Latest / SOMMELIER / Daniel Kiowski – Wein-Klassizismus par excellence
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- 0:00[Musik]
- 0:13Ja was Leute, ich bin Todi und mache mit #EistGtoniWein unkompliziert.
- 0:17Als ich das erste Mal Daniel aka Kio kennengelernt habe, war er noch Chefsommelier im Schloss Berg.
- 0:23Das ist das drei Sterne Restaurant von Christian Bau.
- 0:26Ich war mit der Truppe von acht Jungs unterwegs, wir haben das große Menü genommen, die Weinbegleitung dazu
- 0:31und haben gesagt, wir pimpen die Weinbegleitung, indem wir nochmal eine weitere Flasche zu jedem Gang bestellen.
- 0:37Jeder war einmal dran, die wurde dann blind serviert.
- 0:41Dann kam ich an die Reihe, sprach mit dem Daniel und sollte reifermose Riesling sein.
- 0:48Schnell habe ich gemerkt, dass der Bro auf jeden Fall weiß, wovon er spricht.
- 0:51Ich fand das schon mega sympathisch.
- 0:53Nach einer gewissen Zeit kam er mit einer befreundeten Sommelier, die Nina Mann, bei mir im Divine vorbei damals.
- 1:00Und an dem Nachmittag haben wir herausgefunden, dass wir weitere Interessen haben, die uns verbinden.
- 1:05Und zwar Graffiti, Oldtimer und die Teto-Kunst.
- 1:08Aber das absolut perfekte Match mit uns beiden war, die Vorliebe zum selben Weintypen.
- 1:14Wir haben dann Nummern ausgetauscht, haben zeitweise über Weintill telefoniert
- 1:18und gemeinsam mit Resortouren gemacht, waren gemeinsam mit dem Schwarzen Adler und so weiter.
- 1:22Ich kann sagen, dass Kio über ein immenses Fachwissen in vielen Topregionen verfügt.
- 1:27Vor allem Burgund und Mosel ist er so verkostungserfahren wie wenige Leute, die ich kenne.
- 1:34Außerdem kennt er auch alle anderen Weine, die ähnlich lebendig und berührend sind.
- 1:39Mit der Zeit ist Kio mein bester Weinfreund geworden.
- 1:41Es ist krass, wie ähnlich unser Weingeschmack ist.
- 1:45Und wenn er mir sagt, pass auf, Bro probier das, dann weiß ich, dass mir das auf jeden Fall auch traugt.
- 1:50Und ich meine, es ist andersom genauso.
- 1:52Obwohl wir ein komplett anderes Aufträgt haben, verbinden uns die Dinge, die ich gerade genannt habe, sehr stark.
- 1:58Dass ich so gerne an der Mosel bin, liegt auch an ihm.
- 2:01Er ist unheimlich großzügig.
- 2:04Ich fühle mich bei ihm zu Hause wie in meinem Zuhause.
- 2:08Es wird immer groß aufgetischt, wenn ich da bin und noch größer getrunken.
- 2:12Es ist so, dass ich wirklich besondere Flaschen mir aufspaare,
- 2:16dass wir die gemeinsam trinken und in den Deep Talk kommen und uns daran ausbilden.
- 2:21Das ist ein absolutes Quality Time und ein Gleichgesinnten für mich.
- 2:25Er ist auch immer hart motiviert, Proben mit einem besonderen Thema zusammenzustellen,
- 2:30die er dann ultraprofessionell durchführt und für alle Beteiligten eine Topausbildung darstellt.
- 2:36Ich bin mega dankbar für die Freundschaft, die wir haben.
- 2:39Und kann es kaum erwarten, bis wir das nächste Weintreffen wieder zusammen haben.
- 2:43Es gibt noch eine Anekdote, die muss ich euch unbedingt erzählen.
- 2:47Er sagt dann irgendwann mal zu mir, ich möchte auch mal in so einem Laden,
- 2:52wie bei dir immer laut, heftig den Song machen.
- 2:55Das ist ja ein ganz anderer Ansatz, wo ich herkomme.
- 2:58Irgendwann kam er zu Pro Wein und dann war der Tag.
- 3:02Er kam rein, ich war komplett am Schwimmen.
- 3:05Und ich habe gesagt, hier ist die Weinkarte, Tisch 1, 2, 3.
- 3:09Bitte geh und empfehle Wein da.
- 3:11Und das hat er dann tatsächlich gemacht, hat mir quasi den Arsch gerettet in dem Moment.
- 3:16Wir hatten eine gute Zeit an dem Abend, die ich niemals vergessen werde.
- 3:20[Musik]
- 3:42Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Sommelier",
- 3:45die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
- 3:48Mein heutiger Gast ist Daniel Kiofski.
- 3:51Und Daniel Kiofski hatte eigentlich nur eine voll verantwortliche Stelle als Sommelier.
- 3:56Und das in einem drei-Stern-Restaurant.
- 3:58Über sechs Jahre war er Sommelier von Christian Bau
- 4:01und definierte dort Wein-Faszination komplett neu.
- 4:04Und das demso war, das kann man nachhören.
- 4:07In den abschließenden Grußworten von Christian Bau am Ende des Podcasts.
- 4:11Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen,
- 4:13möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner,
- 4:15bei der Schlumberger Gruppe, mit den Handelshäusern
- 4:18Segnetz, Konsejo Vini, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect
- 4:22für die wirtschaftliche und auch für die händische Unterstützung.
- 4:25Ganz herzlich bedanken.
- 4:27Denn dank Ihnen ist er heute hier.
- 4:29Herzlich willkommen, lieber Daniel Kiofski!
- 4:32Ich weiß wirklich nicht, ob ich von dir enttäuscht oder begeistert sein soll.
- 4:37Ich bin gespannt.
- 4:40Wir haben ja mehr oder weniger ausgemacht,
- 4:43dass wir eine Art Rekotausch praktizieren wollen.
- 4:47Also du arbeitest für ein Weinunternehmen,
- 4:50ich habe einen Partner als Weinunternehmen.
- 4:53Beides haben wir einen ganz guten Zugang zu Wein
- 4:56und wir wollten uns gegenseitig Flaschen zuschicken.
- 4:58Und ich hatte ja eigentlich schon eine relativ feste Vorstellung,
- 5:01was ich von dir bekomme.
- 5:03Wir sind ja mehr oder weniger auch so verblieben,
- 5:05dass du mir irgendwas ohne Etikett schickst.
- 5:08Und ich habe zu meiner Frau gesagt, du mach mal auf, stell mal hin.
- 5:12Stell mal schön kalt.
- 5:14Und dann meinte sie dann aber zu mir, ja ja, super, aber du hast das falsche Glas.
- 5:18Du hast mir ein Rotwein geschickt.
- 5:22Ja, aber deine Empfehlung ist definitiv mutiger.
- 5:27Das ist mega mutig.
- 5:29Also ich dachte, das war ja auch mit Überlegung,
- 5:31weil ich dachte, du hast ja immer mit diesen zarten Gewächsen an der Mosel zu tun.
- 5:34Also da ist ja alles irgendwie zart, zerbrechlich trotzdem.
- 5:37Beständig, aber sehr feingliedrig.
- 5:39Und deswegen wollte ich da so eine richtige Bombe heutzutage sagen,
- 5:43ist ein bisschen doof, aber so ein richtig Knaller, so ein richtiges Monster.
- 5:48Also lieber in Sehwio, eine Ballmose, Lana, ein Wein mit 16,5 Prozent zu schicken,
- 5:53ist schon mutig.
- 5:56Ey, du kommst aus Berlin, da ist ja wohl einiges ein bisschen lauter und ein bisschen opulenter.
- 6:01Und ich glaube, das hast du ja wohl nicht abgelegt, oder?
- 6:03Also ich glaube, du kannst mit 16,5 Prozent umgehen, oder?
- 6:05Und das ist kein Portwein.
- 6:07Ja, ich versuch's.
- 6:09Ich hab kein Wasser dabei.
- 6:11Vielleicht lall ich nachher irgendwann.
- 6:13Ah, warum Rotwein? Also warum hast du mir nicht?
- 6:16Ich bin ja voll davon ausgegangen, du hast eine von deinen entweder
- 6:20im letzten Jahr 48 abgefüllten Auslesen,
- 6:23irgendein Kabinettchen, was gerade so ein bisschen hippie ist,
- 6:25irgendwas altes, irgendwas Jugendliches, irgendwas, was gerade erst nur am Gern ist.
- 6:30Und mit Rotwein habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.
- 6:33Warum Rot?
- 6:35Dass die Mosel den besten Riesling macht, ist ja hindecklich bekannt.
- 6:39Das wir aber mittlerweile, Klimaerwärmung sei Dank,
- 6:46auch sehr ernst zunehmende Pinot Noirs machen,
- 6:51wissen noch nicht so viele.
- 6:53Und ja, ich weiß es nicht, wie deine Erfahrungen sind.
- 6:57Also mir ist klar, dass du Mosel, Riesling, hohen runter kennst.
- 7:02Ich weiß nicht, wie viele von den Aushängelschildern
- 7:06im roten Bereich du schon hattest.
- 7:08Nicht so viele.
- 7:10Nicht so viele, wie ich sie gerne hätte,
- 7:13weil sie teilweise gar nicht so marktpräsent sind.
- 7:16Und wenn man Pinot trinkt, ja doch, man ist ja ja so ein bisschen gewohnheitstier.
- 7:23Oder ich bin dann relativ selten exotisch,
- 7:26deswegen habe ich mich da mega drüber gefreut.
- 7:29Also Pinot ist es, mehr weiß ich nicht.
- 7:31Also ich bin davon ausgegangen, dass Pinot ist.
- 7:33Es könnte auch sein, dass ihr irgendeine Pivirebsort noch links rechts stehen habt.
- 7:36Und die da abgefüllt wird.
- 7:39Also ich habe nicht viel Erfahrung, aber ich fand das Thema spannend.
- 7:44Ist es denn wirklich ein Phänomen der Klimaerwärmung?
- 7:47Weil Pinot Noir oder Spätburgunder und Mosel ist ja eigentlich auch historisch ein Riesenthema gewesen.
- 7:54Es wurden ja teilweise richtig bekannte außergewöhnliche Pinos bis 1930 einer Mosel abgefüllt.
- 8:03Und zwar ja eigentlich erst die Nationalsozialisten, die es verboten haben
- 8:07und Rodungen angeordnet haben, weil sie ein reines weißweichen Gebiet aus der Mosel machen wollten.
- 8:13Und das hat bis 1986, finde ich, erstaunlich angedauert,
- 8:17bis es wieder legitim war, Pinot von der Mosel zu präsentieren.
- 8:23Ja, genau.
- 8:25Ich würde eher sagen, also wie du sagst, wir haben für Jahrhunderte Tradition, Pinot an der Mosel zu machen,
- 8:32die Vorstellung, die der internationale Trinker, und wir präsentieren uns immer international eher,
- 8:39also ich meine damit nicht Markus Molitor, sondern die Mosel ist ja ein Gebiet,
- 8:46was oder das Gebiet, was international den größten Bekannte jetzt gerade hat von den deutschen Gebieten.
- 8:54Und somit ist man automatisch immer auch in einem internationalen Vergleich.
- 8:58Und die Stilistik Pinot Noir, die wir heute machen können, die ist eben, die hat ein internationales Anforderungsprofil.
- 9:09Das heißt also, der typisch deutsche Spätburgunder, also wir nennen unseren Wein ja auch Pinot Noir aus verschiedenen Gründen,
- 9:15weil wir begundliche Klone benutzen, weil wir die Wein gerne sehr trocken haben.
- 9:20Der typisch deutsche Spätburgunder ist ja ein bisschen eine andere Zielrichtung.
- 9:25Und ja, also die lassensste Einhaken, was passiert ist, was sich getan hat,
- 9:36und warum Mosel, Pinot heute wieder oder nicht wieder spannender denn je ist.
- 9:42Eigentlich schon wieder, weil das, was ich vor Ewigkeit mal darüber lesen durfte,
- 9:48war ja eigentlich schon relativ rumreich. Also es waren nicht die schlechtesten Weine,
- 9:52und die hatten ein gewisses Renommee, einen gewissen Bekannteilsgrad und haben auch einen gewissen Preis erzielt.
- 9:57Ja. Also da gab es ja schon, und damals war das Klima ja nicht so predestigniert, wie wir es heute dafür sehen.
- 10:06Na gut, man wird wahrscheinlich auch noch wahnsinnig schabdolisiert haben, oder?
- 10:10Klar.
- 10:11Und wenn man da Erfahrung zu oder weißt du, wie damals Pinos gemacht werden, wie das heute im Vergleich ist,
- 10:16versucht man daran irgendwie so ein wenig anzuknüpfen, oder schneidet man alle alten Zöpfe ab und sagt,
- 10:21heute ist sowieso alles anders, außer vielleicht die Böden, die ja nach wie vor schiefer teilweise an der Obermose keich sind,
- 10:28was ja auch total spannend ist.
- 10:30Also schabdolisieren ist ja ein Thema, was nicht nur Deutschland betrifft.
- 10:35Manche der größten im Begunterzeugten Weine sind schabdolisiert oder viele.
- 10:40Es gibt ja auch Winzer, die da gar nicht lang drum herumreden.
- 10:43Also ich war neulich zum Beispiel, um mal ein Beispiel zu nennen, bei Jacques-Friedrich Minier,
- 10:49und er hat gesagt, bis 2014 war fast jeder Jahrgang schabdolisiert.
- 10:54Ab 15 nicht mehr, in 21 wieder.
- 10:58Und bei der Rebsorte Pinot Noir ist ja schabdolisieren noch gar kein Problem.
- 11:02Wir sind jetzt keine Freunde von Riesling schabdolisieren, glauben, dass ein großer Riesling aus Reifendrauben kommt.
- 11:09Aber Riesling ist halt ne andere Rebsorte und kann man nicht vergleichen.
- 11:12Und was ich meine, mit heute ernst zu nehmen, dass wir heute eben ne Stilistik Pinot Noir machen können,
- 11:19die international Anklang und Akzeptanz findet und die nicht nur als was lokales abgetan wird.
- 11:27Und die Vergleiche zeigen es einfach, dass wir heute Weine machen, die sehr international wertgeschätzt werden.
- 11:37Und wie fernwiderscheidest du, dass du sagst, es muss ein Stil sein, den man international akzeptiert oder wahrnimmt?
- 11:44Also wie kann man das sehen?
- 11:46Naja, es ist einfach messbar.
- 11:48Du siehst es dadurch, was du...
- 11:51Also heute global gesehen, der Pinot Noir Trinker, der hat natürlich schon ne gewisse Vorstellung von der Rebsorte.
- 11:59Also wie gesagt, sie muss trocken sein.
- 12:02Wenn jetzt ein Pinot Noir mit 10 Gramm Restzucker, dann wirst du international kein Erfolg haben.
- 12:09Bin ich davon überzeugt.
- 12:11Und was wir auch sagen muss, was früher wurden spätbuhrender Stöcke an der Mosel rausgerissen,
- 12:23ich glaube, ich weiß bin nicht sicher, ob das stimmt, was du sagst, dass sie gerodet werden mussten.
- 12:28Ich meine, es war nur verboten, es neu zu pflanzen.
- 12:33Bist du sicher, dass man es roden musste?
- 12:36Habe ich gelesen.
- 12:38Hast du gelesen?
- 12:39Was ich falls auch nicht aktiv dabei, aber es war, was ich gelesen hatte, dass es per Anordnung auf alle Fälle keine neue Pflanzung gibt,
- 12:47aber dass es auch umgestockt werden musste auf weiße Rebsorten und seit 1933 aktiv irgendwie auch nicht mehr abgeführt werden durfte.
- 12:56Unabhängig davon, ob man es roden musste oder nicht, klar war, in der damaligen Zeit hast du für Riesling viel, viel höhere Preise erzielt.
- 13:05Das heißt, der Riesling-Rebstock war wertvoller als der Rote.
- 13:09Was du heute auch siehst in Mörsö oder Chassan Mörrasche verschwindet der Pinot ja auch,
- 13:14weil du für einen roten Mörsö, für einen weißen kriegst du dreimal so viel.
- 13:18Und das ist im Prinzip dann an der Mosel auch passiert, unabhängig von dem Verbot.
- 13:23Aber durch das Verbot haben wir einfach die Kultur, wir haben Rebalter verloren, wir haben Snow-Haw verloren, einfach die Kultur Pinot zu machen.
- 13:31Und das alles hat ja Zeit gebraucht, um sich wieder zu finden, um das wieder zu erlernen.
- 13:37Heute siehst du hier junge Winzer, die auch im Ausland gelernt haben, die über den Tellerrand hinaus blicken und ja, mit allerhöchstem Anspruch daran gehen.
- 13:48Und ich glaube, dass auch die Zukunft von Bogundatrauben im Gebiet, dass man es nicht sieht als Ergänzung vom Sortiment,
- 13:58was ich finde so ein bisschen deutsches Problem ist, allgemein in Deutschland, wir haben zu viele Rebsorten, zu viele Weine,
- 14:04alles ist zu kompliziert, warum wir in der Welt nicht verstanden werden.
- 14:08Und ich für meinen Teil bin ja sehr viel in der Welt unterwegs, wir exportieren in 70 Länder.
- 14:14Ich habe jetzt bis zum letzten Wochenende in diesem Jahr schon 32 Reisetage absolviert.
- 14:20Und deswegen, das ist halt, was ich sehe international, dass wir sind immer die Komplizierten, die Komplexen.
- 14:29Gut, deswegen kann man sagen, auch habe ich ein Job, weil wir einfach Dinge erklären müssen.
- 14:38Aber die Zukunft liegt darin, etwas zu machen und sich dem voll zu verschreiben.
- 14:44Es ist nicht als Ergänzung zum Sortiment zu nehmen, weil man dann auch ein paar Flaschen verkaufen kann,
- 14:48sondern den Anspruch zu haben, das auf allerhöchstem Niveau zu machen.
- 14:52Und dann macht auch Chardonnay oder Binoa, wenn man es eben richtig machen will.
- 14:59Und dazu gehört dann auch, dass man eben gewisse Preise erzielt, weil wenn die Sache am Ende halt nichts kostet,
- 15:06wirst du auch nicht andere Winzer, die bisher sich nur auf Riesling beschränkt haben,
- 15:12davon überzeugen, sich auch mit dem Thema zu befassen.
- 15:15Also seid ihr erfolgreich mit euch was Pinoa?
- 15:17Für uns ist der Pinoa sehr wichtig. Also als ich vor knapp zehn Jahren bei Molitor angefangen habe,
- 15:23haben wir fast alles im Land verkauft.
- 15:30Und Pinoa war eigentlich nicht wirklich präsent.
- 15:35Und heute ist es andersherum, heute könnten wir fast alles im Export verkaufen.
- 15:39Glaubst du, der Pinoa hätte auch diese Anerkennung, wenn der da bei Molitor nicht dahinter stehen würde?
- 15:46Also wenn ihr mit euren Rieslingen nicht so erfolgreich wäre,
- 15:49würde ihr trotzdem die gleiche Wahrnehmung und Anerkennung für diesen Rotwein erfahren?
- 15:55Es spielt sicherlich eine große Rolle, hilft definitiv.
- 15:59Wenn Leute wissen, da ist jemand, der steht für Qualität in dem einen Themenfeld,
- 16:05jetzt macht der noch ein anderes auf, interessiert uns, wie bespielt er das, wie macht, wie interpretiert er das.
- 16:11Aber man muss natürlich auch ganz klar sagen, die Nachfrage an Pinoa ist so groß,
- 16:18wegen der Preisexplosion im Begrund ist er ganz klar.
- 16:21Auch heute findest du im Begrund spannendste Weine, höchster Qualität, die bezahlbar sind, aber sind nicht verfügbar.
- 16:34Und das ist der große Vorteil, den wir in Deutschland haben, nicht nur mit Pinoa, auch mit Rieslingen großen Gewachsen,
- 16:40wir haben Verfügbarkeit. Es gibt zahlreiche, nicht zahlreiche, Haufenweise VDP-Betriebe,
- 16:46wenn du da morgen Anruf, so eine Palette GG bestellen möchtest, dann haben die die.
- 16:51Versuch mal im gleichen Preisbereich irgendwo an der Loa oder an der Ron eine Palette zu bestellen, ist nicht so einfach.
- 17:00Ist das gut oder ist das schlecht grundsätzlich?
- 17:03Na ja, erst mal, du musst sehen, wenn du jetzt alles herzlichen fühlen wieder,
- 17:07aber wenn du es am einfachsten, wenn du Wein machst, ist natürlich, du befasst dich überhaupt nicht mit dem Vertrieb, du verteilst den Wein nur.
- 17:18Wenn du einfach dich mit dem, wenn du dich 100 Prozent aus Wein machen konzentrieren kannst,
- 17:23keine Reibungsverluste, keine Nerven hast, dich irgendwas im Verkauf zu kümmern, das ist natürlich der Optimalfall.
- 17:30Aber für, wenn du es jetzt siehst aus Händlersicht, aus Importeursicht, was nütztest dir?
- 17:37Beispiel, du bist Importeur in Dänemark, findest einen ganz tollen Sansseher, der dich im Einkaufen nur 16 Euro kostet,
- 17:45super Qualität, aber du kannst davon nur 60 Flaschen kaufen.
- 17:49Damit kannst du ja kein Geschäft aufbauen.
- 17:52Dafür kannst du ja nicht leben.
- 17:54Und das ist aktuell in Deutschland der Unterschied, dass du in Deutschland sehr hohe Weinqualität bekommst, mit Verfügbarkeit.
- 18:05Kannst du, wenn du diesen Wein jetzt probierst, kannst du den noch objektiv wahrnehmen,
- 18:10oder ist es wie das eigene Kind, wo man sagt, ach, das ist ja eigentlich trotzdem das Schönste?
- 18:14Du meinst jetzt den Wein, den ich dir geschickt habe.
- 18:17Den du mir geschickt hast.
- 18:18Also ich finde den schon sehr, sehr außergewöhnlich.
- 18:20Egal, ob es die Tanninstruktur ist, ob es die Rauchigkeit ist, ob es die Würze ist,
- 18:25ob es diese ganz, ganz fein differenzierte Aromenkultur ist,
- 18:30wir haben den heute Mittag schon aufgemacht, oder ich habe den heute Mittag aufmachen lassen.
- 18:36Wir haben es jetzt ja am frühen Abend, also konnte ich schon wenig atmen,
- 18:40aber er wirkt relativ warm und relativ stoffig, trotz allem.
- 18:43Ja, also ich bin da immer frei raus.
- 18:45Auch wenn ich jetzt mit dem Chef probiere, du brauchst ja schon ein bisschen Eier,
- 18:49um zu sagen, wenn es dir nicht gefällt.
- 18:51Ja, und ich mache das immer.
- 18:53Und deswegen, glaube ich, fragt er mich auch, weil ich bin, also selber glaube ich eher,
- 18:58was unsere Weine betrifft, überkritisch.
- 19:01Okay.
- 19:02Also sehr kritisch.
- 19:03Und wir reden dann nichts schön.
- 19:05Also wir sprechen die Sachen so an, wie sie sind.
- 19:09Wie empfindest du den?
- 19:10Ich muss jetzt ehrlicherweise gestehen.
- 19:13Ich habe mir jetzt dein Amarone eingeschenkt, aber ...
- 19:16Du fahrt nicht, ich kann auch switchen.
- 19:18Lass es mal zum Amaronespringen, dann können wir nachher den Pinot wahrnehmen.
- 19:23Oder so viel Alkohol.
- 19:25Der hat wirklich viel Alkohol, 16,5 bis ja nicht ohne.
- 19:29Dann bleibt mir die Luft weg, Junge.
- 19:3016,8.
- 19:32Aber es ist doch eigentlich in dem Sinne ein Wein, den man im Restaurant wunderbar einsetzen kann.
- 19:38Oder findest du nicht, wer die Leute dann unter dem Tisch liegen und der Arm vorbei ist.
- 19:42Aber so ein Glas entweder im Weinmenü oder wenn es jemand wirklich richtig Knalle haben möchte.
- 19:48So dieses opulente, vollmundige Stoffe.
- 19:51Jetzt bist du ein bisschen weich gespült mit deinen neuen Volumenprozentigen auslesen.
- 19:55Aber das macht doch manchmal auch Spaß oder nicht.
- 19:59Weißt du, Savio, ich sage immer in Englisch,
- 20:03"I like to drink wine, but I love to drink a lot."
- 20:08Das ist in dem Fall jetzt nicht ganz so möglich.
- 20:11Du sagst, weil ich gespült, ich trinke einfach gerne.
- 20:13Ich trinke einfach wirklich gerne.
- 20:15Ich trinke auch gerne viel, aber ich bin nicht gerne voll.
- 20:18Du hast recht, dieser Wein ist im Restaurant ohne jegliche Frage gut einzusetzen.
- 20:26Ich wüsste doch nicht nur wie ich ihn verkaufe, auch wem ich ihn verkaufe.
- 20:30Der Wein ist zweifelsohne von Topqualität.
- 20:36Er ist absolut typisch.
- 20:38Du bekommst das, was du von Amarone erwartest, diese Konzentration, die Länge, die Struktur.
- 20:45Es sind ein Beispiel, paar Excellents.
- 20:48Und wer Amarone mag, der ist mit dem Wein glücklich.
- 20:51In dem Fall ist halt eher eine Stilfrage.
- 20:53Willst du Cabrio oder SUV?
- 20:55Und das ist ein fetter SUV.
- 20:57Das ist ein Big Block, V12.
- 21:00Es gibt aber manchmal auch Speisen, wo du sowas brauchst oder nicht.
- 21:08Oder findest du dann so ein Pino, wie du ihn mir geschickt hast, passender und interessanter,
- 21:15weil er die Speise so ein wenig auflockert, versucht, ein Fundament zu schaffen
- 21:20und die Speise nicht zu sehr beeinflusst?
- 21:24Ich finde das Thema "Wein-Speisen-Begleitung" etwas überbewertet,
- 21:31da hingehend, dass umso besser das Restaurant ist, in dem Wein der Wein umfohlen wird,
- 21:40umso weniger tatsächlich probieren die Gäste den Wein zum Essen.
- 21:45Ich war sechs Jahre bei Christian Bau, wie du weißt,
- 21:49und habe, ich kann dir sagen, bei Christian Bau in meiner Zeit,
- 21:53das ist ja heute vielleicht anders, schon eine Weile her,
- 21:5695% der Gäste haben überhaupt nicht den Wein zum Essen probiert.
- 22:00Da kommt der Teller, der sieht aus wie ein Kunstwerk, oder der sieht nicht aus, der ist ein Kunstwerk.
- 22:05Dann sind die Leute erst mal geflasht, bleibt die in die Luft weg, dann staunen die
- 22:09und dann essen die den Teller und nachher sagen, ach hier war noch der Wein, probieren die den,
- 22:15ich habe eine Frage, wie hat ihnen denn die Empfehlung gefallen?
- 22:18Die "Wow" war super. Sie haben es einfach gar nicht probiert.
- 22:23Für mich ist ja "Wein-Begleitung" auch so ein bisschen ein Liebdingsthema.
- 22:29In der Zeit, in der ich bei Bau war, in diesen sechs Jahren, habe ich in über 30
- 22:35drei Steiner Restaurants gespeist, in verschiedensten Ländern.
- 22:40Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber damals war es so, ich war eigentlich immer eingeladen,
- 22:44wenn du zu Familie gehörst, bezahlst du nicht.
- 22:47Also ich war auch unter anderem fünfmal in New York drei Steiner essen.
- 22:51Ich habe nicht einmal eine Rechnung bekommen, immer nur Tipp bezahlt.
- 22:55Ich habe aus Weiterbildungszwecken ja immer natürlich die Glasweise Wein-Begleitung bestellt
- 23:00und ich war sehr oft sehr enttäuscht.
- 23:03Ich halte auch nichts davon, wenn du das Menü liest
- 23:09und dann dazu die feststehende Wein-Begleitung.
- 23:13Weil ich eher der Vertreter bin, dass der Wein auch zu dem Gast passen muss.
- 23:20Jeder Handhab das anders.
- 23:22Mein Rezept war, ich hatte einen Pool an Weinen, etwa zehn bis zwanzig Weine immer offen.
- 23:28Der erste, den ich serviert habe, der war immer gleich, auch kurz dazu noch ausgeholt.
- 23:35Ich habe immer Feinherbenkabinett serviert.
- 23:39Und am Anfang habe ich gesagt, wir haben jetzt den ersten Wein,
- 23:43ist Feinherb, ein bisschen restsüße, dann wollen die Leute den schon nicht mehr.
- 23:47Du musst die Worte süße und Zucker weglassen und sagen es authentisch und typisch,
- 23:53dann wollen es alle.
- 23:55Und heutzutage wird es einfach Zucker gesehen.
- 24:01Ich glaube es ist schlimmer als je zuvor, Zucker ist wie Gift.
- 24:04Aber de facto, wenn du verschiedene Amüsbusch hast, kalt, warm, süß, sauer, salzig, knackig, was auch immer,
- 24:14brauchst du ein Wein, der eine Spagatlösung ist.
- 24:19Zum Ersten, zweitens, der, wie ich finde, auch vom Alkohol nicht so hoch ist.
- 24:24Weil in der Regel, wenn du essen gehst, hast du einen leeren Magen,
- 24:27willst du das erste Glas Wein, was du trinkst, nicht sofort spüren.
- 24:30Deswegen war ich immer ein Fan davon von Feinherbenkabinett.
- 24:33Und ab dem zweiten Wein, um zu meinem eigentlichen Thema zurückzukommen,
- 24:37habe ich dann geguckt, was funktioniert mit dem Gericht und passt aber auch zu dem Gast.
- 24:46Womit kann ich den Gast glücklich machen?
- 24:49Meine Intention war nie, den Garagen Winzer, den ich irgendwo entdeckt habe, populär zu machen
- 24:56oder zu zeigen, guck mal hier, was ich tolles gefunden habe,
- 24:59sondern einfach, dass die Leute eine gute Zeit haben.
- 25:02Interessantes Konzept. Und die Speisen hast du nahezu außer Acht gelassen
- 25:08oder war das schon ein Grundparameter, an dem du dich entlang gehangelt hast?
- 25:12Oder von den 10, 20 Weinen haben alle irgendwie zu den Speisen gepasst?
- 25:15Die Weine müssen grob natürlich zu dem Essen passen.
- 25:19Also wichtig ist, wenn du ein Gericht hast, wo viel Säure drin ist,
- 25:23dann darf der Wein natürlich nicht auch säurebetont sein.
- 25:26Aber jetzt nimm doch mal, du hast einfach ein riesling großes Gewächs, was Acht Jahre alt ist.
- 25:33Oder sagen wir mal jetzt explizite Beispiele, Jahr 2018.
- 25:37Ein trockenen, großen Riesling aus 18.
- 25:40Wenn dich jemand fragt, wozu kann ich denn den trinken?
- 25:44Ja, da gibt es ja ein Millionen Möglichkeiten.
- 25:46Es ist viel leichter zu sagen, wozu der nicht passt.
- 25:49Du kannst mit diesem Wein ein Gericht begleiten,
- 25:52zu dem genauso gut ein weißer Begründer passt.
- 25:55Und deshalb, am Ende des Tages musst du ja die Aufgabe, den Gast glücklich zu machen,
- 26:05Priorität 1 und Priorität 2, dass der Chef glücklich ist, weil die Zahlen stimmen.
- 26:10Und ich habe sehr viel Lob bekommen dafür.
- 26:17Und ich habe sehr oft gehört, dass die Gäste gesagt haben,
- 26:20endlich können wir mal Weine trinken, die wir kennen und die bekannt sind.
- 26:24Und ich habe einfach gerne Wein Serviette, die am besten schon 100 Jahre lang gut sind.
- 26:28Und das ist für mich auch nicht langweilig, wenn du irgendwo hinkommst und Klassiker bekommst.
- 26:33Wer meine Frage gerade gewesen, du hast dich dann selber nicht als langweilig empfunden,
- 26:36weil du die Weine, die alle schon kennen, in einer Abfolge präsentiert hast, die alle schon kennen.
- 26:41Also du musstest nicht die Hot Shots irgendwie rausholen,
- 26:44wie du es vorhin gesagt hast, den Geragenwinzer aus der kleinen Ecke,
- 26:48sondern du hast dich mit der Komfortzone wohlgefühlt.
- 26:51Wenn du in drei Steine Restaurant gehst und du kriegst so einen Steinbrot,
- 26:57der am Ende geht es ja darum, den Gast glücklich zu machen,
- 27:01du machst den Gast eher glücklich mit einem Mörzo oder einem rieseligen großen Gewächs,
- 27:08als mit irgendwas fancy Funky.
- 27:10Aber es ist nicht die große Kunst, die Mischung, dass du halt einen Mörzo bringst oder ein großes Gewächs
- 27:15und zwischendrin halt irgendeinen Schenin Blanc von dem Cousin von der Schwägerin von der Loa,
- 27:21die halt seit jetzt neun Monaten Wein macht.
- 27:25Ja, klar, die ... ja und nein, meine Mischung war Reife.
- 27:35Wer kennt sich denn aus mit Wein, die zehn, die zwanzig, die 30 Jahre alt sind?
- 27:40Kennt ja keinen Gast.
- 27:42Und du nimmst jetzt eine junge, süße Spätlese von Prüm,
- 27:47die haben viele schon mal getrunken, aber wer hat denn eine getrunken, die 30 Jahre alt ist?
- 27:51Und das bringt es ja auf ein neues Niveau, weil als ich diesen ganzen Restaurants,
- 27:55die ich als Gast besucht habe, ist mir aufgefallen, es gibt ja nur jungen Wein.
- 28:00Kaum einer serviert mal einen Weißwein, der fünf oder gar zehn Jahre alt ist.
- 28:04Es gibt keinen Rotwein, der ... du hast in diesen Restaurants oftmals ein Fleischgericht im Hauptgang,
- 28:10dann gibt es einen Wein dazu und der ist unreif.
- 28:12Also der Käse, der Hardkäse ist gereift, das Fleisch abgehangen, alles ist gereift
- 28:17und die Speisen sind perfekt en poir und dann macht jemanden Bordeaux auf der vier Jahre alt ist,
- 28:23da kriegt sie Krise.
- 28:25Weil du hast ja, wenn du in diesem, wir reden es nicht von einem normalen Restaurant,
- 28:28wir reden vom höchsten Niveau und im höchsten Niveau hast du als sommelier
- 28:32ja die Zeit diese Weine zu finden.
- 28:35Die meisten Restaurantbesitzer machen das alles nebenbei den Weinbereich
- 28:39und deswegen ist auch die Verpflichtung, finde ich, dafür zu sorgen,
- 28:44dass die Weine in einem Trinkzeitfenster sind, wo sie sich optimal präsentieren.
- 28:50Ich finde es einfach schade, wenn du dich hinstellst und sagst, der Wein hier ist sehr gut,
- 28:54aber noch zehn Jahre zu jung, ihr dann servieren doch einfach nicht.
- 28:58Macht Sinn ist einleuchtend
- 29:00und nicht zuletzt gibt es ja auch viele Winzer, die mittlerweile gereifte Qualitäten anbieten
- 29:04und die Gastronomie dabei unterstützen.
- 29:06Teilweise auch Teil Weinhändler, die 5, 6, 7, 8, 9, 10 Jahre alte Weine anbieten
- 29:13und das eben versuchen auch zu begleiten, dass ein Wein mit einer gewissen Reife
- 29:21eine ganz eigene Präsenz hat oder eine ganz eigene Tiefe hat
- 29:26oder einfach dieses Trinkfenster dann irgendwo braucht
- 29:28und ich glaube oder wagen zu behaupten, es gab es noch nie so in dieser
- 29:32möglichkeit gereifte Weine auch von Händlern zu kaufen, wie in oder von Winzern, wie in der jetzigen Zeit.
- 29:37Es ist der Schaumwein der Geschmacksrebellen.
- 29:57Es ist nicht selten die Polybidehre, die keinen Etikettenwaren betreiben,
- 30:00sondern einfach Schaumwein genießen wollen.
- 30:03Der Grimond.
- 30:05Und wenn man Grimond glaubt zu kennen, dann muss man das Haus Ackermann kennen.
- 30:09Denn der Grimond Loire wurde von Jean-Marc-Pierce Ackermann
- 30:12den Begründer eines der ältesten Schaumweinhäuser der Loire,
- 30:16das 1811 gegründet wurde, maßgeblich geprägt.
- 30:20Die Einführung des AOC-Systems in den 1930er Jahren führte zu ganz klaren Abgrenzungen
- 30:26von Grimondchampagner.
- 30:28Herzlich Willkommen zu einer Reise, die uns ins Herz der Loire führt.
- 30:32Zu einem Schaumwein bei dem Geschichte und Handwerkskunst in einem Glas verschmelzen.
- 30:38Herzlich Willkommen zum Ackermann Reujal Brüderosee.
- 30:42Wie bereits erwähnt war eines der wichtigsten Jahre für das Haus Ackermann,
- 30:46einem der renommiertesten Produzenten im Loire-Tal, das Gründungsjahr 1811.
- 30:52Und irgendwie passte diese Gründung auch ganz perfekt in diese Zeit,
- 30:55denn im Jahr 1811, als Europa von Umbrüchen und Neuerungen geprägt war,
- 30:59erkannte Jean-Papierce Ackermann.
- 31:02Die zeichten der Zeit und gründete das erste Schaumweinhaus der Loire
- 31:06mit einer unfassbaren Leidenschaft.
- 31:09Für die Kunst der Flaschengierung wagte er sich in die legendären Tuffsteinhöhen von Zormür,
- 31:13um dort seine ersten Schaumweinexperimente durchzuführen.
- 31:17Diese unterödischen Kathetralen boten ideale Bedingungen für die Reifung der Weine,
- 31:22konstant, kühl und feucht, wodurch eine feine Perlage,
- 31:26und das macht oftmals die Schaumweine aus und die komplexen Aromen entstanden.
- 31:30Doch was ist das eigentlich dieses Krimon?
- 31:33Also ein Krimon ist ein Schaumwein, der in der Regel aus Frankreich teilweise
- 31:37aus Luxemburg stammen darf, immer nach der Methode traditionell hergestellt wird,
- 31:41also spricht der selben Methode wie sehr hochwertige Sekte oder eben auch Champagner
- 31:45und ursprünglich für weniger schäumende Champagner mit sanfter Perlage verwendet wurde.
- 31:52Er ist seit 1994, seit 30 Jahren ist Krimon eine geschützte Herkunftsbezeichnung
- 31:58für schäumende Weine außerhalb der Champagne.
- 32:01Seit 1975, als eine der beiden Ersten neben dem Krimon aus dem Begund,
- 32:07zielt der Krimon de Loire zu einer der 8 Krimon-Appellationen in Frankreich
- 32:12und unterliegt natürlich deren Bestimmung.
- 32:14Doch was sind die?
- 32:15Also auf der einen Seite muss ein Krimon, wie schon erwähnt, nach der Methode traditionell hergestellt werden.
- 32:20Die Trauben müssen handgelesen werden, um die Qualität zu sichern
- 32:24und der maximale Ertrag liegt bei 65 bis 80 Hektar pro Hektar.
- 32:28Die erste Gehrung der Stilweine erfolgt auf den Edelstalltanks und einem Beriegfässern
- 32:33und die zweite Gehrung unterschreibt ja die Methode traditionell vor
- 32:36durch Zugabe des Tirage-Liqours, entsprechend in der Flasche,
- 32:40der Mindestdruck und darüber definiert sich der Krimon, liegt bei mindestens 3,5 Bar.
- 32:45Nicht selten bei 4 bis 5 Bar, Champagne zum Beispiel hat 5 bis 6 Bar.
- 32:50Der Krimon muss mindestens 9 Monate auf der Hefe lagern
- 32:53und vor dem Verkauf reift der Krimon mindestens 12 Monate nach der Ernte.
- 32:59Der maximale Schwefelgehalt für die Nerds unter uns liegt bei 150 Milligramm Eliter.
- 33:04Zum Vergleich, Champagne hat schon 185 Milligramm.
- 33:07Und Krimon, das finde ich gar nicht so unwichtig, darf keine künstliche Kohlsäurent halten.
- 33:13Die Pelage entsteht ausschließlich durch Flaschengehrung.
- 33:16Die zugelassenen Riepsorten unterscheiden sich je nach Appellation
- 33:20und der Loire ist das Schen & Blanc, Chardonnay, Cabernet Franc, Groulot und Pinot Donis,
- 33:24womit wir beim Akkerman Royal Brut Rosé wären.
- 33:28Irgendwie klickt sich schon verrückt diese Riepsortenkombinationen aus Cabernet Franc, Groulot und Pinot Noir.
- 33:33Der Cabernet Franc verleiht dem Wein Struktur, elegante Tannine und eine subtile Note von roten Früchten.
- 33:40Der Groulot sorgt für Frische, die lebendige Säure und eine wunderbare Leichtigkeit.
- 33:45Der Pinot Noir bringt tiefe Komplexität und Aromen von reifen Bären und eine seidige, fast verwöhnende Textur.
- 33:52Also der Wein hat alles, was man braucht, Ballons, Frucht, Säure, Struktur, Charakter und eine ganz eigene, fast beneidenswerte Tiefe.
- 34:00Was haben wir gerade gelernt? Neun Monate Hefenlager ist mindestens voraussetzung.
- 34:05Bei Akkerman sind es 24, was dafür sorgt, dass wir ein unglaublich cremiges Mundgefühl und eine gesteigerte aromatische Komplexität haben.
- 34:13Und das schmeckt man nicht nur, das führt man.
- 34:16Es ist ein richtiger Gaumenstreichler und schon beim Einschenken ist es ein Geschenk für die Augen, dieses leuchtende Hellrot
- 34:22und dann diese lang anhaltende vitale Pellharsch, zarte Bären in der Nase, auch von Erdbeeren Johannes Bären,
- 34:28Rosa Grafford und diese lebendige Frische, die den Wein so herrlich animiert gestaltet.
- 34:33Ein toller Abgang, elegant, anhaltend, mit Tiefe und Komplexität.
- 34:38Eigentlich fast zu schade, den Reihen als aperitiv zu genießen.
- 34:41Ein toller Speisebegleiter, egal ob zu, Geflügel, zu Helmfleisch, bis hin zum Dessert faszinierend.
- 34:46Und natürlich ein typischer Akkerman, auf der einen Seite auf der anderen Seite ein typischer Cremant aus dem Loa-Altal.
- 34:52Und wenn ein Gebiet, seit vielleicht 5 oder 10 Jahren richtig gehypt wird dann, berechtigterweise muss man sagen die Loa,
- 34:59eines der spannendsten und facettenreichsten Gebiete in Frankreich.
- 35:03Es war die Entdeckung der Tufsteinhöhren in Zormür als ideale Reifekeller,
- 35:07die als Symbol für Innovationskraft und den Pioniergeistes des Hauses nach wie vor und heute stehen.
- 35:13Und jedes Glas von diesem Royal Brutereuse ist ein Zeug des dafür. Vielen lieben Dank dafür.
- 35:19Und noch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handeltaus Schlumberger.
- 35:23Ja, es gibt ja genügend Beispiele. Also ich bin ja jetzt heute kaufend nicht mehr aktiv ein,
- 35:40mein Bild ist natürlich nicht so klar wie jetzt von anderen, aber Kollegen wie Marco Franzelin,
- 35:46bei denen gibt es immer reife Sachen, der sehr wird weiner zurück bis in die 80er Jahre oder noch älter,
- 35:51die er jetzt irgendwo gekauft hat. Und zu meiner Zeit war es ja noch viel einfacher,
- 35:57weil du gerade auch in Deutschland viele Sachen ab Weingut bekommen hast.
- 36:02Die heute du so entweder nicht mehr bekommst oder die heute in dem Preisbereich sind,
- 36:08wo du es dann halt glasweise nicht mehr umsetzen kannst.
- 36:11Aber um den Boden zurückzuspannen zu diesem Amaronen, die wir jetzt bei dem Glas haben,
- 36:15wo ich finde, dass der Alkohol extrem gut eingebunden ist, was glaube ich ein relativ großes Kunststück ist,
- 36:19diese fast 17 Volumenprozent irgendwie in diesen Fruchtkörper reinzustopfen,
- 36:23was dort aber relativ gut gelungen ist, wäre das nicht dann das Optimale gewesen,
- 36:28den als Randnotiz zu der Küche vom Christian Baud, die ja sehr fein sind,
- 36:33ich feinde die Tricht sehr differenziert ist, damit das Gericht zu betten oder den Moment zu betten.
- 36:41Natürlich muss man immer von dem Risiko ausgehen, dass der Sinn danach ein bisschen getrübt ist,
- 36:48was dann immer ein bisschen schade ist. Also das ist so ein bisschen,
- 36:51ich habe den Wein jetzt auch mehr oder weniger für dich als Gegenstück zu deinem sonstigen Trinkverhalten aufgesucht.
- 36:56Aber ich finde auch, da hätte der eine Daseinsberechtigung.
- 37:00Versuch da einfach nur mit dem Wein zu arbeiten und meine Gedanken so ein bisschen schweifen zu lassen und das zu punktieren.
- 37:07Also ich hätte ihn, wenn ich ihn einsetzen würde, dann sehe ich den eher in einem klassischen Gericht,
- 37:15irgendwie so ein Schmoregericht, so einen royalen Hasen,
- 37:20mit so einem Schmorehasen am besten noch mit Gänseleberkernen, also ein sehr deftiges, auch fettes Gericht,
- 37:27dazu funktioniert das. Ich selber hätte den Wein jetzt bei mir, der keinen Einsatz gefunden,
- 37:32weil mein Credo war kein Rotwein im Glas, der Jünger ist als zehn Jahre,
- 37:37weil der Rotwein immer jung ist.
- 37:41Was ja auch interessant und schön ist. Also gerade weil Rotwein ja wirklich diese Tiefe dann erst ausspielen kann,
- 37:46das finde ich, also es werden zu viele Rotweine vierzehn Jungen getrunken, ohne Frage.
- 37:52Es hat auch einen gewissen Charme, es hat einen gewissen Reiz, wenn der noch diese rassige Säure hat.
- 37:56Und ich finde, also wenn der Pinot, so wie zum Pinot Schwenken, den du eingeschenkt hast.
- 38:03Ja, einen letzten Satz noch zu dem Amarone.
- 38:06Ich hätte eher gesagt, man kauft davon 60 Flaschen, stellt die hin und macht das, wenn es zehn Jahre alt ist.
- 38:14Warum? Falls keiner macht. Und diese Weine halten ja, die gehen ja nicht kaputt.
- 38:20Die können 20, 30 Jahre reifen. Also ich weiß auch nicht, wann ich das letzte Mal wirklich einen gereiften,
- 38:25einen 20 Jahre alten Amarone probiert habe.
- 38:27Ich hatte vor kurzem einen London, D'Alfornu aus den 80ern, war der Alkohol war, ich weiß nicht, 15 auch auf jeden Fall.
- 38:38Und das hat mich vom Stuhl gehauen. Und zwar nicht wegen der Wirkung, sondern weil es so fein war,
- 38:43weil es so animierend war.
- 38:47Ja, kann ich nachvollziehen.
- 38:51Toll, schöner Gedanke.
- 38:53Und du hast dann mehr oder weniger, wenn diese Weine ein gewisses Alter haben, auch den Vorteil der Wertfreiheit.
- 39:01Also dass die Weine nicht mehr in irgendeiner Form bewertet werden können, vom preislichen Herr.
- 39:10Also du kannst dann nicht mehr sagen, wenn du jetzt einen 20 Jahre, 30 Jahre alten Amarone hast, ob der jetzt wirklich 20, 30, 50 oder 100 Euro kostet.
- 39:18Richtig.
- 39:19Du kannst dich nicht mehr taxieren. Und das finde ich halt total spannend, gerade auch für Gastronomen oder für Leute,
- 39:24die mit dem Ausschank ihr Geld verdienen, weil du ganz anders kalkulieren kannst.
- 39:30Teilweise natürlich auch mit Rieslingen, auch mit gereiften Rieslingen, die dann ein gewisses Alter von 10, 20, 30 Jahren haben.
- 39:35Wenn die dieses Alter haben, sind die wertfrei.
- 39:38Und jeden Preis, den du aufrufst, ist irgendwo ein fairer Preis.
- 39:41Ja, also 100 Prozent bin ich absolut bei dir.
- 39:46Jetzt muss man natürlich mal aufpassen, dass man jetzt hier nicht sitzen wie die zwei alten schlauen Männer, die sagen, man muss den Wein einfach nur liegen lassen.
- 39:53Viele haben ja den Platz dafür nicht, also wie das Geld, noch den Platz.
- 39:57Aber jetzt kommt es aber, wenn jemand Sommelier in Reihenform ist, also jetzt sich nicht noch um die Restaurantern kümmern muss oder wenn nicht noch der Inhaber ist,
- 40:07sondern einfach wirklich, wenn du ein reiner Sommelier bist und dich die Aufgabe konzentrieren kannst,
- 40:13dann ist einfach nur eine Fleißfrage, du kannst bis heute aus allen möglichen Richtungen bezahlbare, gereifte Weine finden.
- 40:21Das machen einfach Beispiel, voranzulegen genug Kollegen vor, wie es geht.
- 40:26Wie verändert sich dein Pino, wenn der reift?
- 40:29Weil der, er kommt mir schon relativ fertig vor.
- 40:34Die Nase ist schon sehr präsent, du hast ein sehr ausgewogenes Arombild.
- 40:41Er ist schon relativ offen, finde ich.
- 40:44Er ist jetzt zugänglich, du hast eine ganz angenehme Rauchigkeit.
- 40:48Kann man den Schiefer riechen, wäre auch so eine Frage.
- 40:52Oder kann man den nicht riechen?
- 40:54Also ich finde, er riecht anders als ein Pino, der auf Löslehm gewachsen ist.
- 41:00Ich würde nicht sagen, dass er auf Kalk gewachsen ist.
- 41:03Ich denke schon, dass der auf Schiefer gewachsen ist.
- 41:05Aber kann man das riechen?
- 41:08Riechst du das?
- 41:10Schwierig.
- 41:14Natürlich ist der Boden ein Puzzleteil, was zum Gesamtbild beiträgt.
- 41:24In dem Fall ist der Wein einfach sehr stark von dem Jagger geprägt.
- 41:28Und was heute Pinoir oder auch Bugunt ja weltweit so attraktiv macht,
- 41:35ist eben diese frühe Trinkfertigkeit.
- 41:39Wie viele Pinoirs aus kühleren Zeiten haben wirklich einige Jahre gebraucht,
- 41:48um Harmonie, Balance und Finesse zu bilden,
- 41:52waren von der Tanninstruktur, von der Säurestruktur am Anfang zu sperrig.
- 41:58Und das einfach auch der Jahr 20.
- 42:02Wenn man sich den Jahr 20 anschaut, dann haben wir ein Klima wie Koten wie vor 20 Jahren.
- 42:07Ich hätte gedacht, es ist schon eine leichte Reife.
- 42:12Ich hätte gedacht, ein relativ kraftvolles Jahr.
- 42:15Ja, heiß und trocken und sehr reif.
- 42:20Man muss sagen, es gibt einen großen Unterschied zwischen Pino in 20 und Riesling.
- 42:26Für Riesling ist 20 eher ein klassischer Jahrgang mit einer knackigen Säure.
- 42:31Wir haben den Pino ziemlich früh gelesen und da gab es die Temperaturen danach gefallen.
- 42:39Riesling hat diese Kühle und das, was du von Mosel erwartest.
- 42:46Aber für Pinoir haben wir eine volle Reife, wie wir sie früher sehr selten nur hatten.
- 42:55Das in Verbindung mit besser werdender Weinbergsarbeit, mit präziserer Arbeit im Keller.
- 43:04Hast du Wein, der sie so präsentiert, wie das hier im Glas?
- 43:08Aber 13,13,5 hat der auch, oder?
- 43:1213, in 20er und 13,5. Normalerweise sind sie bei uns um die 13.
- 43:18Das jetzt in 20, was war 13,5?
- 43:21Hast du da Erfahrung?
- 43:26Wir haben, was der größte Unterschied ist, von deutschem Pino zu begunden sind,
- 43:33oftmals die pH-Werte, die bei uns natürlich höher sind oder in vielen Jahren einfach höher waren.
- 43:39Wenn ihr jetzt anguckt, 2006, es gibt glaube ich keinen deutschen Spätbund aus 2,6,
- 43:45wo man noch ein bisschen rot findet, die sind alle braun oder orange,
- 43:51die Weine aus den vollreifen Jahren, reifen super, die gibt ja genug reife deutsche Pinos,
- 44:00die also jetzt zum Beispiel aus 2001, auch aus 2005, aus 2010.
- 44:06Wenn du mir jetzt sagen würdest, unabhängig vom Preis, zeig mir einen Molitor Pino,
- 44:15um mich vom Mosel Pino noir zu überzeugen.
- 44:19Was ist der beste Wein, den du bringen kannst?
- 44:21Dann würde ich dir 2010 bringen.
- 44:24War 10 rot Pino Molitor vergleichbar mit weiß?
- 44:29Bei den roten war es auch, das wäre so die Frage gewesen, war das dort analog
- 44:39oder waren die roten da ähnlich wie 20 komplett unterschiedlich zu den weißen?
- 44:45Komplett unterschiedlich.
- 44:48Pino wurde auch viel früher geerntet, natürlich im weißen Bereich.
- 44:5210 ist ja ein bisschen schwierig für trockenen Wein, weil es einfach so viel Botrittes gab beim Riesling.
- 44:58Es gibt ja ganz große Süßweine aus 10 und trockene Weine sind oft sehr hoch von der Farbe,
- 45:06weil einfach Botrittes dabei ist.
- 45:08Und im Pino, wenn du zum richtigen Zeitpunkt geerntet hast und richtig schöpitalisiert hast,
- 45:14ergab das eine Balance, die besonders ist.
- 45:19Und so 10 ist jetzt fertig oder deswegen präsentierst du ihn oder hat er noch ein Potenzial von 10, 20, 30 Jahren?
- 45:27Für mich ist 2 10 jetzt fertig und wird auch nicht besser.
- 45:32Wann beschreibst du den Wein als fertig?
- 45:34Also grundsätzlich bei Wein sehe ich es immer so, du hast halt eine Phase der positiven Entwicklung,
- 45:41dann irgendwann kommst du aufs Plateau und irgendwann geht es vom Plateau wieder runter.
- 45:47So, 2 10 ist für mich auf dem Plateau, ich würde sagen eher noch im vorderen Bereich,
- 45:53das bleibt für eine lange Zeit noch stabil, aber ich glaube nicht, dass mir das in 5 Jahren noch besser schmeckt als heute,
- 46:02ist aber auch ganz klar einfach a matter of taste, was du selber magst.
- 46:09Ich kenne Weinliebhaber, die große Weine am liebsten Jungdrinken und die geben nichts auf alte Weine.
- 46:17Für mich hängt es ein bisschen vom Typus ab, also Riesling trink ich am liebsten egal was es ist, erst nach 20 Jahren.
- 46:28Pino macht mir auch Jung schon sehr viel Spaß, also Pino trink ich auch Jung schon sehr, sehr gerne.
- 46:34Herrlich, wo unterschiedlich die Geschmäcker dabei sind, weil Sassas Speicher war letzte Woche zu unser Gast
- 46:39und der meinte, das Sexieste, was es gibt, ist ein junger Riesling.
- 46:44Also daher, das will ich auch gar nicht wehren und ich will gar nicht irgendwie sagen,
- 46:47jetzt deine Meinung hat mehr Gewicht als sein oder seine mehr Gewicht als deine,
- 46:50aber das sind unterschiedliche Ansichten, was ja auch toll ist, welche Spielfeldweine hatten,
- 46:55dass du eigentlich oftmals für den richtigen Gast, da war es ja auch wieder darum,
- 47:01deine Theorie unterstützt, dass du sagst, es ist eigentlich Quatschen,
- 47:04weil Menü für alle Gäste zu haben, sondern im Laufe dessen, dass ich den Gast kennenlerne,
- 47:09sein, weil Menü punktuell zusammenstelle und damit ihm den Abend beschreite und begehe
- 47:15und versuche, mit ihm punktuell seinen Wein zu finden.
- 47:18Also daher hast du ja alles richtig gemacht bei dem, also wo es ja wahrscheinlich hier ohne Grund
- 47:21zum Jahr 2015, damals noch unter herderen Bedingungen zu, als zu anderen Zeiten,
- 47:26weil es noch nicht 5000 davon gab.
- 47:28Ich muss kurz mal auf Sassas Speicher zurück, warum Sassas Speicher Jung Riesling so sexy findet.
- 47:33Ich glaube, es liegt einfach auch daran, weil wir alle wissen, was für ein großer
- 47:39Champagner Fan und Fachmann Sassas ist.
- 47:44Und Jung Riesling hat natürlich wie auch wie Junger Champagner eine hohe Zweure
- 47:49und das geht für mich irgendwie Hand in Hand.
- 47:52Ich zum Beispiel, ich trink gar kein Champagner, Jung.
- 47:55Also du kannst jetzt um die Ecke kommen mit 2008 Klo dem Menil Krug,
- 47:59möchte ich einfach, möchte ich wirklich nicht trinken.
- 48:02Schmeckt mir nicht.
- 48:04Okay.
- 48:06Ich glaube, bei mir liegt es einfach daran, mein Magen ist schon so...
- 48:12...ein Säure malträtiert.
- 48:14Ich probiere und trink jetzt, ich lebe an der Mose seit 15 Jahren,
- 48:19hab jeden Tag Riesling im Mund und auch wenn ich jetzt Feier mache oder frei hab,
- 48:26wir trinken zu Hause sehr viel Rot, einfach als Kontrast.
- 48:29Und wir trinken immer noch viel Riesling natürlich, für mich ist Riesling das größte,
- 48:33was es gibt, aber dann eben reif.
- 48:36Und Junger Riesling bekommt mir von der Säure auch nicht.
- 48:40Und deswegen würde ich mir nie eine Flasche aufmachen.
- 48:44Und ich hab auch eine Sache, als Zommel im Restaurant,
- 48:50ich hab die Geschichten 1000-fach gehört, da sitzen dann Leute
- 48:54und die erzählen, ach, damals, in den 80ern, da konnte ich noch Abdomäne, 120 Flaschen,
- 49:01Chevrolet Moraché von Le Fleve kaufen und hat nur 60 Mark gekostet oder was so immer.
- 49:06Ich hab diese Geschichten 1000-fach gehört.
- 49:08Ich hab immer die gleiche Frage gestellt, wie viel haben sie noch davon?
- 49:14Und die Antwort war immer die gleiche, nichts mehr.
- 49:18Und ich, also schon seit mein früh 20er an,
- 49:24oder ich hab ja eigentlich nie was anderes gemacht,
- 49:28leg ich Wein weg, um einfach reif trinken zu können.
- 49:33Hast du selber einen Weichkeller, wo du sammelst und für Spiekere, hat sich das geändert?
- 49:38Hast du dich da, also hast du vor 10 Jahren andere Weinigesammel als heute?
- 49:42Oder bist du da konstant und hast bestimmte Namen, außer Monitor, die du kontinuierlich sammelst?
- 49:49Es gibt, ich muss vielleicht da einhaken, als Zommelier oder auch als ...
- 49:57Als ich Zommelier war, habe ich hier in meinem Alltag die größten Wein in der Welt
- 50:02zwar nicht trinken können, aber probieren können
- 50:06und meinen Doast, meinen Doast nach dem Feinsten und Besten, was es gibt,
- 50:13wurde ja immer bei der Arbeit gestillt.
- 50:16Stimmt, sehr interessante Ansätze.
- 50:18Ich war jetzt in Zommelier, ich hab immer im Service getrunken, aber nie danach.
- 50:22Also wenn der letzte Gast weg war, habe ich keinen Schluck mehr getrunken.
- 50:25Ich hab nie Firearm, Bier oder schon gar keine Spiriturosen.
- 50:28Ich hab immer im Service ein paar Gläser stehen gehabt.
- 50:33Und deswegen auch, wenn ich frei hatte, war für mich Wein im Konsum,
- 50:39sind da gar kein so großes Thema.
- 50:41Dann habe ich gewechselt, den Job gewechselt und auf einmal fällt das alles weg.
- 50:49Die finanziellen Rahmenbedingungen sind ein bisschen besser geworden, was du dazu führte.
- 50:54Ich konnte mir Sachen einfach kaufen, was ich gern wollte.
- 50:57Ich habe also, ich sammel Wein aus verschiedensten Ländern, verschiedensten Regionen.
- 51:05Ob es jetzt portugiesischer Baga ist oder kolarisch.
- 51:10Oder Cabernet Franc von der Loire.
- 51:14Lopez de Réder aus Spanien, also wie du hörst, eher den klassischen Dingen zugelegt.
- 51:23Aber sicherlich das meiste, was ich habe, ist Mosel und Begrund.
- 51:28Ist aber reinaus Genussgründen.
- 51:30Also es ist nicht spekulativ dabei, dass du sagst,
- 51:33gut, das ist natürlich immer im unterstrelligen, ist es spekulativ.
- 51:36Du sagst, wenn die Sachen reif sind, sind sie teurer.
- 51:39Und wenn ich es jung kaufen kann, habe ich einen Eigenvorteil.
- 51:43Aber du sammelst nicht, um später zu verkaufen.
- 51:46Oder ist das noch offen?
- 51:48Also du hast natürlich die Möglichkeit, irgendwas zu verkaufen.
- 51:56Aber ich hoffe, dass ich niemals in die Situation komme, irgendwas verkaufen zu müssen.
- 52:03All das, was ich habe, möchte ich selber trinken.
- 52:07Weil wenn ich das verkaufe, dann, also für mich ist mein, also mein Weinkeller ist,
- 52:17wie soll ich sagen, ja, da steckt mein Leben drin.
- 52:20Also ich, wenn der, ich glaube, ich würde eine Depression kriegen, wenn der Keller wegfährt.
- 52:24Wenn der abbrennt.
- 52:25Also es gibt ja, der Geld, der Geldbetrag, nehmen wir an, der Haus brennt ab,
- 52:31Keller ist weg, dann gibt es Betrag X, ist ja nicht wieder beschaffbar.
- 52:35Ich glaube, dann würde für mich eine Wildstuhl brechen.
- 52:38Und es ist ja letztlich auch so, also dadurch, dass du Kontinue ehrlich kaufst,
- 52:41hast du ja mehr oder weniger deine Lebenserfahrung auch in diesem Keller gespiegelt.
- 52:48Weil du keine Ahnung, 99 kaufst du das?
- 52:51Ja, aber 2019 kaufst du das, 2020 das.
- 52:54Und das irgendwann dann auch wieder zu trinken, damit auch die Erlebnisse,
- 52:57die du dann vielleicht hattest, als du diesen Wein gekauft hast oder den entdeckt hast,
- 53:00das ist ja Wein nochmal auf einer ganz anderen emotionalen Ebene, was kein anderes Element irgendwie, irgendwie kann.
- 53:07Ich sage mal ein Beispiel, mein bester Freund Toni Askitis,
- 53:12er hat auch einen ziemlich großen Keller, er hat 1000 Weine im Keller.
- 53:17Also ich sage einfach mal, er zahlt 1000 verschiedene Weine.
- 53:20Und er ist so ein Emotionskäufer, was ihm gerade gefällt, was er gerade mag, kauft er.
- 53:25Und da ist ein Keller entstanden, der ist Candy Shop in Schlaracheland.
- 53:30Aber es gibt in diesem Keller, sagen wir mal, mein Keller ist da eher deutscher Struktur.
- 53:37Also ich kaufe immer wieder Kern.
- 53:39Es gibt gewisse Serien, die ich halte, gibt gewisse Weine, die ich immer wieder kaufe,
- 53:44um diese Serien zu pflegen.
- 53:46Weil für mich das, was ich am liebsten mache, wenn ich meinen Freunden zusammenkomme,
- 53:51auch vertikalen, den gleichen Wein.
- 53:53Ich sage mal ein anderes Beispiel.
- 53:55Jetzt machen wir ein Weinabend.
- 53:57Ich bring noch ein, zwei Leute mit, du bringst noch ein, zwei Leute mit.
- 54:00Wir treffen uns und wir alle bringen tolle Weine mit.
- 54:03Dann haben wir einen Superabend, hatten gute Gespräche, haben richtig gut getrunken
- 54:08und gehen happy nach Hause.
- 54:11Aber wir haben relativ wenig gelernt, wenn es kein Thema gab.
- 54:16Und ich habe dieser Abende schon ganz viele gehabt, habe sie immer genossen.
- 54:21Aber was ich vor einiger Zeit geändert habe, ich treffe meinen Freunden und wir machen Themenabende.
- 54:26Jetzt im nächsten machen wir eine Kanubiprobe.
- 54:29Es wird nur Barolo Kanubi getrunken.
- 54:32Oder dann gibt es eine Berichtgredite unter anderem mit Tony auch.
- 54:37Bereiten wir eine Probe vor 2017, Nuisage Orange, Premier Gruie.
- 54:42Und wenn du dann an einem Abend nur diese eine Kategorie trinkst,
- 54:47dann gehst du daraus und du verstehst den Jahrgang, den Ort und du hast was gelernt.
- 54:53Und wie geht es darum, bewusst zu trinken?
- 54:56Ich trinke gerne, aber auch am liebsten Spaß, Genuss und danach einfach mehr Wissen als Feuer.
- 55:04Ich bin da ganz toll bei dir. Ich sammel auch genauso wie du.
- 55:07Also ich habe gewisse Größen, die ich nach wie vor kaufe und sammle, so fertig sie bekomme.
- 55:12Und jeder auch ganz selten links und rechts, weil es mir viel zu anstrengend ist,
- 55:16aus diesem kunderbunden Somersorium, was ich halt auch immer in der Weinbar hatte,
- 55:21da für mich eine Linie zu finden.
- 55:23Oder freue mich darauf, wenn diese Sachen, die ich dann irgendwann kaufe,
- 55:26wenn die sich entwickeln und ich mit den Jahrgängen spielen kann.
- 55:28Und dieses große Schlaraffenland habe ich draußen in der bunten Welt.
- 55:32Wenn ich in Restaurants gehe, wenn ich in Weinstores gehe, wenn ich irgendwo bei Freunden bin
- 55:37und mich auf diese fremden Sachen einlassen kann.
- 55:39Aber zu Hause bin ich irgendwie langweilig.
- 55:41Und das finde ich gut so. Das finde ich also ganz, ganz toll.
- 55:44Und freue mich da. Also es sind dann für mich so Weine, wo ich ein Idealbild meines Geschmacks gespiegelt bekomme.
- 55:51Und das dann auch, dann wenn ich es mir erlauben möchte, aus diesem Keller, wo ich die Weine sammle, dann erlaube.
- 56:00Und versuche meinen ultimativen Geschmack dort in dem Augenblick zu finden.
- 56:04Hast du irgendwie einen Wein, wo du sagst, der idealisiert deinen Geschmack?
- 56:11Nee, kann ich gut nicht sagen.
- 56:14Nee, ist ...
- 56:17Ja.
- 56:20Die größten Emotionen, die glücklichsten Weimomente meines Lebens sind immer wieder mit den gleichen Weinen.
- 56:27Also da sind natürlich auch Ausreise aus anderen Ländern, anderen Regionen dabei.
- 56:31Aber am Ende des Tages sind es immer Reife, restsüße Mosenrießlinge und rote Bogunder.
- 56:38Ich war neulich in der ... neulich, sag ich schon wieder, halb bisher her, in einer Probe.
- 56:44Hatte das große Glück, in dieser Probe dazu stoßen zu können, in Hongkong.
- 56:49Und in Europa wird immer, habe ich schon oft gehört, sehr schlecht darüber geredet, wie angeblich in Asien Wein getrunken wird.
- 56:57Wenn die asiatischen Liebhaber und Sammler wüssten, wie in Europa getrunken wird, die werden also zutiefst beschämt oder würden sich kaputtlachen.
- 57:06Jedenfalls in dieser Probe waren es acht Teilnehmer.
- 57:11Es gab neun Weine. Es gab nur Rechbure und Latache, DHC und Leroy.
- 57:21Der jüngste Wein war von 2002.
- 57:24Und diese Weine wurden dann über sechs Stunden getrunken, zu acht, also neun Flaschen, über sechs Stunden zu acht.
- 57:31Ich bin erst mal mit diesem Trinkgeschwindigkeit überhaupt nicht zu recht gekommen, weil ich so langsam trinken musste.
- 57:38Aber ich habe an diesem Abend so viel gelernt, darüber, wie Weine sich verändern, mit Luft, mit Zeit und einfach denen die Ruhe, die Zeit geben.
- 57:50Und in diesen Wein steckt so wahnsinnig viel drin.
- 57:54Da passiert so viel.
- 57:56Von dem Moment, wo die Flasche öffnet, bis zu zwei Stunden später und auch heutzutage wird mir feine, wenn mir viel zu schnell abgetan oder bewertet, nach einem Schluck oder nach zwei Schluck.
- 58:09Und ich erlebe es oft, wenn ich zu Hause eine Flasche aufmache, also jetzt kein Rechbure, sondern irgendwas für normalsterbliche.
- 58:18Mir schmeckt der Wein nicht.
- 58:20Ich bin erriegeros.
- 58:21Wenn mir nicht irgendwas 100 Prozent schmeckt, dann trinke ich es nicht.
- 58:24Es heißt aber nicht, dass die Flasche in Ausguss gieße oder verkoche.
- 58:28Ich mache einfach den Stopfen wieder drauf und stelle sie in meinen Kühlschrank oder in den Keller und probiere den Wein zwei Tage später, eine Woche später, zwei Wochen später.
- 58:39Und da habe ich schon Dinge erlebt, die ich nicht geglaubt hätte, wenn es mir jemand erzählt hätte.
- 58:45Ja, es ist ganz kurz.
- 58:46Es sind Weine, die sich so unfassbar verändert haben und deswegen am liebsten trinke ich große Weine ganz langsam.
- 58:58Und deswegen, wenn ich jetzt zum Beispiel Toni treffe und wir trinken großen Wein, dann machen wir das, fangen wir mittags an.
- 59:06Ich fühle mich schon im Stress, wenn wir abends um acht das anfangen, weil wir haben zu wenig Zeit einfach.
- 59:15Gerade auch, wenn man sich nicht die Freude selber gönnt und mehr als ein Glas von diesem Wein gönnt.
- 59:23Also wenn man da irgendwie sagt, wir kaufen uns zu zehn irgendeine Flasche und die wird dann irgendwie geköpft und jeder kriegt dann irgendwie so ein halbes Glas davon,
- 59:31muss den Wein dann für sich selber einordnen, da wird man den Wein nicht gerechen, kann den Wein auch nicht verstehen.
- 59:35Also bin ich ganz, ganz doll bei dir.
- 59:37Ich habe drei Fragen eigentlich, mehr oder weniger würde ich die Hongkong-Probe gerne später nochmal aufgreifen.
- 59:42Dann, wenn du Wein trinkst, wenn du Wein zuhause trinkst, hast du einen Alltagswein?
- 59:46Oder gibt es das nicht und du bist dann kunderbund und immer wieder runter?
- 59:50Also wie trinkst du Wein? Kannst du Wein überhaupt trinken?
- 59:53Oder ist Wein für dich so allgegenwärtig, dass du sagst, ich brauche immer den nächsten Kick?
- 59:58Überhaupt nicht.
- 1:00:00Ich kann einfach auch einen ganz einfachen Wein trinken und genießen und bin total glücklich.
- 1:00:04Was ist bei dir ein einfacher Wein?
- 1:00:06Tondonia, Bosconia.
- 1:00:10Kann auch einfach ein rieselnd Kabinett sein.
- 1:00:17Ortswein, ein guter Ortswein, macht mich auch glücklich.
- 1:00:22Kauft du so was gezielt oder ist das was, was du dann irgendwie geschenkt bekommst?
- 1:00:27Also hast du zuhause ein repertoire der Alltagsweinen, wo du sagst, das sind meine Nudelweine?
- 1:00:33Also ich kauf die eigentlich schon gezielt.
- 1:00:37Wenn die Flaschen dich geschenkt bekommen und mir nicht sicher bin, ob mir die gefallen,
- 1:00:41die mache ich dann eher auf, wenn mehr Leute da sind.
- 1:00:44Die würde ich mir jetzt nicht aufmachen für mich allein.
- 1:00:47Übrigens gibt es ja ganz viele Menschen, die sagen, ich würde allein trink ich kein Wein.
- 1:00:51Ich trink ohne mich gern allein Wein.
- 1:00:53Kann zuhause jetzt mir eine Flasche aufmachen und die ausdrinken und bin total glücklich.
- 1:00:56Natürlich würde ich jetzt nicht mit einem großen Wein machen.
- 1:00:59Da ist die wahre Freude das zu teilen.
- 1:01:02Aber normalen Wein habe ich auch viel Spaß allein mit.
- 1:01:05Ich kauf die Weine schon bewusst.
- 1:01:09Super.
- 1:01:11Schon sagen.
- 1:01:12Und was ist Wein für dich?
- 1:01:14Wäre die zweite Frage von den drei?
- 1:01:16Ja, mein Lebensinhalt.
- 1:01:19Also ich habe noch nie was anderes gemacht.
- 1:01:22Seitdem ich 17 bin, arbeite ich mit Wein.
- 1:01:25Ich habe mit 18 den ersten Somerle-Wettbewerb gemacht.
- 1:01:29Und von frühester Jugend an war für mich klar,
- 1:01:34habe ich gespürt, dieses Thema ist so unendlich, ist so interessant,
- 1:01:42so lebendig und vereinnahmend.
- 1:01:47Niemand weiß alles.
- 1:01:50Man kann mit verschiedensten Leuten, verschiedenste Ansichten und alle haben Recht.
- 1:01:58Es gibt nicht nur die eine Betrachtungsweise.
- 1:02:02Das ist genau wie mit dem Pairing zum Essen.
- 1:02:05Es gibt nicht die eine Empfehlung.
- 1:02:07Es gibt zu jedem Gericht 100 Empfehlungen.
- 1:02:10Wenn ich in Corona mein Geschmack sind, nicht verloren,
- 1:02:20wäre es sehr schlimm für mich.
- 1:02:23Was ich bei Winzern beobachte,
- 1:02:26können Wein gar nicht mehr genießen.
- 1:02:29Weil die automatisch auseinandernehmen, analysieren.
- 1:02:32Was haben die da gemacht?
- 1:02:34Warum schmeckt er so, wie er ist?
- 1:02:36Das gibt es bei mir nicht.
- 1:02:38Das ist das, was ich einfach in den Wein falle und genieße.
- 1:02:41100 %
- 1:02:43Gibt es irgendetwas vergleichbares zum Wein?
- 1:02:46Gibt es einen Getränk, einen Element,
- 1:02:48was dem nahe kommt?
- 1:02:51Nichts.
- 1:02:53Nichtsake, Tis oder Whiskey?
- 1:02:57Obstbrände?
- 1:03:00Alle Dinge, die du gerade aufgezählt hast,
- 1:03:06sind Getränke mit größter Kultur,
- 1:03:10mit größter Diversität,
- 1:03:13die zutiefst beeindruckend und berührend sein können,
- 1:03:19die auch Jahrzehnte alt werden können.
- 1:03:22Trotzdem gibt es nichts, was an Wein rankommt.
- 1:03:26Man hört es kaum noch, aber du kommst ja aus Berlin.
- 1:03:28Man sieht es nicht um die Weinhochburg,
- 1:03:30zumindest in der Zeit, als du jung warst.
- 1:03:32Nummer 1 in Deutschland, mittlerweile gibt es auch Weinbau.
- 1:03:34Aber wie kommst du zum Wein?
- 1:03:36Ich habe in einem Hotel gelernt, in dem es 5 Restaurants gab.
- 1:03:41In dem Feind einigen Restaurant waren die Mädels am hübschesten.
- 1:03:47Alle sowieso am besten gekleidet.
- 1:03:51Ich durfte da aber nicht hin.
- 1:03:54Ich habe mit 16 am Restaurantfarben gelernt.
- 1:03:57Ich habe einen Jahr Rumservice gemacht.
- 1:03:59Ich habe ganz viel Promi, Frühstück serviert.
- 1:04:02Aber richtigen Service habe ich an der Bahn,
- 1:04:05Nachmittagskaffee und Kuchen serviert.
- 1:04:07Ich habe so einen ganzen Quatsch gemacht.
- 1:04:10Es hat gedauert, bis ich in dieses Feind-Eining-Restaurant kam.
- 1:04:15Ich war dann mit 17.
- 1:04:17Ich musste mich so ein bisschen hocharbeiten,
- 1:04:19um da überhaupt arbeiten zu dürfen, weil das nur die besten war.
- 1:04:22Es hat gedauert, bis ich erkannt habe,
- 1:04:24dass ich zu den besten gehöre.
- 1:04:26Dann konnte ich da Mittags-Service machen.
- 1:04:28Ab dann ging es eigentlich steil.
- 1:04:30Ich hatte das große Glück, dass dort ein Zommeljäger arbeitet hat,
- 1:04:36der bereit war, sein Wissen zu teilen.
- 1:04:39Ich bin davon überzeugt, dass niemand allein zum Zommeljäger werden kann.
- 1:04:44Das ist elementar, der Austausch und die Kommunikation über dieses Thema.
- 1:04:50Dann habe ich mit dem zusammen schon Sachen probiert.
- 1:04:55Die Initialzündung war eigentlich,
- 1:04:57dass warum sind Menschen bereit, für ein Getränk so viel Geld zu bezahlen?
- 1:05:05Was steckt dahinter bei einem Getränk, was 1000 Euro kostet oder mehr?
- 1:05:11Was passiert da mit dir, wenn du das trinkst?
- 1:05:14Das hat mich irgendwie begeistert.
- 1:05:17Ich hatte dann jemanden, der mich da auch ein bisschen unterstützt
- 1:05:20oder gefördert und gefordert hat.
- 1:05:24Hatte das Hotel oder das Restaurant der Assumin einen Namen?
- 1:05:30Das Hotel hieß damals "The West Inn Grand".
- 1:05:34Das gibt es immer noch.
- 1:05:36Allerdings gibt es nicht mehr die ganzen Restaurants.
- 1:05:40Heute haben 100 Mitarbeiter weniger, 30 Zimmer mehr
- 1:05:44und die ganzen Restaurants gibt es nicht mehr.
- 1:05:46Da ist viel.
- 1:05:49Auch die Kette West Inn ist heute ziemlich businessmäßig
- 1:05:54und weniger für Kulinark bekannt.
- 1:05:57Aber damals in diesem Hotel zum Lernen war das Hotel perfekt.
- 1:06:02Es gab ein Pub, ein eigenes Frühstücksrestaurant.
- 1:06:06Da musste nicht umgedeckt werden.
- 1:06:08Es gab ein Bankedrestaurant, ein Fischrestaurant,
- 1:06:10das Feindreinigrestaurant, um eine Ausbildung zu machen.
- 1:06:13Eigentlich der ideale Ort.
- 1:06:15Wie hieß der Sony, der dich damals an die Hand genommen hat?
- 1:06:19Den du das erste Mal mit Wein erlebt hast?
- 1:06:24Frank Kuka.
- 1:06:26War es dein Vorbild? Hattest du ein Vorbild?
- 1:06:29Als Vorbild würde ich das nicht bezeichnen.
- 1:06:32Aber ich hatte damals keinen Vorbild.
- 1:06:35Im Laufe deines Lebens hattest du da jemals ein Vorbild?
- 1:06:38Es ist gut, dass wenn man jemand hat,
- 1:06:42an dem man sich orientieren kann, nach dem man streben kann,
- 1:06:46gab es so etwas für dich?
- 1:06:48Im Leben, die Vorbilder, die ich im Leben habe,
- 1:06:52die sind einfach meine Eltern, wir sind aus der Familie.
- 1:06:56Aber im beruflichen Sinne hatte ich immer Menschen,
- 1:07:00an denen ich aufgeblickt habe, die mich inspiriert, begeistert haben.
- 1:07:06Auch Leute, die für mich eine Mentoren gestalten.
- 1:07:11Wie Christian Bau.
- 1:07:14Aber ein klassisches Vorbild kann ich gar nicht nennen.
- 1:07:19Ich frage es total wertfrei.
- 1:07:22Ich finde es nicht unbedingt so wichtig.
- 1:07:25Manchmal ist es schön, wenn man sagt, man hat ein Vorbild.
- 1:07:29Und bewundert den irgendwo, auf der anderen Seite,
- 1:07:32kann man seine eigene Individualität herausbilden.
- 1:07:35Wenn man nicht diese eine Person hat, der man nachstriebt.
- 1:07:38Wo man sein möchte wie die, sondern sich ganz autark entwickeln kann.
- 1:07:43Was ich auch durchaus reizvoll finde.
- 1:07:46Und nach Berlin, was hat dein Weinweg sich dann entwickelt?
- 1:07:51Ich wollte einfach aus Berlin weg, um was zu sehen.
- 1:07:54Um mich vom Elternhaus zu emanzipieren.
- 1:07:58Um auf eigenen Beinen zu stehen.
- 1:08:01Und bin dann nach München gegangen.
- 1:08:03Ich habe 1,5 Jahre in München mal richtigen Service gelernt.
- 1:08:09Durch eine sehr harte Hand.
- 1:08:12Die da waren?
- 1:08:14Cindy Kretschmann.
- 1:08:17Schön, harte Hand.
- 1:08:20Man muss jetzt schon sagen, dass Cindy war eine wirklich tolle Chefin.
- 1:08:26Weil sie nicht nur sehr überaus korrekt war.
- 1:08:32Sondern auch sehr fair.
- 1:08:35Sie war wirklich eine gute Chefin.
- 1:08:37Liebe Grüße an dieser Stelle.
- 1:08:39Wir haben uns dann einige Jahre nicht mehr gesehen.
- 1:08:43Mittlerweile sehen wir uns regelmäßig.
- 1:08:46Aber nachdem wir uns einige Jahre nicht mehr gesehen hatten,
- 1:08:49hat sie mir erzählt, wie anstrengend ich war.
- 1:08:52Als Kommich de Rant und Demichef de Rant.
- 1:08:56Du korrekter warst als sie, oder wie?
- 1:08:59Ich war sehr oft unzufrieden.
- 1:09:02Mit allen möglichen Dingen.
- 1:09:05Da war ich 1,5 Jahre.
- 1:09:08Da habe ich viel gelernt.
- 1:09:10Da gab es auch einen Zommel, der hieß Markus Dillga.
- 1:09:16In diesem Hotel in München, wo das war,
- 1:09:20gab es einen Zigarrenlounge, um sich keiner Bock hatte zu kümmern.
- 1:09:24Aber ich große Lust.
- 1:09:26Ich hatte mit 80 Positionen.
- 1:09:28Ich war schon mit 17 angefangen, Zigarren zu rauchen.
- 1:09:32Ich habe mich da ein bisschen darum kümmern dürfen.
- 1:09:36Ich hatte keine reine Kommissommelistelle.
- 1:09:40Es war einfach Teil des Service-Teams.
- 1:09:43Immer mit dem Blick auf den Zigarrenlounge und den Service da.
- 1:09:47Für mich war klar, ich muss in eine Weinregion.
- 1:09:51Wenn du aus der Stadt kommst,
- 1:09:53brauchst du diesen Bezug zum Thema und musst in einer Region leben.
- 1:09:58Für mich war klar, ich muss eine Position haben,
- 1:10:01wo ich mich nur noch im Wein kümmere und sonst nichts mehr.
- 1:10:04Dann ging es um Schwarzen Adler.
- 1:10:08Geplant waren da eigentlich 2 Jahre.
- 1:10:12Aber nach einem Jahr hat es mir gereicht.
- 1:10:15Man muss sagen, man kann sich heute nicht mehr vorstellen.
- 1:10:21Ich habe im Schwarzen Adler angefangen, 2008, für die jüngeren Zuhörer.
- 1:10:26Ich glaube, es ist mal ganz interessant zu hören.
- 1:10:30Damals war mein Bruttolohn als Kommissommelier 1.350 Euro.
- 1:10:40Das ist keine Beschwerde.
- 1:10:42Ich habe es gerne gemacht und ich habe ja gewusst, was ich unterschreibe.
- 1:10:47Das ist keine Kritik, aber dazu gehörten Teildienst mit 60 Stunden Standard pro Woche.
- 1:10:56Heute, zu findest du, niemanden wird bereit, es so etwas heute zu tun.
- 1:11:03Dann gab es noch ein bisschen Trinket fest zugeteilt, weil kein Stationskeller.
- 1:11:08Die Zeit war sehr prägend dort.
- 1:11:12Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:15Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:18Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:21Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:24Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:27Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:30Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:33Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:36Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:39Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:42Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:45Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:48Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:51Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:54Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:11:57Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:00Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:03Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:06Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:09Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:12Ich habe mich sehr gefreut.
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- 1:12:24Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:27Ich habe mich sehr gefreut.
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- 1:12:39Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:42Ich habe mich sehr gefreut.
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- 1:12:48Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:51Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:54Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:12:57Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:13:00Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:13:03Ich habe mich sehr gefreut.
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- 1:13:45Ich habe mich sehr gefreut.
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- 1:13:54Ich habe mich sehr gefreut.
- 1:13:57Ich habe mich sehr gefreut.
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- 1:25:09Ich habe einen großen Respekt vor.
- 1:25:12Ich habe einen großen Respekt vor.
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- 1:25:18Ich habe einen großen Respekt vor.
- 1:25:21Ich habe einen großen Respekt vor.
- 1:25:24Ich habe einen großen Respekt vor.
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- 1:25:57Ich habe einen großen Respekt vor.
- 1:26:00Ich habe einen großen Respekt vor.
- 1:26:03Der Farbcode ist ja auch daraus entstanden.
- 1:26:06Laut dem Gesetz ist es 9 Gramm trocken.
- 1:26:099,1 Gramm ist feinherb.
- 1:26:12Aber ich meine 9,1 Gramm schmeckt genauso wie 9.
- 1:26:15Das ist ja Quatsch.
- 1:26:18Weil wir für uns nicht entscheidend,
- 1:26:21ob der Wein gesetzlich trocken ist,
- 1:26:24ist es entscheidend, ob er trocken schmeckt.
- 1:26:27In manchen Jahrgängen schmeckt er uns am besten,
- 1:26:30wenn er 10 Gramm hat.
- 1:26:33Dann gibt es eine weiße Kapsel,
- 1:26:36die sagt, dass es trockenes Geschmacksprofil ist.
- 1:26:39Kann man das schmecken, wenn der nachgibt?
- 1:26:42Nein.
- 1:26:45Ich behaupte, das kann man nicht schmecken.
- 1:26:48Das ist einfach eine Ideologiefrage.
- 1:26:51Wie konsequent lebe ich das?
- 1:26:54Genau, richtig.
- 1:26:57Wie man sagt, wie konsequent lebe ich das?
- 1:27:00Wenn Leute auf Bio, Öko machen,
- 1:27:03aber das als Marketing nutzen und nicht konsequent machen.
- 1:27:06Ich war neulich bei Thorsten Mehlzheimer,
- 1:27:09der die Weinkartons mit plastikfreiem Klebeband verschließt.
- 1:27:12Da wird Bio und Natur zu 100% gelebt.
- 1:27:15Nicht einfach nur, weil es nicht gut anhört,
- 1:27:18sondern weil man das einfach nicht kennt.
- 1:27:21Das ist eine sehr gute Frage.
- 1:27:24Es ist eine gute Frage,
- 1:27:26weil man das in der letzten Konsequenz machen möchte.
- 1:27:29Kann ich auch einige dies bis hin zu Druckerei.
- 1:27:32Komplett durchleben und durchdeklinieren.
- 1:27:35Nicht nach Haus und Hosehauen, sondern einfach.
- 1:27:38Nach Jona bist du dann zu Christian Bau.
- 1:27:41Wie kommt man von Jona zu Christian Bau?
- 1:27:44Du warst ein unbeschriebenes Blatt.
- 1:27:47Christian Bau war damals schon ein Wetter.
- 1:27:50Du hast eine Bewerbung hingeschickt.
- 1:27:53Hast du bei einer Probe getroffen?
- 1:27:56Hast du morgens mal vorgesprochen?
- 1:27:59Wie schafft man es von jetzt auf gleich,
- 1:28:02um ein zu einem zu einem zu einem zu einem zu einem zu einem zu einem?
- 1:28:05Ich war in 22 und wollte,
- 1:28:08nachdem ich den schwarzen Adler und Jona hatte,
- 1:28:11einen zu einem zu einem zu einem zu einem zu einem.
- 1:28:14Ich hatte einen einen, der war ein
- 1:28:18Adler und Jona hatte, eigentlich in Heidelberg dieses
- 1:28:23Sommelier-Studium machen und bin dann in ein,
- 1:28:28hatte dann, habe ich dann beworben in einem Restaurant,
- 1:28:32die, würde ich jetzt den Namen eher ungern sagen,
- 1:28:35die hatten einen Stern und war auch nicht so weit weg von Heidelberg,
- 1:28:40war die Stelle als Junior-Sommelier und
- 1:28:45dann trete ich in ein Restaurantleiter und dann bin ich
- 1:28:48dahin und habe da angefangen, also war super, habe da angefangen
- 1:28:53und meine damalige Freundin hat zeitgleich bei Christian Bau gearbeitet.
- 1:29:00Jetzt ist also der zweite Arbeitstag.
- 1:29:03Ich bin also mit Sack und Pack vom Kaiserstuhl da in
- 1:29:06Heidelberg gezogen, habe also mich umgemeldet, angemeldet,
- 1:29:09Wohnung gemietet.
- 1:29:11Ich bin also in diesem Restaurant angefangen,
- 1:29:13aber im zweiten Arbeitstag in dem neuen Betrieb
- 1:29:16ruft mich dann abends die Freundin an, die bei Bau arbeitet
- 1:29:21und sagt, die suchen hier die Chefsommeliere, die hört auf,
- 1:29:26die suchen hier Nachfolger.
- 1:29:29Dann sag ich ja gut, dann schick ich dir jetzt den
- 1:29:32Lebenslauf und dann legst du den Morgen dahin, so ungefähr war das.
- 1:29:36Und dann am nächsten Tag sagt sie, ja, du sollst kommen,
- 1:29:41da hat direkt ein Termin genannt.
- 1:29:43Sollts mal vorbeikommen, hat direkt ein Termin genannt.
- 1:29:47Und dann war der Termin aber so, dass ich in diesem Betrieb,
- 1:29:51wo ich gerade angefangen habe, arbeiten musste.
- 1:29:55Und du kannst ja nicht irgendwo anfangen und dann sagen,
- 1:29:58in der ersten Woche, ja, ich brauche übrigens dann mal frei.
- 1:30:01Ich habe ein Vorstellungsgespräch.
- 1:30:03Und hab dann, das war der zweitschwerste Gang meines Lebens,
- 1:30:11bin also dann am dritten Tag dahin und abgekündigt.
- 1:30:16Schon mit dem Bewusstsein, du hast noch keinen Job eigentlich fest,
- 1:30:22sondern es könnte eventuell was werden.
- 1:30:25Ja, die Frau ist in Tränen ausgebrochen, tut mir bis heute leid.
- 1:30:30Also, war natürlich eine richtige Arschlochnummer.
- 1:30:33Da fängt jemand an und dann am dritten Tag kündigt er wieder.
- 1:30:36Hast nur Ärger, kostet Geld und so weiter.
- 1:30:39Also, ich habe mich wirklich geschämt, das zu machen.
- 1:30:44machen, aber die Chance, bei Christian Bauer zu arbeiten.
- 1:30:49Und ich habe dann alles auf eine Karte gesetzt, bin dahin gefahren.
- 1:30:52Dann haben wir uns, da hat er mich zum Essen eingeladen,
- 1:30:57dann haben wir uns, haben wir uns vier Stunden unterhalten.
- 1:31:01Vier Stunden? - Und dann, meint er ja, vier Stunden unterhalten.
- 1:31:06Wir reden dann noch mal, ich meld mich, so war es, glaube ich.
- 1:31:11Dann bin ich nach Hause gefahren und habe zwei Wochen lang nichts gehört.
- 1:31:16Krass!
- 1:31:18Und dann war es so, also das waren die schwierigsten zwei Wochen meines Lebens,
- 1:31:23weil auch lustig noch dazu, meine Familie ist ja, also mein Vater und mein Bruder
- 1:31:30sind von Berlin, 760 Kilometer an Kaiserstuhl gefahren,
- 1:31:34haben meine 50 Quadratmeter Wohnung eingepackt,
- 1:31:39den Umzug gemacht, viertetage, nähe Heidelberg,
- 1:31:42dafür, dass ich ihnen dann, die waren gerade in Berlin zurück,
- 1:31:45gesagt habe, ich habe mich gekündigt heute.
- 1:31:47Oh nein, wow!
- 1:31:50Da sagen die, ja, hast du ein Tassenschrank, wie du kannst und ich kündige,
- 1:31:53ohne dass du einen neuen Job hast.
- 1:31:54Und ich hatte auch gar, also gar keinen Euro mehr, null.
- 1:31:58Und habe dann mein Opa gerufen, der beruflich sehr erfolgreich war,
- 1:32:04Unternehmensberater und habe ihm die Situation erklärt und sagt,
- 1:32:08du kannst mir Geld leihen.
- 1:32:09Und dann hat er gesagt, ja, Risiko ist ja nach Volkskriterium gar kein Problem.
- 1:32:18Hat er mir ein bisschen Geld überwiesen, dass ich erst mal beruhigt sein konnte.
- 1:32:21Und dann nach zwei Wochen habe ich dann, bin ich wieder zum Gespräch hin,
- 1:32:28haben wir uns noch länger unterhalten, ich glaube fünf Stunden.
- 1:32:32Und dann ging es glaube ich noch mal ein paar Tage, bis die Zusage bekommen war.
- 1:32:37Okay.
- 1:32:38Boah, was für ein...
- 1:32:41Dann bin ich umgezogen.
- 1:32:42Im April 2010, an die Mosel gezogen.
- 1:32:50Und da bin ich heute noch.
- 1:32:51Was war der schwerste Gang deines Lebens, als du gekündigt hast bei Bau?
- 1:32:55Ja, ja, genau.
- 1:32:59Aber sechs Jahre ist schon, ich meine, du warst ja ultra erfolgreich.
- 1:33:05Aus dem Nichts heraus, dich so hochzuarbeiten, die Weinkarte so aufzubauen,
- 1:33:10die regional auch bekannt zu machen.
- 1:33:12Du hast ja regionale Weine dort eigentlich erst richtig etabliert.
- 1:33:16Trotzdem internationalisiert und in eigenem Stil gefunden.
- 1:33:21Das ist war...
- 1:33:23Wurdest du belacht mit 25 Jahren?
- 1:33:26Nie, nie.
- 1:33:28Immer, du siehst ja auch nicht aus wie 60-Jährig, also mit, jetzt ja noch nicht.
- 1:33:34Nee, ich war...
- 1:33:35Ich hatte auch da...
- 1:33:36War sehr gespannt, oh je, wie wird das jetzt, wenn du so jung und da am Drücker bist.
- 1:33:40Es war vom ersten Tag an so, dass, was ich gesagt habe, hat der Gast akzeptiert,
- 1:33:48respektiert.
- 1:33:49Es gab nie Diskussionen, es gab nie irgendwelche Konfliktsituationen wegen meinem Alter.
- 1:33:54Am Gegenteil.
- 1:33:55Die Leute waren sehr einfach zu begeistern, weil ich so jung war.
- 1:33:59Wenn irgendjemand kam, der einen Wein bestellen wollte, den ich nicht kannte,
- 1:34:04jetzt mal irgendein alter Jahrgang, irgendein Bordeaux oder was so immer,
- 1:34:08oder Italien.
- 1:34:09Ich hab immer das gleich gesagt, ich sag, wissen Sie was?
- 1:34:13Ich kenn den Wein auch nicht, lassen sie uns doch zusammen rausfinden, wie der schmeckt.
- 1:34:16Ich mach den auf, wenn er ihn nicht gefällt, trink ich ihn selber.
- 1:34:18Das hast du gesagt!
- 1:34:19Krass!
- 1:34:21Hat immer funktioniert.
- 1:34:22Wow!
- 1:34:23Immer. So oft war es nicht immer, hat immer funktioniert.
- 1:34:26Und mein Glücksfall mit Christian Bau war, dass er mich halt machen lassen hat,
- 1:34:31von Anfang an.
- 1:34:32Er hat ja den, es gibt ja viele Chefs, die bei der Weinkarte mitreden wollen,
- 1:34:38die selber da bestimmen oder machen wollen.
- 1:34:42Und er war bis heute froh, dass er Leute hat, also jetzt ja die Nina,
- 1:34:49die, wie er sich darauf verlassen kann, dass es funktioniert.
- 1:34:53Und dass er sich eben auf die Küche und den Betrieb
- 1:35:01als Gesamtheitiges konzentrieren kann.
- 1:35:03Und ja, dafür hat er jemand, der sich um den Wein kümmert.
- 1:35:07Und die Weinkarte im Gebietssinn war also sehr sperrlich.
- 1:35:13Es gab 28 Weine von Mose Sarubo, also quasi nichts.
- 1:35:17Ja.
- 1:35:18Budgettechnisch war es bei Victor auch sehr angenehm.
- 1:35:23Also es gab keins, was jetzt nicht heißt, ich konnte kaufen, was ich wollte.
- 1:35:28Wir haben da schon drüber gesprochen und musste alles natürlich
- 1:35:31in einem gewissen Rahmen bleiben.
- 1:35:32Klar, die Rechnung müssen bezahlt werden.
- 1:35:34Aber es war jetzt nicht so diese harte Althoff-Nummer, wo es da für alles
- 1:35:39mögliche im Budget gibt.
- 1:35:40Erstens, zweitens, wareneinsätze paradiesisch.
- 1:35:45Ich glaube, ich hatte damals einen Wareneinsatz 34 Prozent oder so.
- 1:35:50Damit kannst du natürlich noch einfach relativ leicht Gäste glücklich machen,
- 1:35:55als wenn du jetzt irgendwo 22 bringen musst.
- 1:35:58Und ja, wir haben einfach als Team wunderbar funktioniert.
- 1:36:06Dort als Somali zu arbeiten, ist quasi die die Optimalt Stelle.
- 1:36:13Also es gibt wenig, wenig Stellen, wo ich mir vorstellen könnte,
- 1:36:21wo es schöner sein würde, Somali zu sein als in diesem Restaurant.
- 1:36:26Würdest du heute sagen, du warst damals zu jung?
- 1:36:27Oder warst du menschlich schon so reif, dass du die Stelle ausführen konntest?
- 1:36:32Ja, also menschlich hat dann schon Christian Mied den letzten Schliff noch gegeben.
- 1:36:39Muss man schon sagen.
- 1:36:41Ich würde nicht sagen, dass zu jung war.
- 1:36:45Weil am Ende, wie gesagt, was die Aufgabe Somali ist, die Gäste glücklich zu machen,
- 1:36:51die waren immer glücklich.
- 1:36:52Die Zahlen waren okay.
- 1:36:55Also er war auch die Gäste glücklich, der Chef war glücklich.
- 1:36:57Also wenn das der Fall ist, bist du nicht zu jung, nicht zu alt.
- 1:37:00Stimmt. Ja.
- 1:37:03Gutes Argument.
- 1:37:04Gibt es ein Restaurant, wo du gerne mal gearbeitet hättest,
- 1:37:06beziehungsweise jetzt gerne nochmal und sei es für einen Tag oder für eine Woche
- 1:37:10oder für ein Monat gerne noch mal arbeiten würdest, nicht zuerst auch mit der Erfahrung,
- 1:37:14die du durch deine globalen Reiseaktivitäten hast?
- 1:37:19Also es gibt einen Ort, der mich weintechnisch unglaublich beeindruckt hat,
- 1:37:24das Six-E-Seven-Palmall in London.
- 1:37:27Weil ich keinen anderen Ort gesehen oder erlebt habe, wo so eine
- 1:37:34geballte Somali-Kompetenz war.
- 1:37:39Da gibt es halt nicht den einen Somali und sein Assistent oder so,
- 1:37:42da gibt es ein Team.
- 1:37:44Und dieses Team, also das in Anführung, also ein schwächstem Mitglied des Teams,
- 1:37:50das letzte Lied in der Kette, könnte schon quasi jedem anderen Restaurant Chef Somali sein.
- 1:37:57Also so eine, ich hätte einfach gerne mal auch in so einer Mannschaft gearbeitet.
- 1:38:05Für mich das einzig negative Somali-Dasein auf Schloss Berg war,
- 1:38:14dass ich halt in der ganzen Zeit im Restaurant keinen hatte,
- 1:38:19mit dem ich mich über Wein austauschen konnte.
- 1:38:21Ich war halt allein.
- 1:38:22War mir aber auch, also im Service war ich gerne allein.
- 1:38:29Jetzt gab man eine Phase, da war Ronny Schreiber auf Schloss Berg,
- 1:38:34was auch dann, der wollte natürlich mehr als er durfte.
- 1:38:39Also er wusste ja vorher schon, dass er im Weinbereich nicht so viel machen kann,
- 1:38:43weil ich kann es dir ganz einfach erklären.
- 1:38:44Jetzt hast du ein relativ kleines Restaurant, da gehst du rein.
- 1:38:48Wie viele Tüsche?
- 1:38:49Wenn ich fragte.
- 1:38:5010 Tüsche.
- 1:38:52So, marschierst ins Restaurant rein, am letzten Tisch, der am weitesten weg ist,
- 1:38:58servierst du den Weißwein, schenkst einen Schluck ein,
- 1:39:03der Gas probiert und sagt, ja, es gefällt mir.
- 1:39:07Ich hätte ihn aber gerne noch etwas kühler.
- 1:39:09Dann schenkst du ja kein Wein aus, du nimmst die Flasche und steckst sie ins Eis.
- 1:39:14Wenn das der Fall ist, musst du sofort losgehen
- 1:39:17und deinen Kollegen informieren,
- 1:39:20Achtung, Tisch 7, nicht einschenken, er möchte den Wein kühler.
- 1:39:24Wenn du das nicht machst, dann kommt er um die Ecke,
- 1:39:28sieht Ort, die haben Weingleser, da ist schon ein Schluck im Glas,
- 1:39:31klär, schenke ich nach, boom, und dann ist schon ein Missgeschick passiert.
- 1:39:34Also du musst so viel kommunizieren,
- 1:39:38wenn du zu zweit arbeitest, in so einem kleinen Restaurant,
- 1:39:40dass ich lieber alles allein gemacht hab.
- 1:39:43Was aber mit 10 Tüchen, will du sagst, kleines Restaurant,
- 1:39:48auch eine Aufgabe sein kann?
- 1:39:50Wenn 10 Tüchen mit einmal kommen,
- 1:39:5110 Tüchen mit der Wartungsleistung kriegen wollen und so weiter.
- 1:39:54Ja, man muss dazu sagen, es waren ja selten 10 Tüchen.
- 1:39:5810 Tüchen waren es nur, wenn alles 2-Jahr-Tüche waren.
- 1:40:02Okay.
- 1:40:04Also du hast ja jedem Abend auch ein 4er-Tisch,
- 1:40:07oder mal ein 6er, demnach nimmst du dann natürlich weniger Tüche.
- 1:40:10Also ihr habt es dann so gemacht, dass ihr Tüche rausgenommen habt
- 1:40:13und ihr habt immer versucht, eine Gesamtpersonenzahl
- 1:40:16von vielleicht 20 Leuten zu erreichen, egal wie diese aufgelöst sind.
- 1:40:21Ob das 2-10er-Tüche oder 10-2er-Tüche oder...
- 1:40:24Ne, muss man anders sagen.
- 1:40:27Also, der...
- 1:40:30Du kannst auch locker 30 machen.
- 1:40:34Aber 10-2er-Tüche nehmen einfach viel mehr Platz weg.
- 1:40:3810-2er-Tüche gab es ganz selten, weil du hast immer 4er.
- 1:40:42Es ging nicht darum, bei 20 Gästen Schluss zu machen,
- 1:40:45sondern es war einfach nicht mehr Platz als für 10-2er-Tüche.
- 1:40:49Okay.
- 1:40:51Aber von den Gästen, ich glaube 32, 36 gehen auch rein.
- 1:40:55Was für ein Zoll mich hier alleine...
- 1:40:57Du bist halt einfach...
- 1:40:58Vieles, finde ich.
- 1:41:00Aber vielleicht bin ich da auch verwöhnt.
- 1:41:03Also, du, ich...
- 1:41:06Sag dir ganz ehrlich, die Leistungsfähigkeit.
- 1:41:11Ich habe das in...
- 1:41:13Ich glaube, du hast das in den letzten Tagen irgendwo als Statement abgegeben.
- 1:41:19Die physische Leistungsfähigkeit, die du da bringen musst,
- 1:41:23die ist so hoch im Kopf.
- 1:41:25Also, wie konzentriert du sein musst, wie viele Kilometer du abspulst,
- 1:41:31wie viel...
- 1:41:33Ja, was du da aushalten musst.
- 1:41:35Also, das ist enorm.
- 1:41:36Ich habe...
- 1:41:37Ich weiß noch damals, meine Eltern haben...
- 1:41:39Und meine Mutter fing damit an, so ein Schrittzähler hat die getragen.
- 1:41:43Meine Mutter hat sechs Schwestern und haben die vergleichen,
- 1:41:47wer läuft mehr Schritte am Tag?
- 1:41:48Haben die so eine WhatsApp-Gruppe und dann immer am Abend zu vergleichen,
- 1:41:50wer war fleißiger so ungefähr?
- 1:41:52Und...
- 1:41:54Ich weiß nicht, noch hat sie mir erzählt, dass sie also irgendwie den Rekord da aufgestellt hat.
- 1:42:00Und sie ist 9.000 Schritte gelaufen.
- 1:42:02Ich weiß nicht, ich glaube, es waren 9 oder...
- 1:42:04Es war jetzt ein guter Tag.
- 1:42:06Ja, da habe ich mir den Ding angezogen, weil 24.000 Schritte...
- 1:42:09Ja, ist schon enorm.
- 1:42:13Christian Fress hat das gesagt, also, dass die körperliche Belastung völlig unterschätzt wird.
- 1:42:19Hattest du damals ein Hobby oder irgendwas, wie du Ausgleich gefunden hast
- 1:42:25oder hast du heute noch irgendwie so ein Dauer Hobby außer Wendevollsprünen?
- 1:42:30Nee, also ich habe damals, nach der Arbeitswoche, war ich so platt.
- 1:42:36Ich habe einfach Essen, meine Leidenschaft, mein Hobby.
- 1:42:40Aber ich habe nichts gemacht.
- 1:42:41Ich habe am freien Tag die Füße hochgelegt und mich entspannt.
- 1:42:44Also, ich fahre gerne ein schneller Auto, ich esse gerne, Graffiti ist ein Thema.
- 1:42:48Ich habe damals, ja, also, wenn ich an der Wand stehe,
- 1:42:54mit einer Sprühdose in der Hand und dann beim Bild vertief bin
- 1:42:58und dann auf einmal guckst du auf die Uhr und siehst du, es sind 6 Stunden vergangen.
- 1:43:01Krass!
- 1:43:01Da bist du einfach dann...
- 1:43:03Ich mache es heutzutage zu selten, aber ich habe es damals viel mehr gemacht.
- 1:43:09Da bist du in so einer eigenen Welt und kannst halt von allem abschalten.
- 1:43:12Du bist nur du und die Wand und die Farben.
- 1:43:15Das habe ich damals relativ viel gemacht.
- 1:43:18Für Sport, an Sport war überhaupt nichts zu denken.
- 1:43:20Also, ich habe viel weniger gewogen als heute, weil ich einfach viel dünner war.
- 1:43:26Weil so viel, wie ich verbrannt habe, so viel konnte ich gar nicht essen.
- 1:43:30Wenn mir Dinge auf dem Magen...
- 1:43:32Also, wenn mich Dinge persönlich angefasst haben, wenn mich Dinge gestresst haben,
- 1:43:38ist mir so mal auf dem Magen geschlagen, dass ich also einfach den Appetit verloren habe.
- 1:43:43Was sehr oft der Fall war für irgendwelche Dinge.
- 1:43:45Und ich stellte einfach vor, du arbeitest 12 Stunden und ist nichts.
- 1:43:49Da kannst du dann nachts nach dem Service essen, was du willst.
- 1:43:52Das holst du nicht mehr auf.
- 1:43:54Was ja auch nicht gesund ist.
- 1:43:55Also, warum willst du nicht Lobhäuser liegen?
- 1:43:57Das ist mit Sicherheit kein gesunder Lebensstil.
- 1:43:59Nee, überhaupt nicht.
- 1:44:00Ich habe am Ende so, wie ich den Job für mich interpretiert und gemacht und gelebt habe,
- 1:44:0862 kg gewogen.
- 1:44:09Also, was jetzt bei 1,77 kb/h nicht so viel ist.
- 1:44:15Vorher habe ich gerade gesagt, es ist nicht unbedingt so sportlich im wahrsten Sinne des Wortes.
- 1:44:21Wenn du Graffiti malst, könntest du dir dazu Wein vorstellen?
- 1:44:24Nee, überhaupt nicht.
- 1:44:26Er stinkt ja alles nach Farbe, ist ja furchtbar gerufen.
- 1:44:29Aber ich dachte so, dieser entspanne Charakter und so weiter, das passt nicht.
- 1:44:33Also, für dich ist Wein dann schon eine situative Sache, wo alles irgendwie perfekt sein muss?
- 1:44:39Also, Wein und Musik ist ein großes Thema.
- 1:44:43Ja?
- 1:44:43Wein und Musik ist ein riesengroßes Thema.
- 1:44:46Inwiefern?
- 1:44:46Also, was passt da und was passt nicht?
- 1:44:49Und wie brauchst du da was?
- 1:44:51Also, ich habe verschiedene Playlisten auf Spotify und ich höre auch gern dem Wein-Thema
- 1:44:59entsprechend die Musik.
- 1:45:01Also, ich habe neulich mit Freunden in italienischen Weihendamen gemacht und ich habe dann sehr
- 1:45:07viel Zeit investiert und habe eine Playlist gemacht mit alten italienischen Klassikern.
- 1:45:11Herrlich!
- 1:45:12Und die haben wir dazu gehört, oder wenn wir Bogunder trinken, Kaffee de Paris.
- 1:45:18Ja?
- 1:45:19Mhm.
- 1:45:20Dann es hängt auch ein bisschen von der Tageszeit ab, im Sommer auf der Terrasse, Hip Hop.
- 1:45:25Also, wichtig ist beim Wein, mir, die Musik soll nicht so schnell sein, weil Wein trinken
- 1:45:33soll ja auch entspannen, Freude bereiten, Genuss.
- 1:45:37Und also, ich würde das keine Paul Kalkbrenner auflegen beim Wein trinken, dann eher am
- 1:45:45Gym.
- 1:45:46Gym ist heute mein Ausgleich zum Arbeitsalltag, weil der Unterschied ist halt heute, dass
- 1:45:52ich halt weniger laufe und mich weniger bewege und deswegen, also wenn ich reise sehr viel,
- 1:45:58aber wenn ich im Wein gut bin, sitze ich den ganzen Tag am Stuhlen, gucke auf den Bildschirm
- 1:46:03und dann muss mich schon bewegen.
- 1:46:05Mhm.
- 1:46:06Dann schneller Musik zum Wein eher gediegen, ja.
- 1:46:11Aber kein Jazz sein, kein Hip, Jazz, Hip Hop, Soul, R&B, Klassikmusik, also kann alles
- 1:46:18möglich sein, nur mir wäre es nicht so schnell.
- 1:46:21Gibt es ein Instrument, was dem Wein perfekt reflektiert?
- 1:46:23Also du hast jetzt verschiedene Musikstile dargelegt, aber gibt es so das, eine, wo du
- 1:46:30sagen würdest, das fühlt sich an wie Wein?
- 1:46:33Kann ich nicht sagen.
- 1:46:36Ja, weil zu viele verschiedene Weintücken gibt wahrscheinlich.
- 1:46:40Ja, auch ich, und vor allem viel zu viele Instrumente, die ich nicht kenne und nicht
- 1:46:45benennen kann.
- 1:46:46Ja, ja.
- 1:46:47Was ich auch gerne, hab vorhin den Moment verpasst, zu sagen, warum ich bei Bau gegangen
- 1:46:55bin.
- 1:46:56Warum?
- 1:46:57Bist du da den schwersten Weg oder den schwersten Weg deines Lebens gegangen?
- 1:47:00Der Anfang vom Ende war eigentlich, weil wir sind gereist.
- 1:47:08Wir haben, ich bin vorher, hab ich schon auch mit der Familie, einige Länder in Europa
- 1:47:19gesehen und bereist.
- 1:47:20Mit deiner Familie?
- 1:47:21Aber da ich angefangen hab, mit meiner Familie, ja, da ich mit 16 Jahren schon angefangen
- 1:47:26hab zu arbeiten, war mit 16 schon die Familienurlaube vorbei.
- 1:47:30Aus verschiedenen Gründen waren die bis zu meinem 16.
- 1:47:33Lebensjahr immer nur europäisch die Familienurlaube.
- 1:47:36Und ich bin dann zum ersten Mal überseggereist mit Christian.
- 1:47:42Also wir hatten einen Engagement in Bangkok und sind dann nach Thailand und waren da 10
- 1:47:50Tage in Bangkok und haben dann gekocht in Chicago.
- 1:47:55Also es ist immer schön, wenn ich sage, wir haben gekocht.
- 1:47:58Die Jungs haben sich nach Arsch abgearbeitet und ich hab, sah gut aus, also durfte dabei
- 1:48:06sein und ein bisschen mitmischen.
- 1:48:08Aber das hat mir einfach in mir diesen Hunger geweckt, die Welt zu sehen, zu entdecken.
- 1:48:18Und damals entstand in mir der Gedanke, ich kann mir eigentlich nichts Schöneres vorstellen
- 1:48:24als beruflich zu reisen.
- 1:48:27Und jetzt bist du in einem Restaurant mit drei Sternen, gastronomisch, natürlich schon
- 1:48:33auf der allerhöchsten Bühne.
- 1:48:35Aber trotzdem bist du halt in deinem Käfig, in deinem goldenen Käfig irgendwo in diesem
- 1:48:42Standort.
- 1:48:43Und ich hatte einfach Lust, auch mein Land und die Region und alles in die Welt zu tragen
- 1:48:52und meine Begeisterung für Wein, vor allem für Moselwein, einfach mit allen möglichen
- 1:48:58Weintrinkern rund um die Welt zu teilen.
- 1:49:00Und ich hab als Somali sehr viel Molitor verkauft und irgendwann hat Markus Molitor mich mal
- 1:49:12gefragt, ob ich mir, wenn der Tag mal kommt, dass ich mal was anderes machen will, dann
- 1:49:19meint er, können wir uns ja mal unterhalten.
- 1:49:21Und dieses Gespräch gab es dann auch über ein Jahr nicht, weil der Moment dafür nicht
- 1:49:30da war und es mich auch weniger interessiert hat.
- 1:49:33Und ich hab mich auch damit gar nicht wirklich auseinandergesetzt, aber irgendwann kam dann
- 1:49:38die Sprache eben, Export zu machen.
- 1:49:40Und ab dem Moment war das in meinem Kopf und ja, so war es halt dann nach sechs Jahren.
- 1:49:48Für mich Zeit, den nächsten Schritt zu machen.
- 1:49:53Und ist es so gekommen, wie du es dir vorgestellt hast oder ist es trotzdem eine ganz andere
- 1:49:57Welt geworden, als du es aus dem Restaurantwesen heraus hättest andenken können oder dir vorstellen
- 1:50:04können?
- 1:50:05Ich hatte gar keine Vorstellung und ich hab ja mit allen von vorne angefangen.
- 1:50:09Also, ich muss dir vorstellen, wenn du als ich bin von der Ausbildung her, hab zehn Klassen
- 1:50:15in der Schule gemacht, Restaurantfachmann, also Kellner gelernt.
- 1:50:17Und wenn du dann Vertrieb machen sollst, wirst du mit Dingen konfrontiert, vor denen hast
- 1:50:23du in deinem Leben noch nie vorher gehört.
- 1:50:24Also, ich hab da auch in gewissen Sinne von vorne angefangen.
- 1:50:27Aber hab die Sache halt mit dem gleichen Engagement einen Einsatz gemacht, wie alles andere vorher.
- 1:50:32Und deswegen, ich hatte keine wirkliche Vorstellung, aber es ging von Anfang an, glaube ich,
- 1:50:40ganz gut.
- 1:50:41Woran lag das, dass es gut ging?
- 1:50:43Warst du das, der sich darauf eingelassen hat, vielleicht ein Talent hat?
- 1:50:47War es vielleicht der Betrieb, der dich mehr oder weniger jungfreulich gekauft hat und
- 1:50:53geformt hat?
- 1:50:54Oder war es einfach ganz viel Glück, ähnlich wie du bei Bau auf die Füße gefallen bist
- 1:51:00und ähnlich wie du damals in Berlin schon deinen Weg gefunden hast?
- 1:51:05Also, ist wie immer, wenn die Sache erfolgreich ist, spielen viele Faktoren eine Rolle.
- 1:51:14Und hier im Betrieb hab ich halt auch eine Freiheit, wie ich sie vorher als Zommel hatte.
- 1:51:21Also, ich werd nicht gefragt, warum ich dahin fliege oder was ich da mache.
- 1:51:27Aber hier im Betrieb, Markus ist einfach nicht nur ein sehr guter Winzer, sondern auch ein
- 1:51:34großer Unternehmer und er weiß auch, dass man manchmal erstmal Geld ausgeben muss,
- 1:51:40bevor er zurückkommt.
- 1:51:42Und die Freiheit zu haben, ans andere Ende der Welt zu fliegen, um mögliche Partner zu
- 1:51:47treffen, ohne dass das was verkauft, also was erstmal eine Investition ist.
- 1:51:53Aber diese Einstellung zu haben, die gibt es in vielen Weingüter nicht.
- 1:51:58Viele Weingüter sind sehr bäuerlich vom wirtschaftlichen oder vom unternehmerischen Denken, machen vielleicht
- 1:52:05große Weine, aber haben einen viel zu engen Rahmen, was den Vertrieb angeht.
- 1:52:18Ich sag mal ein Beispiel, jetzt haben wir eben Vertrieb jemanden eingestellt, der auch mit
- 1:52:25reichlich Export-Erfahrung zu uns kam.
- 1:52:29Und ich hatte eine Reise geplant nach Korea und Singapur und Japan.
- 1:52:36Und dann haben wir gesagt, okay, dann nehme ich den mit, kann er direkt mal lernen.
- 1:52:43Und wie viel Betriebe leisten Sie so was doch dann mal in den neuen Mitarbeiter zu investieren?
- 1:52:51Man kostet ja auch ein paar Tausend Euro, dass einfach mal jemand mitfährt, um zu sehen,
- 1:52:55wie wir Dinge machen.
- 1:52:56Hättest du einen Zombie für prädestigniert, danach in den Handel zu wechseln, was ja
- 1:53:01oftmals der Weg ist?
- 1:53:03Oder man kann es ohnehin nicht für allgemein haben, es kommt immer auf den Typus drauf
- 1:53:07an?
- 1:53:08Oder ist das grundsätzlich schwierig, weil die Vorstellungen ganz andere sind und man
- 1:53:11eher auf die Nase fallen kann, als dass man wirklich glücklich wird?
- 1:53:17Grundsätzlich, Leute, die aus der Gastronomie kommen, haben halt eine andere Einstellung
- 1:53:21zum Thema Arbeit.
- 1:53:23Wir haben natürlich eher das Engagement und die Motivation viel zu leisten.
- 1:53:31Wir laufen nicht mit einer Stoppuhr rum und gucken, jetzt bin ich aber schon 30 Minuten
- 1:53:36länger da, kann ich die morgen auch dann wirklich später kommen.
- 1:53:39Also die Arbeitseinstellung ist einfach eine andere.
- 1:53:43Ob ein Zombie dafür geeignet ist, kann man überhaupt nicht sagen.
- 1:53:47Das liegt an jeder Person, es gibt einen entscheidenden Unterschied.
- 1:53:52Im Restaurant kommen die Leute zu dir, du musst nichts dafür machen.
- 1:53:56Du wartest, dass die Tür aufgeht und der erste Gast da steht und dann bist du für den Gast
- 1:54:02da.
- 1:54:03In dem Vertrieb musst du halt selbstständig und eigenständig agieren.
- 1:54:08Da kommt keiner und sagt dir, hoff doch mal den an oder mach doch mal, nimm doch mal
- 1:54:15an der Veranstaltung teil oder das muss ja das eigenem Antrieb kommen und das liegt
- 1:54:20halt nicht jedem.
- 1:54:21Was auch eine mentale Belastung sein kann, wenn du genau den Schritt dann gehen musst,
- 1:54:27also nicht empfangen, sondern senden musst.
- 1:54:30Genau.
- 1:54:31Deswegen, also man kann nicht sagen, ob das empfehlenswert ist oder nicht.
- 1:54:40Für mich war es der richtige Schritt, weil der Somelier, der ich war, der wäre ich heute
- 1:54:47nicht mehr, weil man einfach auch sagen muss, dass so viele Gäste so unverschämt sind
- 1:54:55und diese Ruhe oder diese Gelassenheit oder diese Nehmerqualitäten, die ich damals hatte,
- 1:55:02die hätte ich heute nicht mehr.
- 1:55:03Okay, was meinst du mit unverschämt?
- 1:55:05Ja, einfach Leute, die die Einstellung haben nur, weil das Menü viel Geld kostet, kann
- 1:55:13ich mich auch benehmen, als ob ich jetzt einen Teil von diesem Laden hier gekauft habe.
- 1:55:17Die einfach dem Personal nicht auf Augenhöhe begegnen, sondern sich für was viel besseres
- 1:55:27halten.
- 1:55:28Und du bist natürlich im Spitzenrestaurant immer in der schwierigen Lage, dass du damit
- 1:55:34rechnen musst, wenn du jetzt nicht 100 Prozent konform antwortest, am nächsten Tag in irgendeinem
- 1:55:41Online-Forum liest.
- 1:55:43Aber der war aber arrogant oder überheblich oder ist einfach eine schwierige Situation.
- 1:55:48Wenn ich heute jemanden treffe und der ist frech und respektlos zu mir, dann muss ich
- 1:55:54nicht zurücklächeln, sondern kann dem Einhalt gebieten, was du im Restaurant so nicht kannst,
- 1:56:01weil du ja immer auch, du bist halt in der Dienstleistungsrolle und das ist halt schwierig.
- 1:56:08Du bist ja aber trotzdem auch in einer Verkäufer-Situation und musst mehr oder weniger deinen Kunden
- 1:56:14auch hufieren, wie ein Zombie den Gast auch.
- 1:56:16Und ein Zombie, glaube ich, kann auf einer ähnlichen Augenhöhe mit dem Gast kommunizieren
- 1:56:24und versuchen, ihm seine Grenzen aufzuweisen, wenn er dann über diese Grenzen tritt.
- 1:56:30Oder glaubst du nicht?
- 1:56:31Oder glaubst du, dass das anders ist, als es früher war?
- 1:56:34Ich sag mal so, ich hatte diese, ich hab Situationen erlebt, wo ich in dem Alter, in dem ich damals
- 1:56:46war, mit der Situation überfordert war und nicht wusste, wie soll ich damit umgehen und
- 1:56:53hab dann einfach nichts gesagt.
- 1:56:55Okay.
- 1:56:56Ja.
- 1:56:57So, und wenn du natürlich, es gibt nichts, was Souveränität ersetzen kann, aber die
- 1:57:05Souveränität und Erfahrung kommt halt auch mit dem Alter, was du halt nicht hast, wenn
- 1:57:10du jung bist.
- 1:57:11Ja.
- 1:57:12So, und heute bin ich zehn Jahre älter, aber trotzdem, wenn jetzt jemand zu mir kommen
- 1:57:19und frech wird oder Unwahrheiten sagt, dann kann ich ganz klar und entschieden Stopp sagen
- 1:57:25und auch eine Konfrontation suchen, weil ich halt nicht nur Restaurant bin und auch, wenn
- 1:57:33ich den Wein verkaufen muss, dann nicht um jeden Preis.
- 1:57:36Aus dem Grund hab ich vorhin gefragt, ob du eventuell zu jung warst für den Job.
- 1:57:40Weil ich glaube, dass man viele Situationen, die teilweise nicht einfach sind mit einer
- 1:57:48anderen Souveränität, mit einem anderen Alter, mit einer anderen Lebenserfahrung, auch mit
- 1:57:52einer anderen Kommunikationsfähigkeit, mit einer anderen Weltgewandtheit, mit einer
- 1:57:56anderen Allgemeinbildung, wesentlich Souveräner lösen kann und teilweise auch wesentlich
- 1:58:02unterhaltsamer ist, als man ist vielleicht nicht so leistungsbereit und so leidensbereit,
- 1:58:06wie man es mit 22 ist.
- 1:58:09Aber ich glaube, man könnte ein anderes Auftreten haben, als du mit 22, 23.
- 1:58:15Ich war in einem ähnlichen Alter, als ich in einem preisstellen Restaurant tätig war,
- 1:58:19an dem er kann, also ist das jetzt kein Blaming, sondern kann ich das mitempfinden und kann
- 1:58:23es auch nachempfinden.
- 1:58:24Und glaube ich, wäre mit 35, 40, 45 ein anderes Restaurant gewesen.
- 1:58:30Klar.
- 1:58:31Aber die Frage ist ja, wofür zu jung oder zu alt?
- 1:58:38Für deine eigene Gesundheit oder so, wie du, ob du jetzt abends mit dir im Reinen ins
- 1:58:45Bett gehst, ist eine andere Geschichte, als wie du am Gast wirkst.
- 1:58:49Du kannst auch in sehr jungen Jahren eine perfekte Rolle am Gast spielen.
- 1:58:55Wie du die Sachen dann zu Hause verarbeitest, dazu brauchst du halt genau die Souveränität,
- 1:59:01Lebenserfahrung, um damit umzugehen und so weiter.
- 1:59:04Also ich hatte jetzt keinen, ich hatte das nie, ich hatte das für ihn kein Problem, muss
- 1:59:09ich sagen.
- 1:59:10Es gab halt Situationen, in denen ich dann einfach zurückgesteckt habe, weil ich mir
- 1:59:17nicht sicher war, was ist jetzt der Weg, um dem entschieden genug entgegenzutreten.
- 1:59:21Aber daraus ist bei mir jetzt kein Schaden oder kein Leiden entstanden.
- 1:59:26Was du mit 22, 23 noch anders kannst, als wenn du 40, 45 und gesetzt im Leben stehst und
- 1:59:31die Dinge, die du anders annimmst und anders verarbeitest, hast du ein schönstes und schreckliches
- 1:59:36Sommererlebnis?
- 1:59:37Aus der gesamten Zeit, wo du sagst, wow, das so was will ich nie wieder erleben oder
- 1:59:42das hat mich dermaßen geflasht.
- 1:59:44Ich hatte das mal in New York, als das erste Mal in New York war und New York ist der
- 1:59:54most competitive place on earth, um Wein zu verkaufen.
- 1:59:58Also jeder Somalie, jeder Einkäufer in New York kriegt jeden Tag, rufen Leute an, wollen
- 2:00:04Wein vorstellen, wollen vorbeikommen und wenn du dann irgendwo einen Termin kriegst,
- 2:00:08hast du so 7 bis 15 Minuten, um dein Wein vorzustellen.
- 2:00:13Also sagen die erstmal, wenn die dich mögen, wird es natürlich automatisch mehr.
- 2:00:19Aber deshalb selbst Schutz von diesen Leuten, damit ihnen nicht die Zeit geraubt wird von
- 2:00:25irgendeinem Verkäufer, der irgendwas den allernäuesten, tollsten und besten von irgendwas hat.
- 2:00:29Und ich weiß, als das erste Mal in New York war, waren wir bei einem, ist mir aufgefallen,
- 2:00:35dass es überall USA Leitungswasser serviert und es ist einfach untrinkbar, es ist einfach
- 2:00:40so viel Chlor drin, ich kann so Wasser nicht trinken.
- 2:00:42Und es ist einfach der Standard, du kommst, egal wo du hinkommst, automatisch ein Glas
- 2:00:49Leitungswasser hingestellt.
- 2:00:50Und dann hatten wir einen Termin und dann fragt der Somalie, möchtest du ein Glas Wasser?
- 2:00:55Und dann habe ich gesagt, nee, schmeckt wie ein Swimmingpool, danke.
- 2:00:59Und dann sind wir aus dem Termin raus und dann sagt der Sales Rep von unserem Importeur,
- 2:01:06ich sage mir du das noch einmal, sagst du, das ist Wasser wie ein fucking Swimmingpool,
- 2:01:11schenkt.
- 2:01:12Weißt du wie lange ich gebraucht habe, um dann Termin für dich zu kriegen, damit ich für
- 2:01:15deine Weine fange?
- 2:01:16Ich habe mich so geschämt.
- 2:01:17Ich weiß nicht, ob der Somalie es als negativ empfunden hat, der es gesagt habe, aber ja,
- 2:01:25ist man dann mal kurz wieder geerdet und sagt, okay, vielleicht nächstes Mal ist es ein bisschen
- 2:01:32zurückhaltender sein.
- 2:01:33Ja, die Flogenheit des Landes einfach repräsentieren.
- 2:01:35Ein schönstes, also wo dir das Herz aufging und du sagst entweder, darum mache ich den
- 2:01:42Job oder toll wie der das macht?
- 2:01:45Also das schönste Erlebnis, also für mich persönlich mein schönstes Erlebnis war, als ich Somalie
- 2:01:54des Jahres wurde, weil ich habe schon immer irgendwie geträumt davon in diesem Buch zu
- 2:01:58stehen, neben diesen Menschen, die alle viel besser sind als ich, viel mehr können, viel
- 2:02:04länger dabei sind, die alle so eindrucksvoll sind, neben den Leuten wie Jürgen Fendt
- 2:02:10und Magdalena Brandstetter, wie sie damals noch hieß und vielen anderen einfach Größen
- 2:02:16der Szene.
- 2:02:17Das ist, glaube ich, das schönste Erlebnis, das irgendjemand entschieden hat, ich darf
- 2:02:27da dazugehören und als, ich könnte noch eines aus Gastsicht erzählen.
- 2:02:33Gerne.
- 2:02:3430 Jahre eines Kultweins, das ist eigentlich mehr eine Legende.
- 2:02:55Also es gibt Weine, Kultwein ist für viele kein Getränk, aber die sind einfach ein verdammtes
- 2:03:00Ereignis.
- 2:03:01Der Luce 2022 verjährt sein 30-jähriges Jubiläum und zeigt, warum Montalcino seinen König
- 2:03:09gefunden hat, warum dieser Wein in einer eigenen Liga spielt.
- 2:03:12Mit seinem kraftvollen Rückgrat, mit seiner eleganten Ausstrahlung, mit seinen reifen
- 2:03:16Tannin, mit seiner Aromeksklusion, mit seinem ewig anhaltenden Abgang ist dieser Jahrgang
- 2:03:23mehr als sonstige Perfektion in flüssiger Form.
- 2:03:26Es begann in den frühen 1990er Jahren, als sich zwei Giganten der Weinwelt, Vitorio Fresco
- 2:03:32Baldi, erbe einer toskanischen Winzerfamilie mit über 700-jähriger Tradition und Robert,
- 2:03:38der von allen eigentlich nur Bob genannt wurde, Mondavi, dem Pionier des kalifornischen Weinbaustrafen.
- 2:03:44Sie hatten einen Traum.
- 2:03:45Die Erschaffung eines Weines in Montalcino, der die Grenzen des traditionellen sprengt
- 2:03:50und dennoch tief in der toskanischen Kultur verwurzelt ist, so entstand Tinuta Luce.
- 2:03:55Ein Name, der das lebensspende Sonnengelich der Region errt.
- 2:04:00Die Philosophie hinter Luce war revolutionär.
- 2:04:02Die Verschmelzung der eleganzigen Soschowese mit der Fülle des Meer los.
- 2:04:06Dieses Zusammenspiel sollte einen Wein hervorbringen, der die Struktur und Komplexität der Toskana
- 2:04:13mit der Geschmeidigkeit und Tiefe des Meer los vereint.
- 2:04:16Diese innovative Cuevee war ein Novus mit Montalcino und nicht nur dort.
- 2:04:21Er stellt die traditionellen Vorstellung der toskanischen Weine komplett infrage.
- 2:04:26Unter der Leitung von Alberto Fresco Baldi, Vittorio Son, der 2005 die Führung übernahm,
- 2:04:32setzte Tinuta Luce diese Vision fort mit Respekt vor dem Land und einem tiefen Verständnis
- 2:04:38für die Weinbereitung führte er das Weingut zu neuen Höhen und festigte, dessen Ruf als
- 2:04:43Produzent außergewöhnlicher Weine.
- 2:04:47Ja, und die 30-jährige Anniversary Edition der Luce 2022 ist der Gipfel von allen.
- 2:04:53Ist das leuchtende Jubiläum in der Toskana.
- 2:04:56Sehr gerne eine Runde Romantik und Sentimentalität.
- 2:04:59Wo passt so was besser denn als in die Toskana?
- 2:05:01In den sanften Hügel von Montalcino, wo Geschichte und Terror im perfekte Harmonie verschmelzen.
- 2:05:07Feiert die Tinuta Luce einen Meilenstein, den 30. Jahrgang ihres ikonischen Weines Luce.
- 2:05:15Die 2022-Edition steht nicht nur für drei Jahrzehnte Exzellenz, sondern auch für eine kontinuierliche
- 2:05:21Reise der Innovation und Tradition im Herzen der Toskana.
- 2:05:24Klingt wie ein Werbespruch, ist ein Werbespruch, aber so verdammt authentisch und so verdammt
- 2:05:29stimmig.
- 2:05:30Ja und dafür verantwortliches Montalcino.
- 2:05:32Bekannt für die vielfältigen Böden jeder weiß, es ist ein Mosaiker aus den verschiedensten
- 2:05:35Böden die man sich überhaupt vorstellen kann.
- 2:05:37Und das in Kombination mit dem mediterranen Klima findet hier Weinbau absolut optimale
- 2:05:42Bedingungen.
- 2:05:43Die Weinberge der Tinuta Luce erstrecken sich über Hänge mit unterschiedlichen Bodenstrukturen
- 2:05:47von Ton bis Kalkstein.
- 2:05:49Und nur so kann wahrscheinlich ein so außergewöhnlicher Wein wie der Luce 2022 entstehen.
- 2:05:54Und wenn dann noch das Jahr mit spielt.
- 2:05:56Das Jahr 2022 begann mit einem kalten trockene Winter.
- 2:06:00Super.
- 2:06:01Gefolgt von einem regenarmen Frühling und ab Mai steigen die Temperaturen rasch an.
- 2:06:05Und die Blüte erfolgte meisterlich ab Ende Mai bis Anfang Juni unter idealen Bedingungen.
- 2:06:11Der für diese regionso typische trockene warme Sommer sorgte für ein optimales Gleichgewicht
- 2:06:17der Reben.
- 2:06:18Zwei kräftige Regenfälle Ende Juli und mit der August brachten den Reben erleichtert
- 2:06:24und leiteten die finale Reifephase ein.
- 2:06:27Die Lese begann am 28.
- 2:06:29August, zwar etwas früher als üblich, um die frische Säure und die aromatische Intensität
- 2:06:34der Trauben zu bewahren.
- 2:06:35Denn schließlich soll dieser Wein ja nicht in den ersten zwei Jahren gedruckt werden, sondern
- 2:06:38braucht Substanz, Potenz, Struktur, was dadurch gewährleistet wird.
- 2:06:42Und die Trauben waren klein, perfekt und absolut gesund.
- 2:06:46Dadurch, dass der September optimale Bedingungen kühle Temperaturen brachte, wurden die frischen
- 2:06:50Aromen im Sanger Wiese erhalten und gefördert.
- 2:06:54Perfekt.
- 2:06:55Von Hand gelesen bei 28 Grad Außentemperatur, 12 Tage fermentiert, 22 Tage Meisterstandzeit,
- 2:07:01manulaktische Gärung im Bariks, von denen 80% neun, 20% gebraucht waren und in denen
- 2:07:06der Wein dann für 24 Monate reifen durfte, um im November 2024 abgefüllt zu werden.
- 2:07:13Rubinrot, frische Beerenfrüchte in der Nase, Johannes-Berra-Kanatapfel, leichte florale Noten,
- 2:07:18geschmeite Tanine, eine lebendig perfekt strukturierte Säure und ein Finale, das man eigentlich
- 2:07:24nicht beschreiben kann.
- 2:07:25Das Gehaltvoll, das Lang, aber nicht erschlagen Fett ist das Alimierend, das lebendig und
- 2:07:30trotzdem voller Potenzialen Charakter ist.
- 2:07:34Man muss es erleben, um es zu verstehen.
- 2:07:36Also, technische Daten, mehr Lohn, Sanger Wiese, 14,5 Volumenprozent, 6,25 Gramm Geliter Gesamtsäure
- 2:07:43und ein pH Wert von 3,4.
- 2:07:45Also eigentlich alles perfekt.
- 2:07:46Die dreißigste Edition von Luches, ein Zeugnis für die Vision des Engagement, der Tnut
- 2:07:52der Luches, weide zu erschaffen, diese Wohltraditionen respektieren, als auch den Blick nach vorne
- 2:07:57richten.
- 2:07:58Luches 2022 verkörpert die Estenz von Montagino und die Leidenschaft für Exzellenz, die seit
- 2:08:03drei Jahrzehnten anhält.
- 2:08:06Ein wahrhaft leuchtendes Jubiläum im Herzen des Toscana.
- 2:08:10Und trotzdem vielen Dank für jeden einzelnen auch der vorherigen Jahrgänge, der Tnut der
- 2:08:15Lutsche und dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:08:19Ich war mit Christian Bau im Epikür in Paris essen und dann kommt der Sommelier mit der
- 2:08:38Weinkarte, dick wie ein Telefonbuch.
- 2:08:40Und wir hatten uns abgesprochen, Christian und ich, was wir dann trinken wollen.
- 2:08:44Und dann habe ich dem Sommelier gesagt, ja, ein weißen Bogunda und habe ihm eine Preisregion
- 2:08:50aufgezeigt, Finger an der Karte.
- 2:08:52Er hat gesagt, ich habe jetzt hier so drei Mersos rausgesucht, von da bis da preislich.
- 2:08:57Und was schlägt es denn vor?
- 2:09:00Wir mögen also, wir sind von der Mosel und mögen schlanke Weine, kühles Stilistik, kann
- 2:09:06ruhig knackiger von der Säure sein.
- 2:09:08Und dann sagt er, ich habe was besseres.
- 2:09:11Vertraust du mir?
- 2:09:12Ja, habe ich natürlich ja gesagt, denn schlägt das Buch zu und geht.
- 2:09:15Und da Christian umfasst, das bestellt, ich sage, weiß ich nicht.
- 2:09:18Wie weißt du nicht?
- 2:09:20Ja, der macht jetzt halt was.
- 2:09:21Ich sage, es kann sein, es ist richtig teuer wird heute.
- 2:09:25So, dann kommt er wieder, blind, schenkt den Wein ein und es war einfach genau das, was
- 2:09:32ich beschrieben hatte.
- 2:09:33Wir waren total glücklich mit dem Wein.
- 2:09:35Und er hat ein Viertel gekostet von der Preisrange, die ich ihm vorgegeben hatte, ein Viertel.
- 2:09:45Und das hat einfach gezeigt, wie du die Chance hast als Somelie mit einer Empfehlung, dir
- 2:09:52vertrauen zu arbeiten.
- 2:09:56Weil dann sagst du ja automatisch, okay, wenn du meinst, der nächste Wein kostet 500,
- 2:10:02dann müssen wir den trinken, weil dann wird der für 500 so gut sein, dass wir da nicht
- 2:10:09drum herumkommen.
- 2:10:10Ja, also das war beeindruckend.
- 2:10:15Schönes Erlebnis.
- 2:10:16Nachhaltig, prägend und durchaus nachrahmenswürdig.
- 2:10:21Toll, vielen, vielen Dank.
- 2:10:23Würdest du heute einen anderen Service machen als damals mit 22 bei Christian Bau?
- 2:10:26Hat sich dein Bewusstsein für Service verändert oder würdest du dich damals schon für perfekt
- 2:10:37empfinden und beschreiben?
- 2:10:38Nee, also perfekt sicherlich nicht.
- 2:10:41Heute wäre alles anders, weil ich zehn Jahre älter bin.
- 2:10:46Meine Vorlieben haben sich natürlich auch ein bisschen geändert.
- 2:10:49Was jetzt natürlich automatisch auch immer ein bisschen bei deinen Empfehlungen mit
- 2:10:55rein spielt, ist ja ganz klar.
- 2:10:56Aber ich meine den Service selber.
- 2:10:58Das Handling am Gast, den Aufwand, den man betreibt, wie man den Wein zelebriert, wie
- 2:11:04man den Wein darstellt, wie man den Gast versucht, über den Abend rein aus der Technik heraus
- 2:11:12zu begleiten.
- 2:11:13Gar nicht die Empfehlung oder gar nicht die Weinauswahl, gar nicht die Weinkarte.
- 2:11:17Gut.
- 2:11:18Ich glaube, es ist nicht seriös, wenn ich die Frage jetzt versuche zu beantworten.
- 2:11:22Weil ich habe mal einen Abend als Gastzommelier zwischendrin gehabt auf Schloss Berg und
- 2:11:31es war ein paar Jahre später, ich war da und für mich war es, als wäre ich nie weg gewesen.
- 2:11:37Alle Handgriffe haben gesessen und wenn ich jetzt morgen dort wieder im Service arbeiten
- 2:11:44würde, würde ich definitiv alles genauso machen wie am letzten Tag, an dem ich gegangen bin,
- 2:11:50ob ich es dann morgen und übermorgen immer noch genauso mache, das kann ich nicht sagen.
- 2:11:55Weil ich finde es nicht seriös, dass zu prognostizieren, müsste man dann sehen.
- 2:12:03Wahrscheinlich gibt es Dinge, die sich einfach ... wir sind einfach jetzt auch in der Welt
- 2:12:08zehn Jahre weiter.
- 2:12:09Dinge sind heute anders wie vor zehn Jahren, darf man auch nicht vergessen.
- 2:12:12Deswegen wird es dann sicherlich schon ein bisschen modifiziert, aber kann ich dir jetzt
- 2:12:18leider nicht beantworten.
- 2:12:19Gibt es irgendeine Handschrift von dir, wo du sagst, so ist die Abfolge, wenn ich den
- 2:12:24Wein beschreibe, wenn ich die Flasche präsentiere, wo man dich erkennen würde?
- 2:12:29Also mir, ich habe nie einen Fruchtkorb ausgepackt.
- 2:12:33Ich habe auch oft ... ich weine einfach hingestellt, weil es ist immer bei dem Stichwort vorhin
- 2:12:41zehn Tische alleine.
- 2:12:43Wichtig ist, dass der Gast den Wein zum richtigen Zeitpunkt bekommt.
- 2:12:48Das niemand wartet, das niemand mit dem Lernglas setzt.
- 2:12:51Leute, die trinken wollen, die sollen noch bitte trinken.
- 2:12:53Heißt also, es ist nicht wichtig am Tisch zu sein und den Wein deine schöne Geschichte
- 2:12:58zu erzählen, sondern ein wichtiges Erstmal, dass sie den Wein haben.
- 2:13:00Das heißt, ich kann hingehen, schenk einen und sage, hier schenk ich es den Wein von
- 2:13:04den nächsten Gangen.
- 2:13:05Probieren Sie nochmal eine Ruhe.
- 2:13:06Gehen Sie mal ganz unfahren genommen daran.
- 2:13:08Also probieren Sie mal eine Ruhe, damit sie unfahren genommen daran gehen.
- 2:13:12Gerade beim dritten, vierten, fünften Wein, wenn du die Leute schon ein bisschen kennengelernt
- 2:13:16hast und doch vielleicht weißt, was sie für sonst immer für gewöhnlich trinken.
- 2:13:22Du willst natürlich was zeigen, wo sie dann ein Aha-Erlebnis haben.
- 2:13:27Also Beispiel.
- 2:13:28Jemand, der immer nur Syrah von der Rhon trinkt, wenn du den immer einen einschenkst aus Kalifornien
- 2:13:37oder aus Neuseeland, wie der sich niemals im Leben bestellen würde.
- 2:13:40Aber was ihm natürlich schmeckt, der hätte das gleiche Erlebnis nicht, wenn er sich
- 2:13:46direkt mit dem Etikett hing, sagst du, wir trinken jetzt was aus Australien.
- 2:13:53Also der Stil ist schon, dass die Leute was mitnehmen, aber mein Job ist ja nicht, ich
- 2:14:03habe kein Bildungsauftrag, mein Job ist nicht, den die Welt zu erklären, sondern den, die
- 2:14:07zu motivieren, sich mit Dingen zu befassen.
- 2:14:11Ich weiß nicht, einfach das Thema Reife, da kommt ein junges Paar und da ging es darum,
- 2:14:20welcher Glas Rotwein zum Hauptgang.
- 2:14:22Sag ich ja, ich hätte heute einen Rioja, nee, Rioja mögen wir nicht.
- 2:14:26Da weiß ich ja schon den Moment, klar kriegen die Rioja auf jeden Fall, ich kriege die Rioja.
- 2:14:30Zum Hauptgang kenne ich die auch schon dann ein paar Stunden, also weiß also, ob ich das
- 2:14:37machen kann oder nicht.
- 2:14:38Ich habe mit denen ja schon ein bisschen gesprochen und dann sage ich gut, ok, komm hin, schenk
- 2:14:45den Wein ein, die probieren, blind, die probieren, ist da unten gefällt er, wow, super, genau
- 2:14:50so ein Ding, sag ich ja, seit mir nicht böse ist Rioja, wie das Rioja, warum, der schmeckt
- 2:14:56uns ja, ich sage ja, das muss halt reif sein.
- 2:15:00Und die Frage ist ja auch, warum hat der ihn vorher nicht geschmeckt, einfach wegen
- 2:15:08Tannin und Gerbstoff wahrscheinlich.
- 2:15:09Wenn du einen bringst, der 20 Jahre alt ist, dann sind die einfach rund und weich, wie
- 2:15:16wir wissen.
- 2:15:17Und vom Handling und Servieren, hattest du da immer die gleichen festen Abfolgen oder
- 2:15:25die gleichen festen Handgriffe, was war für dich essentiell, also dass du immer dekantiert
- 2:15:33hast, nicht dekantiert hast, dass du gewisse Tools brauchtest, wie Sieb oder völlig unnötige
- 2:15:38Tools weggeschmissen hast, was kann man da wegschmeißen, von eigentlich dem Handwerkzeug,
- 2:15:44was ein Zornier ausmacht, was du vielleicht auch in der Welt gesehen hast, was würdest
- 2:15:46du gerne machen, was sollte man machen, worauf achtest du, wenn du ein Zornier siehst?
- 2:15:52Also das unnötigste Tool sind irgendwie zu sündhaft, teuren Flaschenöffner.
- 2:15:56Man braucht einfach nur die Flasche, muss einfach aufgehen und dafür tut es auch ein
- 2:16:025-Euro-Öffner.
- 2:16:03Also ich würde mir niemals einen teuren Flaschenöffner kaufen, weil damit geht sich die Flasche
- 2:16:09halt auch nur auf.
- 2:16:10Und die kann ich halt nicht überall liegen lassen, muss immer einstecken, aber ich lasse
- 2:16:16Dinge gerne liegen.
- 2:16:17Eigentlich schrecklich, wenn man ein Tool nicht neu erfinden kann, wenn das einfachste
- 2:16:20so gut ist, dass man nichts anderes braucht.
- 2:16:23Das ist katastrophal eigentlich.
- 2:16:24Ich würde heute noch mehr karafieren und hätte eine größere Vielfalt an Karaffen.
- 2:16:30Und ich hätte, glaube ich, noch mehr Gläser.
- 2:16:34Was karafierst du und was karafierst du nicht?
- 2:16:36Also gibt es für dich ein Logo beim Karafieren?
- 2:16:38Oder haust du alles in die Karaffe?
- 2:16:43Ja, also rote Bogunder, nicht in die Karaffe.
- 2:16:47Ich habe jahrelang gestritten mit Toni, ob man das macht oder nicht.
- 2:16:52Und ich habe dann mehrfach ihm, also Toni ist, ich habe immer gesagt früher, kommt
- 2:16:59drauf an.
- 2:17:00Manche muss man, manche muss man nicht.
- 2:17:01Ich sage dann, nein, nie, die dürfen nicht in die Karaffe.
- 2:17:04Und ich habe dann mehrfach ihm, also normale Weine, auch große Weine.
- 2:17:11Ich erinnere mich einmal, habe ich aufgemacht, 2014, Latasch, habe die Hälfte der Flasche
- 2:17:17in die Karaffe gemacht, die andere Hälfte in der Flasche gelassen, verschlossen.
- 2:17:21Als er ankam, das war 2,5 Stunden später, habe ich ihm aus der Karaffe eingeschenkt
- 2:17:27und daneben aus der Flasche.
- 2:17:29Blin, ich habe einfach nur hingestellt, 2 Gläser.
- 2:17:33Und hier habe ich 2 Weine, probiere die und sage mal, welcher ist besser und warum.
- 2:17:40Und ich glaube, also er hat die Weine sehr unterschiedlich beschrieben und der Wein,
- 2:17:45der aus der Flasche kam, fand er so viel besser und ich in dem Fall, wenn ich ehrlich bin,
- 2:17:50dann halt auch.
- 2:17:51Und das war so ein Moment, der mich motiviert hat, das zu wiederholen und wieder und wieder
- 2:17:58zu tun.
- 2:17:59Und das hat mich einfach zu dem, dazu kommt, Entscheidung kommen lassen ist, nicht mehr
- 2:18:08rote Burgunde nicht mehr zu karafieren, weil man auch einfach die Entwicklung verpasst.
- 2:18:13Gegenüber trockene, also anspruchsvolle trockene, junge Rieslinge müssen eigentlich immer
- 2:18:24in die Karaffe, werden immer besser mit Luft.
- 2:18:27Wenn man jetzt ein Riesling GG trinkt, dann ist oftmals oder eine trockene Auslese oftmals
- 2:18:36das letzte Glas Beste.
- 2:18:37Und so kann man einfach nochmal ein bisschen anschieben.
- 2:18:40Alte Rieslinge müssen oft in die Karaffe, vor allem Süße.
- 2:18:48Alt ist bei dir was?
- 2:18:50Du arbeitest ja im Haus, wo die Weine sehr altern können.
- 2:18:52Also ist bei dir alt fünf Jahre, zehn Jahre, 50, 70?
- 2:18:5770er.
- 2:18:58Also wenn du z.B. machst du jetzt eine Auslese auf, aus den 70ern und dann auf jeden Fall
- 2:19:05einen sehr guten Jahre, 71, 75, 79 und die ist so ein bisschen muffelig.
- 2:19:10Die hat so ein bisschen so Kellerton oder so ein bisschen nasser Papkarton oder so
- 2:19:14vielleicht so ein Hauchgummischlauch oder so.
- 2:19:16Und dann musst du auch sehen, die Weine waren sehr lange in der Flasche eingesperrt.
- 2:19:20Du musst mal ein bisschen Zeit geben.
- 2:19:22Man kann auch dann nicht immer erwarten, dass die sofort da und präsent sind.
- 2:19:26Und ich habe schon erlebt, Flaschen, die nach zwei Tagen in der Karaffe einfach völlig
- 2:19:35anders waren und zwar groß, viel besser.
- 2:19:38Und da reden wir über den Rest zu süßen Wein, kein trockener, dann dem man schmieren.
- 2:19:46Genau.
- 2:19:47Ja, also es gab bei den 70ern keine wirklich anspruchsvollen trocknen Weine an der Mosel.
- 2:19:51Muss man ja sagen.
- 2:19:52Damals war ja, wurden die besten Trauben immer für süß genommen.
- 2:19:55Die trockenden Weine damals waren immer eher kleine Weine, die heute zwar noch trinkbar
- 2:20:01sein können, aber die nicht mehr den ganz großen Moment bescheren.
- 2:20:04Gibt es natürlich Ausnahmen, aber die damals war ja schon eher süß.
- 2:20:08Ja, mit alten Rotweinen, alten Barolos, auch Bordeaux bin ich auch eher vorsichtig mit
- 2:20:16Karaffe, weil ich habe einfach Angst, etwas zu verpassen.
- 2:20:18Ja.
- 2:20:19Und beim Riesling aber habe ich Angst, es zu verpassen, wenn ich es nicht karafiere.
- 2:20:25Das ist ja ein schöner Ansatz.
- 2:20:27Und wenn du sagst, viele verschiedene Karaffen, wonach wählst du aus?
- 2:20:30Also welche Formen müssen die haben oder welche Auswahl?
- 2:20:34Also sie müssen vor allem ein cooles Faktor haben.
- 2:20:38Ja, okay.
- 2:20:39Von vom Handling, also von wie du es anfest, wie du einschenkst oder wie die Form ist, also
- 2:20:45das, keine Ahnung, dass ein halber sterbender Schwahn ist oder wie verstehst du cooles Faktor?
- 2:20:51Ja, es gibt ja diese typische Ikea-Karaffe, die jeder zu Hause hat, ganz schrecklich.
- 2:20:58Dann gibt es die superteuren Riedel-Karaffen, die vom Handling her furchtbar sind, kriegst
- 2:21:05sie noch nicht sauber geputzt.
- 2:21:06Ich hätte heute einfach, wenn ich heute Somerile wäre, dann würde ich so lange diskutieren,
- 2:21:13wenn der Chef dagegen ist, bis ich ihn so etwas habe, dass ich eine Karaffe vom Flohmarkt
- 2:21:19auf den Tisch stellen kann, irgendeine alte mit geschliften Kristall oder auch aus dem
- 2:21:24Labor irgendeinen Kolben.
- 2:21:26Also ich wäre einfach da heute verschiedene cool aussehende Glasgefäße, die sich natürlich
- 2:21:39in einer Größe unterscheiden, je nachdem, also mit einfach eine große Varianz zu haben,
- 2:21:47mit unterschiedlichen Oberflächen, um dann je nachdem, welchen Wein man hat, auch da
- 2:21:52ein bisschen sich nachrichten zu können.
- 2:21:54Stimmt.
- 2:21:55Ja, muss der Wein jetzt viel belüftet werden, muss der wenig belüftet werden, muss den
- 2:21:58vielleicht noch kühlen oder nicht, soll den Kühler passen, soll den Kühlschrank passen
- 2:22:03oder vielleicht auch, wenn ich jetzt ein dickes Glas habe, hält das dicke Glas die Temperatur
- 2:22:07von dem Wein viel länger, als wenn die Karaffe eher dünn ist.
- 2:22:10Hat man eine Terrassensituation oder drin, also gerade bei einer Terrassensituation mit
- 2:22:15einem dicken Glas, im Sommer bei einem Rotfern, bleibt die länger kühl, hat auch so einen
- 2:22:20Vorteil.
- 2:22:21Also ich habe ein bisschen so ein Sammelfetisch für Karaffen, ich habe relativ viele.
- 2:22:25Muss es aber immer Glas sein?
- 2:22:27Also muss das Gefäß immer durchsichtig sein oder kann man vielleicht auch ein Steingefäß
- 2:22:34oder ein Steingruck oder sonstiges nehmen oder löst sich da Geschmack raus, verändert
- 2:22:40es die Struktur, die Textur des Feines?
- 2:22:42Ich habe mir die Frage noch nie gestellt, für mich wäre ein Gefäß, wo ich die Farbe
- 2:22:48vom Wein sehe eher befremdlich.
- 2:22:50Habe ich noch nie darüber nachgedacht, aber bin ich jetzt erstmal keine Option.
- 2:22:56Wo die Farbe vom Wein siehst du oder die Farbe vom Wein nicht siehst?
- 2:22:59Also ein Gefäß, wo ich den Wein nicht sehe, wäre für mich erstmal keine Option.
- 2:23:05Aber jetzt wo du es sagst, wäre es natürlich total spannend, mal einen Tonkruck oder einen
- 2:23:11Steingruck zu nehmen, um zu prüfen, verändert das was mit dem Wein, würde ich dabei dann
- 2:23:17eher zu Hause experimentieren, um zu lernen, aber im Restaurant wahrscheinlich eher nicht
- 2:23:23einsetzen.
- 2:23:24Aber könnte interessant sein, also ich finde da denkt man viel zu selten über die Grenzen
- 2:23:31hinaus.
- 2:23:32Total spannend, deswegen fand ich dein coolnes Faktor so.
- 2:23:34Außer gewöhnlich wie sieht es bei den Gläsern aus, weil du vorhin sagtest du würdest viel
- 2:23:38mehr mit Gläsern experimentieren, hast du da ein Homebrand, wo du sagst, ich bin der
- 2:23:44und der Jünger oder denkst du da über Marken und Grenzen und Formen hinaus und spielst
- 2:23:51und experimentierst du da?
- 2:23:53Ja, also kurz noch ein Satz zur Karaffe.
- 2:23:56Das was du sagst ist einfach das Thema aufs nächste Level gebracht.
- 2:24:00Ja.
- 2:24:01Finde ich, werde ich darüber nachdenken.
- 2:24:03Wir treffen uns wieder, wir trinken aus verschiedenen Identifes.
- 2:24:08Bei den Gläserformen, ja ich bin einfach interessiert und will also ausprobieren und verschiedene
- 2:24:17Sachen testen.
- 2:24:18Also wenn mich jetzt ein Gastronom mit einer einfach sagen, jemand macht eine Weinbar auf
- 2:24:25und sagt Mensch welches Glasrüstung du mir empfehlen, dann würde ich dem wahrscheinlich
- 2:24:29sagen Gabriel.
- 2:24:31Ja, aber so zu Hause will ich und kann ich gar nicht nur ein Glas haben, sondern das
- 2:24:39ist auch mal so Phasen.
- 2:24:40Mal ist dies Glas, mal ist das Glas und ist ja auch ein großer Unterschied, ist jetzt
- 2:24:47die Flasche frisch offen oder ist die Flasche schon eine Woche offen.
- 2:24:50Ich habe auch ein Thema, warum ich gerne als Somali allein gearbeitet habe.
- 2:24:58Heute nehme ich für diesen ein Wein, den ich Glasweise wie ein schlankes weißen Glas.
- 2:25:06Am nächsten Tag vielleicht ein Bogunder Glas und das will ich ja nicht jedes Mal dem Service
- 2:25:12Team erklären müssen, warum ich in dem Moment das Glas nehme, in dem Moment das Glas.
- 2:25:15Vielleicht weil der Gast automatisch den Wein cooler findet, wenn der Glas riesengroß ist.
- 2:25:21Vielleicht weil der Wein sich weiterentwickelt hat, am nächsten Tag was im anderen Glas besser
- 2:25:24schmeckt.
- 2:25:25Es gibt ja viele Möglichkeiten einfach dieses ausprobieren.
- 2:25:29Ich habe auch neulich mit dem Kollegen zum Gesessen.
- 2:25:32Wir haben nur zwei Weine getrunken und haben dann diese zwei Weine aus verschiedenen Gläsern
- 2:25:37probiert.
- 2:25:38Bogund, Bordeaux, Gabriel und das ist einfach interessant.
- 2:25:46Man macht viel zu selten.
- 2:25:47Wenn du an zwei verschiedenen Tagen für den gleichen Wein verschiedene Gläser nimmst,
- 2:25:53ist es der Gast, ist es der Wein oder ist es das Wetter?
- 2:25:57Was deine Entscheidung auslöst, warum du das eine oder andere Glas nimmst?
- 2:26:01Was sind für dich die Parameter dabei für deine Wahl, warum du hingehst und sagst, jetzt
- 2:26:08nämlich das Glas.
- 2:26:09Nimmst du das Glas, was voll steht?
- 2:26:12Der Abstand größte Grund ist natürlich, wie der Wein sich präsentiert.
- 2:26:19Ist das von Tag zu Tag unterschiedlich?
- 2:26:25Wir reden davon, das kann mal passieren, das kann mal sein.
- 2:26:29Wenn das dann so ist, dass du das so machst, müsstest du ja allen erklären, warum nimmst
- 2:26:34du jetzt für diesen Wein ein anderes Glas.
- 2:26:36Du hast doch vor einem Meeting allen erzählt, der Wein kommt in das Glas.
- 2:26:41Wir reden davon Ausnahmen natürlich nicht, jeden Tag wird er irgendwie durchschongiert,
- 2:26:45aber kann halt passieren.
- 2:26:47Was wärst du für ein Wein, wenn du ein Wein wärst?
- 2:26:52An guten Tagen, an bessere, an schlechten Tagen, an anderer.
- 2:26:57Aber nicht so das Ideal, wo du sagst, ich werde die Riesling auslesen aus dem Jahre 90, weil
- 2:27:03so stabiler, kräftiges Rückgrat, leichtes Süße.
- 2:27:07Also ich werde aus reifen Trauben nicht gesäuert, nicht schabtalisiert, schon Natur.
- 2:27:15Okay, was war mit dem Hawker-Tasting damals?
- 2:27:21Was hatte ich da so beeindruckt?
- 2:27:23Also wie sind die an die Weine rangegangen, haben die die Weine probiert und sich darüber
- 2:27:29ausgetauscht, hatten die eine Moderation dabei, jemand, der die Weine erklärt hat, haben
- 2:27:34die sich vorinformiert, waren die bewandert in den Weinen oder haben die einfach nur
- 2:27:38gesoffen und das langsamer?
- 2:27:40Beeindruckend war, dass die Redezeit zwischen den Teilnehmern sehr ausgeglichen war.
- 2:27:48Es gab also nicht die Alpha-Tiere.
- 2:27:51Jeder ist zu Wort gekommen und wenn jemand gesprochen hat, dann hat man ausreden lassen,
- 2:27:57man hat zugehört.
- 2:27:59Alles war, hat so ein bisschen wie ein Zeitlupe gewirkt.
- 2:28:03Bei uns ist ja oft mal so höher, schneller, weiter, mehr, mehr und noch einen drauf und
- 2:28:08jetzt noch den.
- 2:28:09Also ich war schon sehr oft in diesen Proben, die ja auch Spaß machen können, aber es
- 2:28:14geht halt am Ende dann zu wenig wirklich um den Wein.
- 2:28:19Und Leute haben über die Weine gesprochen, ist jetzt über die Jahrgänge, über die Lagen,
- 2:28:26über ihre Erfahrung, wie der Wein sich präsentiert und denen stellen wir nochmal zurück, machen
- 2:28:30wir nochmal den anderen und über die Temperatur.
- 2:28:33Und es war einfach das tiefste Fachsimpeln und das bewussteste Trinken in dem großartigsten
- 2:28:44Line-Up, was man sich nur vorstellen kann, was ich hier erlebt habe.
- 2:28:49War das Fachleute oder einfach nur reiche Menschen oder Weinliebhaber oder Händler?
- 2:28:57Gerne Weintränker?
- 2:28:58Keine Fachleute.
- 2:28:59Niemand war, ich war der Einzige aus der Branche, wann alles sehr wohlhabende Sammler.
- 2:29:07Und kannten sich indem ihr dementsprechend aus und wussten, dass Rishpur eine Sammlage
- 2:29:13war?
- 2:29:14Also ich sage ein Beispiel, wir hatten, es gab, genau, es gab, es war '98 Rishpur, nicht
- 2:29:21stimmt nicht, es gab einen, den gab es später, es gab später noch '98 Esche so.
- 2:29:28Der kam, also hat keinen Stich mehr gesehen, neben diesen ganzen anderen Wein davor.
- 2:29:35Und dann kam die Meinung auf, ist die Flasche korrekt.
- 2:29:42Er sagt immer, ich glaube die Flasche ist nicht optimal.
- 2:29:44Und dann sagt er, doch der ist 100%, der Wein ist genau so.
- 2:29:50Er sagt immer, ja warum, wie kommst du darauf?
- 2:29:53Er sagt, ich hab den schon 100 mal getrunken und ich meine 100 mal.
- 2:29:57So, und gibt ja nicht viele Menschen die schon 100 mal 98...
- 2:30:02100 Flaschen 98, echtes so getrunken haben, genau.
- 2:30:04Oder von DRC echtes so getrunken haben.
- 2:30:07Ja.
- 2:30:08Ja.
- 2:30:09Ja, es war einfach diese Stimmung, dieses Ruhige, dieses Ausredenlassen.
- 2:30:19Jeder kommt zu Wort, jeder kann seinen Beitrag liefern und auch einfach durch diese Zeit,
- 2:30:24durch den Verstrich zu erleben, wie sehr sich die Weine verändert haben.
- 2:30:30Wie sie sich gegenseitig auch abgelöst haben, überholt haben.
- 2:30:34Und das war einfach...
- 2:30:37Und du hast natürlich dann auch die perfekten Weine dafür, wo einfach so viel passiert,
- 2:30:42wo du einfach unheimlich viel erleben kannst.
- 2:30:46Ist ja jetzt nicht bei jedem Wein der Fall, aber den war es halt so.
- 2:30:50Und die Leute kommunizieren dann in dem Augenblick über ihre Empfindungen, wie sie den Wein wahrnehmen
- 2:30:57oder über die Geschichte des Weingutes oder der expliziten Ausrichtung der Lagen oder
- 2:31:04worüber wird darüber geredet?
- 2:31:06Sechs Stunden lang bei neuen Weinen.
- 2:31:08Rein einfach über die Empfindung, genau so wie sie sich präsentiert haben.
- 2:31:13So wie einfach...
- 2:31:14Da ging es jetzt nicht darum, um das Prestige oder...
- 2:31:17Und wenn Geld tatsächlich eine untergeordnete Rolle spielt, also frei machen kannst davon.
- 2:31:26Wenn du einfach trinken kannst, was du möchtest, dann kannst du ja danach gehen, was dir am
- 2:31:31besten schmeckt.
- 2:31:32Wenn du so viel umherreißt, also 30 Tage bis jetzt, wir haben Mitte März, siehst du ja
- 2:31:42die ganze Welt und kommst ganz viel in Kontakt mit Zombies.
- 2:31:45Wo ist für dich die intakteste Szene oder die beeindruckendsten Zombies, wo sind die
- 2:31:51zu finden und wie vergleichst du das mit der deutschen Szene?
- 2:31:56Kein Blaming, reine Wahrnehmung.
- 2:31:58Wer soll das beurteilen, wenn nicht du?
- 2:32:02Also das Erfreuliche und das Schöne ist zu sehen, dass es eigentlich fast überall,
- 2:32:10wo ich hin komme, eine intakte Somelie Szene gibt und eine intakte Weinenliebhaber, das
- 2:32:16ist ja das beeindruckende und ist besonders an diesem Thema, das die Menschen zusammenbringt,
- 2:32:21egal ob das Vietnam ist oder Israel oder Texas.
- 2:32:29Das ist einfach diese Magie in diesem Thema, das ist einfach ein Thema, das überbrückt
- 2:32:40und was verbindet.
- 2:32:41Sprechen die gleiche Sprache oder muss man sich von Nation zu Nation unterschiedlich
- 2:32:44auf die Menschen einstellen, also dass man in Vietnam andere Parameter an den Tag legt,
- 2:32:49als in Amerika, als in Deutschland, als in Israel.
- 2:32:53Ja, also in Ländern mit extremem Klima wird oftmals ungewöhnlich getrunken.
- 2:33:05Also ich kann mich erinnern, ich war mal auf dem Malediven und ich glaube, wie es Wetter
- 2:33:11auf dem Malediven ist, ist immer gleich, brauchen wir nicht erklären.
- 2:33:14Da hatte ich ein Wein in Dain und im Anschluss saß ich mit dem ganzen Someliteam zusammen,
- 2:33:23waren fünf Leute und da wurde eine Flasche aufgemacht.
- 2:33:27Da wurde australischer Tandin betonte, australischer Rotwein getrunken, die erste Flasche, die
- 2:33:36zweite Flasche, dann die dritte Flasche gab es einen aus Kalifornien und alles mächtig,
- 2:33:42schwer, jung, also man sagt, was überhaupt nicht in dieses Klima passt und dann sagt
- 2:33:49der Chefs Someliteam, komm die nächste Flasche suchst du aus, sag ich ja total nett, dass
- 2:33:54du fragst, lass uns mal was weißes trinken, dann gucken wir alle schon komisch.
- 2:33:57Ich soll lass uns einfach mal was Schlankes, was Frisches trinken und da hat der eine
- 2:34:02Magnumflasche Chevalier Moraché von Bouchard aufgemacht, die keiner trinken wollte, die
- 2:34:08haben alle probiert da dran rum genippt und die wollten lieber wieder Rotwein trinken.
- 2:34:13Ich hab die dann versucht, alleine auszutrinken, ich bin nicht ganz glückt, auf diesen Inseln
- 2:34:23gibt es immer so Fahrräder, mal von Villa zu Villa fährt, die haben mich dann mit dem
- 2:34:29Fahrrad zusammen irgendwie zurückgebracht, kann man nicht mehr alles erinnern.
- 2:34:33Witzig war auch, dass am nächsten Morgen, ich hatte am nächsten Morgen keinen Termin,
- 2:34:39musste nur auf die nächste Insel weiter reisen und bin dann aufgewacht, natürlich ein bisschen
- 2:34:46angeschlagen und bin dann zum Frühstück und beim Frühstück war auch einer dieser Somelis
- 2:34:52wieder im Dienst.
- 2:34:54Dann sag ich mal, was machst du denn hier?
- 2:34:57Wie so, hä?
- 2:34:58Dann sagt er ja, einer von uns muss immer beim Frühstück-Service dabei sein, falls jemand
- 2:35:04Kokos-Wasser-Tasting will.
- 2:35:05Ich dachte er macht einen Witzig und sage ich, ja ich hätte irgendwann einen Kokos-Wasser-Tasting.
- 2:35:08Und dann haben wir verschiedene Kokos-Wasser probiert.
- 2:35:13Boah.
- 2:35:14Ja, da kann man sich ja nicht ausmalen, wie groß die Unterschiede sind, wie groß die
- 2:35:20schmecken.
- 2:35:21Also es gibt verschiedene Kokosnüsse, das ist das Jahr, das Kokosnussarten, logisch,
- 2:35:27aber welche Unterschiede gibt es da noch?
- 2:35:32Demnach schmeckt halt auch der Inhalt anders.
- 2:35:36Also süßer oder fruchtiger?
- 2:35:39Genau, genau, verschiedene Arten, Kokosnüsse, verschiedene Herkünfte.
- 2:35:44Krass.
- 2:35:45Ja.
- 2:35:46Wow.
- 2:35:47Und da hat es ja ein erstes Kokos-Wasser-Tasting.
- 2:35:50Genau.
- 2:35:51Wow.
- 2:35:52Ich bin ja, ich war jetzt dieses Jahr auch in Singapur und Thailand schon.
- 2:36:00Ich trinke den ganzen Tag nur Kokos-Wasser, Literweise.
- 2:36:02Okay.
- 2:36:03Weil es kostet da nichts.
- 2:36:04Ja.
- 2:36:05Und es ist einfach auch bestes Katermittel.
- 2:36:08Ja.
- 2:36:09Guter Tipp, haben wir heute hier was gelernt.
- 2:36:11Weil was ich noch lernen wollte ist Rotwein und Mosel.
- 2:36:15Wenn man so langsam dem Ende entgegenkommt, wie man an der Zeit sieht, sollte man da ein
- 2:36:20Auge drauf haben.
- 2:36:21Also ist das die Zukunft?
- 2:36:22Ist das, wenn dann der Klimaerwärmung geschuldet?
- 2:36:26Oder will man dort immer noch ein frisches Tier produzieren können, was man vielleicht
- 2:36:29in fünf oder zehn, zwanzig Jahren im Burgund prognosiziert nicht mehr kann?
- 2:36:34Ja, ich habe es ja vorhin schon mal so kurz angeschnitten.
- 2:36:40Wenn man jetzt rein die Klimadaten nimmt, haben wir jetzt hier in den Jahren 18, 19,
- 2:36:4620 ein Klima, was sehr vergleichbar, um nicht zu sagen, genauso ist wie Kotonui vor zwanzig
- 2:36:53Jahren.
- 2:36:54Und Kotonui hat eben ein Klima, was so ist wie Kodiron vor zwanzig Jahren.
- 2:36:59Heißt also, alles ist so ein bisschen knapp 300 Kilometer nach gewandert.
- 2:37:05Und das erlaubt uns hier einfach Pinot Noir oder Rotweine zu machen, die eine andere
- 2:37:14Güte haben, die eine andere Qualität haben, wie es früher noch war.
- 2:37:18Auch vor allem in der anderen Beständigkeit.
- 2:37:21Und durch das wachsende Interesse global für Pinot Noir gibt es ja hier mittlerweile
- 2:37:31einige Betriebe, die wirklich auch ansprechende Preise erzielen dafür, wo es auch Spaß macht,
- 2:37:42als Winzer den Wein zu machen.
- 2:37:44Weil man dafür gibt einige, die 40, 50 Euro für die Flasche kriegen.
- 2:37:50Dafür kannst du eine Top-Qualität machen, hast noch genug übrig und dann macht die
- 2:37:55Sache auch Spaß.
- 2:37:56Also wenn du auf diesem Niveau arbeitest und es dann auch dafür verkauft bekommst, löst
- 2:38:02dir ja nichts, wenn du einen tollen Wein machst, den aber nachher keiner haben will.
- 2:38:05Und die Verschiebung der Klimasituation war für euch der Grund, Kloner aus dem Bugund
- 2:38:11zu nehmen oder warum habt ihr euch für Pinot Noir und nicht für spätbegründer Kloner im
- 2:38:17Pflanzverhalten entschieden?
- 2:38:18Also man muss ja so sagen, dass Markus Molitor's Vater hat in den 70er, 80er Jahren Weine importiert.
- 2:38:30Gab hier einen Weinhandel, Wein aus Italien, aus Spanien, aber überwiegend aus Frankreich.
- 2:38:35Das heißt also, die Familie Molitor wusste wie Burgund schmecken.
- 2:38:39Also Burgund, Cron-Cruy war jetzt hier kein Fremdwort.
- 2:38:44Und als man dann wieder pflanzen durfte, '86, '87, hat Markus in Schiefer Steillager,
- 2:38:53also in dem Fall Gracher Himmelreich, weil der erste Weinmarkt, der gepflanzt wurde,
- 2:38:56da wurde auch kein Rieseln für gerodet, war eine Parzelle, die lag brach, hat der,
- 2:39:01schauen wir mal, Müssen die Kloner gepflanzt, einfach weil es die in der Möglichkeit hat,
- 2:39:07an die ranzukommen und dann wurden burgundliche Kloner gepflanzt.
- 2:39:10Und der Wein, den du jetzt probiert hast, ist aus dem Brauneberger Klostergarten.
- 2:39:16Da sind überwiegend Kloner aus Schöfrischombata drin.
- 2:39:20So hat es einfach über die Jahre entwickelt.
- 2:39:23Wie man wieder durfte, hat man gepflanzt, weil es ja, wie wir wissen, immer schon Pinot Noir an der Mosel gab.
- 2:39:28Und die Weine, wie sie heute gemacht werden, sind, glaube ich, einfach auch mit dem Wetter,
- 2:39:35was wir jetzt haben, noch haltbarer als die von früher.
- 2:39:38Sie sind stabiler, sie sind haltbarer und haben einfach mehr Saft, mehr Kraft,
- 2:39:43mehr Konzentration, mehr Fleisch, mehr Dichte und deswegen sprechen sie einfach auch
- 2:39:50in ein größeres Publikum an, wie der eher helle, schlanke Pinotyp.
- 2:39:56Gibt es alternative Rebsorten, über die bei euch zum Beispiel nachgedacht wird?
- 2:40:01Also denkt man über eventuell Zyra zum Beispiel nach, denn wenn man sagt,
- 2:40:0620 Jahre weiter, könnte es ja eventuell sein, dass wir das Klima von der Hohen an der Mosel haben,
- 2:40:12was natürlich keine Hoffnung, aber einfach mal weitergesponnen.
- 2:40:15Und denkt ihr in diese Richtung oder ist so was zu skurril und ihr wollt gar nicht darüber nachdenken?
- 2:40:22Also wir haben noch nie darüber gesprochen, was wir machen, dass wir schauen, dass wir
- 2:40:29ein paar Zellen bekommen in höheren Lagen, in Lagen, die eben kühler sind, um da für die Zukunft gewappnet zu sein.
- 2:40:38Oder wir haben zum Beispiel in den letzten Jahren den kompletten oberen Riegel im Zeltinger Schlossberg
- 2:40:46von 40 verschiedenen Eigentümern zusammengetragen, um da eben den obersten, kühlsten Teil zu haben.
- 2:40:58Aber über andere Rebsorten haben wir noch nie gesprochen.
- 2:41:03Hältst du persönlich verspannt oder eher für total unnötig?
- 2:41:08Also wenn du das vorhin Schadoni angesprochen von der Mosel, dass dadurch eine Daseinsbrechneigung sein könnte, aber...
- 2:41:15Ja.
- 2:41:16Jetzt muss man sagen, es gibt ja Weißburgunder an der Mosel, hat ja schon Traditionen.
- 2:41:22Schadoni ist einfach der bessere Weißburgunder. Also da wo Weißburgunder Sinn macht, macht automatisch für mich auch Schadoni Sinn.
- 2:41:30Ansonsten bin ich kein Fan davon, nur weil es vielleicht mal reif wird oder wenn man es verkaufen kann, alles Mögliche auszuprobieren.
- 2:41:38Damit will ich jetzt noch nicht gegen irgendein Kollegen sprechen.
- 2:41:42Irgendeiner fängt immer mal an, aber ich sehe eher darauf, die traditionellen Sorten, die wir haben,
- 2:41:51alles zu versuchen, um aus denen alles rauszuholen und die Weinberge eben für das sich verändernde Klima entsprechend zu bearbeiten,
- 2:42:01die richtigen Schlüsse und Lehren daraus zu ziehen.
- 2:42:06Aber man muss jetzt nicht alles Mögliche ausprobieren. Das sehe ich eher nicht so.
- 2:42:10Weil letztlich, ich werde aufgefragt, habt ihr denn Bedenken mit dem Klima?
- 2:42:15Wir haben überhaupt keinen Bedenk mit dem Klima.
- 2:42:17Wenn wir hier ein Problem kriegen, dann ist ja Südeuropa schon vertrocknet.
- 2:42:22Also da hat die Welt andere Probleme als sich genauso.
- 2:42:27Und das Problem für uns ist ja nicht, für uns ist ja von der Temperatur her der Klimawandel von großem Vorteil.
- 2:42:36Ich meine, warum gibt es denn Kabinett, Spätleser, Ausleser und so weiter?
- 2:42:41Ja, weil früher halt das was Besonderes war, so eine Reife zu bekommen. Heute ist halt der Standard, Auslese zu ernten war aber nicht immer so.
- 2:42:49Das Problem ist ja eher, dass das Wetter immer extremer wird, zu viel Regen in zu kurzer Zeit.
- 2:42:54Oder jetzt, weil letztes Jahr, Jahrhundertfrost, es gab noch nie so ein Frost wie letztes Jahr.
- 2:42:59Und sind ja hektarweise komplett erfroren, gar nichts geerntet. Das ist eher das Problem.
- 2:43:05Und da eine Lösung draus zu finden.
- 2:43:08Genau.
- 2:43:10Drei total zusammenhanglose Fragen.
- 2:43:13Deine Lieblingsblume ist vom Punkt?
- 2:43:16Die wurde damals schon in dem Buch gestellt.
- 2:43:21Da warst du schon raus.
- 2:43:23Nein, ich habe gar keine.
- 2:43:26Hätte ich dir voll zugesprochen, weil du wirkst so ästhetisch in deiner Ausstrahlung.
- 2:43:34Ich dachte, dass da Blumen irgendwie mit zugehören, hätte das voll gedacht.
- 2:43:40Also von dem her muss überhaupt nicht sein. Was würdest du mit Weidigweizen tun?
- 2:43:44Ich kenne mich ja mit Pflanzen gar nicht aus.
- 2:43:47Meine Mutter erklärt mir immer, wir haben jetzt einen relativ großen Garten, was da alles wächst und so.
- 2:43:51Und halb bis später, als ich mir vergessen habe, was sie mir erklärt hat, auch wann man die beschneiden muss und so.
- 2:43:57Ich bin da ein richtiger Anfänger.
- 2:43:59So kann man sich die Menschen täuschen.
- 2:44:01Jetzt aber rein auf die Blumen bezogen. Also nimm das nicht persönlich.
- 2:44:05Gibt es irgendwas, was du mit Weiden niemals tun würdest?
- 2:44:09Für mich ist Wein zum Beispiel kein Partygetränk.
- 2:44:16Gar nicht.
- 2:44:17Okay.
- 2:44:18Ich trink ... Nee, also die Frage ist ja auch, wie definiert man Party?
- 2:44:22Also bei lauter Atmosphäre, bei lauter Musik fühle ich mich sowieso nicht wohl.
- 2:44:28Ich trink gern bewusst. Also ich trinke jetzt auch nicht beim Fußball.
- 2:44:31Ich bin Fußballfan, aber ich trinke jetzt nie Wein und gucke ein Fußballspiel.
- 2:44:35Weil dann befasse ich mich mit dem Wein nicht.
- 2:44:39Okay, interessanter Ansatz.
- 2:44:41Ich kann einfach da sitzen und kann einfach ein Wein trinken.
- 2:44:46Und muss darüber auch nicht über den Wein euch lange nachdenken oder das Thema auch nicht hochhängen.
- 2:44:51Aber dann trotzdem trinke ich den ja bewusst und für mich ist Wein nichts, was ich so beiläufig mache.
- 2:45:00Wenn ich irgendwo hinkomme, bin eingeladen in einem Abend oder sagen wir mal Party
- 2:45:06und da gibt es halt nur Schrott, der trink ich halt nichts. Ganz einfach.
- 2:45:10Ein trink ich kein Wein.
- 2:45:12Und welche aktuelle historische Persönlichkeit unserer Zeit hat am meisten für Wein oder für die Kulinare getan?
- 2:45:20Ja gut, da ist ja immer die Gefahr, wenn man da irgendjemand nennt, dass man dann den anderen vergisst oder Leuten ungerecht wird.
- 2:45:30Ach, glaub ich nicht.
- 2:45:32Ich habe über diese Frage wirklich lange nachgedacht, doch weil die, aber ich sag auch einfach,
- 2:45:41sehr lang war ich mein Anfang, aber ich kann dir jetzt nichts, keine Person wirklich nennen dafür.
- 2:45:48Okay.
- 2:45:50Es gibt viele, ja.
- 2:45:52Okay.
- 2:45:54Mir war nur so ein Gedanke. Hast du noch das Wünsche oder Ziele für die Zukunft?
- 2:45:58Was so irgendwie im Weinbezug oder was Persönliches oder eine Entwicklungstheb, den du unbedingt beschreiten möchtest oder wovon träumst du?
- 2:46:09Ich träume einfach davon, dass wir es schaffen, als Land international mehr Fans zu gewinnen.
- 2:46:20Es gab mal ein Artikel, ich weiß nicht genau wen der hier geschrieben hat, der hieß "Riesling ist der König ohne Königreich".
- 2:46:28Also es gibt quasi gefühlt jeder Sommelier auf der Welt, Marc Riesling.
- 2:46:34Aber wenn man sich dann fragt, warum sie ihn denn nicht bestellen oder nicht verkaufen, ja, weil die Gäste und die es und das und so weiter.
- 2:46:43Eigentlich wenn wir, ich will jetzt nicht alles nur Riesling reduzieren, genügend andere spannende Sachen in Deutschland wie Lemberger,
- 2:46:51Württemberg oder meinetwegen auch Silvana und Franken, wenn die Leute das mal probieren, dann ist man im Spiel.
- 2:47:02Aber sie erst mal dafür zu kriegen, viele haben einfach die Hemmschwelle in Deutschland ist, dass keiner versteht, was wir tun.
- 2:47:12Wir haben das komplizierteste Weingesetz, wir haben einen Lagennamen, die keiner aussprechen kann.
- 2:47:18Ich habe neulich mit einem Winzers Gespräch darüber gehabt, der sagt, so schwer ist doch gar nicht.
- 2:47:24Ich habe dann kurz ge-googelt und habe ihm ein Foto gezeigt von einem griechischen Etikett.
- 2:47:28Sag ich jetzt, erzähl mal was dazu.
- 2:47:30Ich habe gesagt, ja, es ist griechisch, keine Ahnung.
- 2:47:32Ich habe gesagt, ja, genau das sehen Menschen, wenn sie unsere Etiketten sehen in irgendeiner Welt.
- 2:47:36Wir müssen sie dazu kriegen, das zu probieren und ihnen den Schlüssel aufzeigen, zu verstehen, was wir machen.
- 2:47:45Wenn wir das schaffen, dann können wir sehr viele Menschen unseren Wein glücklich machen.
- 2:47:49Da seid ihr aber nicht unbedingt Primus drin, oder?
- 2:47:51Mit verschiedenen Kapselfarmen, mit verschiedenen Sternchen.
- 2:47:54Das klingt jetzt kettzerisch, das ist auch nicht bös gemeint, aber ihr seid ja der Grund, warum man es nicht versteht.
- 2:48:01Also ihr habt verschiedene Lagen, ihr habt verschiedene Qualitätsstufen, ihr habt die in trockenen und fruchtigen und halb trocken.
- 2:48:07Ihr macht aus dem Schadsofberger in trockenen Wein, was durchaus eine Daseinsbrechtigung hat, aber das Ganze noch mehr verwirrt.
- 2:48:12Also ihr seid es ja.
- 2:48:17Richtig, und das ist ja jetzt über die Jahre so entstanden, die wurde angefangen mit 1,5 Hektar in den 80ern.
- 2:48:26Und die Sache ist einfach gewachsen, ist größer geworden.
- 2:48:30Es ist komplex, das alles zu kommunizieren, das alles zu beschreiben.
- 2:48:36Aber warum machen wir das, wenn du, wir machen pro Jahr ungefähr 80 Weine.
- 2:48:41Wenn du diese 80 Weine alle in der Reihe auf dem Tisch stellst und probierst, und ich dir sage als Aufgabe, jetzt Sevio geht dahin, probier da durch und sag uns, welche sollen wir nicht machen, welche sollen wir weglassen.
- 2:48:53Das ist richtig schwer, weil alle Weine so unterschiedlich sind, so ihre Daseinsberechtigung haben.
- 2:48:59Und hast du schon gehört von der Domäne Serik?
- 2:49:04Ja.
- 2:49:05Domäne Serik sind 25 Hektar, wir machen da zwei Weine.
- 2:49:08Also da lebt ihr das ja, ganz klar.
- 2:49:11Genau, und so machen wir die zwei Weine, wo wir meinen, dass die stilistisch am besten die DNA der Region sah, wo sie herkommen, widerspiegeln.
- 2:49:23Und das genau dagegen entwurft zu dem, was wir bei Markus Molito machen.
- 2:49:28Ein Weingut, zwei Weine.
- 2:49:31Das heißt, wir wissen ja schon, wie komplex und nicht so kompliziert es ist, was wir machen.
- 2:49:38Und deswegen machen wir in dem Betrieb die Sachen zum Beispiel genau anders herum.
- 2:49:44Ist ein Argument.
- 2:49:46Wenn wir heute anfangen würden, würden wir die Dinge vielleicht auch anders machen.
- 2:49:50Wir sind aber, das, so wie wir es machen, ist traditionell und kulturell so tief in unserer Region verwurzelt, dass es einfach irgendwo auch dazugehört.
- 2:50:01Hat es aber grundsätzlich nicht jeder auch an der Rhon im Begund an der Lorra, dass du halt verschiedene Partien hast, die sich unterschiedlich entwickeln und jeder Winzer immer mit Katja Darling spielen muss?
- 2:50:15Ja, aber jetzt immermals begund.
- 2:50:18Da haben wir wenigstens, es gibt auch Tausende Lagen, aber wenigstens sind alle Weine trocken.
- 2:50:26Stimmt.
- 2:50:27Wir haben hier eine Lagenstruktur, die ist vergleichbar mit dem Begund, aber dann haben wir noch eine Feinherbe geschmackst Richtung und die Süße.
- 2:50:35Heißt also im Prinzip alles schon mal mal drei.
- 2:50:39Jetzt muss man auch das nicht so machen, aber ich sage dir jetzt mal ein Beispiel, eine Feinherbe Auslese.
- 2:50:49Eine Auslese, die hat dann 30 Gramm Restzucker oder 25, 30 Gramm Restzucker und 11 Alkohol.
- 2:50:57Also in Moselanisch quasi der Amarone von der Mosel.
- 2:51:02Das ist kulinarisch so wertvoll, so spannend einzusetzen zum Essen, dass man darauf einfach nicht verzichten kann.
- 2:51:14Mein Problem dabei, warum ich dich darauf anspreche, ist nicht, dass es keine Daseinsberechtigung hat, dass es nicht cool ist, dass es nicht Spaß macht, dass es nicht verargumentierbar ist.
- 2:51:25Aber dann braucht es sich keiner beschweren, dass Deutschland nicht verstanden wird oder dass Deutschland überhaupt nicht greifbar ist für jemand, der nicht entweder totaler Fanat ist oder sonstiges.
- 2:51:37Überhaupt, absolut. 100 Prozent.
- 2:51:39Da eine Lösung draußen finden.
- 2:51:41Absolut und trotzdem richtig, wie ich die Sache löse, ist, dass wir fangen jetzt irgendwo an, in einem Land, finden ein Porteur, wo wir vorhin noch nicht waren,
- 2:51:56dann erstmal zeige ich dir die 80 Weine gar nicht, weil er mit denen sowieso nichts anfangen kann.
- 2:52:02Man muss dann ein Portfolio an Weinen zusammenstellen, was leicht verständlich ist für ihn, für den Einkäufer, genauso wie für seine Mitarbeiter und letztlich für die Kunden.
- 2:52:14Und man hat ja selber eine Hand, wie viel Weine zeigt man, welche zeigt man, worauf konzentriert man sich.
- 2:52:23Man braucht jetzt, man muss nicht, wenn man mit einem neuen Partner anfängt, versuchen, jede Rebsorte und jedes Stil Richtung abzubilden.
- 2:52:31Am Ende des Tages muss alles platziert und verkauft sein, aber man kann das natürlich schon steuern, um es einfacher verständlich zu machen.
- 2:52:42Und dein Wunsch für die Zukunft wäre, dass Deutschland mehr verstanden wird?
- 2:52:46Oder wie darf ich das interpretieren?
- 2:52:50Das wir einfach, oder ich sage mal anders, ich sage auch noch ein Beispiel.
- 2:52:59Als ich für Domenserik nach Bordeaux gefahren bin, um den Wein diesen Bordelezer Handelshäusern vorzustellen,
- 2:53:13habe ich insgesamt 120 Verkäufer getroffen aus all diesen Handelshäusern zusammen.
- 2:53:20Und ich habe sie in jedem einzelnen Tasting, Meeting, habe ich gefragt, wen kennt ihr aus Deutschland?
- 2:53:32Es gab mehrere, die konnten mir kein einziges Weingut nennen aus Deutschland.
- 2:53:38Ein paar kannten Egon Müller, bisschen Prim, zwei kannten Keller und das war es.
- 2:53:44Das heißt also, diese Verkäufer dort sind ja nicht nur Franzosen, da arbeiten Chinesen, Japaner, Amerikaner, Briten, das ist ja ein internationales Team.
- 2:53:55Wenn aber die Leute die Weine probieren, dann fragen sie sich, wie konnten wir denn das nicht kennen?
- 2:54:03Da haben wir ein Lächeln im Gesicht. Und dass wir einfach schaffen, diese besondere Qualität, die wir vor allem in unserer Region machen,
- 2:54:14noch besser, verständlich, weiter in die Welt austragen. Und es mehr Menschen zugänglich machen.
- 2:54:28Ich habe dich leider nie als Zombie bei Christian Borken lernen dürfen, was ich gerade nach dem Gespräch immens bedauere.
- 2:54:34Deine Souveränität, deine Tiefstinnigkeit, deine Eloquenz, deine Art, die Dinge zu sehen, anzugehen, zu zelebrieren und den einem drei Sternenniveau zu präsentieren war sicher einzigartig.
- 2:54:45Zumindest habe ich den Eindruck jetzt nach diesen über zwei Stunden Gesprächszeit. Vielen Dank dafür.
- 2:54:49Und noch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs uns begleiten.
- 2:54:53Ein ganz tolles und idealen Medial hier beim Podcast. Danke für jede Bewertung, danke für jeden Kommentar und danke, dass ihr bei uns seid.
- 2:55:00Und noch ein großes Dankeschön an unseren Partner, an die Schlumbergergruppe.
- 2:55:04Mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnetz, Konzio Vini und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt.
- 2:55:10Dank ihnen darf ich mich auf die kommende Woche freuen. Auf den kommenden Freitag, denn nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:55:17Und ich freue mich in der kommenden Woche auf die großartige Julia Kolbeck.
- 2:55:22[Musik]
- 2:55:35Mein Name ist Christian Bau. Ich bin Küchenchef und Gastgeber vom Victors Fine Dining bei Christian Bau in Pialnenenig an der Mosel.
- 2:55:47Und es freut mich sehr, dass ich einige Worte über meinen lieben alten Freund Daniel Kioski sagen darf, weil es ein Mensch ist, vor dem ich ihr Sinnigen Respekt habe.
- 2:55:59Und obwohl er viele Jahre jünger ist, wie ich, an dem ich wirklich aufschaue.
- 2:56:05Ich schaue an ihm auf, weil er eine enorme Entwicklung genommen hat, die ich ja eine gewisse Zeit mitbegleiten durfte.
- 2:56:14Ich habe Daniel im Jahr 2010 hier kennengelernt. Da war er grad mal ein Burscher von 22 Jahren.
- 2:56:22Und ich habe ein Vorstellungsgespräch mit ihm gehabt, weil ich damals einen Sommelier gesucht habe.
- 2:56:29In der engeren Auswahl für diese Sommelierstelle, immerhin für ein Restaurant mit drei Michelinsternen,
- 2:56:36waren einige namenhafte Sommeliers auch unter anderem aus drei besternden Restaurants.
- 2:56:44Und als die ganzen Vorstellungsgespräche durch waren, habe ich mich für Daniel entschieden.
- 2:56:52Und mein ganzes Umfeld, sowohl Mitarbeiter, Führungskräfte, aber sogar Mitmenschen in unserem Unternehmen konnten diese Entscheidung nicht nachvollziehen.
- 2:57:05Und ich habe gesagt, ich habe ein gutes Gefühl und ich glaube meine Menschenkenntnis drückt mich nicht.
- 2:57:12Ich denke, wir werden einen Checktort ziehen, wenn wir diesen jungen Menschen einstellen.
- 2:57:18Ich habe gesagt, getan, ich habe Daniel eingestellt. Er hat eine phänomenale Entwicklung hingelegt.
- 2:57:23Er wurde zum Lieblingskelner, nicht nur zum Top-Sommelier, sondern auch zum Lieblingskelner von vielen guten und langjährigen Stammgästen.
- 2:57:34Er hat über sieben Jahre an meiner Seite gearbeitet und für mich war jeden Tag, den ich mit Daniel verbringen durfte,
- 2:57:43mein besonderer Tag, weil ich ihm ein Bruder im Geiste gefunden habe.
- 2:57:48Ich wusste, dass alle gut betreut sind, dass alles nach meinen Vorstellungen umgesetzt wurde.
- 2:57:56Und dass auch der Nachdruck, mit dem er alles angegangen ist, das höchste Maß war, was man von einem Mitarbeiter erwarten konnte.
- 2:58:05Durch ihn habe ich die Liebe zum deutschen Riesling entdeckt, durch seine wunderbare Art, wie er Wein erklärt.
- 2:58:12Den Enthusiasmus, den er an den Tag legt, hatte mir viele Weine und natürlich auch die Moselregion hier nahegebracht.
- 2:58:21Dafür bin ich sehr dankbar. Genauso dankbar bin ich auch über viele weitere Abende, nachdem er schon nicht mehr für mich gearbeitet hat.
- 2:58:30Aber jetzt natürlich, wenn mein Freund Markus Molitor ist, viele private Abende, in denen er und meiner Frau und mir mit viel Enthusiasmus,
- 2:58:42viel Freude, mit viel Energie, Dinge erklärt, nahebringend und durch seine unglaubliche Art regelrecht die Freude an auch unbekannten Dingen in uns weckt
- 2:58:58und in mir weckt, was immer noch beachtlich ist.
- 2:59:03Daniel Kiofski ist heute für mich nicht nur Berater, er ist nicht nur Freund des Hauses und ehemaliger Mitarbeiter,
- 2:59:14sondern ich glaube, er ist einer meiner engsten Vertrauten, er ist einer meiner engsten Freunde und er ist, was viele vielleicht nicht wissen,
- 2:59:26auch mein Trauzeuge bei meiner Hochzeit gewesen und von dem her bin ich dem Daniel unglaublich dankbar für das, was er alles für mich und für mein Restaurant geleistet hat.
- 2:59:39Aber ich bin auch dankbar für die Freundschaft, die wir heute haben und wie gesagt, ich bin voller Respekt und voller Achtung vor seiner Leistung,
- 2:59:51die er sowohl hier bei mir, aber auch in seinem weiteren beruflichen Leben hingelegt hat.
- 2:59:57Das sucht seinesgleichen und ich maße mir gar nicht an in der Position, in der ich bin, dass ich sagen kann, dass ich mir Urteil darüber erlaube,
- 3:00:09was er an Weinkänden ist hat, aber ich weiß von vielen Sitzungen und ich weiß auch von vielen anderen Menschen,
- 3:00:16die uns nahestehen, dass er nicht nur ein unglaublich guter Verkoster und einer Lüdiger ist, sondern er durch und durch alles,
- 3:00:26was mit dem Thema Wein zu tun hat, einfach auf den Pump bringt und es ist so jemand, den man immer gerne an seiner Seite hat und wie gesagt,
- 3:00:38ich bin dankbar, dass es ihn in meinem Leben gibt und ich hoffe, dass wir noch viele, viele Jahre befreundet sind.
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