Latest / SOMMELIER / Michael Stiel – Das Wein-Naturtalent
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- 0:00[Musik]
- 0:12Ja, hallo, hier ist die Katharina vom Nikolajhof.
- 0:15Der Stile war 2020 bei unserem Nikolajhof.
- 0:19Das war auch das Jahr, wo ich so das erste Mal am Nikolajhof ein bisschen ins Wein machen hineingekommen bin.
- 0:27Ich war vorher bei Jucic im Kampthal und habe dann Ende 2020 entschieden,
- 0:35dass ich auch am Nikolajhof einsteige.
- 0:37In den Herbst habe ich es ein bisschen mit reingeschnuppert und so den Stile kennengelernt.
- 0:42Was für mich sehr schnell offensichtlich war, ist, dass er mich hier eigentlich eine unglaubliche Motivation mitgebracht hat.
- 0:49Viel zu sehen, viel zu lernen und einfach in diese Welt des Meinmachens hineinzuwachsen.
- 0:56Was etwas ist, was man bei Praktikanten nicht oft in dieser Form mitkriegt.
- 1:02Mich persönlich hat das sehr gefreut, weil wir dadurch eigentlich gesehen haben,
- 1:08wie motivierend das auch für uns sein kann, wenn Leute hierher kommen, die so viel Lust haben zu lernen und so viel Lust haben, Neues mitzunehmen.
- 1:19Der Stile war eigentlich so ein bisschen der Auslöser für den Niki, meinem Partner und auch dem Besitzer des Weingutters, wieder mit Praktikanten zu arbeiten.
- 1:28So gesehen hat er hier sehr, sehr große Spuren hinterlassen.
- 1:32Wir freuen uns sehr für den Stile, dass er jetzt in Berlin mit dem Matthias Restaurant eine Aufgabe gefunden hat, in der er wirklich, wirklich aufzugehen scheint.
- 1:42Allerdings haben wir auch nie aufgegeben, zu versuchen, ihn hierher nach Mautern zurückzulocken.
- 1:48Und jedes Jahr versuchen wir uns etwas Neues zu überlegen, dass vielleicht genauso schmackhaft sein könnte, wie das Restaurant Matthias in Berlin.
- 1:56Das ist mit einem kleinen Augenzwinkern zu sehen.
- 1:58[Musik]
- 2:20Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Sommelie", die interessantesten Weingälder unserer Zeit.
- 2:27Viele unserer Gäste, die ich in den letzten fast 50 Folgen präsentieren durfte, kenne ich seit über 20 Jahren.
- 2:32"In" kannte ich nicht.
- 2:34Das heißt natürlich kannte ich ihn.
- 2:36Michael Stias ist ein Unikat in der Sommelie 10, die kaum einen Sommelie, der ihn nicht kennt.
- 2:41Aber ich hatte noch nie einen persönlichen Schnittpunkt mit Michi.
- 2:44Was ich schade fand, denn wenn man Michi bei einer Probe sieht, dieses herzhafte Lachen, diese offene Kommunikation, dieses eigentlich einladende Herzenswarme,
- 2:52hatte leider niemals ein Gespräch ergeben, aber es war für mich klar, dass der ehemalige Sommel jedes Hovraal,
- 2:58der nicht nur in Berlin, der in Deutschland für Furore gesorgt hat,
- 3:01der jetzige Sommel jedes Restaurant Matthias hier zu Gast sein muss.
- 3:04Und ich freue mich auf das Gespräch, freue mich auf ihn.
- 3:07Doch bevor wir loslegen, möchte ich wie jede Woche ein ganz großes Dankeschön an unserem Partner aussprechen.
- 3:13Andi Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnet, Konseiowini und dem Privatkontportal Bremer Weinkolle.
- 3:21Dank Ihnen ist er heute hier. Herzlichen willkommen lieber Michael Stiel.
- 3:25Findest du, dass man als Fachmann ein Kind seiner beruflichen Eltern für die Zeit seines Lebens ist?
- 3:35Oder also wie wichtig sind Leute, die einen am Anfang prägen?
- 3:39Ähm, also ich glaube schon, dass es gibt irgendwie ein prägendes Momentum,
- 3:45ob es dann die eigenen Eltern sind oder ob es dann, sag ich mal, kulinarische Zieleltern sind, wie es bei mir der Fall ist, ist schon essentiell.
- 3:53Ich glaube, es ist so keine Rule of thumb, weil jeder kann sich irgendwie aus seiner eigenen Situation raus, immer inzipieren, in irgendeine Richtung.
- 4:03Aber bei mir war es auf jeden Fall so, dass ich da durch die Gabi Hussneter, Shoutout, mobile Kochkunst aus meiner Heimat Nürnberg,
- 4:12da auf jeden Fall viel getan hat, mich da in die, also mir das mit in die Wiege zu legen, sag ich mal.
- 4:19Also meine Eltern natürlich, kulinarisches Interesse ist da, aber dann mit 16 durch Zufall in die mobile Kochkunst gekommen, Kinderkochkus gemacht
- 4:32und dann halt irgendwie kleben geblieben für die nächsten paar.
- 4:35Echt durch den Kinderkochkus?
- 4:36Ja.
- 4:37Und du hast gesagt, wow.
- 4:39Ja, beziehungsweise es war so ein beidseitiges Love at First Side.
- 4:43Also ich war da, es war ein 16. Geburtstag, wir haben da gekocht und dann war das, glaube ich, noch zwei Wochen gedauert und dann habe ich da auf einmal, zwei Mal die Woche gearbeitet.
- 4:54Krass.
- 4:55Und dann auch bis wirklich durchs Abitur hindurch zum Leitwesen meiner Eltern, weil dann das Geld verdienen.
- 5:03Und dann weißt du, ich bin in den Lauf zur Schule gegangen, das sind immer nochmal 20 Minuten Weg, das heißt nach der Schule raus und dann hat irgendwie um 12. nach Hause, also als ich dann 18 war auch voran.
- 5:13Da ist dann so ein bisschen was auf der Strecke geblieben, aber das ist auf jeden Fall ein essentieller Teil dessen, was ich heute quasi mache oder auch weiß oder so was.
- 5:23Und dann da einfach viel mitbekommen, natürlich auch sehr gefördert worden von der Gabi dann.
- 5:28Ob das dann ist, hier kümmere dich um die Weine, also quasi ein Grundvertrauen vorausgeschickt, aber auch so kommen wir fahren jetzt vier Tage durchs Burgenland.
- 5:38Hat sie mich eingesackelt, habe ich mich nebenan gesessen, Gabi ist gefahren, ich wurde von Weingut zu Weingut immer voller, das wurde immer doller.
- 5:48Aber so habe ich halt meine ersten Erfahrungen gemacht mit Wein oder durch Franken natürlich, also warum in die Fähne schweifen, das gute Lektionar mit Silvana.
- 5:56Und dann habe ich das nach dem Abi noch mal ein ganzes Jahr gemacht und dann irgendwann hat es mich nach Berlin verschlagen.
- 6:03Hattest du diesen einen Weinmoment, das du gesagt hast, boah und so schmeckt Wein auch oder ist das bei dir langsam gewachsen oder war das sowieso eine häusliche Prägung oder wie kamst du zum Wein?
- 6:13Also ich kam zum Wein durchs Weinverkaufen eigentlich.
- 6:19Ich kam an als Bub, als 16-jähriger Bub, habe eigentlich von vorne und hinten keine Ahnung gehabt und bin dann da so reingewachsen.
- 6:31Es gab jetzt für mich nicht so den Weinmoment, sondern eher das mit Wachsen durch, kam wachsendes Interesse, kam wachsendes Wissen.
- 6:42Also es war so ein inkrementeller Prozess und irgendwann ging es dann halt los.
- 6:47Ich war ja auch einer von denen, ich glaube da hast du mit Sebastian drüber auch gesprochen, der gesagt hat so, er hat die ganzen jungen Leute, die alle mit Naturwein anfangen und dann sagen, das ist der Shit und den Rest dann verteufeln.
- 7:02So war das ein bisschen bei mir auch.
- 7:04Auch da habe ich mich natürlich weiterentwickelt, aber ich habe schon angefangen so mit Andi Weigand und zu diesen ganzen naturnaturigen Sachen und zu sagen, okay, kein Schwefel ist das Beste
- 7:16und ist das Allergeizte, aber das hat sich alles natürlich auch geändert, weil natürlich musst du irgendwo anfangen und dann entwickelt man sich weiter.
- 7:23Und dann hast du natürlich so immer wie den Martin auch, der natürlich auch sagt, na es ist alles eine Blitzin, was die da machen, es geht nur so.
- 7:31Und dann irgendwann hat man halt seine eigenen Erfahrungen und hat dann entwickelt seinen eigenen Geschmack und inzwischen bin ich da, würde ich sagen, auch relativ breit aufgestellt.
- 7:41Martin Körschler war dein Zielvater, wenn man so möchte und gab wieder eine Zielmutter.
- 7:45Zwei Personen dann irgendwo benennen möchten, die dich an die Hand genommen haben und begleitet haben.
- 7:50Genau, die haben mich begleitet natürlich mit Unterstützung meiner Eltern, weil die natürlich auch gesagt haben, hey, wir unterstützen dich da.
- 7:58In Punkt du kriegst der Autolayer und kannst dich die Gegenfahren oder du kriegst Taschengeld und kannst dir jetzt in den Wein kaufen gehen.
- 8:07Das war jetzt so ein bisschen die Unterstützung.
- 8:09Es ist so eine Gemengelage aus diesen vier Menschen, also Mutter, Vater und dann die beiden fränkischen Zieleldern.
- 8:16Bist du rausgewachsen aus der Situation oder begleiten und sind die allgegenwärtig oder begleiten dich heute noch?
- 8:24Also meine Eltern auf jeden Fall.
- 8:26Ja, natürlich, ja.
- 8:28Die hatten unglaublich herzliches Outro am Schluss gesprochen, also sehr berührend. Also sie ist auch bei dir noch im Leben, das können wir dann sozusagen live nachempfinden.
- 8:39Also wir sind bei mir noch bei mir im Leben.
- 8:42Martin ist sicherlich primär in der Funktion als KNU-Weinhalle, dass ich da Wein kaufe und wir uns ab und zu austauschen.
- 8:50Bei der Gabi ist es auf jeden Fall hartes diesen Reinen, also relativ früh schon diesen Weinrahmen verlassen hin zu einer sehr engen freundschaftlichen Beziehung.
- 9:01Also die Gabi ist jetzt, wie mir so schon sagt, auch Familienfreund.
- 9:04Also ich bin jetzt ja nicht der klar, ich seh' immer so oft in Nürnberg, weißt, aber meine Eltern hängen bei der Gabi ab oder die Gabi bei meinen Eltern.
- 9:10Also es ist einfach so ein ganz schönes Zusammengewachsen und natürlich tausche ich mich mit der Gabi über Wein aus.
- 9:16Manchmal leider viel zu selten, aber man ist halt auch gefangen in seinem Daily Business.
- 9:20Aber das ist auf jeden Fall ein integraler Bestandteil meines Lebens, meines Weinlebens, aber auch meines Privatlebens.
- 9:29Kommt man irgendwann auf Augenhöhe mit seinem Mentor, wenn man so möchte? Also hast du das Gefühl, du bist auf Augenhöhe mit Gabi und Martin oder bleibt man immer der Bub?
- 9:38Also die Frage ist ja, möchte man irgendwie auf Augenhöhe kommen oder ist es schön, wenn man irgendwo ist und sagen kann, da kann man auch noch mal Bub sein.
- 9:47Weil es wird halt irgendwie viel abverlangt von einem und wenn man irgendwo dann mal ankommt und sich einfach hinsetzen kann und sagen kann, so, jetzt kann ich auch mal einfach zuhören und muss nicht selber irgendwie,
- 9:58man hat nicht so ein Performance Druck, das ist, finde ich, auch schon ganz schön und man kommt auf Augenhöhe, ich glaube schon.
- 10:04Aber die Frage ist, wie gesagt, also inwiefern äußert sich das denn? Also weil es ist ja kein Wettkampf, das ist ja das Schöne, finde ich, an so einer Art von Beziehung.
- 10:12Man muss sich ja nicht ausstechen und man redet halt einfach miteinander.
- 10:16Und im Gespräch ergeben sich dann halt Sachen, dann weiß die eine was, dann weiß der andere was.
- 10:21Also ich sehe das gar nicht so mit auf Augenhöhe kommen oder ich habe auch nicht den Anspruch, das irgendwie in so einem Rahmen zu fassen.
- 10:28Du hast schon von Anfang an eine relativ starke Ausprägung, wie du es gerade geschildert hast, mit Natural Wine.
- 10:34Bist du da rausgewachsen? Also nicht, dass man das muss, aber hast du die konventionelle Welt für dich auch entdecken und erkennen können?
- 10:42Oder warst du und bist du jünger und wirst es immer sein und möchtest es ganz niemals kennenlernen?
- 10:49Nee, also ich glaube, wenn man jetzt da antwortet, wenn man möchte es nie kennenlernen, dann verpasst man halt ganz vieles in der Weinwelt.
- 10:59Hast du nicht das Gefühl, dass es vielen so geht, gerade in dieser speziellen Szene, die manchmal so ein bisschen auch die Augen verstehen?
- 11:05Es soll kein Bäschen sein, sondern ein einfaches fragt für dich auf dieser Seite.
- 11:10Ich bin ja anders groß geworden, ich bin konventionell groß geworden, habe diese Seite kennengelernt und auch sehr mögen gelernt und punktuell eben auch einsetzen gelernt.
- 11:20Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass eben so die nicht konventionelle Seite, die naturaler Seite, so ein bisschen die Augen vor eigentlich auch der Historie verschließt.
- 11:29Auf jeden Fall. Und Berlin ist da. Also Berlin krankt ja auch an genau diesen Thema, also ein bisschen, finde ich.
- 11:34Es gibt ja ganz viele Leute, die sich am liebsten alles reinhauen, nur wenn es trubig ist und wenn irgendwie ein flaschiges Etikett drauf ist.
- 11:43Das kann dann auch ein bisschen meuseln oder das kann Flüchtige haben, aber das gehört einfach so dazu.
- 11:49Das ist schon was, was in der Stadt leider irgendwie so überhand genommen hat.
- 11:54Aber ich für mich bin da raus. Also ich finde es cool, ich mag den Anspruch.
- 12:02Ich habe auch einen gewissen Hang zu diesem anderen Posophischen, also diese ganze biodynamische Geschichte, Demeter, wie sie alle heißen.
- 12:09Das finde ich spannend. Ich verglühe jetzt aber nicht, wenn ich mir, sage ich mal, ein Wein reinziehe, der vielleicht nicht ungeschweffelt herkommt.
- 12:18Und das ist ja, sage ich mal, nur die eine Perspektive, die mich angeht.
- 12:22Fürs Restaurant hier, also jetzt mal fürs Matthias gesprochen, ich muss halt schon auch schauen, dass ich die Leute abhole.
- 12:29Ob das dann ist, dass ich jetzt konventionell ein Wein aus, also wirklich systemische Mittel und alles was schlecht ist, dass das dabei sein muss, das will ich gar nicht sagen.
- 12:37Aber ich muss nicht immer einen Skin Contact Wein ausschenken oder einen Wein ausschenken.
- 12:42Also es gibt ja, es ist ja das Schöne, inzwischen gibt es ja so eine tolle Bandbreite an Wein.
- 12:45Ich muss ja nicht mehr nur auf Äußerlichkeiten schauen, es gibt ja auch gut gemachten Wein, als Beispiel jetzt Nikolajhof,
- 12:51der ja, sage ich mal, im Geschmacksbild eher konservativ ist, aber in der Herstellerung total progressiv, also Biodün etc.
- 12:58So was ist ja auch möglich. Also ich bin da schon offen für andere Sachen, für neue Sachen, weil ich glaube ansonsten verpasst man viel.
- 13:07Und weil du mich gerade gefragt hast, wie kam ich dahin, du hast recht, ich kam aus der frängischen Silvanerecke, gerne auch dann ein bisschen orange.
- 13:15Aber ich habe dann die WSCTs gemacht und spätestens da versuchen die ein Jahr zu indoktrinieren,
- 13:22dass Weinbau immer und überall, immer und überall möglich ist, solange du halt bewässern kannst.
- 13:27Und das öffnet einem halt die Augen und das finde ich ist aber halt auch eine gute Rangensweise,
- 13:32weil das macht uns ja zumündigen Soms, dass wir sehen, es geht so oder es gibt das und es gibt das.
- 13:38Und so werden wir dann quasi in die Weinwelt hinausgeschmissen am Ende, dass man sich sein eigenes Bild machen kann.
- 13:46Und ich meine am Ende ist es doch genauso wie mit dem Fleisch essen. Wenn wir einen gesunden Umgang üben, dann ist es doch eigentlich alles schon auch,
- 13:55dann ist es doch alles auch schon irgendwie auf dem Weg der Besserung. Also man darf nicht nur sagen, es gibt nur das oder es gibt nur das,
- 14:01sondern man muss halt einen gesunden Mittelweg finden. Und bevor jetzt alle aufschreien, ich habe nicht gesagt, dass systemische Mittel in Ordnung sind.
- 14:08Also es gibt irgendwo auch Grenzen. Aber innerhalb dieser Range, die finde ich relativ in großen Spielraum zulässt, kann man schon auch ein bisschen Grasen gehen.
- 14:18Und dann finde ich auch in der Begleitung mancher Menschen, die nicht radikal sich für eine Seite entscheiden möchten, ihren eigenen Weg zu finden,
- 14:27ist diese Offenheit und dieses an die Hand nehmen bzw. auch das Bewusstsein für die andere Welt.
- 14:31Also ich bin da ganz toll bei dir, alle Sachen, die ganz extrem unnatürlich sind, also die wahnsinnig industriell sind,
- 14:39bin ich auch überhaupt, also würde ich gar nicht zulassen wollen oder gar nicht gut heißen wollen. Aber es gibt natürlich gewisse Grenzfälle.
- 14:46Und ich finde zum Beispiel, dass da deine Heimatrankung für mich das absolute Paradebeispiel für beide Welten ist.
- 14:54Auf jeden Fall. Also mein, du kannst dir die E-Pöfe anschauen, die Silvana machen, zum einen in der Herstellung, sag ich mal, moralisch flexibler daherkommen,
- 15:06und auch vom... - Schön formuliert. - Genau.
- 15:11Die dann aber auch in Silvana machen, finde ich, der halt super internationalisiert ist. Also der wird halt die Frucht rausgestellt.
- 15:20Also da wird halt Silvana gemacht, der irgendwie schmeckt wie jeder andere internationale Wein auch so ein bisschen.
- 15:25Fruchtig, der hat ein bisschen Säure, der kommt so ganz charmant daher und Silvana.
- 15:30Und das ist halt das Schöne, gibt es jetzt auch andere Beispiele, wo Silvana halt wieder darauf reduziert wird, was eigentlich ist.
- 15:35Wenig Frucht, Straffesäure. Ich, Silvana ist ein Wein, beschreibe ich, und der macht so...
- 15:40Der fährt so in die vorbei, ist super scharf, hat dann vielleicht noch auch, je nachdem, wie man dann da den Wein trinken möchte,
- 15:49ein bisschen eine Feinhefe noch mit dabei kann, eignet sich super für so eine Maischeggerung auch.
- 15:56Oder auch wieder dieses Rückbesinnen hier, schaut out Andreas Roppel, pass pro toto, einfach Silvana aus dem Rotlauf gemacht,
- 16:04aus dem Schlossberg gemacht, der einfach alte Reben, Wurzel-echte Reben noch hat und einfach hier wirklich ganz geradlinigen Strafen Silvana macht.
- 16:13Es ist halt schön zu sehen, dass es das gibt. Und auch da, das ist ja immer eine freie Entscheidung, wofür man, wohin man dann möchte.
- 16:19Und es ist schön zu sehen, dass es das alles gibt. Eins mag man vielleicht mehr und eins mag man weniger.
- 16:26Aber es hat alles um eine Legitimation, finde ich, weil es sonst wird die ganzen Weingüter ja nicht mehr geben.
- 16:31Ich hätte dich vor 30 Jahren gebraucht, weil mir konnte niemand wirklich Silvana erklären.
- 16:37Ich hatte bis 2010 wahrscheinlich vielleicht ein oder zwei Silvana auf der Karte.
- 16:44Und wenn man sich überlegt, dass es so einer der Benchmark-Rebsorten in Deutschland ist, wo eine Individualität gepflegt wird,
- 16:50die man halt sonst nirgends wo in der Welt findet und eine Art von Wein erzeugt wird, die kein anderes Weinbau-Land in der Welt erzeugen kann.
- 16:58Und ich hatte die eigentlich nie auf der Karte. Es ist eigentlich schändlich.
- 17:02Aber ich hatte, also ich bin selbst zu Frankischen Winzeln hingegangen, habe gesagt, erklär mir Silvana.
- 17:07Es konnte mir damals keiner erklären, es konnte keiner in Worte fassen. Und manchmal brauchst du, finde ich, so ein erstes Intro.
- 17:13Dass jemand sagt, achte darauf, oder so könnte es sein, oder wenn der so gemacht ist, dann ist das so.
- 17:18Wenn die Aromen vorhanden sind, dann könnte man das als typisch bezeichnen, das ist eher Handschrift vom Winzer.
- 17:25Das kommt von den Hefen, von der Machart, von der Individualität. Und das konnte keiner.
- 17:29Ich weiß nicht, ob das an dem Winzer damals war, ob es an mir war, dass ich es vielleicht nicht gehört habe.
- 17:34Oder ob es jetzt im Augenblick vielleicht auch so dieser extreme Silvana-Hype ist, der seit 15 Jahren jetzt aktiv gelebt wird.
- 17:43Ja, also ich glaube, dass sich da schon viel getan hat.
- 17:46Ich glaube, das ist die späte Geburt, die mich um das Wissen bringt, quasi, wie Silvana früher geschmeckt hat.
- 17:56Weil ich finde, in den letzten Jahren hat sich schon viel getan.
- 17:59Und dann hast du halt, ich meine, das ist ja das Schöne, wenn man so durch alte Weinstädte fährt,
- 18:03ob das dann dein Heim ist, ob das Epofen ist, du hast immer so ein Glanz vergangener Zeiten,
- 18:09wo die alle ihre Hochzeit haben, beziehungsweise irgendwie immer noch haben.
- 18:14Und das ist, sag ich mal, ganz lange im prägendes Bild für Silvana gewesen, glaube ich, gerade in den Pofen oder in Kitzingen, so was.
- 18:24Da war ja früher richtig viel los. Und die ganzen Meingüter gibt es alle noch.
- 18:28Und jetzt tut sich aber, finde ich, in den letzten paar Jahren tut sich da richtig viel.
- 18:32Also ich finde, angefangen so mit zwei Naturkindern, und dann hat sich da so eine, oder angefangen mit Anni Weigern vielleicht auch,
- 18:39hat sich da ganz viel nochmal umrum entwickelt. Jeder hat irgendwie so seine Sprösslinge jetzt dann davon.
- 18:46Also hier Thomas Patek, der von den zwei Naturkindern jetzt seinen eigenen Wein macht.
- 18:50Simon Haag, Andreas Roppel. Also da tut sich super viel.
- 18:53Und vor allem auch nicht, sag ich mal, evolutionierend des Andersseins wegen,
- 19:01sondern einfach zu sagen, okay, ich habe Bock, einen anderen Wein zu machen.
- 19:05Ich habe Bock, wieder Silvana dahin zu bringen, wie Silvana vielleicht früher mal war.
- 19:10Also was ich jetzt beschreibe als Geradlinie, kann man natürlich auch sagen,
- 19:15Silvana gibt nicht viel her. Also es ist halt eine sehr schlankere Riebsorte einfach und neutral auch.
- 19:23Ich glaube, da muss man schon mit umgehen können.
- 19:26Das heißt, nicht alles muss meischevergoren werden, sondern einfach wieder in Silvana rausarbeiten,
- 19:30wie Silvana halt schmeckt, elegant, schlank, hohe Säure.
- 19:34Weil ich finde zum Beispiel die ganzen Oldschool Silvana, die haben ja nicht mehr diese Säure.
- 19:39Weil wenn ich jedes Mal, wenn ich eine Fuchtskelle bekommen würde, wenn jemand zu mir sagt,
- 19:43aber nicht so viel Säure, dann wäre ich jetzt schon gemacht, da Mann.
- 19:46Weißt du, was ich mein? Also die haben alle keine Lust mehr auf Säure,
- 19:51weil sie es vielleicht nicht verstehen oder weil sie es halt auch nicht wollen mehr,
- 19:55weil sie glauben, das ist besser für den Magen. Ich weiß es nicht.
- 19:58Aber ich glaube, das ist schon was, was ich auch wieder langsam erinnere,
- 20:01dass die Leute einfach wieder Bock haben auf etwas Straferinwahlen.
- 20:05Ich glaube, das ist eine rein deutsche Evolution dieses Säure nicht Säure.
- 20:10Also sprich, wir hatten ja Weine in den 60er, 70er Jahren, die relativ krass süß waren
- 20:15oder teilweise eben sehr well in dieser gesellschaftlichen Entwicklung.
- 20:19Weil Süße natürlich mit Wohlstand und so weiter, ging damit einer her.
- 20:25Und dann war es ein oder andere Skandal. Dann hieß es eben ganz radikal, extrem trocken.
- 20:29In den 80er, 90er Jahren mussten die Weine so noch trocken sein,
- 20:33dass man ja keine Süße hat und man wusste, das ist nicht unbedingt Froschschutzmittel,
- 20:36was man sich da gerade einführt.
- 20:38Und also gab es dieses schwarz-weißdenk noch mal radikaler.
- 20:42Und dann haben die es halt teilweise übertrieben,
- 20:45dass auch in Verbindung mit verschiedenen natürlich kühlen Jahrgängen,
- 20:48wo du halt ganz krasse grüne Säure-Elemente hattest, die keiner herausarbeiten wollte,
- 20:51weil es natürlich schick war, wenn der Wein Säure hatte,
- 20:54dass die Leute gemerkt haben, hey, es verätzt mir doch ein bisschen den Marken
- 20:57oder es ist vielleicht doch nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal.
- 21:00Und jetzt kommt so dieses Bewusstsein dann heraus, dass man sagt,
- 21:04okay, Säure, nachdem man dann Angst vor Säure bekommen hat,
- 21:07kann man doch in gewisser Weise wahrnehmen.
- 21:09Und viele vergessen ja, dass es allein 30 verschiedene Säurearten im Wein gibt
- 21:13und nicht jede verursacht Schmerzen, sondern manche es einfach reizvoll gehört zur Natur
- 21:17und hat irgendwo auch was Schönes.
- 21:20Aber ich finde, was du gesagt hast, ist unfassbar interessant und wichtig,
- 21:25dass man in Silvana wie ein weißes Blatt betrachten kann.
- 21:29Und der Winzer, also deswegen ist für mich auch eine der gnadenlosendsten Rebsorten,
- 21:33die es gibt, weil der Winzer das seine dazu gibt
- 21:36und seine Schippe drauflegt, in den Wein gestaltet.
- 21:39Es gibt kaum, finde ich, eine Rebsorte, die auch so stark die Fehler des Winzers spiegelt wie der Silvana.
- 21:45Ja, ich finde, es ist halt Sinn, finde ich, normalerweise elegante Weine,
- 21:54die man auch elegant lassen darf.
- 21:57Also man muss nicht immer, also, weil ansonsten ist es halt immer ein krasser Eingriff,
- 22:01irgendwie schon auch ins Winemaking.
- 22:02Also wenn eine Rebsorte nicht viel Frucht mitbringt und danach aber nach Frucht schmeckt,
- 22:05dann weißt du schon auch, dass da vielleicht mal eine Aromahäfe reingefallen ist, auszusehen.
- 22:10Aber ich meine, am Ende, ich habe in meiner Brust schlage immer zwei Herzen.
- 22:17Zum einen gibt es halt die Sachen, wo ich mir denke, ich will, ich habe einen eigenen Weingeschmack
- 22:22und ich finde das eine spannender als das andere.
- 22:26Gleichzeitig, und da sind wir so ein bisschen näher gekommen gerade auch,
- 22:30gibt es halt auch so Sachen, dass ich mir denke, jetzt habe ich Lust auf genau das.
- 22:34Und das ist ja das Schöne, wenn man sich mit Wein etwas rauskennt,
- 22:37und dann auch sagen, ich habe jetzt Lust auf das oder ich habe jetzt Lust auf das.
- 22:40Das heißt, ich pfeife mir dann schon auch mal so ein Handswishing rein aus dem Boxbeutel.
- 22:46Also ich will das gar nicht so verteileln, sondern es sind halt eher so Sachen,
- 22:50dass ich mir denke, okay, es hat alles seine Zeit irgendwie.
- 22:53Sicherlich preferiere ich das eine mehr, aber es ist trotzdem beides im Rahmen des Möglichen.
- 23:01So, und das ist eigentlich meine eigene Einstellung dazu.
- 23:07Wenn man dann die Ebene Restaurant oder Begleitung oder Weinkarte noch dazu nimmt,
- 23:11finde ich, muss man sich da nochmal auch ein bisschen breiterer aufstellen,
- 23:15weil ich glaube, ganz wenige Menschen haben den Luxus wirklich nur das verkaufen zu können,
- 23:20was sie wirklich gerne auch selber zu 100 Prozent trinken.
- 23:24Also ich weiß, es gibt Menschen, die ziehen das durch.
- 23:27Das habe ich auch größten Respekt vor.
- 23:30Ich würde das so für mich nicht entscheiden wollen.
- 23:33Wie gesagt, auch gepaart natürlich mit der Lust, manchmal einfach irgendwie was Klassischeres, Breiteres,
- 23:39irgendwie sich selber reinzufifen.
- 23:41Aber warst du nicht auch so jemand im Horvat?
- 23:43Wenn ich gedacht habe, dass du da relativ radikal, ich würde dich da jetzt nicht irgendwie blame oder sonst?
- 23:47Nein, nein, gar nicht.
- 23:48Mein Bewusstsein in der Außenwahrnehmung, wie ich dich gesehen habe, dort in diesem Restaurant,
- 23:53dass du schon relativ straight warst.
- 23:55Ja, ja, du hast vollkommen recht.
- 23:57Nur hier warst du so, dass es quasi Qua-Restaurerausrichtung vorgegeben war.
- 24:04Also das heißt, ich bin ins Horvat gekommen, habe dort eine Weinkarte vorgefunden
- 24:10und die einzige Prämisse war, es werden nur Weine aus dem Osten ausgeschenkt.
- 24:16Also das war quasi Qua-Arbeitsauftrag.
- 24:18Und dann ist es, finde ich, aber auch was, was ich dann schon verantworten kann.
- 24:22Also dann ist es natürlich auch so, dass man immer diesen Safe Space hat,
- 24:27ich meine, das ist nie passiert, aber sollte der Fall sein,
- 24:31dass Leute sagen, in den zwei Stellen erwarten sie Weine aus Frankreich,
- 24:35dann kann keiner zu mir kommen und kann sagen, das ist mein Fehler,
- 24:38sondern das sage ich immer, hey, das ist die Abmachung gewesen, so ist die Weinkarte ausgerichtet.
- 24:42Das finde ich ist ein anderer Approach.
- 24:44Und das war super spannend, also die Zeit im Horvat, das hat so viel Spaß gemacht.
- 24:51Ich war da ein bisschen was über drei Jahre und habe da Janine Voltaire abgelöst,
- 25:00die jetzt wieder meine neue Chefin ist, also irgendwie komme ich nicht los.
- 25:05Wie das Leben so spielt.
- 25:06Wie das Leben so spielt, genau, heim zum Mutti.
- 25:08Und da habe ich halt ganz viele andere Sachen kennengelernt.
- 25:16Also ich meine, man muss auch dazu sagen, so wenn man meinen Werdegang anschaut,
- 25:20ich bin ja immer noch ein absolutes Newbie.
- 25:23Also ich habe Ende 2018 meinen alten Job gekündigt,
- 25:26habe dann ein Jahr, war ich dann wieder als kurze Interimphase in Nürnberg,
- 25:30habe dann meine WSITs gemacht, gut, dann kam Corona.
- 25:33Das heißt, ich habe noch zwangsweise irgendwie ein Jahr verlängert,
- 25:36aber dann als der letzte Lockdown durch war, habe ich im Horvat angefangen.
- 25:39Und das war meine erste Stelle in der Gastronomie, sage ich mal,
- 25:43nach den acht Jahren Pause, nach der Gabi Hoseneta.
- 25:45Und hast dich aber hochgearbeitet, also bis ja vom Comedy zum Comedy,
- 25:48zum Comedy-Sommee, dann später in der Sommee.
- 25:50Also das ist ja auch ein Paradestück, wo man sagt,
- 25:52man kann, ich bin kürzester Zeit mit viel Euphorie, mit viel Begeisterung,
- 25:56mit viel Engagement, schon eine gewisse Erfolg aufbauen.
- 25:59Das dann aber auch souverän spiegeln, weil wenn du mit Leuten kommunizierst
- 26:02in einem zwei-Stellen-Restaurant, die natürlich eine gewisse Erwartungshaltung,
- 26:05der du dann auch irgendwo entsprechen musst,
- 26:07wenn du das dann meistern kannst, spricht das dich unbedingt gegen dich.
- 26:10Vielen Dank.
- 26:11Ja, also ich meine, ich leide natürlich schon an die ganz klasse,
- 26:14in diesem Impostesyndrom, dass du mir denkst,
- 26:16irgendwann kommt mir einer drauf, dass ich einfach hier mich so durchmogel.
- 26:21Ganz so ist es nicht.
- 26:25Nee, aber das ist ja klar, also das ist dann schon gepaart
- 26:29mit so einer gesunden Form der Hybris, aber dann halt auch Wissen
- 26:34und auch der Lust und vor allem dem Fleiß.
- 26:36Ich glaube, ich vertrete schon die Meinung, dass Menschen indiker,
- 26:41also bevor ich mich da im Kopf und gar nicht rede,
- 26:44das ist nicht generell zu verstehen.
- 26:46Aber ich würde schon sagen, dass Menschen, die sich später für die Gastronomie entscheiden,
- 26:51das schon mit einem vielleicht größeren Elantun,
- 26:55als wenn man quasi vorher schon irgendwie dann dort anfängt.
- 26:59Also weil ich komme ja aus, also weißt du was ich meine,
- 27:01ich habe mich jetzt bewusst dafür entschieden
- 27:03und habe gesagt, ich verlasse meinen alten Job, der, der,
- 27:08und ich wusste halt, ich habe dann keinen Plan B mehr.
- 27:10Also ich habe meinen alten Job verlassen
- 27:12und das war so in dieser ganzen Startup-Welt
- 27:14und da ist es halt so, wenn du da gefühlt vier Wochen mal raus bist,
- 27:17bist du quasi schon wirklich raus raus.
- 27:20Die stellt keiner mehr ein, weil es irgendwie alles so schnell geht,
- 27:22so das heißt, ich war da raus.
- 27:24Und dann musste ich halt, musste ich das halt irgendwie,
- 27:27ja, es musste funktionieren
- 27:29und gepaart eben mit dieser, dieser Lust und diesem,
- 27:33diesem Elant, hat es dann halt so funktioniert.
- 27:36Ja, und was man nicht vergessen darf,
- 27:38ist das natürlich auch Janin und Sebastian da gesagt haben,
- 27:44hey, wir trauen die das zu.
- 27:46Also das ist jetzt nicht alleine auf meinem Miss gewachsen,
- 27:49dass ich sage, ich will, also ich sage, ich will das machen,
- 27:51aber es muss natürlich auch jemand da sein, der sagt,
- 27:53ich will lassen dich das machen.
- 27:54Und das haben die beiden halt gemacht.
- 27:56Und das ist sicherlich auch schon, muss man glaube ich schon auch mal erwähnen.
- 28:01Ist ganz, ganz wichtig, also auch von der Seite den Weitblick zu haben,
- 28:04die Weitzig zu haben, das Talent zu erkennen,
- 28:06das dann zu fördern, zu begleiten, das ist dann schon besonders.
- 28:12Was ist eigentlich Wein für dich?
- 28:14Wein ist für mich ein Genussmittel.
- 28:20Das klingt jetzt so total abgedroschen oder irgendwie so wie aus dem Textbuch,
- 28:24aber es ist, also ich meine, da gibt es zu viele Antworten
- 28:30und alle klingen irgendwie immer schon tausendmal gehört,
- 28:32was ist das, womit ich halt meinen Lebensunterhalt verdiene irgendwo,
- 28:37aber gleichzeitig aber auch was so Schönes.
- 28:39Und ich finde, Wein ist halt aber auch so vielschichtig.
- 28:44Also da passiert so viel, was sage ich mal wichtig ist in der Welt.
- 28:49Also zum einen Wein ist eine Monokultur, ja,
- 28:52überall heißt es, Monokulturen sind scheiße,
- 28:54aber trotzdem ist irgendwie Wein so eine akzeptierte Monokultur,
- 28:57die sogar einen gewissen Hype erlebt.
- 28:59Dann gleichzeitig ist Wein aber auch was, was uns zeigt,
- 29:03wie kann Landwirtschaft funktionieren im Zeichen eines Klimawandels,
- 29:06eine immer wärmer werdenden Welt.
- 29:08Ja, da wird viel versucht mit und wir haben halt den Beweis,
- 29:12dass so was wie biologische Landwirtschaft
- 29:18oder vielleicht sogar dann biodynamische Landwirtschaft funktionieren kann,
- 29:21das gibt uns halt den Beweis auch.
- 29:23Also, weißt du, da passiert sehr viel in dieses Bereich
- 29:27und das finde ich sehr, sehr spannend und es macht mir Spaß,
- 29:30Wein zu, also den Menschen näher zu bringen,
- 29:35Wein zu verkaufen, es macht mir Spaß Wein zu trinken.
- 29:38Also ich gehe da schon voll auf in diesem ganzen Thema.
- 29:41Allgemein Kulinarik ist so was, was mir sehr viel Spaß macht.
- 29:45Also ich will gar nicht Wein als mein einziges Geschäftsfeld betrachten.
- 29:50Ich sehe das eher, wenn ich in einem Restaurant bin,
- 29:53dann bringe ich hier eine Dienstleistung
- 29:56und Essen, also Suff und Essen ist quasi nur ein Mittel zum Zweck,
- 30:00dafür, dass Leute hierher kommen, vier Stunden hier sitzen,
- 30:02danach rausgehen und sagen, das war eine geile Zeit.
- 30:04Also alles andere ist quasi nur ein Vehikel, um das zu transportieren.
- 30:09Ich konnte am schlechtesten kochen, deswegen haben es mich zum Sommer hier gemacht.
- 30:13Und deswegen ist das eine ausgefallen bei mir
- 30:17und dann ist es halt ja weingeworden.
- 30:19Und deswegen, also da passiert es halt sehr viel
- 30:24und das bedeutet es auch für mich.
- 30:26Also das ist so, irgendwie aus verschiedenen Perspektiven,
- 30:29aus verschiedenen Heringensweisen sehr, sehr spannend.
- 30:32Zum einen finde ich das Wort Genussmittel eigentlich schon inflationär gebraucht,
- 30:37aber trotzdem viel zu selten, also viel zu selten mit dem Gefühl,
- 30:39mit dem Genuss für das Wort.
- 30:41Eigentlich ist es Genuss und das können wenige Sachen so transportieren wie Wein.
- 30:46Also daher finde ich es gar nicht so abgetroschen.
- 30:48Ich finde es auch interessant, dass in den 45 Folgen, die wir bisher hatten,
- 30:51fast jeder eine andere Interpretation für dieses "Was ist Wein?" hat.
- 30:55Und es zeigt eigentlich auch die Komplexität und die Vielschichtigkeit bei der Gesamtgeschichte.
- 30:59Du sagst, Wein ist eine Monokultur, grundsätzlich stimmt das,
- 31:03das möchte ich auch nicht dementieren, weil natürlich ein Rebstock teilweise
- 31:06über 100 Jahre ein Einfleckchen Erde steckt.
- 31:09Aber wenn man das so nimmt, dann ist zum Beispiel Wald ja auch eine Monokultur.
- 31:12Es kommt ja letztlich auch darauf an, was man drumherum bastelt.
- 31:16Also welche, keine Ahnung, Grüneinpflanzung man hat.
- 31:18Und das liegt wiederum an den Wintern und ist wieder auch um diese ganz interessante Bewegung,
- 31:22die in den letzten 10, 15, vielleicht auch 20 Jahren entstanden ist,
- 31:26dass man sich nicht nur um diesen Rebstock Gedanken macht,
- 31:29sondern eben um dieses ganze Drumrum.
- 31:31Da habt ihr, glaube ich, in Franken auch ganz mit dem Jujuspital,
- 31:34die also neben ihren Weinbergen eine große Fortwirtschaft betreiben,
- 31:37um eben da auch diese Interaktion dann irgendwo zu leben.
- 31:40Ja, auf jeden Fall.
- 31:41Also deswegen, du hast es halt viel, viel Schöne zusammengefasst,
- 31:44was ich da zusammengestottert habe, aber das war so ein schon der Gedanke,
- 31:47also schon der Gedanke, den ich auch machen wollte,
- 31:49dass ich sage, es ist eine Monokultur, aber es zeigt uns gleichzeitig auch,
- 31:53wie man damit gut arbeiten kann.
- 31:55Also weißt du, wie zukunftsweisen eigentlich Landwirtschaft sein kann
- 31:58und vielleicht auch dann adaptiert werden kann auf andere Landwirtschaften.
- 32:02Also da bin ich schon bei dir.
- 32:04Und du hast recht weit auch eine Monokultur.
- 32:06Da bräuchten wir sogar ein bisschen mehr davon.
- 32:09Und Frage.
- 32:10Ja, aber ich finde es halt spannend.
- 32:15Und wie gesagt, es wird uns halt dargezeigt, dass es möglich ist,
- 32:19eine Landwirtschaft zu betreiben, die auch irgendwie mit der Natur
- 32:24im Einklang bestehen kann und erfolgreich sein kann.
- 32:27Also da ist mein Lieblingsbeispiel immer der Nikolajow
- 32:30und auch hier Bayerst, weil natürlich da habe ich halt auch geschafft,
- 32:33ein bisschen.
- 32:34Aber ich finde es halt zu spannend zu sehen,
- 32:36dass es so ein bionamisches Weingut einfach gibt,
- 32:40die international erfolgreich sind,
- 32:42aber trotzdem verzichten auf Bewässerung, auf den ganzen anderen Blödsinn,
- 32:46den es dann so gibt.
- 32:48Das lässt halt hoffen, dass man sich da,
- 32:50dass es so eine Blaupause werden könnte.
- 32:52Ein Stereo-Weingüter, die schaffen es intuitiv zu leben,
- 32:55aber es nicht plakativ nach außen zu stellen.
- 32:58Und das ist glaube ich so das dauerlicherweise manche Entwicklung
- 33:01auch in der Weinzene gewesen,
- 33:03dass man immer dieses schwarz-weißdenken oder dieses plakative nach außen
- 33:06oder nur das ist richtig.
- 33:07Und beim Nikolajow zum Beispiel habe ich immer das Gefühl,
- 33:10sie machen es einfach.
- 33:11Und das heißt, dabei raus kommt es großartig
- 33:13und sind Weine mit einer ganz eigenen Authentizität,
- 33:16die unvergleichbar sind, mit keinem anderen Wein,
- 33:20gut vergleichbar ist.
- 33:21Aber sie sind einfach und das hat eine gewisse Größe,
- 33:24die weniger haben.
- 33:25Na, ich glaube die Themens machen es doch auch,
- 33:27oder die schreiben es noch nicht mal drauf auf die Flaschen,
- 33:29aber die sind ja glaube ich auch Biodün, oder?
- 33:31Und Leben ist in einer Komplexität,
- 33:32die teilweise nicht minder weitreichend,
- 33:34also eben auch diese ganz vielen verschiedenen Ebenen schaffen es auch.
- 33:37Finde ich einen gewissen, positivsten aller Sinne formulierten
- 33:43kommerziellen Bereich zu bespielen,
- 33:45dass die Weine durchaus greifbar sind,
- 33:48dass sie auch schöne Weine im positiven Sinne haben.
- 33:52Und teilweise so frickigen Kram, also Wahnsinn.
- 33:56Also einer der ersten, easy sich probiert habe,
- 33:58ich glaube das war 2000, das mich lügen 10 oder so,
- 34:03wo ich dachte, boah, was sind das, was ich dort in der Flasche habe
- 34:06und dann später gereift.
- 34:08Und jedes Jahr hat man das Gefühl, dass auch Armin
- 34:12das immer ein Stückchen weiter treibt und weiter trägt
- 34:16und eine Dimension im Wein beschreitet,
- 34:19die sonst noch irgendwie scheinbar keiner gedacht hat,
- 34:23oder er einfach im Weltmiteinander vermischt,
- 34:25die großartig sind.
- 34:26Also es ist für mich so ein Paradebeispiel dafür,
- 34:28dass man auch so sein kann und das so lebt.
- 34:30Ja, das finde ich, also es ist schön zu sehen
- 34:34und ich vertrete immer die Meinung und sage,
- 34:38wenn Gäste jetzt im Laden sind, ich muss denen nicht belehren
- 34:42oder ich erkläre denen halt genauso viel, wie ich denke,
- 34:46dass richtig ist oder wie sie auch aufnehmen wollen.
- 34:48Wobei, und da bin ich aber schon immer auch so, dass ich sage,
- 34:51gerade wenn es solche Weine dann sind,
- 34:53dass ich auch nochmal kurz eine Extratour mache
- 34:55und versuche da halt so ein Gedanken mitzugeben.
- 34:59Also das versuche ich schon immer.
- 35:02Da eben den Leuten nochmal irgendwie so ein bisschen
- 35:05so ein kleines Zeitnote nochmal mitzugeben,
- 35:09wenn es sich so was handelt.
- 35:11Findest du, dass es mit Exoten einfacher als mit konventionellen Wein
- 35:14oder umgetreten mit konventionellen Wein als mit Exoten?
- 35:17Also womit kann man die Leute besser beeindrucken?
- 35:21Also was meinst du mit konventionellen Wein oder Exoten?
- 35:25Also meinst du Exoten im Sinne von Orange
- 35:27oder im Sinne von so Beauty und Geschichten?
- 35:29Und ich dachte jetzt konkret, was nimmt man,
- 35:32wenn du eine Weinbegleitung bei dir machst,
- 35:34ist es reizvoller und interessanter für die Leute
- 35:37damit ein Wein aus Frankreich, aus Franken,
- 35:41aus der Südsteiermark zu überzeugen
- 35:44oder zum Beispiel ein Wein von Sylt oder aus Großreschen
- 35:48oder von Rügen oder Schloss Rartei oder wie auch immer.
- 35:53Es gibt in Tirol, im Zillertei gibt es die ersten Weinberge,
- 35:56habe ich letztens gelesen.
- 35:58Du Nordwägen gibt es auch, weil ich also von Dicken her...
- 36:01Da überrascht nichts mehr, ob das jetzt gut oder schlecht ist.
- 36:05Aber jetzt nicht, ich komme ja von Rügen,
- 36:07aber erst irgendwie, als es schon dreimal Puff gemacht hat,
- 36:11erst mitbekommen, dass dort auch Weinbau gibt.
- 36:13Ist so was fancy, so was cool,
- 36:16da findest du, dass dann irgendwie...
- 36:18Also, nee, also ich finde,
- 36:22ich vertritt die Meinung, ich würde mir nie anpassen zu sagen,
- 36:26dass es Quatsch, weil es gibt Menschen,
- 36:28die damit ihren Lebensunterhalt verdienen
- 36:30und das finde ich dann einfach nicht gut,
- 36:32wenn man sagt, es ist Quatsch.
- 36:34Aber ich finde, ich kann immer noch entscheiden,
- 36:36ob ich das mag oder nicht.
- 36:38Und ob du das einkaufst, oder nicht?
- 36:41Und was Gästen präsentieren möchtest.
- 36:43Genau, genau, genau.
- 36:45Also ich muss jetzt sagen, ich habe noch kein Wein von Rügen probiert,
- 36:48den Wein aus dem Zillerteil habe ich probiert,
- 36:50das ich einkaufen würde, aber es ist schön, dass es es gibt.
- 36:53Deswegen, ich glaube, im gewissen Arm...
- 36:55Das verstehe ich nicht, wenn ich da...
- 36:57Also wenn du auf der einen Seite sagst, es ist schön, dass es es gibt,
- 36:59und du würdest aber nicht einkaufen,
- 37:01warum das ein oder warum das andere nicht will, wenn du sagtest...
- 37:03Weil es mir nicht schmeckt.
- 37:05Also du kaufst nur Weine, die hier schmecken?
- 37:07Naja, also, nee, also ich kauf nur Weine, die mir schmecken,
- 37:10ist jetzt vielleicht...
- 37:12Naja, also irgendwo schon,
- 37:14aber ich bin auch breit aufgestellt, würde ich sagen.
- 37:17Ich...
- 37:19Okay, also jetzt vielleicht, wenn wir jetzt dann noch mal in das Thema reingehen wollen,
- 37:22das, was ich probiert habe da, das war halt einfach für mich...
- 37:24Das hat nicht geschmeckt,
- 37:26das ist vielleicht noch nicht so weit,
- 37:28dass man es dann auch wirklich hier anbieten kann oder ich anbieten möchte.
- 37:32Aber ich würde schon sagen, dass ich Weine einkaufe,
- 37:35die mir schmecken.
- 37:38Aber die können halt auch von irgendwie orange
- 37:42bis zu eher etwas klassischer funktionieren.
- 37:45Also ich muss schon schauen, dass ich die Weine, die ich einkaufe, auch los werde.
- 37:48Also ich kann jetzt nicht nur Friegsstoff einkaufen,
- 37:51die, sag ich mal, wahnsinnig progressiv sind im Geschmacksbild,
- 37:56sondern auch klassischere Sachen einkaufen.
- 37:58Gerade hier im Kiez, in dem ich mich nur nicht auskenne, also ich bin,
- 38:02wie es ist, der dritte Monat, muss ich schon gucken,
- 38:04dass ich mich irgendwie so ein bisschen ran taste,
- 38:06weil wenn ich jetzt dann in der Begleitung von 6 Gläsern Wein irgendwie 4
- 38:10Vollgasmeische anbiete,
- 38:12das ist, glaube ich, jetzt auch von Anfang erst mal nicht so gut,
- 38:15weißt du, sonst kommen die Leute zum Stilie und sagen,
- 38:19hey, wir haben jetzt irgendwie 6 Gläsern Wein,
- 38:21davon kannst du 4 nicht saufen.
- 38:23Das ist halt auch nicht gut.
- 38:25Aber es gibt ja auch Weine, die, sag ich mal, anders gemacht sind,
- 38:28klassischer schmecken, aber trotzdem gut sind.
- 38:32Das versuche ich gerade, so ein bisschen hier zu etablieren.
- 38:35Und dann wird man so ein leichter Orange mit eingebaut,
- 38:38jetzt wird man so ein leichter Silvana eingebaut
- 38:41mit so ein bisschen Hefekontakt von Thomas Plackner.
- 38:44Also es sind alles Sachen, womit ich mich langsam ran taste,
- 38:48weil wie gesagt, wir sind ein junges Unternehmen,
- 38:52wir müssen halt auch schauen, dass wir die Leute erst mal anfüttern,
- 38:56mit Sachen, die nicht direkt von Kopf geschwunden sind,
- 38:59bevor wir uns selber dann verwirklichen können zu 100%.
- 39:02Ich bin nicht ganz, ganz toll bei dir, also ich bin auch bei dir,
- 39:04bei der Betrachtungsweise, bei dir auch bei der Darstellung,
- 39:06wie du es erklärt hast, ich wollte dich damit auch nicht
- 39:09werbar gegen die Wand reden.
- 39:11Ach so, nimm ich gar nicht.
- 39:12Wenn man, wenn man eine Entscheidung für einen Kaufen trifft,
- 39:15dann muss man, hat man natürlich auch eine Verantwortung.
- 39:18Also auch eine Verantwortung für das Qualitätsbewusstsein,
- 39:20wo ich nicht sagen möchte, der eine Wein ist besser als der andere,
- 39:23aber man hat ja doch ein gewisses Qualitätssegment,
- 39:25was man gerade darstellen möchte.
- 39:27Und wenn man diesen Wein einkauft, diesen repräsentiert,
- 39:30hat man automatische Fürsprache für den Wein, also man ist ein Werbeträger.
- 39:33Und man muss zu 100% normalerweise hinter dem Wein stehen,
- 39:37den man da einkauft, repräsentiert, wenn das nicht funktioniert,
- 39:40dann ist es eben in dem Sinne eine Entscheidung.
- 39:43Ja.
- 39:44Ja, selbstverständlich kennt ihr Chardonnay
- 40:03und natürlich kennt ihr auch das Friol
- 40:05und sicher kennt nicht wenige von euch das Weingut Lysneris.
- 40:08Und wenn ihr Lysneris kennt,
- 40:10ist sicher Jerozah für euch auch ein Begriff.
- 40:13Und wenn ihr den Chardonnay Jerozah aus dem Haus Lysneris,
- 40:17aus dem Friol und aus den Jahre 2021 noch nicht probiert habt,
- 40:21solltet ihr es nachholen.
- 40:23Denn das ist gleich einer wie noch vielen Bildungslücke,
- 40:26eines der herausforderndsten, aber spannendsten Jahre der Vergangenheit.
- 40:30Und definitiv ein Jahr,
- 40:32dass in die Analyne des Friolz eingehen wird
- 40:34und ein perfektes Jahr für den Chardonnay Jerozah.
- 40:37Es begann mit dem Windbohrer.
- 40:40Ein genadenloser und kalter Gast aus den Alpen
- 40:43fickt durch die sanften Hügel von San Lorenzo Isontino.
- 40:46Der Boden, eine Mischung aus kalkhaltigem Leben
- 40:49und uralten Sedimenten schien zu flüstern.
- 40:52Nur die besten überleben hier.
- 40:54Und genau hier beginnt die faszinierende Geschichte
- 40:57des Lysneris Jerozah 2021 ein Chardonnay,
- 41:01der auf einzigartige Weise die Natur zu spiegeln scheint.
- 41:05Alvaro Pecorari, der Hüter der Weinberge von Lysneris,
- 41:08stand eines Morgens zwischen den 50 Jahre alten Chardonnay-Reben.
- 41:13Die Winterkälte hatte den Boden hart gemacht,
- 41:16die Knospen lagen noch im tiefen Schlaf.
- 41:19Doch Alvaro wusste, dass die Zeit kommen würde,
- 41:22in der die Reben wieder erwachen
- 41:24und mit ihrer Kraft ringen würden gegen Frost, Trockenheit
- 41:27und die Laune der Natur.
- 41:29Seit fünf Generationen war Lysneris nicht nur ein Weingut,
- 41:33sondern ein Monument des Kampfes zwischen Mensch und Terror.
- 41:36Alvaro hatte das Ziel, einen Chardonnay zu schaffen,
- 41:39der nicht nur die Essenz dieser Landschaft einfängt,
- 41:42sondern auch die Geschichte eines Jahres erzählt.
- 41:45Das Jahr 2021 hatte jedoch seine eigenen Pläne.
- 41:49Der Frühling kam spät und brachte ein bitterkaltes Frost mit sich.
- 41:52Die jungen Knospen zartenverletzlich wurden von Eiskristallen umschlossen.
- 41:56Einige verloren den Kampf.
- 41:58Andere hielten sich tapfer und das war der Anfang.
- 42:01Der Sommer brachte eine gnadenlose Trockenheit,
- 42:04die den Reben das Wasser und den Mut zur Entwicklung raubte.
- 42:07Der Boden durchzogen von uralten Kiesablagerungen,
- 42:11gab den Pflanz nur das Nötigste.
- 42:13Ein Kampf um jeden Tropfen.
- 42:15In dieser feindlichen Umgebung zeigte sich die wahre Stärke des Chardonnays.
- 42:20Die alten Reben mit Wurzeln tief in den Boden gegraben zogen
- 42:24in der Reihe den Nährstoff mehr vor.
- 42:26Die jüngeren Pflanzen niemals erreichen konnten.
- 42:29Alvare wusste, dass diese Belastung nicht nur die Trauben kleiner
- 42:33und konzentrierter machte, sondern auch ihre Aromen
- 42:37und Säure strukturintensivierte.
- 42:39Ein Wein beginnt im Weinberg, aber er wird im Keller geboren.
- 42:43Sag Alvare oft.
- 42:45Als die Zeit der Ernte kam, war jede Entscheidung
- 42:48ein Balanceakt zwischen Geduld und Eile.
- 42:51Zu früh geerntet, während die Aromen unausgereilt.
- 42:54Zu spät und die Säure, das Rückgratt des Weines, könnte verloren gehen.
- 42:58Die Lese erfolgte rein manuell, nur die Bestenschaften ist in die Kellerei.
- 43:02Und dort begann die Verwandlung.
- 43:05Die Jährung erfolgte im 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche,
- 43:08nicht so groß, um die Aromen zu intensivieren,
- 43:11aber auch nicht zu klein, um den Chardonnay nicht zu überlagern.
- 43:14Elf Monate lang lag der Wein auf der Feinhefe,
- 43:17jede Woche aufgerührt, um ihm Textur und Komplexität zu verleihen.
- 43:22Alvaro wusste, dass jeder Fehler im Keller
- 43:25die mündes gesamte Jahres zu Nichte machen könnte.
- 43:28Während der Reifung droht der Chardonnay damit bei falscher Behandlung das Wichtigste.
- 43:33Seine Balance zu verlieren, doch Alvaro blieb wachsam
- 43:36und begleitete dem Wein mit seinem Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde.
- 43:41Er war nicht nur ein Winzer, sondern ein Dirigent,
- 43:43der die Elemente zu einer harmonischen Symphonie zusammenführte.
- 43:47Als der Wein endlich abgefüllt wurde, hielt Alvaro in die Händen.
- 43:51Der Jorosa 2021.
- 43:53Diesen Wein, der zwar typisch aber so viel mehr ist als ein Chardonnay aus dem Freahol,
- 43:58als ein Kind seiner Eltern, einer Kreuzung aus Pinot Noir und Gisblanc,
- 44:02der unvergleichbar ist mit einem Chablis,
- 44:05mit einem Champagner, mit einem Chardonnay aus Übersee,
- 44:08der eine eigene Interpretation dieser Rebsorte darstellt.
- 44:12Der dankbar ist für den wild entstandenen, leichten biologischen Säureabbau,
- 44:16der ihm ein seidiges, cremiges Fundament verleiht,
- 44:19ihm aber seine rassig lebendige Säure und seine kernige Struktur belässt.
- 44:23Alvaro's Vater hat vor über 50 Jahren den wohl renommiertesten und bekanntesten
- 44:28der über 40 existierenden Klone, den Dijon-Klon weitsichtig gepflanzt,
- 44:34in dem Wissen extrem geringe Erträge und einen hohen Pflegeaufwand zu haben,
- 44:39aber auch mit dem Bewusstsein alterungsfähige, karaktervolle, strukturierte
- 44:44und einzigartige Wein erzeugen zu können.
- 44:47So wie den Chardonnay Rosa 2021 aus dem Hause Liesnäres aus dem Friaul.
- 44:53Und könnte er sonst typischer sein?
- 44:55Könnte er sonst diese strahlende Gelb, diese grünen Reflexe, die aus dem Glas leuchten auf dem Bahn?
- 44:59Könnte er die reife Böhne, die gelben Äpfel, die weißen Blüten,
- 45:02den Hauch von Feuerstein durch eine ganz, ganz leichte Reduktion,
- 45:06die den Wein schmückt, aber nicht übertönt präsentieren?
- 45:09Könnte er die Brücke zwischen der Alpide, den frisch und den kalkhaltigen Böden schlagen?
- 45:14Hätte er die lebhafte Säure, die saftige Frucht am Gaumen, den leichten Schmelz
- 45:19und die salzige Texture, die an die Nähe zur Adria erinnert?
- 45:23Vielen Dank, Liesnäres, dass der 2021er Rosa mehr als ein Wein ist, mehr als ein Chardonnay.
- 45:30Und noch ein großes Dankeschön dem Deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 45:35Aber du bist schon Team Weinmenü, also bei deiner Arbeit, dass ihr immer ein Weinmenü anbietet
- 45:49und du das eben auch aktiv auslebst?
- 45:51Ja, ja, auf jeden Fall. Also wir, KovicStraße 87, Matthias Restaurant in Berlin, Prinzlauberg,
- 45:58schaut aus, wir machen fünf oder sechs Gänge und ich mache zu jedem Gang ein Glasel Wein dazu.
- 46:06Immer still oder auch Schaumwein?
- 46:08Ich mache auch Schaumwein, ich mache Schaumwein dazu unterschiedlich geartet.
- 46:17Ich habe momentan L'Ambrusco in der Begleitung.
- 46:20Großartig.
- 46:21Ja, zu dem Tête-Mort. Also da komme ich auch so ein bisschen her.
- 46:27Es muss ja nicht immer superfunky sein, es kann ja auch so ein Spiel sein.
- 46:31Weißt du, die meisten Menschen verbinden mit L'Ambrusco irgendwas.
- 46:34Meistens irgendwas Süßes, Kopfweh oder Brechreiz, keine Ahnung.
- 46:40Aber L'Ambrusco bringt halt so viel her und da spiele ich echt schon gerade so ein bisschen damit.
- 46:48Jetzt habe ich gerade so einen, der auch ein bisschen auf der Feinhilfe ist.
- 46:51Also da taste ich so ein bisschen aus, was hier geht und das kommt sehr, sehr gut an.
- 46:55Das ist gerade so der Schaumwein-Aspekt, den ich habe.
- 47:00Ich habe immer das Problem, bei mir Schaumwein in der Begleitung,
- 47:03du, das ist doch immer so bei uns, du hast vier Schaumweine offen und dann will ums Verrecken keiner ein Schaumwein
- 47:09und dann werden die die alle schal.
- 47:11Und deswegen schaue ich immer, dass ich nicht so viel offen habe.
- 47:14Also ich habe einen Schaumwein als Apero, ich habe einen Schaumwein in der Begleitung.
- 47:18Ich habe ein Wehrmut in der Begleitung, also ich spiele schon auch mit verschiedenen Flüssigkeiten so ein bisschen.
- 47:28Und mehr Schaumwein weiß ich nicht, da komme ich immer so ein bisschen an die Grenzen,
- 47:33weil das so viel kann ich gar nicht selber saufen am Ende, was?
- 47:37Wegen der Kohlensohre oder wegen der Kohlensohre?
- 47:41Ja, weil das ist doch immer so, dann hast du zwei offen und dann halten die sich schon eine Weile
- 47:45jedes Mal da mit dem Korrewer zu arbeiten, das ist halt irgendwie auch dann auf Dauer zu teuer,
- 47:49weil ich verlang 70 Euro für eine Begleitung und was mich dann da Glasl kostet mit dem Gas und sowas,
- 47:55das ist mir nichts, momentan noch.
- 48:00Ich will aber auch da nochmal vorausschicken, das hat nichts Dogmatisches.
- 48:04Also ich sage nicht, das will ich nicht, das mache ich nicht, sondern es hat halt externe Gründe, warum ich das nicht mache.
- 48:10Ich kann mir schon vorstellen, gerade was so bleibt mir mal in Deutschland, in der Schaumwein, welch sich da gerade tut, bist du debatt.
- 48:16Also da kannst du auf jeden Fall was aufziehen, da kriegst du locker 7 Gänge hin.
- 48:23Aber das ist...
- 48:24Der für dich eine Schaumwein-Begleitung zum Menü auch denkbar?
- 48:29Wie gesagt, ich will das gar nicht ausschließen, es hat keine gußtatorischen Gründe, sondern eher betriebswirtschaftliche,
- 48:36wie gesagt, ich kann mir das sogar sehr gut vorstellen.
- 48:40Was sich da gerade tut, ist ja supergeil.
- 48:44Du kannst für einen gut kalkulierbaren Preis wahnsinnig tolle Schaumweine gerade bei uns irgendwie bekommen.
- 48:51Also die verschiedenen Spielarten, also zwischen verschiedenen Bad, Druck, Gradationen, die man hat, verschiedene Macharten,
- 48:59natürlich verschiedene Rebsorten und so weiter ist das interessant.
- 49:02Hast du schon mal einen spannenden Schaumwein aus Silvana getrunken?
- 49:05Tatsächlich, ja. Ich habe letztens einen gehabt im Lager.
- 49:10Gibt es viel zu selten, deswegen frage ich da.
- 49:12Ja, alles gut.
- 49:13Ich meine Silvanen eigens ich halt schon aufgrund der natürlichen Säure.
- 49:16Da auch dann gut für die Schaumweinherstellung.
- 49:19Ja, und zwar von Thomas Plackner.
- 49:22Einen Schaumwein aus dem Jahr 2016, glaube ich, ist das.
- 49:29Franken Silvana.
- 49:31Das fand ich super. Hat natürlich schon auch ein bisschen Druck durch die Reife entwickelt.
- 49:36Also es war schon auch reif.
- 49:38Ist jetzt nichts, was ich mir als apretiv vorstellen könnte, aber als Speisenbegleiter auf jeden Fall.
- 49:43Gerade Silvana sollte ja eigentlich prädestiniert dafür sein.
- 49:46Also Schaumwein zu ergeben.
- 49:47Zum einen aufgrund der verschiedenen Möglichkeiten im reife Verhalten.
- 49:51Es gibt ja kommende Rebsorte, neben Riesling oder vielleicht irgendwie Charny oder Charny Blanc,
- 49:56die so extrem gut reifen kann wie Silvana.
- 49:59Dann, dass sie die verschiedenen Evolutionszyklen in der Machart in sich aufnehmen kann
- 50:04und eben auch repräsentieren kann.
- 50:06Und dann dieses Spiel mit den verschiedenen Säurengegebenheiten.
- 50:09Also stehe ich mir durchaus reizvoll vor.
- 50:11Und das wollte ich gar nicht sagen, gibt es nicht.
- 50:13Es ist wahrscheinlich mein bemindertes Wissen, dass ich sage, habe ich viel zu selten eigentlich probiert.
- 50:17Sollte man viel, viel öfters mal.
- 50:19Kommt man viel.
- 50:20Also das finde ich wahnsinnig spannend.
- 50:23Aber ich glaube, das ist auch...
- 50:25Es wird glaube ich auch nicht so propagiert und es wird auch nicht viel gemacht.
- 50:29Also weil Silvana, glaube ich, auch eine Rebsorte ist, die halt einfach sehr geografisch eingegrenzt,
- 50:34angebaut wird so ein bisschen.
- 50:36Frankfurt, Rhein-Hessen.
- 50:37Genau.
- 50:38Frankfurt, Rhein-Hessen.
- 50:39Und dann ist das glaube ich immer so ein Nebenprodukt.
- 50:43Also ich habe viele Weinlisten gesehen oder Preislisten, wo halt dann irgendwie 15 stillweine draufstehen
- 50:49und dann irgendwie so ein Nebenprodukt noch dann Silvanaseck dazu.
- 50:53Und manche von denen sind wahnsinnig großartig und manche von denen sind da.
- 50:58Findest du, dieser alte Mythos Silvana und Spargel, hat denn da sein Berechtigung oder ist das Quatsch?
- 51:07Das fällt in die Kategorie, das haben wir immer schon so gemacht.
- 51:12Ist so, ne?
- 51:13Also es gibt ja verschiedene Argumente.
- 51:15Also diejenigen, die das propagieren, sagen, weil der Silvana halt so mild ist, belässt er den Spargel
- 51:21so in seiner natürlichen Aromatik.
- 51:23Ich finde, man wird diesem Königsgemüse aber nicht gerecht.
- 51:26Man muss das einfach fordern, muss es anders untermalen.
- 51:28Und schon Silvana, aber nicht mit diesen, ich sage mal, eigentlich dünn Zeug, was man da so oft kursäviert.
- 51:35Also ich würde sogar auch noch eine Stufe druntergehen und sagen, Spargel und Silvana ist halt auch sehr,
- 51:44sage ich mal, generisch.
- 51:46Also hast du ein Spargel Salat, weil es so klassisch in Essig, so etwas sauer, Schnittlauch dazu, leichte Schärfe.
- 51:52Dazu einen richtig scharfen, klaren Silvana ist halt schon sexy.
- 51:56Hast du aber einen Spargel gekocht mit so einer Hollandaise dazu, so was Cremiges,
- 52:05dann dein Silvana dazu, der noch so einen Restzipfel Säure hinten hat, aber schon eher so ein bisschen,
- 52:10vielleicht gereift, vielleicht auch so ein bisschen, sage ich mal, so eine Epophastilistik,
- 52:14bisschen runter, bisschen voller, kann ich mir auch gut vorstellen.
- 52:18Aber es hört sich doch auch schon sehr nach einer Marketingkampagne an,
- 52:23weil ich glaube, es gibt ganz viele tolle Weine, die man zu diesen verschiedenen Speisen trinken kann.
- 52:27Aber ich muss schon auch sagen, wenn ich da in Franken bin, was, dann gibt es dann Spargel und Silvana dazu.
- 52:34Das kürzt es so.
- 52:36Du kritisierst das nicht oder bemeckerst das nicht, sondern du sagst einfach,
- 52:39eine regionale Bewegung, die man auch nicht verändern sollte oder wo man auch nicht gegenreden sollte,
- 52:45weil es wurde halt schon immer so gemacht.
- 52:47Naja, also ich habe es ja gerade für so ein bisschen darzustellen, dass das quasi,
- 52:51es gibt verschiedene Spielarten von Speisen und verschiedene Spielarten von Weinen in Silvana.
- 52:55Das kann man so machen, dass das jetzt das einzig Mögliche ist, das glaube ich nicht.
- 53:00Also ich glaube schon, oder ich finde schon, das muss man hinterfragen.
- 53:04Selbst in der Begleitung zum Beispiel in Silvana einen Spargelgang zu haben und den dann irgendwie zu begleiten,
- 53:11ist es jetzt nicht so, dass ich sage, das einzig Mögliche ist Silvana.
- 53:15Ich sage einfach nur, dass es halt, wenn du in der Wirtschaft gehst auf dem Land,
- 53:19dann bin ich da auch der Letzte, der sagt, ich möchte da was anderes dazu,
- 53:24sondern wie gesagt, der gehört halt irgendwie dazu.
- 53:26Für mich jetzt im Restaurant zum Beispiel wäre es jetzt keine God-given Combination.
- 53:31Also da würde ich schon noch hinterfragen, wie man das vielleicht anders machen kann,
- 53:35weil es einfach auch viel zulässt, finde ich.
- 53:38Gab es für dich mal so diese absolute ultimative Weinspeisenkombination, wo du sagst, das war mein...
- 53:44Wenn ich jetzt Silvan und Spargel sage, wäre es langweilig, ne?
- 53:47Nein, gar nicht, gar nicht. Du, das kannst auch manchmal sein, wenn du sagst,
- 53:50jetzt bin ich nach 15 Wanderjahren wieder nach Hause gekommen und Mutti hat ein Spargel gekocht
- 53:56und egal wie zerkocht der war und der Silvana war auch schon drei Tage offen,
- 54:00eigentlich war es man sekt und aber in dem Augenblick war es wirklich die Offenbarung für mich.
- 54:07Also es ist ja manchmal eben auch von Momentum getragen, gar nicht so sehr dieses...
- 54:10Aber manchmal hat man eben auch diese Explizite, wo man sagt, dieses Gericht mit diesen Strukturen,
- 54:16mit den Aromen und dazu dieser Weiden, das geht nur in dem, in der Konstellation.
- 54:21Also tatsächlich gibt es da eine Sache, die mich noch seit dem Horwart auch begleitet.
- 54:30Es gibt da ja diese Pilzleber, also eine vegetarische Lebercreme, Leberpartime oder weniger
- 54:38und das zusammen mit einem 96er-Ruster-Ausbruch von Heidi Schreck ist schon Arsch auf einmal.
- 54:46Also das ist schon echt so matchmade in heaven.
- 54:52Also das funktioniert halt auch da, also natürlich kann man sagen,
- 54:55das ist jetzt irgendwie relativ klassisch, Partee mit einem Süßwein,
- 54:58aber diese Säure, dieses Erdige von dem Partee dann dazu
- 55:03und dann gab es noch so eine Reduktion auf die Pilzleber oben drauf, so Apfelbalesam-Reduktion.
- 55:09Das hat dann nochmal so was Dunkeles, melassemäßiges noch mitgegeben.
- 55:13Also das ist schon was, was einfach immer noch im Kopf geblieben ist auf jeden Fall.
- 55:18Das ist grandios und so wie das beschreibt, kann man das auch wunderbar nachvollziehen.
- 55:22Kann das nur Wein? Also ist Wein da ein Alleinstellungselement, was so ein Gericht nur begleiten kann
- 55:30oder könntest du dir es auch mit was anderem vorstellen?
- 55:33Gibt es ein anderes Getränk, was eine ähnliche Komplexität oder Intensität oder tiefer hat,
- 55:37wie eben Wein, weil du vor einem Wermut zum Beispiel,
- 55:39ja, ja, ja, völlig unterschätzt.
- 55:42Auf jeden Fall. Also ich glaube, oder ich bin mir sicher, dass es da auch andere Sachen gibt.
- 55:49Also ich möchte das jetzt nicht alleine am Wein festmachen.
- 55:52Und vor allem das Schöne an den Pairing ist ja auch immer, es gibt ja verschiedene Arten da, Getränke, Flüssigkeiten zu pären.
- 56:01Also manchmal will ich was mit dem Gericht mitschön.
- 56:04Weißt du so ein Wein, der ist fettig, der ist salzig, der ist schwer, da kann ich mich so ein bisschen fallen lassen.
- 56:09Dann habe ich ein Gericht, was das Gleiche mitbringt, ja, dann umarmen dich quasi Wein und Speise gleichzeitig.
- 56:14Das ist ja eine Möglichkeit, was so ein bisschen jetzt das gerade beschriebene ist.
- 56:18Dann kann man aber auch pären.
- 56:20Ich habe irgendwie ein fettiges, schwereres Essen oder umarmireiches Essen und stell da gegen ein Wein an,
- 56:26der irgendwie nach jedem Schluck wieder so nullt.
- 56:31Also der ist irgendwie etwas spritiger.
- 56:34Also ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass so ein leicht hefiger Sherry auch da eben dagegen steht, dann aber auch Sinn macht.
- 56:40Das kann ich mir schon auch vorstellen, dass man da eben dagegen arbeitet oder manchmal in Pairing tue ich das auch.
- 56:46Also das ist auch was, was, was, glaube ich so ein bisschen erklärungsbedürftiger ist, als wenn du jetzt was hast, was eh pleasing ist.
- 56:56Man muss man schon immer ein bisschen, glaube ich, die Gedanken da mitgeben, also sagen wir in Gästeperspektive gesprochen.
- 57:02Aber das macht schon auch sehr viel Spaß.
- 57:04Konnte man jetzt abgesehen davon, dass ihr neu seid und das Horvat jetzt zum Beispiel schon etabliertes Anerkant ist in einer ganz, ganz anderen Ebene,
- 57:11dort aufgrund der Gesamtkonstellation des Raums und der Elemente andere Weine servieren als bei euch.
- 57:18Also ist der Wein abhängig vom Stadtteil, vom Haus, von der Farbe an den Wänden, von der Musik oder sonstiges.
- 57:28Oder findet alles irgendwo seinen Platz?
- 57:34Also ich glaube bis zum gewissen Punkt bedingt das Interieur, aber auch die Servicequalität,
- 57:43ein gewisses Preislevel oder eine gewisse Art von Wein, die verkauft werden kann.
- 57:49Also du willst im Späti keinen, weiß ich nicht, Ceperello trinken für 300 Euro, oder willst vielleicht schon, aber wär jetzt nicht meine Ereignungsweise.
- 58:02Wenn die richtigen Gläser haben und...
- 58:05Ja, genau. Also, aber weißt du was ich meine, das wär jetzt nicht meine Ereignungsweise.
- 58:11Aber der Unterschied, glaube ich, wird dann sehr dünn, ob du jetzt im Matze sitzt oder ob du im Horvat sitzt, ob du dann da eintrinkst.
- 58:18Ich glaube, das ist dann... ich glaube, so wird der Unterschied dann nicht mehr so groß sein.
- 58:25Also das glaube ich schon. Also ich glaube, es gibt einen gewissen Punkt, da wäre das...
- 58:31Auf der anderen Seite ist das super subjektiv.
- 58:34Es gibt bestimmte Menschen, die sagen, das ist mir scheißegal, das geht mir um den Wein und nicht um den Rest.
- 58:38Die saufen den auch am Straßenrand, aber das wär nicht meine Ereignungsweise.
- 58:43Und ich glaube schon, dass das eine ist anders und stückweit bedingt.
- 58:47Ich mein, im Horvat, das spannende war ja wirklich, dass wir keine von diesen Wein hatten.
- 58:52Also die teuersten Wein, die wir hatten, waren irgendwie deutsche Rieslinge um 300 Euro, oder eine Vino-Täge vom Nikolaj-Hof.
- 59:01Aber ansonsten, dadurch, dass ich hier Weine aus dem Osten hatte, war jetzt da das preisliche Limit sehr überschaubar für ein Zweisterner.
- 59:10Auf der anderen Seite hier Matthias, wir haben jetzt ja eine kleine, feine Burgunderauswahl.
- 59:16Letztens hat sich einer ein Schamböter hier reingezogen.
- 59:20Also das ist halt, wie die Leute halt kommen, was auf der Weinkarte steht.
- 59:26Und deswegen glaube ich, dass es egal ist in dem Rahmen von Matthias oder Horvat oder Restaurants in unserem Dunzkreis, wo du dann was trinkst.
- 59:36Ich glaube, man muss sich wohlfühlen.
- 59:38Das ist der Grundanspruch für Wein. Also für den perfekten Ort, für Wein ist es wohlfühlen.
- 59:43Das ist aller wichtigste.
- 59:44Also würde ich jetzt sagen, es ist wohlfühlen und das fängt an mit dem Interieur.
- 59:48Das geht aber auch weiter über die Wärme der Mitarbeitenden, die irgendwie gespreadet wird.
- 59:53Oder wie wohl man sich halt fühlt, wie willkommen man sich fühlt.
- 59:58Ich glaube schon.
- 1:00:00Also es ist ja alles ein emotionales Spiel, was wir spielen.
- 1:00:03Ich glaube schon, dass wenn jetzt jemand kommt und wir Essen servieren, was top notch ist und der Service aber kacke ist, dann würde die Experienz hier nicht positive Erinnerung bleiben.
- 1:00:15Du beschreibst es, aber ist dir es tagtäglich bewusst? Siehst du da die Verantwortung auch bei dir oder ist bei dir auch ein Arbeitstag ein Arbeitstag?
- 1:00:26Man kann ja nicht immer überdrehte sozusagen rumlaufen und sagen, ich muss immer Liebe verstreuen, sondern manchmal aber...
- 1:00:35Du kennst mich mal genug, Silvia, ich kann das.
- 1:00:37Hab ich auch gesagt.
- 1:00:45Also ich komme hier in die Arbeit und du hast vollkommen recht, es gibt solche und solche Tage.
- 1:00:51Für mich ist aber klar, ich kann meinen Frust auslassen, wenn ich das Gefühl habe oder mich auskotzen bis 18.30 Uhr.
- 1:01:00Aber 18.30 Uhr muss ich zumindest so dastehen, dass die Leute sich wohlfühlen bei mir oder bei uns.
- 1:01:06Das ist schon der Anspruch.
- 1:01:08Das ist halt unsere Dienstleistung. Unsere Dienstleistungen ist, Leute kommen hier, die zahlen an meinen Geld, die wollen eine gute Zeit haben.
- 1:01:16Manchmal sind meine Witze vielleicht besser, manchmal sind sie nicht so gut oder vielleicht mache ich manchmal keine.
- 1:01:22Aber die Grundausrichtung ist immer die, dass die Leute Spaß haben hier.
- 1:01:27Also das ist schon der Selbstanspruch.
- 1:01:31Und dazu kommt die Entscheidung in die Gastronomie zu gehen, war sicherlich zum einen getrieben, ich finde Wein cool.
- 1:01:41Aber zum anderen auch, mir gibt das so viel Energie, also Lebensenergie, wenn Leute nach vier Stunden hier rausgehen und sagen, es war ein geiler Abend.
- 1:01:51Wenn die rausgehen und sagen, hey, du bist ein cooler Kerl, das war eine super Zeit, das Essen war lecker, das Pairing war top und dann das, das, ein Living on that shit.
- 1:02:01Gleichzeitig, wenn jemand sagt, das war kacke, das reißt mich auch in den Loch. Also ich bin halt wahnsinnig emotional, was das angeht.
- 1:02:09Also ich bin halt Überzeugungstäter und das ist der Anspruch an mich selber.
- 1:02:13Ist das auch der Anspruch an deine Service-Grundlage? Weil du hast ja, und dann möchte ich dir nicht so nahe treten, aber niemals diesen superklassischen Service erlernt oder gelebt, wo du sagst, okay, jetzt muss ich fünf Stunden dekantieren, drei Stunden mal um den Tisch laufen,
- 1:02:31dem wird zuerst eingeschenkt, nebenher wird der Dame die Haare gekämmt oder sonstiges, also von dem her übertrieben formuliert.
- 1:02:37Hast du sowas ja nicht mit auf den Weg bekommen, sondern du kommst ja rein aus dieser emotionalen Legende.
- 1:02:42Hast du trotzdem neben diesem Mindset noch andere Grundlagen an den Service für dich als Zommelier, wo du sagst, die müssen immer sein.
- 1:02:52Rein aus dem handwerklichen Technik.
- 1:02:55Ja, ich verstehe es schon. Da ist es schon so, dass ich viel von diesem handwerklichen, zum einen natürlich durch eigene Motivationen, die ich dann rauf geschafft habe, zum anderen aber auch im Horwart, in den Zwei-Sternen,
- 1:03:14ein gewisses Maß an Service einfach auch vorausgesetzt wurde.
- 1:03:17Und ich wollte mal sagen, das ist in meinem Werkzeugkasten schon auch da gewesen, weil ich relativ viel selber als aus der Gastperspektive miterlebt.
- 1:03:26Und natürlich dann auch da das Interesse an den Tag gelegt und das ist mir internalisiert.
- 1:03:30Also auch da wieder Dank an Gabi, dass ich einfach sage, okay, jetzt hat es mir mitgegeben.
- 1:03:36Ich habe das sicherlich nie klassisch gelernt, aber für mich ist schon wichtig, dass ich versuche, den Gästen den Service zu geben, den sie gerade wollen oder brauchen.
- 1:03:49Ich bin aber auch so, dass ich sage, wenn es da vier junge sitzen oder vier junge Menschen von mir ist oder vier, wer auch immer, und die lässig sind, dann mache ich auch einen lässigen Service.
- 1:04:00Aber ich kann auch super umschalten und jemanden also von vorne bis hinten pämpern und die Haare noch flechten dazu.
- 1:04:08Was ist für dich deine Grundanspruch auch, wenn du selber essen gehst?
- 1:04:11Sagst du, ich brauche diese Glasqualität, ich brauche, die Kapsel muss immer oberhalb, unterhalb abgeschnitten werden.
- 1:04:18Es müssen Handys ja werden da sein, keine Ahnung.
- 1:04:22Ein Dropstop ist das Wichtigste, also sowohl bei dir als auch wenn du selber im Zwei-Sterner bist.
- 1:04:28Das ist eine spannende Frage, weil dieser Nachsatz, wenn ich im Zwei-Sterner bin, das finde ich ändert noch mal meine Antwort.
- 1:04:39Ich kann mich sehr gut darauf einlassen, egal wo ich bin, wenn ich jetzt mit meinen Kumpels aus der Heimat in der Wirtschaft bin, dann ist mir alles wurscht.
- 1:04:47Weil die sagen immer zu mir, es gibt aber keine Weine, die die jetzt schmecken.
- 1:04:51Ich bin ja auch nicht wegen dem Wein da, ich sauf mit euch auch Brennspiritus, aber ich bin ja wegen der Gesellschaft da.
- 1:04:56Aber der Nebensatz, den du schon gesagt hast, da ist natürlich schon was anderes.
- 1:05:03Aber auch da ist es so, ich will einfach abgeholt werden.
- 1:05:09Und ich kann dir jetzt gar nicht sagen, wenn die Menschen, die dort sind, mich abholen, wie auch immer sie das tun, bin ich happy.
- 1:05:19Und das heißt nicht, dass die einen Dropstop brauchen, wobei ich finde ein Dropstop unsäglich, muss ich sagen.
- 1:05:26Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie, wenn das Ding da oben raus schaut, kurzer Ausflug, aber weißt du wie die dann einsetzen oder so was, wenn die mich abholen und ich habe eine gute Zeit da, dann bin ich, glaube ich, einer der einfachsten zu bespielen, den Gäste.
- 1:05:42Wenn die mich abholen, wenn ich da bin, und ich kann es jetzt gar nicht festmachen, woran es liegt.
- 1:05:49Also das ist total spannend die Frage, weil ich jetzt gerade selber darüber nachdenke, ob ich das formulieren kann.
- 1:05:53Aber irgendwie, mir ist es nicht zwangsläufig wichtig, dass das ein Spiegel-Service ist, also dass die alle gleichzeitig einsetzen.
- 1:06:00Mir ist es eher wichtig, dass die da vielleicht noch einen kleinen Schnack mit mir halten.
- 1:06:04Oder ich war ein Tandres-Esseness schon eine Weile her, komme direkt, ich bin quasi noch im Service hinzugestiegen, irgendwie dann mittags da in München aufgeschlagen, dann komme ich dahin, die sehen mich, das erste was sie machen, die stellen mir jetzt Presse auf den Tisch.
- 1:06:18Dafür ist der, dafür ist, das ist für mich Service und das holt mich ab.
- 1:06:22Was die dann danach noch machen, so da bin ich schon eigentlich so im siebten Himmel, das ist für mich halt ein Servicegedanke.
- 1:06:28Und das setzt aber halt voraus, dass die Leute dem Service arbeiten, das können.
- 1:06:33Weil wenn das immer nicht kann und dann auch noch irgendwie sich nicht in die Formen halten kann, das Service, dann wird schwierig.
- 1:06:40Das finde ich ist ein ganz elementarer Punkt, dass man eine gewisse Souveränität haben muss, um Leichtigkeit zu leben.
- 1:06:47Genau.
- 1:06:48Und nur dann wirkt es einfach auch verspielt und wirkt es professionell.
- 1:06:53Welches handwerkliches Geschick wolltest du unbedingt lernen?
- 1:06:57Also hast du mal 15 Tage lang die Kantjenke übt oder kam das automatisch oder kam das aus dem Work and Process?
- 1:07:03Das war so ein Learning by Doing.
- 1:07:06Ist es für dich das, die wichtigste handwerkliche Aufgabe, die ein Somelian können muss?
- 1:07:12Oder gibt es ja noch anderes für dich, wo du sagst?
- 1:07:14Das ist...
- 1:07:16Also ich glaube, was wichtig ist für ein Somelian ist, zu verstehen, dass er oder dass man als Somelian angestellt ist, aber trotzdem Teil eines Restaurantkonstruktes ist.
- 1:07:31Also weißt du, dieses Wissen zu sagen, okay, ich weiß, ich muss mich jetzt um einen Wein kümmern, aber ich muss auch irgendwie mal gucken, wenn der Rest im Scheiß ist,
- 1:07:40und ich auch mal mich darum kümmere, eine Jacke zu holen.
- 1:07:45Also weißt du, ich finde dieses Big Picture zu behalten, das ist eine elementare Aufgabe.
- 1:07:49Ich weiß, es ist wahrscheinlich nicht genau die Antwort auf die, die du hinaus wolltest, aber ich finde, man darf diesen Ressort-Egoismus, den es manchmal gibt, einfach nicht überhandnehmen lassen.
- 1:07:59Und das finde ich es richtig.
- 1:08:03Den Wein auch manchmal nicht zu wichtig nehmen?
- 1:08:05Ja, genau.
- 1:08:06Es sich selber den Wein, weil am Ende komme ich daher und sage, wir sind alle ein Team, und der Abend wird nur gut für die Gäste, wenn wir alle auch als Team auftreten, und nicht wenn eine Porzellana-Allegie hat.
- 1:08:18Ich weiß, jetzt solltet ihr es jemand aus dem Matthias hören, die werden jetzt alle laut loslachen, aber...
- 1:08:23Aber wo Leichtigkeit, wollen wir eigentlich mal den Setzer probieren?
- 1:08:27Finde ich sehr gut, sehr gute Entscheidung.
- 1:08:29Finde ich auch interessant, den habe ich in der Tat ausgewählt, wegen einem Element, wo ich dich ganz gerne zu befragen würde.
- 1:08:38Also nicht nur wegen deiner österreichischen Vergangenheit habe ich ihn ausgesucht, sondern es steht vegan drauf.
- 1:08:45Ist das wichtig nicht? Was hat es damit auf sich?
- 1:08:51Ja.
- 1:08:52Also findest du es persönlich wichtig? Findest du es quatsch?
- 1:08:55Also ist es, zumindest Weinwissen, darum ist, dass es keinen Unterschied für den Wein macht, ob der vegan oder nicht vegan produziert wurde.
- 1:09:05Genau, also vielleicht einmal, um uns da mal auf Serb-Level zu bringen, was für mich bedeutet veganer Wein, der wurde nicht geklärt mit, weiß ich nicht, Eiweiß oder sonst was?
- 1:09:17Mit Eiweiß, ja genau, mit tierischen Produkten. Es wurden keine tierischen Produkte verwendet.
- 1:09:21Wir denken dabei nicht an die Marienkäfer, die beim Pressen rein kamen.
- 1:09:24Und genau das ist mein fucking Punkt, man.
- 1:09:26Genau das ist mein Punkt, weil das ist doch, das ist doch genau, also, und sorry, ich bin einfach ein Grandler, aber jetzt muss ich loslegen,
- 1:09:34weil ich schreibe vegan drauf, weil der Wein einfach, der hat nichts, aber die ganzen Tiere, die beim Pressen mit reinfallen, der Wein ist doch nicht fucking vegan dann.
- 1:09:41Also das ist doch selber in die Tasche gelogen.
- 1:09:43Weißt du, was ich mein? Also das kann doch keiner sagen, wie viel Ohrenhöhler oder so Viecher da mit drin sind, Marienkäfer.
- 1:09:52Und ganz ehrlich, wenn du ein Wein hast, der mit einem Vollerntag gelesen ist und im Supermarkt steht und steht vegan drauf, so ein Vollerntag, der haut dir halt auch mal, weiß ich nicht, ein Mal auf mich.
- 1:10:02Eine Maus mit rein.
- 1:10:03Ja, also deswegen, deswegen, ich finde, das ist halt so ein Veganwashing, glaube ich, nennt man das dann.
- 1:10:10Ich finde, das, ich finde, am Ende ist es mir wurscht, aber ich finde es jetzt total unnötig, das draufzuschreiben, weil es in 90% der Fälle nicht steht, nicht stimmt.
- 1:10:20Das hat es nicht trotzdem was mit Bewusstsein zu tun und mit dem, dass man sagt, man vermeidet eine Sache, die eigentlich keine Ahnung, ein Weingut in der Riocha braucht ungefähr 250.000 Euro.
- 1:10:34Hm? Braucht man die?
- 1:10:38Also braucht man da wirklich so viel Massenproduktion für etwas, was nicht sein muss, wo ich Erbsenproduktiene für nehmen kann.
- 1:10:46Also ist das so, oder ist es nicht so mit der Umwelt gedacht und darüber hinaus gedacht?
- 1:10:50Und ich meine, Marine-Kind-Felsen sind auch wichtig, aber soll ich, Kerne, das ist für mich dann wieder diese Verargumentation, wo man sagt, muss ich genau diese Schublade aufmachen, um die Gesamtbewegung einfach zu...
- 1:11:02Ja, passt, aber dann ist die Gegenfrage, warum lassen sie die Eier nicht einfach weg? Also warum schreiben sie es drauf?
- 1:11:09Also weiß ich was ich meine, die können sie einfach sagen, lassen sie weg, dann machen sie genau dasselbe und deswegen, wir haben uns jetzt ja quasi schon irgendwo darauf geeinigt, dass das mit dem Vegan vielleicht auch nicht ganz so richtig ist, weil dann doch mal da viel, viel ich mit reinfällt.
- 1:11:23Und du hast vollkommen recht, dass die sagen, die brauchen diese Zicktausend von Eiern oder Eiweiß brauchen sie nicht, fernhaft.
- 1:11:31Aber dann vegan drauf zu schreiben, ist für mich halt dann schon auch wieder, das ist halt mehr Marketing, als das, das, das ist irgendwie was Macht.
- 1:11:41Ja, ich hätte gedacht, es ist eine Orientierungshilfe für jemand, der wirklich verunsichert ist, im Supermarkt steht und sagt oder beim Weinhändler steht, so kennst du ja auch nicht jeder, so mit jedem Wein, in der Produktionsweise aus, oder jeder Weinverkäufer, der sagt, okay, du ernährst dich vegan demweil, kann ich dir aufgrund dessen empfehlen, weil dort keinen...
- 1:11:58Ja, aber...
- 1:11:59Da durften alle Küken schlupfen.
- 1:12:00Vielleicht haben wir ein Maus mit rein gequetscht.
- 1:12:03Nein, aber du hast recht, also ich finde es bis zum Gewissen gerade wichtig und ich finde es bis zum Gewissen gerade wichtig, dass es drauf steht und vor allem auch,
- 1:12:16man braucht nicht so viel von den Eiern, ja, auf der anderen Seite, weil ich es gerade hier lese, "Güner Wedineried, Kronberg, 30 Jahre alte Rebstöcke", dann könnte man ja trotzdem noch dazuschreiben, es wurden keine tierischen Produkte in dem Wein,
- 1:12:37in der Weinherstellung benutzt, würde genau dasselbe sagen, wäre sogar noch deutlicher und wir würde die paar versprängelten Veganer nicht verarschen, weil sie sich dann doch vielleicht was reinziehen, was nicht vegan ist.
- 1:12:47Also es geht halt schon um das Logo, glaube ich.
- 1:12:51Also ich mein, ich tue es vielleicht den Zetsern unrecht, aber überall wo vegan drauf steht, finde ich, ist es schon auch immer eher so eine Marketingperspektive als eine wirkliche Änderung in der Herstellung,
- 1:13:08weil vielleicht wissen, also das weiß ich jetzt nicht, aber vielleicht ist es ja auch einfach so aufs Logo mit drauf gewandert, die haben noch nie irgendwie mit Alba's geklärt und schreiben sie jetzt aber halt mit drauf.
- 1:13:19Was weiß ich mein, also es sind da schon viele Fragen.
- 1:13:22Ja, gerade bei Setsers, da halte ich es für relativ unverfänglich, dass ich meine, ich glaube, dass diese aus Marketinggründen oder welse glauben, dass da auch nur eine einzige Flasche dafür mehr verkaufen,
- 1:13:32sondern für die ist es, glaube ich, so ein elementarer Punkt, wo sie sagen, okay, so halt alles auf dem Etikett drauf stehen, weil wir uns mit dem Produkt auseinandersetzen,
- 1:13:40dass irgendwo Darstellen wollen, Transparent machen wollen und so weiter. Und ich glaube, die sind auch auf einem Qualitätsniveau, wo die sich nicht darüber oder über dieses eine Element definieren müssen.
- 1:13:52Von dem her kann man das ganz gut, glaube ich, als Beispiel dafür nehmen, um über dieses Thema mal zu reden.
- 1:13:58Wenn man das einfach viel zu selten macht, man sieht es drauf, man ist teilweise im Restaurant, teilweise im Weinfachhandel, auch als Verkäufer, nimmt es als Argument.
- 1:14:06Aber wenige Hinterfrage oder Hinterdenken, das dann in irgendeiner gewissen Form.
- 1:14:10Das heißt ja auch nicht, dass man am Anfang einer Diskussion, was wir ja beide haben, am Schluss sagt, wir negieren das in irgendeiner Form,
- 1:14:17sondern vielleicht wäre auch der Schluss von uns beiden gewesen ja super, dass es drauf steht.
- 1:14:21Oder ist ja in gewisser Weise auch, dass wir gesagt haben, es hat eine gewisse Akzeptanz. Es gibt eine Arbeit dabei, aber grundsätzlich, hey, es gibt immer zwei Seiten, kein Spaß.
- 1:14:29Natürlich, natürlich. Und das ist ja immer das Ding. Ich finde die Tatsache allein, dass man sich darüber unterhält und entscheidet ja schon von ganz vielen anderen Menschen.
- 1:14:42Also ich glaube, das ist ja das, was ich ganz eingangs meinte auch so, wir müssen halt einfach einen bewussten Umgang üben.
- 1:14:48Und der fängt halt dann damit an, dass wir uns darüber unterhalten. Also nicht alles als gegeben hinnehmen, sondern auch mal sich über Sachen austauschen.
- 1:14:57Und auch Meinung zu lassen.
- 1:14:59Genau, genau. Ich finde, man sieht jetzt hier auch ganz schön diese ganze Etikettengeschichte jetzt mit Inhaltsangaben etc.
- 1:15:10Die Etiketten werden schon richtig voll jetzt auch immer. Also da ist sie, also hinten ist wirklich, und es wird jetzt immer noch mehr, glaube ich.
- 1:15:19Viele lösen sich ja, glaube ich, mit einem QR-Code oder sowas, aber das ist auch schon alles immer irgendwie eine Geschichte.
- 1:15:25Schade mit dem QR-Code. Ich habe mich auf dem Beipacksteil so gefreut, der dann irgendwann im Kontakt mit Rindsteck und die Franzi in Winster oder Winster reden.
- 1:15:33Genau.
- 1:15:35Aber ist es so was gut oder nicht gut in deinem Sinn, deinem Bewusstsein, dass du sagst, okay, diese Transparenz in der Informations, jetzt hast du eigentlich schon beantwortet.
- 1:15:45Ich will da jetzt diese extra Runde nicht noch drehen.
- 1:15:47Du hast es ja mehr oder weniger damit und ich bin da auch so gespalten, weil ich sage, es ist natürlich, weil du kannst so viel Mist in den Wein reinhauen, was teilweise in einer richtig krassen Industrie auch praktiziert wird, wo man nicht weiß, was man sich da wirklich alles antut, was man in den Körper reinschüttet.
- 1:16:04Und dass das eben nicht deklariert werden muss, das ist eigentlich schändlich. Auf der anderen Seite ist natürlich eine Überregulierung auch total nervig und ich kenne keinen Winzer, der sagt, Juhu, ich freue mich, dass ich das draufschreiben darf.
- 1:16:16Ja, das stimmt. Entweder es gibt ja die, die sagen, Scheiß, jetzt muss ich es draufschreiben. Es gibt die, die sagen so, warum muss ich es draufschreiben, da ist nichts drin, außer Trauben. Also so mehr, weniger.
- 1:16:30Und ich, ich muss mich schon fragen, weil du gerade dieses, dieses schöne Wort Überregulierung in den Mund genommen hast, was das bringen soll. Weil wenn wir eins verstanden haben bisher ist, dass den Leuten, dass vielen Leuten total wurscht ist, weil es gibt ja auf jedem Convenience-Food, sind ja die Ingredients aufgeschrieben.
- 1:16:50Da steht es ja auch schon drauf, die E-Nummern, was weiß ich, was ist, es hat ja auch keinen ab davon. Also ich glaube nicht, dass das die Lösung des Rätels, die Lösung ist zu sagen, weil jetzt ein QR Code drauf ist, schaue ich mir das an. Also vielleicht gibt es ein paar. Aber ich sage mal, die, die für 2,50 Euro ihren Lambrusko kaufen, die werden dann auch danach noch kaufen, vielleicht, wahrscheinlich.
- 1:17:14Ja, aber auch die, die für 20 oder 30 oder 50 Euro ihren Lambrusko kaufen, werden das nicht nachvollziehen, oder viele von denen nicht nachvollziehen und ja. Aber vielleicht zurück zu den schönen Dingen zu dem Wein.
- 1:17:25Gehlernter Geschmack, oder ist das individueller Geschmack, oder wie würdest du dem persönlich mit auch deinen verschiedenen Ebenen, die du innehast, charakterisieren?
- 1:17:35Also ich finde, dass das, ich finde, Grüne Wettliner aus dem Weinviertel, haben wir immer so eine, so eine ganz eigene Seizigkeit bringen, die immer mit, so eine ganz eigene Stilistik, das finde ich immer sehr, sehr schön. Ich mag das eigentlich ganz gerne. Aber mache ja viel auch mit den Ebener Ebenowers da, also auch die machen die Grüne Wettliner.
- 1:17:54Und da gibt es ja so teilweise diese, diese, diese Leenböden auch im Weinviertel. Hier glaube ich ist das eher so ein bisschen, wie in der Leinste.
- 1:18:04Das ist hier, ja. Genau, ja. Also so ein bisschen was kompakteres auch, Salzigkeit, schöne Länge. Also ich mag das sehr, sehr gerne. Ich finde ihn nochmal ganz anders als zum Beispiel die Wachauer auch so ein Stück weit.
- 1:18:14Total.
- 1:18:15Aber das mag ich schon gerne. Ich könnte mich da wirklich jetzt auch, also ich finde, es ist so ein Wein, der funktioniert dann auf so vielen Ebenen. Der funktioniert so, das ist so ein Wein, den kannst du in anfühlen Strichen einfach trinken, den kannst du aber auch positiv auseinandernehmen.
- 1:18:31Also weißt du, der hat sehr viele Ebenen, der passiert, finde ich, ein bisschen was. Der ist aber auch jetzt keiner, der dich, der, der, das verlangt erstmal. Den kannst du auch einfach so trinken, das finde ich sehr spannend.
- 1:18:40Also ich finde es interessant, zum einen, dass du auch zwischengeschoben, dass du der erste, bis der, das Weinviertel, also die Grundcharakteristik des Weinviertels beschreiben kann.
- 1:18:48Weil das habe ich bisher noch nicht gefunden, dass jemand sagte, eben daran erkennst du zum Beispiel ein Weinviertler. Und das ist in der Tat das Salzige.
- 1:18:55Jetzt auch, wo du es, wo du es beschreibst, das von meiner Seite her rückkonstruiert, haben die Weine immer eine gewisse Salzigkeit, die einzigartig ist.
- 1:19:03Also ich kenne das ansonsten so ein bisschen aus dem Burgenland, gerade wenn es so ausgetrocknete Seen, Auen, so ein neues Siedler See, Auen sind.
- 1:19:13Es ist auch immer auch so viel Salzigkeit dabei, aber das ist halt ein Schaden hier und sonst was und eben, aber es ist weiter in Norden hoch.
- 1:19:19Ich finde, ich finde es ist schon echt immer eine ganz gute Tell eigentlich. Typischer Feltliner. Ich finde Grüne Feltliner typisch für diese Region ja.
- 1:19:31Also in dem Rahmen, in dem man sowas verergemeinern kann, finde ich das ganz spannend.
- 1:19:37Ich finde, dass da hinten fast schon so ein bisschen so ein Säureschwänzchen hat, was noch ein bisschen da bleibt.
- 1:19:43Ist das gut oder ist das ... oder wertfrei?
- 1:19:50Es ist erst mal eine Feststellung. Ich bin mir noch nicht ganz sicher. Ich tendiere eher dazu zu sagen, ich finde, es hat so etwas sehr präsent-saures hintenrum, was die hinten am Gaumen bleibt.
- 1:20:04Und der Wein ist voll, der ist stoffig, dann kommt diese Seizigkeit, die ist lang und hinten, hängt sich dann irgendwie so Säureschwänzeln noch in Gaumen rein.
- 1:20:11Das, glaube ich, finde ich nicht so gut. Aber der Wein per se, das finde ich, das ist einer, der ist einfach super angenehm zu trinken.
- 1:20:18Kann die Säure nicht auch das Bindeglied dann letztlich hin zur Speise sein, dass die sich dann, wenn ich den mit irgendwas kombiniere, darin verliert, der Wein trotzdem eine gewisse Potenz und Kraft hat, um eine eigene Darstellung zu haben.
- 1:20:29Und ich dann auch dieses empfinde habe, dass der Wein sich verändert, wenn man einmal die Säure weg ist, weil sie sich in der Speise hängen bleibt.
- 1:20:38Auf jeden Fall. Also ich wollte es jetzt gar nicht im Kontext von Speisenbegleitern sehen, sondern ich wollte es jetzt eher als singuläre Betrachtung des Weins einfach mal sagen.
- 1:20:48Aber klar, der Wein hat, das ist was ich gerade meinte, der Wein hat einfach eine tolle Struktur, eine tolle Substanz.
- 1:20:58Das ist sowas, was du das kannst du dir auch vorstellen zu einem Gang, der einfach so ein bisschen umarmireicher ist, der etwas voller ist, wirklich sowas umarmendes hat es einfach.
- 1:21:09So was schon was wärmendes, so eine gelbe Frucht auch ein Stück weit, ohne Plum zu sein, ohne Barock zu sein, sondern wirklich eher so was volleres, umarmendes kann ich mir gut vorstellen.
- 1:21:21Was ich bei dem Wein auch finde, ist, dass er jemanden abholen kann, der vielleicht noch nicht ganz so Wein erfahren ist, dass er die Besonderheit eines Weines schmecken kann.
- 1:21:32Also bei jemanden, der normalerweise recht einfache Weine trinkt, denen dann aus dieser Ebene rauszuholen, zu sagen, guck mal, das kann auch Wein, und ihnen aber nicht zu überfordern, mit so viel Struktur oder mit so viel, keine Ahnung, Säure, Tannin oder so viel Eigenarten, ist das ein Wein, man schmeckt was Besonderes, aber es ist nicht überzogen.
- 1:21:52Ja, auf jeden Fall. Also das ist ein Wein, der das, ich, sei mal übertrieben, drinnen und sein, das ist ein sehr demokratischer Wein, weil er einfach viel zulässt.
- 1:22:01Also weil er auch von den Leuten, glaube ich, abholt.
- 1:22:03Die Demokratie ist auch nicht das Schlimme, also ich finde das durchaus positives.
- 1:22:07Ja, ja, ja, ja, ja.
- 1:22:09Word? Ja, wohl, auf jeden Fall.
- 1:22:13Nein, also, der Wein ist sehr, ich versuche halt immer so, um dieses Wort zugänglich herumzuarbeiten, weil ich finde zugänglich ist zu, das mag ich, das finde ich nicht gut zu benutzen, weil zugegelt, aber es kann sehr subjektiv sein,
- 1:22:28schwingt immer so was, was irgendwie vereinfachtes Negatives mit. Zugänglich ist immer so wie Blend oder sowas.
- 1:22:36Deswegen versuche ich immer, immer hier schöneren Wörter zu finden, aber am Ende ist es ein Wein, der halt sehr viele Menschen abholt kann.
- 1:22:42Aber eben, aber auch uns, glaube ich, Freude bereitet, wenn er im Glas ist.
- 1:22:47Und den, weil ich finde das manchmal so schwer, jemanden, der wirklich einfache Weine und seinen Wein halt keine Ahnung, '92 im Discounter kauft, den darzustellen, dass diese 10 Euro mehr, oder diese 20 Euro mehr sind gut veranlagt, weil du hast dieses mehr.
- 1:23:02Ich finde, das kann dir darstellen, ich finde, wenn man den Wein trinkt und man nimmt danach irgendeine, keine Ahnung, Discounterplöre, dann merkt man so richtig, was, also was Wertigkeit eigentlich ist.
- 1:23:12Und der hat dieses unauftringliche Perfekt, das finde ich, und das finde ich macht, also haben wenige Weine, die das so selbstverständlich leben können.
- 1:23:20Ja, das stimmt. Das stimmt. Das macht echt Spaß zu trinken.
- 1:23:26Aber das finde ich, war nicht ein spannender Punkt, den du gerade angebracht hast, weil ich finde, das ist schon viel abverlangt zu sagen.
- 1:23:34Jemand, der sonst die Discounter-Château-Gabache-Weine trinkt, wie es ist hier momentan über der Instagram durchkussiert, 230 zu sagen, das kostet 20 Euro mehr.
- 1:23:47Das ist schon viel Geld, glaube ich. Ich glaube, es gibt ja auch ganz viele Weine, die kosten vielleicht am Ende noch nicht mal mehr als ein Supermarktwein, sind aber halt bedeutend besser gemacht.
- 1:24:00Ja, da glaube ich, ist das Problem einfach die Verfügbarkeit. Und die, weißt du, das ist ein Michi Andres zum Beispiel aus der Pfalz, der macht ein Sauvignon blanc, der kostet, glaube ich, 8 Euro, dann kostet vielleicht 8, 50, 9 Euro, 9, 50 im Supermarkt.
- 1:24:18Aber das kriegste halt nicht im Supermarkt. Und das ist das Problem, glaube ich, diese Verfügbarkeit und dieses, ich gehe einkaufen zu EDK, naja, und ich will auch noch was trinken, also nehme ich mir halt ein Wein mit.
- 1:24:29Und das ist, glaube ich, eines von den Problemen, die Ausschlag geben dafür sind, dass immer noch diese Weine im Supermarkt so unwohl sind oder vielleicht nicht unwohl, aber gekauft werden.
- 1:24:40Dass die aus der Bequemlichkeit herausgekauft werden, dass wenn ich meinen Kurabi kaufe und meine Kartoffeln, nehmen wir halt auch das Flaschium Wein dafür mit.
- 1:24:48Ja, also es gibt, glaube ich, es gibt wenig Menschen, glaube ich, die sich bewusst dafür entscheiden, zu sagen, ich kaufe Liebe Wein im Supermarkt, ich entscheide mich aktiv gegen ein Gutswein von,
- 1:24:58äh, Winzerin XY. Das ist eher die Bequemlichkeit und die Verfügbarkeit der anderen.
- 1:25:04Na, ich glaube, es hängt aber manchmal auch damit zusammen, dass der eine oder andere Wein Trinkerkonsument gar nicht weiß, woran man die Wertigkeit eines besonderen Weines werten kann.
- 1:25:16Weil viele zum Beispiel werten es rein über die Aromatik, dass man sagt, keine Ahnung, wenn der jetzt so super nach Apfel riecht, dann muss er eine gewisse Wertigkeit haben, dann muss das toll sein, das ist explosiv.
- 1:25:26Aber das ist vielleicht auch die Aromatik, vielleicht gar nicht das Wichtige beim Wein ist, sondern dass es digustatorisch ist und dass man die Besonderheit eines besonderen, eines wertigeren Weines eigentlich nur und fast ausschließlich über die Gustatorik auflösen kann.
- 1:25:40Weil Aromen können täuschen, Geschmack kann es nicht. Du kannst ein Wein, der richtig gut ist und hochklassig ist, geschmacklich nicht rekonstruieren, das kannst du mit der Aromatik schon machen.
- 1:25:48Und wenn man das zum Beispiel versucht, erstmal zu vermitteln und sagen, darum kostet der Wein 20 Euro mehr, weil er schmeckt, rein vom Schmecken 20 Euro mehr.
- 1:25:56Und ich schmecke so viel länger, ich habe so viel mehr Ebenen, also Aromen hin und her geschoben, spielen keine Rolle, die verändern sich auch, der Geschmack hat eine andere Präsent, funktioniert auch anders zu den Speisen, ich habe ein anderes Erlebnis und Leute achten mehr auf Schmecken und dann schmecken die Leute rein.
- 1:26:12Und jetzt auch bei dem Verlierer, wer den gerade auf der Zunge haben, der schmeckt jetzt immer noch nach. Und es passiert so viel, damit habe ich die Wertigkeiten.
- 1:26:19Das wäre halt bei dem Sauvignon Blanc-Neue-Seeland für, ich weiß nicht, was die gerade im Discounter kosten, vielleicht 5 Euro, 6 Euro? Nicht so.
- 1:26:26Da habe ich vorne einmal kurz Bumsalkohol, ich habe ein bisschen Süße, die reingezaubert wurde, ich habe die Ascobinsäure, die hinten hinaus, wie bei der Cola dann irgendwie noch einmal Zwischenkretsch.
- 1:26:36Und das ist kein Reiz, das macht nicht Spaß, dann trinke ich halt nur einfach wie bei der Cola, damit ich irgendwie die Süße noch mal kriege, welche gewisse Sucht entwickle ich noch mal nach.
- 1:26:44Aber ich habe nicht wirklich dieses Schmeckgefühl, es ist keine Aufregung auf der Zunge. Und ich finde, das hat man bei diesem grünen Verdiener vom Setzer schon, da hast du Aufregung, du hast viele Ebenen und du schmeckst rein.
- 1:26:56Und das sollte man mehr oder weniger vermitteln.
- 1:26:59Ich finde es total spannend, weil das ist so ein Thema, über das man sich total wenig austauscht, weil ich würde jetzt stand, so wie wir jetzt unterhalten, das, was du gesagt hast, ist vollkommen richtig.
- 1:27:13Ich glaube halt nur, dass das eine so unlösbare Aufgabe ist, weil sie so viel abverlangt, sie verlangt ab, dass die Menschen überhaupt bereit sind dazu, sich darauf einzulassen.
- 1:27:28Und es muss ihnen jemand erklären. Und ich glaube, dass das halt schwierig ist zu erfüllen.
- 1:27:35Also weißt du, das da anzusetzen und zu sagen, die Menschen müssen verstehen, dass der Wein nicht nach Geschmack geht, sondern nach Struktur, nach Länge, nach Gustatorik quasi zu beurteilen ist, das ist schon sauschwer.
- 1:27:51Aber das ist schön im Restaurant, wenn man sagt, auf der Eintracht.
- 1:27:54Ja, im Restaurant.
- 1:27:56Da war ich und bist ja tätig und man versucht ja neben dem eigentlichen, wir haben schönen Momenten, alles ist bunt, auch so ein bisschen Learning mitzugeben und ein wenig einen Zweitwert mitzuvermitteln, oder?
- 1:28:10Das würde ich gerne zurückgeben. Wie hast du das gemacht? Also ist das der Anspruch?
- 1:28:16Für mich war der Anspruch, also nicht zu polarisieren, dass ich sage, ich habe das eine überhaupt nicht.
- 1:28:23und ich verabscheuere das andere. Wir haben auch immer recht günstige Weinen sowohl auf der Karte
- 1:28:28als auch im Angebot gehabt, also Liter-Riesling vom Winzer XY, die da einen richtig guten Job
- 1:28:35im gewissen Rahmen gemacht haben. Und ich habe bei jeder Weinansprache immer einen kleinen Mehrwerten
- 1:28:40auf den Weg gegeben, weil ich gesagt habe, wir können darauf achten, welcher genau das wurde
- 1:28:44bei dem Wein besonders gemacht und das hatten ein anderer Wein vielleicht nicht. Und das ist
- 1:28:48ein Alleinstellungs-Map war das die Frage? Ja genau, das war also der zweite Teil vor allem,
- 1:28:53weil ich sehe das schon auch so. Das sind für mich die schönsten Momente, wenn Gäste vor mir sitzen,
- 1:29:02die da auch bereit für sind. Gleichzeitig habe ich aber auch nicht den Anspruch jemanden zu
- 1:29:08belehren, also weil es gibt ja immer solche und solche Gäste. Deswegen, wenn das im Rahmen,
- 1:29:13wenn jetzt sage ich mal diese Gäst*innen-Gastgeber-Position zulässt oder wie der Vibe so ist,
- 1:29:21dann auf jeden Fall. Aber ich bin auch gerne bereit, ich nehme sehr viel hin, weil ich mir
- 1:29:25denke, wenn jemand vor mir sitzt und das dann so oder so sagt, ich muss das nicht klarstellen. Also
- 1:29:32weißt du was ich meinst? So eine klassische Chablis-Chardonnay-Geschichte. Ich trinke ein
- 1:29:36Chardonnay, aber wenn es ein Chablis haben, nehme ich ihn gerne. Ich muss dem Gast oder der Gäste
- 1:29:40dann nicht erklären, du pass auf, Chablis ist Chardonnay. Also das mein ich damit. Das ist nicht
- 1:29:47meine Aufgabe. Da habt ihr automatisch einen schlechten Vibe, dann erzeugst. Also du stellst
- 1:29:53sich dann bloß in dem Augenblick. Die große verbale Kunst. Ich bin da aber hin und hergerissen
- 1:29:58wieder auf der anderen Seite, wenn er es im nächsten Restaurant sagt und der sagt dann irgendwie,
- 1:30:01keine Ahnung, der Herr Stiel hat aber im Matze auch das nicht richtig gestellt. Also wie,
- 1:30:09weißt du, also du, irgendwie sehr unsere Aufgabe dann trotz allem, irgendwie nicht Klarheit zu
- 1:30:15verbringen. Also das ist so die verbale Kunst, den Moment anzufühlen. Ja wobei, so wie du es gerade
- 1:30:21dargestellt hast, die Intention dahinten ist ja nicht den Gast zu belehren, sondern eigenen Schaden
- 1:30:25von sich abzuwenden. Es geht ja dann ein Sekunde allein um die Eigenwahrnehmung im anderen Restaurant
- 1:30:33von einem selber. Nein, das ist so. Mir ging es mir so um die Aufgabe auf der einen Seite,
- 1:30:40die man schon hat, aber die Aufgabe eben ist auch nicht haschhaft durchzuziehen, sondern
- 1:30:44voll. Also dafür treten wir auch ein Stück weit an. Also ich finde, ich gebe dir schon recht,
- 1:30:49wenn Gäste da Lust drauf haben und es ist ja, also ich habe das jetzt glaube ich ein bisschen
- 1:30:56schwarz, schwarz gemalt alles. Also das grode Menschen, die hierher kommen, die haben schon Lust,
- 1:31:00sich auch was anzuhören von uns oder von mir. Das finde ich schon total spannend und das mache
- 1:31:07ich auch. Also ich will jetzt dann nicht sagen, ich erzähle nur das nötigste alles andere,
- 1:31:12restlich ist es eh zu düsselig, sondern ich will schon was mitgeben und sicherlich will man
- 1:31:18auch ein Verständnis dafür schaffen, warum man diese Weine hat. Ich merke das auch mal daran,
- 1:31:23ich muss mindestens einmal oder zweimal die Woche eine Weimigleitung noch nachschicken,
- 1:31:28also quasi aufschreiben und das zeugt ja schon dafür, dass die Leute, dass man da zumindest
- 1:31:33irgendwie ein Interesse geweckt hat. Ich möchte aber noch einen Punkt dahin nachschießen. Jetzt ist
- 1:31:38es so, dass glaube ich sowohl du als auch ich immer in Restaurants arbeiten, wo Menschen hinkommen,
- 1:31:43wo die Wahrscheinlichkeit, dass es sich sowieso mit Wein beschäftigen, relativ groß ist. Das heißt,
- 1:31:47wir lösen immer noch nicht das Problem, wie kriegen wir Menschen dazu, anstatt 5 Euro im
- 1:31:52Supermarkt auszugeben, 6,50 Euro für ein Gutzwein von Winzerin XY auszugeben. Ich glaube,
- 1:32:01wir kämpfen ja schon an einer Stelle, da ist die... Offenheit da. Ja, da ist eine gewisse
- 1:32:10Grund, Offenheit schon einfach da und das ist natürlich schön zu sehen, aber es löst halt,
- 1:32:16glaube ich, nicht das Problem, von dem wir eigentlich hergekommen sind. Stimmt ja. Frage ist dann aber
- 1:32:21auch, muss man das? Ja, genau. Das ist ja bei Trauben nicht so krass wie bei, keine Ahnung,
- 1:32:28jetzt schweift man wirklich total ab, wie bei Tierwohl, wo man sagt, man tut ein Leben wie
- 1:32:32ein Traube auch ein Lebewesen, aber wenn da jemand meint, er müsste sich das Gift in den Kopf
- 1:32:38kippen, dann ist es ja seine Entscheidung. Ja, genau. Ja, ja, also klar, wir müssen da realistisch
- 1:32:49sein und sagen, okay, wir können das bis zum gewissen Grad machen. Du und... Ich hoffe, Darina,
- 1:32:56das ist meine Freundin, sieht es mir nach, dass ich das kurz anführe, aber auch da ist es so,
- 1:33:01dass wenn ich zum Beispiel auf Arbeit bin und Darina irgendwie daheim ist und aber Lust auf
- 1:33:07ein Wein hat, läuft die auch zu EDK und kauft sich an. Also, weißt du, das ist selbst in einem ganz
- 1:33:12eigenen kleinen Raum, der Kühlschrank daheim ist jetzt voll mit Wein, nur da sagt sie, die will
- 1:33:15sie nicht alleine trinken. Also, das ist halt das nächste. Selbst da kommt man halt irgendwie an so,
- 1:33:20an die eigenen Grenzen irgendwie. An die eigenen Grenzen, genau. Also, das ist total spannend und
- 1:33:31dann halt wahnsinnig vielschichtig auch und es ist, glaube ich, so eine Gemengelager aus
- 1:33:34verschiedenen Sachen, Verfügbarkeit, Unwissenheit und am Ende und das, glaube ich, wir dürfen
- 1:33:39nicht vergessen, ist es halt ganz vielen Leuten einfach auch schlichtweg wurscht. Total egal.
- 1:33:44Also, so riecht du rein, wenn du gerade von zu Hause redest? Nichts ist so gut nach der
- 1:33:52Weinprobe, wie das Bier danach. Weißt du? Das heißt, ich trinke daheim. Also, ich beschäftige
- 1:34:04mich halt meinen ganzen Tag irgendwie mit Wein und Verkoste und schenke Wein aus und rede
- 1:34:09über Kulinarik. Ich finde es wahnsinnig befreiend, einfach wirklich daheim mein Bier zu trinken oder
- 1:34:14wenn man danach in eine Bar geht nach dem Arbeiten oder auch privat in den Freien,
- 1:34:19frei oder so. Es gibt so wundervolle Bars in Berlin, die wahnsinnig sophisticated Drinks
- 1:34:24machen, aber alles, was ich brauche ist irgendwie ein lecker schmeckender Negroni oder ein Rum Sour.
- 1:34:28Einfach irgendwas, ich brauche Zeit, um einfach runterzukommen. Das heißt, wenn ich Wein trinke,
- 1:34:36trinke ich Wein meistens in einem beruflichen Kontext oder in einem Ich-Ge-Essen-Kontext.
- 1:34:41Der Kühlschrank daheim ist voll mit Wein. Manchmal, wenn ich koche, wenn Besuch ist,
- 1:34:46dann trinke ich Wein auch. Aber dann trinke ich Wein auch. Dann habe ich einen geilen Stoff auf,
- 1:34:50aber ich trinke den halt auch einfach, weil er gut schmeckt. Da kommen wir wieder zu dem Punkt,
- 1:34:53der schmeckt gut und es ist aber trotzdem noch ein gutes Zeug, aber es ist jetzt keine Kulinarische
- 1:34:59oder keine Gustation in dem Sinne. Das heißt, ich trinke wirklich Wein eigentlich in einem
- 1:35:06Essenskontext oder in einem beruflichen Kontext und daheim schmeckt mir mal ein gutes fränkisches,
- 1:35:13helles Bier auch.
- 1:35:13Im Herzen Siziliens.
- 1:35:32Einer Insel voller Kontraste, wo das mediterrane, blau vulkanisches Schwarz trifft, beginnt eine
- 1:35:38Geschichte, die von purer Hingabe und Leidenschaft erzählt. Die Tinuta Regaleali, ein Hiss,
- 1:35:43historisches Weingut, eingebettet in die sanften Hügel des zizianischen Binnenlandes, ist das
- 1:35:49Ebenbild der zizianischen Weinkultur. Hier, auf einer Höhe von 400 bis 900 Metern über
- 1:35:54den Meeresspiegel erstrecken sich die Weinberge auf über 600 Hektar. Eine Landschaft, die
- 1:36:00von Geschichte und Geologischer Vielfalt geprägt ist. Und bei der Tinuta Regaleali führt man
- 1:36:04sich für jeden einzelnen Meter verantwortlich. Denn es ist die Hand, die einen füttert und so
- 1:36:10lebt man hier nicht nur von der Natur, sondern mit der Natur und versucht, seit der Gründung
- 1:36:15vor fast 200 Jahren immer mehr ein kleines Stückchen für die Natur da zu sein.
- 1:36:20Ein bedeutender Meilenstein war die Einführung des Albarello Erziehungssystems für Pericone
- 1:36:25und Neodabler auf dem Hügel Zanluccio im Jahr 1959. Diese traditionelle Erziehungsmethodel
- 1:36:32fördert die Gesundheit der Reben und die Qualität der Trauben. Ja, die Tinuta Regaleali
- 1:36:38liegt sehr großen Wert auf den Anbau-Ordoktoner-Rebsorten wie Neodabler, Catarato und Pericone,
- 1:36:44um die genetische Vielfalt der Region zu bewahren. Und natürlich lebt man auch Kleinigkeiten
- 1:36:49wie die Begrünung zwischen den Rebshallen zur Erhaltung der Bodenstruktur und zur Förderung
- 1:36:54der Biodiversität. Jedoch nutzt man hier nur ganz bewusst heimische Blütengräser und
- 1:36:59Kräuter, um die Authentizität der Pflanzen und Insektenkulturen zu bewahren. Die Tinuta
- 1:37:04Regaleali ist nicht nur ein Weihgut, sondern ein Modell für nachhaltige Landwirtschaft
- 1:37:08und den Erhalt der sizeianischen Weintradition. Der Protagonist dieser Geschichte ist der
- 1:37:14Lamuri 2021. Eine reinzortige Neodabler, ziziens-äplematische Rebsorte, die ihre Wurzeln
- 1:37:22tief in die vulkanischen und kalkhaltigen Böden gräbt. Neodabler, auch bekannt als Kalaprese,
- 1:37:28ist die Seele des sizeianischen Weibau. Eine Rebsorte, die Intensität und Eleganzen
- 1:37:34sich vereint. Neodabler, oft als Schwarte aus Avola übersetzt, ist die bedeutendste
- 1:37:39Rotwein-Rebsorte, ziziens dem größten Weinanbaugebiet Itais und ein unverzichtbarer Bestandteil
- 1:37:46der italienischen Weinlandschaft. Diese Rebsordert ihren Ursprung im Südosten der Insel in der
- 1:37:51Stadt Avola und ihre Geschichte reicht bis in die Zeit der griechischen Kolonisation
- 1:37:56ziziens im 8. Jahrhundert vor Christi zurück. Schon damals wurden die Reben wegen ihrer
- 1:38:01Anpassungsfähigkeit und der außergewöhnlichen Qualität der daraus entstehenden Weine geschätzt.
- 1:38:07Neodabler zeichnet sich durch mittelgroße, kompakte Trauben aus, der entdickschalige
- 1:38:12Tiefviolettebären eine Hohlkonzentration an Farbpigmenten und Aromastoffen aufweisen.
- 1:38:17Die Reben haben eine aufrechte Wuchsform und Gedeihen besonders gutem heißen, trockenen Klimazon,
- 1:38:23wo sie ihre Widerstandskraft gegen Trockenheit und starke Sonneinstrahlung unter Beweis stellen.
- 1:38:28Eine Traubensorte identifiziert man zu 90 Prozent aufgrund der Plattform.
- 1:38:33Und die Blätter des Neodabler sind mittelgroße, fünfflappig und helbgrün mit einer leicht
- 1:38:37beharten Unterseite ein weiteres Zeichen ihrer Anpassungsfähigkeit an extreme klimatische Bedingungen.
- 1:38:43Im Mittelalter wurde Neodabler als eine der wichtigsten Rebsorden Italien etabliert,
- 1:38:50oft als Bestandteil von Verschnittweinen, die nach Nord-Italen und in andere Länder exportiert wurden.
- 1:38:55Mit der Einführung moderner Weinbereitungstechnik im 20. Jahrhundert begann jedoch eine Renaissance
- 1:39:00dieser Rebsorte. Sie zieh ins Klima geprägt von heißen Sommern und milden Wintern, ist ideal für Neodabler.
- 1:39:06Und es ist nicht nur die Hitze, es sind die Tag-Nacht-Temperatur-Oterschiede, die die intensive Aromen fördern,
- 1:39:11während die Böden oft eine Mischung aus vulkanischem Gestein, Kalkstein und Sand den Weinstruktur
- 1:39:17um in der Realität verleihen. Und der Lamuri 2021 ist mehr als ein Wein,
- 1:39:22er ist ein Geschenk der Natur, er ist ein Chronist eines Jahres, er ist ein Meisterwerk des zyzeanischen Weinbaus.
- 1:39:28Der Wein wurde Temperatur kontrolliert, um die Frisch- und die Fruchtigkeit des Neodablers zu bewahren.
- 1:39:33Die Reifung erfolgt den Bariks aus französischer Eiche, wo der Wein für zwölf Monate rute,
- 1:39:38um Struktur und Komplexität zu entwickeln.
- 1:39:41Die Fasausfahrer ist eine Kunst, der die Herkunft der Eiche, die Dauer der Holzlagerung, den Toasting-Grag
- 1:39:47und sogar die Fassgröße in einer harmonischen Symbiose vereint, um jeden Wein seine optimale Bühne zu bieten.
- 1:39:54Und das ist beim 2021er Neodabler Lamuri von der Tinuta Rigagliali aus Zizil gelungen.
- 1:40:01Als dieser schließlich in Flaschen abgefüllt wurde, war er mehr als nur ein Zeug des eines Jahrgangs.
- 1:40:06Und ja, auch wenn es kitschlich klingt, ist er schlichtweg eine Offenbarung für die Sinne.
- 1:40:10Seine schwarzen Kirscheraromen, seine Flaumearomen, seine subtile Würze, seine Nourgensten, die an Schokolade an La Crits erinnern,
- 1:40:16dieser weiche Gaumen der Samtige, die reifen Tannini, lebendige Säure, die frische Länge, machen Appetit und setzigen Einartenzug.
- 1:40:24Und das können nur wenige Weine von sich behaupten.
- 1:40:27Man spürt die Wärme, aber nicht die Hitzi-Italiens.
- 1:40:30Man spürt die kühlen, frischen Nächte.
- 1:40:32Ein Wein, der in der Jugend unfassbar viel Freude macht, aber der Spiele noch 10 oder 50 Jahre reifen kann.
- 1:40:37Vielen Dank für dieses besondere Weinerlebenssettinuta Rigagliali und dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Konziu Vini.
- 1:40:45[MUSIK]
- 1:40:55Also würdest du das Thema auch nicht überstrapazieren, Weint, dass du sagst so und auf und immer und...
- 1:41:00Also ich, für mich, also ich strapaziere es halt über.
- 1:41:04Also ich gebe schon alles, wenn ich damit mich beschäftige, dann gebe ich schon alles, aber ich kann auch gut abschalten, wenn man so sagt.
- 1:41:10Man kann die Arbeit auch mal in der Arbeit lassen, wenn man das mal so auf so einen beruflichen Kontext irgendwie formulieren möchte.
- 1:41:15Also ich muss nicht immer... - Ich bin ein Tattoo. - Ja.
- 1:41:18Ich muss nicht immer mich reinnörden in Sachen.
- 1:41:22Also ich kann da auch einfach so abschalten, sag ich mal.
- 1:41:28Gibst du dich noch ein Leben ohne Wein?
- 1:41:30Also wenn du das jetzt auch so in diese Richtung laufen lässt und sagst Bier ist schön oder keine Ahnung,
- 1:41:34die Cocktailkultur ist großartig, da was Bodenständiges, komplett ohne Wein, hättest du da Freude am Leben?
- 1:41:42Natürlich gibt es ein Leben ohne Wein, aber würdest dir...
- 1:41:46Also ich könnte mir das... also jetzt mal sage ich...
- 1:41:51Als Gedankenbeispiel, mir würde es keinen Spaß machen, eine Restaurante in der Position zu übernehmen zum Beispiel.
- 1:41:57Weil wenn ich jetzt mal so... weißt du was ich mein? Ich möchte schon mich hier ausleben können mit dem Wein zusammen.
- 1:42:05Also ich hätte jetzt... es würde mir bedeuten weniger Spaß machen, wenn ich jetzt, sag ich mal,
- 1:42:09eher in so eine Restaurante-Ladungsposition wäre oder gar ohne Gastronomie würde es überhaupt keinen Sinn mehr machen für mich.
- 1:42:15Also das was ich von meinte ist, ich habe keinen Plan B.
- 1:42:18Also mein Plan A, den habe ich schon einmal gelebt, Plan B... oder ich habe keinen Plan C so rum.
- 1:42:23Und dann habe ich gelebt, Plan B funktioniert gerade wahnsinnig gut und ist auch der einzige Weg den ich gerade habe.
- 1:42:28Das heißt, es würde keinen Sinn machen.
- 1:42:31Ich finde den Gedanken eben auch sehr schön, weil du ja vorhin gesagt hast, dass es dir sehr viel Freude macht, die Leute zu umgaren,
- 1:42:38den schönen Momenten zu bescheren, aber du dem Wein einfach auch dafür sehr gerne hast, wahrscheinlich nicht brauchst,
- 1:42:44weil es geht immer ohne, aber...
- 1:42:46Genau, aber es ist ein Plus.
- 1:42:48Das ist ein reichender Element, dein Beruf auszuleben und den einfach in dem Sinne auch zu genießen.
- 1:42:53Was wärst du für ein Wein, wenn du ein Wein wärst?
- 1:42:56Ich habe das schon gesehen.
- 1:43:03Zivane wäre zu einfach.
- 1:43:05Ich glaube, ich wäre so was, so Müller-Tour-Gau oder so was, so ein bisschen ein Underdog,
- 1:43:10ein bisschen ein Underdog, aber dann trotzdem halt zu vielschichtig,
- 1:43:14weil das gibt es einfach als Back-in-Box, Sauv-Wein, das gibt es aber auch als komplexen Skin-Contact-Wein.
- 1:43:26Also das ist schon sehr versetier und einfach auch in einem spannenden Geschmacksprofil einfach,
- 1:43:34um nochmal eine Rebsorte reinzuschmeißen.
- 1:43:36Schön.
- 1:43:37Also ich fände jetzt Silvana, den könntest du auch sehr gut verargumentieren, eigentlich so verkehrt,
- 1:43:42aber warum nicht Müller-Tour-Gau?
- 1:43:44Also es gibt auch den einen oder anderen, den ich mal probiert habe,
- 1:43:48teilweise auch 30, 40 Jahre alt, die ich gar nicht interessant fand.
- 1:43:52Was ich aber total spannend fand, ist, weil du es gerade erwähnt hast, wie stehst du zu Back-in-Box?
- 1:43:58Also meine Erfahrungswerte mit Back-in-Box sind,
- 1:44:11kannst du da wirklich in einer Hand abzählen.
- 1:44:13Ich hatte letztens eine Verkostung hier im Laden von einem italienischen Weingut,
- 1:44:18die macht Back-in-Box-Weine und die waren richtig großartig.
- 1:44:22Die hat die Weine dabei gehabt in der Flasche, füllt die aber auch in Back-in-Box ab.
- 1:44:26Das war top.
- 1:44:28Ich glaube, man muss sich einfach losmachen von dem Gedanken,
- 1:44:31dass man jetzt Back-in-Box-Weine für die nächsten 10 Jahre aufhebt,
- 1:44:34aber dafür sind sie halt auch nicht gemacht.
- 1:44:36Das sind jetzt keine Weine, die du jetzt in die Keller legst und in den Back-in-Box reifen lässt.
- 1:44:43Ich meine, müsste man mal ausprobieren, es gibt bestimmt irgendwo Versuche,
- 1:44:46aber Besso, du gehst irgendwie auf eine Grillparty, das sind 25 Leute,
- 1:44:51du bringst 6 Liter Wein mit, 2 mal 3 Liter, das ist doch super.
- 1:44:55Es gibt ja auch dieses Juice, diese anderen, die jetzt Weine in Dosen abfüllen.
- 1:45:02Auch eine Verkostung hier gemacht in Berlin ist für mich, sag ich mal,
- 1:45:08eher ein Lifestyle-Produkt, wohingegen das Back-in-Box einfach auch sehr vielseitig einsetzbar ist.
- 1:45:14Also ich habe da keine Ressentiments.
- 1:45:17Ist da nicht die Frage, dass wir Back-in-Box einfach schon ein bisschen mehr gewohnt sind als Cans?
- 1:45:22Also zumindest in Übersee werden Cans dermaßen gefeiert im Augenblick
- 1:45:26und gelten so als der Trend schlechthin.
- 1:45:29Seit ungefähr 1,5 Jahren, wo man sagt, man sollte sich da ein bisschen mehr drauf fokussieren
- 1:45:33und eine Kohlerdose sei jetzt ohne den Inhalt eines der effizientesten Transport-Elemente,
- 1:45:44die es gibt, eben auch in der Relation zu anderen.
- 1:45:47Und du hast ja eben auch recht, also 99 Prozent aller, 98 Prozent aller Weine,
- 1:45:52die abgefüllt werden, werden innerhalb von einem Jahr getrunken.
- 1:45:56Also das ist egal, und reifen können die nicht.
- 1:46:00Also nach drei Jahren sollte man jede Back-in-Box wegschmeißen,
- 1:46:02weil gewissig im Kailen aus der Oberfläche rausgelöst werden, durch die Säuren, durch den Alkohol.
- 1:46:08Ja, also nochmal kurz zu den Cans zurück.
- 1:46:12Ich meine dir jetzt speziell dieses Juice, diese 0,2er-Dosen, die sie da machen mit so einem Fenster-Antikett.
- 1:46:20Generell für mich gibt es nichts Besseres als der Blechdosen mit B.
- 1:46:25Also ich bin ein großer Freund von Dosen.
- 1:46:27Ich finde nur, es gibt noch keine richtige, also das mit dem Wein,
- 1:46:32also habe ich es mit zumindest noch nichts untergekommen, wo ich sage, das finde ich jetzt irgendwie charmant,
- 1:46:37weil diese anderen Dosen sind einfach, deswegen meinte ich, Lifestyle-Produkte,
- 1:46:40das sind kleine Dosen, die kosten wahnsinnig viel Geld, das ist jetzt eher so fancy,
- 1:46:43aber jetzt nicht irgendwie, dass man sagt, das ist eine Ernst, zu nehmen, eine Alternative zu "ich schenke ein Glaslein aus".
- 1:46:49Weißt du, man kann ja auch sagen, man hat 0,3, also zumindest gibt es das noch nicht, finde ich.
- 1:46:54Wenn man da einen Fenster hingehen würde und ein wertiges Produkt entweder im Back-in-Box oder eben auch in Cans abfüllen würde,
- 1:47:00finde ich für gewisse Offenheit diese alternativen Transportmöglichkeit eigentlich sehr interessant.
- 1:47:07Bist du da radikal und bist gegen heavyweight-Bottles?
- 1:47:11Das ist nicht, ich...
- 1:47:14Also vermeintest du diese Flaschen einzukaufen oder?
- 1:47:17Auf der einen Seite eben doch diesen Naturgedanken hast und dieses und so.
- 1:47:21Auf der anderen Seite ist das natürlich richtig krass und einer der intensivsten belastenden Punkte ist ja die Flasche in der Alkobain-Weine-Produktion.
- 1:47:30Und wie weit geht das da bei dir?
- 1:47:33Also ich würde lügen, wenn ich sage, ich frage nach, in welche Flaschen die die Weine abfüllen,
- 1:47:38bevor ich das, also wenn ich jetzt in mein Neubestell zum Beispiel, ist mir die Frage noch nie über die Lippen gekommen.
- 1:47:43Dementsprechend, also du siehst, wohin das läuft.
- 1:47:46Und ich muss auch gestehen, ich habe eine diebische Freude daran, weil du so eine richtig schwere Burgundervlasche,
- 1:47:52du machst den Korken raus, das ist schon auch sexy.
- 1:47:56Aber gleichzeitig macht das auch nichts mit mir, wenn es eine leichte Flasche ist.
- 1:48:03Also das ist so sehr indifferent.
- 1:48:05Ich weiß um die Umweltschädlichkeit und ich weiß um die, dass man das eigentlich nicht machen soll.
- 1:48:13Aber auf der anderen Seite macht auch nichts mit mir, wenn es eine dünne Flasche ist.
- 1:48:18Also das ist für mich jetzt kein Qualitätsmerkmal, es ist rein so ein guilty pleasure könnte man sagen.
- 1:48:24So wie McDonalds.
- 1:48:26Ich finde das so unfassbar sympathisch ehrlich.
- 1:48:30Weil es geht vielen so, weißt du, wenn du irgendwie so einen tollen Burgunder,
- 1:48:34weil du es gerade erwähnt hast und der würde in eine Leichklasflasche daherkommen
- 1:48:38und hat trotzdem seine 5000 Euro gekostet, dann wäre das so vom Gesamtempfinden halt.
- 1:48:42Man ist ja, es ist so leicht so was zu blame und zu sagen, okay, füllt eure Primitivus nicht in die Flaschen ab
- 1:48:49und hat ja alles in Daseinsberechtigung, kann verargumentiert werden und stimmt.
- 1:48:52Auf der anderen Seite ist man manchmal selber so ein Nasenbär, der dann irgendwie hingeht
- 1:48:57und sagt, oh, das ist ja schön und fährt nochmal so mit der Hand über die Flasche und sagt, mein Baby.
- 1:49:03Ja voll.
- 1:49:04Also was, ich meine, aber das ist doch auch, schau, das ist doch genau das, was wir machen.
- 1:49:09Das ist doch alles Emotionen und wenn wir uns in die Flasche verlieben,
- 1:49:13dann verlieben wir uns auch in das Ausschenken dieses Weines und dann verlieben sich die Gäste in uns.
- 1:49:18Also das, und sicherlich kann man sagen, dass das jetzt schlecht ist und so was
- 1:49:23und man darf es auch nicht überstripper ziehen, aber am Ende, fuck it, darum geht es doch mal.
- 1:49:27Es sind doch, wenn wir happy sind, wenn wir glücklich sind, dann strahlen wir das doch aus
- 1:49:32und wenn das diese, diese eine Sekunde ist, in die wir in die Keller gehen, diese Flasche rausnehmen
- 1:49:37und dann geht es mir so, dann nehme ich die in die Hand und dann halte ich die in die Hand und denke ich so, geil.
- 1:49:42Geil, dass ihr das kauft, geil, dass ihr den aufmachen kann, geil, dass ihr den probieren kann, geile Flasche
- 1:49:46und dann gehe ich hoch, strahl über beide Ohren und also ich meine, darum geht es auch am Ende.
- 1:49:51Man darf nicht alles immer verteufe, man, und das ist ja das, wo wir uns dann die ganze Zeit so ein bisschen rumdrehen.
- 1:49:56Es geht doch darum, dass wir einen bewussten Umgang üben
- 1:50:00und es gibt diese Flaschen, wenn sie wenig kaufen, kauft sie jemand anders
- 1:50:03und gleichzeitig wir sträumen uns ja auch nicht dagegen zu sagen, ich kauf keine leichten Flaschen, weißt du, das machen wir ja auch nicht.
- 1:50:11Und irgendwann werden die vielleicht auch drauf kommen, dass wir dann sagen, okay, sie benutzen leichte Flaschen oder auch nicht.
- 1:50:17Wurscht, ich, ich, ich, ich, am Ende macht es wahrscheinlich jetzt auch nicht den, den Großteil des Kellers aus, würde ich jetzt mal behaupten bei mir.
- 1:50:24Diese schweren Flaschen. Aber ich meine, fuck it, darum geht es doch irgendwo.
- 1:50:29Also ich meine, das ist doch alles, das zahlt doch alles ein in dieses, wir kommen hierher, es ist sowieso alles scheiße in der Welt gerade.
- 1:50:37Dann lass uns doch diese vier Stunden hier einfach gut verbringen.
- 1:50:40Und es ist sicherlich so eine Milchmädchenrichtung und zu eng gedacht, aber am Ende darum geht es doch.
- 1:50:44Oder also, dass die Leute herkommen und sagen, ich vergesse jetzt mal für vier Stunden was, bezahlt im Stil, seine Wohnung, weißt du so,
- 1:50:53der kriegt sein Gehalt, wenn ich da herkomme und dann macht er noch einen flotten Witz und dann hat sie es.
- 1:50:58Also ich meine, man muss, glaube ich, auch einfach aufpassen, dass man in einer sowieso schwierigen Zeit nicht alles auch noch dämonisiert.
- 1:51:05Bis zum gewissen Grad.
- 1:51:07Und überstrapaziert und die Politik dann auch noch mit an den Tisch trägt und die ihnen auch noch ein schlechtes Gefühl gibt.
- 1:51:15Und ich finde das Bewusstsein einfach dafür auch nur zu haben und zu sagen, okay, für diese Flasche macht es vielleicht Sinn,
- 1:51:22für eine andere nicht oder für den Moment oder wie auch immer.
- 1:51:26Also auch das Wissen dahinter, dass man auch weiß, was das anrichtet und was vielleicht was Besseres wäre.
- 1:51:33Also diese offene Aufklärung, dass man oder da in die Kommunikation geht, ist es beim Boxbeutel bei dir, genau, als Marksbeutel.
- 1:51:41Die haben die geringste CO2-Bilanz, die es gibt, vergleichst du allen anderen Flaschen, weil du sie halt so ganz perfekt stapeln kannst.
- 1:51:49Ja, bei die neuen erstes.
- 1:51:51Die haben auch schon die alten in der Relation, aber die neuen noch mehr, die aber zum riesen Streitfall wurden als die ...
- 1:52:01Ja, ich glaube, es macht nur die Genossenschaften auch, die neuen Boxbeutel.
- 1:52:06Echt?
- 1:52:07Das ist jetzt halbwissend.
- 1:52:09Ich dachte, das wäre eine Auflage, dass man die ab einem gewissen Zeitpunkt XY noch nehmen darf.
- 1:52:15Ja, das ist da ... also, da streiten wir uns jetzt nicht drum, weil ich habe auch nur gefährliches Halbwissen.
- 1:52:21Also ich habe auf jeden Fall ganz viele alte Boxbeutel.
- 1:52:23Die zwei Experten.
- 1:52:24Super.
- 1:52:25Ja, ja, genau.
- 1:52:26Noch ganz viele alte Boxbeutel noch in der Hand, weil die wurden wann eingeführt, 2015 oder sowas?
- 1:52:33Und ich kriege immer noch ... also entweder die ganzen Weinküter haben davor gesagt, so, wir verkaufen jetzt noch 500.000 alte Boxbeutel,
- 1:52:40weil ich kriege immer noch die alten in die Hand.
- 1:52:42Ja.
- 1:52:43Also so.
- 1:52:44Und die neuen, diese Flachen?
- 1:52:45Dann war das vielleicht mal ein Gedanke, dass die das machen wollten, komplett umstellen wollten.
- 1:52:48Und es gab ja einen riesen Streit und viele haben sich dagegen entschieden und letztlich ...
- 1:52:53Ja, genau.
- 1:52:55Eigentlich schade.
- 1:52:56Aber das ist immer eine spannende Flasche, ja.
- 1:52:58Nein, aber da muss ich sagen, ich bin auch schon ...
- 1:53:00Ich ... da kommen wieder zu dieser Spargelsewanderfrage, das haben wir immer schon so gemacht.
- 1:53:04Ich finde die alten Boxbeutel auch schöner.
- 1:53:07Okay.
- 1:53:08Aber Boxbeutel im Allgemeinen, weil es gibt für mich auch eine verhasstere Flaschenform,
- 1:53:12weil mir kaum eine, mir fallen normalerweise keine Flaschen runter.
- 1:53:15Aber Boxbeutel schon.
- 1:53:17Also ich hab da wahrscheinlich nicht das System erkannt oder sonstiges,
- 1:53:20aber es gibt keinen Weinregal, wo die wirklich ... bitte.
- 1:53:23Wann fallen die die runter?
- 1:53:25Die rutschen aus dem Regal.
- 1:53:26Ah, so.
- 1:53:27Ich bin wahrscheinlich so blöd, die irgendwie reinzustapeln, aber irgendwie ...
- 1:53:30Wenn ich dann so eine Flasche noch rausziehe, die hinten links ist, weißt du,
- 1:53:33dann kommen die anderen sechs auch noch mit raus.
- 1:53:36Ich denke nur ...
- 1:53:37Ja.
- 1:53:38Also es ist eine ungenähtige Flaschenform.
- 1:53:41Ich meine, das ist das eine, legt die mal im Keller.
- 1:53:45Die andere Form ist kühl die mal am Tisch.
- 1:53:48Also hast du ein Boxbeutelkühler oder also ne?
- 1:53:50Eine Bugunderflasche, eine Schlägelflasche, die kriegst du immer gut in die normalen Kühler rein.
- 1:53:54Boxbeutelflasche ist einfach kacke.
- 1:53:57Ich bin sehr gespannt, ich kann dir in ein paar Wochen mehr sagen,
- 1:53:59weil ich bekomme jetzt am Mittwoch meine erste Boxbeutellieferung.
- 1:54:02Ich werde dich teilhaben lassen, wie viel mir runterfallen.
- 1:54:05Was deine Erfahrungen letztlich danach sind.
- 1:54:07Ja, genau.
- 1:54:08Aber sonst, findest du die Flasche schön?
- 1:54:11Ich find die, findest du ...
- 1:54:13Ja, und das ist jetzt total spannend, weil ich kann dir überhaupt nicht sagen, warum.
- 1:54:19Ich, es hat einfach so, das ist so wie, weißt du, ich komme aus Nürnberg, aus Bayern.
- 1:54:23Wenn ich Berge sehe und Boxbeutel, das ist irgendwie schön.
- 1:54:26Also weißt du, ich bin mir bewusst über die, wie unpraktisch die sind,
- 1:54:31dass das vielleicht auch antiquiert daherkommen mag.
- 1:54:35Aber es hat einfach so, keine Ahnung, lokalkolorit.
- 1:54:40Ich meine, das hat, und er hat man ja irgendwie solche Sachen.
- 1:54:44Ich finde ich großartig.
- 1:54:46Man hat den Ansatz zur Storytelling auch noch.
- 1:54:48Du kannst so viel zur Geschichte herkommen, wo der Name herkommt.
- 1:54:52Und neben dessen, dass du den Wein nicht totreden musst, die ganze Zeit,
- 1:54:57oder keine Ahnung, über das Wetter reden musst,
- 1:54:59hast du so ein kleines 40.Tool, wo du einfach das mit aufnehmen kannst und sagen kannst,
- 1:55:03okay, und das wirst du dir noch nicht.
- 1:55:05Das gibt der Boxbeutel her und wird manchmal auch ein wenig zu selten besprochen.
- 1:55:11Ja, ja, also und man muss aber schon auch dazu sagen,
- 1:55:15dass glaube ich der Boxbeutel, egal welche Form jetzt auch,
- 1:55:18so ein bisschen ein Auslaufmodell ist.
- 1:55:20Also ich habe letztens wieder so Weinliste in der Hand gehabt.
- 1:55:23Also alles, was dann so erste Lage, große Lage ist,
- 1:55:26Silvana wird alles in Schlägeflaschen abgefüllt.
- 1:55:29Es sind wirklich nur noch größeren wie Jujuspital, Bürgerspital.
- 1:55:32Also bei Wirsching habe ich jetzt erste und große Lagen bestellt, das ist alles Schlegel.
- 1:55:39Ah, okay.
- 1:55:41Also ich will es jetzt auch gar nicht so ganz krass verhalten,
- 1:55:44aber ich glaube schon, dass die halt auch erkannt haben,
- 1:55:46dass das für die Kacke ist, zu lagern und für uns dann im Keller auch.
- 1:55:51Also ich weiß nicht, wie beim Wirsching, die machen dann so Sonderformate,
- 1:55:55die machen dann 3 Liter Boxbeutel oder 025 Boxbeutel,
- 1:55:58aber so die ersten Lagen und so was, das war schon,
- 1:56:03das ist dann teilweise einfach in Schlägeflaschen auch.
- 1:56:07Welche Flaschenform findest du passt am besten zu Franken?
- 1:56:11Also wenn das so ein Gebiet ist, was sich flaschenmäßig neu definiert,
- 1:56:13weil es gibt ja auf der einen Seite eben die, die Schlägeflaschen abfüllen,
- 1:56:17dann großartige Winzer wie Fürst, die Bugunderflaschen eigentlich fast preferieren,
- 1:56:23meines Wissens nach, weil sie auch diese Ausrichtung haben.
- 1:56:25Also es reint aus dem intuitiven heraus, was würdest du nach?
- 1:56:31Also ich finde Schlägeflaschen eigentlich,
- 1:56:35zumindest für, sag ich mal, diese Einstiegslinie,
- 1:56:38Gutzwein, Orzwein, finde ich, finde ich,
- 1:56:42oder dann vielleicht auch die ersten Lagen noch oder sowas
- 1:56:46und für die großen Lagen oder für das Gereifter,
- 1:56:48wenn meine halt zum Reifen, da sind, finde ich, Burgunder auch ganz spannend.
- 1:56:52Aber genau das, wenn es zu die beiden, also was ich überhaupt nicht sehe,
- 1:56:57sind die Bordeauxflaschen, das finde ich irgendwie ganz befremdlich.
- 1:57:03Gar nicht, passt gar nicht.
- 1:57:04Passen auch zu dem eigentlich Urstil Frankens nicht,
- 1:57:07also wie man sich das so vorstellt oder eben auch die Entwicklung.
- 1:57:09Es ist ja viele, auch viele der Gäste, die ich hatte,
- 1:57:12haben Franken ja also nach wie vor den Hittentrascher neben der Ahr in Deutschland gesehen.
- 1:57:17Also eines der Weinbahnboggebiete, was sehr großartige Weine,
- 1:57:21produziert in Deutschland, aber von vielen gar nicht wahrgenommen wird.
- 1:57:25Ich weiß nicht, ob es die größtes Gebietes mit 6000 Hektar ist
- 1:57:28oder dass es doch 1000 Winzer oder 1000 Betriebe gibt,
- 1:57:32die dort produzieren, dadurch die Betriebe relativ klein sind,
- 1:57:37nicht unbedingt in Deutschland national verbreitet sind
- 1:57:40oder ob die Franken selber zu viel saufen,
- 1:57:42dass das eigentlich nicht nach Hause kommt, wird ja auch oft dargestellt.
- 1:57:46Du wohnst Berlin, ne?
- 1:57:48Ja, genau.
- 1:57:51Oder wie die Schweizer, die saufen ja auch alles selber.
- 1:57:55Ich sehe halt immer nur,
- 1:57:59weißt du, jede Region hat irgendwie so ein eigenes Weinmarketing,
- 1:58:04also von den Österreichern brauchen wir gar nicht anfangen,
- 1:58:07die das ja so für nicht paar Exilos da aufgezogen haben,
- 1:58:10aber weißt du, jede Region hat irgendwie so ein pfiffiges Ding,
- 1:58:15eine Agentur, die sich irgendwie drum kümmern
- 1:58:17und wenn ich mir anschaue, was da irgendwie bei Freien...
- 1:58:19Ich meine, jetzt tut sich, glaube ich, so ein bisschen was gerade,
- 1:58:21aber ich glaube, dass sie es auch versäumt haben,
- 1:58:23einfach sich da so positionieren,
- 1:58:27einfach sich selber dazu zu vermarkten ein Stück weit.
- 1:58:33Weil es gibt halt die, das ist dann...
- 1:58:35Ich meine, du, am Ende kannst es ja wirklich an einer Handfast abzuhängen.
- 1:58:38Es gibt den Fürst, der Rotwein macht,
- 1:58:41der bekannt ist, der, glaube ich, da auch eine gewisse Vertretend ist
- 1:58:45und dann in meiner Wahrnehmung hörst du dann schon so ein bisschen auch auf.
- 1:58:49Also, ich meine, es gibt dann Lukert vielleicht noch,
- 1:58:54die dann ein Weiß, dass ein bisschen am Start sind.
- 1:58:58Und witzigerweise auch Rot.
- 1:59:00Also, ich habe da einen Spätbegründer probiert,
- 1:59:03der fand ich also sehr, sehr außergewöhnlich.
- 1:59:06Aber es war gar nicht das Thema, du wolltest ausführen, Entschuldigung.
- 1:59:09Nein, nein, alles gut, Nene, du hast vollkommen richtig...
- 1:59:12Aber dann, dann finde ich, wird es halt schon auch ein bisschen dünn.
- 1:59:16Also, mit Weingütern, du hast dann die Uphilfe so ein bisschen dazu,
- 1:59:20Hans Wörsching etc., aber auch das finde ich, ist jetzt nicht,
- 1:59:23so dass man sagt, die sind vertreten auf den Weinkarten dieser Welt.
- 1:59:27Oder, bleiben wir mal in Deutschland.
- 1:59:29Also, ich finde, da wird sich schon viel, die tut sich schon schwer irgendwie.
- 1:59:34Und da, ich glaube, was wir gerade so ein bisschen Spaßeshalber gesagt haben,
- 1:59:38ich glaube schon auch, dass einfach das Abhofgeschäft,
- 1:59:41bei denen einfach sau-stark ist.
- 1:59:43Ja.
- 1:59:44Also...
- 1:59:45Es ist vielleicht der Grund auch, dass sie es nicht mussten,
- 1:59:47wie eben viele, viele andere, die A- oder hier im Osten Sachsen oder so alle,
- 1:59:51die nicht nach außen treten mussten.
- 1:59:53Und es gab wenige, die so engagiert waren, wie eben Paul beziehungsweise Sebastian Fürst
- 1:59:58oder eben auch Möller, Max Möller-1, die eben auch national sehr stark vertreten sind.
- 2:00:03Und das zu Recht.
- 2:00:04Klar.
- 2:00:06Vielleicht kommt da ein Punkt, wo man sagt, okay, letztlich ist diese nach außen treten
- 2:00:10trotzdem interessant, weil man da dann auch die nationalen oder internationalen Vergleichs suchten,
- 2:00:15sich da herausresortieren, dann auch weiterentwickelt.
- 2:00:17Und eine ganz eigene Präsenz dann letztlich hat.
- 2:00:20Aber was ist so der typisch fränkische, weil, ist es die Domina?
- 2:00:24Der in...
- 2:00:27Allgemein Rot oder Weiß?
- 2:00:29Sie waren dann dünnfrisch knackig oder Rotdomina?
- 2:00:31Also ist das, wo du sagst, das ist Franken oder hieß du in Franken,
- 2:00:35dann eher das Potential zur Größe, was jetzt gerade aus, langsam ausgeschöpft wird.
- 2:00:39Und wo du sagst, wow, also auch die Definitionen, den drei Bodentypen, die es dort gibt,
- 2:00:44mit Muschelkalk und Sandstein-Käuper, das ist Franken.
- 2:00:48Oder es ist diese Schwelle der zwei verschiedenen Klimazonen, die es dort gibt,
- 2:00:52die dort aufeinanderprallen, wo man unterschiedliche Ausrichtungen hat.
- 2:00:55Es ist das Spiel mit dem Mein-Wee oder mit der Mein-Schleife, die dort ist, wo man sagen kann,
- 2:01:00man kann das entsprechend transportieren, publizieren.
- 2:01:04Was ist für dich selber Frankenwein?
- 2:01:08Also Frankenwein ist für mich auf jeden Fall festgemacht.
- 2:01:13Ich meine, es gibt halt immer Kitzingen und Würzburg, das sind ja so diese großen Weinstädte,
- 2:01:18die man so hat, sicherlich ist das, was für Franken dann auch ein Weiß so ein bisschen steht.
- 2:01:25Silvaner ist was und als Rotwein, ich finde Domina oder so was.
- 2:01:29Ich würde schon auch Pino nach Franken irgendwie verorten, also Spätburgunder.
- 2:01:36Aber erst seit den 2000er Jahren, oder?
- 2:01:38Ja, genau. Aber Domina, finde ich, hat es nie geschafft irgendwie dafür zu stehen.
- 2:01:43Also, ich weiß nicht, hast du eine gute Domina getrunken?
- 2:01:46Also ich habe nur eine...
- 2:01:48Also auch viele Versuche mit Reduktion, mit Barik mit gereift und...
- 2:01:53Ne, ich hatte noch nie eine, wo ich sagen würde.
- 2:01:56Natürlich gibt es immer manche, wo man sagt, in dem Moment, in der Kombination mit irgendwas
- 2:02:00oder vielleicht in dem Jahr von dem Winzer, könnte das interessant sein,
- 2:02:04aber dann auch nicht exemplarisch, wo ich sagen würde, damit würde ich
- 2:02:08stellvertretend für Sprache für diese Rebsorte als Weltrebsorte halten.
- 2:02:14Ja. Und eine Sache, die... da kann man jetzt so stehen, wie man möchte,
- 2:02:20aber so ein halbtrockner Bachus ist schon auch immer was Gutes.
- 2:02:24Kennst du Bachus?
- 2:02:26Als... ja, die zweit meist angebotte Rebsorte bei euch in Franken.
- 2:02:30Ja, genau.
- 2:02:31Also nach Milatoga.
- 2:02:32Und Silvane Milatoga und dann Bachus.
- 2:02:35Ich finde, es ist eine Rebsorte, die die Menschen abholt, weil sie die Duftigkeit hat,
- 2:02:41die manchmal auch Milatoga oder eben auch einen Zoppignon Blanc oder ein Scheureber haben kann.
- 2:02:45Sie hat einen gewissen Scham und sie hat eine gewisse Feindlidrigkeit.
- 2:02:48Also ich glaube aus Bachus kann man manchmal mehr rausholen, als man vermutet.
- 2:02:52Eben auch in Sachen Attraktivität und Unkublizität halt.
- 2:02:55Man muss ja nicht immer eine große Oper fahren, sondern manchmal ist es einfach auch schön,
- 2:02:59nur zu trinken.
- 2:03:00Ja.
- 2:03:01Ja, das ist was.
- 2:03:03Und jetzt, ich überleg die ganze Zeit, ich glaube Franken ist regent, ist auch noch immer so ein Ding.
- 2:03:10Aber damit habe ich irgendwie keine nicht so richtige Berührungspunkte gehabt.
- 2:03:16Regent auch rot.
- 2:03:18Ist auch eine rote Rebsorte, glaube ich.
- 2:03:20Ja klar.
- 2:03:21Aber ich habe da nie einen probiert, wo ich sage, den würde ich auch mit einem guten Gewissen meinen Nachbarn geben.
- 2:03:26Ja, ja, genau.
- 2:03:27Und aber ich glaube, es stellt sich gerade so ein bisschen auch raus, so wie wir darüber reden.
- 2:03:32Franken ist glaube ich weiß Land.
- 2:03:35Also es ist Silvana, Müller-Turkau, das ist Franken auch für mich.
- 2:03:40Für mich ist Franken aber auch so ein Land, da kann ich Liederwein saufen, da kann ich aber auch sehr, sehr guten gereiften Wein trinken.
- 2:03:51Also das bildet so ein bisschen beides ab oder kann beides abbilden.
- 2:03:55Und danach komme ich erst irgendwann dann zu den Rotweingeschichten dazu.
- 2:04:00Ich meine, Richard Österreicher macht ja, ich glaube, der baut ja mehr Loan und Cabernet auch so und die macht ja auch gut.
- 2:04:07Aber das ist für mich, das ist halt eine Spielerei.
- 2:04:09Das ist jetzt nichts, wenn ich an Franken denke, denke ich nicht an daran so.
- 2:04:13Und wenn man an Franken denkt, denkt man auch nicht an Sekten, es gibt teilweise großartige Sekte aus Franken.
- 2:04:18Also von dem her.
- 2:04:19Bokatschür, will ich da nochmal kurz in den Ring werfen, kennst du das?
- 2:04:21Ja oder Höfer, also Wahnsinn.
- 2:04:23Was Höfer an Sekten abfüllt, das ist unglaublich.
- 2:04:25Das ist richtig krass.
- 2:04:27Also anscheinend gibt es dafür, weil zum Beispiel die füllen rein so hat ich Pignot-Mignot ab.
- 2:04:32Habe ich gereift probiert von Bokatschür, da schnallst du aber ganz schön ab.
- 2:04:37Das ist richtig geil.
- 2:04:38Ich denke, es ist so eine Region, die man auf alle Fälle ganz so ganz weit oben auf dem Schirm und dem Fokus haben sollte.
- 2:04:45Also die Geschichte ist trächtig und geprägt ist, aber auch ganz, ganz viele neue Elemente hat.
- 2:04:52Also so wie unser Rotwein, dass man da eine Prägung hat, eben auch eine Geschichtsprägung hat, aber es dort teilweise Entdeckungen gibt, die außergewöhnlich sind.
- 2:05:03Also aber hast du das Gehörze, wie das mir da gar der Glaslein geschenkt habe eigentlich?
- 2:05:07Weil es war wirklich perfekt geteilt.
- 2:05:11Ist schon geiles Zeug, also gereift, letztens Tcheparello auch gehabt irgendwie, das geht mir schon richtig rein.
- 2:05:20Ich finde, Songevese ist auch eine Rebsorte, die eine eigene Identität hat, die man sonst bei keiner anderen Rebsorte findet.
- 2:05:30Und was ich beim Songevese finde, ist, wenn man den probiert, er macht Appetit.
- 2:05:36Ich will es nicht wieder auf diese Salzigkeit schieben, weil da ja auch viele drüber streiten, ob man das schmeckt, nicht schmeckt, ob das im Wein vorhanden ist, nicht vorhanden ist.
- 2:05:46Aber es hinterlässt ein Gaumengefühl, dass man möchte was dazu essen.
- 2:05:51Man möchte was dazu essen, aber gleichzeitig auch ist es so, da nimmst du einen Schluck Wein und der hat genau diese,
- 2:06:00und das ist glaube ich das, was man auch mit Salzigkeit umschreiben kann, du hast auch direkt Bock auf den zweiten Schluck.
- 2:06:05Also der macht genau so dieses trockene, leicht seizige, diese Grip, der das Glasle ruf direkt, nimm nur einen Schluck.
- 2:06:13Und es ist, wir haben Kianti Klassico von Isole Olena 2020.
- 2:06:20Es ist dieses Momentum, während man den Wein probiert, hat man, also kommen Bilder, viele Weine, wo das nicht passiert, beim Toscana Rotwein.
- 2:06:33Das muss nicht unbedingt ein Kianti sein, es kann auch Brutinello sein, es kann auch was auch immer sein.
- 2:06:39Es ist ein Geschmacksbild, was sich mit einmal visualisiert und wo man das Gefühl hat, man ist geschmacklich oder emotional im Urlaub.
- 2:06:47Oder, pflegt davon, ob man da schon mal bar oder nicht, oder dort vor Ort Wein getrunken hat oder nicht.
- 2:06:52Es ist so Urlaub für die Seele und das finde ich großartig.
- 2:06:56Es ist tschüssig, es ist kompakt, es ist aber nicht barockschwer so.
- 2:07:03Hat so eine leichte Würzigkeit auch mit dazu? Hab ich lange nicht mehr probiert, bin ich richtig begeistert, muss ich sagen.
- 2:07:14Kianti ist halt so irgendwie auf einem Abstellkreis irgendwann geschoben worden?
- 2:07:18Ja, wobei die auch viel tun gerade. Also ich krieg ständig Einladungen.
- 2:07:22Kianti Klassico vor allem, also Kianti, die fahren gerade richtig hoch.
- 2:07:27Die hatten ja diese sehr umfangreiche Probeende letzten Jahres oder Herbst letzten Jahres in Berlin, glaube ich.
- 2:07:33Ja, genau. Aber es ist so was wichtig, dass solche Sachen durchgeführt werden und Proben durchgeführt werden, dass auch Sommys zugegangen wird.
- 2:07:43Findest du das sinnvoll oder ist das für dich zusätzliche Belastung, deinem Ohnehin schon sehr umfangreichen Arbeitsalltag?
- 2:07:49Wo du sagst, ich schaffe es nicht auf jede Probe zu rennen, ihr habt ja in Berlin doch viele Proben.
- 2:07:53Wir haben viele Proben. Also ich bin froh über alle Einladungen, die ich bekomme.
- 2:08:00Gleich mal das so vorweg gesagt, ich schaffe nicht immer alle Proben.
- 2:08:04Also entweder ich schaffe es wegen der Arbeit nicht, dann gibt es halt auch, sagen ich mal, private Naturmenschen, die auch irgendwie mal wieder wissen wollen, wie ich ausschaue.
- 2:08:18Nicht nur das und die auch anfassen wollen. Also nicht genau die auch sagen so, Servus halt, da ist er wieder mal.
- 2:08:28Aber generell, ich finde es super spannend und gerade Kjanti, wir hatten es vorhin auch von Lamprosko, das sind alles Sachen, ich glaube, dass die halt was machen müssen,
- 2:08:38weil die einfach so mal eine Zeit hatten, was da trinkst du in Lamprosko oder trinkst du in Chandy,
- 2:08:44die haben halt, glaube ich, auch so ein Imageproblem mal ein Stück weit gehabt.
- 2:08:48Und dann gab es diese ganzen Super Tuskens, glaube ich, die jetzt dann so wieder auch ihre Zeit hatten und Kjanti hat irgendwie so ein Gefühl,
- 2:08:57oder vielleicht auch eine neue meiner Wahrnehmung, so irgendwie runtergefallen.
- 2:09:00Und jetzt gerade tun die aber viel und das finde ich schon wichtig.
- 2:09:05Wie gesagt, die Österreicher machen das wahnsinnig gut, jetzt machen die Italiener ein bisschen kleinteiliger, das ist aber auch sehr, sehr gut.
- 2:09:13Das ist halt, glaube ich, das, was wir auch für uns, für unsere Regionen so ein bisschen bräuchten, glaube ich.
- 2:09:19Weil wir es gerade von Touristik hatten.
- 2:09:22Ja, dieses Tour Gutes und Rede darüber.
- 2:09:25Genau, dass man einfach publizieren muss, was man besonderes macht und die Leute darauf aufmerksam macht und einfach aus dieser Liturgie da manchmal heraushalten.
- 2:09:33Das ist auch manchmal total reizvoll ist.
- 2:09:35Auch so ein Wein, wie jetzt in Kjanti oder wie du mit Llamosco sowas in der Weinbegleitung oder im Restaurant auch mal wieder aufzumachen und da ein besonderes Produkt einfach zu präsentieren und daran Spaß zu haben,
- 2:09:48weil die ja nicht ohne Grund mal einen gewissen Namen haben, den immer noch haben und eine Einzelartigkeit irgendwo darstellen.
- 2:09:54Das finde ich nicht nur immer diesen ganzen Freekram oder das, was keiner kennt, nur um irgendwas neues zu haben,
- 2:10:00sondern dieses Spiel, was du auch vorhin beschrieben hast, dieses Spiel in einer Weinbegleitung zwischen Klassikern und irgendwelchen neuen Sachen.
- 2:10:11Ja, das Ganze auch munter zu halten, finde ich, ganz großartig.
- 2:10:16Welches Weinland oder Weinbaugebiet ist noch unentdeckt?
- 2:10:19Hast du hier einen Treasure oder hast du irgendwas, wo du sagst, hey, richtet mehr ein Fokus außer auf Franken darauf?
- 2:10:26Also, ich bin schon immer noch, also so sehr mir das dann zum Hals rausgegangen hat, der ganze Osten, weintechnisch.
- 2:10:39Was ist für dich, du hast es jetzt oft erwähnt vom Hovert auch, was ist für dich Osten?
- 2:10:43Ist das Bulgarien, Rumänien, ist das Mitteldeutschland oder?
- 2:10:46Nein, nein, nein, also genau, Osten meine ich wirklich, das geht.
- 2:10:50Du kannst es so grob zusammenfassen mit K+K Gänzen, also es geht Ungarn, Slowenien, Slowakai, Rumänien, Bulgarien,
- 2:11:00halt alles, die Weinländer, die ich vorhin bespielt habe, oder die ich vorher so ein bisschen bespielt habe, da tut sich einfach,
- 2:11:05oder Serbien, Serbien ganz groß, ganz stark momentan, finde ich auch.
- 2:11:09Das sind so Regionen, die in der Stadt momentan, also ich rede jetzt mal von meinen Mikrocosmos Berlin, in der Stadt schon total gut vertreten sind,
- 2:11:21in diesen Weinbars Restaurants, die sag ich mal in so einem approachable, easygoing Dinnerbereich liegen.
- 2:11:35Also da passiert schon echt sehr, sehr viel und ich werde sicherlich irgendwie da wieder mal das Momentum nutzen und da auch wieder so ein bisschen mehr mitmachen.
- 2:11:47Für mich war es jetzt halt am Anfang erst mal wichtig, dass ich sage, okay, ich baue die Weinkarte auf, ich muss verstehen, was der Kiez hier will
- 2:11:56und dann kann ich mich noch wieder mal daran wagen.
- 2:11:59Das ist jetzt nicht so für die erste Interaktion gewesen, aber sicherlich jetzt dann nach und nach werde ich mal schauen,
- 2:12:08dass ich ein bisschen was aus Ungarn wieder auf die Karte nehme oder in die Begleitung, dass ich mal wieder ein bisschen was in das Slowakai mache,
- 2:12:15in Serbien wieder ein bisschen mit Spiel so.
- 2:12:17Einfach weil das coole Sachen sind, das sind coole Weine, wo sich wahnsinnig viel tut, die aber total unterm Radar laufen.
- 2:12:24[Musik]
- 2:12:40Im Herzen des Barossa-Valleyes Südostrae entfaltet sich eine Geschichte, die von Resilient und Handwerklichen können geprägt ist.
- 2:12:48Es geht konkret um das Jahr 2020.
- 2:12:51Ein Jahr in die wir unvorhersehbare Natur, sowohl die Reben als auch die Winzer auf eine harte Probe stellt.
- 2:12:57Inmitten dieser Herausforderungen steht der Jalumba-Buschweingrenage.
- 2:13:01Ein Weide nicht einfach produziert, sondern erkämpft wurde.
- 2:13:05Das Barossa-Valley ist ein der renommiertesten Weinregion Australiens.
- 2:13:09Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln, die mit alten Böden bedeckt sind
- 2:13:13und ein Klima, das zwischen glühendem Sommer und Kühlenächten schwankt.
- 2:13:17Diese Bedingungen sind absolut ideal für Grenage.
- 2:13:21Eine Rebsorte, die ursprünglich aus Spanien stammt und sich im Barossa-Valley hervorragend akklimatisiert hat.
- 2:13:26Grenage oder ganache, wie sie in Spanien genannt wird, ist eine der vielseitigsten und am meisten angebauten Rebsorten der Welt.
- 2:13:34Grenage ist ein Überlebenskünstler.
- 2:13:36Ihre Ursprünge liegen im heißen, trockenen Klima Spaniens.
- 2:13:40Doch sie hat ihren Platz in vielen Regionen gefunden, von den Hügeln des südlichen Rohnetals bis zu den weiten Ebenen Australiens.
- 2:13:47Ihre dicken Schalen schützen sie vor intensiver Hitze und Trockenheit, während ihre tiefreichenden Wurzeln Nährstoffe und Wasser aus den verborgensten Schichten des Bodens ziehen.
- 2:13:57Diese Fähigkeit, in Extrembedingungen zu gedeihen, macht sie zur perfekten Rebsorte für Gebiete wie das Barossa-Valley.
- 2:14:05Wie schmeckt typischerweise ein Grenage?
- 2:14:08In jungen Jahren zeigen die Weine aus dieser Rebsorte Arom von roten Früchten wie Himbeere, Erdbeere und Kirsche.
- 2:14:14Oft begleitet und dermalt von würzigen Noten einem Hauch von ganz zarten Fähchen.
- 2:14:20Mit der Zeit entwickeln sich komplexere Aromen von getrockneten Kräutern, Lädern hin zu grösseten Nüssen.
- 2:14:26Ihre geringe Tanninstruktur und der moderate Säuregehalt verleihen ja eine zugängliche und weiche Textur.
- 2:14:32Doch Grenage ist mehr als nur Genuss im Glas für unbedarfte Weinträger, die keine Säure mögen.
- 2:14:37Sie erzählt die Geschichte der Böden, des Klimas und der Winzer, die sie pflegen.
- 2:14:41Jede Traube ist ein kleiner Triumph über die Elemente und ein Beweis dafür, wie Schönheit und Widerstandsfähigkeit Hand in Hand gehen können.
- 2:14:50Die Buschreben, die für diesen Wein verwendet werden, stehen wie knorrige Wächter in den Weinbergen.
- 2:14:56Die Buschreben sind ein Symbol für die Ursprünglichkeit und Widerstandskraft des Weibbaus.
- 2:15:00Ohne Unterstützung durch Drehde oder Fele wachsen sie frei in einer niedrigen, gugelförmigen Struktur, die sie vor Wind und Hitze schützt.
- 2:15:07Diese Form ist nicht nur ästhetisch, sondern funktional.
- 2:15:11Sie ermöglicht es den Reben, sich an extreme Klimabedingungen anzupassen.
- 2:15:15Und nicht zuletzt deshalb sind Buschreben besonders in heißen, trockenen Regionen wie den Barossa Valley in Australien zu finden.
- 2:15:21Die niedrigen Erträge sind natürlich purer Luxus, aber auch das Geheimnis.
- 2:15:26Denn die Reben konzentrieren ihre Energie auf wenige hochintensive Trauben.
- 2:15:30Und das Ergebnis sind Weine mit einer außergewöhnlichen Tiefe, Komplexität und Ausdruckskraft.
- 2:15:35Aber Buschreben erfordern viel Pflege und Handarbeit, da Maschinen in den dicht gepflanzen Weinbergen kaum einsetzbar sind.
- 2:15:43Doch die Winzer, die sich dieser traditionellen Methode widmen, wissen, dass die Mühe sich lohnt.
- 2:15:48Jede Rehe bis ein Zeugnis der engen Verbindung zwischen Mensch und Natur, eine Erinnerung daran,
- 2:15:53dass die besten Weine oft aus den herausfordernden Bedingungen stehen.
- 2:15:57Und einige von ihnen sind bereits über 100 Jahre alt.
- 2:16:01Doch zurück zum Jahr 2020 und dem fast aufopfernden Grenage Buschwein von Jalumba.
- 2:16:07Ein trockener Winter mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag legte den Grundstein für ein schwieriges Wachstum.
- 2:16:14Der Frühling kam mit unvorhersehbaren Wetterkapriolen, während der Sommer durchsängende Hitze und fast keinem Niederschlag geprägt war.
- 2:16:22Die Erträge pfähren auf ein Rekordtief, nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Jahrzehntwertes.
- 2:16:28Doch in dieser Knappheit hat ein paar Borgendes geschenkt.
- 2:16:32Die kleinen Bären konzentrierten ihre Aromen produzierten eine außergewöhnliche Fruchtqualität.
- 2:16:39Und nicht zuletzt ein Traditionshaus wie Jalumba versteht es mit einem solchen Ausnahmejagger umzugehen.
- 2:16:44Jalumba, gegründet 1849, ist das älteste Familiengeführte Weingut Australiens.
- 2:16:52Der Name Jalumba, ein Begriff aus der Sprache der Aborigines, bedeutet "das gesamte umliegende Land"
- 2:16:58und unterstreicht die tiefe Verbindung des Weingut zur Natur.
- 2:17:01Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt ihrer Philosophie.
- 2:17:04Chemikain werden im gesamten betrieblichen Ablauf absolut minimiert.
- 2:17:09Natürliche Häfen werden bevorzugt und die Biodiversität der Weinberge wird aktiv gefördert.
- 2:17:14In solche herausfordernden Jahren wie 2020 zeigt sich wie die Philosophie nicht nur den Wein bewahrt, sondern ihn außergewöhnlich macht.
- 2:17:22Die Trauben wurden natürlich von Hand gelesen, jede einzelne sorgfältig geprüft, um höchste Qualitätssicherheit zu stellen.
- 2:17:29Die Gärung erfolgt mit indigenen Häfen ein Prozess, der die Authentizität des Theroas bewahrt.
- 2:17:35Nach der Gärung wurde der Wein sechs Monate in gebrauchten französischen, ungerischen und amerikanischen Eichenfässern gereift.
- 2:17:43Die Verwendung von gereiften Holz erlaubt es, die Komplexität zu fördern, ohne die Fruchtigkeit zu übertönen.
- 2:17:48Das Ergebnis ist ein Wein, der jeden einzelnen Entwicklungsschritt und jede einzelne Gegebenheit,
- 2:17:55sei es der Traube, der Herkunft des Klimas oder des Stil des Hauses perfekt in sich vereint.
- 2:18:01Dieser Wein ist nicht nur eine Interpretation eines außergewöhnlichen Jahrgangs, es ist eine Legende, die auf ihren ersten Schluck wartet.
- 2:18:08Vielen Dank dafür.
- 2:18:10Und noch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.
- 2:18:15Die Grenze unterhalb von Dresden oder ist es bei dir eben auch in Richtung Mitteldeutschland, Norddeutschland, dann rüber nach Polen,
- 2:18:33ist das für dich interessant oder ist das dann für dich dann doch zu exotisch?
- 2:18:38Nein, gar nicht. Also ich meine so Konyon-Efi etc. Das sind alles Sachen, die finde ich wahnsinnig toll.
- 2:18:45Ich war ja auch zweimal schon auch bei denen, da habe ich mir das alles da angeschaut.
- 2:18:51Dann gibt es ja auch noch den anderen Typen, der auch da in Weingut hat, das habe ich vergessen.
- 2:18:56Walter?
- 2:18:58Genau, Walter gibt es und dann auch bei Konyon-Efi, die haben so eine Lage, das ist wie so ein Viteater und da ist noch ein anderer Winzer mit dabei.
- 2:19:04Das fällt mir ein, sag ich dir dann.
- 2:19:06Ja, ich lügt mal.
- 2:19:08Ja, genau, danke.
- 2:19:10Der Klaus.
- 2:19:12Und das sind Sachen, die ich auch wahnsinnig spannend finde.
- 2:19:16Ich muss halt immer gucken, wenn ich was einkaufen muss, ich muss auch loswerden.
- 2:19:20Und ich bin mir noch nicht sicher genug, dass der Kiez bereit ist für Konyon-Efi, jetzt oder andersrum, wie ihr noch nicht gesettelt genug sind,
- 2:19:27dass ich Sachen durchdrücke.
- 2:19:29Ich habe da Lust drauf, ich muss es aber halt auch verkaufen können, weil es ist ein neues Unternehmen, ich spiele hier mit Geld einfach, ich muss auch Sachen verkaufen
- 2:19:39und irgendwo muss ich halt die Gänse jetzt erstmal machen, aber es ist total im Bereich des Möglichen und vor allem auch im Bereich des Gewolten von mir.
- 2:19:47Wie gesagt, es sind halt einfach externe Faktoren, die mich dazu bringen zu sagen, ich kann das momentan noch nicht machen, aber es hört auf keinen Fall da auf.
- 2:19:55Es gibt ganz viel mit Bewusstsein zu tun, also Bewusstsein eben, was du sagst auch für den wirtschaftlichen Grund, den es einfach gibt.
- 2:20:04Und wo man auch sagt, das Unternehmen ist neu, was soll ich Sachen auch einkaufen, womit vielleicht jemand anderes auch nichts anfangen kann.
- 2:20:10Aber ich habe dir da gebrochen, Polen.
- 2:20:12Ja, alles gut, weil du hattest mich noch nach Polen gefragt.
- 2:20:15Lobuski, Lobelski, das sind die Weinregionen, also Cilunagora, quasi bei Dresden über die Grenze, da fängt ja diese ganze Weinregion an und dann gibt es auf der anderen Seite von Polen, an der ukrainischen Grenze auch noch Wein.
- 2:20:31Find ich alles spannend, aber nicht spannend genug, dass ich das jetzt als erstes wieder anschaffe.
- 2:20:37Ich habe tolle Weine probiert, die machen viel mit Pivis, weil es halt auch relativ kühl ist bei denen.
- 2:20:43Aber da kommen wir zu so einem Fall wie Wein aus dem Zillerteil, was wir vorhin hatten.
- 2:20:46Ich finde es gut, ich habe es probiert.
- 2:20:48Ich würde es jetzt aber so als Spielerei nicht einkaufen, weil dazu ist mein Budget zu knapp, als dass ich sage, ich kaufe mir jetzt da 6 Flaschen aus Polen, weil ich kann damit momentan nichts anfangen.
- 2:20:59Mh.
- 2:21:01Macht es Sinn, was ich sage? Also weißt du, das ist so, ich finde es toll, dass es das gibt, aber ich bin noch nicht überzeugt genug, dass ich sage, ich möchte das jetzt gerne machen.
- 2:21:10Vielleicht mal so ein Süßwein, die haben so ein Strohwein aus Sovignagri, weißt du, so sehr gezielt, eingesetzt und singulär dann betrachtet, macht das Sinn.
- 2:21:20Aber es wird jetzt nicht sein, ich finde es halt auch immer komisch, eine Position auf der Karte zu haben, das ist so verloren.
- 2:21:26Polen, eine Position, ein Weingut, das finde ich auch affig.
- 2:21:30Weißt du, das ist dann wirklich so wie gewollt und nicht gekonnt oder so stief mir natürlich behandelt.
- 2:21:34Ich finde, wenn dann brauche ich zwei Weingüter oder drei vielleicht sogar mit jeweils einem Wein, zwei Weinen, dass das ein bisschen was hermacht, weil ansonsten ist es wirklich so ein Flickenteppich irgendwie.
- 2:21:45Ich bin ganz stolz bei dir und spreche im Prinzip genau die gleiche Sprache.
- 2:21:49Ich habe auch gesagt, ich konzentriere mich mit Beinweinkarten lieber auf Sachen, die ich intensiv bespielen kann und muss nicht nur ein Wein aus Thailand, ein Wein aus China, ein Wein aus Brasilien, ein aus Bolivia, was auch immer mit auf der Karte haben oder eben Polen oder wie auch auch in Deutschland.
- 2:22:03Ich habe aber auch manche Weinbaugebiete ganz, ganz gravierend vermisst, dass ich mich eigentlich nie intensiv in Kroatien eingearbeitet habe, viel zu wenig Schweiz immer hatte, also da auch in den Gebieten zu bleiben.
- 2:22:14Zeigt aber eben auch, die Weinwelt ist groß und manchmal braucht halt alles seine Zeiten.
- 2:22:21Irgendwann ergibt sich irgendwas und man muss es.
- 2:22:24Aber apropos Welt, du bist jetzt zwar gerade neu angefangen im Restaurant, aber gebe es für dich mal so einfach keine Ahnung, als Daseh oder für einen Tag irgendein Restaurant, Laden, Weinladen, historisch oder aktuell, wo du gerne mal gearbeitet hättest oder reingesneaked hättest oder gucken würdest, wie die Wein leben.
- 2:22:43Also, es hat wirklich nichts fachliches zu tun. Ich würde mir gerne in so einen Laden gehen, wo Menschen sind, die wirklich aufs Geld scheißen.
- 2:23:01Weißt du so? Einfach mal das zu erleben, weil es ist so eine Welt, also das ist wirklich reiner Wojuryismus, wo du da bist und dann bestellen die dir einfach die Flaschen weg um die Tausende von Euros und dann werden die aufgemacht.
- 2:23:17Einfach, ich finde es total abstrus, gleichzeitig auch total spannend. Das ist jetzt total reiner Wojuryismus, aber das finde ich mal spannend.
- 2:23:25Was daran ist, wie die Menschen sich geben, ist es die Weine zu probieren, ist es die Marien Fliege zu sehen und schön mit gegelten Haaren oder welcher Teil daran wäre für dich das Reizvolle?
- 2:23:38Es ist reiner Egoismus natürlich auch, dann einfach die Weine zu probieren und gleichzeitig aber auch zu verstehen, ob es eine Schere gibt zwischen Geld und ich verstehe den Wein oder wird der DAC einfach bestellt, weil er bestellt wird.
- 2:23:57Weißt du, wir gehen über hin und sagen, wir trinken jetzt einen Ort, der kostet 80 Euro, das ist unser Go-to-Wein und für die ist es vielleicht der 8000 Euro Wein, für die ist der 30.000 Euro Wein dann so, das ist jetzt mal was Besonderes und das ist einfach so was ich total spannend finde, ist einfach so eine reine Erfahrung wert, den man mal mitmacht.
- 2:24:26Und ganz ehrlich, ich muss es kein Airso Space probieren, ich muss nicht alles probieren, was dann aufgemacht wird.
- 2:24:34Das muss ich, so amande Brignac, das müsste ich jetzt nicht probieren, dafür gehe ich, das wäre es mir nicht wert, aber zu Sachen zu probieren, die dann da aufgemacht werden und auch in was von der Frequenz, dass du weißt, es gibt Weine, die haben eine Verfügbarkeit X und da gehen jetzt irgendwie an einem guten Nachmittag vier Stück davon über den Tisch, so weißt du einfach so dieses, wo gehen die Weine?
- 2:24:55Wo gehen die Weine hin?
- 2:24:57Das finde ich schon spannend zu sehen.
- 2:25:00Und vielleicht auch zu sehen, welche Weinansprache du dort leben kannst oder wie die dort gelebt wird oder wie viel anders es ist, welche andere Welt oder wie manchmal doch interessiert oder desinteressiert der Weintrinker oder der Besteller oder der Gast, der Kunden dem Augenblick ist.
- 2:25:19Das kann, glaube ich, auch sehr reizvoll im Spiegel zu deiner Situation jetzt sein.
- 2:25:24Ja, also das ist so eine Sache, die sage ich mal jetzt überhaupt nichts fachliches zu tun hat.
- 2:25:30So rein vom fachlichen her.
- 2:25:34Ich bin, ich würde halt gerne einfach, ich weiß gar nicht, ob ich jetzt nochmal in ein Restaurant oder sowas würde.
- 2:25:48Ich würde wahrscheinlich gerne nochmal auf ein Weingut gehen.
- 2:25:52Also so, weil ich war jetzt ja im Nikolaihof.
- 2:25:54Am Nikolaihof für knapp ein halbes Jahr habe ich ja gearbeitet.
- 2:26:00Für dich auch immens prägend.
- 2:26:02Ja, ja voll.
- 2:26:04Natürlich kannst du das alles drauf schaffen und verstehst wie weingemacht wird, aber ich war da und dann war ich morgens um sieben, stand ich im Weinberg und dann abends um halb eins bin ich aus dem Kelterhaus gegangen.
- 2:26:17Also ich hatte nur den ganzen Tag, hast du entweder in der prallen Sonne gestanden, hast in der Hocke irgendwie Trauben geschnitten und nachts warst du im Arschkraten Kelterhaus und hast die Presse sauber gekehrt.
- 2:26:27Und das gibt die halt nochmal ein ganz anderes Verständnis und der Wertschätzung einfach für den Wein auch mit.
- 2:26:31Und das glaube ich nochmal zu machen, würde mich schon auch gefallen, preferably auch vielleicht abroad, wie man so schön sagt.
- 2:26:38Also auch mal gucken, wie machen die das in der USA.
- 2:26:44Einfach weil das ja auch nochmal ganz andere Sachen sind, so im Sonoma und ist aber auch nicht so 16% Kabinett, sondern eher so was kühleres, so was in die Richtung fände ich nochmal spannend.
- 2:26:55Weil die haben natürlich nochmal einen ganz anderen Zugang zu Wärme, zu Sonne, zu Hitze, als wir es jetzt in Europa zum Beispiel haben, glaube ich.
- 2:27:05Ist es für dich in deinem Empfinden muss, was jeder Somelier mal durchlebt haben muss, dass er ein Vierteljahr, ein halbes Jahr, irgendwann gut arbeiten sollte, um diese Seite kennenzulernen oder sagst du, nein, es war für mich ein schönes Ad-On, war gerade Corona und wir wollten das irgendwie dann machen oder es hat ja gerade gepasst.
- 2:27:20Wie siehst du das?
- 2:27:23Ja, ich, also ich möchte es nicht missen und ich würde es auch immer wieder so machen.
- 2:27:29Für mich sind aber andere Soms oder Someliers, ich würde jetzt niemandem sagen, du hast es nicht gemacht, deswegen, du kannst ja gar nicht mitreden, also das würde mir überhaupt nicht zustehen, das zu sagen.
- 2:27:41Weil, schau mal, dass ich das machen konnte, hat halt auch, bedeutet ja auch, dass ich war ungebunden, ich konnte mir das leisten, mehr oder weniger unbezahltet.
- 2:27:52Also das sind hier ganz viele Faktoren, die stimmen müssen, damit man das einfach mal so machen kann.
- 2:27:56Deswegen finde ich, es ist unfair, das andersrum zu formulieren, zu sagen, wenn du es nicht gemacht hast, bist du nicht vollwertig.
- 2:28:02Weißt du, was ich meinst, da gehört viel dazu, viel mehr als nur rein, die Lust.
- 2:28:08Aber das ist eine schöne Bereicherung, die man nicht missen sollte, was man machen kann.
- 2:28:14Ja, genau, wenn man es machen kann, dann sollte man das machen, weil ich finde, das ist ein integraler Teil unseres Jobs, dass wir Tag ein Tag aus den Leuten erklären, wie Wein gemacht wird.
- 2:28:22Und es ist halt schon cool, wenn man es mal gesehen hat oder vielleicht sogar selber mal da mit am Start war.
- 2:28:28Aber dass man dann, dass man das dann andersrum formuliert und sagt, man dreht jemanden ein Strick draus und sagt, du hast es nicht gemacht, ohne zu fragen, warum nicht.
- 2:28:37Also vielleicht ein Kind einfach schon gehabt oder keine Ahnung. Also man muss schauen, dass man, also es gibt ja so viele Gründe, die einen davon abhalten, dass man das dann finde ich nicht einfach so rumdrehen kann.
- 2:28:49Man muss es halt einfach nur ein gesundes Interesse haben.
- 2:28:52Ich meine, die Frage kannst du ja auch anders stellen. Inwiefern ist es wichtig, dass man als Sommelier, als Sommelier in seinem Frei immer auf Weingüter fährt?
- 2:29:01Weißt du, was ich meinst? Also ich habe jetzt zwei Wochen frei. Ich fahre nicht in die Wachau und gehe irgendwie oder ich fahre nicht in die Steiermark oder nach Franken auf ein Weingut.
- 2:29:08Ich mache Woche Sauna daheim im Fitnessstudium, melde ich mich an und dann bin ich in Berlin und streiche meine Wohnung.
- 2:29:15Man kann ja genauso daraus auch ein Vorwurf formulieren und sagen, hey du fährst jetzt nicht alle Zeit, die du hast irgendwie auf Weingüter und bildest dich weiter.
- 2:29:22Also muss man vorsichtig sein, was man immer sagt und was man macht, weil ich kann auch ganz gut abschalten mal ohne Wein.
- 2:29:29Verstehst du diese Analogie, dass ich damit sagen möchte?
- 2:29:33Ganz komplett, ja. Ich finde auch ein sehr vernünftiges Zeitgemessen, vor allen Dingen auch ein lebensbewusster Gedanken,
- 2:29:40dass man natürlich auch diese Balance im Leben braucht, um das andere mit der stetig starken Energie zu leben und leben zu können.
- 2:29:51Hast du sonst einen Ausgleich im Leben, also irgendwie Sport oder sonst was?
- 2:29:56Wo du sagst, also neben dem Wein, das gibt mir unglaublich viel.
- 2:30:00Ja Wein.
- 2:30:01Klar, du hast eine Freundin, aber...
- 2:30:04Ja, nein, aber es ist tatsächlich der Wein.
- 2:30:08Also ich habe jetzt keine...
- 2:30:13Ich habe jetzt kein Rennrad, was ja gerade so wahnsinnig unwohl ist.
- 2:30:18Ich habe mich ganz neu im Fitnessstudio wieder abgemeldet.
- 2:30:24Ich mache nicht viel, ich radle in die Arbeit.
- 2:30:30Das sind immer so acht Kilometer einfach.
- 2:30:34Jetzt im Winter ist es halt aber auch leidig.
- 2:30:38Ich habe jetzt nicht so den Ausgleich, dass ich sage, ich habe irgendwie eine Tätigkeit, die ich nachgehe.
- 2:30:46Ich genieße es, mein Ausgleich ist es wirklich damit, deine einfach auch mal daheim zu sein und einfach irgendwie,
- 2:30:54wie man in Frankreich sagt, den lieben, guten Mann sein zu lassen und nichts zu machen oder einfach so die Trautizweisamkeit zu genießen.
- 2:31:01Ich bin jetzt da nicht so, dass ich sage, ich gehe viel mal die Woche noch pumpen nach der Arbeit.
- 2:31:08Das habe ich früher gemacht im Horwart, weil das Fitnessstudio genau ging über und die hatten vielen Stunden offen.
- 2:31:14Jetzt bin ich aber halt mit...
- 2:31:15Die haben dich persönlich abgeholt.
- 2:31:16Ja, genau.
- 2:31:17Die haben geschaut, dass sie auch gehen.
- 2:31:21Der hat gesagt, kommst du dir auf jetzt?
- 2:31:23Ja, nein, da geht es jetzt nicht so das große Momentum, dass ich sage, das ist mein Ausgleich.
- 2:31:30Wie gesagt, ich bin froh, wenn ich mal die Schnauze halten kann und einfach nichts sagen muss.
- 2:31:34Das ist für mich Ausgleich auch.
- 2:31:36Er Film oder er Buchtyp?
- 2:31:38Ich wehr sau gerne einen Buchtyp, ich bin aber leider ein Filmtyp.
- 2:31:42Digital oder analog?
- 2:31:44Analog.
- 2:31:46Also ich habe gerne Papier in der Hand, ich kaufe mir ab und zu eine Zeitung und dann auch wirklich eine Zeitung.
- 2:31:57Wenn ich ein Buch lese, dann lese ich das auch wirklich physisch vor mir.
- 2:32:01Es gibt ja diese...
- 2:32:03Und das finde ich wirklich unsäglich, so Weinkarten auf iPads, zum Beispiel auch.
- 2:32:07Das finde ich auch ganz schlimm.
- 2:32:09Und auch da, es ist wahrscheinlich...
- 2:32:12Also was ich hier an Papier manchmal ausdruck, wie oft ich vor Exel verzweifle, dass das nicht richtig ausgedruckt wird.
- 2:32:18Alles, alles nehme ich in Kauf, bevor ich da so eine PDF auf dem Tablet habe irgendwie.
- 2:32:24Also und das ist...
- 2:32:26Zum Nationalen aus dem haptischen heraus und einfach das fühlen, was du...
- 2:32:29Ja, genau.
- 2:32:31Und dann ist dann Weinfleck auf der Weinkarte.
- 2:32:34Man muss immer aufpassen, manchmal wird die Weinkarte halt auch schnuddelig, dann muss man sie neu machen.
- 2:32:38Aber so ein bisschen Patina, finde ich, ist auch so der gute Ton.
- 2:32:42Deine Aufgabe nach Feierabend, Patina auf die Weinkarte machen, da verspritzt er drauf.
- 2:32:48Ja, verspritzt er drauf, genau.
- 2:32:50Aber also, das schaffen unsere Gäste auch sehr gut selber, weißt du?
- 2:32:53Erst einmal noch die Butterstule in der Hand und dann die Weinkarte.
- 2:32:56Na ja, dann hast du schon die ersten Patina, die ersten Fingerdacca da drauf.
- 2:33:01Ich muss sagen, Ysue, Elena, 20, finde ich, hat nochmal richtig aufgemacht.
- 2:33:05Richtig geil. Gefährt mir richtig gut.
- 2:33:07Finde ich auch gerade, ich habe nebenher immer reingerochen.
- 2:33:10Das ist ja auch mal diese Undankbarkeit, die wir selbst als Zommelis, als Fachleute vergessen,
- 2:33:15dass so ein Wein eine Anlaufphase braucht.
- 2:33:19Und wir haben die jetzt gerade, oder ich zumindest gerade aufgemacht, kurz vor dem Podcast.
- 2:33:24Ich auch.
- 2:33:25Und dass der aber so 20 oder 30 Minuten braucht, um sich langsam zu entwickeln,
- 2:33:29um eine gewisse Präsenz zu bekommen, um jetzt auch nach vier Jahren einzelhaft,
- 2:33:33die er in der Flasche hatte, dann neue Freiheit zu genießen, langsam aufzublühen.
- 2:33:38Und das dann auch zu erleben, das finde ich gerade, also darum ist Wein, was Wein ist, finde ich.
- 2:33:44Ja.
- 2:33:45Und das ist halt manchmal, was ein bisschen schade ist auch in unserem Job,
- 2:33:49wenn sich jemand eine Flasche Wein bestellt und die aber dann halt nicht die Zeit hat.
- 2:33:55Und dann finde ich, hat man immer so einen kleinen Gewissenskonflikt auch,
- 2:33:58weil klar, willst du eine Flasche Wein verkaufen?
- 2:34:01Gleichzeitig willst du aber auch sagen, du deb hättest mir das eine Stunde vorher gesagt,
- 2:34:05hättest mir das schon schön aufmachen können, weißt du?
- 2:34:07Also das ist, so jetzt zum Beispiel mit dem hier, ist halt ein super Wein
- 2:34:11und der braucht ja nicht lange, der bräuchte halt jetzt diese halbe Stunde auch in der Flasche von mir aus
- 2:34:15und der steht halt ganz anders da und wenn jemand herkommt und sagt, hey, am Anfang ich trink jetzt eine Flasche Weißwein,
- 2:34:21die machen wir jetzt auf und danach machst du mir schon mal die auf, halt super.
- 2:34:25Aber ja, das finde ich manchmal ein bisschen schade.
- 2:34:30Und das war bei mir in der Weinbahn noch krasser, weil da alle Weine innerhalb von 15 Minuten getrunken wurden, die bestellt wurden.
- 2:34:38Also da ist alles ja noch emotional und du hast nämlich diese zwei, drei Gänge Vorlauf.
- 2:34:43Da stand ich oft vor der Situation, wo ich dachte, boah, das ist eigentlich so super schade,
- 2:34:48dass der Wein jetzt sich die Präsenz hat oder dass er eben nicht das,
- 2:34:52weil die meisten Gäste werden den Wein in den ersten zwei Minuten und bearbeiten ihn dann kaum noch nach.
- 2:34:59Also man hat dann eine Meinung oder einen Empfinden für den Wein
- 2:35:04und wenn man die wenige nach einer halben Stunde hin und sagen, so wie du jetzt gerade auch, wow, toll was da passiert,
- 2:35:09kann man ein bisschen mit Gläsern arbeiten, man kann mit Dekanter arbeiten, aber es hält sich alles im Gewissen.
- 2:35:15Halt es nicht dichstens für dich Gläser, wenn du so ein Wein, also arbeitest du da mit Gläsern oder ist das...
- 2:35:21Oder nur mit Strohhelmen.
- 2:35:24Ich meine, mit einem zu gezwungen Gläser, um den jetzt in einer vermeintlich schwierigen Situation noch anders zu betonen,
- 2:35:31oder ist das für dich alles auch so ein bisschen zu überstrabaziert?
- 2:35:35Also einen, einen, einen, einen Schritt zurück, würde ich gerne noch kurz Bezug nehmen und zwar,
- 2:35:39ich finde auch, dass halt, aber das, was wir gerade besprochen haben, ist zumindest bei mir so,
- 2:35:44dass das ganz viel auch nur intern stattfindet bei mir, weil ich habe dann immer, also ich würde keine Schlaf in den Hunde wecken wollen.
- 2:35:50Weißt du, also vieles, was ich mir jetzt denke, so Mensch, der Wein, der bräuchte vielleicht noch eine halbe Stunde,
- 2:35:58das passiert bei mir drin, wenn die Gäste den Wein abnehmen, dann ich, also das mag bis unfair sein,
- 2:36:04aber ich würde, ich hätte dann eher schiss, dass ich mir dann selber ins Knie schieße und dann schlafen den Hunde weg, weißt du?
- 2:36:10Und das ist so ein bisschen die Überleitung ist auch zu den Gläsern.
- 2:36:14Und auch da ist es so, dass, also wir haben von Zwiesel diese Fusion, also der, der am Mund geblasene Stil und die Maschine gemachten Kälche
- 2:36:29und dann haben wir Zaltobugund und Universalgläser.
- 2:36:33Und da, ich komme eigentlich mit den, ich finde fast diese Burgunder Universalgläser, Burgunder Fusion von Zwiesel, ich weiß nicht,
- 2:36:44ich kass' du die vor Augen, die sind so ein bisschen schmaler, die schauen fast aus wie die Bordeaux Gläser von Zalto, also auch dieses Schmalere
- 2:36:53und die finde ich eigentlich richtig stark, muss ich sagen. Die Burgunder Gläser von Zalto finde ich schon sehr, sehr groß,
- 2:36:59also die machen schon auch viel mit dem Wein, aber manchmal verliert es sich der Wein da auch.
- 2:37:04Und für unsere Gäste und Gäste, da gibt es die Universalgläser oder die Burgunder Gläser.
- 2:37:09Meistens.
- 2:37:11War das wichtig für dich bei der Auswahl? Also, kannst du auf die Auswahl Einfluss nehmen oder war nicht schon da, als du kamst?
- 2:37:17Nein, Janin und ich haben uns da zusammen hingesetzt und haben uns überlegt, okay, welche Gläser nehmen wir?
- 2:37:23Ja.
- 2:37:24Dann hat man noch ein Spiegelauglas da, also da haben wir uns schon ein bisschen was überlegt.
- 2:37:30Die Fusion Gläser habe ich auch eh in den Ring geworfen, also die, die war das wahr, ich habe die mal verkostet schon vorher
- 2:37:35und fand die, fand die gut und dann haben wir uns da so ein bisschen darauf geeinigt, ja.
- 2:37:40Also ich finde, ich bin da sehr zufrieden mit der Gläser Auswahl und ich meine, es geht natürlich wenig kaputt,
- 2:37:48für Leute, die jetzt hier zuhören, aber wenn man so ein Fusion Gläser kaputt geht, dann ist halt auch nicht gleich irgendwie alles im Arsch,
- 2:37:56bei so einem Zaldo schon eher.
- 2:37:58Das ist schon auch charmant.
- 2:38:00Ja, dass das Inkant von einem Tisch dann mehr oder weniger durch.
- 2:38:04Also es ist auch eine Sache, die man durchaus mit einkalkulieren sollte, aber mit einem gewissen Bewusstsein
- 2:38:11und ich finde, es ist so viel mehr wert am Tisch, wenn man eben auch solche Gläser mit einsetzt.
- 2:38:17Ja, auf jeden Fall.
- 2:38:19Weil die inflationär, aber punktuell ist das schon schön.
- 2:38:21Ja, natürlich.
- 2:38:22Oder weißt du, wenn sich dann jemand eine Flasche für 250 Euro raussucht oder noch mehr,
- 2:38:27in meinem Bugund geht es ja auch immer dann schön nach oben schnell, dann finde ich schon auch cool, wenn ich da einfach dann,
- 2:38:34ich meine, am Ende, so wie ich das jetzt sage, merke ich auch, dass es aber halt rein um mein Selbstempfinden geht,
- 2:38:43weil die Gäste teilweise sagen, sie finden die Gläser, die wir haben viel, viel schöner, also die Zwiebelgläser,
- 2:38:47viel, viel schöner als die Zaldo.
- 2:38:49Weißt du, auch da geht es dann irgendwie, wenn ich, jetzt habe ich gerade festgestellt, dass ich das so ausgesprochen habe,
- 2:38:54eigentlich am Ende geht es um mich, weil ich gerne diese schöne Gläser dahinstehen möchte,
- 2:38:58der Gast, der Gäste am Ende ist es wahrscheinlich wurscht.
- 2:39:02Oder zumindest anders in der Wahrnehmung.
- 2:39:07Ist verrückt.
- 2:39:08Wird sich selbsterkennendness schauen.
- 2:39:10Ja, also man, weil ich glaube, es ist solange man ein gewisses Grundbewusstsein hat, also solange die anderen Gläser,
- 2:39:14die du dahin stehst, nicht auch schrott sind.
- 2:39:17Ja, ne, klar, genau.
- 2:39:18Und wenn die Bahnhausgläser sind, da ist es, wenn das ein akzeptables Equalent ist, dann macht das Sinn.
- 2:39:23Ja, naja, gibt es für dich ein schönstes und schlimmstes Sommelierlebnis, was du...
- 2:39:30Ich habe immer einen Gast mit einer Weinflasche abgeschmissen.
- 2:39:33Nein!
- 2:39:34Wie denn das?
- 2:39:36Das war noch im Horvat.
- 2:39:38Flasche Nikolajhof, dann habe ich die so ganz lässig in meiner Hand drehen wollen,
- 2:39:42weil sie so mit Schwung einmal auf der Handfläche dreht und dabei ist sie mir halt ausgekommen.
- 2:39:47Ah, krass!
- 2:39:48Und einmal den Gast an Stuhl geknallt.
- 2:39:50Mit einem Ball.
- 2:39:51Nein!
- 2:39:52Ja, das war mein schönstes Erlebnis, wart ihr auf das schlechteste.
- 2:39:57Zumindest ist es ein prägendes Erlebnis, ja?
- 2:40:04Ja, ja, das war auch krass.
- 2:40:05Ja, das war auf jeden Fall...
- 2:40:07Und ich bin ja eh so von der Persönlichkeit her eher, sag ich mal, raumfüllend, was so die Lautstärke etc. angeht.
- 2:40:14Aber dann habe ich wirklich All-Ice-On-Mie gehabt.
- 2:40:17Aber zum Glück wurde das dann...
- 2:40:21Ich habe mich dann ganz ordentlich verbeugt vor allem, habe mich bedankt für die Vorstellung und dann habe ich einfach weitergemacht.
- 2:40:27Cool, wenn man es lösen kann.
- 2:40:28Ja, genau, es war schon aber nicht so geil.
- 2:40:32Und schönstes, sommerlich, schönstes, sommerlich, Erlebnis...
- 2:40:36Ich... also das zahlt so ein bisschen auf ein, auf dieses emotionale Ding, was ich vorhin hatte.
- 2:40:43Wenn Gäste vor mir sitzen und einfach sagen, eigentlich die schönsten Erlebnisse sind die.
- 2:40:50Ich habe eine Begleitung verkauft, die Gäste kommen.
- 2:40:53Ich stelle ihnen das Glas hin, die schauen mich an, sagen, das zaufe ich nicht.
- 2:40:59Und dann sage ich, hey, wir können es ja doch einigen, es ist eine Begleitung vielleicht.
- 2:41:05Der Gedanke ist ja der Wein zum Essen.
- 2:41:07Und dann kommt das Essen und danach sagen die so, weißt du was, ich trink den Wein davor nicht, ich trink den Wein nach dem Essen nicht,
- 2:41:13aber zum Essen hat es richtig gut gepasst.
- 2:41:15Das sind für mich... dafür stehe ich auf, weißt du?
- 2:41:18Das finde ich einfach sauschön, wenn das hergestellt werden kann.
- 2:41:22Und vor allem auch, wenn die Gäste, wenn die Gäste einen Gast sein können.
- 2:41:28Also das gehört ja auch eine gewisse Leistung dazu, ein Gast sein zu können.
- 2:41:32Weil wir können uns ein Abhampeln, wie wir wollen, wenn die Gäste sich oder die Gäste sich querstellen,
- 2:41:37dann haben wir halt auch keine Chance.
- 2:41:39Und wenn das so aufeinander trifft, da geht man das Herz auf.
- 2:41:44Also das finde ich einfach so schön und dafür trete ich halt an, weißt du?
- 2:41:50Das finde ich toll.
- 2:41:54Hast du noch Ziele und Wünsche, die du in Zukunft leben möchtest, machen möchtest, dir wünscht, vorstellst?
- 2:42:03Also ruflich.
- 2:42:06Wie für die Zeit jetzt gerade ist es so?
- 2:42:15Oder ich fang ein bisschen früher an. Im Horvat bin ich ja quasi reingestartet als mehr oder weniger kleines Licht.
- 2:42:25Und dann waren die letzten drei Jahre ja im Horvat relativ erfolgreich.
- 2:42:30Und ich muss feststellen, ich habe da schon eine gewisse, eine gewisse, sage ich mal, ein gewissen Ehrgeiz entwickelt,
- 2:42:42daran anzuknüpfen. Also sprich, die Weinkarten reich ich ein irgendwo.
- 2:42:48Also ich bin ja schon auch getrieben von so einem gewissen Erfolgsdruck, den ich mir selber auferlege.
- 2:42:53Das ist auf jeden Fall ein Ziel da einfach am Ball zu bleiben.
- 2:42:57Dann habe ich den Ansporn auch eine Weinkarte zu haben, unabhängig davon, ob sie primiert wird oder nicht,
- 2:43:06einfach nicht das auszuschenken, was alle ausschenken.
- 2:43:10Und es soll jetzt gar nicht so sonderlingmäßig klingen, sondern klar habe ich den Chianti Classico auf der Karte,
- 2:43:16klar habe ich Burgund auf der Karte, aber ich will nicht stehen bleiben, ich will kleine Winzer*innen mit auf der Karte haben.
- 2:43:23Aber so, dass sie halt auch verkauft werden können.
- 2:43:26Und ich habe jetzt gar nicht diesen altruistischen Aspekt, ich sage ich will die unterstützen,
- 2:43:32sondern ich will die auf der Karte haben, weil ich es cool finde, wenn man eine Karte hat, die hat vielleicht mal links und rechts schaut.
- 2:43:37Das ist aber ein Anspruch, den ich an mich und an meine Weinkarte so ein bisschen auflege,
- 2:43:42weil ich finde, dass es das spannend macht, weil so wird eine Weinkarte spannend.
- 2:43:48Klar kann ich, und habe ich auch, du gehst zu wie natürlich, du gehst zu schlummer, du hast die ganzen Weinhändler*innen,
- 2:43:56die haben geile Weine, ein geiles Portfolio und da kaufst du ein, ohne Frage.
- 2:44:00Aber dann zu sagen, man nimmt sich mal die Zeit, das ist ja das schön geistige, am Weinkarte schreiben finde ich,
- 2:44:05dass man sich hinsetzt und sagt, okay, was gibt es, was habe ich mal wo gesehen?
- 2:44:09Schreibe ich eine Winzerin selber an.
- 2:44:12Ich habe vor 10 Jahren ein Wein getrunken, da habe ich mir gesagt, wenn ich eine Weinkarte schreiben darf, dann nehme ich die mir drauf, dann schreibst du die an.
- 2:44:18Das sind so Sachen, das sind halt so Ziele, oder das finde ich ganz, ganz spannend, das macht es halt so schön geistig, sage ich mal.
- 2:44:27Alles halt eingebettet in den normalen Abfarkt von Alltag, den wir alle leben, aber so.
- 2:44:32Das ist halt was, was ich sehr spannend finde.
- 2:44:35Und als nächstes ist es natürlich auch so, dass ich mich entschieden habe, aus dem relativ gesettelten Horvat zu gehen und jetzt in einem, sage ich mal, Startup mitzumachen.
- 2:44:47Das heißt, das ist jetzt die vierte Monat, irgendwie, den wir offen haben.
- 2:44:50Es ist schon auch mein Ziel, alles dafür zu tun, dass wir in einem Jahr auch noch hier im Matze Essen und Trinken vertitschen können.
- 2:44:58Also, ich will schon, ich sehe mich schon als ein Teil, der dafür verantwortlich ist, dass das Matthias funktioniert.
- 2:45:05So habe ich es mir gewünscht, so habe ich es versucht, mir vorzustellen und genau so war er.
- 2:45:16Vielen Dank, lieber Michi.
- 2:45:18Vielen Dank, dass du heute da warst, vielen Dank, dass du unser Gast warst, vielen Dank, dass du genau so bist, wie du bist, so authentisch, so Heimat verbunden, so Natur verbunden,
- 2:45:26so verbindlich so du selbst.
- 2:45:28Ein Erlebnis, solche Menschen in unserer Branche, in unserer Zunft zu haben.
- 2:45:32Vielen Dank, dass du heute unser Gast warst.
- 2:45:34Noch ein ganz großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten, fürs Beihundzeiten, jetzt auch im neuen Jahr, fürs Kommentieren in sozialen Medien, für die Nachrichten, für die Bewertungen.
- 2:45:45Einfach, dass ihr bei uns seid.
- 2:45:47Vielen, vielen Dank für euch.
- 2:45:48Und noch ein großes Dankeschön an unserem Partner, der Schlumbeckergruppe.
- 2:45:53Mit den Handelshäusern Segnetz, Konziowini, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg.
- 2:45:59Dank ihrer händischen und wirtschaftlichen Unterstützung.
- 2:46:02Es ist möglich, dieses Projekt ein weiteres Jahr durchzuführen.
- 2:46:06Vielen lieben Dank dafür.
- 2:46:08Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:46:12Und ich freue mich auf die kommende Woche und ich freue mich auf den großartigen Stefan Steinheuer.
- 2:46:17Ist das wirklich ein Tomy?
- 2:46:19Nein, aber das hat seinen Grund.
- 2:46:22[Musik]
- 2:46:35Mein Name ist Gabriele Husson-Ether und ich bin Inhaberin der mobilen Kochkunst, kurz genannt MOKO in Nürnberg.
- 2:46:42Ich habe die MOKO vor ca. 30 Jahren gegründet, eine Kochschule in der Kochkursestadt finden, in der Feiernstadt finden und Geburtstage, Hochzeiten.
- 2:46:55Und Samstagmittag, ganz besonders, tippsens lunch zwischen 12 und 15 Uhr, der sehr begehrt ist,
- 2:47:02weil viele Leute vor allen Dingen Stammkunden bei mir in der Küche sitzen können und uns beim Kochen zuschauen können.
- 2:47:09Das Besondere an der MOKO ist, dass ich von Anfang an mit guten Lebensmitteln gekocht habe und immer noch koche.
- 2:47:17Ich lege großen Wert auf saisonale Produkte, auf regionale Produkte.
- 2:47:21Ich habe einen Demeter Gemüsebauern an meiner Seite, ein Benediktiner-Closter, das mich mit Fleisch beliefert, zwei Jäger.
- 2:47:30Und ich koche sehr gerne auch Frankisch, weil ich meiner fränkischen Heimat sehr verbunden bin.
- 2:47:36Natürlich habe ich auch eine Leidenschaft für Wein entwickelt.
- 2:47:39Wir haben in Nürnberg auch einen bekannten Weinhändler, den Martin Köstler von der K&U-Weinhalle, den viele kennen,
- 2:47:47der schon immer sehr visionär unterwegs war und von dem ich viel lernen konnte.
- 2:47:52Und in diese Welt ist auch der Michi Stihl eingetaucht.
- 2:47:57Michi kam zu mir, da war er 17, jetzt ist er 34.
- 2:48:03Wir kennen uns schon sehr lange und aus einem ehemaligen Mitarbeiter ist ein sehr guter Freund von mir geworden.
- 2:48:10Mit Michi habe ich sehr viele Reisen unternommen, aber dazu später.
- 2:48:15Michi kam als Teenie zu einem Kochkurs zu mir mit 17 und wir waren beide Blitzverliebt.
- 2:48:23Er fragte seine Mama, was muss ich machen, dass ich bei der Frau Husseneth mal arbeiten könnte.
- 2:48:29Und dann hat die Mama Stihl gesagt, du Michi, wenn du die Frau Hussenetha nicht fragst, wirst du es nie erfahren.
- 2:48:35Und so hat sich Michi ein Herz gefasst und mich gefragt und ich habe ja gesagt.
- 2:48:41Michi wusste zu der Zeit mit 17, dass es Rotwein gibt, dass es Weißwein gibt, aber sonst nicht viel.
- 2:48:49Aber ich habe sofort entdeckt, er hat wohl so ein Fable für diesen Stoff.
- 2:48:54Und dann habe ich Michi vorgeschlagen, weil wir damals zu dieser Zeit sehr viel Riesling aus der Mosel getrunken haben.
- 2:49:01Wir machten doch mal einen Ausflug zum Heimann Löwenstein an die Mosel.
- 2:49:05Michi war sofort dabei, wir saßen bei Reinhard in der Stube und Michi hat kein Wort gesprochen.
- 2:49:13Er hat beide Ohren aufschrafen gestellt, alles in sich aufgesaugt.
- 2:49:17Wir waren bei Clemens Busch und wir hatten eine wundervolle Zeit.
- 2:49:22Und da hat es bei Michi das erste Mal richtig Schnack gemacht.
- 2:49:26Und seitdem waren wir dann in Franken unterwegs, im Burgenland, beim Taubenkugel.
- 2:49:32Michi trinkt nicht nur sehr gerne, sondern er ist auch sehr gerne und ich natürlich auch.
- 2:49:39Ich habe mich nach Wien geschleppt zum Konstantin Philippow.
- 2:49:43Wir waren im Steireeckessen, wir machten mal einen Ausflug nach Covert, zu Anna Rosz, nach Slowenien.
- 2:49:51Da sind wir dann in diese Naturweinwelt eingetaucht, alles schon ein bisschen länger hier.
- 2:49:57Und ich muss sagen, ich verreise ihn mit Michi wahnsinnig gerne, weil er die Höflichkeit pur ist.
- 2:50:04Wenn man so als ältere Dame mit Michi verreist, wird einem im Auto die Tür aufgehalten, der Mantel aufgehalten.
- 2:50:12Er ist ein wahnsinnig zuvorkommender Mensch.
- 2:50:15Und diese Höflichkeit findet man vielleicht nicht mehr so an jeder Stelle.
- 2:50:21Michi macht das auf ganz natürliche Weise, also nicht steif, sondern immer locker.
- 2:50:27Und wir hören bei der Weise, wir auch immer sehr gerne laute Musik im Auto.
- 2:50:31Und wir haben immer eine gute Zeit.
- 2:50:33Ich kann mich gar nicht erinnern, dass es mal große Konflikte zwischen uns gab.
- 2:50:38Und eines Tages gab es mal eine Fahrt ins Forsthaus Strelitz, das werden sicherlich auch viele Zuhörer kennen.
- 2:50:47Michi war damals beschäftigt, also ich habe es jetzt vergessen zu erwähnen.
- 2:50:53Michi ging dann von Nürnberg zur Ausbildung ins KDW und lernte eigentlich was ganz anderes, was nichts mit Essen und Trinken zu tun hat.
- 2:51:02Und so ging sein Berufsweg eigentlich weiter und landete daran in so verschiedenen Start-ups.
- 2:51:10Und hatte mit Essen und Trinken sehr wenig zu tun oder gar nichts.
- 2:51:14Und auf einer Fahrt ins Forsthaus Strelitz saß er so neben mir, völlig nervöser, Zappelfellipp,
- 2:51:21und erzählte mir von irgendwelchen Provisionen und Pipa Pro.
- 2:51:26Ich habe alles nicht verstanden und da platzte mir, ich kann mich noch genauer erinnern, irgendwann der Kragener.
- 2:51:31Ich sagte Michi, du musst jetzt einfach aufhören mit diesen Start-ups und das tun, wofür dein Herz brennt.
- 2:51:38Und zwar, du musst dich mit Sachen Wein beschäftigen.
- 2:51:40Geh nach Kalifornien, geh nach Südafrika, anyway, geh nach London, du sprichst super Englisch, kein Problem, lern da was
- 2:51:49und mach aus deinem Weinwissen was und aus deiner Leidenschaft.
- 2:51:53Ich habe ihm da immer sicherlich auch ein gutes Vorbild gegeben, weil ich auch mir das Kochenautodidaktisch angeeignet habe
- 2:52:01und meine Leidenschaft mich mein ganzes Leben lang getragen hat.
- 2:52:07Und ja, ich bin der glücklichste Mensch ausgeglichen, weil ich das tun kann am ganzen, den ganzen Tag,
- 2:52:17was mir zu 100 Prozent zu meinem Naturell passt und stimmt.
- 2:52:21Und das habe ich mich hier auf den Weg gegeben.
- 2:52:25Ich habe das verstanden, aber zu dem Zeitpunkt weiß ich nicht, auf jeden Fall habe ich ein paar Tage später angerufen,
- 2:52:30sagt er mir, du Gabylern, Gabylern, die haben meinen Vertrag nicht verlängert und ich bin ab übermorgen arbeitslos.
- 2:52:38So, Punkt.
- 2:52:40Ja, und dann habe ich gesagt, du, dann kommst zurück in die Moco, wir finden was und du kannst bei mir arbeiten.
- 2:52:46Ich bin happy, wenn du bei mir arbeitest und wir finden was und ich setze mich mit dem Martin Köstler in Verbindung, der wird was machen.
- 2:52:57Und ja, so kam es dann, dass mich dann 20, oh, ich weiß gar nicht mehr genau, was 18 oder 19 zurück in die Moco kam
- 2:53:06und mich hat dann zum Beispiel Sunday Sessions initiiert.
- 2:53:11Sonntag haben wir alle Restaurants zu und was machen Leute, die gerne trinken und essen,
- 2:53:18so an einem verregneten Sonntag Nachmittag im Winter Deutschlands zwischen 14 und 18 Uhr einzüffeln.
- 2:53:26Und mich hat das organisiert, hat mich dazu fast nicht gebraucht und hat Leute eingeladen und irgendwann waren 150 Leute in der Moco mit ein bisschen Music
- 2:53:37und er hat zwischen 14 und 18 Uhr Gas gegeben, wir haben unendlich viele Flaschen Wein verkauft
- 2:53:43und alle hatten einen guten Sonntag Nachmittag, so was macht mich ihm.
- 2:53:47Und er kann aber nicht nur Wein verkaufen, sondern er kann auch Gäste betreuen, er kann Freude und Spaß vermitteln, er zeigt Interesse am Kochen, er kann das Essen erklären
- 2:53:59und vor allen Dingen er kann halt auch einen Geschmack entwickeln beim Wein, er kann sich den Jahrgang merken bei der Verkostung,
- 2:54:08er kann den Abspeichern, das ist unglaublich, das kann ich so nicht, aber deswegen ist Michi somelier geworden.
- 2:54:16Und Michi ist natürlich auch durch seine Körpergröße und seine ja laute, nicht unangenehme, aber doch laute Sprache
- 2:54:25einfach auch nicht zu übersehen, wenn der den Raum betritt, ist er einfach präsent.
- 2:54:32Aber Michi ist auch extrem zuverlässig, ein Mitarbeiter, den man sich als Arbeitgeber nur wünschen kann, er ist pünktlich, er sich für nichts zu schade, er kann super putzen, by the way.
- 2:54:48Er sieht auch, dass die Tür klingelt vielleicht noch, bevor die Gäste kommen, mal drüber gewischt werden muss, also was, das ist ein unschätzbarer Vorteil neben dem Weinkenntnis, was sich Michi jetzt nun angeeignet hat.
- 2:55:04Und so wünsche ich Michi, dass er letztendlich weiterhin zu Glück hat, er ist dann im Horwart gelandet, nach der Corona-Zeit wollte er einfach wieder zurück aus dem pifischen Nürnberg in das wunderbare Berlin und ist dann im Horwart gelandet.
- 2:55:22Und vom Horwart, das wisst ihr ja alle, fängt er jetzt an, in Matthias das hoch zu ziehen, ich bin sicher, dass es Michi und all den anderen, die das sind, glückt.
- 2:55:33Ich selbst war noch nicht da, ich werde bald im Frühjahr Marlin reisen und mir selber ein Bild machen und ich freue mich auf weitere Reisen mit Michi, was er könnte ja mein Sohn sein und es ist trotzdem immer eine wahnsinnig gute Kombination.
- 2:55:50Ja, lieber Michi, ich habe das für dich gemacht, ich hoffe, dass dein Podcast viele Zuhörer bekommt und ich hoffe dich auch bald zu sehen.
- 2:56:01Busy Baba sagt der Michi immer am Schluss, Busy Baba, sagt ich, Gabriele Hosen-Ether, Mogo.
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