Latest / SOMMELIER / Anna-Helene Herpers – Die Weinglas-Choreografin
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- 0:00Mein Name ist Alexander Stotten. Ich komme vom Weingut-Chang-Stotten in Rech an der A.
- 0:17Wir kennen Helene seit 2017, als sie für ihren Sommelier ihr Praktikum machen musste.
- 0:27Und sie ist bei uns im Weingut absolviert hat. Es war eine Wohltat mit ihr zusammen zu arbeiten,
- 0:34auch wenn sie am ersten Tag eine WhatsApp geschrieben hat, okay, ich komme zehn Minuten später.
- 0:42Aber alles gut. Sie hat den Verkehr nicht richtig eingeschätzt damals. Sie war sich im Praktikum
- 0:52für nichts zu schade, hat Tank sauber gemacht und hat immer einen Lächeln auf den Lippen gehabt,
- 0:58selbst als sie klatscht nass aus dem Tank durch das Mannloch geguckt hat. Und es war definitiv
- 1:04eine Wohltat mit ihr zusammen zu arbeiten. Sie ist sehr herzlich, hat unwahrscheinlich viel
- 1:11Weinkompetenz. Es macht immer Spaß mit ihr. Sie hat einen Lächeln auf den Lippen. Sie macht
- 1:19einen superaufmerksamen Service. Wir haben sie im Aquashom besucht, ohne Auftritt nicht zu sein.
- 1:26Es ist Wahnsinn und ich kann sagen, es macht was, dass man bei ihr Gast sein darf.
- 1:50Du bist nicht das erste Mal da, oder? Ich meine dich schon mal gesehen zu haben. Wie auch immer.
- 1:59Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Sommelier", die interessantesten Weinkänner,
- 2:05na ja und in dem Fall Weinkännerin unserer Zeit und mit Anna Helene Herpass. Der eine und andere
- 2:11kennt sie aus Wolfsburg aus dem Aquaf von Zwendenelferfeld. Haben wir heute einen Senkrichtstarterin,
- 2:18ein absolutes Naturtalent, eine die es geschafft hat, mehr oder weniger von null auf 100 komplett
- 2:23durchzustarten, sich mit ganz viel Fleiß, ganz viel Engagement, bisschen Verrücktheit in die
- 2:29uberste Restaurant und ja somit auch "Sommelier-Liga" hochzuarbeiten. Ein Naturtalent. Und wie sie
- 2:36es geschafft hat, erzählt sie uns gleich. Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz
- 2:41besonders bei unserem Partner, bei der Schlumbergergruppe mit den Handelthäusern Segnetz und
- 2:46Giovini Schlumberger und dem Privatkundenporter Bremer Weinkolleg dafür bedanken, dass wir jeden
- 2:52Freitag einen neuen Gast haben dürfen. Jeden Freitag euch einen neuen Sommelier, eine Sommelierer
- 2:56oder eben einen Freund des Sommeliers präsentieren dürfen. Einfach jemanden großartig ist aus der
- 3:02Weinkälner*innenwelt. Jemanden wie sie. Herzlich willkommen, liebe Anna Helene Herpass.
- 3:08Kann man sagen, dass du eigentlich nur wirklich Glück oder Schwein gehabt hast? Du hast dich ja
- 3:18damals initiativ im Aqua beworben. Richtig, also beides würde ich sagen. Bist du morgens
- 3:26aufgewachtend? Hast gesagt, heute schreibe ich meine Bewerbung zu einem Dreisterner. Der Wunsch war
- 3:32da, weil ich damals zu der Zeit in der Schote im Einsterner in Essen, in der Essenmüller und da
- 3:44hatte ich dann auch berufsbegleitend mein IHK-Sommelier gemacht und dann wollte ich es nochmal wissen.
- 3:50Habe ich gedacht, wenn du jetzt irgendwie gehst, dann will ich die drei Sterne und dann
- 3:57war irgendwie eine komische Zeit. Vielleicht vom Timing halt auch einfach gerade nichts
- 4:06ausgeschrieben, aber ich hatte mir das Aqua ausgesucht und unter anderem in den Sachsen
- 4:12damals noch bei Thomas Bühner, das Lavis ebenfalls und manchmal wieder Zufall und das Glück,
- 4:18das auch so will, hat dann das Aqua, also hat Sven bzw. damals Jimmy Lödemasell und Marcel Runge
- 4:27haben Restaurantleiter Mettre und Marcel Runge den Sommelier gemacht und sie haben zugesagt und
- 4:35dann hat das gestartet. Genau vor 17 habe ich den IHK-Sommelier zu Ende gemacht und 18 bin ich
- 4:45dann hier nach Wolfsburg gekommen. Also vor sechs Jahren? Ja. Und du hast als Kommissommelier
- 4:50dann angefangen und bis in 2021 soweit ich weiß, dann Chef-Sommelier geworden? Genau, weil auch da
- 4:57dann Elternzeitvertretung war und ich dann auch so ein bisschen, wie du es angesprochen hast,
- 5:05vielleicht manchmal muss man auch einfach Glück haben, dass das Vertrauen gegeben wird.
- 5:13Ich finde aber das Signifikante dabei ist dann, dass man zwar dieses Glück haben muss,
- 5:18aber ja trotzdem liefern muss. Also letztlich muss man ja trotzdem gut sein, man muss das,
- 5:22sonst wärst du halt auch keine sechs Jahre da gewesen oder fünf Jahre da gewesen und hättest
- 5:27diese Stelle aktiv ausgekleidet und bekleidet oder wärst dann eben auch zur Chef-Sommelier
- 5:31dann irgendwie aufgestiegen worden. Sonst hätte man das irgendwie extern gelöst. Also du wirst
- 5:36ja da geliefert haben, ist der Unterschied zwischen ein Einsterner und ein Dreisterner? Ganz viele
- 5:41können sich das ja nicht vorstellen. Ist der da, ist der enorm oder ist man ohnehin in diesem
- 5:46Mind Game drin Leistung zu bringen und dann ist eigentlich egal, wo man arbeitet? Also der Eigenanspruch
- 5:52ist in meiner Meinung nach sehr, sehr wichtig, egal ob man seine Weinbarheit im Einsterner
- 6:00arbeitet oder halt die Dreisterne hat man hat aber natürlich auch eine gewisse Bürde,
- 6:07einen gewissen Druck, der durch die ganzen Institutionen, Magazine, Bewertungen und ja so ein
- 6:18bisschen eben auch der Druck von dieses Liefern zu müssen, diese drei Sterne zu halten, das ist
- 6:25nicht, klingt immer so einfach, bei denen gerade 25 Jahre Sven Elver fällt, das ist Lebenswerk,
- 6:35da wurde auch für ausgezeichnet und dann, wenn man dann halt eben ja das Glück hat, das begleiten
- 6:43zu dürfen, hängt das die Messlatte ziemlich hoch und baut auch so einen gewissen Druck auf,
- 6:47was aber auch irgendwie ein lebendig erhält und man stetig auch wirklich versucht, die Beste oder
- 6:56der Beste zu sein an der Stelle. Wer macht den Druck, machen denen wirklich die Magazine,
- 7:03die Tester, die Bewertung oder machen es die Gäste oder macht das das Unternehmen oder macht man
- 7:09sich denselbe? Ich glaube, ich habe mir den auch unheimlich selber gemacht, weil man natürlich
- 7:14auch abliefern will und man möchte auch wirklich jeden begeistern, weil umgekehrt sehe ich mich
- 7:23dann auch immer gerne, wie wärst du auf der anderen Seite als Gast, du kommst dann wirklich in
- 7:28das Restaurant, du sparsst die meisten, viele sparen auch dafür oder die Genussliebhaber, die
- 7:35wirklich oft in die drei Sterne Restaurants gehen oder so, die haben dann gewisse Erwartungshaltung,
- 7:43und mein Job ist dann auch einfach und mein Wunsch ist das auch wirklich, alle abzuholen. Kann
- 7:51man das? Nee, das ist auch mal nicht fasziert. Kepp liest man ja auch dann in Bewertung. Aber wie
- 8:03sagt man, das Feedback ist dann auch das Frühstück der Erfolgreichen sozusagen. Man justiert
- 8:13man dann eben nach, es gibt ja dann diese besagten Service-Meetings, die auch wirklich wichtig
- 8:18sind. Wir haben ein tolles Team, dass wir uns untereinander auch wirklich herzlich und freundschaftlich
- 8:24austauschen und auch gemeinsam lernen. Manchen kann man es, glaube ich, auch eigentlich nicht recht
- 8:35machen und das muss man dann auch. Das muss man einfach akzeptieren oder hinnehmen. Wir haben
- 8:40das immer den 13. Tisch genannt. Das ist so, du hast ein Restaurant mit 20 Tischen und bist
- 8:47dann wirklich engagiert und super und 19 genießen in den Arm, können sich fein lassen, sind begeistert
- 8:52und einer ist halt, der hat die Bahn nicht gekriegt oder wie auch immer. Man kann überhaupt nichts
- 8:58dabei machen und wenn man dann so ins Reine mit sich geht und sagt, habe ich dort wirklich alles
- 9:04getan, war das halt wirklich irgendwie pech, war der Wein wirklich verkorkt, habe ich einen
- 9:09objektiven Fehler gemacht, was auch immer. Man findet keinen Fehler, dann ist es halt einfach
- 9:14der 13. Tisch. Dann ist die 13. Fee, die halt keinen Goldteller bekommen hat oder
- 9:22warum auch immer und dann muss man das als solches hinnehmen und sich trotzdem an der Freude der
- 9:28anderen dann irgendwie erfreuen und mit so was leben lernen. Oder kennst du diesen buddhistischen
- 9:34Gedanken, wo man eine richtig absolut perfekt gemauerte Wand hat, also so wo Ziegelstein auf
- 9:40Ziegelstein und dann guckt dieser eine kleine Ziegelstein, guckt ein Millimeter raus und es geht
- 9:46nicht um diese riesengroße Wand, die eigentlich absolut perfekt ist, wo man sagt, wow, wer hat
- 9:50das gemacht? Sondern man guckt immer auf diesen einen kleinen Ziegelstein und den ignorieren zu
- 9:55können und dann trotzdem sich an dieser Perfektion des anderen zu erfreuen. Das ist glaube ich eine
- 9:59große Kunst und das muss man glaube ich auch im Dreisteller lernen. Oder war das jetzt viel zu
- 10:02ausführlich und viel zu nervös von mir? Das ist eine wunderschöne Bildsprache, die Stellung zu
- 10:09halten, standhaft zu bleiben oder sich nicht davon beirren zu lassen, wenn es mal holprig wird,
- 10:18dann schneiden wir uns an. Dann geht es weiter. Gab es ein Erlebnis, was dich nachhaltig geprägt
- 10:30hat? Also entweder schön oder irgendwie gravierend oder sonstiges, wo du sagst, wow und so was kann
- 10:36man nur in einem Dreisteller erleben? Also muss jetzt kurz und Schmerz frei zu machen. Ich hätte
- 10:47da auch mal so eine wirklich doofe Situation, wo dann Gäste eigentlich, also die hatten einen
- 10:53wunderschönen Abend bis zur Rechnung, da gab es dann ein doofes Erlebnis mit Missverständnissen
- 11:02über ein Arrangement und die waren dann im Endeffekt. Hatte ich so ein bisschen das Gefühl,
- 11:09die Mücke wurde zum Elefanten gemacht und dann haben die sich daran aufgehangen und sind irgendwie
- 11:15total enttäuscht, dann noch rausgegangen und dann dachte ich so 95, 98 Prozent des Abends war
- 11:25genial und wir hatten irgendwie alles gefühlt richtig gemacht und dann zum Schluss war dann halt
- 11:37eben so ein Ärgernis. Aber im Großen und Ganzen, was ich wirklich, also auch die letzten sechs
- 11:46Jahre sehr genossen habe und auch dann jetzt noch mal die intensiven Jahre, wo ich dann an der Stelle
- 11:53Gesicht und Samuliere bin und war, ist einfach die ganzen Erlebnisse und besondere Momente,
- 12:05die man als Gastgeber und Samulier den Menschen wirklich bereiten kann durch, ich habe da im
- 12:14Keller, wenn man im Gespräch ist, den und den Wein und wirklich der Gast dann, oha, den habe
- 12:23ich schon ewig nicht mehr getrunken, das war genau der Jahrgang, da haben meine Frau und ich
- 12:28geheiratet oder ich, also du kennst es ja, wenn besondere Momente aufkommen und wenn man dann
- 12:37das Glück hat, dass man die begleiten kann oder noch schöner machen kann und das dann auch
- 12:46natürlich noch im besten Fall mal als Kompliment hört oder später liest, ist ein bisschen wie
- 12:55Fanpost, das ist total schön. Manchmal kriegt man sogar noch Briefe geschrieben und dann denke ich
- 13:04mir so, Wahnsinn, ich finde das so schön, dass sich die Menschen noch Zeit nehmen, auch wirklich
- 13:11detailliert und konstruktiv und alles zu beschreiben und ja, also das ist wirklich auch mit der Hauptgrund,
- 13:26wenn man Spaß und Freude und besondere Momente mit den Gästen teilen darf oder den bereiten darf.
- 13:39Also du bist ein Fan in großem Ganzen von Bewertungen oder von Feedbacks in dem Sinne,
- 13:43egal ob die manchmal auch komisch ausfallen können. Ja, also was heißt Fan? Ich habe das
- 13:54jetzt einfach auch gerade als Aufhänger genommen, weil wenn man dann wirklich nochmal manchmal auch
- 14:00gar nicht so mitbekommen hat, es gibt ja Leute, die die erzählen auch nicht so viel, also die sind
- 14:06dann auch, die haben unter sich einen schönen Abend und du hast ihn wirklich begleitet und
- 14:10dann hast du gar nicht so gemerkt, dass du die so extrem abgeholt hast und die Kinder es dann
- 14:17nochmal kunden, also wirklich schön. Aber in der Tat gibt es natürlich auch manchmal skurrile
- 14:25Bewertungen, deswegen weiß ich jetzt nicht, ob ich dann so Fan davon bin, aber man kann
- 14:35es halt irgendwie auch, wie gesagt, als Feedback nehmen und auch an sich arbeiten oder dann
- 14:41wirklich nochmal im Team auch darüber sprechen, so hey oder auch mal einsehen, also hey, ich gehe
- 14:51jetzt nochmal zurück und es war wirklich ein bisschen ungehobelt von mir oder weiß ich nicht
- 15:00und günstig. Ich fand es manchmal interessant, dann einfach auch zwischen den Zeilen zu lesen und
- 15:06zu gucken, was wirklich in dieser manchmal auch kritischen Betrachtung oder Bewertung, was
- 15:11wirklich das Problem war, ob es in der Tat ein technischer Fehler war, ob es halt ein berechtigter
- 15:17Fehler war oder ob vielleicht das Deo, was ich, das Perform, was ich aufgelegt habe, einfach nicht
- 15:23gepasst hat oder irgendwie deplaziert war und deswegen der ganze Abend dann irgendwie dofer,
- 15:29also das ist so manchmal dieser Umgang auch damit oder ob ich den halt nicht gelegen habe. Das
- 15:35finde ich interessant und dafür hilft es dann manchmal auch und das ist wahrscheinlich auch so
- 15:39ein Learning, was wir als, also auf der anderen Seite dann irgendwo erstmal lernen müssen,
- 15:44diese Bewertung einfach als Nutzelement zu sehen und da als Bereicherung dann vielleicht und dann
- 15:51vielleicht auch als, also die positiven Bewertung als Ansporn. Ja, sich auch so. Was für dich dann
- 15:57eher hilfreich oder schwierig in einem Konzern zu arbeiten, weil vorher warst du ja auch durch
- 16:03jedem kleinen Unternehmen bei Nelson Müller in der Schote. Die Mischung ist so ein bisschen wild.
- 16:08Ja, irgendwie schon, ja. Also auch beide Provenenten irgendwo, aber das eine ist natürlich, wo man
- 16:16ganz andere Prozedere einhalten muss, wo man andere Einkaufssituationen hat, wo man den Keller
- 16:22ganz anders gestalten kann als beim anderen und ist das so ein Riesenunterschied für jemand,
- 16:30der das vielleicht nie erleben wird oder nur die eine Seite kennt oder ist es eigentlich das
- 16:35gleiche? Man muss nur einen Schein mehr ausfüllen. Finde ich schön, dass du darauf eingehst. Da habe
- 16:41ich noch nicht so extrem detailliert darüber nachgedacht, aber es kam schon mal, dass ich dann
- 16:48natürlich während des laufenden Geschäfts gesagt habe, wenn man jetzt kein Konzern hinter hat,
- 16:57hat man viel mehr Freiheiten, aber man hat aber auch manchmal dann doch seine Limitierung,
- 17:05was alles irgendwie ein Für und Wider hat. In meiner Meinung nach muss man sich da einfach
- 17:12ein bisschen ungewöhnet anpassen und dann kann man auch trotzdem seinen Weg finden,
- 17:17so ein bisschen fließend wie Wasser bzw. Wein. Ich hätte gerne viel mehr direkt gemacht,
- 17:29aber man findet dann seine Umwege, dass das Netzwerk ist, wird größer, wird besser und man
- 17:39wird kreativ und dann findet man also auch seinen Weg, das individuellere Programm zu fahren, wenn
- 17:51trotz, dass man in einer großen Company arbeitet, wo man auch mit gewissen Firmen zusammenarbeiten,
- 17:59angehalten wird mit gewissen Firmen zusammen zu arbeiten, was auch total in Ordnung ist.
- 18:07Meistens ist es sehr im Großen Unternehmen so, dass gewisse Verträge mit Lieferanten gibt,
- 18:13wo man seine Sachen herbeziehen sollte aufgrund von einem gemeinsamen Aushorschau Kooperationsverträgen
- 18:18eben. Aber trotzdem ist es individuell zu pflegen, ist manchmal die Kreativität oder eben die
- 18:23Herausforderung dabei und eine individuelle Weinkarte dann irgendwo zusammenzustellen,
- 18:28wo man sagt, man spiegelt auch so ein wenig seinen eigenen Geschmack und hat eben nicht nur die Großen
- 18:35dann irgendwo auf der Karte, wofür warst du zuständig, nur für das Aquar, also nur ein Anführungszeichen oder
- 18:40auch für den Bankettbereich, für die verschiedenen Outlets? Nein, hauptsächlich für das Aquar,
- 18:45bin ich da also zuständig, aber es kommt natürlich auch der Austausch, weil man ein Unternehmen ist,
- 18:51auch wenn das Aquar ein bisschen Sonderstatus hat, dass man sich austauscht, Schulungen macht,
- 19:00Weingüter einlädt oder beziehungsweise Weinabende, die veranstaltet werden. Manchmal gab es auch,
- 19:11also da wir alle Gäste Wünsche erfüllen, natürlich den Wunsch, die Aquar-Weinkarte auf dem
- 19:17Zimmer zu haben und zum Club Sandwich, den entsprechenden Wein auszusuchen und dann gehen
- 19:23wir natürlich auch darauf ein und es ist einfach der Gastgebergedanke groß und da sagt man natürlich
- 19:28auch, hey, wir haben es halt da und das ist ein gewisser Luxus, den man dann auch hat. Ist die
- 19:37Weingarte dann auch mit deinem Service verbunden? Also dass wenn jemand sagt, ich möchte zu meinem
- 19:42Club Sandwich oben zum Tatort Sonntagabend, vorausgesetzt natürlich du bist im Haus,
- 19:47dass du den Service dann auch übernehmen musst oder nimmt dann der Zimmer-Service-Kellner dann die
- 19:52Flasche links in die Hand, den gucken sie rechts in die Hand und auf und los. Ja, das wird dann so
- 19:58nachjustiert. Also wenn es dann wirklich im Service ist, es sei denn wir haben uns vom Team so
- 20:06organisiert, dass es auch mal für Aquagäste besondere Wünsche gab, die dann vorher den
- 20:15Apparativ nehmen oder jemand hatte Geburtstag und dann stehen wir einfach mit einem In-Room-Dining
- 20:21Wagen und dem entsprechenden Wein und Equipment vor der Tür und singen und überraschen die
- 20:32Personen und dann machen wir dann auch noch was Service, dass es gibt dann viele Situationen,
- 20:37aber generell also es ist kein Standard. Das ist übersteigt es dann, also wobei die Anfrage kommt
- 20:45auch dann so häufig nicht und dann kriegt es meistens auch doch hin oder auch in der Lobby dann
- 20:52haben wir Gäste, die umziehen, die dann mit dem Essen fertig sind und dann doch noch mal die ein
- 20:59und andere Flasche in der Lobby trinken möchten oder an der Bar und dann möchte ich das auch gerne
- 21:04verwirklichen. Also das hat dann auch noch mal was Schönes, weil man einfach wirklich die Beziehung
- 21:10auch aufgebaut hat mit den Gästen und es macht das Ganze auch noch mal schöner, weil bevor die sich
- 21:18dann noch mal neu mit dem Lobby-Kellner unter Barkeeper unterhalten müssen, so ich habe jetzt
- 21:25erst mal irgendwie fünf Minuten erzählen, was sie dann da die letzten vier Stunden getrunken
- 21:31haben und was das für einen Sinn hat, die Flasche da jetzt einzureihen, dann ist es einfach cool,
- 21:37wenn wir da als Team sozusagen arbeiten. Also man baut ja eine intensive Beziehung mit den
- 21:41Gästen oftmals auf, also auch in diesen eigentlich nur aber immerhin 3, 4, 5, 6 Stunden, die man
- 21:48miteinander verbringt, wo man sich miteinander austauscht und ich glaube, man darf dabei nicht
- 21:53unterschätzen, dass der Gast von seiner Seite ganz viel von sich preis gibt, also aus seinen
- 21:58Erfahrungen, aus seinen Geschichten, aus seinen Urlauben, aus seinen Gefühlen, was er fühlt,
- 22:03was er mag, wie er es empfindet und man diese auf und ab, auch diese emotionalen Gefühle dann,
- 22:08wenn sich der Gast, den er im Augenblick voll auf den Teller einlässt und sich komplett preis
- 22:12gibt und sagt, ja, ich empfinde es so und ja, genauso empfinde ich das, dass man eine ganz
- 22:18eigene, intuitive, emotionale Verbindung zu dem Gast mit einmal hat. Wie gesagt, das Essen steht
- 22:23dann auch am Abend natürlich im Vordergrund und ist natürlich auch dann immer das Highlight-Thema,
- 22:32aber es ist natürlich auch schön, wenn man natürlich mit dem Service, dem Team, mit dem
- 22:39Bein, mit auch anderen getränken und auch einfach Gastgeber zu sein, die Menschen so sein zu lassen,
- 22:49wie sie sind, den Gästen den Raum zu geben, das ist einfach wunderschön. Wie hat sich dein
- 22:56Weingeschmack verändert seit der Zeit, als du vielleicht in die Schote gekommen bist,
- 23:01vielleicht aus der Schote rausgekommen bist, bis hin zum Punkt, jetzt war ich etabliert im
- 23:07Aquar. Hast du andere Weinvorstellungen, Wein vor Lieben entwickelt? Der Zugang ändert sich
- 23:14natürlich, also was da dann schön auch auf der Karte war und teilweise noch ist. Was man dann
- 23:24probieren kann, hat man in der Schote gar nicht zur Verfügung gehabt oder war noch im Aufbau
- 23:31und das ist das Schöne, dass ich mir das dann auch so erarbeitet und rausgesucht habe, mich
- 23:41da bewusst beworben habe, auch Beine zu probieren, die ich mir selber nicht leisten kann. Also ich
- 23:51meine gibt es natürlich heute auch, kann ich den Genuss- und Trinkstandard mancher Gäste haben,
- 23:59die ihren P2 auch noch gerne persönlich mitbringen und den Minibar dann noch nachkühlen, sondern es
- 24:10hat sich verändert definitiv. Zum Leidwesen meines Geldbeutel, sondern natürlich auch gerne mal
- 24:17bessere Weine kauft für den privaten und Freundesgebrauch und Genuss für den eigenen Genuss.
- 24:25Kann man das beziffern, wie sich dein Trinkverhalten verändert hat, also dass du sagst, du hast zu
- 24:30Vorschotenzeiten den Gutsriesling für 6,95 Euro, aber trotzdem direkt vom Weingut gekauft,
- 24:36weil du ein Qualitätsbewusstsein, eine Ausbildung und Wissen darum hattest und reinpognosiziert,
- 24:40also ich würde jetzt nicht den Mund legen und dann mitten im Aquagame, da musstest du dann schon
- 24:45Boynets Primerkrö für 780,20 Euro und dann mit handsignierten Etikett sein oder wie kann
- 24:54man sich das vorstellen, dass man sich da rein trinkt, rein entwickelt und das ist ja vielleicht
- 24:58so als kleines Add-on noch nicht mal so, dass man da selber irgendwie verzockt, sondern man muss es
- 25:03ja teilweise liefern, muss ja eben auch wissen, kann auch ein P2 schmeckt, um in die wirklich
- 25:08kompetente Kommunikation auf Augenhöhe mit dem Gas zu gehen und somit ist es manchmal eben ein,
- 25:14wenn man sagt, wenn ich schon trinke, dann eben sind behaftet, weiterführend und mich weiterbringt.
- 25:20Auch das ist natürlich schön, wenn man beide der Art trinken kann. Es war da natürlich so zu
- 25:28beginnen, dass man dann auch einfach mal den Verkostungsschluck noch mal hinten heilig aufbewahrt
- 25:36hat und den er noch mal nachverkostet hat, um einfach wirklich noch mal, wie du sagst, greifen zu
- 25:44können, dass man auch das dementsprechend auch liefern kann und mit den Gästen da in den
- 25:50Austausch gehen kann, wenn man dann halt eben sonst, dass auch auf beiden Reisen Verkostung,
- 25:58auf die man eingeladen wird, nutzen kann, um sein Wissen und um seine eigenen abgespeicherten
- 26:05Informationen, die man wirklich auch für seine Arbeit benötigt, dann liefern zu können, wenn
- 26:14man das ja auch durch Learning by Doing und einfach öffnen und zu arbeiten zu Beginn lernen kann
- 26:22und sich da weiter rantasten kann. Das ist einfach, wie du zu Beginn sagst, auch ein großes
- 26:30Geschenk und Glück, dass man an der Stelle sein darf. Schon gravierend, dass man mit einmal auch
- 26:38Einladung zu Weinreisen erhält, die man vorher niemals gesehen hat, dass es sowas überhaupt
- 26:42gibt und man mit einmal dann, keine Ahnung, im Wochenende in der Tuscana verbringen kann oder
- 26:48eben die Champagne geflogen wird oder dann zum Portweintasting mit 100 Jahre alten Portweinen
- 26:55eingeladen wird, was vorher undenkbar war, nur aufgrund dessen, wenn man in einem Restaurant
- 26:59arbeitet, noch nicht mal eine gewisse Qualifikation irgendwie nachweislich vorzeigen kann. Also an
- 27:05der Stelle war das für mich auch trotzdem immer noch eine eigene Initiative. Also ich habe auch viel
- 27:12geplant über die Sommelier Union, da mich dann einfach mal hintergehangen oder natürlich bekommt
- 27:23man mehr Zugang, man bekommt eher Einladungen, aber ich fand es natürlich auch ein bisschen
- 27:31schwierig von Wolfsburg aus manchmal, das dann alles liefern zu können. Also den Freiraum
- 27:38dann nicht im Service zu stehen und sich weiterzubilden, zu nehmen ist auch nochmal meiner Meinung
- 27:48nach ein großer Luxus, was unheimlich Spaß macht, aber halt eben auch nicht immer so möglich war,
- 27:57also es war mir möglich, aber in dem begrenzten Rahmen würde ich jetzt auch mal sagen. Ist auch
- 28:03schwierig, weil du wirst da ins Bordeaux eingeladen, das ist ja noch nicht mal, dass du da irgendwie,
- 28:08dass es eine Luxusreise ist, sondern es ist eine reine Informationsreise, aber die findet halt
- 28:15ein richtiges Arbeit nochmal on top. Das zum einen und zum anderen keine Ahnung ist Abflug Samstag,
- 28:20aber Samstag muss im Restaurant stehen. Was macht man da, wie kann man das machen? Du bist
- 28:24Metresommelier, also du hattest beide Positionen, wenn du weg warst, dann vierten zwei Leute. Das war
- 28:29auch mal möglich, also dank unserer Teamstruktur, dank auch Stefanie Weidner, die jetzt die Restaurantleitung
- 28:38macht und wir als Team und mit dem Commissomelier dann der jetzt einen dann auch mal den Rücken frei
- 28:49hält. Also es gibt ja immer mal Situationen, wo man auch mal nicht da sein kann, aber das mit den
- 28:55Weinreisen dann auszureizen, das geht auch nicht, also im begrenzten Rahmen, wie ich jetzt mal sagen.
- 29:05Ja. Aber vielleicht mal zurück zur Frage, dein grundlegender Geschmack in den sechs Jahren oder
- 29:10vielleicht acht, neun Jahren hat er sich verändert. Stimmt, habe ich gar nicht so drauf geantwortet.
- 29:14Ich glaube, du warst ja schon sehr geprägt durch deine Praktikers an der nahe oder badischen,
- 29:21an der A, deine Tätigkeit an der nahe und da hat man ja meistens ein Weingeschmack aufgrund
- 29:26der regionalen Prägung, aber dann, wenn man mit einmal die große weite Welt hat und ein so
- 29:30renommiertem Restaurant, dann sieht man, wow, es gibt ja auch Wein in XY. Die ganze große
- 29:38Weinwelt ist wirklich, hat mich fasziniert, dass wir dann das erste mal auch spannende Sachen
- 29:45aus Chile probiert haben, was wir vorher gar nicht noch so auf dem Schirm, was ich gar nicht auf dem
- 29:51Schirm hatte. Man wird aber natürlich auch, um stetig auf der Suche nach was neuem zu bleiben,
- 29:57um die Weinreise abwechslungsreich und spannend zu halten, geht es dann auch mal nach Ungarn oder
- 30:05Transsilvanien, Italien. Es ist natürlich ein Land, wo das schon urlange Tradition hat,
- 30:18aber wo es so viele Rebsorten gibt und wenn dann immer irgendwie neue Erkenntnisse, Önologen,
- 30:25Rebsorten wieder entdeckt, neu ausgebaut werden, dann wird man da hellhörig.
- 30:52Hast du schon einmal einen Abend in einem Weinwerk gesessen, also ganz allein, dass die Luft so still
- 31:00war, dass man das rascheln der Reben wie ein leises Flüsternörte und stell dir vor,
- 31:05in dieser Situation kommt ein Leseteam, also Erntehelfer, also Arbeit an dir vorbei,
- 31:09mitten der Nacht. Dein Gedanke? Wie bescheuert sind die denn? Wie verrückt muss man sein, um
- 31:16morgens um zwei Uhr dem Weg zu den Parzellen zu machen, um auf den sandigtonigen Hügeln,
- 31:21nahe Deutschkreuz, ja im Bogenland, ja in Österreich, Trauben zu flücken und so geschehen im Jahr
- 31:272021. Und es ging um kein Geringeren als den Obus Eximium Nummer 34, 2021 aus dem Hause
- 31:37Gesellmann. Es begann am späten Abend. Komm, gedank dich mit mir. Dann fühlst du den Wein. Du
- 31:44stehst auf einer Lichtung. Versuch dich da reinzudenken. Vor dir breiten sich die weiten Ebenen
- 31:50des Bogenlandes aus, durchzogen von gelblichen Weinbergen, die im Abendrot leuchten. Am Horizont?
- 31:55So bekommst du ein Gefühl dafür, wo wir uns überhaupt befinden. Schimmer der Neusiedler See,
- 32:00jener flache Spiegel, der im Sommer glühende Hitze speichert und in der Nacht als kühle
- 32:06Prise zurückgibt. Die Böden hier, ein Flickenteppich aus Lös, grobkönigem Sandstein und tunigem
- 32:12Lehm, eine Mischung, die den reben Kraft und Spannkraft verleiht. Die Tagesitze von bis
- 32:19zu 35 Grad spiegelt sich in der süßen Frucht der Trauben, während die nächtliche Frische
- 32:24von 10 bis 15 Grad die natürliche Säure bewahrt, wie in dieser Nacht. In diesem Wechselspiel
- 32:29aus Feuer und Frost, Licht und Schatten, formt sich eine komplexe Symphonie aus Fruchtwürze
- 32:35und Struktur. Ein Klima, das nur das Bogenland liefern kann. Nur das Bogenland. Wie gesagt,
- 32:41der nächtliche Temperatursturz lässt die Traubenrasch abkühlen und festigen, sodass
- 32:46jede Beere beim Flücken ihre volle konzentrierte Essenz bewahrt. Bis zum Morgengrauen arbeiten
- 32:52die Erntehelfe jeder Schritt, jede Schere wirkt wie ein Ritual. Nur das reinste Reife lese
- 32:58gut, fand seinen Weg in die Kisten, um später im Keller jene exzellente Tiefe zu entfalten.
- 33:03Im facettenreichen Spiel, der ist Obus Eximium Nummer 34, verschmilzt was auf den ersten
- 33:10Blick unvereinbar scheint. Die tiefe Verwurzelung in Jahrhunderte alter Weinbautradition und
- 33:16der unbändige Trang zur Innovation. Eins konventionell im Mittelbogenland verwurzelt,
- 33:21wagte dieses Ausnahmewein gut mit der Jahrtausend, wenn den Sprung weg von rein traditionellen
- 33:24Methoden hin zur organischen Bewirtschaftung. Final zertifiziert seit 2015 hin, das war
- 33:30damals Legendeur Neu, zu französischen Bariks, die dem Wein eine komplett neue Dimension
- 33:35eröffneten. Kurz zur Erklärung, Obus Eximium Nummer 34 vom Weingutgesellmann trägt die
- 33:41Nummer 34, weil dies der 34. Jahrgang dieser pristisch trächtigen QW ist. Seit der Einführung
- 33:49im Jahre 1988 wurde jährlich eine neue Nummer vergeben, also sprich beginnt mit Nummer 1,
- 33:53sodass der Jahrgang 2021 als Nummer 34 filmiert. Der Name Obus Eximium bedeutet so viel wie
- 34:01außergewöhnliches Werk. Und eben diese Fortlauf in den Numerierungen unterstreichen konsequent
- 34:06die Tradition, die Entwicklung und die Fortwehren der Qualität dieser klassischen Barik-Gewee
- 34:12aus blau-fränkisch zweigelten Zadlarinnt. So formte sich eine dialektische Einheit,
- 34:16die konservative Urtiefe des Terroirs und die progressive Technik der spontanen Gehrung
- 34:22in Verbindung mit einer langjährigen Reife. Was hat es mit diesem Weingut auf sich? Der
- 34:26Name Gesellmann erscheint das erste Mal 1776 in den Archiven durch das moderne Kapitel,
- 34:31dieses Weinguts begann mit Engelbert Gesellmann, der von 1935 bis zum Jahrgang dieses Weines
- 34:38bis 2021 lebte. Ein Winzer dessen Seele zwischen Zweifel und Leidenschaft pendelte. Er führte
- 34:441983 Kabanis auf Jaurat ein, stieß auf Widerstand und zugleich auf Bewunderung. Sein Sohn Albert
- 34:50setzte das Erbe fort, brachte die Umstellung auf den organischen Anbau voran und vergrößerte
- 34:55das Weingut auf fast 50 Hektar. In jeder Flasche leben Träume und Ängste fort. Der Mut, Neues
- 35:02zu erkunden und das Bewusstsein, dass der Boden der wahre Regisseur bleibt. Wie kann
- 35:07ich dir einen solchen Ausnahmewein beschreiben? Man kann das eigentlich fast die ihren Worte
- 35:11wiedergeben. Natürlich kann man über die Produktionen reden, über den meisten Kontakt
- 35:16bis zu 18 Grad, über die Vergärung, über jeden Schritt von der Entrapung bis zur Pressung,
- 35:20über die 18 Monate Holzausbau in 225 Liter Bariks, die zu einem Drittel neu sind, über
- 35:26die zwei Monate, die der Wein anschließend großen Holzfässern verbringt, bevor er
- 35:29ungeschütten, ungefiltert abgefüllt wird. Aber letztlich ist das nur eine Skizze dessen,
- 35:35was man im Glas hat. Dieses imposante, dieses kraftvolle, dieses Fruchtintensive. Und das
- 35:42nur mit wenigen Fruchtattributen zu beschreiben, wäre eigentlich fatal. Man muss sie erleben,
- 35:47man muss sie probieren, man muss sich von diesem opulenten, zugleich finnest betonten
- 35:51Wein einfach begeistern lassen. Denn im Vergleich zu anderen Top gewesen, Bogenlandes, wirkt
- 35:56er opus eximium wie ein Porträt aus Licht und Schatten. Seine metaphysische Dichte hebt
- 36:01ihn absolut heraus, wo manch anderer Wein sich in pompöser Opulenz verliert, bewahrt
- 36:08dieser Tropfer eine innere Spannung, als laufe er stets Gefahr in die Unendlichkeit zu reisen.
- 36:13Ein Wein, der in seinen tiefen Fragen aufwirft und dennoch antworten auf jedes Glas ist,
- 36:20für jeden, der den Mut hat, ihn zu verkosten. Vielen Dank für diesen Ausnahmewein, dem
- 36:25Weingutgeselmann aus dem Burgenland und natürlich dem deutschen Porteur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 36:30Auf zum Weiß und fertig los? Ja, fertig. Weiß Wein parat. Wir haben, ich kenne beide
- 36:57nicht, aber das Tedeschi, den Amarone, haben wir auf der Karte. Also spannend. Schön, vielen
- 37:10Dank dafür. Also, Italien generell cool. Ich weiß gar nicht, wie man den ausspricht. Gary oder Gary?
- 37:20Ich hatte auch, ich hab mir gedacht, Gary, was ist das denn für ein Name? Und dann verbergen
- 37:27sich dahinter eine moderne QV aus drei Rebsorten. Ja, aber auch schräg ist, finde ich. Ja, total
- 37:36schräg. Also, sehr, sehr ungewöhnlich. Und was ich halt total spannend finde, wir haben ja mehr
- 37:42oder weniger die gesetzliche Regelung, dass wir 85 Prozent einer Rebsort in einem Wein haben
- 37:47müssen. Teilweise ist es ja in anderen Ländern sogar noch weniger, 75 Prozent. Jetzt haben wir
- 37:53hier 10 Prozent Chardonnay und 6 Prozent Riesling. Aber wie stark eben Chardonnay und Riesling diesen
- 38:02Wein beeinflussen, finde ich so irre. Deswegen, ich bin da kein Riesenvollfall von dieser
- 38:07Gesetz. Ich habe auch gedacht, dass es wie so die Prise Salz im Kuchen ist, aber als ich dann
- 38:12jetzt reingerochen und reingeschmeckt habe, habe ich auch gedacht, also, wie du sagst,
- 38:17ist es präsenter, als man, als es sich liest. Deswegen finde ich das mit den 85 eigentlich
- 38:24fragwürdig. Also, ich finde, ein gut gemachter Wein sollte, wenn da eine Rebsorten draufsteht,
- 38:28eigentlich so eineinhalb Prozent daraus bestehen. Mich würde manchmal wirklich interessieren,
- 38:31wie viel es wirklich stimmt und wenige Winzer reden ja darüber. Sollte kein Winzer besser sein,
- 38:37aber wow, ja, genau, die Dunkelzimmer, die nicht in der Statistik aufgeführt sind. Wo sind
- 38:44diese Rebflächen, die ich dort als Müllerduror identifiziere und die ich nicht auf deiner
- 38:49Weinliste sehe? Verkaufst du das als fassbare? Nein. Welchen Wein sind die drin? Also,
- 38:53es ist manchmal bestimmt interessant und teilweise auch natürlich interessant, wenn man
- 38:58selber einen Wein riecht, den irgendwie glaubst du identifizieren, aber irgendwie sagt, nee,
- 39:04ich kenne den an, das hilft einem ja selber nicht. Das ist wie so der Nasenbär, der zu einer Blindprobe
- 39:10von Pinot Noir mit einmal Merlot mitbringt und sagt, ha ha, ich will euch an den Nasen rumführen,
- 39:15das ist eine Blindprobe Pinot Noir. Du hast das Thema nicht verstanden. Und aber jetzt um auf
- 39:21dem Wein zurückzukommen, finde ich es toll, wie der Winzer, wie Tedeski es geschafft hat,
- 39:26den Wein so zu inszenieren, zu kreieren, dass wir Garanega als Grundrebsorte durchaus greifen
- 39:33können, aber wie stark eigentlich der Riesling dem Ganzen eine ganz eigene Struktur gibt und
- 39:42der Chardonnay das Ganze mit seiner Aromatik auskleidet. Muss aber sagen, dass ich vergleiche,
- 39:47also es war für mich so ein bisschen so glatteisweit, also wenn ich jetzt nicht gesehen hätte, wenn ich
- 39:51jetzt blind hätte, dann wäre ich schon verwirrt gewesen. Weil ich Garanega jetzt auch gar nicht so
- 39:59klar vergleichbar herausschmecken hätte können und dann Riesling und Chardonnay gut vielleicht. Dann
- 40:08doch dieses leicht buttrige Grünbananige doch da ist und am Gaumen dann doch irgendwie so
- 40:26ein bisschen die Rieslingsäure, aber das Garanegra, florale, blumige, gelbfruchtige, irgendwie
- 40:35trotzdem noch im Vordergrund steht. Spannend für die Rotweinregion ist ja auch eigentlich ja bekannt
- 40:44für die Rotweine und das Weingut. Aber mehr finde ich als ein Experiment, also wo man sagt, okay,
- 40:49also wenn man gerade Amarone ist, weil das Weingut war so den ersten Lagen Amarone auch präsentiert,
- 40:59release publiziert und diese Idee gelebt hat, dann zu versuchen ernsthaften Weiswein zu erzeugen,
- 41:07das nicht als experimentell irgendwie durchgeht, sondern schon eine gewisse Glaubwürdigkeit hat,
- 41:13finde ich auch schon mutig, finde ich spannend, finde ich toll. Ernst zu nehmen und auch sauber,
- 41:21komplex, so wie facettenreich, sicherlich vielseitig einsetzbar, wo das eine ist auch nicht
- 41:31ausgeschlossen werden kann, also man kann den so trinken, man kann den aber auch mit Essen,
- 41:35mit verschiedensten Gerichten, könnte ich mir das vorstellen. Kalt warm? Also trinkst du ihn eher
- 41:42bei 6 bis 8 Grad oder bei 10 bis 15 Grad? Wo siehst du da und kleines Glas, großes Glas,
- 41:48vielleicht sogar lüften oder nee, braucht er nicht? Also ich habe hier so ein Bordeauxglas von
- 41:58Saltung. Es ist vorher kalt serviert, eher etwas zu kühl und dann lieber in etwas größere Glas,
- 42:09sodass die Trinktemperatur sich auch allmählich anpassen kann und die Belüftung gleichzeitig
- 42:18stattfindet, ist aber vielleicht jetzt hier so ein Home Effekt. Ich habe überlegt, ob ich den
- 42:25vielleicht in ein kleineres Glas geben solle, habe mich dann aber entschieden, den lieber kühler
- 42:30zu servieren, weil ich neugierig war, wie Gaganeger, Wiesling und Chardonnay in der Cuvée. Also
- 42:40sich da jetzt präsentiert und das vom Ausbau her auch ohne Holz und ich bin ganz gut mit dem,
- 42:49hört sich jetzt sicherlich ein bisschen verrückt an, mit dem Bordeauxglas und der kühlen Temperatur
- 42:56einfach aus der Flasche raus. Wenn ich spannend, weil ich intuitiv innert hat zum kleinen Glas
- 43:01gegriffen habe, ich habe das Wischen von Zier und das ist ein Glas, was eben die Lebendigkeit in
- 43:08die Frische herausarbeitet, deswegen ärgere ich mich jetzt gerade ein wenig und muss aber nachher
- 43:14unbedingt noch das etwas größere Glas nehmen, die nochmal dann nachprobieren. Ich merke auch,
- 43:19dass er mit der Luft jetzt so richtig spannend sich entwickelt. Ich denke, dass das kleine
- 43:24Glas für den Anfang wirklich vielleicht doch sogar besser wäre, weil du präzise halt noch diese
- 43:29Floralen und gertfuchtigen Aromen hast. Ich finde es auch gut, dass dem die Luft ganz gut steht und
- 43:38habt das Gefühl, dass die Rebsorten so den Staffelstab auch nach und nach einander übergeben
- 43:46und find, was du vorhin gesagt hast, sehr gut, dass dir nicht im Holz ausgebaut wurde, sondern
- 43:50dass man ganz klar diese präzise Geradlinigkeit beibehält und die nur im Edelstall lässt.
- 43:59Ja, also mit dem Staffellauf den Vergleich finde ich super. Das passiert wirklich so,
- 44:07wie du sagst, aber im Service glaube ich würde ich doch ein bisschen kleinere Glas nehmen.
- 44:12Wenn du so ein Wein serviert bekommst oder wenn du so ein Wein bekommst oder du bekommst in einem
- 44:16Restaurant, hast du immer das gleiche Schema, wie du dich so ein Wein näherst oder ist das
- 44:22ganz individuell oder stimmungsabhängig? Also versuchst du ihn immer, wenn du jetzt den Wein
- 44:27nicht kennst, vielleicht auch die Rebsorten dann nicht vermittelt bekommst, ihn zu identifizieren
- 44:33oder erst die Schönheit zu sehen, schaust du erst die Farbe an oder ist die Farbe sowieso
- 44:36egal, riechst du erst, schmeckst du erst, vertragst du überhaupt den Nachgeschmack, ist es was?
- 44:42Am liebsten schon alles, wenn ich mich darauf einlasse, dann gerne schon nach dem Verkostungsschema,
- 44:51Optikduft, Geschmack, Mundgefühl und dann rätselt man so, manchmal, wenn man wirklich trainiert ist,
- 45:01hat man sofort natürlich auch schon gewisse Rebsorten, aber wenn man es halt gar nicht weiß,
- 45:10muss ich gestehen, lass ich mich dann auch einfach treiben und versuche mich gar nicht so zu
- 45:15beeinflussen zu lassen. Manchmal hat man aber auch dann die Beine da im Glas, wo man sagt so
- 45:20hey, intuitiv, sofort die erste Antwort ist meistens richtig oder geht in die richtige Richtung,
- 45:30wenn man zu viel überdenkt, dann verläuft man sich im Irregarten sozusagen, deswegen ja schon
- 45:42die klassische, systematische Erfassung von Wein, aber dann auch nicht irgendwann Kopf aus und
- 45:53einfach mal wirken lassen und spätestens dann, also wenn man halt selber auch nicht nur verkostet,
- 46:01sondern auch dazu ist, sich dann auch einfach darauf einzulassen und das mal wirken zu lassen.
- 46:08Aber kannst du auch drin fallen lassen? Ja. Einfach. Auch das, ja. Ist das jetzt ein Wein,
- 46:14der dich mehr fordert oder mehr erfüllt? Der ist auch sehr, sehr unruhig, vielleicht ist
- 46:18es auch einfach sehr jung oder halt, ich weiß nicht, wenn dadurch, dass man halt die QW hat,
- 46:25vielleicht auch müssen die Partner, die QW Partner erst mal miteinander warm werden im Glas. Der
- 46:31erfüllt so ein bisschen das, was du vorhin angesprochen hattest, dass das so nebenbei geschieht,
- 46:37dass man jetzt gar nicht sich so primär auf den Wein konzentrieren muss, weil der vielleicht auch
- 46:45noch in den Kinderschuhen steckt von der Mache. Der ist schon ausgeklügelt, das Konzept ist
- 46:52faszinierend und ja, wenn man davon Wind bekommt und kann das um die Weinreise einbauen oder auch
- 47:01Weinregionen wie in Kalifornien teilweise, die die Weine, die sonst gar nicht so rüber kommen,
- 47:10weil die die guten Weine dort immer auch schon selbst verzehrt werden, die kommen gar nicht
- 47:16über den großen Teil nach Deutschland und dann hat man halt eben ja das Glück, wenn man dann
- 47:23noch Zugang dazu hat, ein Drei-Stern-Restaurant. Ich glaube, ein Drei-Stern-Restaurant, also gerade,
- 47:30wenn du sagst, Kalifornien, ist es um so einfache Sachen zu bekommen, weil es für die Weine natürlich
- 47:36auch ein gewisses Renommee ist, dort präsent zu sein, dort ausgeschenkt zu werden und wenn man
- 47:41natürlich, glaube ich, auch eine etwas andere Preisensibilität hat, also die in wenig Höhe
- 47:47Gesetzes als im Einsterner oder vielleicht im anderen gut bürgerlichen Restaurant, man Weine
- 47:53dann aus Regionen auschenken kann, die halt so ein bisschen preisintensiver sind, wobei und ich
- 47:59glaube gerade bei Kalifornien hat man dann falsche Vorstellungen, dass man dieses Weinland
- 48:04eigentlich für extrem teuer hält, aber es dort teilweise auch richtig angenehme Preis-Leistungsrelationen
- 48:12gibt und dass ein Land ist, was so klischeebehaftet ist, aber total überrascht. Die Kalifornien finde
- 48:19ich großartig. Ist so und vor allen Dingen habe ich das Gefühl, dass da natürlich auch durch die
- 48:23Modernisierung die Kellertechnik und auch den Pionierwillen, ich meine, wenn man jetzt Robert
- 48:33Mondawi oder Chateau Montelena, es gibt so viele renommierte Persönlichkeiten auch mit Wissen
- 48:47von Europa, von Frankreich, wo man da auch da langsam meiner Meinung nach anfängt,
- 48:53die Weinwelt aufzubauen oder zu perfektionieren, also ganz abgesehen von was nach der Prohibition
- 49:10dann irgendwie vor den 70ern alles so war, dass was daraus jetzt geworden ist und dass auch der
- 49:19biologisch zertifizierte Gedanke irgendwie aufkommt. Es ist ja noch nicht mal aufkommen,
- 49:27sondern sogar dort schon existent und vorhanden war. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit war noch
- 49:33nicht mal teilweise natürlich auch klimatisch bedingt eine Selbstverständlichkeit war auf der
- 49:37anderen Seite, aber aufgrund der, wie du sagst, des Pioniergeistes oder eben auch des Innovationsdrucks,
- 49:46den man hat oder dieser Andersartigkeit, die man leben möchte, man in vielen Bereichen selbst Europa,
- 49:53wo man sagt, das ist eigentlich das Mutterland, wo wir unsere Ideen bekommen, aber eigentlich schon
- 49:56so ein Schritt voraus ist, ich weiß noch, dass ich glaube 1997 oder 1998 das erste Mal bei
- 50:04Mondawi war und 1999 irgendwie das erste Mal bei Opus 1, da fing die an uns was von Mondphasen zu
- 50:10erzählen. Habe ich in Europa noch nie gehört, dass jemand mit Mondphasen arbeitet und biologisch
- 50:17spiel dynamisch und dass der ganze Kellerbau auf den Mondverlauf ausgerichtet ist und das war für
- 50:25mich so neu, aber die haben damals eben jetzt vor 25, 30 Jahren schon darüber nachgedacht,
- 50:31da damit gearbeitet und dieser Biogedanke kam mir dann erst weit aus. Später in Europa auf war so
- 50:39präsent, wurde so prominent, hat man so publiziert und dort teilweise, wenn man es dann nachließt,
- 50:44schon in den 70er, 80er Jahren teilweise praktiziert, also ganz aktiv praktiziert und das in vielen
- 50:50anderen Bereichen auch, also ich war bei Weingut dort in Kalifornien, wo man mit Kork in den 90er
- 50:58Jahren schon ganz aktiv gearbeitet hat, da hat man so 150 Gläser aufgereiht und da 150
- 51:05verschiedene Korken drin gehabt und geguckt, also in Wein drin und dann Korken drin geguckt,
- 51:10wie diese unterschiedlichen Korken mit den Weinen reagieren. Man ist dann durchgegangen, hat es dann
- 51:14unterschiedlich gerochen. Also dieser Freakidank, der dort geliebt wurde, das fand ich absolut
- 51:20gravierend und total spannend und gerade bei Kalifornien finde ich so dieses Klischee-Denken so
- 51:29krass und teilweise natürlich geprägt von Riesenproduzenten wie Gallo, die Redfläche haben
- 51:34so groß wie Deutschland ist. Das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, was dann da
- 51:40alles so nebenher existiert, bei den AVA ist die kleinen Geragen Weingüter und dann die Riesigen,
- 51:46also das natürlich auch. Gibt es aber auch überall, also ich finde so was muss man sich
- 51:53dann auch vor Augen halten, dass es, keine Ahnung, wir haben auch unsere, unser Blue Nun und dafür sind
- 52:00wir bekannt im Ausland, aber auf der anderen Seite machen wir die eigentlich teuersten Weine der
- 52:07Welt. Also losgelöst vom Begrund. Weißt du, welcher Weiswein der teuerste Weiswein der Welt ist,
- 52:12wenn wir Burgund mal außen vorlassen? Teuerste trockene Wein, das muss ich noch dazu sagen.
- 52:16Ist in Kalifornia? Ist Sauvignon Blanc Screamin' Eagle? Ich war gerade sagen Screamin' Eagle, da ist er.
- 52:26Ja. Entschuldigung, ich freu es dir nicht vor. Nein, nein, nein, nein. Aber Schlaummeier spiel
- 52:31heute. Nein. Ich habe mich aber total geflasht, wo ich sage, ein Sauvignon Blanc aus Kalifornien,
- 52:34wie geht denn das? Ja. Und ja, irgendwie 3.100 Euro kostet er aktuell. Ich finde es auch spannend,
- 52:40dass Sauvignon bläuser als Rebsorte. Das ist das. Aber gut, wir haben jetzt natürlich Schaden ja
- 52:46außen vorgelassen, die teilweise noch prominenter sind, außen begunden dann eben noch prominenter
- 52:50sind, aber da sieht man eben auch, wie man so im anderen Bereich die Extreme leben kann. Ja. Gab es
- 52:56eine Vorliebe bei Kalifornien, wenn du sagst? Hat dich begeistert, also war es North Coast, war es Sierra
- 53:02Fotos, war es Central Coast, war es Central Valley? Also, North Coast für die Roten auf jeden Fall auch.
- 53:14Kräftigen, ich finde alles hat aber, ich kann mir immer so schwer entscheiden. Begeistert hat
- 53:21mich aber auch der Süden, die Chardonnays, Santa Barbara, also Central Coast und dann eher weiter
- 53:27südlich, Santa Maria Valley, also Biennacido, sowohl von Obanclima als auch von Gavin Shannon,
- 53:38fand ich auch so wirklich cool. Dann doch wieder nördlicher gelegen, ja Littorei, Charles Hains,
- 53:48Haydn Billain, es gibt viele coole Sachen, die natürlich teilweise jetzt mit der begründischen
- 54:01Machart auch zu tun haben und auch das Vorbild hin, da natürlich jetzt nicht dran kommen, aber wollen
- 54:09sie ja auch gar nicht, also sie wollen ja auch das Terroir mittlerweile von Kalifornien, von den
- 54:17Weinbergen und herausarbeiten, ja. Was teilweise unglaublich individuell ist, also allein dass es
- 54:27150 EWS geht, also finde ich sowas von absolut erstaunlich, also dass es so unglaublich individuelle
- 54:35teilweise Ausrichtungen gibt im Spiel von Klima und Boden, rechnen wir überhaupt nicht mehr,
- 54:41geht man selten in die Tiefe oder versucht eben neben bekannten großen Produzenten von diesen
- 54:494000 Weingütern, die dort registriert sind, überhaupt mal in die Kleinsegmentierung irgendwie
- 54:57zu gehen. Ja und auch wahnsinnig ein Mast auf Weine, Konstantin Baum, der sich damit so krass
- 55:04auch auseinandersetzt, hat mich fasziniert und würde ich auch auf jeden Fall wieder gerne mehr
- 55:18aufgreifen. Kalifornien ist wirklich einfach, ich war auch selbst mal bei der Domain Eden,
- 55:29am Mount Eden, also auch die Stimmung da, es war wundervoll und wenn man dann wirklich auch mal
- 55:40morgens hochfährt in die Weinberge und das mit dem Nebel und dem Pazifik-Einfluss mal selbst
- 55:46erlebt Sonnenuntergang und es ist die volle, volle Bandbreite auch an Winzerromantik, würde ich
- 55:55jetzt mal sagen und ja, wenn man das einfach mal erleben darf und kann oder ich, du sagtest ja,
- 56:03du warst schon bei Robin Mondavi und das wäre natürlich nochmal ein großes Ziel, ich war
- 56:14noch nicht dort, habe aber auch schon von vielen Gästen gehört, wie toll das war und auch ja,
- 56:23einige Insider-Tipps bekommen von, da müssen sie hinfallen und das ist wunderbar und da kann
- 56:31man gut essen, auch kulinarisch. Groß Überraschung auf alle Fälle, aber was ich bei Kalifornien so
- 56:40unfassbar interessant finde, ist, dass die nicht nur dem Weinbau teilweise absolut perfektioniert
- 56:47haben, sondern und davon lebt ja gerade die North Coast ganz extrem dem Weintourismus. Also es
- 56:53genauso viel Geld eingespielt wird über den Tourismus selber wie über dem Weinbau als
- 57:00so euch ist und man diese Chance einfach genutzt hat, Leute zu inspirieren, Leute zu faszinieren,
- 57:05natürlich haben wir mit der Bay Area dort auch teilweise ein sehr potentes Publikum, die halt
- 57:10eine Stunde rausfahren wollen und da so dieses komplette Highway und sich einmal auf hohem Niveau
- 57:15abschießen wollen. Aber auf der anderen Seite schafft man es dort eben auch einfach zu zeigen,
- 57:22okay wir machen hier, übertreiben es natürlich auch, wir machen hier eine Ausschank, wir machen hier
- 57:27ein Tasting und das kostet natürlich 50 oder 100 Dollar und es ist wiesend, ganz gravierend
- 57:35übertrieben worden und derzeit auch nicht wirklich mehr spaßig, finde ich dort, aber auf der
- 57:41anderen Seite hier in Deutschland in Europa nimmt man es als selbstverständlich hin, wenn man zum
- 57:45Winzer kommt, dass man seinen Kram umsonst bekommt, vielleicht gerade mal wenn überhaupt eine Flasche
- 57:50Wein dafür kaufen muss oder 6, aber wenn da jemand 10 oder 15 oder 20 Euro für nehmen würde,
- 57:57wird man gleich mit der Nase rümpfen und das finde ich also verkehrt, sondern sowas sollte man
- 58:02teilweise in Europa auch wesentlich intensiver praktizieren, dass man einfach ein Tastingvieh
- 58:06dafür nimmt und das ganze dann dadurch vielleicht auch so ein bisschen professionellisiert und
- 58:10Emotionen mit aufbaut und vielleicht auch, dass man so von regionaler Seite die Chance des
- 58:18Weintourismus einfach erkennt und auf- und ausbaut. Ja, finde ich schön den Gedanken auch diese
- 58:28Verkostungssituation, fand ich an der Stelle, habe ich es auch, durfte ich es auch selber im kleinen
- 58:35Rahmen erleben, fand ich auch wirklich gut. Also hat das Ganze auf jeden Fall aufgewertet, dass man
- 58:42dann auch das Wert schätzt und dass das auch voll okay ist, dass man dann dafür was bezahlt,
- 58:49aber man kommt auch wahnsinnig viel dafür. Was wäre so ein angemessener Preis für dich,
- 58:52wenn du jetzt in Deutschland an die ARGs probierst, drei Pinos, wo du sagst, du hast ein Gutswein,
- 59:00du hast eine erste Lage und hast ein großes Gewechs oder eine große Lage, was würdest du
- 59:08als angemessen empfinden für einen Endverbrauch oder für einen Privatkunden? Ich meine, man nimmt
- 59:14dich die Zeit, je nachdem wie lange man redet, man erklärt auch ein bisschen was zu den Lagen von,
- 59:19dann ist eigentlich schon mal schnell eine halbe Stunde weg, ist eine Stunde, wenn es dann intensiver
- 59:25wird von Gutswein bis zum großen Gewechs oder wenn es jetzt VDP ist oder ja dann muss man die
- 59:34Gläser spülen, dann kosten die Gläser ja auch selber was. Ich sage mal zwischen 10 und 15 Euro,
- 59:46wäre auf jeden Fall vollkommen in Ordnung, ist ja easy. Wenn es dann meistens sowieso noch,
- 59:54weil man auf Weintour ist, zu einem Kauf kommt, kann man ja dann auch mit einer Aktion arbeiten
- 1:00:03oder sagt, hey, hey, du hast jetzt nicht schon verkostet, du hast jetzt auch noch eine 12er
- 1:00:07Kiste davon, 6 Flaschen davon und 2 Flaschen davon mitgenommen, dann lasse ich dir das,
- 1:00:13dann kann man ja auch so sagen, kann man ja ein Paket schüren, was ich vollkommen in Ordnung
- 1:00:22fände. Was würdest du sagen? Ich weiß nicht, einfach aus dem Himmel heraus. Ich mache mir
- 1:00:31da auch andere Gedanken zu, weil ich da vielleicht irgendwie öfters drüber rede oder über diese
- 1:00:36Situation rede und im Restaurant ist es ja eigentlich normalerweise nie ein Thema, seit man
- 1:00:40kommuniziert da irgendwie mit Gästen, aber ich finde den Preis mit dem Paket, finde ich
- 1:00:45persönlich quatsch, weil ich mache mir ja Gedanken um den Verkaufspreis mit den entsprechenden
- 1:00:53Preisauszeichnungen und auf der anderen Seite habe ich ja die Arbeitsleistung mit dem Tasting
- 1:00:56und ich finde das super, wie du sagst, weil es auch Unterbrechen ist, dass du sagst der
- 1:01:00jenige, das Verkaufspersonal, was ja mindestens Mindestlohn bekommt, aber eben meistens darüber
- 1:01:06hinaus, weil es jedoch eine gewisse Qualifizierung hat, kostet mich in der Stunde das, eine halbe
- 1:01:10Stunde unter sich Zeit, um die Weine zu erklären und es hat ja damit auch mit Mehrwert für
- 1:01:15den Verkostenden und somit kostet allein diese Person schon 15 bis 20 Euro und da habe ich
- 1:01:22noch nicht mal die Weine genommen, habe noch nicht mal die verprobten Weine genommen, die
- 1:01:25mit 15 Euro oder mit 0 Einzugs ausgeschenkt werden, die Gläser und so weiter, den Raum,
- 1:01:29der zur Verfügung gestellt wird und als hoch kalkuliert, finde ich, sollte so ein Tasting
- 1:01:33durchaus 15 bis 20 Euro kosten und aber keine Rabattaktion beim Kaufen, wenn man damit ja
- 1:01:41auch die Emotion des Weingutes und eben auch die Möglichkeit, das dort überhaupt einzukaufen.
- 1:01:45Stimmt.
- 1:01:46Ja.
- 1:01:47Dort in Anspruch nimmt und das hat sonst wieder so diesen deutschen Touch, wir müssen irgendwie
- 1:01:53da einen Rabatt einbringen.
- 1:01:56Ja.
- 1:01:57Stimmt.
- 1:01:58Ich finde, man sollte öfters darüber nachdenken und dann einfach auch, wenn man zum Weingut
- 1:02:01fährt und man kriegt es dort vielleicht umsonst oder es wird dort eben nicht berechnet,
- 1:02:04das nochmal anders wertschätzen und diese, welche Region findest du, sollte man in Deutschland
- 1:02:12unbedingt kennen oder wer hier es total unterschätzt?
- 1:02:16Ich finde, unterschätzt immer, ja, eigentlich fast gar nichts, weil mittlerweile so viele
- 1:02:24tolle, auch, ja, da haben wir auch wieder die Pioniere, neue Weingüter, halt einsässige,
- 1:02:31traditionelle Weingüter, da sind ... Ich habe mein Praktikum an der A gemacht, die fand
- 1:02:40ich wirklich auch wundervoll bei Jean Stotten, beim Alexander Stotten, der ist natürlich
- 1:02:49ein bisschen außerhalb der sonstigen Stylistik an der A, der Pinot Noir, der etwas anders
- 1:02:58ist, aber auch, ja, in Baden war ich, sollte man kennen die Mose, ich habe mein Praktikum
- 1:03:10für die Ausbildung bewusst gesplittet, weil ich halt auch diese Region kennen wollte
- 1:03:17und finde auch, sollte andere Große.
- 1:03:22Warst du im Nachhinein noch gut findest oder warst du, weil es ist ja sehr, sehr ungewöhnlich,
- 1:03:25was man sagt, man ist bei den Weingütern drei unterschiedlichen Produzenten in den unterschiedlichsten
- 1:03:32Regionen, es geht ja unterschiedlich ja fast gar nicht, also auf der einen Seite Mose als
- 1:03:36fast reine Weißweinregion A, als fast reine Rotweinregion und dann eben Baden mit einer
- 1:03:40eigenen Stylistik, hast du, fandest du es war eine gute Idee oder ist es eine gute Idee?
- 1:03:46Für den Zeitraum, wo ich mir halt einfach auch, da ich aus dem Rohr gewinne komme, nicht
- 1:03:54in der Weingeregion groß geworden bin, auch doch noch mehr Wissen und Erfahrungen aneignen
- 1:04:01konnte und auch einfach direkt in einem Austausch mit den Menschen, die dort leben und arbeiten
- 1:04:06und Weinbauern sind, das ist ja auch krass, wie einfach mit der Natur da zusammenarbeiten,
- 1:04:13wie die Unterschiede sind in Deutschland.
- 1:04:15Aber Württemberg fand ich aber auch spannend, habe ich jetzt keinen Praktikum gemacht,
- 1:04:18habe ich einfach mal, man fährt ja auch manchmal einfach irgendwo hin und nimmt sich dann
- 1:04:25da mal vor so jetzt, da war ich noch nicht, da will ich noch mal tiefer eintauchen in
- 1:04:33das Anbaugebiet, komischerweise sei alle unstrut, was hier am nächsten für mich zu erreichen
- 1:04:39wäre, aktuell in Wolfsburg, neben Sachsen fehlt mir noch so ein bisschen, also vielleicht
- 1:04:49das ein bisschen.
- 1:04:50Ist es nicht witzig?
- 1:04:51Es ist komisch, ne?
- 1:04:52Ja.
- 1:04:53Und trotzdem so fern und vor allen Dingen, dass man gar nicht vor Augenrat, wenn man jetzt
- 1:04:56sagen würde, Wolfsburg nächstes Weitanbaugebiet, sei alle unstrut, echt, wirklich, das kommt
- 1:05:02dann irgendwie so fremd vor.
- 1:05:03Ja, und dann denke ich mir so, oh Gott, eigentlich musst du jetzt echt mal hinfahren, jetzt musst
- 1:05:07du, ne?
- 1:05:08Ja.
- 1:05:09Also, jetzt habe ich es gesagt, jetzt packe ich mal nächstes Wochenende, das muss es
- 1:05:19aber auch mal gemacht werden.
- 1:05:21Aber war das ein guter Gedanke, das zu splitten, oder würdest du es jetzt im Nachhinein dann
- 1:05:27doch lieber bei einem Weingut, einmal diese komplette Periode mit mehr oder weniger mitmachen
- 1:05:33und das Weingut intensiver verstehen?
- 1:05:36Gut, ich habe das selber vielleicht auch ein bisschen ausgeweitet, also die Praktikumsstunden
- 1:05:43aus Eigeninitiative überschritten und also meinen Wochenenden auch mal verlängert oder
- 1:05:50nach der Schule.
- 1:05:52Ich fand es gut, ich finde es cool, an der Stelle.
- 1:06:00Im Baden war ich bei Arne Bercher, bei Bercher, bei Weingut Bercher in Burgheim, dann wie
- 1:06:15gesagt bei Jean Stonnen an der Ahr und bei Dr.
- 1:06:21Rosen und da habe ich meinen Bernierschuk im Keller fast, hätte ich auch mal fast
- 1:06:28den Job gewesen, nein, Quatsch, aber Beinhandwerk oder Beinmachen zu erlernen, das fand ich
- 1:06:37schon sehr, sehr spannend damals, dass ich da mal eins hauchen durfte.
- 1:06:40Das verschiebe ich aber dann eher auf das nächste Leben, das ist ein wunderschöner
- 1:06:49Beruf, aber ich liebe mein Beruf und das ist alles gut so, wie es ist, aber das hat mir
- 1:06:55wirklich sehr viel Spaß gemacht im Keller.
- 1:06:59Glaub ich.
- 1:07:00Ja.
- 1:07:01Vor allen Dingen bekommt man einen anderen Respekt dann letztlich auch für das Produkt, was
- 1:07:05man dann ausscheint, ein anderes Wissen, anderes Gefühl dafür?
- 1:07:10Ja, das zum einen faszinierend, die Steilagen, also wenn man dann nicht nur im Keller, sondern
- 1:07:19auch mal mit dem Außenteam mit fährt und dann mal richtig krass in den Bergen steht
- 1:07:29mit seinen Wanderschuhen und übelsten Respekt vor den Menschen, die mit der Natur dort arbeiten
- 1:07:38und jeden Tag rausgehen, früh aufstehen, wenn man sich Eiswein lese, dann vorstellt mit
- 1:07:45das ganze Team zusammengerufen und Nacht- und Nebelaktion und was man dann halt für Geschichten
- 1:07:52hört.
- 1:07:53Die Organisation der Teams, die Monorak-Bahn, also das ist ja auch witzig, der Namose, diese
- 1:08:03Kultur, diese Ausstattung der Weinberge, ja, faszinierend.
- 1:08:09Mich auch während der Pandemie waren wir dann mal im Team, weil wir nicht wussten, was
- 1:08:15wir machen sollen, als wir geschlossen waren und dann waren wir wirklich auch mal zum
- 1:08:21Glück der Winzer, weil die natürlich die Leute nicht rangekriegt haben aus dem Ausland,
- 1:08:26weil es hier kaum jemand noch machen will, in den Weinbergen arbeiten, es war mir damals
- 1:08:32dann auch gar nicht so bewusst, dass das dann auch wieder so eine Herausforderung darstellt
- 1:08:37und die waren dann froh, dass wir dann, die wir nichts zu tun hatten, was lernen wollten,
- 1:08:41uns dann da noch mit in den Weinberg gestellt haben und ja, dadurch aber auch gewonnen
- 1:08:49haben, weil wir einfach Spaß bei der Arbeit waren und an der frischen Luft und ja.
- 1:08:55Könnte für dich aber noch mal so ein Ziel sein, Weingut Weinberg, das zu besitzen,
- 1:09:02zu begleiten, zu betreuen? Ich weiß ja, dass unsere, die Weinwelt, die
- 1:09:07Charaktere teilweise, die auch auf beiden Seiten sind oder Dozenten und einen eigenen Weinberg
- 1:09:15haben oder Someliers, die sich das dann doch irgendwie nochmal verwirklichen, ich, ich
- 1:09:22kann es mir, also es übersteigt, in meinem Fall, meiner Forschungskraft, dass in diesem
- 1:09:29Leben noch erfolgreich und mit Spaß tun zu können, liegt aber vielleicht auch daran,
- 1:09:39also wenn man jetzt vielleicht Familie hätte und dann schon da ein Weinberg wäre und man
- 1:09:44da irgendwie auch noch mitarbeitet oder schon so einen Bezug zu hat, aber jetzt so komplett
- 1:09:50auch relativ nördliches Gefilde, man ist mit viel Fahnen verbunden, also man müsste
- 1:09:56dann auch dorthin ziehen, meiner Meinung nach, da kommt vielleicht auch so der ganzheitliche
- 1:10:02Gedanke, dass man dann doch einfach auch präsent ist, weil, dass viel Pflege bedarf,
- 1:10:12die eigenen Weinberge und dann auch ein Keller, Kellertechnik, alles sauber halten.
- 1:10:16But you never know, vielleicht stimmt, vielleicht kommt das her, hat sich durch die Praktikers
- 1:10:27dein Bewusstsein über Wein verändert? Ja, ich fand das immer ganz wichtig, war mir
- 1:10:33gar nicht so bewusst. Was ist Wein für dich, wenn du es in ein Wort
- 1:10:37gepressen müsstest? Wunderschön, spannend und ja, es war ja schon ein Wort, weil es Kultur
- 1:10:50und Tisch essen, Trinkkultur, Landwirtschaft, Philosophie, Anthroposophisch, das mag ich
- 1:10:57auch, die Mischung zwischen konventionell und auch das andere kennenzulernen, wie du sagst,
- 1:11:04was du schon angesprochen hast, mit den Mondphasen. Aber ich finde es mit dem Wunderschön so
- 1:11:09schön, also gerade in unserer Welt, in unserer Sommiewelt sind wir oftmals zu verkoppt oder
- 1:11:16zu analytisch und dieses einfach so das Schöne im Wein zu sehen, sich darin fallen zu lassen
- 1:11:23und darauf einzulassen, kannst du das noch? Also wann trinkst du Wein? Vorzugsweise dann
- 1:11:30abends, klassisch französisch auch am liebsten abends und wenn ich dann auch trinke, dann
- 1:11:38wahrscheinlich auch den Wein passend zum Essen, ich trinke eher selten nur Wein Wein, außer
- 1:11:46ich trinke mal Portwein, den trinke ich einfach so ohne alles als Genussness und Glas. Es
- 1:11:52gibt immer unterschiedliche Situationen, aber wenn du mich jetzt so fragst, ist es dann doch
- 1:11:58eher gegen Abend dann über das Essen manchmal auch hinaus dann auch gemütlich zusammensitzen
- 1:12:05und mit den perfekten Menschen. Kannst du da loslassen oder wirst du dann automatisch
- 1:12:15technisch und fachanalytisch? Also wenn der Wein jetzt da steht, du hast ein Speise dabei
- 1:12:20oder sitzt dann nach und quatscht dann? Ich kann dann total abschalten. Kannst du den
- 1:12:24Wein einfach? Ich kann auch richtig meine Klappe halten und das ist auch dann manchmal mit
- 1:12:29Leuten, die dann auch gar nicht aus der Branche kommen und dann will ich die da auch nicht
- 1:12:36mit, ich will dann auch selber abschalten und ich lass mich dann auch manchmal treiben
- 1:12:42und höre dann auch einfach gerne mal zu, wie die anderen Wein sehen, weil manchmal verkopft
- 1:12:49man das ganze dann ja doch auch und ja, einfach auch mal ein Wein trinken. Der Alltag steht
- 1:13:00ja darin zu verkosten und dann finde ich es, wenn dann beim Wein trinken auch mal super
- 1:13:08entspannt, wenn man dann einfach mal den Wein für sich sprechen lässt. Und bist du dann
- 1:13:13trotzdem anspruchsvoll an Raum und Zeit und Ort? Also brauchst du perfekte Bedingungen,
- 1:13:19was du sagst? Diese Situation muss es sein oder das Essen muss dann passen oder ich brauche
- 1:13:2618 Grad Raumtemperatur und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit und dann kann ich mein Wein probieren oder
- 1:13:34sagst du, egal, es ist der Moment und ich lass mich drauf ein? Ja, Moment, ich lass mich
- 1:13:40drauf ein und klar, wenn ich dann denke, oh nee, irgendwie der Rotwein ist jetzt gerade
- 1:13:46echt zu warm, dann stell ich ihn halt noch mal in den Kühlschrank oder hole den Manschetta
- 1:13:50raus, kühle kurz an oder dann mach ich halt mein Zeug, aber ich muss dann auch nicht
- 1:13:55sagen, warum ich das mache, wenn dann auch Leute dabei sitzen, die jetzt gar nicht mit
- 1:14:00diesem ganzen Nachjustieren für perfekte Trinktemperatur, perfektes Glas und auch, ne, ich hab einen
- 1:14:09alten Schrank hier, der riecht manchmal nach alten Holzschrank und dann nervt mich
- 1:14:16das und dann muss ich dann schon die Gläser vorher noch mal durchspülen und rausnehmen
- 1:14:22vorher oder, also es gibt schon so ein paar Sachen, aber die mache ich so selbstverständlich
- 1:14:28nebenbei gerne, dass es dann gar nicht verkopft und der Rest läuft dann, wie du sagst, ich
- 1:14:35weiß nicht, wie heißt das ausgedrückt, einfach so intuitiv, ja, ja, okay, bevor ich
- 1:14:59so weit aushole, es geht bei den folgenden Gedanken um den Etter Erdbeerlikör und bitte
- 1:15:05nicht die Nase rümpfen, denn ich finde, wer Liköre gering schätzt, hatte nicht nur
- 1:15:08ein Kapitel, der Trinkultur komplett überblättert, er verpasst ein ganzes Buch voller Sinnlichkeit
- 1:15:13Geschichte und handwerklicher Finesse, denn ich finde in diesem Kapitel, nein, in diesem
- 1:15:19Buch verschmelzen Apothekerkünste, vergangener Jahrhunderte mit der aromatik ganzer Landschaften,
- 1:15:25destillierter Wälder, kannierter Gärten und materierter Geschichten, denn Liköre, wenn
- 1:15:30sie perfekt gemacht sind, sind keine süßen Relikte, sondern flüssige Erzählungen, manchmal
- 1:15:36samtig, manchmal bitter, steht es mit Tiefe und Charakter, wir reden von Qualitätslikören,
- 1:15:43also wie von Etter und Liköre fordern Aufmerksamkeit, Geduld und Neugier und genau das sind definitiv
- 1:15:49Tugenden, die in der heutigen Schnelligkeit, der heutigen Trinkmoden oft verloren gehen.
- 1:15:55Also, wer Liköre achtlos beiseite schiebt, beweist nichts dir, sondern Ignoranz gegenüber
- 1:16:00einer der raffiniertesten Formen des Genusses, eben erwähnt Etter, musst du einfach kennen.
- 1:16:08Dieses Haus zählt zu den traditionsreichsten, renommiertesten Brennereien der Schweiz, aber
- 1:16:13sage ich Europa, der ganzen Welt, definitiv, 1870 in Zug gegründet und dieses Haus verdankt
- 1:16:20seinen Weltruf, vor allem der legendären Zugerkirsch, ein Brand aus regionalen Kirschen,
- 1:16:27für den sie bis zu zwölf Kilogramm Frucht pro Liter benötigen.
- 1:16:31Konzentration statt Menge, und das sieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Schaffen
- 1:16:37des Familienunternehmens, das mittlerweile in vierter Generation geführt wird, Etter
- 1:16:42und das ist eben auch für diesen Erdbeer-Likör immens wichtig, arbeitet ausschließlich mit
- 1:16:46handverlesenen Früchten aus der Zentralschweiz und distilliert im klassischen Kupferbrennblasen,
- 1:16:52mit einem kompromisslosen Fokus auf Reinheit, Fruchtübizität und Eleganz.
- 1:16:57Natürlich kann man auch Williams, kann man Swatchke, kann man Quinte, kann man Aprikose
- 1:17:01erwähnen, aber es geht um Likör.
- 1:17:04Kennst du das Gefühl, wenn man beim Schneiden der Erdbeeren merkt, wie der Saft ganz langsam
- 1:17:08in den Zeigefinger entlang riecht und man nicht widerstehen kann, daran zu riechen bzw.
- 1:17:12den abzulecken?
- 1:17:13Dieser Moment, in dem der Duft roter frischer Früchte, einen ganz eigenen Zauber verströmt,
- 1:17:20genau diesen Duft findet man in dem Erdbeer-Likör von Etter, einem Likör, der so unmittelbar
- 1:17:27und echt riecht und schmeckt, dass er diese Erinnerung weckt.
- 1:17:31Glaubst du nicht?
- 1:17:32Probier's aus.
- 1:17:33Schon beim Öffnen der Flasche steigt diese intensive Duft nach frisch geernteten Erdbeeren
- 1:17:40entgegen und dann diese herrlich saftige Süße auf der Zunge, begleitet von einer dezenten,
- 1:17:48lebendigen Säure, die das Erlebnis frisch und nourciert hält.
- 1:17:53Statt plumper Fruchtexplosionen finden sich konkrete Geschmacksbilder.
- 1:17:58Und genau das ist es, was ein Likör auszeichnen sollte, was ihn besonders macht.
- 1:18:04Warum es so unglaublich schwer ist, ihn nicht nur zu produzieren, sondern zu perfektionieren,
- 1:18:10Reinheit mit Intensität, mit Balance zu verbinden.
- 1:18:14Obstbrennen können viele und auch sehr gut, aber ein Likör, appetitlich und imposant
- 1:18:19zu gestalten, können nur Häuser wie Etter.
- 1:18:21Der Etter-Erdbeer-Zauber entsteht nach einem hausinternen Rezept, das reife aromatisch
- 1:18:27die Erdbeeren des Vorjahres verwendet, in schonender Maturation geben, diese Beeren ihr
- 1:18:32volles Aroma in den Fruchtbrand ab.
- 1:18:35Anschließend wird Zucker in präziser Dosierung zugefügt, um charakteristische Süße zu formen,
- 1:18:41ohne den Fruchtkern zu überdecken.
- 1:18:43Das Resultat ist ein Likör mit 15 Volumen pro Cent Alkohol, der weder aufdringlich noch
- 1:18:49leer wirkt, sondern in seiner Zartheit ausgeglichene Kraft zeigt.
- 1:18:53Die Herkunft der Erdbeeren spielt eine zentrale Rolle, sie stammen aus der Schweiz, wo das
- 1:18:58Kühl, Bildeklima und sorgfältige Kulturverfahren reife, saftige Früchte garantieren.
- 1:19:04Nur die ersten, maschinellen und Handdurchgänge der Ernte fließen den Likör.
- 1:19:11Kleinere, weniger aromatische Beeren bleiben im Feld, um Platz für jene spitzen Qualität
- 1:19:16zu lassen, die später in der Flasche brilliert.
- 1:19:19Diese akribische Auswahl schafft Echtheit durch Anekdote.
- 1:19:24Die Erinnerung an das erste Kindheitsgeschmackserliebnis trifft hier auf die Präzision des Herstellers.
- 1:19:31Und der Etter Erdbeer Zauber ist vielseitig, pur, gut gekühlt, in einem schlanken Turpenkech
- 1:19:38entlockt er jeden Moment seiner reinen Frucht.
- 1:19:41Du solltest diesen mal auf Eis probieren, das ist die pure Kühle Erfrischung im Sommer.
- 1:19:47Wie ein Kier mit Weißwein aufgefüllt, wird das zu einer absoluten erdbeerigen Variante
- 1:19:53des Klassikers.
- 1:19:54Und selbst als Dessert über Vanilleeis geträufelt, bleibt die Identität klar, Erdbeere nichts
- 1:20:00anderes.
- 1:20:01Aber den Geschmack, den du erleben wirst, das ist einzigartig.
- 1:20:05Vielen Dank für dieses unglaubliche Geschmackserliebnis, dem Hause Etter und dem deutschen Importeur,
- 1:20:11dem Handelthaus Siegnitz.
- 1:20:20Und was ich auch faszinierend finde, ist vulkanische Böden, vulkanisches Terroir, die Menschen
- 1:20:33und auch die Energie, die Leute und die Weine sind irgendwie speziell und deswegen habe
- 1:20:43ich mich sehr gefreut auch über Etna, Rosso.
- 1:20:54Gibt auch wenige, die wirklich die Typizitätencharakteristiken, die Eigenart oder die Eigencharakteristik
- 1:21:01eines Vulkangesteins in den Weinen widerspiegeln können, dass man es, vielleicht wer, wie alle
- 1:21:09so kalk oder schiefer geprägt sind und das versuchen in den Weinen dann irgendwo wieder
- 1:21:14zu finden und gibt es eigentlich ein Wein irgendwie in Deutschland, der vulkanisch
- 1:21:19ist. Wir haben auch Vulkanland, aber das ist im Weinbrot, weiß ich gar nicht. Ist gar nicht so
- 1:21:26präsent, nee. Das ist meistens eher diese Verwitterungsböden oder Sedimentgestein. Der Maritim
- 1:21:40Ursprung irgendwo, der zu suchen ist, aber der Vulkanische dann eher schwierigen Österreich
- 1:21:48teilweise. Aber sonst ist es eigentlich, selbst Frankreich kaum finde ich, dass man da über
- 1:21:53Vulkangestein spricht, Spanien teilweise. Die Insel. Ja, das fand ich auch mal faszinierend,
- 1:22:03diese Art und Weise auch von dem neuen Ausbau von den Projekten, die da so stattfinden. Aber
- 1:22:10sie ziehen ist halt auch noch mal irgendwie ein bisschen mehr Tradition, also länger. Sie ziehen
- 1:22:17als solches, oder? Ja, also als der Weinbau, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber auf Teneriffa.
- 1:22:24Ja, da ist es ja eher schwierig, finde ich, weil die Weine schon eine gewisse Präsenz teilweise
- 1:22:35Großartigkeiten haben, aber die nicht wirklich eine Marktpräsenz haben. Also es gibt kaum
- 1:22:39jemanden, den ich kenne, der eine tiefe Vertikale mit Weinen von Teneriffa auf der Karte haben oder
- 1:22:49da mehr als zwei Produzenten oder das wirklich aktiv lieben. Und das ist, meistens braucht man ja
- 1:22:56dann doch irgendwie eine Marktpräsenz, um die Weinen in ihrer Ernsthaftigkeit dann irgendwo
- 1:22:59darzustellen, aber vielleicht sehe ich das auch zu Verkopf. Und sie ziehen, finde ich,
- 1:23:04hat den großen Vorteil, dass es ein Weinland ist oder ein Weinanbaugebiet ist, was sich jetzt seit
- 1:23:14zwanzig Jahren wieder ganz klar zur Qualität bekennt, obwohl dort auch noch nach wie vor sehr
- 1:23:22Masse, sehr viel Masse produziert wird. Es gibt Leute, die extrem engagiert die Besonderheit dieses
- 1:23:29Weinlandes herausarbeiten, auch jenseits des Edners, sehr riesig. Also die haben, ich glaube,
- 1:23:3593.000 oder 96.000 Hektar, die dort, also so groß wie Deutschland. Ja, es ist... Und 10 Prozent sind
- 1:23:40wirklich qualit-... Muss man sie bevormführen, ja. Ja, das ist Wahnsinn. Ja, und das General Marita ist
- 1:23:50halt so einer der, die diese Qualitätsrevolution irgendwo eingeleitet haben und dafür sich
- 1:23:57verantwortlich zeigen und versuchen die Besonderheiten, also sei es über die Rebsorten, sei es über den
- 1:24:03Ausbaustil, über die regionale Prägung, also allein jetzt hier bei denen, den wir haben,
- 1:24:10zum einen hier oder da wieder zu leben, zum anderen den aus einem Ausbau oder Anbau am
- 1:24:18Nordhang des Edners, also da schon über Nordlagen zu leben und damit eben auch diesen Kühlensstil zu
- 1:24:26praktizieren, um die Typizität letztlich der Bodenprägung herauszuarbeiten und die klimatische
- 1:24:33Prägung ein wenig in den Hintergrund zu drücken. Ein Wein nimmt auch mit 12/8 Alkohol, also in der
- 1:24:40Region, wo wir über 2.500 Sonnenstunden reden, ist schon übernimmt. Auf dem Präsentierteller,
- 1:24:46also wirklich auf Kagenböden. Das finde ich auch spannend an der Stelle und diese Trinkfluss,
- 1:25:00diese leichte, trotzdem diese Seidigkeit und salzig, Mineralität, Frische, was kreutrig ist.
- 1:25:09In der extremen Höhenlage, 16 Meter über Meeresboden, waren sie nicht spät gelesen,
- 1:25:29also eigentlich erst Mitte Oktober, also da wird so richtig krass rausgezögert, was natürlich zum
- 1:25:35einen dem Klima zuzuordnen ist. Zum einen auch der philologischen Reife. Wenn man alleine nur
- 1:25:51reinschaut, bevor man rein riecht, man durchgucken kann, erst was anderes erwartet, dann aber
- 1:25:59total zum einen woher herkommt. Ziegelrote, leichtere Flexe vielleicht, dass man da so leicht
- 1:26:11erahnen könnte, dass es halt in die südliche Richtung geht, aber ansonsten eher so die
- 1:26:19robinrote oder pinot noir Farbe. Aber Nerello maskalese ist ja auch eine Rebsorte, die
- 1:26:35finde ich in den letzten fünf bis zehn Jahren erst wieder präsent wurde, die viele einfach erst
- 1:26:42auf den Schirm haben, also auch diese Kombination. Man kann ihn ja so gedanklich zwischen eigentlich
- 1:26:47Burgund und Piedmont, als zwischen Barolo und Burgunde einordnen. Und das finde ich so großartig,
- 1:26:55also diese Transparenz, diese Tiefe, diese kühle Eleganz, diese Entwicklungsfähigkeit,
- 1:27:02diese Geschmackskomplexität. Das finde ich auch beeindruckend, dass man wirklich beim
- 1:27:09zweiten Reinrichen dann auch noch tiefgründigere Aromen feststellen kann, also auch von Kräutrigkeit
- 1:27:20über verschiedene rote Früchte, aber auch gar nichts reif ist, sondern wirklich was voll reif ist,
- 1:27:37was nicht überreif ist, sondern auch diese, was diese Frische einfach noch hervorhebt.
- 1:27:49Jayadera heißt so übersetzt der schwarze Kies, was für die Böden er spricht. Und wenn man sich
- 1:28:06so ein Online-Bild von ihm bilden, wenn man selber dort nicht war, anschaut, man hat so das Gefühl,
- 1:28:12dieses pure Vulkangestein dort zu sehen. Man ist irgendwie auf dem Mond oder auf dem anderen
- 1:28:18Planeten irgendwie. Also das wäre auch immer so ein Wunsch, da wirklich auch mal zu stehen,
- 1:28:23weil die Art und Weise, wie überhaupt greifen zu können, wo Wein wächst, wie dann wirklich auch
- 1:28:40dieser tiefgründige Geschmack in den Beinen gelangt, wo er wächst, wo er herkommt, finde ich
- 1:28:51faszinierend. Toll finde ich bei dem Wein, dass der Wahnsinnig sensibel ausgebaut ist. Also
- 1:28:58zwar zwölf Monate im Holz, aber nur große Holzfässer, nur slavonische Eiche, kein Barik,
- 1:29:04die ganz harte Maturationen. Sehr gut durchdacht, die Rebsorte hervorzuheben, um wirklich halt auch
- 1:29:14nichts zu verdecken, das merkt man schon. So ein Prälieren zu lassen, diesen Glamis in der
- 1:29:21Natürlichkeit. Ja. Aber für mich die Rebsorte, die finde ich spätbukuna da pinonor vor 20 Jahren
- 1:29:32mal war, weil sie erklärungsbedürftig ist, weil sie auch so nicht so easy ausschenkbar ist in der
- 1:29:39Weinbegleitung bei Gästen, nicht dass sie den nicht trinken wird. Ich glaube, da sind Gäste
- 1:29:44mittlerweile auch offener und zugänglicher für, aber um den in seiner Besonderheit zu wertschätzen,
- 1:29:52braucht man so diesen Fokus, muss es erklären, wie bei so einem besonderen Bild, wo man sagt,
- 1:29:58achtet bitte auf die Sonne und die Schatten. Ja, denke ich auch. Und die gewisse Würze, also wenn
- 1:30:07man jetzt einfach mal generelle balsamische Noten auch anspricht, dass man die wirklich auch mal
- 1:30:16für sich sprechen lässt, weil man die in dem Fallen finde ich auch wirklich mal sich auf der
- 1:30:23Zunge zergehen lassen sollte, muss. Und wenn man jetzt ein pairing Partner hätte, weiß gar nicht,
- 1:30:33also die solche Struktur ist halt einfach auch schön, ist eine sehr lebendige Wein, kann man auch
- 1:30:41vielleicht ja leicht rotfruchtige Würzelgegerichte zu, den zu den Gerichten servieren. Was stellt
- 1:30:54sie da zuvor? Also hast du den Wein auf der Zunge und kannst dir dazu schon was zum,
- 1:30:58wir hatten mal was ähnliches, da hatten wir so Krebszunge und Ochsenherztomate, aber auch
- 1:31:04ganz leicht ansortiert und die Zunge wird gekocht und dann Hauchdünn aufgeschnitten. Also schon so
- 1:31:15innerei, stell ich mir dazu ganz ganz ganz gut vor. Ja, also es hat so was Leichtes von weißem
- 1:31:33Pfeffer, dass ich jetzt sagen würde, okay, das ist dann der weiße Pfeffer, den man auch noch
- 1:31:38zu Würzen nimmt, nur in Form von Wein gepaart mit eben der schönere Struktur, die auch dann die
- 1:31:43Tomate wieder mit sich bringt oder ja, einfach so spontan jetzt. Ansonsten, ja, denke ich,
- 1:31:58dass der auch mit weitaus deftigeren Gerichten, wenn man ein Eintopf hat oder so, wenn es jetzt
- 1:32:07befahren wird, dann linsen ein Top oder sowas. Ja, das hebt das Ganze dann, das animiert die Säure,
- 1:32:18der Trinkfluss ist wirklich animierend und trotzdem was Seidiges, vielleicht so, das was man dann
- 1:32:31halt im Pinot Renoir sucht oder im Nebbiolo dieses Seidige, dieses Eleganz, aber gepaart mit der
- 1:32:37Intensität der vulkanischen Herkunft. Die sich nicht verkennen lässt, was ich bei dem Wein finde
- 1:32:50und total spannend finde, er ist für mich wie so eine nicht zu Ende erzählte Geschichte, wo ich
- 1:32:58immer wieder das Ende erfahren möchte, deswegen möchte ich ihn immer weiter entdecken und probieren,
- 1:33:04also es gibt für mich Weine, wie so diese klassischen New World Churras, die sind wie so ein Film, ich
- 1:33:09sitze da vorwärts und da halte ich hab alles verstanden, kann dabei auch einschlafen, egal. Also
- 1:33:14sie sind sofort fertig erzählt und das ist so ein Wein, das kann man wirklich oft reinriechen und
- 1:33:20kann und ich möchte auch reinriechen. Also wenn ich ja und wenn ich nur einen Glas davon trinken
- 1:33:25wollte, dann hab ich beim Weggehen, beim Wegstellen des Glases immer so das Gefühl, ach so eins kannst
- 1:33:31du noch, einmal willst du noch reinriechen und einmal irgendwie und das finde ich so cool, also
- 1:33:36es ist nicht so, dass der so super sauer ist, wo man beim sauren Apfel immer wieder das Gefühl hat,
- 1:33:40ich muss noch mal, weil der Säurefluss so stark ist, sondern der Wein macht so auf einer fast
- 1:33:46spirituellen, immer doof, aber so übergeordneten Ebene so neugierig und zieht ein so in seinem
- 1:33:53Bann, weißt du was ich damit meine? Ja, total, also ich würde es, hättest auch gerne so ausgerückt,
- 1:34:01danke, dass du spirituell gesagt hast, weil es wirklich ja auch zum Nachdenken und weiter,
- 1:34:12weiter reinschmecken und ein paar Weinphilosophieren anregt, also ist wirklich eine tolle Überraschung.
- 1:34:23Toll, also für mich auch und gerade jetzt so in der Phase auch das Gesprächs finde ich total spannend,
- 1:34:30weil der genau jetzt da reinpasst und ein so richtig so Geistes öffnet irgendwie. Ja, schön.
- 1:34:36Und auch die Zeiten, also ich schon lange, vormittags, mittags kein Wein mehr probiert,
- 1:34:42sollte man wirklich wie wir öfter tun, wenn man also verkostet, weil man ist echt mal, man ist dann
- 1:34:49noch so. So munter, so offen, so sensibel, so neugierig und das ist dann nicht irgendwie so,
- 1:34:57der Tag hat noch keinen Filter, der Gaumen hat noch keinen Filter. Hast du schon mal Gedanken gemacht,
- 1:35:03wie so ein absolut perfekter Moment, ein absolut perfekter Raum für Wein wäre,
- 1:35:08den man Wein richtig optimal darstellen könnte? Ging ja bei diesen drei Sterne Service ja nicht
- 1:35:17zuletzt um Perfektion, gab es da für dich irgendwelche Gedanken, wo du es versucht hast,
- 1:35:23dann teilweise nicht nur weiter zu drehen, sondern auch zu überdrehen über den, um dem Wein möglichst
- 1:35:30viel Raum zu geben, oder ist das einfach so ein Wunschdenken, was man vielleicht extern hat,
- 1:35:35aber in diesem Prozess dann gar nicht so mehr? Ich würde das auf jeden Fall versuchen liefern
- 1:35:42zu wollen, aber ich habe das in dem Sinne noch gar nicht so extrem ausgeartet. Also mit
- 1:35:49Temparieren, aber ich habe, ich mache das wirklich ein bisschen intuitiv und nach Gefühl und das hat
- 1:35:57bisher immer wunderbar funktioniert. Wichtig ist das saubere Glas, die umliegenden Gerüche und
- 1:36:09Düfte nicht zu extrem zu halten, klar, dass man jetzt vielleicht nicht noch vorher eine
- 1:36:16Duftkerze anmacht in dem Raum oder so mit Vanilledoft jetzt salopp gesagt oder so,
- 1:36:23das wäre jetzt dann schon schlimm, also dass man schon auch mal lüftet, also schon so die
- 1:36:30gewisse Grundsauberkeit, Wohl für Atmosphäre da ist, aber ist ja auch immer subjektiv,
- 1:36:40eine Wohl für Atmosphäre, also das ist jetzt auch noch nie Gläser irgendwie abgedeckt mit
- 1:36:45einem bestimmten, damit da kein Geruch einkommt oder Staub oder, die sind frisch poliert,
- 1:36:53das frisch eingedeckt wird jetzt nicht noch vorher, kurz bevor der Gast kommt, erst ein
- 1:37:02Tuch runtergenommen oder? Ja, ich habe das auch nicht so technisiert bei meinem Arbeitsplatz,
- 1:37:11dass ich da jetzt, der Chombräer hat seine Temperaturen, dann stelle ich da manchmal auch
- 1:37:16graffierte Sachen rein, wenn es im Sommer dann doch zu warm ist, frage ich die Gäste auch,
- 1:37:22darf ich den Wein dann nochmal, bei 16,5 Grad die Karaffe nach dem Karafien in den Chombräer
- 1:37:33stellen oder kurz auf Eis oder man ist da kreativ und bleibt einfach im Austausch und justiert
- 1:37:44dann den individuellen Bedürfnissen nach, so. Für den Wein-Service selber, was priorisierst du
- 1:37:51da? Sind es dann in der Tat die sauberen Gläser, brauchst du da bestimmte Glastypen oder ist es die
- 1:37:56Temperatur oder ist es der Ablauf, dass du einen immer gleichen Ablauf im Wein-Service hast? Wie
- 1:38:03gewichtest du das für dich selber, wo man sagen kann, damit hat man auch eine gewisse Sicherheit,
- 1:38:08die man vielleicht ja im Service auch braucht? Also wirklich ein stetiges Auge, ja Persönlichkeit,
- 1:38:14also das machen ja andere Kollegen auch. Also das wichtigste, das Trinkverhalten der Gäste
- 1:38:21wirklich auch zu erkennen, dass wenn Leute langsam trinken, dass man dann nicht zu viel
- 1:38:27nachschenkt und dass man, dass die Menschen sich nicht unter Rucksetzt fühlen oder umgekehrt zu
- 1:38:34erkennen, ich schenke jetzt dann mal öfter nach, der trinkt gerne sehr kühl, aber dann immer nur
- 1:38:40ein bisschen und dann wirklich sehr kalt nachschenken oder die Schnelltrinker, die Superschnelltrinker,
- 1:38:46die, dass man da halt irgendwie darauf eingeht, also das ist mir sehr, sehr wichtig, dass die Gläser
- 1:38:53nicht leer sind, das würde ich sagen, ja und dass auch die weiteren Vorbereitungen mit der,
- 1:39:01wenn es vom Weiß auf Rot wechselt und je nach Ausbau des Weins, Karaffe, keine Karaffe,
- 1:39:12Alter des Weins und so weiter, dass da halt wirklich explizit auch drauf geachtet wird,
- 1:39:19dass man und dass man fragt, also ehrlich gesagt frage ich dann immer viel, das vielleicht, ja,
- 1:39:27wie trinken sie gerne, was trinkst du gerne und ja. Was eine tolle Kommunikations-Ebene mit
- 1:39:39den Gästen ist, wenn man einfach in die Interaktion geht und dann auch nicht zu technisch wird, sondern
- 1:39:44sich einfach austauscht und versucht die eigenen Vorstellungen mit reinzubringen, aber eben auch
- 1:39:51die Vorstellungen, den Erfahrungsschatz, gar nicht den Erfahrungsschatz der Gäste dann irgendwo
- 1:39:57mitnimmt und merkt auf welchen Wissenstand die sind, wie intensiv man auch weiterführende
- 1:40:02Informationen dann vermitteln kann. Wenn jemand sagt, ich weiß nicht, was kalt und warm ist,
- 1:40:07dann braucht man nicht über Gebietstubizitäten irgendwie philosophieren und. Richtig und dann
- 1:40:14frage ich, ich habe Stickstoffe in der Küche, darf ich hier Glas eisen, die ist echt ehrlich und
- 1:40:19dann kommst du mit so einem qualmenden Glas, dann machst du so eine Show, doch, doch, haben wir auch
- 1:40:23schon gemacht, ja. Ah, krass. Ist ja da in der Küche, für mich mehr Show. Aber manche Gäste,
- 1:40:33die denken dann, oh, geil oder ich weiß nicht, das Schnapsglas in der Tiefkühltruhe gibt es dann
- 1:40:42auch manchmal die Präferenzen vom Aquavit über den Jägermeister oder so. Jetzt wird von wieder,
- 1:40:49du kommst aus dem Ruhrpott. Ja, es merkt man wieder jetzt gerade, ja. Aber ich erfülle da wirklich
- 1:40:55alles und auch selbst die hochwertigen Gläser werden dann mal geeist und wir hatten das so
- 1:41:03zeitlang mit auch den alkoholfreien Spezialitäten, dass das war natürlich sehr serviceintensiv,
- 1:41:11aber das war natürlich cool, wenn man dann die Getränke dann auch dementsprechend mit einer
- 1:41:19gewissen Show und auch dem Gedanken der perfekten Trinktemperatur dann servieren kann.
- 1:41:25Wir fähigen das bei dir an. Also, jetzt hat man gerade mal wieder diesen Ruhrpott-Gedanken,
- 1:41:31der nebenher so ein bisschen aufbaut bei Jägermeister und Co. Aber es liegt ja nicht nahe,
- 1:41:39dass man dann sofort mit Wein anfängt. Wo hast du mit Wein angefangen zu arbeiten? Warum
- 1:41:44hast du mit Wein angefangen zu arbeiten? Mein Opa hat schon zu meiner Taufe Wein ausgesucht.
- 1:41:50Er hat auch immer so diese Kultur gelebt. Auch wenn ich dann wirklich im Ruhrpott dann später
- 1:41:58aufgewachsen bin, irgendwie was familiäres, dass wir auch innerhalb der Familie ja gerne
- 1:42:08genießen, gerne essen. Die Oma hat immer abgekocht und dann wird natürlich auch der Wein dazu
- 1:42:14getrunken oder auch einfach mal abends der Rotwein aufgemacht. Dann durfte ich natürlich noch nicht
- 1:42:21trinken, aber irgendwie kriegt man dann auch mal gewisse Bücher vererbt. Da schreibt dann der Opa
- 1:42:28rein für Anna Helene und dann habe ich mich gefreut, habe ich heute noch den Johnson. Ich
- 1:42:34weiß gar nicht von welchem Jahrgang. Echt? Den Opa hat den Johnson gelesen? Das ist ja cool.
- 1:42:40Vielleicht so deswegen, ne? Und dann sammelt man Vorbilder und auch auf seinem Werdegang.
- 1:42:47Filtert die Informationen, die man, man saugt das auch wie so ein Schwamm, das was man interessant
- 1:42:59findet und genau, kommt von Höxchen auf Stöxchen. Wer war ein Vorbild für dich?
- 1:43:06Zum einen, ich habe als Hotelfahrfrau gelernt, das ist ja auch wieder so ein bisschen außerhalb
- 1:43:18der, so ein bisschen allgemeinern, der hat gar nicht so direkt mit Wein zu tun, aber dann hat
- 1:43:23mich immer das Restaurant fasziniert und dann damals auch schon der Restaurantleiter. Dann bin
- 1:43:30ich in die Schweiz, da gab es Prahlinschulungen, die hatten Wein zu den Prahlinen serviert,
- 1:43:38ein Weintasting gemacht und dann war mir gar nicht so bewusst so. Dann fing das so an
- 1:43:44mit Wein und Speise, dann auch die Schweizer Weine, die dann da regelmäßig von den Gästen
- 1:43:51auch bestellt wurden. Fand ich dann spannend, wo die dann her kamen und dann gab es dann auch
- 1:43:57mal Schulungen vom FNB-Manager. Später dann in der Schrute der Sommelier und auch der Restaurantleiter,
- 1:44:06die hatten auch schon einige Stationen durch von The Fat Duck über und auch, ich glaube
- 1:44:17sogar Stoß Beensberg und Herendom. Die haben ihr Handwerk auch in renommierten Häusern erlernt
- 1:44:25und dann nehmt man davon immer was mit, dann fängt man an Bücher zu lesen. Romane Echensberger,
- 1:44:32das Buch hat mich auch fasziniert über die Freiheit den richtigen Wein zu machen, das
- 1:44:37aber dann jetzt sehr spät, würde ich jetzt mal sagen, was dann so super tief geht. Justin Leone,
- 1:44:45das Buch "The Bottle Shock", wenn man mal ein Film schaut oder ja, viele tolle Kollegen, wenn man
- 1:44:57selber mal essen geht. Aber so das eine Vorbild, das gab es nicht. Das gab es nicht, ne. Tolles,
- 1:45:03aber trotz allem, wenn man sich inspirieren lassen kann von Kollegen und sagen kann, wow,
- 1:45:08das ist so. Und da hast du, glaube ich, den großen Vorteil, dass man einen anderen Zugang dann auch
- 1:45:13wieder zu den Kollegen bekommt, wenn man eben im Restaurant wie im AQUA arbeitet und mit einmal
- 1:45:18auf einer ganz anderen Augenhöhe agieren muss, auch selber agieren muss, also man muss ja auch
- 1:45:23liefern und bekommt jetzt nicht nur als Geschenk dann irgendwo. Richtig. Und muss ich selber dann
- 1:45:31eben auch mal, also die Fragen auch anders überlegen, die man dann selber stellt, die man ganz
- 1:45:35anders stellen kann, wenn man in der Shote irgendwie als normaler Comedy arbeitet. Richtig. Also dann
- 1:45:42im direkten Austausch mit Marcel Runge dann zu sein, als ich dann da angefangen hat und dann
- 1:45:48wird man an die Hand genommen und sagt, das ist hier der Ablauf und das kannst du machen,
- 1:45:55das kannst du nicht machen und das schult ein und das prägt ein und das ist auf jeden Fall auch
- 1:46:06eine Vorbildfunktion. Also man, ich habe mich auch bewusst beworben, um den Vorbildcharakter zu suchen,
- 1:46:14wo ich dann sage, ich möchte von dir lernen und ja, das ist also, denke ich, wichtig. Aber so
- 1:46:22wirklich ein krasses Vorbild habe ich, habe ich jetzt an der Stelle nicht, was ich jetzt extrem
- 1:46:27nennen kann, wo ich sage, wo ich bin. Aber eigentlich ja dein Opa, ich finde die dann nicht so super,
- 1:46:32so berührend, so schön, so reizend und wie wichtig das eigentlich ist. Also es ist ja jetzt vielleicht
- 1:46:37bei deinem Opa ist der Johnson Wein gewesen oder wie auch immer, aber einfach dieses gemeinsame
- 1:46:43auch Essen miteinander, das zelebrieren, dann merken auch in der Beobachtung, die Kinder ja nochmal
- 1:46:49anders an den Tag legen, wie Erwachsene mit Wein umgehen und dass es dann eben nicht Alkohol,
- 1:46:55Droge z.T. ist, sondern dass es genuss ist, dass man genau, dass man sich damit auseinandersetzt,
- 1:47:01dass man eben auch lesen kann, dass man zu Wein sich auch bilden kann, dann auch Kultur bilden
- 1:47:05kann. Ja. Das ist nicht so stark, das ist also daher also riesen, riesen Anerkennung für
- 1:47:12dein Opa. Danke. Unbekannterweise, dass es so vermitteln konnte da. Gibt es sonst allgemein so
- 1:47:18global betrachtet für dich jemanden, wo du sagst, wow, was der für den Wein oder für die Kulinare
- 1:47:24getan hat? Das sind ja auch nochmal zwei Sachen, also für Wein gibt es sicherlich an der Stelle,
- 1:47:30wo ich jetzt bei Dr. Losen Praktikungen gemacht habe, den Ernstlosen, der auch den Riesling
- 1:47:36International-Krass-Salon fähig gemacht hat, als Größe. Gut, faszinierend, fand ich, aber das
- 1:47:44ist jetzt nicht mehr heutzutage, so ein Wöffkliko oder so gewisse Visionärinnen, die irgendwie
- 1:47:51autodidaktisch an ihren Träumen festhalten und unternehmen, hochhalten und Ariana O'Ki Pinti,
- 1:48:01Jankis Robinson, Wahnsinn. Ja, für Speisen, da sind wir auch wieder irgendwie in Kalifornien,
- 1:48:08USA, Alice Waters, Dominic Crann. Und ja, letztens kam noch das Lebenswerk von Sven Raus, also 25 Jahre
- 1:48:22Aqua und auch die ganzen Köche, die er geprägt hat, die ja auch teilweise selber, natürlich ihr
- 1:48:27erfolgreichen Restaurants führen, muss man an der Stelle vielleicht auch sagen. Es gibt so viele,
- 1:48:34ich entschuldige mich jetzt schon mal, Persönlichkeiten, weil es gibt so wahnsinnig viele tolle
- 1:48:41Menschen in dieser wundervollen Branche. Und jeder tut das sein. Ja, genau. Und jeder Liste
- 1:48:48lebt ja von denen, die man nicht nennt, also daher ist das... Das Kollektiv ist echt super krass.
- 1:48:54Ich finde diejenigen, die das aktiv mitgestalten, weil du grad Sven erwähnt hast, die werden bei so
- 1:49:01was oft vergessen, aber sind halt trotzdem ein Teil des großen Gans und bewegen es in vielen
- 1:49:09Bereichen auf eine ganz eigene Weise und mit einem ganz eigenen Gedanken. Also daher, ja, schön,
- 1:49:15dass du ihn dabei auch erwähnst. In deiner Zeit im Aqua hast du es geschafft, die Weinkarte. Es war
- 1:49:21denn trotzdem nur einige Jahre in deinem Sinne zu gestalten oder warst du erst dabei, die Weinkarte
- 1:49:29anzunehmen und so langsam in deine Richtung zu formen? Letzteres. Gib ich, hört sich jetzt ein
- 1:49:37bisschen schweren Herzens an. Es ist sicherlich einfach auch, also du kennst erst das eigene
- 1:49:44Erfahrung, wie lange man auch wirklich dafür braucht, um was aufzubauen, was was wirklich
- 1:49:49facettenreich ist und du musst den Gästekreis kennenlernen, du musst die Gegebenheiten,
- 1:49:58die Verkaufssituation des Hauses, die wirtschaftlichen Erkommens, so viele Einflüsse und ich hab dann
- 1:50:06eher, sag ich jetzt mal auch, die Weinbegleitung dazu benutzt, dann wirklich geilen Stoff auszuwählen,
- 1:50:16was ich dann da so ein bisschen mein Stempel aufdrücke, weil ja, das ist erst der Anfang,
- 1:50:25also die Zeit da was großartig aufzubauen. Ich weiß gar nicht, ich habe jetzt keinen Vergleich, ob man
- 1:50:34das so schnell schafft und ich hätte aber auch zum Glück das Gefühl, den Druck habe ich mir zwar
- 1:50:42selber gemacht, das aufzubauen, dass das so ein ständiger, ständige Suche war nach ausgefallenen
- 1:50:53Sachen und auch tollen Jahrgängen, aber unsere Arbeit als sommelier auch wirklich eine Weinkarte
- 1:50:59aufzubauen mit Jahrgangstiefen, das ist an der Stelle echt Herausforderung gewesen und muss ich
- 1:51:06sagen, kann man in der Zeit jetzt gar nicht so liefern. Manche sommelier sind 30, 40 Jahre,
- 1:51:17das gibt es ja nur noch selten, also ich hab, ja, Alfred Vogt auch kurz kennengelernt dürfen und
- 1:51:23oder ja, das finde ich auch richtig toll, diese Beständigkeit, dass es das punktuell wirklich
- 1:51:30noch gibt, aber es ist echt eine Seltenheit geworden, dass sommeliers auch wirklich über
- 1:51:36Jahrzehnte ihre Weinkarte aufbauen. Ich weiß auch, was besser ist, also solange in einem Betrieb zu bleiben,
- 1:51:42wie zum Beispiel Alfred oder Stephan oder öfters zu wechseln, was inspirierender Bereicherender
- 1:51:48ist, ich glaube, es muss zum Typus immer passen, aber was du eben erwähntest, es braucht natürlich
- 1:51:53Zeit, um überhaupt innerhalb eines Hauses, also nicht nur diesen eigenen Stiefel zu fahren,
- 1:51:59sondern auch die Weinkarte zum Haus passend zu gestalten und da muss man erst mal sich so mit
- 1:52:03dieser Ursprungsweinkarte vertraut machen, ein Gefühl dafür langsam aufbauen, dann die Gäste
- 1:52:08versuchen zu greifen, welche Weine passen überhaupt hierher und dann den eigenen Geschmack dann
- 1:52:12auch noch mit rein implantieren und all das dauert ja einige Jahre und dann ist man ja, wie du
- 1:52:18auch skizziert hast, in so einem Dauerrausch, wo man sagt, boah, die Jahrgänge und den Wein und den
- 1:52:23hab ich und oh, das will ich drauf. Genau, so ein Trophäensammler, also das ist dann auch super
- 1:52:30herausfordernd und dann fragst du dich halt, wo stecke ich jetzt am meisten meine Energie rein,
- 1:52:37was hat auch den meisten Spaß und Gastgedanken, also wo schöpfe ich jetzt in dieser Zeit das
- 1:52:51Beste raus für die Gäste auch und auch zum Essen vor allen Dingen natürlich auch, die Sachen
- 1:52:58richtig auszuwählen.
- 1:53:11Ich durfte schon einige Menschen kennenlernen, die sich von der Schönheit der Traskane haben
- 1:53:22einfangen lassen, um manchmal mehr, manchmal weniger verrückt einen Weingut übernommen haben,
- 1:53:27aber eine der faszinierendsten Geschichten ist die der Familie Wittmar. Es war 1981,
- 1:53:35als die Schweizer Brune und Brigitte Wittmar ein verfeinendes Gut in Castellina in Chianti erwaben.
- 1:53:41Vier Hektar Reben vergessen in steilen Terrassen und Umgeben von Marcia und Zypressen,
- 1:53:48wo einst die Mauern bröckelten, keimte ihre Vision, sangiovese in seiner reinsten Form,
- 1:53:54ausdruckstark und auch anschmiegsam zu kultivieren. Zwei Jahre später,
- 1:53:59blind verkostungsturniert der Zeitschrift "Vinum", setzte sich ihr Wein gegen etablierte Größen
- 1:54:05durch und markierte den ersten Paukenschlag auf dem Weg der Renaissance toskanischer Winze
- 1:54:11und 1998 übertrug das Grundapart die Leitung ihrem Kind, Barbara Wittmar, die mit jeder neuen Flasche
- 1:54:17die Essenz der toskanischen Lügewelt einfangen sollte. Der Pioniergeist der Familie verbannt sich
- 1:54:23mit einer Philosophie, die Böden und Tradition als Partner sah und nicht als Ressource.
- 1:54:29Brancaia formte sich zum Symbol einer neuen Generation, die die Kraft nutzte, ohne es zu
- 1:54:36übertünchen. Wo ist dieses Terror? Wo kommt der Chianti vom Brancaia genau her?
- 1:54:42Auf den steilen Terrassen zwischen Florenzen und Ciena definierte Cosimo Tré de Medici 1716
- 1:54:49per degree jene Grenze, die das Herz des heutigen Chianti Klassico bilden.
- 1:54:54Die Wiege der Legende, in der der Gallonero bis heute wacht. Oh, Gallonero.
- 1:55:01Dass der schwarze Hahn, der am Flaschenhals prang hat, hast du definitiv schon mal gehört,
- 1:55:06wenn es um Chianti Klassico geht. Denn er ist das Symbol für Chianti Klassico. Der Name stammt
- 1:55:11aus einer Legende, in der ein schwarzer Hahn aus Florenz früher kräte als ein weißer Hahn aus
- 1:55:16Ciena, was Florenz Half mehr Gebiet in der Chianti Region zu gewinnen. Das Siegel garantiert,
- 1:55:23dass der Wein aus dieser Region korb und strenge Qualitätsregeln erfüllt. Also einmal komplett
- 1:55:28runtergebrochen ist das Symbol des Chianti Klassico D&CG, eines Rotweins aus der Toscana,
- 1:55:33der aus mindestens 80% Song zu Wiese bis zu 20% andere rote Rebsorten, darunter autotone Rebsorten wie
- 1:55:40Canaiolo Nero, Colorino, aber auch internationaler Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder
- 1:55:46Syra Stamm darf. Interessanterweise darf seit 2006 keine Weißwein-Sorte mehr zugesetzt werden.
- 1:55:52Und dieser muss aus dem gemeinten Gräf, Rader oder Castellina stammeln und unterscheidet
- 1:55:57sich in drei Stufen. Anata mit 12 Monaten Reifung, Reserver mit 24 Monate Reifung und Granzelezione
- 1:56:0530 Monate und es dürfen nur eigene Trauben verwendet werden. Typische Alkoholgehalt,
- 1:56:0913 bis 40,5 Volumen prozent. Überwacht wird das Ganze von dem 1924 gegründeten Consortio Vino
- 1:56:16Chianti Klassico. Und genau jetzt wird die Besonderheit vom Prankaya greifbar,
- 1:56:22denn wir haben hier nicht nur mindestens 80%, wir haben 100% Zangchowese. Auslagen in Castellina
- 1:56:28Chianti und Radan Chianti auf 230 bis 400 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Wir reden über
- 1:56:35lös- und kalkhaltige Tonerde in Castellina und in Rader haben wir mitteltexturiertes Gesteinskalk mit
- 1:56:41vier Kies und Brocken. 5.500 Stöcke pro Hektar, GEO Erziehung, Lese Mitte September bis Ende
- 1:56:46September. Spontane Gierung bei 28 bis 30 Grad in temperaturkontrollierten Edelstalltanks,
- 1:56:51Meischekontakt bis zu 13 Tagen. Und dann 12 Monate Ausbau, 2/3 Edelstahl, 1/3 Beton-Tanks,
- 1:56:58Abfüllung ohne Schöne und Filtration. Hey und nicht filtern ist toll, denn dieses ist oftmals
- 1:57:03ein rein kosmetischer Vorgang. Beim Filtern des Brankaya Chianti Classico würden Schwebstoff und
- 1:57:10Trübstoff entfernt, was zwar zu einem klaren Erscheinungsbild führen würde, jedoch könnten
- 1:57:14dabei auch komplexer Aromen für Nole und feine Tannine reduziert werden, die die sortentypische
- 1:57:19Intensität des Zangchowese und die Teroirnoenzen, der ich wiederhole mich kalk- und kiesereichen
- 1:57:23Böden vor Castellina und Radan, nicht nur mindern, sondern teilweise komplett verhindern. Daher Juhu,
- 1:57:29nicht gefiltert, nicht geschönt. Und somit erhalten wir einen Chianti, der spannungsreich, der ursprünglicher,
- 1:57:35der wilder nicht sein könnte. Und trotzdem von unglaublich viel Finesse geprägt ist. Und so trickst
- 1:57:41du mit jedem Glas den Puls einer Region die extremste Bedingung in strahlende Vollkommenheit
- 1:57:47transformiert. Ja, extremste Bedingungen. Wir reden hier über im Sommer weit über 30 Grad,
- 1:57:52Tagestemperatur und 5. Grad Nachttemperatur. Das sind Gegensätze. Aber wahrscheinlich erreicht
- 1:57:57ich mir genau so ein Wein, der auf der einen Seite diese Fruchtzüße und auf der anderen Seite diese
- 1:58:01Kühle mineralik hat. Zwei Kontrahenten, die sich umarmen. Und obgleich dieses Weingut nun mittlerweile
- 1:58:07schon auf über 40 Jahre Geschichte zurückblickt, trägt es noch diesen unbändigen Pioniergeist in
- 1:58:13sich. Vielen Dank für diese großartige Interpretation eines Chianti-Klassikos, dem Hausebrancaia und
- 1:58:19natürlich dem Deutsche Importer, dem Handelshaus Schlumberger. Wenn du eine Weinkarte komplett
- 1:58:34von 0 aufbauen könntest, hättest alle Möglichkeiten auch jede wirtschaftliche Freiheit, die es irgendwie
- 1:58:39gibt. Wie viele Positionen hätte die? Ich glaube also, wow. Ich muss kurz nachdenken. Wie viel sind
- 1:58:461000? Nein, das war jetzt einfach nur das, weil du sagst, man muss nachdenken, muss man erst mal
- 1:58:55ein Gefühl dann auch für die Handelbarkeit bekommen. Weil es ist 80 Jahre schnell, oh meine
- 1:58:59Weinkarte, 150.000 Positionen. Aber wer soll die Handelbarkeit abkommen? Ich finde das anstrengend.
- 1:59:05Also es ist wunderschön, aber ich denke mal so 3-400 Positionen, das ist echt groß, aber da hast
- 1:59:14du schon unheimlich viel dabei. Und es muss aber auch manchmal gar nicht so, also wenn du es dann
- 1:59:22begrenzt auf deine Philosophie, was du halt gerne fahren würdest, wenn man sich individuell dann
- 1:59:29anschaut, vielleicht auch maximal 150 Positionen. Und wenn weg dann weg, also wenn die Position
- 1:59:38ausgetrunken ist, ich bin auch manchmal so traurig gewesen, das ist ja schon wieder ausgetrunken,
- 1:59:42das ist schon wieder ausgetrunken. Und dann kommt aber auch immer wieder was Neues und das finde
- 1:59:47ich auch gut. Könntest du deine Philosophie beschreiben, weil du sagst, meine Philosophie?
- 1:59:53Also vielfältig und individuell zugleich. Es ist natürlich sehr gemeingartig. Ich musste auch
- 2:00:03noch mal überlegen, weil die Frage ist wirklich gut. Ich denke mich jetzt gerade hier so rein,
- 2:00:12was wäre, wenn du in deinen eigenen Laden hättest? Aber dann wiederum hättest du wirtschaftliche
- 2:00:18Grenzen. Das war ja die Grundvoraussetzung, dass du keine wirtschaftlichen Grenzen hast. Keine
- 2:00:24wirtschaftlichen Grenzen. Was ist das? Ich habe davon gehört. Ja. Wo muss ich kurz mal frei denken?
- 2:00:36Ich finde halt auch schön, wenn man sich spezifiziert, also wenn es nur alles haben ist, wenn alle immer
- 2:00:49alles haben, ist auch langweilig. Und wenn man halt einfach seinen eigenen Stempel aufdrückt und sagt,
- 2:00:54ich habe in meinem Leben aber einfach nur eine Reise an die Loire gemacht, eine Reise nach Portugal,
- 2:00:59Kalifornien würde ich gerne nochmal hin. Und Italien fand ich generell auch mal spannend wegen
- 2:01:06der Pfff-Aktoton-Reb-Sorten und der S-Kultur, dass man einfach wirklich nur diese Länder anbietet.
- 2:01:15Und wenn da noch Ungarn und Ballertwannenweingut dabei ist, das passt irgendwie gar nicht so
- 2:01:23zusammen, aber die Mischung ist einfach wieder total wild. Und man hat einfach eine persönliche
- 2:01:30Beziehung zu den gewissen Weingütern, dann ist das sicherlich an der Stelle die Karte ohne
- 2:01:36Grenzen und man kauft dann aber auch verschiedenste Positionen und von dem Portfolio der Weingüter ein.
- 2:01:45Also man stellt dann. In welchem Preisrahmen findest du spannend? Also wo würdest du anfangen?
- 2:01:50Nehmen wir jetzt mal so den Einkaufsregalpreis, was ein Privatkunde bezahlen würde und rein vom
- 2:01:57Träumen her, wo würdest du nach oben enden, dass du sagst, da finde ich Wein auch gut aufgehoben
- 2:02:03oder sowas würde ich auch total gerne auf der Karte sehen. Also ich habe das Gefühl, dass generell die
- 2:02:09Wertschätzung der Leute von Wein gegenüber und auch für Wein mehr Geld auszugeben steigt oder
- 2:02:17angestiegen ist in der Zeit, wo ich das jetzt so beurteilen kann. Und ich fände aber schön,
- 2:02:26wenn das noch weiter nach oben geht, wenn, ja, ich sage jetzt mal auch mal eine Flasche für die
- 2:02:34große Lage. Den Top Wein des Hauses ist aktuell ein Jahrgangs, 40 Euro kostet, aber es ist halt
- 2:02:44auch ein Genussmittel. Also dafür gibt es dann auch den Einstiegswein von gewissen Weingütern.
- 2:02:53Ist das so viel 40 Euro? Ich will dich jetzt in deinem Prozess gar nicht unterbrechen,
- 2:02:58aber später nochmal aufnehmen. Aber immer 40 Euro, das habe ich öfters schon gebracht,
- 2:03:02aber den Schachtelschirrettenkaufs glaube ich auch 8, 9, 10 Euro. Eine Schokolade aus dem Supermarkt
- 2:03:08kostet 6 Euro. Das ist nach 40 Euro für ein Top Wein. Das ist nix. Das sollst du ja dann auch
- 2:03:14wirklich über Stunden trinken, wenn du mit einem Strohhalm 3 Eiswürfel und 4 Zitronen und das in
- 2:03:19einer halben Stunde trinkst, hast du ja selber ein Problem. Aber wenn du einfach genügen,
- 2:03:23vielleicht zu zweit, 40 Euro unterbrechst, oder 40 Euro unterbrechst, nimmst du eine große Lage
- 2:03:34vor den Perislingen von der Nahe und du verbringst das zusammen über 3 Stunden, trinkst die Flasche
- 2:03:41zusammen über 3 Stunden zu zweit am entspannten Abend. Da sind 10 Euro pro Stunde. An einer
- 2:03:47noch nicht. Es ist eigentlich nix. Ja, genau, gut. Und daher, das ist, also ich hätte eher fast
- 2:03:53jetzt mit, ohne es noch bistisch zu wirken, mit dreistellig gerechnet. Wenn eine Flasche
- 2:03:57um 120 Euro, was viel Geld ist, na klar. Aber dann brauche ich halt mal eine Woche nicht. Ha, ha.
- 2:04:02Oder wenn man dein Auto voll tankt, bist du bei 150 Euro manchmal oder bei 100 Euro,
- 2:04:09und da regst du dich auf über eine Flasche für 100 Euro. Nee, das finde ich also an der Stelle,
- 2:04:17wie du sagst, total richtig. Ich habe jetzt gar nicht so darüber nachgedacht, aber das an der
- 2:04:24Stelle, dass teilweise dann auch, wenn ich das jetzt im Bekannten oder ja, Verwandtenkreis dann
- 2:04:31auch mal höre, wie wenig Geld die Menschen für Wein bereit sind, auszugeben für was, was handwerklich
- 2:04:40ist. Aber die trinken Alkohol, die trinken die Droge, die trinken Apul Spritz, weil die sagen,
- 2:04:45ich sitze dann irgendwie auf der Terrasse und ich will, dass die Sonne noch mehr knallt. Oder ich
- 2:04:50über jeden Witz lache, egal wie, wie, also kann ja auch sein. Also ist ja, wenn man es gezielt
- 2:04:55einsetzt und es ist ja auch cool, dann kann ich auch Milka fressen, wenn ich den Zuckerschock
- 2:04:59einfach haben möchte in dem Augenblick. Dann bin ich auch niemand, der wertet, auch wenn das
- 2:05:02gerade so klingt, dann, hey, Apul Läcker. Aber dann muss ich das auch als Läcker nehmen und muss
- 2:05:07nicht das unter diesem Credo-Weinkultur und sonstiges. Aber meistens möchte man ja losgelöst vom
- 2:05:14Geld verdienen, bei einer Weinkarte, der Weinkultur symbolisieren und um auf den Punkt zurückzukommen.
- 2:05:19Ja. Rein von dem und dich nicht snobbistisch zu fühlen. Was wäre deine Wunschweinkarte?
- 2:05:26Ich hoffe, ich trinke dich jetzt nicht in der Ecke mit meinem ganzen Ausführungen.
- 2:05:29Nein. Ich merke nur, dass ich das wirklich genauso sehe und dass ich auch gar nicht so die Zahlen mir
- 2:05:41jetzt nochmal vor Augen geführt habe während des Redens. Dass ich auch denke, dass das Dreistellige
- 2:05:48mindestens gerechtfertigt ist und man doch auch. Für die günstigste beiden. Danke. Für den
- 2:05:58grünsten. Ja, genau. Nein, ich sehe das ja auch so, dass es wirklich auch was Besonderes ist.
- 2:06:06Also wie du sagst, du säufst den Apul und genießt ja nicht, weil das was Besonderes ist.
- 2:06:14Du ist die Mega-Schokolade. Wunschweinkarte. Also nochmal bezogen auf die Position und auf
- 2:06:36dem Preis. Oder wie meinst du jetzt? Zum Beispiel. Also ich fand den Gedanken mit der Konzentration der
- 2:06:43verschiedenen Weinregionen super. Und dann trotzdem mit dem Ausbrüchen, wo man einfach sagt,
- 2:06:47man kann spielen. Man hat einen Schwerpunkt, was für den Gast angreifbar ist. Ich finde auch 150
- 2:06:52Positionen finde ich absolut genial. Egal, ob das jetzt ein 100-Plätze-Restaurant ist oder
- 2:06:59eine 10-Plätze Weinbar, aber selbst 150 Positionen ausgewachsen sind. Da hast du ordentlich Spielraum,
- 2:07:05aber nicht zu viel und nicht zu wenig. Und es ist schwer, weil du ja trotzdem jede Position ist,
- 2:07:12die ja dann heilig. Wenn du sagst, ich habe eine 3.000 Position Weinkarte, der kann auch ein bisschen
- 2:07:16schon durchlaufen. Das geht dann mit durch. Aber bei 150, da macht man sich Gedanken und das ist ja
- 2:07:23auch nicht so wenig. Das ist Arbeit, das ist viel, ja. Wenn man jetzt wirklich davon ausgeht,
- 2:07:31man kann das mit seinen Werten vertreten. Man war da persönlich, man ist auch ständig im
- 2:07:40Austausch, wenn man jetzt nicht jedes Jahr da hinwert. Man telefoniert aber mit den Erzeugern,
- 2:07:48mit den Winzern und kann da natürlich auch ganz klar sagen, dass das absolute individuell von
- 2:07:58mir empfohlene Non+Ultra. Meine Rosinen, die ich bisher in meinem Wein Sommelier da sein empfehlen
- 2:08:09möchte, dann ist das schon viel, 150 und in der mittleren Preisklasse, die auch wirklich dann
- 2:08:16fair ist für alle Beteiligten. Glaubst du ja auch mal so ein Trend, was heißt Trend? Es gibt
- 2:08:24einfach die Überlegung, dass man diese übertrieben kalkulierten Weine auch einfach sein lässt,
- 2:08:37weil das unfair ist den Herstellern gegenüber. Magst du es ein bisschen ausführlicher erklären?
- 2:08:46Wir beide wissen, was gemeint ist. Genau, wir wissen, was gemeint ist. Wenn man jetzt ab Wein
- 2:08:53gekauft, das waren jetzt meine eben genannten 40 Euro, wenn man da anhält und wirklich einfach
- 2:09:00ohne großes Tasting und dann einfach sagt, ich nehme jetzt einfach mal die beste Qualität da
- 2:09:07gerade mit zwischen 40 bis 60 Euro und möchte die dann aber in meiner Weinbar verkaufen und
- 2:09:20mache dann den Kalkulationsfaktor mal 5 und bereicher mich dann daran, weil ich weiß,
- 2:09:27dass das Wein gut. Nur 150 Flaschen davon gemacht hat und sonst kriegt die keiner und wenn dann
- 2:09:37die Leute wissen, was das ist, dass der schwer zu bekommen ist, der Wein bereicher ich mich dann
- 2:09:45daran, indem ich total viel Geld aufschlage, nur weil ich im Besitz dieses Weines bin und den
- 2:09:53weiterverkaufen. Ja, finde ich an der Stelle auch nicht cool. Allein das ist eine Stunde Diskussion,
- 2:10:01finde ich. Ja, ich kann das gar nicht so gut erklären. Doch, kannst du super erklären. Also
- 2:10:07kannst du vor allen Dingen aus deiner Betrachtungsweise und mit deiner mit deinen Gedanken. Man
- 2:10:12könnte sowas eben auch mit 38 Setzen irgendwie gegenargumentieren. Man sich freut, den Wein
- 2:10:18zu haben. Wenn der jetzt günstig kalkuliert ist, ist er sofort weg, dann hatte ich ihn mal. Dann
- 2:10:25findet man es selber auch doof. Warum sollen nur den Trinken, die sich den leisten können,
- 2:10:32wie wieder so ein Gegenargument? Also man könnte das ganz, ganz breit streuen. Aber allein diesen
- 2:10:36Gedankenansatz, dass solche Weine gibt, finde ich ganz, ganz wichtig und es natürlich schön ist,
- 2:10:40wenn man sowas auf der Karte hat. Aber dass der Zugang irgendwie auch, dass der Zugang einfach
- 2:10:47auch nicht ausartet, dass der unerreichbar ist und untrinkbar ist dieser Wein aufgrund des Preises,
- 2:10:57dass man irgendwie, da freuen sich ja auch, also freut man sich ja auch, woanders im Restaurant,
- 2:11:04wenn er bar ist, wenn man fair kalkulierte Weine sieht, die dann auch noch mehr Freude machen
- 2:11:11zu trinken. Gibt es Location, wo du gerne mal Wein empfehlen würdest? Als Konzept fand ich,
- 2:11:16was ich mal in der Champagne an Rans gesehen habe, war Obama G. Hast du mal von gehört?
- 2:11:23Wir haben so Stacoterie und so ausgefallene Champagne. Sehr cool. Muss aber auch sagen,
- 2:11:33ich war in der Champagne schon lange nicht mehr als freier Mensch unterwegs. Also meistens ist ja so,
- 2:11:38dass man dann da verhaftet wird und dann wird man von Wein gut zu Wein gut geführt und dann,
- 2:11:42aber so wirklich leicht füßig in Epané oder Rance unterwegs zu sein, es mir lange nicht
- 2:11:49vergött gewesen, aber selber schuldig, wollte einfach nur hinfahren. Aber mega Tipp, ich mag
- 2:11:53solche Tipps. Weil die dann halt auch, dass die Gewissens next dazu haben, muss aber nicht,
- 2:11:59du kannst ja auch nur die Weine verkosten, das fand ich ziemlich geil an der Stelle und
- 2:12:02ansonsten finde ich die Location halt auch gut direkt im Weinberg, beim Weingut mit dem Wein des
- 2:12:14Weingutes, den Wein zu trinken oder mit den Menschen, die das leben, die das, die dort arbeiten.
- 2:12:24Oder halt als Sommelier dazustehen, finde ich auch wirklich schön, das hatte ich mal in Portugal
- 2:12:34das Erlebnis, das war einfach auch die Orangenblüte und wir standen da, haben den Weißwein des
- 2:12:43Weinguts Arinto haben wir probiert, richtig, richtig cool, mit ein paar Snacks und standen dann da,
- 2:12:51haben uns die Weinberge angeschaut und die visuelle, das visuelle Erlebnis direkt auch
- 2:13:00gehabt, wie, wo der Wein herkommt und was die Philosophie ist und also vielleicht auch so ein
- 2:13:09bisschen, wie man das vom Urlaubswein her kennt, zu Hause, es gibt dafür ein Klischee,
- 2:13:17sprich was zu Hause schmeckt ja dann nicht so gut wie vor Ort. Bist du jemand, der so professionell
- 2:13:23zu gleich sensibel ist, dass du das in dem Moment greifen und einordnen kannst? Oder ist das dein
- 2:13:30erst zu Hause, wo du sagst, boah, wie schön war das denn? Also kannst du das in dem Augenblick
- 2:13:34schon in der Wertigkeit einordnen, memorieren und definieren oder ist das dann so dieser
- 2:13:40Nachhaltigkeitsgedanke, wo du sagst, wo ich da erliebt hab? Also ich versuche immer mehr den
- 2:13:48gegenwärtigen Moment wirklich zu genießen und zu erleben und es ist noch nicht so oft eingetreten,
- 2:13:57dass ich das dann wirklich auch in dem Moment gedacht habe, man resumiert ja, man reflektiert
- 2:14:00ja dann auch noch mal und denkt, boah, es war wirklich das absolute Highlight. Wenn du fragst,
- 2:14:09wo ich wirklich immer gerne Wein empfehlen, also ich habe mal in der Schweiz Le Toirroir essen dürfen,
- 2:14:17dass am Rhein direkt die Terrasse und wenn du da sitzt und dann Champagner zum Apparativ
- 2:14:26trinken darfst und in einem richtigen Abendlicht super, super kitschig und super romantisch und
- 2:14:36super schön, ja, auch da als Somelier zu stehen oder Somelier stehen zu dürfen und in so einem
- 2:14:51gewissen Ambiente Wein empfehlen zu dürfen ist richtig, richtig schön und das ist auch das,
- 2:15:00was ich zum Beispiel im Aqua toll finde, dass die Atmosphäre, es ist leise, es hat irgendwie
- 2:15:08einen tollen Ausblick, das Fenster, Wasser, es kommt auch ein bisschen auf die, auf die Umgebung
- 2:15:14drauf an, kleinen Sennengarten, die Tische haben genug Abstand, dass man irgendwie für sich sein
- 2:15:26kann, aber trotzdem Restaurant ist und das Restaurant ein Erlebnis hat und ja, kann das Ganze irgendwie
- 2:15:32weiterspielen, also es gibt viele Tolle, aber im Weinberg, in den Weinbergen, das ist so vor Ort
- 2:15:38wirklich auch nochmal cool, wenn man da Wein empfehlen und genießen darf. Ist das nur mit Wein,
- 2:15:45also kann nur Wein das oder gibt es irgendein anderes Getränk, was dir genauso nahesteht,
- 2:15:50was du genauso magst, was du eh nicht zelebrieren kannst, was du an dem Ursprungsort vielleicht
- 2:15:56auch genießen möchtest oder? Also was ich ganz toll finde, dass jetzt daran so akribisch gearbeitet
- 2:16:06wird, Obstsefte mit Herkunft herzustellen und es kommt aber Wein irgendwie in meinen Augen
- 2:16:14nichts nahe oder Traube oder auch der Art, wie man es verarbeiten kann und ausbauen kann nahe.
- 2:16:22An der Stelle habe ich natürlich auch schon über Tee oder also die Teepflanze nachgedacht und
- 2:16:31dachte okay, da kann man auch die Herkunft vielleicht erkennen und die Machart, wie man den
- 2:16:37fermentiert und das Getränk feingliderig, aromfassettenreich ist, aber ich weiß nicht,
- 2:16:49ne, von mich gibt es eigentlich da so gar nichts, was dem extrem nahe kommt.
- 2:16:56Ich finde die Gedanken mit den Obstseften total spannend, weil die Geschichte glaube ich da auch
- 2:17:02noch nicht auserzählt wurde. Nee, das ist am Anfang. Ja, ist es ja wie beim Wein auch total,
- 2:17:07ist es Storytelling und wenn man weg ist von diesem, wir haben zu viel Zucker süß, sondern wir gehen
- 2:17:13teilweise von mir aus auf Sorten, die man erklären kann. Man arbeitet da von mir aus auch mit,
- 2:17:18von mir aus auch mit Reife oder mit Ausbau oder mit, welche Möglichkeiten es dort eben auch gibt. Man
- 2:17:25hat natürlich einen unterschiedlichen Haltbarkeitsprozess, dann letztlich auch in diesem, ja ohne
- 2:17:29den Alkohol halt eben und ohne den Zucker, aber ohne den Alkohol. Vielleicht hat man das auch irgendwie
- 2:17:34veredeln ähnlich wie man den Wein ja auch veredelt hat durch Holzreife oder durch verschiedene
- 2:17:39andere Sachen oder kann da einfach spielen und das dann noch kreativ weiterentwickeln. Wo findest du
- 2:17:44ist die preisliche Schmerzgrenze nach oben und nach unten, rein vom Gefühl her für einen richtig
- 2:17:51tollen Obstsaft. Es gibt ja teilweise Obstproduzenten, die haben sogar Obstsäfte schon im dreistelligen
- 2:17:57Bereich. Ja, das ist krass. Findest du ist total witzig, kann man sowas rechtfertigen oder ich
- 2:18:05meine es macht ja nicht bumm. Da finde ich hart eine Grenze zu rechtfertigen. Da muss man halt
- 2:18:10wirklich sich extrem damit auseinandersetzen. Ich hab da jetzt gerade so ein bisschen im Dunkeln,
- 2:18:16weil ich hab mich jetzt mit der im zweistelligen Bereich mal damit beschäftigt. Aber ich denke so,
- 2:18:27also die 15, 20 und je nachdem, also wenn es dann wirklich kleine Beeren handgesammelt sind von Preiselbären
- 2:18:38oder Wildheidelbären, also wo man dann wirklich also eine Wanderung macht und den ganzen Tag
- 2:18:44beschäftigt ist dann die Frucht zu sammeln und der Ertrag ja wirklich wie ein Tropfen auf
- 2:18:53heißen Stein ist, also fast gar nicht und superextraktreich ist. Find ich hat das auch seine
- 2:19:01Berechtigung. Das ist dann auch wie bei hochwertigen Wein, wobei dann natürlich aber noch die Verarbeitung
- 2:19:10denke ich einfacher ist. Aber da maße ich mir jetzt auch wahrscheinlich an zu sagen, okay,
- 2:19:16vielleicht müssen die dann wirklich auch gerade weil kein Alkohol da drin ist und keine Fehltöne
- 2:19:24reinkommen sollen, akribisch auch jede Beere angeschaut wird, ob denn da Fehltöne, Mufton,
- 2:19:35Schimmelpilz oder Bakterien oder Tierchen mit drin sind, die man da nicht drin haben will,
- 2:19:42ich denke man kann alles so krass optimieren und auch den Dreistelligen Bereich, das ist
- 2:19:50schon krass. Warum aber eigentlich, also es gibt ja so viele Schweine oder Lebensmittel, Kaffee,
- 2:19:56der so und so viel kostet und wenn du da Blue Mountain oder Kona Kaffee oder sonstiges nimmst,
- 2:20:01der einen gewissen Preis hat, Tee ist natürlich dann im Wahlbereich natürlich aber auch bei den
- 2:20:07Lebensmitteln, wo du sagst, jetzt mal losgelöst davon, da muss irgendwer oder irgendwas für sterben,
- 2:20:13sondern einfach von den Sammel-Lebensmittel oder wie auch immer, sind die ja teilweise auch sehr
- 2:20:19preisintensiv, manche Spargel, die relativ und preisintensiv sind. Warum dann eben nicht saftig,
- 2:20:25sagt mir dann selber immer, ich bin für mich selber, derjenige hat sich Gedanken gemacht,
- 2:20:28ich verstehe es einfach nur nicht. Ich versuche es dann einfach zu verstehen, versuche zu verstehen,
- 2:20:32wie du es gerade mit dem Sammeln erklärt hast, dass da jemand so die Hand rein sammelt und nicht
- 2:20:38ihn voll ernt, darüber fährt oder dass halt die Apfelsorte nur einmal im Jahrzehnt Blüte und
- 2:20:43Früchte trägt und deswegen ist das so der absolute Geschmackskick. Ja oder die Kultiverung
- 2:20:48alleine, das ist wahrscheinlich dann auch erst mal die Obstheine, erst mal auch wieder gepflanzt oder
- 2:20:56oder auch die 100 Jahre Alten. Und die Altenbäume gepflegt werden müssen, also die, die jetzt
- 2:21:04schon so, wo die zum Glück die drittletzte Generation an heute gedacht hat und die Bäume da
- 2:21:16halt eben auf gewissem Boden gepflanzt hat, um den Ertrag, die Ernte heute zu zu zelebrieren und
- 2:21:27so feine Produkte daraus herzustellen. Könnte man sowas ähnlich zelebrieren wie Wein, also
- 2:21:32sprich, dass man den Apfelsaft hat, den dann von mir aus lüftet, dekantiert und bis auch
- 2:21:38wie Lisa nimmt über die Temperatur redet oder ist man dann bescheuert und einfach überdreht. Hat so einen
- 2:21:43leichten Hang dafür, weil man sich das einfach noch gar nicht vielleicht vorstellen kann. Aber
- 2:21:51dadurch, dass auch die Nachfrage nach nicht alkoholischen Getränken wirklich da ist, denke ich,
- 2:22:03dass es auch seine Berechtigung hat, dass man da auch ein Produkt hat, was man ähnlich zelebrieren
- 2:22:11kann, aber an die Größe von Wein dran zu kommen, was wir bisher jetzt auch einfach als Geschichte
- 2:22:21schon haben, wenn man an die Römer denkt, wo die, die Pflanze weiter verbreitet haben und wenn man,
- 2:22:29dass das in, weiß ich nicht, tausend Jahren mit den Obstbeinen passiert. Ich weiß es nicht, es ist
- 2:22:37für mich noch nicht so greifbar, aber es hat sicherlich auch seine Berechtigung, dass man das
- 2:22:45ähnlich zelebriert. Aber für mich kommt nichts an Wein dran, also das ist wirklich wirklich schon
- 2:22:52sehr einzigartig. Weißt du warum? Aufgrund der Geschichte, aufgrund der Geschmacksentwicklung,
- 2:22:58aufgrund der Kultur, ich meine, du betrachtest es ja wahrscheinlich sowohl aus einer professionellen
- 2:23:06Ebene als eben aus einer emotionalen Ebene, weil du da eine Frühprägung hattest. Was macht Wein so
- 2:23:12besonders? Könntest du das irgendwie beschreiben, skizzieren, idealisieren? Die Zusammenhänge einfach
- 2:23:19auch von Natur, Mensch, Umgebung, Verarbeitung und dann natürlich auch als Zommelier die richtige
- 2:23:31Lagerung, im Endeffekt auch, wenn wir jetzt als über die richtigen Trinkfenster oder geniale
- 2:23:39Trinkfenster, man kann es ja auch mal so ein Geheimnis, man hat, macht eine Flasche auf und im
- 2:23:45besten Fall hat man mehrere, damit man auch noch Jahre später mal erfahren kann, wie der Wein dann
- 2:23:54denn jetzt gerade schmeckt und wie die Veränderung einfach ist. Das finde ich auch einfach das
- 2:24:03Faszinierende, dass man dann teilweise auch einfach sprachlos sein kann, wenn man dann den Wein
- 2:24:12verkostet und auch trinken darf, wie feingliedrig sich das Mundgefühl darstellt. Das ist für
- 2:24:27mich diese Faszination. Wie wichtig ist dabei für dich die Speisefelder, weil du am liebsten
- 2:24:33Inkombinationen genießt und trinkst und im Restaurant gearbeitet hast, wo du ganz klar,
- 2:24:40so glaube ich, es rausgehört zu haben, deine Position dabei gesehen hast, die Speisen von
- 2:24:46Sven zu unterstützen und zu begleiten. Würde ich jetzt an der Stelle einfach nochmal so differenzieren,
- 2:24:52dass ich sage, dafür gibt es halt die Weinbegleitung und ich möchte aber natürlich auch nicht vorweg
- 2:24:59nehmen, dass es nur Weinbegleitung gibt, dafür freue ich mich, dass die Weinkarte natürlich
- 2:25:03in ihre Berechtigung hat und die Flaschentrinker, die sich dann wirklich auch auf eine Flasche
- 2:25:10konzentrieren wollen. Da ist dann meiner Meinung nach eher nochmal dieser superkrasse Aha- und
- 2:25:22Faszinationsmoment, dass man den Wein dann noch für sich sprechen lässt, so wie das ganze Menü
- 2:25:32für sich spricht. Deswegen würde ich jetzt einfach mal sagen, dass die Flasche, die dann perfekt
- 2:25:39ausgesucht ist. Also wenn ich jetzt nur Kacher in die Weinbegleitung einbaue, dann ist es vielleicht
- 2:25:48auch Reizüberflutung. Die Jahrhundertjahrgänge nacheinander weg und dann ist es schön, wenn man
- 2:25:56doch irgendwie einen Spannungsbogen aufbauen kann und einen Höhepunkt hat und den dann auch einfach
- 2:26:02an verschiedenen Stellen einbauen kann. Aber bei der Weinbegleitung und Speisenbegleitung hast du
- 2:26:09damals so das Optimum erlebt? Oder wenn du zuhause selber Flasche, Wein, Salami aufgeschnitten,
- 2:26:17irgendwie sowas explizit ist, wo du sagst, da möchte ich, dass die ganze Welt das einmal schmeckt.
- 2:26:22Das ist so absolut perfekt. Also was wirklich für mich immer geht, ist, wenn man über die
- 2:26:30Herkunft geht und es war Jean und kommt Tee, ich bin ja so der salzige Typ. Also ich trinke auch gerne
- 2:26:40Süßwein und dann einfach nur Süßwein. Aber Wein und Speisekommi ist dann, muss ich zugeben,
- 2:26:50klassisch oder "Bourignon" und der "Bogunda" dazu vielleicht doch ein bisschen. Sehr francophil,
- 2:27:00was auch wirklich wunderschön ist, weil die nageln das auch oft. Wobei man auch sagen muss,
- 2:27:05dass, was ich an Portugal zum Beispiel cool finde, ist auch, dass die sehr, sehr deftigen
- 2:27:10Speisen und dann teilweise mit den entsprechenden autotonen Rebsorten oder Weinen der Rebsorte
- 2:27:20kombiniert. Sehr, sehr, sehr gut passt und da hatte ich auch mal ein richtig geniales Match mit so
- 2:27:27Karamellis, Zwiebeln, Schweinebauch und dann halt eben so ein Holz ausgebauten Arinto. Das hat
- 2:27:36einfach, das sind jetzt auch nicht ein riesengroßer Wein, aber es ist dann halt einfach, wie du
- 2:27:44sagst, an der Stelle mal das Match, was man mal so in Erinnerung hat oder und wenn Weine für
- 2:27:53sich alleine stehen. Versuchst du das dann rein vom Kognitiven aufzulösen, dass du sagst,
- 2:28:01ich überlege mir, warum das so gut passt und versuche das dann auf andere zu spiegeln oder
- 2:28:07sagst du, egal, es passt einfach und lecker. Ich versuche das dann zu spiegeln, weil ich
- 2:28:12nehme die Erfahrung dann auch mit und versuche, dass dann, wenn ich dann ähnliche Komponenten
- 2:28:18hat, wobei das natürlich auch halt eben, dass die krasse Herausforderung ist dann bei so komplexen
- 2:28:24Gerichten, dann kannst du dann auch, da muss man gucken, dass man halt nicht zu viel Wein macht
- 2:28:33oder zu wenig oder das ist dieses Justieren, dass es wirklich eine Harmonie ergibt und dass die
- 2:28:41Speise im Vordergrund steht, der Wein nicht zu viel ist, aber trotzdem klar erkennbar und auch,
- 2:28:48wenn ich jetzt mal vorher in den Wein reinschmecke und dann schon mal so ein bisschen vorbereite,
- 2:28:56das probiere und dann das Essen serviert wird, dass das dann einfach ebenwürdig ist und das
- 2:29:03einen ist, anderen nicht überdeckt. Findest du schwerer, in dieser Art und Weise Weine
- 2:29:10auszusuchen, also sprich, das Gericht zu spiegeln, trotzdem zurückhalten zu agieren oder ein Wein
- 2:29:16zu finden fürs Backhändel vom Supermarkt. Also es ist einfach ein Profan. Profan mag ich auch an
- 2:29:25der Stelle manchmal sehr gerne. Aber ist das schwer, dafür einen richtigen optimalen Wein zu
- 2:29:32finden, zu sagen, der ist jetzt, also ich wollte jetzt nicht dieses Beispiel mit dem Vorschon
- 2:29:38und einen Komté nehmen, weil das ist ja wieder Geschmacksperfektion, die aufeinandertrifft, sondern
- 2:29:45wirklich sowas einfaches. Ja, du, ich wollte gerade sagen, also die Leberwurst. Und dann richtig
- 2:29:53optimalen Wein, wo du sagst, das matcht dermaßen. Ist das schwerer? Also ist eine offene Frage gar
- 2:30:01nicht so, ich habe irgendwie ein Hintergedanken, versuche dich da jetzt. Manchmal, ja manchmal,
- 2:30:07nein, manchmal kommt das auch einfach und manchmal ist das dann auch, du machst eine Pizza und dann
- 2:30:16scheiß ich will echt doch gerne ein Wein trinken und ja, wir wären eigentlich bei Weiß
- 2:30:26gewesen, aber ich habe aktuell nur Rot da und der ist ja Keller kalt, was eigentlich auch perfekt
- 2:30:34ist, dann zur Pizza mal etwas, nicht ganz so tiefgründigen Rotwein, komplexen Rotwein,
- 2:30:44sondern einen, der eine schöne Säurestruktur hat, Zug, weil man natürlich auch die fettige
- 2:30:48Komponente vom Käse hat und vielleicht auch was Herzhaftes von Nalsalami oder was auch immer,
- 2:30:56was das Ganze dann so ein bisschen auf Spannung hält, was von dem einen mehr trinken und von
- 2:31:07dem anderen mehr essen lässt, also dass man einfach gar nicht mehr aufhören will, den Wein und die
- 2:31:12Pizza, den Wein zu trinken und die Pizza zu essen. Ist super schwierig, super profan. Pizza finde ich
- 2:31:19ultra schwierig, egal was drauf ist, also allein diese Kombination von Tomate, dann ist Teigige,
- 2:31:26also du hast eine gewisse Stärke, du hast Säure mit dabei, du hast dieses fettige Omami vom
- 2:31:30Käse und dann der ganze Kram, der noch mit drauf oben rumschwimmt, die musst du ja auch noch
- 2:31:35irgendwie mit aufgreifen und dann ja trotzdem nicht nur spiegeln, sondern auch das animierte
- 2:31:40zu fördern. Ja, Pizza ist ein Gegner und wenn du dafür wirklich aus Durchzufall einfach mal
- 2:31:45irgendwas findest und aufmachst und ja, es gibt ja auch ernst zu nehmende Lambrusco. Lambruscos,
- 2:31:54ja, großartig. Lambruski, glaube ich, oder? Ja, ich glaube, Entschuldigung, da kommt. Ich weiß es
- 2:32:02nicht, also da, ich hätte gedacht ja, also da. Ja, also das ist vielleicht das, mein profanes Pairing.
- 2:32:09Lambrusco ist komplett, also nicht unterschätzt, es gibt auch viel Schrott, 99,872 Prozent sind
- 2:32:15wahrscheinlich größter Müll, aber die Paar, die wirklich auch den Namen fundiert haben und teilweise
- 2:32:24jetzt ganz viel Individualität leben sind. Und ein bisschen erfrischend. Das macht so viel Spaß.
- 2:32:29Welcher Wein wirst du, wenn du ein Wein wirst? Ich glaube, ich wäre unheimlich gerne
- 2:32:34Schénaux Blanc oder so, was richtig Geiles von der Loire, aber ich bin eher Sauvignon Blanc.
- 2:32:40Bisschen beastig, komme überall zurecht und kann alleine dastehen. Bin aber auch im Team mit
- 2:32:54anderen Rebsorten. Toll. Extrem spannende Betrachtung, aber dann trotzdem von der Loire und dann aus
- 2:33:03dem Zentrum oder dann Südafrika oder Deutschland irgendwie neu eingewandert und musprillieren und
- 2:33:11brustkaltmatzeriert, überfruchtig. In österreichische Flaschenwein, wo ich mit zwei Sauvignons auch
- 2:33:21echt richtig gut gefallen habe und ich dachte so, das ist eine coole Sache hier, die größere
- 2:33:29Sauvignon Blanc von FX Pichler oder Alte Reben Neumeister. Da hatte ich immer so Jahrgänge,
- 2:33:36die ich mal aufmachen durfte und da dachte ich so, das ist Sauvignon Blanc. Also denkt man so,
- 2:33:42andere Rebsorten sind dann immer so bevorzugt oder gehypt Sauvignon Blanc. Vielleicht ist das
- 2:33:53meine Wahrnehmung, wird gar nicht so häufig genannt. Oder halt im Sorterne, also ist es natürlich auch
- 2:34:01als pairing. Kywee Partner. Ich glaube, Sauvignon Blanc hat eine gewisse Größe, wenn sie nicht als
- 2:34:10Rebsorte hergenommen wird, also nicht verhaftet wird als Rebsorte, wenn man nicht sagt, dass Sauvignon
- 2:34:16Blanc versucht ihn irgendwie zu perfektionieren, sondern wenn er unterschwellig mit schwimmt
- 2:34:20entweder unter der Appellationsbezeichnung, also klassisch französisch, oder unter dem Typus des
- 2:34:27Winzers, Pichler Neumeister etc., da weiß man, dass die einen eigenen Stil, eine eigene Handschrift
- 2:34:34haben und da wäre es nicht egal, welche Rebsorte die haben, aber sie versuchen, die Rebsorte als
- 2:34:41Spracher ihre individuellen Interpretation von irgendwas zu nehmen, sei es das Boden, sei es
- 2:34:46Auspustils usw. Und dann bekommt die eine Größe, weil sie dann trotzdem viel Eigencharakter
- 2:34:53mit reinbringen kann und sich einfach dann dem dienlichen Stil entsprechend formen lässt. Also
- 2:35:00daher finde ich so deinen Korn mit Sauvignon Blanc gar nicht so verkehrt. Was wär's dir geworden,
- 2:35:06wenn du keine Sormiere wärst? Ja, vielleicht hätte ich dann doch eine Winzer-Ausbildung gemacht.
- 2:35:12Winzerin, ja, hast du ja eigentlich schon beantwortet, stimmt. Aber nach wie vor also übelsten Respekt vor
- 2:35:22dem Beruf. Ja, man weiß ja nie, hast du sonst noch Wünsche oder Gedanken oder Vorstellungen? Klar,
- 2:35:31jetzt erst mal ein anderes Projekt mit deiner Tochter, aber so irgendwie weitreichend,
- 2:35:37irgendwas wo du sagst, das würde ich noch ganz gerne, vielleicht so als abschließende Frage.
- 2:35:41Einfach am Ball bleiben, weiter auch, weiter bilden, reisen, wein reisen, das interessiert
- 2:35:54mich auch und sich auch noch mal ein gewisse Themengebieten reinarbeiten, was ja auch die
- 2:36:06Geologie vielleicht anbelangt oder die klimatischen Bedingungen, ja, das finde ich auch sehr,
- 2:36:14sehr spannend. Und nach wie vor esse und trinke gerne, also die Tischkultur beizüberhalten,
- 2:36:22weiterzugeben, auch unseren Beruf wirklich. Es ist einfach ein wunderschöner Beruf,
- 2:36:31am Leben zu erhalten und zu zeigen, dass man auch wirklich vielseitig sein kann und ja,
- 2:36:42das ist so mein Wunsch. Vielleicht geht es dir genauso, dass wenn man ein Restaurant
- 2:36:55wie dem Aqua von Sven Elverfeldt geht, man eine enorme Erwartungshaltung hat. Man teilweise
- 2:37:02recht angespannt ist, man sich schon Tage, teilweise Wochen oder Monate im Vorfeld nicht
- 2:37:07nur darauf freut, sondern auch überlegt, wie es wohl sein kann, also so einen richtigen
- 2:37:12Gedankenball darum aufbaut. Und wenn man dann jemand natürliches hat, wie Anna Helene Herpers,
- 2:37:18die es mit ihrer sehr menschlichen, natürlichen, aber eben auch sehr emotionalen Art vermag,
- 2:37:26einen abzuholen, zu greifen, zu fundieren, zu erden, ist es ein Geschenk. Und dann kann
- 2:37:33man vom ersten Moment an genießen und das sie das kann. Ich glaube, das hat man gerade in
- 2:37:37den letzten zwei Stunden gemerkt. Sie war großartig. Sie war so natürlich, sie war so
- 2:37:41sie selber und das ist sehr, sehr ergreifend. Vielen Dank, liebe Anna Helene, dass du da
- 2:37:48warst, dass du unser Gast warst, dass du uns an deinen Erfahrungen, an deinem Weg hast
- 2:37:54teilhaben lassen, dass du uns eigentlich Mut gemacht hast, dass die gleiche Verrücktheit
- 2:37:59zu wagen, sich vielleicht irgendwo einfach zu bewerben, um seinen Traum zu leben. Und
- 2:38:04noch ein ganz großes Dankeschön an unserem Partner. An die Handelshäuser Conzio Vini segnet
- 2:38:10Schlumberger, die alle zur Schlumbergergruppe gehören. Das zusammen mit dem Privatkundenportal
- 2:38:15Bremer Weinkollekt, den sie unterstützen uns, unterstützen die Idee, unterstützen das Format
- 2:38:19und sind so eigentlich zeitgeistig, dass sie an dieses Format-Podcast glauben. Und es
- 2:38:26ist Interessantes dabei, wir sprechen damit und vielleicht gehst auch du dazu. Erstaunlich
- 2:38:32viele Frauen an, also viele Weingenießerinnen, viele vielleicht Winzerinnen, vielleicht
- 2:38:35auch andere Sommier, andere Kellnerinnen, andere Journalisten. Was gar nicht so einfach
- 2:38:44ist, denn unsere Branche, die Weinbranche, ist sehr stark Männerlastig, Männer geprägt
- 2:38:50und daraus auszubrechen. Wo das Bewusstsein für Wein einfach weiter zu tragen, dabei
- 2:38:57hilft das Podcast-Format und zu Jugend zu sprechen. Unsere Hörer sind im Schnitt zwischen
- 2:39:0325 und 40 Jahre alt, was ich toll finde. Euch erreichen wir sonst normalerweise nicht, aber
- 2:39:09mit Podcast schaffen wir es und das freut mich sehr. Also vielen Dank, dass ihr dabei
- 2:39:13seid und vielen Dank der Schlumbergergruppe, dass sie das Ganze unterstützt, begleitet
- 2:39:17und fördert großartig. Denn darum können wir auch sagen, nach dem Podcast ist vor dem
- 2:39:23Podcast. Nach dem Freitag ist vor dem Freitag und nach Anna Helene kommt Anna. Das ist
- 2:39:30total witzig, das fiel mir eigentlich erst beim Schreibensredaktionsplan auf. Also
- 2:39:35nicht nur, dass wir zwei Frauen hintereinander haben, dass wir zwei Anna, also Anna Helene
- 2:39:39und Anna haben, sondern dass wir auch zwei Frauen haben, die gerade aktuell im Mutterschutz
- 2:39:44sind. Und das finde ich wiederum ganz toll, weil es zeigt, dass wir eigentlich aktive
- 2:39:50Sommeljahren haben, die Familie, Gerüntenfamilien leben können und aber ganz, ganz fest im
- 2:39:57Sinn haben, dass wir ihr nächste Woche bei Anna Ruhbrecht auch hören, wieder zurück
- 2:40:02in den Beruf zu gehen. Und dabei wünsche ich Ihnen ganz, ganz viel Erfolg und freue mich
- 2:40:07auf die kommende Woche, freue mich auf die kommende Freitag, freue mich auf Anna Ruhbrecht.
- 2:40:10Ich bin Anke, Anke Thielke aus Walsrode. Ich berate online und in Präsenz solo Unternehmerinnen
- 2:40:32und KMU, also kleine und mittlere Unternehmen, mehr in die Sichtbarkeit zu kommen und besserer
- 2:40:38Krise zu machen. Anna Helene. Ja, was kann ich als Familiemitglied über Anna Helene sagen?
- 2:40:46Natürlich nur Gutes. Und ja, das sage ich aus ganzem Herzen, weil es ist wirklich
- 2:40:53sensationell, wie sie sich als Weinkennerin bei uns in der Familie einen Namen gemacht
- 2:41:00hat und das heißt wirklich was. Denn bei uns trinken alle gerne einen sehr guten Wein
- 2:41:08und kennen sich dementsprechend auch aus und sich da durchzusetzen und auch als, sage ich
- 2:41:16jetzt mal, Hoheit erkannt zu werden. Dazu gehört schon vieles. Und im beruflichen Rahmen
- 2:41:24habe ich Anna Helene auch kennengelernt und ich bin einfach fasziniert, wie sie aus dem,
- 2:41:33sage ich jetzt mal, wirklich hintergrund den Dienstleistungskarakter sich zu eigen gemacht
- 2:41:43hat und wirklich geräuschlos und trotzdem überall präsent, gerade auch im Aqua da zu
- 2:41:53sein. Also das hat mich wirklich fasziniert. Das ganze Team war toll, aber Anna Helene
- 2:42:03war natürlich mit ihrer Weinexpertise für uns wirklich die Beste. Hört man eventuell
- 2:42:12etwas stolz aus meiner Stimme? Nun gut, das kann auch sein.