
Wolf Biermann über Panik, Musik und verlorene Feinde
Die Ökonomie des Schreiens
In der Bombennacht von Hamburg 1943 war Wolf Biermann sechseinhalb Jahre alt. Im Arbeiterviertel Hammerbrook flogen brennende Dächer „wie Zeitungspapier durch die Luft“, und doch hat sich ihm vor allem ein Detail eingeprägt: „Kein einziges Kind hat geweint.“ Seine Erklärung dafür ist nüchtern. Wer in einem übergroßen Unglück schreie, vergeude Kraft, denn man schreie nur, „wenn man die Chance hat, dass es gehört wird und einem Hilfe zukommt“. Aus dieser Erfahrung hat Biermann eine Haltung gemacht, die er einer nervösen Gegenwart entgegenhält. Dass Jüngere schnell in…
The skinny
The skinny isn't ready yet — notes appear once the transcript is processed.