Latest / Ease & Power- Entspannt,erfüllt und erfolgreich / Der beste Rat, den ich je bekommen habe: Werd langweilig. Ich hab gelacht. Dann verstanden.
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- Celine neu: geworden. Richtig langweilig. Der Typ Mensch, der am Freitagabend lieber früh ins Bett geht, die, ihren Koffein freien Kaffee genießt, anstatt in ihm stehen, runterzukippen, die, keine Geschichten mehr hat von wilden Nächten, spontanen Flügen oder der nächsten dramatischen Wendungen im Leben. Auf Social Media würde man sagen, schade, die hat sich aber verändert. Ich persönlich sage, ja, endlich, weil ich nicht mehr auf der Suche bin. Und heute erzähle ich dir, wie ich dahin gekommen bin und warum. diese lange Weile das Beste ist, was mir je passiert ist. Hallo, ich bin Selin und diese Folge plaudere ich etwas aus meinem Nähkästchen. Und ich nehme dich mit heute auf eine kleine Reise durch meine persönliche Geschichte mit allem, was dazugehört, auch mit Momenten, auf die ich vielleicht nicht ganz so stolz bin. Du erfährst heute, wer ich war, bevor ich langweilig wurde, was sich verändert hat und was Breathwork damit zu tun hat und was es wirklich mit mir gemacht hat. Tiefer als die meisten Ahnen. Und du erfährst auch, warum langweilig für mich heute der größte Luxus ist, den es gibt. Stell dir eine Frau vor, die nie wirklich angekommen ist. Das war ich. Ich bin von Ziel zu Ziel gerannt. Neuer Ort, neue Herausforderungen, neues Projekt, neue Idee. Kaum war ich irgendwo angekommen, hat es mich eigentlich fast schon wieder gelangweilt und ich suchte nach dem Nächsten. Ich persönlich nannte das Wachstum Weiterentwicklung. Vielleicht auch Abenteuerlust, Neugierde. Ich nannte es tausend schöne Dinge. Aber in Wahrheit war es Flucht. Ich konnte nicht still sitzen. Ich konnte mich nicht langweilen. Sobald es ruhiger wurde, hat irgendetwas in mir geschrien. Mach was, sei produktiv, erlebe was. Du verpasst sonst dein Leben. Und das Verrückte daran ist, von außen sah das nach einem vollen spannenden Leben aus. Von innen war es Unzufriedenheit in einer wirklich hübschen Verpackung. Und dann gibt es natürlich auch die Momente, auf die ich nicht so stolz bin. Zum Beispiel ein Moment, ein ganz normaler Nachmittag. Meine Tochter war noch klein und sie wollte einfach nur Aufmerksamkeit, dass ich zuhöre. Aber ich war so mit anderen Dingen beschäftigt, so eben tun und funktionieren, dass ich sie angeschrieben habe. Und ich weiß nicht mal mehr wegen was. Denn ich war irgendwie permanent. unter Anspannung und ich erinnere mich an ihr Gesicht und ich erinnere mich an mein eigenes, schlechtes Gewissen wie kalter Kaffee. Dieses Gefühl, das wollte ich nie sein. Und ich dachte lange, die Lösung liegt irgendwo im Alles-anders-machen, beim nächsten Retreat, im nächsten Buch, im Verändern von Alltag, von Gewohnheiten, im nächsten großen Aha-Erlebnis, dass alles auf einen Schlag ändert. Und ich habe viel gemacht. Ich habe viel Wissen über das Nervensystem und ich bin sogar Somatic Practitioner. Und dann habe ich einmal jeden Morgen geatmet. 30 Tage lang im Rahmen einer Challenge. Jeden Tag wiederholt. Ich habe sogar diese Challenge mit jedem gemacht, der mitmachen wollte. Und auf einmal wurde es still. Und Schritt für Schritt ist etwas passiert, das ich nicht erklären kann, ohne vielleicht ein bisschen kitschig zu klingen. Aber ich bin angekommen bei mir. Und lass mich darauf ganz kurz eingehen, was der Atem, also Breathwork, die Atemarbeit wirklich kann. Stell dir vor, du hast eine Flasche mit Kohlensäure auf dem Tisch stehen und im Moment siehst du diese Kohlensäure nicht, wenn sie still steht. Aber sobald du sie bewegst, steigen diese Blubberbläschen auf. Und so ungefähr ist es auch mit uns. Solange wir alles im Außen stillhalten, funktionieren, bleibt alles beim Alten. Und wenn wir anfangen zu atmen, kommt das wieder an die Oberfläche, was wir so lange verdrängt haben. Das kann Wut sein, Frust, Trauigkeit, sogar die schönen Momente, die wir unter all diesem Stress im Alltag einfach vergessen haben, die einfach unter den Tisch fallen. Und jetzt wird es spannend, denn hier möchte ich ehrlich mit dir sein. Intensive Breathworkarbeit geht tief. Sie geht dahin, wo dein logischer Verstand keinen Zugang mehr hat. Dahin, wo dein innerer Kritiker schweigt, weil er einfach nicht mitkommt. Das nennt man transiente Hypofrontalität. Ein Zustand, der vorübergehend dein Denken, deine Selbstkritik, deine Zweifel unter Beschuss hält. Und das ist wie eine Art Flow-Zustand, wie bei einer tiefen Meditation. Dein Kopf und dein Verstand können dich kontrollieren. Er kann dich überzeugen, beruhigen, ablenken, rechtfertigen, erklären. Aber mit dem tiefen Atem, wenn du wirklich loslässt, schaltet sich dieser Kopf aus und plötzlich bist du da, wo es ehrlich wird. Unter der Oberfläche. Bei deiner Essenz. Bei dem, was du wirklich fühlst. Versteckt unter der Fassade von Lächeln, Ja sagen und Funktionieren. Und ich nenne das gerne meinen inneren Eisberg. Oben das Lächeln, die To-do-Liste, die Antwort auf Wie geht's? Na ja, natürlich gut, danke. unten drunter unsichtbar das was wirklich da ist. Bei mir war es trauer, mir war es wut, erschöpfung, sehnsucht nach etwas das man gar nicht benennen kann. Und Breathwork bringt genau das nach oben, manchmal sanft, manchmal auch wie eine Welle die dich umhaut. Und ja, das sind die Momente für die die Leute zu mir in die Sessions kommen, das loslassen, das fließen lassen. Die Tränen, endlich! Das große Aha! Dieser eine Moment, der sich anfühlt wie eine Tür, aufspringt, wie Fesseln, gelöst werden. Aber, und das ist der Teil, den niemand auf Instagram zeigt. Dieser eine Moment ist nicht die Arbeit. Er ist die Einladung zur Arbeit. Deswegen heißt das Ganze ja auch Breathwork und nicht Breathevent. Und ja! Wenn all diese angestauten Emotionen da waren, kommt der Punkt der tiefen Erleichterung. Der Leichtigkeit, der Dankbarkeit, der Ruhe. Und genau das gilt es dann zu kultivieren. Das heißt, die echte Veränderung passiert nicht auf der Matte, während die Musik dich mitnimmt und Emotionen da sind. Sie passiert danach, am nächsten Morgen, in nächsten drei Tagen, in einem ganz normalen Dienstag, wenn dein Kind zum dritten Mal dieselbe Frage stellt und du tief durchabmest. statt zu explodieren. Regulation fühlt sich nicht an wie einen hohen Höhenflug. Sie fühlt sich an wie Stille an einem stinknormalen Abend. Weniger reaktiv, mehr in Ruhe, weniger unberechenbar, mehr verlässlich. Weniger Performance, mehr wirkliches Dasein. Und das wussten übrigens schon Völker vor zigtausend Jahren, lange bevor es Yoga-Studios und Atem-Apps gab. Sie wussten, der Atem bringt dich zurück. Zurück aus dem Außen, zurück in den Moment. Und er sagt deinem Körper immer wieder, du bist sicher. Du musst nicht mehr rennen. Menschen, die meine Breathwork-Sessions auch eins zu eins buchen, fragen mich immer, können wir das schnell machen? Ich möchte das Gefühl weghaben. Einmal zur Klärung. Du kannst Gefühle nicht schnell wegmachen. Das Gefühl ist für etwas da, ⁓ dir etwas zu zeigen. Und es ist immer ein Prozess. Und dein System bestimmt das Tempo und nicht dein Wille. Ich möchte auch gerne noch mal ein großes Missverständnis aus dem Weg räumen. Und das ist manchmal, was mich tatsächlich fast frustriert und wütend macht, wenn ich durch Social Media scrolle. So viele Frauen und auch Männer suchen wirklich nach Ruhe. Sie suchen nach Regulation, nach diesem Gefühl von Zuhause sein in sich selbst, nach Authentizität, nach inneren Frieden, wieder gut im Schlaf. Aber sie suchen es, indem sie noch schneller werden. Noch ein Reel, noch ein Coaching, noch eine neue Methode, ein Retreat, das alles in drei Tagen lösen soll. Sie rennen auf der Suche nach Stillstand. Und ich verstehe das total, weil ich habe es selber genauso getan. Aber die Realität ist völlig unspektakulär. Du findest Ruhe nicht, indem du noch eine Lösung suchst. Du findest sie, indem du anfängst, langsamer zu werden. Das ist der erste Schritt. Nicht noch schnell einkaufen, sondern nimm dir Zeit zum Essen. Nicht noch schnell was fertig machen, sondern Zeit für einen Spaziergang nehmen. Nicht funktionieren, sondern Zeit für dich nehmen. Schöne Dinge ⁓ dich herumkultivieren. Vielleicht fängst du sogar damit an, deinen Schrank auszumisten. Und das klingt fast zu einfach, wahr zu sein. Aber genau das ist der Punkt. Es zahlt auf etwas viel Größeres ein. unsere Weiblichkeit, auf unsere Fähigkeit, einfach zu sein statt ständig zu liefern und uns selber unter Druck zu setzen, weil wir noch so viele Dinge machen müssen. In dem Moment musst du gar nicht. Ich möchte dir mal ganz kurz sagen, wie auch du herrlich langweilig werden kannst, wenn du das natürlich möchtest. Wähle eine kurze Praxis, eine kurze Artentechnik, die du täglich wiederholen kannst. Am besten sollte es natürlich atmen sein oder dabei sein und nicht nur die eine Praxis, die dich aufmischt und von der du denkst, Die mache ich jetzt immer und dann machst du sie einfach nicht mehr. Versuche Dinge zu finden, die du in deinen Alltag integrieren kannst. Nutze deinen Atem, dann dazubeiben. Nicht ⁓ gedanklich wegzulaufen. Es gibt so diesen schönen Begriff Sit with it. Und misst deinen Erfolg nicht daran, wie intensiv etwas war. Sondern misst ihn darin, wie ruhig und sicher du dich in deinem eigenen Körper fühlst. An einem ganz normalen Dienstag Nachmittag. Dein Nervensystem liebt nämlich Langsamkeit, unverlässliche Wiederholung. Was ich dir damit sagen möchte ist, ich war überall. Es war super spannend. Es war vieles beeindruckend. Gleichzeitig auch erschöpfend. Und heute bin ich langweilig und ich liebe es. Ich hätte mir das früher nicht vorstellen können. Aber ich kann einen Abend einfach nur da sitzen, ohne das Gefühl, dass ich was verpasst habe. Ich genieße meinen Kaffee, meinen... Meinen statt ihnen aus Frust vielleicht sogar zu trinken. Das ist kein Stillstand. Das ist das, was viele einfach wollen. innere Ruhe. Und falls du gerade selbst auf der Jagd nach einem nächsten großen Durchbruch ist, dann lade ich dich kurz ein, inne zu halten. Atme tief ein und lass einfach mal die Frage zu, was, wenn die Antwort nicht im nächsten großen Ding liegt. sondern in der Stille, die du dir vielleicht schon lange nicht mehr erlaubt hast und die sich vielleicht sehr ungewohnt anfühlt. Für mich ist langweilig der neue Durchbruch und ich wünsche dir viel Spaß dabei, diese zu entdecken.