Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #20 Folge 5: Dankbarkeit: Die härteste 'Droge', die dein depressives Suchthirn heilt
Transcript
- 0:00Hallo und schön, dass du da bist und dir diese Zeit für dich
- 0:03nimmst. Ich freue mich, dass wir heute
- 0:05gemeinsam tiefer eintauchen können.
- 0:07Unser Thema heute Dankbarkeit aber nicht irgendwie, sondern
- 0:12ganz konkret als Werkzeug in der Recovery, also auf dem
- 0:16Genesungsweg von sucht. Die Inspiration dafür, die
- 0:19Grundlage ist ein echt starker Artikel von Nelix Berlin, sehr
- 0:23ehrlich und bevor wir richtig loslegen, wer ist nelix Berlin
- 0:27eigentlich? Dahinter steckt Gabriel und wir
- 0:30nennen ihn hier ganz bewusst nur beim Vornamen.
- 0:32Gabriel ist nämlich selbst betroffen von Sucht, von
- 0:35psychischen Themen und erteilt auf seiner Webseite ganz offen
- 0:39seine persönlichen Erfahrungen, schreibt Halt nicht aus der
- 0:42Theorie, sondern aus dem echten Leben.
- 0:44Ja, und das ist glaub ich n ganz entscheidender Punkt.
- 0:47Diese gelebte Erfahrung, die schafft ne ganz andere
- 0:49Verbindung, oder? Absolut.
- 0:51Das ist keine trockene Abhandlung, sondern da teilt
- 0:55jemand, was wirklich geholfen hat, was vielleicht auch
- 0:58schwierig war. Man spürt bei Gabriel, OK, der
- 1:01kennt die Tiefen, von denen er da spricht, und das schafft
- 1:04Vertrauen, dieses Gefühl verstanden zu werden, das ist ja
- 1:07bei solchen Themen unglaublich wertvoll, es sagt dir quasi,
- 1:11Hey, du bist nicht allein damit. Genau das.
- 1:14Und Gabriels Thema Heute ist eben Dankbarkeit.
- 1:17Aber Achtung, das ist wichtig, hier geht es nicht um
- 1:21esoterisches Wunschdenken oder so, nee, Gabriel beschreibt das
- 1:25als bewusste Praxis, als einen echten Mind Hack, ein Werkzeug,
- 1:30ja, um das eigene Gehirn aktiv umzuprogrammieren, weg vom
- 1:34Mangelgefühl, hin zur Fülle, und das ist gerade in der Recovery
- 1:38ein ja unglaublich kraftvoller Ansatz.
- 1:41Gabriel hat auch ne Triggerwarnung im Artikel, es
- 1:43geht um den. Fokus aufs Positive klar, aber
- 1:46ohne das Leid kleinzureden, also keine toxische Positivität.
- 1:51Interessant ist ja auch, wie er dazu kam, also nicht über die
- 1:54klassischen Wege, nicht über ne Selbsthilfegruppe, sondern wie
- 1:58er offen erzählt, durch das Buch The Secret ganz anders, und
- 2:02daraus hat sich bei ihm so schleichend was entwickelt, er
- 2:05nennt das einen seltsamen Automatismus.
- 2:09Für Kleinigkeit im Alltag hat er angefangen, dreimal
- 2:13hintereinander danke im Kopf zu sagen.
- 2:16OK, ein krasser Gegensatz zu dem, was er als das süchtige
- 2:20Gehirn beschreibt, also dieses Gehirn, das ständig auf Mangel,
- 2:23Schmerz, Ungerechtigkeit fixiert ist.
- 2:26Dankbarkeit, sagt Gabriel, fühlte sich für ihn am Anfang an
- 2:30wie ne Fremdsprache, total fremd Dankbarkeit ist kein weiches
- 2:34Gefühl, auf das du irgendwie passiv wartest.
- 2:37Er beschreibt das als einen gezielten, er fast schon
- 2:40kämpferischen neurochemischen Eingriff.
- 2:42Er nennt es die härteste, aber wirksamste Droge für die
- 2:45Recovery, ein klarer Befehl ans Gehirn.
- 2:48Fokus ändern, das ist dieser Kern, mind Hack, das klingt
- 2:52erstmal hm sehr direkt, fast provokant, ne, aber es trifft
- 2:56den wissenschaftlichen Kern erstaunlich gut, diese
- 2:59Sichtweise deckt sich nämlich mit dem, was wir aus der
- 3:01positiven Psychologie kennen, auch aus den
- 3:03Neurowissenschaften. Dankbarkeit ist eben nicht nur
- 3:05so n nettes Gefühlchen. Sondern ne Praxis mit messbaren
- 3:09biologischen Effekten im Gehirn. Messbar OK, ja, was hier
- 3:14faszinierend ist, wenn wir uns bewusst auf Dankbarkeit
- 3:16konzentrieren, dann zeigen hirnscans Aktivität im
- 3:19Belohnungssystem. Das sind Areale, die Dopamin
- 3:22ausschütten. Und das ist wichtig, weil das
- 3:25Belohnungssystem bei sucht ja oft, sagen wir mal, fehlgeleitet
- 3:29ist. Dankbarkeit kann hier einen
- 3:31gesunden, natürlichen Kick geben.
- 3:33Ah OK. Gleichzeitig gibt s starke
- 3:36Hinweise zum Beispiel von Forschern wie Robert A.
- 3:39Emmons, dass Dankbarkeit die Produktion von Serotonin anregt.
- 3:44Das ist ein wichtiger Botenstoff für die Stimmungsregulation, das
- 3:48kann also direkt gegen depressive Verstimmungen wirken,
- 3:52die er sucht, aus begleiten. Macht Sinn.
- 3:54Regelmäßige Dankbarkeitspraxis kann nachweislich den Spiegel
- 3:57vom Stresshormon Cortisol senken.
- 3:59Und Stress ist ja, wie wir wissen, einer der häufigsten
- 4:02Rückfallauslöser. Es gibt da eine große
- 4:04Metaanalyse von der University of Pennsylvania, die bestätigt,
- 4:08Dankbarkeitsübungen gehören zu den wirksamsten Interventionen
- 4:11der positiven Psychologie, um Depressionssymptome zu lindern.
- 4:15Wirklich fundiert? Wow, das ist echt beeindruckend.
- 4:19Also was bedeutet das jetzt konkret für dich als Zuhörer?
- 4:23Es ist im Grunde ja eine Art messbare Gehirn OP, die du mit
- 4:28deinen Gedanken durchführst. Kein esoterischer Zauber,
- 4:32sondern angewandte Biochemie sozusagen.
- 4:35Du greifst aktiv in die Schaltkreise deines Gehirns ein.
- 4:39Ganz genau und. Dieses aktive Eingreifen, das
- 4:41ist ja oft nötig. Unser Gehirn hat ja von Natur
- 4:45aus diese Tendenz, Negatives stärker zu gewichten, kennen wir
- 4:49als negativity Bias, ein alter Schutzmechanismus aus der
- 4:53Evolution über. Überlebenswichtig damals stimmt
- 4:57aber bei Menschen mit Suchterfahrung ist dieser Blick
- 5:00aufs Negative, auf den Mangel, den Schmerz, die Gefahr, der es
- 5:05oft noch massiv verstärkt. Das Suchtgehirn, wie Gabriel es
- 5:09nennt, ist quasi darauf trainiert, permanent das Defizit
- 5:13zu scannen, immer auf der Suche nach dem, was fehlt.
- 5:16Exakt und genau da setzt Dankbarkeit als bewusstes
- 5:20Gegentraining an. Indem du dich aktiv dazu
- 5:23bringst, am Anfang vielleicht sogar zwingst, nach positiven
- 5:27Aspekten Ausschau zu halten, auch nach ganz kleinen bekämpfst
- 5:31du diesen negativitätsbios du Fingst buchstäblich an neue
- 5:35neuronale Verbindungen in deinem Gehirn zu knüpfen, neue Bahnen
- 5:39zu bauen. Okay also quasi neue Pfade im
- 5:42Gehirn anlegen. Genau jedes Mal, wenn du etwas
- 5:44Positives findest und es Anerkennst, gibt es diese
- 5:47kleine, gesunde Dopaminausschüttung.
- 5:50Du trainierst dein Belohnungssystem, um wieder auf
- 5:53natürliche, alltägliche Dinge anzusprechen.
- 5:56Das ist eine Art neuronale Umprogrammierung.
- 5:58Man baut also aktiv neue Straßen im Gehirn, die Weg von diesem
- 6:03alten, ausgetretenen Negativitätstrampelpfad führen.
- 6:06Perfekt gesagt und wichtig ist auch der Perspektivwechsel.
- 6:10Dankbarkeit löscht ja deine Probleme nicht einfach aus, das
- 6:13wäre unrealistisch. Ja, klar, aber sie setzt sie in
- 6:16einen größeren Kontext. Du siehst ja, es gibt
- 6:20Schwierigkeiten, aber es gibt eben auch noch anderes, gutes,
- 6:25stabiles und das kann dieses erdrückende Gefühl der
- 6:29Hoffnungslosigkeit durchbrechen, das viele kennen.
- 6:32Es geht darum, das Gesamtbild wieder vollständiger zu machen,
- 6:35nicht nur den schwarzen Fleck zu sehen.
- 6:37Du trainierst dein Gehirn also aktiv um.
- 6:40Das klingt logisch, aber trotzdem viele, die das Hören,
- 6:43reagieren erst mal mit Ablehnung, oder?
- 6:45Ja, total. Gerade wenn man tief im Schmerz
- 6:48steckt oder aus einer Sucht kommt, da kann dieser Ratschlag
- 6:51sei doch mal dankbar, richtig Wut auslösen oder total zynisch
- 6:56wirken. Gabriel sagt ja auch, das ist ne
- 6:58normale Reaktion vom konditionierten Gehirn, es fühlt
- 7:02sich anfangs oft einfach falsch an.
- 7:04Absolut verständlich. Das Suchtgehirn, das hat ja
- 7:08gewissermaßen gute Gründe, sich zu wehren.
- 7:11Da ist oft Zynismus als Schutzschild.
- 7:13Jahrelang war Misstrauen vielleicht überlebenswichtig,
- 7:16Mhm. Dankbarkeit wirkt dann naiv.
- 7:20Dann dieses Typische alles oder nichts denken.
- 7:23Mein Leben ist ein Trümmerhaufen, wie soll ich da
- 7:26dankbar sein, dabei werden halt die winzigen positiven Dinge
- 7:30übersehen. Und manchmal, das ist auch ein
- 7:32Punkt. Wird der Mangel das Drama fast
- 7:35zur Identität unbewusst, kann das den Konsum sogar antreiben.
- 7:40Dankbarkeit entzieht diesem System die Nahrung.
- 7:43Das ist ein interessanter Gedanke und hier kommt wieder
- 7:46Gabriels Kernpunkt ins Spiel, den wir schon hatten.
- 7:48Viele warten auf das Gefühl der Dankbarkeit, aber es ist primär
- 7:53eine Handlung, eine Entscheidung, ah ja, wie beim
- 7:57Sport, du gehst hin, auch ohne Lust, weil du weißt, dass es gut
- 8:01ist. Das Gefühl kommt oft erst durch
- 8:04die Handlung, nicht umgekehrt. Vielleicht fühlt es sich am
- 8:08Anfang sogar wie ne Lüge an, etwas Positives aufzuschreiben,
- 8:11wenn man es nicht fühlt. Aber es ist eher ein bewusstes
- 8:15Training, eine Investition in eine andere neuronale Zukunft,
- 8:19wenn man so will. Das wirft natürlich die Frage
- 8:22auf, wie macht man das praktisch, gerade wenn man
- 8:25voller Widerstand oder Zynismus ist.
- 8:28Wie fängt man an, ja, wie geht das konkret?
- 8:31Gabriel gibt da eine sehr klare, fast schon pragmatische
- 8:34Anleitung. Er nennt das Safer Use, ein
- 8:37Begriff, den man ja aus der Schadensminimierung kennt.
- 8:40Seine Metapher dafür finde ich super stark.
- 8:42Dankbarkeit bedeutet nicht, die Wüste zu ignorieren, es bedeutet
- 8:47deine ganze Aufmerksamkeit und Energie auf die eine Blume zu
- 8:50richten, die trotzdem dort wächst.
- 8:52Schönes Bild. Ja, oder?
- 8:55Es geht also nicht um Schönfärberei, sondern um
- 8:57bewusste Fokuslenkung. Vergiss den in.
- 9:01Esoterischen Kitsch, sagt er. Sie ist als Training gerade für
- 9:04Zyniker und zur Inspiration teilt er auch Beispiele aus
- 9:08seiner eigenen, Ja ungeschönten Dankbarkeitsliste.
- 9:12Was steht da so drauf? Also da steht Dankbarkeit für
- 9:16Gesundheit. Ganz simpel dafür sehen zu
- 9:19können oder zu wissen, dass es den Kindern gut geht.
- 9:22Für Sicherheit ein warmes Dach über dem Kopf zu haben, nicht
- 9:25auf der Straße leben zu müssen. Für positive Erinnerungen, zum
- 9:29Beispiel an seinen verstorbenen Hund, aber eben bewusst, ohne im
- 9:33Schmerz über das unfaire Stecken zu bleiben.
- 9:36Für Selbstverständlichkeiten wie Essen im Kühlschrank, für
- 9:40Beziehungen für Menschen, die ihn nehmen wie er ist, für den
- 9:43Sinn, den er in seiner Arbeit mit Nelix Berlin findet, und
- 9:47eben für die ganz, ganz kleinen Dinge, die Sonne im Gesicht
- 9:49spüren, einen Moment in der Natur genießen, solche Sachen
- 9:53also wirklich. Die Basics des Lebens.
- 9:55Oft genau. Und seine konkrete Übung für den
- 9:58Start ist radikal einfach absolut machbar.
- 10:03Die 3 Punkte minimalistenliste die Anweisung ist schreibt jeden
- 10:08Abend vor dem Schlafen 3 winzige Dinge auf, die an diesem Tag
- 10:13nicht komplett beschissen waren, nicht komplett beschissen.
- 10:17Okay. Genau.
- 10:19Betonung darauf. Kein spiritueller Leistungsdruck
- 10:22brutal simpel halten Fang an mit nicht konsumiert, das ist riesig
- 10:28oder der Kaffee heute morgen war gut oder Kollege hat gegrüßt.
- 10:33Das reicht. Einfach nur anfangen, diesen
- 10:35Muskel zu trainieren, mehr nicht.
- 10:37Es nimmt den Druck raus, oder? Total.
- 10:39Und das bringt uns zu den häufigen Fragen und zweifeln.
- 10:43Die spricht Gabriel in seinem Artikel auch direkt an.
- 10:45Lass uns die mal durchgehen, so als würdest du sie uns jetzt
- 10:48stellen. OK, bin gespannt.
- 10:50Die erste ganz wichtige Frage ist das nicht einfach nur
- 10:53toxische Positivität dieses Denk doch positiv Gerede das einen
- 10:58manchmal so nervt. Ja berechtigte Sorge, aber die
- 11:03Antwort ist klar Nein ist es nicht toxische Positivität
- 11:08ignoriert oder unterdrückt negative Gefühle die sagt dir du
- 11:11darfst nicht traurig sein, lächle einfach, das ist
- 11:14schädlich. Stimmt.
- 11:16Echte Dankbarkeit, so wie Gabriel sie meint, tut das
- 11:20nicht. Sie erkennt das Negative an, die
- 11:23Wüste ist Real. Um im Bild zu bleiben, aber sie
- 11:26entscheidet sich trotzdem, den Fokus auch auf die Blume zu
- 11:29richten, die vielleicht daneben wächst.
- 11:31Es geht um eine Erweiterung der Perspektive, nicht um
- 11:35Verdrängung, du siehst beides, das schwere und das Gute, das
- 11:40ist der Unterschied. OK, das ist ein wichtiger
- 11:43Unterschied. Verstanden?
- 11:45Nächste Frage, die viele umtreibt.
- 11:47Ich fühle aber 0 Dankbarkeit, ich fühle mich mies, lüge ich
- 11:51mich dann nicht selbst an, wenn ich da was positives
- 11:53Aufschreibe? Hm ja, der Knackpunkt haben wir
- 11:57schon gestreift. Gabriels Antwort ist hier ganz
- 12:00klar und basiert auf diesem Prinzip, Action before Feeling,
- 12:04du musst es nicht fühlen um es zu tun.
- 12:08Aktion vor Gefühl genau die Handlung kommt zuerst.
- 12:11Denk noch mal an den Sport. Du gehst trainieren, weil du
- 12:14weißt, es ist gut für dich, nicht weil du jeden Tag Lust
- 12:17drauf hast. Genauso schreibst du diese 3
- 12:19Dinge auf. Nicht weil du Übersprudelst vor
- 12:22Gefühl, sondern weil du rational weißt, dass dies positive
- 12:25Aspekte sind, dass diese Handlung gut für dein Gehirn
- 12:28ist. Das Gefühl der Dankbarkeit ist
- 12:30oft das Ergebnis des regelmäßigen Trainings, nicht
- 12:33die Voraussetzung. Vertrau dem Prozess nicht dem
- 12:36anfänglichen Gefühl oder eben nicht Gefühl.
- 12:39Handlung vor Gefühl, das muss man sich vielleicht wirklich
- 12:41wieso ein Mantra Vorsagen am Anfang.
- 12:43Kann helfen. Ja, dann die Frage aus der
- 12:46Tiefe, wie kann ich für mein Leben dankbar sein, wenn ich
- 12:50durch meine Sucht so viel kaputt gemacht habe, wenn da gefühlt
- 12:54nur Trümmer sind? Huff Ja, schwere Frage hier rät
- 12:59Gabriel wirklich beim absoluten Minimum anzufangen und das kann
- 13:03buchstäblich sein. Ich bin heute morgen aufgewacht,
- 13:06Punkt oder ganz zentral in der Recovery.
- 13:10Ich habe heute nicht konsumiert, das ist riesig, das ist ein
- 13:14Grund zur Dankbarkeit. Absolut.
- 13:16Es geht nicht darum, die Trümmer zu ignorieren, die sind da.
- 13:20Es geht darum, das eine Fundament zu finden, das
- 13:22vielleicht noch da ist, oder dass du gerade legst.
- 13:25Und dieses Fundament ist auf die Nüchternheit des heutigen Tages
- 13:29oder die Tatsache, dass du gerade jetzt diesen Podcast
- 13:32hörst und etwas für dich tun willst.
- 13:34Fokussiere dich auf das, was jetzt da ist und was ein
- 13:38winziger Schritt in die richtige Richtung ist.
- 13:40Also den Blick auf das richten, was trotz allem da ist oder was
- 13:43man heute geschafft hat. Kleinen anfangen.
- 13:46Genau. Nächste Frage zur Praxis.
- 13:48Muss ich das wirklich jeden Tag machen?
- 13:50Gabriels klare Empfehlung und das deckt sich eben mit der
- 13:52Hirnforschung am Anfang ja, tägliche Wiederholung ist der
- 13:56Schlüssel, um diese neuen neuronalen Pfade zu bauen, das
- 14:00Gehirn lernt durch Konsistenz sie.
- 14:02Sie ist wie ein wichtiges Medikament.
- 14:04Nimm dir diese 5 Minuten jeden Tag konsequent.
- 14:08Okay wie ein Medikament nehmen? Genau mit der Zeit, wenn sich
- 14:12diese neuen Denkmuster etablieren, wird's leichter,
- 14:15automatischer. Dann braucht es vielleicht nicht
- 14:17mehr die rigide tägliche Liste, weil die Haltung dahinter mehr
- 14:21und mehr zu deinem mentalen Betriebssystem wird, aber am
- 14:24Anfang ist die Disziplin entscheidend, dranbleiben,
- 14:27dranbleiben ist die Devise, gerade zu Beginn.
- 14:30Verstanden? Letzte Frage zur Einordnung Was
- 14:33ist denn jetzt der Unterschied zu dem, was in der Kirche oder
- 14:36in Religionen gepredigt wird? Ist das nicht dasselbe?
- 14:39Gute Abgrenzung im religiösen Kontext ist Dankbarkeit oft an
- 14:42eine höhere Macht gerichtet. Man dankt Gott für Gaben für
- 14:45Führung und so weiter das ist ne valide Form für Gläubige, klar,
- 14:49aber die Dankbarkeit, über die Gabriel schreibt und die auch
- 14:53die psychologische Forschung untersucht, die ist eine rein
- 14:56säkulare Praxis, eine Praxis der Wahrnehmung und des Fokus.
- 15:01Es ist ein neurobiologisches Werkzeug, das jeder nutzen kann,
- 15:04unabhängig vom Glauben. Du musst nicht an Gott glauben,
- 15:07um dankbar für einen warmen Kaffee zu sein oder für ein
- 15:09freundliches Wort oder für die Tatsache, dass du heute clean
- 15:12geblieben bist. Ah.
- 15:13OK, es ist eine menschliche Fähigkeit, den Fokus bewusst auf
- 15:17das Positive zu lenken. Hat mit Religion erstmal nichts
- 15:21zu tun. Und das macht die Unterschiede
- 15:23klar. Reine Wahrnehmungspraxis kein
- 15:25Glaubensakt nötig für alle, die jetzt sagen, OK, das klingt
- 15:27interessant, ich will da noch tiefer graben, empfiehlt Gabriel
- 15:30in seinem Artikel auch ein Buch. Thanks how the new science of
- 15:34gratitude can make you happy year von Dr. Robert A.
- 15:37Emmons. A.
- 15:38Emmons ja, der ist wirklich führend auf dem Gebiet.
- 15:41Genau, er ist quasi der Papst der wissenschaftlichen
- 15:44Dankbarkeitsforschung das Buch fasst jahrelange Studien
- 15:48zusammen und belegt die messbaren Effekte.
- 15:52Also ein guter Faktenbasierter Anker gegen den inneren Zyniker.
- 15:56Definitiv eine gute Empfehlung. Ja.
- 15:59Zum Abschluss fasst Gabriel seine Botschaft noch mal sehr,
- 16:01sehr eindringlich zusammen. Sinngemäß sagt er, hör auf dir
- 16:05ständig den alten, traurigen Film deines Lebens anzuschauen.
- 16:08Nimm den Pinsel selbst in die Hand und Male die Zukunft, die
- 16:12du wirklich willst. Er kritisiert, wie oft wir uns
- 16:15von außen leiten lassen, von Erwartungen, von Medien, vom
- 16:19Druck anderer, von Abhängigkeiten und dabei
- 16:22unglücklich und undankbar werden.
- 16:25Und dann stellt er dir, dem Zuhörer, ganz direkte Fragen zum
- 16:28Reflektieren finde ich stark, was willst du wirklich, warum
- 16:32tust du die nur, bei denen du dich unwohl fühlst?
- 16:34Wie dankbar wärst du, wenn es anders wäre und die
- 16:37entscheidende Frage, warum änderst du es nicht und
- 16:40schreibst den Film in deinem Kopf neu.
- 16:43Puh, das ist ein starker Abpilze.
- 16:45Selbstermächtigung am Ende total.
- 16:48Sie ist ja mehr als nur ein stimmungsauffäller, sie kann der
- 16:52allererste Schritt sein, um deine eigene Handlungsfähigkeit
- 16:56wieder zu entdecken, indem Du beginnst, bewusst wahrzunehmen,
- 17:00was trotz allem gut ist, und sei es noch so klein, übernimmst du
- 17:05wieder die Kontrolle über deinen Fokus.
- 17:08Du signalisierst dir selbst. Ich bin nicht nur Opfer meiner
- 17:11Umstände oder meiner Vergangenheit.
- 17:13Ich kann aktiv gestalten, wie ich die Welt sehe.
- 17:17Dankbarkeit kann so der Anfang sein, diesen Film im Kopf
- 17:22bewusst neu zu schreiben und die Regie wieder selbst zu
- 17:25übernehmen, ein Gedanke, den du vielleicht einfach mal wirken
- 17:28lassen kannst. Nach unserem Gespräch heute.
- 17:30Ein kraftvoller Gedanke zum Mitnehmen?
- 17:32Absolut. Und wenn dir dieser Beitrag
- 17:34jetzt gefallen hat, wenn du die Arbeit von Nelix Berlin und
- 17:38Gabriels offene Art, seine Erfahrungen zu teilen, wertvoll
- 17:41findest, dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung
- 17:45freuen. Du kannst Gabriel helfen, indem
- 17:47du diesen Beitrag auf Social Media teilst oder den Podcast
- 17:50hier auf Plattformen wie Spotify oder Apple Podcasts bewertest
- 17:54und Likest das hilft ungemein, das Projekt Nelix Berlin wird
- 17:58nämlich komplett allein von Gabriel finanziert und erstellt.
- 18:02Jede Form der Unterstützung hilft Gabriel mit diesem
- 18:04Projekt, sich selbst und gleichzeitig anderen Betroffenen
- 18:07zu helfen. Gabriels persönliches Motto, das
- 18:10ihn antreibt, lautet, aus allem schlechten in seinem Leben etwas
- 18:13Gutes zu machen. Schönes Motto.
- 18:16Ja, finde ich. Auch vielen Dank, dass du dir
- 18:18die Zeit genommen und zugehört hast.
- 18:20Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal.