Latest / Gin And Talk / Franziska Hohmann über Abhängigkeit, Aufarbeitung und Befreiung
Transcript
- 0:00Speaker 0: Ich habe meiner Mama immer gesagt, wenn sie gute Phasen hatte, bitte geh doch weiter zur Therapie.
- 0:04Speaker 0: Oder setz nicht eigenständig die Medikamente ab.
- 0:07Speaker 0: Oder kümmer dich und dich versuch doch mal alternative Methoden.
- 0:11Speaker 0: Aber da redet man gegen wirklich gegen eine Miet-Hong-Mauer, hinter der eine Windmühle steht.
- 0:17Speaker 0: Die körperliche Abhängigkeit hat sich, glaube ich, schon so ab zwei Tausend vierzehn eingestellt, fünfzehn.
- 0:23Speaker 0: Und dann ist es einfach ein sehr steil ansteigender Prozess gewesen, dass ich angefangen habe, nachts wach zu werden.
- 0:29Speaker 0: Bescheiß gebadet und dann auch nachts aufstehen musste, mir einen Schluck Alkohol ins System geben musste.
- 0:36Speaker 0: Und ich hätte mir, glaube ich, einfach gewünscht, dass jemand mal mit mir spricht und sagt, du, deine Mama ist halt einfach schwer krank, die meint das nicht, so.
- 0:44Speaker 1: Herzlich willkommen.
- 0:46Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode, Gin & Talk, begrüßen zu dürfen.
- 0:53Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Franziska Hohmann.
- 0:57Speaker 1: Sie ist seit vielen Jahren in der Musikbranche tätig, arbeitet mit namhaften Künstlern und Künstlerinnen zusammen und kennt das schnelle Tempo und den hohen Druck dieser Welt ganz genau.
- 1:07Speaker 1: Doch hinter der Fassade eines funktionierenden Lebens lag lange eine Geschichte, die von Koabhängigkeit, psychischer Erkrankung im engsten Familienkreis und eigener Alkoholsucht geprägt war.
- 1:19Speaker 1: In ihrem Buch, Gut Dass Du Nicht Mehr Da Bist, erzählt sie offen von ihrer Kindheit an der Seite einer schwer depressiven Mutter, von ihrem Absturz und von dem mutigen Weg zurück ins Leben.
- 1:31Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen, wie man es schafft, sich aus solchen Verstrickungen zu lösen, warum das Schweigen so viele Jahre angehalten hat und was es braucht, um sich selbst wieder zu finden, ohne in Bitterkeit zu erstarren.
- 1:45Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Genetalk gefällt, folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcast hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:54Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du auch als Videopodcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 2:00Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:13Speaker 0: Herzlich
- 2:14Speaker 1: willkommen an unseren Bartresen.
- 2:17Speaker 1: Herzlich willkommen
- 2:18Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin and Talk.
- 2:22Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 2:24Speaker 0: lehne dich zurück
- 2:25Speaker 1: und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio Bar.
- 2:39Speaker 1: Liebe Franzi, ich freue mich sehr, dass wir uns heute hier in Berlin treffen können, um über dein Buch gut, dass du nicht mehr da bist zu sprechen, um über ... Traumata zu sprechen, um über Bewältigung dieser zu sprechen, um über ja vielleicht auch ganz neue Lebensabschnitte zu sprechen.
- 2:57Speaker 1: Herzlich willkommen.
- 2:58Speaker 0: Hallo Daniel, ich freue mich selber die Einladung.
- 3:00Speaker 0: Vielen Dank.
- 3:02Speaker 1: Wir müssen natürlich als allererstes mal über diesen Titel sprechen, weil der, also ich stolpe da jedes Mal, wenn ich den lese nochmal aufs Neue, auf der einen Seite ist es natürlich wahnsinnig clever und hat so viel Aussage da drin.
- 3:16Speaker 1: Aber ich könnte mir vorstellen, dass auch wahnsinnig viele Menschen sich daran stoßen und denken so, oh, darf die das?
- 3:22Speaker 1: Kann die das sagen?
- 3:23Speaker 1: Ist es okay?
- 3:24Speaker 1: Ist es nicht ein bisschen hart?
- 3:26Speaker 1: Meint ihr es wirklich so?
- 3:28Speaker 1: Also um all diese Fragen zu beantworten, wie würdest du sie beantworten?
- 3:33Speaker 0: Ich bin das ja oft gefragt worden in den letzten Wochen.
- 3:37Speaker 0: Aber das Gute ist, dass ich mir jetzt... seit des Buch draußen ist und auch als alles abgegeben wurde, schon seitdem sehr sicher bin, dass ich Franziska Hohmann das sagen darf.
- 3:49Speaker 0: Denn ich bin mit einer schwerpsychisch kranken Mama aufgewachsen, die absolut nichts für ihre Krankheit konnte.
- 3:54Speaker 0: Aber wir haben trotzdem zusammengelebt in der Dreiecksbeziehung meiner Mama, ihre Krankheit und ich.
- 4:01Speaker 0: Und ich habe mich in frühen Jahren um sie kümmern müssen und auch in den letzten Jahren, als sie noch gelebt hat.
- 4:09Speaker 0: Und es hat eine ganz komische Bande verbunden, die immer von dieser Krankheit geprägt war.
- 4:14Speaker 0: Natürlich hatte sie auch gute Phasen in ihrem Leben und sie war auch eine tolle Mama zwischendrin, aber nie so eine Mama-Mama.
- 4:21Speaker 0: Und ich konnte mich nie lösen.
- 4:24Speaker 0: Es gibt ja viele Leute, die es schaffen, Kontakt abzubrechen.
- 4:26Speaker 0: Ich habe es nie geschafft und deshalb bin ich jetzt, ist es jetzt gut, dass sie nicht mehr da ist.
- 4:34Speaker 0: Und es ist ein harter Titel.
- 4:36Speaker 0: Der ist laut, aber auch ich bin eine laute Person und manchmal muss man laut sein, um gehört zu werden.
- 4:42Speaker 1: Wie hast du denn für dich da die Balance zwischen Liebe, Verlust und Erleichterung gefunden?
- 4:51Speaker 0: Das kam alles nacheinander gleichzeitig nebenher.
- 4:56Speaker 0: Ich kann das gar nicht mehr genau sagen, weil als meine Mama gestorben ist, bin ich erst mal in so eine Schockstarre verfallen.
- 5:02Speaker 0: Ich hab auch, ich weiß noch, ich hab das... Erfahren, als ich ... Sie war im Pflegeheim, und ich hab das erfahren, als ich ... Wir haben ein Haus auf Mallorca gehabt, meine Mama.
- 5:12Speaker 0: Da hat sich wieder zurückgeflogen.
- 5:13Speaker 0: Sie war im Pflegeheim gut versorgt.
- 5:15Speaker 0: Ich war zehn Tage mit ihr da, hab diesen Umzug zum Pflegeheim gemacht.
- 5:20Speaker 0: Bin dann nach Mallorca gefahren, um da nach dem Rechten zu schauen.
- 5:23Speaker 0: Und hab's dann vier Tage vor Weihnachten erfahren.
- 5:27Speaker 0: Und ich weiß noch, dieser Rückflug und alles, das war völlig ... Ich hab nur geweint, das war nur im Nebel alles.
- 5:34Speaker 0: Als ich dann wieder in Deutschland war, auch dann zu Hause, wo sie im Krankenhaus verstorben ist, ist das sofort wieder in so ein Funktionsmodus geswitched.
- 5:43Speaker 0: Ich habe dann geguckt, dass die Beerdigung schön wird, dass für alles gesorgt ist.
- 5:48Speaker 0: Und erst so.
- 5:49Speaker 0: dann mit mehreren Monaten habe ich gemerkt, dass auch so da ist irgendwas weg.
- 5:54Speaker 0: Natürlich war das schrecklich und traurig, aber es hat mich auch erleichtert, dass halt nicht mehr dieser ... Punkt ist, wie für ein kleines Kind Sorgen zu müssen.
- 6:03Speaker 0: Und das mag sich für manche Menschen hart anhören.
- 6:07Speaker 0: Aber ich habe das Buch ja nicht gemacht für Menschen, die vielleicht in einer glücklichen, gut behüteten Familie aufgerachsen sind, sondern für Menschen wie mich, die mit psychischen Erkrankungen struggling in der Familie oder mit suchterkrankten Menschen oder so.
- 6:22Speaker 0: Und meine Mutter war nicht ... Sucht krank, soll lieber einfach sehr schwer depressiv, aber das hat einfach trotzdem der ganzen Familie eher eine schwere Zeit verschafft.
- 6:34Speaker 1: Das, was du da mit dem Funktionieren sagst, kann ich so ein bisschen nachfühlen, weil ich habe immer das Gefühl, so Menschen wie wir, sag ich jetzt mal, Pauschal, die mit Veranstaltungen zu tun haben, mit Organisation von Dingen, mit auch der Zusammenarbeit mit Menschen, die vielleicht dann hier und da drinnen Dinge brauchen und ähnliches.
- 6:54Speaker 1: Wir können, glaube ich, ganz gut die umschalten und sagen so, okay, Checkliste, dies, das jenes, ich rufe den an, ich rufe das an, ich organisiere es und jenes und vergesse dabei aber ganz schnell, wie es uns eigentlich selber dabei geht, weil so viel dann auf einmal zu tun ist und wir alles andere erstmal ausblenden können.
- 7:11Speaker 1: Das ist in der Situation ganz gut, aber danach fällt man dann irgendwie auch mal gerne in so ein Loch, wenn es besonders stressig war.
- 7:19Speaker 1: Wie hast du denn diese Löcher, die es ja wahrscheinlich bei dir öfter dann gab, weil ja öfter dann auch Dinge zu tun waren, auch um deiner Mutter, als sie noch da war, zu helfen?
- 7:29Speaker 1: Wie bist du denn mit diesen Löchern umgegangen?
- 7:32Speaker 0: Also, wenn es Löcher gab nach großen Kümmerzeiten um meine Mutter, weil der nächste Kümmerpunkt mein Job.
- 7:39Speaker 0: Ich habe mit Künstlern gearbeitet und war mit denen viel unterwegs.
- 7:43Speaker 0: Also Hauptsache für mich ist immer gut und das wird jetzt besser mit den Jahren.
- 7:48Speaker 0: war immer um mein eigenes emotionales Loch zu stopfen, sich um andere zu kümmern.
- 7:54Speaker 0: Und einfach zu gucken, geht's denen gut oder sich voll in den Job stürzen oder halt eine ganze Zeit lang.
- 8:01Speaker 0: auch meine eigene Suchterkrankung, die mir geholfen hat, vieles auszublenden.
- 8:07Speaker 0: Und ja, aber deshalb ist so dieser Moment, als meine Mama gestorben ist und diese Kümmerzeit vorbei war, war wirklich erst mal so ein Hoch.
- 8:17Speaker 0: Da fehlt jetzt ein Teil.
- 8:19Speaker 0: Und dann habe ich mich schon extrem auch in Arbeit gestürzt.
- 8:22Speaker 0: Da habe ich noch gar nicht so viel darüber nachgedacht, aber ich weiß, dass dann, als das alles geregelt war, ich wieder hardcore sofort angefangen habe zu arbeiten.
- 8:30Speaker 0: Weil trinken wir keine Option, dann war es halt arbeiten.
- 8:33Speaker 0: Und gerade, was du gesagt hast, wir Menschen, die mit vielen anderen Menschen zu tun haben, in so einem, nennt man es, People Business, arbeitet, Veranstaltung und guckt, dass alles läuft.
- 8:43Speaker 0: Es ist halt immer, dass man sehr schnell lösungsorientiert sein muss und einfach keine Zeit hat, auch sich an einem Problem festzuhalten.
- 8:50Speaker 0: Und das ist eine Stärke.
- 8:52Speaker 0: Aber manchmal, ich weiß nicht, wie es dir geht, vergisst man sich selber auch dabei.
- 8:57Speaker 0: So.
- 8:58Speaker 1: Total.
- 8:59Speaker 1: Also ich merke das auch manchmal.
- 9:01Speaker 1: Gerade vor Gespräch kurz die Saub bei SaubBest in Ostern erwähnt und wir fahren halt auch oft dann auf diese Veranstaltung mit so einer ganzen Reisegruppe und dann hast du irgendwie zwanzig Leute mit dabei, um die du dich anderthalb Wochen kümmerst und jeder ist irgendwie über die Stadt verteilt und alle trinken zu viel, alle Effi.
- 9:18Speaker 1: Nebenbei machen wir noch zwei Events in den anderthalb Wochen mit jeweils hundert Leuten.
- 9:22Speaker 1: Und dann bist du danach, und ich hab mir echt angewöhnt danach, dann irgendwie so zwei, drei Nächte im Meet-Hime zu machen und einfach noch in irgendeinem Hotel zu gehen und niemanden zu sehen, Room-Service zu bestellen, am besten an Tool und irgendwie dann vielleicht noch in die Sauna gehen oder so.
- 9:37Speaker 1: Weil ja, also man vergisst sich halt ein Stück weit selbst und ist in so einem Funktionieren-Modus.
- 9:43Speaker 1: Und während man drin ist, merkt man das ja auch nicht.
- 9:45Speaker 1: Während man drin ist, kann man ja auch durchaus Spaß dabei haben.
- 9:49Speaker 1: Aber wie viel Energie das so oft kostet, merkt man in dem Moment gar nicht.
- 9:53Speaker 0: Ja, und ich habe auch gestern so ein Gedanken daran verschwendet.
- 9:55Speaker 0: Gestern hatte ich mal einen halben freien Tag jetzt in dieser ganzen Promo-Phase.
- 10:00Speaker 0: Es ist wirklich viel, was gerade passiert.
- 10:02Speaker 0: Ich habe gedacht so, jetzt Urlaub, geil.
- 10:06Speaker 0: Und dann habe ich gedacht so, aber ich könnte jetzt gar nicht.
- 10:09Speaker 0: Wenn ich jetzt irgendwo am Pool liegen würde, ich würde so hummeln immer.
- 10:13Speaker 0: Arsch haben.
- 10:14Speaker 0: Ich müsste erst mal gucken, so langsam ein bisschen runterzufahren, weil sonst würde ich erst mal den Gott, was muss ich jetzt noch machen?
- 10:20Speaker 0: Und man muss also nicht mann, sondern ich muss oder darf ja gerade diese Presseaufmerksamkeit Genießen, aber das ist ja noch ganz viel dahinter.
- 10:30Speaker 0: Ich hab wahnsinnig tolle Leute, die mir helfen, mit denen ich auch zum Glück befreundet bin.
- 10:35Speaker 0: Aber was man alles machen muss, Social Media, was wir vorhin im Vorgespräch hatten, diese Algorithmentheben zu bedienen, da hat Sorgen, das machen und dann noch alle bei Laune irgendwie halten.
- 10:47Speaker 0: Das ist schon viel.
- 10:50Speaker 0: Und ich bin ja nun vermeintlicher Profi in sowas.
- 10:53Speaker 0: Aber wenn man auf einmal selber da vorne sitzen muss.
- 10:56Speaker 0: und dabei noch eine sehr, sehr intime Geschichte preisgeben muss.
- 11:00Speaker 0: Das ist schon manchmal, ist mein Köppchen da auch am Limit.
- 11:04Speaker 0: Und dann denk ich, ich krieg einfach nichts mehr rein.
- 11:07Speaker 0: Das ist einfach voll.
- 11:08Speaker 0: Und dann guck ich da und ich hab jetzt auch gemerkt, auch egal, abends, wie spät ich nach Hause gekommen bin, ich muss noch irgendeine düsselige Serie gucken, die am besten gar keinen Anspruch hat, um mal runterzufahren.
- 11:21Speaker 0: Also das ist schon verrückt und diese Löcher sind jetzt... weniger geworden, also weil ich jetzt gerade auch extrem viel mit dem Buch unterwegs bin, aber es ist ein guter Hinweis, dass das natürlich jetzt auch wiederkommen kann, wenn es so alles ein bisschen sich beruhigt hat.
- 11:37Speaker 1: Du hast gerade die Intimität des Themas schon angesprochen.
- 11:41Speaker 1: Wie war denn dabei dir in dir dieser Prozess zu sagen, ich gehe damit überhaupt an die Öffentlichkeit, weil das ist ja auch so ein Thema.
- 11:50Speaker 1: Man weiß genau, da gibt's ganz viele Menschen, die sich dazu verhalten werden.
- 11:53Speaker 1: Es gibt ganz viele Gefühle, die auf einen einprasseln.
- 11:56Speaker 1: Man muss auch selber nochmal alles irgendwie wieder und wieder erleben.
- 12:00Speaker 1: Dann kommt noch so ein Podcast und so einer der Fragen dazu stellt.
- 12:05Speaker 1: Man muss sich da wieder rein denken und wieder kommt alles hoch vielleicht.
- 12:09Speaker 1: Und man kann die Kiste irgendwie erst mal erst recht nicht zu machen.
- 12:14Speaker 1: Wie bist du?
- 12:15Speaker 1: Also, bevor wir darüber sprechen, was es mit dir macht, wie bist du überhaupt dazu gekommen, zu sagen, ich schreib das mal alles auf?
- 12:21Speaker 0: Also, dass meine Geschichte ist ja, dass ich seit sieben Jahren nicht mehr trinke, ich bin vom Alkohol weggekommen.
- 12:29Speaker 0: Das war schon eine sehr lange Reise, die mitten in unserer Gesellschaft und mitten in der Musikbranche stattgefunden hat.
- 12:34Speaker 0: Und dann auch ist meine Mama eben gestorben und dann gab es viele.
- 12:38Speaker 0: Freunde und ganz besonders eine enge Freundin, die gesagt hat, schreibt das einfach mal auf.
- 12:43Speaker 0: Das kann, glaube ich, Leuten helfen.
- 12:46Speaker 0: Und ich habe gedacht, nee, wie?
- 12:48Speaker 0: Und warum?
- 12:49Speaker 0: Aber in mir hat das schon geschlafen worden.
- 12:50Speaker 0: Ich habe über meine Mitbewohnerin eine ganz, ganz tolle Journalistin und Autorin kennengelernt, Nina Fecke, die mir auch ganz wichtig ist, überall mit stattzufinden, denn ohne sie wäre dieses Buch nicht möglich gewesen.
- 13:04Speaker 0: Und wir haben uns dann das erste Mal im Zoom getroffen, dann haben wir ja zweimal eine Woche miteinander verbracht, haben ganz viele Interviews gemacht, haben dann ein Exposé draus gemacht und dann haben wir diese Geschichte strukturiert.
- 13:15Speaker 0: und da hatte Nina einen riesigen Anteil dran, auch zu mich zu bestärken und zu sagen, ey, bei deiner Geschichte, du darfst sowas sagen, wie gut das deine Mama nicht mehr da ist.
- 13:28Speaker 0: Und dann ging die Reise los, dann haben sich Verlage dafür interessiert und es wurde immer... Wie sagt man immer, realer?
- 13:36Speaker 0: Und natürlich kamen schlaflose Nächte.
- 13:38Speaker 0: und dann habe ich auch Nina mal angerufen und gesagt, du dürft mir das alles wirklich machen.
- 13:43Speaker 0: Sie hat mich da sehr unterstützt in der Zeit und dann wurde auch ich immer sicherer, weil ich gedacht habe, nee, wenn nicht ich es mache, wer dann?
- 13:54Speaker 0: Jetzt hört sich jetzt sehr großspurig an, aber ich dachte so, meine Mama lebt nicht mehr, mein Vater, mit dem ich nie Kontakt hatte, lebt nicht mehr, ich habe keine Kinder und ich habe genug Mut, um sowas zu machen.
- 14:06Speaker 0: Deshalb habe ich einfach gedacht, irgendwann zähme ich es durch.
- 14:11Speaker 1: Also eigentlich gar keine Frage.
- 14:13Speaker 1: wahrscheinlich, hast du darüber nachgedacht, aber hast du darüber nachgedacht, was deine Mutter sagen würde, wenn sie das Buch lesen könnte?
- 14:23Speaker 0: Lustig, jetzt krieg ich gerade Gänsehaut bei meinen Körperlichen Reaktionen, kann man jetzt nicht sehen, aber ich kann sie fühlen.
- 14:31Speaker 0: Ich habe letztlich gedacht, meine Mama würde, als wir bei Dussmann waren und zu die Probe gehabt haben oder den Probebegehung für die Lesung nächste Woche, ich glaube, sie würde in der Ecke sitzen und würde erst mal sich alles anschauen, wenn der Applaus kommen würde, würde sie rauslaufen und für sich applaudieren lassen.
- 14:48Speaker 0: So.
- 14:49Speaker 0: Und wahrscheinlich würde sie im Vorfeld meckern, aber irgendwie würde sie dann den Fame doch vielleicht gut finden.
- 14:55Speaker 0: Weil so paradox, wie sich das anhört, so war unsere Beziehung, so war meine Mama.
- 15:01Speaker 0: So ist das bei psychisch kranken Menschen, die auch manische Züge haben, die drei Wochen im Bett liegen, dann aufstehen wir völlig aus der Asche und sofort wieder alle rumkommandieren.
- 15:11Speaker 0: Also das, ich könnte mir vorstellen, dass sie das am Anfang schlimm findet und dann würde sie sagen, So kann ich sie doch nicht von mir spreche.
- 15:20Speaker 0: Im tiefsten hessisch.
- 15:22Speaker 0: Aber irgendwie würde sie vielleicht auch sagen, ein bisschen hast du auch recht und hauptsächlich werdberühmt.
- 15:27Speaker 1: So.
- 15:31Speaker 1: Die Erfahrung, die ich gemacht habe mit Menschen, die an Depressionen leiden und man auf der anderen Seite steht.
- 15:38Speaker 1: Man will ja eigentlich immer irgendwie helfen.
- 15:40Speaker 1: Und man hat das Gefühl, man kämpft einfach gegen Windmühlen oder ... Also man kommt einfach nicht voran, man denkt sich die ganze, okay, aber irgendwann muss die andere Seite doch mal verstehen, was ich ihr eigentlich sagen möchte.
- 15:57Speaker 1: Was ich irgendwie vermitteln möchte.
- 16:00Speaker 1: Also da muss doch irgendwann mal diese Erkenntnis kommen, wo die andere Seite sagt, eigentlich hast du recht.
- 16:06Speaker 1: Also eigentlich ist mein Verhalten echt scheiße und ich weiß, ich brauche Hilfe.
- 16:11Speaker 1: Und ich musste es jetzt mal wirklich ernsthaft angehen, aber man hat die ganze Zeit das Gefühl, egal, was man tut, es ist so ein Kampf gegen Betonmauern.
- 16:23Speaker 1: Wie hält man das aus?
- 16:25Speaker 0: Als du gerade gesprochen hast, sind mir so ganz viele Bilder durch den Kopf geschossen.
- 16:34Speaker 0: Ich hab meiner Mama immer gesagt, wenn sie gute Phasen hatte, bitte geh doch weiter zur Therapie.
- 16:38Speaker 0: Oder setz nicht eigenständig die Medikamente ab.
- 16:41Speaker 0: Oder kümmer dich um dich und versuch doch mal alternative Methoden.
- 16:45Speaker 0: Aber da redet man wirklich gegen eine Mithong-Mauer, hinter der eine Windmühle steht, so gefühlt.
- 16:51Speaker 0: Weil, wenn da keine eigene Einsicht ist, und ihr Kopf hat ihr, glaube ich, einfach gesagt, wenn es ihr wieder gut geht, das kommt nicht nochmal, der nächste, die nächste Welle der Angst, der Depression.
- 17:06Speaker 0: Als Kind und auch als Erwachsene dann und so, ich bin daran verzweifelt.
- 17:09Speaker 0: Ich war so wütend.
- 17:10Speaker 0: Ich hätte die manchmal gerne, das ist auch im Buch beschrieben, so eine Albtraumsituation, die mich sehr oft noch ereilt, dass ich sie wirklich so geschüttelt hätte.
- 17:20Speaker 0: Ich hätte gerne gesagt, kapierst du es eigentlich, was wir hier alle durchmachen.
- 17:25Speaker 0: Aber das ist halt dieses Krankheitsmuster.
- 17:27Speaker 0: Ich glaube, die Personen blenden dann einfach aus, wie es ihnen geht, wenn sie in einer tieferen Phase sind.
- 17:36Speaker 0: Und das ist ja das Schreckliche für das Umfeld.
- 17:39Speaker 0: Und da wünsche ich mir halt auch einfach mehr Aufklärung auch für Angehörige, weil ich war verloren.
- 17:45Speaker 0: Ich habe dann versucht, eine Selbsthilfegruppe zu finden für Angehörige von Depressiven.
- 17:50Speaker 0: Dann habe ich die Ärzte meiner Mama gefragt und die haben zu mir gesagt, oh, sie sind ja eine sehr resiliente Person, seien sie für ihre Mama da, sie schaffen das schon.
- 17:59Speaker 0: Aber was am Ende, ich habe halt gesoffen, um irgendwie damit klarzukommen.
- 18:05Speaker 0: Und dieser Kampf, weil ich erinnere auch noch zwischen meinen Großeltern.
- 18:10Speaker 0: Mein Opa spielt ja auch eine sehr große Rolle.
- 18:12Speaker 0: Der stand wirklich vor ihrem Bett und hat sie angeschrien.
- 18:16Speaker 0: So, jetzt reißt sie zusammen, steh mal auf.
- 18:18Speaker 0: Und du hast da diesen Wesen, was vor Angst geschüttelt ist, im Bett zu liegen.
- 18:24Speaker 0: Und man kommt nicht durch.
- 18:26Speaker 0: Es ist wahnsinnig schwer.
- 18:27Speaker 0: Und ich war, das war jedes Mal Erzeugungsarbeit, auch sie in der Klinik.
- 18:31Speaker 0: zu bringen.
- 18:32Speaker 0: Vielleicht kennen das auch manche Leute, die den Podcast jetzt hören.
- 18:35Speaker 0: Es ist aber wichtig, dass du gehst.
- 18:38Speaker 0: Und diese Wochen, wo man dann auf den Platz wartet und die Person immer wieder davon überzeugen muss.
- 18:43Speaker 0: Und meine Mama ist auch manchmal aus einer Klinik dann weggegangen, weil sie gesagt hat, sie hält's da nicht mehr aus.
- 18:51Speaker 0: Aber zu Hause war ja auch keine Option.
- 18:54Speaker 0: Also es ist ein ganz schöner Teufelskreis.
- 18:56Speaker 0: Und jedes Mal, wenn ich jetzt auch drüber rede, kommt es zu meiner Erinnerung wieder.
- 19:00Speaker 0: Und deshalb ist es umso wichtiger, dass über solche Themen mehr gesprochen wird.
- 19:05Speaker 0: Weil für die Familie, die Menschen, es ist einfach Horror dringend.
- 19:10Speaker 1: Kannst du dich noch an den Moment erinnern, als du zum ersten Mal für dich selber realisiert hast, da ist echt ein Thema.
- 19:17Speaker 1: Also, weil ich habe mich viel mit dysfunktionalen Familien beschäftigt und wie Kinder und Jugendliche in diesen Familien aufwachsen.
- 19:26Speaker 1: Und das perfide ist ja ... Dass man den Status quo erst mal ja nicht anders kennt.
- 19:31Speaker 1: Also, man wächst in einer für die jeweilige Person vollkommen Normalität auf.
- 19:38Speaker 1: Man kennt es nicht anders.
- 19:39Speaker 1: Es ist so, bleibt so wie auch immer.
- 19:42Speaker 1: Und es fühlt sich ja auch erst mal nicht schlimm an oder schlecht oder so.
- 19:47Speaker 1: So wie wenn man aufwächst und man sagt, bekommt beigebrachte Himmelsrot, dann denkt man, der Himmelsrot, bis einem einer sagt, nee, eigentlich nennt man das blau und nicht rot.
- 19:57Speaker 1: Kannst du dich an den Moment erinnern, wo du zum ersten Mal gemerkt hast, irgendwie ist das alles nicht so normal, was da passiert?
- 20:06Speaker 0: An den, das wurde ich auch schon mal gefragt, aber so richtig, das Klack gemacht hat, dass da was nicht normal ist, kann ich mich nicht dran erinnern.
- 20:15Speaker 0: Ich glaube, das kam erst so in meiner Internatszeit, als ich dann gemerkt habe, ach, die anderen werden alle abgeholt.
- 20:22Speaker 0: Und bei mir steht wieder keiner bzw.
- 20:27Speaker 0: die Pflegefamilie oder ein Großvater oder so.
- 20:31Speaker 0: Und wenn ich so erzählt habe, was zu Hause los ist, dann, als die anderen Kinder dann gesagt haben, ach, das ist aber komisch.
- 20:38Speaker 0: Ja, aber so ein richtiges Haarmoment hatte ich nicht, weil für mich war das so normal, sich um meine Mama zu kümmern.
- 20:44Speaker 0: Da ging es halt schlecht, da habe ich mich gekümmert.
- 20:46Speaker 0: Und so, was auch für mich aber eine einschneidende Szene war, war am Kindergeburtstag, hat man ... Zumindest als ich Kind war immer so serviert ein Päckchen gekriegt, wie so Gudi-Bags, wo dann so kleine Spielzeug-Süßigkeiten drin war.
- 21:00Speaker 0: Und ich wollte das auch an meinem Kindergeburtstag.
- 21:02Speaker 0: Meine Mama hat es halt nicht gemacht, hab ich es halt selber gemacht.
- 21:05Speaker 0: So, das zieht sich so durch mein Leben durch.
- 21:08Speaker 0: Wenn's hier mal anders nicht macht, mach ich's halt selber.
- 21:11Speaker 0: Und dass ich auch mal Silvester auf einer Psychostation war irgendwie, Hauptsache, um bei meiner Mama sein zu können, weil Kinder aus dysfunktionalen Familien, ich glaube, wir wollen ... oder wir wollen oder wir wollten, als wir Kinder waren, hauptsach bei den Eltern sein.
- 21:25Speaker 0: Und da blendet man den Rest auch ein bisschen aus.
- 21:30Speaker 0: Und ich habe wirklich, und da bin ich so dankbar für, dass ich dieses Geschenk der Nüchternheit bekommen habe, dass ich jetzt das darüber reflektieren kann, ohne wütend zu sein.
- 21:40Speaker 0: Ich kann mir die Sachen angucken und ich kann sagen, okay, das war so.
- 21:44Speaker 0: Aber ich muss jetzt nicht mehr in einem Drama feststecken, ich muss nicht mehr Schuldzuweisungen machen, sondern ich kann sagen, okay.
- 21:51Speaker 0: Ich kann was damit machen und kann vielleicht jemand anderen helfen.
- 21:55Speaker 0: Und ja, das ist das, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht noch manchmal sehr traurig bin auch.
- 22:01Speaker 1: Du hast den Alkohol grad schon angesprochen.
- 22:03Speaker 1: Du warst im Internat, hast auch erzählt in meinem Gespräch.
- 22:07Speaker 1: Du bist dann sehr früh auch schon natürlich mit Alkohol in Kontakt gekommen.
- 22:11Speaker 1: Vielleicht auch irgendwelche anderen Dinge, die man da so noch so nehmen und konsumieren kann.
- 22:18Speaker 1: Gab's so ein Schlüsselmoment, an dem du, also es wird ja dann schnell zu so einer Normalität und man denkt da auch nicht groß drüber nach und dann hier noch ein Glas und dann noch und hier und dann verschiebt sich das irgendwann, bis man das so in seinen ganzen Alltag von früh bis spät integriert hat und findet es ja eigentlich auch nicht schlimm, sondern freut sich dann irgendwie drauf.
- 22:40Speaker 1: und dann wie auch immer, wann hast du gemerkt, dass du dann ein Problem hast?
- 22:46Speaker 0: Ich glaube, ich habe das schon sehr früh irgendwo gemerkt und immer verdrängt.
- 22:51Speaker 0: Ich weiß noch, ich hatte mein erster Erfahrung mit Alkohol mit zwölf und ich hatte tatsächlich meinen ersten Filmbriss mit vierzehn.
- 22:59Speaker 0: Und da war mir auch schon irgendwann klar, dass das auch vielleicht nicht so ganz normal ist.
- 23:04Speaker 0: Und ich habe halt in dieser Branche, wo ich gearbeitet habe, erst bei MTV, dann Universal Music.
- 23:09Speaker 0: Man ist da so mitgeschwommen, aber ich habe schon manchmal gedacht, ganz speziell, als ich nach Berlin gezogen bin.
- 23:15Speaker 0: Ich habe keinen Abend, wo ich nicht trinke.
- 23:19Speaker 0: Dann habe ich so versucht.
- 23:21Speaker 0: Zwei Tage habe ich geschafft.
- 23:22Speaker 0: Dann habe ich mir selber gesagt, ach, ist auch alles halb so wild.
- 23:24Speaker 0: Und richtig bedenklich wurde es schon so ... ja, ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr Und alle Kindheitsmuster wieder hochgekommen sind und ich diese täglichen Anrufe bekommen habe mit, ich kann nicht aufstehen, ich habe so Angst.
- 23:43Speaker 0: Und jetzt hat er mich auch nicht damit der Ruhe gelassen.
- 23:47Speaker 0: Und hat immer wieder zum Telefonhörer gegriffen.
- 23:49Speaker 0: Und um das zu verarbeiten, habe ich dann mir erlaubt, einfach viel zu trinken.
- 23:55Speaker 0: Und die körperliche Abhängigkeit hat sich, glaube ich, schon so ab dem Jahr zwölfzehn eingestellt, fünfzehn.
- 24:03Speaker 0: Und dann ist es einfach ein sehr steil ansteigender Prozess gewesen, dass ich angefangen habe, nachts wach zu werden, Schweiß gebadet und dann auch nachts aufstehen musste, mir einen Schluck Alkohol ins System geben musste.
- 24:15Speaker 0: Und dann auch irgendwann ging, konnte ich morgens nicht mehr aufstehen, weil man kann als leider,
- 24:21Speaker 1: das ist
- 24:22Speaker 0: sehr tragisch, als süchtiger Mensch, man kann ohne seine Substanz nicht mehr denken.
- 24:27Speaker 0: Das ist unmöglich.
- 24:28Speaker 0: Es ist so zittert, Verzweiflung.
- 24:30Speaker 0: Ich brauchte, wenn ich morgens noch versucht habe, von zu Hause zu arbeiten.
- 24:34Speaker 0: Es war noch nicht so normal vor der Pandemie.
- 24:37Speaker 0: Da brauchte ich irgendwas, damit mein System sich wieder brüsten auf Spur kommt.
- 24:42Speaker 0: Und irgendwann musste ich halt auch einen Tag morgens zu trinken.
- 24:44Speaker 0: Und das hat sich durchgezogen.
- 24:47Speaker 0: Aber wie man Alkoholika oder auch andere sichtige Menschen, die... Man kann sich super erzählen, ist ja alles nicht so schlimm.
- 24:53Speaker 0: Und ich habe immer gedacht, gesagt, ich werde bestimmt so depressiv wie meine Mutter.
- 24:57Speaker 0: Deshalb habe ich jetzt diese Phase.
- 24:59Speaker 0: Aber jetzt im Nachhineinbetracht bin ich heilfroh, dass ich irgendwann mal im Jahr zehntin und im Jahr zehntin und achtzehn so die Diagnose klar war.
- 25:09Speaker 0: Ich bin einfach, sage ich jetzt manchmal so salopp staatlich geprüfte Alkoholikerin.
- 25:15Speaker 0: So, jetzt trocken zum Glück.
- 25:17Speaker 0: Aber das hat mir geholfen.
- 25:19Speaker 0: Das hat mir tatsächlich geholfen.
- 25:21Speaker 0: Daran kann man arbeiten.
- 25:24Speaker 0: Und damit kann ich genesen, weil da gibt es Hilfe für.
- 25:27Speaker 0: Und ich will diese Hilfe auch haben.
- 25:29Speaker 0: Und ich habe das gemacht, um mich mein Leben lang zu betäuben.
- 25:33Speaker 0: Und ich, ja, natürlich bin ich traurig immer ein paar Jahre, wo ich gedacht hätte, es wäre mal schön, wenn ich die jetzt nicht so besoffen verbracht hätte.
- 25:41Speaker 0: Aber am Ende ist jetzt, fügt sich jetzt alles, ja.
- 25:46Speaker 1: Wie lange hast du gebraucht, um da wirklich rauszukommen?
- 25:49Speaker 1: Also bis zu dem Punkt?
- 25:51Speaker 1: An dem du gesagt hast, ja, ich bin jetzt wirklich trocken und klar, ich meine, die Gefahr von einem Rückfall, die wird man ja wahrscheinlich nie so hundertprozentig los, aber wo du zumindest dich stabil gefühlt hast und gesagt hast, ja, das habe ich jetzt, glaube ich, stand heute im Griff.
- 26:09Speaker 0: Das hat tatsächlich anderthalb Jahre gedauert, würde ich sagen, von ersten Entzug, Herbst, zwei Tausend, siebzehn hier in Berlin.
- 26:17Speaker 0: bis hin zu dem letzten Langenentzug im Mai, und im Mai, wäre ich an den Folgen meines Rückfalls fast gestorben.
- 26:28Speaker 0: Das war eine sehr, sehr hohe Promillezahl und da war auch eine Nachtintensivstation nötig.
- 26:35Speaker 0: Und dann war ich danach noch sehr lange in Entwöhnungstherapie, aber einer richtigen, drei Monate lang.
- 26:44Speaker 0: Und dann danach mit weiterer Therapie, Selbsthilfegruppen und alles.
- 26:50Speaker 0: Ja, aber man sagt so, mein schönes Mein Geburtstag, mein zweiter Geburtstag ist der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der, der.
- 27:13Speaker 0: um mich einfach selber zu schützen.
- 27:15Speaker 0: Aber bis man in der Branche jemanden auf die Nase bindet, ich bin trockener Alkoholikerin, das hat schon ein bisschen gedauert.
- 27:20Speaker 0: Und jetzt ist mir das wurscht, weil ich habe eine Krankheit und die ist halt chronisch.
- 27:27Speaker 0: Und ich kann nur selber für mich dafür sorgen, dass ich nicht trinke, weil es kann keiner für mich tun.
- 27:32Speaker 0: Deshalb ist es für mich wichtig, auch da Raum für zu schaffen in Gesellschaft und so.
- 27:38Speaker 0: Und es ist ein Weg, jeder, der einen süchtigen Menschen bei sich im Umfeld hat, Das ist ein Hardcore-Prozess, das zu durchleben und zu durchgehen.
- 27:49Speaker 0: Und es ist auch für die Angehörigen und die Freunde nicht einfach.
- 27:52Speaker 0: Aber meine Freunde sind noch da und eine sitzt heute auch mit hier, so ein bisschen da rechts.
- 28:00Speaker 0: Die sind alle noch da und das ist für mich das allergrößte Geschenk der Welt, dass sie mit mir den Weg gegangen sind, die Flaschen weggeräumt haben, mich in ... Kliniken gefahren haben und jetzt mit mir Buchpromo machen.
- 28:14Speaker 1: Weil du die guten, die wichtigen, die echten Frauen, die gerade schon ansprichst, wie sind die denn damit umgegangen, als du noch getrunken hast?
- 28:24Speaker 1: Also gab es da Momente, wo Menschen auch wirklich auf dich zubekommen sind und gesagt haben, du, also das kannst du so nicht weitermachen oder war das eher so ein, weil man traut sich daher auch nicht wirklich.
- 28:37Speaker 1: Also man hat ja da echt Hemmungen zu jemandem hinzugehen und also erst mal hat man ja von niemandem in seinem Leben außer man lebt mit der Person zusammen, so einen twenty-four-seven, dreihundert, sechzechs Tage Blick.
- 28:50Speaker 1: Das heißt, man kann da ja ganz gut ausweichen und hat ja nie so wirklich diese volle Bandbreite an Verfehlungen sozusagen, die man da irgendwie mitbekommt.
- 29:02Speaker 1: Aber gab es trotzdem Menschen, die zu dir gekommen sind und gesagt haben, du, also ich habe mir das jetzt mal ein paar Wochen angeschaut bei dir oder ein paar Monate,
- 29:10Speaker 0: du
- 29:10Speaker 1: kannst so nicht weitermachen.
- 29:12Speaker 1: Und wie bist du dann damit umgegangen?
- 29:14Speaker 1: Es
- 29:14Speaker 0: gab immer Anzeichen oder mal Sprüche.
- 29:17Speaker 0: Und die wurden dann aber auch zum Glück, sage ich heute, auch intensiver, also richtige Interventionen.
- 29:24Speaker 0: Wir waren so eine Vierermiddelsgang, die in diesem Sommer ... Wir waren auch beim Sonarfestival in Barcelona und da haben die dann schon gemerkt, die Wodkaflasche ist morgens auf einmal leer.
- 29:37Speaker 0: Und die haben sich dann richtig mit zusammengesetzt und gesagt, das geht so nicht.
- 29:42Speaker 0: Du bist immer betrunken und wenn wir irgendwo hingehen, schläfst du sogar ein.
- 29:46Speaker 0: Das war, was ich immer schon vorabgetrunken habe, bevor ich rausgegangen bin.
- 29:50Speaker 0: Dann gab es die ersten Anmerkungen von meinem damaligen Chef.
- 29:55Speaker 0: Es kam immer mal Seitenhiebe über die Jahre, aber die richtigen Sachen kamen erst dann und für die bin ich heutzutage so dankbar, weil es ist ein richtig schmaler Grad und auch schwer, Menschen es zu sagen.
- 30:07Speaker 0: Trotzdem würde ich alle, die auch jetzt hier vielleicht zuhören einladen, wenn ihr euch Sorgen um Menschen macht, sprecht es an.
- 30:14Speaker 0: Natürlich ist das Echo meistens eine Katastrophe, weil entweder meiden die Menschen an den Kontakt oder sie pöbeln zurück und sagen, lass mich doch in Ruhe, das ist keine Ahnung.
- 30:24Speaker 0: Oder du säufst doch selber.
- 30:26Speaker 0: Trotzdem bleibt es meiner Meinung nach irgendwo hängen.
- 30:29Speaker 0: Und das ist wichtig, das anzusprechen.
- 30:33Speaker 0: Und ja, ohne das wäre ich jetzt vielleicht nicht mehr hier.
- 30:39Speaker 0: Und auch meine Hausärztin damals, die meine Leberwerte schon länger beobachtet hat, zu der ich dann hingegangen bin, wieder, weil ich die seventy tausendste Krankschreibung haben wollte, die hat dann gesagt so jetzt.
- 30:50Speaker 0: Setzen Sie sich mal entspannt hin, junge Frau.
- 30:52Speaker 0: Wie viel trinken Sie denn wirklich?
- 30:53Speaker 0: Ihre Lieberwerte, das kann nicht sein, so.
- 30:57Speaker 0: Und für das alles bin ich rückwirkend sehr, sehr dankbar.
- 31:01Speaker 0: Und auch für diese Ärztin, die mich gesehen hat.
- 31:05Speaker 0: Ich hab mich trotz allem, trotz aller Scham, hab ich mich irgendwie gesehen gefühlt, dass ich leide.
- 31:11Speaker 0: Und ja.
- 31:13Speaker 1: Ich hab mal vor ein paar Monaten Gespräch mit Hans Siegel gemacht, mit dem Schauspieler.
- 31:18Speaker 1: Und wir haben ... auch über dysfunktionale Familien gesprochen und über die Beobachtung, die ich über die letzten Jahre gemacht habe, dass ich das Gefühl habe, dass ganz, ganz viele von denen, die in solchen Familien aufwachsen, jetzt weniger den nine to five Bürojob wählen, sondern sich immer so kreative Ventile suchen, Ventile suchen, in die das Potenzial haben, gesehen zu werden, die das Potenzial haben.
- 31:49Speaker 1: auch so eine Art Rausch zu entwickeln, weil man Sichtbarkeit hat, weil man auf einmal irgendwie mit seiner kreativen Leistung sich selbst verwirklichen kann, ob man dann Schauspieler wird oder Musikerin oder Journalist oder was auch immer in dem Dunstkreis dann auch vielleicht gerade so rollen wie du sie gesucht hast.
- 32:11Speaker 1: Siehst du dann einen Zusammenhang, also auch bei all den Künstlern und Künstlerinnen, mit denen du vielleicht gearbeitet hast.
- 32:17Speaker 1: dass da immer oder in vielen Fällen einfach irgendwie was ist?
- 32:22Speaker 0: Also, ja, das ist so.
- 32:23Speaker 0: Erstens gibt es ja so ein Begriff high functional alcoholics.
- 32:26Speaker 0: Das sind wirklich Menschen, die auf allerhöchster Ebene performen, obwohl sie betrunken sind, so.
- 32:35Speaker 0: Und auch Künstler, PR-Menschen, das ist halt alles, weil man sich sehr gut selber wegmachen kann.
- 32:42Speaker 0: Man kann erstmal von dem weggehen, was man selber in sich fühlt und geht halt anstatt nach innen, nach außen und immer nach vorne.
- 32:50Speaker 0: Und das ist total toll, wenn man sich um fünfzehn Leute organisatorisch kümmern kann, aber nur nicht um sich selber, weil ich weiß ganz oft heutzutage selber noch nicht, was für mich gut ist, was ich vorhin gesagt habe mit Urlaub oder Ruhe.
- 33:05Speaker 0: Ich kann aber lieber nochmal schnell für andere Menschen was regeln.
- 33:10Speaker 0: Und ich glaube, dass irgendwas in uns schläft, was so was nicht gesehen wird, vielleicht in der Familie oder bei den Eltern, was man dann von außen sich holen muss.
- 33:23Speaker 0: Und ich habe mit sehr vielen Musikern auch zusammengearbeitet, denen auch ich was zu trinken bringen musste, bevor die auf eine Bühne gegangen sind.
- 33:32Speaker 0: Und ich sehe auch ganz viele wie in was für Löcher die Fallen, wenn sie nach Natur oder so nach nach Hause kommen.
- 33:39Speaker 0: Und es ist ja auch so, dass in der Musikbranche sehr wenig für mentale Gesundheit getan wird.
- 33:44Speaker 0: Oder in letzter Zeit kommen auch sehr viele Sportler lustigerweise auf mich zu, weil ich mit Sport auch so einen Ventil gefunden habe.
- 33:53Speaker 0: Und da öffnen sich ja auch immer mehr Menschen jetzt die Doku von Franzi von Almsik oder auch andere.
- 33:58Speaker 0: Und was total schön ist, seit ich das mit der Reise auf dem Buch bin, haben mich auch selber zwei junge Leistungssportlerinnen einfach angequatscht und bin ich mal irgendwas zusammen.
- 34:07Speaker 0: machen wollen, weil dieses High-Performa-Ding, was bei uns oft hinten los ist.
- 34:15Speaker 0: Du hast ja vorhin auch erzählt, dass du tausend Jobs gleichzeitig machst.
- 34:20Speaker 0: Irgendwas können wir.
- 34:23Speaker 0: Warum auch immer?
- 34:25Speaker 0: Oder vielleicht ist es auch einfach, ich sage ja ganz oft, Entschuldige, wenn ich das jetzt so sage, aus Scheiße, Gold machen.
- 34:31Speaker 0: Einfach wirklich, was einem passiert ist, das in was Gutes umzusetzen.
- 34:35Speaker 0: Und das ist ein Potenzial.
- 34:37Speaker 0: dass ganz oft nicht auch gefördert wird, weil zum Beispiel in Amerika wird Nüchtern halt gefeiert und die wissen auch ganz oft, was sichtige Menschen für geile Arbeiter auch sind und fördern das eher und feiern die Nüchtern halt mit denen.
- 34:51Speaker 0: Bei uns habe ich das Gefühl, es ist immer noch so ein bisschen der Marke der Gesellschaft und der Alki ist ja der unter der Brücke, aber ich... Sehe jeden, der unter der Brücke liegt jetzt ganz anders.
- 35:02Speaker 0: Vielleicht war der auch mal Anwalt oder Arzt oder weiß ich nicht oder hatte keine Chance und hatte keine Freunde, die dem geholfen haben.
- 35:09Speaker 0: Und das finde ich halt schade.
- 35:12Speaker 0: Klar, man kann nicht, ich kann nicht jeden retten, aber es wäre schöner, wenn man da öfter ein Auge drauf haben würde.
- 35:20Speaker 1: Ist übrigens wirklich spannend, sich mit den Menschen mal zu unterhalten.
- 35:25Speaker 1: Ja.
- 35:26Speaker 1: und nicht einfach nur wegzuschauen und weiterzugehen, sondern manchmal auch wirklich mal ein Gespräch anzufangen.
- 35:33Speaker 1: Und die freuen sich nicht auch, wenn sie mal gehört werden und wenn sie mal irgendwie auch erzählen können, was ihnen eigentlich da so widerfahren ist, weil wie du sagst, die werden halt von allen in eine Schublade gepackt, die wird zugeschoben und damit leben die jeden Tage.
- 35:50Speaker 1: Und das ist eigentlich ein schreckliches Schicksal.
- 35:53Speaker 0: Ich war ja nun wirklich auf Entzugstationen, auf Suchtstationen, in Kliniken, wo alle Teile der Gesellschaft reinkommen.
- 36:02Speaker 0: Und da ist mir wirklich auch die Internatszeit, die ich hatte, wo wir auch ganz viele durcheinander gemischt waren, zugute gekommen.
- 36:09Speaker 0: Weil in diesen Kliniken, da war ich mit Menschen, die z.B.
- 36:14Speaker 0: noch nie eine Avocado gegessen haben, weil es einfach zu teuer ist.
- 36:17Speaker 0: Und das in einem Krankenhaus in Berlin Mitte auf einer Suchtstation.
- 36:21Speaker 0: Also es kann sich ... keiner vorstellen.
- 36:23Speaker 0: Und deshalb möchte ich, dass einfach auch mir diese Menschen vielleicht mehr sehen.
- 36:31Speaker 0: Und egal, was mit dem Buch passiert, ich versuche jetzt auch mit ein paar Vereinen zusammenzuarbeiten, mit Freunden fürs Leben.
- 36:38Speaker 0: Dann gibt es aus München Goldkind, die sich auch mehr um Kinder aus dysfunktionalen, du lachst, gibt es eine Verbindung.
- 36:46Speaker 0: Ja, weil oft gibt es da keine Chance, weil es keinen gibt, der Rede.
- 36:49Speaker 0: Und Deutschland ist auch noch nicht so weit, dass das Thema Selbsthilfe oder Therapie so offen ist.
- 36:55Speaker 0: Es hat noch viel Arbeit zu leisten und vielleicht klingt es mir da ein bisschen was für zu tun.
- 37:01Speaker 1: Ich glaube, Aufklärung ist in dem Bereich einfach unfassbar wichtig und dieses Stigma wegzubekommen, weil es ja auch den Betroffenen das Leben einfach leichter machen würde, wenn ich genauso wie ich sage, ich habe jetzt eine Grippe.
- 37:14Speaker 1: sagen kann, ich habe gerade ein mentales Thema und ich brauche da Hilfe.
- 37:20Speaker 1: Und dann auch mit, also gut, wir haben dann immer noch auf der anderen Seite ein riesen Versorgungsproblem mit Therapieplätzen, die zu wenig sind, mit Wartelisten, die zu lang sind, mit auch der Grundproblematik, dass je länger man wartet, das Problem größer wird.
- 37:35Speaker 1: Und wenn man aber warten muss, also man braucht ja erst mal diese Überwindungszeit, bis man sagt, ich such mir Hilfe.
- 37:41Speaker 1: dann suche ich mir schon Hilfe und dann bin ich in der Situation, dann muss ich auch noch irgendwie ein halbes bis dreiviertel Jahr, teilweise sogar noch länger, egal, je nachdem, wo man ist, muss ich noch darauf warten, bis ich überhaupt jemanden finde, der mir mal zuhört und dann auch helfen kann.
- 37:55Speaker 1: Das heißt, je länger die Zeit ist, bevor ich mir Hilfe suche, desto länger die Gesamtzeit, wenn wir das irgendwie die erste Wartezeit sozusagen, bis ich Hilfe hole oder bereit bin, mir Hilfe zu suchen, wenn wir die verkürzt bekommen, weil Menschen schneller sich wohl damit fühlen zu sagen, ich habe ein Thema, ich muss was machen.
- 38:18Speaker 1: Dann wäre da, glaube ich, schon sehr viel geholfen.
- 38:20Speaker 0: Ja.
- 38:21Speaker 0: Also ich habe die Erfahrung gemacht, ne, auch... Also die eine Freundin, die bei mir im Buch auch zu Wort kommt, Rita, die mich in einer großen Notlage aufgenommen hat, die ist auch an ihre, sehr, sehr an ihre Grenzen geraten und ist da auch bei Kliniken nicht weitergekommen.
- 38:38Speaker 0: Ich hab auch andere Erfahrungen gemacht, dass ich Freunden gesagt hab, geht man zu Pro-Familie und zu Caritas Familienberatung.
- 38:44Speaker 0: Aber da ist die Hemmschwelle noch größer, glaub ich, oft als zu sagen, ich hab mal zweimal beim Therapeuten angerufen, hab eine Absage bekommen, und dann ist die Frustrationslevel schon so hoch.
- 38:54Speaker 0: Und dann, sich auch darauf auszuruhen, zu sagen, da wurde mir nicht geholfen, da rufe ich jetzt nicht mehr an.
- 38:59Speaker 0: Also, es gibt verschiedene Fälle, glaub ich.
- 39:01Speaker 0: Und ich bin durch meinen Job als PR-Frau halt gewohnt, irgendwo fünfzigmal anzurufen.
- 39:08Speaker 0: bleibt dann halt auch dahinter.
- 39:09Speaker 0: Aber das macht halt nicht jeder.
- 39:11Speaker 0: Deshalb ist auch gerade, es sind schmaler Grad und diese Versorgungsengpässe, dass es halt nicht einfach ist, bei uns in Deutschland immer noch psychisch oder adäquate Hilfe zu bekommen, ist sehr traurig.
- 39:25Speaker 0: Aber ich hoffe, da öffnet sich was.
- 39:27Speaker 0: Und eben, es gibt halt auch diese Stellen, wo man, denke ich, dennoch hingehen
- 39:33Speaker 1: kann.
- 39:33Speaker 1: Du heute zurückdenkst an die schlimmen Phasen in deinem Leben, die fordernden, herausfordernden Phasen.
- 39:40Speaker 1: Was hättest du dir den Rückblick gewünscht, was hättet dir helfen können in der Zeit?
- 39:47Speaker 0: Ich glaube, mir hätte geholfen, dass mir ein... Jemanden mal guckt, da ist so ein kleines Mädchen und eine schwer psychisch kranke, alleinerziehende Mama.
- 39:55Speaker 0: Wir reden vielleicht noch mit der.
- 39:57Speaker 0: Oder vielleicht hätte mir damals schon Kinderpsychologe geholfen.
- 40:00Speaker 0: Aber ich habe es halt auch, ich habe mein Ventil gefunden.
- 40:03Speaker 0: Ich habe Alkohol als Medizin benutzt und habe dann dadurch, mich, glaube ich, so traub gemacht, dass ich, dass ich sogar, das hört sich jetzt auch sehr paradox und sogar dankbar dafür bin, dass ich diesen Schutzmantel gefunden habe, weil ... Es gibt ja auch sehr Menschen, die sie sehr jung suicidieren, weil sie halt nicht mehr weiter wissen.
- 40:23Speaker 0: Und der Alkohol hat mich, glaube ich, funktionieren lassen.
- 40:27Speaker 0: Und ich hätte mir, glaube ich, einfach gewünscht, dass jemand mal mit mir spricht und sagt, du, deine Mama ist halt einfach schwer krank.
- 40:33Speaker 0: Die meint das nicht.
- 40:35Speaker 0: So.
- 40:36Speaker 0: Und auch dann, als ich von den Psychokliniken, in denen meine Mama war, dass die Ärzte vielleicht doch einfach mal so ein Info haben oder sowas machen.
- 40:45Speaker 0: für die Angehörigen und sagen, das ist alles nicht einfach, aber passen sie auf sich auf und so.
- 40:51Speaker 0: Aber dadurch, dass vieles in meiner Zeit auch vernebelt war, kann ich da jetzt gar nicht sagen, was die Eins-A-Lösung wäre.
- 40:58Speaker 0: Aber dafür begebe ich mich jetzt ja auch auf eine Reise, um mit Menschen zu sprechen, um einfach zu gucken, was kann man vielleicht tun?
- 41:06Speaker 0: Weil ich bin so beschenkt worden mit Kraft, positiver Energie und so einfach, ich bin ... von Haus aus ein positiver und fröhlicher Mensch, dass ich denke, dass es möglich ist für jeden selbst, dein Leben auch in die Hand zu nehmen.
- 41:23Speaker 0: Das ist nicht für jeden so, aber für mich war es so und die Botschaft versuche ich halt weiterzugeben.
- 41:28Speaker 0: Und ja, deswegen habe ich jetzt für meinen Teil auch nur diese Coaching-Ausbildung gemacht.
- 41:32Speaker 0: Ich bin gerade in der Ausbildung als Resilienztrainerin, um auch Menschen da vielleicht in der Hilfe sein zu können.
- 41:39Speaker 0: Und das Schöne ist, ich wurde jetzt schon zweimal auch angesprochen.
- 41:43Speaker 0: Kannst du mir helfen mit so einem Mutter-Tochter-Konflikt und so?
- 41:45Speaker 0: Und wer weiß, vielleicht ist das auch meine Bestimmung.
- 41:48Speaker 0: im weiteren, das machen zu können ist.
- 41:53Speaker 0: Ja.
- 41:53Speaker 1: Ich habe vorhin schon gesagt, wenn man so ein Buch schreibt und das alles da noch mal hoch holt und dann auch auf große Promotur gehen, wie du es gerade machst und immer wieder diese Themen hoch holt und immer wieder auch darüber spreche, Fragen beantworten muss und so weiter.
- 42:10Speaker 1: Es ist ja auf der einen Seite schön, weil man für das Thema die Sichtbarkeit bekommt, weil man auch ja so eine Mission hat, sie sagen, ich möchte aufklären, ich möchte das im besten Fall, ich mit meiner Geschichte anderen helfen kann.
- 42:24Speaker 1: Aber es macht ja auch was mit einem.
- 42:27Speaker 1: Also ich hab mal fünfzig oder sogar noch mehr Episoden, Podcast-Episoden zum Thema dysfunktionale Familien gemacht und.
- 42:37Speaker 0: Angst und Bange, wenn ich die Zahl höre.
- 42:40Speaker 1: Ja, und mit vielen Experten, mit Betroffenen und so weiter gesprochen.
- 42:46Speaker 1: Und ich habe das dann immer so ein bisschen als Selbsttherapie gesehen, weil du auf einmal ganz viele Dinge auch reflektierst und merkst, okay, so war das bei mir und hätte man mal früher wie auch immer.
- 42:57Speaker 1: Aber wie gehst du denn damit für dich selber auch um?
- 43:00Speaker 1: Also ich könnte mir vorstellen, das kostet ja wahnsinnig viel Energie.
- 43:03Speaker 1: Du machst es ja, also ich hab das damals innerhalb von drei Jahren gemacht.
- 43:06Speaker 1: Du hast das komprimiert in ein paar Wochen.
- 43:10Speaker 1: Was macht es mit dir?
- 43:11Speaker 0: Es macht mich tatsächlich mit jedem Mal ein Stück freier.
- 43:15Speaker 0: Es macht mich sicherer mit meiner Geschichte.
- 43:18Speaker 0: Und ich hab gerade die letzten Tage nochmal viel auch über die Frage nachgedacht, wie meine Mama das finden würde und so.
- 43:30Speaker 0: Und ich werd ein bisschen... Wie sagt man?
- 43:34Speaker 0: Ich schwimm mich so frei von meiner Geschichte.
- 43:37Speaker 0: Und das Schöne ist, dass ich vor Kurzem auch noch mal mit meiner Co-Autorin darüber gesprochen habe, die mich ja wirklich sehr unterstützt hat, auch im Schreibprozess.
- 43:47Speaker 0: Danke Nina nochmal an der Stelle, dass man wirklich diese Dinge auch sagen darf.
- 43:51Speaker 0: Und sie hat diese wundervollen Worte dafür auch gefunden.
- 43:55Speaker 0: Und jedes Mal, man gibt ja dieses Bild von dieser Zwiebel, wo man immer ein Layer runter macht.
- 44:00Speaker 0: Und natürlich werde ich... offener in manchen Dingen, aber auch stärker.
- 44:07Speaker 0: Ich habe das Gefühl auch, dass ich meine Flügelchen so ein bisschen mehr ausbreite.
- 44:12Speaker 0: Natürlich gibt es auch eine dunkle Momente, also es ist nicht jetzt immer alles gleich, aber ich kann mir immer mehr erlauben, alles gleichzeitig zu fühlen.
- 44:21Speaker 0: Ich kann mal fröhlich sein und dann kann ich wieder heulen und dann kann ich wieder bis die Gegend hüpfen und dann kann ich Weiß ich nicht, trotzdem am Tag wieder fühlen, denke ich, mit am liebsten mit die Decke übern Kopf zu, wenn mich noch einer irgendwas fragt.
- 44:34Speaker 0: Aber im Großen und Ganzen ist es einfach alp-modisches Wort Befreiungsschlag für mich.
- 44:42Speaker 0: Und ja, das kann ich schon sagen.
- 44:44Speaker 0: Deshalb, wie gesagt, auch meine Ermutigungen alle.
- 44:49Speaker 0: Wenn ihr es euch zutraut, redet über eure Geschichten, weil es ist unfassbar, wie viel ich nur im Buchprozess schon ansetze mit Menschen.
- 44:57Speaker 0: Krass, das kenne ich auch, kenne ich auch.
- 45:00Speaker 0: Und diese mediale Interesse ist ja auch dem geschuldet, dass ganz viele Menschen sagen, ah, kenne ich auch.
- 45:06Speaker 0: Dann mit denen darüber zu reden, ich meine, machen wir uns nix vor, ist auch manchmal anstrengend.
- 45:12Speaker 0: Aber die Anstrengung nehme ich in Kauf, weil irgendwie gehe ich trotzdem doch jeden Abend zwar kaputt, aber auch besiehlt ins Bett.
- 45:22Speaker 0: Augenklingel sieht man schon.
- 45:25Speaker 1: Was sagst du denn den Leuten, die so ein sehr traditionelles Familienbild haben?
- 45:32Speaker 1: Das ist aber auch Familie.
- 45:33Speaker 1: Wenn man das unter uns auch muss, damit geht man doch nicht raus.
- 45:37Speaker 1: Was erzählt man doch nicht?
- 45:38Speaker 1: Man spricht doch nicht irgendwie auch, wie auch immer, geartet, schlecht oder negativ über Angehörige und so weiter.
- 45:45Speaker 1: Was sagst du denn diesen Menschen?
- 45:47Speaker 0: Wenn ich ganz ehrlich bin, ist so was noch nicht bisher an mich herangetreten.
- 45:51Speaker 0: Es hat noch keiner sich getraut oder mir gesagt, so kannst du doch nicht reden.
- 45:56Speaker 0: Es hat bisher noch keiner gemacht, wenn ja gerne, also immer her damit.
- 46:01Speaker 0: Ich würde antworten, ja, das mag ja für dich funktionieren.
- 46:06Speaker 0: Ihr könnt es in eurer Familie auch kehren, weil das ist völlig in Ordnung für mich, weil ich erstens so ein Familienkonstrukt nicht kenne.
- 46:14Speaker 0: Es funktioniert für mich, also deshalb kann ich auch nicht wissen, ob es für mich funktioniert hätte.
- 46:19Speaker 0: Aber bei mir gab es es nicht und ich musste alles oder ich durfte alles mit Freunden schon teilen.
- 46:24Speaker 0: Deshalb ist es für mich jetzt auch in Ordnung, das mit der Öffentlichkeit zu teilen, weil ich glaube und ich glaube, dass viele Menschen damit andocken können und sich auch darüber freuen.
- 46:37Speaker 0: Ich meine, das habe ich jetzt schon sehr oft gesagt, aber... Ich würde auch sagen, dass jemand, der in einer intakten Familie groß geworden ist und der noch ein tolles Zusammenleben, der braucht es ja nicht, der muss ja das Buch auch nicht lesen.
- 46:49Speaker 0: Oder die müssen das Buch ja nicht lesen.
- 46:51Speaker 0: So, die können sich vielleicht damit auseinandersetzen und mal rechts und links gucken.
- 46:56Speaker 0: Aber wo kein Bedarf ist, dann freue ich mich für diese Menschen, weil ich habe ganz unterschiedliche Freunde, und ich merke in meinem Freundeskreis ... Wie sicher manche Mädels sind, die ich kenne, die einfach so behütet und safe aufgewachsen sind, die einfach sich viel mehr Trauen zu machen, als ich, verwirke ich immer supermutig und stark nach außen, aber das ist nicht immer so.
- 47:21Speaker 0: Und wenn Kinder aus gefestigten Familien kommen, merke ich schon einen Unterschied in deren Grundvertrauen.
- 47:27Speaker 0: Und ich bin schon immer eher misstrauisch Sachen gegenüber und will die Sachen alleine durchziehen.
- 47:33Speaker 0: wird jetzt auf dieser Reise vielfach um eines Besseren belehrt.
- 47:39Speaker 0: Und deshalb würde ich jetzt sagen, so wie ich jetzt hier die gegenüber sitze, würde ich mit so einer Konfrontation auch umgehen können.
- 47:47Speaker 0: Aber wer weiß, was morgen ist.
- 47:51Speaker 0: Ich kann es nicht sagen.
- 47:53Speaker 0: So ehrlich bin ich zu mir selber.
- 47:54Speaker 0: Vielleicht würde morgen jemand was sagen oder einen blöden Kommentar schreiben und ich würde anfangen müssen zu weinen.
- 48:00Speaker 0: Keine Ahnung.
- 48:01Speaker 0: In
- 48:02Speaker 1: aller Zeit, wo du dich auch so intensiv um deine Mutter gekümmert hast, hättest her theoretischer Anwalt die Möglichkeit gegeben, zu sagen, nee, ich ziehe da jetzt einen Schlussstrich, ich fahre den Kontakt extrem runter oder ich breche ihn gleich komplett ab.
- 48:18Speaker 1: Gab's hier mal zum Moment, wo du da drüber nachgedacht hast und was hat dich davon abgehalten?
- 48:22Speaker 1: Also warum war das Bedürfnis für sie da zu sein?
- 48:30Speaker 1: so viel größer, als vielleicht dann auch das Bedürfnis zu sagen, ich muss jetzt mal auf mich selber aufpassen.
- 48:36Speaker 0: Ich würde sagen, das ist ein Wunder, der auch Krankenzüge von Co-Abhängigkeit, einfach kennt man ja aus dem Suchtding eher, also ich würde es jetzt so sagen Co-Krank.
- 48:48Speaker 0: Und das Buch hatte den Arbeitstitel Affenliebe.
- 48:50Speaker 0: andersrum, weil so ein Affenliebe ist ja so eine ganz enge, auch nicht ganz gesunde Liebe und... Die hatten wir auch.
- 48:57Speaker 0: Wir haben trotz allem fast immer jeden Tag oder mindestens jeden zweiten telefoniert.
- 49:03Speaker 0: Und sie konnte auch nicht von mir lockerlassen.
- 49:05Speaker 0: Und ich habe mir Sorgen gemacht, wenn ich drei Tage von meiner Mama nichts gehört habe.
- 49:09Speaker 0: Aber ich habe auch versucht, dann Kontakt abzubrechen und wollte nicht, dass sie nach Berlin kommt.
- 49:14Speaker 0: Und dann war das auch immer ein Konflikt.
- 49:18Speaker 0: Aber ich habe es einfach nicht geschafft.
- 49:20Speaker 0: Ich habe es nicht übers Herz gebracht.
- 49:21Speaker 0: Ich habe es auch mal empfohlen bekommen von Therapeuten.
- 49:26Speaker 0: Aber ich habe es nicht hingekriegt.
- 49:28Speaker 0: So.
- 49:29Speaker 0: Und ich glaube, es wäre vielleicht sogar gut gewesen, mal diesen Cut auch zu machen.
- 49:35Speaker 0: Ich habe es mich auch nicht getraut.
- 49:37Speaker 0: Ich kann das nicht im Nachhinein nicht erklären.
- 49:40Speaker 0: Es wird ja viel über Kontaktabbruch auch gesprochen, dass dies auch mehr gesellschaftsfähig ist, auch zu sagen, die haben mir echt nicht gut getan.
- 49:46Speaker 0: Das ist ja auch erst seit fünf, sechs Jahren so, dass man offen über Kontaktabbruch sprechen kann.
- 49:52Speaker 0: Und ja, ich habe es nicht... Ich kann einfach nur sagen, ich hab's nicht hingekriegt.
- 49:56Speaker 0: So.
- 49:58Speaker 1: Was ich ja gelernt habe in meiner ganzen Arbeit auch mit diesen Themen, irgendwann reflektiert man ja auch so ein bisschen stärker, was das mit einem selber gemacht hat und wie man selber vielleicht in manchen Situationen durch Dinge tickt, die vielleicht für andere Menschen auch unerwartet kommen in bestimmten Situationen.
- 50:17Speaker 1: Und dass es wahnsinnig hilfreich sein kann, dass man den Menschen, die ... man wirklich eng bei sich haben möchte, wie so eine Art Bedienungsanleitung gibt.
- 50:29Speaker 1: Also, dass dieses wirklich offen auch über Traumata zu sprechen, um offen über Trigger-Themen zu sprechen, über Dinge zu sprechen, die einen vielleicht unverhältnismäßig beschäftigen in einer bestimmten Situation, wo die andere Person sagt, was hast du denn jetzt?
- 50:46Speaker 1: Und man selber kommt da in so eine fällige Chaos-Situation im Kopf.
- 50:50Speaker 1: dass es sehr helfen kann, wenn man da einfach wirklich drüber spricht.
- 50:54Speaker 1: Gab es bei dir Momente, wo du gemerkt hast, okay, das soll dich vielleicht mal tun, damit die um mich herum vielleicht nicht sagen, die spinnt jetzt schon wieder oder so, sondern... dass sie auch einordnen können?
- 51:08Speaker 0: Es gibt wirklich eine Situation, die war wieder mal wie ein spirituelles Aha-Moment.
- 51:14Speaker 0: Ich habe auch eine Freundin, die ein Buch zu Wort kommt mit dem Protokoll.
- 51:17Speaker 0: Es ist eine Freundin und Yoga-Lehrerin, die heißt Agnes.
- 51:20Speaker 0: Und die hat irgendwann mal zu mir gesagt, weil ich tendiere dazu, es ist Montag und ich bin für Freitag verabredet.
- 51:28Speaker 0: Ich frage die Person bestimmt dreimal die Woche, ob es dabei bleibt.
- 51:31Speaker 0: Dabei weiß ich die, die wieder irgendwas verschiebt.
- 51:34Speaker 0: Und dann hat sie mir zu mir gesagt, wie oft willst du mich noch fragen?
- 51:38Speaker 0: Freitag, neunzehlen Uhr.
- 51:40Speaker 0: Was ist los bei dir?
- 51:42Speaker 0: Und da bin ich mal dahintergekommen.
- 51:44Speaker 0: Dadurch, weil ich immer von meiner Mama versetzt wurde.
- 51:47Speaker 0: Oder auch dann kurz meinen Vater kennengelernt.
- 51:50Speaker 0: Von dem wieder.
- 51:51Speaker 0: Da bin ich mal dahintergekommen.
- 51:54Speaker 0: Deshalb frage ich das immer dreimal.
- 51:58Speaker 0: Und dann habe ich mich darauf umgekaut.
- 52:01Speaker 0: Und jetzt lachen wir immer darüber.
- 52:04Speaker 0: merke das oder auch mit einer anderen Freundin, die jetzt hier gerade im Raum sitzt.
- 52:10Speaker 0: Wir haben unsere Beziehung, hat sich qualitativ so verändert, weil wir beide an uns viel arbeiten und wir können uns immer gegenseitig darauf hinweisen.
- 52:19Speaker 0: Und ich kann immer mehr sagen, das mache ich, weil ich so groß geworden bin oder das mache ich, weil ich es nie an das gelernt habe.
- 52:28Speaker 0: und ich merke zum Beispiel bei mir im Umfeld ganz viele Leute anfangen, an sich selber zu arbeiten und manche halt nicht.
- 52:34Speaker 0: Und mit denen, die sich auch mit so ihrer Persönlichkeitsentwicklung jetzt nicht um das es ums Verbessern geht, sondern einfach, dass es den Personen selber besser geht und sie sich besser verstehen, das gibt einen ganz anderen Austausch und das ist so wertvoll.
- 52:50Speaker 0: Deshalb ist das wirklich schöner Begriff zu sagen, ich geb dir mal, ich hab ein bisschen knackst, also hier ist doch meine Bedienungsanleitung.
- 52:57Speaker 0: Take it or leave it, so, ne?
- 53:00Speaker 0: Und ja, vielleicht ist es Band zwei.
- 53:02Speaker 0: Bedienungsanleitung für Freunde.
- 53:06Speaker 1: Super.
- 53:06Speaker 1: Ich
- 53:07Speaker 0: weiß es nicht, oder?
- 53:07Speaker 0: Oder Wuchtitel, oder?
- 53:08Speaker 0: Oder Wuchtitel, oder?
- 53:09Speaker 0: Ist nicht schlecht.
- 53:10Speaker 0: Ja.
- 53:11Speaker 1: Dann bin ich auf jeden Fall gespannt auf Band zwei.
- 53:15Speaker 0: Ich stehe mir dann zusammen, ne?
- 53:17Speaker 1: Dann wir machen.
- 53:18Speaker 0: Gut.
- 53:18Speaker 1: Genau.
- 53:19Speaker 1: Gute Idee.
- 53:20Speaker 1: Danke dir sehr, dass du dir die Zeit genommen hast und auch für den Mut.
- 53:24Speaker 1: damit rauszugehen und dem einen oder anderen, der einen oder anderen da vielleicht auch wirklich damit zu helfen und Dinge einfach vielleicht besser einordnen zu können für einen selbst, weil oftmals ist man da ja noch mittendrin und nicht an dem Punkt, wo man klug darüber nachdenken kann, wie Dinge gewesen sind oder was die mit einem gemacht haben.
- 53:46Speaker 1: Danke dir.
- 53:47Speaker 0: Danke dir für dieses schöne Gespräch.
- 53:50Speaker 0: Könnt ihr es noch Stunden weiterlaubern?
- 53:54Speaker 1: Danke dir.
- 53:56Speaker 1: Das war es leider schon.
- 53:58Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 54:02Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 54:05Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 54:10Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall, den abonnieren Button zu klicken.