Latest / SOMMELIER / Christoph Geyler – Der Freigeist der deutschen Weinszene
Transcript
- 0:00[Musik]
- 0:13Ja hallo ich bin der Rudolf Drossen aus
- 0:17Kindheim an der Mosel und wir haben hier ein
- 0:21kleines Weingut, also meine Frau und ich
- 0:24zusammen und waren die ersten die an der
- 0:27Mosel Bio gemacht haben. 1978 schon, also in der
- 0:34Altsteinzeit praktisch. Wir haben das
- 0:39älterliche Weingut hier übernommen, haben
- 0:42das dann ratzfatz umgestellt auf Biodynamie.
- 0:44Obwohl wir keine Tiere haben, keine
- 0:47eigenen, also es ist so eine
- 0:50Nehmenprovisation praktisch, die aber
- 0:52ganz gut funktioniert. In Christoph haben
- 0:56wir kennengelernt, erstaunlicherweise über
- 0:59die Schwiegertochter Christina. Die hat den
- 1:04Bernkassel-Abitur gemacht und da, als sie
- 1:08am Ufer standen und überlegt haben, wo
- 1:10sie jetzt Party machen sollen, kam so ein
- 1:13schlachsiger junger Mensch vorbei, stellte
- 1:17sie sich dahin und sagte, ah schön, dass ich
- 1:20junge Leute sehe, ich bin der Christoph.
- 1:23Und der Christoph hatte damals eine
- 1:27Ausbildung angefangen in dem Hotel
- 1:31Richtershof in Mühlheim. Und dann haben
- 1:35die sich sozusagen befreundet und haben
- 1:37Kontakt gehalten, auch als der Christoph
- 1:39dann in Berlin war, in der Rutz Wein war.
- 1:43Und dann kam der einmal hier hin, da
- 1:49hatten wir Hoffest, also das Weingachtenfest
- 1:52nannte sich das damals, das ist schon
- 1:5415 Jahre her. Da ist er dann aufgetaucht
- 1:58und hat sich dann auch in unsere Weine
- 2:02irgendwie verliebt, nicht den
- 2:06romantischen Ausdruck gebrauchen darf.
- 2:09Und dann war dann, seine Karriere ist
- 2:14dann weitergegangen, ins Ernst, in Berlin
- 2:18so Top-Laden. Und dort hatte er dann immer
- 2:24in der Essensbegleitung häufiger ein
- 2:28Wein von uns dabei. Und das war
- 2:32glaube ich für uns auch ganz schön
- 2:34wichtig, so imagebildend, dass man in so
- 2:39eine noble Adresse, wo so Avant-Garde-Küche
- 2:41gemacht wird, dass man da mit dem, wir
- 2:47haben dann mittlerweile Naturwein
- 2:49gemacht auch noch dazu, also wir fuhren
- 2:52praktisch zwei Linien, minimal, also low
- 2:56intervention heißt das dann und natural
- 3:00heißt bei uns Naked, gar nix. Und das ist
- 3:04natürlich, damals war das neu, Avant-Garde
- 3:08und insofern passen wir ganz gut
- 3:10zusammen, die Jungs vom Ernst und unsere
- 3:15Weine. Ja und oft ist der Christoph bei
- 3:20uns oder ist auch in Mainz im Pankratz
- 3:22und dann kommen wir manchmal dahin, dann
- 3:24kommt er manchmal bei uns und wir haben
- 3:27Regen-Austausch, weil wir in vielen
- 3:29Punkten die Welt ähnlich anschauen und
- 3:33in der Traubenlese ist er häufig hier
- 3:35und das ist immer ein Highlight, wenn
- 3:38Christoph kommt und man holt verschiedene
- 3:41Weine aus den Hinteramvorhangen und dann
- 3:46die Weine gemeinsam zu verkosten ist ein
- 3:48Erlebnis, weil der Mann hat ja ein
- 3:51unklappliches Gedächtnis, also es gibt
- 3:54ja ein fotografisches Gedächtnis und der
- 3:56Christoph hat sowas wie ein
- 3:59vino-logisches Gedächtnis, der kann sich
- 4:02praktisch an jeden Weine erinnern, den er
- 4:03jemals getrunken hat. Unfassbar, macht sich
- 4:07auch immer fleißig Notizen, also das ist
- 4:10ein Super-Profi, was Christoph noch
- 4:14auszeichnet, ist seine Fähigkeit, sich
- 4:19einzufühlen in Situationen, in Menschen
- 4:22und natürlich in Weine, das heißt er
- 4:25neben all dem praktischen Können hat er
- 4:29einen Zugang zu, wie soll ich sagen,
- 4:33zu Seele des Weins, es ist natürlich
- 4:37schwierig, aber es gibt eine Form von
- 4:40Lebendigkeit, die manche Weine haben, die
- 4:45kommen natürlich nur aus Weingärten,
- 4:49die einigermaßen belebt sind, dass man
- 4:52da auch von der Art Seelenhaftigkeit im
- 4:56Verbund der Lebewesen sprechen kann und
- 4:59das schmecken die Menschen eigentlich
- 5:02nicht wirklich mit Bewusstsein, sondern
- 5:04es geht im Unbewussten findet dieser
- 5:07Vorgang statt, dass die Menschen dann
- 5:08trotzdem in der Wahrnehmung berührt
- 5:12werden von dieser metaphysischen Seite
- 5:16des Weines, also es gibt solche Weine
- 5:19und der Christoph kennt sich da aus und
- 5:23er kann darüber wunderbar bei einem
- 5:27Glas Wein mit mir philosophieren.
- 5:30Ein guter Wein ist nämlich mehr als die
- 5:33Summe seiner Teile und das weiß der
- 5:36Christoph. Wenn ich ein Restaurant hätte,
- 5:39würde ich den sofort dauerhaft einstellen,
- 5:43weil das wäre wirklich ein Segen.
- 5:45So weit, liebe Grüße.
- 5:48[Musik]
- 6:08Ein herzliches Willkommen zu einer neuen
- 6:11Ausgabe von Somelier. Die interessantesten
- 6:13Weinkennner unserer Zeit. Mein heutiger
- 6:16Gast ist Christoph Greiler, nicht wenigen
- 6:18bekannt aus seinen Tätigkeiten als Somelien,
- 6:19Berliner Restaurant Rutz und im Restaurant
- 6:21Ernst und einer der Verfechter für
- 6:24Naturweine, für lebendige Weine, für
- 6:26natürliche Weine, wie auch immer man sie
- 6:28bezeichnen möchte und ich hoffe, der ist
- 6:30uns viel von seinem Weg, von seiner
- 6:32Überzeugung, von seiner Erfahrung, von
- 6:34seinen Erkenntnissen mit diesen Wein
- 6:36berichtet. Bevor wir ins Gespräch
- 6:38einsteigen, möchte ich mich bei unserem
- 6:40Partner bei der Schlumbergergruppe mit
- 6:42den Handelshäusern Segnetz, Conziuini,
- 6:44Schlumberger und dem Privatkundenportal
- 6:46Bremer Weincollect für die händische
- 6:49und auch für die wirtschaftliche
- 6:50Unterstützung ganz herzlich bedanken.
- 6:52Denn dank Ihnen, ist er heute hier.
- 6:54Herzlich willkommen lieber, Christoph
- 6:56Greiler!
- 6:58Großartig, freue mich. Ich habe ein riesen
- 7:00Problem mit dir beziehungsweise euch.
- 7:02Ja, schieß los.
- 7:04Wieso?
- 7:06Wir kennen es doch gar nicht.
- 7:08Wir kennen es doch gar nicht.
- 7:10Nein, mit der Art oder Sparte oder Gattung der
- 7:13Weine, mit denen du dich beschäftigst, ich
- 7:15finde euch, obwohl ihr mal Toleranz
- 7:17programmiert, ich finde euch so wahnsinnig
- 7:19intolerant.
- 7:20Ja.
- 7:21Also ihr erwartet von uns, ich sehe mich
- 7:23mal auf der konventionellen Seite.
- 7:25Ja.
- 7:26Ihr erwartet von uns, dass wir euch mögen.
- 7:28Ich mag euch auch. Also das ist vor
- 7:29weggeschossen. Ich bin da irgendwie
- 7:31kein Held. Erwarten wir das?
- 7:33Natürlich erwarten wir das gar nicht.
- 7:34Ihr habt ein riesen Unverständnis, wenn
- 7:36wir kein Verständnis für eure Art
- 7:39des Winemakings, das der Weinphilosophie
- 7:41habt. Aber ihr habt es auf der anderen
- 7:43Seite für unsere auch nicht.
- 7:45Voll schade, dass du solche Leute
- 7:47kennengelernt hast.
- 7:49Ich denke immer, es ist doch genug für
- 7:51alle da und
- 7:53mein Herzensthema
- 7:55mit Wein,
- 7:57die
- 7:59ohne Zusätze
- 8:01auskommen, macht ja nichts aus,
- 8:03macht ja 1% aus, wenn man jetzt mal den
- 8:05deutschen Weinmarkt sieht. Also das
- 8:07ist ja eine Mini-Mini-Mini-Bubble,
- 8:09die da lebt
- 8:11und
- 8:13ich finde schon die anderen
- 8:15sollen, ich drück das ja kein irgendwie
- 8:17auf, die sollen doch trinken, was sie
- 8:19wollen, solang's den
- 8:21gut tut.
- 8:23Da hab ich
- 8:25eine absolute Toleranz,
- 8:27Silvio, nur
- 8:29tatsächlich
- 8:31ist es bei mir irgendwie so,
- 8:33ist auch gar keine Abneigung
- 8:35gegenüber
- 8:37konventionellen oder klassischen, konservativen
- 8:39Wein, wie wir die auch immer
- 8:41betiteln wollen. Ich sag als,
- 8:43wenn ich so Tastings mach und Leute
- 8:45zu mir kommen oder mich buchen
- 8:47und sagen, hey erzähl uns mal 2 1/2 Stunden
- 8:49über
- 8:51wie nennen wir das jetzt,
- 8:53Natural Wine, Naturweine, lebendige Weine
- 8:55dann kommen die auf
- 8:57mich zu und wollen ja was
- 8:59von mir
- 9:01und
- 9:03da
- 9:07ich dann zwar auch vergleiche, weil immer wieder die Frage kommt, was ist denn eigentlich der Unterschied?
- 9:11Aber
- 9:13ich hab nichts gegen die anderen, ich hab nichts gegen die
- 9:15Weine, ich
- 9:17hab natürlich was
- 9:19ich bin jetzt nicht positiv
- 9:23eingestellt, wenn jemand sein
- 9:25Weingarten
- 9:27Weinberg, aber das beziehe ich auch
- 9:29auf die Landwirtschaft
- 9:31und
- 9:33bei uns zum Beispiel ist ein riesengroßes
- 9:35Apfelanbaugebiet, wenn die da
- 9:37im Schutzanzug und Gasmaske
- 9:39und gelben Gummihandschuhen und nicht
- 9:41übertreibieren, das ist ja auch
- 9:43ein paar unseres Berufes,
- 9:45dass man da so ein bisschen
- 9:47oftmals überspitzt
- 9:49finde ich genauso wenig
- 9:51gut, wenn die da mit Krebserregenden
- 9:53Sachen spritzen und so, finde ich das auch
- 9:55also ich glaube, wir können
- 9:57einen gewissen Teil aussparen, das sind die
- 9:5998% richtig krasser
- 10:01industrieller Weine, die produziert werden
- 10:03die mögen wir beide nicht, also wenn die
- 10:05Beine gebastelt werden, wenn die gemacht werden
- 10:07wenn die mit irgendwelchen
- 10:09Sachen, Dingen zugeschossen werden
- 10:11oder irgendwie
- 10:13konfektioniert werden, um
- 10:15einem Gesamtgeschmack zu entsprechen
- 10:17also ich würd's mit der Fleischindustrie
- 10:19gleichsetzen, Massentierhaltung mögen wir beide nicht
- 10:21aber dann sind wir auf einer Wellenlänge
- 10:23wie kann ich das ohne mich zu verrennen
- 10:25und das falsch dastehen zu lassen
- 10:27ich mag die traditionelle
- 10:29Weinwelt trotzdem
- 10:31und seh's nicht so radikal, wie ich dich
- 10:33einordnen würde, vielleicht tue ich dir auch
- 10:35unrecht. - Interessant, ne
- 10:37ich sehe, ich verurteile
- 10:39die Tradition, wenn wir das jetzt so
- 10:41runterbrechen, wie du gesagt hast
- 10:43und 98% ist die eine
- 10:45spartet
- 10:47und ich sage jetzt mal 1% natural
- 10:49und 1%
- 10:51traditionell
- 10:53hab ich da genauso vor
- 10:55verstehen wir uns da und ich hab genauso
- 10:57vor diesem 1% traditionellen Respekt
- 10:59aber tatsächlich ist es eher so
- 11:01diese, wenn's jetzt 98% sind
- 11:03sind
- 11:05ein zugekleisterter
- 11:07oder gemachter
- 11:09Wein mit
- 11:11bis zu 150
- 11:13Zusatzstoffen, das
- 11:15weißt du was
- 11:17ob ich was dagegen hab, weiß ich noch nicht mal
- 11:19aber im Grunde
- 11:21hab ich irgendwann gemerkt
- 11:23dass mir die Weine nicht
- 11:25gut tun. Also wenn du ein Schatt
- 11:27mich tut aus dem Pojak
- 11:29irgendwo
- 11:31im Bordeaux trinkst, dann hast du das Gefühl
- 11:33du hast am nächsten Tag Problemen oder in
- 11:35dem Augenblick, wenn du sie trinkst
- 11:37beeinflussen sie dein Körper. - Tatsächlich
- 11:39ja so ist das
- 11:41auch bei hochklassigen Wein, also auch
- 11:43bei Wein im dreistelligen Bereich?
- 11:45Da komme ich gar nicht so
- 11:47auf dazu das zu trinken oder
- 11:49zu probieren, was ja auch nochmal ein großes
- 11:51für mich persönlich eine große
- 11:53Differenz ist, weil
- 11:55die Differenz ist ein Unterschied ist
- 11:57Tatsächlich probieren geht noch
- 11:59weil ich teilweise ja auch
- 12:01auf
- 12:03Weintastings gehe
- 12:05nicht so oft, wo ich das
- 12:07probieren darf, aber ich merke es
- 12:09tatsächlich körperlich und ich hab
- 12:11irgendwann das dann auch begriffen
- 12:13das ist
- 12:15ähnlich wie wenn jemand
- 12:1710 Jahre lang
- 12:19kein Fastfood gegessen hat
- 12:21bei den einschlägigen Ketten
- 12:23und dann auf einmal so was ist
- 12:25und
- 12:27so war es bei mir auch
- 12:29und ich merke das dann auch körperlich
- 12:31dass es mir nicht gut tut, dass ich
- 12:33ja, dass ich ob's ein Bauch
- 12:35krummeln ist, Kopfweh bekommen
- 12:37oder sonst was, das ist
- 12:39ich merke es tatsächlich im Körper
- 12:41und es tut
- 12:43mir nicht gut und da denke
- 12:45ich, wieso sollte ich
- 12:47das essen oder trinken
- 12:49wenn es mir nicht gut tut
- 12:51und fastfood haben wir ja ausgeschlossen
- 12:53also diese 98%
- 12:55haben wir gesagt, nehmen wir raus
- 12:57angenommen, wir gehen
- 12:59zu Blockhaus
- 13:01ist ja
- 13:03kommerziell, aber nicht
- 13:05vielleicht nicht fahrt, doch ist auch fastfood
- 13:07ja, kündig auch nicht
- 13:09also ich bin da auch
- 13:11lebensmitteltechnisch
- 13:13doch auch so weit
- 13:15auch
- 13:17durch meine letzten Stationen
- 13:19und
- 13:21auch durch mein privates
- 13:23dass ich da schon
- 13:25sehr drauf achte, auch was ich esse
- 13:27und was ich zu mir
- 13:29nehme und ich merke doch tatsächlich
- 13:31dass ich dadurch
- 13:33weniger Beschwerden habe
- 13:35ich werde weniger krank
- 13:37bis gar nicht
- 13:39und dass ich
- 13:41wenn ich jetzt wieder aufs Trinken
- 13:43hinausläuft
- 13:45auch wenn ich mal einen Abend trinke
- 13:47morgens
- 13:49mit den Sachen mit denen ich mich beschäftige
- 13:51und trinke morgens
- 13:53dann fit aufstehe
- 13:55ohne Kater und ich merke doch
- 13:57tatsächlich auch an Abenden
- 13:59wo ein Wein aus der Reihe tanzt
- 14:01ist auch wenn es ein traditioneller Wein ist
- 14:05dass der Meer nicht so bekommt
- 14:07tatsächlich und
- 14:09wenn ich das trinke
- 14:11was nicht so oft passiert
- 14:13selbst dann merke ich es
- 14:15so ich merke es tatsächlich direkt
- 14:17und ich merke es auch am nächsten Tag
- 14:19um das Thema endlich abzuhaken
- 14:21also ihr habt keine Intoleranz gegenüber
- 14:23konventionell produzierten
- 14:25Wein und wenn der Nachbar nebenan spritzt
- 14:27dann ist das für euch in Ordnung
- 14:29muss es davon dass es eventuell
- 14:31zu euch rüberziehen könnte
- 14:33also was heißt wir oder ihr
- 14:35ich kann ja nicht für die ganze
- 14:37Branche sprechen
- 14:39ich kann nicht für andere
- 14:41Someliers sprechen die sich
- 14:43für dieses Thema
- 14:45interessieren oder sich
- 14:47darauf eingeschossen haben
- 14:49ich kann ja nur für mich sprechen
- 14:51das war extrem übergriffig von mir
- 14:53also du
- 14:55du hast keine mit den konventionellen Wein
- 14:57sondern akzeptierst die und siehst die
- 14:59als Bereicherung der
- 15:01der Gesamtbranche
- 15:03ist nur nicht der Part den du bespielst
- 15:05richtig also ich akzeptiere das
- 15:07das hat definitiv
- 15:09muss es da sein
- 15:11ich komme auch gleich darauf wie so
- 15:13aber ich kann nur für mich sprechen
- 15:15ich persönlich
- 15:17kann es nicht mehr so und es geht ja viel
- 15:19um den Genuss ich kann es nicht mehr so genießen
- 15:21ich kann es nicht mehr so genießen wie wenn
- 15:23ich was
- 15:25trinke wo tatsächlich nur Trauben
- 15:29drin sind ich möchte das Thema Schwefel
- 15:31jetzt auch gar nicht aufmachen überhaupt nicht
- 15:33weil auch da habe ich in den letzten Jahren viel gelernt
- 15:35ich weiß aber dass viele
- 15:37auch wenn die jetzt
- 15:39in mir kommen in Laden oder
- 15:41im Restaurant wo ich auch noch
- 15:43Gastzommelie bin oder so
- 15:45auch die kommen mir mit Vorurteilen
- 15:47und ich kann die verstehen
- 15:49weil der
- 15:51Markt mit zu vielen
- 15:53fehlerhaften Wein
- 15:55war auch in
- 15:57vor 3-4 Jahren überschüttet
- 15:59weil meines Erachtens
- 16:01und Respekt
- 16:03an jenen jungen Menschen
- 16:05oder jungen oder alt es gibt ja auch
- 16:07die Spiele die erst mit 50
- 16:09ins Wein machen gehen oder in die
- 16:11Weinbranche gehen und sich in Winger
- 16:13zu legen die gehen in Aktionen
- 16:15und das respektiere ich auf allen
- 16:17Ebenen aber
- 16:19wenn die natürlich
- 16:21jetzt sagen oh wir machen jetzt
- 16:23Wein ohne Zusätze
- 16:25und ich behandle meinen Weingarten jetzt
- 16:27komplett anders wie der Vater des 30 Jahre
- 16:29gemacht hat dann
- 16:31muss man das natürlich sehen dass auch dieser
- 16:33Weinberg Weingarten wie wir ihn auch immer
- 16:35betiteln eine Umstellung braucht
- 16:37und genau da
- 16:39sind wir in einem Zeitfenster meines
- 16:41Erachtens gewesen was ich damals nicht
- 16:43verstanden habe auch erst jetzt
- 16:45dass diese Weinberge noch nicht so weit
- 16:47waren und ich sehe es jetzt bei
- 16:49befreundeten Winzer*innen die
- 16:51in diese Richtung gehen möchten
- 16:55aber auch merken hey der Weinberg
- 16:57lässt es noch nicht zu weil
- 16:59mein Onkel hat das jetzt
- 17:01irgendwie 30 Jahre lang anders behandelt
- 17:03auch gar nicht aus
- 17:05einer
- 17:07vielleicht aus einer Notwendigkeit
- 17:09heraus aber auch
- 17:11weil es
- 17:13der Zeitgeist war
- 17:15in dem Augenblick in den letzten 30
- 17:17oder 40 Jahren
- 17:19und
- 17:21bezüglich Genuss
- 17:23ich komme gleich noch drauf das ist so eine Klammer auf
- 17:25ich wollte noch eine Sache sagen
- 17:27wegen Tradition
- 17:29weil wir jetzt so gesagt haben hey das eine
- 17:31Prozent ist Traditionsbetriebe das andere Prozent
- 17:33ist wie nennen wir es
- 17:35Natural oder
- 17:37Naturweine oder was auch immer
- 17:39ich denke schon
- 17:41auch dass diese
- 17:43Natural Wines
- 17:45eine Tradition haben also die
- 17:47sind ja nicht erst seit gestern auf den Markt
- 17:49also wenn man zurück belettert
- 17:51sieht man die ersten
- 17:53Weine gerade aus dem Beaujolais
- 17:55die damals aus
- 17:57einer Schwefelintoleranz
- 17:59dann so ausprobiert
- 18:01worden sind und die wurden dann
- 18:03hat es dann
- 18:05halt Jahre gebraucht damals ohne unser
- 18:07Teufelswerk, Zeugsmartphone
- 18:09hat das halt damals
- 18:11ganz organisch seine Zeit gebraucht
- 18:13heutzutage
- 18:15geht das natürlich alles viel schneller
- 18:17oder würde es viel schneller gehen
- 18:19und ob das gesund
- 18:21gesünder ist weiß ich gar nicht aber damals
- 18:23eben würde ich schon so sagen
- 18:25in den 70ern
- 18:27dass das auch irgendwie Tradition ist
- 18:29weißt du wie ich meine
- 18:31weil wenn man jetzt
- 18:33die Traditionsbetriebe
- 18:35zum Beispiel nehmen wir jetzt das Beispiel
- 18:37VDP sieht
- 18:39die sind zwar schon viel länger auf den Markt
- 18:41aber die Klassifizierung
- 18:43und die Pyramide und die Qualität
- 18:45die sie sich
- 18:47vorgeschrieben haben sind vielleicht
- 18:49gar nicht viele älter
- 18:51wie unterscheidest du Natural Wine
- 18:53oder die Art von Wein mit denen du dich
- 18:55beschäftigst also ist alles
- 18:57wo die Kunst des Weglassens praktiziert wird
- 18:59deine Sparte
- 19:01oder differenziert ihr
- 19:03dort nochmal also sind
- 19:05alle Arten vom Biodynamische Wein
- 19:07automatisch das was dich interessiert
- 19:09auch wenn sie in die
- 19:11konventionelle Welt mit reinfließen
- 19:13also sprich keine Ahnung mal ein bisschen Liroir
- 19:15zum Beispiel ist das was du
- 19:17als Natural Wine bezeichnen würdest
- 19:19oder definiert sich es
- 19:21dann doch und ich verstehe also du kannst
- 19:23das fast mit Schwiefel aufmachen
- 19:25definiert sich es dann doch
- 19:27über den Schwiefel
- 19:29also ich kann ja
- 19:35wieder nur für mich sprechen
- 19:37wenn wir über wir sprechen
- 19:39dann sehe ich zum Beispiel
- 19:41eher den Betrieb in dem ich
- 19:43arbeite in dem Laden
- 19:45und da haben wir natürlich
- 19:47irgendwie ein
- 19:49kritisches Fenster
- 19:51und schauen was wir aufnehmen
- 19:53wie wird gearbeitet oder nicht
- 19:55ich respektiere und finde es großartig
- 19:57alle Betriebe
- 19:59die Biodynamisch arbeiten
- 20:01weil ich mich generell auch mit diesem Thema
- 20:03in den letzten Jahren mehr und mehr
- 20:05auseinander gesetzt habe
- 20:07ob das in der Weinbranche
- 20:09ist oder in der Landwirtschaft
- 20:11ich mag auch so persönlich zu arbeiten
- 20:13oder würde auch so arbeiten
- 20:15würde ich mich trauen
- 20:17eine Landwirtschaft
- 20:19oder Weingut
- 20:21Weinreben zu bewirtschaften
- 20:23das ist ja auch ein Thema
- 20:29nicht alles Biodynamische ist gleich natural
- 20:31und natural ist nicht gleich Biodynamisch
- 20:33und tatsächlich
- 20:35geht es
- 20:37wenn man seine Kriterien hat
- 20:39schon viel auch ums probieren
- 20:43und da ist dann auch eben wieder
- 20:45dieser schöne Beruf
- 20:47im Gang
- 20:49dass
- 20:51man probiert
- 20:55und merkt dann gefällt das einem oder gefällt das einem nicht
- 20:57oder tut das einem gut
- 20:59oder tut das einem nicht gut
- 21:01und
- 21:03da ist glaube ich das
- 21:05das ist der größte Punkt
- 21:07der gewichtigste Punkt
- 21:09wie ich jetzt für mich entscheide
- 21:11was ich trinken möchte
- 21:15was ich ausschenken möchte
- 21:17und was ich am meisten tue
- 21:19was ich empfehle
- 21:21steht dann nicht oftmals
- 21:23die Gesellschaft den im Weg
- 21:25also ich glaube ganz wenige
- 21:27von den Wein genießern
- 21:29Wein trinkern, Zommeliers, Wein einkäufern
- 21:31oder wie auch immer haben diese Mündigkeit selber zu entscheiden
- 21:33ich mag das beziehungsweise entscheidet man ja
- 21:35ganz selten nur für sich alleine
- 21:37sondern eben auch für seine Kollegen mit, für seine Gäste mit
- 21:39braucht manchmal dafür auch
- 21:41Parameter dass man sagt
- 21:43es gibt ja auch solche Betriebe die
- 21:45die und die Anerkennung haben
- 21:47die so und so zu finden sind
- 21:49und kann gar nicht so freigeistig
- 21:51unterwegs sein wie man es gerne möchte
- 21:53wenn man sagt ich probiere den Wein jetzt einfach
- 21:55und ich finde der tut mir gut
- 21:57und darum nämlich den auf die Karte
- 21:59und alle Leute im Serviceteam müssen den gut finden
- 22:01und müssen den mit verkaufen
- 22:03ich hol mal ein bisschen aus
- 22:07ich hatte das Thema
- 22:09neulich
- 22:11ein
- 22:13mit einer tollen Person
- 22:17mit Falco, dem Restaurantleiter aus dem Restaurant Rutz
- 22:19mit dem ich immer noch irgendwie
- 22:21eng in Kontakt stehe
- 22:23und ich hatte die gleiche Diskussion
- 22:25mit Tom Lube von Matassa
- 22:27diesem
- 22:29ich sage jetzt mal Champions League Sieger
- 22:31Besieger, Weingut in Karls
- 22:33in unserer Sparte
- 22:35jetzt oder in meiner Sparte
- 22:37und
- 22:39du kannst nicht
- 22:41sagen ok
- 22:43Natural ist jetzt irgendwie in
- 22:45was es nicht ist
- 22:47oder irgendwie schon
- 22:49kommt halt nur gerade hier an oder die letzten Jahre
- 22:51aber es muss
- 22:53wenn ich jetzt als Formiläum Restaurant bin
- 22:55es muss zum Konzept passen
- 22:57ich kann jetzt nicht in einem 3-Sterne Restaurant
- 22:59wo so aufwendige Teller sind
- 23:01und so viele Gedanken dahinter und so viele Arbeitsschritte
- 23:03auf einmal irgendwie was
- 23:07ich sage jetzt mal schwefelfreies machen
- 23:09was nicht funktioniert
- 23:13was aber vielleicht viel besser
- 23:15zu einem
- 23:17ich sage jetzt mal
- 23:19Salop Down to Earth Essen
- 23:21funktioniert
- 23:23was einfach, simpleren zu einem einzelnen Produkt
- 23:25oder zu 2 Komponenten
- 23:27und nicht ein Teller mit, ich übertreibe
- 23:29wieder mal ein bisschen
- 23:31mit 13 grünen Punkten
- 23:33und ein Grünzeug
- 23:35aufgelegt ist, also größten Respekt an alle
- 23:37aber ich glaube
- 23:39dass da solche Traditions
- 23:41Weine doch tatsächlich
- 23:43besser dazu passen
- 23:45und eben dass
- 23:47Weine mit einem
- 23:49gewissen Freigeist
- 23:51zum anderen Essen passen
- 23:53und ich glaube auch, dass du als Gast
- 23:55gerade heutzutage, wo viele Weinkarten online sind
- 23:59was ich sehr charmant finde
- 24:03dass für mich persönlich auch immer ein Kriterium ist
- 24:05gehe ich da hin, gehe ich da nicht hin
- 24:07und
- 24:09man sich ja vorher entscheidet
- 24:11gehe ich heute in ein Jazz-Konzert
- 24:13oder gehe ich in ein Rock-Konzert, gehe ich ins Kino
- 24:15oder gehe ich ins Theater
- 24:17und wenn ich
- 24:19ich nehme ein Beispiel aus meinem alten Betrieb
- 24:21ernst wenn da jemand reinkommen sagt
- 24:23boah ich hätte jetzt aber lieber Lust auf ein
- 24:25Caesar Salad und ein Steak
- 24:27was absolute
- 24:29rechtfertigung, was absolute
- 24:31recht hat und was toll ist
- 24:33aber dann hat sich leider der Gast
- 24:35in dem Augenblick für das falsche
- 24:37Konzert entschieden, für den falschen Musikstil
- 24:39oder für die falsche Unterhaltung
- 24:41an diesem Abend, das muss man dann ja
- 24:43auch so sehen
- 24:45und so ähnlich sehe ich das auch mit den Wein
- 24:47ich persönlich würde nicht, wenn mich jetzt
- 24:49zum Beispiel in ein Restaurant engagiert
- 24:51als
- 24:53beratender Sommelier
- 24:55dann gehe ich da nicht hin und sage
- 24:57oh du musst jetzt unbedingt den natural
- 24:59und das und dies und guck mal die Arbeiten so
- 25:01und dann drücke ich das den ich auf den Augen
- 25:03wenn der zu mir sagt hey Christoph
- 25:05ich brauch einen
- 25:07Allrounder, ich brauch
- 25:09einen schmelzigen
- 25:11geschmeidigen Grauburgunder
- 25:13den jeder versteht
- 25:15hey ich hab kein Sommelier
- 25:17und ich hab nur
- 25:19Aushilfskräfte im Service
- 25:21natürlich, dann such ich da was Gutes raus
- 25:23das geht ja auch immer
- 25:25um das ganze Konzept
- 25:27natürlich geht es dann auch um den Gast
- 25:29aber ich glaube es kommt immer auf das
- 25:31Konzept
- 25:33der Gastronomie drauf an
- 25:35und was derjenige dann auch
- 25:37möchte und
- 25:39da ist funktioniert da alles
- 25:41und es funktioniert ja auch wenn du das
- 25:43gemischt auf einer Karte hast
- 25:45wenn du sagst
- 25:47nicht jeder biodynamisch produzierende
- 25:49produziert automatische natural Weine
- 25:51und das meine ich zu glaubt nicht
- 25:53jeder natural Wein ist biodynamisch produziert
- 25:55wie differenzierst du da unterscheidest du das
- 25:57wenn ich jetzt
- 26:01biodynamische Betriebe sehe
- 26:03mit Demetersiegel
- 26:05dann zum Beispiel mit Demetersiegel sind ja trotzdem
- 26:07noch irgendwie
- 26:09gewisse Zusatzstoffe erlaubt
- 26:11du kannst trotzdem
- 26:13rein theoretisch mit der
- 26:15Maschine arbeiten
- 26:17oder Maschinell gelesen was es ja auch
- 26:19Beispiele gibt gegen letztes Jahr durch
- 26:21durch die Bubble durch die Presse
- 26:23und das ist zum Beispiel für mich auch
- 26:25eher no go da kann der Betrieb
- 26:27für mich biodynamisch arbeiten
- 26:29aber wenn der dann
- 26:31mit der Maschine alles runterrattet
- 26:33dann fällt das für mich
- 26:35auch schon aus dem Raster
- 26:37aber es war ja auch nicht immer so muss ich sagen
- 26:41also bei mir persönlich
- 26:43jetzt ich komme ja auch eher aus einem sehr
- 26:45klassischen
- 26:47oder traditionellen Bereich
- 26:49wie wir ihn gerade das Wort
- 26:51geschaffen haben kann ich nochmal zurückkommen
- 26:53also wo kann man da den
- 26:55Strich ziehen also wann weiß ich
- 26:57als Konsument als Zombie
- 26:59dass ich wirklich mit Natural Wine arbeite
- 27:01steht ja nirgends wirklich auf dem Etikett
- 27:03es gibt keine klare Definition dafür
- 27:05es ist keine
- 27:07also brecht ihr das nur über den
- 27:09Vollernte runter
- 27:11nicht über den Vollernte
- 27:13das war jetzt ein Beispiel
- 27:15aus meiner Position
- 27:17aber da sind wir wieder bei dem Punkt
- 27:19also ich kann ja nicht für die ganze
- 27:21Branche sprechen
- 27:23aber es ist schon
- 27:25wenn ich jetzt
- 27:27das aus der Perspektive
- 27:29aus dem Laden Off-Grid
- 27:31sehe in dem ich hauptsächlich
- 27:33arbeite und bin
- 27:35dann sind es
- 27:37schon Weine
- 27:39wo nichts anderes drin ist
- 27:41also nichts rein, nichts raus
- 27:43keine anderen Zusatzstoffe
- 27:45und wenn jemand leicht schweffelt
- 27:47ist das total
- 27:49im gesunden Rahmen
- 27:51oder je nach Menge
- 27:53aber auch da gibt es
- 27:55Jahrgänge oder
- 27:57wirtschaftliche Situationen
- 27:59oder familiäre Situationen
- 28:01die das nicht anders zulassen
- 28:03oder Stresssituationen
- 28:05und auch da sammeln ja Winzer in Erfahrung
- 28:07und dann ist es total im Rahmen
- 28:09und ja es gibt keine Declation
- 28:11es gibt kein
- 28:13richtiges Label
- 28:15gerade in Deutschland gibt es es nicht dafür
- 28:17aber dafür
- 28:19es gibt das ganz tolle Läden
- 28:21die genau dafür einstehen
- 28:23und
- 28:25die Leute die so trinken möchten
- 28:27kommen dann zum Beispiel zu uns
- 28:29oder gehen online
- 28:31dann auf bestimmte Seiten
- 28:33und bestellen es dann
- 28:35ich denke schon
- 28:37ich würde den Leuten
- 28:39schon so viel
- 28:43zutrauen dass sie das schon
- 28:45ganz bewusst
- 28:47entscheiden gerade heutzutage
- 28:49wo alles so schnelllebig ist
- 28:51und man sich so schnell informieren kann
- 28:53und
- 28:55vielleicht wird es jetzt auch nochmal anders
- 28:59dieses Jahr wenn die
- 29:01Weingüter
- 29:03wahrscheinlich mit einem QR Code
- 29:05die Nährwerderstofftabelle mit angeben
- 29:07müssen
- 29:09vielleicht ist dann nochmal ein bisschen Transparenz
- 29:11aber tatsächlich über
- 29:13und es ist ja das Schöne
- 29:15dafür ist ja dann auch ein Sommelier da
- 29:17ob jetzt in einem Weinladen oder in einem Restaurant
- 29:19einfach fragen
- 29:21einfach wieder den Nut haben und zu fragen
- 29:23bevor man sich in die Nesseln setzt
- 29:25weil es gibt ja nichts Schlimmeres
- 29:27wie sich in ein Restaurant zu setzen
- 29:29und
- 29:31man will was ganz anderes trinken
- 29:33man darf das ja schon vermitteln
- 29:35bzw. das ist ja das Schöne auch an dem Beruf
- 29:37dass man da dann als Gastgeber
- 29:39oder Sommelier das dann auch teilweise
- 29:41schon liest oder weiß
- 29:43oder in welche Richtung es geht
- 29:45selbst wenn ich
- 29:47eine reine
- 29:49Natural Wine Karte habe
- 29:51gibt es ja ja trotzdem genügend
- 29:53Puffer oder genügend
- 29:55Weine, Weingüter die da so
- 29:57irgendwo an der
- 29:59Grenze sind die genau
- 30:01jedem
- 30:03oder die jedem gefallen könnten
- 30:05und auch das Thema habe ich ja
- 30:07tagtäglich oder wöchentlich
- 30:09dann im Laden vor Ort
- 30:11wo die Leute reinkommen hey ich will das als Geschenk
- 30:13ich will aber niemanden erschrecken
- 30:15und im Morgen habe ich
- 30:17bin ich bei der Schwiegermama
- 30:19die trinkt gern kräftigen Rotwein
- 30:21das ist ja trotzdem alles in der Sparte möglich
- 30:23und trotzdem muss ich sagen
- 30:25gibt es genügend
- 30:27Nerds oder genügend Leute
- 30:29die sich dafür interessieren
- 30:31und sagen das habt ihr noch im Regal
- 30:33und das habe ich online gesehen supertoll
- 30:35also sonst würde es uns ja auch
- 30:37nicht geben
- 30:39ja
- 30:41gibt es trotzdem was Gereifbares
- 30:43woran man sich
- 30:45orientieren kann wenn man eure
- 30:47Weine anfängt zu mögen
- 30:49sprich wenn ich ein Zauberignon Blanc
- 30:51im konventionellen Sinne habe
- 30:53habe ich ja diese typischen Arommuster
- 30:55die ich irgendwie interessant finde
- 30:57oder die ich greifen kann
- 30:59damit mag ich das irgendwo
- 31:01wenn ich einen
- 31:03Wein aus der Toskana habe
- 31:05habe ich ja so ein ganz klares Geschmacksbild
- 31:07oder von Amosl
- 31:09der im konventionellen Bereich produziert wurde
- 31:11habe ich ein ganz klares gelerntes Geschmacksbild
- 31:13an dem ich mich so ein bisschen entlang
- 31:15hängen kann was glaube ich ganz vielen
- 31:17Weintringern am Anfang hilft
- 31:19im Natural Wein Bereich
- 31:21habe ich das ganz selten
- 31:23oder muss man da komplett loslassen
- 31:25von diesen üblichen Geschmacksmussern
- 31:27ich brauche was Greifbares
- 31:29sondern höre einfach nur
- 31:31auf mich, auf meinen Geschmack, in meinen inneren
- 31:33Reihen und Trinker aktiv
- 31:35beides
- 31:37absolut beides
- 31:39ich habe beides erlebt
- 31:41eine Person
- 31:43die
- 31:45irgendwie in den Laden kam
- 31:47auf Feierabend
- 31:49und wir hatten auch fast Feierabend
- 31:51und er meinte hey kann ich ein Glas Wein haben
- 31:53hat davor noch nie irgendwie sich mit dem Thema
- 31:55ich sage jetzt nochmal Natural Wein
- 31:57beschäftigt und ich habe ihm was
- 31:59eingeschenkt und ich habe gesagt was ist das
- 32:01das hatte ich noch nie so im Glas
- 32:03das holt mich total ab
- 32:05das beflügelt mich total
- 32:07das ist genau das was ich jetzt gebraucht habe
- 32:09und die Person ist tatsächlich
- 32:11dann so weit gegangen
- 32:13und hat sich da voll reingehängt
- 32:15und ist ein total schönes Beispiel
- 32:17und ja
- 32:19auch die andere Punkt
- 32:21ich glaube wenn man
- 32:23seinen klassischen
- 32:25Sauvignon Blanc mit dem Aromamuster kennt
- 32:27und dann einen Sauvignon Blanc
- 32:29trinkt der das nicht
- 32:31aufzeigt und nicht primär aromatisch
- 32:33die er aus dem Glas schießt und in die Nase
- 32:35und nach ich übertreibe wieder ein bisschen
- 32:37nach der M-Drogerie riecht
- 32:39dann
- 32:41darf man sich dann doch drauf
- 32:43einlassen meines Erachtens
- 32:45wie fühlt sich der Wein an
- 32:47schmeckt mir das, tut mir das gut
- 32:49weil natürlich
- 32:51vieles dann über die Nase geht
- 32:53und so das erste
- 32:55kann ich das riechen oder nicht
- 32:57das ist ja bei Personen oft auch so
- 32:59wenn man sich kennenlernt
- 33:01und da funktioniert auf jeden Fall
- 33:03beides aber ich denke man darf
- 33:05offen sein
- 33:07das ist ja ganz wichtig
- 33:09für alles offen sein
- 33:11und das mal ausprobieren
- 33:13und dann für sich entscheiden
- 33:15gefällt mir das oder gefällt mir das nicht
- 33:17und früher dachte ich auch hey
- 33:19man muss erstmal das ganze traditionelle durchgespielt haben
- 33:21um
- 33:23überhaupt
- 33:25die
- 33:27lebendigen Weine zu verstehen
- 33:29aber ich habe jetzt eben auch
- 33:31einige Erfahrungen gemacht wo
- 33:33Leute aus gar keinem background
- 33:35kamen und einfach nur ein Glas Wein
- 33:37trinken wollten und da so
- 33:39dran hängen geblieben sind
- 33:41nun habe ich einige Freunde die
- 33:43Wein nicht unbedingt immer aus diesem
- 33:45Erlebnischarakter heraus trinken sondern manchmal
- 33:47einfach aus einer gewollt inszenierten
- 33:49Situation, sprich dass sie Feierabend
- 33:51haben nach Hause kommen und
- 33:53sagen ok ich brauche jetzt
- 33:55die Kuschelkomödie im Wein
- 33:57verstehe ich
- 33:59hat man bei euch aber auch ganz selten
- 34:01zumindest ist ja so ein Amismon
- 34:03letztlich der Weinwelt
- 34:05dass jeder der sich mit Wein beschäftigt
- 34:07sagt natürlich ist jedes Jahr anders
- 34:09aber wenn der Wein dann im Volk ja anders schmeckt
- 34:11kann man es ganz selten für sich
- 34:13akzeptieren oder adaptieren
- 34:15oder sich für sich einordnen
- 34:17sondern werdet den Wein dann nochmal
- 34:19ganz anders nicht in diese Natürlichkeit
- 34:21wir sind ja irgendwo
- 34:23konfektioniert und brauchen das oftmals
- 34:25dann wenn wir zum
- 34:27Wein greifen
- 34:29da ist ja euer
- 34:31deine eure Szene manchmal völlig
- 34:33kontraproduktiv
- 34:35oder bin ich dazu also ich versuche nicht
- 34:37ich hoffe es kommt nicht rüber nicht gegen dich zu reden
- 34:39ich versuche einfach nur Fragen aufzuwerfen
- 34:41um es nochmal anders zu verstehen beziehungsweise
- 34:43vielleicht erklärbar zu machen
- 34:45ich sehe das ein bisschen anders Silvio
- 34:47und zwar
- 34:49ich glaube eher
- 34:51dass die Leute
- 34:53jetzt müssen wir kurz differenzieren
- 34:57ich kann die Wohlfühlrotwein
- 34:59Leute total verstehen
- 35:01und ja
- 35:03Wein darf jedes Jahr
- 35:05je nach Jahrgang
- 35:07und allem was dazu gehört anders
- 35:09schmecken ich sehe es dann
- 35:11eher fatal wenn alle weine
- 35:13und es ist für mich dann schon
- 35:15persönlich und meinem Geschmack grenzüberschreitend
- 35:17also im negativen
- 35:19uniformiert sind
- 35:21wenn alles gleichbleibend schmeckend ist
- 35:23und wenn dann nach jahren
- 35:25immer noch
- 35:27nach 3-4 Jahrgängen der Wein immer noch
- 35:29so gleich schmeckt wie der Jahrgang vor 3-4 Jahren
- 35:31das finde ich dann
- 35:33geht über das Thema Handschrift auch raus
- 35:35und finde ich dann
- 35:37für mich persönlich langweilig
- 35:39und
- 35:43auch in diesem
- 35:45wenn ich jetzt zum Beispiel an unser Regal
- 35:47in Stuttgart denke gibt es auch
- 35:49solche Weine die dich zum Feierabend
- 35:51abholen, absolut
- 35:53da müssen glaube ich auch
- 35:55ich wechsel jetzt wieder zu ihr
- 35:57ihr ein bisschen offener sein
- 35:59und einfach mal ausprobieren
- 36:01und es tut mir leid für alle die da mal
- 36:03auf die Schnauze gefallen sind und irgendwie
- 36:05einen Wein mit zu viel Flüchtiger hatten
- 36:07je nach Toleranzgrenze manche mögen
- 36:09das ja auch
- 36:11aber natürlich fehlerhafte
- 36:13weine fehlerhafte Aromen
- 36:15mögen wir und ich
- 36:17natürlich auch nicht
- 36:19aber auch da sind die Grenzen je nach Geschmack
- 36:21und ist ja auch das tolle
- 36:23offen
- 36:25und jeder darf sich da ein bisschen
- 36:27ausprobieren
- 36:29und ich würde das nicht
- 36:31dogmatisch eingrenzen
- 36:33und sagen hey wohlfühl hold weine
- 36:35gibt es nur im traditionellen
- 36:37Bereich und ich würde auch da sagen
- 36:39wenn wir vorhin den 1% traditionellen
- 36:41gesehen haben
- 36:43und jeder möchte nur sein
- 36:45uniformierten Wein trinken der
- 36:47nach zu jedem Feierabend gleichbleibend
- 36:49schmecken soll
- 36:51dann geht das über dieses 1% traditionell raus
- 36:53weil dann sind wir schon im Discounter
- 36:55wo dann wirklich
- 36:57ich sag es jetzt mal
- 36:59ganz Haarspieligstware angeboten wird
- 37:01und
- 37:03da wirklich ein
- 37:05uniformierter Wein mit
- 37:07bis zu 150 Zusatzstoffen steht
- 37:09der irgendwie gemacht ist
- 37:11und
- 37:13dann den Konsumenten in dem Fall abholt
- 37:15und ich glaube auch dass
- 37:17man immer noch sehen muss
- 37:19wie ist deine Stimmung
- 37:21wie war dein Tag, wie war denn dein Arbeitstag
- 37:23wie bist du gerade emotional
- 37:25drauf und ich glaube
- 37:27dass spiegelt es dann den
- 37:29spiegelt es sich das im Geschmack schon
- 37:31wieder
- 37:33wie bist du gerade auf Puls
- 37:35und wie kommt der Wein
- 37:37bei dir an
- 37:39und das ist
- 37:41im traditionellen Bereich so wie im natural
- 37:43Bereich die zwei Begriffe die wir jetzt geprägt haben
- 37:45über die letzten Minuten
- 37:47in beiden vorhanden
- 37:49hast du für diese Discounterweine trotzdem
- 37:51Akzeptanz? Nein absolut nicht
- 37:53Weis oder nur Hate?
- 37:55Was heißt nur Hate?
- 37:57Hate wäre schon wieder zu viel
- 37:59ich beschäftige mich nicht damit
- 38:01es ist genauso wie ich mich mit
- 38:03Plastikbrot oder Gummibrot
- 38:05genauso wenig beschäftige
- 38:07und keine
- 38:09ich habe dazu keine Akzeptanz
- 38:11und ich will niemanden irgendwie
- 38:13überreden und ich weiß auch dass die
- 38:15Generation vor uns sich vieles
- 38:17vom Mund abgespart haben
- 38:19aber ich habe dann eher
- 38:21größeren Respekt und unterstütze
- 38:23auch kleine Traditionsbetriebe
- 38:25und
- 38:27ich sehe es zum Beispiel
- 38:29ich sitze jetzt gerade
- 38:31in einer Kaffee Rösterei
- 38:33oder unter mir ist eine Kaffee Rösterei
- 38:35und der dann auch
- 38:37eher
- 38:39vielleicht heller röstet und nicht alles
- 38:41ich sag es jetzt mal so
- 38:43so rot röstet und was einer verbrannten
- 38:45Autoreifen schmeckt
- 38:47aber ich merke da
- 38:49es kommt
- 38:51auf den Konsum drauf an
- 38:53ich brauche von dir so ein Kaffee viel weniger
- 38:55ich muss mir nicht mehr 3, 4, 5
- 38:57Tassen rein ballern
- 38:59mit dem anderen Kaffee
- 39:01ich trinke 2 am Tag und dann
- 39:03vielleicht liegt es auch am Alter
- 39:05ich bin jetzt über 40
- 39:07musste kurz überlegen
- 39:09aber...
- 39:11hat mich auch schon mal jemand gesagt
- 39:13aber vielleicht liegt es auch daran
- 39:15das sehe ich auch aber ich merke schon
- 39:17dass so ein Kaffee
- 39:19dann doch
- 39:21mich mehr abholt und ich weniger brauche
- 39:23das ist beim Thema Wein genauso
- 39:25ich muss dazu sagen
- 39:27ich trinke zu Hause nicht
- 39:29mir schmeckt es gar nicht
- 39:31egal ob traditioneller Wein
- 39:33oder auch natural Wein
- 39:35Wein im Allgemeinen zu Hause
- 39:37alleine schmeckt mir nicht
- 39:39weil Wein ist für mich zum Teilen da
- 39:41wenn meine Frau
- 39:43die trinkt nicht mehr so oft eher selten
- 39:45wir haben Family, 2 Kinder
- 39:47und es ist nicht mehr so viel Anlass
- 39:49wenn sie sagt "ja ich habe Lust"
- 39:51dann mache ich mal was auf
- 39:53und dann geht das auch wieder
- 39:55"wollt ihr was trinken?"
- 39:57und natürlich hol ich da nicht
- 39:59das krasseste Geschoss raus
- 40:01wo ich sage "oh jetzt überzeuge ich die
- 40:03mit 0,0
- 40:05und lebendig bis zum Anschlag"
- 40:07nein das nicht
- 40:09da ist ja auch wieder ein bisschen
- 40:13Beruf in mir, Berufung, meine
- 40:15Passion
- 40:17dass ich dann schon auch auf die Leute eingehe
- 40:19und auf die Stimmung, auf den Abend
- 40:21vielleicht was gibt es zu essen, vielleicht auch nicht
- 40:23und
- 40:25ich da schon drauf achte
- 40:27aber tatsächlich
- 40:29ein Feierabend Bier, gerne
- 40:31alkoholfrei, total gerne zu Hause
- 40:33aber ansonsten
- 40:35auch da ist mein
- 40:37Konsum sehr weit runtergegangen
- 40:39sobald ich zum Beispiel in Stuttgart bin
- 40:41und im Laden bin und wir da
- 40:43Verkostung haben, Proben haben
- 40:45Tasting haben
- 40:47neue Jahrgang wird irgendwie
- 40:49kritisiert, also ich meine
- 40:51kritisiert im Guten wie im Schlechten
- 40:53dann ist das für mich auch nochmal was anderes
- 40:55und auch da sitzen
- 40:57wir uns abends dann mal zusammen
- 40:59und trinken was, ganz klar
- 41:01aber zu Hause
- 41:03schmeckt mir das gar nicht so richtig
- 41:05hast du irgendwas sicheres zu Hause
- 41:07also ich will nicht von Alltagsweinen reden
- 41:09weil du ja nicht im Alltag trinkst, aber
- 41:11irgendeine sichere Bank wo du sagst
- 41:13den habe ich safe immer zu Hause
- 41:15und der macht meine Frau immer glücklich
- 41:17also wenn wir meine Frau sprechen
- 41:19zurzeit ist es weißer Wehrmut
- 41:21tatsächlich und was immer geht
- 41:23finde ich
- 41:25ist Bubbles, also ob
- 41:27ein toller Winzer sägt
- 41:29ob das Champagner ist, ob das
- 41:31ein kleiner Petnat ist
- 41:33oder klein ist
- 41:35ob das jetzt irgendwas mit
- 41:37Bubbles ist, mit Sprudel ist
- 41:39das darf dann doch
- 41:41immer irgendwie griffbereit sein
- 41:43tatsächlich, ja
- 41:45eine Marke Winzer
- 41:47ein fester Wein oder warierst du dann immer
- 41:49weil du sagst
- 41:51die Weinwelt ist so bunt
- 41:53und wir müssen es natürlich auch zu Hause leben
- 41:55dass wir dann nicht in Standard leben
- 41:57nee, hab ich tatsächlich nicht
- 42:01also ich hab ein Weingut
- 42:03tatsächlich immer griffbereit zu Hause
- 42:05oder auch
- 42:07einer der wenigen Weine
- 42:09die ich mir in den Keller lege
- 42:11einfach aus einer
- 42:13aus einer Emotion heraus
- 42:15aber ansonsten hab ich auch gar nicht so viel Wein
- 42:17zu Hause, also
- 42:19gerne von Reisen immer wieder
- 42:21ein paar Einzelflaschen
- 42:23aber es ist nicht so
- 42:25dass ich jetzt sage, hey von dem
- 42:27und dem Wein brauche ich jetzt unbedingt
- 42:29immer 6 Flaschen zu Hause
- 42:31oder ist es so meine Geheimwaffe, das hab ich nicht
- 42:33[Musik]
- 42:49eine grandiosen
- 42:51Nachricht zuerst
- 42:53wenn ihr den Charonie am unteren
- 42:55Geißberg 2021
- 42:57das war ein gutes Wage aus Bissersheim
- 42:59der Falls im Glas habt, habt ihr
- 43:01vielleicht sogar den allerbesten Charonie aus Deutschland
- 43:03im Glas
- 43:05meintest du zumindest das DWE
- 43:07das deutsche Weinstitut, nachdem sie 300
- 43:09Mitbewerber, welche um den Podiumsplatz
- 43:11Pulten verkostet haben
- 43:13ich meine 300
- 43:15nun kann man natürlich trefflich darüber diskutieren
- 43:17ob der beste immer der beste ist
- 43:19aber darum geht es eigentlich wirklich nicht
- 43:21sondern um die Außergewöhnlichkeit eines Weines
- 43:23den auch der Falls darf
- 43:25in seiner Charonie Trophy
- 43:27mit außergewöhnlichen 94,5
- 43:29Punkte seine Aufmerksamkeit schenkt
- 43:31aber eins nach dem anderen, der Charonie
- 43:33am unteren Geißberg 2021
- 43:35das weingutes Wage aus Bissersheim
- 43:37der Falls wurde im Rahmen der Prove
- 43:392025 vom deutschen Weinstitut
- 43:41kurz DWE, als bester Charonie Deutschland ausgezeichnet
- 43:43und so unterstreichen
- 43:45eigentlich nur Auszeichnungen wie diese
- 43:47die konsequente Qualitätsphilosophie
- 43:49des weingutes Wage
- 43:51die Familie Pfaffmann setzt auf naturnahen Weinbau
- 43:53und minimalinvasive Kellertechnik
- 43:55um das Theroa der Nordfals authentisch
- 43:57im Wein wieder zu spiegeln
- 43:59die Parzellen des Geißberg oder besser
- 44:01am unteren Geißberg liegen auf einer Höhe
- 44:03von ungefähr 250 Metern und sind nach Südwesten ausgerichtet
- 44:05die Böden bestehen aus kargem Muschelkalk
- 44:07durchzogen von Mergeadern
- 44:09ein Bodenbild das nicht nur
- 44:11eine präzise Säurestruktur fördert
- 44:13sondern dem Wein
- 44:15eine unnachahmliche salzige Mineralität
- 44:17verleiht
- 44:19und vor allem seine Balance
- 44:21Während viele deutsche Charonis entweder
- 44:23in die Frucht betonte
- 44:25süßlich schmelzige Richtungen tendieren
- 44:27oder sich im kalkulierten
- 44:29Begunnastil verlieren geht der Geißberg
- 44:31ein dritten Weg. Er ist ernsthaft
- 44:33straff, mineralisch dabei
- 44:35aber nie streng. Seine Dichte kommen nicht vom Fett
- 44:37sondern von der Spannung
- 44:39seine Komplexität nicht von Opulenz
- 44:41sondern von Tiefe. Warum?
- 44:43wird eigentlich der Schaden nicht so gerne auf
- 44:45kargen Kalkböden gesehen. Vielleicht nicht trotz
- 44:47sondern wegen deren Strenge. Die Kombination
- 44:49aus Nährstofflimitierung, Wurzelstress
- 44:51stabiler Säurestruktur und mineralisch
- 44:53beeinflussten Mikroklieber
- 44:55erzeugt Weine mit messbarer
- 44:57Präzision, aromatischer Tiefe
- 44:59und sensorischer Spannung. Deshalb ist
- 45:01kalt, das stille Rückgrat, großer
- 45:03Weißweine wie dem 2021er
- 45:05Schadengeisberg von Wargheck.
- 45:07Kalkböden sind oft arm
- 45:09an organischer Substanz und besitzen
- 45:11ein hohes Porenvolumen
- 45:13bei gleichzeitig geringer Wasserhaltekapazität.
- 45:15Diese Kombination
- 45:17führt zu moderaten Trockengstress
- 45:19was bei der Schadenrebe zu einem
- 45:21niedrigeren Blattfruchtverhältnis führt.
- 45:23Das
- 45:25limitiert die Zuckereinlagerung in den Beeren,
- 45:27verzögert die Reife und Bühlgünstig
- 45:29eine langsame Aromadifferenzierung
- 45:31bei gleichzeitig niedrigeren
- 45:33Alkoholpotenzial. Ein Schlüsselfaktor
- 45:35für Finesse und Langlebigkeit, also all das
- 45:37was wir eigentlich in großen Beinen haben möchten.
- 45:39Pfaffmann haben das nicht
- 45:41nur in diesem Jahr verstanden, wie kaum andere.
- 45:43Kalkhaltige Böden haben oft
- 45:45ein Boden-PH-Wert zwischen 7,5
- 45:47und 8,5. In diesem Bereich
- 45:49wird die Verfügbarkeit von Phosphor-Zink
- 45:51und Eisen eingeschränkt. Die Pflanz reagiert
- 45:53mit feind verzweigten Wurzelwerk und
- 45:55physiologisch selektiven Abtägen. Dies
- 45:57aktiviert Transportmechanismen, die mit einem
- 45:59erhöhten Verhältnis von organischen
- 46:01Säuren in den Beeren einhergehen.
- 46:03Das Ergebnis? Mehr Frische, höhere Säure-Stabilität
- 46:05und ein geschliffenes Säuregerüst.
- 46:07Ja, der Boden.
- 46:09Die Rebsorte des Klimas sind es eine.
- 46:11Aber letztlich gilt es, weitere Puzzleteiche
- 46:13zu finden und zusammenzusetzen.
- 46:15Wie? Die Lese. Erfolgt sie natürlich
- 46:17per Hand in kleinen Bütten. Danach
- 46:19ganz Traubenspressung. Eine Methode,
- 46:21die Frische, Eleganz und Struktur bewahrt.
- 46:23Die Gärung verläuft spontan
- 46:25ausschließlich mit natürlichen Häfen und zwar
- 46:27in französischen Bariks.
- 46:29Der biologische Säureabbau
- 46:31wird nicht poschalfossiert oder unterdrückt.
- 46:33Vielmehr entscheidet sich jede
- 46:35Charge selbst dafür oder dagegen.
- 46:37Dass er gibt vielschichtige individuell
- 46:39strukturierte Komponenten, die später behutsam
- 46:41asembliert werden. Die Lagerung
- 46:43auf der Vollhefe beträgt rund 12 Monate
- 46:45teils mit regelmäßiger Patonage.
- 46:47Danach ruht der Wein. Noch einige Monate
- 46:49auf der Feinhilfe, bevor er unfilteriert
- 46:51abgefüllt wird.
- 46:53Diese sorgfältige Vindikation ergibt
- 46:55das unbeschreibliche Gesamtbild und spiegelt
- 46:57sich einer Balance zwischen Frucht, Säure
- 46:59und Holzeinfluss wieder. Ja,
- 47:01dem Team um Frank und Thomas Fafmann
- 47:03ist gelungen, dem Boden des Tiroir
- 47:05zu verstehen und mit den 2021er
- 47:07Schaden aus dem Geißberg, einem bemerkenswerten
- 47:09Wein mit der Handschrift
- 47:11des weingutes Waagefafmann und der
- 47:13Sense der Nordfels einzufangen.
- 47:15Seit 2010 prägen Thomas und
- 47:17Frank Fafmann das Bild des Gutes
- 47:19entscheiden. Vor allem Thomas, der
- 47:21als Winzer nicht nur in der Fals, sondern
- 47:23im Begund und in Überseherfahrung
- 47:25gesammelt hat, triebt die Entwicklung
- 47:27hin zu einem klaren Profil.
- 47:29Kraftvolle, strukturierte Rotwein auf
- 47:31Lagenniveau und Weißweine mit begunterischem
- 47:33Tiefgang, ohne den Blick für die
- 47:35Nordfelssteherkunft zu verlieren. Mit
- 47:37dieser Weltauffahrheit und der Vorliebe
- 47:39für Begundener hat man zum Schadonee
- 47:41geistig, doch der Schadonee Geißberg war definitiv kein
- 47:43Prestigiobjekt, sondern vielmehr
- 47:45eine langsame, sich vorantastende
- 47:47Entwicklung. Ein Schlüsselmoment
- 47:49war ein interner Vergleichsprung mit dem
- 47:51Jahrgang 2015. Damit standen
- 47:53Fasmuster des Geißberg-Schadonee
- 47:55neben einem Prämiergrü aus noch so.
- 47:57Das Urteil fiel seinerzeit überraschend
- 47:59differenziert aus, nicht im Sinne eines
- 48:01Vergleichsieges, sondern als Erkenntnis.
- 48:03Dieser Felser Schadonee
- 48:05ist kein weiterer Versuch, das Begun zu
- 48:07kopieren, sondern etwas ganz
- 48:09anderes. Der Geißberg war geboren.
- 48:11Und der Waage-Kwaff war ein
- 48:13Schadonee Geißberg 2021.
- 48:15Es ist mehr als nur ein Beispiel für die
- 48:17neue Stärke des deutschen Schadonees. Er ist
- 48:19ein stilistischer Markenstein. Vielen
- 48:21lieben Dank dafür. Und noch ein ganz großes
- 48:23Dankeschön für die nationale Präsenz
- 48:25dem Handelshaus Segnitz.
- 48:37Ich sammle
- 48:39...
- 48:41...
- 48:43... wenig, bis gar nicht.
- 48:45Also, ich hab viele
- 48:47Einzelflaschen zu Hause tatsächlich.
- 48:49Und es gibt zwei
- 48:51Weingüter, die ich
- 48:53mir zurücklege, wo ich auf
- 48:55einen richtigen Moment warte,
- 48:57weil die mich bei
- 48:59beides
- 49:01mich auf einer emotionalen
- 49:03Ebene trifft. Darf ich
- 49:05fragen, welche das sind?
- 49:07Ja, also das ganze
- 49:09das ist Riton Rudolf Trossen
- 49:11von Herr Mosel.
- 49:13Weil mit denen hat irgendwie bei mir alles
- 49:15angefangen.
- 49:17Für diesen Wein,
- 49:19für die Nenvis Netschel Wein
- 49:21da, die haben ich gekriegt,
- 49:23es ist dadurch gegen die Türe
- 49:25offen ist auch interessant,
- 49:27weil ich die auch ganz anders kennengelernt
- 49:29habe. Ich war ja mal an der Mosel.
- 49:31Boah, ich weiß gar nicht mehr wann
- 49:33irgendwann Mitte 2000
- 49:35für 2 Jahre
- 49:372,5 Jahre oder so was,
- 49:39bisschen mehr. Und
- 49:41hab dann natürlich auch ganz anders getrunken
- 49:43und war eine ganz andere
- 49:45Wahrnehmung. Ich war da irgendwie
- 49:47Anfang Mitte 20.
- 49:49Und hab tatsächlich
- 49:51eher den Sohn kennengelernt
- 49:53ich glaube in der Kneipe
- 49:55beim Tischkickern und im Bier
- 49:57in Bernkastel Kuss
- 49:59und
- 50:01dann hieß es irgendwann, hey, wir haben da so
- 50:03ein Hoffest am Sonntag, kommt doch mal rum,
- 50:05dann bin ich hin und dann hab ich die Weine zum
- 50:07erst mal probiert, aber ich hab das noch gar nicht
- 50:09so richtig verstanden, in welche Richtung das geht.
- 50:11Da haben die auch noch ihre normale Linie
- 50:13gefahren, die haben erst 2,9 auf zu 10
- 50:15ein Teil ihrer
- 50:17Weine schwefelfrei ausgebaut
- 50:19auch mit einer gewissen Skepsis
- 50:21aber haben dann gemerkt, oh
- 50:23dieser Wind, der da gerade aus
- 50:25Kopenhagen kommt
- 50:27und aus Belgien, der
- 50:29funktioniert irgendwie
- 50:31und das war dann
- 50:33tatsächlich erst wieder in Berlin
- 50:35im Wedding, als wir
- 50:41als ich in Anruf bekommen hab, hey
- 50:43ich glaube, wir haben's
- 50:45und ich da mit meinem
- 50:47Rennrad von Kreuzberg
- 50:49im Wedding geheizt bin und
- 50:51wir hatten Schlüssel für ein altes Spielcasino
- 50:53und da dann das Restaurant
- 50:55ernst reingebaut haben
- 50:57und da waren noch so die ganzen alten
- 50:59Gerätschaften und wir
- 51:01irgendwie mit Klebebandang angefangen
- 51:03haben abzustecken
- 51:05wo könnten die Küche sein
- 51:07und der Träsen und die Stühle
- 51:09und hatten da eine Flasche Madonna 13
- 51:11hat Dylan und Spencer mitgebracht
- 51:13und wir haben die
- 51:15die Weine aufgemacht, es war ein Nachmittag
- 51:17und jeder hat 2 Gläser und ich war nicht betrunken
- 51:19ich war vielleicht eher trunken
- 51:21aber ich hatte noch nie
- 51:23so viele Fragezeichen
- 51:25in meinem Kopf von einem Wein
- 51:27und konnte den gar nicht
- 51:29einordnen und es hat mir so gut gefallen
- 51:31und ich bin so
- 51:33happy nach Hause gefahren
- 51:35klar, der Umstand, dass wir
- 51:39ein Restaurant endlich oder einen Raum gefunden haben
- 51:41wo wir ein Restaurant einbauen können
- 51:43nach einem halb, dreiviertel Jahr
- 51:45Suche
- 51:47spielt auch eine Rolle
- 51:49aber dieser Wein hat mich total abgeholt
- 51:51und da ging der Tür für mich auf
- 51:53und da ging hinter mir zu
- 51:55und seitdem gibt es
- 51:57kein zurück mehr
- 51:59und seitdem, das war 2016
- 52:01beschäftige ich mich da
- 52:03tagtäglich mit und es holte mich auch tagtäglich
- 52:05da ab
- 52:07und es beflügelt mich immer noch tagtäglich
- 52:09und
- 52:11diese Weine
- 52:13von Riedhorn Rudolf Trossen
- 52:15von der Mosel aus Kinderheim Kindle
- 52:17tatsächlich sind
- 52:19die meisten, die ich im Keller habe
- 52:21die ich aber auch gar nicht so oft trinke
- 52:23aber
- 52:25ich dann doch immer wieder irgendwo mitbringe
- 52:27und
- 52:29dann sind es jetzt neuerdings seit 2 Jahren
- 52:31die Weine von
- 52:33Basti Wolba aus dem Burgund
- 52:35auch da eine emotionale Bindung
- 52:37weil ich ihn auch
- 52:39aus
- 52:41Berliner Zeiten noch kenne
- 52:43obwohl er aus der gleichen Ecke wie Ecke kommt
- 52:45also er kommt aus Staufen, ich komme aus Preisach
- 52:47also da Preissgau-Kaiserstuhl
- 52:49Freiburg Gegend
- 52:51und er
- 52:53irgendwann
- 52:55ins Burgund drüber gesiedelt ist
- 52:57und hat da angefangen Wein zu machen
- 52:59und auch diese Weine holen mich total ab
- 53:01und da bin ich auch happy
- 53:03dass ich mir jedes Jahr ein paar Fläschchen
- 53:05zurücklegen darf
- 53:07und das würde ich dann als Sammeln betiteln
- 53:09aber alles andere
- 53:11sind Einzelflaschen von Reisen
- 53:13und auch da
- 53:15ich lieb es
- 53:17ob das in Georgien ist
- 53:19ob das
- 53:21in Frankreich ist
- 53:23durch Weinläden zu stöbern
- 53:25und mir immer irgendwie
- 53:27einen bunten Sixer zu kaufen
- 53:29und auch da frage ich immer
- 53:31ich finde es total toll wenn da
- 53:33eine
- 53:35passionierte Person arbeitet
- 53:37und die sieht so "ah was kauft der?"
- 53:39und dann um die Ecke kommt "hey ich habe gesehen du hast das und das in der Hand"
- 53:43"du solltest noch das kaufen"
- 53:45und ich habe das noch nie gehört
- 53:47und ich sage "joh"
- 53:49dann nehme ich das mit und dann ist es schon immer noch
- 53:51und was empfiehlt es denn noch
- 53:53und das ist so toll
- 53:55auch an dem Beruf
- 53:57dass man da eben über diese Empfehlung geht
- 53:59und Menschenkenntnis
- 54:01und diese Weine habe ich dann doch auch immer wieder
- 54:03als ich habe
- 54:05ich bestelle mir online keine Weine
- 54:07ich finde es total unpersönlich
- 54:09ist es ja auch unpersönlich
- 54:11wir tun das ja auch
- 54:13für die Weinbranche
- 54:15es ist eine Nebengastronomie
- 54:17und direkt vor Ort im Laden
- 54:19eine der drei Standbeine
- 54:21aber
- 54:23ich mag es tatsächlich
- 54:25persönlich einzukaufen
- 54:27ob das jetzt in Berlin ist
- 54:29oder in Frankreich immer wieder
- 54:31weil wir da oft im Elsers sind
- 54:33oder an der Loa oder eben im Porund
- 54:35und dann wird dann schon immer irgendwie
- 54:37was Buntes mitgebracht
- 54:39und dann teilweise getrunken
- 54:41und das Bereich agierst du da
- 54:43also wo wäre für dich eine Grenze
- 54:45wo du sagst, darunter
- 54:47möcht ich es ethisch nicht vertreten
- 54:49und kaufen keine Weine darüber
- 54:51finde ich es keine Ahnung
- 54:53sozial ethisch oder wie auch immer
- 54:55nicht vertretbar und würde niemals
- 54:57ein Wein im Wert eines kleinen Wagens
- 54:59oder was auch immer kaufen
- 55:01hast du da Grenzen?
- 55:03ja für mich persönlich habe ich Grenzen
- 55:05weil ich glaube da kommt auch so ein bisschen das
- 55:07ob ich wirklich Bade bin
- 55:09das schwebe schon durch
- 55:11durch mein Wohnsitz
- 55:13jetzt am Bodensee und durch meine
- 55:15Arbeitsstelle in Stuttgart
- 55:17aber das hatte ich schon immer irgendwie so
- 55:19tatsächlich
- 55:21könnte ich mir einen kleinen Wagen
- 55:23in der Flasche niemals leisten
- 55:25würde ich auch nicht wollen
- 55:27ich finde es toll wenn sich das Leute
- 55:29leisten können sollen sie machen
- 55:31jedem das seine
- 55:33aber meine Grenze, also ich hatte schon tolle
- 55:35Erlebnisse, da hatte ich
- 55:37tatsächlich im Jura was für 17 Euro gekauft
- 55:39aus einem
- 55:41älzeisischen Weingut und der Wein hat mich
- 55:43so sehr maßen abgeholt
- 55:45wo ich sagte, boah das könnte jetzt irgendwie
- 55:47der Kette auch doppelte kosten können
- 55:49von dem Geschmackserlebnis
- 55:51allen
- 55:53alle hatten Freude dran
- 55:55irgendwie hat es gepasst
- 55:57Sonntag, Nettag, Essen, es war dann auch wieder das
- 55:59Emotionale dabei
- 56:01aber
- 56:03ich würde sagen 15 bis 50
- 56:05wenn man das jetzt so fest nageln müsste
- 56:0715
- 56:09Euro bis 50 Euro
- 56:11würde ich sagen, finde ich ganz tolle
- 56:13Sachen und
- 56:15man muss ja auch so sehen, wenn man vor Ort ist
- 56:17im Jura und da wirklich noch
- 56:19jetzt schwieriger aber früher
- 56:21da tolle Sachen für 25 Euro
- 56:23bekommen hat
- 56:25teilweise sogar noch ab Hof und
- 56:27jetzt irgendwie 2-300 Euro
- 56:29gleich auf dem schwarz- oder grau-Markt
- 56:31dann
- 56:33muss man ja auch noch mal differenzieren
- 56:35dass
- 56:37viele dieser Weine gar nicht so
- 56:39teuer sind
- 56:41eigentlich
- 56:43darf ich fragen, diese 15 Euro
- 56:45hat das für dich den Hintergrund, dass du sagst
- 56:47davon muss jemand leben
- 56:49also sprich der Winzer und vielleicht der Händler
- 56:51oder hat es für dich den Ansatz, dass du sagst
- 56:53ich möchte gerne 15 Euro bezahlen
- 56:55damit ich ein gewisses Grundschmerz empfinden habe
- 56:57und dem Wein eine entsprechende Aufmerksamkeit entgegenbringe
- 57:01du meinst, wenn es jetzt was für 10 Euro geben würde
- 57:03oder für 3 Euro oder was auch immer
- 57:07jetzt losgelöst davon, dass da in dem Rahmen
- 57:09vernünftig kein Wein produzierbar ist
- 57:11aber wenn es so teuer wäre wie ein halbes Brot
- 57:13dann wäre ich dem Wein nicht so aufmerksam
- 57:15also 3 Euro sehe ich
- 57:17sehr kritisch
- 57:19tatsächlich 3 Euro kritisch
- 57:21aber ich hatte nur noch etwas für 7,90 Euro
- 57:23vom Stefan Kremer
- 57:25aus Franken und dachte
- 57:27wow krass, das könnte
- 57:29mein Frühlingswein sein
- 57:31ohne ich bin eigentlich nicht so ein Themenklischee-Wein-Typ
- 57:33aber du weißt was ich meine
- 57:35und wo ich sage
- 57:37für 7,90 Euro
- 57:39ich weiß gar nicht ob der so viel kostet
- 57:41aber ich schätze jetzt mal
- 57:43ich glaube der kostet 7,90 Euro
- 57:47Gastro, ich glaube der kostet dann
- 57:49ein paar Euro mehr, aber zum Beispiel da wusste ich
- 57:51der
- 57:55kostet auf jeden Fall unter 15 Euro
- 57:57und das ist super gut
- 57:59trinkbar, der holt mich ab
- 58:01der hat eine frische
- 58:03der hat eine säure bliebler Blub
- 58:05also auch mit dem Reihen könntest du leben
- 58:07wenn der Wind sehr glücklich ist und alle safe sind
- 58:09dann ist das für dich wo du sagst
- 58:11also du musst nicht diese 15,20 Euro haben
- 58:13dass du sagst
- 58:15dann haben sie Schmerz empfinden
- 58:17also ich muss auch sagen
- 58:19ich habe größten Respekt für jeden
- 58:21der in Aktion tritt und so arbeitet
- 58:23ich gehe auch jedes Jahr seit 2016
- 58:25eben
- 58:27mit ein paar Ausnahmen
- 58:29an die Mosel zur Weinernte
- 58:31zu Trossens und weiß was es für eine Arbeit ist
- 58:33also jetzt
- 58:35Mosel ist ja auch extrem
- 58:37mit Steillage händisch zu arbeiten
- 58:39also für mich ist das wie Urlaub
- 58:41muss ich sagen, weil
- 58:43ich habe kein Telefon am Mann
- 58:45es ist eine körperliche Arbeit
- 58:49die mir sehr gut tut
- 58:51und ich mag das sehr
- 58:53ich kann es auch nur jedem empfehlen
- 58:55und auch dort sind immer wieder Leute
- 58:57die
- 58:59selbst ein Arzt aus dem Ruhrgebiet
- 59:01der mit seinem Porsche runterkommt
- 59:03sagt er ich nehme jetzt zwei Wochen Urlaub
- 59:05oder eine Woche oder ist es ein langes Wochenende
- 59:07ist auch egal, aber ich mach das mit
- 59:09und das schon für Jahre und es holt mich ab
- 59:11und es ist super
- 59:13und auch diese Wertschätzung dann gegenüber
- 59:15den Menschen
- 59:17der Traube, der Arbeit im Winger
- 59:19und
- 59:21auch da gab es immer einen Hauswein
- 59:23für sieben oder acht Euro
- 59:25Abhof, also das geht schon
- 59:27und wenn die damit leben können
- 59:29generell finde ich
- 59:31ist die Mosel schon
- 59:33wenn man es jetzt nur auf Deutschlands sieht
- 59:35mit der Steillagenarbeit
- 59:37schon recht günstig
- 59:39also mit der Gesamtarbeit, die ja teilweise auch
- 59:43mit den Risiken die dort
- 59:45nach wie vor geliebt werden müssen
- 59:47aufgrund der klimatischen Grundlagen
- 59:49und die Konsistenz sind
- 59:51mit Frost, mit Feuchtigkeit, mit klimatischen Grundlagen
- 59:53teilweise viel zu günstig
- 59:57und teilweise sogar
- 59:59finde ich total unterbewertet, findest du es gibt noch
- 1:00:01ein Gebiet was unterbewertet ist oder was es für Dich ein Gebiet
- 1:00:03wo du sagst? Jura ist jetzt glaube ich durchgekaut
- 1:00:05auf 50.000 Ebenen
- 1:00:07also wo jeder der
- 1:00:09Jura jetzt noch als geheimtipp
- 1:00:11rated
- 1:00:13ich glaube das nächste Thema
- 1:00:15wenn wir jetzt in der Bubble bleiben
- 1:00:17in Frankreich
- 1:00:19ist Savoyen
- 1:00:21oder Savoie
- 1:00:23oder wie was da auch immer
- 1:00:25ausspricht
- 1:00:27ich bin total gespannt was
- 1:00:33das Wallis in der Schweiz macht
- 1:00:35tatsächlich weil da ganz viele
- 1:00:37junge Menschen
- 1:00:39gerade aus Jura und so da rüber gehen
- 1:00:41und
- 1:00:43im Jura sind dann doch viele Einsiedler
- 1:00:45das sieht immer
- 1:00:47ist natürlich immer happy und immer feste
- 1:00:49und man muss auch ehrlich sagen
- 1:00:51die sind alle froh wenn Besuch da ist
- 1:00:53ich übertreibe natürlich wieder ein bisschen
- 1:00:55aber ich war noch nicht selber
- 1:00:57im jetzt
- 1:00:59dort in der Schweiz
- 1:01:01aber von vielen habe ich gehört
- 1:01:03das ist toll
- 1:01:05generell in Deutschland
- 1:01:07welchem Anbaugebiet ich mehr
- 1:01:09Aufmerksamkeit wünschen würde
- 1:01:11was aber doch durch gerade
- 1:01:13passiert ist immer noch Thema Württemberg
- 1:01:15liegt glaube ich aber auch daran
- 1:01:17dass ich direkt da vor Ort bin
- 1:01:19und sehe da so die Möglichkeiten
- 1:01:21und auch weil es sehr genossenschaftlich geprägt ist
- 1:01:23genauso wie in meiner alten Heimat
- 1:01:25Baden oder Kaiserstuhl
- 1:01:27und Baden hat sich
- 1:01:29sehr gut positioniert, finde ich
- 1:01:31ob das jetzt
- 1:01:33da finde ich trifft das Wort
- 1:01:35sehr sehr gut
- 1:01:37Traditionsbetriebe wie Kälern, Oberbergen
- 1:01:39oder Huber sich wieder gefangen haben
- 1:01:41es war jetzt nicht gemeint
- 1:01:43aber
- 1:01:45ich glaube
- 1:01:47man weiß was gemeint ist
- 1:01:49dass die wieder voll im Saft stehen
- 1:01:51genauso aber Weingüter
- 1:01:53wie das Weingut Wasenhausen Staufen
- 1:01:55mal angefangen hat
- 1:01:57mit ihrem buggundischen
- 1:01:59rückenwind
- 1:02:01und viele dort
- 1:02:03motiviert haben
- 1:02:05also auch junge Winzer die
- 1:02:07noch nicht mal ihren ersten Jahrgang rausgebracht haben
- 1:02:09oder jetzt gerade erst
- 1:02:11die man noch gar nicht auf dem Rad haben
- 1:02:13sie sagen ja hey ohne die erste Flasche Wasenhausen
- 1:02:15und ohne deren
- 1:02:17Unterstützung hätte ich das
- 1:02:19nicht gemacht und ich glaube Baden ist wieder so gesettelt
- 1:02:21deswegen würde ich es jetzt gar nicht so sagen
- 1:02:23obwohl da ganz viel
- 1:02:25mein Herz klopft
- 1:02:27aber ich glaube Wüttenberg hat
- 1:02:29mit den Rebsorten
- 1:02:31mit den verschiedenen
- 1:02:33Böden
- 1:02:35und mit der Energie die dort
- 1:02:37vorhanden ist
- 1:02:39wie jetzt eben Roter Faden
- 1:02:41Kleinesgut, Lassox
- 1:02:43als drei Beispiele die mir
- 1:02:45sehr nah sind
- 1:02:47dass das ein
- 1:02:49Anbaugebiet ist auf was
- 1:02:51man sich konzentrieren darf
- 1:02:53und ich glaube dass die eben
- 1:02:55auch Weinausbautechnisch
- 1:02:57viele Möglichkeiten haben
- 1:02:59weiterhin viele Möglichkeiten haben
- 1:03:01wenn man sich jetzt ernsthaft
- 1:03:03mit deinem Thema beschäftigen möchte
- 1:03:05also Natural Wine
- 1:03:07wie geht man
- 1:03:09ran wenn man keine Ahnung
- 1:03:11das Scheu hat oder nicht das als erstes Weg
- 1:03:13sehen möchte in Weinladen zu gehen
- 1:03:15wie zu dir und sich beraten zu lassen
- 1:03:17sondern so ein bisschen übergeordnet
- 1:03:19gibt es irgendwelche Literatur, irgendwelche Webseiten
- 1:03:21gibt es irgendwas was greifbar ist
- 1:03:23wo man sich selber im Bild davon machen kann
- 1:03:25und sich langsam in dieses Thema
- 1:03:27reindenken kann wäre eine Frage
- 1:03:29die zweite Frage
- 1:03:31wie komme ich
- 1:03:33mit meinem Namen heran
- 1:03:35also Namen von Führenden
- 1:03:37Weingütern, von Interessanten Weingütern
- 1:03:39was ich manchmal ein bisschen schwierig finde
- 1:03:41wenn man so in diese andere Welt schauen möchte
- 1:03:43wo man sagen kann das sind wirklich Benchmark-Players
- 1:03:45ihr habt ja kein Parker
- 1:03:47ihr geht ja nicht nach den traditionellen
- 1:03:49Weinbewertungen und
- 1:03:51Gott sei Dank lobt da jemanden
- 1:03:53ja lobt da jemanden der
- 1:03:55den allumfassenden Geschmack hat
- 1:03:57aber für jemand der langsam reinschnubbern möchte
- 1:03:59ist das relativ schwer
- 1:04:01dass es gute von dem Besseren zu unterscheiden
- 1:04:03man kann natürlich immer auf den eigenen Geschmack
- 1:04:05zurückgreifen und sagen
- 1:04:07was mir gut tut
- 1:04:09aber manchmal braucht man glaube ich doch immer
- 1:04:11diese
- 1:04:13diese Vorgaben oder diese Wegweise
- 1:04:15oder diese Leuchttürme
- 1:04:17also gibt es Literatur
- 1:04:19und was muss man probiert haben
- 1:04:21oder wo kann ich mich informieren
- 1:04:23wenn so die beiden Kernfragen
- 1:04:25also Leuchttürme ist ein total schönes Wort
- 1:04:27auch diese gibt es im Natural Wine Bereich
- 1:04:29siehe Trossen, siehe
- 1:04:31Maria und Seb Muster
- 1:04:33in der Südsteiermark
- 1:04:35das sind so für mich Leuchttürme
- 1:04:37um jetzt nur zwei Beispiele zu nennen
- 1:04:39heutzutage
- 1:04:41durch
- 1:04:43das soziale Medium Instagram
- 1:04:45folgt man irgendwie 10 Kanälen
- 1:04:47dann ist man relativ schnell gut dabei
- 1:04:49es gibt die Raisin App
- 1:04:51eben auch über Instagram
- 1:04:53die immer
- 1:04:55informativ
- 1:04:57sehr, sehr gut informativ arbeiten
- 1:04:59da kann man sich reinlesen
- 1:05:01auch auf Instagram
- 1:05:03dem würdest du auch Instagram empfehlen
- 1:05:05ja, die
- 1:05:07sommerimäßig oder weinmäßig
- 1:05:09allgemein, wo du sagst, weil man dem folgt
- 1:05:11dann die Jungs in Up to Data
- 1:05:13bieten guten Content und die
- 1:05:15sind vertrauenswürdig
- 1:05:17und versuchen nicht nur von einem zum nächsten
- 1:05:19zu springen um möglichst viel
- 1:05:21Reichweite zu bekommen
- 1:05:23sondern sind vertrauenswürdig
- 1:05:25und was die aufmachen, was die zeigen
- 1:05:27ist vielleicht auch von der Erklärung
- 1:05:29oder von allem
- 1:05:31cool
- 1:05:33also die
- 1:05:35Raisin App
- 1:05:37gibt es auch als App, da kann man gucken
- 1:05:39wo hat welcher Laden wie und Restaurant
- 1:05:41Natural Wine oder wo ist der nächste Salon
- 1:05:43die sind sehr, sehr informativ, sehr, sehr gut
- 1:05:45und dann gibt es
- 1:05:47eben die gibt es auch auf Instagram
- 1:05:49die sind gut
- 1:05:51ich finde
- 1:05:53natürlich off-grits
- 1:05:55muss man nennen
- 1:05:57weil wir da eine tolle Arbeit leisten
- 1:05:59meines Erachtens auch
- 1:06:01nicht nur für Süddeutschland
- 1:06:03sondern im Allgemeinen
- 1:06:05und es gibt dann andere tolle Leute
- 1:06:07wie in Österreich zum Beispiel Weinskandal
- 1:06:09wenn man sich da die letzten Posts durchliest
- 1:06:11wie die über das Thema Responsibility
- 1:06:17sprechen
- 1:06:19Responsibility ist a powerful drug
- 1:06:21Part 1
- 1:06:232 und 3 ist es super gut
- 1:06:25und
- 1:06:27das kann ich so
- 1:06:29auf jeden Fall
- 1:06:31empfehlen
- 1:06:33gut, da hat man schon 3
- 1:06:35wenn sich da so ein bisschen rein die Statement-Gelüchte tun
- 1:06:37also braucht man ja auch keine 10 oder 20
- 1:06:39Beispiel
- 1:06:41ich glaube man kommt dann von 1 zum nächsten ganz automatisch
- 1:06:43richtig genau
- 1:06:45Literatur also
- 1:06:49ich bin schon Literatur-Fan
- 1:06:51auf jeden Fall, ich kaufe mir auch diverse Bücher
- 1:06:53wie heißt denn das von Aaron
- 1:06:59das Natural Wine Book
- 1:07:01Boah, das muss ich selber grad mal nachgucken
- 1:07:03das ist super
- 1:07:07dann
- 1:07:09klar, dieses Natural Wine Book
- 1:07:13von Isabel Legeron
- 1:07:15der Gründerin von der RAW
- 1:07:17das hab ich mir damals auf Deutsch
- 1:07:19schon auf Englisch durchgezogen
- 1:07:21da muss man auch sagen, da stehen
- 1:07:23ja schon Betriebe drin
- 1:07:25da stehen Weine drin
- 1:07:27ich glaube das ist so
- 1:07:29der richtige
- 1:07:31Türöffner für jemanden der sich damit
- 1:07:33beschäftigen möchte, weil das ist wirklich von Grund auf
- 1:07:35wird da alles irgendwie beschrieben
- 1:07:39und
- 1:07:41die Art und Weise
- 1:07:43aber eben auch die Anbaugebiete
- 1:07:45die Rebsorten
- 1:07:47die Winzer und Winzerinnen
- 1:07:49und damit würde ich auf jeden Fall
- 1:07:51anfangen
- 1:07:53ich finde, soki-Spuch kann man auch machen
- 1:07:55auf jeden Fall
- 1:07:57das ist halt sofort was auf Deutsch
- 1:07:59und eben das letzte was ich jetzt geholt hab
- 1:08:03war von Aaron
- 1:08:05wie heißt denn das
- 1:08:09kriegen wir auch gleich auch noch raus irgendwie
- 1:08:11super
- 1:08:13der Aaron hat
- 1:08:15eine tolle Instagram-Seite
- 1:08:17der hat auch ein tollen Newsletter
- 1:08:19"Not Drinking Poison"
- 1:08:21ohne das jetzt ins Detail zu gehen
- 1:08:23aber da kann man sich doch
- 1:08:25durchaus mal mit beschäftigen
- 1:08:27"Not Drinking Poison"
- 1:08:29ja
- 1:08:31werden wir auf alle Fälle auf dem Blog nochmal hinterlegen
- 1:08:33das ist vielleicht ein ganz guter Gedanke
- 1:08:37das war da ein paar Bücher
- 1:08:39empfehlen die
- 1:08:41ich kann einfach mal antun
- 1:08:43kann und lesen kann
- 1:08:45eine Sache fand ich ganz interessant
- 1:08:47als du sagst
- 1:08:49du hattest die Situation, als ich es ernst entdeckt hab
- 1:08:51dort den Laden gefunden hab
- 1:08:53die hab eine Flasche Wein getrunken
- 1:08:55und du hattest so viele Fragezeichen
- 1:08:57ist es interessant, wenn Wein für dich Fragezeichen
- 1:08:59aufwirft
- 1:09:01und ist es interessanter, als wenn er Antworten gibt
- 1:09:03oder kann man das gar nicht so differenzieren
- 1:09:05kann man nicht so differenzieren
- 1:09:07es war Augenblick, nur dieser eine Augenblick
- 1:09:09der mich so sehr eingenommen hat
- 1:09:11der mich bis heute beflügelt
- 1:09:13und ich rede jetzt
- 1:09:15neun Jahre später immer noch davon
- 1:09:17wir fichen das bei dir an
- 1:09:19also wann kamst du nicht nur zum
- 1:09:21Natural Wein, sondern allgemein zum Wein
- 1:09:23also ich komme ja vom Kaiserstuhl
- 1:09:25gut, das ist sehr einfach
- 1:09:27da wird man ja damit mit der Mutter mich automaten
- 1:09:29ja leider, irgendwie
- 1:09:31ich muss auch dazu sagen
- 1:09:33ja
- 1:09:35das
- 1:09:37ich ganz klassisch die Hotelfach
- 1:09:39Ausbildung gemacht hab
- 1:09:41damals in Breisach
- 1:09:43und
- 1:09:45damals der badische Winzerkeller
- 1:09:47in Breisach, ich glaub drittgrößte
- 1:09:49Kellerei Europas war
- 1:09:51und die waren
- 1:09:53wir waren Tochterunternehmen
- 1:09:55des Hotelermünster damals
- 1:09:57in 2002 war das glaub ich
- 1:09:59die Ausbildung gemacht
- 1:10:012223 oder sowas
- 1:10:03und da gab's
- 1:10:05natürlich nur diese badische
- 1:10:07Winzerkellergenossenschaftsweine
- 1:10:09und jetzt hat mich gar nicht interessiert
- 1:10:11weil ich war ja 18 und ich hatte Führerschein
- 1:10:13und ich fand Autofahren richtig geil
- 1:10:15und ich hab drei Jahre gar nicht richtig
- 1:10:17getrunken, muss ich sagen
- 1:10:19ich hab mich damit null beschäftigt
- 1:10:21und die Hotelfachschule
- 1:10:23damals in Phillingschwenning war ja auch eher
- 1:10:25was ist das?
- 1:10:27die war absolut schwarz-weiß
- 1:10:29und da hat man ja sehr alte
- 1:10:31Sachen beigebracht bekommen
- 1:10:33ob das jetzt Servietemperatur ist
- 1:10:35oder was sowas getrunken
- 1:10:37werden muss
- 1:10:39und was Gott sei
- 1:10:41auch irgendwann aufgebrochen
- 1:10:43wurde, auch durch eigene Erfahrungen
- 1:10:45und
- 1:10:47ich bin dann an die Mosel
- 1:10:49gegangen tatsächlich
- 1:10:51und war da
- 1:10:53in Mühleheim an der
- 1:10:55Mosel
- 1:10:57im Richtershof
- 1:10:59kleines privat geführtes Hotel
- 1:11:01jetzt glaube ich heute immer noch
- 1:11:03mit ein paar 30
- 1:11:0533 Zimmern oder sowas
- 1:11:07und
- 1:11:09da hat es irgendwie angefangen
- 1:11:11da gab es hauptsächlich nur Mosel-Rieslinge
- 1:11:13weil die Leute vor Ort wollten es ja auch alle trinken
- 1:11:15die Gäste
- 1:11:17die dort ankamen
- 1:11:19und
- 1:11:21ich weiß noch bis heute
- 1:11:23gab es so eine Teildienstpause
- 1:11:25ich weiß gar nicht ob es heutzutage noch gibt
- 1:11:27Teildienst aber ich glaube du kennst es auch noch von früher
- 1:11:29und dann hat man so
- 1:11:31so Zimmerstunden oder Teildienstpause
- 1:11:33von
- 1:11:35offiziell 3 Stunden es war dann meistens dann doch nur
- 1:11:37eine Stunde und dann hat mein Someli damals gesagt
- 1:11:39hey, haste Lust
- 1:11:41wir fahren nach Braunenberg
- 1:11:43Wein probieren und ich so
- 1:11:45habe ja sowieso nichts zu tun so ungefähr
- 1:11:47habe ja gerade Pause und dann bin ich mit rüber
- 1:11:49dann waren wir bei Fritz Hark
- 1:11:51ich glaube der hat damals im Goumelio
- 1:11:53Kollektion des Jahres oder sowas gemacht
- 1:11:55vielleicht war das
- 1:11:575, 2, 6, ich weiß es gar nicht mehr
- 1:11:59oder früher, ich weiß es nicht mehr
- 1:12:01und
- 1:12:03ich weiß auch gar nicht mehr
- 1:12:05wie die Weine waren
- 1:12:07also irgendwie natürlich Kristallin
- 1:12:09und damals haben wir das auch hoch und runter ausgeschenkt
- 1:12:11aber es war eher dieses
- 1:12:13jetzt guckste da aus dem Verkostungsraum
- 1:12:15auf die Braunenberger Jufersonnenuhr
- 1:12:17und es war so
- 1:12:19ein Aha-Erlebnis und eine Woche später
- 1:12:21waren wir in Trittenheim
- 1:12:23bei dem weiteren
- 1:12:25Weingut und dann habe ich gemerkt
- 1:12:27du bist ja hier umgegen
- 1:12:29mit Prunklagen
- 1:12:31mit Winzern, wo sich
- 1:12:33weltweit irgendwie Leute prügeln
- 1:12:35und dann beschäftigt man sich mit der Geschichte
- 1:12:37dann geht man irgendwie
- 1:12:39100 Jahre plus zurück
- 1:12:41und merkt krass, Moselriesling war mal
- 1:12:43weltweit oder Reienriesling damals genannt
- 1:12:45mit dem Rheingau auch zusammen
- 1:12:47weltweit Nummer 1
- 1:12:49und wo
- 1:12:51da habe ich mich so geschichtlich auch sehr dafür
- 1:12:53interessiert und bin dann wirklich immer
- 1:12:55an meinem freien Tag
- 1:12:57zu den Weingütern und irgendwie
- 1:12:59Willy Schäfer war damals in Grachmair
- 1:13:01Nachbar und dann
- 1:13:03Ernilosen war ein Stammgas
- 1:13:05von uns und dann konnte man damals
- 1:13:07Terminaus machen, reinspazieren
- 1:13:09und sich durchprobieren und durch die
- 1:13:11Weinberge spazieren und wandern
- 1:13:13und so habe ich dann einmal die Mosel
- 1:13:15hoch und runter probiert
- 1:13:17und es war ganz toll und es waren
- 1:13:19so eben 2,5 Jahre
- 1:13:21infiziert, also das war für dich der Auslöser
- 1:13:23dieser einen Nachmittag
- 1:13:25oder vielleicht auch der Kicker-Arm
- 1:13:27mit einem trocken Junior
- 1:13:29wo du mit einmal von heute auf morgen
- 1:13:31Bumm und ich bin Wein, mein Leben ist Wein
- 1:13:33gab es dann Vorbild
- 1:13:35also war es der Sommelier
- 1:13:37der dich an die Hand genommen hat
- 1:13:39und dir Wein erklärt hat oder
- 1:13:41schon ein bisschen, aber es kommt
- 1:13:43viel viel später
- 1:13:45eigentlich war es so, dass mich Wein
- 1:13:47noch gar nicht so gepackt hat
- 1:13:49und ich habe mir verstanden, oh
- 1:13:51ich bin hier in einem Weinanbaugebiet
- 1:13:53was zu einem respektiert wird
- 1:13:55aber wo es
- 1:13:57einen Art von Wein
- 1:13:59dem Riesling einmalig
- 1:14:01also dieses aneinander hängende
- 1:14:03Anbaugebiet, Mosel mit allen
- 1:14:05seinen Kurven und links und rechts
- 1:14:07gibt es ja so nicht nochmal
- 1:14:09wird und das hat mich
- 1:14:11schon dann fasziniert, weil ich es
- 1:14:13verstanden habe oder auch nicht
- 1:14:15vielleicht bis heute nicht, ich weiß gar nicht
- 1:14:17es hat mich infiziert
- 1:14:19und es war
- 1:14:21gar nicht
- 1:14:23also man hat dann angefangen mit dem Thema
- 1:14:25Wein zu arbeiten und
- 1:14:27dann im Restaurant auch Weinbegleitung
- 1:14:29auszuschenken und dann zu verstehen
- 1:14:31was passiert, was funktioniert jetzt da
- 1:14:33und es war
- 1:14:35teilweise eindruckend
- 1:14:37irgendwie, aber was wirklich eher hängen
- 1:14:39geblieben ist, war dann die Berlinzeit
- 1:14:41ich bin dann nach Berlin
- 1:14:43und habe gesagt, ok ich bewerbe
- 1:14:45mich jetzt einfach mal bei den 4 oder 5
- 1:14:47besten Restaurants damals
- 1:14:49es war
- 1:14:51Brandenburger Hof mit der Quadriger
- 1:14:53damals hat Bobby Breuer noch gekocht
- 1:14:55ist dann aber Säulicampagne
- 1:14:57der Finne geworden
- 1:14:59und im Fischers Fritz, Hugo's
- 1:15:01was war denn noch
- 1:15:03hier
- 1:15:05hieß es Reachend
- 1:15:07oder? Ne, das war das Ding
- 1:15:09Das war Fischers Fritz das Reachend
- 1:15:11genau, wie hieß Nese, andere Apparat
- 1:15:13im Westen
- 1:15:15Nehe Kudam, beim Zoo dort
- 1:15:17Ne ne, Matlonbüch
- 1:15:19First Floor
- 1:15:21genau
- 1:15:23Nese, Konatids
- 1:15:25Alter, so ein Gerät
- 1:15:27und zum Beispiel
- 1:15:29da habe ich mich auch beworben
- 1:15:31und hatte dann überall so meine Vorstellungsgespräche
- 1:15:33und irgendwie
- 1:15:35bin ich im Brandenburger Hof gelandet
- 1:15:37damals als
- 1:15:41Kommi
- 1:15:43ich glaube
- 1:15:45als Kommi Sommelier vielleicht sogar
- 1:15:47ich weiß es gar nicht
- 1:15:49irgendwie
- 1:15:51war es auch interessant, weil ich kam
- 1:15:53von der Mosel und ich war da
- 1:15:55wurde bietitelt als
- 1:15:57Banker Serviceleiter also ich habe da irgendwie
- 1:15:59das Arrschmore Restaurant geleitet
- 1:16:01und die ganzen Hochzeiten
- 1:16:03und hatte da irgendwie
- 1:16:05mein kleines Team mit
- 1:16:07wie alt war ich da, 24 oder sowas
- 1:16:09das ist ganz toll, weil es da so
- 1:16:11eine Aroganz ausgestrahlt
- 1:16:13so vielleicht auch eine Unbewusste
- 1:16:15aber auch eine tatsächliche
- 1:16:17Aroganz als Schutzschild
- 1:16:19ich glaube das haben viele junge Menschen
- 1:16:21bis heute noch ohne
- 1:16:23jemanden persönlich zu nahe
- 1:16:25zu treten, aber das ist auch schon
- 1:16:27mein kritischer Punkt mit der
- 1:16:29Szene, dass ich zu
- 1:16:31viele oder nicht zu viele
- 1:16:33aber manche zu wichtig nehmen so rum gesagt
- 1:16:35aber
- 1:16:37vielleicht auch weil es nicht besser wissen
- 1:16:39weil
- 1:16:41diese Aroganz als Schutzschild dient
- 1:16:43und die habe ich dann
- 1:16:45ganz klar im Brandenburger Hof
- 1:16:47abgelegt, weil ich einmal gebrochen wurde
- 1:16:49und wir hatten damals ein Direktor
- 1:16:51ich weiß gar nicht ob ich im
- 1:16:57genau Markus Autograf, ich weiß gar nicht ob ich ihm danken soll
- 1:16:59oder nicht, ich habe ihn auf der einen Seite
- 1:17:01Platz mir bis heute die Hutschnur
- 1:17:05auf der anderen Seite sage ich Danke
- 1:17:07weil der hat mir schon
- 1:17:09irgendwie
- 1:17:11eine Art von Demut beigebracht
- 1:17:13die mich bis heute beflügelt
- 1:17:15und wir hatten halt
- 1:17:17damals
- 1:17:19also ich dachte ich bin jemand
- 1:17:21kam nach Berlin, ich war nix
- 1:17:23war ja auch so
- 1:17:25und
- 1:17:27wir hatten damals
- 1:17:29muss ich auch immer dazusagen finde ich
- 1:17:31ganz wichtig auch in allen Betrieben
- 1:17:33eine Weinkarte
- 1:17:35die habe ich ja nicht geschrieben
- 1:17:37da gab es ja ganz viele tolle Leute
- 1:17:39wer war da vorher da
- 1:17:41der Thomas Datern
- 1:17:43also es waren
- 1:17:45oder Thomas Datern nicht sogar
- 1:17:47ich glaube der war sogar Komi Sommeli von Matthias Datern damals
- 1:17:49auf jeden Fall haben die ja
- 1:17:51Weinkarten geschrieben damals
- 1:17:53mit 1001 Positionen
- 1:17:55nur deutscher Wein
- 1:17:57und war irgendwie egal mal im Gourmelier
- 1:17:59Weinkarte des Jahres
- 1:18:01als ich angefangen hat
- 1:18:03war Feinschmecker Weinkartes
- 1:18:05damals waren noch Auszeichnungen die irgendwie was gezählt haben
- 1:18:07aber ich konnte ja gar nix dafür
- 1:18:09ich habe die ja eigentlich nur übernommen
- 1:18:11und weiter gepflegt
- 1:18:13aber ich habe es hier nicht geschrieben
- 1:18:15bis zu Ende gedacht
- 1:18:17und
- 1:18:19das weiß ich
- 1:18:21bis heute noch ich habe da als Komi
- 1:18:23oder Komi Sommeli angefangen
- 1:18:25und damals hatten wir
- 1:18:27den Metre
- 1:18:29der Wedert der kam aus dem Aquar
- 1:18:31auch da grüße
- 1:18:33mit dem habe ich dann später noch
- 1:18:35im Waldorf Astoria bei Millie Solis
- 1:18:37bei Pierre Garnier gearbeitet
- 1:18:39und der hatte irgendwie
- 1:18:41einen, wir hatten damals glaube ich 6 Tage Woche
- 1:18:43hat einen Montags noch auf
- 1:18:45und der hatte mal einen Tag frei
- 1:18:47oder krank ich weiß es nicht mehr
- 1:18:49auf jeden Fall hieß es auf einmal
- 1:18:51Michelin Tester ist da
- 1:18:53und wir brauchen den Sommeli
- 1:18:55und dann hieß es, ah der Geiler
- 1:18:57kommt auch aus dem badischen
- 1:18:59und der war an der Mosel, der macht das jetzt
- 1:19:01und dann wurde ich sogar ins kalte Wasser
- 1:19:03geschmissen
- 1:19:05und dann habe ich irgendwie das Schwimmen gelernt
- 1:19:07und dann gab es kein zurück mehr
- 1:19:09und das war schon so ein Schlüsselerlebnis
- 1:19:11für mich in Berlin
- 1:19:13Mitte 20
- 1:19:15da so eine Weinkarte zu haben
- 1:19:17und es ging ja zwar hoch und runter
- 1:19:19also wir hatten ja alles aus Deutschland
- 1:19:21jedes Anbaugebiet
- 1:19:23alle namenhaften Winzer
- 1:19:25die ganzen Versteigerungssachen
- 1:19:27und das war ganz toll
- 1:19:29irgendwie
- 1:19:31natürlich kam man dann irgendwann an seine Grenze
- 1:19:33und hat man gemerkt, ah jetzt braucht man
- 1:19:35eigentlich jetzt auch mal was internationales
- 1:19:37und eine andere Rebsorten
- 1:19:39Stillistik mit Riesling
- 1:19:41kannst du auch nicht alles abdeckeln
- 1:19:43klar gab es noch andere Rebsorten
- 1:19:45aber
- 1:19:47das habe ich tatsächlich 3 Jahre durchgezogen
- 1:19:49darf ich nur fragen
- 1:19:51wie du gebrochen wurdest
- 1:19:53wie du die Mut beigebracht wurdest
- 1:19:55in der Verständniswelt
- 1:19:57dass du im Rauf steht und überstoll
- 1:19:59aber es war nicht so rein mental
- 1:20:01oder rein von der
- 1:20:03Ernietrigung, Demietrigungsebene
- 1:20:05oder sonstiges
- 1:20:07es gab schon eine Situation
- 1:20:09es gab schon eine Situation
- 1:20:11da wurde man dann
- 1:20:13mal innen
- 1:20:15geschlossern Raum zitiert
- 1:20:17man ist flennt rausgegangen
- 1:20:19also man hatte
- 1:20:21da auf jeden Fall
- 1:20:23wurde man da emotional gepackt
- 1:20:25also es war mit Überstunden
- 1:20:27und also mit vielen
- 1:20:29vielen Stunden
- 1:20:31und
- 1:20:33auch gab es solche Situationen ganz klar
- 1:20:35findest du so was manchmal
- 1:20:37in gewisser Weise
- 1:20:39nicht rein menschlich ethisch aber von der
- 1:20:41Situation gerechtfertigt weil man ja auch ganz viel
- 1:20:43Stress hat man hat ja keine Ahnung
- 1:20:45Klientel auf der anderen Seite die
- 1:20:47vielleicht immens viel Geld bezahlen
- 1:20:49ganz große eine Erwartungshaltung haben
- 1:20:51man arbeitet in einem Haus wo eine
- 1:20:53Erwartungshaltung ist
- 1:20:55und dann funktioniert man nicht
- 1:20:57dass so eine Situation dann doch erklärbar sind
- 1:20:59das heißt nicht funktionieren
- 1:21:01wir haben ja schon funktioniert aber
- 1:21:03wir mussten halt 12-16
- 1:21:05Stunden funktionieren und es war damals
- 1:21:07in der Gastro
- 1:21:09irgendwie taktäglich
- 1:21:11es war ja nicht eine Ausnahme
- 1:21:13es war ja schon
- 1:21:153 Jahre durch
- 1:21:17in anderen Betrieben also ich wünsche
- 1:21:19es keinem
- 1:21:21ich würde es auch keinem empfehlen
- 1:21:23ich würde es nicht
- 1:21:25ich würde es persönlich wieder so machen
- 1:21:27aber ich würde es
- 1:21:29mir wünschen wenn es das heutzutage
- 1:21:31nicht mehr so ist oder nicht mehr passiert
- 1:21:33und es gibt ja ganz viele tolle
- 1:21:35Betriebe wie zum Beispiel
- 1:21:37Billy mit dem Nobelhard
- 1:21:39die das ganz anders machen
- 1:21:41und
- 1:21:43ich finde schon in der Gastronomie
- 1:21:45darf die Person die Kellner
- 1:21:47bedient
- 1:21:49Gastgeber ist oder Gastgeberin
- 1:21:51oder die Weinflasche aufmachen darf
- 1:21:53darf
- 1:21:55durchaus
- 1:21:57mehr Respekt gezollt
- 1:21:59werden und der war damals definitiv
- 1:22:01nicht so vorhanden weil gerade
- 1:22:03diese Leute mit dem Geld
- 1:22:05sie haben
- 1:22:07sich eigentlich rumgeschickt wie sie wollten
- 1:22:09und du hast halt einfach gespurt
- 1:22:11und ich würde es keinem empfehlen
- 1:22:13ich fände es gut wenn es das nicht mehr so
- 1:22:15geben würde
- 1:22:17aber ich würde es damals
- 1:22:19also ich
- 1:22:21man ist Mitte 20 man ist voller Energie
- 1:22:23man war beflügelt von der Stadt von Berlin
- 1:22:25man hätte ja nach 3 Monaten
- 1:22:27wie so war der Durchschnitt
- 1:22:29also die meisten haben 3 Monate durchgehalten
- 1:22:31Probezeit
- 1:22:33ja ich habe es irgendwie dann 3 Jahre
- 1:22:37geschafft und es war ganz toll
- 1:22:39und dann wurde ich auf die erste
- 1:22:41Eingeladen damals irgendwie
- 1:22:43nach Österreich legendär
- 1:22:45mit Wein und Glas und Gerhard Retter
- 1:22:47saß vor mir und ich dachte
- 1:22:49krass dieser Typ und
- 1:22:51wo darf ich denn jetzt überall hin
- 1:22:53und man ist da Österreich hoch und runter
- 1:22:55gefahren und es war ein ganz tolles
- 1:22:57Erlebnis und diese Weinreisen
- 1:22:59waren dann doch durchaus
- 1:23:01prägend und dann habe ich gemerkt
- 1:23:03ah ja ok ich habe das ja nicht verstanden
- 1:23:05darf ich da jetzt mit weil ich
- 1:23:07einfach spüre
- 1:23:09aber ich habe auch
- 1:23:11muss auch sagen ich habe das damals schon
- 1:23:13gerne gemacht also Gastronomie
- 1:23:15und Kellner sein
- 1:23:17Wein auszuschenken
- 1:23:19hat mir schon unheimlich
- 1:23:21viel Spaß gemacht ich habe sehr sehr sehr
- 1:23:23gerne gemacht bis heute noch wenn ich
- 1:23:25irgendwo bin aber heutzutage
- 1:23:27durch die Lebenssituation
- 1:23:29und Familie und Frau und 2 Kindern
- 1:23:31haben wir eben bewusst gesagt
- 1:23:33dass das so nicht mehr geht und ich glaube
- 1:23:352020 als wir den Entschluss gefasst haben
- 1:23:37wäre damals
- 1:23:39das schon
- 1:23:41eine andere Situation gewesen
- 1:23:43könnte ich mir weiterhin vorstellen
- 1:23:45so zu arbeiten in der Gastronomie
- 1:23:47aber halt nicht mehr mit
- 1:23:4912, 14, 16 Stunden
- 1:23:51und 6 Tage die Woche
- 1:23:53muss man ja auch immer dazu sagen
- 1:23:55weil das geht einfach nicht mit
- 1:23:57war ja für dich auch eine relativ lange Strecke also bis hier
- 1:23:59nach dem Brandburger Hof direkt dann
- 1:24:01bist du direkt ins Ruts oder
- 1:24:03also nee das war so ich habe
- 1:24:05dann nach 3 Jahren gesagt hey ich bin jetzt 3 Jahre da
- 1:24:07ich bin jetzt 27
- 1:24:09ich möchte die Chance nochmal nutzen
- 1:24:11mal abzuhauen nach Neuseeland war das damals
- 1:24:13weil ich hatte vorher keine große Reise
- 1:24:15und ich fühlte mich mit
- 1:24:1727 reif zu sagen hey
- 1:24:19ich gehe alleine da nach unten
- 1:24:21und habe mir auch den Ort bewusst
- 1:24:23ausgewählt weil es war so weit weg wie
- 1:24:25möglich und es gab Wein
- 1:24:27und das war ganz
- 1:24:29witzig weil ich dann
- 1:24:31juli
- 1:24:33august september
- 1:24:35genau 3 Monate hatte ich
- 1:24:37frei
- 1:24:38Zeit sozusagen
- 1:24:40und habe dann
- 1:24:42auf einem Watergate Open Air
- 1:24:44Billy getroffen
- 1:24:46und wir standen an der Theke
- 1:24:48und wir haben dann
- 1:24:50Weinschorle glaube ich getrunken ich weiß es gar nicht mehr
- 1:24:52irgendwas haben wir uns rein gezischt
- 1:24:54und dann habe ich gesagt du Billy brauchst
- 1:24:56eine Aushilfe die gerade auslaufen kann
- 1:24:58und zwei Teller tragen kann
- 1:25:00für die nächsten Monate dann meint er herkommst er halt vorbei
- 1:25:02und dann weiß ich noch
- 1:25:04war ich dort an dem Dienstag
- 1:25:06er hat mich nach Kaffee gefreut
- 1:25:08ich habe gesagt Kaffee trink ich nicht
- 1:25:10und er meint er hey wie du trinkst kein Kaffee
- 1:25:12du gehst nach Neuseeland trinkst kein Kaffee
- 1:25:14er hat mir ein flat white gebracht
- 1:25:16und seit dem Zeitpunkt
- 1:25:18trink ich Kaffee also Billy
- 1:25:20hat mich da irgendwie zum Kaffee trinken gebracht
- 1:25:22weil der so gut war und ich vorher nur schlechten Kaffee getrunken habe
- 1:25:25und oder aufgesagt habe
- 1:25:27das schmeckt mir ein wenig
- 1:25:29und dann war ich dort tatsächlich
- 1:25:31Aushilfe bis Ende September
- 1:25:33oder sowas und bin dann
- 1:25:35im Oktober nach Neuseeland für ein halbes Jahr
- 1:25:37und
- 1:25:39war da
- 1:25:41auf zwei Weingütern
- 1:25:43so Work and Travel wie man es kennt
- 1:25:45man holt sich da irgendwie in einen kleinen Bus
- 1:25:47mit 300.000 Kilometern
- 1:25:49und reißt rum und es war total schön
- 1:25:51und die letzte Zeit war ich dann auf der
- 1:25:53Südinsel im Norden
- 1:25:55bei den Marlboro
- 1:25:57Sounds bei Hans Herzog und Schweizer Pärchen
- 1:25:59die in den 90ern ausgewandert sind
- 1:26:01und es war ganz toll
- 1:26:03die hatten damals in Zug bei Zürich
- 1:26:05ein Sterne Restaurant
- 1:26:07und
- 1:26:09haben dann dort ein Weingut aufgemacht
- 1:26:11mit einem Bistro
- 1:26:13und mit einem Gourmet Restaurant
- 1:26:15und ich durfte dann morgens im Weinberg arbeiten
- 1:26:17oder im Weingarten
- 1:26:19es war ein aneinander hängendes Stück
- 1:26:21was ganz schön war, weil direkt Fluss nähe
- 1:26:23kein Nachbar
- 1:26:25hab das bis mittags gemacht
- 1:26:27hat mich dann kurz hingelegt
- 1:26:29und hab abends das Restaurant geschmissen
- 1:26:31und es war total toll
- 1:26:33und
- 1:26:35ja, das war
- 1:26:37eine sehr schöne Erfahrung
- 1:26:39und dann bin ich zurück
- 1:26:41und dann wollte ich tatsächlich damals mit
- 1:26:43bei Ivo Ebert im Reinstoff anfangen
- 1:26:45der hatte mich gefragt ob ich da der Nachfolge
- 1:26:47von Steve werden möchte
- 1:26:49und hatte da auch mein Proberarbeiten
- 1:26:51dann hieß es aber hey Steve bleibt doch noch
- 1:26:53und dann bin ich
- 1:26:55mit am Rutz vorbeigelaufen
- 1:26:59weil die direkt in der Nachbarschaft sind
- 1:27:01und dann
- 1:27:03hab ich da schon auch wieder angeklopft
- 1:27:05ich glaube ich war dann auch nochmal dort
- 1:27:07direkt danach
- 1:27:09Neuseeland, drei Monate dort
- 1:27:11als Aushilfe
- 1:27:13und irgendwie war da eben auch nochmal der
- 1:27:15Wedert
- 1:27:17hat Japtic
- 1:27:19und der im Gespräch gerade war
- 1:27:21und
- 1:27:23hat das Liesolis Papier Garnier
- 1:27:25im Baldorf Astoria aufgemacht
- 1:27:27als Metre
- 1:27:29und der hat mich gefragt ob ich einer von drei Somelis
- 1:27:31werden möchte und
- 1:27:33dann war nicht was drei Somelis, ja wir haben 16
- 1:27:35ich glaube wir waren
- 1:27:3714 Kellner*innen und drei Somelis
- 1:27:39und es war ein
- 1:27:41Riesenteam, Riesenrestaurant, Allercard
- 1:27:43Mittagsabend
- 1:27:45wir hatten auch sechs Tage, Montag bis Samstag
- 1:27:47und
- 1:27:49es war
- 1:27:51da hab ich dann irgendwie ja gesagt
- 1:27:53dann war ich bei so einer Hotelöffnung dabei
- 1:27:55Soft Opening
- 1:27:57und dann war das schon sehr
- 1:27:59klassisch im maßgeschneiderten Anzug
- 1:28:01und Manchettennknöpfe darum zu rennen
- 1:28:03und irgendwie da so ein Champagniawagen
- 1:28:05im Wert von einem Kleinwagen rumzufahren
- 1:28:07mit 6, 7 verschiedenen
- 1:28:09Sprudelsachen drin
- 1:28:11vom deutschen Winzerseck bis zum
- 1:28:13Jahrgangschampagnia und Hauschampagnia
- 1:28:15und so was
- 1:28:17das war ein klassisch und mega
- 1:28:19mega Küche also
- 1:28:21Pierre-Garnier kam ja dann auch immer
- 1:28:23ich glaube 2, 3, 4 Male im Jahr
- 1:28:25persönlich vorbei und hat Menü entworfen
- 1:28:27hat mitgekocht und es war
- 1:28:29sehr nah alles und ich hab nicht da
- 1:28:31sehr gut mit allen verstanden und dann gab's
- 1:28:33irgendwann einen Umbruch hier
- 1:28:35Hans Martin
- 1:28:37Adlon Somelé, ich weiß gar nicht ob der noch da ist
- 1:28:39ich glaube schon
- 1:28:41natürlich ist er noch da, der hat angemastet
- 1:28:43echt, der wollte immer dort hin
- 1:28:45es war lustig
- 1:28:47vor Neuseeland
- 1:28:49ich hab im Brandenburger Ruf gekündigt
- 1:28:51damals waren hier Somelés Rhabes vielleicht heute noch
- 1:28:53und er hat mich Boris Hebel angerufen
- 1:28:55er hat gesagt hey du
- 1:28:57bevor du abreißt du sollst dir mal
- 1:28:59was anhören, ich meine ich will ja wie anhören
- 1:29:01ja komm mal ins Adlon
- 1:29:03meine ich wie soll ich ins Adlon kommen, ja
- 1:29:05zieh dir mal einen Anzug an Bewerbungsgespräche
- 1:29:07meine ich ja ne, ich gehe aber weg
- 1:29:09und dann hatte ich tatsächlich im Adlon
- 1:29:11Bewerbungsgespräch
- 1:29:13mit dem Somelé
- 1:29:15fürs Esszimmer
- 1:29:17aber es war natürlich für die Katz
- 1:29:19weil ich gesagt hab hey ich gehe jetzt weg
- 1:29:21wir können uns gerne in einem halb, dreiviertel Jahr
- 1:29:23oder Jahr sprechen
- 1:29:25ich wusste ja nicht wie lange ich wegbleibe
- 1:29:27also es war auch lustig und dann
- 1:29:29Sebastian Höppner müsste dabei gewesen sein oder?
- 1:29:31ne, der kam
- 1:29:33der lustigerweise der war ja auch
- 1:29:35ich glaube im Brandenburger Ruf
- 1:29:37nach nachfolger von mir
- 1:29:39ja genau genau
- 1:29:41auf jeden Fall war das eine ganz tolle Erfahrung
- 1:29:43mit sehr viel klassischen Wein
- 1:29:45und sehr viel klassischen Weinbegleitung
- 1:29:47obwohl ich Weinbegleitung auch immer
- 1:29:49sehr kritisch gesehen hab bis heute noch
- 1:29:51und dann irgendwann
- 1:29:53war Billy
- 1:29:55Essen und ich glaub mit Marco
- 1:29:57Müller und ich glaub
- 1:29:59Carsten Schmidt irgendwie so in der Konstellation
- 1:30:01und irgendwann hat mich Billy
- 1:30:03bei einem Wine-Tasting was wir
- 1:30:05im Nebenraum hatten
- 1:30:07ich glaube von Weingut Künstler
- 1:30:09oder so was
- 1:30:11zur Seite genommen mein "Hey sag mal
- 1:30:15willst du eigentlich mein Nachfolger werden?"
- 1:30:17ich bin total
- 1:30:19ich war total
- 1:30:21geschockt im Positiven
- 1:30:23weil ich muss dazu sagen, das rutscht
- 1:30:25da habe ich mich früher nie beworben
- 1:30:27bei diesen fünf Restaurants
- 1:30:29weil auch da obwohl ich diesen Begriff noch nicht kannte
- 1:30:31aber da spürte ich schon, da ist eine gewisse Demut
- 1:30:33da ist ein gewisser Respekt
- 1:30:35der größer ist der was ich damals nicht
- 1:30:37beschreiben konnte
- 1:30:39was die damals gerissen haben bis heute noch
- 1:30:43ist für mich ganz weit oben
- 1:30:45und
- 1:30:47ich habe mir das dann angehört
- 1:30:51und bin dann tatsächlich
- 1:30:53nach genau einem Jahr
- 1:30:55Service also ich war so 1,5 Jahre dann
- 1:30:57im Leselist mit Soft Opening
- 1:30:59und so was
- 1:31:01dann im Ruts
- 1:31:05und da wurde ich dann als Sommelier
- 1:31:07vorgestellt
- 1:31:09und doof die
- 1:31:11wurde da als Nachfolger von Billy Wagner
- 1:31:13und ich habe das gar nicht so richtig
- 1:31:15gerafft was es für eine Größenordnung
- 1:31:17hat und
- 1:31:19ich muss schon sagen, dass Billy in der
- 1:31:21Zeit als ich Aushilfe war
- 1:31:23und in der Zeit wie wir
- 1:31:25eine Übergangsphase hatten
- 1:31:27die Prägenste war
- 1:31:29also ich würde sagen
- 1:31:31dass er schon da mein
- 1:31:33Mentor war
- 1:31:35und bis heute noch ein großes gastronomisches
- 1:31:37Vorbild also
- 1:31:39lustigerweise haben wir dann auch noch
- 1:31:41im selben Haus gewohnt in Kreuzberg
- 1:31:43ich im Westflügel eher vorne
- 1:31:45und
- 1:31:47dann haben wir uns noch
- 1:31:49öfters gesehen und
- 1:31:51das ist sehr
- 1:31:53ähnlich geworden und er hat mir da
- 1:31:55echt tolle Sachen gezeigt und auch da
- 1:31:57so Speisenkombinationssachen
- 1:31:59die ich dann erst verstanden habe
- 1:32:01also vorher war das alles irgendwie
- 1:32:03nur Bauchgefühl und Blindflug
- 1:32:05und es muss halt irgendwie passen
- 1:32:07mit
- 1:32:09allem irgendwie drumherum
- 1:32:11die
- 1:32:13Rebsorten und Anbaugebiete
- 1:32:15und keine Wiederholung, man hat ja dann so Vorgaben
- 1:32:17von FMB und Metre und Küchenchef
- 1:32:19und jeder spricht ja dann so rein
- 1:32:21aber da war zum ersten mal
- 1:32:23dass er mir Sachen hingestellt hat
- 1:32:25und
- 1:32:27die dann
- 1:32:29eingenommen haben, einfach geprägt haben
- 1:32:31und ich dachte, krass
- 1:32:33zudem Tatar
- 1:32:35weil sich bis heute noch gab's
- 1:32:37Manzoni Bianco, Rutz Rebell
- 1:32:39also mit Schalenkontakt von Voradori gemacht
- 1:32:41und bei mir früher
- 1:32:43was ist es jetzt her, über 20 Jahre
- 1:32:45in der Hotelferschule, wurde uns damals
- 1:32:47wirklich beigebracht, Tatar-Speisenkombination
- 1:32:49ja für die Damen
- 1:32:51in Prosecco, weil die mögen ja was
- 1:32:53mit Sprudel und für die Herrinnen noch
- 1:32:55schwerer Rotwein, funktioniert meines Achtens
- 1:32:57und dann stellte mir da so was hin
- 1:32:59mit einer Textur, mit Gerbstoffen
- 1:33:01Tendin
- 1:33:03und auf einmal funktioniert das
- 1:33:05und ich dachte, Wahnsinn, krass
- 1:33:07und diese Weinkarte damals, also auch
- 1:33:09was wir da durchgeschossen haben
- 1:33:11an deutschen Rieslingen
- 1:33:13und es hat halt auch super gut zu der Küche funktioniert
- 1:33:15und wir hatten glaube ich
- 1:33:17Weinbegleitung an die 70%+
- 1:33:19und
- 1:33:21da hatten wir
- 1:33:23sehr viel Vertrauen
- 1:33:25auch von unseren Gästen
- 1:33:27und es hat mega viel Spaß gemacht
- 1:33:29und auch diese Linie die er da
- 1:33:31mit Rutz Rebel gemacht hat
- 1:33:33die war für die damaligen Verhältnisse
- 1:33:35revolutionär
- 1:33:37rebellisch
- 1:33:39es hat
- 1:33:41Grenzen überschritten
- 1:33:43und im Positiven
- 1:33:45und es waren damit auch nicht alle happy
- 1:33:47und dann hieß es, wie kannst du da so ein
- 1:33:49Naturtrüben, Sauve-Neu-Blanc
- 1:33:51von Neumeister hinstellen
- 1:33:53und da war zu diesem
- 1:33:55Fenchel-Kohlrabi-Gang
- 1:33:57mit Prüwürfel
- 1:33:59das beste Match was du dir vorstellen kannst
- 1:34:01und die Leute haben es gefeiert
- 1:34:03und das war
- 1:34:05doch durchaus sehr prägend die Rutzzeit
- 1:34:07und mit einem tollen Team also mit Falco
- 1:34:09der bis heute noch da ist also Hut ab
- 1:34:11für seine Leistung
- 1:34:13wenn man da über Deutschland, über
- 1:34:15Hospitality, Gastfreundschaft nahe am Gast
- 1:34:17ist er für mich ganz weit oben
- 1:34:19und auch das ganze Küchentheben
- 1:34:21das waren drei ganz tolle Jahre
- 1:34:23und
- 1:34:25auch schwierige Jahre, weil wir hatten
- 1:34:27waren ja ein gewisses Konzept gebunden
- 1:34:29ein gewisser Weine gebunden
- 1:34:31und erst
- 1:34:33danach die
- 1:34:35nahe meine Nachfolgerinnen, es gab ja noch jemanden
- 1:34:37dazwischen, aber
- 1:34:39erst durch Nancy
- 1:34:41hat die gesagt, ne
- 1:34:43so nicht, ich mach
- 1:34:45was ich will, im allerpositivsten
- 1:34:47und hat dann durfte einkaufen wo sie wollte
- 1:34:49und hat dann doch durchaus
- 1:34:51das nochmal umgeschmissen
- 1:34:53aber die Weinkarte damals
- 1:34:55wir hatten, glaube ich, 800 Positionen
- 1:34:57400 davon deutsche Riesling
- 1:34:59hoch und runter
- 1:35:0110 Jahrgänge, große Gewächse hoch und runter
- 1:35:03du konntest
- 1:35:0596er Pechstein
- 1:35:07von
- 1:35:093 verschiedenen Weingütern trinken
- 1:35:11nebeneinander und das haben die Leute auch wahrgenommen
- 1:35:13ob das jetzt in der Weinbar war
- 1:35:15oder oben im Restaurant
- 1:35:17also eher in der Weinbar
- 1:35:19weil oben dann doch sehr viel Weinbegleitung ging
- 1:35:21und
- 1:35:23das war super, es war ne grandiose Zeit
- 1:35:25und da hab ich sehr sehr viel gelernt
- 1:35:27aber dann
- 1:35:29war es wieder der Billy, der gesagt hat
- 1:35:33also ich war im Nobelhard sehr viel
- 1:35:35weil meine Frau dort zuchefern war
- 1:35:37für 4 Jahre
- 1:35:39und ich sie
- 1:35:41zur Arbeit begleitet hab oder abgeholt hab
- 1:35:43und ich dadurch auch viel dort war
- 1:35:45probiert habe, gegessen
- 1:35:47getrunken aber halt auch in Gesprächen waren
- 1:35:49und schon gemerkt, okay da ist grade noch was anderes
- 1:35:51es passiert grade noch mehr
- 1:35:53und auch weintechnisch
- 1:35:55und Billy dann schon mich einmal
- 1:35:57zur Seite genommen hat
- 1:35:59und gefragt hat, hey sag mal
- 1:36:01wills im ersten 3 Sterner
- 1:36:03Berlins arbeiten
- 1:36:05hat er damals so gesagt
- 1:36:07und ich meine was, ne wie, wo, ja
- 1:36:09natürlich, ja ne, mach ich doch
- 1:36:11werde ich bald oder werde ich
- 1:36:13ja ne, mach ich doch, werde ich bald
- 1:36:15oder keine Ahnung, war vielleicht der Anspruch
- 1:36:17und nie geschafft
- 1:36:19und er meinte ne, ne, ich war hier
- 1:36:21im Wedding in der Wohnung essen
- 1:36:23und es war
- 1:36:25die krasseste Erfahrung überhaupt
- 1:36:27und es wird das erste 3 Sterneres
- 1:36:29hat er auch damals so das laut Rumpo sound
- 1:36:31in seiner Art und Weise
- 1:36:33und dann hab ich die Ernstjungs kennengelernt
- 1:36:35also Dylan und Spencer
- 1:36:37und die haben mich auch im Rutz
- 1:36:39besucht und
- 1:36:41wir haben dann, hab ich
- 1:36:43Sonntags bei deren
- 1:36:45Sapper klappt
- 1:36:47auch mal ausgeholfen
- 1:36:49ob ich war da noch im Rutz und hab damit
- 1:36:51Absprache dort geholfen und da hab ich dann
- 1:36:53auch so die ersten
- 1:36:55traditionellen Weine mitgebracht
- 1:36:57und hab gemerkt, ah das funktioniert zu dem Essen
- 1:36:59ja gar nicht und dann haben die mir
- 1:37:01Weine gezeigt, ob das jetzt aus dem Jura war
- 1:37:03aber auch aus der Pfalt
- 1:37:05von Odinsthal oder eben Trossen
- 1:37:07und dann merk ich, oh krass, das funktioniert
- 1:37:09und dadurch ist das eigentlich entstanden
- 1:37:11und
- 1:37:13dann
- 1:37:15kamen wir mehr und mehr ins Gespräch
- 1:37:17haben ein Jahr lang uns kennengelernt
- 1:37:19das war wirklich wie in so einer
- 1:37:21Beziehung und in ersten Kaffee
- 1:37:23dann war man mal aus, dann war man mal essen
- 1:37:25und trinken, dann
- 1:37:27war man mal zusammen in Paris
- 1:37:29essen und trinken und hat gemerkt, ah ja krass
- 1:37:31okay in diese Richtung
- 1:37:33könnte es gehen
- 1:37:35und dann ist es
- 1:37:37das Ernst gewonnen, nach 3 Jahren Rutz
- 1:37:39untertrennen
- 1:37:41hab ich dann im Falco gesagt
- 1:37:43ich muss dir was sagen
- 1:37:45und das war
- 1:37:47wie wenn man
- 1:37:49eine Beziehung oder so beendet
- 1:37:51das war schon mit viel Liebe verbunden
- 1:37:53und
- 1:37:55Schmerzhaft auch
- 1:37:57also man trennt total von Menschen
- 1:37:59von eben auch
- 1:38:01im Lebensweg, den man selber gegangen ist
- 1:38:03und sieht dann halt
- 1:38:05oder weniger, man weiß immer nicht was besser ist
- 1:38:07das Neue zu versuchen
- 1:38:09und das Alter nicht aufzugeben
- 1:38:11oder sich mit dem Alten, also daher kann ich das mehr als
- 1:38:13eigentlich nachvollziehen
- 1:38:15viel zu oft hört man unter
- 1:38:33nicht von aus Tradition und Innovation
- 1:38:35aber warum sagt man denn nicht
- 1:38:37herkommt es in Aufbruch
- 1:38:39oder Wurzel und Revolution
- 1:38:41oder vielleicht Ursprung und Vision
- 1:38:43vielleicht auch Erbe und Pioniergeist oder beständiges
- 1:38:45und Umbruch, denn genau das
- 1:38:47beschreibt die besten Weingüter der Welt
- 1:38:49absolut perfekt und ist somit auch ein Sinnbild
- 1:38:51und die Philosophie der Bordecas
- 1:38:53la Orda und auch ein großes Stückchen
- 1:38:55ein Spiegel des Gebietes in welchem
- 1:38:57sich dieses besondere Weingut befindet
- 1:38:59das Riviere der Duero
- 1:39:01der Danians Kraftvolle Antwort auf Bordeaux
- 1:39:03und Barolo, eine Landschaft
- 1:39:05vom Wilderschönheit, die Weine hervorbringt
- 1:39:07deren Kraft und Eleganz gleichermaßen überwältigen
- 1:39:09hier kämpfen uralte Tempen
- 1:39:11Pranierrebstöcke auf über 800 Metern Höhe, in kagenkalkigen Böden um jeden Tropfen Wasser.
- 1:39:17Was den Traum, eine dramatische Tiefe an eine Intensität verleiht, die ihresgleichen zu.
- 1:39:22Rivere del Duirios keine Weinregion, Rivere del Duirios eine Naturgewalt,
- 1:39:27ein gnadenloses Terrain, das Reben an den Rand ihrer Existenz treibt, um daraus Weine
- 1:39:34von fast gewaltiger Intensitäten unfassbarer Tiefen zu vormen. Hier herrscht ein Klima der
- 1:39:39extreme, sängende Hitzamtag, eisige Kälte danach, staubtrockendes Land, in dem sich die
- 1:39:44uralte Tempranierrebe verzweifelt in den steinigen Boden krallt, getrieben von puren Überlebenswillen.
- 1:39:51Das Ergebnis dieser fast brutalen Bedingungen sind Weine, die nicht nur getrunken, sondern
- 1:39:56erlebt, gespürt und regelrecht durchlicken werden müssen. Monometalle Tropfen voll schwarzer Frucht,
- 1:40:02berennenden Gewürzen, Leder und einer markenerschütternden mineralischen Spannung,
- 1:40:07die den Gaumen erbarmungslos herausfordern. Wer sich ein Rivere del Duirio hingibt,
- 1:40:11begibt sich auf eine Grenzerfahrung, einen emotionalen Rausch, der die Sinne betäubten
- 1:40:15zugleich hell wach macht. Die Weinberge von Laura liegen auf einer Höhe von 800 Metern,
- 1:40:20was zur erheblichen Temperaturschwaggung zwischen Tag und Nacht führt. Diese Bedingungen fördern
- 1:40:24die Entwicklung von Trauben mit ausgeprägter Aromatik und frischer Säure. Die Böden bei Laura
- 1:40:29und damit sinnbildlich in dieser Region sind vielfältig und reichen von sandigen Oberflächen
- 1:40:34und mit Kalkstein-Einlagerungen bis hin zu Tonlemschichten in den tieferen Lagen.
- 1:40:38Diese geologische Vielfalt kriegt zur Komplexität und zur Mineralität der Weinabei. Die Hauptrebsorte
- 1:40:43Tint de del País ist eine lokale Variante des Tempraniers und bekannt für die Fähigkeit
- 1:40:48des Terroir präzise wiederzuspiegeln. Historisch betrachtet hat die Rivere del Duirio in den
- 1:40:52letzten Jahrzehnten einen bemerkenswerten Ausstieg erlebt und sich als einen der führenden
- 1:40:57Weinregionen Spanien stabiliert. Diese Kombination aus alten Reben, einzigartigen
- 1:41:00Terroir und innovativen Winzern hat Wein hervorgebracht, die internationale Anerkennung finden.
- 1:41:05Und perfekt werden diese Extremgegebenheiten dieser Region durch die Bordecas Laura gespiegelt,
- 1:41:11reflektiert und bestätigt. Die Wurzeln der Bordecas Laura reichen zurück bis in das
- 1:41:17Jahr 2009, als das renommierte Riocha-Weingut Bordecas Roda beschloss, das Potenzial der
- 1:41:22Tempraniertraube außerhalb ihrer angestammten Heimat zu erkunden. Nach mehrjähriger Recherche
- 1:41:27fiel die Wahl auf die Region Laura in der Rivere del Duirio, bekannt für ihre alten Rebstöcke
- 1:41:32und das einzigartige Mikroklima. In Zusammenarbeit mit den erfahrenen
- 1:41:37Winzern, Pedro und Pablo Bailvash entstatt ein Projekt, das auf nachhaltigen Weinbau
- 1:41:41und tiefem Respekt vor der Umwelt basiert. Und hier genau entfaltet sich die Geschichte
- 1:41:46eines Weins, der auf Wurzeln und Horizont trifft, auf Erfahrung und Weitblick, auf Bewertes
- 1:41:50und Bewegung, auf Vertrautheit und auf Verinnerung. Der sich nicht eliminieren, sondern im perfekte
- 1:41:56Harmonie vereint, der Corimbo I. 2017 von der Bordecas Laura. Während die alten Bushriben
- 1:42:03traditionellerweise gepflegt werden, kommt bei der Weinbereitung modernste Techniken
- 1:42:07zum Einsatz, um die Essenzistiroas unverfälscht ins Glas zu bringen. Diese herangehensweise
- 1:42:12biegelt sich im Corimbo I. wieder, der die Authentizität der Region mit zeitgemäßer
- 1:42:17Eleganz verwendet. Der Corimbo I. 2017 wird ausschließlich
- 1:42:20aus der Odoctonen-Rebsorte, Tinter de País, vinifiziert. Die Trauben stammen von über
- 1:42:2540 Jahre alten Bushriben, die auf einer Höhe von etwa 800 Meter gedeihen. Diese Höhenlage
- 1:42:31trägt zur Entwicklung komplexer Aromen und einer ausgeprägten Frische bei. Schon immer,
- 1:42:37seit dem ersten Tag lebt man auf diesem Weingut die Philosophie. Wir machen keine großen
- 1:42:41Mengen, wir machen große Weine. Der Corimbo I. steht an einem interessanten Wendepunkt
- 1:42:46in der Entwicklung der Rivere de Duero. Weg von überextrahierten, Alkoholstarkenbomben
- 1:42:53hin zu authentischen Tiroa geprägten Wein. Und das mit den Nohau, ein Souses, das ein
- 1:42:58Handwerk seit Jahrzehnten in der Rioja perfektioniert hat.
- 1:43:02Der Unterschied in Laora lässt man nicht das technische System entscheiden, sondern
- 1:43:06die Rehe besetzt. Die Ursprünglichkeit, die Buschform wird erhalt. Die Böden nicht
- 1:43:10maschinell bearbeitet. Das Gras wächst zwischen den Zeilen.
- 1:43:13Ein Mikrokosmos für Mikroorganismen. Ein Ökosystem, das man schützt, nicht kontrolliert.
- 1:43:19Dieser Ansatz ist keine Marketingstrategie, sondern tief verdankertes Qualitätsdenken.
- 1:43:24Und das Resultat zeigt sich im Glas. Der Corimbo I. ist keine Momentaufnahme, sondern
- 1:43:29ein Wein mit Entwicklungspotenzial. 10, 15, sogar 20 Jahre Reifung sind nicht nur möglich,
- 1:43:34sondern wahrscheinlich lohnend. Der Laora Corimbo I. 2017 ist mehr als ein großartiger
- 1:43:41Riverer. Es ist ein neuer Ausdruck einer berühmten Region, ein Wein, der seine Herkunft respektiert,
- 1:43:46aber nicht als Grenze, sondern als Ausgangspunkt versteht.
- 1:43:50Corimbo I. 2017 von der Bordecas Laora ist fast ein Held mit festem Stand, kastilischen
- 1:43:56Boden und klarem Blick auf eine neue Generation spanischer Weine.
- 1:44:00Vielen lieben Dank dafür. Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus
- 1:44:06Schlumberger.
- 1:44:06Und dann bist du komplett in die Natural-Wein-Szene und ins Ernst gewechselt und warst dort mit
- 1:44:21Haut und Haaren und vier Jahre lang. Genau. Also wir haben ein Jahr lang damals ohne Restaurant
- 1:44:30das Restaurant gesucht. Waren bei vielen Ämtern, haben Pop-Ups gemacht, Zapperclaps, weil wir
- 1:44:35mussten ja irgendwie überleben. Haben die ganzen Milchbauern und Gärtnerinnen Brandenburg
- 1:44:41und so Besuch damals war die Logistik noch nicht so vorhanden und auch noch, ich miet
- 1:44:49Autos, diese, was man sich da für einen Tag oder Stunden leihen kann, war auch noch schwierig.
- 1:44:54Wir sind wirklich mit Zug und Fahrrad rausgefahren und hatten sowieso gar kein Geld, um uns auch
- 1:44:59mal ein Auto zu mieten. Das kam erst dann später, wenn mal Besuch da war und wir dann mehrere
- 1:45:06Leute waren, dann sind wir mal mit dem Auto rausgefahren oder irgendwann hatten wir dann
- 1:45:09auch ein eigenes, aber die ersten drei Jahre nicht. Und das war ziemlich viel Arbeit, vor
- 1:45:16allem zwei native English-speaking people. Also Küchensprache war Englisch, also auch
- 1:45:26das Jahr Vorbereitung, aber ich dann als Deutschsprachiger konnte dann halt die ganzen Brandenburg,
- 1:45:32das setzte ich mal mit Brandschutz auseinander und dann auch gleichzeitig mit Akustik und
- 1:45:37das in einem Raum, wo vorher keine Gastronomie drin war, sondern in Spielkasinen und das
- 1:45:41war unheimlich viel Arbeit und dann war man auch das Sprachrohr mit den Architekten oder
- 1:45:49mit, also nicht nur die auch, aber mit den Küchenbauern und mit den Gewerken, die vor
- 1:45:54Ort waren, die auch nochmal eine eigene Art von Sprache sprechen, meine ich nicht abwertend,
- 1:46:00sondern einfach ist ja einfach vor Ort auf dem Bau dann nochmal anders und da war man
- 1:46:05natürlich so, die Zwischenpersonen hat alles Mögliche geregelt und das war schon sehr
- 1:46:12prägend und gleichzeitig ist man halt an die Loa gefahren und war zum ersten Mal auf der
- 1:46:17Ladiv und es war, man hat gar nicht gewusst, wovon und hinten ist und es war was komplett
- 1:46:23Neues und so ging das war sehr intensiv das erste Jahr und dann ab Tag 1, wie wir aufgemacht
- 1:46:31haben, wir haben jeden Tag das Menü gewechselt, mehr oder weniger, wir haben jeden Tag die
- 1:46:37Weinbegleitung gewechselt, mehr oder weniger, wir hatten dann einen Durchschnitt von 90
- 1:46:41Prozent Weinbegleitung und dann habe ich das auch manchmal erst gerafft, also ich habe
- 1:46:48hier vieles aus dem Bauch gemacht, ich konnte ja keine, alles wurde hier frisch zubereitet,
- 1:46:52frisch gegrillt, frisch gekocht, ich konnte ja, wir haben uns keine Gerichte vorgekocht,
- 1:46:58wie man das sonst so kennt und dann sitzt man da am Dienstag 14 Uhr mit 6 Gläsern Wein
- 1:47:03und probiert wie, wo war's, so eure Bitterkeit, was Süße, was funktioniert jetzt, sondern
- 1:47:07wir haben einfach gemacht und es hat funktioniert und denke ich hoffe ich.
- 1:47:13Fast, es gab keinen Menü, du kamst zur Arbeit und dann wurde aus dem Steinbord, wurde mit
- 1:47:18einem Rotbarbe und du musstest so vorher tiefes Imaginären dir vorstellen, wie du es dann
- 1:47:24miteinander abstimmst oder gab es dann schon doch einen Plan?
- 1:47:28Es gab schon einen Plan, wenn wir gesagt haben, ah ja ok, man wusste jetzt, im Sommer gab es
- 1:47:34halt so viele Produkte, wir sind ja sehr, sehr sessional gegangen und mini-sessional,
- 1:47:38dann gab es halt mal 40 Gänge, aber sonst haben wir gesagt mindestens 24, sollten es schon
- 1:47:43sein, so von der Abfolge her, es gab es aber eher selten, so 28 war Durchschnitt damals
- 1:47:49oder 30 sag ich jetzt mal, oder ja 30 plus und tatsächlich der morgendliche Markt hat
- 1:47:55schon entschieden, was dann gekocht wurde.
- 1:47:59So wie man sich das romantisch vorstellt, hat man das.
- 1:48:03Ja, tatsächlich, also Spencer ist jeden, also zwei, drei, vier mal die Woche entweder
- 1:48:07rausgefahren oder kam dann von unserem Spargelbauer in Brandenburg, an der Havel, der
- 1:48:13ohne Folien arbeitet und der aber niemanden beliefert und man musste da rausfahren und
- 1:48:18das abholen, der kam dann halt irgendwie nach dem Spargel stechen um 12 Uhr und hat gesagt,
- 1:48:23guck mal hier Spargel, oh geil Spargel, wie schmeckt der, ok, können wir den so, so machen
- 1:48:27und dann wurde er mit integriert und ja schon romantisch irgendwie und guck mal hier unsere
- 1:48:32Gärtner in Brandenburg hat die hat das und das für uns geerntet und dann ging das so
- 1:48:37ab und dann hat sich das Menü aufgebaut und ok, welches Fleisch oder Fisch nehmen wir
- 1:48:41heute? Wir haben im Sommer fast keine Brut, also wenn unser Fischer dann Aal gefangen hat,
- 1:48:47haben wir, hat Dylan Aal gegrillt für vier Stunden unter Greten rausgezogen für mehrere
- 1:48:53Stunden und dann gab es halt nur einen Fischgang und sonst war es halt mehr oder weniger vegetarisch,
- 1:49:00will ich jetzt nicht sagen, weil wir haben ja auch viele Medasches gearbeitet und das
- 1:49:07musste man auch dann irgendwie neu lernen, dass es viel feiner und zarter war und nicht
- 1:49:12irgendwie eine kräftige Brüheprühe mit viel Umami, sondern eine andere Art von Umami
- 1:49:17und eine Leichtigkeit und diese Leichtigkeit habe ich dann halt in diesen Wein wiedergefunden
- 1:49:22und dann ging halt mal ein Wein zu einem Gang, mal zu drei, mal zu vier, dann mal wieder zu
- 1:49:25zwei und das habe ich dann wirklich so frei gemacht, was da war, was funktioniert hat,
- 1:49:33aber ich habe da nicht auf Labels oder so geguckt, weil die meisten Weinekanten in
- 1:49:37Deutschland keiner, aber ich weiß bis heute noch, als dann die ersten dänischen Gäste
- 1:49:42kamen oder aus Belgien oder Holland, die sind, die gesagt, was du machst das in der Weinbegleitung,
- 1:49:48wir prügeln uns darum, meine ich, ja ich habe auch nicht viel bekommen, aber ich dachte,
- 1:49:52das ist nicht heute gut zu dem Gang und da gab es ganz, ganz tolle Erlebnisse und damals
- 1:49:58haben wir halt noch irgendwelche raren Jurasachen normal einkaufen können, ohne irgendwie
- 1:50:05ein Mindestumsatz oder irgendwie uns anstehen zu müssen oder, oder, dann haben wir das
- 1:50:09bekommen und wir haben es auch ausgeschenkt und viele Gäste waren dankbar und wir hatten
- 1:50:13die Karte online und ich hatte auch, was ist das, ein ganz tolles Stammperrchen, wir hatten
- 1:50:19viele Stammgäste, aber einen Stammperrchen, die sind nur wegen der Weinkarte gekommen,
- 1:50:23zum Beispiel, wenn ich sage, Jean-Marc Brignon, das habe ich bisher nur in Paris trinken dürfen,
- 1:50:27das hat mich bis heute weggefetzt, ich komme nur ins Restaurant wegen diesem Wein und dann
- 1:50:32war das auch ein Erlebnis für alle Beteiligten, weil sie da Wein alles weggebiehmt hat,
- 1:50:37was vorher da war und diese Emotion, diese Energie, das war das Ernst in diesem kleinen
- 1:50:44Raum mit damals zwölf oder dreizehn Sitzplätzen und das haben wir bis zum Ende gelebt und
- 1:50:50das halt eben mehr als fünf Tage, die Woche, mehr als achtundhalb Stunden am Tag und das
- 1:50:56habe ich dann auch gerne gemacht, nur dann nach vier Jahren war dann halt auch irgendwann mal Ende.
- 1:51:03Gab es mal eine Schweinspeisenkombination, die dich nachhaltig absolut geflasht hat, wo du
- 1:51:09sagtest, das war für mich das allgemein, also wahrscheinlich in dem Restaurant, weil
- 1:51:14der glaub ich sehr viel und intensiv gelebt hat, aber vielleicht auch darüber hinaus,
- 1:51:18also wo du sagst, nachhaltig so prägend. Also das was Billy mir damals gezeigt hat mit dem Tatar und
- 1:51:26dem Manzoni Bianco Ruzrebell, mit schalen Kontakt war schon sehr krass, weil das hatte ich vorher
- 1:51:31so noch nie, aber ich muss auch sagen, wir hatten im Ernst, wir hatten jetzt nicht ein Signature-Disch,
- 1:51:38aber wir hatten doch schon ein, zwei Gänge im vorderen Bereich des Menüs, die wir oft gemacht
- 1:51:44haben, das waren Produkte, die da mussten wir nicht kochen und zwar gab es einen fantastischen
- 1:51:50Ziegenfrischkäse und wir hatten ein ganz tolles Sonnenblumenöl aus Franken, welches wir nur
- 1:51:55leicht geräuchert haben, in der die, das gab es in einem Mini-Schädchen, also es waren für dich
- 1:52:02vielleicht so drei kleine Löffelchen, aber das war halt Anfang des Menüs und kam ja auch alles
- 1:52:08mit Tempo, also diese 30-40 Gänge hast du ja auch in 2, 2,5 Stunden serviert bekommen,
- 1:52:14aber ohne Stress, sondern mit einem gesunden organischen Tempo und dazu gab es oftmals
- 1:52:19Gewürztraminer aus dem Elsass, eben aber Natur belassen, aber sehr lebendig und da gab es 2011
- 1:52:27Gewürztraminer Natur von Banwaz aus Obermorschwir und ich habe das einfach so gemacht aus dem
- 1:52:33Gefühl heraus und das war mega-Kombo, also alle haben gesagt, die haben das noch nie so,
- 1:52:41also das war so, ja, es match eigentlich und das haben wir tatsächlich öfters gemacht und danach
- 1:52:50gab es meistens vom Mangalitsa-Schwein irgendwelche Chakotari und da hat das auch sehr, sehr gut
- 1:52:57funktioniert und es gab es immer nacheinander und da gab es diesen Wein eben meistens zu diesen
- 1:53:022 Gängen und manchmal gab es ja den Wein in 01, manchmal mehr, manchmal weniger, also so dass
- 1:53:07der Gast am Ende so 0,7 hatte oder eine Flasche Intus, das fand ich immer ganz angenehm, dass der
- 1:53:13Gast dann auch noch gerade rausgehen kann. Richtig, das finde ich ganz wichtig, dass der Gast
- 1:53:18selber noch entscheiden kann, Schatz, gehen wir jetzt noch tanzen, gehe ich jetzt noch in die Eckkneipe,
- 1:53:22schütte mir noch ein Bier rein, weil ich muss jetzt über den Abend reden, weil das war jetzt so wie
- 1:53:28nach einem Ballett oder Theaterstück, wo man nicht miteinander sprechen kann und sich nur mit großen
- 1:53:32Augen angucken kann, was passiert da gerade oder ein Kinofilm einen so abholt und man braucht danach,
- 1:53:38hat man danach Gesprächsbedarf und dafür ist ja auch eine Kneipenkultur ganz wichtig und man dann
- 1:53:44sich hinsetzt und vielleicht einfach nur ein Bier trinkt oder einen Absack hat und sagt, was war
- 1:53:49das eigentlich oder auch nicht oder den Abend weitermachen kann und ich finde es ganz toll,
- 1:53:53ich finde es kein schönes Gefühl, wenn ich oder der Gast betrunken ist. Ich habe immer gesagt,
- 1:54:02betrunken sein kann jeder, trunken sein ist der Anspruch und das hat ganz gut funktioniert, weil
- 1:54:10eben auch da habe ich gemerkt, auch wenn man eine Weinbegleitung übers Ziel hinaus schießt, also
- 1:54:189 Gänge, 9 Gläser, das ist zu viel meines Erachtens. Für mich war das zu viel als Somelé,
- 1:54:24aber auch als Gast, weil dann komme ich nicht mehr klar, das ist zu viel Information. Jetzt wird
- 1:54:29jemand sagen, ja bei 30, 40 Gängen auch, aber es geht gar nicht mehr um das einzelne Gericht, es
- 1:54:34geht eher um das Gefühl, was transportiert wurde. Es geht um das Gefühl, ich kann mich hier fallen
- 1:54:39lassen, ich kann mal nicht aufs Handy gucken, das was du mit Geld nicht kaufen kannst, die Zeit und
- 1:54:46du hast jetzt 2, 3, 4 Stunden Zeit mit einer Person oder auch wir hatten sehr viele Leute alleine,
- 1:54:53ich war auch nur einmal im Ernstessen, ich wurde einmal eingeladen, da war ich alleine, das war
- 1:54:57bis heute mit einer der krassesten gastronomischen Erfahrungen vor allem essenstechnisch, weil die
- 1:55:04Produkte so auf den Punkt waren und ich diese Produkte noch nie so in meinem Leben gegessen habe.
- 1:55:09Und das war ganz toll auf der anderen Seite der Ticket zu sein. War das rein das Küchenerlebnis
- 1:55:19beziehungsweise dann vielleicht auch das Weinerlebnis oder war es auch der Rauch, also bei so einem
- 1:55:24sinnlichen Erlebnis ist es wie wichtig ist der Raum, ist es Umfeld, ist die Musik, ist die Stimmung,
- 1:55:31Gesamterlebnis auf jeden Fall, es war die Stimmung, es war die Gastfreundschaft, es waren die Produkte,
- 1:55:37es war der Wein auch und es hat alles, war alles einfach sehr sehr stimmig.
- 1:55:43Bei Wein im Allgemein, also ist ein Wein abhängig davon um zu brillieren, dass das Umfeld funktioniert,
- 1:55:49dass die Raumtemperatur die richtige ist, die Lichtfarbe die richtige ist oder müssen großartige
- 1:55:57Weine oder besonders natürliche Weine immer brillierend immer zur Geltung kommen.
- 1:56:00Das spielt auf jeden Fall eine Rolle. Gerade in der Gastronomie zu Hause kann man es sich sehr
- 1:56:09auch schön machen, auf jeden Fall. Man merkt ja auch zu Hause, habe ich jetzt einfach nur das
- 1:56:14Oberlicht an oder mache ich mir jetzt eine Kerze auf dem Tisch an, von der Bienenwachskerze oder
- 1:56:19sonst was. Es gibt ein ganz anderes Licht, gibt eine andere Atmosphäre und das überträgt sich nicht
- 1:56:25unbedingt auf den Wein direkt, aber auf das Wein Erlebnis, weil du als Person dann vielleicht
- 1:56:30in einem anderen Gemützustand bist und den Wein, ob jetzt ein traditionell oder natürlichen
- 1:56:36Anders aufnimmst und apropos Wein, wir haben da was. Ich war vorhin bei der Gewürztraminer,
- 1:56:46Gewürztraminer, Elsa sagt es, dachte ich, boah, eigentlich sollte man mal wieder.
- 1:56:53Ja, ich ist jetzt auch schon spät und ich habe auch nach dem vielen Sprechen, ich hoffe, ich
- 1:56:59spreche hier so ohne Unterlass, ich hoffe, das ist gerade nicht zu viel, wenn ich musste mich
- 1:57:03unterbrechen bitte, aber ich würde jetzt schon mal... Du bist Gast, also wer sollte reden,
- 1:57:09wer nicht du? Also, dem werde ich in Teufel tun, dich zu unterbrechen und das ist davon abgesehen,
- 1:57:14natürlich auch extrem interessant und sehr aufschlussreich in vielen, vielen Bereichen.
- 1:57:20Ja, also ich muss eines noch sagen wegen Speisenkombination, weil mich das dann doch durch
- 1:57:25ausgeprägt hat. Eine Sache, die habe ich ziemlich unbewusst gemacht, aber da hat mir ein Winter
- 1:57:33bis heute trägt er mir das im Positivsten noch nach und sagte, es war einer seiner krassesten
- 1:57:38Speisenkombination, der war selber mal Someli im Noma und hat das Relais aufgemacht und ist der
- 1:57:44Anders Frederiks Dean und der war im Winter zu Gast, der war auf eine Hausmeste bei Winnie Kultür
- 1:57:49eingeladen, es war ein Freitagabend, es war Dezember, ich weiß es bis heute noch, er saß
- 1:57:53alleinig auf Platz 1, also Seed One, also wie sagt man, Platz 1, ja sagt man so. Ja, also jeder
- 1:58:02Platz hat in einem Restaurant ja eine Nummer oder jeder Tisch hat eine Nummer und damit wir dann
- 1:58:07im Serviceteam eine Koordination finden, wenn man die Namen ja meistens nicht kennt, ordnet man
- 1:58:13das entsprechend zu und sagt, der Gast sitzt auf dem Platz und wenn man Anweisungen gibt, dann sagt
- 1:58:18man, ich nehme Tisch 4, Platz 3 oder wie auch immer, hat man mit Nummern ungefähr und die gleiche
- 1:58:24zur Ordnung, genau. Dazu auch noch gleich was Lustiges, aber auf jeden Fall gab es irgendwie
- 1:58:30einen Gang, wo ich einen Riffen-Zovenille Blanc rausgesucht habe und davor gab es also einen
- 1:58:39Zwischengang, das war Grünkohl vom Morgen, an dem Morgen vom Marc, der wurde nur 30 Sekunden
- 1:58:48gedämpft, dann wurde eine Bourbon gemacht, aber mit Empirical Spirit und es war nur ein Löffel
- 1:58:53und dazu dieser Wein und dann meinte Anders, also es hat sich dann auch über den Raum übertragen,
- 1:58:59weil ich glaube wir hatten eben 10 von 12 Gästen hatten Weinbegleitung und das hat man schon
- 1:59:05gemerkt, okay krass, was passiert jetzt? Es war sowieso ein Beginn eines Jazz-Konzerts und man
- 1:59:11wusste nicht, wo geht die Reise hin und das war schon teilweise so, ich muss auch sagen,
- 1:59:16weil noch da hatte ich zwei kritische Damen, die so mit verschränkten Armen, obwohl ich
- 1:59:23weiß nicht, ob sie kritisch waren oder verschränkt ist, ist jetzt wieder so deutsch daher gesagt.
- 1:59:27Zwei Personen, die saßen mitten am Tresen und es ist ja interessant, je nachdem wie du platzierst,
- 1:59:33ist ja auch eine eigene Aufgabe, wo sitzt welcher Gast und wie ist was? Da kann ja auch die
- 1:59:38Juliane Winkler ehemals Nobel-HC-Fiel davon erzählen, der kann man auch sehr gut zuhören,
- 1:59:44aber das ist wirklich so, wie platziere ich meine Gäste in einem Restaurant, in so einem 12-Sitz-Platz-Restaurant,
- 1:59:49ist es so unheimlich wichtig, deswegen was ich gerade sagen wollte mit der Klammer auf,
- 1:59:54ja wir haben unsere Gäste ge-googelt. Einfach um zu wissen, wer kommt da,
- 1:59:58wir wussten unsere Stammgäste, jeder hatte so seine, das war dann wie so ein Puzzle, also welcher
- 2:00:04Stammgast sitzt gerne dort in der Ecke, klar dann hatten wir eine Ecke, es ging einmal ums Eck,
- 2:00:09da um die Ecke sitzt natürlich bezüglich der Kommunikation ein Vierer oder Dreier, weil ein
- 2:00:14Vier-Person in der Reihe ist unkommunikativ, du willst ja dann doch miteinander sprechen,
- 2:00:19kommunizieren, dich angucken, deswegen saß der Vierer irgendwo um die Ecke und da hat man schon
- 2:00:24geguckt, wer sitzt, wo miteinander so zusammen und das ist Menschen-Erf, das braucht mal eine
- 2:00:31gewisse Erfahrung und eine Sensibilität meines Erachtens, gehört zu dem wunderschönen Beruf
- 2:00:36dazu, also ich war ja Somali und Gastgeber gleichzeitig und dann, was wollte ich denn sagen,
- 2:00:46hast du genau gegessen zwei Personen, so ein bisschen, so "ah, ne, lass uns jetzt hier drauf ein" und
- 2:00:53sonst was und da war ich noch, was kam Dylan zu mir, ich habe gerade in der Spüle Sachen
- 2:00:57abgeräumt, wir hatten auch keinen Spüler, wir haben alles selber gespült, ob Gläser besteckt,
- 2:01:02bliebla blub, war auch gut so richtig so und dann meinte er, was ist mit denen 2 los,
- 2:01:09sagt denen was, die sind direkt vor meinem Schneidebrett, ich kann so nicht arbeiten und
- 2:01:13das beeinflusst mich und ich meine ich verstehe dich total, wir haben gerade mal die ersten
- 2:01:18vier Gänge, warte mal ab, gib dir noch ein paar Minuten bis zum eben diesen Ziegenfrischkäse mit
- 2:01:24geräucherten Sonnenblumenöl und das war dann so, ich habe den dann, wie ich diese oft diesen
- 2:01:31Gewürztraminer hingestellt und dann sind die verschränkten Arme locker geworden, es ging
- 2:01:36in Licht auf und die sagten okay krass und die sind von ihrem, die hatten glaube ich eine Flasche
- 2:01:41bestellt und die sagten wir müssen die Weinbegleitung trinken, wir ab sofort trinken wir die Weinbegleitung
- 2:01:46zusätzlich oder nebenher oder sonst was, das war so geil, da möchten wir, diese Erfahrung
- 2:01:51möchten wir nicht missen und es war schon so auch dieses Verkaufsding, wir hatten die
- 2:01:59Weinkarte, ich habe die Weinkarte im Ernst nicht komplett jede Saison geändert aber ich habe die
- 2:02:03jede Saison also Frühlings, Sommer, Herbst und Winter neu ausdrucken lassen und bei einem alten
- 2:02:09Buchbinder in Berlin Mitte binden lassen, immer in einem anderen Material, also im Sommer eher Leinen,
- 2:02:16im Winter eher kräftiges Leder, wir hatten dann auch andere Kleidung an, also im Sommer eher was
- 2:02:24weißes, im Winter eher was blaues und haben da so ein bisschen saisonal gewechselt, aber die
- 2:02:30Wein, nicht ganz streng, aber die Weinkarten und der Weinkartenumschlag war immer saisonal, immer
- 2:02:36anders, alle Weinkarten die ich gemacht habe und eigentlich war mein Ziel, es gibt nur eine
- 2:02:40Weinkarte fürs ganze Restaurant und ich mag das dann auch wenn es so abgegriffen ist und ein
- 2:02:45Patina bekommt, auch gerade mit so Leder oder Leinenumschläge finde ich total sexy, aber dann
- 2:02:52haben wir doch relativ schnell gemerkt, dass es Wein Nuts gibt und die brauchen die ganz die
- 2:02:56Weinkarte den ganzen Abend, solche kennst du ja sicherlich auch und dann brauchten wir halt 2, 3 oder
- 2:03:034 sogar, ich weiß es gar nicht immer wie viele wir gedruckt haben, aber das hat dann auch gepasst
- 2:03:09und dann wenn ein Wein mal aus war, habe ich den ganz sanft durchgestrichen und ist gut, aber es
- 2:03:16war dann immer noch irgendwie was da und das Grundgerüst der Weinkarte war stabil, aber man
- 2:03:20hat dann schon geguckt, keine Ahnung, Trossen habe ich auch jeden Tag ausgeschenkt in der
- 2:03:26Weinbegleitung, aber ich habe dann doch schon gemerkt, welche Weine sind zugänglicher im Frühling
- 2:03:30und im Sommer und intensivere dichtere Weine sind dann eher was für spätherbst oder winter und
- 2:03:36das hat tatsächlich, habe ich das so durchgezogen und es hat ziemlich gut funktioniert, aber ich hatte
- 2:03:42auch keine Scheu, wenn es den Steinbutt in der Ichibandashi gehabt mit Lemenmaier und Deckel drauf
- 2:03:48da einen Champagner zu karafieren und den im großen Glas auszuschenken und alle haben gedacht,
- 2:03:53was machst du denn und ich dachte ja mein Bauchgefühl sagt es jetzt, ich muss das jetzt machen,
- 2:03:58ich weiß gar nicht wieso, ich habe gar keine Ahnung, ob das jetzt funktioniert und es war ein
- 2:04:02Supermatch, das noch mal vorhin zu diesen Weinbegleitung oder Speisenkombinationsdingern war,
- 2:04:11das nur Wein, also kann sowas nur Wein oder hattest du da auch alternative Sachen wie keine Ahnung
- 2:04:16sage, also wir hatten sonstiges, es war in der einzigartig oder hast du da auch, siehst du andere
- 2:04:24Ebenen dort, in der Tränkebereich. Wein ist einzigartig, Punkt, aber ich habe damals zu der
- 2:04:35Ernstküche auch ganz klar Sake gesehen, ich aber persönlich, jetzt kommen wir wieder zu dem Punkt
- 2:04:39Demut, hatte einen zu großen Respekt vor Sake, ich habe es ihn noch nicht verstanden, weil also
- 2:04:47natürlich kann man sich belesen und Proben mitmachen und wie wo was funktioniert, ganz klar
- 2:04:52geht alles, aber diese Tradition von Sake habe ich, also ich wollte das nicht einfach so als Mittel
- 2:05:03zum Zweck mitten drin, jetzt haben wir Sashimi Dödödöm und ich mache jetzt den Sake Dödödöm dazu,
- 2:05:10weil es auf jeden Fall funktioniert, weißt du ich meine, ich wusste es funktioniert,
- 2:05:13ich habe es aber nicht gemacht, weil ich nicht einfach nur den Sake benutzen wollte als Produkt,
- 2:05:18weil es zu diesem einen Augenblick funktioniert und was wir dann eher gemacht haben, wir haben
- 2:05:24dann Richie Horton den berühmten DJ eingeladen, weil er macht Sake und ist ein mega der Sake-Typ,
- 2:05:30hat sich krass ausgekannt oder kennt sich immer noch so krass aus und den haben wir
- 2:05:35eingeladen und dann hat der Sake Gastzommelier gespielt und war hinter der Theke und hat Sake
- 2:05:41ausgeschenkt und wir haben ein Menü zur Sake geschrieben und dann kam Sake Nerds aus ganz
- 2:05:49Berlin, Zehlendorf, aber auch aus Düsseldorf, die Leute kamen aus Stockholm angeflogen und
- 2:05:54um dieses Sake-Event mitzumachen und ich denke mir krass natürlich bauen die dann was drum herum
- 2:06:00und gehen noch ins Nobelhardessen und ins Bergen feiern und gehen in die Cafeteria, aber weißt
- 2:06:06was ich meine, das war dann ein Anlass für die Leute nach Berlin zu kommen und damals war Instagram
- 2:06:12mega stark und noch nicht vielleicht ganz so überflutet und dann gab es solche Events auch mit
- 2:06:18den ganzen Kollabos, aber Sake war stark, ich habe immer wieder Sauerbier gemacht, weil wir das sehr
- 2:06:24gerne getrunken haben und sind einmal im Jahr, meistens im Januar auch nach Belgien gefahren,
- 2:06:29weil damals Cantillon und Trifontaine noch kein Vertrieb hatte und es war nur auf Abholung möglich
- 2:06:35und wir hatten manchmal so ein Manga-Litzer-Schweinebauch und da habe ich einfach Sauerbier gesehen und
- 2:06:42mit der Säure und es hat da durchrasiert und wir hatten so eingelegte, ich wollte jetzt,
- 2:06:50was hatten wir, irgendwas eingelegte, das war noch so oben drauf mit Säure, aber als
- 2:06:56war eigentlich durch das Fett, musstest du mit dieser Sauerbiersäure durchknallen und dann
- 2:07:01sind wir nach Belgien gefahren und hatten auch zwei, drei andere noch dann mit immer abgeholt und
- 2:07:06hatten dann halt ein Auto voll mit Sauerbier einmal im Jahr und haben dann doch durchaus das
- 2:07:12immer wieder gemacht und im Dessertbereich muss ich sagen, in der Weinbegleitung, ich bin kein
- 2:07:18Süßweinfan oder früher, ich habe natürlich auch mit Kabi angefangen wie alle oder wie viele,
- 2:07:23glaube ich, Kabi war, ich habe mir gerade eine Mosel, also das kannst du hoch und runter trinken
- 2:07:29und so mit so vielen Sachen, da fällt mir ein, da hat unser Küchenchef damals im Richtershof,
- 2:07:37also es ist echt schon ewig her, so ganz langen geschmorte Kalbsbäckchen gemacht mit so Soße
- 2:07:43und irgendwas puriertem, war auch total egal und da hatten wir an dem Tag, waren wir bei Tarnisch,
- 2:07:50Erben Tarnisch und dann hat sie gesagt, guck mal, ich habe hier so eine Box 92er Guts Riesling gefunden
- 2:07:55und so gereiften Riesling mit so einer Petrolnote und so, was ich heute persönlich nicht mehr mag,
- 2:08:02ich weiß, es gehört dazu, aber damals zu diesem Geschmorten war der Überbänger, aber es holt
- 2:08:09mich heutzutage nicht mehr ab, das darf ich dazu sagen. Was wollte ich sagen? Ach genau,
- 2:08:13wegen Süßwein, Kabi, der Riesling, Mosel, ich spring so hin und her, du merkst es, im Ernst waren
- 2:08:18die Sachen, waren die Sachen nicht so süß, süß und was ich gemerkt habe, was funktioniert,
- 2:08:23ich habe auch Kabi-Netz ausprobiert von der Mosel-Sarur, was hat nicht funktioniert und dann
- 2:08:29ist es doch meine Aufgabe als Somelier, was passend ist zu finden und es waren dann tatsächlich,
- 2:08:35weiß ich, ich habe das ja nicht aus einer Sturheit gemacht, das muss jetzt natural sein, nein,
- 2:08:40das war einfach, weil die Produkte und die Art und Weise, wie die Jungs zubereitet haben,
- 2:08:45die gekocht haben, die Produkte behandelt haben, ging es nicht anders und dann,
- 2:08:52ich habe sehr viel Zitre gemacht, also aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland,
- 2:08:58Zitre in allen Form, Birnequitte, ich fand so eine Mischung aus Apfelbirnequitte immer geil und
- 2:09:06das war halt auch immer eine Punktlandung, weiß ich und dann halt, ich fand das immer schön mit
- 2:09:10Kohlensäure am Ende, leichtem Alkohol, süße Säure, Bitterkeit und das hat die Leute nochmal
- 2:09:16wach gemacht, nochmal abgeholt und wir brauchten da keinen Süß, weil ich habe manchmal auch
- 2:09:25Sauerbier gemacht, also was Fruchtiges, wenn irgendwie Himbeer war, habe ich auch mal
- 2:09:30ein Himbeerbier gemacht und mit Säure rasiert und das hat manchmal auch funktioniert,
- 2:09:35sicherlich manchmal nicht, also das gehört auch dazu, ich konnte es auch nicht perfekt machen,
- 2:09:39wahrscheinlich bis heute nicht, aber irgendwie, also es war immer ganz geil, wenn wir Full House
- 2:09:47Wine pairing hatten, das haben wir dann doch durchaus angekündigt und dann haben wir nämlich
- 2:09:51versucht alles in Marknums zu machen, weil bei 12 Gästen alle Weinbegleitung, weil ich fand
- 2:09:57es so geil, dass alle aus einer, alle haben es aus einer Flasche gekriegt und ich fand nicht so
- 2:10:03sexy irgendwie und das war irgendwie sehr charmant und klar ging es nicht immer, aber am
- 2:10:14Anfang, als wir einen vollen Keller hatten und haben dann auch gemerkt, Eiermarknum zieht bei
- 2:10:20uns, also niemals im Verkauf auf der Karte, aber dann doch durchaus in der Begleitung haben wir
- 2:10:26das dann doch öfters gemacht, wir hatten so ein Patner 214 von Odinsthal, eine Sonderabfüllung
- 2:10:30für uns, glaube ich, damals, es waren 90 oder 120 Flaschen, ich weiß gar nicht mehr,
- 2:10:36dass Andreas damals uns gemacht hat, das war phänomenal, das war immer der Opener, das war
- 2:10:40apparitiv, Champagner, ich hatte immer zwei Champagner auf, das war immer ganz toll,
- 2:10:46weil bei 12 Leuten wusstest du eigentlich auch dazu, 90 Prozent, die eine Hälfte nimmt eher so was
- 2:10:52so blanc de blanc, zitrisch leicht kark und die andere Hälfte nimmt eher was opulentes,
- 2:10:57dunkles Brioche, kräftig säure, weiß was ich meine, vielleicht eher was aus dem Süden und
- 2:11:03ich habe auch wenn die Leute, weil ich finde apparitiv so wichtig, nicht nur als Sellingpoint,
- 2:11:08nicht nur als, oh jetzt haben wir hier 15, 20, 25 Euro gemacht, keine Ahnung, ist total egal,
- 2:11:14der Punkt, sobald du ankommen sagst und diese Last getrunnt hat, du sitzt, du sagst, die Anreise
- 2:11:25hat sich gelohnt, egal ob Berlin Zählendorf, Düsseldorf oder Kopenhagen, du bist jetzt da,
- 2:11:30Schatz, wir haben es geschafft und dann kommt jemand und sagt, hey hier sind zwei Champagner
- 2:11:36zum probieren und das Pärchen kann untereinander probieren, es war nicht dieses Menline-Vibe-Line-Denke
- 2:11:42überhaupt nicht, ich habe beiden eingeschenkt, probiert mal ob ich das gefällt, ich komme in
- 2:11:46eine Minute wieder und wirklich zu 90 Prozent haben die Leute gesagt, eins und eins und der
- 2:11:52Champagner war verkauft, nicht nur aus dem Verkaufaspekt eben, diese Kohlensäure, dieser
- 2:11:57Gaumschmeichler, dieser alle Geschmacksknospen haben sich geöffnet und es war so, es merkst
- 2:12:04du ja auch selber oder ich merke das selber, wenn ich essen gehe und ich trink dann was
- 2:12:08mit Kohlensäure, ob das jetzt ein gutes Bier ist oder ein Glas Sprudel, ob jetzt Champagner,
- 2:12:14Winzersekt oder Patnert sei mal dahingestellt, aber diese Aufgabe, was der Sprudel hat,
- 2:12:19ist, ich bin jetzt bereit, ja jetzt, ich will auch und dieses erleichternde und das hat,
- 2:12:27also da finde ich einen Apparativ, ich finde Apparot total geil muss ich sagen, ich finde
- 2:12:32es auch so toll, wenn du dann durch Frankreich ziehst und dann so, ah ja okay Feierabend,
- 2:12:3818 Uhr jetzt trinken wir erstmal einen Apparot, auch so zum Runterkommen und ja wir sprechen
- 2:12:42immer noch über Alkohol, ich weiß, aber es gibt da ja auch tolle Alternativen, aber
- 2:12:47dieses, man zelebriert es irgendwie so oder man hat es irgendwie so ein Anlass und das
- 2:12:54habe ich im Restaurant mit Apparativ doch durchaus gemerkt und das war ganz toll, also
- 2:13:00Champagner haben wir hoch und runter gemacht, also jeden Tag und danach eben so Patnert,
- 2:13:07Odinstal oder war es damals, war es ein Patnert, ich glaube schon, ja, als zweites Getränk
- 2:13:14und natürlich muss er dann von der Reihenfolge somelitechnisch gucken, jetzt darfst du nicht
- 2:13:19nochmal Schaumwein machen, jetzt darfst du keine zweimal, zwei reduktiven Weine hintereinander
- 2:13:24machen, weil es vielleicht die Leute zu sehr beansprucht hat, das ist zu anstrengend für
- 2:13:28den Gast und da habe ich dann schon irgendwie gespielt, aber es war doch durchaus sehr viel
- 2:13:34Bauchgefühl dabei und ja und auch, ich muss sagen, das habe ich auch durch Billy gelernt,
- 2:13:41ein Gefühl für die Weine zu bekommen, wann mache ich die auf, weil als Someli hast du ja nicht
- 2:13:47viele Aufgaben, ich bin jetzt mal, ich trinke jetzt noch ein Schluck Wein und dann sage ich mal was
- 2:13:51Böses, viele Somelis sind arrogant, ich habe mich damals eingeschlossen, habe das nicht verstanden
- 2:14:02wieso, arrogant als Schutzschild heraus, weil ein Someli kreiert nichts und ist jetzt bitte nicht
- 2:14:07falsch verstehen an die Leute, die zuhören oder du ja auch nicht bitte, sie kreieren kein Gericht,
- 2:14:15sie haben nicht die Rezeptur, sie setzen sich nicht wie ein Küchenchef oder eine Küchenkruhe mit
- 2:14:21irgendwie einem Produkt oder einem Gang auseinander, genauso wenig stehen sie nicht im Winger und
- 2:14:26kümmern sich nicht nur, sind nicht nur bei der Lese dabei, sondern sind jeden Tag, ein ganzes Jahr,
- 2:14:32ein ganzes Leben, sind für dieses Weingut da, für diese Rebsorte da, für den Winger da,
- 2:14:39aber was ein Someli hat, was seine Aufgabe ist, im richtigen Augenblick die richtige Flasche für
- 2:14:47den richtigen Anlass für die richtigen Leute aufzumachen, zu wissen was er im Keller hat,
- 2:14:53was ist wie kalkuliert, weil wo was habe ich da und dann wenn er Glück hat, wenn er richtig gut ist,
- 2:15:00schenkt er das noch im richtigen Glas aus und in der richtigen Temperatur. Und für mich war
- 2:15:06das eine ganz große Aufgabe als Someli, weil ich bin dann doch durchaus soweit gegangen und hab
- 2:15:13Weinetage vorher aufgemacht oder eher schwieriger, aber am Morgen, ich bin auf die Arbeit,
- 2:15:21erste Menübesprechung und dann hieß es den und den Gang gibt es heute, manche, oh cool,
- 2:15:25ich habe jetzt noch sechs Stunden bis zum Service, ich karafiere jetzt den Wein,
- 2:15:29gebt ihm eine halbe Stunde Luft und stütte ihn zurück in die Flasche, weil der Wein hat ja,
- 2:15:34wenn du Weinbegleitung hast, nicht die Möglichkeit zu zeigen, was er kann über den ganzen Abend,
- 2:15:41wie wenn du jetzt eine Flasche aufmachst, über zwei, drei Stunden trinkst, wenn es so lange hält und
- 2:15:47du sagst gleich beim letzten Schluck, wow, schatz, merkst du, jetzt macht er auf, jetzt kommt er oder
- 2:15:52man erlebt, dass durch Temperatur, durch Luft, aber bei der Weinbegleitung hat der Wein ja nur
- 2:15:58diese eine Chance, genauso wie der Gast, genauso wie der Someli und ich finde es eine ganz wichtige
- 2:16:03Aufgabe, dann den Wein so zu präparieren, das muss man dem Gast ja auch gar nicht sagen,
- 2:16:08ich habe jetzt den Wein sechs Stunden vorher für sie auch gemacht, Bullshit, sei doch ein bisschen
- 2:16:13zurückhaltend, du merkst es doch, wenn der Gast schmunzelt oder merkt oder das mit einer Lust ist
- 2:16:21und trinkt und dann nur diesen Einstück zu diesem Eingang und du hast den Gedanken gemacht und
- 2:16:25es funktioniert noch, weil du Glück hattest und sagst ja, geil, aber dafür musst du den Wein
- 2:16:30vielleicht vorher kennenlernen und irgendwie dann doch sechs Stunden vorher aufmachen, weil er nur
- 2:16:35diese eine Chance hat und im Rutz sind wir soweit gegangen, da hat Billy teilweise ein Wein drei
- 2:16:42Tage vorher aufgemacht oder vier Tage vorher aufgemacht und dann immer genau so in dem Rhythmus
- 2:16:47das dazu ausgeschenkt, daher kam dann auch diese Idee und da habe ich das so ein bisschen adoptiert,
- 2:16:55was jetzt ja auch kein Geheimnis ist, aber es war ein Werkzeug. Was die wenigsten aber wirklich
- 2:17:01machen, war das dann mit Planen, also dass jetzt zum Beispiel Billy oder Dread später im Ernst
- 2:17:05hingegangen seid, also ihr hingegangen seid und gesagt habt okay der braucht zwei Tage oder habt
- 2:17:12ihr den einfach aufgemacht und geschaut, wie er sich entwickelt und irgendwann den richtigen
- 2:17:17Zeitpunkt abgepasst und den dann kombiniert, also war das mit Planen oder war das rein aus der
- 2:17:21Entdeckungsfreude und der Freigeistigkeit heraus? Entdeckungsfreude und Freigeist, weil durch den
- 2:17:30ständigen Menü wechseln, also ich muss auch, konnte ich nicht Tage vorher Weiner aufmachen,
- 2:17:35wenn dann am selben Tag, aber das heißt ja nicht, dass am selben Tag mitten am Abend das Menü
- 2:17:41geändert wurde, weil wenn uns was am Grill nicht gelungen ist, dann hat er gesagt, wir
- 2:17:46skipen den Kurs, den Gang, macht ja auch nichts, weil ob das jetzt 31 oder 32 gänge sind, ist
- 2:17:52doch total egal, es zählt auch der Gast nicht, deswegen haben wir am Anfang auch keine Menükarte
- 2:17:56gegeben, sondern erst am Ende des Abends, wenn die Gäste gegangen sind, aber ich sag schön,
- 2:18:02dass sie da waren, hier haben sie noch das und die Menükarte, weil wenn du die Menükarte am Anfang
- 2:18:09vor dir hast und sagt, oh Schatz, jetzt kommt das Ei, jetzt kommt der Kartoffelgang, jetzt kommt
- 2:18:13der Steinbutt, du hast gewisse Erwartungen, aber wenn du die Menükarte nicht vor dir hast, hast du
- 2:18:19diese Erwartung nicht, du lässt dich überraschen, du lässt dich viel mehr darauf ein und da hatten
- 2:18:24wir ganz tolle Erfahrung und dann kann es halt durchaus mal sein, dass ein Gang weggelassen wurde,
- 2:18:29aber genauso, dass ein Gang dazu adoptiert wurde und dann hieß es, wir bauen jetzt um oder wir
- 2:18:34wechseln jetzt und dann hat er schon immer gelacht, weil das war natürlich eine Aufgabe und das war
- 2:18:38dieses Kücheservice Spiel, aber ich habe mir genauso mitbedient, genauso wie die mit Getränke
- 2:18:43ausgeschenkt haben, also jetzt nicht kommentiert, aber wenn ich am Sitz 1 oder Platz 1 irgendwie
- 2:18:51festgenagelt wurde, weil der Gast noch zwei, drei Spezialfragen hatte, wie der Hund von der
- 2:18:55Winz-Arin heißt oder sowas, du weißt was ich meine und mein Kollege ist so aufmerksam am Ende
- 2:19:01der Theke und sieht mich und sieht, ah der braucht jetzt so der Krabbe irgendwie nochmal den Alligoté,
- 2:19:08dann geht er rum und schenkt nach, weißt du wie ich meine und das war schon so manchmal wie so,
- 2:19:17ja wie im Sport, weißt du, du weißt wie der andere läuft oder rennt und du schießt oder wirfst
- 2:19:22einfach einen Ball blind und du weißt der andere fängt oder kriegt den und so war dann auch die
- 2:19:31Dynamik an dem Abend und das war natürlich ganz toll und herausfordernd und das war dann auch mit
- 2:19:37Wein und natürlich musst du dann auch mal schnell agieren und die Leute haben dann auch mal geguckt,
- 2:19:40wenn du einen Wein gerade bei weißen, jungen Sachen doppelt karafiert hast, also in die Karaffe
- 2:19:46und zurück in die Flasche und ohne Tropfen daneben und ohne Trichter und die Leute gesagt haben,
- 2:19:52was machst du da jetzt und das war schon so, die Denke, die konnten ja auch nicht dekantieren und
- 2:19:58karafieren unterscheiden und sehr arrogant wieder gesagt und salopp, aber du weißt was ich meine,
- 2:20:03das macht man doch nur mit Rotwein, ja das habe ich so auch früher gelernt und aber ja,
- 2:20:08das kommt dann halt dann doch drauf an oder den Wein für den übernächsten Gang schon mal rauszustellen,
- 2:20:13dass der Temperatur bekommt, weil der halt mit 12 Grad viel besser agiert, als wenn der 7 Grad
- 2:20:19Kühlschrankhalt ist, weil es dann nicht funktioniert und gerade in der Begleitung muss man dann doch
- 2:20:25viel mehr agieren und viel mehr irgendwie dran arbeiten, ich bin aber auch großer Fan, ich
- 2:20:34persönlich trink keine Begleitung in Restaurants, außer bei wenigen, denen ich irgendwie ganz von
- 2:20:39Herzen vertraue, wie zum Beispiel Billy oder so, aber ich bei so einer tollen Weinkarte,
- 2:20:44die er hat, würde ich immer Flaschen trinken und ich finde es auch ganz toll, mal einen Wein,
- 2:20:50einen Weißwein nicht zurück aufs Eis zu stellen, sondern draußen zu lassen und warm werden zu
- 2:20:56lassen und wenn der allerletzte Schluck zu warm ist, ist egal, du hast so viel daraus gelernt,
- 2:21:01also ich kann das für mich alles abspeichern und lerne daraus so viel und das war auch immer
- 2:21:08mein Antrieb dieser Lernfaktor, durstig zu bleiben, hungrig zu bleiben, diesen Wissensdurst
- 2:21:14nicht zu verlieren, also bis heute, sonst würde ich das Thema auch nicht weitermachen.
- 2:21:19Auch mal Mut zu haben, einen Rotwein temperiert, nicht gekühlt, also ja temperiert zu trinken,
- 2:21:28viele sagen, wie du kühlst jetzt einen Rotwein, ne ich bring den auf Temperatur, wenn ein feiner
- 2:21:34zater, eleganter, Pinonater, fällt auch mal meinesachtens je nach Anbaugebiet und Stelistik
- 2:21:40und Ausbauweise ticken Kühler getrunken werden, dann hat er mehr Säure und sonst was und ich
- 2:21:46muss dazu sagen, auf der Hotelfachschule damals, es wurde uns eingetrichtert, weißwein Kühlschrank
- 2:21:50halt, alle Rotweine, Zimmertemperatur, ja was ist Zimmertemperatur, ganz ganz früher mal 17 Grad,
- 2:21:57heutzutage 21 Grad und wenn ich bei einem Gasthof bin oder Italiener bin und sehe da die Rotweine
- 2:22:05oben auf dem Kühlschrank und es ist Bullekheiß, ich werde ein Teufel tun und dort einen Weinen
- 2:22:09bestellen, da trink ich lieber Wasser oder Bier, weiß was ich meine. Ich denke auch, 21 Grad Raumtemperatur,
- 2:22:16dann fragte ich jemand, ob du deine Rechnung nicht bezahlt hast, also es ist wahrscheinlich eher
- 2:22:20bei 25 bis 27 Grad, aber du weiß was ich meine und bis heute noch. Es ist total, total extrem
- 2:22:26prägende Zeit für dich, die du ja nicht lebt hast und viele Sachen waren sie nicht,
- 2:22:30dann auch richtig live ausprobiert hast. Gibt es für dich einen Laden, wo du gerne noch mal so
- 2:22:38was durchleben würdest, also wo du gerne noch mal arbeiten würdest? Also ein Laden, den ich wirklich
- 2:22:45mit allem liebe, ist der Pankratiushof in Mainz, vom Paul, der damals mit des Ernst aufgemacht
- 2:23:00als vierte Person und der ist dann irgendwann aus familiären Gründen zurückgegangen nach Mainz
- 2:23:08und hat den Hof übernommen von den Eltern und hat dann das Restaurant Pankrats gemacht und ich finde
- 2:23:12es ganz, ganz, ganz toll, was der macht mit der Bäckerei, mit dem Hofladen, mit dem Restaurant,
- 2:23:17wo du Bistro, Style, Essen kannst, Sharing, Plates für 65 Euro pro Nase und gehst happy raus und
- 2:23:25satt, genauso wie du Tastingmenü für keine Ahnung was essen kannst und dann hast du noch eine
- 2:23:32Sauerteigpizzeria in der Stadt drin. Also da bin ich immer wieder gerne ein, zwei Mal im Jahr als
- 2:23:38Gast Sommelier und es macht ganz, ganz große Freude mit dem Wein, also die darf ich auch beraten und
- 2:23:46bin mit dem Sommelier, mit dem Max auch sehr enger und wir hören uns öfters und was gerade so in
- 2:23:52der Weinwelt abgeht und probieren und schnacken und kalkulieren und gucken was gerade so passt.
- 2:23:58Da bin ich tatsächlich immer gerne, wo ich noch arbeiten wollen würde. Wüsste ich so gar nicht,
- 2:24:08ich glaube schon eher was Legeres. Also ich mochte es, ich war so manchmal im Geheim auch bei Billy
- 2:24:17im Nobelhard und einfach auch aus Sympathie gründen. Manchmal hatte ich, bevor wir es ernst
- 2:24:22aufgemacht haben und ich hatte dann mal so ein Freitagabendzeit und Kete, meine Frau,
- 2:24:26hat da gearbeitet und denen ist die Aushilfe ausgefallen, dann haben die mich angerufen.
- 2:24:31Geiler kannst du mal kommen, Gläser polieren heute, dann stand ich da und habe zwei Stunden
- 2:24:36lang Gläser poliert, was ich total gut fand. Also Nobelhard größter Respekt, gastronomisch,
- 2:24:43Weinkarte, Billy, was der macht ist für mich irgendwie brech, also es bricht einfach die
- 2:24:54Lanzen irgendwie, also sozialkritisch, politisch, aber auch vor allem auch gastronomisch und da
- 2:25:02würde ich, das stimmt, ich war auch einmal mit Steve und der jetzt ja dort ist und damals mit
- 2:25:09Johannes bei einem Emedio Peeper Abend Gastzommelier und durfte die ganzen Sachen auschenken. Das war
- 2:25:14auch richtig toll. Ich würde glaube ich nochmal gerne mit Jan Hugele arbeiten, wenn mir in Kopenhagen,
- 2:25:20der macht jetzt gerade seinen eigenen Laden auf, der war ja früher Fissgebaren, weil das auch so
- 2:25:25ein Typ ist. Wir haben beide eben in Kreuzberg am Kanal gewohnt und hatten sehr viele schöne
- 2:25:30Tage, Abende und Nächte zusammen. Mit dem würde ich glaube ich nochmal gerne zusammenarbeiten,
- 2:25:38irgendwie so. Wenn mich jetzt fragen würde, ich könnte mir jetzt einen Wochenende aussuchen,
- 2:25:44würde ich sagen ja, Kopenhagen. Ich glaube aber auch wegen der Selbstverständlichkeit dort und
- 2:25:49vom Rhythmus her, vom Stil her, von der Energie her, das was wir jetzt auch hier so versuchen,
- 2:25:58ist ja dort oder Kopenhagen, Amsterdam, Paris irgendwie schon ins tägliche übergeflossen. Aber
- 2:26:06ja, ich würde, wenn dann glaube ich bei ihm in Kopenhagen nochmal irgendwie was zusammen machen.
- 2:26:11Ja, sehr cool. Was wärst du auch Stzommelier? Also du bist jetzt in dem Sinne kein Stzommelier,
- 2:26:17du hast viele andere Ebenen, die du gerade bespielst, aber grundsätzlich in der Zeit damals,
- 2:26:24vielleicht auch im Ernst, hätte jemand sagen müssen, ich wäre richtig gerne Hochstabler geworden.
- 2:26:30Wirklich. Also so, ich bin Hochstabler bei was ganz Tolles. Ich glaube Gastronomie hat auch
- 2:26:41irgendwas mit Hochstablerei zu tun. Jetzt hab ich's. Ja, also übertrieben, das übertriebene,
- 2:26:49also damals, weil sie noch in meiner Lehre, da hatten wir eine Oberkennerin, die war immer so sehr
- 2:26:54gerne mit Freude, weißt du, dieses sehr gerne und dieses Aufgesetzte und eigentlich stimmt es ja
- 2:27:00gar nicht. Du kannst doch nicht bei jedem Satz sehr gerne mit Freude hinten ran und dann noch in
- 2:27:05so einem Singen-Sangenton. Das ist doch einfach eine Lüge, weißt du wie ich meine und das fängt
- 2:27:10bei mir Hochstablerei an und deswegen fand ich das schon immer interessant. Und das,
- 2:27:14weißt du, wenn zum Beispiel so eine Persönlichkeit, ich muss noch mal Billy sagen, aber wenn der,
- 2:27:20ich weiß noch, im Rutsabend, der war, da hab ich ihn so unfreundlich erlebt, da dachte ich wieso.
- 2:27:25Aber dann steht der an Tisch 6 und sagt so aus voller Herzen, aus voller Brust heraus gerne und
- 2:27:34gemerkt, dass wie das Raum füllend ist und er meinte das ernst in dem Augenblick, der hat
- 2:27:39diesen Gefallen oder was auch immer er da gemacht hat, wirklich als Gastgeber sehr gerne gemacht.
- 2:27:46Und ich finde zum Beispiel dieses sehr gerne oder gerne, ich übertreibe da ja auch immer ein bisschen.
- 2:27:52Ich sage das auch immer überspitzt, das ist so ein bisschen diese Berufskrankheit oder ich habe
- 2:27:58heute Abend den besten Tisch für sie. Ja, das ist gut verkauft, aber weißt du wie ich meine,
- 2:28:02wer für wen manche sitzen auch am liebsten in der Ecke im Katzentisch und haben ihren
- 2:28:08sitzen direkt gerne am Eingang, der anderen lieber im Eck oder manche auf dem Podest oder keine Ahnung.
- 2:28:13Da muss man auch wieder auf den Gast eingehen. Je nach Restaurantkonzept natürlich im Ernst,
- 2:28:19gab es keinen besten Platz, da gab es einfach nur zwölf Sitzplätze in der Reihe oder einmal um die
- 2:28:24Ecke, aber alle Plätze waren gleich und ich glaube Hochstabler, einfach dieses, ja dieses Drum
- 2:28:33herum, irgendwie finde ich das attraktiv, aber ich weiß was du meinst, natürlich so ein Beruf,
- 2:28:38Beruf. Du kannst stehen lassen, finde ich super, also will ich dir gar nicht dir irgendwas abbringen,
- 2:28:46welcher Wein wirst du, wenn du ein Wein wirst? Ungeschwefelter Riesling vielleicht?
- 2:28:53Ich sage das jetzt, wir hatten das Thema Schwefel ja noch gar nicht und es finde ich auch gut,
- 2:28:58dass es so außen vor bleibt, du hattest es ja ganz am Anfang so ein bisschen rausgekitzelt.
- 2:29:06Wahrscheinlich hätten wir dann eine sechstunden Runde fahren müssen, vielleicht machen wir es
- 2:29:11in der zweiten Runde doch mal, aber ich glaube, das hat auch diskuntionswürdig und total auf jeden Fall
- 2:29:17sehe ich auch so. Ungeschwefelter Riesling? Ungeschwefelter Riesling, weil ich muss auch sagen,
- 2:29:23damals mit diesem Erlebnis war das halt eben so prägend und eine Sache zum
- 2:29:31Schwefel und da werden jetzt vielleicht auch manche sagen, ach das ist Bullshit, aber es ist nur meine
- 2:29:36Meinung, ich kann ja nur für mich sprechen. Serio, das war so, dass mich mal jemand fragte, was ist
- 2:29:42für dich Schwefel und es ist für mich ein, und ich mache das dann bildlich in Weinproben,
- 2:29:48die ich monatlich in Stuttgart halte, für Leute, die sich für zweieinhalb Stunden sich entscheiden,
- 2:29:54sich hinzugeben und in den Raum reinzukommen, den ich dann in dem Augenblick moderiere und
- 2:30:02Gastgeber bin und Weiner ausschenke. Schwefel ist für mich sowieso ein Rahmen und es hat eine
- 2:30:10gewisse Grenze und es ist ganz oben und es ist sehr, sehr, sehr guter Wein, High End Wein,
- 2:30:15ja, verstehe mich nicht falsch, der kann aber auch ganz unten sein, ist aber auch nicht so schlecht,
- 2:30:20weißt du wie ich meine, aber jetzt nehme ich mal meine Hände weg und habe gar kein Bild mehr vom
- 2:30:25Rahmen und dann habe ich auf einmal ungeschwefelten Wein, der kann ganz unten sein am Boden, wo
- 2:30:31geschwefelter Wein gar nicht sein kann, fehlerhaft Maus und Flüchtige zum Tode und Uhu und sonst was,
- 2:30:37ja, hatte ich auch schon alles im Glas, jeder von uns vielleicht, geht nicht, aber dann kommt jetzt
- 2:30:43dieser Punkt, der Wein kann oben an der Decke sein, weil er kein Schwefel hat, der kann so lebendig
- 2:30:50sein, wo für mich persönlich ein geschwefelter Wein nicht sein kann und er hat so viel Freiheit,
- 2:30:57so viel Freigeist, so viel Leichtigkeit, dass er da oben schwebt und das schwingt in meinen,
- 2:31:05in meinen ganzen Körperzellen, Energiewasser, Mineralwasser, Bachwasser, elementar, essentiell,
- 2:31:12das ist dann für mich so bereichernd und das merke ich dann in dem Augenblick, ob dann ein
- 2:31:19Wein geschweffelt ist oder nicht oder Hardcore geschweffelt oder wenig geschweffelt oder im besten
- 2:31:23Falle gar nicht, um nur einmal dieses Thema ganz kurz angerissen zu haben, wieso ich persönlich
- 2:31:29gerne lieber ungeschweffelt trinke. Und den Wein, die wir jetzt im Glas haben, ist für dich ein
- 2:31:36eingerahmtes Erlebnis, also der ist für dich limitiert, der ist für dich begrenzt, der ist für dich,
- 2:31:41ist der für dich gut oder schlecht, kann man nicht sagen, trotzdem trinkwürdig oder... Ja, ich habe
- 2:31:48jetzt zwei Gläserintos. Das ist in diesem Rahmen, man hat alles, was du hast, das ist, du schmeckst die
- 2:31:55Dichte, du schmeckst die Reife, du hast deine Riesling-Assoziation und das ist ja auch alles
- 2:32:00richtig. Du hast dieses Schwanz, du hast die Säure. Das ist das das ist das mach im wichtigsten Sinne, finde ich.
- 2:32:05Absolut. Aber es ist jetzt keine Flasche, die ich mir zu Hause privat jetzt erwerben würde oder
- 2:32:13reinstellen würde oder mit allerbesten Falle, was ich am allerliebsten mache, mit Freunden teilen
- 2:32:19würde, weil man ist ja ja auch so ein bisschen gastrokrank, das ist ja auch so ein bisschen
- 2:32:24vorurteilsmäßig, wenn man jetzt irgendwo hingeht und es heißt, hey, wir essen und trinken heute Abend,
- 2:32:30die Leute bringen ja, also jetzt in meinem Kreis irgendwie die Leute bringen ja ganz, also die
- 2:32:35Weinhörts, ja, aber die Leute, die mit Wein nichts zu tun haben, die sagen, wir bringen jetzt
- 2:32:39lieber nichts mit, weil der geiler, der bringt ja Wein mit oder sowas und das ist dann auch irgendwie
- 2:32:43okay und das ist, ich bringe ja dann nichts provozierendes mit außer es ist gewollt. Ich weiß
- 2:32:51noch unter uns die Kaffee Rösterreihe, ein guter Freund von mir und dann meinte Stefan der Kaffee
- 2:32:55Röster so, hey, bring mir mal was mit mit Säure, ich will mal so richtig Säure erleben und dann
- 2:33:01hatte ich Brießling mit, eben von Trossenpyramide 19, geil, blibla blub, aber danach hatte ich ein
- 2:33:06Sauerbier mit und es hat halt natürlich alles wegrasiert und meinte, okay, jetzt weiß ich,
- 2:33:12wo wie Säure sein kann und ansonsten ja, das ist zu dem Wein zurück, das ist gut gemacht,
- 2:33:25das ist traditionell, das hat Dichte, das hat alles in einem gesetzten Rahmen und ist sauber und
- 2:33:30tut nicht weh, bis jetzt noch nicht. Aber hat es für dich eine gewisse Klasse, also wenn
- 2:33:35ja, es hat eine gewisse Klasse, aber es hat, du würdest ihn auch trinken, wenn du jetzt zu mir
- 2:33:41zu Besuch kämes oder du hättest mich eingeladen, wir sehr säßen zusammen, ich hätte diesen Wein
- 2:33:44dabei, würdest du sagen oder würdest du dich verweigern? Nee, verweigern tu ich nicht, das wäre
- 2:33:50wieder dieser Arroganz, aber ich hatte so Erlebnisse in Stuttgart, wenn wir mal so Runden haben und
- 2:33:57jeder bringt blind eine Flasche mit, ja und es geht gar nicht um den Thema, aber es sind 6, 7 Leute,
- 2:34:036, 7 Flaschen und jeder, ah, ich hab was, ich hab was und jeder denkt, ah, jetzt bin ich dran und da
- 2:34:08hatte ich schon das Erlebnis, wo ich sagte, ah ja, okay, cool, schön, danke, dass du es mitgebracht
- 2:34:14hast, ich trink ein Glas und setze danach aber oder einen Schluck und setze dann aber eher aus,
- 2:34:19weil ich merke, ah, okay, das ist nicht meins, was mich in dem Augenblick so abholt und befriedigt
- 2:34:25und dann geht es ja auch schon wieder weiter. Ich würde aber natürlich schon, ich bin immer
- 2:34:31offen und ich probiere immer gerne und es kommt ja dann drauf an, bleibe ich bei meinem Probierschluck
- 2:34:37oder will ich jetzt unbedingt noch ein zweites, drittes, fährt das Glas davon, weißt du? Darum
- 2:34:43geht es ja dann auch irgendwie, aber ich würde mich nicht verweigern, aber wenn ich selber die
- 2:34:50Auswahlmöglichkeit habe, hätte dann wäre das vielleicht wahrscheinlich was anderes. Wenn man
- 2:35:14Toskana hört, also wenn man überhaupt an Weißwein denkt, kommt eines sich ja nicht in den Sinn,
- 2:35:20Schadownee. Die weiße Rebsorte, die Weinwelt gravieren spaltet, denn keine andere Rebsorte
- 2:35:26rangiert so zwischen Olymp und Billigware. Kaum eine Rebsorte hat so viele Gesichter,
- 2:35:32wenn die Schaden nicht. Kaum eine Rebsorte polarisiert so stark wie der Schadownee und
- 2:35:36darum ist es mir eine Freude, einen Schadownee zu empfehlen und ja, unbedingt und gerne einen
- 2:35:42Schadownee aus der Toskana. Denn hier im Herzen der Toskana, eingebettet zwischen echt malerischen
- 2:35:48Weinbergen, liegt das Weingut Isole Olena. Hier im renommierten Chianti Klassikengebiet entsteht ein
- 2:35:55Wein, der alles mit dieser Rebsorte nur mögliche in sich vereint, der Isole Olena Schadownee,
- 2:36:01Kollezion der Private 2023. Ja, nicht nur kreativ, sondern vielleicht sogar ein bisschen verrückt
- 2:36:07ist man durchaus auf diesem Weingut, dessen Ursprünge bis in zwölfte Jahrhundert zurückreich,
- 2:36:13als die beiden namensgebenden Dörfer erstmals dokumentiert wurden. 1956 dann erwarb die
- 2:36:19Familie de Marqui das Anwesen, vereinte die beiden historischen Siedlung zu einem einzigen
- 2:36:24Weingut. Paono de Marqui, ein Visionär mit hymantesischen Wurzeln übernahm 1976 die Leitung des
- 2:36:31Gutes und prägte es maßgeblich. Sein unermüdliche Streben nach Qualität und Authentizität führte
- 2:36:38zu einer Renaissance der Toskanischen Weintradition. Besonders bemerkenswert ist sein angese
- 2:36:43Maum den Zanggewese und zeugt von seiner traditionellen Seite. Und nicht selten steckt in so viel
- 2:36:48bodenständigem, aber eine gewisse Neugierde und ein kleiner Hang zur Experimentierfreude. Und das
- 2:36:54brachte ihn dazu internationale Rebsorten wie eben den Schadownee in die Toskanische Landschaft zu
- 2:36:59integrieren. Und dieser Rebsort ein komplett neues Gesicht zu schenkt, die Mene der Toskana. Seine
- 2:37:05Weine beweisen, dass die Verbindung von internationaler Rebsorte zu lokalem Terror zu herausragenden
- 2:37:11Ergebnissen führen kann. Ein prägendes Erlebnis für Paono de Marqui war seine Reise nach Kalifornien
- 2:37:16in den frühen 1970er Jahren. Dort erlebte er hautnah die Innovationsfreude und dem Pioniergeist
- 2:37:22der amerikanischen Winze. Diese Eindrücke inspirierten ihn, bei seiner Rückkehr nach
- 2:37:27Italien neue Wege zu beschreiten und internationalen Rebsorten wie den Schadownee eine neue Heimat
- 2:37:34zu schenken. Diese mutige Entscheidung legte den Grundstein für die heutige Exzellenz des
- 2:37:38Schadownee-Kollektionen privater. Denn der Schadownee-Kollektionen privater 2023 von
- 2:37:43Nisole Oléna ist nicht nur das Ergebnis gluger Weinbergsarbeit, sondern der Ausdruck einer
- 2:37:49geistigen Haltung. Er steht für einen Mut zur Differenzierung zur stetigen Weiterentwicklung
- 2:37:54ohne den Bruch mit dem Gewachsenen. Diese Verbindung aus Reflektion, Handwerk und Risikobereitschaft
- 2:37:59ist es, die dem Wein seine Spannung verleiht. Ein besonders aufschlussreicher Moment ereignete
- 2:38:05sich im Jahr 1987 als Paolo de Marqui entschieden, die Produktion der Schadownee-Kollektionen
- 2:38:10nicht länger nur als Experiment zu begreifen, sondern als ernst zu nehmen dem Bestandteil
- 2:38:16seines Portofurios. Die Trauben stammen aus hochgelegten Parzellen auf 350 bis 450 Meter
- 2:38:22über den Meeresspiegel, wo kalkhaltige und schieferhaltige Böden dominieren. Diese
- 2:38:27Bodenbeschaffenheit kombiniert mit der nordöstlichen Ausrichtung der Weinberge, was seinerzeit
- 2:38:32schon revolutionär war, ermöglicht eine langsame Reifung der Trauben und bewahrt ihre natürliche
- 2:38:37Frische. Nach der selektiven Handlese werden die Trauben sanftgepresst und der Mosin-Pies
- 2:38:43in 228 Liter Fässern aus französischer Eiche vergoren, wobei nur ein Teil in der Regel 30
- 2:38:49Prozent der Fässer Neues. Der Wein reift anschließend für 11 Monate auf der Feinhefe,
- 2:38:53begleitet von regelmäßiger Badonage, was ihm eine zusätzliche Komplexität und Textur
- 2:38:58verleiht. Was diesen Wein so bemerkenswert macht, ist sein Ruhe. Er versucht nicht zu
- 2:39:03gefallen, sondern überzeugt durch Tiefe. Kein vordergründiges Holz, keine aufgesetzte
- 2:39:09Frucht, kein kalkulierter Wow-Effekt, stattdessen ein feinmaschiges Aromengewebe aus Frucht,
- 2:39:14Säure mit der Radität und Textur, gewebten Geduld, Erfahrung und einem tiefen Verständnis
- 2:39:20für das Potenzial des Ortes und der Erkenntnis aus der Riebsorte. Stellen wir uns folgende
- 2:39:25Szene aus dem Jahr 1995 vor, wie sie tatsächlich stattfand.
- 2:39:29Ein herbstlicher Abend im Chianti. Das Licht, der tiefstehenden Sonnen tanzt über den Kämmer
- 2:39:34der Riebstöcke, schon da kriegt man Gänsehaut. Paolo de Marchi steht mit seinem Glaschado
- 2:39:39ne in der Hand auf einer kleinen Mauer am Rande eines seiner höchsten Weinberge. Neben
- 2:39:43ihm eine Gruppe junger Inologen. Der Blick schweift über die Landschaft. Und was de Marchi
- 2:39:48dann sagt, ist bezeichnend. Es ging mir nie um Stil. Es ging mir immer um den Ort. Der
- 2:39:54Stil ergibt sich ganz alleine, wenn man dem Ort zuhört.
- 2:39:58Dieses Szene ist nicht nur eine Anekdote, sondern ein Schlüssel zum Verständnis dieses
- 2:40:02Weines. Der Schadoneekollektion, ein privater 2023 ist kein Statementwein, kein Prestigeobjekt,
- 2:40:07sondern ein dialogischer Wein. Einer, der zuhört, einer, der seine Herkunft spricht,
- 2:40:12einer, der bleibt. Der Issole Olena, Schadoneekollektion, ein privater 2023 ist kein lauter, kein demonstrativer
- 2:40:19Wein. Fiemer ist ein stiller Revolutionär, ein Schadoneeder zeigt, was möglich ist.
- 2:40:23Wenn man dem Terror, der Rebsorte und der Zeit mit Demut begegnet. Ein Wein für Sommys
- 2:40:28die Tiefe suchen. Für Winzer, die ihr Handwerk verstehen. Und für Journalisten, die ihre
- 2:40:33Geschichten lieben. Und die mehr, als nur über die Ketten erzählen. Und natürlich
- 2:40:37ein Wein für Weiendiebhaber, die sich gerne um Wein fallen lassen und dessen Tiefe suchen.
- 2:40:42Ein torskanisches Meisterwerk mit internationalem Geist und lokalem Herzen. Vielen lieben Dank
- 2:40:47dafür. Noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Konziuini.
- 2:40:53Stimmt schon, ich denke immer Berlinmäßig. Ich war da 13 Jahre und es war natürlich sehr
- 2:41:08prägend und wenn ich überleg, ich bin ja im Restaurant am ersten Seating und bin um
- 2:41:1120.30 Uhr wieder raus, habe ich natürlich vielleicht noch Lust und Motivation weiterzuziehen und
- 2:41:18weiter zu machen. Aber wenn ich jetzt einen Abend im Ernst sehe und wie viele Leute sitzen
- 2:41:23geblieben sind und gesagt haben, boah geil. Also es sind ungefähr die Hälfte, nicht mehr
- 2:41:27doch die Hälfte sechs Leute, die gesagt haben, boah, können wir noch eine Flasche trinken?
- 2:41:32Können wir noch ein Sauerkirch trinken? Also wie viel Sauerkirch dann ging? Wie viel
- 2:41:35Champagner dann ging? Wie viel Schnaps dann ging damals von Stählemühle? Heute wäre
- 2:41:40es Johannes Kolomko gehen würde und weiß wer das am besten verkauft hat? Die Köche.
- 2:41:47Gar nicht der Someli. Weil wir haben dann irgendwie festgestellt, wir haben das auch gar nicht mehr
- 2:41:52mit Absicht gemacht, aber bei den Köchen ist dann so die Last drunter und so der Druck
- 2:41:56und so alles raus, alles fertig und so gut ist und die sind dann zu den Gästen. Wir haben dann,
- 2:42:01wir haben nie gefragt, hat es geschmeckt? Sondern wir sind hin, wie fühlen sie sich? Hatten sie
- 2:42:06einen schönen Abend und das als Gesprächseröffnung sind die Leute geblieben geblieben und dann
- 2:42:13haben wir halt gefragt, haben sie noch mal Lust in die Karte zu schauen, sich ein Glas
- 2:42:18auszusuchen oder eine Flasche oder sollen wir ihnen was empfehlen, bliebler Blub und schon
- 2:42:23war dieser After-Diner-Drink verkauft zu einem, aber vor allem auch die Leute konnten so runterkommen
- 2:42:29und hatten dann diese Bindung, klar wir hatten offene Kücheteke und diese Bindung und konnten dann
- 2:42:33mit einem oder zweien oder dreien von uns quatschen und sprechen und Erfahrung austauschen und da sind
- 2:42:40so viele schöne Sachen passiert und entstanden und das will ich auf jeden Fall nicht missen und
- 2:42:50da haben wir oft erlebt, dass die Köche, wenn die dann eben dahin sind, dann das Glaschampagner
- 2:42:55oder den Schnaps oder die Flasche Sauerbier schon verkauft haben, obwohl ohne mich, weiß ich,
- 2:43:02das war total schön zu sehen, die brauchten mich in dem Augenblick nicht oder haben dann
- 2:43:08Floskeln, Redewendung oder Sachen von mir adoptiert oder wir haben keine Verkaufsschulung in dem Sinne
- 2:43:16gemacht, aber wir haben eher so, wie geht man denn mit dem Gast um, was passiert da, was will
- 2:43:22der jetzt noch, weiß ich wie ich meine, diese Menschlichkeit, dieses nahe am Gaste, diese Hospitality.
- 2:43:27Was ja auch für die Köche dann großartig ist, mit den Gästen zu interagieren,
- 2:43:31vielleicht auch noch in die Kommunikation zu gehen und es ist ja zum einen gerade, finde ich,
- 2:43:35ein ganz interessanter Entwicklung unserer Zeit, dass die Köche nach außen gehen, sehen wie die
- 2:43:42Gäste essen, wie die Gäste aussehen, da eben auch ein Austausch irgendwo stattfindet und wenn
- 2:43:48sie dann noch kommunizieren können, dann ist das natürlich etwas Großartiges und im Nachgang
- 2:43:54vielleicht noch irgendwelche Informationen über das Essen bekommen, also wie es ankam,
- 2:43:58vielleicht ein Lob bekommen, dann motiviert das ja nochmal auf einer ganz anderen Ebene und
- 2:44:02somit ist diese Öffnung eigentlich auch dieser Grenzen, die bisher immer irgendwo existent waren,
- 2:44:08aus der Situation heraus, die ja meistens gegeben ist, dass kein Personal da ist, deswegen die
- 2:44:14Köche mit servieren müssen, eigentlich eine Chance dann auch für beide Seiten qualitativ sich noch
- 2:44:20mal ganz anders zu ergänzen, zu erweitern und andere Dimensionen zu durchschreiten und dann, wenn so
- 2:44:25ein Ansatz ist, dass man sagt, man hat eine begrenzte Ebene, wo auch ein Koch empfehlen kann, wie zum
- 2:44:32Beispiel am Schluss ein Bier oder eben ein Schnaps oder sonstiges, da ist ja im Prinzip der Lernaufwand
- 2:44:37überschaubar, dann warum nicht, tolle Chance und juhu. Hey, absolut und als wir als Billy das
- 2:44:47damals im Rutz eingeführt hat, ich weiß nicht, der kam aus dem Franzen oder so was oder so
- 2:44:51Noma, ich weiß gar nicht mehr, ich habe gesagt, Köche müssen jetzt mit servieren und wir hatten
- 2:44:55ja sowieso Sternrestaurant, kein Zerstecken und keine, kein Silber auf dem Tisch und kein Kerzenleuchter
- 2:45:03und sonst was, also wir hatten tolle Bienenwachskerze und haben uns da Gedanken gemacht, aber der Punkt
- 2:45:10ist, dass dann ein, zwei Köche als raus kam und es war für die Gäste ein Highlight, weil viele
- 2:45:15Gäste dann, ah, der hat Kochkleidung an, der ist vielleicht zugänglicher, wie der Typ jetzt im
- 2:45:20Hemd oder Anzug, weiß wie ich meine und mit dem kann ich jetzt anders drehen und das ist
- 2:45:24eine ganz andere Gesprächs-Ebene, was auch interessant ist, wir sind dann immer so, die sind dann so
- 2:45:30auf die Knie gegangen oder runter in die Bäuge und so, was ist das so auf Augenhöhe kommuniziert,
- 2:45:36deswegen finde ich Tekenrestaurants auch so sexy, weil du auf Augenhöhe bist und du stellst dich nicht
- 2:45:43drüber oder nicht drunter, also ich finde man darf auch nicht zu Devot sein als Gastgeber oder
- 2:45:48Gastgeberin, aber andersrum eben auch nicht und das war dann im Rutz durch Billy, da hat er schon
- 2:45:58ein paar Köche so motiviert, hey okay, heute wascht ihr euch mal die Haare, ist jetzt sehr böse gesagt,
- 2:46:03aber du weißt euch mal, hey so, schaut mal, dass ihr eine saubere Kochjacke habt und dann mal raus
- 2:46:09und erklärt mal den Gang und die Leute haben das gefeiert und das hat sich in allem wiedergespiegelt,
- 2:46:15die Gäste kam wieder im Trinkgeld, im Umsatz, in der Gäste zu Friedenheit einfach noch damals auch
- 2:46:22noch ohne das alle auf Bewertung aus waren, also jetzt Google-Bewertung oder sowas, aber das war
- 2:46:29richtig cool und im Ernst sowieso, da haben wir alles auf Deutsch und Englisch, Köche-Service,
- 2:46:34war alles ja ein Brei irgendwie und ich habe im Ernst genauso jeden Tag Kartoffeln mitgeschildt,
- 2:46:41genauso Teller gespült, genauso den Boden geschrubbt wie ich aber auch Hochkarätigen Wein, den ich
- 2:46:48selektiv irgendwie im Keller behütet habe, an dem richtigen Abend für dieses Paar ausgeschenkt
- 2:46:56habe, wie ich meine und dass dieses schwarz-weiß irgendwie weggegangen ist, das ist eine einheitliche
- 2:47:03stimmische Farbe und Klangbild gab und da bist du ein absoluter Befürfort davon und findest es gut,
- 2:47:11ist auch nicht das durch dieses Auflösen der einzelnen Kernkompetenzen vielleicht auch
- 2:47:17eine Kompetenz verloren geht oder vielleicht eine Aufmerksamkeit verloren geht oder eine Vorbereitung
- 2:47:20Qualität verloren geht? Ne, das meine ich gar nicht, ich meine, dass jeder seine Kernkompetenzen
- 2:47:28behalten soll und machen soll und jeder hat da so sein gutes und schlechtes oder seine Stärken und
- 2:47:35Schwächen, ich meine einfach nur zusätzlich, einfach dass du zusätzlich klar wenn ein Koch
- 2:47:41oder eine Köchin sich ja nicht an den Gast traut und sagt, hey ich will das nicht, ist das zu
- 2:47:45respektieren, du kannst die nicht einfach dann da davor schubst und sagt doch du sagst jetzt den Gang
- 2:47:50an, aber manchmal bringt es natürlich auch eine Person weiter, die sagt, ich weiß auch noch wie
- 2:47:59ich, ob das jetzt im Ernst war oder im Rutz irgendwie eine Person neben mir hatte, ob das,
- 2:48:07ich mag ja diese Begrifflichkeiten, Assistent oder Komi oder so eigentlich gar nicht, weil man sagt,
- 2:48:13wir haben uns auch immer mit Namen vorgestellt, aber dann habe ich dann gesagt, hey und dann haben
- 2:48:18wir Wein eingeschenkt und Essen serviert und ich habe das manchmal auch Spaß gemacht, aber mache
- 2:48:26mich mal auch, wo ich gemerkt habe, ach der andere Tisch der oder der andere Platz braucht jetzt
- 2:48:29das und das und da habe ich gesagt, ach und jetzt erzählt euch Paulina mal was über den und den
- 2:48:35Riesling, weißt wie ich meine, dann stand Paulina zwar kurz da und sagt, du Idiot, du Arschloch,
- 2:48:41setzt mich jetzt hier rein, aber dieser Lerneffekt daraus, dieses, okay jetzt mache ich das und erzählt
- 2:48:47was darüber, also sie war dann bei mir mit dem Service, das war großartig, das war auch diese
- 2:48:52Flexibilität und mit dem Flow gehen und mit dem Abend gehen und du kannst ja nicht alles so ganz
- 2:48:58genau auf ein Zettel runter schreiben, wie jetzt was zu laufen hat, die Gäste haben dann ihr eigenes
- 2:49:05Tempo, dann gibt es jemand, der ist schnell, der ist langsam, dann ist wie ich meine, dann ja,
- 2:49:11muss man da eben so am Ball bleiben und ich finde schon gut, wenn jeder irgendwie alles so überall
- 2:49:20ist, aber schon jeder auch seine Kernkompetenzen beibehält, der eine kann süß, der andere kann
- 2:49:28fisch, der andere kann Wein, also kann es auch gerne so bleiben, ich finde es aber auch toll,
- 2:49:33wenn in einem Koch das Auge hat, den Wein auszuschenken und tatsächlich seine persönliche
- 2:49:44Sache darüber zu erzählen und es dann geht vielleicht gar nicht darum, was auf dem Etikett
- 2:49:48steht, ich habe mir oftmals, das habe ich auch von Anders Frederik Steen gelernt, damals Someli,
- 2:49:53Noma und Relais und jetzt Winzer unten in der Ardèche, der gesagt hat, hey ich habe immer probiert,
- 2:50:03den Leuten Sachen mitzuteilen, was nicht auf dem Etikett steht und das habe ich nicht als Anspruch
- 2:50:13jedes Mal genommen, aber ich fand das dann doch immer wieder so eine schöne Aufgabe mal,
- 2:50:17so eine Persönlichkeit mit reinzubringen und das fand ich so toll, wenn dann eine andere
- 2:50:24Person außerhalb des Somelis was über den Wein gesagt hat, ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung
- 2:50:29oder vielleicht schlecht gesagt, aber ich hatte den Wein letzte Woche, den hatten wir zum Feierabend
- 2:50:36und der hat so eine Sohre gewirkt und ich habe das und das gemerkt und dann dieses persönliche
- 2:50:42und dann ist für den Gast auch alles gut, dann muss der auch nicht irgendwie wissen,
- 2:50:46dass die Reben 85,5 Jahre alt sind und auf Skifahrt stehen, weißt du wie ich meine, das hat dann
- 2:50:52schon alles irgendwie seine Richtigkeit, aber dieses persönliche, diese Connection dazu. Ja,
- 2:50:58wenn ich mich da jetzt in die Richtung zum Beispiel schieben kann und die Situation bringen kann,
- 2:51:03wenn wir jetzt zum Roten wechseln würden, wie würdest du den Roten sehen, wie würdest du den
- 2:51:08beschreiben, wie würdest du den wahrnehmen, wie würdest du den empfinden, wofür würdest du den
- 2:51:11einsetzen, was findest du scheiße daran, was würdest du vielleicht auch nicht so optimalen,
- 2:51:17also rein aus dem Bauch heraus, wenn du, du wärst der Koch, du wärst im Restaurant, du bekommst
- 2:51:22den Roten vorgesetzt, musst dem Gast erklären, was wäre da dein Dein Deal dran, du siehst die
- 2:51:27Flasche, du weißt vielleicht was es ist, auch mit deinem Learning, mit deinem Wissen, was du
- 2:51:30hast, das ist jetzt dein Wein und das ist deine Bühne. Ja, kann ich machen, eins dazu noch, wenn ich
- 2:51:38so was als gemacht habe, dann ja nicht aus einer Provokation heraus, sondern aus Mittel und
- 2:51:44Zweck, so ein bisschen. Nein, das habe ich von dir richtig verstanden, ich möchte nur, dass es
- 2:51:48im Nachhinein für die Nachwelt richtig dargestellt wird, ich habe das ja nicht nie immer gemacht
- 2:51:55und auch nicht mit Absicht, sondern wirklich nur eben manchmal aus der Not heraus, weil es
- 2:52:00wenn du weiter musstest oder sowas. Oder übrigens eine Bändigkeit und Persönlichkeit in
- 2:52:05das Restaurant, also gibt es jemanden, der die sonst vielleicht nicht wahrgenommen hätte und wenn,
- 2:52:10was machst du vielleicht mit einer Person einmal, wo du merkst, okay, die ist vielleicht nicht ganz
- 2:52:14so komfortabel in der Situation, zweites Mal wirst du es nicht machen, seit ein bisschen
- 2:52:18Nasenbär und wenn du es dann machst, dann einfach um die Person auch zu fördern, zu fordern,
- 2:52:24dem Augenblick und dir zu zeigen, sie darf auch, sie kann auch oder er darf auch,
- 2:52:29er kann auch, auch wenn das vielleicht jetzt nicht so sein, sein Punkt ist und wenn du dann
- 2:52:33beobachtet, die ja meistens dann auch, also diese Person, nicht die Weiblichkeit, dann auch in der
- 2:52:38Situation und wenn vielleicht ein ganz leichtes Lächeln dabei hat oder ins Gespräch kommt,
- 2:52:43dann nimmt man es vielleicht das nächste Mal mit und geht vielleicht auch nie nach Kommunikations,
- 2:52:47hat ja auch mit Verantwortung die Mitarbeiter gegenüber zu tun, um die der Situation nicht
- 2:52:52auszuliefern, sondern einfach zu sagen, hey, lass uns spielen. Letztlich ist so ein Abend ja auch
- 2:52:56ein Spiel, wo man sich da miteinander die Bälle zuspielt, Freude hat und den Gast einfach in
- 2:53:02dieses Spiel inkludiert und nicht nur dieses 1-2er-Match hat, sondern einfach da richtig
- 2:53:09ein Gruppenspiel draus macht. Absolut. Bevor ich den roten probiere, zumindest mir ist gerade
- 2:53:16eine Sache eingefallen, weil wir hatten sie ja, ich bin ja sehr, das hast du ja vorhin auch fast
- 2:53:24schon polemisch, ich meine das gar nicht so schlimm, dargestellt, dass ich für natural
- 2:53:29Wein einstehe, tue ich auch absolut, ich muss aber dazu sagen, dass ich ja aus dem klassischen
- 2:53:33Kame und du hast mich ja auch mal im Vorfeld gefragt, so meine 10 oder 5, ich habe glaube ich 10 oder
- 2:53:4112 Weinhighlights und es sind alle Naturweine, das stimmt auch bis heute noch, stehe ich voll dahinter,
- 2:53:48aber ich muss dazu sagen, weil vorhin über dem Brandenburger Hof, da muss ich kurz überlegen,
- 2:53:52auch als du über Begleitung gesprochen hast, da gab es natürlich auch ganz viele tolle deutsche
- 2:53:59Weine, aber es gab auch einmal einen Maximilen Krönehäuser Herrenberg 87, Kabinett zum Schnitzel,
- 2:54:08Personalessen für den Herrberg-Hoff. Alter und es war, er hat gesagt, ich esse jetzt Schnitzel und
- 2:54:16Geilichen, also ich, ich wurde so damals von ihm genannt, so mir mal den Schnitzelwein daraus
- 2:54:22und ich hatte keine Ahnung und habe ihm diesen Wein ausgesucht, weil es auch lustig, ein paar Monate
- 2:54:28vorher war Weihnachten und Billy hatte einen 88er rausgesucht und hat mir noch, der hat mir immer
- 2:54:34einen Schluck übrig gelassen oder was heißt immer, dieses eine Mal als ich ihn als Gast hatte
- 2:54:37und 88 übertriebene Säure ja und dann dachte ich, okay 87 hatte keine Ahnung wie das war,
- 2:54:44es war nicht ganz so, aber das hat so gematched, ja aber es war trotzdem, es war so, so diese Klasse
- 2:54:54und mit diesem Schnitzel und dieser Reife und diesem, dieser Restsüße, also das hat echt so gut
- 2:55:00funktioniert und auch damals muss ich sagen, kurz zu Brandburger Hof und den alten traditionellen
- 2:55:06Weingüdern, die ich schätze, da gab es 24, Köhler-Hubrecht, Bern-Philippi damals noch,
- 2:55:14Saumagen, Auslese-R oder Spätlese-Doppel-R, ich weiß gar nicht mehr, es hat alles wegrasiert
- 2:55:22oder ich hatte einen 96er Schlossberg von Breuer, ich habe es gar nicht gerafft, was das ist,
- 2:55:3096 liebe ich den Jahrgang bis heute, an der Loire, Riesling, also alles was so mit Säure,
- 2:55:37Champagner, ich weiß noch, da war auch einmal im Rutsch, schuldigung, da ich es schon wieder
- 2:55:42aushohle, wir hatten einen, während der Weinbar damals einmal im Jahr so kutteln, weißt du,
- 2:55:47kennst du das? Die Magenwand und es haben die Leute gehasst oder geliebt und dann hat Billy
- 2:55:55gesagt, okay wir machen Bollinger, RD96 dazu oder Bio. Man darf nur Bollinger trinken, wenn man kutteln
- 2:56:01ist. Ja natürlich, Alter, weißt du wie das abging, das Glas hat damals, ich weiß nicht, 25 Euro,
- 2:56:08das war viel Geld, aber für diesen großen Champagner war das eigentlich nix und diese
- 2:56:13Säure wie dieser durchgrasiert ist, das fand ich großartig, so viel zu traditionellen Betrieben,
- 2:56:19also es hat mich ja schon geprägt, ob ich das heute noch mal so trinken kann, obwohl 96 hatte
- 2:56:25ich mal, stimmt, wir hatten, bei der ernster Öffnung kam Joachim Christ und ich hatte einen,
- 2:56:32damals ich hatte eine Kruppveranstaltung im Brandenburger Hof und habe als Trinkgeld vom
- 2:56:38Krupp persönlich, Oliver Krupp, ein 96er Jahrgangskrupp bekommen als Trinkgeld und den habe ich
- 2:56:46aufbewahrt, damals in meinen, ich hatte irgendwie so zwei, drei, vier Holzkisten so mit Sachen,
- 2:56:52so, ich habe mir damals nie mal gekauft, mal zu dem Anfangsthema, aber immer so, wenn man mal was
- 2:56:58geschenkt bekommen hat und da war ein 96er Krupp, den habe ich mit Bollinger, RD96 bei der ernster
- 2:57:05Öffnung aufgemacht, das war großartig, also so viel zu traditionsbetrieben, ich will das gar nicht
- 2:57:10alles, ich will es nur noch mal unterstreichen, dass ich auch damit so angefangen habe, aber ich
- 2:57:17würde heutzutage natürlich ein 96er Schenanblanc von Erika Kütdins den Wein gibt es nicht mehr,
- 2:57:23aber natürlich vorziehen, weil er eben für mich jetzt in dem Augenblick in meiner Zeit mehr,
- 2:57:31mich mehr voran bringt, weißt du wie ich meine? Und so habe ich das auch total verstanden und so
- 2:57:36würde ich mich auch einordnen und daher eben der Gedanke, wie siehst du den Rotwein oder wie
- 2:57:40ich habe das aus deiner Wartewelt, das Interessante ist ja, wenn wir in der gleichen Ebene, in der
- 2:57:48gleichen Bubble, in der gleichen Bewusstsein sind, dann besprechen wir den natürlich auch gleich,
- 2:57:53aber du bist ja aus einer ganz anderen Weinphilosophie heraus und betrachtest den Wein ganz
- 2:58:02anders daher, wie spricht der Wein zu dir, sagt der etwas? Ich muss mich so oft kurz
- 2:58:11ausholen, bevor ich den Wein beschreibe, muss ich sagen, also die Zeit im Hutz, wie ich da mit dieser
- 2:58:20Weinkarte, die mir die ganzen Vorgänger, wie also Jürgen Hammer, also den hast du schon interviewt,
- 2:58:28Jürgen Hammer Megatyp, was der für die Sommerie getan hat, die Sommerischule, auf der ich ja
- 2:58:34niemals war, ich habe ja kein Sommerietitel, ich habe mir das ja alles nur ersoffen, ich hatte damals
- 2:58:39keine Hochstablerrei, eben ich hatte keine Zeit, vor allem kein Geld, erst als ich im Rutz war
- 2:58:46und uns der Nachwuchs ausging, wie wir gesagt haben, okay, wir müssen was tun und haben dann in
- 2:58:49den drei Jahren, in denen ich da war, drei Sommerie ist mit ausgebildet und jedes Jahr ging eine
- 2:58:55andere Person zu Jürgen Hammer in die Sommerischule nach Berlin und was wollte ich sagen, genau,
- 2:59:03was wollte ich denn jetzt sagen? Weißt du, was bei Rotwein du wolltest weiter aushäben,
- 2:59:11dann warst du bei Jürgen Hammer weiter ausholen, dann warst du bei Jürgen Hammer. Genau, dann habe ich dich
- 2:59:17so hochstabler gemacht und... Boah, es kommt sicherlich gleich wieder zurück, genau, bevor ich den
- 2:59:25Wein beschreibe, Weinkarten, boah, es kommt gleich drauf, ich ist schon wieder verfallen,
- 2:59:34irgendwas wollte ich sagen, mit... Ach so, jetzt kommt es wieder, Achtung, es kommt, es ist wieder da,
- 2:59:39ich kam ja aus dem Rutz und hatte so eine ganz klare Philosophie und Vision von einer Weinkarte,
- 2:59:46wie ein Sommerilie das zu führen hat. Damals geprägt durch Brandenburg-Auf und Liesolis
- 2:59:51bei Pierre Gagnere und eben Rutz vor allem und dann habe ich, ich weiß noch bis heute noch in so
- 2:59:56einem Skizzenheft die Weinkarte fürs Ernst geschrieben und dachte, wie ich da so durchwechsel
- 3:00:03und Philosophie und bliebler blubb und es war absoluter Bullshit und weil, also Billy hat
- 3:00:08dann zu mir irgendwann in einem Zweiergespräch auch gesagt, du musst irgendwie was ganz Neues
- 3:00:14erschaffen und ich dachte, wie was Neues erschaffen, ich kann doch keinen Wein, neuen Wein machen,
- 3:00:18ich mach den doch gar nicht, weißt du wie ich meine, ich kann auch gar nicht anders einkaufen,
- 3:00:22weil auch damals, 2016 war das, waren ja die Mittel, also da gab es jetzt auf eine Tourmein
- 3:00:29runtergebrochen, fünf Händler*innen oder ja in ganz Deutschland, aber wie was Neues machen,
- 3:00:36aber dass eben die anderen Personen aus dem Ernst zu mir kamen und dann diese Produkte
- 3:00:42und dann diese Menüfolge, eigentlich war das ganz klar, wir können nur das und ich glaube,
- 3:00:47wir waren damals die erste reine Naturweinkarte, 2016 auf 2017 und klar hatte Billy das schon
- 3:00:57alles, aber der hat natürlich auch alles gemischt, der hat einen Pierre Overnor auch neben klassischen
- 3:01:03Mosel, Saharouwa Sachen ohne Namen zu nennen oder vielleicht doch auf der Karte stehen,
- 3:01:08weil er eben nicht dogmatisch denkt, ohne Scheu klappen und es sei eben nur positiv zuzuschreiben,
- 3:01:15der ist weltoffen und der sagt hier, ja hat alles eine Berechtigung irgendwie mehr oder weniger
- 3:01:21und wir haben halt damals gesagt, nee nur rein Natural und das wollte ich noch sagen,
- 3:01:29dass damals das auch so prägent war, ob ich das wollte oder nicht weiß ich gar nicht,
- 3:01:34aber es war für mich in dem Augenblick auf jeden Fall, ja die Türe ging auf, es war der Schlüssel
- 3:01:42dazu und seitdem jetzt eben kein zurück mehr, weil es mich so sehr einnimmt und jetzt zu den roten.
- 3:01:51Ich bin hier großer Fan auch beim Probieren, also jetzt habe ich getrunken, von großen Schlücken,
- 3:02:08weiß ich, wenn so ein Maul voll, also ich nehme auch den Probier-Schluck meistens so in einem zu
- 3:02:15und das ganze Maul ist voll, du entschuldigst mein Französisch, aber das spüre ich persönlich
- 3:02:25beim Verkosten einfach mehr als wenn ich da nur so ein Mini-Sip nehme, ja für dich auch,
- 3:02:31es wird meinen Eltern sehr gut gefallen und meinen Schwiegereltern auch, weiß wie ich meine,
- 3:02:38aufgrund der Region oder auf der Dichte, auf der Würze, Ternien, Frucht, der Balance, mir persönlich
- 3:02:47fehlt dann irgendwie was, ich merke es gleich wie das ganz unten im Magen ankommt und so es
- 3:02:51anklopft und sagt und auch der Alkohol und so sehr intensiv alles und ich mir persönlich dann
- 3:02:58ein bisschen mehr Leichtigkeit wünsche, die liegt aber auch an meinem Geschmacksprofil,
- 3:03:03dass ich rot lieber etwas leichter trinke, auch vom Alkohol her, aber ich schenke mir mal das
- 3:03:13zweite Glas ein. Trinkst du eigentlich jedes Mal im Podcast mit den Leuten? Fragezeichen?
- 3:03:19Mittlerweile ja, am Anfang haben wir gar nicht probiert, also die ersten keine Ahnung,
- 3:03:24sieben, zehn Folgen haben wir gar nicht probiert, bis ganz häufig reklamiert wurde, dass das
- 3:03:31ein Wein Podcast, das ist da kein Wein gibt und deswegen haben wir angefangen mit Wein probieren
- 3:03:36und das ist auf der anderen Seite eine schöne Ebene sich auszutauschen, einfach zu sehen wie man
- 3:03:40auf unterschiedlichste Weise Weine beschreiben kann, Weine manchmal auch taxieren kann und
- 3:03:46eben auch welche Gedanken, Weinerfahrungen man hat, aber es müsste eigentlich nicht sein,
- 3:03:53aber ich probiere immer mitten, finde es sehr interessant selber zu sehen, was der andere
- 3:03:57empfindet und es dann für mich selber zu spiegeln, ähnlich wie im Restaurant, wo man den Wein,
- 3:04:03also wenn ich ein Wein beschreibe, habe ich ihn immer imaginär auf der Zunge, daher braucht
- 3:04:09ich es im Restaurant früher nicht mitprobieren, aber habe dann mit dem Gast mit empfunden,
- 3:04:13wenn ich den Wein beschrieben habe und er in dem Augenblick probiert hat. Also daher,
- 3:04:18ja, ich probiere immer mit. Hast du damals auch so beschrieben, das geht jetzt in vier sich grüne
- 3:04:25Apfel oder in die Richtung, jetzt wirklich so von Früchten her, dass die Leute das so richtig
- 3:04:31dann auf der Zunge hatten? Also ich finde, wenn man anfängt mit Früchten zu arbeiten, dann ist man
- 3:04:36ziemlich am Anfang eben auch seiner Weinwahrnehmung, weil das erste ist, was man greifen kann, man
- 3:04:39hat das Gefühl, das ist auch die erste Verbindung hin zu dem Gast, dass wenn ich über für sich rede
- 3:04:45und er schmeckt für sich, dann sagt er ja und dann haben wir uns beide verstanden. Ich habe davon
- 3:04:51Abstand genommen, weil ich auch ein bisschen mehr die Langfristigkeit, die Entwicklung der Weine
- 3:04:56betrachte, den Weinversuch auch ernsthafter zu sehen und beschreibe eigentlich fast mehr über
- 3:05:03Texturen, Strukturen, beschreibe mittlerweile auch mehr über Geschmack als über Geruch, weil ich finde,
- 3:05:10dass Geschmack die ernsthaftere und die ehrlichere Beschreibung für den Wein ist und der Winze mit
- 3:05:17Geschmack weniger tricksen kann, mit Geruch kann zu viel tricksen, also sei es über eine gewisse
- 3:05:22Geherfolge, über eine gewisse Herausarbeitung der Rehli-Sortentypikität, sei es über eine gewisse
- 3:05:29Entwicklungsphase des Weines hin zu einer Temperaturbetonung oder einer Betonung durch
- 3:05:35das Glas und beim Geschmack eben nicht. Also Geschmack ist immer was Authentisches, was auch für
- 3:05:41die Authentität und für die Ehrlichkeit des Weines spricht und daher finde ich es dem Wein gegenüber,
- 3:05:49dem Winzer gegenüber und auch der Wahrnehmung vom Gas gegenüber, fairer über den Geschmack,
- 3:05:57das Ganze zu deklinieren und zu kategorisieren und damit eben auch zu beschreiben und da versuchen
- 3:06:04meine Brücke zum Gas zu bauen. Du kannst total nachvollziehen. Ja, total. Also ich war früher total
- 3:06:10unsicher und habe auch alles über Frucht und Primäraromen und Nassal irgendwie versucht
- 3:06:18zu beschreiben und bin dann auch sehr schnell davon weggekommen und auch heute noch in Tastings,
- 3:06:23wenn die Leute fragen, oh ja, riechen sie da auch die Walderdbeeren? Das sage ich,
- 3:06:26ne, aber wenn sie das riechen, ist doch super. Wenn dann sind sie mir einen Schritt voraus und
- 3:06:32anderen und es ist doch ganz toll und jeder riecht dann so anders und darf auch so anders riechen.
- 3:06:37Klar kann man Leute irgendwie leiten, wenn sie ganz falsch abgekommen sind und brauchen da ein
- 3:06:41bisschen Unterstützung, aber wenn ich sage, der Wein hat Geschmack von Dosen oder riecht nach
- 3:06:48Dosen, dann sagen die Leute, jetzt klar nach Dosen, dann haben sie die ganze Zeit gesucht, was es ist,
- 3:06:53weil vielen das halt eben schwer fällt, Begrifflichkeiten dazu zu finden. Das ist ja auch das Schöne in
- 3:06:58der Summlerie, dass man da sich irgendwie in den Wortschatz oder sowas zugelegt hat, aber man
- 3:07:04muss damit vorsichtig sein, dass man die Leute da nicht so sehr blendet und eine Sache,
- 3:07:10ist mir gerade noch eingefallen, ich spring schon wieder Silvio, wegen Weinbegleitung,
- 3:07:14wegen Begleitung generell, welcher Wein, wie, was zu welchem Essen funktioniert hat. Ich muss doch
- 3:07:22eins sagen, wie wir jetzt beim Roten sind. Damals sehr, sehr heißer Tag, es war Sommer, ein Sapperklub
- 3:07:29im Wedding, vom Ernst und zu Gast war Sebastian Borthäuser, kennst du ja, sehr geschätzter
- 3:07:35Kollege und der ja auch schon mal hier zu Gast war und dann gab es Al im Hauptgang und ich
- 3:07:42errond mir jetzt wegen meiner Lehre her, Al, gegrillt und ich habe mich noch nie vorher so gegessen
- 3:07:49und Rot Wein nicht vorstellen, ich sage, das geht ja nicht, es ist ja Fisch, weiß wie ich meine,
- 3:07:54aber dann haben wir Ual gegrillt aus den Karkassen und mit Sojasoße, hat Dylan damals so eine,
- 3:08:01ist nicht nur Soße gemacht, aber eher eine Glas gemacht und ist den Al, als er dann vier
- 3:08:07Stunden gegrillt wurde, sehr intensiv mit den Grillaromen bestrichen und hat nur das serviert
- 3:08:13als Hauptgang und ich habe damals aus Zufall, wirklich auch aus Reimzufall, weil es gab keine
- 3:08:18andere Wahl, einen Trousseau von Octava gemacht, von Alice aus Miura, 2014 war es auf jeden Fall,
- 3:08:25ich komme gerade nicht auf den Namen von Wein, ich weiß nicht ob die Kommandatore auf das weiße
- 3:08:29war, egal, 2014 Trousseau und das war ein übertriebenes Match von der Kühle, von der Würze
- 3:08:37und da wollte ich noch mal eingreifen bezüglich erstens Harmonie zwischen Essen und Trinken,
- 3:08:45aber auch diese Scheuklappen runterzusetzen und mal wieder was anderes auszuprobieren,
- 3:08:54weil ohne diese Not, dass gar kein anderer Wein da war, hätte ich mich das glaube ich damals
- 3:09:00gar nicht getraut, ich habe es dann irgendwie gemacht und es war das beste Match ever, es
- 3:09:06würde glaube ich unter den Top 10 gehen bei mir, weil es irgendwie so sehr gut funktioniert hat,
- 3:09:11gekrillter Al und roter Wein aus dem Jura, ob plusar oder trousseau funktioniert, weißt du,
- 3:09:18das wollte ich noch kurz einbringen. Hast du noch Ziele und Wünsche? Gibt es da für dich
- 3:09:30irgendwas wo du sagst? Also ich glaube, was ich schon seit Corona war irgendwie schon sehr
- 3:09:37prägend, also dieses Jahr, ich habe das immer, ich habe das sehr drastisch gesehen als Berufsverbot,
- 3:09:43ich durfte nicht arbeiten, also irgendwie war Lockdown und ich durfte nicht im Restaurant sein,
- 3:09:48wir, also meine Familie Katrin und damals meine Tochter und ich haben uns die Zeit ja genommen
- 3:09:54und waren auf Reisen und waren eben unterwegs und waren auch im Burgund 2020 und da drei Wochen
- 3:10:02bei einem befreundeten Winzer bei der Lese und es war ganz toll, es war wirklich herrlich, aber
- 3:10:07dann doch durchaus wie wir zurück kamen und dann hat sich das zweite Kind angemeldet, habe
- 3:10:12ich gemerkt, ich kann jetzt gar nicht arbeiten gehen, weil die Gasthäuser haben mir noch zu
- 3:10:16und dann hat sich das ja alles so ein bisschen verschoben und dadurch bin ich ja mehr jetzt
- 3:10:25bei Offgrid in den Weinhandel, in die Beratung gegangen und sehr viel am Laptop aber auch
- 3:10:31am Handy, dass ich mir es als Ziel und als Wunsch schon mehr des Handwerkliche wieder wünsche,
- 3:10:40also ob es ein Nebenjob ist oder wirklich handwerklich, nee, ich würde gerne,
- 3:10:46ob es Landwirtschaft ist, eher Land, also Wein, Winzer werden, also möchte ich ein Wein,
- 3:10:52das wäre, also wurde ich schon mehrmals gefragt, aber da ist wieder das Thema Demut. Ich wurde
- 3:11:02schon ein paar Mal gefragt, ich könnte es mir irgendwie von der Handwerklichkeit vom Handwerk
- 3:11:11her vorstellen, ja, aber diese Möglichkeit zu haben, sich nur einmal im Jahr mit einem Wein zu
- 3:11:20beweisen oder was zu zeigen, sehr schwierig, weil ich glaube gastronomisch geprägt und auch
- 3:11:26durch die Ausbildung und allen Berufserfahrungen jeden Abend eine andere Performance hinzulegen,
- 3:11:34dass dann doch noch mal was anderes ist und ich glaube ich aber trotzdem nicht, also man sieht
- 3:11:42immer nur dieses Endprodukt und sagt, ich habe nur einen Schuss im Jahr oder ich kann mich nur
- 3:11:48einmal im Jahr beweisen, aber das ist auch ein Winzer, durch das ja eben diese verschiedenen
- 3:11:53Zyklen hat, wo er jeden Tag eine andere Erfüllung hat und sei es eben die einzelne Lage zu dieser
- 3:12:00einzelnen Temperatur, Situation oder in dieser einzelnen Tageszeit zu erleben, den Weinberg in
- 3:12:06seiner Veränderung, die das auf und ab, das zittern, das nicht zittern mit, wann regnet es, wann
- 3:12:14regnet es nicht, die verschiedenen Verkaufsaktionen, also du hast ja da auch Abwechslung, vielleicht sogar
- 3:12:20mehr Abwechslung als im Restaurant, wo du jeden Tag nur mit Flaschen und Gästen zu tun hast. Ja,
- 3:12:24das stimmt absolut. Also die Angst vor dem am Schluss zu versagen, hat man die im Restaurant
- 3:12:33natürlich auch, dann mehrfach dann, dass du es einen Tag, guten einen Tag schlecht machst, relativiert
- 3:12:40das Ganze vielleicht nicht. Also viele auch von der Kollegen haben genau diesen Punkt gebracht,
- 3:12:44warum sie nicht Winzer werden möchten oder da einen großen Respekt vorhaben. Aber ich würde
- 3:12:51das gar nicht mal so über alle Stellen oder das gar nicht so über bewerten. Ja, ich glaube dafür
- 3:12:57müsste ich mal Winzer werden, um das dann so zu beurteilen. Also ich würde das total gerne machen.
- 3:13:03Ein Grundwunsch wäre dieses Handwerkliche, wieder was mir der Grundwunsch ist, mehr mit den Händen
- 3:13:11zu machen und weniger eben am Laptop oder am Handy zu sein, ganz ehrlich und mehr eben Handwerk,
- 3:13:20da sehe ich aber auch generell Gastronomie, ob das jetzt kochen ist oder eben Gastgeber zu sein,
- 3:13:26Kellner zu sein, das sehe ich auch als Handwerk und eben mit den Händen zu arbeiten. Das würde
- 3:13:32ich mir persönlich schon sehr mehr wünschen für die Zukunft, weil ja doch da so in die Richtung
- 3:13:42zu gehen und ich glaube, dass auch noch ein Fenster offen um oder eine Tür offen um das zu machen,
- 3:13:49um nachzuholen oder zusätzlich. Also ich mag das, was ich jetzt mache auch sehr, sehr gerne und es
- 3:13:59passt total gut in die Zeit und in meiner Situation und auch mit Family und Kids und so was. Aber so
- 3:14:07wieder handwerklich und sich die Händetreckung zu machen und ja, ob das jetzt eben Landwirtschaft
- 3:14:14ist oder im Weinberg ist, kann ich mir im Allgemeinen schon sehr gut vorstellen.
- 3:14:18Ich weiß, ich war provokant, ich weiß, ich war frech, ich weiß, ich war teilweise übergriffig,
- 3:14:30aber ich wollte ihn aus der Reserve locken. Ich wollte, nicht respektlos, aber durchaus
- 3:14:34fordernd, dass ein oder andere aus ihm herauskitzeln. Das denke ich ist mir gelungen,
- 3:14:39aber nicht ihn aus der Reserve zu locken. Ich mag seine, man kann sagen, geschildete,
- 3:14:44seine ruhige, seine ausgücklichen, seine bodenständige, seine überzeugte, seine in sich
- 3:14:50runder Art und ja, ein Stückchen weit, wie er seine Weine lebt, wie er sie betrachtet,
- 3:14:55wie er sie zelebriert, wie er Gastronomie lebt, wie er Somers. Vielen lieben Dank, lieber Christoph,
- 3:15:02dass du unser Gast warst, dass du uns bereichert hast, dass du uns deine Ideen geschenkt,
- 3:15:06dass du uns deine Überzeugung vermittelt hast, es war ein tolles Gespräch, es hat mir sehr viel
- 3:15:10Freude gemacht und ich hoffe natürlich euch auch und hoffen natürlich, dass ihr auch nächste Woche
- 3:15:15wieder bei uns seid und hoffen natürlich auch, dass wir nächste Woche wieder unseren Unterstützer,
- 3:15:19unseren Partner, unseren Begleiter, die Schlumbergergruppe bei uns haben. Mit den Handelshäusern Segnetz,
- 3:15:24Konziowini, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg unterstützen Sie dieses Format,
- 3:15:29wofür ich sehr, sehr dankbar bin. Denn dank Ihnen darf ich mich kommende Woche auf einen
- 3:15:34Sommee freuen, der dieses Berufsfeld komplett anders bespielt, der diesen Berufsstand komplett
- 3:15:40anders lebt. Ich freue mich auf den großartigen Andreas Lutz.
- 3:15:57Hallo, ich bin Paul Schmiel vom Restaurant Pankrat und vom Pankrat-Soph in Mainz und kennengelernt habe ich Christoph,
- 3:16:06da haben wir zusammen in Berlin gearbeitet, im Ernst. Christoph war für die Getränkeauswahl
- 3:16:12und für die Weine dort verantwortlich und auch so ein bisschen als Gastgeber und ich habe in der
- 3:16:18Küche gearbeitet. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, oft mit den Fahrrädern unterwegs
- 3:16:24durch Berlin, um Gemüselieferungen abzuholen oder Produkte zu organisieren und genau haben
- 3:16:33uns da mehr kennengelernt als das normale Kollegen im Alltag wahrscheinlich tun und das
- 3:16:40ist ja in Verbindung, glaube ich, auch so eine Freundschaft, die bis heute fortwährt. Genau und Christoph
- 3:16:50war auch schon oft hier bei uns im Restaurant als Gastzommelier da, als Gastgeber oder um
- 3:16:56hier den jungen Leuten im Team was über Wein beizubringen, um mir was über Wein beizubringen,
- 3:17:03aber auch so um voneinander zu lernen und einfach eine gute Zeit zusammen zu haben
- 3:17:09und genau was ich den Christoph besonders schätze ist, dass er so ein Talent hat, leere Räume,
- 3:17:16quasi leere Räume, Restaurants voll mit Gästen und Spülen und Tischen, aber ohne Christoph kann
- 3:17:25so räumen die Atmosphäre geben, der schafft es, dass so ein Raum sich plötzlich prall voll anfühlt
- 3:17:32und dass die Luft da drin anfangen kann zu knistern und gleichzeitig schafft er es trotzdem an
- 3:17:41dem ersten Tischen Wein zu verkaufen und ihn aber so zu verkaufen, dass alle anderen acht
- 3:17:46Tische, die in der Weile stehen, gespannt und seinen Lippen hängen und irgendeiner von den Tischen
- 3:17:52auch unbedingt diesen Wein haben möchte, der da gerade über den Tich über den Dresen gegangen ist.
- 3:17:56Also ja, das ist einfach so ein Talent oder was, wofür wir Christoph sehr schätzen
- 3:18:02und gleich dazu kommt noch, dass er unglaublich tokular Typ ist, der sehr gut zuhören kann
- 3:18:08und auch immer ein passendes Tatauflager hat.
- 3:18:13Ciao.
- 3:18:15[Musik]