Latest / SOMMELIER / Sebastian Höpfner - Naturwein pur
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- 0:00[Musik]
- 0:12Lieber Silvio Christian Stroma, an der Gründer der Sternefresser hier,
- 0:16bevor ich deinen heutigen Gesprächs-Gas kurz ankündige, möchte ich dir mal ein großes Lob für den Podcast aussprechen.
- 0:24Ich weiß, wie viel Arbeit in so etwas steckt, wie viele Stunden dafür draufgehen.
- 0:27Und, apropos Stunden, ihr solltet euch nicht nur eine Normalflasche aufmachen,
- 0:33sondern bei 3-4 Stunden Redezeit durchaus auf eine Doppelmagnum.
- 0:38Und jetzt gerne zu Sebastian Höpfner.
- 0:40Wir haben uns nicht nur vor einer gefühlten, sondern einer tatsächlichen Ewigkeit im Garnier kennengelernt.
- 0:46Garnier in Berlin, grandioses Restaurant, leider ist viel schief gelaufen hinter den Kulissen, das wissen wir alle.
- 0:53Und danach habe ich ihn bei jeder Station, also nicht gerade gestorgt, aber wir haben uns immer wieder gesehen,
- 0:59unter anderem in Franckfurt, auch ein Laden, den ich sehr vermisse, unter anderem weil er Lunch hatte.
- 1:06Und da zeigte Sebastian schon ganz deutlich, was seine Stärken sind.
- 1:11Und dazu gehört, dass er absolut unprätenziös ist.
- 1:16Der kann dem Gast einfach 5 Minuten lauschen, ohne sich in Szene setzen zu müssen.
- 1:21Er ist und dogmatisch, es kann alles getrunken werden,
- 1:25auch wenn die Leute mal einen Eiswürfel in den Nieren Petrüs haben wollen, was glaube ich seit 10 Jahren nicht mehr vorgekommen ist,
- 1:31wird er glaube ich auch machen.
- 1:33Er ist so unfassbar kompetent, humorvoll und sehr herzlich.
- 1:37Und das zeichnet ihn aus, deswegen habe ich ihn auch jedes Jahr mindestens 2-mal im Taubenkurbe besucht,
- 1:44nicht unbedingt weil er dort war, sondern auch weil ich dort geheiratet habe und wir da Urlaub gemacht haben.
- 1:50Aber er hat sich gute Stationen ausgesucht, er weiß genau mit wem er klar kommt und er ist einfach ein geiler Typ, Schluss aus.
- 1:58Und deswegen bin ich jetzt sehr gespannt, was er noch erzählen wird aus dem bewegten Leben und was alles noch auf seiner Agenda steht.
- 2:06Viel Spaß euch allen mit der Doppelmache.
- 2:09[Musik]
- 2:30Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Munchenke unserer Zeit.
- 2:35Sebastian Höpfner aus dem Frankfurter Chers ist mein heutiger Gesprächspartner und er hat mir ein wenig die Angst vor Naturweinfettischisten genommen.
- 2:42Und das wahrscheinlich, weil er es nicht als Religion, sondern als Bereicherung unserer Weinwelt sieht und dieses transportieren kann.
- 2:48Er hat die alte, die konventionelle traditionelle Weinwelt von der Pieke auf im Brandenburger Hof,
- 2:54später im Restaurant Liste-suliste bei Pierre Garnier im Waldorf Astoria in Berlin,
- 2:59als Restaurantleiter im Seehotel Riva in Konstanz und fünf Jahre lang im Restaurant Francais im Steigenberger Hotel Frankfurter Hof kennen und schätzen lernen dürfen,
- 3:08bevor er im österreichischen Kultrestaurant Taubenkobel seine Liebe zu den Naturweinen entdeckt hat und diese seit Beginn dieses Jahres im Frankfurter Restaurant-Scher komplett ausleben kann.
- 3:19Ich mag seine offengeistige Betrachtung der verschiedenen Weinwelten, seine Wertschätzung gegenüber den Winzern der Kunden,
- 3:26aber auch, dass er ganz klar weiß, welchen Weg er zu gehen hat und diesen geht und möchte auch in diesem Atemzug mein herzliches Dankeschön für die Unterstützung der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz,
- 3:36Schlumberger Konseo Vini und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg aussprechen.
- 3:41Und daher noch mal ein herzliches Willkommen, lieber Sebastian Höpfner.
- 3:45Silvio, hier auch noch mal ein kleiner Eingurft zum Thema Sportkompetenz von Sommeliers. Da ging es ja jetzt ein paar Mal drum.
- 3:53Ich muss sagen, bei Sebastian ist es absolut gegeben, was Fußball anbelangt. Er ist SGE, also Eintrachtfan.
- 4:00Das kann ich voll und ganz unterschreiben, bei vielen anderen Soms nicht, aber gut, da gehen die Meinungen stark auseinander.
- 4:08Darüber hinaus beim Basketball liegen einfach alles Soms falsch. Also weder Marco Franzelin, der alte Schaumschläger, den ich noch nie auf irgendeinem Court gesehen habe,
- 4:19noch Sebastian, noch irgendjemand anderen, einfach kein Blassenschimmer, aber das hängt damit zusammen, dass sie einfach zu viel Zeit in den Schloss in den Räumen verbracht hat.
- 4:30In diesem Sinne ganz liebe Grüße, Christian.
- 4:36Sebastian, was hast du im Glas?
- 4:38Du warst so nett und hast mir einen alten Klassiker geschickt. Le Volte 22, ich glaube Trittwein mittlerweile von Orn de Leia, ist ganz lustig.
- 4:49Es ist ein kleiner Flashback. Das hatten wir als offenen Rotwein in der Berliner Zeit im Brandenburger Hof, unter anderem dann auch in der Quadrigasur für den offenen Ausschank.
- 4:59Und das ist dann natürlich auch gerade fürs Personal, so der Feierabendwein dann gewesen.
- 5:05Das Frühstück manchmal wahrscheinlich.
- 5:07Ja, wenn ich an die Arbeitszeiten denke, war das ein fließender Übergang.
- 5:11Es war ein bisschen provokant, muss ich ganz ehrlich gestehen. Ich habe mir Gedanken gemacht, was kann ich dir zuschicken oder was können wir probieren?
- 5:19Und ich finde, zum einen sind solche Klassiker, wie Ornleier mittlerweile ist oder eben auch der Zweitwein von Ornleier ist, Lisserenova.
- 5:29Oder eben dieser Le Volte, der ja gar nicht als Trittwein gesehen wird, sondern eine gewisse Eigenständigkeit produziert wird, auch als einziger eine Cuvée von Cabernet & Saint-Jouvés darstellt und versucht die Handschrift des Weingutes nochmal anders darzustellen.
- 5:44Dass man das und dass man vor allem eben auch das Haus selber kennen sollte, ist ja doch einer der Klassiker in dieser Weinwelt.
- 5:50Und ich finde es schade, wenn jemand so wie du mehr oder weniger einen ganz anderen wie du viel im Weg auch geht.
- 5:58Und da gibt es ja viele deiner Kollegen, die diese Art von Weinen nie probiert haben oder nicht kennen und einfach nur basten, weil es halt so diese andere Weinwelt ist.
- 6:05Du hast dich ja auch verändert, möchte ich mal sagen, oder?
- 6:08Ja, genau. Ich bin heute sicherlich ganz in einer komplett anderen Weinwelt als früher.
- 6:15Aber ich betrachte das auch so ein bisschen im Kontext zu dieser ganzen IRK, WSCT Geschichte.
- 6:23Wenn du jetzt mit jungen Kollegen oder angehenden Kollegen dann irgendwie sprichst, die dann sagen, nee, das ist mir alles zu verstaubt.
- 6:30Das hat alles irgendwie in meiner Weinwelt, in meinem Weinkosmos, Raw Charakter und wie es alles heißt, alles irgendwie keine Relevanz, wo ich mir überdenke, ja, Junge oder Mädel.
- 6:41Du bist jetzt irgendwie Anfang 20, du hast jetzt irgendwie ein paar coole Netschwolds irgendwie geballert, aber mach doch erstmal die Basis.
- 6:49Geh doch erstmal dahin, wo wir überhaupt über ein gewisses Grundverständnis an Wein sprechen können, schaff dir ein Fundament an und darauf kannst du aufbauen und das ist ja auch der Weg bei mir gewesen.
- 6:59Ich mein, wenn du mich vor 10, 12 Jahren gefragt hättest, was ist das absolute Nonplus Ultra in der Weinwelt, hätte ich gesagt, immer das deutsche GIG, weil ich damit Wein sozialisiert wurde oder dann halt mit solchen Roten wie Le Volte oder hier Reserve de la Comtesse.
- 7:18Und weil das die Weine, die wir damals irgendwie zur Verfügung hatten, was wir irgendwie trinken konnten, was wir bekommen haben und und darauf kann man sich dann ja was aufbauen.
- 7:27Darauf kann man dann, wird man dann neugierig, stellt Fragen und geht dann halt vielleicht den Nischen rein, die man dann halt zu dem Zeitpunkt noch gar nicht intellektuell begreifen konnte.
- 7:36Muss man ja immer irgendwo alles immer sehen, dass das auch alles immer fundiert ist.
- 7:41Viele derer, die sich zu dieser ganz, ganz eigenen Weinwelt, der ja keine Ahnung, Natural Wine oder was auch immer, bekennen, die haben diese Klavier-Tour der Klassiker, die ja mehr oder weniger die letzten 50 oder 100 Jahre bestimmt haben, noch nie persönlich probiert.
- 7:56Das finde ich einfach schade.
- 7:57Also ganz viele Musiker sagen auch, dass man bevor man so verrückt oder schrägige Musik machen muss, erst mal Bach oder Mozart oder was auch immer kennen sollte, um sich auf das andere dann irgendwo einlassen zu können oder darauf bauen zu können.
- 8:10So sehe ich es beim Wein auch.
- 8:11Und Wein wie dieser hilft oftmals eben auch im Restaurant, den die Leute kennen und sich damit einfach oftmals vertraut fühlen, nach wie vor eine gewisse Klassik ist.
- 8:21Warum hast du dich umorientiert oder warum magst du jetzt an?
- 8:25Also das ist ja schon nicht mehr als ein Steckenpferd bei dir, dass du in diese Natural Richtung oder in diese Orange, in diese Raw Richtung nicht nur tentierst, sondern das lebst, oder?
- 8:38Ja, also es ist, glaube ich, dann einfach einfach die Neugier des intrinsische Bedürfnisses, die diese ganze Weingeschichte durchdringen zu wollen.
- 8:51Und da sind dann Produzenten, die halt in diesem Naturweinsegment arbeiten, beziehungsweise die Naturnah-Biodynamischarbeiten, sind dann die Mentoren für mich gewesen.
- 9:04Das gab da sicherlich das Schlüsselerlebnis.
- 9:07Wir haben ein Event mit Clemens Busch gehabt im Brandenburger Hof und der hat so anders von den Weinbergen gesprochen und so anders von der Weinmachart und seinem Weinverständnis.
- 9:20Das hat mich so sehr fasziniert und dann probierst du diese Weine und dann schmeckst du, ohne zu begreifen, wo da jetzt im Detail der Unterschied ist, aber du schmeckst, dass diese Weine anders sind.
- 9:30Die haben eine andere Lebendigkeit, die haben irgendwas anderes.
- 9:34Und dann hörst du das, wie Clemens darüber spricht und dann ist da die Neugier bei mir entstanden, okay, das ist das, was mich interessiert.
- 9:43Das macht irgendwas mit mir, um da jetzt mal in der Markus-Lanz-Themen-Sprache hochzubeleiben.
- 9:50Und deswegen waren es dann halt genau solche Weine, die mich da hingeführt haben.
- 9:56Und wenn du da dann einmal gecatcht bist, dann gehst du ja weiter in die Materie rein. Dann gehst du irgendwie auf die erste Vinautoreal Roadshow.
- 10:04Ich glaube, das waren zwei Dreiztien, da waren dann die ersten richtigen Netschels, die ich da probiert habe.
- 10:10Wie lange bist du schon im Game?
- 10:12Er hat zwölf, bin ihn nach Berlin gegangen.
- 10:14Und da dann als Komi angefangen mit dem Robert Wiese, der ist dann irgendwann gegangen, dann hatten wir nur noch die Hatsommieje und Mertre, die Anne Katrin Simon.
- 10:26Von der war ich dann so der Komi-Sommieje.
- 10:28Und dementsprechend bin ich dann halt auch auf diese Roadshows gegangen.
- 10:31Da stehst du dann halt das erste Mal irgendwie komplett unvorbereitet, irgendwie mit dem Mindset, okay, gg und sonst nichts.
- 10:40Und dann stellte da irgendjemand, ich weiß nicht mehr, was es war.
- 10:43Ich glaube, es müsste bein klang gewesen sein, irgendwas hin, was dich komplett überfordert.
- 10:48Das sind Geschmacksenwohnungen und dann guckst du in den Winzer ansaas, das ist ja falsch, das schmeckt ja komisch.
- 10:57Nee, nee, das soll so.
- 10:59Ah, okay.
- 11:00Und dann fängt es halt an zu arbeiten und dann probierst du vier Schrott zu der Zeit noch mehr als heute.
- 11:07Und wirst neugierig, bleibst oder ich bin neugierig geblieben.
- 11:11Und dann griebst du dich da halt immer weiter in diese Materie mit ein.
- 11:15Man muss ja auch dazu sagen, ich bin jetzt zu 2012 da in das Game eingestiegen.
- 11:21Bin ja trotzdem Late Adopter, wenn man anguckt, wo Billy zum Beispiel die ersten Schritte gemacht hat und noch ganz andere davor.
- 11:30Wir finden ja alle gerade das Rad nicht neu, auch wenn manche das für sich behaupten.
- 11:36Guck mal, du bist 50, wenn ich es richtig im Kopf hab.
- 11:40Dankeschön.
- 11:41Und die ersten Themen.
- 11:44Du bist ja schon in diesem ganzen Zirkus, bist ja schon wesentlich länger drin.
- 11:50Ihr werdet ja wahrscheinlich auch Nikola Jolie irgendwie schon früher ausgeschenkt haben, wo noch keiner irgendwie darüber sich gestritten hat.
- 11:57Ist das jetzt Nettjoll oder weiß es ich was oder wie ist das bei euch gewesen?
- 12:01Also was ich ganz toll wichtig finde ist die Akzeptanz der verschiedenen Welten, egal welche Richtung es geht.
- 12:06Also natürlich wurde Nikola Jolie seinerzeit für seine eigenkreativen Ideen, für seine Herangehensweise nicht nur bewundert, manchmal kritisiert, aber oftmals gefeiert.
- 12:17Viele haben es nicht verstanden.
- 12:19Es war so der Anfang, wo man noch viel erklären darüber konnte, aber ich glaube auch, wo es teilweise nicht ganz so wahnsinnig extrem war und irgendwie noch greifbarer war.
- 12:33Aber es waren Weine, bei denen ich immer das, Andrea Schumann hat das mal zu mir gesagt, wenn man diese Art von Wein trinkt, man kann es nicht erklären, man merkt nur die Weine tun einem gut.
- 12:44Und das fand ich, war ein Gefühl, was ich vorher immer gespürt habe, nur durch seine Aussage dann erst erklärt bekommen habe.
- 12:52Und das fand ich eigentlich in dem Zusammenhang auch richtig und fand ich bei den Nikola Jolie Weinen auch immer, dass man das Gefühl hatte, man trinkt etwas Besonderes und man weiß nicht warum.
- 13:01Weißt du noch, was Clemens Bursch damals zu dir gesagt hat?
- 13:03Clemens, also wir hatten einen langen Arbeitstag, wir hatten einen Außerhaus, wir waren da immer viel unterwegs und waren dann irgendwann um 12 oder so was und wir waren mit dem Zurückbau dann fertig.
- 13:15Und Clemens sagte, die Jungs und Mädels, die heute mitgearbeitet haben, die sollen sich bitte auch ein Glas nehmen und mit uns an die Bar setzen, weil der Roteire-Direktor, der Herr Graf und die Anna Katrin Simon haben da halt noch ein Glas mit ihm getrunken.
- 13:29Und es hat für mich teilweise noch einen ähnlichen Charakter wie heute, wenn ich irgendwo mit Clemens sitze, ich lieb es bei ihm da am Küchentisch zu sitzen, Flasche Wein aufmachen und einfach nur eine Stunde zuhören, wie er darüber spricht, wie sich das in der Marienburg verhält.
- 13:47Einzel Fahrerziehung, das werde ich wieder zum kleinen Kind und dieses Bild, was er davon gemalt hat, ich war vorher noch nie an der Mose gewesen.
- 13:57Das hat mich so fasziniert und dann hast du dieses Bild, was gemalt ist und was diesen Wein im Glas, der anders ist.
- 14:05Wir haben vorher auch nicht schlecht getrunken, wir hatten Witmann, KpK und alles.
- 14:09Aber das war für mich irgendwie was ganz anderes und das hat mich halt dann auf diese Art von Wein gebracht, wo es dann als Allererstes nicht zwingend um die Macher im Keller geht oder ging, sondern viel mehr, wo kommt der Wein her?
- 14:26Was spiegelt der an Terror wieder?
- 14:28Ich meine, das sind jetzt diese großen ewigen Fragen, mit denen wir uns seit Jahren jetzt auseinandersetzen.
- 14:33Was ist Terror?
- 14:34Ist es Terror, das wo wir über Jahre hinweg getrimmt wurden mit Reinstuchthefe, Kaltvergierungen, XY, Schwefel und Enzyme?
- 14:47Oder ist es das Terror, ungeschönt, wenn die Weine unfilteriert oder nahezu unfilteriert mit weniger Schwefel auf die Flasche kommen?
- 14:57Was ist der Terrorbegriff da? Darüber müssen wir jetzt ja sprechen.
- 15:01Also was ich manchmal noch interessanter finde, ist eine Betrachtung, die manche anliegen, wenn die zum Beispiel sagen, das schmeckt nicht wie Riesling oder so, und dann ist immer die Frage, wer sagt, wie es so schmeckt in dieser konventionellen Art oder in dieser natural Art?
- 15:15Also was ist jetzt wirklich richtig so eine Art?
- 15:17Und die Bereicherung darin finde ich so spannend.
- 15:22Also die Bereicherung in der unterschiedlichen Wahrnehmung der einzelnen Produktionstechniken oder Philosophien?
- 15:28Ich denke, wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sind, es gibt da ja keine ultimative Wahrheit.
- 15:36Du kannst sagen, der Wein wirklich ist unverfälscht, irgendwie auf die Flasche gebracht, aber wenn er nicht schmeckt, dann ist es schön, wenn du ihn unverfälscht auf die Flasche bringst, aber wenn es nicht schmeckt, dann schmeckt es halt irgendwie nicht.
- 15:48Wenn du es mit Meischestandzeit irgendwie übertrieben hast, dann lese gut, irgendwie nicht gut gewesen ist oder mikrobiologisch, was im Keller irgendwie schief gelaufen ist.
- 15:56Also da muss man ja auch sagen, das mag vielleicht sein, dass das der authentischere Geschmack, der traubel ist, aber am Ende des Tages sprechen wir immer noch über ein Genussmittel.
- 16:06Und wenn du ein Genussmittel irgendwie dann doch im Keller so verunst, dass es halt kein Genussmittel mehr ist, dann ist es auch nicht der richtige Zugang.
- 16:15Das ist ein schöner Ansatz, aber ich finde manchmal muss man auch auf den Box denken.
- 16:19Wir haben immer noch unseren Apfel im Supermarktstil, wo einer wieder anderer aussieht und immer gleich geformt ist und die gleiche Farbschattierung hat, vor Augen haben und sagen, das ist für uns Apfel.
- 16:27Und sind erschrocken, wenn wir mal über eine Fallobstwiese laufen, dass da eine Deltstelle drin ist oder ein Wurmloch, dann ... also Natur ist anders, Natur ist individuell, Natur ist eben manchmal auch nicht unser Norm entsprechend.
- 16:40Und es gibt natürlich gravierende Weine, die grob fehlerhaft sind, die nicht abgefüllt werden, hätten dürfen oder nicht als Wein verkauft hätten werden dürfen.
- 16:49Aber manchmal ist es eben auch die Spielart der verschiedenen Aromen, die nicht in meinen genommten Geschmack reinpassen.
- 16:56Und diese Offenheit und Freigeistigkeit, die sollte man eigentlich in dem Sinne als Weinträger haben, weißt du was oder könntest du Natural Wine definieren?
- 17:05Das ist manchmal so schwer oder für viele Kollegen so schwer, also wenn die jetzt in den Gast kommen und sagen, was ist denn das mit dem Naturwein-Ding?
- 17:11Weil eigentlich ist ja alles ja irgendwie Naturwein.
- 17:15Weil Wein ist ja Natur.
- 17:17Ich leiste mir über den kleinen Gag, wenn mir jemand sagt, ja, weil so mit diesem Naturwein brauchen sie mir nicht kommen.
- 17:24Dann drinken sie heute ein Bier. Ja, wie meinen sie das? Aktueller Wissenstand vor mir ist, den Geisenemm ist noch kein Pulverchen erfunden worden, wo man einfach nur Wasser drauf gibt und Wein draußen wird.
- 17:36Und Jesus ist ja auch nicht gerade um die Ecke. Also sprechen wir halt über ein Naturprodukt.
- 17:40Ja, Sie wissen ja, was ich meine, so Bio-Weine.
- 17:43So, und das ist dann schon wieder diese Crooks an der ganzen Sache. Es sind über die letzten Jahre so viele Begriffe dem Endverbrauch und dem Gast irgendwie an die Hand gegeben worden.
- 17:55Der vermischt das, der sagt, ich trinke keine Bio-Weine.
- 17:59So, dann stellt sie ihm, sagen wir jetzt mal einen Armin Temenhin, der mittlerweile auch biodynamisch arbeitet.
- 18:04Boah Temen, das ist richtig guter leckere Wein. Ja, das ist biodynamisch.
- 18:08Du Depp, denkt man sich.
- 18:10Natürlich nicht. Aber es gibt ja keine, die Franzosen haben es, glaube ich, irgendwie definiert über keine Schwef oder wenig Schwefelgabe und keine Filtration.
- 18:22So, und dann sind da natürlich auch schon wieder innerhalb dieser Bubble die Leute, die sagen, na Natur Wein muss 00 sein.
- 18:29So, sehe ich nicht so, könnte ich dir wahrscheinlich, ich würde es wahrscheinlich runterbrechen auf so wenig wie möglich im Keller tun und das nötigste.
- 18:39Dieses Jahr, ich begleite die Weine nur und im Keller nichts.
- 18:42Okay, das ist auch irgendwie Werbesprechmarketingblützeln, weil so funktioniert Wein nicht.
- 18:47Die Rebe hat kein Interesse daran, Wein zu produzieren.
- 18:51Das ist eine Kulturpflanze, der Menschen muss eingreifen, weil ansonsten macht die Rebe essig.
- 18:56Den muss man sich dann ja auch immer so ein bisschen stellen, diesen ganzen Dokumenten, das ist ja auch der sehr anstrengende Teil.
- 19:03Die große Diskussion dabei, ist es denn wirklich ein Naturgut, also wenn wir Wein nehmen oder ist es ein Kulturgut?
- 19:10Und deswegen streiten sich ja viele, ob diese natürliche Betrachtung des Natural Wines wirklich Natural Wine heißen sollte oder ob das eigentlich auch nur ein Kulturwein ist und es eigentlich auch eine Vierbezeugung.
- 19:21Also wie wäre denn für dich eine richtige Bezeichnung oder wie antwortest du dem Gast, der dann mehr oder weniger fragt, was Naturwein ist?
- 19:31Ich würde sagen, Naturwein fängt für mich da an, dass wir über eine umsichtige Bewirtschaftung sprechen.
- 19:39Will da gar nicht jetzt irgendwie in die Zertifizierung gehen, weil Kleinstweingüter lassen sich nicht zertifizieren.
- 19:45Damit fängt es an und dann geht es im Keller weiter, dass keine Reinsuchthäfen benutzt werden, dass keine Maischerehälzung stattfindet, keine Filtration und eine Schwefelgabe im geringen Maß bzw.
- 19:59eine Beziehung, wenn es nicht nötig ist, aufgrund der Paarwerte nicht vorgesetzt wird.
- 20:04Und Name dafür? Wie heißt das Ganze? Naturwein oder hast du einen anderen Namen dafür oder würdest du es irgendwie als Raw Wine oder?
- 20:12Nein, ich würde es schon als Naturwein definieren, weil das wirst du ja sicherlich auch kennen.
- 20:21Gerade aus deiner Zeit, wie habt ihr den Gast angesprochen, auf eine einfache Art und Weise oder auf Augenhöhe einfach, aber mit einfachen Klaren begriffen,
- 20:34weil du sitzt ja nicht mit dem Gast am Tisch, das mag ja nicht. Ich habe pro Wein eine Minute in der Weinbegleitung, die ich einschenke.
- 20:42Wenn ich den Laden voll habe, dann muss ich das in einfachen Begriffen.
- 20:46Und dann kann man natürlich sicherlich sagen, dass es vielleicht irgendwie sehr plakativ, sehr kurz gefasst, jetzt nicht tiefgreifen.
- 20:53Aber dafür habe ich ja gar keine Zeit, wenn der Gast wirklich Lust und Interesse hat und ich mir am späteren Abend im Service noch Zeit nehmen kann,
- 20:59dann gehe ich dann nochmal hin, dann können wir nochmal in die Materie eintauchen.
- 21:03Aber das Restaurantgeschäft hat sich ja extrem verändert, im Sinne von schneller gewesen.
- 21:10Wie war es bei euch früher, wann deserrs vormitternacht oder nachmitternacht?
- 21:15Die waren immer noch vormitternacht. Also wir sind relativ früh rausgekommen im Verhältnis zu anderen, also um Elfer bei uns mehr oder weniger die Messe gesungen.
- 21:23Zumindest wenn ich jetzt die Lehrfachzeit nehme.
- 21:27Davor in Kalifornien war es natürlich richtig krass, da hatten wir zwei bis drei Seatings am Abend.
- 21:34Und da hast du dann schon mit dem Dessert die Rechnung gebracht, um die Klasse gleich rauszuformen mit dir.
- 21:39War natürlich nochmal ein ganz anderer Run.
- 21:41Das war aber eben auch nicht dieses "Zelebrieren wie wir es hier in Europa praktizieren", wobei es hier jetzt auch einige Restaurants gibt,
- 21:47die eben genau das Umsetzen möchten oder müssen aus wirtschaftlichen Gründen.
- 21:52Und die Restaurants davor, es war immer um 10.11 Uhr bei uns, war es durch.
- 21:59Also dieses Nachmitternacht ist dann schon krass, finde ich.
- 22:03Wenn du da sitzt und du kommst 18.19 Uhr rein und dann hast du da fünf, sechs Stunden, ich weiß nicht, ob das noch Zeit gemieß ist, oder?
- 22:11Also ich sehe es nicht.
- 22:12Das ist der flachen Arsch.
- 22:13Also deswegen, wie wir sehen es ja jetzt gerade sowieso, meiner Meinung nach, ein bisschen, die Abkehr in Deutschland von dieser Menü-Diktat-Küche hinzulassen, den Leuten doch die Wahl.
- 22:27Die haben keinen, also der Gast so empfinde ich, das hat in weiten Teilen nicht mehr Bock, einmal, ein Monat oder alle zwei Wochen diese fünf, sechs Stunden das Durchexassieren des Menüs,
- 22:40sondern der möchte kommen, der möchte drei gute Gänge essen, so eine gute Pulle Wein saufen und dann möchte der weitergehen.
- 22:46Und wenn er dann auch noch sitzen und trinken möchte, wie mal geste, aber nicht mehr per Diktat, dass du da jetzt irgendwie den ganz großen Zirkus machen musst,
- 22:54das sehe ich sehr positiv, weil wir dadurch, glaube ich, eine andere Geschwindigkeit irgendwie mit reinbekommen.
- 23:00Wobei man dann sagen muss, dass manche Sachen vielleicht ein bisschen kürzer kommen aufgrund des Zeitdrucks,
- 23:04halt in dieser Erklärungssache und manche Sachen halt auch irgendwo so ein bisschen vereinfacht runtergebrochen werden.
- 23:10Aber da kann man sich dann halt auch individuell die Zeit dann nehmen, um dem Gast dann sagen, okay, ich stelle dir jetzt mal kurz drei Probeschlucke hin über was Naturwein ist,
- 23:19was das ist, was Klassik ist und was das ist und dann hat man ja auch den Mehrwert für den Gast geschaffen.
- 23:24Es gibt Restaurants, wo so was sein sollte, also die lange und große Oper, keine Ahnung, wenn ich im Steigen in Wien bin oder wenn ich bei Ducas bin oder das auch immer,
- 23:31oder in einem der drei Sterne oder vielleicht auch zwei Sterne mit einem oder anderen in Deutschland, wo man sagt, jetzt will ich halt ein Brotwagen sehen, Käse wagen
- 23:41und das gehört ja alles noch mit dazu, aber so rein über die Menüfolge, wenn du sagst, ich kriege da irgendwie 13 Gänge Gitzzimmert
- 23:46und das mehr oder weniger wahren sich in die zeitfressende Situationen getrimmt, dann macht das nicht so viel Spaß.
- 23:56Also das kann man komprimieren und das eben vielleicht auch ein anderes Erlebnis herunterbrechen.
- 24:01Man kann ja immer noch einen großen und guten Service machen und auch auch mit den Extras, aber wenn ich daran zurückdenke,
- 24:07das wird bei euch ja auch nicht anders gewesen sein in Lerbach, dass da jeder Gang mindestens eine Viertelstunde Pause braucht,
- 24:15selbst wenn die Küche schneller schicken könnte, einfach weil der Gast diese Erwartungshaltung und seine Abendplanung sagt, okay, ich gehe heute nur essen
- 24:22und das bin ich von 19 bis 24 Uhr da, das empfinde ich halt als nicht mehr zeitgemäß, da muss man dann sagen, da hat sich die Zeit ja schon Gott sei Dank weiter bewegt.
- 24:33Es funktioniert auch mit den Arbeitszeitengrenzen, dann ja auch irgendwann nicht mehr.
- 24:36Ich finde jetzt im Restaurant bei dieser Natural Wine Geschichte, es ist immer sehr dankbar, wenn du eine entsprechende Küche dabei hast.
- 24:43Also für uns in der Weinbar war das ein wahnsinniges Geschenk, diese Wein zu haben, wenn die natürlich mega mit Käse funktioniert haben.
- 24:48Wie empfindest du das von der Kombi her?
- 24:52Du schaffst gerade bei etwas älteren Publikum oder gesetzteren Publikum oder erfahrenen Publikum kannst du darüber halt ganz ganz neue Akzente setzen.
- 25:05Du musst mir ja sagen, dass gerade in den höher preisigen Preisegmenten, du sehr, sehr viele Gäste hast, die schon überall auf der Welt essen waren, die eventuell selber eine halbe Million als Weinkeller irgendwie zuhause liegen haben, die waren überall, die kennen alles.
- 25:20Und wenn du dann aber daran gehst und Weine nimmst, die nicht alltäglich in ihrem Kosmos stattfinden, halt aus eher der Naturweinwelt, dann kannst du ja Gerichte in einem ganz ganz anderen Blickwinkel bespielen.
- 25:37Und kriegst dadurch vielleicht ganz ganz andere Nonsen dann rausgearbeitet und da kannst du glaube ich einen ganz ganz großen Mehrwert setzen.
- 25:44Man muss dazustehen, man muss davon überzeugt sein, man muss sich mit der Materie auseinandergesetzt haben, weil wenn du da einfach nur so ein bisschen ein Dampfplauderer bist, dann wird es halt irgendwann dünn.
- 25:59Du hast teilweise viele, viele Gäste, oder nicht viele, aber es gibt ja auch Gäste, die einen SET-3-Level haben. Wenn du da halt irgendwie Blödsinn vom Bodenformation erzählst, was es sich war, dem schweren Lehnboden an der Mosel, dann läufst du halt relativ schnell leicht auf.
- 26:17Das muss schon fundiert sein, aber es gibt viele Möglichkeiten, das anders bespielen zu können und extrem spannend halt andere Norgens auf den Tellern mit auszuarbeiten.
- 26:28Ist es leichter oder schwerer mit solchen Weinen anzukommen und die zu präsentieren? Also wäre es für dich einfacher jetzt die klassische Weinwelt, um die konventionellen Weine zu bespielen und zu sagen, jetzt haben wir etwas keiner nach Bordon, dann machen wir noch einen kleinen Schwenker über Spanien oder ist es leichter mit diesen Schockmomenten, die ja manche Weine derer und da meine ich nicht die fehlerhaften Elemente, sondern ungewöhnlichen oder geschmacksprovozierenden Sachen, die manche dann doch mehr fordern, damit aufzutrumpfen?
- 26:56Also ich würde mal sagen, im deutschsprachigen Raum, wenn du jetzt nicht extrem extrovertiert der Laden bist, der sehr stark dafür steht, jetzt Alanobel, Art und Schmutzig zum Beispiel oder auch der Taubenkubel, wo die Erwartungshaltung ist, ich gehe da jetzt hin und kriege ganz bewusst so eine Weine.
- 27:18Jetzt als Beispiel beim Taubenkubel, das Gespräch mit der Chefin, da immer gab es mit Barbara Eselberg, wo ich auch sage, ich habe das Wissen, ich kann große Bordos bedienen, wir könnten große Kalifornien auf die Karte setzen, wir haben das Klientel, was das nötige Kleingeld hat, aber ich bin mir sehr, sehr sicher, dass wir eine wahrscheinlich an eine Hand absehbare Menge im Jahr an von solchen Flaschen verkaufen würden, nicht weil die Leute der Sie die Weine nicht mögen, nicht weil sie sie nicht trinken, nicht weil sie sich das nicht leisten können.
- 27:47Also die Erwartungshaltung an diesem Ort, an dieses Restaurant, in der Kombination mit den Speisen ist was anderes.
- 27:53Und ich habe es mir im Frankfurter Hof, habe ich es mir jetzt zum Beispiel relativ schwer gemacht, ich bin fünf Jahre da gewesen, habe die Weinkarte auf knapp 600 Positionen hochgezogen von 300 und habe fast jede Position einmal ausgetauscht durch Weine, die eher meinem Kosmus passen, wo dann in der Weinbegleitung drei Meischevergore ne hintereinander geschossen wurden.
- 28:16Und ich habe mir das Leben natürlich erst mal schwer, also grundsätzlich würde ich sagen erst mal schwerer.
- 28:19Und im Taubenkobel haben sie sich gebrainwascht, also da war es dann letztlich, dass du komplett zum Jünger wurdest oder war das dann schon vorher, war das schon im Brandenburger Hof?
- 28:29Ich war immer noch im Brandenburger Hof.
- 28:31Der Brandenburger Hof hat eine reine deutsche Karte, das war wahrscheinlich uralt die Überzeugung gewesen, oder?
- 28:36Das war die erste, der war in Karte.
- 28:38Der Brandenburger Hof hat war komplett deutsch, das waren alle 13 Weinbaugabiete und da gab es aber auch ein, zwei Elemente, ich weiß noch, da habe ich Andreas irgendwann mal gesagt, ich glaube, das war mit der ersten Jahrgang Silvana oder so was in der drei Liter Flasche, also da gab es auch Odin Style.
- 28:54Was er für damalige Verhältnisse auch schon sehr, sehr progressiv war und auch so ein, zwei andere Sachen, da standen irgendwo so ein bisschen halt alte Nikola Jolie oder irgendwo so was rum.
- 29:06Aber es ging um das Aushängeschild der deutschen Weinkarte, alle 13 Weinbaugabiete.
- 29:13Was noch super ist?
- 29:14Ja, da hat er trotzdem auch andere Wein, also weil du sagst, das ist Le Volte, Nikola Jolie.
- 29:18Le Volte.
- 29:19Es gab nicht nur Deutschland, sondern es gab auch andere, oder?
- 29:22Ja, es gab, ja, aber im Verhältnis 99, 1%.
- 29:25Ah, okay, okay.
- 29:26Wir waren, glaube ich, Ambassador für Krog und für Louis Röderer, wie gesagt, der Herr Graf, großer deutscher Weinliebhaber, aber ich meine, gegen den großen Porteur oder sowas hat ja heute auch keiner was.
- 29:40Dementsprechend waren halt auch immer ein paar Flaschen dann irgendwo dann auch da.
- 29:45Und im Frankfurterhof habe ich mir das Leben dann halt damit dann wirklich schwer gemacht, indem ich wirklich kein Stein auf dem anderen gelassen habe und gesagt habe, okay, wahrscheinlich auch in Teilen übertrieben, muss man dann auch sagen, weil es am Gast vorbei war, so, okay, wir starten im ersten Gang, machen wir was von Matassa, danach gibt es eine Graufreiheit vom Gernot Heinrich.
- 30:06Und danach machen wir Silvana Ellis von Jonas Brand aus Bockenheim, so vorhin der geneigte Riesling G.G., Bordeaux-Trinker, dann nach dem zweiten Wein sagt junger Mann, wenn wir jetzt noch so ein Mal Wein machen, dann gehe ich.
- 30:24Muss man dann schon schauen, wie man das kriegt.
- 30:28*Piepsen*
- 30:31Ja, es war schon zu Beginn des Podcasts, als Einstieg, die ganz große Frage, welche Weine sollte man als Zommi kennen, welche sollte man getrunken haben, welche sollten ein Begriff sein.
- 30:54Zepparello sollte jeder, Zommi auf seiner Bucketlist haben, sollte jeder Weinliebhaber einmal in seinem Leben getrunken haben.
- 31:01Ein Wein, der nicht nur unter Toskana kennen, einen absoluten Kultstatus genießt.
- 31:07Zepparello besteht zu 100% aus Sanjuvese, ist wahnsinnig tiefgründig, fein sinnig, absolut authentisch, nur das kann die Toskana.
- 31:15Ist absolut ungeschminkt und ohne modische Schnörkel, mit Kraftvolumen und Eleganz nimmt hier der Sanjuvese einen wohlverdienten Platz unter dem besten seiner Art ein.
- 31:25Und schuld daran, oder besser gesagt verantwortlich dafür, ist das Ausnahmeweingut Isole Olena zu finden oberhalb des malerischen Val d'Elsa im westlichen Teil des Chianti-Klassikogubis.
- 31:36Das Weingut wurde 1956 von der Familie de Margui gegründet. Paolo de Margui, der zu Recht im Beinamen, Mr. Sanjuvese trägt, hat in den vergangenen Jahrzehnten behaulich daran gearbeitet, die Voraussetzung für die Produktion von Spitzen, Weinen zu schaffen und zu verfeinern.
- 31:51Im Jahr 2022 legte Paolo de Margui sein Lebenswerk vertrauensvoll in die Hände der französischen Investorengruppe EPI, der unter anderem das Brunello Kultweingut Bon Di Santi gehört.
- 32:20Im Naderauf übernahm der Önologe Emanuele Riolon den Staffelstab von Paolo. Damit ist das Weingut auch in Zukunft in erfahrenen Händen.
- 32:28Emanuele hat an der Universität Odine Weinbau und Önologie studiert und im Ausland der Toskana viel Erfahrung gesammelt.
- 32:35In Kombination mit der sorgfältigen Übergabe der Weingärten ist das der Garant dafür, dass Isoleolena auch in Zukunft mit Kontinuität und dem gewohnten Mut zur Eigenständigkeit die Besonderheiten der Toskanischen Weinkultur in ihren Weinen hervorheben wird.
- 32:50In Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten hat Isoleolena die besten Klone für seine Lagen gesucht und gepflanzt. Alte Weinbergs-Tarassen wurden wiederbelebt und schlechtere Lagen aufgegeben.
- 33:00Der Rebschnitt und die Bodenbearbeitung komplett geändert. Der sehr kurze Rebschnitt brachte große Erfolge und inzwischen ernte der Betrieb Jahr für Jahr höhere Qualitäten.
- 33:08Und höhere meint nicht mehr Ertrag, sondern bessere Qualitäten. Und das als Dankeschön für seine sehr akribische Arbeit.
- 33:14Unbestritten wird hier die große Liebe für die Zangewesetraube schlichtweg gelebt. Der Kiandiklassiko der Kellerei ist fast reinsortig.
- 33:21Doch das große Schaustück, das Paradestück, das Glanzstück der Kellerei ist der große Supertaskens Zapparello.
- 33:29Und dieser besteht ausschließlich aus 100% Zangewese und wird in ein- und zweijährigen Bariks für 18 Monate ausgebaut.
- 33:36Eine extreme Selektion ermöglicht diesem Wein zum einen seine unglaubliche Konzentration und Komplexität zum anderen, das zum allterm benötigte Tannin gerüst.
- 33:45Ein richtiger Supertasken aus einheimischen Reben. Und auch hier hat Demaki absolute Pionierarbeit geleistet.
- 33:52Denn während viele Supertasken aus französischem Rebmaterial vor allem Cabernet-Sauvignon bestehen, haben Paolo und eine Hand vor andere Winzer schon früh das einzig wahre Potenzials Kiandis erkannt.
- 34:02Die autoktore Rebsorte Zangewese. Die Vorgaben des Konsultes erlaubten es damals nicht, ein Kiandiklassiko zu 100% aus Zangewese zu kältern, was die Pioniere damals wie heute nicht aufhielt.
- 34:131978 Zapparello war der zweite reinsortige Zangewese, der auf dem Markt kam. Schon bald war dieser Weinkult. Und das ist bis heute geblieben.
- 34:22Der 1997er löste sogar eine Euphorie aus, die man heute nachführen kann. Ein Erfolg, einer jahrelangen Arbeit des Konzipiens und Verbesserns. Nichts wurde ihm zuverübel lassen.
- 34:32Und sehr vermutlich ist noch keiner so gut gelungen wie der 2019er. Na also alle Weinführer haben ihn 95 bis 99 Punkte gegeben. Und der Wein wird dem gerecht.
- 34:42Heute und gerne auch noch im 30 bis 40 Jahren. Daher ein ganz besonderes Dankeschön für die Arbeit, die Schaffenskraft für den Wein, aber nicht nur für den Zapparello, sondern für diese neue Interpretation von Kiandis.
- 34:52Und natürlich auch für die Unterstützung dieser heutigen Episode.
- 34:56Dem Hausi Soleolena und natürlich dem deutschen Importeur Conzi Giovini.
- 35:12Und was hast du denn gemacht? Also hast du es durchgezogen? Bist du dann eingeknickt zum Wohle des Gastes? Oder was war deine Strategie?
- 35:20Die Weinbegleitung stand fest. Ist auch immer geschrieben gewesen. Ich habe aber immer noch Flaschen im Hintergrund gehabt, die ich dann mit einbauen konnte, die vielleicht auch etwas progressiver waren.
- 35:32Wo man dann halt sagt, okay, dann machst du halt einen Riesling vom Andreas Schumann oder vielleicht ein Nikolajow aus der Wachau. Das auch, wo die, die halt in den Regionen verbunden sind, die eine gewisse Klassik oder ein gewisses Geschmacksbild irgendwo darstellen können.
- 35:50Auch in der Erwartungshaltung, aber trotzdem anders sind und trotzdem auch in meine Philosophie passen. Das ist um den Herkunftsbegriff wie natürlich das auf die Flasche kommt.
- 36:00Da habe ich dann individuell auf den Gast eingehen. Aber trotzdem habe ich eigentlich von Anfang an gesagt, das ist meine Linie. Dazu stehe ich. Das möchte ich mir aufbauen. Das habe ich mir aufgebaut im Weinkeller.
- 36:12Und das passt so. Das soll so.
- 36:14Wer hat dich vom Wein überzeugt? Also hast du irgendwie einen Anfang, einen Aha-Moment, einen ersten Move oder bist du langsam reingewachsen? Wie bist du zum Wein gekommen?
- 36:24Es gibt keine einzelne Personen, würde ich sagen. Es sind verschiedene Elemente. Es ging sicherlich in der Ausbildung los.
- 36:34Ich bin ein bisschen später eingestiegen und Berufsschule war jetzt nicht so herausfordernd. Konnt mich dementschreitend relativ gut auf die Praxis orientieren.
- 36:44Er war dann unter anderem, ich weiß nicht, du sagst ja auch, dass du noch einmal im Jahr irgendwo in die Berufsschule mit reingehst.
- 36:54Aber ich bin vor Jahren das letzte Mal da gewesen, immer so als kleiner Dozent, was man als Karriere machen kann in der Hotellerie oder Gastronomie.
- 37:06Das Bildungssystem liegt da kein gutes Zeugnis ab und das war schon zu meiner Zeit eine Katastrophe. Das müsste ja bei dir wahrscheinlich eh nicht gewesen sein.
- 37:14Wirklich schade.
- 37:16Wir haben dieses eigentlich geniale System, das dualen Systems haben, was ja eigentlich in der Art von Form und Weise großartig ist.
- 37:22Aber ich stelle es mir auch nicht leicht vor, aber mir tun manchmal auch die Lehrer leid, die das und obwohl sie sehr engagiert sind, also zumindest die ich erleben darf, denen die Hände gebunden sind, die gar nicht mehr lehren dürfen.
- 37:34Schwierig. Aber gut, damit kann ich verstehen, wo du sagst, das hat dich nicht sehr gefordert.
- 37:40Also dementsprechend hatte ich den großen Luxus, mich sehr auf die Praxis orientieren zu können.
- 37:46Ich bin dann auch Landesjugendmeisterschaften dabei gewesen oder deutsche Unionmeisterschaften für Service.
- 37:51Für welches Bundesland?
- 37:52Schließlich Deutschland.
- 37:53Ich war damals für Niedersachsen.
- 37:54Ah, okay, okay. Niederschweyer war ja auf der Inter Norder, da ist der immer hier verbannt der Serviremeister hat das ja immer ausgerichtet.
- 38:02Duft dich auch, also es war super, ich war damals Niedersachsmeister und da durfte ich nach Berlin reisen, da hatten wir die deutschen Meisterschaften.
- 38:09Das war richtig großes Kino damals. Also es war so, im Bundestag hatten wir die Preisverleihung, wo ich den leider nur einen dritten Platz hatte, aber es war, ich denke immer noch mit dem Tränchen dran.
- 38:18Also daher...
- 38:19Es ist ja ähnlich wie was wir vorhin hatten mit dem Wein.
- 38:22Wenn du irgendwie sagst, du willst irgendwie einen coolen Service machen und weiß nicht, irgendwie die Flasche irgendwie cool, irgendwie eine Hand aufruppen oder weiß es nicht was.
- 38:31Er macht doch aber erstmal die Basis.
- 38:33Geht doch erstmal da, lernst du doch erstmal.
- 38:36Und ich hatte das Glück, wir haben damals das gemacht, das gab es glaube ich bei dir wahrscheinlich noch nicht.
- 38:45Dieses anerkannte deutsche Weinfachberater, das ist ja so der erste Schritt vom DWE, um gerade dazu bis da irgendwie ein bisschen Weinerfina zu machen.
- 38:54Das Ding habe ich da halt gemacht und dann kam der vom DWE zu mir und sagte, hey, du bist irgendwie ein bisschen weiter als die anderen.
- 39:04Hast du nicht irgendwie Bock, dich damit mehr auseinanderzusetzen?
- 39:07Ja, schon irgendwie cool.
- 39:09Ja, komm doch mal zu so einer Sitzung irgendwie mit hin oder sowas und guck dir das mal an.
- 39:14Und in dem Laden, wo ich gearbeitet habe, da hatten wir einen VDP Wein, Künstler.
- 39:18Und das war dann auch so, okay, das ist die eine Position, die du irgendwie wieder erkennst.
- 39:24Und habe dann in meiner Ausbildung Praktikum beim Jürgen Müller drüben aufs Söder gemacht.
- 39:31Ich hatte Connections über meine Stiefmutter da.
- 39:34Hab da den großen Bändern schon kennengelernt dürfen.
- 39:37Und dann stießt du dann natürlich in diesem alterwürdigen Tempel, die Weinkarte einmal komplett ausgedruckter an der Korkwand hängen.
- 39:45Guckst du durch und sagst, krass, 1200 Weine.
- 39:49Und eine Position, kenn ich, Künstler-Riesling.
- 39:52Wir hatten gut zwei Liter Ware und ich glaube, die hatten sieben Positionen, Künstler.
- 39:56Aber das sind dann so die Sachen, wo du siehst so, okay, wie geil ist das denn,
- 40:00wenn du so eine Weinkarte bedienen kannst, welche aus, weil du kannst ja alles auf der Welt irgendwie spiegeln.
- 40:06Das war sicherlich so ein Punkt, dann der Brandenburger Hof durch die Annäckartren Simonon,
- 40:11auch den Makos-Autograph, was wir aufgemacht haben.
- 40:14Ältester Wein, die ich getrunken habe oder probiert habe.
- 40:171921 Riesling-Kabinett, Kloster Eberbach in der Kombination mit Rote Beete und Siegenkäse, das ist eine Explosion gewesen.
- 40:27Weil das für dich den absoluter Weinmoment, wo du mal diese Weine speisen kommst, hier richtig?
- 40:32Das, das, das, das, das, das habe ich danach so nicht nochmal wieder erlebt.
- 40:39Weil das, das war so krass. Und vor allem, ich meine, du kennst das, weil, was nicht wahrsteuer war,
- 40:44die älteste Flasche, die du in Lerbach hattest oder in Lerbach hattet?
- 40:48Wir hatten 21er Lafitte. Das war das älteste, was wir hatten.
- 40:56Aber ich habe da auf, auf, auf die gereifteren Sachen niemals wirklich so viel Wert gelegt, damals noch nicht.
- 41:04Das kam bei mir in der Tat erst mit der Weinbar, dass wir halt extrem viele Rieslinge geöffnet haben aus den 50er, 60er, 70er Jahren
- 41:13und gelegentlich aus den 20er, 30er Jahren.
- 41:16Wir hatten das Glück, dass wir öfters ältere Keller aufkaufen durften und da Zugang zu den Wein hatten und so was dann beim Glas serviert haben.
- 41:25Und das ist natürlich zu Käsen.
- 41:27Du hast so ohnehin diese fermentierten Aromen, du hast diese Reifenaromen, du hast diese teilweise so ein bisschen pilzigen Aromen im Käse,
- 41:35das stinkige, das kann mit der Süße ganz gut umgehen.
- 41:38Und da haben wir ganz, ganz vielen Gästen die Augen für gereifte Weine geöffneten.
- 41:43Das sind so für mich manchmal Weinmomente, die jemand anders zu schenken im Rahmen, keine Ahnung, ein Zweinservice.
- 41:49Das ist großartig.
- 41:51Daher habe ich mir mit älteren Weinen gearbeitet als im Lehrbach. Im Lehrbach gar nicht so sehr.
- 41:57Da ging es mehr um dieses Entertainment und da habe ich meine Aufgabe auch mehr als Fundamenten, als Support dafür für den Koch gesehen.
- 42:05Das war für mich dann in dem Sinne wichtiger, mich gar nicht in den Vordergrund zu stellen, diese große Weinschunde auch mit dem Wein die Weinschunde zu machen,
- 42:11sondern einfach ich habe mich als das Fundamenten geöffnet.
- 42:14Das ist in den Lehrbach, weil damals ja die auch Finanz-Compliance-Geschichte, ich meine, die kennt ihr ja nur aus Hörnensages,
- 42:21aus den Berliner Zeiten bis, glaube ich bis 2006 oder so was, was da mit das im Beuch hat und überall mit das schon dann großen Messos und so weiter und so fortgesoffen wurde,
- 42:32weil keine Bank und keinen Finanz, was sich was, irgendwie eine Frage gestellt hat, wenn du halt mit das da irgendwie schon eine Kreditkarte nachdenken und mit 6000 Euro für ein paar Pollen Wein irgendwie hingelegt hast.
- 42:42Es hat sich ja alles geändert, dementschließend hat sich der Weinkonsum.
- 42:45Ich hätte gedacht, dass Lehrbach vielleicht auch noch so ein alter Hotspot war, okay.
- 42:49Das war schon krass, was wir dort an keine Ahnung, großen Bordos oder an DRC oder sonstiges durchgeschossen haben.
- 42:58Also das in der Relations hatte ich auch danach nie wieder.
- 43:01Das prägt einen natürlich ganz krass und man bekommt so eine gewisse Gewohnheitsempfinden, aber eben auch eine Vertrautheit für die Weine,
- 43:08die die großen Kurotie oder selbst die Kalifornien, was wir dort an Manfred Kranke aufgemacht haben.
- 43:14Also ganz, ganz viele sehr, sehr interessante Sachen und zwar, also jeden Tag waren mindestens zwei, drei wirklich große Weine mit dabei.
- 43:21Aber es waren da weniger Geschäftsessen, sondern mehr Privatgenießer.
- 43:24Wobei Lehrbach ist wahrscheinlich eher dann eher nicht Leger gewesen, aber trotzdem eher privat, weil es ein bisschen außerhalb war.
- 43:31Kann ich mir vorstellen, ja.
- 43:32Was war eine schöne Zeit, also das ohne Frage eine sehr, sehr prägende Zeit?
- 43:37Und hast du ein Vorbild gehabt bei dir?
- 43:39Also jemand, der dich dann letztlich nachdem du infiziert wurde oder nachdem du eben auch entdeckt wurde von dem DEI-Menschen,
- 43:46wo du sagst, das finde ich toll, was der macht oder der hat dich geprägt in einer gewissen Form oder die Art des Arbeitsorganisations?
- 43:53Verschieße ich dir eine Begeisterung.
- 43:55Ich bin dann zwölf nach Berlin gegangen und dann in dem Brandenburger Hof, da ist die Mätere sicherlich gewesen, die eine Katrin Simon,
- 44:04von der ich so erstmal das erste Herangehenoké wie funktioniert an die Speinweisebegleitung.
- 44:10Worauf achtest du das Handwerk an die Hand bekommen habt?
- 44:15Und dann zu der Zeit hatte Willi dann die Cordobaoffen, Willi damals noch im Rutsch gewesen.
- 44:22Der Retter im Atlant, wo du schon gesagt hast, okay, wenn ich irgendwann mal groß bin, dann will ich so werden wie die.
- 44:28Und das sind halt so verschiedenste Elemente, aus denen ich glaube ich jetzt heute schöpfe und sage so.
- 44:35Es sind alles sehr, sehr prägende Figuren gewesen mit gewissen Charakterzüge, die ich auch vielleicht ganz gerne adaptieren möchte oder adaptiere.
- 44:46Oder ja, irgendwie so.
- 44:49Jetzt bist du ja noch schon sehr erfahren, aber noch relativ jung, hast du irgendwie noch ein Ziel?
- 44:54Also irgendwie ein Laden, wo du sagst, da würde ich total gerne mal arbeiten oder da würde ich mal für eine Woche reinsnicken oder mal gucken,
- 45:01wie die das dort machen.
- 45:02Also ich hatte das große Glück, dass ich letztes Jahr drei Wochen Gastzommelier in der Fiskebar sein durfte.
- 45:08Unglaublicher Weinkeller, unglaublicher Laden, super cool.
- 45:12Mit dem Jan Huggel durfte ich da so ein bisschen rumsommelieren.
- 45:17Das hat schon richtig viel Spaß gemacht.
- 45:20Auch wenn ich sage, dass das kein Laden ist, wo ich mir das vielleicht auf Dauer vorstellen könnte vom Arbeiten her.
- 45:26Weil?
- 45:27Zu groß, zu laut, du stießt am Abend 180, packst du durch als Sommelier bist du oder als Headsommelier oder als Weindirektor.
- 45:35So wie Jan bist du eigentlich nicht fest in der Station, sondern wie ist es, floating.
- 45:41Du bist halt die ganze Zeit unterwegs, räumst irgendwie die Tische ab und das ist auch irgendwie cool und quatscht man da und bringst da irgendwie mal Glasweise Wein raus.
- 45:48Und wenn dich irgendjemand braucht, dann machst du halt irgendwo ein Weinservice.
- 45:51Aber du warst halt 180 Gäste und das ist laut und ich mag es dann doch ein bisschen übersichtlicher.
- 45:59Weil muss und was mich reizen würde, wenn man da in der Zeit zurückgehen könnte, so die Anfangszeit vom Doma, da einfach mal mitlaufen, das stelle ich mir schon so wild vor den ersten ein, zwei Jahren.
- 46:15Aber jetzt nicht mehr oder?
- 46:17Na jetzt ist es ja etabliert, jetzt ist es ja, jetzt ist auch wieder diese Erwartungshaltung an diesen Laden.
- 46:26Es muss, was war in den letzten Menü, was ich irgendwie gesehen habe mit den Kabeltjau-Augen und der Zunge und so weiter und so fort.
- 46:32Jetzt die Leute, die da hingehen, die haben ja diese Erwartungshaltung.
- 46:36Da muss der Overnäustehen da, da muss vier, fünf Jahrgänge Laby mit Expositionen stehen da, da muss der Kaka-Ami oder weiß es sich, was alles steht.
- 46:57Also alles was groß und wild und teuer ist und so weiter und so fort.
- 47:00Aber in den ersten Jahren kannst du da ja noch viel, viel befreiter aufstehen, da kannst du ja noch viel, viel mehr prägen.
- 47:06Das ist sicherlich das, was die Phase sicherlich spannend macht.
- 47:09Glaubst du, es ist jetzt die Stressige für den Zunge dort in dem Haus?
- 47:12Ja.
- 47:13Das ist entspannter?
- 47:14Nein, ich glaube das ist stressiger.
- 47:16Stressiger?
- 47:17Ja, weil die Erwartungshaltung so groß ist und auch mit dem, dass sie auf Jahresende dann zumachen und dann kommt ihr trotzdem wahrscheinlich irgendwann nochmal, ist nochmal 3.0.
- 47:28Die macht ja nichts zu, die verändern nur ihr Konzept.
- 47:31Ich fand den Ansatz oder die Erklärung dafür eigentlich auch sehr, sehr gut, dass sie sagten es ist schade, wenn ein Künstler nur in einem Club immer spielt.
- 47:40Weil die Anzahl der Personen, die ihn erleben können oder die vielleicht dahin reisen können, ist sehr begrenzt.
- 47:46Und sie versuchen diese Konzeption Koch, Location, Restaurant komplett neu zu denken und darauf bin ich gespannt.
- 47:53Also es wird nochmal weitergeben.
- 47:55Aber nicht mit dem Glashaus?
- 47:57Nein, nicht in dem Garten.
- 47:59Nein, das nicht.
- 48:00Genau, deswegen sei das Nummer so wie es viele, diesen Prototypen, Nummer im Kopf haben, diese Gewächshaus, du gehst da durch den Garten oder so was, das ist ja dann zu Ende, auch wenn es dann was anderes gibt.
- 48:12Ich glaube jetzt so gesehen, dass die Position, die der Formel jetzt bespielt, wesentlich einfacher ist, weil er einfach nur Textbuch laufen muss.
- 48:19Also ich empfinde es zum Beispiel als wesentlich einfacher Profiges zu haben oder totale Freaks, weil du die relativ schnell zu Frieden stellen kannst.
- 48:29Du brauchst nur drei, vier Stellschrauben als jemanden zu haben, der völlig unbedarflich oder total unwissend ist oder überrascht wird von dem, weil er halt irgendwie durch Zufall in die Situation kam.
- 48:41Zumindest hat ich es immer in den Restaurants oder in den Weinbar, so, dass wenn du halt jemanden hast, der total durchgetaktet oder total wissend ist, das sind drei, vier Worte, zwei, drei Handgriffe und dann waren die alle glücklich.
- 48:56Wie empfindest du das? Also gerade eben auch mit deiner Weinspezifikation, wenn da jemand kommt, der freaky ist, ist das einfacher oder jemand unbedarftes?
- 49:06Freaky ist sicherlich einfacher, weil du dem drei Sachen hinstellen kannst oder ne, andersherum. Der sagt dir, was er trinken will.
- 49:17So, du machst eigentlich nur die Flasche auf. So, dem gibst du die Karte oder der weiß ungefähr, was bei dir im Keller irgendwie stattfindet oder was da irgendwo da ist.
- 49:24Und dann machst du auf und dann ist fertig. Das ist bisher das Einfache, ist das Bequemere, ist aber vielleicht auch das Unspannende.
- 49:32Oder viel spannender ist es doch, wenn du jemanden hast, der neu ist, der neugierig ist, der in den Laden kommt, der sagt, hey, ich habe das gesehen, ich habe davon gelesen, ich habe davon gehört, ich habe keine Ahnung.
- 49:44Weil, wenn du es bei dem versaust, weil du dem vielleicht irgendwie die ersten Sachen, die zu fordern sind, irgendwie einschenkst, dann hast du die komplette Naturweintrinkerkarriere von dem kannst du echt hart ramponieren.
- 49:58Da, da sehe ich eine große Verantwortung. Ja, muss man ja auch immer im Nachhinein dankbar sein, dass die Leute, die einen da irgendwo begleitet haben oder irgendwo mal Wein eingeschinkt haben, dass die einen da die guten Sachen eingeschinkt haben und nicht, dass man gesagt hat, was ist das denn?
- 50:16Was sagst du, was war bei dir? Der prägenste erste Wein, wo du sagst, okay, wow, jetzt hat es mich.
- 50:24Also, der erste Wein war ein Pinot Noir von Louis Latour, das war, keine Ahnung, 1994 oder 1997, nein, 1997 war das.
- 50:31Da habe ich das erste Mal über mehrere Tage erlebt, was Spätbeugnender kann und was Pinot Noir und wie der sich entwickeln kann, das war ein einfacher Begonne.
- 50:39Aber das hat mich damals total geketcht und seitdem ein guter Umgang zum Suchenden, dass man, genau, das war das allererste Mal, wo ich dann so richtig,
- 50:50weil es war bei mir, ich war total an die Wein, insofern, dass ich es nicht verstanden habe.
- 50:57Und es hat mir nie jemand erklärt während der gesamten Ausbildung, auch während der gesamten Meisterschaftskram, der dann doch auch einiges mit sich bringt, also bis du keine Ahnung zu Deutschmeisterschaft kommst,
- 51:07hast dir irgendwie fünf Meisterschaften hinter dir oder fünf verschiedene Durchläufe, die du dann dadurch laufen kannst.
- 51:13Du hast ja schon dieses Wein-Learning dabei gehabt, musst den Wein irgendwie erklären, musst die Menükarte schreiben, musst eine Empfehlung aussprechen, Wein-Service machen.
- 51:20Aber ich habe es nie verstanden, weil ich nie das Gefühl dabei hatte und Wein definiert sich bei mir immer über Gefühl, dass ich das irgendwie greifen kann und diese Emotionalität dazu aufbauen kann.
- 51:29Das konnte mir keiner vermitteln und das war dann mehr oder weniger dieses eigene Selber wahrnehmen.
- 51:35Und dann heraus erwuchst dann letztlich die Leidenschaft, dass ich dieses Gefühl bei anderen, sprich bei meinen Gästen, erzeugen konnte, dass sie anfangen können Wein zu fühlen.
- 51:45Das konnte ich mit Worten und mit den entsprechenden und richtigen Wein.
- 51:48Und das war dann das Spiel, also dann begann das Game sozusagen, dass man anfing in eine Partnerschaft für den Abend oder für die Situation mit den Gästen zu gehen
- 51:58und versucht die dann nicht nur zu fördern, sondern auch zu fordern, nicht nur zu Geschmacks zu befriedigen, sondern eben auch neue Sachen einfach zu zeigen.
- 52:06Aber das natürlich mit Pino, auch gerade begonnen Pino, die Einstichschwelle natürlich dann auch extrem hoch gewesen.
- 52:14Also wenn ich zurückdenke, Pino irgendwie so in den ersten Jahren, das hat mich komplett überfordert, ich habe es nicht verstanden.
- 52:23Das war alles dünner Rotwein mit viel zu viel Säure und da ist ja gar keine Frucht dahinter.
- 52:29Und warum braucht man das in einem Stahltank aus, auch wenn es vermeidlich im Holz gewesen ist oder so?
- 52:34Ich glaube, der Unterschied ist dabei, dass ich nicht gesucht habe.
- 52:38Meistens, wenn dir jemand Pino hinstellt oder spätbegründer hinstellt und sagt, hier sind die größten Weine der Welt und du kannst es noch nicht greifen,
- 52:46dann suchst du natürlich etwas, woran du es festmachen kannst, warum jemand sagt, das sind so tolle Weine.
- 52:51Und das ist meistens, dass man dann durch Kraft überzeugt wird oder durch expressive Sachen oder durch plakative Sachen.
- 52:57Aber ich habe damals nicht gesucht, sondern ich habe mehr oder weniger in dieser jugendlichen Leichtsehnigkeit.
- 53:02Ich trink jetzt ein Glas Rotwein und im nächsten Tag den gleichen Wein, der gerade noch offen ist, ein Trinklass Rotwein
- 53:07und war dann überrascht, dass da so eine starke Veränderung stattfand.
- 53:10Und dann wurde ich neugierig und das war mir dieser Überraschungsmoment, dass ich es eben selber entdecken konnte, mir selber die Zeit nehmen konnte,
- 53:16mich darauf einlassen konnte, darin fallen lassen konnte.
- 53:18Und das dann einfach diesen Moment richtig für mich selber genießen konnte.
- 53:24Ja, das ist los. Bei mir ging es los mit klassischem Riocha Crianza.
- 53:30Also genau das, was du gerade sagtest, viel Holz, viel Kraft, viel Frucht, viel Alkohol.
- 53:36Dann ist man irgendwann ein bisschen feiner geworden, dann hat man auch über die Arbeitgeber,
- 53:42dann haben wir irgendwann mal eine Lafittprobe gehabt, war es halt mal '86 der Lafitt am Nachmittag rauf oder so was,
- 53:49wo du sagst, ja, okay, danach geht eigentlich nichts mehr drüber.
- 53:53Und nach der Zeit von Brandenburger Hof und zwischen dem Waldorf hatte ich so ein ganz kurzes Gastspiel bei Peter Frühsamer.
- 54:00Und da habe ich es das erste Mal verstanden, weil es gab es einen Abend mit dem Stefan Atmann, als er noch relativ neu bei von Winning war.
- 54:08Da haben die Pinos zum Schluss gemacht, diesen Violet von Winning, das ist glaube ich der Pino.
- 54:15Und da haben sie dann auch gesagt, beide so im Gleichklang Profis trinken Pino.
- 54:20Und dann probierst du das und dann sagst du, ah, jetzt verstehst du.
- 54:24Das ist, da musst du, wie du gesagt hast, nicht suchen dreingehen, sondern okay, du musst dich auf das Filigrane einlassen
- 54:34und dann kommt man dann doch vielleicht dann doch zum Schluss und sagt, okay, Pino ist dann doch das geilste, was es im Rot gibt.
- 54:40Also Pino ist für mich auch kein lohntes Geschenk.
- 54:43Also wenn man es als Geschenk annimmt und nichts dabei erwartet oder nichts fordert, wie man beim Geschenk ja eben auch niemals fordern sollte,
- 54:50dann hat man so diese Geschmacksoffenbarung oder das Besondere dabei.
- 54:55War das bei Jan Huggel damals für dich der genialste Weinladen oder hattest du noch mal einen anderen Weinladen, der dich total geflasht hat?
- 55:01Fiske war sicherlich top, top 3, was Wein aus war, was Weinladen angeht.
- 55:07Da muss ich sagen, die Bar brutal in Barcelona ist auch absolut super.
- 55:12Die muss super sein, ich war da noch nie.
- 55:14Ich hätte mit einem meiner besten Freunde irgendwann da gewesen, Städtetrip Barcelona, der ist null, Wein auf ihn,
- 55:21da habe ich gesagt, wir gehen dahin, er klingt ja lustig, irgendwie bar.
- 55:24Ich dachte, ja, da gibt es noch Wein. Und damals gab es da die Kagamis, irgendwie noch für knapp 100 und ich habe vorher noch nie Kagami getrunken.
- 55:33Und stand aber nicht auf der Karte und dann irgendwie ja dahin, irgendwie zwei wir, irgendwie ja, okay, Weinkarte.
- 55:40Ja, was ist denn hier mit dem Kagami?
- 55:42Ja, nee, haben wir nicht.
- 55:44Und das war so mit dem rechten Augenzwinkern, der zeigt mir doch erstmal, ob du überhaupt Wein verstehst und ob du das überhaupt verdienst.
- 55:50Sie wollten dir den nicht geben?
- 55:52Nein, nein, nein, stand auch nicht auf der Karte, aber die ganze Rückwand war voll mit leeren Flaschen und man wusste ja, dass es da ist.
- 55:57Okay.
- 55:58So, und dann fragt sie halt nach irgendwo und dann haben sie gesagt, nee.
- 56:02Und war aber mit so einem leichten Augenzwinkern, so nach dem Motto, wenn du jetzt zwei richtige Flaschen bestellst,
- 56:07vielleicht finde ich dann doch noch eine Flasche Kagami, habe dann doch zweimal richtig bestellt.
- 56:13Und dann haben wir uns da von 11 bis 16 Uhr irgendwie dreieinhalb Flaschen Wein irgendwie in den Kopf reingeschraubt und die letzte war dann doch ein Kagami zu einem sehr, sehr fernkurs.
- 56:23Das war schon echt echt cool.
- 56:25Da muss man ganz klar sagen, Freundschaft in Berlin sicherlich oder ehemals Cordoba.
- 56:31Ich wünsche das jetzt mal auf dem Willi um.
- 56:34Willi runter.
- 56:36Ich habe ja so viel Geld, wie ich in Cordoba und in Freundschaft schon immer mit Herz, Herz ist gerne immer, immer top lehnen.
- 56:43In Wien, das Mast auch, auch ganz, ganz weit vorne, was was Steve und Matthias da machen, großartige Lehen.
- 56:52Das sind so die Top-Lehnen, würde ich sagen.
- 56:56[Glockenläuten]
- 57:06[Sammeln]
- 57:11Wenn man sich mit deutschen Wein beschäftigt, gibt es gewisse Weingüter, um die man früher oder später nicht herumkommt.
- 57:17Und das nicht selten aufgrund ihrer außergewöhnlichen und beständigen Qualitäten.
- 57:21Eines derer ist aus dem Südbadischen das Weingut Freieherr von Gleichenstein aus Oberrottweil.
- 57:26Unfassbar, wenn man sich überlegt, dass Chrissie und Johannes von Gleichenstein dieses historische Weingut bereits in elfter Generation führen.
- 57:34Und wenn man als Sonny oder als Weinliebhaber auf ein solch traditionsreiches Weingut stößt, ist es manchmal richtig spannend, in die Geschichte zu schauen.
- 57:42Und die geht beim Weingut Freieherr von Gleichenstein bis ins Jahr 1490 zurück.
- 57:47Denn damals plante das Kloster San Blasin einen Zehntkeller mit Zehntsteuer zu bauen.
- 57:52Diesen Zeiten hatten die Winzer noch den zehnten Teil ihrer Ernte als Abgabe, als Steuer zu leisten.
- 57:58Welche zumeist sind Klöstern eingelagert und im Zehntkeller bis zu zehn Jahre reifen durften.
- 58:03Bis das daraus resultierende Weingut jedoch im Betrieb genommen wurde, vergingen noch 15 Jahre.
- 58:09Denn für die Errichtung musste Holz verwendet werden und dieses musste in der Winterruhe der damaligen Zeit
- 58:14bei abnebenden Mondgeschlagen geflößt und geräuchert und anschließend zehn Jahre trocken gelagert werden.
- 58:20Bis heute, also 500 Jahre, sind viele dieser aufwendig vorbereiteten Holzkonstruktionen ebenso wie der Weingeller in seinem Originalzustand erhalten.
- 58:29Seit 1634 ist der Hof nun im Familienbesitz der Familie Freie von Gleichenstein
- 58:34und Freie Hans-Joachim von Gleichenstein wandelte den damaligen landwirtschaftlich Mischbetrieb in ein reines Weingut um.
- 58:40Aber das war gestern.
- 58:42Und auch in einem so traditionellen Weinbaubetrieb wie bei Freie von Gleichenstein
- 58:46möchte man natürlich nicht stehen bleiben und sich nur auf das gestrige Beruf, man denkt nach vorne, man versucht zeitgemäß zu sein.
- 58:52Und diesen Brückenschlag schafft man bei Gleichenstein absolut perfekt.
- 58:5550 Hektar, fast ausschließlich klassische Beguntersorten, wachsen in der wärmsten Region Deutschlands, im Herzen des Kaiserstuhls
- 59:02und um genau zu sein in Oberrottweil, der mit ca. 1800 Einwohnern größte Ort der sieben Weinbaugemeinden der Stadt Fuchsburg.
- 59:10Und hier in Oberrottweil finden sich auch die Paradelagen, der Oberrottweiler Eichberg und der Hengtenberg,
- 59:15sowie dem sehr nahe der legendäre Ehringer Winklerberg.
- 59:19Und ich durfte mich mit Johannes Köster, der seit drei Jahren Kellermeister bei Freie von Gleichenstein ist,
- 59:24zu seinem aktuellen Herzensprojekt austauschen, dem 2022er Grauer Begunter Reserv,
- 59:30ein Wein, der zu 100 Prozent der Philosophie des Weingutes Freie von Gleichenstein entspricht,
- 59:36aber auch die Handschrift von Johannes Köster tragen darf. Die Reservlinie gibt es schon einige Jahre.
- 59:41Jedoch wurde in Jahr 2022 erstmals neben dem Weisbegunter und dem Spätbegunter der Graubegunter in dieser Linie geadelt.
- 59:48Und das Interessante ist, dass man mit diesem Wein versucht hat,
- 59:51einen charaktervollen, aber nicht so imposanten, einen fruchtigen, aber nicht zu leichten, also ein Bindeglied,
- 59:56von den Trinkwein hin zu den absoluten Aushängeschildern zu finden.
- 1:00:00Und das ist die Reservlinie.
- 1:00:02Die Graubegunter wurden eigens 2.000 Liter fässer aus französischer Eiche in Frankreich gefertigt,
- 1:00:07die dieser Wein das erste Mal bewogen durfte.
- 1:00:10Um ganz nebenher so ein Fass kostet nicht weniger als 13.000 Euro.
- 1:00:14Da dieses Explizit für den Graubegunter ausgewählt wurde, hat man hierbei drauf geachtet,
- 1:00:18nachdem man für das Hölzeln nach heim des Weisbegunners eine ganz zarte Toastung verwendet hat,
- 1:00:23für den Graubegunner eine etwas kräftigere, aromenuntermalende Toastung zu verwenden.
- 1:00:28Und das spiegelt sich im Wein wieder. Nehmen die Aprikose an Eistrops, an exotische Früchte, an florale Noten.
- 1:00:34Erinnernd in Aromatik hat man diese ganz leichten Caramel, Mocker, Schokoladen, Kaffee Noten,
- 1:00:39die das Ganze ergänzen und damalen und bereichern.
- 1:00:42Und das große Kunststück dabei ist, dieses als Bereicherung zu sehen, nicht als Dominanz.
- 1:00:47Und da wiederum kommt die einzigartige und besondere Handschrift von Johannes Köster zum Tragen.
- 1:00:51Denn wenn man ihn fragt, welche Art von Wein er produzieren möchte, dann sind es Weine, die von Frische geprägt sind.
- 1:00:57Weine, die eine Lebendigkeit haben. Weine, die eine Trinkfreude in sich tragen.
- 1:01:00Weine, die Charakter, aber auch Attraktivität.
- 1:01:03Und das mit einer unfassbaren Lebendigkeit ausstrahlen.
- 1:01:06Bewusst keine BSA, 7% Säure, wirkt dieser Wein knackig, frisch und trotzdem Charaktervoll am Gaumen.
- 1:01:12Und ist somit ein absolut perfekter Speisebegleiter.
- 1:01:15Zeit gibt man ihm.
- 1:01:16Und so wurde der Jahrgang 2022 von dem Graubegunner Reserve erst im Folgejahr, im September 2023 auf den Markt gebracht.
- 1:01:24Der Wein stammt zu einem Großteil aus dem Hausberg des Weingutes, aus dem Eichberg in Oberrottweil.
- 1:01:28Mit seinen strukturierten Vulkansgesteinsböden.
- 1:01:31Nicht ausschließlich, denn die frische Komponente bis Johannes Köster enorm wichtig.
- 1:01:35Deswegen sie der einige Partien auf Lößboden gewachsen als frische Bereicherung.
- 1:01:40Und das braucht der Oberrottweiler Eichberg, denn dem wären zeitweise im Sommer bis zu 50 Grad.
- 1:01:45Celsius, unglaublich, dass für diesen Wein 25 bis 30 Jahre alte Rebanlagen verwendet werden.
- 1:01:51Denn sonst wäre wahrscheinlich eine Tiefe und Komplexität in Verbindung mit dieser sprichwörtlichen Frische, dem Gaumgrip, dem Druck der Geschmacksfülle und dieser enorm lange Nachhalt.
- 1:02:00Bei, man muss es nochmal betonen, 12,5 Volumen prozentlich möglich.
- 1:02:04Und das, und auch das muss man betonen, für einen Privatkundenpreis von um die 15 Euro.
- 1:02:09Und daher vielen lieben Dank für diesen Sozietegeistigen, all die anderen Weine für die Arbeit und für die Unterstützung des heutigen Podcasts.
- 1:02:16Und auch ein großes Dankeschön, der Handelsvertretung in Deutschland, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:02:21Hast du einen Alltagsoin?
- 1:02:32Nein, das ist...
- 1:02:36Ich bin jetzt gerade im Freibinn, ich bin gerade aus Österreich wieder zurückgekommen und da hat dann auch wieder dieses Thema mit vermeintlich kleine Weine und das trinken wir zu Hause, wo ich ganz klar sage, möchte ich nicht.
- 1:02:54Und gestern haben wir noch ein Weingurzbesuch beim K. Schnabel gewesen und dann probieren wir fünf Weine durch und dann fragt er, will ich es nochmal zurückverkosten oder will so noch ein Glas trinken.
- 1:03:04Und dann habe ich auch gesagt, nee, mit dem Alkohol müssen wir in der Branche extrem vorsichtig sein.
- 1:03:12Ich bin der Letzte, der was gegen den guten Vollrausch hat, das macht Spaß, das ist lustig.
- 1:03:18Und aber, wenn du das glaube ich in deinem Alltag integrierst, hast du, verlierst du die Kontrolle darüber, was die Häufigkeit dann geht.
- 1:03:30Wenn ich jetzt in Anfang August, ich weiß nicht, Silvana fest, bist du vielleicht auch da?
- 1:03:36Hast du vielleicht schon gehört?
- 1:03:37Ich werde es wahrscheinlich nicht schaffen.
- 1:03:39Schade.
- 1:03:40Ich hatte es eigentlich vor, weil ich bin mal herralscholl, wir hatten einen Alltag, vorher haben wir die Vindum-Regionalverkostung und wir wollten eigentlich zusammen rüberfahren, aber ich werde es wahrscheinlich nicht schaffen.
- 1:03:48Schade.
- 1:03:49Da weiß ich, okay, da kommt, da ist der Jan Zugel, Jan Nugel ist da, viele, viele gute Winzer, viele Freunde, die man nur selten sieht.
- 1:03:56Er geht, da muss ich mir nichts vormachen, da werde ich im Leben nicht nüchtern, von ins Bett gehen.
- 1:04:02Aber wenn ich dann halt irgendwie noch jeden Tag eine offene Flasche wahlen, irgendwie zu Hause in der Wohnung habe, dann ist halt diese Schwelle zum Alkohol zu gering.
- 1:04:15Und ich meine, du weißt es ja selber wahrscheinlich auch, wie oft geht man dann gerade nach Feierabend, hier noch ein Feierabend, Bierchen da noch ein Feierabend, Glas.
- 1:04:23Und wenn du das dann irgendwie hochskalierst oder so, ist schon viel.
- 1:04:27Ich glaube, dich hat noch nie jemand gefragt, ob du einen Alltagswein hast, oder?
- 1:04:30Ich habe kein Alltagswein, weil mich immer die Anzahl der Probeflaschen getan gehindert hat, irgendwie einen Alltagswein zu haben.
- 1:04:38Aber es gibt Weine, die ich regelmäßig probiere oder die ich gut finde oder die ich für mich selber zum Einorden oder zum Ankommen oder nach Hause komme, eigentlich immer ganz gerne genieße.
- 1:04:47Manchmal sind es eben auch gewisse Winter, wenn du beim Riesling bist, ich mag Mark Breuer unglaublich gern, ich mag Klösserrad unglaublich gern.
- 1:04:57Also es sind verschiedene, mehr oder weniger Weinstile, die ich mehr oder weniger so als mein Haustier oder mein Homestil dann irgendwie bezeichnen würde.
- 1:05:04Und gar nicht so den expliziten Weinen.
- 1:05:07Aber wie siehst du das?
- 1:05:08Für mich ist eigentlich immer mehr die Frage, was ist Wein für einen?
- 1:05:14Ist es mehr nach Hause kommen oder ist es mehr die Entdeckerwelt?
- 1:05:18Trinkt man Wein zum Spielen oder eher für dieses Homie-Gefühl?
- 1:05:22Für mich ist Wein unterwegs sein.
- 1:05:25Nicht zu Hause, ich versuche es.
- 1:05:28Also ich habe Wein zu Hause, wahrscheinlich sogar viel zu viel.
- 1:05:32Aber ich will zu Hause, Covid war sicherlich die einzige Ausnahme, will ich zu Hause also mit dem Trinken per Sie zu Hause eigentlich nichts zu tun haben, auch nicht so irgendwie beim Kochen oder so.
- 1:05:46Sondern da möchte ich wirklich sagen, das ist nicht dogmatisch eine alkoholfreiche Zone, aber es ist für mich dann immer was auf Arbeit stattfindet oder wenn ich unterwegs bin, da da versuche ich eine Trennung irgendwie dazu haben.
- 1:06:00Aber wie siehst du das im Kontext zu früher, was Alkoholmenge angeht?
- 1:06:10Ist es vom Trinkverhalten bei dir, als du noch in der Gastro warst, mehr unterwegs gewesen oder auch mehr zu Hause?
- 1:06:18Das hat sich bei mir in den verschiedenen Phasen total unterschiedlich gestaltet.
- 1:06:21Also früher zu Lehrbachszeiten war es teilweise schon relativ krass, wenn man natürlich diese vielen verschiedenen Sachen irgendwie noch probieren wollte.
- 1:06:28Da habe ich dann schon sehr intensiv probiert.
- 1:06:32Ich hatte auch das witzige Situation, dass ein guter Freund damals zu Lehrbachszeiten in der Küche gearbeitet hat, Andreas Döller.
- 1:06:41Und die haben ja einen Weinhandel in Österreich.
- 1:06:45Du hast mit Döller zusammen gearbeitet?
- 1:06:47Ja, im Lehrbach genau.
- 1:06:49Und den seinem Vater hat es nicht gut mit ihm gemeinten, hat ihm regelmäßig Kerpakete geschickt, damit er ihm nicht den deutschen Wein trinken muss.
- 1:06:57Und da haben wir aber nicht weniger Abende dann bei ihm dann gesessen, nachdem wir dann irgendwie vorher bei uns gesessen haben und die ganzen österreichischen Weine dann durchprobierten.
- 1:07:07Da habe ich so meine Liebe zum österreichischen Wein entdeckt, aber natürlich auch unfassbar viel probiert getrunken und eine gute Zeit gehabt.
- 1:07:16Aber irgendwann hört es dann auf, wo man da auch so ein bisschen vernünftiger wird.
- 1:07:19Für mich gab es das Credo eigentlich in der Weinbar immer, dass ich zum einen nie mit Gästetrinker, auch nie im Beisein von Gästentrinker, und möglichst eigentlich in der Bar nie trinke.
- 1:07:32Da war für mich immer so diese No-Go-Zone, wo ich gesagt habe, da kenne ich die Grenzen irgendwo nicht.
- 1:07:40Ich mag es manchmal, gerade wenn ich zum Beispiel schreibe.
- 1:07:43Also ich trinke und trinke gerne zu Hause, und es ist entgegen vieler für mich kein No-Go.
- 1:07:50Und ich mag es total gerne, wenn ich zu Hause irgendwas schreibe, diesen entspannten Gefühlscharakter von einem Glas Wein zu genießen.
- 1:07:59Oder wenn ich koche oder wenn Freunde da sind.
- 1:08:01Und ich genieße das zu Hause und zelebriere es dann total zu Hause.
- 1:08:04Und da genieße ich gerne.
- 1:08:06Natürlich auch total gerne, wenn ich ausgehe, aber egal ob ich zu Handelzeiten, in Weinbarzeiten, habe ich eigentlich fast nie bewusst im Betrieb getrunken.
- 1:08:17Wo ich glaube, da kann man das wahrscheinlich sogar darauf unterbrechen, ob man es jetzt auf dem Betrieb runterbricht oder auf zu Hause.
- 1:08:24Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich eine Area schafft, wo man sagt, hier kein Wein.
- 1:08:30Genau, dass man es kontrollieren kann in irgendeiner Form. Für mich gab es mehr oder weniger auch das Credo, dass ich in der Weinbar, das war jetzt meine längste, zu Letztzeit,
- 1:08:40dass ich nur an bestimmten Tagen Wein trink und an gewissen Tagen eben nicht, also egal ob zu Hause oder auch in der Bar probieren oder sonstiges,
- 1:08:50also dass ich da immer ein Auge drauf habe und das eben nicht fließen lasse.
- 1:08:54In Kalifornien habe ich noch vergessen, da waren wir eigentlich nur, da waren wir glaube ich nur voll.
- 1:09:00Kalifornier Dreaming?
- 1:09:02Ja, ja.
- 1:09:0322 Jahre oder so. Das Schlimme war, wir hatten da so ein Haus mit, wir haben uns ein Haus gemietet, mit vier jungen Leuten, die das gemietet haben, mit Pool und irgendjemand hat immer Leute mitgebracht.
- 1:09:14Das war dann sehr spaßig.
- 1:09:16Das finde ich zurück, in den ersten Jahren in Berlin, wenn da irgendwie Weinverkostung waren auf dem Sonntag oder auf dem Montag, wenn man frei hatte,
- 1:09:25da hast du erstmal eine Flasche Champagner und eine Flasche Riesling, irgendwie zu zweit oder zu dritt als Aporo getrunken, bevor du auf die Weinwässe bist und Spukki hast du nicht gesehen.
- 1:09:34Das sind ja auch Sachen, das macht man heute nicht mehr und auch, wie du sagst, auch mit diesen Credos, mit dem Gast trinken, mache ich nicht.
- 1:09:43aus zweierlei Sicht auf der
- 1:10:10Seite, dann würde ich dann versuchen wollen, jedem Gast gerecht zu werden und dann musst du mit dem
- 1:09:53trinken, dann musst du mit dem trinken, dann musst du mit dem trinken, dann kommst du dann da irgendwie
- 1:09:56schon auf deine Menge, dann krieg ich dann irgendwelche tollen Weine, meistens Angeboten,
- 1:10:04wo ich dann aus der Suche zwischen Tür und Angel oder zwischen diesen ein, zwei Minuten,
- 1:10:09die ich jetzt bei dir an Tisch habe, jetzt wirklich einen tollen seltenen großen Wein oder irgendwie
- 1:10:15so was einfach nur schnell runter zu kippen, wird diesem ganzen Wein nicht gerecht. Wenn du
- 1:10:19möchtest, dass ich es probiere, lass mir einen kleinen Schluck über, wenn wir nachher in den Laden
- 1:10:22zusperren, wenn alle weg sind, wenn ich mich hinsetzen kann, dann gerne, aber nicht dieses
- 1:10:30Zwischentür und Angel und Angel trinken, das ist etwas, was ich mir über die Jahre wirklich
- 1:10:35versucht habe, abzugewöhnen, das finde ich, finde ich, finde ich ganz ganz schrecklich.
- 1:10:39Worist für dich der abschuldperfekte Ort für Wein? Also wo du sagst, da kann Wein einfach sein.
- 1:10:45Auf dem Weingut. Echt? Ja, da wo er wo gemacht wird, das ist, wenn ich wenig dran denke, die
- 1:10:52tollsten Weinmomente, sicherlich auch Weingütern gewesen, sei es wenn du oben bei Odin's Zahn auf
- 1:10:58der Terrasse sitzt, guckst du hier im Sonnenuntergang an, wie da die Sonne untergeht, wie das vorher
- 1:11:03über der BSF angeht, dann vor drei Jahren in Südtirol, beim Martin Goya gewesen, du sitzt da
- 1:11:12irgendwie draußen, du siehst diesen Nebel, so in diesen leichten Perkula-Anlagen aufziehen,
- 1:11:16hast da irgendwie coole Sachen von ihm im Glas, Marion hat Schüttelbrot gemacht, was willst du
- 1:11:24denn mehr das Leben kann, so einfach, so cool sein, das sind immer die Momente, wo ich mir sage,
- 1:11:28okay, scheiß auf Gastronomie, ich plappiziere und mache einfach nur Kellerhelfer.
- 1:11:31Wolltest du mal ein Weingut haben? Also war das für dich mal, oder kannst du dir das vorstellen,
- 1:11:36selber mal Winzer zu werden? Ich habe ein Wein gemacht in Covid mit einem sehr guten Freund an
- 1:11:42der Mose, Michael Wagner von Wohlgebote, der hat eine kleine Findling-Anlage gehabt, so eine
- 1:11:49Rebsorte, die gibt's nahezu nicht mehr und das ist eine Nichtschnitt-Anlage gewesen, die wollte
- 1:11:54eigentlich liegen lassen und wir haben abends davor Traubenmessung gemacht oder unter Trauben
- 1:12:01Prüfung gemacht, um zu gucken, wo wir am nächsten Tag lesen gehen, ob es von den Säurewerten
- 1:12:06her passt und so weiter und dann fahren wir an den Stück vorbei und dann fahr ich was eigentlich
- 1:12:09damit, ich sage ja, es war eins, aber ja, lass ich liegen, roh dich nicht, das ist ja, ich sage so was
- 1:12:14in das Findling, guck ihn an, Findling, was ist Findling für eine Rebsorte, ja irgendwas
- 1:12:19zwischen Oxowah und Weißbergunde oder sowas, weiß keiner, ja und was machst du damit? Ja, nix,
- 1:12:24dann fahr ich morgen eine Stunde, bevor wir mit dem Team rausgehen, fahr ich hier hin mit einer
- 1:12:30Tonne, lehse ich das allein und dann Hydropresse und dann machen wir da, gucken wir mal, ob ich
- 1:12:37irgendwas gelernt habe in der Zeit und ja, es sind dann knapp 200 Flaschen geworden oder sowas,
- 1:12:44auf Glasballons haben wir das dann vergoren, Mini-Schwefelgabe unfilteriert und war eigentlich
- 1:12:52dann so ein bisschen als Spaßprojekt gedacht, was immer dann so unter Freunden-Family,
- 1:12:56was ist ich was verteilt und dann kam die Invasion von den Russen auf die Ukraine und
- 1:13:05dann haben wir gesagt, okay, weißt du was, wir machen da nur so kleinen Aufkleber drauf,
- 1:13:09Spray'n die Ukraine Flagge drauf, verkaufen das in dreier Paket über die Weintauschbörse da oder
- 1:13:15Weka oder wie das da hieß und nehmen aber kein Geld dafür, sondern die, die die das haben wollen,
- 1:13:25sollen mindestens ein Fuffi, ein Fuffi war es, an Erzsohne-Granze spenden. Wer mehr geben möchte,
- 1:13:31gibt mehr und ja, und jetzt, seitdem ich wieder in Deutschland bin, gucken wir immer mal wieder
- 1:13:41irgendwie so eine kleine Parzelle, pachten an der Mose, wird dieses Jahr wahrscheinlich nichts
- 1:13:46werden, weil ich habe keine Lust auf Riesling, aber eventuell mache ich dieses Jahr was mit
- 1:13:52Traubenzukauf aus einer Bioproduktion da unten, kleiner Stahltank, dann mal schauen. Aber so
- 1:13:59komplett eigenes Weingut, das Ding ist, ich habe den größten Respekt davor, du stehst da wirklich
- 1:14:05360 Tage, 365 Tage und dann kannst du dir eine Woche vor der Lese, da geht ein Hagelschauer drüber
- 1:14:13und dann, ja, alles klar, außer Spesen nicht, also nein, nicht mal Spesen, aber das, das könnte ich nicht.
- 1:14:19Aber wenn du so freie Wahl hättest, wäre es schon deine Wahl Heimat Mosel oder? Ja, ja, ja, ja,
- 1:14:24ich bin Mosel. Da ist es doch Österreich oder? Es gibt viele, viele, viele coole Regionen,
- 1:14:28habe ich glaube, aufgrund der Verbundenheit und auch meiner Historie. Ich stand das erste
- 1:14:33Mal bei Clemens Busch im Weinberg im Sommer in 14, habe meine erste Lese bei Clemens gemacht,
- 1:14:39also steil lagen geprooft bin ich und ich liebste einfach, ich finde gerade schiefer in der
- 1:14:49Kombination mit so was wie Rieslingen, Münter Torge oder Weißburg-Hünder finde ich unglaublich
- 1:14:54spannend und dann ist ja auch Mosel auch noch günstig. Ja, wenn, wenn du den Arbeitsaufwand
- 1:15:00ziehst, also. Nein, ich meine nur vom Boden, vom Boden her. Aber, aber, aber, aber, aber Stunden,
- 1:15:05darfst du, darfst du als Moselwinzer glaube ich nicht rechnen, weil da fängst du. Steillage,
- 1:15:10verschätzt du wie viele Stunden oder weißt du es? Oh, ich weiß nicht, ich glaube 60 Prozent mehr als
- 1:15:16im flachen Stunden. Ich habe es sicherlich gehört. Man sagt jetzt so, Handarbeit, Handarbeit normalerweise
- 1:15:22zwischen 300 und 600 in der normalen Lage, Steillage bis zu 2400 Stunden. Irgendwie so,
- 1:15:29das hat mich so, war ich so krass, also es überhaupt nicht darstellbar preislich, dann irgendwo. Was,
- 1:15:36was in dem Kontext, der immer, immer vergessen wird, wenn drauf geschimpft wird, ich meine,
- 1:15:42bin, bin der größte Gegner von, von Glyphosat und dem, dem ganzen anderen Dreck, was da in der
- 1:15:47Vergangenheit in den Weinbergen fein gekippt wurde, wo ich aber sage, okay, dann geh in die Region,
- 1:15:52sprich mit den Menschen, die gerade in den 60er, 70er Jahren da den Wein gemacht haben, als da dann
- 1:15:59Bayer mit, mit dem Glyphosat um die Ecke kam, das, das war ja für die ihn absoluter Segen, dass du
- 1:16:06da nicht mehr die X-Stunden mit der Hacke raus musstest, sondern okay, gibt es einen Mittel, gibt es
- 1:16:12es drauf, auch, auch ohne das Nachdenken über die Folgen, ich meine, der wäre ja heute weiter. Wer es
- 1:16:18heute noch macht, okay, Trottel hat es nicht verstanden, aber wenn man drauf schimpft auf die
- 1:16:23Generation früher, ich meine, die sind froh da drum gewesen, da muss man immer, immer so ein bisschen
- 1:16:28kontextualisieren, glaube ich, es geht uns leicht. Wenn ich kurz einmal schwenken darf, bevor ich meine
- 1:16:33nächste Frage habe, weil die bezieht sich eigentlich auf die Vorfrage, aber bevor ich das vergesse,
- 1:16:36gibt mir mal bitte ein Argument in der Natural Weinzene oder der Biodinamischen Weinzene zum
- 1:16:41Thema Schwermetall und Kupfer. Ist ja das ganz große Diskussionsthema dabei, also wo ganz viele
- 1:16:50sagen, ey, eigentlich finde ich Abiö gut, aber die Balle an da so viel Kupfer rein, das ist ja
- 1:16:54totaler Quatsch. Ist es hier gar nicht? Find das Sammeln von Argumenten dabei wirklich sehr, sehr
- 1:17:01hilfreich? Die zwei Argumente, die ja dabei immer ausgeführt werden, ist A, die Mehrspritzung, die
- 1:17:09gemacht werden über die verschiedenen Tees und die anderen Werkstoffe und halt die Kupferbelastung,
- 1:17:15die wie du sagtest sicherliches Kupfer, ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte, aber
- 1:17:22auch damit wird, glaube ich, sehr reflektiert umgegangen, dass wirklich nur das Mindestmaß
- 1:17:27gespritzt wird, ich meine dafür gibt es ja auch entsprechende Auflagen und das Thema bei den
- 1:17:35anderen ist ja mit den Mehrspritzungen die Bodenverdichtung ist ja, wenn du die Bodendecke
- 1:17:44zulässt, ist es ja gar nicht das große Problem. Jetzt gerade wieder mit dem Karl gesprochen vor
- 1:17:51gestern, der spritzt ja auch seine Tees und die Präparate und so weiter und so fort, aber wenn
- 1:18:00du da eine Bodendecke hast, die nie aufgemacht wurde, wo maximal gewalzt oder vielleicht nur einmal
- 1:18:07gemäht wird oder so was, dann ist das Bodenverdichtungsthema ja nochmal was ganz anderes, als wenn du
- 1:18:12da deine klassischen drei, vier Spritzungen klassischer, systemischer Pflanzenschutzmast und
- 1:18:18dann eventuell noch mit einem Vollehrter drüber jockelst, dann ist das ja wesentlich schlimmer.
- 1:18:22Gibt für mich immer oder was ich immer so erstaunlich finde, dieses Grenzdenken, also
- 1:18:28das auch egal auf welcher Seite du stehst, du hemmerst immer gegen den anderen, versuchst
- 1:18:31eigentlich ganz, ganz selten die Vorteile oder auch die digitalen Dankenwelt der anderen anzunehmen,
- 1:18:35also wenn du konventionell und natural Weinproduzenten irgendwo nimmst und manchmal stehen wir,
- 1:18:41finde ich, als Sommerjester zwischen und werden von beiden Seiten mit voller Überzeugung zugeballert,
- 1:18:45du weißt manchmal nicht was richtig oder was falsch ist und so dieses Kupferthema ist so ein Thema,
- 1:18:49was dermaßen ausgereizt wird, was ich manchmal so ein bisschen schade finde,
- 1:18:52das entweder so oft dieses herunterzubrechen oder eben auch da keine Aufklärung zu betreiben,
- 1:18:56in welcher Form. Deswegen mag ich sowas auch mal ganz, ganz gerne zu hinterfragen oder mag ich
- 1:19:01das dieses zu hinterfragen. Du wirst ja als Sommerjester darüber müssen wir uns auch im Klaren sein,
- 1:19:05oft sehr, sehr oft instrumentalisiert, gerade wenn du ein gewisses Sommerjest nimmst mit einer
- 1:19:11gewissen Strahlkraft oder mit einer gewissen Lautstärke und dann, wie du sagst, du kriegst ja selten die
- 1:19:20ganze Wahrheit irgendwo erzählt. Und glaubst du, dass die Winzer die nicht wissen oder glaubst du,
- 1:19:25dass es bewusst... Nein, ich glaube, die Weinwelt wird sich oder viele machen sich die Weinwelt da
- 1:19:34gerne einfach, indem sie das in schwarzen Weiß auftrennen und Georg Meysner hat letztes Jahr
- 1:19:41beim Biodyn Workshop für mich was sehr, sehr prägendes gesagt hat. Natürlich steht bei ihm
- 1:19:47Biodynamie maximal auf der Stirn drauf und der wird immer dafür eintreten. Aber er hat auch gesagt,
- 1:19:54wir müssen es schaffen mit allen, die im Weinbau tätig sind zu sprechen. Es wäre es das Verteilste,
- 1:20:02wenn wir diese schwarz-weiß Malerei einfach immer weitertreiben, weil die Herausforderung,
- 1:20:08Stichwort Klimawandel, die ist so viel größer, dass wir uns das gar nicht leisten können in
- 1:20:15diesen schwarz-weiß Denken und meins ist es richtig und deins ist so die Überfall, sondern wir
- 1:20:20müssen eigentlich gucken, dass wir alle an einen Tisch kommen oder das alle an einen Tisch kommen
- 1:20:25und dass man grundsätzlich über Lösungsansätze spricht. Wie kriegen wir das hin mit Bodenverdichtung?
- 1:20:31Wie kriegen wir das hin mit dem Wassermenagement? Wie kriegen wir das hin Artensterben, Blühstreifen,
- 1:20:37Biodiversität? Weil auch da konventionelle, ich meine, die sind ja auch nicht doof, die sehen ja,
- 1:20:43was passiert. Und wenn ich das jetzt aus dem Burgen land irgendwie sehe, die letzten zwei
- 1:20:49Jahre waren relativ feucht, aber davor die beiden Jahre waren brutal trocken, da hatten sehr Angst,
- 1:20:52dass der neue Siedler See austrocknet. Wenn du dann in den Seewinkel guckst, wo Bewässerung
- 1:20:58ein elementares Thema ist, aber wo du von Regierungsseite aus dann so langsam die Sachen
- 1:21:04hörst, so, okay, so ewig funktioniert das nicht mehr mit der Bewässerung, dann muss zusammen
- 1:21:10umgedacht werden, darüber muss man sich im Klang sein. Das finde ich auch, dass gerade in dem oder
- 1:21:15es gibt manche überschneidende Punkte, wo es halt alle in einem Boden sitzen und in einem Boot
- 1:21:20sitzen, Entschuldigung, und wo man einfach gemeinschaftlich nach vorne blicken sollte. Wenn ich
- 1:21:25zurückspulen darf, Weingut ist für dich das absolute Optimum, um Wein zu genießen, findest
- 1:21:31du, man kann Wein sonst inszenieren? Also dass man einen Ort erschaffen oder künstlich erschaffen
- 1:21:37kann, wo Wein perfekt brilliert oder wo man ihn perfekt genießen kann und was gehört dazu?
- 1:21:43Schaff 'ne Komfortzone, sodass du bequeme Sitzmöbel, ein angenehmes Licht,
- 1:21:51eine angenehme Lautstärke, eine angenehme Temperatur, das funktioniert in vielen guten
- 1:21:59Bars, sicherlich auch, wirst du ja, die ihr sicherlich auch drüber Gedanken gemacht
- 1:22:03haben, als du deine Weinbar eröffnet hast, mein mit der Gastroerfahrung, es fängt ja
- 1:22:09wirklich beim Entree ein, wie wirkt es, wirkt es einladen, wirkt es zu dunkel und sitze ich gut.
- 1:22:17Wenn ich nicht gut sitze, dann kann ich mich nicht auf den Wein einfallen lassen und der,
- 1:22:22der wirst du ja auch mit deiner Erfahrung wahrscheinlich irgendwo ein paar Sitzproben
- 1:22:27gemacht haben, bevor du da eigentlich Stühle gekauft hast?
- 1:22:29Ich hab ein Kaffee übernommen und hab da die Weinbar rein implantiert, also waren viele
- 1:22:34Elemente schon gegeben.
- 1:22:35Ach so, ach so, ach so, okay.
- 1:22:37Und dadurch hatte ich da nur geringe Wahlmöglichkeiten, bei mir war wirklich das, es gab für mich
- 1:22:42in diesem Lokal, das kann man überhaupt nicht beschreiben, ich bin normalerweise nicht über
- 1:22:48isoterisch angehaucht, aber du bist in dieses Haus reingekommen und du hast dich sofort
- 1:22:52wohlgeführten, das fand ich grad in den ersten Tagen oder in den ersten Phasen, fand ich
- 1:22:57das ganz außergewöhnlich, Leute kamen rein, wollten nur ein Espresso trinken und blieben
- 1:23:01fünf, sechs Stunden oder Leute kamen rein und haben schon beim Reinkommen gesagt, wow,
- 1:23:05hier fühlt sich das gut an.
- 1:23:07Also ganz nüchternde Leute und mir ging es auch ähnlich so im Lehrfach, ich find Lehrfach
- 1:23:11hatte damals auch so eine ganz eigene Aure und viele, die dort mal gearbeitet haben
- 1:23:15oder dort waren, haben das bestätigt, es hat sowas gutmütiges gehabt, das Lehrfach.
- 1:23:19Und das war im Prinzip bei der Bar auch das, was wir machen konnten, was ich unglaublich
- 1:23:25wichtig fand und Abendbestimmend fand oder Tagesbestimmend, ist mit der Musik zu spielen.
- 1:23:30Also ich find, kannst du mit Musik sowohl Weingefühle als auch so Gesamtgefühle oder
- 1:23:35Abendgefühle steuern oder die Stimmung der Leute auch steuern.
- 1:23:40Und das haben wir manchmal so ein bisschen experimentell oder ein bisschen provokant
- 1:23:43gemacht und interessant, dass teilweise komplette Weinbestellungen umstrukturiert wurden.
- 1:23:49Welche andere Musik war?
- 1:23:50Bei dem Thema Musik, bin ich vielleicht dann, weil ich glaube ich immer ein bisschen mehr
- 1:23:56in die Restaurantleiterrolle wieder zurück, weil ich über eine Studie gelesen habe und
- 1:24:05man selber auch weiß, dass du bis zu einer gewissen Beatfrequenz das Tempo einfach höher
- 1:24:11hast.
- 1:24:12Die Leute bewegen sich schneller.
- 1:24:13Als wenn du da jetzt irgendwo im Jazz oder weiß es sich was unterwegs bist und wenn
- 1:24:20du da irgendwo, ich glaube 78 oder irgendwie sowas war das, wenn du das irgendwie relativ
- 1:24:27konstant hast, dann bewegen sich die Leute schneller.
- 1:24:30Und das ist ja gerade im Service dann schon ein Argument, wo ich sag, so, okay, wenn ich
- 1:24:36das unterbewusst über die Musik steuern kann, dann nehme ich das Tool doch ganz gerne mit
- 1:24:40und vielleicht trinken die Leute auch schneller.
- 1:24:44Da müsste man nochmal an Geisenheim geben, wenn sie schneller trinken, trinken sie mehr.
- 1:24:49Wirklich sehr krass.
- 1:24:50Welche Musik findest du persönlich passt zum Wein?
- 1:24:52Also hast du irgendwie eine, wenn du sagst, ich will jetzt entspannen, ist da irgendwie,
- 1:24:57oder was magst du normalerweise?
- 1:24:58Nein, ich bin ja im deutschen Hip Hop zu Hause oder im Hip Hop insgesamt.
- 1:25:06Ich weiß nicht, ob das immer so zum Wein passt.
- 1:25:11Ich muss aber immer sagen, dass für mich Musik extrem mit der Tagesstimmung zusammengeht.
- 1:25:19Also hast du einen guten Tag, hörst du, ist das eher ein bisschen fankiger und wenn ich
- 1:25:24auf dem Weg zu arbeiten hätte, entsprechend eher was Fankigeres, könnte man wahrscheinlich
- 1:25:29sogar anhand der Line-Ups oder was man an Flaschen aufmacht und was man empfiehlt, schon
- 1:25:34eine gewisse Prägung des Tages nachempfinden.
- 1:25:39Wird man eher schweres, eher pathos, sind die Weine wahrscheinlich auch eher schwerer,
- 1:25:46eher dunkler, eher stiller.
- 1:25:48Ist wahrscheinlich aber auch so ein bisschen von der Location abhängig, wo du arbeitest
- 1:25:52oder wo du die Weine aufziehst.
- 1:25:54War dein Weinservice eigentlich in den verschiedenen Locations unterschiedlich, also Brandenburger
- 1:25:58Hof, Frankfurter Hof, Torbenkobel, Chairs, die Grundart des Weinturfs oder sagst du,
- 1:26:06das ist meine Handschrift und ich mache die Weine immer mit einer Hand auf?
- 1:26:10Nein, ich würde sagen, auf die Gebenheiten ganz klar angepasst.
- 1:26:15Ich glaube, der Jürgen Hammer sagte es auch in einer der letzten Folgen, dass der Service
- 1:26:22an sich hat sich ja komplett verändert.
- 1:26:27Den letzten Geridon, den ich wirklich an den Tisch hin und weggeschoben habe, das war
- 1:26:32im Waldorf, im Frankfurter Hof, hatten wir dann schon wieder feststehende Geridons, da
- 1:26:38hat man dann vielleicht noch ein bisschen was dran gemacht.
- 1:26:40Im Taupenkobel hatten wir keine Geridons, in dem Sinne, dass wir daran gearbeitet haben
- 1:26:46und jetzt im Chairs habe ich gar keinen Platz dafür, sondern da muss ich am Tisch arbeiten
- 1:26:50oder in der Luft arbeiten.
- 1:26:51Und wenn ich zurückdenke, vor Jahren, Restaurantleitungen gehabt in Konstanz, auch da waren auch
- 1:27:01Geridons zum Arbeiten da, da wurde jeder von mir maßgeregelt.
- 1:27:05Wir sind hier nicht bei der Lufthansa, wir arbeiten nicht in der Luft, da ist ein Tisch,
- 1:27:08stelle die Pulle auf den Tisch und macht die Flasche ordentlich auf.
- 1:27:10Wenn ich mir jetzt, also wenn jetzt mein altes Ich mir beim Arbeiten zu gucken würde,
- 1:27:15heute würde er ja schon eher sagen, Junge, Junge, Junge, was hast du denn da jetzt gemacht?
- 1:27:20Und was bist du am meisten?
- 1:27:22Also was ist dein Stil?
- 1:27:23Ist es so mehr der Geridonservice oder ist es der Luftikus?
- 1:27:29Ja, Luftikus im Moment.
- 1:27:32Also im Moment haben wir die für…
- 1:27:35Also bist du das, bist du eher der Lockertyp oder?
- 1:27:37Nein, nein, nein, nein, ich hätte, also im Moment Luftikus aufgrund der Situation, ich
- 1:27:41hätte schon ganz gern Geridon, ein bisschen Platz am Tisch.
- 1:27:45Ich finde, also Platz hat immer was mit einer gewissen Großzügigkeit zu tun, das ist
- 1:27:51genauso wie mit Zeit.
- 1:27:53Und wenn du am Geridon alles da hast, dann verschafft dir das Geschwindigkeit, Geschwindigkeit
- 1:28:00gibt Zeit und Zeit gibt mir Zeit für den Gast, die ich vielleicht eine halbe Minute mehr
- 1:28:05für den Gast habe, als dass ich da irgendwo durch die Gegend laufen muss und gucken muss,
- 1:28:08wo ich die Flasche jetzt irgendwo hinstelle, wo packe ich die Gläser hin oder sowas.
- 1:28:14Also da bin ich schon dann doch sehr, sehr von der Klassik geprägte Geridon-Platz, doch
- 1:28:19das ist schon das, was besser ist.
- 1:28:21Somelis kümmern sich um Wein, das in erster Linie.
- 1:28:41Aber natürlich sind sie auch die Genussmanager in einem Restaurant und sollten dementsprechend
- 1:28:45auch um all die anderen Genus-Elemente wie TKF, Zigan, Käse, aber auch um die große
- 1:28:51Welt der Spirituosen wissen.
- 1:28:53Und die ganz besondere Aufgabe für viele Somelis ist es nicht nur, die Textbook-Elemente
- 1:28:57zu kennen, sondern die ganz besonderen Produkte zu finden.
- 1:29:01Und so besondere Produkte liefert das Haus Libyenne Røh als einer der renommiertesten
- 1:29:06Spitzenproduzenten für Spirituosen aus Frankreich.
- 1:29:10Gegründet wurde diese Manufaktur, die sich ausschließlich auf traditionelle Destinationsverpaar
- 1:29:15spezialisiert hat, von zwei leidenschaftlichen Intoseisten, die den französischen Spirituosenmarkt
- 1:29:20revolutionieren wollten.
- 1:29:21Und so kombiniert Libyenne Røh handwerkliches Können mit modernster Technik, um einzigartige
- 1:29:27und richtig raffinierte Produkte zu kreieren.
- 1:29:30Die gesamte Produktpalette reicht von außergewöhnlichen Whiskeys hin zu edlen Rums und feinsten Likörn.
- 1:29:36Und neben der Handwerkskunst ist es Libyenne Røh sehr wichtig, den unvergleichlichen Charakter,
- 1:29:42der Region aus den die jeweiligen Produkte stammen, in deren Produkten erkennbar wiederzuspiegeln.
- 1:29:47Und genau das gelingt kaum jemand in der Spirituosenwelt.
- 1:29:50Wie Sie selber sagen, liegen 80 Prozent des qualitativen Endproduks in der Auswahl
- 1:29:56der Rohstoffe.
- 1:29:57Deswegen geht man auf Libyenne Røh keine Kompromisse ein und erzeugt so Produkte, die
- 1:30:02sich absolut von der Masse dieser Spirituosenwelt abheben und jedem Kenner und Liebhaber ganz
- 1:30:08besondere Tropfen ein Begriff sein sollten.
- 1:30:10Natürlich ist Frankreich bekannt für seine außergewöhnlichen Obst-Distillate für seine
- 1:30:14Brandweine, doch wen gewissen, dass dieses Land noch ein weiteres Assener Hand hält.
- 1:30:19Den französischen Singlemord Whiskey.
- 1:30:21Und gerade in den letzten Jahren hat in der Welt der Whiskey-Liebhaber diese aufsteigende
- 1:30:26Sterne am Spirituosenhimmel enorm an Bedeutung und Beliebtheit gewonnen.
- 1:30:30Und das nicht ohne Grund.
- 1:30:31Und so ist Belvois aus einer gemeinsamen Leidenschaft für Wein und der geteilten Begeisterung
- 1:30:36für Whiskey durch die beiden Vollblutwinzer im Bordeaux, Jean Moex und Alexandre Syrac
- 1:30:41entstanden.
- 1:30:42Belvois ist altfranzösisch und bedeutet zum einen der schöne Weg, zum anderen aber
- 1:30:46auch einen neuen Weg gehen.
- 1:30:48Das Ergebnis ist der erste französische Triple Mord Whiskey, der zu 100 Prozent aus französischen
- 1:30:55Zutaten hergestellt wird.
- 1:30:56Alle Belvois-Wiskeys bestehen zu einem Blend aus drei Singlemords, die aus der Charent,
- 1:31:01aus Nordfrankreich und aus dem Elsa stammen.
- 1:31:04Nach drei bis acht Jahren Reifezeit in Eichenfässern den verschiedenen Distillerien bekommt jeder
- 1:31:09Whiskey sein eigenes Finish in den Kellern von Belvois, teilweise in Weinfässern der
- 1:31:13hochwertigsten Bordeaux-Weine.
- 1:31:15So hat jeder Belvois-Wiskey seinen ganz eigenen Charakter.
- 1:31:18Belvois ist Whiskey mit französischem Lebensgefühl perfekt umgesetzt in den Farben der Trikolor.
- 1:31:24Und ganz besonders hat mich der Belvois-Blanc fasziniert.
- 1:31:27Sauternweine sind das besondere Fundament für die Geschmacksfaszination des Belvois-Blanc.
- 1:31:32Er kommt sofort, nachdem die Sautern das Fass verlassen haben, in ein Krüglassee Sauternweinfass.
- 1:31:38Dadurch wird der Einsatz von Schwefel komplett vermieden und der Whiskey nimmt die frischfruchtige
- 1:31:43Aromatik des Sautern, wer der sechs Monate Reifezeit unmittelbar auf.
- 1:31:47Der Belvois-Blanc besticht mit einem intensiven Duft.
- 1:31:50Nach getrockneten Feigen, Honig, würzigen Noten, nach Zimt, nach Cardamon.
- 1:31:54Was ja doch recht ungewöhnlich für die sonst etwas mutrige Whiskey-Welt ist.
- 1:31:58Am Gaum unfassbar geschmeidig.
- 1:32:00Fruchtig mit herrlichen Nussaromen und einem wunderbar seidigen Mundgefühl.
- 1:32:04Und somit hat man mit diesem Belvois-Blanc, finitionssautern, Whiskey aus Frankreich,
- 1:32:09ein Produkt was einzigartig, was unvergleichbar und was unverkennbar ist.
- 1:32:13Und das schlicht weg und einfach begeistert.
- 1:32:16Vielen Dank dafür und auch vielen Dank für die Unterstützung dem Hause Libyanerø
- 1:32:21und dem deutschen Handelspartner Schlumberger.
- 1:32:23Was gehört für dich alles zum Weinservice?
- 1:32:34Also klar, Flasche aufmachen, dann einschenken, die Klassiker, aber darüber hinaus noch irgendwas.
- 1:32:40Also bist du da irgendwie noch kreativ, dass du...
- 1:32:44Ich finde persönlich so schade, dass so ganz, ganz viele Sachen total in Vergessenheit geraten sind.
- 1:32:49Ich kenn's von früher von Lykasta, wo das Edikett noch abgelöst.
- 1:32:52Und du hast danach dann eine Menükarte, mit dem Edikett bekommen, also solche Sachen, weißt du, dieses Weiterdenken.
- 1:32:57Das gibt es gar nicht mehr.
- 1:32:58Abgesehen davon, dass du die Ediketten kaum noch ablösen kannst, was ja auch teilweise richtig ist.
- 1:33:02Aber machst du irgendwas Extravagantes außer Dekantieren, vielleicht nur Avignon, Korkenpräsentiert, Ralala?
- 1:33:11Avignon, Korkenpräsentieren, gerade bei Eiergereifenwein, das mache ich schon,
- 1:33:18mit dem am Kennermesser, dann ist auch schon so, wie man es früher gelernt hat, nicht den Korken anfassen,
- 1:33:25weil der wird ja kontaminiert von dem Handcremegeruch, den man dann irgendwie gegebenenfalls hat.
- 1:33:29Edikettenablösen ist ähnlich wie die Frage, ja, können Sie mir die Weine denn nochmal aufschreiben, die wir heute Abend getrunken haben?
- 1:33:38Nein, mache ich nicht, aber ich stelle die Weine in, fotografiere es dir ab, jeder hat ein Smartphone,
- 1:33:43wenn es nicht gerade geklaut oder verloren ist.
- 1:33:45Und dann ist es ja eine Zettelwirtschaft in den Handtaschen oder irgendwie sowas,
- 1:33:52und dann schmeißt du den Zettel weg und dann ist es ja wirklich weg.
- 1:33:55Und oft genug begegnet einem das ja auch das Gäste sagen, ja, das sind, das haben wir getrunken.
- 1:34:01Oder ein Weißen aus der Steiermark, ja, haben Sie das noch?
- 1:34:07Ja, das habe ich fotografiert in der nächsten Bild und dann kannst du damit ja arbeiten,
- 1:34:10was der Gast ganz gerne trinkt, ansonsten, Karafieren, Avignon, ja, ich glaube, dass zu wenig karafiert wird.
- 1:34:21Ja, gerade bei der Art von Weinen, die du ausschenkst, ich glaube, die brauchen ja oft einen ganz anderen Luftzufuhr oder einen ganz anderen ...
- 1:34:28Also ich brauche am Abend bestimmt fünf, sechs Karaffen über das ganze Restaurant.
- 1:34:35Und wenn der wirklich Karaffe dann Weingrün gemacht ist, dann geht er halt danach dann auch noch der Rotwein dann irgendwo mit rein.
- 1:34:43Weil es tut dem Wein ja einfach nur gut.
- 1:34:46Aber ich glaube, dass das auch oft aus einer falschen Intention herausgemacht wird.
- 1:34:51Einfach nur ein Wein karafiert wird, der es gar nicht bräuchte, einfach nur um dem Gast eine Show zu zeigen.
- 1:35:00Davon bin ich kein Fan, aber wenn es Sinn macht, um mit den Karafieren.
- 1:35:04Wie unterscheidest du? Also hast du da ...
- 1:35:06- Das ist ein Gefühl oder ... - Geschmack.
- 1:35:09- Ja, Gefühl, Geschmack, Erfahrung anhand der Weine.
- 1:35:13Das ist ja das, was man sich über Jahre und Weg aufbaut, wo man sagt so, ja okay, es ist jetzt irgendwie mit mehrsten Schluck ganz nice,
- 1:35:19aber wenn du es wirklich haben willst, dann muss das Ding da auch relativ hart und tornadomäßig in die Karaffe reingehauen werden,
- 1:35:29weil der braucht einfach die Luft, damit sich die Reduktion dann gegen den Fatz löst.
- 1:35:33Was ich teilweise richtig spannend und sehr außergewöhnlich finde, was nahezu niemand macht, ist Halbkarafieren.
- 1:35:40Also dass nur die Hälfte der Flasche karafiert ist, dann erstmal den Einteil auschenken, dann später den anderen,
- 1:35:45und sie erst den Karafierten, dann den nicht Karafierten und dem Gast damit auch demonstrieren und selber auch erlebst, was mit dem Wein eigentlich passiert ist.
- 1:35:52Und das ist mit so einem Eieropene, wo du ganz klar zeigen kannst, darum machen wir den Kram.
- 1:35:59Da finde ich, der kürzt zum Dialog. Also ich habe es jetzt letzte Woche, lustig war du, weil du es hast, der Gasflasche aufgemacht,
- 1:36:11ich habe die Karaffe mit dabei, Diskussion mit dem Gast oder das Gespräch mit dem Gast, ich würde ihn in die Karaffe geben,
- 1:36:19er sagt, ja, bist du dir sicher, ich finde ihn jetzt schon eigentlich ganz gut.
- 1:36:23Du kannst ja vorschlagsweise machen, halb in die Karaffe, halb in die Flasche und dann trinkst du erstmal die Karaffe und siehst dann, wie sich der Wein in der Flasche verhält.
- 1:36:33Das hat ja dann den Mehrwert für den Gast, das ist ja dann auch wieder diese Aufmerksamkeit dem Gast schenken,
- 1:36:39"Hey, ich nehme Zeit für dich, wir überlegen jetzt ganz kurz zusammen, wie können wir für dich dein individuelles, perfektes Weinerlebnis schaffen?"
- 1:36:48Mein Erlebnis ist ja mein individuelles, das geht ja da schon los, um die Temperaturgeschichten, Karafiat, nicht Karafiat,
- 1:36:58in welchem Glas möchtest du das haben, auch wenn ich es persönlich teilweise unsinnig finde, in Champagner im Burgundaglas zu servieren.
- 1:37:06Wenn der Gast das möchte, ja bitte, soll das doch haben, ist mir der Fusch.
- 1:37:09Du findest es unsinnig, den...
- 1:37:12Ich habe schon einen großartigen Krug aus dem Burgundaglas getrunken, aber es gibt auch Champagner, wo ich sage...
- 1:37:21Ja, sicherlich auf die Champagnerkategorie, aber einen einfachen Basischampagner für einen offenen Ausschalen rein,
- 1:37:29der gehört nicht in die Sektflöte, aber der muss auch nicht ins Burgundaglas.
- 1:37:33Ja, der ist überfordert.
- 1:37:34Hast du sonst Grenzen?
- 1:37:38Ja, ich würde es dir nicht zusammenkippen.
- 1:37:40Ich bin in meiner Zeit, als ich da in Fränzburg noch war, mein Vater hat auf Süd gelebt, da waren wir in der Sanzibaressen.
- 1:37:49Ich habe vom Wein noch keine Ahnung gehabt oder nahezu keine Ahnung gehabt.
- 1:37:54Und ich wusste aber, was ungefähr, was teuer ist oder wo teure Weine herkommt.
- 1:37:59Und dann waren wir in der Sanzibar und am Nachbrettisch habe ich mitbekommen, dass sie sich ein 86er Motor angestellt haben.
- 1:38:05Ich bin 86er Jahre alt und deswegen brennt sich so etwas vielleicht auch immer ganz stark ein.
- 1:38:09Und eine Flasche Cola dazu.
- 1:38:12Und dann siehst du das und dann waren das Amis, die haben sich das zusammen kippen lassen, wo ich sage,
- 1:38:17wenn ich irgendwann mal in der Position sein sollte, wenn das ein Gas bestellt,
- 1:38:23dann stelle ich in die Flasche Wein hin, stelle ich in die Cola hin, aber aus meinem ethischen Anspruch,
- 1:38:28ich kipps dir nicht zusammen, kannst du mir eine Sterne Bewertung geben, dass ich da nicht serviceorientiert arbeite?
- 1:38:35Aber das Getränk musst du schon selber verunzen.
- 1:38:38Aber sonst mach was du willst, du bezahlst dafür.
- 1:38:41Und was man vielleicht dann zu noch noch erweitern sagen sollte,
- 1:38:50es gibt sicherlich gewisse Situationen, wo man Weine auch Gästen vorenthalten kann.
- 1:39:02Im weitesten Sinne, wenn du dem eine adäquate Alternative bilden kannst.
- 1:39:08Okay, das heißt, ich habe...
- 1:39:10Also wenn ich jetzt bei dir die Rosine rauspicken möchte, würdest du sagen...
- 1:39:15Nein, nicht für dich, du hast eine Brille.
- 1:39:17Nein, nicht in dem Sinne.
- 1:39:20Aber wenn man sieht, der ganze Abend, du bist sowieso schon irgendwie komplett over.
- 1:39:25Das ist jetzt deine dritte oder vierte Flasche rein und ich habe jetzt noch eine Flasche,
- 1:39:29das ist ein Lavi, Overnor, in Unicorn.
- 1:39:32Und du willst das jetzt unbedingt haben und es wäre ein ehrlicherweise Perlen vor die Säule.
- 1:39:39Dann sag ich schon so, nee, mach mal mal nicht, die Flasche ist jetzt geradeaus.
- 1:39:42Weil ich weiß, ich weiß über das Jahr kommt sicherlich ein Gast,
- 1:39:50der das sehr zu schätzen weiß, dass er diese Flasche so noch trinken kann.
- 1:39:55Ich muss ja mal meiner Wirtschaftlichkeit irgendwo gerecht werden.
- 1:40:00Muss dir natürlich eine adäquate Alternative bieten.
- 1:40:03Aber es gibt Sachen, wo man dann auch sagen muss, nee, es wäre Schade um den Wein
- 1:40:09und dir bringt es heute Abend auch nicht mehr.
- 1:40:11Ich meine, da haben wir früher selber auch gemacht, dass man nachts um eins oder sowas
- 1:40:15irgendwie noch die teuerste Flasche aufruppt.
- 1:40:17Bin ich ja heute auch an dem Punkt, wo ich sage, nee, macht auch keinen Sinn mehr.
- 1:40:22Das ist blöd sein.
- 1:40:23Ich kann nicht nachvollziehen, finde ich manchmal schwierig.
- 1:40:25Also da muss man doppelt in der Situation wahrscheinlich verargumentieren
- 1:40:29bzw. überzeugen und der Wein, der danach kommt, muss dann auch sitzen.
- 1:40:34Gut, wenn du ...
- 1:40:35Der muss sitzen.
- 1:40:37Ich habe sicherlich den ganz großen Vorteil, dass ich sicherlich ein relativ dominantes Auftreten hab.
- 1:40:45Das macht die Sache sicherlich leichter.
- 1:40:49Gibt es nicht, die Frage, wann passt weit nicht?
- 1:40:54Wann passt weit nicht?
- 1:40:56Also eine Situation, wo man sagt, also da bitte keinen Wein.
- 1:40:59Irgendwie eine ...
- 1:41:01Beim Frühstück.
- 1:41:03Die Einsagen so oder anderen so.
- 1:41:07Ja, so ist so jeder.
- 1:41:09Die wüsste ich nicht, wenn ...
- 1:41:11Wie oft sagt man selber irgendwie so ...
- 1:41:14Man kennt es selber auch beim Meinigern.
- 1:41:16Wenn du im Kopf hast, fährst du jetzt hin, fängst du um 10.30 Uhr oder wann die ersten Masterclasses losgegangen?
- 1:41:24Hast du gerade noch das Müslis von den 10 runtergeschrubbt und denkst schon, da drinnen gehst du jetzt statt.
- 1:41:29Du startest irgendwie mit G-Ries-Ling-Nal.
- 1:41:32Denkst du auch so, wie er geht jetzt gerade noch nicht mit dem Dos-Komplis los?
- 1:41:38Bei vielen Verkostüm.
- 1:41:43Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?
- 1:41:46Ein Firmind.
- 1:41:48Ein trockener Firmind aus dem Bogenland.
- 1:41:50Echt? Du wärst ein Firmind?
- 1:41:52Ja.
- 1:41:53Warum wärst du ein Firmind?
- 1:41:55Weil es verschiedene Spiele gibt.
- 1:41:57Bist du da?
- 1:41:59Weil es so viele Spielarten davon gibt.
- 1:42:01Kann sich sehr gut adaptieren auf verschiedene Interpretationsweisen.
- 1:42:09Funktioniert an vielen Standorten und kann viele Kladiaturen spielen.
- 1:42:14Wenn kannst du ihn wunderbar restzüß machen.
- 1:42:16Du kannst ihn staubtrockend machen, relativ klar wie michi Wenzel.
- 1:42:21Du kannst ihn ein bisschen drüber auf die Flasche bringen.
- 1:42:23Wie zum Beispiel ein Klaus Preisinger.
- 1:42:25Du kannst ihn etwas barocker machen wie Nittenhaus.
- 1:42:29Du kannst ihn sehr modern, sehr kark machen wie ein Hannes Schuster.
- 1:42:33Also finde ich eine Hochschwandereribs-Sorte.
- 1:42:37Ich finde es total interessant, wie wahnsinnig die unter dem Radar läuft.
- 1:42:41Letzter Zeit darf ich es öfter probieren, aber bestimmt davor zehn Jahre nicht.
- 1:42:49Ich muss ja sagen, bevor ich nach Österreich gekommen bin,
- 1:42:53sagen Sie bei mir im Betrieb immer so was.
- 1:42:55Weißt aber schon, dass es auch in einer anderen Weinwelt gibt als Österreich.
- 1:42:59Seitdem ich da bin, hat der Österreich-Ungarn-Teil oder Osteuropa-Teil signifikant zugenommen.
- 1:43:05Um die Frage vielleicht mal vorne wegzunehmen, Österreich ist sicherlich mit einer der unterbewertesten Weinbauregionen.
- 1:43:13Was da an Potenzial ist, an verschiedenen Artenweisen, auch in einem Preissegment,
- 1:43:23was noch komplett unterbewertet ist, ist absolut großartig.
- 1:43:27Und daher muss ich auch sagen, ich kann den Vormitt natürlich schon früher,
- 1:43:31aber jetzt durch die zwei Österreich habe ich eigentlich erst die Generalität dieser Rebsorte an diesen Standort verstanden.
- 1:43:40Also ich finde nicht nur unterbewertet, sondern auch unbekannt.
- 1:43:43Also wenn man da immer das große Problem hat, dass man sich wahrscheinlich geht es anderen aber mit Deutschland genauso,
- 1:43:50oder mit teilweise Frankreich, also dass man sich immer auf diese Majoritöenregionen stört, so in Österreich genauso,
- 1:43:55oder auf gewisse Top-Produzenten und viele dann einfach hinten unter überfallen.
- 1:44:01Ja, aber Österreich ist ja, ich weiß nicht wie groß war der Österreich-Ungarn-Teil bei dir in der Weinbau und im Vergleich zu Lehrbach?
- 1:44:11Boah, im Lehrbach waren noch kleiner, wie gesagt, da hatte ich ja dann erst so meine Österreich-Offenbarung, erst mit dem Andi.
- 1:44:18Da hatten wir vielleicht, lass es 10% gewesen sein, also wir hatten ungefähr 2.500 Positionen auf der Weinkarte und ja, ungefähr 200 Österreicher davon.
- 1:44:31Und jetzt ja im...
- 1:44:32Das ist schon, Mark, das ist schon viel.
- 1:44:34In der WKB da hatten wir, also in Dresden, da hatten wir vielleicht 400 Positionen ungefähr.
- 1:44:41Österreich?
- 1:44:43Ich hatte ja 3.500 Positionen in der Weinkarte.
- 1:44:47Und da waren vielleicht 400, waren Österreich.
- 1:44:51Wie siehst du das? Also ich habe es in Deutschland immer immer so empfunden und auch nach wie vor.
- 1:45:00Es sagt dir jeder, wie cool Österreich, also von der Westerseite aus, wie toll Österreich ist und tolles Land, kulinarisch und Wein.
- 1:45:08Da ist so viel los und das ist so schön und das ist so spannend.
- 1:45:11Aber von selber bestellen passiert da eigentlich fast nichts.
- 1:45:16Also ich nehme es immer so wahr, du musst den Gast, es sagt dir jeder, wie toll es ist, aber bestellen tut es keiner.
- 1:45:24Du musst den Gast ja wirklich dahin leiten.
- 1:45:26Hey, okay, ja, ich hätte Bock auf den Silvana, okay, aber probier noch mein Verlinner.
- 1:45:32Das könnte auch ganz lustig sein, das ist etwas, was ich schwierig nachvollziehen kann.
- 1:45:39Ich habe dir noch einen zweiten Mal mitgebracht, der passt natürlich mega zu diesem Feldlinerthema.
- 1:45:43Von einem der führenden Produzenten aus der Wachau und Wachau wird ja im Augenblick gerade auch in deiner Szene so ein bisschen gebäscht.
- 1:45:49Und ich empfinde das Wachau so ein bisschen als das Rheingau Österreichs.
- 1:45:52Ein Feldliner-Federspiel von einem der besten Produzenten, die es dort gibt, aus dem Hause Rudi Pichler.
- 1:45:58Das ist ganz lustig gewesen.
- 1:46:00Das habe ich mit auf einer der ersten Veranstaltungen gesagt, als ich an die Wachau eingeladen wurde.
- 1:46:06Da war ich ganz neu in Österreich.
- 1:46:08Und dann fragt mich der Moderator sehr, Sebastian, wie siehst du das mit der Wachauverbindung, Ähnlichkeiten zu deutschen Weinbaugebieten,
- 1:46:18wo ich dann gesagt habe, bis auf ein paar Ausnahmen, wenn die Wachau nicht aufwacht,
- 1:46:24wird es auch ein Heizdecken-Hauptverkaufsgebiet, ähnlich wie es Rheingau werden.
- 1:46:29Fanden sie alle nicht so ganz lustig, ist aber von der Stilistik her, gibt es gewisse Parallien.
- 1:46:37Du hast da ein paar Leuchttürme, die es sicherlich sehr, sehr positiv in die Zukunft tragen,
- 1:46:44aber auch viele, die diese Klassik maximal melken und das tote Fert ins Tier reiten wollen.
- 1:46:55Ich fand ihm Pichler ganz interessant, als ihn Rudi Pichler, weil er extrem biodynamisch orientiert denkt, agiert, kaum schwefelt
- 1:47:07und trotzdem so einen gewissen klassischen Stier hat, nur steil lagen.
- 1:47:10Von ihm habe ich auch die Information mit den 2400 Stunden pro Hektar.
- 1:47:15Und für mich ist, deswegen finde ich das interessant, eine Parallelle von Silvana und Kuna Fertlina.
- 1:47:20Es geht für mich in der Tat in diese Richtung dieser Wein.
- 1:47:22Das ganz klare, differenzierte, dieses ganz leicht so zarten Maischigwürzig-Kreutriege.
- 1:47:28Nicht so extrem laut, finde ich es in der Nase, finde ich es jetzt auch nicht so laut.
- 1:47:34Nee, es sind gewisse Parallellen da und Rudi Pichler sicherlich auch einer der besseren,
- 1:47:40der diesen doch Stil sehr in die Moderne trägt, sicherlich von der Bewirtschaftung hergetragen
- 1:47:47und auch vom Ansatz her, wie er im Keller arbeitet, dass du halt diese Leichtigkeit dabei behältst,
- 1:47:57ohne dass dem Wein zu sehr im Keller geprägt zu haben.
- 1:48:01Ist das für dich ein Natural Wein?
- 1:48:04Nein, Natural Wein, Wachhaushal.
- 1:48:07Also wie empfindest du den Wein?
- 1:48:09Ich finde ihn als einen sehr modernen Weinstil, ein sehr modernen.
- 1:48:15Das ist ja diese Frage, wo fängt dieser Naturwein mit?
- 1:48:19Ist Herbert Zilling an Naturweinen?
- 1:48:25Er selber sagt ja, er ist New Age oder New Wave.
- 1:48:29In die Richtung könnte man das sicherlich schieben, wobei der Rudi Pichler sicherlich noch etwas braver ist.
- 1:48:36Wirklich Natur Natur würde ich in Österreich, wenn man jetzt an österreichischer Weingüter definieren,
- 1:48:42Okau, Cedar, Chapel, Muster, Village und Co.
- 1:48:48Das wären so jetzt die Musterbeispiele, die ich für Naturweine heranziehen würde.
- 1:48:53Nikolajov ist auch kein Natural Wein.
- 1:48:56Ok, schöner Gedanke.
- 1:49:01Selbst professionelle oder intensivweintrinker kommen selten auf Österreich.
- 1:49:07Dann gibt es manchmal diejenigen, die irgendwelche Namen rauf und runter trinken möchten.
- 1:49:13Das hält sich dann aber eben auch auf gewisse Regionen begrenzt.
- 1:49:17Aber die Individualität wird selten gelebt, das stimmt.
- 1:49:21Aber es ist trotzdem noch ein Weinland, das vertraut ist, weil es eben auch so geschmacksnah unserem Gaum-Gefühl,
- 1:49:28was ja oftmals Deutsch geprägt ist, trotzdem kann man mir überraschen.
- 1:49:32Von dem her ist es ein Weinland, wo man ganz, ja, Felt Lina kann immer überraschen.
- 1:49:36Ich bin auch großer Fan und Freund.
- 1:49:40Ja, also ich bin vorher schon großer Österreich-Freund gewesen und ein Fan.
- 1:49:46Und jetzt durch die zwei Jahre da sicherlich noch mal mehr geprägt dahinter.
- 1:49:52Und ich verstehe es in Deutschland ehrlicherweise nicht so oft,
- 1:49:57dass man oft immer in diese gleichen Muster zurückfällt,
- 1:50:01obwohl man sich dann irgendwie selbst die große internationale Weingeld an die Nadel hält.
- 1:50:06Zum Trinken heft möchte aus Gastsicht, ja, ja, wir trinken ja alles und wir kennen uns überall gut aus.
- 1:50:12Und bestellt wird dann trotzdem irgendwie immer noch der Riesling-Klassik X-Lipsmann.
- 1:50:19Hast du ein Weinlands Lebens? Also warst du ja 21er Riesling-Eberbach damals?
- 1:50:25Oder einer, wo du sagst, wenn ich nachts manchmal Albträume habe, dann denke ich an den, dann ist die Welt schön?
- 1:50:31Matassa Brutal Rosch 18, muss das gewesen sein.
- 1:50:39Das ist extrem, also ein Weinensemotion, das ist eine Situation,
- 1:50:45nach zwei Wochen Thailand wieder zurückgekommen, Kuschrang, Valet, Koffernutzerhause reingeschmissen.
- 1:50:52Okay, lass uns essen gehen, vielleicht können auch irgendwie ein, zwei Jungs oder Mädels mit dazu.
- 1:50:57Und damals in Frankfurt dann im Stanley Diamond gewesen und da hat sich da so über den Abend,
- 1:51:03in 18 dieses, dieses Brutalwarme so so eine Dynamik entwickelt und dann waren zum Schluss, das war die letzte Flasche,
- 1:51:10saßen halt irgendwie, haben sich zwei Tische dann zusammengehockt, weil ein guter Freund mit einem anderen Kumpel am Nachbbeitisch saßen,
- 1:51:17haben eine große Tafel draus gemacht und dann sitzt du da irgendwie so mit anderthalb Flaschen Wein im Kopf,
- 1:51:23hast irgendwie gut gegessen, hast gute Gespräche und das ist der Wein dieser extrem erfrischenden, kühle Rotweinsdie,
- 1:51:32dieses lebendige vom Lube, das ist so das, wo ich immer sage, okay, wenn ich, wenn ich einen Moment irgendwie so im Bild
- 1:51:39festhalten wollen würde, dann wäre es wahrscheinlich das.
- 1:51:43Wunderschöne Schrieben, also, da möchte man einfach ein bisschen mitsehen.
- 1:51:48Und kann das nur Wein oder gibt es irgendein Getränk, was es auch kann?
- 1:51:56Also ich glaube, der Tee oder irgendwie oder...
- 1:52:03Ich glaube, von der Komplexität her gibt es sicherlich gerade im Tee-Segment,
- 1:52:08kommst du an eine ähnlich hohe Komplexität wie in den Weinrang, du hast natürlich das feine Element Alkohol,
- 1:52:15aber dafür hast du halt die Tee-Igen-Geschichte, die auch irgendwo ein Faktor ist.
- 1:52:20Ich glaube, im alkoholischen Bereich, das erste Stadionbier oder der Stadionbier mit einem guten Kumpel,
- 1:52:30den du ewig nicht gesehen hast, wenn du das im Stadion einbaufst oder so, das kann etwas emotional Ähnliches machen,
- 1:52:36auch wenn es ein großes Industriebis im Stadion dann meistens ist.
- 1:52:40Aber von der Komplexität her würde ich wahrscheinlich Tee am nächsten dem Wein zusprechen.
- 1:52:47Ehrlicherweise von mir nicht ein bisschen vernachlässigt.
- 1:52:52Ich wollte in Covid hier auf Tee-Somöhe gehen, auf die Silbernadel,
- 1:52:58aber es ging dann aufgrund, weil sie die Kurse nicht durchführen konnten.
- 1:53:03Das hat den Frankfurt ins Tee, Händklar oder...
- 1:53:10Ronnefeld hat das angeboten, weil wir da im Frankfurter Hof das Exklusiv hatten, die hätten das mit angeboten.
- 1:53:17Und da durchläuchst du mehr oder weniger die große Tee-Schule?
- 1:53:21Nein, du läuchst die Tee-Schule, es gibt da ja diese Bronzen, Silber und Goldnadel.
- 1:53:28Ich glaube, das ist ein bisschen vergleichbar zu den SIT-Level.
- 1:53:32Wenn du Gold haben willst, musst du eine Woche nach Sri Lanka gefahren sein, um dir das voran zu schauen.
- 1:53:42Ronnefeld wäre nach Sri Lanka, aber du musst halt nicht sagen, ich steig direkt bei Gold ein,
- 1:53:50ich brauche mir einen Flug dahin, sondern da ist klar, du musst erstmal Silber machen.
- 1:53:55Als du zu mir gehst, kannst du Bronze überspringen, weil da geht es um Sensorik.
- 1:54:00Und dann gehst du da in so eine Intensivkurs rein und kriegst dann mit Abschlussprüfungen so eine Silbernadel,
- 1:54:07das hat leider nicht geklappt und seitdem habe ich es ehrlicherweise auch so ein bisschen aus den Augen verlornt.
- 1:54:12Aber das finde ich hochschwannend, das ist das Thema.
- 1:54:14Und das geht dann nur um die Konventionellen oder was wird dort vermittelt, hast du da einen Überblick?
- 1:54:20Tee-Herstellung, dann Regionen und...
- 1:54:24Regionen, Tee, also verschiedene Teesorten in Kombination mit dem Boden, dann halt die ganzen Ausbaustufen,
- 1:54:34also First-Fish, Second-Flesh, bla bla bla, das Tee-Gesetz, was wo geerntet werden darf, Tee-Er und Mängel und so weiter und so fort,
- 1:54:45das wird alles vermittelt.
- 1:54:47Ist auch Zeremonie?
- 1:54:49Ja, die Japanische Tierzimmerhose.
- 1:54:52Das glaube ich nicht.
- 1:54:55Ich weiß nicht, ob es bei Gold ein Thema ist, aber er hatte mich ja auch nur im Vornal,
- 1:54:59halt hauptsächlich erstmal mit der Silbergeschichte auseinandergesetzt und die hatten dann halt geschickert,
- 1:55:03"Okay, wenn du Silber machst, dann kannst du da halt auch Gold machen und dann fliegst du halt auch über was ich dann schon sehr, sehr spannend finde."
- 1:55:11Krass, super.
- 1:55:13Wow.
- 1:55:14Noch nie gehört?
- 1:55:15Ja, danke für die Erklärung.
- 1:55:18Fein in ein Wort pressen?
- 1:55:21Mehr.
- 1:55:23Mehr, mit Haar.
- 1:55:25Wein ist immer mehr.
- 1:55:27Es ist nicht mehr Punkt und dann kannst du ja letztendlich dahinter aufbauen.
- 1:55:35Aber auf ein Wort zu pressen funktioniert ja dann eigentlich nicht.
- 1:55:41Es ist immer die Emotion, es ist immer das, wo kommt es her, welche Geschichte er erzählt,
- 1:55:45welche Geschichte er erzählt vom Boden, welche Geschichte er erzählt vom Winzer,
- 1:55:49welche Geschichte er erzählt von dem, der dir es verkauft, weil auch dahinter steht eine Geschichte,
- 1:55:53dann das passiert ja nicht, in den meisten Fällen ja nicht einfach so,
- 1:55:58sondern da steht irgendjemand dahinter, der das korrattiert hat, deswegen ist Wein immer mehr.
- 1:56:03Will du sagst, Emotion passt Wein und Fußball zusammen?
- 1:56:06Will du das vorhin angesprochen hast mit dem ersten Stadion Bier?
- 1:56:09Gehe es auch in den ersten Stadion Wein?
- 1:56:12Nein, ich glaube, nein, funktioniert nicht Wein und das ist ja auch die Frage Wein und Feiern.
- 1:56:21Feiern im Sinne von man sitzt an einer großen Tafel mit guten Freunden zu acht, zu zehn,
- 1:56:27hat ein bisschen lockere Musik laufen, trink ein paar Flaschen Wein,
- 1:56:31wenn das Feiern ist, dann funktioniert Wein, aber Wein im Club oder weiß es sich was, funktioniert nicht.
- 1:56:39Wenn man dem Wein nicht gerecht wird, oder wenn es das falsche Getränk mit einem falschen Geschmack ist,
- 1:56:46oder die falsche Stimmung auslöst, oder willst du viel Alkohol zum Feiern?
- 1:56:51Weil die Parameter, finde ich, also, Arme möchte ich Wein schon aus einem einigermaßen vernünftigen Glas trinken.
- 1:57:00So, das ist dann im Club dann schon wieder Bruchssicherheit, Mängel, Durchschlag usw.
- 1:57:04sofort schon wieder ein bisschen schwieriger zu geben.
- 1:57:07So, dann ist es der Faktor mit dem, was ich vorhin sagte, diese Wertschätzung, auch den Produkt gegenüber,
- 1:57:13nicht einfach nur zwischen Tür und Angel, sondern damit auseinandersetzen,
- 1:57:19was habe ich da eigentlich gerade im Glas, sei es blind oder nicht blind?
- 1:57:23Das finde ich in dem Kontext schon schwieriger.
- 1:57:28Ja, da bin ich dann auch ehrlich, vor zwei Monaten war ich abends auf dem Konzert,
- 1:57:36vorher noch kurz im Laden gearbeitet.
- 1:57:40Dann bin ich auch voll ASI genug, um mir dann halt auch 2 Dosen Jacky Cola in die Kühlung reinzustellen,
- 1:57:47um mir das dann im Uber zu genehmigen, damit ich dann auf Betriebstemperatur auf den Konzert ankomme.
- 1:57:57Ja, soll ich das mal weiß, was einen glücklich macht?
- 1:58:01Also, es ist in dem Kontext, wenn es dann um Haus geht, ist Bion-Schnatz sicherlich ein gutes Wahlmittel.
- 1:58:10Wenn du sagst, mindestens ein ordentliches Glas, was ist bei dir ja ein Mindestanspruch von Glas?
- 1:58:14Und was ist so das Maximum? Also hast du ein Lieblingsglas und wo, und der welches Niveau würde es umgehen?
- 1:58:20Zalto Bordeaux sicherlich, mit einem der Topgläser, dann finde ich die Mark-Thomas-Geschichten hochschwand.
- 1:58:31Ich kenne man in Deutschland auch.
- 1:58:33Also total, ich habe es das erste Mal im Master liebt.
- 1:58:38Ich habe dann eine Exklusiv-Serie, oder die arbeiten stark mit ihm zusammen, oder mit den Produzenten zusammen.
- 1:58:45Aber in Deutschland habe ich das noch nie auf dem Markt gesehen.
- 1:58:49Ich habe es, der Dietmar Fritz hatte mir das mal gezeigt, als er noch im alten Wein sind war.
- 1:58:56Da muss ich sagen, da habe ich es unglaublich hässlich gefunden, weil ich die Proportionen...
- 1:59:01Ich finde es auch nicht schön.
- 1:59:02... nicht cool fand.
- 1:59:04Ich muss sagen, im richtigen Setting, also, wenn es Tischkultur angeht und im Raum,
- 1:59:13also wenn du sowieso einen sehr statischen Raum hast mit klaren Kanten, dann finde ich es nicht cool.
- 1:59:19Wenn du einen Raum hast, der eher wild ist, mit vielen Rundungen und so weiter und so fort,
- 1:59:25finde ich das dann schon wieder ein extrem coolen Bruchpunkt, wie du Tischkultur dann aufbauen kannst.
- 1:59:32Ich finde es spannend.
- 1:59:34Da finde ich es auch ganz, ganz elementar, dass das Glas in der Tat den Raum schmücken kann.
- 1:59:39Es wird oft vergessen.
- 1:59:40Aber im Glas kann man manchmal ein Raumgefühl zerstören.
- 1:59:45Ja, also das sind ja auch Sachen, die oft viel zu kurz gedacht werden, wie Tischkultur auch auch irgendwo vermittelt wird,
- 1:59:58weil oft stehen dann da irgendwie Einkaufsmanager, also bei großen Hotelkonzern weiß ich,
- 2:00:05da stehen dann FNB-Manager und Controller dahinter und sagen, ja, es ist schön, dass du das Glas haben möchtest
- 2:00:11und das wäre sicherlich auch das bessere Glas, aber wir haben XY-Vertrag mit da
- 2:00:16und dann kriegst du da teilweise echt irgendwelche, echt hässlichen Kropper hingestellt,
- 2:00:21wo du sagst, damit bricht doch das alles, ja, aber das ist günstiger.
- 2:00:25Ja, okay, dann sollte man vielleicht voran das Anfang zu sparen.
- 2:00:29Ab wann hört die Unwürdigkeit an?
- 2:00:34Ja, bei Baumarkt oder bei Ikea oder?
- 2:00:38Na ja, zu klar.
- 2:00:40Hat Ikea nicht mittlerweile auch Gläser, die so ein bisschen aussehen wie Skabrieglas, so leicht von der Formung?
- 2:00:48Die haben ja schon teilweise, rein vom Formgefühl, keine verkehrten Gläser, das sind halt nur Industriegläser.
- 2:00:54Und ich weiß nicht, ob du es Martin Mast hast, wenn du ein Gurkenglas nimmst, was ja auch eine Industrie gegossen ist,
- 2:01:00oder was das Glas ist, wo die Glaszusammensetzung eine ganz andere ist,
- 2:01:04und du probierst da einen Wein draus, du schmeckst nichts von dem Wein, das ist gleich mit Ikea oder Baumarktgläsern.
- 2:01:09Die sind halt schweinegünstig, haben eine schöne Form, weil hinbasteln kannst du da alles,
- 2:01:13aber die Gläser haben absolut kein Aromgefühl.
- 2:01:17Das kann sich nicht entwickeln, das ist unglaublich klart.
- 2:01:21Ja, da ist dieser Pum, wo man sagt, okay, ein fünftiges Glas sollte schon irgendwo gegeben sein.
- 2:01:27Und wenn es eine Standardserie Gabriel ist.
- 2:01:31Das ist das Glas, mit dem wir auch im Restaurant arbeiten,
- 2:01:35weil sich das von der Menge, vom Umschlag her und vom Preis her auch im besten Umsatz,
- 2:01:41dass wir ein paar Riegel und Spiegelglaser, die mungeblasen sind,
- 2:01:47einfach um auch diese Wertigkeit mancher Weine mit einem entsprechenden Glas begegnen zu können.
- 2:01:55Es ist früher, glaube ich, öfter so gewesen, dass so echt tolle Flaschen Wein wurden aufgemacht
- 2:02:03und die sind aus Katastrophalen getragen worden.
- 2:02:06Man kann mit dem Glas so viel mehr rausholen, oder den Wein so mehrwertig gestalten,
- 2:02:12das wird so oft unterschätzt und mit dem Wein auch einen schlechten Glas funktionieren.
- 2:02:18Man hat auch eine gewisse Präsenz, aber mit dem Glas kannst du einfach den,
- 2:02:24den man das Glas fetisch, wenn man den Glas fetisch sicherlich nicht irgendwie komplett überextasieren.
- 2:02:31Ich glaube, das ist in Deutschland in der Vergangenheit immer so ein bisschen gewesen,
- 2:02:35dass du für jeden Wein drei verschiedene Gläser irgendwie hattest oder am besten hattest.
- 2:02:41Es ist sehr fernab der Realität, aber ein fünftiges Glas ist schon das Minimum, wenn du ein fünftiges Wein erschenkst.
- 2:02:52Hast du einen Ausgleich zum Wein?
- 2:02:55Also außer Fußball?
- 2:02:57Ja, ich versuche zum Sport zu gehen, Fitnessstudio und so weiter.
- 2:03:03Das ist einfach stumpf, anderthalb Stunden Podcast hören und Gewichte einfach ein bisschen bewegt.
- 2:03:14Das ist ganz wichtig, gerade wenn man in unserer Branche viel auf den Beinen ist oder so was,
- 2:03:22dass man da was für den Rücken macht, weil so mit 30 oder 40 kenne ich schon manche,
- 2:03:29die haben da schon irgendwie massive Rückenprobleme und wenn man sich vorstellt,
- 2:03:33dass man da noch 20 Jahre neben dem Job arbeiten muss, wird nicht besser werden.
- 2:03:38Und sonst aber ein büßgroßer Bayernfan habe ich gehört, ne?
- 2:03:41Bayernfan?
- 2:03:43Dann gehen wir den Portrait jetzt abbrechen.
- 2:03:47Irgendwas mit Rot war das?
- 2:03:50Ja, ja, ja.
- 2:03:52Schwarz-Weiß-Rot-Nudels.
- 2:03:54Wollt ihr nicht zu nahe treten?
- 2:03:56Was wärst du sonst geworden, außer Sommi oder Gastronom oder Fußballfan?
- 2:04:04Ich glaube, das hängt auch wie beim Bayern von...
- 2:04:08Guck mal, ich komm, hab die Restaurantausbildung aus einem abgebrochenen BWL-Studium angefangen.
- 2:04:16Ich hab seitdem ich 16 bin, hab ich in der Gastronomie immer nebenbei gearbeitet, gekennert.
- 2:04:22Werden da gewisse andere Parameter gewesen, hätte ich wahrscheinlich keinen Fuß in die Gastronomie gesetzt.
- 2:04:29Hätten wir da jemand im Dritten Semester in den Arsch getreten und gesagt zu Christian, ist ja ganz nett.
- 2:04:34Aber mach mach doch erst mal das BWL-Studium und dann kannst du ja immer noch schauen, was du machst.
- 2:04:40Weiß ich nicht, kann ich dir nicht sagen.
- 2:04:43Zu viele Weggabelungen möglich gewesen.
- 2:04:46Aber ein Leben ohne Wein ist für dich schon möglich?
- 2:04:50Oder sagst du, der Back hat dich gebissen und du bist jetzt ladenfiziert?
- 2:04:55Nein, nein, nein.
- 2:04:57Leben ohne Wein ist nicht möglich.
- 2:04:59Also, glaub ich, nein, kannst vergessen.
- 2:05:01Der Großteil der Sozialisierung, den ganz, ganz großen Teil, ist eines sehr, sehr guten, engen Freundeskreises, ist in der Weinbranche verbandelt.
- 2:05:13Ehrlicherweise ist es auch das, was ich wahrscheinlich irgendwie dann doch irgendwie ganz gut kann und auch gerne mach.
- 2:05:20Und entsprechend, auch wenn es irgendwie nicht mehr jeden Tag als Getränk stattfindet, ist es ja dann doch trotzdem absolut im Alltag implementiert.
- 2:05:29Es fängt ja damit morgens an, wenn man den Wecker aufmacht, ausmacht und aufs Handy guckt, guckst du bei Instagram rein, was krieg ich, als erstes in den Feed reingespielt.
- 2:05:41Das, was Herr Ben Müller den Abend davor irgendwie verkauft hat und was bei den anderen Jungs, irgendwie so, oder Mädels, abends über die Teg und ging und getrunken wurde.
- 2:05:52So, dann hört man sich entsprechende Sachen an, Fachliteratur trifft sich mit den Menschen dementsprechend.
- 2:05:59Gibst du dich eine Inspirationsquelle? Also ist das Instagram oder gibt es noch andere Sachen, wo du Ideen, Informationen herholst?
- 2:06:08Also ich glaube, dass wir unglaublich in der Weinbranche vom Internet insgesamt profitieren.
- 2:06:14Das heißt, in den früheren Zeiten, die jüngeren erinnern sich Weinblocks oder Foren, dann hin über Facebook und zu Instagram.
- 2:06:25Und da auch das Netz weg, das dadurch hier entstanden ist, darf man ja ohne Weiteres so eng und gut vernetzt, wie man heute ist.
- 2:06:36Wir wären ja ohne das alles nicht.
- 2:06:38Wo kommt Empfehlung her? Kommt das von Kollegen oder kommt das von Händlern oder kommt das von Kästen oder ist das nur Internet?
- 2:06:45Wo du sagst, neue Weine, neue Trends, neue Richtung?
- 2:06:49Naja, das geht ja alles Hand in Hand.
- 2:06:53So du siehst, beim Marco irgendwie ein Wein, den kennst du nicht.
- 2:06:59Wenn Marco was ausschenkt, dann weiß ich, das wird schon Hand und Fuß haben und das wird mir tendenziell ausschmecken.
- 2:07:06Dann hast du natürlich gewisse andere Portale, wo Sachen empfohlen werden.
- 2:07:15Und auch an der dessen ist der Alkoholismus ja clever.
- 2:07:18Der spielt ja die Sachen rein, die für einen selber interessant sind und relevant sind.
- 2:07:24So funktioniert das. Dann gehst du noch zu den Masterclasses, dann gehst du noch auf irgendwelche anderen Verscheinungsstattung, auf irgendwelche Sammels.
- 2:07:32So baut sich das ja alles Stück für Stück zusammen.
- 2:07:36Dann kommt dann mal ein Gast, der dir sagt, du trinkst doch das ganz gerne und ich habe das bei euch auf der Karte gesehen.
- 2:07:41Ich bin jetzt gerade da in den Abrutzt gewesen, probiert das doch mal.
- 2:07:45So baut man sich das ja mehr oder weniger zusammen.
- 2:07:51Und wenn du selber in die Weinregion reingehst, ist es ja da wo Wein stattfindet,
- 2:07:58oder triffst du ja auch oft eine gute, sehr gute Kulinarik.
- 2:08:04Dann gehst du um Essen und lässt dich dann eventuell auch einfach mal darauf ein, was zu trinken, was du nicht kennst.
- 2:08:12Vor zwei Jahren in Istanbul gewesen, in dem Neolokal, die haben nur türkischen Wein.
- 2:08:17Und du sprichst mit dem Summe und sagst, hey, das trink ich ganz gerne aus Europa.
- 2:08:23Mach mir mal zwei Flaschen in dem und dem Preisrahmen, wo du glaubst, wenn du die Weine kennst, die ich dir gerade gesagt habe, was mir schmecken könnte.
- 2:08:34Ich könnte dir die Rebsorten nicht mehr nennen, aber das waren echt coole Sachen.
- 2:08:38Und auch in dem kulinarischen Kontext, hochspannend.
- 2:08:42Wenn du ein Trendscoat wärst für Wein, also gerade in deiner Ebene, in dieser Natural Weiner Ebene oder allgemein, hast du irgendwas, wo du sagst, in die Richtung geht es?
- 2:08:54Oder das wird die komplett neue, revolutionierende Geschichte, oder achtet darauf?
- 2:09:01Ich glaube, dass Savoy, können wir das rauspippen, nicht, dass er jeder Savoy kauft.
- 2:09:11Das Savoy wird sicherlich, also vermute ich, das wird das neue Yura werden.
- 2:09:17Manche sagen, ist es in Teilen vielleicht schon irgendwo geworden.
- 2:09:21Hat beliebtet sich auch, weil das Yura einfach über diese Klimakabriolen echt hart zu kämpfen hat.
- 2:09:30Dass das Savoy vielleicht noch ein bisschen resilenter aufgestellt.
- 2:09:33Das Rebsortenprofil ist unglaublich spannend.
- 2:09:36Aber dann gibt es noch in Südamerika, das Itata Welle, das finde ich noch ganz spannend, findet bei uns aber eigentlich auch nicht statt.
- 2:09:45Sehr coole Stil.
- 2:09:47Hab ich Sie auf dem deutschen Markt gesehen?
- 2:09:51Du hast dann eine relativ große Bio-Bewegung drin, die mit diesem Granit wahrscheinlich auch sehr genägt segnet sind, was pH-Wert angeht, dass du das entsprechend bewirtschaften kannst.
- 2:10:08Ein, zwei, echt schon richtig geile Sachen getrunken, aber das kommt noch nicht nach Europa. Das ist auch schwer über ein Importeur.
- 2:10:19Ich glaube, es gibt ein Importeur davon, der macht das, aber das findet nicht in der Masse statt.
- 2:10:29Ansonsten bin ich eher der Meinung des Rat, er findet keiner mehr neu.
- 2:10:36Er hat auch immer etwas mit einer gewissen Demo zu tun, wo wir dann gerade noch als, sorry, wenn ich das jetzt so sagen darf, als vermeidlich jüngere Sommie, euch etwas älteren Sommie,
- 2:10:48gegenüber diese Arroganz haben, dass wir sagen, ja, wir haben das Yura entdeckt.
- 2:10:53Wir sind jetzt die ersten, die hießen, wenn ich ihr wart, auch schon da. Und ihr habt auch schon die Sachen aufgemacht.
- 2:11:00Und wir haben auch nicht Winzer Champagne erfunden, sondern das gab es auch schon, wie früher.
- 2:11:04Da muss man auch dazu sagen, das sind ja alles Sachen, die die Wäuschchen auf der Weinkarte stattgefunden haben, sei es in den USA oder auch in Lärbach.
- 2:11:14Und auch davor war ja wahrscheinlich auch schon jemand, oder war es, wie war es, wie war es, wie siehst du das im Kontext, wenn du zu den Altmeistern deiner Zeit nicht aufschrassst?
- 2:11:28Es war schon alles noch wesentlich geschlossen. Und man kann diese verschiedenen Generationen ja durchaus betrachten, dass die Kulinarik in der Zeit ja, also vor mir, in der Generation vor mir,
- 2:11:39fast erst erfunden wurde oder beziehungsweise in 90er Jahren, man in Deutschland erst anfing, überhaupt Weine beim Glas zu servieren, vorhin und flaschenweise serviert wurden, also in Restaurants.
- 2:11:49Und danach, wir waren so mit die ersten, die 98/99 anfingen, überhaupt Weinmenüs anzubieten.
- 2:11:57Und so gab es dann eine ständig Entwicklung. Da hast du natürlich dann auch erstmal versucht, diese ganzen Klassiker.
- 2:12:02Das war, was es auf dem Markt gab. Der Weinhändler hatte damals vielleicht irgendwie 200 Positionen. Heutzutage haben sie 2.500.
- 2:12:11Die entsprechende Vielfalt bringt natürlich auch andere Weine mit sich. Also dadurch gibt es eine andere Intensität in der Vielfalt der verschiedenen Dinge.
- 2:12:20Man versucht, was Neues zu bekommen, kann durch eine ganz moderne Logistik auf ganz andere Sachen zurückgreifen.
- 2:12:25Also kann auf Weine vielleicht auch aus Belgien oder aus Norwegen zurückgreifen, wenn man sich einfach bestellen kann mehr oder weniger.
- 2:12:33Und das halt kein so großes Problem mehr ist wie früher. Also daher, glaube ich, bringt das das schon so ein bisschen mit sich.
- 2:12:41Und heutzutage möchte man nicht mehr so sein wie der andere. Das ist nochmal ein ganz großer Unterschied, glaube ich.
- 2:12:46Also man möchte nicht mehr so sein wie der Chefsorbin in dem Restaurant, sondern man hat so seinen eigenen Stil.
- 2:12:52Man will sein eigenes individuelles Geschmacksencharakterbild präsentieren.
- 2:12:56Und deswegen muss man möglichst briggig sein oder muss irgendwelche Sachen präsentieren, die vielleicht noch keiner hat.
- 2:13:03Und dadurch kommt eine ganz andere Vielfalt zum Tragen.
- 2:13:05Also daher, glaube ich, ist es ganz andere herangehensweise und wesentlich.
- 2:13:08Und da noch nicht mal darüber nachgedacht, was die Informationsquellen und die Präsentationsquellen dann letztlich, also die Medien, einzuliefern können, was wir halt damals auch nie hatten.
- 2:13:21Also daher waren es ganz andere Zeiten.
- 2:13:23Also ich glaube von dem Informationsherz sicherlich, dass das andere, aber wenn ich das jetzt, lassen Sie das Beispiel zum Beispiel das Bougoulet nehmen.
- 2:13:31Das Bougoulet gibt es ja schon ewig und das Bougoulet ist schon auch immer das etwas andere gewesen.
- 2:13:36Das ist ja mit einer der Kern, keinem Zonen der Naturweinbewegung unter anderem mit gewesen.
- 2:13:43Und das ist ja jetzt nicht erst in den letzten 20, 20 Jahren irgendwie hochgekommen.
- 2:13:48Und auch das Bougoulet wird ja davor schon provokativ anders gewesen sein.
- 2:13:53Deswegen tue ich mich immer immer so ein bisschen schwer damit, wenn gesagt wird, ja, ja, ich habe das jetzt alles erst.
- 2:14:00Oder wenn sich manches so mehr geht, so mehr, sich das irgendwie auf die Fahne schreiben und sagen, ja, ich habe das jetzt entdeckt.
- 2:14:06Ich bin jetzt mutig und ich mache ein Bougoulet in der Weimutgleitung, wo ich mir denke, naja, aber das haben auch schon welche vor uns gemacht.
- 2:14:13Das ist jetzt nicht irgendwie nirgendschitt, nur weil es meine Zeit lange vergessen wird, da finde ich, sollte man gerade euch ein bisschen mehr Demut entgegenbringen,
- 2:14:24indem man das irgendwie, es wird ja manchmal immer so ein bisschen neppelächert.
- 2:14:27Ja, ja, die haben ja früher mal nur Bougoulet, Kalifornien und Bordeaux irgendwo verkauft.
- 2:14:33Das glaube ich halt nicht, wenn wir sagen, 20 Prozent bei einer 2000er Weinkarte.
- 2:14:40Österreich, schlackern ja heute, also wenn du nicht gerade an der Schelle waren, schlackern ja eben in Deutschland die Ohren dabei.
- 2:14:49Ja, also ich glaube, wenn du Bordeaux, Bougoulet und Spanien, Italien, Kalifornien verkaufst und da die Konventionellin sagt, naja, es ist genug zu tun, weil die Vielfalt ja schon mein Norm ist.
- 2:14:58Hast du noch Wünsche und Ziele? Also hast du noch irgendwie einen ganz großen Plan für die Zukunft? Was können wir von dir noch erwarten?
- 2:15:03Erstmal bin ich jetzt in Frankfurt, der wieder ankommen, das so gut wie möglich machen und dann gibt es eventuell sicherlich irgendwo diese Keim im Kopf, der einem immer so ein bisschen flüstert, eventuell doch selbstständig zu machen
- 2:15:19und der Weinbranche möglichst lange erhalten zu bleiben und irgendwo würde ich mich vielleicht dann doch freuen, irgendwann mal in der Position zu sein, dass man Leute prägt, dass man denen so ein bisschen was auf den Weg mit gibt.
- 2:15:34Das kommt dann vielleicht irgendwann in den Jahren dann einfach noch. Darüber würde ich mich dann schon irgendwie so ein bisschen freuen.
- 2:15:47Ganz großes Dankeschön, lieber Sebastian. Für die Gedanken, für die Erklärung, für deine Definition von dieser Naturweinwelt, aber eben auch für deine Akzeptanz, für alle, die damit nicht klarkommen,
- 2:15:57sich damit nicht auseinandersetzen können oder möchten oder vielleicht auch noch nicht auf dieser Ebene sind, beide Weinwelten zu verstehen und für sich als zugewinn zu sehen.
- 2:16:05Es hat sehr viel Freude gemacht, es war sehr kurzweilig für mich und ich habe unfassbar viel gelernt.
- 2:16:10Und noch ein ganz großes Dankeschön euch, ihr Liebenhörer, für die Treue, für das Feedback, für die Anregung, für die Kritik, für die Begleitung auf die sozialen Medien.
- 2:16:18Und wenn ihr eine Anregung, Lob oder Kritik in jeglicher Form habt, könnt ihr mir diese sehr gerne per E-Mail senden unter silvio@somlipunktwebsite.
- 2:16:28Und ich würde mich sehr freuen, mit euch zusammen dieses Format weiterzuentwickeln.
- 2:16:32Und natürlich auch ein großes Dankeschön der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Konsei Owini und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung.
- 2:16:43Durch sie ist dieses Format möglich und daher ganz, ganz lieben Dank.
- 2:16:47Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:16:51Und ich freue mich auf die kommende Woche auf Freitag und auf unseren nächsten Gast.
- 2:16:54Aus dem Hotelstadt Kassel kommt akustisch zu uns Moritz Christian Brandt.
- 2:16:59[Musik]
- 2:17:11Mein Name ist Marc Driesen.
- 2:17:13Ich kenne Sebastian, weil ich mehrmals in meinem Leben sein Gast war und weil wir aber auch privat schon mal das ein oder andere Mal zusammen Wein getrunken haben.
- 2:17:25Zunächst einmal möchte ich sagen, dass das hier ein toller Podcast ist.
- 2:17:30Und ich finde, es wurde auch Zeit, dass dieser Podcast sich einmal mit Sebastian beschäftigt hat.
- 2:17:35Sebastian ist für mich ein Mensch, der mir derart am Herzen liegt, dass ich ihn nicht mehr missen möchte.
- 2:17:42Warum möchte ich ihn nicht mehr missen?
- 2:17:44Einerseits ist er ein unheimlich hübscher Typ, also zumindest im Rahmen seiner Möglichkeiten.
- 2:17:52Am schönsten finde ich ihn, wenn er mit kurzer Hose und Eintracht Frankfurt Poliesta Bauchtasche in das zu recht zweifach bestehende Herlin einmarschiert
- 2:18:01und sich alle gediedenen Hamburger wundern, warum jemand, der so aussieht, hier am Tisch sitzt und ist.
- 2:18:08Aber noch viel wichtiger ist, Sebastian ist vor allem so eine Art El Mariachi an der Schnittstelle von Wein und Gast.
- 2:18:18Sebastian ist völlig und dogmatisch und spielt dabei alle Akkorde von trübem Naturwein, wie ich liebevoll sage,
- 2:18:26Terrassenreiniger, bis 16% Alkohol, Napa, Welle, Bombe.
- 2:18:31Und er ist in dieser Hinsicht Schnittstelle, Wein und Gast meines Erachtens hochbegabt
- 2:18:39und allein für sein Know-how, seinen Charme und Service ist jedes Restaurant, in dem er ist, ein Besuch wert.
- 2:18:46Und zu guter Letzt ist er der Beweis, dass Wein das Leben lebenswerter macht, denn ohne Wein hätte ich diesen tollen Menschen nicht kennengelernt
- 2:18:58und ich fordere jeden Höhre dieses Podcasts auf, Sebastian's Fürsorge einmal live zu genießen.
- 2:19:06[Musik]
- 2:19:28[Musik]