginnt im Jahr 1830, als die Brüder Luchio Camello, Mastro Giovanni Taskar,
- 4:10:31das Weingut Taskar da Marit d'Agründeten, das Familienunternehmen, hat sich über 8 Generationen weg,
- 4:10:38kontinuierlich weiterentwickelt, um das Beste aus Ziziens Böden und Klima hervorzubringen.
- 4:10:45Luchio Taskar da Marit d'A, geboren 1940, war eine Schlüsselfigur,
- 4:10:50die das Weingut zur internationalen Ruf führte.
- 4:10:53Seine Vision und sein Engagement legten die Grundlage für Weine wie den Viniers San Francesco.
- 4:10:59Nach seinem Tod im Jahr 2022 führte Alberto Taskar ein weiterer Nachkommen das Weingut mit derselben Innovationskraftenthängabe.
- 4:11:07Die Tenuta Rigali, der Stammweingut, liegt im Herzen Ziziens und um fast 550 Hektar.
- 4:11:12Hier, auf kalkhaltigen Tonböden und in Höhenlagen zwischen 400 und 900 Metern über die Meeresspiegel gedeihen die Reben des Viniers San Francesco.
- 4:11:20Die Bedingungen sind ideal.
- 4:11:23Kühlenächte und warme Tage sorgen für langsame Reife und eine perfekte Balance zwischen ausreichend Zucker und genügend Säure.
- 4:11:29Einzigartige mikro-klimatische Bedingungen und die vielfältigen Böden geben diesem Wein seinen unverkennbaren Charakter.
- 4:11:35Die Reben des Viniers San Francesco wurden erstmals 1979 geplant, eine damals mutige Entscheidung, kaber nichts auf mir auf Zizierien anzubauen.
- 4:11:45Aber die Reben sind es eine, kommen wir zum Herzstück dieses außergewöhnlichen Weines zur Weinbereitung.
- 4:11:52Trauben von Hand zu Lesen ist bei diesem Qualitätsanspruch eine Selbstverständlichkeit.
- 4:11:56Nach der Lese erfolgt eine sorgfältige Sortierung, bei der nur die besten Beeren für den Wein verwendet werden.
- 4:12:03Um die frische, die Lebendigkeit und die Saftigkeit des Weines zu erhalten, findet die Gärung temperaturkontrolliert in Edelstein-Tankstad.
- 4:12:09Um Farbe, Aromen und Tannine optimal zu extrahieren, wird der Most regelmäßig umgewälzt.
- 4:12:14Ein weiterer entscheidender Schritt ist die malaktische Gärung, die dem Wein eine weiche, cremige Texte verleiht,
- 4:12:19damit der anschließende Ausbau über 18 Monate den französischen Bariks den Weih seiner Struktur, seine Komplexität und seine Tiefe verleihen kann.
- 4:12:27Ein ganzes Jahr reift der Wein danach noch im Weingut, damit er seine Aromen harmonisieren und die nötige Ruhe finden kann, bevor er auf den Markt kommt.
- 4:12:35Es werden ausschließlich natürliche Hefen verwendeten, auf Schöhnungsmittel wird komplett verzichtet, um die Authentizität und Reinheit des Weines zu bewahren.
- 4:12:44Die Kombination aus traditionellem Handwerk und moderner Technologie macht dem Viniers-Sansfrancesco zu ein Paradebeispiel für innovativen Weinbau.
- 4:12:53Jahr für Jahr ist dieser Wein ein Geschenk für die Sinne und ein Garant für außergewöhnliche Qualitäten, aber exemplarisch würde ich hier und heute den Jahrgangs 2019 empfehlen.
- 4:13:03Ein Jahr, das mit reichlich Regen im Frühjahr begann, der die Böden mit genügend Feuchtigkeit versorgt und ein gesundes Wachstum der Reben förderte.
- 4:13:13Ein gemäßigter Sommer mit kühlnächten sorgt für eine langsame und gleichmäßige Reifung der Trauben. Diese Bedingungen führten zu einer außergewöhnlichen, aromatischen Intensität, die selbst bei sezeanischen Wein hervorsticht.
- 4:13:26Die Tanine des 2019er Jahrgangs sind fein und elegant, was den Wein bereits jung zugänglich macht, aber gleichzeitig ein großes Alterungspotenzial bietet.
- 4:13:35Die kalkaltigen Böden der Tinuta Regalia li tragen zu mineralischen Untertönen bei, die diesen Wein so außergewöhnlich machen.
- 4:13:42Dieser Jahrgang zeigt eine beeindruckende Balance zwischen Fruchtigkeit, Struktur, Säure und eine perfekte Symbiose aus Tiroir und Handwerksgrund. Doch was macht diesen Wein so besonders?
- 4:13:52Der Viniersansfrancesco hat nicht nur eine 35-jährige Geschichte, sondern zeigt auf, wie sich internationale Rebsorten an die einzigartigen Bedingungen sie zieh ins Anpassen können.
- 4:14:01Er ist ein Beweis dafür, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Dieser Wein steht als Symbol für das Engagement und Division der Familie Tascadamariita.
- 4:14:11Er repräsentiert nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft des sezeanischen Weinbaus.
- 4:14:16Oft sagt man, dass ein Wein eine Geschichte erzählt und die Geschichte des Viniersansfrancesco Cabernesevillaux von Tascadamariita besteht aus vielen sehr eigenständigen Kapiteln.
- 4:14:27Eine außergewöhnlichen Rebsorte, dem unvergleichlichen Schaffen einer Winzerfamilie und der ganz eigenen Interpretation des größten Weinanbaugebietes Italiens.
- 4:14:37Dass viele gar nicht auf dem Schirm haben, dass einfach oder dem Radar fliegt und wahrlich viel mehr Beachtung bedarf.
- 4:14:42Vielen Dank der Familie Tascadamariita, der Tinutere Gaglialli und dem deutschen Importeur dem Handelshaus Konsi Jovini, dass wir mit diesem Wein das Potenzial Sizilians kennenlernen dürfen.
- 4:14:55Ich würde mich schon freuen, wenn ich kein Mensch vor mir habe, wenn ich ein Bier bestelle, sondern jemanden, der ein Bier zapfen kann.
- 4:15:12Es tut mir leid. Und der darf dann auch gerne Mensch sein. Absolut.
- 4:15:16Aber wenn es Bier nicht gezapft ist, dann ist leider es tut mir leid.
- 4:15:19Dann ist Kerneaufgabe verfehlt. Dennoch würde ich heute immer sagen, es hat jemand nicht gezeigt. Der hat ja diejenige gemacht, dass er nicht absichtlich.
- 4:15:29Das war die Frage, wo ist der Fehler?
- 4:15:31Ja, bei der Person habe ich bei denen...
- 4:15:33Das ist keine Schuldfrage für mich, sowas. Dennoch geht es darum, eine Ausbildung zu einem gewissen Abschluss zu bringen.
- 4:15:42Ich habe das "Ich konnte erst zu sein", um auf deine Frage zurückzukommen, ob ich hier so geworden bin oder ob ich immer schon so war.
- 4:15:48Ich war bestimmt nicht so.
- 4:15:50Ich fühle mich sicher.
- 4:15:52Ich fühle mich sicher in den Aufgaben, die man mir irgendwie überlässt.
- 4:15:57Und weil ich mich sicher fühle, weil das Bier läuft, sag ich mal.
- 4:16:01Deswegen habe ich Zeit, weiß ich nicht, über Fußball oder über ein Film oder ein schönes Gleichnis beim Wein oder jemanden, weiß ich nicht.
- 4:16:12Oder wenn jemand am Tisch mir erzählt, dass er Schwierigkeiten mit irgendetwas hat, zu einfach die Perspektive zu übernehmen.
- 4:16:19Wie hast du, Silvio, damals mit der... Wir hatten das vorher schon, der entsprechenden Hierarchie, die gefahren wurde, und mit auch einer gewissen Erniedrigung, die passiert ist.
- 4:16:35Wie hast du da eigentlich es geschafft zu performen?
- 4:16:39Man kann es so beantworten.
- 4:16:41Es sind ganz, ganz viele Gedanken, die ich jetzt gerade habe zum Thema Loben.
- 4:16:46Vielleicht kannst du dir das irgendwie notieren auf deinem, auf deinem Zitsel.
- 4:16:50Weil ich das ganz wichtig finde, auch in unserer Branche, zum Thema auch Umgebung, wo man arbeitet, wie man da großartig sein kann oder nicht.
- 4:16:59Hierarchie, ich finde es ganz spannend, weil ich aus einer alten Zeit komme.
- 4:17:03Also ich komme aus einer alten Zeit, wo Hierarchie ganz, ganz stark gelebt wird und wo man sich über diese Hierarchie auch ganz, ganz klar definiert.
- 4:17:10Heutzutage sind wir Liberaler, kannst du mir wahrscheinlich bestätigen.
- 4:17:14Heutzutage akzeptieren wir mehr den Menschen als solches, aber damals ging es eigentlich einfach um das System.
- 4:17:20Wir haben noch ein bisschen das Zurückspiegelt in die 70er, 80er, 90er Jahre, wie die Obergine funktionierte oder wie damals das Tantris funktionierte.
- 4:17:29Es waren alles, es waren Regime, es waren Regiment, es war militärisch aufgestellt.
- 4:17:35Und so war es ein Anklägen letztlich auch bei uns und jeder musste da hingehen funktionieren.
- 4:17:40Und das war meine Hierarchie, wo ich eben mit Lernen leben musste.
- 4:17:45Und meine Zeit, was ich vornehmend erzählt habe aus Amerika, wo ich selber in einer gewissen Hierarchie untergeordnet war, hat mir geholfen, das ein bisschen aufzubrechen und jeden auf Augenhöhe zu begegnen.
- 4:17:56Was mir dann später in meinem eigenen Betrieb noch mehr geholfen hat, das ganz, ganz elementar auf eine einfache Hierarchie herunterzubrechen.
- 4:18:03Meinst du, dass Europa oder Deutschland anders war als Kalifornien zum damaligen Zeitpunkt?
- 4:18:10Ganz anders.
- 4:18:11Also Ende der 90er, Anfang der 2000er?
- 4:18:13Ja, ganz anders.
- 4:18:14Wie würdest du da den Stil in Amerika beschreiben?
- 4:18:16Zum damaligen Zeitpunkt?
- 4:18:18Man kann das überhaupt nicht vergleichen.
- 4:18:20Man hat auf der einen Seite viel offengeistiger war, auf der anderen Seite hat man andere Gesellschaftssichten gehabt.
- 4:18:25In Kalifornien?
- 4:18:27Offengeistiger?
- 4:18:28Viel offengeistiger, aber eben auch innerhalb dieser, es ging und geht in Amerika alles über das Geld.
- 4:18:40Und Grundziel war immer, Geld zu verdienen, Geld zu generieren in die richtige Richtung, egal womit.
- 4:18:48Und das ist das Oberziel.
- 4:18:50Und diese Offengeistigkeit resultiert da heraus, dass man offen dafür ist, wie man sich wirtschaftlich irgendwie entwickeln kann.
- 4:19:02Europa-Verteil verkoppt, Kalifornien war sehr offengeistig und sehr emotional und sehr, aber eben immer mit dem Fokus, wie können wir irgendwas erreichen,
- 4:19:13damit wir noch erfolgreicher werden, noch mehr Geld verdienen, noch mehr vorantreiben.
- 4:19:17Und aus können wir noch Geld verdienen und sich davon haben treiben lassen.
- 4:19:22Und in Europa war damals und heute war wahrscheinlich immer noch ein Sicherheitsdenken.
- 4:19:26Wie können wir unsere Konstanten waren, wie können wir die noch mehr festigen und es sind zwei total unterschiedliche Ansätze.
- 4:19:37Wie ist das in einem großen Hotel, wie hier am Brandenburger Tor?
- 4:19:44Wie ist das da, von der Hierarchie? Wie wird da Hierarchie gelebt? Ist das wichtig?
- 4:19:50Das ist schon wichtig, wenn es um entscheidende Dinge geht.
- 4:19:54Ich nenne das im Kleinen, wenn es nochmal um auf die Tablettebene zurückzukommen.
- 4:20:00Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas vom Tablett fällt und sich erhorscht, ist das Tablett nicht sauberer.
- 4:20:06Wer übernimmt dann die Verantwortung?
- 4:20:10Und es gibt bestimmte Situationen, da tragen bestimmte Leute mehr Verantwortung als andere.
- 4:20:16"Paygrade", keine Ahnung, wie man das im Englischen nennt.
- 4:20:20Und entsprechend gibt es natürlich, gibt es natürlich dann mehr Verantwortung mehr zu sagen.
- 4:20:29Ich empfinde das auch nicht als prinzipiell falsch.
- 4:20:32Wie gießt du mit der Verantwortung um, weil du bist der, der...
- 4:20:35Nehmt die an.
- 4:20:36Derjenige, der zum Thema Getränke, Wein, Wein-Sampano, der den obersten Hut aufhat.
- 4:20:43Ja, ich nehme die an, aber ich bin natürlich auch nur, ich habe natürlich auch gedeckelt durchs Geld.
- 4:20:48Das war jetzt gerade das Thema, um die, sozusagen, die Motivation in den Vereinigten Staaten, wie du sie beschrieben hast,
- 4:20:53um in deinem Arbeitslebens dort irgendwie zu erklären oder das als Kern, Kernfragstellung da irgendwie zu benennen.
- 4:21:03Bei uns geht es schon um Konstanten.
- 4:21:06Mehr als um Kommerz?
- 4:21:09Das kann ich dir nicht beantworten, das ist eine Außenwahrnehmungssache.
- 4:21:12Es gibt natürlich Menschen, die würden die Idee des Brandenburgers und dieser historisch aufgeladenen Platz ist.
- 4:21:19Und wenn man das ganz mal gehässig sagen würde, der überzogenen Preise, sag ich jetzt mal, die häufig ans Feld geführt werden,
- 4:21:25auch bei uns hier in Motär, die tatsächlich hoch sind, würde das als totalen Kommerz bezeichnen.
- 4:21:31Aber all die Medien, der Kontrast, das ist ja eigentlich nicht, also eure Preise finde ich ihr seid nicht die günstigsten,
- 4:21:37aber sie sind nicht überzogen in der Art und Weise und Regel.
- 4:21:40Ich finde aber eben auch dieses in der Diskussion, was Willi gerade heute in einem Posting auf Instagram publiziert hat,
- 4:21:49dass die deutsche Gastronomie nach wie vor zu günstig ist.
- 4:21:52Ja, das würde ich, also das muss ich auch, also würde ich mich auch sofort, weil also...
- 4:21:57Und in der Relation, euer Hotel, eure Coca-Cola-Preise oder Kaffee-Preise in der Lobby,
- 4:22:05in einem der besten Restaurants und in einem der besten Plätze, verglichen mit New York, London, Paris.
- 4:22:12Das ist auch schwer, das ist nicht international und vergleichwert und schwer.
- 4:22:16Aber egal, also muss ja gar nicht sein, aber trotzdem, in der Relation nimmt auch dazu, was Mindestlohn kostet,
- 4:22:21was man haben möchte und so weiter, finde ich euch nicht unbedingt zu teuer.
- 4:22:27Ich würde sagen, wir sind nach wie vor, haben wir eine gewisse Hierarchie, aber sie sind deutlich flacher und sie sind weniger kleinteilig als früher.
- 4:22:33Früher gab es eine richtige Chain of command, ja irgendwie Comédéro, dann der Dimédéro, dann der Chef de Rohe und dann der Stellvertreter
- 4:22:42und dann erst der Restaurantliter und in der Sommelierie gibt es das ja in Frankreich.
- 4:22:46Wenn die Sommelieriequip groß ist auch, das gibt es so, gefühlt nicht mehr.
- 4:22:52Magst du das? Braucht man das?
- 4:22:57Oder geht es eigentlich um Verantwortung in wer welche Verantwortung hat und beziehungsweise wer welche Aufgabe auch erfüllen kann?
- 4:23:07Also jeder kann eine Aufgabe erfüllen, die ihm oder ihr vernünftig nahe gebracht wurde.
- 4:23:12Vorausgesetzt, eine Pädagogik hat funktioniert und damit meine ich nicht jemand zu brechen, sondern jemanden so lange zu zeigen, wie das Bier gezapft wird, bis dieses Bier läuft.
- 4:23:23Das ist eine ganz einfache Geschichte. Immer wieder sagen so, eine Pädagogik. Darum geht es, eine Ausbildung und das schließt das Wort Bildung mit ein.
- 4:23:36Und beim Bier zapfen, wenn irgendwann, wenn es nicht mehr um das Zapf fahren und um die Gasburdel, die da unten drunter steht und um die Temperatur geht, wenn es einfach läuft,
- 4:23:46weil der Winkel vom Glas richtig ist und wenn das alles gut ist, dann kann man sich darüber unterhalten, was man letztes Woche im Kino vielleicht gesehen hat.
- 4:23:55Und dann serviert man das Bier und kann sich über den Film unterhalten, mit demjenigen, der offensichtlich auch im Kino war, vielleicht und gerne Bier trinkt.
- 4:24:03Das ist eine Entwicklung. Natürlich, ich habe nicht das Gefühl, dass ein Anfang 20-jähriger Mensch, wenn er nicht hoch begabt ist, unglaublich gut geeignet ist für das, worüber wir jetzt hier sprechen, über unsere spezifische Hochleistungskastronomie-Teilbranche.
- 4:24:21Das kann dieser Mensch nicht leisten. Das kann dieser, das ist unmöglich. Und diese Menschen das abzuvollangen, ob mitbrechen oder ohne brechen, ist absolut unmöglich.
- 4:24:31Das ist unmöglich. Das gebe ich. Ja, okay, vielleicht auf dem Mount Everest mit Sherpa und mit Doppelsauerstoff und noch einem Downparker oben drüber, halt aufgetragen werden, okay.
- 4:24:45Aber das ist doch kein Gipfelsturm. Und da weinst du auch.
- 4:24:50Und man weint, ich habe nicht nur, ich habe nicht nur geweint, weil ich gebrochen wurde, sondern ich habe auch mal geweint, weil ich überfordert war.
- 4:24:59Es ist nicht nur das Brechen, sondern es ist auch das Überfordern, es ist eine anspruchsvolle Arbeit. Du weinst auch auf dem Weg zum Gipfel.
- 4:25:05Nicht nur, weil die Luft dünn ist und weil der vor dir stärkere Beine hat, sondern du weinst auch, weil du manchmal überfordert bist, im Leben, mit oder unter Tabletten.
- 4:25:19Also, ich, das, oder manchmal ist es auch Erschöpfung. Ich habe auch vorher Erschöpfung schon geweint. Also, nicht geweint, ich habe nicht geweint, aber ich war einfach erschöpft.
- 4:25:31Das ist einfach schwere Arbeit, plus, minus, Arbeitsschutz, Gesetzgebung und Regeln und Arbeitssicherheit und gute Schuhe und so, ja, aber es ist auch, es ist einfach, du gibst viel.
- 4:25:43Also, wenn man das so macht, wie wir das jetzt hier, wir haben ja hier einen Standard, der wird Ihnen jetzt hier gerade schon gesprochen, wird jetzt ja, weiß ich nicht, vorsichtig gesagt, sehr, sehr hoch.
- 4:25:55Der Standard ist sehr, sehr hoch. Die Frage ist ja, wie kann man den Standard, den man sich so setzt oder den man als Unternehmen im Prinzip hat, überhaupt erfüllen mit den Menschen, die hier arbeiten
- 4:26:10und inwieweit schafft man es eigentlich, die Leute, die zu einem kommen, ob das jetzt nun hier das Adlon ist, wo Menschen anfangen, so dafür zu begeistern, das auch erfüllen zu wollen.
- 4:26:23Du bist ja nach Berges Glatbach, danach Dresden gegangen, so ein bisschen wieder in den Osten zurück.
- 4:26:32Wie war die Anfangszeit nach der, ich bin angestellt, um in die Selbstständigkeit zu gehen, wie kam der Gedanke, ich mach mich selbstständig und wie so in Dresden und nicht in Köln oder sonst wo.
- 4:26:52Ganz fit hier, Danke. Vielleicht darf ich dich kurz noch fragen, als magst du Hierarchie?
- 4:26:56Wir brauchen Hierarchie.
- 4:27:00Gebt es bei dir in deinem Betrieb?
- 4:27:02Es gibt Verantwortung, die einzelne Menschen erfüllen müssen, die im besten Falle so sind, dass sie die erfüllen können.
- 4:27:13Das versuchen wir, so gut es geht einzuhalten. Es macht keinen Sinn, jemanden, der ein halben Monat da ist oder ein Monat da ist, auf einmal den warmen Posten kochen zu lassen.
- 4:27:28Es macht keinen Sinn, die Person, jetzt nehmen wir mal an die Greta, die bei uns seit fast 10 Monaten arbeitet, bis sie mehr als 10 Monate, der hat vorher 6 Jahre in einem Superladen in Düsseldorf im Olio gearbeitet.
- 4:27:45Der hat schon Ahnung von Wein, aber die Weinkarte ist einfach viel zu umfassend und die braucht Zeit, um sich mit den ganzen Dingen auseinanderzusetzen.
- 4:27:55Es macht keinen Sinn, die einfach so ins Wasser zu schubsen und dass sie erst mal fünfmal untergeht.
- 4:28:00Dann kann es nämlich sein, dass sie gebrochen ist und dann gar nicht mehr wieder kommt oder so.
- 4:28:04Deswegen ist es wichtig, Verantwortung zu haben und Erwartungen zu kommunizieren, was du von den Leuten brauchst, dass sie viel zu Arbeit kommen oder dass sie sich versuchen, die Dinge zu merken, die man ihnen versucht beizubringen oder die man ihnen zeigt, wie gewisse Prozesse laufen.
- 4:28:23Dabei machen die Leute dauernd natürlich Fehler oder machen Dinge anders, als sie denken, sie machen das auch in Ordnung, aber beim nächsten, übernächsten, übernächsten Mal wird es halt besser.
- 4:28:34Das ist unser Weg, damit umzugehen, Verantwortung zu definieren und Erwartungen zu definieren mit den Leuten zusammen.
- 4:28:48Aber ist bei euch jeder von der Verantwortung gleichbereitig?
- 4:28:51Nein, natürlich nicht. Das geht ja gar nicht. Du kannst nicht jemanden, der zwei Monate da ist, auf einmal an den Pass stellen, es sei denn die Person hat schon zehn oder 15 Jahre vorher irgendwo anders gearbeitet.
- 4:29:04Also anders umzuziehen.
- 4:29:07Es ist ein Grundrat von Hierarchie schon wichtig und gut.
- 4:29:10Es hilft auch einen.
- 4:29:11Aber es geht um Verantwortung und was die Person erfüllen kann und was man ihr gezeigt hat bzw. auch was sie vorher schon erlebt hat.
- 4:29:19Wenn es erstmal darum geht, das hoonordentlich auszunehmen, dann ist das vielleicht erstmal die erste Variante und dann geht es vielleicht nicht darum, jetzt gleich ein Gericht zu entwerfen.
- 4:29:30Weil das eine hängt mit dem anderen im Prinzip zusammen, aber erst muss das eine gemacht werden und dann das andere.
- 4:29:36Und dann ist es auch immer ein Prozess. Also bei uns sind super viele Prozesse wie in jedem Restaurant, die ineinander einlaufen.
- 4:29:44Und wenn jetzt jemand da irgendwie ein Bild an einem Tisch zerstört, weil er auf einmal irgendwas mitnimmt, was er gar nicht mitnehmen soll und dann kommt ein anderer dahin und denkt sich, was ist hier los?
- 4:29:54Da fehlt ja irgendwas am Tisch und dann entsteht eine Unruhe und dann entsteht auf einmal Kommunikation, die nötig auf einmal ist, wo gar keine Kommunikation nötig ist.
- 4:30:03Und dann entstehen einfach Prozesse, die nicht so passen.
- 4:30:07Deswegen ist es halt wichtig zu gucken, was können die Leute für Verantwortung schnell oder langsam im Prinzip leisten und wie weit sind sie dem auch gewachsen?
- 4:30:21Deswegen besuchen wir gerade eine neue Lokalleitung und die Menschen, die sich da jetzt bewerben, die sind erstmal, ich suche eigentlich erstmal einen Menschen, der mit dieser ganzen menschlichen Seite gut funktionieren kann und der dann auch noch natürlich ein bisschen strukturiert ist,
- 4:30:40dass er irgendwie ein bisschen Orgagramm hinkriegt und aber auch der dann eigentlich nochmal neue Service in gewisser Weise lernt und da müssen wir eigentlich so versuchen, ich daran zu gehen.
- 4:30:55Aber ich suche eigentlich erstmal einen Menschen, der ein guter Typ ist, mit dem ich mich wunderbar unterhalten kann und der gleichzeitig trotzdem nicht komplett schief läuft oder so im Restaurant.
- 4:31:08Bei mir ging der Weg nicht direkt nach dem Lehrfach nach Dresden, sondern erstmal über einen kleinen Umweg, über den Handel.
- 4:31:16Stimmt, du warst ja doch im Handel.
- 4:31:18Und das war für mich damals, als ich von mir im Vater wurde.
- 4:31:24Die Aufgabe in einem drei-Sterne-Restaurant mit 100 Stunden die Woche teilweise, also 800-700 Stunden, schon sehr umfassend waren und dann mit einem kleinen Kind oder mit einer Familie eigentlich fast nicht realisierbar war, war für mich so der Ausweg da heraus.
- 4:31:44Anstatt die Kommunikation, plötzlich auch mit dem Arbeitgeber zu suchen, war es mir die Fluchtendenhandel.
- 4:31:51Manchmal war es wahrscheinlich auch die Attraktivität, durch die vermeintliche Wirtschaftlichkeit dabei.
- 4:31:58Und ich bin zu einem der führenden Begründerhändler gegangen, damals ein ganz kleiner Betrieb und habe mich da ausprobiert.
- 4:32:07War für mich sehr wichtig als Vorbereitung für meine Selbstständigkeit, um mit diesem Kaufmännischen, weil ich das überhaupt nicht kann.
- 4:32:14Ich bin also alles oder ich kann irgendwie alles, aber ich kann nichts Kaufmännisches, weil ich nicht verkaufen kann, eine sehr lehrreiche Erfahrung, wie man Geld sehen kann, wie man Geld händeln kann, welche Wirtschaftlichkeit eben auch eine Arbeitshandlung haben muss.
- 4:32:29Und war dafür zwei Jahre tätig in der Nähe von Köln und das war spannend, großartig, auch diesen Betrieb zu begleiten, auch in gewisser Weise aufzubauen.
- 4:32:40Und viele Sommelierinnen kommen irgendwann auf den Getrichter von Gastronomie in Handel zu wechseln.
- 4:32:52Was würdest du denen mitgeben, mit deinen zwei Jahren Erfahrung?
- 4:32:56Das ist eine sehr lehrreiche Erfahrung, aber man ist sehr blauäugig da reingeht.
- 4:33:01Wenn man vergisst dort oftmals, dass man zwar mit dem gleiche Medium arbeitet, aber einen ganz anderen Beruf ausübt.
- 4:33:11Und dann ist es eigentlich egal, ob man Wein verkauft oder Teppiche oder Temmomix oder Besteg oder was auch immer, wo man sich schnell reinarbeiten kann, aber es geht ums Verkaufen.
- 4:33:22Es ist ein anderer Beruf, es ist eine andere Leidenschaft, es ist eine andere Zielstellung dabei.
- 4:33:26Es geht nicht ums Glücklich machen, man hat kein Feedback, man hat eine ganz andere Kernaufgabe, eine andere Organisation, einen ganz anderen Marketingansatz.
- 4:33:34Und von dem her ist das in meinem Ansinn eigentlich das Vertalte, was man machen kann.
- 4:33:40Zu glauben, dass das naheliegendste ist und man als Weiterentwicklung das Ganze betrachtet.
- 4:33:48Anders hier zum Beispiel bei Thomas Sommer, der in einen Konsulting oder Nebengang ist, das war für mich smarter.
- 4:34:00Also da einfach in einen anderen Bereich zu gehen, das einfach anders weiter zu leben, das finde ich interessanter und damit seine Beratungsdietigkeit ähnlich zu agieren.
- 4:34:13Aber Reinhandel ist schwierig, es ist der Verkaufsmensch.
- 4:34:17Das könnte ich mir wiederum zum Beispiel bei dir Hans Martin vorstellen.
- 4:34:21Also ich glaube, du könntest auch gut Wein verkaufen, du wärst auch ein guter Händler.
- 4:34:25Was hat der Hans Martin vor Wein verkauft?
- 4:34:28Du warst ja entlang, du warst ja gerade in der Hans Martin Zeit.
- 4:34:31Er war ja angestellt, also das waren kleine Sorge.
- 4:34:34Kann ja durchaus auch sein, aber ich glaube, du könntest auch gut Wein nehmen.
- 4:34:38Nein, das konnte ich nicht.
- 4:34:40Ich würde das jetzt mal den Berliner Marktenden, der ein Spezifischer ist.
- 4:34:45Ich hatte natürlich Lust aufgrund meiner Vorbildung auf Feinwein, also keine Ahnung, für die nicht ganz so belegten.
- 4:34:51Irgendwie, dann ist das alles ab 40 Euro die Flasche.
- 4:34:54Das ist Feinwein, das ist teuer.
- 4:34:56Vor 10 Jahren war das noch eine andere Werte.
- 4:35:00Und ich musste schnell feststellen, dass bist du erstmal ein Espresso,
- 4:35:07ein kleines Café nachmittags, weil du dann ja zur Familie willst, 17, 30, 18 Uhr,
- 4:35:13weil sonst hast du ja nichts gewonnen.
- 4:35:15Wenn du nachmittags in einem gastronomischen Betrieb in Berlin, der schon Wein hat,
- 4:35:21hat er schon mehrere Händler.
- 4:35:23Schauen wir mal, jetzt sind schon voll.
- 4:35:25Alles schnell ist, alles da.
- 4:35:27Ja, gibt genug Wein. Die brauchen dich nicht.
- 4:35:29Bis das passiert war, dass ich mich da hinsetzen konnte, ohne dass mich jemand
- 4:35:34fragend angeguckt hat und gesagt, okay, jetzt willst du dein Café bezahlen?
- 4:35:38Oder was machst du jetzt genau hier?
- 4:35:40Hat das 2,5 Jahre gedauert.
- 4:35:44Also ich kann auch, das ist auch glaube ich wichtig, Faktorzeit.
- 4:35:48Alles was wir machen ist Faktorzeit.
- 4:35:51So wie will ich jetzt gerade potenziell das Scouting für die
- 4:35:54potenziellen nächste Restaurantleiterstelle in seinem Restaurant beschreiben?
- 4:35:59Das ist alles Faktorzeit.
- 4:36:01Das ist nicht nur Verantwortung und Ské-Set und Pädagogie,
- 4:36:04ist Faktorzeit.
- 4:36:06Wie meinst du, das ist Faktorzeit?
- 4:36:08Naja, ich kann nur in einer bestimmten Zeit, mit einem bestimmten, wenn ich habe,
- 4:36:12ein Maß an Zeit und ein Maß an Energie.
- 4:36:14Und man gegenüber hat ein Maß an Talent, sag ich jetzt mal,
- 4:36:17und auch ein Maß an Zeit und Energie.
- 4:36:20Und wenn das nicht passt zusammen, also wenn die, wie gesagt,
- 4:36:23wie hast du es genannt, wenn die Ansprüche nicht zügig genug vermittelt werden können
- 4:36:28und nicht zügig genug ausgearbeitet werden können durch beide Seiten,
- 4:36:31abarbeiten auf der einen, Ansprüche stellen auf der anderen.
- 4:36:35Wenn man für dieses, für diesen Handel, ja, wir sind ja gerade bei einem Weinhandel,
- 4:36:41wenn man dafür nicht genug Zeit hat, weil jemand nach einem Dreiviertel
- 4:36:44der schon wieder weg ist oder nach zwei Jahren, dann geht das halt nicht.
- 4:36:47Und also das war sehr langartig.
- 4:36:49Ich habe großen Respekt vor Weinhandel in Berlin.
- 4:36:53Ich war in Hamburg, ich kenne den Handel außerhalb von Berlin nicht.
- 4:36:57Aber ich habe drei Jahre die Luft hier schnuppern dürfen
- 4:37:00und das war ein hartes Boot.
- 4:37:02Restauranthöhe in Anführungsstrichen einzutreten, um deine Ware
- 4:37:06und das war richtig heißer Stoff.
- 4:37:08Ich möchte jetzt keine Namen nennen.
- 4:37:10Ich hatte teilweise heißen Stoff.
- 4:37:13Heute würde man sagen, ich habe Flaschen nach Westberlin
- 4:37:17in die Wassernähe in irgendwelche schönen Vorgärten getragen,
- 4:37:21wo Ferrari's standen, um die Pullen loszuwerden.
- 4:37:24Heute Abend haben wir einen Wein hier, netterweise von einem Weingut aus dem Burgund.
- 4:37:29Das haben wir nicht losbekommen damals.
- 4:37:31Da waren wir exklusiv und haben das nicht losbekommen.
- 4:37:34Das wollte keiner.
- 4:37:36Für Klein für Wirklichverhältnis, zum Beispiel heute sowieso kleines Geld.
- 4:37:39Weil das Weinverkauf ist hart.
- 4:37:41Aber mir genauso.
- 4:37:42Also die Spezialisierung war ja letztlich aus Burgund ausgerichtet
- 4:37:45und das irgendwie dann zu platzieren war recht schwer.
- 4:37:48Und zwar für mich ein ganz ganz großes Lehrstück
- 4:37:50und daher für mich auch der ganz natürliche Weg heraus aus dem Handel hinzu.
- 4:37:54Und dann bist du im Prinzip zurück ins Restaurant gegangen.
- 4:37:57Dann bin ich zurück in die Gastronomie gegangen.
- 4:38:00Genau.
- 4:38:01Und wusste genau, ich brauche nicht zurück in die Sterne Gastronomie zu gehen,
- 4:38:05weil ich mit einem Chef, mit einem Koch das Idealschen hatte, mit Dieter Müller.
- 4:38:13Und jeder Koch danach würde nur verlieren.
- 4:38:15Und ich würde es immer daran messen.
- 4:38:17Deswegen dachte ich, wäre so der nächste Schritten, die persönliche Weiterentwicklung, die Selbstständigkeit.
- 4:38:23Und habe den Ort geschaffen oder versucht zu schaffen, wo ich selber gerne hätte sein wollen.
- 4:38:30Weil damals um 2007 war das ganz große Problem,
- 4:38:35dass man nirgends Wein trinken konnte,
- 4:38:37ohne ein hochdecoriertes Restaurant zu gehen.
- 4:38:40Ein Restaurant, das irgendwie 1, 2, 3 Sterne hat,
- 4:38:42von Tolle Weinkarte aus eine Weinberatung.
- 4:38:44Man muss immer dabei essen.
- 4:38:46Ich wollte einen Ort schaffen, wo man Tolle Wein trinken kann,
- 4:38:48einigermaßen anspruchsvolle Weinberatung bekommt.
- 4:38:52Und einfach mit Freunden sich treffen kann
- 4:38:56und einfach Wein und dann in dem Fall Käse genießen kann.
- 4:39:00Und dafür wollte ich eine Weinbar er schaffen.
- 4:39:04Und das ist ein Städtchen, was relativ unbelegt,
- 4:39:08aber trotzdem in einer Entwicklungsphase war.
- 4:39:11Und zwar damals Dresden.
- 4:39:13Also wir haben mit meiner damaligen Frau,
- 4:39:16da steht ja so ein Pot geworfen,
- 4:39:18haben es einmal durcheinander gewürfelt.
- 4:39:20Und die für uns Interessante ist,
- 4:39:22das war damals Dresden 2007.
- 4:39:24Wie kam das mit Dresden,
- 4:39:26dass das besonders interessant für euch, für dich war?
- 4:39:29Es war viel am Aufblühen, es hatte viel Energie.
- 4:39:32Es war vieles noch nicht beschritten.
- 4:39:34Es war eine, ihr zu einem Nachhinein betrachtet,
- 4:39:38nicht einfache Entscheidung, aber eine dankbare Entscheidung.
- 4:39:42Wir wären jetzt zum Beispiel nach Berlin,
- 4:39:44wir wären nach München,
- 4:39:46wir wären nach Frankfurt, nach Hamburg gegangen.
- 4:39:48Wäre dieses Projekt viel, viel schneller,
- 4:39:51sehr fruchtbar gewesen und viel hipper gewesen.
- 4:39:54Und in Dresden hat es recht lange gedauert,
- 4:39:58bis es angelaufen ist.
- 4:40:02Aber als es dann lief, lief es sehr gut.
- 4:40:05Und von dem her war es nur eine sehr gute Entscheidung.
- 4:40:08Total Zeit.
- 4:40:10Ganz gravierend.
- 4:40:12Aber es wurde nicht so schnell verbrannt.
- 4:40:14Das war eben so, dass Dursand dabei.
- 4:40:17Aber es hat halt 2, 3 Jahre gedauert, bis es wahrgenommen wurde.
- 4:40:23Wie hast du die Anfangsdurststrecke,
- 4:40:28die Anfangszeit wahrgenommen?
- 4:40:31Also so ein, 2 Jahre hast du gerade gesagt, 3 Jahre,
- 4:40:37das sind 1.000 Tage jetzt mal so,
- 4:40:39wir waren da umgeschossen, das ist viel, viel.
- 4:40:43Das ist 1.000 mal hinlegen und 1.000 mal aufstehen.
- 4:40:46Das nimmt eine ganze Menge.
- 4:40:48Und da kann man ja auch die Nerven verlieren oder so.
- 4:40:52Oder wie würdest du diese Zeit im Prinzip beschreiben?
- 4:40:55Ich habe mich an den Leuten und Menschen erfreut, die daran.
- 4:41:00Und es waren halt so die ersten, keine Ahnung,
- 4:41:05die waren so ein Tagesumsatz von 1 bis 300 Euro.
- 4:41:12Und habe es halt versucht, auch am Anfang allein zu bewältigen.
- 4:41:16Dann irgendwann waren es 500 Euro, dann 700 Euro
- 4:41:19und hat sich langsam entwickelt, irgendwie tragbar war es.
- 4:41:23Also beim ersten Angestellten hatte ich nach,
- 4:41:26ich glaube, nach 8 oder 9 Monaten.
- 4:41:29Und es ist interessant dabei, nach einer Woche,
- 4:41:32nachdem ich sie eingestellt hatte, hat sie mir gesagt, sie schwanger.
- 4:41:36Was sie hat?
- 4:41:40Ich habe einen neuen Angestellten gesucht,
- 4:41:42ein neuer Angestellte gesucht, aber es ging dann weiter.
- 4:41:44Das sind aber so die Rückschläge, die man irgendwo hat.
- 4:41:47Also es war viel Arbeit, zwar viel Angestellments,
- 4:41:50aber dann eben auch in diesen 16 Jahren
- 4:41:53unfassbar viel Dankbarkeit, Anerkennung, Großartigkeit,
- 4:41:57Wirtschaftlichkeit.
- 4:41:59Also alles, was man sich irgendwie erträumen kann
- 4:42:02und wahrscheinlich eben darauf und dir,
- 4:42:05dass wir die Zeit hatten, die Ruhe hatten, die Geduld hatten.
- 4:42:08Und ich glaube, bei mir war es,
- 4:42:12das Credo, das wir nicht Geld verdienen wollten.
- 4:42:15Wir wollten einfach Menschen glücklich machen.
- 4:42:18Ich wollte oder mussten?
- 4:42:20Ich sage das jetzt mal so ganz scharf, weil das ist der Ernst.
- 4:42:23Wir haben alles mit zwei Kindern, Familie, Hausaufbau.
- 4:42:29Wir müssen es irgendwie...
- 4:42:33Was war die erste Entscheidung?
- 4:42:36Oder wie kam die Entscheidung, die erste Person einzustellen?
- 4:42:39An woran hast du da angefangen?
- 4:42:42Das ist halt wirklich aus den 9 Stunden, 12, 18 Stunden wurden
- 4:42:48und es einfach nicht mehr machbar war.
- 4:42:52Also dass man halt das Geschirr hinten gestapelt hat
- 4:42:55und dann irgendwann angefangen hat, hinten...
- 4:42:57Alles noch wegzupulieren?
- 4:42:58...dann irgendwie wegzupulieren, nachdem die Gäste waren und so weiter.
- 4:43:01Es fing halt mehr oder weniger am Anfang an, wo man sagt,
- 4:43:04was braucht man oder was brauche ich,
- 4:43:07was kann ich wirklich leisten,
- 4:43:09welches Income habe ich und so weiter.
- 4:43:12Und damit ich nicht am Anfang verkaufen muss,
- 4:43:15wollte ich erstmal ganz nach und nach das Geschäft aufbauen.
- 4:43:21Hm.
- 4:43:26Und was meinst du, wie ist das dazu gekommen,
- 4:43:30dass man bei euch ein anderthalb Jahre vorher
- 4:43:33ein Tisch reservieren musste, um irgendwie einen Platz zu kriegen?
- 4:43:36Also was hat dazu reingespielt,
- 4:43:39was ich also von außen betrachtet nie verstanden habe,
- 4:43:43wie... also ich habe auch in der Weinbarge gearbeitet in Berlin
- 4:43:46und da sind die Leute halt reingekommen oder halt nicht,
- 4:43:49aber sind reingekommen.
- 4:43:50Was bei uns am Anfang auch?
- 4:43:51Also später so in Hochzeiten, das ist ja so das,
- 4:43:54wo man selber sich gefragt hat,
- 4:43:57dass es wirklich noch war,
- 4:43:58waren es dann so drei, vier Jahre im Voraus,
- 4:44:00dass man ein Tisch reservieren musste.
- 4:44:02Es hat sich entwickelt so nach und nach,
- 4:44:05also wo man natürlich mit der Reservierung gearbeitet hat,
- 4:44:07wie in jedem Lokal.
- 4:44:09Und es war ja klein, 20, 30 Plätze.
- 4:44:12Es war eigentlich groß.
- 4:44:14Oder 25 Plätze, wenn es wirklich super voll war,
- 4:44:16waren es 30 Plätze.
- 4:44:18Und jeder, der da war,
- 4:44:21fand es halt interessant und sagt,
- 4:44:23okay, ich komme zweimal im Monat.
- 4:44:26Und das ist dann halt fürs nächste Jahr,
- 4:44:30komme ich zweimal im Monat.
- 4:44:31Und wenn zweimal im Monat zwei Leute sagen
- 4:44:34und das dann 500 Reservierung,
- 4:44:36dann multipliziert sich das automatisch.
- 4:44:38Also wie so ein Art Friseur-Timing,
- 4:44:39den man für das ganze Jahr vormacht.
- 4:44:41Also man weiß, man muss in zwei Monaten eh wiedergehen,
- 4:44:44weil die Haare wachsen oder zu lang sind oder irgendwie.
- 4:44:47Und dann machst du halt den ganzen Reservierste einmal das Jahr durch.
- 4:44:51Im Prinzip hatten wir eigentlich nun Stamm-Clientel von vielleicht 700 Leuten,
- 4:44:56die halt ihre zwischen zwei und vier Terminen im Jahr hatten.
- 4:45:00Und so hat sich das eben komplett durchgezogen.
- 4:45:03War die Weinkarte, die ihr in der Weinkultur war,
- 4:45:07hattet die beste Karte, mit der du gearbeitet hast?
- 4:45:11Es war die vielseitigste Karte.
- 4:45:15Und zwar eigentlich auch, glaube ich, schon die Beste, die Interessanteste.
- 4:45:20Und vor allen Dingen die, das finde ich so wahnsinnig spannend,
- 4:45:25die günstigste Karte.
- 4:45:27Die war so unfassbar und unverschämt günstig.
- 4:45:30Und das resultierte wahrscheinlich aus euren System heraus,
- 4:45:35was ihr damals in Windage, ich habe immer Vintage gesagt,
- 4:45:39mit Claudia gesprochen, aber die sagte,
- 4:45:41das heißt, sie hieß niemals Windage.
- 4:45:43Dann hieß immer Windage.
- 4:45:45Gesehen hatte, so habe ich es damals auch angewendet,
- 4:45:49dass man halt ein Außerhauspreis hatte und den mit einem Korkelt einfach versehen hatte.
- 4:45:54Und so habe ich die Karte kalkuliert.
- 4:45:56Und damit war die so unfassbar günstig.
- 4:45:59Das heißt, bei uns gab es große Gewächse für, also große Gewächse, keine Ahnung.
- 4:46:03Werheim, Christmann, Idich für 40 Euro.
- 4:46:08Alte Jahrgänge durch die Bank.
- 4:46:11Romier, wer wir den heutigen hatten haben,
- 4:46:14gab es für damals, also kein Angst, 2008, für 100 Euro, 80 Euro.
- 4:46:21Ein Außerhauspreis mal oder plus 10 Euro.
- 4:46:26irgendwie Bordeaux Fischart gab es für 120 Euro.
- 4:46:31Und das Interessante war aber dabei und das fand ich dann wiederum so spannend,
- 4:46:37dass pro Monat hat vielleicht eine Person,
- 4:46:41vielleicht manchmal alle zwei Monate eine Person, eine Flasche von der Karte gewählt.
- 4:46:44Tots dieser wahnsinnig super günstigen Preise.
- 4:46:47Keine Ahnung, wo der Christall gab es für 140 Euro.
- 4:46:51Weil du ja auch einfach verschiedene Themen angeboten hast.
- 4:46:54Weil wir haben ganz viele Weine beim Glas hatten.
- 4:46:56Und zwar wesentlich interessanter, die Weine beim Glas zu probieren.
- 4:46:59Keine Ahnung, 10 verschiedene Sonnen im Blau.
- 4:47:0115 verschiedene Burgunder.
- 4:47:0310 verschiedene Bordeaux nehmen, da zu probieren.
- 4:47:05Da war die Karte, die 200.000 Position hatte, die unfassbar günstig hatte,
- 4:47:10war so eigentlich extrem interessant.
- 4:47:14Die war wunderschön aufgemacht, es war ein dickes Buch.
- 4:47:17Aber ich brauch die nur einmal im Jahr drucken, weil keiner die Weine von der Karte gedrungen hat.
- 4:47:22Was haben die Leute von diesen Themen, die du da gemacht hast, am meisten genommen?
- 4:47:28Eigentlich immer die Begleitung von Weinenkäse.
- 4:47:31Also diese Inspiration, wo man sagt, man hat halt pro 3, 4 Käse 2, 3 Weine.
- 4:47:38Ja, man braucht nicht mehr, man hat so viel Geschmackserlebnis, einfach mit ein Stückchen Käse.
- 4:47:43Das weiß jeder von uns, das hat jeder von uns auch schon mal probiert.
- 4:47:48Aber wenn du es wirklich erlebst, dass du einen Epoß hast,
- 4:47:50und du hast auf der einen Seite einen Burgunder dabei,
- 4:47:54du hast ein Esers Süßwein, und du hast halt irgendwie ein Fortified Wein,
- 4:48:01ist der Himmel.
- 4:48:04Wo hast du deine Käse hergekriegt?
- 4:48:06Aus Frankreich. Wir hatten vier verschiedene Affineure.
- 4:48:11Hauptsache, ich habe mit Tourette zusammengearbeitet in Strasburg,
- 4:48:15und haben halt so pro Woche um die 120 kg verkauft, also schon nicht wenig.
- 4:48:21Also ich hatte mir halt perfekt gereiften Käse,
- 4:48:23und beim Käse ist es halt genauso wie bei Obst zum Beispiel.
- 4:48:26Du kannst einen Obst früh lesen und irgendwie dann ...
- 4:48:30Das ist ja kein Käse, ich komme so Obst heutzutage.
- 4:48:32Ja, aber so ein perfekt gereiften Apfel oder ein perfekt gereiften Zitronen,
- 4:48:37du kannst die mit der Schale essen.
- 4:48:39Ganz rein bei, ist mit der Schale, wenn die perfekt gereift ist, vom Baum.
- 4:48:44Und so ist es beim Käse auch, wenn Käse perfekt gereift ist,
- 4:48:47das ist eine solche Offenbarung, Aromenaufbarung, die ist einzigartig.
- 4:48:52Und das findest du halt ganz, ganz selten.
- 4:48:54Ich find's halt teilweise so bedauerlich, wenn du halt in irgendeinem Restaurants gehst,
- 4:48:57du siehst diese ganze Käseleichen, die dort auf den Wagen umhergefahren werden.
- 4:49:02Die Käseleichen, wie würdest du eine Käseleiche beschreiben?
- 4:49:06Wenn es ...
- 4:49:08Wenn es also die meisten Restaurateur gehen hin und kaufen ihre Käse viel zu grün,
- 4:49:16die halt Obst auch grün eingekauft wurden auf dem langen Transportweg, dann irgendwie nachreift,
- 4:49:21so werden auch die Käse dann irgendwie grün eingekauft, teilweise eingefroren,
- 4:49:26aufgetaut, damit sie irgendwie dann an dem Tag performen können.
- 4:49:30Aber ihm perfekt aus dem Keller, aus dem Reifekeller rauszukaufen,
- 4:49:35in der von kürzester Zeit dann irgendwie auf den Käsezelle zu transportieren und dann so zu genießen ist ...
- 4:49:44... und dann ist es im Ehrbach gelernt, der Käsewang, weil in der also zuerst die Käsewang oder die Käseauswahl,
- 4:49:49die mit Dieter Müller in Verbindung gebracht wird, war ja eine der umfangreichsten ...
- 4:49:53Mit André Thoman, ja.
- 4:49:54Ich hab das damals in der Speisenmeisterreich gelernt.
- 4:49:58Da hab ich den Käse schon innen gehabt und wir hatten 30 verschiedene Käse.
- 4:50:06Ich hab damals schon im Torhett zusammen gearbeitet und wir haben das extrem zelebriert,
- 4:50:12was man in der Käseliebe entdeckt.
- 4:50:14Im Leerbach war es eine extrem große Auswahl, der Käsewang war wahnsinnig imposant.
- 4:50:19Aber es waren ...
- 4:50:21Ja, Käsewang 4?
- 4:50:22Nee, einer war das.
- 4:50:234 waren komm ich bei Kaufmann, er hatte, glaube ich, 2 oder 3.
- 4:50:29Nein, nein, nein, nein, nein, als ich meine 2 Tage dort hatte, war es so, war da so viele Käse,
- 4:50:37wo ich dachte, Gott, das will, wie kann man denn so viele Käse haben?
- 4:50:40Ich würde sagen, dass 2. der Käse wurden zu dem Champagner, den wir am Samstagabend hatten gegessen.
- 4:50:48Also er wurde nicht konsumiert, das war einfach ein Showwagen.
- 4:50:50Ah, Showwagen, okay.
- 4:50:51Und das Schöne bei uns ...
- 4:50:53Das war wirklich ...
- 4:50:55Das Schöne bei uns ...
- 4:50:56Ja, das war beeindruckend.
- 4:50:57Heute wird doch darüber geredet.
- 4:50:59Das ist das, was man dann irgendwie auch in der Gastronomie erreichen möchte.
- 4:51:02Dass man irgendwie beeindruckt.
- 4:51:04Ja, also schonmal mit dieses komische Eisfachtun, das ist jetzt mal so, sage ich jetzt hier Franzin und Co.
- 4:51:09Keinerseits, wo schonmal irgendwie die Produkte drin liegen und die es dann abends in die Menü geht,
- 4:51:15sondern ist anderes.
- 4:51:16Also es ist doch wie eine schöne Auslage auf irgendeinem schönen Obststand in Paris oder in Mittelitalien,
- 4:51:23wo sich jemand einfach mal richtig Mühe gegeben hat.
- 4:51:26Ist das nicht schön?
- 4:51:28Ist Größe beider Weinkarte das Einzige?
- 4:51:31Oder findest du das ...
- 4:51:33Wegen Käse ganz kurz noch, also für mich war halt in meinem Laden das wirklich essentielle,
- 4:51:40dass wir 0,0 Abschnitte oder Sachen weggeschmissen haben.
- 4:51:48Das sind alles verbraucht haben.
- 4:51:51Und das fand ich toll.
- 4:51:52Also wir hatten einen Biomüll-Eimer, der war diese typischen 30 Liter Eimer, die man kennt,
- 4:52:01und der war halb voll jeden Abend.
- 4:52:03Und du hast selber eine Gastronomie, du weißt, was es heißt.
- 4:52:06Also Brot, wir haben halt zu jedem, wenn jemand kam, hat er automatisch schon Olivenbrot etc. bekommen,
- 4:52:12so seinem Olivenöl und so weiter, dass man so einen Fundament dabei hat.
- 4:52:16Und es wurde alles gegessen, es wurde nichts weggeschmissen.
- 4:52:19Es wird nicht so gut und so wichtig, dass man nichts weggeschmeißt.
- 4:52:22Also dass du das jetzt gerade noch mal so betonst, also Billy, du machst daraus eine sehr, sehr gut kommunizierte Tugend auch, 0 Waste.
- 4:52:33Also anders geht das doch auch gar nicht, oder?
- 4:52:37Also ich stelle das jetzt mal so als gesunden Menschen verstand in, und natürlich ist unsere Gesellschaft nicht so,
- 4:52:44keine Ahnung, Amazon und McDonalds und was ist alles so, ja, was für die, die ganz, also das Gegenteil von dem ist.
- 4:52:52Aber wenn wir über das sprechen, was wir machen, dann kann es doch nur 0 Waste sein.
- 4:52:56Also es ist ja alles so precious, es ist ja alles so teuer, so wertvoll, so schön.
- 4:53:00Und ich finde, dass du das jetzt betonst, finde ich auch richtig, dass die Leute nicht denken, ja, es wird alles weggeschmissen.
- 4:53:07Es war für mich ein Erfolgskonzept, dass wir einfach in der Situation, wo wir waren.
- 4:53:12Und sonst bist du doch einfach pleite, wenn es dein Geld ist und du eine Erbschaft im Hintergrund hast.
- 4:53:17Du kannst auch kalkulieren, also von dem geht es nicht.
- 4:53:19Aber bei mir war ein Punkt in der Kalkulation, dass wir halt von vornherein, das erst mal wachhaltig und riskant, auf 100% kalkuliert haben.
- 4:53:28Also wir haben diesen Laden von vornherein darauf kalkuliert, dass er jeden Tag voll ist.
- 4:53:35Und die meisten, also wahrscheinlich 90% auf 95% aller vernünftig kalkulierenden Menschen, gehen davon aus, dass der Laden an 2 Tagen voll ist,
- 4:53:44und an 3 Tagen leer.
- 4:53:46Vielleicht 20% Beliebung.
- 4:53:49Und das aufgrund eben auch der Preise, was natürlich 4 in Gastronomen auch in gewisser Dorn im Auge war, war dementsprechend günstig.
- 4:53:58Deswegen konnten wir auch diese Preise nehmen und auch im Wasser günstig anbieten, Kaffee günstig anbieten.
- 4:54:04Das heißt, die Theorie, die du jetzt sagst, ist, wenn wir alle günstiger kalkulieren würden, wenn wir volle Restaurants sehen würden,
- 4:54:13also wenn wir volle Restaurants kalkulieren würden, würden wir automatisch mehr umsetzen, aber wir würden auch mehr Umsatz machen und mehr Gäste ansprechen, weil mehr verkauft wird.
- 4:54:27Keine Ahnung, kann ich nicht sagen.
- 4:54:28Also in anderen Nationen funktioniert es, in Österreich, in Italien, in Frankreich funktioniert es.
- 4:54:35Da gehen Leute aber auch an das Essen, die sind aber auch nicht so geizig wie die Deutschen, nicht so essensgeizig.
- 4:54:42Und daher weiß ich, glaube ich, ob so was funktionieren würde.
- 4:54:47Aber bei uns hat es langfristig funktioniert, weil wir halt voll wurden im kleinen Laden, wenn wir in 3. Plätze laden werden, wüsste ich nicht, ob so was funktionieren würde.
- 4:54:57Vielleicht wäre so was auch mega kultig, dass jeder ein Kersteller ist, ein 300 Tische-Laden oder Plätze-Laden.
- 4:55:05Wie viele Weine hatte ihr am Ende auf der Katern?
- 4:55:10Wir hatten wahrscheinlich so um die 120 offenen und ungefähr 3.000, 3.500 Flaschen.
- 4:55:19Verschiedene. Mit einem Stockbestand hinten dran, von 1 bis...
- 4:55:26Ein 1 bis 60 oder 120 oder so was.
- 4:55:30Das heißt, wenn dann die Zehnersubbing-Reise gebucht wurde und du 10 Schlücke ausgeschenkt hast, hast du 10 Schlücke ausgeschenkt oder hast du... wie hast du das gemacht?
- 4:55:4010 mal 0 1 dann.
- 4:55:4210 mal 0 1.
- 4:55:43Das heißt, die Leute haben auf einmal 10 Gläser 0 1 bekommen?
- 4:55:47Das war bei uns diese relativ lange Reservierungszeit.
- 4:55:51Hatten wir einen relativ starken Pro-Kopf-Umsatz von 1,5 Flaschen.
- 4:55:59Erst mit Käse, dann mit viel. Also ich hatte mit ausreichend Fett.
- 4:56:04Und wenn du noch Carps dazu hast, dann tatsächlich wollte ich trotzdem kommen, um mal noch zu servieren.
- 4:56:08Wir hatten ja auch eine Durchschnittsverweildauer.
- 4:56:11Also wir hatten 2 Seatings von 15 bis 18 und von 18 bis Open End mehr oder weniger.
- 4:56:16Und dann Open End war halt... Leute saßen mal uns 6 Stunden, 6-8 Stunden.
- 4:56:22Du warst die letzte Zeit da auch?
- 4:56:24Ja.
- 4:56:26Also für mich war so dieses typische Sternekredo, dass man halt mit jedem oder jedem Gast verabschiedet.
- 4:56:32Bis zum... also bis irgendwie 3 Jahre vor Schluss, wo ich da ein bisschen eher gegangen bin.
- 4:56:38Glaubst du, dass das einen hohen Prozentsatz deiner Auslastung ausgemacht hat?
- 4:56:42Ohne Frage, ja. Persönlichkeitsbindung.
- 4:56:45Wenn das jetzt mal Ethos?
- 4:56:47Ja, glaube ich ja.
- 4:56:48Deine Arbeitsaufassung, ja?
- 4:56:49Keine Ahnung. Wahrscheinlich, ich war wahrscheinlich nicht fähig genug, Leute entsprechend zu mal einen Vertrauen zu haben.
- 4:56:55Abzurichten.
- 4:56:56Oder abzurichten oder auszubilden oder wie rummer.
- 4:56:59Das ist dein Laden.
- 4:57:00Also ich würde es eigentlich mal in der Unfähigkeit zugesprechen.
- 4:57:03Ich glaube, man kann es machen, dass man diese Kompetenz einfach übertragen und auch andere übersprechen kann
- 4:57:10und denen auch damit freutschenken kann. Also das ist mein Fehler.
- 4:57:13Wie war das Erlebnis, wenn du nicht da warst?
- 4:57:16Warst du mal nicht da?
- 4:57:18Ähm...
- 4:57:20Ich glaube irgendwie ein, zwei Tage wahrscheinlich nicht.
- 4:57:25In 16 Jahren?
- 4:57:27Nee, in 14 Jahren und dann mit Corona hat sich vieles verändert.
- 4:57:32Aber davor war ich wahrscheinlich irgendwie ein, zwei Tage nicht da.
- 4:57:37Fünf Tage die Woche.
- 4:57:38Ja.
- 4:57:39Übermerrendes Wett.
- 4:57:40Überhaupt gar nicht. Hatten Spaß gemacht, also von dem her.
- 4:57:43Wie hast du in dem ganzen Familie mit eingeschlossen?
- 4:57:48Dass jedes Familie mit seinen Zeit hatte.
- 4:57:51Also die auch ganz wichtig und ganz...
- 4:57:54Deine Familie?
- 4:57:55Meine Familie, ja.
- 4:57:57Wenn du fünf Tage die Woche arbeitest und du bist von 15 Uhr bis zu Ende da, dann ist ja noch Vorbereitungszeit mit dabei.
- 4:58:05Das war ja in der ersten Zeit, war es halt von neun Uhr bis dann irgendwie nach zum zwei.
- 4:58:10Ja.
- 4:58:11Aber wie findet da Familie statt?
- 4:58:14Dass ich halt morgens mit den Kindern aufgestanden bin, die Kinder fertig gemacht habe, in den Kindergarten gebracht habe und in den Laden gefahren bin.
- 4:58:21Dann ähm...
- 4:58:23an den freien Tagen für die Kinder da war.
- 4:58:26Also wenig Feinreusung gemacht habe.
- 4:58:28Und somit hatte ich meine tägliche Kinderzeit zu einer anderen Zeit als vielleicht jeder andere, der seine Kinder abholt und dann irgendwie die ins Bett bringt oder sonstiges.
- 4:58:40Und an freien Tagen war es für mich ganz wichtig, Familie und Kinderzeit zu haben.
- 4:58:44Und das ist eben so eine andere Denkweise manchmal auch, dass ich nicht diese viele Zeit mit den Kindern hatte.
- 4:58:52Aber dann, wenn die Kinder da waren, hatte ich halt eine ganz intensive Zeit mit den Kindern.
- 4:58:57Wie, wo bleibt die Person Silvio dabei?
- 4:59:02In allen diesen Dingen.
- 4:59:04Genau.
- 4:59:05Es gibt für mich nichts Schöneres als zu arbeiten und Familie.
- 4:59:09Und also mehr Silvio kann gar nicht sein.
- 4:59:12Und ich brauche mich gar nicht mehr, ich verwirke mich ja durch die Arbeit und durch die Familie.
- 4:59:19War das die Frage oder?
- 4:59:23Das ist die Frage.
- 4:59:24Genau, das ist die Frage.
- 4:59:25Das ist ja die Frage, wie, also ich stelle mir vor, das hört jetzt jemand.
- 4:59:29Und ich würde mir die Frage stellen, wo bleibe ich eigentlich in dem Ganzen?
- 4:59:34Also meine Zeit, die Me-Time, wie man heutzutage im Neudeutsch im Prinzip sagt.
- 4:59:40Aber ist ja meins, wenn ich tolle Menschen um mich habe.
- 4:59:43Gezwungen worden bist du nicht?
- 4:59:45Nein, nein, gezwungen nicht.
- 4:59:47Nein, ja, aber es gibt ja auch der Moment, wo man für sich mal sein möchte, mal alleine ins Kino gehen möchte.
- 4:59:55Dann lasst du keine Familie gründen in der Gastronomie arbeiten, das ist ja absurd.
- 4:59:58Aber es ist ja in dem Sinne auch nicht vergessen, ein gewisser Zeit zu sich.
- 5:00:05Und haben Sie auch mal Zeit für sich?
- 5:00:06Ich mache keine Zeit für mich, wenn ich Zeit für mich bräuchte, dann wäre ich keine Ahnung, Urmacher, in Beidenerhau oder so.
- 5:00:12Dann habe ich Zeit für mich und brauche eine ruhige Hand, dann gehe ich dann nach Hause.
- 5:00:17Ist doch in Ordnung, ist doch auch super, ja brauche ich offensichtlich nicht.
- 5:00:20Also keine Ahnung, ob ich vielleicht auch nicht reflektieren will oder weil ich bestimmte Dinge,
- 5:00:25weil ich keinen Sport machen will, weil ich keinen Lust habe und lieber abends ein Burger noch esse, After hours.
- 5:00:30Also was denn, ist doch super.
- 5:00:33Ja, nein, und ich denke, es ist halt ein Zeitfenster.
- 5:00:38Können wir das bitte als Zitat mit ein bisschen lassen?
- 5:00:42Ich brauche keine Zeit für mich, ich bin hier Familie.
- 5:00:46Nein, es ist doch noch Probleme, also dann möchte ich aber auch für mich aufbinden.
- 5:00:51Denen sage ich, verkaube ich Deiner Frau.
- 5:00:54Ich habe wirklich sehr viel Geld.
- 5:00:59Nein, aber davon abgesehen, betracht das, finde ich in irgendeiner Form realistisch.
- 5:01:04Wir haben unser Leben im Idealfall einigermaßen 80 Jahre.
- 5:01:08Oh!
- 5:01:10Hoffe ich, und gehe ich mal davon aus.
- 5:01:12Glück auf!
- 5:01:14Und davon ist dieses Reine, wir bekommen unser Kind und geben unser Kind irgendwo weg, 20 Jahre.
- 5:01:22Also ein Viertel, erfüllende Zeit.
- 5:01:26Und ich habe danach viel Zeit irgendwie für mich, hat davor viel Zeit für mich.
- 5:01:31Warum muss ich in diesen 20 Jahren wirklich darauf pochen, diese Meatime zu haben?
- 5:01:37Klar, wenn ich zeitversetzte Kinder bekommen, sind es vielleicht 25 Jahre, vielleicht 28 Jahre.
- 5:01:42Aber wenn ich, also das Reine realistische, in dem Sinne betrachte,
- 5:01:46sind ja von diesen 28 Jahren vielleicht auch nur 10 oder 50 Jahren,
- 5:01:51wo ich wirklich konsequent für die Kinder da sein muss.
- 5:01:54Hans Martin, sehe ich das falsch?
- 5:01:59Nein!
- 5:02:01Hans Martin sagt, "Nö", ist aber zu weit weg von dem Mikrofon, deswegen hört man ihn nicht.
- 5:02:06Deswegen hört man ihn nicht.
- 5:02:08Entschuldigt bitte.
- 5:02:10Was trinken wir denn, Hans Martin?
- 5:02:12Also wir trinken eigentlich gar nichts. Hans Martin trinkt eigentlich.
- 5:02:17Wir haben mich schon in der Auto gerichtet, hat Johannes vorher weggetrunken.
- 5:02:21Ja, aber trink ich nicht.
- 5:02:23Das macht sich schon ganz gut an.
- 5:02:25Niemals vor der Arbeit?
- 5:02:27Schön nur heimlich auf.
- 5:02:29Nee, gar nicht.
- 5:02:31Hatten Sie voll aufs Thema?
- 5:02:33Würdest du mit Gästen trinken?
- 5:02:35Nein, trink ich nicht mit Gästen.
- 5:02:37DRC, DRC anbieten?
- 5:02:39Noch so ein Uterspruch, Gäste sind nicht meine Freunde.
- 5:02:42Genau, sind nicht meine Freunde.
- 5:02:44Du auch?
- 5:02:46Das würde gerade mit diesem Podcast ganz viele Entfreundungen geben von deiner Seite.
- 5:02:50Nein, gibt's nicht.
- 5:02:52Ich mag diese Menschen, also davon abgesehen.
- 5:02:54Ich bin für die Freunde, aber ich bin für Gäste.
- 5:02:57Das ist was ganz anderes.
- 5:02:59Ich kann in der Dienstleistung nicht genießen, das funktioniert nicht.
- 5:03:02Das hat schon mal jemand hier gesagt, mit der sehr Dienstleistung.
- 5:03:05Man ist Dienstleister.
- 5:03:07Ja, also nicht, weil ich nur meinen Dienst leiste.
- 5:03:09Aber ich möchte, es geht mir um diese Menschen, es geht nicht um mich.
- 5:03:12Ich mag mich richtig gut und so.
- 5:03:15Aber es geht um die Gäste mit ihrem Rumpfwässer zu,
- 5:03:18das ist auch immer eine Konti.
- 5:03:20Darum geht es, dass das, das, das muss laufen.
- 5:03:23Das ist doch, also da brauch ich doch keinen Wein trinken.
- 5:03:26Da brauch ich, muss ich hydriert sein und etwas gegessen haben
- 5:03:29und zwischendurch mal meiner Notdorf nachgehen,
- 5:03:32um die Erne waschen können.
- 5:03:34Dann hat das so Dinge, so eine Betür Grundbetürfnisse.
- 5:03:36Dazu gehört Wein trinken, gehört da zu mich.
- 5:03:38Nee, ja, um jetzt mal hier Advokatos Diaboli oder so,
- 5:03:43mal Willis Seite mal zu übernehmen.
- 5:03:45Der Moment, den ich mit meiner Tochter verpasse
- 5:03:48oder mit meinem Sohn jetzt verpasse, der kommt nicht wieder.
- 5:03:51Das ist so.
- 5:03:53Aber ich habe das, ich habe das, ich habe meine Familie, hoffentlich,
- 5:03:57das wird bei dir aufzusagen, ihr werdet darüber gesprochen haben.
- 5:04:01Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hinter vorgehaltener Hand
- 5:04:04deiner Frau, so schätzt sich die nicht ein, ohne sie jetzt zu kennen.
- 5:04:07Du hast mit deiner Frau zusammengearbeitet?
- 5:04:10Ah, na dann.
- 5:04:12Also, wir...
- 5:04:14Wo waren die Kinder, wenn ihr mit deiner Frau zusammenkam?
- 5:04:18Genau, Kindermädchen ist das, was meine Mutter immer vorschlägt.
- 5:04:22Meine Frau liebt ihrem Beruf und ich liebe meinen Beruf.
- 5:04:25Und die sagt dann immer mal, um so ein bisschen wie Zuch in die ganze Geschichte zu bringen.
- 5:04:31Sagt immer, Kindermädchen, ist ja ja, dann kannst du einmal einzusuchen,
- 5:04:34was passt? Das ist nahezu unmöglich.
- 5:04:37Also, dieser Job mit der Passion, das ist auch unerheblich,
- 5:04:40ob du jetzt Herzchirurg bist oder meine Frauspsychologin
- 5:04:43oder Vollblut Gastronom oder Sommelier
- 5:04:46oder, was heißt ich?
- 5:04:48Oder Schreiner.
- 5:04:50Mit einem ganz speziellen Bergstadt, das ist unerheblich.
- 5:04:54Das ist so.
- 5:04:56Und den einzigen Strohhalm, den ich habe, oder den ich habe,
- 5:04:59ist, dass meine Mutter ihren Vater ganz doll geliebt hat.
- 5:05:02Und der war nie da.
- 5:05:04Da hat die mir Geschichten erzählt,
- 5:05:06irgendwie, dass sie auf Wangeroge geweint hat
- 5:05:10und gebetet hat, dass es Sturm gibt, damit die Fehler nicht fährt.
- 5:05:13Damit der Papa nicht wegfahren kann.
- 5:05:15Also dramatische Geschichten, die lebt in Abgöttisch.
- 5:05:18Ich hoffe auf solch ein Ende.
- 5:05:21Ich bin viel nicht da und du warst auch viel nicht da.
- 5:05:24Und so ist das.
- 5:05:26Und so ist das.
- 5:05:28Ansonsten wärst du da gewesen,
- 5:05:30ansonsten hättest du einen anderen Job gemacht
- 5:05:32und wärst da nicht, und ich meine jetzt nicht,
- 5:05:35ansonsten wärst du nicht für, hättest du dich nicht für
- 5:05:38deinen Job und gegen deine Kinder entschieden,
- 5:05:40sondern es gibt Kinder zentriert und Job zentriert.
- 5:05:44Ich habe mich ja nicht für, also gegen meine Kinder entschieden,
- 5:05:47sondern ich habe nur meinen Kindern in gewisse Zeiten zugestanden.
- 5:05:52Und war da aber eben auch konsequent,
- 5:05:54wo ich, wie ich damals, oder vorhin erzählt habe,
- 5:05:57wenn ich mit einem Gast kommuniziere
- 5:05:59und dann zu 100 Prozent bei dem Gast bin,
- 5:06:01war ich zu 100 Prozent bei den Kindern.
- 5:06:04Und sie liefen halt nicht irgendwie nebenher,
- 5:06:06weil sie ohnehin immer da waren.
- 5:06:09In den Zeiten und den Tagen, wo ich mit den Kids
- 5:06:13mit der Familie unterwegs war, war das meine Priorität.
- 5:06:16Ohne dich jetzt auf irgendein Podest zu stellen oder uns,
- 5:06:19weil er hat seine Kinder auch nicht viel gesehen.
- 5:06:22Ja?
- 5:06:24Und, weiß ich, der Kinder hat mal gejordnet auch nicht.
- 5:06:28Und um jetzt mal ein paar großen, ja,
- 5:06:31entscheider, Macher, agierende Leute, fahren wie Männer.
- 5:06:36Das ist unerheblich, wir sind jetzt hier zufällig nur Männer.
- 5:06:40Ja, Ursula von der Leyen sieht ihre, was wir sind, 5, 6, 4.
- 5:06:44Vier.
- 5:06:46Wovon sprechen wir denn hier?
- 5:06:48Also was ist jetzt hier mit der Me-Time, das ist doch Quatsch.
- 5:06:52Also nicht, dass das Quatsch ist, dass der Effekt nicht gut ist,
- 5:06:54das meine ich nicht.
- 5:06:56Nicht das Konzept ist Quatsch.
- 5:06:58Aber da ist eine Entscheidung getroffen worden
- 5:07:00und hoffentlich mit dem Umfeld.
- 5:07:02Klar, ich meine, die Kinder werden vorhin endet,
- 5:07:04die Tatsachen gesetzt.
- 5:07:06Aber da ist es...
- 5:07:08Es gibt es auch im Leben, es gibt vollendete Tatsachen im Leben.
- 5:07:10Da ist es eben auch ganz, ganz wichtig, was wir auch immer hatten,
- 5:07:13Kommunikation.
- 5:07:15Dass man es eben auch mit Kindern in einem Alter,
- 5:07:18wo sie es verstehen, kommunizieren kann.
- 5:07:20Und Me-Time auf der einen Seite,
- 5:07:23weil ich glaube, diese Situation,
- 5:07:25die Me-Time resultierte aus einer Unzufriedenheit heraus,
- 5:07:29die ich in meinem Fall nicht hatte.
- 5:07:32Ich brauchte keine Me-Time,
- 5:07:34in der ich nicht Me-Time so zufrieden war.
- 5:07:37Und ich war mit meinem Beruf zufrieden,
- 5:07:39wo ich keine Me-Time hatte,
- 5:07:41weil ich hatte immer Leute um mich,
- 5:07:43weil ich da nicht Me war.
- 5:07:45Aber trotzdem Me war, weil ich das selber genossen habe
- 5:07:48und in der Familie genauso.
- 5:07:51Ich brauchte keine Me-Time,
- 5:07:53weil die Leute um mich herum haben mich erfüllt.
- 5:07:56Und das war für mich genau genügend Me.
- 5:07:59Ich meine, das ist ja auch eine irre Leistung.
- 5:08:01Also wenn dir diese Leistung, die du erbringst,
- 5:08:03mit einem erfüllten Berufsleben,
- 5:08:05einem erfüllten Eheleben,
- 5:08:08einem erfüllten Leben als Vater oder Mutter
- 5:08:12oder beziehungsberechtigt davon Kindern,
- 5:08:15und bei dir kommt auch noch ein unternehmerisches...
- 5:08:18Risiko?
- 5:08:20Oder Aufgabe?
- 5:08:21Ein unternehmerisches...
- 5:08:23Eine Unternehmung dazu.
- 5:08:25Eine wirtschaftliche.
- 5:08:27Ja, doch, ist ja eine Überperformance.
- 5:08:29Also wenn du dann nicht glücklich bist
- 5:08:31und ich würde das absolut gleichsetzen
- 5:08:34mit einem Gipfelstürmer, mit einem Extremwellenreiter,
- 5:08:37mit einem Suchenden oder einer Suchenden,
- 5:08:40du bist doch im Himmel, du bist doch schon der Star.
- 5:08:44Die Folge kommt ja am Ende des Jahres,
- 5:08:48zumindest ist das also der Plan.
- 5:08:51Und die, die jetzt die Folge gehört haben
- 5:08:54und die entsprechenden Stunden auch schon hinter sich gebracht haben,
- 5:08:57wissen das natürlich auch.
- 5:08:59Wo geht's denn mit dem Somelie-Podcast hin?
- 5:09:03Und was kommt denn nach dem Somelie-Podcast?
- 5:09:06Hingeht es, dass wir auch einen Betrachter
- 5:09:10der Somelie-Szene dazu nehmen, also Somie und Friends,
- 5:09:13jemand aus dem entweder Köchebereich
- 5:09:16oder aus dem Zulieferbereich oder aus dem Glasbereich,
- 5:09:19der so seine Meinung über Somelies zum Besten geben kann.
- 5:09:22Toll.
- 5:09:24Aber es ist eine Weiterführung geplant.
- 5:09:26Es war ursprünglich für ein Jahr angedacht
- 5:09:28und das Interesse ist dank des Wetterweises so groß,
- 5:09:32das war darüber hin, was ich plan.
- 5:09:34Sag mal, bevor wir hier jetzt gleich in den Edge Volt gehen,
- 5:09:37oder ihr gleich, ich muss die Veranstaltung jetzt hier gleich verlassen,
- 5:09:40ich habe eine Frage an dich.
- 5:09:43Du hast mir in der Weise, ich war ja eine der früheren,
- 5:09:46würde ich jetzt mal sagen, in deiner Reihe,
- 5:09:49und du hast mir in der Weise deinen Fragenkatalog vorgeschickt.
- 5:09:52Ja.
- 5:09:54Und ich musste an eine Frage-Ampfortsituation denken,
- 5:09:57die ich mal erlebt habe, oder die man sich anschauen kann,
- 5:10:01nicht problemlos leider.
- 5:10:03Leider nicht Netflix, leider nicht Netflix,
- 5:10:06nicht Amazon Prime, gar nicht.
- 5:10:08Es gibt eine Serie, die nennt sich "Inside the Actors Studio".
- 5:10:12Ich weiß nicht, ob du davon schon mal gehört hast,
- 5:10:14die jetzt die berühmtesten Schauspieler der Welt.
- 5:10:16Haben zeitlos, ohne Limit,
- 5:10:19führen ein Gespräch vor einer Gruppe von Schauspielstudenten.
- 5:10:23Und das sind die größten.
- 5:10:25Das führte immer ein Mann, der ist Walter Lippen,
- 5:10:28der war Schauspiellehrer am Actors Studio in New York,
- 5:10:32wenn ich das, ich hoffe, das alles richtig zusammen zu bekommen.
- 5:10:35Und der hat ein Fragenkatalog.
- 5:10:39Immer zum Ende seines Gesprächs, mit Robert DeMiro,
- 5:10:43mit Merrill Streep, mit Christopher Walken,
- 5:10:46mit den ganz großen und diese Gespräche waren offenbarend.
- 5:10:52Da sind Tränen geflossen, da saßen dann im Publikum auch Leute,
- 5:10:56die wir heute, wenn man sich alle der frühen Folgen
- 5:10:59diese Serie anguckt, die wir heute aus den A-Blockbustern kennen,
- 5:11:03die stellen quasi eine Frage aus dem Podium,
- 5:11:07davon zuschüssen wir Fragen.
- 5:11:09Und ganz zum Schluss gibt es einen Fragenkatalog.
- 5:11:12Und dieser Fragenkatalog, den hat sich nicht Walter Lippen ausgedacht,
- 5:11:15dieser Schauspiellehrer, dieser Showmaster, wie man ihn nennt,
- 5:11:19aber eben nur für dieses Show, ein ganz distinkuierter,
- 5:11:22so ein auch mit so geschleimten Hahn wie bei mir und Vollwald,
- 5:11:25ein ganz toller Typ.
- 5:11:26Ich kann das nur jedem empfehlen, das ist nicht einfach zu bekommen,
- 5:11:29nur ein bisschen bei YouTube und so.
- 5:11:31Also ganz schwierig, auch nicht runter zu laden und so.
- 5:11:34Und der hat diesen Fragenkatalog sich aber von einem französischen Journalisten geliehen,
- 5:11:38von einem Mann namens Bernhard Pivo.
- 5:11:40Der ist dieses Jahr erst gestorben, 24.
- 5:11:43Walter Lippen schon vor vier Jahren.
- 5:11:46Und ich musste, als ich diesen Fragenkatalog von dir sah,
- 5:11:50an diesen Fragenkatalog von Bernhard Pivo denken,
- 5:11:53aka/WalterLippen.
- 5:11:55Und ich würde dir diese Fragen gerne stellen,
- 5:11:58deswegen bin ich billig ganz doll dankbar.
- 5:12:00Ich hoffe, den Podcast jetzt nicht zu "crashin'".
- 5:12:03Ihr könnt das so raus schneiden, aber ich würde dir gerne diese Fragen stellen.
- 5:12:06Die gehen ganz schnell.
- 5:12:07Gerne.
- 5:12:08Was ist dein Lieblingswort?
- 5:12:10Leidenschaft.
- 5:12:12Was ist dein, das Wort, was du am wenigsten magst?
- 5:12:16Hass.
- 5:12:18Was törnt dich an?
- 5:12:23Was macht dich scharf?
- 5:12:25Im kreativen Bereich, im sinnlichen Bereich und im Gefühlsbereich.
- 5:12:31Bewusstsein.
- 5:12:33Was törnt dich ab?
- 5:12:35Ignoranz.
- 5:12:40Was ist dein liebstes Schimpfwort?
- 5:12:43Fuck.
- 5:12:45Welchen Geräusche, welchen Klang liebst du?
- 5:12:50Lachen.
- 5:12:58Welchen Klang oder welches Geräusch hast du?
- 5:13:02Magst du gar nicht.
- 5:13:03Quetschen die Schuhe auf der, also, quetschen die Sportschuhe.
- 5:13:07Wenn du nicht sommerli wärst, welchen anderen Beruf hättest du,
- 5:13:12oder würdest du versuchen zu ergreifen?
- 5:13:15Ich habe immer gedacht, wo du graf bist, bis ich es versucht habe.
- 5:13:18Welchen Beruf würdest du niemals ausüben wollen?
- 5:13:21Verkäufer.
- 5:13:23Und was soll der liebe Gott sagen, wenn du oben vor der Himmelstür stehst,
- 5:13:27wo du reingelassen bist?
- 5:13:28Danke, dass du da warst.
- 5:13:30[Musik]
- 5:13:45Ich sitze hier in meinem Restaurant in Golding, 20 km südlich von Salzburg
- 5:13:49und denke über Silvio Nietzsche nach.
- 5:13:52Mein Name ist Andreas Döllerer, ich bin Koch, Wirt, Weinmensch,
- 5:13:56Weinverrückter im besten Sinne.
- 5:13:58Und habe Silvio vor über 20 Jahren kennengelernt, damals im Berges Klartback.
- 5:14:03Ich bin mit meiner Frau Christl gemeinsam ins Restaurant von Dieter Müller gegangen.
- 5:14:07Und genau zu dieser Zeit hatte eben ein junger, komplett Weinverrückter Somelier dort begonnen,
- 5:14:14frisch aus Amerika zurückgekehrt und das war eben Silvio.
- 5:14:17Wir haben uns sofort bestens verstanden, sowohl weintechnisch,
- 5:14:21aber vor allem auch menschlich.
- 5:14:23Es hat, wenn man zu sagen möchte, sofort gefunkt.
- 5:14:27Und wir haben auch schon zu dieser Zeit ganz, ganz viele tolle Weinmomente gemeinsam erlebt,
- 5:14:32haben Weinreisen unternommen.
- 5:14:34Ich habe mir Deutschland gezeigt, was Wein betrifft,
- 5:14:36an der A in Rheingau und so weiter.
- 5:14:39Und generell hat er meinen Zugang zum Wein verändert.
- 5:14:44Also der Weinhorizont hört nicht am Neusiedlersee aus,
- 5:14:48wie es manchmal wie Österreicher glauben.
- 5:14:51Das hat er mir gezeigt durch Weine wie Grace Family, wie Meier,
- 5:14:54wie Chateau Moussard, die er mir das erste Mal eingeschenkt hat.
- 5:14:58Und da hat es in meinem Kopf schon einen Klick gemacht.
- 5:15:03Und es hat sich diese große bunte Weinwelt eröffnet, die so großartig ist.
- 5:15:08Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar.
- 5:15:10Er hat ja in den letzten Jahren oder Jahrzehnten in Deutschland unglaublich viel bewegt.
- 5:15:15Also Gottes Projekt "Weinkulturbar" ist ein ganz besonderes gewesen,
- 5:15:19dass ihm so schnell sicher keiner nachmachen wird.
- 5:15:22Unglaublich, wie er den Laden dort gerockt hat.
- 5:15:25Und auch sonst mit Weinglasdesign, mit Podcast jetzt und und und.
- 5:15:31Der ist ein echter Handsdampf in allen Gassen, in allen Weingassen.
- 5:15:35Und so ist er, der Silvio, ein echter Freund, wie wir sagen, ein Haberer in Österreich.
- 5:15:42Ein echter Haberer, der sich nicht verbiegen lässt.
- 5:15:47Und das schätze ich besonders.
- 5:15:48Er ist immer straight gewesen und vertritt eine Meinung.
- 5:15:52Und das ist eine Qualität in Zeiten wie diesen leider nur mehr als als Helden zu finden.
- 5:15:56Ich freue mich jedenfalls, dass er mein Freund ist.
- 5:15:58Ich bin sehr stolz drauf und freue mich auf die nächste Flasche Wein mit ihm.
- 5:16:02Vielen Dank.
- 5:16:03Darf man eigentlich betrunken moderieren?
- 5:16:14Das ist natürlich die Frage, die wir uns wahrscheinlich den ganzen Abend innerlich rein mental gestellt haben.
- 5:16:19Ob wir das, was wir hier fabrizieren, was wir aus größter Emotionalität heraus publizieren möchten.
- 5:16:26Ob man das auch ausstrahlen darf.
- 5:16:27Aber letztlich arbeiten wir mit diesem Medium Wein.
- 5:16:30Und wenn man Wein intensiv genießt, dann kommt man genau in diese Ebene, in der wir uns befanden.
- 5:16:35Ich fand es toll, ich fand es großartig, dass wir Gäste hatten.
- 5:16:38Danke lieber Hans Martin Konrad, nicht nur, dass wir in einem so großartigen Ambiente,
- 5:16:42dass wir im Adlon residieren durften, dass wir diese wahnsinnige Suite hatten.
- 5:16:46Dass du uns auch die Ehre erwiesen hast, deinen Feierabend mit uns zu verbringen.
- 5:16:50Vielen lieben Dank einfach für alles.
- 5:16:53Es war großartig.
- 5:16:54Du hast das Ganze bereichert, du hast das Ganze gekippt, du hast das Ganze kompliziert.
- 5:16:57Vielen Dank dafür.
- 5:16:59Danke, Shelley.
- 5:17:00Riesenauftritt, Wahnsinn.
- 5:17:02Du bringst Spritzen, ich sag einfach, Marschale mit rein.
- 5:17:05Und sorgst dafür für eine einzigartige Situation.
- 5:17:08Wahnsinn.
- 5:17:09Also du warst dich nur der erste Gast zusammen mit Willi, der wegen Urlaub entschuldigt fehlen durfte.
- 5:17:15Sondern du warst heute auch ein unglaublich berührendes Highlight,
- 5:17:17dass du an einem solchen Tag, an einem Wochenendtag, die die Zeit nimmst,
- 5:17:23deinen Laden mehr oder weniger fast alleine zu lassen.
- 5:17:26Und in die Treuen händet, deiner Mitarbeiter zu übergeben.
- 5:17:28Und mit uns ein Gläschen Wein zu trinken.
- 5:17:31Es hat mich wahnsinnig berührt, es hat mich wahnsinnig geähert.
- 5:17:33Großartig, dass du da warst.
- 5:17:35Vielen, vielen Dank.
- 5:17:36Und als absolutes Highlight an am Schluss nennt sie Wahnsinn, dass du nach Feierabend nach...
- 5:17:41Wie viel hast du geschickt, glaube ich, 300 Kuvers oder sowas?
- 5:17:44Noch auf ein Fläschchen rübergekommen bist und dieses Jahr mit uns kompliziert hast.
- 5:17:48Und mein ganz, ganz großes Dankeschön natürlich an dich, Billy.
- 5:17:51Ey, du bist der Hammer, du bist Wahnsinn.
- 5:17:53Dass du diese Tour mit mir durchmachst, dass du diese vielen Stunden mit mir abarbeitest,
- 5:17:58dass du es einfach so bist, wie du bist.
- 5:18:00Dass wir das beide niemals wahrscheinlich vor 20 Jahren gedacht hätten
- 5:18:03und diesen hohemotionalen Abend einfach gemeinsam erleben konnten.
- 5:18:07Vielen, vielen Dank dafür.
- 5:18:08Vielen Dank für das Gespräch.
- 5:18:09Und vielen Dank, lieber Billy, dass du einfach so bist, wie du bist.
- 5:18:13Und noch ein ganz großes Dankeschön an euch.
- 5:18:16Was für ein Jahr 2024.
- 5:18:18Ein neues Leben für mich, ein neuer Weg für mich.
- 5:18:20Ihr habt uns begleitet.
- 5:18:21Und dafür danke ich ganz, ganz herzlich.
- 5:18:22Danke für all die Votix.
- 5:18:24Danke für all die Kommentare, für all die Likes.
- 5:18:26Wir haben so viele Treue, sehen die ständig ihre Herzchen und schenken.
- 5:18:29Bin ich super dankbar dafür und das ist keine Selbstverständlichkeit.
- 5:18:32Ich freue mich jedes Mal darüber, wenn ich ein Herzchen von euch bekomme,
- 5:18:36ein Like, ein Kommentar oder sonst irgendwas.
- 5:18:38Apropos Kommentar.
- 5:18:39Vielen Dank auch für die kritischen Kommentare.
- 5:18:41Denn wir wollen uns natürlich verbessern.
- 5:18:43Wir werden natürlich super dankbar dafür, wenn diese auch sachlich sind,
- 5:18:46wenn die nicht unter der Gürtel liegen sind oder einfach beleidigend werden.
- 5:18:48Weil auch wir geben uns Mühe und wir versuchen, genau dieses Projekt immer besser werden zu lassen.
- 5:18:53Daher danke für Anregungen, wenn sie sachlich sind.
- 5:18:56Danke für persönliche Notizen, Kommentare.
- 5:18:59Denn letztlich versuchen wir dieses Projekt auch für euch zu gestalten.
- 5:19:03Und wir freuen uns natürlich sehr, wenn es euch gefällt.
- 5:19:05Und wenn ihr uns genau das zeigt, vielen, vielen Dank dafür.
- 5:19:09Und nun und abschließend nochmal ein großes Dankeschön der Schlumbeckergruppe.
- 5:19:12Die in diesem Jahr 2024 an dieses Projekt geglaubt und dieses unterstützt haben.
- 5:19:17Wie eingangs erwähnt, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch händisch.
- 5:19:21Vielen Dank, dass die gesamte Schlumbeckergruppe mit den Handelshäusern, Schlumbeger,
- 5:19:25Segnetz, Konzio Vino und dem Privatkundenportal Breba Weinkollek
- 5:19:29an unserer Seite sind und uns wirtschaftlich und händisch unterstützen.
- 5:19:33Und auch nochmal ein großes Dankeschön an Rudolf Knickenberg und Maria Anna Wimmer,
- 5:19:38dass dieses Projekt im Jahr 2024 so bereichert und besonders war.
- 5:19:42Und vor allem, dass wir ins Jahr 2025 schauen dürfen.
- 5:19:47Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 5:19:50Und so erschöpft, wie ich nach gefühlten 16 Stunden Podcast jetzt gerade bin,
- 5:19:55freue ich mich auf die nächste Woche, freue mich auf den nächsten Freitag.
- 5:19:58Ich freue mich auf das nächste Jahr.
- 5:20:00Und ich freue mich auf eine ganz neue Ebene von Sommelier,
- 5:20:04die interessantesten Weinkälner dieser Zeit.
- 5:20:07Und ich müsste eigentlich auch sagen, Weinkälnerinnen.
- 5:20:10Denn wir haben wieder eine Dame bei uns.
- 5:20:12Und das wird eine ganz besondere, eine sehr außergewöhnliche Folge.
- 5:20:15Und ich freue mich auf die großartige Luisa Maria Schmidt, alias Lu.
- 5:20:22Und ich bin gespannt, wie er von uns beiden schneller reden kann.
- 5:20:24[Musik]
- 5:20:34[Musik]
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