Latest / SOMMELIER / Thomas Sommer - Das „Perpetuum mobile“ der Weinszene
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- 0:00Hallo, ich bin Nils Henkel, Küchenchef im Bootshaus in Bingen im Papareinhotel.
- 0:17Zuvor war ich viele Jahre im Schloss Hotel Leerbachenberg, Schlattbach tätig und dort
- 0:21habe ich Thomas Sommer kennengelernt.
- 0:23Thomas war zuerst Sommer hier und wurde später auch gleichzeitig Restaurantleiter
- 0:26und für mich wurde er damit der wichtigste Sparingspartner in unserem Restaurant.
- 0:30Und aus unserer Zusammenarbeit wurde schließlich auch eine Freundschaft, die uns nach wie
- 0:34vor verbindet.
- 0:35Thomas hat ein fantastisches Weinwissen und ist ein ganz toller Gastgeber.
- 0:39Und er hat großartiges Gespür, dafür den richtigen Wein zum entsprechenden Gang zu
- 0:43finden.
- 0:44Dieses Perfect Match zu entdecken war immer sein Antrieb und für mich ist es eine der
- 0:48wichtigsten und spannendsten Aufgaben überhaupt in unserem Business.
- 0:51Ich liebe die Verbindung von Wein und Essen und ich habe in der gemeinsamen Zeit mit
- 0:55Thomas ganz ganz viel von ihm über Wein gelernt.
- 0:58Auch als wir anfingen über alkoholfreie Alternativen zu Weihnachten, zu denken und
- 1:02zu experimentieren, war Thomas nicht nur offen dafür, sondern auch Feuer und Flamme,
- 1:07gemeinsam etwas Neues zu entdecken.
- 1:08Und natürlich ist Thomas auch ein ganz großer Fußballfan, der auch immer ein Livestream
- 1:13im Office am Laufen hatte, aber diese Leidenschaft konnte ich nie so ganz teilen.
- 1:16Als Thomas die Gastroland verließ und in den Handel ging, empfand ich das zwar als
- 1:21Verlust für unser Restaurant und für unsere Gäste, aber wir haben uns nicht aus den Augen
- 1:25verloren.
- 1:26Wir sehen uns mal privat, mal beruflich, arbeiten hier und da zusammen und was für
- 1:29mich sehr schön ist, dass ich mich auch immer in Sachen Wein an Thomas wenden kann.
- 1:33Und Thomas hat immer den richtigen Rat oder die passende Idee für mich und dafür bin
- 1:37ich ihm sehr dankbar.
- 1:38Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Munchenke
- 2:04unserer Zeit.
- 2:05Mein heutiger Gast ist Thomas Sommer.
- 2:07Heute im Weinmarketing und im Vertrieb bzw. als freier Sommelier, als Moderator und
- 2:12schlichtweg als Weinfachmann tätig, führten ihn seine beruflichen Wege durch namhafte
- 2:17deutsche Sterne Restaurants, wie dem Carousel, der Bühler Residenz, der Quartriga im Brandenburger
- 2:23Hof, der Villa Hammerschmiede, Exkursen zu keinem geringeren als Alain Ducasse im Paris
- 2:28und nach England, bevor er bei Dieter Müller und später Nils Henkel im Schlosshotel Lehrbach
- 2:34über fünf Jahre die Position als Chef Sommelier bzw. Mähtre in einem der großartigsten Restaurants
- 2:40Deutschlands belegte, mit Sicherheit, einer seiner wichtigsten Positionen und doch nur
- 2:45ein Punkt in der großartigen Liste seiner Erfolge.
- 2:48Vierfacher Sommelier jedes Jahres beim Gourmillon, beim Best of the Best Award, der Chefssache,
- 2:53bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und als Sonderpreis der Kulinarischen Auslese.
- 2:57Mehrfacher erste Plätze bei Wettbewerben als bester Sommelier Deutschlands bei der Sommelier
- 3:02Trophy.
- 3:03Bei der Trophy Baron Philipp de Rothschild, bei der Trophy Relay Chateau und bei der Schäne
- 3:07Rottersdirk Sommelier Competition sowie die Teilnahme an der Europa und der Weltmeisterschaft
- 3:12in Tokyo.
- 3:13Und dennoch ist da eines, was mich am meisten beeindruckt an Thomas Sommer.
- 3:18Neben all diesem Erfolg, neben all diesen Auszeichnungen ist da so viel Mensch und ich
- 3:23bin sicher, dass er uns das gleich führen lassen wird.
- 3:26Doch bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner
- 3:30der Schlumberger Gruppe, den Handelshäusern Segnetz, von Sio Vini, Schlumberger und dem
- 3:34Privatkundenportal Bremer Weinkolle für die händische und wirtschaftliche Unterstützung
- 3:39aufs allerherzlichste bedanken.
- 3:41Dank Ihnen ist dieses Projekt möglich.
- 3:43Vielen lieben Dank dafür.
- 3:44Und somit bin ich über die Maßen glücklich, Ihnen als Gast hier zu haben.
- 3:48Herzlich willkommen, lieber Thomas!
- 3:50Warte mal!
- 3:51Was?
- 3:52Warte mal, warte mal, warte mal!
- 3:53Wie bitte?
- 3:54Bevor ihr hier sabbelt und sabbelt, muss ich mal noch kurz Danke sagen.
- 3:58Heimlich wird der Peter hier aus Golds im schönen Bogenland in Österreich.
- 4:02Ich hab meine ersten kleinen Fußstapfen auf dem Pfad der ernsthaften Summlerie hinterlassen
- 4:08dürfen, als ich mit Thomas in Leerbach vier Jahre das arbeitsträchtige, doch zweifellose
- 4:15Vergnügen hatte zu arbeiten und kann, glaube ich, mit Fug und Recht sagen, dass ich zu
- 4:19dieser Zeit sein Padawan war.
- 4:21Ich möchte keinen Tag davon missen, weder die Anstrengenden noch die Wunderschönen.
- 4:28Wir haben quasi gefühlt, jedes Wochenende eine Weintour gemacht, sind zu Fachverkostungen,
- 4:32das es geknallt hat und das beeindruckendste daran, auch nachhaltig und rückblickend,
- 4:39ist, dass ich nicht einfach nur mitgenommen wurde, sondern ich wurde immer jedem vorgestellt.
- 4:44Ich wurde von Beginn an für voll genommen, nicht nur mitgenommen, ermutigt, zu hinterfragen,
- 4:50die Neugier wurde stets belohnt, die Stimme gehört und das Fragen auch ermutigt und zu
- 4:56Schätzen gewusst und das wurde die Stimme auch eines jeden bis hin zum Azubi im Schloss
- 5:01Hotel Leerbach von ihm gehört, wenn gleich allen klar war, wer der Silberrücken ist
- 5:07und ich spreche nicht von Andre Thoman.
- 5:09Das war sehr, sehr viel wert und ich werde nie wieder in meinem Leben so viel in so kurzer
- 5:14Zeit lernen, wie in diesen vier Jahren, wo ich ihn in der Vorbereitung begleiten durfte
- 5:19für Wettbewerbe, größtenteils seinerseits, ein bisschen meinerseits, die Vorbereitung
- 5:24für seinen Advanced, alles was ringsherum war, hat mir sehr viel mitgegeben und da bin
- 5:31ich sehr dankbar dafür.
- 5:32Er ist immer ein fairer Kollege und vor allem auch damals eben Chef gewesen, ziemlich putzig,
- 5:37wenn er mal sauer wird, weil dann kommt der Sachsel in der Sprache voll zum Vorschein,
- 5:42da ist er richtig putzig.
- 5:44Er ist ein treuer Freund und wie alle, die ihn kennen, wissen ein sehr ehrgeiziger Typ.
- 5:50Das wird er sich auch nie nehmen lassen.
- 5:52Seine Frau und seine Söhne haben ihm ein großes Stück seiner Verbissenheit rausgeschnitten
- 5:57und das steht ihm sehr, sehr gut.
- 6:00Allerdings eine Sache und das möchte ich schon betontlos werden, die wumpt mich schon sehr,
- 6:05seit geraumer Zeit mittlerweile auch schon, nämlich dass er jetzt diese Benjamin Button-Nummer
- 6:10durchzieht, ist extrem nervig.
- 6:13In Lehrbach konnte ich ihn getrost, immer den Dicknen nennen.
- 6:16Jetzt ist er rank, schlank, hat volles Haar und ist durchtrainiert und das lässt mich
- 6:21in einem ziemlich desolaten Lichter stehen.
- 6:23Bedeutet allerdings auch, dass wir alle noch möglichst lange, möglichst viel von ihm haben,
- 6:28von diesem schlagfertigen Teufelskerl.
- 6:31Er ist nämlich in Wirklichkeit schon ziemlich, ziemlich alt, nur dass ihr das auch wisst
- 6:34da draußen.
- 6:35Er ist ziemlich, ziemlich alt.
- 6:37Ich wünsche ihm trotzdem alles Gute und jetzt könnt ihr sabbeln und sabbeln, macht mal
- 6:40euer Ding.
- 6:41Wir starten, wir starten ins Gespräch mit Sivionice und Thomas.
- 6:47Ich kann absolut jeden verstehen, der dich nicht leiden kann.
- 6:53Okay, harte Einstieg.
- 6:59Ich finde eigentlich gar nicht, wenn man es begründen kann.
- 7:02Wir Deutschen können ja wunderbar Neideschein und auf dich kann man einfach Neideschein.
- 7:07Du siehst zum einen wahnsinnig gut aus.
- 7:09Du hast diese charmante Lächeln, du bist eloquent und du bist und ich glaube, das ist so diese
- 7:15Riesenüberraschung wahnsinnig erfolgreich, ich glaube viermal so ein Jahr ist und trotzdem
- 7:20so bodenständig.
- 7:21Du scheust dich ja oder bist dir niemals zu schade, irgendjemand irgendwas zu erklären,
- 7:25auf jeden zuzugehen.
- 7:26Du bist wahrscheinlich, ich glaube du warst bestimmt heute Morgen schon joggen, oder?
- 7:31Ja, was mich erwischt.
- 7:33Weil du besportlich, du bist...
- 7:36Ganz untergehend.
- 7:37Weil du auch darauf durch hinaus bist.
- 7:39Du gießt nicht auseinander, das ist bewundernswert.
- 7:42Also ich wünschte es wären viel, viel mehr so wie du und würden so viel in dieser Weinwelt
- 7:47bewegen und so für andere da sein, das finde ich wahnsinnig.
- 7:52Du hast...
- 7:53Also sehr viel lieben Dank dieser Lorbeeren, das ist total nett.
- 7:59Diesen Spiegel halte ich mir natürlich selten vor, aber ich versuche Menschen zu helfen,
- 8:03ich versuche junge Menschen für Genuss, für Wein zu begeistern.
- 8:08Ja, ich bin relativ kommunikativ und wenn ich in einem Raum betrete, der sehr positiv
- 8:17mit positiver Energie aufgeladen ist, mit Menschen, die mir wohl gesund sind, die ich
- 8:22mag, dann komme ich relativ schnell aus mir raus und dann ist es sehr angenehm und das
- 8:28gibt ein Flow und das macht Spaß.
- 8:30Das war sehr provokant, das gebe ich zu am Anfang.
- 8:34Ja, mit so einer Sache reinzukommen.
- 8:36Du kannst es ja dann irgendwie auch immer relativieren.
- 8:39Also da ist dieser große Name Thomas Sommer und wenn man dich dann letztlich kennenlernt,
- 8:44dann merkt man also wie viel Mensch du bist und wie viel natürlicher Mensch du bist und
- 8:48dass man eben ein gutes Gefühl dabei auch hat, dir jede Frage stellen zu können, zu
- 8:52dürfen und dass du auf jeden zugehst und das können ganz, ganz wenige und du bist ja mehr
- 8:59oder weniger so einer der ganz großen Sterne an diesem Sommie-Führende, was viele beeindruckt
- 9:05und oftmals wahrscheinlich so eine gewisse Grunddistance aufbaut, die du dann aber wieder
- 9:10ganz schnell abbauen kannst und das ist eine Größe, die ganz viel geraten ist.
- 9:14Ich hoffe nicht, dass da keine Distance ist, sorry, wenn ich dir jetzt gerade reingesprochen
- 9:17habe.
- 9:18Ich hoffe, dass da niemals eine Distance ist.
- 9:22Ich selbst sehe das in keinster Art und Weise als eine Art Barriere.
- 9:28Ganz im Gegenteil, ich versuche jedem die Hand zu reichen.
- 9:31Die alle, alle, allermeisten nehmen das auch sehr, sehr gern an.
- 9:34Ich merke selten wirklich, dass da sich jemand nicht wohlfühlt.
- 9:39Ich habe es aber von dem ein oder anderen, der mich dann kennengelernt hat, gehört,
- 9:44dass er so wie du es jetzt etwas Großaufbaus beschreibst wahrgenommen wurde in der Vergangenheit.
- 9:52Und die dann doch überrascht sind, dass du sagst Mensch sein, aber ich bin einer der
- 9:57einfachsten der Ratlinisten, Typen, die wahrscheinlich in der Weinwelt sind.
- 10:02Das hoffe ich, als es zumindest so rüber kommt.
- 10:04Ich möchte da nicht irgendwie mit einer Ritterüstung falsch verstanden lernen, um Gottes willen.
- 10:09Und das war witzigerweise aber niemals anders.
- 10:11Also ich erinnere mich an einen Seminar, einen Chardonnay Seminar, was ich mal gegeben habe.
- 10:16Ich meine, es war 2005 und das war ein Zwisshotel in Berlin und wir kannten uns damals doch nicht.
- 10:23Ich glaube, wir haben uns damals kennengelernt und es hieß dann in dem Sinne nur Thomas Sommerkamp,
- 10:29du kamst glaube ich gerade aus Frankreich oder warst kurz zuvor aus Frankreich, also du warst
- 10:33damals schon ein Name in Deutschland, eine Sommerszene und ich durfte dich eben als Mensch
- 10:41kennenlernen.
- 10:42Die gesamten 20 Jahre hat sich das niemals anders gestaltet, was mich sehr überrascht hat
- 10:47und damals schon sehr positiv.
- 10:49Also du als Mensch hast du überzeugt nicht, glaube das ja so letztlich einer der Grundstrukturen
- 10:55oder Grundausstattung, die ein Sommier haben sollte?
- 10:58Ja, auf jeden Fall.
- 11:01Ich glaube in dem Moment, ich sprichst lieber 2005, da war ich natürlich noch sehr, sehr
- 11:06aktiv im Restaurant tätig.
- 11:08Wenn du nicht auf Menschen zugehen kannst, wenn du anderen gegenüber kein Raum gewährst,
- 11:15sondern so ein Überbild darstellt und alle, ich sag mal, totwaltst, dann bist du relativ
- 11:22schnell in deinem Raum.
- 11:23Ich glaube, das ist nicht angenehm und ich freue mich, dass ich bei einem deiner Seminare war
- 11:30in dieser frühen Phase, um viel zu lernen.
- 11:33Denn auch du bist ja eine Person, die sehr, sehr mit offenen Armen durch die Welt läuft
- 11:40und wenn man sie anspricht, natürlich viel, viel lernen kann.
- 11:45Ich erinnere mich an einen tollen Abend bei dir privat, wo ich dich glaube, ein paar Minuten
- 11:50eineinhalb Stunden versetzt habe, wo ihr großartig gekocht und wir fantastische Weine
- 11:55genossen haben.
- 11:56Aber manchmal fliegt mir die Zeit um die Ohren in meiner versuchten, guten Organisation der
- 12:02Freizeit.
- 12:03Aber das tat mir alles als Leid und ich bin so unglaublich dankbar, dass wir diesen
- 12:08großartigen Abend zusammen verleben durften.
- 12:10Vor Jahr, jetzt 18 Jahren.
- 12:11Ist es schon, Wahnsinn.
- 12:13Das ist 18 Jahre her.
- 12:15Hast du dich in deiner Betrachtung von Sommys verändert?
- 12:20Also hattest du damals ein anderes Bewusstsein für Sommys oder ist das immer so geblieben
- 12:25oder dann eben die nachfolgende Frage, was ist für dich ein gutes Sommys oder was wolltest
- 12:29du selber sein darstellen?
- 12:32Ich wollte nie irgendetwas darstellen.
- 12:36Das kann ich vorweg schieben.
- 12:38Ein Sommys in allererster Instanz, ein Gastgeber in einem Restaurant im Regelfall.
- 12:46Eine Person, die eher auf einer psychologisch emotionalen Ebene Menschen einfängt, mitnimmt,
- 12:58begeistert, genussnäher bringt.
- 13:00Und natürlich, gerade wenn es ums Restaurant geht, ist das nur ein ganz kleiner Time.
- 13:06Ende des Tages ist es ein somnliger Kellner, ganz einfach.
- 13:10Und der Marco Franzlin, lieber Freund von uns, sagt das immer ganz klar, wenn er gefragt
- 13:15wird, was er ist, sagt er Kellner.
- 13:16So, das bringt das natürlich sehr geradlinig auch raus.
- 13:20Alles andere, was danach kommt, ist Zusatz.
- 13:24Das gehört dazu.
- 13:25Das gehört im Bereich des Weinwürstens dazu.
- 13:27Aber natürlich auch im Bereich der Kulinare.
- 13:30Und ich glaube, dass sich das Bild des Sommys in den letzten Jahren in Deutschland schon
- 13:36gewandelt hat oder, sag mir, weiterentwickelt hat.
- 13:39Als ich das erste Mal auf ein Sommys getroffen bin, das war im logischen Weise im Rahmen
- 13:48meiner Ausbildung, konnte ich selbst mit dem Begriff erst mal überhaupt nichts anfangen.
- 13:52Ich habe nur gesehen, dass die Herren da sehr wild mit den Wein im Keller unterwegs
- 13:59waren und am Gast großartigen Service gemacht haben.
- 14:03Am Endeffekt waren sie genauso im Team integriert und haben dann einen ganz normalen großartigen
- 14:10Service gemacht und haben eben das Add-on des Wein-Service geschaffen.
- 14:15Und ich glaube, das sollte man als Sommer nicht vergessen.
- 14:19Ich hatte das Glück, dass ich auch im Laufe der Zeit in Frankreich gearbeitet habe und
- 14:24da auf französische Sommys Gruppen getroffen sind, die dann schon teilweise auch jünger
- 14:29waren als ich.
- 14:30Und ich habe mich dann schon, muss ich gestehen, gewundert, wie der Auftritt doch anders ist
- 14:35in Frankreich gegenüber der Sommynirin Deutschland.
- 14:37Und ich hoffe, dass wir diese Bodenständigkeit, dieses herzliche Miteinander, gerade innerhalb
- 14:45der Wein-Szene, dieses fast schon teilweise-Familiäre auch mit den Winzeln zusammen nicht verlieren
- 14:52und dass wir nicht unbedingt zu unangenehm werden.
- 14:59Ich glaube, wenn ich heute mir das ein oder andere anschaue, man mag es mir verzeihen,
- 15:06aber ich glaube, das bildet andersrum.
- 15:10Nicht jeder Fachhändler, der mit Sommys arbeitet, hat den Sommys positiv besetzt.
- 15:15Es gab durchaus den einen oder anderen, die ein oder andere vielleicht auch, die nicht
- 15:21unbedingt zur Rufsteigerung der Branche beigetragen hat.
- 15:25Und da gibt es verschiedene Situationen, sicherlich im Einzelnen gegenüber der, zwischen diesen
- 15:34beiden Partnern.
- 15:35Aber man muss eben Partner sein.
- 15:38Also man möchte Wein einkaufen, man möchte die besten Wein einkaufen.
- 15:42Und es ist natürlich wichtig, dass man sich da auf Augenhöhe begegnet.
- 15:47Aber diese Augenhöhe ist ganz wichtig.
- 15:48Und ich habe immer wieder mal erlebt, dass der ein oder andere mehr verlangt, mehr erwartet
- 15:54als der Partner, in dem Fall der Weinhändler, geben kann.
- 15:58Aber im Endeffekt sind es beides Personen, die Wein einkaufen, die durch den Weinverkauf
- 16:03auch leben.
- 16:04Und das sollte man miteinander entwickeln und nicht gegeneinander.
- 16:07Und wenn nur einer gewinnt in so einer Partnerschaft, dann macht es wenig Spaß.
- 16:11Das bezieht sich auf verschiedene Qualitäten oder Preise?
- 16:14Ja, vor allem Preisverhandlungen oder auch Mengen verfügbarkeiten für rache Weine.
- 16:21Gerade dann, wenn Wein limitiert wird, dann kann ich noch so gut sein oder noch so ein
- 16:29großes oder best angesehenes Restaurant haben.
- 16:31Dann darf ich mich freuen, wenn ich die Flaschen habe und dann ist es auch gut.
- 16:34Und dann jemanden ans Kreuz zu nageln, weil man bestimmte Mengen nicht bekommt.
- 16:39Das ist schade und das höre ich vom ein oder anderen Händler.
- 16:42Und das macht da wenig Spaß.
- 16:44Aber das ist jetzt sehr negativ betrachtet.
- 16:46Ich glaube, dass die alle, aller meisten natürlich das auch wissen und entsprechend
- 16:50auch respektieren.
- 16:51Ich finde aber manchmal auch diese kritische Betrachtung der Gesamtzene gar nicht so verkehrt.
- 16:55Weil es ja so den einen oder anderen, das ist ja immer ein Thema gerade mit den Rahnweinen,
- 17:00die dann zugeteilt werden müssen.
- 17:02So manche Händler natürlich auch eine gewisse Politik fahren müssen, wenn man ja nicht nur
- 17:07diese ganzen Rosinchen hat, dass der eine oder andere da vielleicht selber mit sich ins
- 17:15Gericht geht und schaut, ob man da immer so wirklich fair mit der Gesamtsituation umgeht.
- 17:21Und Preis ist natürlich ein anderes.
- 17:23Also letztlich müssen ja alle irgendwie immer leben und es gibt da natürlich auch sehr viel.
- 17:28Leben und Leben lassen.
- 17:29Ja, finde ich ganz wichtig.
- 17:30Aber es gibt natürlich auch eine andere Aspekte auch innerhalb der Gastronomie selbst, dass
- 17:34der Sommelier natürlich eine gerade betriebswirtschaftlich extrem hohe Verantwortung hat.
- 17:40Du kennst es selbst, wenn wir die Weinkarten und die Keller in Restaurants, wie damals
- 17:44unsere gemeinsame Arbeitsstätte, dem Schloss Leerbach beispielsweise zu verantworten haben.
- 17:50Da liegen mehrere hunderttausend Euro im Keller.
- 17:52Und das sollte ich, nein, das sollte ich nicht, das muss ich als Sommelier, wenn ich so ein
- 17:57Keller übernehme und weiter Pflege auch immer im Auge habe, dass da eine gewisse Rotation
- 18:02drin ist und dass ich eben eine Karte gestaltet, die spannend ist, die zeitgemäß ist, die aber
- 18:08vielleicht nicht nur meinem Gustor entspricht.
- 18:10Wenn ich solche Karten gestaltet, dann habe ich das Problem in dem Moment, wenn ich nach
- 18:14Zeitraum X das Restaurant verlasse und eben nicht diese Spezialweine, dann werden wir sie
- 18:19mal vorsichtig, die nur über Empfehlung funktionieren, noch im Keller habe, dann hat der nächste
- 18:26Sommelier das Problem und diese Keller gibt es leidet, sehr, sehr viele in Deutschland,
- 18:32wo natürlich dann der Inhaber, oftmals dann der Küchenchef und auch sagt, so Thomas,
- 18:37Sommelier kommt bei mir nicht mehr ins Haus.
- 18:39Ich habe genügend Weine im Keller, die kein Mensch mehr brauche, ich war es gar nicht
- 18:42wohin damit, aber jetzt komme ich mir nicht den nächsten nach zwei Jahren rein, der mir
- 18:46noch mehr Quatsch einkauft, sagst du bewusst plagativ, was keiner braucht.
- 18:52Denn die Sachen dann wegzubekommen ist natürlich auch nicht ganz einfach.
- 18:56Ja, verstehe ich total.
- 18:57Also ich finde, ich habe auch ganz viel mit Verantwortung zu tun, wenn man, man plant ja
- 19:01meistens, dass man einen Arbeitgeber wechselt und dass man da eine gewisse Verantwortung
- 19:06hat und die Sachen, wo man weiß, die sind relativ schwierig irgendwie zu verkaufen,
- 19:14dass man die entweder noch anbietet, verkauft diese lebendigerweise dann irgendwie gestaltet
- 19:20oder vielleicht sogar, was ich auch interessant fand beim Kollegen gesehen habe, ins nächste
- 19:24Ausdruck mitnimmt.
- 19:25Also dass man einfach ganz klar sagt, mit den Sachen kommt keiner klar und diese dort
- 19:29herauskauft und beim nächsten Einkauf, was ja manch mal auch gar nicht so verkehrt ist.
- 19:32Also diese Verantwortung letztlich eben auch mit dem Wissen, um diese eigentlich besonderen
- 19:38Weinen.
- 19:39Du hast jetzt mehr oder weniger eine Meterperspektive auf die Branche, ärgert es dich mit deinem
- 19:44Wissen auch um den Handel, wenn du in ein Restaurant gehst und die Weinkarte siehst und die völlig
- 19:49überteuert ist im Bewusstsein vieler oder sagst du ganz klar, okay, da hat jemand vielleicht
- 19:53Vorgaben, der muss die und die Befkost irgendwo erbringen, die Prozente erbringen und ist
- 20:01vielleicht gar nicht so sehr verantwortlich, welches ja manchmal auch fremdgesteuert ist,
- 20:05dass du ganz klare Vorgaben hast und das irgendwie relativieren musst.
- 20:08Oder sagst du, ein smarter Somelier sollte in der Lage sein, das mit anderen Komponenten
- 20:14irgendwie zu relativieren.
- 20:15Also wie stehst du zu Preiskalculationen auf Weinkarten?
- 20:18Gut, Preiskalculation ist natürlich etwas, was super schwierig ist.
- 20:22Wir haben A, die Aufgabe natürlich betriebswirtschaftlich handeln zu müssen, ansonsten haben wir am
- 20:27Jahr das andere Problem, wird vielleicht unser Karten nicht mehr bezahlt, Restaurant wird
- 20:31liquidiert, macht ja relativ wenig Sinn.
- 20:34Die Kalkulation sollte aber so angemessen sein, dass sich am Ende die Karte auch dreht, wenn
- 20:42ich die Weine so kalkuliere, dass kein Gast mehr Lust hat, diese besonderen Tropfen
- 20:49zu trinken bzw. ausweicht und sie dann vielleicht in anderen Situationen daheim oder noch schlimmer
- 20:55bei in anderen Restaurants, wo sie ja deutlich günstiger sind, trinkt, dann habe ich ja
- 21:01nicht unbedingt gewonnen, ja, das ist klar.
- 21:03Und dann bringen wir die potenziellen, der potenzielle Mehrumsatz ja gar nichts.
- 21:07Aber klar, es gibt diese Restaurants, wir kennen sie alle.
- 21:10Es sind insbesondere oftmals die Hotelrestaurants, die einen deutlich anderen Kalkulations- und
- 21:18natürlichen Einkauf getriebenen Kalkulationsspiegel haben, der wenig Spaß macht, dass man Wein
- 21:26im Restaurant konsumiert.
- 21:27Das ist klar.
- 21:28Ja, aber ich freue mich über jedes Restaurant, was es schafft, eine spannende Weinkarte zugestalten,
- 21:35mit trinkfreutigen Preisen und dazu noch eine großartige Küche macht mit großen Persönlichkeiten.
- 21:40Die, die Weine und das Essen zelebrieren.
- 21:42Aber es ärgert dich nicht, wenn du jetzt von mir aus keine Ahnung, wie ich dich nicht
- 21:47lange für zwei Jahre ausdenken würde.
- 21:48Was heißt es ärgert dich?
- 21:49Ich kann nicht reinschauen.
- 21:50Ich muss es wissen, ich sollte es erkennen als Gast in dem Moment und ich bin dann nur
- 21:56Gast und dann lerne ich daraus und ich meide dieses Restaurant.
- 22:00Kommt einfach.
- 22:01Und dieses Restaurant wird, ich werde nicht der Einzige sein, der dieses Restaurant meidet
- 22:04und dann ist das Learning automatisch da.
- 22:06Aber ich kann nicht den Kostenfaktor des einzelnen Hotels oder Restaurants bemessen und sagen,
- 22:14dass damit ein Fehler in der Weinkarte gestaltet ist.
- 22:18Natürlich gibt es alternative Möglichkeiten, Geld einzunehmen, anders zu Wirtschaften, anders
- 22:22zu Haushalten.
- 22:23Aber auch diese Ausrücks kennen wir beim plötzlich fürs Mineralwasser 12 Euro zahlen oder für
- 22:29den Espresso 5 Euro.
- 22:30Auch das ist nicht gerechtfertigt.
- 22:31Auch in der Mischkalkulation nicht.
- 22:35Beim Wasser ist es ja mehr oder weniger immer so ein recht prominentes Beispiel, wo natürlich
- 22:40immer eine gewisse Grundkostensituation auch mitgedeckt wird.
- 22:4412 Euro, 9 Euro, ich meine Wasser kostet keine Ahnung, ne Euro im Einkauf ist ja egal,
- 22:51was oder ein Espresso kostet, selbst mit einer guten Maschine, wenn es runterkalkuliert ist
- 22:54bis zu bei 50 Cent.
- 22:57Man versucht ja verschiedene andere Kosten, die man nicht so offensichtlich darstellen möchte,
- 23:01damit zu relativieren.
- 23:02Ist das falsch?
- 23:03Sollte man eher ein Wasser für 3 Euro anbieten und ein Espresso für 1,50 Euro, wie teilweise
- 23:11in anderen europäischen Ländern und dafür die Speisen oder die Weinhöhe kalkulieren?
- 23:16Also empfindest du es als fairer?
- 23:17Also ich würde mich als Gast immer freuen, wenn es natürlich günstiger ist, mit einer
- 23:23Topqualität gepaart, gar keine Frage, nur funktioniert die Welt leider nicht so.
- 23:27Und die Maler meisten machen es genauso wie gerade eben skizziert, hohe Wasser-Espresso-Preise,
- 23:34Wasser-Kaffepreise-Verzeihung oder was natürlich auch oft gemacht wird, dass gerade die Bankit-Karten
- 23:41da, wo ich einen hohen Umschlag habe, deutlich teurer gestaltet sind als dass die Restaurantkarte
- 23:46ist.
- 23:47Und ob das fair ist oder nicht, am Endeffekt muss der Laden bezahlt werden, damit die ganze
- 23:54Maschinerie funktioniert.
- 23:55Und in einer gemischten Kalkulation muss es passen.
- 23:58Nur wenn der Gast das Gefühl bekommt, dass er über den Tisch gezogen wird, gerade jeder
- 24:04kann ein Telefon, ihr kann ein Smartphone bedienen und wenn er diesen Wein als deutlich
- 24:09überteuert sieht, dann wird er ihn nicht trinken und das hat ein schlechtes Image fürs Restaurant.
- 24:15Ganz klar.
- 24:16Hat es dich zu deiner Restaurantszeit geärgert?
- 24:18Ich glaube, das gab es damals auch schon, wenn jemand ein Smartphone rausgeholt hat und
- 24:23den Chatto "schlag mich tot" geguggelt hat und gesagt hat, okay, der kostet hier aber
- 24:28200 Euro.
- 24:29Oder sagst du hey, that's live?
- 24:31Oder war es ein Challenge für dich, also dass du sagst okay, ich versuche markgerecht
- 24:37meine Weine anzubieten?
- 24:39Also wir haben die Weine versucht so zu kalkulieren, dass auch verhältnismäßig teurere Weine
- 24:47im Einkauf am Ende einen geringeren Aufschlag hatten.
- 24:50Also je teurer du eigentlich getrunken hast, umso weniger Aufschlag hast du bezahlt.
- 24:55Das hat sich zumindest insofern für uns damals positiv gestaltet, dass wir dann eben die großen
- 25:04Konkrüse, auch vor allem die großen Gewächse deutlich mehr rotiert haben, als das in mancher
- 25:10anderen Restaurants der Fall war.
- 25:12Also wir hatten als Beispiel, ich bin letztens wieder in die Hand gefallen, das ist jetzt
- 25:17nicht 100 Jahre her, aber wir hatten um 2010, 2011 vom Karlsens-Werheim dem Mandelberg für
- 25:2875 Euro auf der Karte.
- 25:30Zeitgleich in einem einstellenden Restaurant in Berlin hat genau derselbe Weine selber
- 25:34Jahrgang 135 gekostet.
- 25:36So.
- 25:37Und wir hatten immer noch das Image, dass unsere Karte teuer war.
- 25:42Okay.
- 25:43Von daher "We'd Between the Lines".
- 25:45Ich finde diese Politik aber sehr vernünftig, weil letztlich ja der Arbeitsaufwand derselbe
- 25:50ist, ob du jetzt eine Flasche, keine Ahnung, die dreistellig ist oder zweistellig ist,
- 25:54aufmachst, die aus dem Keller holst, die pflegst.
- 25:55Mehr oder weniger hast du ja die gleichen Handgriffe und daher fände ich eine, sage ich mal, entspanntere
- 26:05Kalkulation bei hochdreisigeren Wein.
- 26:06Aber es haut dir natürlich die gesamten Kosten durch, also wenn du über Prozent definiert
- 26:10wirst letztlich.
- 26:11Ja gut, ich muss mich aber nicht mit dem Gast, beim Gast, ich möchte mich nicht beim Gast
- 26:18rechtfertigen, sondern den einzigen, den ich Rechenschaft ablegen muss, ist mein, vielleicht
- 26:23Financial Control oder meinem Inhaber des Restaurants, das sind die einzigen, denen ich meine Zahlen
- 26:30verlegen muss.
- 26:31Und wenn ich da innerhalb der abgemachten Werfkost bin, bin ich sauber, bin ich fein.
- 26:36Und da gibt es verschiedene Tore so Möglichkeiten, wie ich das am Ende des Tages gestalte.
- 26:40Wie war das damals für dich, als du in einem Restaurant zwei verschiedene Küchenchefs
- 26:48hattest?
- 26:49Du hattest ja diesen phänomenalen Umstand, dass du im Lehrfach zum einen unter Dieter
- 26:55Müller gearbeitet, oder mit Dieter Müller gearbeitet hast und danach mit Nierz Henke.
- 26:59Wie wichtig, wie prägend ist so ein Küchenchef für deine Arbeit?
- 27:03Ich meine, wenn du jetzt in ein anderes Restaurant wechselst, hast du ja einen ganz anderen Eindruck,
- 27:07aber du hattest ja mehr oder weniger gleiche Setting, unterschiedliche Köche dann letztlich.
- 27:13Ich glaube, dass wir draußen deutlich schwieriger wahrgenommen oder als Herausforderung wahrgenommen,
- 27:22als das tatsächlich im Haus damals war.
- 27:24Ich bin im Sommer 2008 im Sommer im Schloss Hotel Airbach gekommen.
- 27:31Im Frühjahr bereits war die berühmte Kochlöffelübergabe von Dieter Müller an Nierz Henkel.
- 27:38Nierz Henkel stand mit Herrn Müller bereits, wenn ich jetzt Nierz bitte korrigiere mich
- 27:43seit 97 zusammen am Herd.
- 27:46Die haben viele Jahre zusammen, seit an seit, das Restaurant entwickelt.
- 27:50Und diese Übergabe war ein sehr fließender, sehr steter Prozess.
- 27:57Natürlich war es so, dass mit 2, 8, ich kann es nicht sagen, wie es vorher war,
- 28:01habe ich von meinem Vorgänger von Sebastian auch sagen lassen,
- 28:06dass damals natürlich Dieter Müller deutlich präsenter war.
- 28:09Er war dann weiterhin im Haus, aber am Pass war dann deutlich mehr die Präsenz von Nierz Henkel zu spüren.
- 28:17Und spätestens nach einem Jahr, ich würde sagen so zu 2, 9, als Herr Müller dann sich mehr und mehr um die Kochschule gekümmert hat,
- 28:24war es dann eher die Ausnahme, dass Dieter Müller am Pass stand.
- 28:28Ich habe diese Tage extrem genossen.
- 28:30Das sind kranthose Persönlichkeit, das sind beides kranthose Persönlichkeit,
- 28:35großartige Köche, die unsere Zeit geprägt haben.
- 28:37Und mit einem Küchenschäft, wie insbesondere in den Anfangsdagen,
- 28:43wie mit Dieter Müller zusammenzuarbeiten,
- 28:46ich kenne wenige zurückhaltendere und gleichzeitig bessere Persönlichkeiten in der Küche als diese beiden.
- 28:55Das war fantastisch.
- 28:57Immer ruhig, immer extrem präzise, nie über Lautstärke sprechen,
- 29:03sondern extrem akzentuiert.
- 29:06Er hat alles im Griff.
- 29:08Ein Küchenschäft, der seine Küche wirklich lenkt wie ein Theater,
- 29:12der muss sich nicht über Lautstärke definieren.
- 29:14Und ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals in der Küche im Lehrfach in meiner Zeit ansatzweise laut war außerhalb von Partys nach dem Service.
- 29:24Hat es deine Arbeit beeinflusst?
- 29:25Also warst du bei dem einen anders als bei dem anderen?
- 29:29Oder hast du deinen eigenen Stil und lebst den, egal wer da in der Küche steht?
- 29:34Es hat meine Arbeit insofern beeinflusst, dass es eher meine Persönlichkeit beeinflusst hat,
- 29:38wenn du von heute auf morgen in diesem dann doch nochmal höhere Niveau arbeiten darfst,
- 29:47dann schaust du, dass du in allerersten Instanz selbst den Hintern an die Wand bekommst
- 29:52und guckst, dass du in dieses Niveau auch reinpasst.
- 29:55Das erste Vierteljahr hatte ich damit zu tun, mich selbst innerhalb des Service-Teams nicht zu beweisen,
- 30:03aber zu integrieren und zu schauen, dass ich da funktioniere.
- 30:09Gerade ich habe zwei Jahre vorher, die zwei Jahre davor, habe ich die Hotelfachschule Heidelberg für den Betriebswirt besucht.
- 30:17Bin mit 31, meine ich, ins Schloss Lehrbach gekommen, hatte schon vieles eigentlich erlebt
- 30:23und habe trotzdem noch mal, nicht ganz bei Null aber zumindest noch mal neu angefangen,
- 30:29in diesen Rhythmus in dieses Niveau reinzukommen.
- 30:32Hohe Arbeitsstunden, viel hohes Pensum, extrem hohe Gäste zahlen, mittags 35, abends um die 60
- 30:39und das fünf Tage die Woche.
- 30:41Teilzeit, die eigentlich nicht existent war, weil wir natürlich als Someris am Nachmittag
- 30:48uns um Keller und vorräumter Weine gekümmert haben und um Kartenpflege gekümmert haben
- 30:54und demzufolge war es etwas, was mich mehr mit mir selbst hat erst mal beschäftigen lassen,
- 30:59als dass ich mir einen Kopf gemacht habe, ob ich mit Dieter Müller oder Nysenke klarkomme.
- 31:04Das war etwas, was mir sehr, sehr leicht gemacht wurde, weil das Team großartig war.
- 31:09Fantastische Suche, fantastische Postenchefs, das war genial.
- 31:14Du sagst im Service-Team klarkommen, siehst du den Someris als solches,
- 31:20als Teil eines gesamten Teams oder als separate Abteilung in einem Service-Team?
- 31:28Komplett Teil des Teams.
- 31:31In dem Moment, wo der Somerier meint, dass er separiert, egal wie er das er oder sie das interpretiert,
- 31:40sich darstellt, funktionierst du in so einem Ohrwerk nicht, dann bist du, dann stehst du außen vor,
- 31:47du bist unbedingt Teil des Ganzen und aktiver Teil.
- 31:53Also ich glaube, ich konnte in keiner Küche, in der ich gearbeitet habe, am Pass vorbeilaufen,
- 31:58ohne auch nur ansatzweise dahin zu schauen, zu überlegen, wie kann ich unterstützen,
- 32:03dass die Sachen, die da gerade akut sind, mitgelöst werden?
- 32:07Nein, ganz klar, du gehörst dazu und das solltest du auch so interpretieren.
- 32:11Vielleicht auch eines der Themen, warum es Begriffe wie Porzellaneilagie gibt,
- 32:15etwas, was ich unmöglich finde, dass es das gelben soll und gibt.
- 32:20Du bist dir dann in noch mal eine ganz andere Position reingewachsen als Metres-Hormedie,
- 32:24also du hast dir die Doppelfunktion gehabt.
- 32:27Hast dir das einfacher gemacht oder schwerer?
- 32:30Hast du den Wein vernachlässigt oder konntest du trotzdem Wein in der Intensität leben?
- 32:36Da müssen wir ein bisschen in die Zeit zurückgehen, in der wir uns da gerade befinden.
- 32:44Das war mit zwei Zehn.
- 32:46Hat der langjährige Mätere Antritoman das Restaurant verlassen wollen, hat sich neu orientiert
- 32:56und er hat im Prinzip die anderthalb Dekaten davor diesen Restaurant komplett in Takt gegeben.
- 33:02Du kennst es selbst, es war ein großartig zelebrieter Service, es war ein Service, der damals auf
- 33:1014, 15 Personen im Restaurant angelegt war und als mir diese Position angetragen wurde,
- 33:18als Herr Thoman das Restaurant verlassen hat oder im Zuge dessen, war mir in einer komplett
- 33:25anderen Situation, das Serviceteam war mittlerweile auf acht Personen reduziert.
- 33:31Wir hatten viel, viel angepasst, im Sinne dieser Herausforderung.
- 33:38Die Gästezahlen waren zwar nicht mehr ganz so hoch wie das noch 27, 28 der Fall war, aber
- 33:44wir hatten immer noch extrem viel Arbeit und es ging dann eher darum, wie schaffst du es
- 33:50mit dem aktuellen Team ein möglichst schlagkräftigen und idealerweise, wenn es das überhaupt gibt,
- 33:57perfekten Service auf die Beine zu stellen.
- 33:59Und da kommen zwei Personen ins Spiel, die damals bereits im Restaurant waren, das war
- 34:04einerseits Desiri Steinhoier, die wir gewinnen konnten als stellvertretende Restaurantleiterin
- 34:12und mein Zombie-Partner Peter Müller, der zwei Jahre vorher bereits ins Restaurant gekommen
- 34:21ist, als Komi-Sommie, den Begriff hat er eigentlich nie verdient, denn er war von Anfang an Sommie
- 34:27und Großartiger, Sparring-Partner und ohne diese beiden hätte ich diese Position niemals
- 34:34angetreten, denn sie waren im Prinzip meine rechte und linke Hand im Restaurant, gerade
- 34:38wenn es darum ging, in vor Nachbereitung das Restaurant-Team zu führen und zu lenken,
- 34:46waren sie ein fantastischer Partner und ohne die hätte das niemals funktioniert, das ist
- 34:50ganz klar.
- 34:51Rückblickend würde ich diese Position, Maitre Sommie, so furchtbar sie klingt, so furchtbar
- 34:57sie auch, du zerreißt dich an allen Enden.
- 35:00Also ich glaube nicht, dass es das in einem Restaurant dieser Größe nochmal wohl gemerkt,
- 35:06mit diesem Anspruch so einer Position bedarf.
- 35:09Das sollte separat auf zwei Schulterpaaren aufgeteilt sein.
- 35:13Oder so wie wir es gemacht haben, glaube ich haben wir es sehr, sehr gut gemacht und haben
- 35:19das Beste aus der Situation herausgemacht, wenn du das so sagen darf.
- 35:22Du warst dann aber mehr oder weniger, also wenn man diese ganz, ganz klassische Restaurant-Aufteilung
- 35:28aus den 20er Jahren, also das letzten Jahrhunderts betrachtet, dann warst du ja mehr oder weniger
- 35:33der Restaurantdirektor, der dann eben Dysri oder Peter koordiniert oder geleitet hat.
- 35:43Ja, das war natürlich überstellt in dieser Situation.
- 35:52Du hast aber dadurch, dass wir im Schloss Lerbach natürlich auch viele andere Abteilungen hatten,
- 35:59waren wir oder war ich in dem Fall sehr stark damit beschäftigt, die Kommunikation zwischen
- 36:03diesen ganzen Abteilungen zu haben, sämtliche Absprachen zu treffen und das war natürlich
- 36:09etwas, was mich vom Wein etwas weggebracht hat, gar keine Frage.
- 36:14Ist das so trotz, glaube ich nicht, dass ich da viel habe eingebüsst, weil wir an den
- 36:20Freien Tagen nach wie vor für die Weinkappengestaltung zuständig waren, durchs Land gescheddert
- 36:26sind und die Wein eingekauft haben, auf Wettbewerb gestanden haben, Verkostung gemacht haben.
- 36:31Also ich habe da nach wie vor, also weiterhin natürlich Gas gegeben.
- 36:37Im täglichen Ablauf ist Wein natürlich etwas in den Hintergrund getreten, das ist richtig.
- 36:42Aber ist immer mal ehrlich, wie viel Prozent deiner täglichen Arbeit ist tatsächlich das
- 36:50physische Weinverkosten oder Wein servieren als Omel im Restaurant?
- 36:56Ich habe es gerade zu Lerbach-Zeiten, dann spielte auch zu Weinbarzeiten eigentlich schon
- 37:02sehr intensiv täglich gefliegt.
- 37:03Wenn man die Flaschen ja immer aufmacht, die ich versucht habe, möglichst Flaschen zu
- 37:08verkaufen, die mich selber auch interessieren, also wo man so das Bindestück hinbekommt,
- 37:15dass man nicht immer denselben Kram mehr oder weniger an den Gast bringt, da auch ein
- 37:21bisschen spielen kann, in seiner Art die Weine zu erklären, auch ein bisschen Abwechslung
- 37:26hat, als wenn man immer Riesling X, Y, großes Gewächs, bla bla bla.
- 37:29Und somit habe ich die Sachen eigentlich probiert, also zu aktiven Zeiten habe ich
- 37:35am Tag zwischen 15 und 20 Weine probiert und die aktiv mitprobiert.
- 37:39Und daher raus ist auch meine Weinwünsche für den Kappengestaltung.
- 37:42Nicht auf der Karte, weinete du nicht auf der Karte hattest oder weinte ich auf der Karte
- 37:48raus?
- 37:49Nein, weinte ich auf der Karte, die ich dann mehr oder weniger abarbeiten wollte oder da
- 37:53Karten aktuell bleiben möchte.
- 37:55Und das war schon ein intensives?
- 37:57Ich habe damals auch anders gearbeitet, glaube ich.
- 37:58Ihr habt im Service die Weine nicht verkostet, oder?
- 38:01Doch.
- 38:02Doch habt ihr ja, okay.
- 38:03Also die 15, 20 Weine, ja das haben wir, ohne dass wir jetzt da hier einen Zahlen korreptieren
- 38:11müssen, aber wir haben sehr sehr viel verkostet und du weißt wie es ist, wir haben es natürlich
- 38:17zugeworfen worden mit Probeflaschen, jeder will auf die Karte, jeder will auf die Menüs.
- 38:20Das heißt wir haben dann natürlich im Haus sehr sehr viel Verkostung und Termine mit
- 38:25Winzern und Weinhändlern gehabt.
- 38:27Aber wie ich gerade schon skizziert habe, der freie Tag war dafür da, dass wir in die
- 38:31Region gefahren sind und neue Weine gesucht haben, die auf die Karte gekommen sind, ne?
- 38:37Klar, neue Weingebote besucht haben.
- 38:39Das war für dich ja eine richtige?
- 38:40Das war für dich eine richtige?
- 38:41Ja, Freizeit, Arbeitszeit, also da.
- 38:44Also ich habe das mal irgendwie so ein bisschen runtergerechnet, wir hatten damals schon bei
- 38:48dir nicht anders gewesen sein zu der Zeit, so 100 Stunden Wochen, weil du ja 7 Tage die
- 38:53Woche und dann mehr oder weniger immer aktiv dabei warst.
- 38:58Und zwar bei dir ja noch ein bisschen krasser will.
- 39:00Das war ja, glaube ich, so deine Hochphase der Wettbewerbe, oder?
- 39:04Ja, ich weiß nicht ob das arbeitsrechtlich erlaubt ist, dass wir darüber sprechen,
- 39:08aber wir hatten...
- 39:09Ja, damals schon, aber heute.
- 39:10Die haben schon die Öffnungszeiten des Restaurants vorgegeben, vor Nachbereitung.
- 39:25Also das ist einfach die Realität.
- 39:28Also ja, ein Grund, warum wir heute oftmals mit 4 Tage Woche und ohne Mittagservice sprechen,
- 39:34einfach auch um die Arbeitsstunden einzuhaken.
- 39:36Ich sage nicht, dass das, kannst du weiss, dass das gut ist, aber es war damals die
- 39:40Realität und wir kannten es nicht anders.
- 39:42Wenn du das heute in einem heranfachsenen Mitarbeiter in der Gastronomie mit der 20
- 39:48sagst, dass du 80 Stunden die Woche zu arbeiten hast, der dreht auf den Fuß oben und geht
- 39:52zum Anwalt.
- 39:53Und das hat mit Sicherheit auch berechtigt, aber es war damals so und wir hatten ja auch
- 39:57Spaß daran.
- 39:58Immer nach, also zu dieser Zeit auch insbesondere in einem Medier gearbeitet, was ich nicht
- 40:06als Arbeit wahrgenommen habe.
- 40:08Es war in einer gewissen Art und Weise Leidenschaft.
- 40:11Es war extrem positiver Ärger, sich damit auseinanderzusetzen.
- 40:18Und natürlich gab es Wochen in dem Zimmer auf dem Zahnfleisch rausgekochen, gar keine
- 40:22Frage.
- 40:23Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre.
- 40:25Aber es war immer so, dass die Motivation größer war.
- 40:30Mehr, weil bessere Qualitäten sich selbst stetig zu verbessern und sprich die Bettbewerber
- 40:36waren.
- 40:37Das ist etwas, woran ich immer nur wachsen konnte.
- 40:40Es ging es niederum, einen Druck auszuüben, so einfach nur das Netzwerk aufzubauen und
- 40:49selbst in der vermeintlichen Freizeit mehr zu lernen, als ich ohne diesen sanften Druck
- 40:55eines Wettbewerbs immer wieder lernen konnte.
- 40:57Was war in deiner Entwicklung für dich das prägendste?
- 41:01Warnst die Wettbewerbe, wo du sagst, da habe ich mehr oder weniger geszwungenermaßen, weil
- 41:05du eine probieren musstest, lernen musstest, die ich weiterentwickelt habe.
- 41:09Warnst die Restaurantwechsel, dass du sagst, ich arbeite möglichst in verschiedenen Restaurants
- 41:15oder war es dein Auslandsaufenthalt, dass du da am meisten gewachsen bist?
- 41:21Was hat dir am meisten gebracht als zum je in deinem Entwicklung?
- 41:24Ich glaube nicht, dass die Frage mit dem einen oder dem anderen zu beantworten ist.
- 41:29In der Jugend war es mir wichtig, möglichst viel und ein breites Spektrum an No-Hour aufzubauen
- 41:35und das geht natürlich eher, wenn man ein Restaurantwechsel anstrebt, als wenn ich in
- 41:41einem Restaurant das Ganze von der Theorie lerne.
- 41:44Ich war deshalb noch lange nicht ein Restauranthüpfer, also gibt es andere, die deutlich kürzeren
- 41:49Stunden schneller wechseln, aber ich habe im Schnitt immer versucht, alle zwei Jahre
- 41:53spätestens die Arbeitssituation zu wechseln, um mich neu in Herausforderungen zu stellen.
- 42:01Na klar, nach der Bilder Hammerschmiede, was ein großartiger Betrieb ist, der gerade füßig
- 42:07auch nochmal sehr herausfordernd war aufgrund der Größe des Objekts, großartige Weinkarte,
- 42:13ganz anderer mentaler Schlag, als wie ich das in Dresden in meiner Ausbildung in der Bühlerresidenz
- 42:18gewohnt war.
- 42:19Und im Anschluss bin ich in Berlin an die Quadriegern in Brandenburger Hof gegangen,
- 42:25um dort ganz bewusst in der zu dem Zeitpunkt gerade in der Entstehung befindlichen deutschen
- 42:32Weinkarte mitzuarbeiten, zusammen mit Matthias Datan.
- 42:35Und das war sehr, sehr gezielt, diese wechselt und haben mir natürlich unglaublich viel gebracht.
- 42:43Die Aushandsaufenthalte haben nochmal einen ganz, ganz anderen Hintergrund, warum ich
- 42:48die gemacht habe.
- 42:49Ich fand es unsäglich, selbst in der Sommelchule zu sitzen und die großen französischen Weine
- 42:57nicht richtig aussprechen zu können.
- 42:59Als ich habe französisch sehr, sehr rudimentär in der Schule gelernt, das nötigste, was mich
- 43:10durch die zwölf Jahre getragen hat.
- 43:12Aber ich war nicht wirklich fähig, das Ganze auch nur gerade auszusprechen, Plutie Montragé,
- 43:21auch mal nicht nur am Tüch zu erklären, was es ist, was sich dahinter verwirkt, sondern
- 43:24das Ganze auch sauber zu akzentuieren.
- 43:26Und ich fand es eine große Herausforderung und fand es auch sehr, sehr wichtig, dass ich
- 43:32diesen Schritt nach Paris gegangen bin.
- 43:34Und auch wenn es nur eine kurze Zeit war, war das sicherlich nicht unerheblich, dies zu
- 43:40tun.
- 43:41Und dann im Anschluss nach England zu gehen, klar, das genauso sprachlich begründet.
- 43:46Gar keine Frage.
- 43:47Wie lange warst du in Paris?
- 43:49Die Paris-Zeit hat sich nach sieben Monaten, habe ich die nach sieben Monaten beendet.
- 43:57Das war aber haupt begründet in der Situation, dass ich einfach komplett abgebrannt war.
- 44:03Das Gehalt hat nicht meine Kosten in dieser Stadt auffangen können und ich habe im Vorfeld
- 44:09nicht so viel Geld beiseite geschafft, als dass ich meine knapp 1200 Euro ausgaben mit
- 44:14den 1000 Euro, die ich da rausbekommen habe, bedecken können.
- 44:17So ist es ein ganz einfacher Kiste.
- 44:19Und dann musste ich notgetrungen ohne das Ingridaufnehmer den Arbeitsplatz wechseln.
- 44:25So war es einfach.
- 44:27Ist traurig, aber es ist so.
- 44:28Und trotzdem ist Paris eine gewane großartige Stadt, eine großartige Erfahrung und hat mir
- 44:34sehr, sehr viel Freude gemacht.
- 44:35Und sicherlich damit auch, wie du einen skin gefragt hast, prägend und mit dazu beitragend,
- 44:42mich dann später weiterzuentwickeln.
- 44:44Das ist ein Investment gewesen und nicht als reine Arbeit zu verstehen.
- 44:48Und dieses Investor hat sich später komplett wieder ausgezahlt.
- 44:51Ich glaube auch, in so einem fast Universum wie bei Ducas, weil das ist ja nicht nur ein
- 44:57Betrieb, sondern das ist ja mehr oder weniger was ganz Eigenes, was es so nicht noch ein
- 45:02zweites Mal gibt, außer vielleicht Wolfgang Pack in Los Angeles.
- 45:05Aber es ist ja die Art, ein solches Unternehmen zu führen, das ist schon einzigartig, oder?
- 45:13Es ist besonders.
- 45:14Es war und ist auch heute noch ein fast global umspannendes Gastronetzwerk.
- 45:21Die Personen, die da arbeiten, sind alle mit die Besten, die es in der Branche gibt.
- 45:27Ich fand es großartig mit so einer Persönlichkeit, dafür so eine Persönlichkeit aktiv zu sein.
- 45:35Und es hat mir natürlich sehr, sehr viel gebracht.
- 45:39Das ist gar keine Frage.
- 45:40Aber ich hätte genauso gut auch zu Pierre Garnier gänken können, bei dem ich Persönlichkeit
- 45:44das Vorstellungsgespräch hatte in zwei, vier, was ich sehr, sehr beeindruckend fand.
- 45:48Aber da hat es einfach schlicht nicht gepasst, was die vorgegebenen Arbeitszeiten angeht.
- 45:55Wir hatten damals eine fünfmal Tage Woche, wo das mir das ganz kurz nochmal in Zahlen
- 45:59fasst, Montag bis Freitag, Mittagabend-Service und Samstagabend-Service.
- 46:04Und zu dem Zeitpunkt war ich noch in einer Beziehung.
- 46:09Und meine Partnerin war halt in dem Fall fast 1000 Kilometer entfernt.
- 46:13Dann hätte ich das dann direkt direkt ganz kreuzgenagelt.
- 46:16Hätte nicht funktioniert, ganz klar.
- 46:18Und war aber spannend.
- 46:21Ich habe die Gelegenheit, vor ein paar Jahren gehabt, mit Pierre Garnier an einer anderen
- 46:25Situation zusammenzuarbeiten.
- 46:27Und bin zu diesem Punkt nochmal zum Gespräch gekommen.
- 46:31Oder sind wir noch drauf zu sprechen gekommen.
- 46:33Wir haben herzlich gelacht und haben gesehen, dass es auch so funktioniert hat.
- 46:37Und das ist ein großartiger Typ, fantastische Küche.
- 46:41Und auch einer, der für mich an Beständigkeit fast nicht zu überbieten ist.
- 46:44Sein Küchenchef, der damals in Paris schon tätig war, ist auch der, mit dem er heute
- 46:50nacharbeitet.
- 46:51Wie viele gibt es, die das von sich behaupten können?
- 46:54Also krankt gut.
- 46:55Super.
- 46:56Inwiefern unterscheidet sich so ein Restaurant von einem deutschen Restaurant?
- 46:59Also ist dann anderer Leistungsdruck, ist dann ein anderes Bewusstsein für kulinarische
- 47:08Gastrokultur oder wie viele Gastrokultur?
- 47:11Wie arbeitet man dort anders?
- 47:14Ich glaube nicht, dass das ein anderes, anderer Leistungsdruck ist, dass das eine andere
- 47:19Rangehensweise an Smithiers ist.
- 47:21Ich glaube sogar, dass wir teilweise in Deutschland noch, teilweise manchmal organisiert, da vielleicht
- 47:29auch ein Touch verkopft sind.
- 47:30Zumindest habe ich es zu meiner Zeit damals so erlebt.
- 47:33Das heißt aber nicht, dass das gute oder schlecht ist im Grunde.
- 47:38Der Deutsche ist halt versucht akkurat und präzise alles zu machen.
- 47:42Auch da gibt es Beispiele, die nicht so sind und trotzdem kranjose Drehte ane kochen
- 47:46in Deutschland.
- 47:47Ich glaube nicht, dass du das per se vergleichen kannst.
- 47:50Mittlerweile ist da auch die kulinarische Welt sehr stark zusammengewachsen.
- 47:54Und wir haben ja auch nicht die Gelegenheit in jeder einzelne Küche zu schauen, dass
- 47:57er ich zumindest nicht.
- 47:58Das können andere besser beurteilen.
- 48:00Peter Bohn ist für mich nicht nur einer der großartigsten Weinkänner und Weindie-Paber,
- 48:21die ich kenne.
- 48:22Er ist auch einer der beiden Geschäftsführer des Handelshauses Falkenberg.
- 48:25Seit fast 250 Jahren ist dieses Handelshaus weltweit nicht nur aktiv, sondern innovativ.
- 48:31Und ein unglaublich spannendesten, vor allen Dingen zeitgeistiges Projekt ist its Nottesinn.
- 48:36Und was es da mit auf sich hat, wollte Peter Bohn es sich nicht nehmen lassen und davon
- 48:40persönlich zu berichten.
- 48:42Also lieber Peter, was ist keine Sünde, was ist Nottesinn?
- 48:45Die alkoholfreie Szene weist gerade eine sehr, sehr hohe Dynamik auf.
- 48:50Und gerade der Bereich der alkoholfreien Weine ist sehr spannend, weil man in den vergangenen
- 48:54Jahren massiv dazu gelernt hat und auch investiert hat in Verbesserungen beim Prozess der Endalkoholisierung.
- 49:03Vor allen Dingen bei der Rückgewinnung von Aromen hat man massive Fortschritte gemacht,
- 49:09man verliert nicht mehr so viel von dem, was Wein eigentlich ausmacht.
- 49:14Und man hat auch bei der Lese und da insbesondere beim Lesezeitpunkt dazu gelernt, man liest
- 49:21gezielter, man liest Weine, die später entalkoholisiert werden, in der Regel auch ein bisschen früher,
- 49:28damit sich noch nicht so viel Zucker eingelagert hat, aus dem dann nachher Alkohol wird, den
- 49:33man ja sowieso wieder entziehen muss.
- 49:35Und das alles hat schon dazu geführt, dass wir in den vergangenen Jahren eine massive
- 49:40Qualitätssteigerung bei alkoholfreien Weinen erleben.
- 49:43Man muss natürlich fairerweise sagen, dass man nicht wie beim Bier nur 4-5% Alkohol
- 49:48entziehen muss, sondern deutlich mehr.
- 49:50Das macht die Sache bei Wein schwerer.
- 49:52Aber dennoch, die Qualität wird besser von Jahr zu Jahr.
- 49:57Jetzt kann man in einem zweiten Schritt überlegen, durch die Zugabe von CO2 die Weine noch ein
- 50:03bisschen lebendiger komplexer zu machen, also bis zu 2,5% da sind in der Regel und dadurch
- 50:09habe ich einfach noch ein bisschen mehr Spaß beim Genuss und überdecke auch so ein bisschen
- 50:17diesen Ton, der sich am Ende auch nicht negieren lässt bei alkoholfreien Weinen.
- 50:22Also den Unterschied zum richtigen Wein, den wird man schmecken und das wäre auch Quatsch
- 50:26zu sagen, dass man jetzt einem Weintrinker vollständig den Weingenuss ersetzen kann.
- 50:32Das kann man nicht, aber und das ist unser Ansatz in einem dritten Schritt, kann man
- 50:36neben der Auswahl eines hervorragenden Grundweins und der Zugabe von CO2 mit natürlichen Aromen
- 50:43spielen.
- 50:44Und wenn man diese in den richtigen Ballons, in den richtigen Mengen zu gibt, wie zum Beispiel
- 50:50das Konzentrat des Delaht von bitter Orangenschale mit Ingwer und auch zum Beispiel Himbeere mit
- 50:59Gartenminze und das über lange Zeit probiert und dosiert, dann kriegt man extrem spannende
- 51:06Getränke hin, extrem spannende alkoholfreie Weine, die dann für sich eigentlich schon
- 51:12mit in eine neue Kategorie sind.
- 51:14Und wir haben unsere Weine genannt "It's Nordicin", wir haben so ein bisschen die Verhältnisse
- 51:20verdreht, eigentlich sagt man ja, also keine Sünde mal ein Wein zu trinken, aber wenn
- 51:26heute 6, 7, 8 Leute zusammensitzen, ein paar Flaschen schon getrunken haben, dann kommt
- 51:32man sich ja fast schon als Sündervor, wenn man dann etwas Nichtalkoholisches bestellt
- 51:37und da gehen wir relativ selbstberust ran und sagen, ne, das ist halt keine Sünde, wenn
- 51:41du dir mal jetzt was Alkoholfreies bestellst, aber das muss jetzt auch nicht so eine minderwärtige
- 51:45Flasche sein mit minderwärtigen alkoholfreien Wein, das kann ja trotzdem Spaß machen.
- 51:52Das ist unser Ansinn dazu trinken und lieben.
- 51:55Wir waren viel zu sehr gerade zu speisen, zum Essen wollen wir was Richtiges haben und
- 52:01nicht irgendein Ersatzprodukt.
- 52:02Und das versuchen wir mit "It's Nordicin" und sagen halt, ja, das ist keine Sünde, probier
- 52:08es mal, die Flasche sieht für sich schon sehr, sehr cool aus und das was drin ist, ist umso
- 52:14überraschender und macht richtig Spaß und das ist unser Ansatz.
- 52:18Also, wenn ihr die Möglichkeit habt, mal eine Flasche zu öffnen, schenkt euch mal ein
- 52:23Glas ein, entweder pur auf Eis oder vielleicht mit ein bisschen Rosmarin oder Minze und habt
- 52:31Spaß.
- 52:32Der wechselt ja nach England, ist das schwer?
- 52:45Nein, überhaupt nicht.
- 52:48Das war sprachlich sogar eine Erleichterung, keine Frage.
- 52:52Also, ich habe mich auch in der Paris-Zeit sprachlich weiterhin schwer getan.
- 52:56Mittlerweile läuft das ganz gut, aber man muss sagen, dass es alles 20 Jahre her ist
- 53:02und ich bin weit, weit weg von der Perfektion, aber und das war mein Ziel, ich kam mit einem
- 53:06Winzer im Burgund oder im Bordeaux über seine Weine, über die Produktion in seiner Sprache
- 53:12sprechen und musste mich nicht verbiegen, das Ganze auf Englisch zu machen und bin dem
- 53:17zufolge emotional ganz klar am Vorteil, wenn ich verurteilt bin und über die Weinesprecher
- 53:22und ihn wirklich kennenlernen möchte als Person.
- 53:24Und das ist der große Vorteil.
- 53:28In England war es dann relativ einfach, was die Sprachsituation anging und war dann erst
- 53:35mal für den Moment eine Erleichterung, ganz klar.
- 53:39Man kann aber auch nicht sagen, was die mehr gebracht hat, Frankreich oder England, es
- 53:43war beides auf...
- 53:44Nein, beides extrem viel und ich würde immer ein bisschen vorsichtig sein, weil wir haben
- 53:52natürlich ehemalige Mange jetzt allen aus dem Land zu loten, ist auch nicht gut, aber
- 53:56ich würde jeden der mit dem Gedanken spielt, irgendwann mal ins Ausland zu gehen, wärmstens
- 54:01empfehlen zu tun, sich vielleicht nicht die ganze Zeit nur in den bekannten Gefälden
- 54:09rumzutreiben, sondern vielleicht ein bisschen rauszugehen und das tut weh, das ist nicht
- 54:15einfach, meine Prise habe ich mir bei den Kniescheiben gebrochen, ich musste einmal
- 54:19komplett neu mich in einen anderen Serviceablauf, einen anderen Teamablauf beweisen, muss
- 54:29vor allem auch erkennen, dass die Sprache am Ende der Schlüssel zur Welt ist, denn
- 54:33es bringt dir nichts, wenn du in einem perfekten Serviceteam drin bist, aber du sprichst die
- 54:37Sprache nicht, dann kannst du dein ganzes Wissen, kannst du eine Nagel hängen, lern die Sprache
- 54:41und dann kannst du es anbringen, vorher hast du keine Chance, dann bist du halt nur Tablettträger,
- 54:45ganz einfach.
- 54:46Und das ist dann halt die Herausforderung und das muss man lernen und ich glaube auch,
- 54:51das wollte ich lernen und von daher war das gut, dass ich diese Schritte gegangen bin
- 54:54und ich würde jedem der da Lust hat, ein bisschen mehr und ein bisschen mehr auch zu erfahren,
- 55:02unbedingt den Schritt ins Ausland gehen, machen, je früher, desto besser.
- 55:06Diese Jahre, die man meistens macht man es ja in der Jugend, aber es ist eigentlich
- 55:10niemals zu spät dort absolvieren kann, ist so lebensbereichernd, so berufsbereichernd
- 55:17und man kommt viel gesetzt und viel entspannter zurück und kann in vielen, vielen späteren
- 55:23Jahren und Situationen davon profitieren, sei es in der Kommunikation mit den Gästen.
- 55:27Je früher, umso besser, dann wir wissen, wie es ist, irgendwann ist es halt so, dass
- 55:34man sich heimlich fühlt, dass man vielleicht ein paar mehr weiter denkt und dann glaube
- 55:40ich, es ist schwer solche Schritte nochmal zu gehen, weil ich hatte gerade angedeutet,
- 55:46so einen Schritt in ein anderes Land zu gehen hat es auch immer mit Kosten verbunden, das
- 55:50heißt nicht immer, dass man mehr verdient, als man das in Deutschland tut.
- 55:54Das heißt, je später man es macht, glaube ich, umso schwieriger.
- 55:59Das trifft übrigens auch Weiterbildung, Wettbewerbe etc.
- 56:05Wettbewerbe war bei dir ein riesen Thema, also warst du ja auch wahnsinnig erfolgreich?
- 56:11Ja später dann, ja, am Anfang nicht.
- 56:15Die Wettbewerbe habe ich natürlich mit viel Freude genutzt, damals war aber auch eine
- 56:21deutlich andere Zeit.
- 56:22Gerade wenn es darum ging, andere Artgenossen kennenzulernen, dann hat sich so ein Wettbewerb
- 56:29natürlich sehr, sehr gut dafür angeboten.
- 56:33Mein Erster habe ich glaube in 2000, 2001 gemacht und bin aber kläglich daran gescheitert.
- 56:42Also das taucht natürlich heute nirgends mehr auf.
- 56:45Ja, ich sage es natürlich mit einem gewissen Amisement.
- 56:51Der erste Wettbewerb war die Trophy Baron "Veliebte Rotschlotte".
- 56:56Die du aber später gewonnen hast.
- 56:59Die habe ich dann zwei Jahre später gewinnen dürfen und das erste Jahr hat es Lidwina W
- 57:04gewonnen, das war großartig.
- 57:06So habe ich sie auch kennengelernt, so habe ich übrigens einen ganzen großen Teil meiner
- 57:10spannenspültere Netzwerke kennengelernt unter anderem.
- 57:14Bin ich so an Christine Ballet gekommen und Magda von Niko, die dann dafür gesorgt haben,
- 57:19dass ich zum ersten Treffen der Gründung, wie hieß das damals noch mal, Jungviertelkreis
- 57:30der Sommeil Union.
- 57:32Das war super eckig, heute ist das Sommeil College.
- 57:37Ich konnte daran teilnehmen, war damals im Hause Preuer in Hüteheim und da bin ich
- 57:42quasi wie die Jungfrau zum Kind gekommen.
- 57:44Erst mal ein Wettbewerb gemacht und halbis Jahr später war ich in diesem illustren Kreis,
- 57:47wusste gar nicht, warum ich dahin bin.
- 57:49Und das aber halt nur über diese Situation einer Wettbewerbsteilnahme.
- 57:54Und ja, an solchen Wettbewerben lernt man.
- 57:59Der Weg dahin, es sind drei Phasen, es ist der Weg dahin.
- 58:02Man meldet sich an, geht durch die Qualifikation, damit man das Ganze auch besteht, muss man
- 58:07lernen, ob man das möchte oder nicht.
- 58:09In dem Fall, wenn man sich anmeldet, ich lebe nach dem Auto ganz oder gar nicht.
- 58:13Wenn ich einmal sage, ich mache das, ich möchte den Marathon laufen, dann lauf ich den Marathon,
- 58:17dann muss ich dafür trainieren.
- 58:18Und das ist genau dasselbe für den Wettbewerb.
- 58:22Dann heißt ich, ich muss ein paar Büchern die Hand nehmen, ich muss die Weine verkosten,
- 58:26ich muss in die Zone reingehen, muss wehtut und das heißt in der Freizeit lernen.
- 58:30Hat mir aber extrem viel gebracht, weil ich damit viel mehr Sicherheit im Restaurant
- 58:35gewonnen habe, ich habe die Weine auf den Weinkarten viel besser verstanden, die ich tagtäglich
- 58:39bewegt habe und habe mich so halt mit dem Thema Wein von deutlich schneller entwickelt,
- 58:46als ich das ohne die Wettbewerbe gemacht habe, ganz klar.
- 58:48Und was hast du zu verlieren?
- 58:50Du gehst hin.
- 58:51Im Zweifel, wenn alles schlecht läuft, sitzt du halt am Abendessen dabei und trinkst eine
- 58:56Flasche 59, in dem Fall Mutton Rutschert.
- 58:58Na ja gut, das könnte schlimmer werden.
- 59:00Ich hatte damals die Gelegenheit oder das Glück, dass ich bei der Trophy Baron Philipp
- 59:06de Rothschild, als ich das gewonnen habe in 2003 war, am Tisch saß bei Madame Baroness.
- 59:15Oh wow.
- 59:16Und das war echt großartig, großartig im Sinne von, dass die natürlich die Dame eine
- 59:25großartige Gaske berennt.
- 59:26Sie ist ja leider verstorben vor ein paar Jahren.
- 59:29Weil eine extreme Aura ausgestrahlt hat und der Wettbewerb hat ja, war also für den
- 59:37deutschen Markt zugestitten, aber das Finale war dann in Bordeaux, es waren also sehr,
- 59:41sehr viele Deutsche drin.
- 59:42Und wenn man das historisch betrachtet, hat man sich da ja damals nicht mit rumbekleckert.
- 59:49Also ganz gegenteils, sie hat sogar sehr leidvolle Erfahrungen mit den Nazi-Deutschern
- 59:54explizit gemacht.
- 59:55Und das wusste ich zu dem Zeitpunkt zwar nicht, aber ihre Mutter ist quasi in ihrem
- 1:00:02Beisein kurz vor Kriegsende, meine ich, entführt oder verhaftet wurden wir auch immer und auch
- 1:00:08später umgebracht wurden.
- 1:00:09Und das ist insofern krass, als dass ich dann klar viele, viele, viele Dekaten später
- 1:00:18mit ihrem Tütsitz und sie so unglaublich warmherzig, vor allem uns Kandidaten gegenüber war und
- 1:00:25da Null-Affron oder irgendwas rübergebracht hatte und das war, das war besonders, das
- 1:00:33war einzigartig.
- 1:00:34Und das war auch einer vielleicht der auslösen Punkte, weil ich konnte ihr die Wertschätzung
- 1:00:41gar nicht weiter, gar nicht rüberbringen, weil zu dem Zeitpunkt war mein Französisch
- 1:00:44wirklich nicht existent und ich habe mich nur auf Englisch bei ihr bedankt und habe dem
- 1:00:51Markus noch eins, zwei Wurte gesagt, der es dann netterweise auf Französisch übersetzt
- 1:00:55hat, den er gesagt hat und da fühlte ich mich so unbeholf und da habe ich gesagt, okay,
- 1:00:58du musst unbedingt diese Sprache lernen, weil du musst da weiterkommen.
- 1:01:03Das kannst du solche Momente kannst du nicht auf Englisch absolvieren, das geht nicht,
- 1:01:07das ist respektlos.
- 1:01:08Und von daher hat sicherlich auch dieser Abend dazu beigetragen, dass ich dann ja ein Jahr
- 1:01:14später nach Frankreich gegangen bin und auch gab es an diesem Abend, ich habe die
- 1:01:18Menü-Karte mir gerahmt.
- 1:01:20Es gab neben dem 61er Mutthorne gab es 78er Chateautee.
- 1:01:27Okay.
- 1:01:28Jetzt ist es, also den Basak, den Sie damals auch, ob man auch zusammen vertreiben, sind
- 1:01:34so verspannt, dass es 78er echt ein Krottenjahr war und echt nicht gut war und Sie da um
- 1:01:39jede Traube damals kämpfen mussten und die spätere Inhaberin Aline Baill hat mich auf
- 1:01:46dem Weingut empfangen einige Jahre später und hat mir eben von diesem Jahrgang eine Flasche
- 1:01:5178er geschenkt, die bei mir immer noch im Keller ist und ich habe gesehen, wie traurig.
- 1:01:55Also Sie haben unglaublich viele gereifte Weinen da gehabt, immer so in Ihrer Schatzkammer,
- 1:02:03aber vom 78er waren da sechs Flaschen drin und sie hatten mir eine dieser Flaschen gegeben,
- 1:02:06deshalb bringe ich es auch nicht übers Herz, diese Flasche zu eröffnen, also einfach ein
- 1:02:10ganz großartiges Geschenk.
- 1:02:12Und es hat mich schon bewegt und ich wäre da nie hingekommen, wenn ich nicht den Ärger
- 1:02:18gehabt hätte, an diesem Wettbewerbentat zu nehmen, ganz klar.
- 1:02:22Daher hätte ich diese Möglichkeit nie gehabt und von daher war das eine coole und rückblickende,
- 1:02:30sehr einmalige Erfahrung.
- 1:02:31Hat dich da jemand gemötigt, an dem Wettbewerbenteil zu nehmen oder war das selbst gewinnt, leid
- 1:02:38sozusagen?
- 1:02:39Das war aber selbst gewählt, das war damals in der Wilhelmarschmiede, habe mich den Kollegen
- 1:02:46darauf aufmerksam gemacht, die diesen Wettbewerb mitgemacht hat und dadurch, dass ich mich im
- 1:02:51Thema Wein ja prädestiniert geführt habe, dass selber auch mit anzugehen, habe ich gesagt,
- 1:02:57ja dann melde ich mich mit an und dann ist dazu verwilsen, mir beide auch eingeladen wurden
- 1:03:02ins Halbfinale.
- 1:03:03Und das Interessante ist, dass ich mich eigentlich bis zwei Wochen davor mit dem Thema überhaupt
- 1:03:10nicht auseinandergesetzt hatte, ich hatte keine Appellation gelernt, ich hatte keine
- 1:03:13Rebsucht gelernt, ich war wirklich komplett blind, als ich in diesen Wettbewerb reingelaufen
- 1:03:19bin, ich hatte keine Ahnung.
- 1:03:20Und ich sitze da drin und es war mir unangenehm in dieser Prüfung zu sitzen, gerade in der
- 1:03:26Theorieprüfung.
- 1:03:27Und das Praxis, das war damals auch schon nicht schwierig, weil wir haben ja tagtäglich
- 1:03:32mit Wein gearbeitet, aber es ist halt noch mal was anderes, ob du in einer Wettbewerbssituation
- 1:03:36bist und die Flasche Wein nach Regeln aufmacht, wo du einen Skoringboot ausführen musst.
- 1:03:43Das wusste ich zu dem Zeitpunkt, ich war also komplett unbeleckt und dann nimmt mich halt
- 1:03:48später Kristine bei dir beiseite und sagt dir Thomas, schön, dass du mitgemacht hast,
- 1:03:53schön, dass du daran teilgenommen hast, wir sehen dann ein tolles Potenzial.
- 1:03:56Wenn du Bock hast und Interesse hast, musst vier machen.
- 1:04:01Du bist ganz am Anfang, aber da könnte was draus entstehen.
- 1:04:03Und ich habe mich dann mehr oder weniger bei Markus Tiamonego entschuldigt für diesen
- 1:04:09Theorieburg und er sagt, hey, ist doch alles in Ordnung.
- 1:04:11Ist da gar kein Problem.
- 1:04:13Was bist du damit 21, was ich damals war, das Ziel haben, diesen Wettbewerb zu gewinnen?
- 1:04:19Du bist dabei und du bist einer von, in dem Fall waren wir glaube 10, 12 Kandidaten.
- 1:04:23Aber du kannst lernen und dass man das lernen kann, haben wir ja gezeigt, zwei Jahre später
- 1:04:28konnte ich diesen Wettbewerb gewinnen.
- 1:04:31Und natürlich zielgerichtet auf das, was dann einen Wettbewerb natürlich auch braucht.
- 1:04:37Aber das gleiche, wenn du Fußball spielst, ja, dann musst du halt nicht nur den Ball
- 1:04:41hochhalten können, sondern du musst halt auch ein Spielverständnis haben und du musst
- 1:04:44wissen, wie du dich auf den Platz bewegst.
- 1:04:45Und so ist das dann halt bei dem Wettbewerb auch ganz einfach.
- 1:04:48Aber das war cool und das hat mir eine komplett neue Welt eröffnet.
- 1:04:52Am Endeffekt bin ich an jedem Wettbewerb, den ich nicht gewonnen habe, zweimal schlaue
- 1:04:55rausgegangen und habe daran mehr gelernt als an denen, wo ich gewonnen habe.
- 1:04:59Ich denke auch, der olympische Gedanke ist da in der Tat das eigentlich Wichtigste, dass
- 1:05:04man einfach dabei ist, dass man Netzwerken kann, dass man für die Zukunft etwas aufbaut
- 1:05:10und auch diesen Gedanken der Wettbewerbe bereichert.
- 1:05:13Weil es nützt ja nichts, wenn so ein Wettbewerb stattfindet und keiner geht hin.
- 1:05:16Doch so ist es richtig, dann wäre es kein Wettbewerb.
- 1:05:21Sehr klar.
- 1:05:23Ja, das ist so ein bisschen die Crux an der Situation, dass wir heute, ich glaube, eine
- 1:05:29gewisse Müdigkeit haben, sich solchen Competitions zu stellen.
- 1:05:33Ansonsten werden die Anmeldezahlen ganz anders, als das in den letzten Jahren der Fall war.
- 1:05:41Ich glaube aber, da ist vielleicht auch ein Missverständnis am Markt, weil ich glaube,
- 1:05:46dass ein junger Sommelier, der heute 25, vielleicht 28 Jahre ist und überlegt, ob er an der Sommelier
- 1:05:54Trophy teilnimmt oder nicht.
- 1:05:56Wir haben den Gedanken erwägt, dann sieht er die großen, wie du es auch eingelassen
- 1:06:00gesagt hast, die großen illustren Persönlichkeiten und er ist automatisch beeindruckt und fühlt
- 1:06:05sich vielleicht unwohl.
- 1:06:06Und diesen Gedanken sollten wir nach Möglichkeit aus den Köpfen herausnehmen.
- 1:06:13Denn es geht nicht darum, den Wettbewerb am ersten Tag zu gewinnen.
- 1:06:16Manchmal braucht man ein, zwei, vielleicht drei Anläufe dafür, um das zu gewinnen.
- 1:06:20Aber muss man den Wettbewerb wirklich gewinnen, um daran zu wachsen?
- 1:06:25Muss man, meiner Meinung nach, nicht.
- 1:06:27Es ist schön, wenn man ihn gewinnt, das ist die berühmte Kirche auf dem Kuchen.
- 1:06:31Aber ich habe in dem Moment doch schon gewonnen, wenn ich überhaupt daran teilnehme.
- 1:06:35Denn wenn es nur, ich sage 20, 25 Teilnehmer gibt, dann geht es ja nur darum, besser zu
- 1:06:41sein, ich sage es sehr lob, als die anderen 24.
- 1:06:45In einer Prüfung, sei es eine Advanssommi oder vielleicht später ein Mastessommi oder
- 1:06:51eine andere Weinenprüfung, da muss ich an dem Tag besser sein, als die Prüfungskommission,
- 1:06:58die Tagetsgesetz hat.
- 1:06:59Das ist deutlich schwieriger, also ist doch die Situation, ein Wettbewerb teilzunehmen,
- 1:07:04die beste Möglichkeit, eine kostenlose Prüfung zu absolvieren, um später vielleicht, wenn
- 1:07:10man das denn möchte, eine Advanssommi abzulegen.
- 1:07:14Das ist dann eine großartige Situation, es gibt ein tolles Essen.
- 1:07:17Man lernt ein paar sehr, sehr gute Erdgenossen und Leidensgenossen kennen, das ist doch großartig
- 1:07:25fürs Netzwerk, also warum nicht?
- 1:07:27Machen, einfach machen.
- 1:07:29Man kann an die Kirche gewinnen.
- 1:07:31Deine Karriere Bausteine, wo du sagst, das war das herausstechende oder das möchte ich
- 1:07:34nicht missen.
- 1:07:35Also waren es die Wettbewerbe, war es die Weiterbildung?
- 1:07:38War es eben der Auslandsaufenthalt oder ist es gleichermaßen, wo du sagst, an all dem bin
- 1:07:43ich gewachsen, es hat sich dadurch entwickelt?
- 1:07:45Du wächst an jedem Einzelnen davon und das ist wie am Ende wie in einem Steinen am Haus.
- 1:07:53Jeder Einzelne sorgt dafür, dass das Haus am Ende dicht ist und dass es hält.
- 1:07:58Aber klar, es gibt ein paar von diesen Situationen, die besonders gut waren, die besonders, auf
- 1:08:04die ich heute sehr, sehr gerne und mit einer gewissen Stolz auch zurückschaue.
- 1:08:08Na klar, das erste Mal den Advanced-Sommelier natürlich bin ich angetreten, habe ich nicht
- 1:08:13beim ersten Mal bestanden, trotz meiner Meinung nach großartigen oder sehr guten Theorie
- 1:08:19und auch das sehr ordentlichen Service.
- 1:08:22Aber ich habe die Verkostung in den Sand gesetzt, weil ich das System damals noch nicht durchschaut
- 1:08:27hatte, auf welches ich da zu verkosten hatte, weil ich dann halt doch etwas abgrenzgegen
- 1:08:32über eine Wettbewerbsverkostung und das hat halt noch einen weiteren Anlauf gebraucht
- 1:08:37und als ich das dann bestanden hatte, war ich schon stolz und auf frohe das ganze Bestandenseam.
- 1:08:42Aber ich war auch froh, als ich das erste Mal die Wettbewerbe um die Trophy beruhen,
- 1:08:54fliebte Rutsche und übrigens davor auch noch die Trophy-Religiatur gewonnen habe.
- 1:08:58Aber sicherlich klar, wenn man heute zurückschaut, ist der Sieg in der Sommelier-Trophy sicherlich
- 1:09:06das, was zumindest auf nationaler Ebene das Wichtige ist und was ja damals dann auch das
- 1:09:10Ticket für die Europäischen Wettmeisterschaft für mich bedeutet hat.
- 1:09:14Ja und das war großartig, auch wenn ich da leider keinen Potiumsplatz erreicht habe,
- 1:09:22war es eine fantastische und großartige Erfahrung überhaupt dabei zu sein.
- 1:09:25Wie ist der Unterschied in der Verkostung zwischen, also wenn du eine Advanced Verkostung
- 1:09:31machst, wenn du eine Wettbewerbsverkostung, eine Restaurantverkostung oder so als vierte
- 1:09:38unterschiedliche Spielerei, eine Handelsverkostung, wo du ja jetzt nochmal wahrscheinlich ganz
- 1:09:44anders verkostest als in früheren, vorigen Jahren.
- 1:09:47Wie fern kam das um Schild?
- 1:09:50Also die Verkostung beim CMS, also beim CoDov Master's Omelis, ist im Prinzip das, was ich
- 1:09:59glaube die, wer hat es denn letztens vorgestellt, Silber, helf mir?
- 1:10:06Du hast doch letztens eine Verkostung, ah mit Steffen Hien, genau, Steffen Hien, hast
- 1:10:11du doch sehr das doch perfekt dargestellt und hat quasi diesen Wein ins Einzelne durchdekliniert.
- 1:10:17Die Wettbewerbsverkostung orientiert sich mehr, zumindest was damals so, an dem wie wir es
- 1:10:23an den Sommelischchulen gelernt haben, wie es punktuell auch heute noch gelehrt wird,
- 1:10:28wo es halt deutlich mehr darum und die Wein-Speisen-Kombination geht, wo es um Trinktemperaturen
- 1:10:33und Klassituationen geht, also mehr in die Praxis hinein.
- 1:10:37Und natürlich klar, die Handelsverkostung, da geht es im Prinzip am Ende des Tages darum,
- 1:10:44welches Portfolio passt auf welchen Kundenkreis in welcher Preisklasse.
- 1:10:49Und ich verkoste immer noch mehr, sicherlich nicht mehr im Detail wie ein Wettbewerbs-Sommel,
- 1:10:58aber ich gehe immer noch viel, viel mehr auf Strukturen ein, als ich das zum Teil beim
- 1:11:03ein oder anderen Fachhändler sehe, der natürlich viel mehr auch auf logischerweise, auf Etikettendarstellungen,
- 1:11:10auf Flaschenformate, auf solches Delistiken viel, viel mehr wertlegt, als ich das Sommel getan habe.
- 1:11:17Ich hatte immer persönlich die Überzeugung, da würde mich interessieren, ob du es bestätigst
- 1:11:22oder ganz anders siehst, dass ein Wettbewerber mehr oder weniger analytisch verkostet.
- 1:11:29Das Sommel ist immer auch schön verkostet, also versucht das Schöne in dem Wein zu sehen
- 1:11:33und das Schöne herauszuarbeiten, Schöne zu beschreiben und ein Händler immer kritisch verkostet
- 1:11:37und das Kritische in dem Wein sieht und den möglichst negiert, um das Schlechte später beim Verkauf auszuschließen.
- 1:11:44Kann man das so bestätigen oder ist das?
- 1:11:46Das bist du genau richtig, ist auch das, was ich gemeint habe, dass die Sommelierprüfung,
- 1:11:52also an den Sommelierschulen, immer eine anführungsrechtlich beschönigte Weinbeschreibung ist.
- 1:11:57Du wirst den Winzer damit nicht bloß sterben.
- 1:12:01Du umschiffst manche Situationen und du musst den Wein natürlich trotzdem,
- 1:12:04dass es eine analytische Beurteilung ist, aber sie ist nicht ganz so hart, zumindest in der Formulierung,
- 1:12:12wie das meiner Meinung nach bei den Verkostungen ist, wenn es um das Diploma oder den Advance geht.
- 1:12:23Die sind deutlich auch, ich sage mal, stringender und schematisierter in ihrer Art.
- 1:12:36Das heißt aber nicht, dass man die nicht auch auf der emotionalen Weise machen kann.
- 1:12:39Das hilft schon.
- 1:12:40Also ein schönes Beispiel ist zum Beispiel, wenn es darum geht, eine Sommelierverkostung zu zeigen,
- 1:12:47was da die besonderen Eigenheiten sind, da darf man schon mit Emotionalität arbeiten.
- 1:12:53Das geht ja und das hat zum Beispiel mal sehr beeindruckend.
- 1:12:57Hatte ich das Glück, dass ich Andreas Larsson auf der Bühne gesehen hatte, als er die Weltmessenschaft gewonnen hatte.
- 1:13:02Ich meine, 2,7, man mag mich korrigieren, wenn ich damit falsch bin.
- 1:13:07Und das war großartig wie eine lütliche Einheit, und trotzdem wie persönlich positiv emotional er diesen Mann beschrieben hat.
- 1:13:20Das war für mich zum Beispiel etwas, wo ich mir sage, cool, dass unabhängig davon ist, dass der Typ auf der Bühne einfach mal eine Aucher dargestellt hat.
- 1:13:27Und keinen Zweifel daran hat aufkommen lassen, dass er diesen Wettbewerb gewinnt.
- 1:13:33Also die Selbstsicherheit, wie er da drauf stand, war brutal, klar, jahrelanges Training.
- 1:13:38Aber das dann halt so auf dem Punkt zu präzisieren und zu kanalisieren, war herausragend.
- 1:13:44Und er hat eine sehr, sehr persönliche und dennoch analytische Weihbeschreibung gemacht.
- 1:13:50Das war grandios, Spaß gemacht.
- 1:13:52Also das geht, das funktioniert, analytisch sein und dennoch den persönlichen Touch mit reinzubringen.
- 1:13:59Das können wenige. Also es fasst manchmal wie ein Gedicht, wenn man dazuhört und sich da reinticken kann.
- 1:14:06Und oftmals finde ich es total spannend, wenn jemand den Wein so beschreiben kann, dass man den schon auf der Zunge hat.
- 1:14:10Dass man den Wein spüren und ihn greifen kann.
- 1:14:14Genau, das war das Spannende in dem Moment.
- 1:14:16Also wenn sitzt bei so einem Wettbewerb, also in dem Fall bei dem WM-Finale, sitzt du im Publikum und du hast ja nicht den Wein zum Verkosten.
- 1:14:25Aber die Personen stehen oben und im Regelfall ist es so, dass alle drei Finalisten den Wein oft beschreiben.
- 1:14:33Und das Publikum kann sich überlegen, wie genau ist diese Beschreibung, kann man das nachempfinden.
- 1:14:40Und man spürt es im Publikum und man unterhält sich natürlich mit dem ein oder anderen Kandidaten.
- 1:14:46Und es sagt ja, der Wein ist eins zu eins beschrieben.
- 1:14:49Und ich glaube, es war damals ein, also ich bin ziemlich sicher, es war ein Oregon Pino, den er beschrieben hatte.
- 1:14:54Und er hat ihn so ganz klar abgegrenzt gegenüber dem Burgund, gegenüber potenziellen Alternativen aus dem Burgund,
- 1:15:01dass jeder in diesem Publikum gesagt hat, er hat diesen Wein 100% genagert.
- 1:15:05Und am Ende wurde es aufgedeckt.
- 1:15:07Also bestimmt und erkannt.
- 1:15:09Und am Ende wurde es aufgedeckt und es war eins zu eins richtig.
- 1:15:12Und es ist perfekt.
- 1:15:13Und wenn du das so nachempfinden kannst, wenn du diese Aromenbilder, die Texturen, die Strukturen, die beschrieben werden,
- 1:15:19selbst quasi spürst, wie du gerade auch gesagt hast,
- 1:15:23dann ist es perfekt, dann ist das das Idealbild.
- 1:15:25Wir haben ja als Homistik den ganz großen Vorteil,
- 1:15:28oft richtig auf Tuchfüllung mit den Größen, nicht nur der Weinwelt,
- 1:15:33sonst auch der anderen Welt zu gehen und diese kennenzulernen.
- 1:15:36Aber so aus der Weinwelt haben dich da Menschen oder Winzer ganz besonders beeindruckt?
- 1:15:41Also die Thematik, also ich habe natürlich viel auf die Somme ist geschaut,
- 1:15:49also ich mich mit dem Thema weiter auseinander gesetzt habe, geschaut, okay,
- 1:15:52wer ist das, was haben die gemacht, was war der, ihr Wert gegangen?
- 1:15:56Also ich wusste sehr schnell, wer Hendrik Thomas war und was er getan hat,
- 1:15:59er war nicht was er getan hat, aber wo er unterwegs gewesen ist,
- 1:16:02gleich zu einem Zeitpunkt nicht kannte.
- 1:16:04Ich fand es großartig, dass er tatsächlich in die Richtung meiner alten Heimat gegangen ist nach Leipzig
- 1:16:09und da quasi Aufbauarbeit mit geleistet hat, das fand ich ziemlich spektakulär.
- 1:16:15Und dann verfolgt man das natürlich,
- 1:16:18Personen wie Christina Fischer, damals im Kochtür Elkar Shatner,
- 1:16:22dabei, das sind Personen, die natürlich am Anfang Ikonen waren
- 1:16:28und auch nach wie vor Sinn und da einen ganz, ganz wichtigen Platz eingenommen haben
- 1:16:34und dass man sie dann später kennenlernt und sich mit ihnen anfreundet.
- 1:16:37Und das ist natürlich grandios, aber das hätte ich ohne,
- 1:16:40dass mich Christine Walini in die Hand genommen hätte
- 1:16:42und mich dann nach diesem Bettböhe aufgebaut hätte, hätte ich das niemals gemacht,
- 1:16:46weil ich hätte wahrscheinlich gesagt, okay, alles klar, ich habe mir das jetzt angeschaut.
- 1:16:49Ich habe keine Ahnung davon, lasst mir das dabei sein, bleibt mal Kellner.
- 1:16:53Aber nein, das war so die richtigen Worte zur richtigen Zeit
- 1:16:58und dann habe ich eben diese Personen, wie ich schon angedacht auch kennenlernen können,
- 1:17:02wie Jürgen Fendt, wie Gibonfua, Markus Dämonico hatten wir angesprochen.
- 1:17:09Das sind natürlich die Personen, die gerade in der Frühphase extrem wichtig waren,
- 1:17:13dass ich mich damit, also dass ich da an die Hand genommen wurde, wie du so schön sagst
- 1:17:20und eben keine Angst gehabt habe.
- 1:17:22Und dann bin ich mit unseren Nachbuchskreisen natürlich auch sehr, sehr mit einer guten Klicke gewesen,
- 1:17:29eben mit Litwina, Christian Franz, Jan Bimbös, Christina Hilger, damals noch Christina Göbel Verzeihung
- 1:17:37und weiteren sind wir miteinander durch diese Zeit gegangen und haben miteinander gelernt,
- 1:17:43haben uns gegenseitig gepusht und haben im Prinzip dafür gesorgt, dass wir selbst nicht blöder werden,
- 1:17:49sondern dass immer einer von uns auf den Podest steht und diese Wettbewerbe gewinnt,
- 1:17:54weil wir damit zwar jetzt nicht die besseren Somme ist, das will ich gar nicht sagen,
- 1:17:58oder mehr Service am Gast gebracht haben, sondern einfach mehr Erfahrung gesammelt haben,
- 1:18:05um die Weinenwelt, ich glaube am Endeffekt ein bisschen mit einem weltlicheren Blick zu repräsentieren.
- 1:18:13Das ist etwas, was mir heute manchmal ein bisschen bei dem ein oder anderen fehlt,
- 1:18:19das ist jetzt vielleicht keine Kritik, sondern eher so ein bisschen Spiegelvorhalten,
- 1:18:23dass der ein oder andere junge Somme je um die 25, 30,
- 1:18:29eine tolle Weinkarte verantwortet, die zusammengestellt hat, die auch lebt, das ist super,
- 1:18:35aber teilweise zu sehr seinen eigenen Stil repräsentiert, was vielleicht den Gast nicht abholt
- 1:18:41und sich dann wundert, warum der Weinabsatz so gering ist, oder meinen,
- 1:18:46dass es reicht nur Deutschland zu repräsentieren.
- 1:18:51Wir hatten vorhin über den Brandenburg-Rof gesprochen, klar, das war aber eine Extremkarte,
- 1:18:56das war nicht eine allerweltskarte in einem Restaurant, sondern es war ein bewusstes Auslohn einer Situation.
- 1:19:04Ich meine, wir hatten da Jahrgänge, ich glaube 1897 und so was mit auf der Karte,
- 1:19:09mehrere 1910 und 12 Jahrgänge, und da lagen auch von den verschiedensten Winzern drauf.
- 1:19:15Das war eine Enzyklopädie, eine Bibliothek, die Matthias da mithilfe der Winzer zusammengeholft hat,
- 1:19:21wo Schatzkammern geöffnet wurden, die niemals auf dem Markt so verfügbar waren,
- 1:19:25wie sie eine Flasche hatten, und wenn sie verkauft war, dann hat man ein Problem.
- 1:19:29Also das war etwas Besonderes und ich würde mich freuen, dass der, wenn der heute,
- 1:19:35Sommerjahr, der am Anfang der Karriere steht, nicht zu früh satt ist, nicht zu früh sich zu hueligt
- 1:19:41und sagt so, das reicht jetzt, jetzt haben wir eine geile Karte und dabei bleibt es dann,
- 1:19:45sondern immer wieder bei sich auseinander, mit den neuen Sachen auseinander,
- 1:19:50ich glaube die meisten machen das, aber ich sehe es halt nicht auf den Karten,
- 1:19:54viele Karten sind sehr langweilig, wiedergesehen, wiedergespiegelt, gleiche Weine, was der Nachbar auch hat,
- 1:20:02und eher so eine Ansammlung von Instagram-Feeds, und das macht ganz Spaß.
- 1:20:08Verstehst du was ich meine?
- 1:20:10Total, ich fühle ich konform und ich finde es auch ganz schwierig,
- 1:20:14oder es ist ganz selten die Situation, dass es jemand schafft, die Brücke zu schlagen zwischen Blutschip und Entdeckung.
- 1:20:22Also ich finde, beide sollten auf die Karte, sollten sowohl ein gewisse Namen auf die Karte,
- 1:20:26zum einen sehr gastig, wo ich fühle, zum anderen die Karten natürlich auch strukturierend auszukleiden,
- 1:20:30aber manchmal eben auch das Ganze mit Entdeckung und No-Names komplett zu bereichern.
- 1:20:36Und viele Karten haben eine gewisse Ein- - Also die Entdeckung sind super wichtig, klar.
- 1:20:40Sie sind sehr, sehr wichtig, weil sie am Endeffekt ja auch die Möglichkeit geben,
- 1:20:44Winzer, die noch nicht in der ersten Reihe sind, und eigenen Stil auch zu entwickeln und mit Publikten zu machen, klar.
- 1:20:52Gerade auch in der Weinbegleitung, ich bin solch eine extrem große Rolle für mich,
- 1:20:56oder Spieltent, ich darf das nur noch punktuell machen.
- 1:21:00Und die Blutschips, wie du sie nennst, die haben vielleicht nochmal ein ganz anderes Problem.
- 1:21:06Wir haben heute viel, wenn wir heute die Restaurantlandschaft anschauen, es gibt ja sehr, sehr viele Restaurants,
- 1:21:12die in einer Frühphase ihres Zyklus stehen, die also vielleicht so fünf bis zehn Jahre alt sind,
- 1:21:19die quasi auch finanziell noch nicht so aufgestellt sind, wie lang etablierte über Generationen gepflegte Restaurants,
- 1:21:29also wo Weinkarten auch wachsen konnten, sprich die kaufen für relativ teures Geld.
- 1:21:34Diese Blutschips ein oder müssen sie für teures Geld einkaufen.
- 1:21:38Und dann verstehe ich, dass sie da gerade in der Entwicklung der letzten fünf, sechs Jahre eben diese Wein ein Bogen drum herum machen.
- 1:21:45Wir haben das in Bordeaux gesehen, teilweise auch zu Unrecht, weil Bordeaux ist breit genug,
- 1:21:50es gibt genügend Weine, die auch im niedrigen, zweistelligen Bereich verfügbar sind und dann auch gut kalkulierbar sind.
- 1:21:58Aber wir verkaufen halt viel, viel einfacher einen großen Latour oder einen Kostest-Zonell,
- 1:22:06der kostet aber mittlerweile so viel Geld, dass das auch im Restaurant vom Gast nicht mehr bestellt wird.
- 1:22:11Also selbst wenn ich diese Weine dann habe und viel Geld dafür investiert habe, dass sie auf der Karte sind,
- 1:22:17wenn sie dann leider nicht ausreichend in Menge getrunken und du weißt, wie es ist, du kannst nicht mal schneller n Tisch laufen
- 1:22:22und jedem Gast 600 Euro für eine Flasche Wein abzubicken, das passiert nicht.
- 1:22:28Die laufen nicht jeden Tag ins Restaurant, zumindest nicht in den normalen Restaurants, die ich gerade skizziert habe.
- 1:22:36Und daher verstehe ich, dass diese Weine mittlerweile von den Karten verschwinden
- 1:22:41und das wird, ich glaube auch im nächsten Schritt, relativ breit mit Burgund passieren,
- 1:22:46weil da ist auch das Preisrat meiner Ansicht nach deutlich überschritten,
- 1:22:52sodass wir da auch diese Weine nicht mehr dem Gast verkalkuliert, das war auch ein Genst des Themas,
- 1:22:58verkalkuliert so auf der Karte sind, dass der Gast an diesem Tag Lust hat, diese zu trinken.
- 1:23:03Denn wenn er sie kennt, hat er sie wahrscheinlich gereifteren Jahrgäng zu günstigeren Gestärungskosten im eigenen Keller
- 1:23:09und lädt dann lieber Freunde ein und trinkt das zu deutlich günstigeren Preisen daheim.
- 1:23:14Und daher ist es umso wichtiger, dass ich die Entdeckung, die zweite Reihe des Burgunds zeige,
- 1:23:20um da eine faire Kalkulation zu finden, Burgund, Burgund, Neymet, also alle großen Blutschipp-affin-Regionen,
- 1:23:28brauche ich die zweite Reihe mittlerweile viel, viel mehr und muss mich dann trotzdem eben mit dieser Region auseinandersetzen.
- 1:23:35Dann ist es halt meiner Ansicht nach falsch, zu sagen, nur weil es jetzt teuer ist,
- 1:23:38ist diese gesamte Region per se teuer und damit auf meiner Karte gestorben.
- 1:23:42Ja klar, wenn ich mich nur auf den Händler verlasse, wird es schwer.
- 1:23:45Da muss ich in die Region gehen, muss ich ins Land gehen und das repräsentieren.
- 1:23:49Oder entdecken, um es zu repräsentieren.
- 1:23:52Weil die Weine gibt es.
- 1:23:54Und Bordeaux ist aktuell aktuell leider voll, also leider für die Winzeln natürlich,
- 1:23:59die eben in dieser marginalen zweiten Reihe stehen, die nicht zu den Top 50 gehören,
- 1:24:04die müssen die Weine verkaufen, die haben Probleme, die haben richtige Probleme.
- 1:24:09Und da sollten wir als Sommers nicht per se, glaube ich, oder auch als Weinhändler per se immer dieselbe Kerbe schlagen und sagen,
- 1:24:16das gibt nix und günstig interessiert keinen.
- 1:24:19Ja, lasst uns die Marken aufbauen, lasst uns diese Weingüter vielleicht mit nach vorne bringen.
- 1:24:27Aber das ist jetzt nicht nur eine Brücke für Bordeaux, sondern für viele andere Regionen auch in Deutschland,
- 1:24:33wo wir, denke ich, auch in der zweiten, dritten Reihe viele Weingüter haben, die unterrepräsentiert aus sind auf den Karten.
- 1:24:40Und manchmal einfach sehr, sehr eigene Interpretationen auch der Region der Rebsorten darstellen,
- 1:24:45was andere Weingüter, die etabliert sind, nicht mehr können, weil sie zum einen für einen gewissen Geschmack,
- 1:24:52einen gewissen Stil, eine gewisse Weinpräsent stehen und diese Spielereien gar nicht darstellen können.
- 1:24:58Ich finde es aber eben auch, ich finde den Brückenschlag, wie ich es vorhin schon sagte, recht wichtig,
- 1:25:03weil ich dennoch finde, dass viele sehr etablierte und auch teilweise preislich sehr etablierte Weingüter
- 1:25:14einen Stil und ein Charakter haben, den man nur dort findet.
- 1:25:19Und gar keine Frage, sonst wären sie ja auch gerade begunden betreffen, nicht in dieser Bekanntheit, in der sie sind.
- 1:25:29Gar keine Frage. Und da wird es natürlich, es wird schwer, eine Neuentdeckung, Schäber-Jemaurer-Schätze machen, gar keine Frage.
- 1:25:37Aber es gibt vielleicht sehr gute Terroirs auch in der Umgebung, die den Vorteil haben,
- 1:25:44dass ich etwas finde, was vielleicht nicht die Tiefe, nicht die Spannung eines Schäberjes hat,
- 1:25:52aber zumindest eine Story mitbringt, die ich ja in diesem Moment im Restaurant brauche
- 1:25:57und eine Entdeckung sein kann, die ich dem Gast auch für dann im Umkehrschluss,
- 1:26:02für einen verhältnismäßig kleineren Taler einbringen kann und trotzdem einen tollen Abend mitgestalten kann,
- 1:26:08ohne dass ich gleich in ein Supermarktregal reingreifen muss, übertrieben gesagt.
- 1:26:13Und die gibt es. Aber klar, weil wir Katscheber-Jemaurer-Schätze ansprechen,
- 1:26:17es ist großartig eine Flasche selbiger Lage vom etablierten Winzer, den du auch in diesem Podcast hostest, zu trinken.
- 1:26:28Es ist grandios, es ist emotional, fantastisch.
- 1:26:32Erlebnis jetzt gerade im Frühjahr mit einer Gruppe befreundeter Sommys,
- 1:26:36wo eine diese Flasche aus dem Auto gezaubert haben, wie gesagt, dann bist du verrückt,
- 1:26:41aber ja, komm her damit, großartig. Fantastisch. Ja, macht Spaß.
- 1:26:45Das sind die Momente, für die ich sehr, sehr gerne brenne und sehr, sehr gerne auch die Weinregionen besuche.
- 1:26:51Was ich persönlich immer ganz, ganz schwer fand, bei Empfehlungen, oder viele bekannte Namen,
- 1:26:58jetzt auch gerade in Deutschland, sei es keine Ahnung, Breuer, sei es Bürglin, sei es Meier-Nekkel,
- 1:27:05die haben das Problem, dass sie zu bekannt sind und da eigentlich viel zu selten empfohlen werden,
- 1:27:09weil es natürlich langweilig ist, wenn man als Sommys diese Weine empfiehlt
- 1:27:12und somit leiden die eigentlich unter ihrem Namen.
- 1:27:15Das finde ich auch, also ich finde zu diesem Zwischenweg ganz, ganz gut und ganz interessant.
- 1:27:19Also diese auch trotz einem zu pflegen und deren Leistung damit anzuerkennen.
- 1:27:23Aber es ist natürlich unspannend unsexif für einen Sommys, wenn er hingeht und sagt,
- 1:27:28auch heute wollen wir mal eine Runde Breuer oder Bürgling trinken.
- 1:27:33Ja, alles zu ... ja und nein. Verstehe ich, verstehe den Ansatz.
- 1:27:41Aber du sprichst jetzt über natürlich sehr wirklich Hochdecorierte und seit vielen Decaten bekannte Weingüter.
- 1:27:51Aber wenn es so wäre, dass etwas, was schon bekannt ist, nicht empfohlen werden würde und sich nicht verkauft,
- 1:27:57dann erkläre mir, also wir haben jetzt zum Beispiel auf der deutschen Weingate damals gehabt hier in der Quartrier.
- 1:28:04Okay, das ist 20 Jahre her, stimmt, aber es ist halt auch lange her.
- 1:28:07Da hatten wir G-Max für 110 Euro auf der Karte.
- 1:28:10So, das war damals trotzdem nicht jeden Tag ausverkauft.
- 1:28:15Heute wird es gehandelt.
- 1:28:18Das war damals natürlich viel Geld, aber da gibt es auf der Karte viel, viel teurere Weine.
- 1:28:24Und das hat sich halt entwickelt und trotzdem wird heute selbiges Weingut und mit allem recht,
- 1:28:29allem vollen Verdienst jeden Tag in Zichrestaurants empfohlen und teuer gehandelt.
- 1:28:35Also das entwickelt sich auch und ist eine Welle.
- 1:28:38Dass wir Bürgling als Beispiel besprechen und du mir sogar netterweise das heute eingeschränkt hast,
- 1:28:45das liegt ja daran, dass die Karte, die wir hier haben,
- 1:28:50dass du da auch noch die Karte, die du heute eingeschränkt hast,
- 1:28:54das liegt ja daran, dass dieses Weingut auch heute noch eine absolute Ikone ist
- 1:28:59und damals schon gewesen ist und auf diesem Niveau oben bleibt.
- 1:29:02Und das ist doch ein Riesenverdienst für das Weingut.
- 1:29:05Und ich glaube aber nicht, dass es deshalb, also ich hoffe nicht, dass es so ist,
- 1:29:09dass es deshalb weniger empfohlen wird.
- 1:29:11Also wir haben sehr, sehr viel Bürgling meiner Zeit verkauft.
- 1:29:16Und ich glaube, dass wir unendlich viele Holzkisten ändern, die wir aus Forst hatten.
- 1:29:20Also ganz so wenig was nicht.
- 1:29:23Weil es auch wirklich Spaß gemacht hat, diese Sache einzusetzen.
- 1:29:26Diese Weinheit wirklich auch Speisenbegleiter waren, oder so.
- 1:29:30Nein, also Neuentdeckung müssen gemacht werden,
- 1:29:35Sonnen gemacht werden, Bereichen des Leben helfen auch,
- 1:29:38dass Weingüte, die jünger sind,
- 1:29:42die in den Welle gerade aus Rheinhessen falls und vor allem auch von der Nahe,
- 1:29:47beispielsweise und Mosel kommen, wo junge Winzer, die gerade von den Schulen kommen,
- 1:29:52miteinander sich neu finden und die ärterliche Betriebe übernehmen.
- 1:29:57[Klopfen]
- 1:30:07[Klopfen]
- 1:30:13Definitiv ist unsere Schaumweinbrusten in den letzten Jahren enorm geschwollen
- 1:30:16und die hiesigen Sektor erreichen Qualitäten, die außergewöhnlich sind.
- 1:30:20Und doch ist es nicht selten großartig, sich auf die Fragofilen Klassiker zu berufen.
- 1:30:24Das ist zum einen natürlich Champagner, aber fast noch interessanter, der Cremant,
- 1:30:28den man nicht aus den Augen verlieren sollte.
- 1:30:30Und wenn man von Cremant redet, dann darf natürlich eines der Uhrgesteine des Cremants,
- 1:30:34zumindest des Cremants de Loire, nicht fehlen.
- 1:30:36Die Maison-Ackermann, gegründet 1811, ist Ackermann die erste Maison-Debue an der Loire
- 1:30:43und damit ein echter Pionier für Cremant de Loire.
- 1:30:46Es ist das älteste Haus in der Region Loire für traditionelle Schaumweine.
- 1:30:50Man kennt die Komplexität von Cremant nicht, wenn man sich nicht mit den Schaumweinen des Hauses Ackermann beschäftigt hat.
- 1:30:56Jean-Baptiste Ackermann, der Sohn eines wohlhabenden Bankiers aus Antwerpen,
- 1:31:00begab sich im Jahre 1810 die Champagne, um die Geheimnisse der Champagnerproduktion zu erlernen,
- 1:31:06mit dem klaren Ziel, sein eigenes Sekthaus zu gründen.
- 1:31:09Begab er sich ins malerische Loire-Teil, wo er ideale Bedingungen für die Sektproduktion fand.
- 1:31:14Gleichzeitig war die Loire damals der wichtigste Transportweg für den Handel mit Warn und der anderen Wein.
- 1:31:19Die Bodenbeschaffung und der Charakter der lokalen Traubensorten ähneten stark den der Champagne,
- 1:31:25was sie dazu bewegte, sich im Jahre 1811 eine Nähe von Sommier niederzulassen,
- 1:31:30um eine der renommiertesten Säckelereien Frankreich zu gründen, die Allererste an der Loire.
- 1:31:35So initiierte er 1920 in der Region die Herstellung von Sommierbrüte und Cremant de Loire nach der traditionellen Methode.
- 1:31:42Ja, das Haus Ackermann ist definitiv einer der unverzichtbaren Akteure im Loire-Teil.
- 1:31:471929 heiratete er die Samourois-Emilie-Lorens.
- 1:31:51Aus ihrer Verbindung wurde so ein Louis-Ferrinand geboren, der 1866 die Nachfolge seines Vaters antreten durfte.
- 1:31:58Dies war der Beginn einer unglaublichen Familien-Sager.
- 1:32:02Das ins Sommiergelegende Haus Ackermann verbindet den Charme, die Landschaften der Loire und das pristisch großer Weinhäuser in ihrem eigenen familiengeführten Unternehmen.
- 1:32:11Hier findet sich ein Liowel in der Region, die höchsten Höhenkeller der gesamten Loire.
- 1:32:17Und diese sind mehr als imposante Lagerstätten, sie sind wahre Kunstwerke.
- 1:32:22Täglich kommen mehr als 300 Besucher, um diese imposanten Zeugzeugen der Weinkultur zu bestaunen.
- 1:32:28Und auch jenseit der imposanten Kelleranlagen ist Kunst ein großes Thema im Hause Ackermann.
- 1:32:33Und gehört bei Ackermann zur Betriebsphilosophie.
- 1:32:35So schuf man vor fast zehn Jahren zur Unterstützungsheit genöschlicher Kunst eine Künstlerresidenz.
- 1:32:40Und das in der wohl perfektesten Umgebung.
- 1:32:42Denn die Weine des Loarthals gedeihen in einer einzigartigen Kulturlandschaft, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
- 1:32:49Die Weiberge des Loarthals erstrecken sich auf über 65.000 Hektar, verteilt auf vier Regionen und 800 Längenkilometer.
- 1:32:56Das architektonische Erbe dieser historischen Städte der Region ist bemerkenswert.
- 1:33:02Weit mehr als über 300 Schlösser sind Zeugen einer Nation großer Bauherren angefangen, bei den unverzichtbaren Befestigungen des ZDM Jahrhunderts bis hin zu den prächtigen Bauten, die ein halbes Jahrtausend später errichtet wurden.
- 1:33:15Mit über 200 Hektar profitiert das Haus heute von den außergewöhnlichsten ein einzigartigen Terror.
- 1:33:21Dieser besonderen Regionen vermag es Wissen und Know-how voll auszuschöpfen.
- 1:33:26Ein langjähriger Favorit von der Maison-Ackermann ist der Brüt Royal, mit dem Namen Royal Brüt hat Jean-Paptiste Ackermann seine Ambition, klar, auf das Indikett geschrieben, dass sein Cremon auf den königlichen Tüchern dieser Welt getrunken wird.
- 1:33:40Dieses gelang ihm das erste Mal als Königin Victoria ihm zum offiziellen Hoflieferanten ernannte.
- 1:33:46Ackermann ist heute Marktführer in der Kategorie Cremon de Loire und einer der bedeuteststen Innovatorinnen der Region.
- 1:33:53Die Brüt Royal stand aus einem Weinberg in der Gemeide Puy-Nortredom.
- 1:33:57Die extrem selektierten Trauben stammen aus mehreren Parzellen und wachsen auf fast blankem, kalkhaltigen Untergrund.
- 1:34:04Der Weinberg befindet sich etwa auf 90 Meter Höhe rund um die Stiffskirche des malerischen Dorfes Puy-Nortredom.
- 1:34:11In dieser Küwe sind 55,7% Chardonnay, 34,3% Shannon Blanc und 10% Cavani Frau vertreten.
- 1:34:19Von Hand, ja richtig gehört von Hand, bei optimaler Reife geerntet.
- 1:34:22Das Pressen erfolgt mit ganzer Traube ohne Entrapung und die verschiedenen Presssefte werden getrennt.
- 1:34:28Für die Küwe Royal wird nur der erste Pressvorgang verwendet.
- 1:34:32Durch diesen enormen Aufwand entsteht ein Wein von außergewöhnlicher Finesse und einer einzigartigen Nachhaltigkeit am Gaum.
- 1:34:38Diese Küwe wird durch eine sorgfältige Außenblasch und eine lange Reifung auf der Hefe veredelt.
- 1:34:44Seit 2007 liegt die Verantwortung für die Weinproduktionen in den Händen des talentierten Kellermeisters,
- 1:34:49"Vorson-Den".
- 1:34:50Mit Wurzeln in Samuher konnte er bereits in der Domäne seiner Familie erste Erfahrung sammeln.
- 1:34:55Nach dem abschlußen Önologie an der Universität Mordeaux erweiterte er sein Know-how durch Erfahrungen in verschiedenen Weinbaugebieten weltweit.
- 1:35:03Nun ist er zu seinen Ursprungen zurückgekehrt und leitet mit Leidenschaft die Sektbereitung in der Mison Akamann.
- 1:35:08Nach der Methode traditionell, die herausragenden Grimands von Akamann zeichnen sich nicht nur durch ihre Qualität aus,
- 1:35:14sondern auch durch ihr extrem attraktives Preisleistungsverhältnis.
- 1:35:18Die Traditionen und das Erbe von Akamann spiegeln sich in jedem Glas wieder.
- 1:35:21Dank der Hingabe von Vansin Uedon, dass die Grimands im Loateil eine derartige Eizigkeit haben.
- 1:35:27Und daher vielen Dank für diese besonderen Schaumweine.
- 1:35:31Und ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:35:35[Motor]
- 1:35:45Das stimmt so, ging es mir mit deinem Wein, den ich probieren darf durfte.
- 1:35:48Ich habe mir den frecherweise schon gestern Abend geöffnet.
- 1:35:51Und ich habe bei der Verkostung mit Stefanie unfassbar viel gelernt, weil ich die Weine bisher immer anders probiert habe.
- 1:36:00Und anders gesehen habe. Und so bin ich bei dem Wein genauso herangegangen.
- 1:36:05Also der Wein ist eingepackt, ist verdeckt.
- 1:36:09Und ich fand es extrem interessant, diesen Wein zu erleben.
- 1:36:15Ich habe auch beim Aufmachen, also ich war allein beim Aufmachen,
- 1:36:19vermieden irgendwie den Korken zu sehen oder sonstiges,
- 1:36:21weil es für mich beim Entdecken, beim Blindverkosten geht es mir persönlich nicht darum,
- 1:36:28den Wein erkennen zu müssen.
- 1:36:30Es geht mir viel mehr darum, sich selber zu schenken.
- 1:36:35Oder dem Wein einfach ganz unvoreingenommen zu betrachten.
- 1:36:38Oder sich auf den Wein einzulassen.
- 1:36:41Denn wenn du weißt, was es ist, dann arbeitet man immer mit Bildern, mit Rastern.
- 1:36:45Man katalogisiert den Wein.
- 1:36:48Man nimmt sich selber so ein bisschen das Unvoreingenommen.
- 1:36:52Und das finde ich eigentlich schade.
- 1:36:53So ging es mir mit dem Wein gestern Abend, wo ich auch hin und her gerissen war.
- 1:36:58Wo ich nicht...
- 1:37:00Ich muss rein fragen.
- 1:37:02Ich habe mir jetzt, ich frecheweise, ich habe den Wein auch hier stehen,
- 1:37:06ich habe mir eine zweite Flasche organisiert,
- 1:37:08weil ich ihn mit dir verkosten wollte, um einfach dir auch ein bisschen zu
- 1:37:12mit dir den Wein zu entdecken.
- 1:37:14Aber du hast ihn jetzt gestern verkostet?
- 1:37:16Gut. Aber ist er noch verdeckt? Weißt du schon, was es ist?
- 1:37:18Nein, nein, er ist noch verdeckt.
- 1:37:20Ich wollte ihn auch mit dir zusammen aufdecken, wollte diesen Aha-Moment mit dir zusammen haben.
- 1:37:24Und für mich wäre es auch völlig in Ordnung, wenn es gar nicht aufgedeckt werden würde.
- 1:37:29Weil für mich, dass der Wein als Individuum dann letztlich das Reizvolle ist
- 1:37:33und die Auflösung gar nicht so, dass das Spannende dann letztlich dabei ist.
- 1:37:36Und das ist ein Wein, der mich, also vielen Dank dafür,
- 1:37:40der mich sehr, sehr beschäftigt hat.
- 1:37:42Und das fing an mit der Farbe.
- 1:37:44Die Farbe total interessant fand.
- 1:37:46Und da war am Anfang so, also schon orientierungslos war.
- 1:37:51Weil du hast erstmal so eine ganz leichte Farbe,
- 1:37:54du hast eine gewisse Transparenz, was ich natürlich sehr wertschätze.
- 1:37:58Ich finde es richtig schade, wenn du im Gäste Kontakt bist.
- 1:38:01Und das erste, was der Gast sagt, ist auch was für eine schöne Farbe,
- 1:38:05wenn die Weine eben möglichst fett oder möglichst intensiv farbend sind.
- 1:38:09Man etabt sich selber dabei auch, weil wir natürlich alle extrem visuell geprägt sind.
- 1:38:14Und wenn 80 Prozent unserer Wahrnehmung und etwas imposant ist,
- 1:38:17dann ist man intuitiv dabei, das erstmal wertzuschätzen oder positiv darzustellen.
- 1:38:22Und so ein Wein in überbordenden Farben findet man erstmal attraktiv,
- 1:38:26obwohl es oftmals gar nicht so, dass das Positive im Wein ist,
- 1:38:30sondern eher nicht so optim, also ein Wein mit einer kräftigen Farbe zu erzeugen,
- 1:38:35ist ja das Einfachste, was es gibt, aber ein Wein mit einer gewissen Transparenz
- 1:38:40und auch als Winzer den Mut dazu zu haben, diese Transparenz darzustellen,
- 1:38:44ist ja eher schwierig.
- 1:38:46Ich habe es irgendwann mal vor 20 Jahren...
- 1:38:50Aber das kann natürlich... Entschuldigung, ich muss mich noch dran gewöhnen,
- 1:38:54dass ich nicht in 2, 3 Jahren fallen darf, Verzerrung.
- 1:38:56Doch, ich würde gerne.
- 1:38:58Das kann natürlich auch schon hinweisen, ein bisschen darauf sein,
- 1:39:01was für eine Art von Traube das ist.
- 1:39:03Total.
- 1:39:05Also ich unterstelle mal, dass man bei der Farbe natürlich schon so ein bisschen überlegen könnte,
- 1:39:10wo es herkommt.
- 1:39:11Oder nicht wo es herkommt, sondern auf was für eine Art von Traube
- 1:39:15ist hier die Basis ist.
- 1:39:17Das war für mich eine Indikatorentwicklung vor 20 Jahren,
- 1:39:21als ich ganz, ganz viel über die Farbe lernen durfte
- 1:39:25und die unterschiedlichen Farbsegmenten verschiedener Trauben
- 1:39:28viel, viel aufmerksam mit beobachtete.
- 1:39:30Und hier fallen natürlich ganz, ganz viele Rebsorten weg,
- 1:39:33wenn du die Farbe allein siehst.
- 1:39:35Also der Wein ist relativ transparent.
- 1:39:37Im ersten Ansatz dachte ich, okay, es könnte so in Richtung Pinot gehen,
- 1:39:43rein von der Farbe.
- 1:39:45Weil er diese leichte Transparenz hat, diese zarte Kürschrot.
- 1:39:49Er hat so eine ganz leichte bräunliche Töne.
- 1:39:54Es könnte man zum einen entweder der Reife zusprechen.
- 1:39:58Also es war für mich so ein Kürschbraun,
- 1:40:00was er dann letztlich so im zweiten Aufwies,
- 1:40:03wo der Wein schon eine gewisse Oxidation hat,
- 1:40:06sei es entweder bei der Machart oder letztlich eben durch das Alter.
- 1:40:10Es kann aber eben auch ein Hinweis auf die Rebsorte sein.
- 1:40:13Deswegen bin ich dann vom Pinot,
- 1:40:15rein von der Farbe noch nicht probiert,
- 1:40:17in Richtung so einen Nibiologssprung.
- 1:40:19Wenn mich dieser leicht verwässerte Rand eben auch so in diese Richtung gebracht hat.
- 1:40:22Bin aber von allem weg,
- 1:40:24als ich dann letztlich den Wein so im ersten Nasenkontakt hatte,
- 1:40:27weil er zwar diese Maraschino-Kürsche hat,
- 1:40:30die gelegentlich Pinot als auch Nibiolo haben kann.
- 1:40:36Und bin Richtung Norditalien.
- 1:40:38Also es war für mich kein Franzoses,
- 1:40:40es war für mich kein Spanier, kein deutscher Wein, kein Überseewein.
- 1:40:43Sondern es war für mich ein italienischer Wein
- 1:40:46von einer Gesamtausstrahlung.
- 1:40:48Und da würde ich in Richtung Norditalien gehen.
- 1:40:50Was natürlich eben auch Pimons, ja natürlich auch Norditalien.
- 1:40:52Aber für mich wäre es so,
- 1:40:54dass ich dann rein vom Gefühl her,
- 1:40:56dieses kühle Richtung, entweder Südtirol, Dolomiten
- 1:40:59und war beim Tiroldigo.
- 1:41:02Das war für mich so die erste,
- 1:41:04der erste Gedanke, die erste Empfindung.
- 1:41:07Ich fand ein bisschen störend
- 1:41:09diese ganz leichte Brandigkeit in der Nase.
- 1:41:12Ich weiß nicht, ob es wirklich brandig ist
- 1:41:14oder ob es eine gewisse Säurespielerei.
- 1:41:17Es fand den schokoladigen Tatschen der Nase sehr gut,
- 1:41:21dieses Pralinige,
- 1:41:23die in Richtung Moscheri so ein bisschen
- 1:41:26ging von der Grundcharakteristik von der Nase
- 1:41:29und diesen leichten redaktiven Ansatz,
- 1:41:32der nicht in die Stinkgerichtung geht,
- 1:41:34sondern von der,
- 1:41:37dieses Flintstone so ein bisschen aufweist.
- 1:41:40Ja, großartig.
- 1:41:43Sehr gut beschrieben.
- 1:41:45Die Initial, also die Auswahl der Rebsurden,
- 1:41:48auch cool.
- 1:41:50Nein, mache ich nicht.
- 1:41:53Das ist alles von der Logik,
- 1:41:55macht das ganz viel Sinn, wie du es beschreibst.
- 1:41:58Es ist auch gut, dass du vom Nebiolo weggekommen bist,
- 1:42:00was spitzen ist am Gaum.
- 1:42:02Merkst du, dass die Tanninstruktur deutlich weicher ist,
- 1:42:05als dass beim Nebiolo wäre,
- 1:42:07Nebiolo sei somit das härteste, höchste, intensivste was,
- 1:42:10sich im Bereich des Tannins
- 1:42:12für eine dünnschalige Traube darstellen kann.
- 1:42:15Und...
- 1:42:18Es gibt ein paar Punkte,
- 1:42:21die ich auch trotzdem in Nord-Italien finden würde,
- 1:42:24die ich auch beim Bereich deines Pinokurs
- 1:42:27mit nachempfinden würde.
- 1:42:30Und dennoch bist du klein wenig auf einer falschen Pferde,
- 1:42:34und das ist jetzt nicht, weil ich dich auf die falsche Pferde
- 1:42:37locken möchte, sondern weil ich diesen Wein
- 1:42:41ziemlich großartig finde,
- 1:42:44und er, ich glaube, komplett unterschätzt es
- 1:42:48für das, wo er herkommt, was es ist
- 1:42:51und wie es sich darstellt.
- 1:42:53Deshalb habe ich noch ein Ausgabe.
- 1:42:55Schlöss noch nicht auf.
- 1:42:57Wir machen weiter.
- 1:42:59Was mich bei diesem Wein von der Nasenkultur
- 1:43:02und von der Aromstruktur noch total fasziniert hat,
- 1:43:05ist diese ganz leichte Rauchig,
- 1:43:08so leichte, motrige, jodige,
- 1:43:11salzigkeit in der Nase.
- 1:43:13Also du riechst so richtig diesen Salzcharakter.
- 1:43:16Er hat einen leichten Brettton mit dabei.
- 1:43:19Und es war nicht faszinreich.
- 1:43:23Also ein Wein,
- 1:43:26der, das finde ich so schön, schon eine gewisse Parfumiertheit hat,
- 1:43:29aber nicht so auslandes, nicht so plagativ,
- 1:43:33nicht so intensiv, sondern man kann sich so in den Wein,
- 1:43:36man kann sich richtig daran abarbeiten
- 1:43:38und das jedes Mal rein riechen.
- 1:43:40Dann eben auch die Entwicklung im Glas.
- 1:43:42Ich habe ein relativ großes Glas genommen.
- 1:43:44Ich befürchte aber fast ein zu großes Glas.
- 1:43:47Spiegelt sowohl Jugend als auch Reife.
- 1:43:49Ich würde so 5 bis 8 Jahre ungefähr einordnen.
- 1:43:52Also würden jetzt so auf,
- 1:43:5518, 19 ungefähr beziehen.
- 1:43:59Ich finde, obwohl er so eine ganz leichte Brandigkeit
- 1:44:02in der Nase hat, ihn relativ leicht,
- 1:44:05also er ist nicht zu Alkoholschwanger beim Probieren.
- 1:44:08Ich wollte gerade fragen, wie hoch du denkst,
- 1:44:11du bist Alkoholschwanger?
- 1:44:12Ja, bei 13 ungefähr, also 12, 8, 13.
- 1:44:14Ungefähr so würde ich ihn einordnen und bei am Gaumen.
- 1:44:17Find ich das sollere Spiel.
- 1:44:27Entschuldige.
- 1:44:29Ich würde sagen, dass die Nase ist natürlich ein Multilayer-Thema.
- 1:44:32Also was hast du als erstes?
- 1:44:34Hast du als erstes Frucht oder als erstes Boden?
- 1:44:36Maraschino-Kirsch.
- 1:44:37Was ist das dominante Kirsch?
- 1:44:39Okay, super, das ist leicht.
- 1:44:41Du sagst, dass so was liqueurig ist.
- 1:44:43Ja, genau.
- 1:44:44Also als Kopfnote oben drauf.
- 1:44:46Und mit mehr Luft, was kommt dann stärker?
- 1:44:48Dann kommt erst die Schokolade.
- 1:44:50Also der Ausbaustil kommt dann für mich
- 1:44:53und danach kommt dann der Boden.
- 1:44:55Und das ist, wenn ich mich aber so selber
- 1:44:57so ein bisschen desensibilisiert habe
- 1:44:59in der Aromenwahrnehmung
- 1:45:01und tiefer in den Wein rein rieche,
- 1:45:03dann habe ich die Bodenstruktur und dann habe ich das Würze.
- 1:45:05Und das finde ich zeugt von der Qualität des Weines
- 1:45:08und das können auch nur Weine,
- 1:45:10die diesen Theraoarkarakter spiegeln können, den darstellen können
- 1:45:13und diese Ebenen haben.
- 1:45:15Viele Weine haben diese Ebene nicht.
- 1:45:17Und also verfallen dann eine gewisse Banalitäten.
- 1:45:20Das macht den Wein so reizvoll,
- 1:45:22dass er dann so unglaublich zart aromatisch nachschwenzelt.
- 1:45:25Zart, ja.
- 1:45:27Ich finde ihn super elegant und auch sehr, sehr lang in seiner Struktur.
- 1:45:31Ich finde dieses Säuregerüst sehr, sehr feind.
- 1:45:34Das hat sowas sehr Lineares.
- 1:45:36Das ist nicht zu hoch, die Säure.
- 1:45:38Die ist nur im moderaten Bereich.
- 1:45:40Aber sie zieht diesen Wein trotzdem sehr, sehr schön in die Länge
- 1:45:43und macht ihn sehr balanciert.
- 1:45:45Er lässt ihn so tänzeln auf der Zunge
- 1:45:47und auch elegant gestalten.
- 1:45:49Es ist ein Wein,
- 1:45:51der im Prinzip so ein bisschen zwischen den Welten steht,
- 1:45:54was das Klimatische angeht.
- 1:45:56Das macht es vielleicht etwas schwierig,
- 1:45:58ihn auch wirklich herauszubekommen.
- 1:46:00Hands down, du würdest die Rebsur,
- 1:46:02ich würde 2000 Euro betten können.
- 1:46:04Ach, komm, Kontokon, verwendet ein Konto.
- 1:46:06Du würdest die Rebsur nicht rausbekommen.
- 1:46:08Okay.
- 1:46:10Es ist ein Blend, wobei eine Dominanz drin ist.
- 1:46:12Und zwar ist es ein Blend
- 1:46:14aus der in Südamerika bezeichneten Rebsur,
- 1:46:16der in der Rebsur ist.
- 1:46:18Das ist ein Blend,
- 1:46:20der in der Rebsur ist.
- 1:46:22Das ist ein Bezirkel,
- 1:46:24der in Südamerika bezeichneten Rebsur,
- 1:46:26der PICE, auch als Mission,
- 1:46:28als Mission Crib,
- 1:46:30das ist das, was die Siggler damals nach Amerika gebracht haben
- 1:46:32und so langsam von Nord Richtung Südamerika getragen haben.
- 1:46:34Und San Francisco,
- 1:46:36was auch eine uralte heimische Rebsur ist,
- 1:46:38mit 20%.
- 1:46:40Wir sind hier
- 1:46:42im Itata-Berlin.
- 1:46:44Wir sind in einem alten Weinberg.
- 1:46:46Alter Weinberg,
- 1:46:48man weiß es nicht so genau.
- 1:46:50Tri-Farmt
- 1:46:52auf mindestens 150 Jahre alten
- 1:46:54Weinstöcken
- 1:46:56gewonnen.
- 1:46:58Boten ist komplett granit.
- 1:47:00Wir sind auf nur 350 Metern.
- 1:47:02Da haben wir einen extrem starken Einfluss.
- 1:47:04Insbesondere auch das
- 1:47:06Nachts vom Pazifik.
- 1:47:08Also sehr klare Kühle.
- 1:47:10Nächte,
- 1:47:12sehr reduzierte Reife damit.
- 1:47:14Das hält diesen Wein sehr getrunken.
- 1:47:16Auch in der Säure,
- 1:47:18der Säure gerüstester und tagsüber wird es sehr warm.
- 1:47:20Das Balt ist in dieser Wechselwirkung
- 1:47:22so, dass der Wein
- 1:47:24wie du sagst,
- 1:47:26reife, kirsch,
- 1:47:28leckerische mitbringt.
- 1:47:30Dennoch
- 1:47:32die Säurestruktur,
- 1:47:34weil ich auch viel ätherische Noten dabei habe.
- 1:47:36Viel Kräuter, viel Gewürze,
- 1:47:38die hier mit springen.
- 1:47:40Und dass irgendetwas dominant ist.
- 1:47:42Das ist das Spannende für mich,
- 1:47:44dass dieser Wein mit nichts irgendwas
- 1:47:46anderes als das Spannende.
- 1:47:48Das ist ein sehr starker
- 1:47:50Reife.
- 1:47:52Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:47:54Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:47:56Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:47:58Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:00Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:02Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:04Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:06Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:08Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:10Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:12Das ist ein sehr starker Reife.
- 1:48:14Beide Trauben sind
- 1:48:16natürlich logischerweise alles handgelesen.
- 1:48:18Das sind ja ureidig kleine
- 1:48:20Einzelstöcke, die stehen.
- 1:48:22Und
- 1:48:24partziell ist das Ganze
- 1:48:26logischerweise enttrappt.
- 1:48:28Und Teil geben sie mit Trappen dazu,
- 1:48:30wenn sie sehr gut ausgereift sind.
- 1:48:32Und dann wird dieser Wein
- 1:48:34zunächst, also wenn beide zusammen vergurnen,
- 1:48:36erstmal
- 1:48:38in klassisch großen
- 1:48:40offenen Tanks,
- 1:48:42bevor das Ganze dann in
- 1:48:442.500 Liter Fässern
- 1:48:46gereift ist, etwas über ein Jahr,
- 1:48:48ich glaube knapp 14 Monate, mehr ist es nicht.
- 1:48:50Super elegant,
- 1:48:52puristisch, ich finde es großartig
- 1:48:54und es ist für mich ein Wein-Style.
- 1:48:56Du hast es auch nicht im Ansatz
- 1:48:58über die neue Welt gedacht,
- 1:49:00dieser Begriff der ja sowieso,
- 1:49:02meiner Meinung nach, ist längst hinfällig.
- 1:49:04Du bist
- 1:49:06komplett in der alten Welt gewesen,
- 1:49:08irgendwo in Europa, Kühl geprägt,
- 1:49:10Italien, ich kann es zu 1000% nachvollziehen.
- 1:49:12Es wird gerne auch mal
- 1:49:14im Bereich des Burguns oder
- 1:49:16Burschleeren angesetzt,
- 1:49:18komplett nachvollziehbar.
- 1:49:20Ich würde dir für den Italien-Kurs sogar noch
- 1:49:22einen Punkt geben, weil
- 1:49:24die Familie, die sind
- 1:49:26italienische Ausbandere,
- 1:49:28dematino jetzt in der 4. Generation.
- 1:49:30Sebastian Dematino ist jetzt Anfang 40,
- 1:49:32hat das Wein-Gut
- 1:49:34jetzt in
- 1:49:36der Verantwortung
- 1:49:38ein Wein-Gut, was
- 1:49:40extrem
- 1:49:42Vorreiterrolle und Vordenkerrolle
- 1:49:44in Chile eingenommen hat.
- 1:49:46Sie sind
- 1:49:48sehr stark, insbesondere mit alternativen
- 1:49:50Gebindungen. Sie arbeiten sehr, sehr viel
- 1:49:52mit am Vor, mit alten Tinnachers.
- 1:49:54Er ist ein großer Sammler, alter
- 1:49:56südamerikanischer Tinnachers,
- 1:49:58wo sie einige ihrer Top-Weiner
- 1:50:00teilweise komplett mit drin ausbauen.
- 1:50:02Das sollte man unbedingt mal verkosten.
- 1:50:04Wir sind halt hier mit Tata
- 1:50:06und in dem Fall ist es komplett im Holz.
- 1:50:08Für alle, die es komplett wissen wollen,
- 1:50:10der Weinberg heißt "Las Olividadas".
- 1:50:12Es gibt nur 2.500
- 1:50:14Weinstöcke, die da stehen.
- 1:50:16Die Menge ist sehr, sehr überschaubar.
- 1:50:18Trotzdem,
- 1:50:20das ist schwinglich. So macht es Spaß.
- 1:50:22Ich habe es gerade aufgedeckt,
- 1:50:2421er-Jagd,
- 1:50:26also schon eine leichte Beifahrt,
- 1:50:28aber ich lag dann natürlich mit meinen 5-8 Jahren komplett falsch.
- 1:50:30In der Tat, also eine schöne Erfahrung
- 1:50:32auch von der Gustatorik.
- 1:50:34Ich habe auch die Brüche dabei zu haben,
- 1:50:36diese zarte Säure, diese
- 1:50:38sehr gute Tannin-Textur.
- 1:50:40Er wirkt appetitlich.
- 1:50:42Ich glaube, es ist ein unfassbar potenter Speisebegleiter,
- 1:50:44den man am Anfang unterschätzt.
- 1:50:46Und dann eben diese 13,
- 1:50:48ich habe es jetzt gesehen, 13 Volumenprozent,
- 1:50:50diese Leichtfüßigkeit mit dabei.
- 1:50:52Ich habe einen sehr kühl Gästenarm probiert.
- 1:50:54Ich das Reiz vollfand,
- 1:50:56den anfänglich ein bisschen kühler
- 1:50:58zu probieren
- 1:51:00und dann langsam im Glas werden zu lassen.
- 1:51:02Das ist eine tolle Weinerfahrung.
- 1:51:04Das ist ja ein Gebiet,
- 1:51:06was so ein bisschen unter dem Radar läuft.
- 1:51:08Welches Gebiet findest du sonst unterschätzt in der Welt?
- 1:51:10Also gibt es für dich so ein Hidden Treasure?
- 1:51:12Ja, das ist sicherlich eins,
- 1:51:16auch wenn gleich Hitten immer so die Frage der Perspektive ist.
- 1:51:18Wenn du uns jetzt hier
- 1:51:20als Somils Nord-Schon-Österreich fragst,
- 1:51:22haben wir ja unsere Brille auf.
- 1:51:24Wir schauen hier aus Europa,
- 1:51:26wenn überhaupt in die Welt
- 1:51:28und das ist das, was ich gerade auch
- 1:51:30mit der Übergewassung, mit diesem Wein
- 1:51:32auch ein bisschen nachstellen will.
- 1:51:34Wir schauen eigentlich viel zu
- 1:51:36Eurozentriert
- 1:51:38auf die Weinenwelt
- 1:51:40und vergessen glaube ich ganz, ganz viele
- 1:51:42spannende Regionen,
- 1:51:44die in Australien, Nordselland,
- 1:51:46in Nordamerika,
- 1:51:48vielleicht sogar an Brasilien ähnlichen Ländern sind,
- 1:51:50die wir überhaupt nicht
- 1:51:52mal eines Blickes würdigen.
- 1:51:54Und das finde ich total schade.
- 1:51:56Ich habe das letzte Woche ein Bericht gelesen
- 1:51:58und war in der Markt, dass der Import
- 1:52:00letztes Jahr für
- 1:52:02eine neue Welt,
- 1:52:04das sie nennen das noch so, von 3%
- 1:52:06von 2% runtergegangen ist.
- 1:52:08Und das ist eigentlich total schade.
- 1:52:10Wir verschließen gerade unsere Augen
- 1:52:12vor 80% der Weinenwelt.
- 1:52:14Also mit welchem Recht?
- 1:52:16und New World, das ist auch total albern, wenn du überlegst, dass so die Reben 1500,
- 1:52:21paar 50 bereits Fuß gefasst haben und angelegt wurden.
- 1:52:25Und da gab es beide Teil der europäischen Weinwelt noch nicht mehr.
- 1:52:29Da waren noch, waren bislang nur die Mönche zu dem Zeitpunkt unterwegs und haben dafür
- 1:52:33gesagt, dass Europa mit Wein versorgt wurde.
- 1:52:35Eigentlich unglaublich.
- 1:52:38Und ich glaube, wir sollten einfach vielleicht auch, ich will das nicht als Mahnd, Nappell
- 1:52:42oder so was bringen, aber ich würde mich einfach freuen, wenn wir
- 1:52:45ein bisschen mehr die Augen der Welt gegenüber öffnen und schauen, was es noch an anderen
- 1:52:53spannenden Sachen gibt.
- 1:52:54Welche Gebiete oder welche Länder empfiehlt du da ganz besonders?
- 1:52:57Ich kann nur das empfehlen, was ich selbst gesehen habe.
- 1:53:00Ich hatte das Glück, dass ich in Chile gewesen bin, dass ich da schon gestanden habe.
- 1:53:03Übrigens auch dank einer Wettbewerbserfahrung, da durfte ich halt 2011 mir eingeladen mit
- 1:53:11die Sommeweltmastesschaft mit anzuschauen.
- 1:53:13Und das aber nur, weil ich halt vorher ein paar Wettbewerbe mitgemacht hatte.
- 1:53:17Also wieder ein Grund, warum mein Wettbewerbe bitte nicht vernachlässigt.
- 1:53:20Sonst wäre ich da nicht hingekommen.
- 1:53:23Und das war hoch spannend zu sehen, was ich zu dem Zeitpunkt da bereits entwickelt hatte
- 1:53:30und mit was für eine Selbstverständlichkeit die Weingüter da auf der Welt sind und wie
- 1:53:37traurig es eigentlich ist, dass wir mittlerweile zwar in England noch sehr, sehr viel sehen.
- 1:53:41In der EU-Krise ist immer noch die Eintrittsbarriere für diese Weine nach Europa.
- 1:53:45Aber dann leider werden sie in Europa nicht mehr distribuiert.
- 1:53:49Und die großen Weine sind nur dann so stark und können auch auf die großen Weinkarten
- 1:53:53kommen, wenn der Handel, wenn der Vertrieb da funktioniert.
- 1:53:59Und da wollen wir gerne ein bisschen helfen und solche Weinen auch zugänglich zu machen.
- 1:54:03Ich habe aber auch in Nordamerika großartige Weine gefunden.
- 1:54:06Ich habe es leider noch nicht nur noch in Deutschland geschafft, habe da aber einige
- 1:54:09ganz, ganz gute Tipps, die ich mir gerne anschauen möchte.
- 1:54:11Und ich bin gespannt, wo mich die Weinwelt noch hin treibt.
- 1:54:14Südafrika war spannend, Argentinien war spannend.
- 1:54:17Ich glaube, du findest die Sachen erst dann und es sind dann keine Hittentrashers mehr,
- 1:54:23wenn du tatsächlich da gewesen bist und mal die Nase reingesteckt hast.
- 1:54:28Jetzt hast du ja für oder hältst du ja für Sprache für die Welt.
- 1:54:30Auf der anderen Seite hast du in einem Restaurant gearbeitet, wo das ganze Gegenteil ganz intensiv
- 1:54:35gelebt wurde und damals ja noch mal ganz, ganz anders betrachtet wurde.
- 1:54:40Was aber so finde ich zu bindest in einer gewissen Weise auch sehr außergewöhnlich ist.
- 1:54:45Also in der Quadriege hatte ihr damals ja die erste reindeutsche Weinkarte, die dort aufgelegt
- 1:54:52wurde, was spektakulär war.
- 1:54:54Jetzt auch in der Rückbetrachtung findest du eine solche Spezialisierung einer Weinkarte
- 1:55:00sinnvoll und großartig und spannend oder verschließt man sich dann der Welt?
- 1:55:06Und soll kein Urteil oder kein Judgen sein in irgendeiner Form, soll da rein?
- 1:55:09Kannst du es gar nicht schützen, das geht überhaupt nicht.
- 1:55:11Du kannst auch nicht sagen, ob es gut oder schlecht ist.
- 1:55:14Du musst auch hier wieder ein bisschen in die Zeit reinschauen, als Matthias sich mit
- 1:55:18den Gedanken auseinandergesetzt hatte.
- 1:55:202001, 2002 ist die Katte live gegangen, war die Weinwelt in Deutschland noch sehr, sehr
- 1:55:30französisch, jener nicht geprägt.
- 1:55:32Es gab eigentlich in anführendstrichen deutsche Weinkarten nur in Weinombaugebieten.
- 1:55:37Da war es aber dann eher ein Vorzeichen der regionalen hiesigen Gewächse, was auch großartig
- 1:55:45ist.
- 1:55:46Und diese Restaurants gibt es heute noch und ich finde es großartig dann in den Regionen
- 1:55:51eben wie im Krug oder in anderen, wie zum Beispiel Hermannshöhle an der Nahr zu sitzen
- 1:55:59und diese Weinkarten da zu sehen, das ist eine aberekionale Präsentation.
- 1:56:04Dass du in Berlin in der Hauptstadt so eine Karte machst, war eigentlich ein Affront.
- 1:56:10Die ersten Fachpublikationen waren alles andere als positiv, teilweise haben wir massiv
- 1:56:15zerrissen für diese Thematiken, dass wir so eine deutsche Weinkarte reinbringen.
- 1:56:20Da war dieses Thema Nationaldenken natürlich auch schwankend ein klein wenig mit.
- 1:56:25Das hat sich dann nach einem halben Jahr ein bisschen gegeben und zu diesem Zeitpunkt
- 1:56:28übrigens wurde bei staatlichen Empfängen, wurde noch Prosecco ausgeschenkt.
- 1:56:32Dass es keine Mehrtung gegenüber Prosecco oder man hätte genauso guten deutschen Sekt
- 1:56:36nehmen können, hat man aber nicht getan.
- 1:56:38Man hat sich dann auch ein internationales Produkt geeinigt und dies bei internationalen
- 1:56:43Empfängen gezeigt.
- 1:56:44Heute kann man machen, aber da kann man auf den Gedanken kommen.
- 1:56:46Diese Weinkarte, ich glaube damals waren zu 800, 850 Positionen, waren Grund.
- 1:56:52Also Matthias hat berief mich an und sagt, da wird diese Karte machen und wir haben uns
- 1:56:56in der Bülowresidenz kennengelernt.
- 1:56:57Er war übrigens der erste Sommel hier zusammen mit Stefan Hilbert, die ich kennenlernen durfte.
- 1:57:01Und es sind nach wie vor Engstens befreundet.
- 1:57:05Das springen komplett auf derselben Wellenlänge auch im privaten.
- 1:57:08Und es war für mich großartig, dieses Projekt mit zu begleiten und jeden einzelnen dieser
- 1:57:15Schätze, die ja teilweise 100 Jahre alt schon waren, als sie zu uns in den Keller gekommen
- 1:57:20sind, mit zu begleiten.
- 1:57:21Und es war für mich ein extrem großes Learning, mit diesen Weinen sich auseinanderzusetzen.
- 1:57:26Aber ja, es ist natürlich klar, man konzentriert sich dann auf ein einzelnes Thema.
- 1:57:35Dann aber dort in die Tiefe hineingehend.
- 1:57:37Das hat mich geralt.
- 1:57:39Ich fand es hochspannend, dies zu machen.
- 1:57:43Aber natürlich vernachlässig dann zeitgleich meine eigene Entwicklung eben mit Wein des
- 1:57:49Burguns, der Ribeira oder sämtlichen anderen Regionen der Welt.
- 1:57:55Und das heißt dann ein bisschen aufholen.
- 1:57:58Deshalb bin ich auch danach Frankreich gegangen, um eben dann auch da wieder nicht Nachholbedarf
- 1:58:02zu haben, aufzulösen, sondern mich dann mit dem nächsten Thema undeteil auseinanderzusetzen.
- 1:58:09Dann klar, die Karte in Paris, das waren 98 Prozent Frankreich, das in Einschattierung
- 1:58:15und Le Fond du Montes, wie es ausgedrückt war, war dann das, was es halt aus Italien,
- 1:58:20Spanien noch auf die Karte geschafft hat.
- 1:58:23Da gab es kein Überseht, aber es war da alles nicht gespürt zu dieser Zeit.
- 1:58:26Wenn du das eine spezialisierst, vernachlässigst du oder verlierst das andere und am Endeffekt
- 1:58:32musst du es als Marketing-Tool verstehen, um eine Kommunikation zu schaffen.
- 1:58:37Was ich dann schade finde, ist, dass es heute viele Restaurants gibt, die meinen, dass
- 1:58:44wenn sie heute eine Karte machen, die nur mit deutschen Wein ausgestattet sind, dass
- 1:58:47sie da in Polster zahlt sind.
- 1:58:49Ich glaube, dass dieses extrem, deutschlastige Thema, ich will nicht sagen durches, aber
- 1:58:57nicht in jedem einzelnen Restaurant gespielt werden darf oder sollte, weil man damit vielleicht
- 1:59:02auch den einen oder anderen Gast verliert.
- 1:59:04Das ist zu seiner Zeit, war das gut, gar keine Frage, aber die Weinwelt geht ja weiter
- 1:59:07und es gibt andere Themen, die spannend sind und es muss nicht jedes Restaurant eine deutsche
- 1:59:13Weinkarte mit 400, 500, 600, 1000 Positionen haben und dann zu sagen, okay, jetzt haben
- 1:59:18wir alles dargestellt.
- 1:59:19Natürlich, ich weiß, jeder deutsche Winzer würde sich freuen, wenn es genauso wäre,
- 1:59:23aber es muss nicht jedes Restaurant machen, das wäre für den Gast irgendwann langweilig.
- 1:59:27Wann trinkst du Wein?
- 1:59:28Und da denke ich davon, dass ich es jetzt gerade mache.
- 1:59:31Ja, gut, also eigentlich in vielen Situationen hat es nicht, wenn ich laufe, aber ansonsten
- 1:59:37eigentlich, es waren immer irgendwie Teil meines Tagesablaufes nicht immer mit dem
- 1:59:43Trinken verbunden, aber ich trinke es in geselliger Runde, das ist glaube ich das A&O, das ist
- 1:59:49der gemeinsame Common Point.
- 1:59:50Ich trinke nicht gern Wein allein, weil ich mag die Kommunikation um den Wein herum.
- 1:59:55Jetzt auch nicht bei jedem Wein in epischen Breiten, aber zumindest kurz besprochen und
- 2:00:00schmeckt, schmeckt näher, bringt das oder diese Emotion mit.
- 2:00:03Das auf jeden Fall, weil alleine trinken macht doof.
- 2:00:07Wenn du in ein Restaurant bist, suchst du den Wein aus oder lässt du ihn aussuchen?
- 2:00:11Kommt drauf an, wo ich bin.
- 2:00:17Wenn ich in einem Restaurant bin, wo ich in der Stelle, der Somere mich kennt und weiß,
- 2:00:27wie ich ticke, was für Wein ich suche und nicht in dem Moment irgendeinen Schoing offen
- 2:00:33machen möchte, sondern mich Gast sein lässt, dann lass ich gern entscheiden.
- 2:00:36Ich hatte aber leider auch ein paar Erfahrungen gemacht, müssen oder dürfen, wo ich dann
- 2:00:42Weine bekommen habe, die vielleicht spannend sind, aus der Sicht des Gasgeben Someres,
- 2:00:49mich aber halt überhaupt nicht gereizt haben.
- 2:00:51Und was ich gerne mache, ist in einem großen Restaurant, in einem Feindiningbereich, logischer
- 2:00:58weise, eine Weinbegleitung punktuell zu nehmen, aber mir trotzdem meine Flasche Wein auszusuchen,
- 2:01:04die ich dann über den Abend mit meiner Begleitung oder meinen Fronten an dem Abend trinke und
- 2:01:09wie immer wieder punktuell auf die Weinbegleitung zurückgreifen.
- 2:01:12Weil ich glaube, das ist auch, gerade wenn der Somere weiß, wer damit am Tisch sitzt,
- 2:01:16auch in Bedürfnis, sich auf einer fachlichen Ebene damit auseinander auszutauschen und
- 2:01:21dann auch zu zeigen.
- 2:01:22Zumindest wird ich das so verstehen, wenn ich Gastgeber der Somere wäre, ein bisschen
- 2:01:27auszutauschen über das, was einem bewegt, was einen begeistert.
- 2:01:30Da gebe ich gerne dem Somere, die ein, zwei Schatzfreier am Abend was zur Weinbegleitung
- 2:01:37zu machen.
- 2:01:38Dann meine ich, das passt am besten.
- 2:01:39Bei der ausgesuchten Flasche, wie wichtig ist bei dir das Menü, die Speisebegleitung?
- 2:01:43Hat das eine gewisse Relevanz oder ist das total egal?
- 2:01:47Ja, also gut, wenn wir ins Feindiningbereich sind und da unsere acht, neun Gänge genießen,
- 2:01:55bin ich mittlerweile über den Punkt hinaus, dass das im feinsten Akzentuierten passen
- 2:02:00muss, weil das funktioniert einfach nicht, wenn ich das über mehrere Gänge genießen
- 2:02:03möchte.
- 2:02:04Daher hat er die Möglichkeit, dass der Somere sich dann austuppt.
- 2:02:07Ich suche den Wein aus, der mich an den Tag begeistert.
- 2:02:10Schauen die Karte rein.
- 2:02:11Was ist spannend, was reizt mich gerade an diesen Tagen und das kann ich auch nicht pauschal
- 2:02:16sagen, was es an diesem Tag sein wird.
- 2:02:19Da muss ich mich selbst reinschauen, muss vor allem aber auch hören, mit wem bin ich
- 2:02:23unterwegs, worauf haben die Lust.
- 2:02:25Und dann ergibt sich diese Weinauswahl in der Regel sehr schnell.
- 2:02:29Der perfekte Ort für ein Wein ist das für dich ein Restaurant oder siehst du einen
- 2:02:35anderen Ort als idealer, um Wein zum einen zu fühlen, vielleicht zu deklinieren oder
- 2:02:41zu charakterisieren, um sich auf den Wein einzulassen?
- 2:02:43Gut, wir haben oftmals natürlich die Situation, dass wir es im Restaurant oder am Tisch zumindest
- 2:02:50genießen.
- 2:02:51Es ist oftmals dann dadurch der ideale Platz.
- 2:02:54Aber ich kann mir genauso gut vorstellen, dass ich gerade eine Bergbesteigung mache
- 2:03:01oder mit einem raten Riesentour gemacht habe und wenn mich da jemand mit einer guten Flasche
- 2:03:07Wein abholt und sagt so jetzt hier, jetzt habe ich geschafft, gutes, klasse Wein, als
- 2:03:12Beispiel, dann kann das in dem Moment auch der perfekte Wein sein.
- 2:03:15Ich habe es leider nie gemacht, aber ich stelle mir vor, du machst eine große Bergbesteigung,
- 2:03:20kommst an, gibst an und jemand packt die Weine aus.
- 2:03:22Das ist großartig.
- 2:03:23Wir haben letztens eine Tour auf Corsica gemacht und haben eine Flusswanderung gemacht und
- 2:03:29als wir zur Hälfte durch waren, habe ich eine Flasche Wein rausgeholt, Träcklisse
- 2:03:33dazu und wir haben das genossen.
- 2:03:35Das ist großartig.
- 2:03:36Aber das sind natürlich Situationen, die man dann selbst gestaltet, die jetzt nicht
- 2:03:41einfach so über den Weg laufen.
- 2:03:43Selten.
- 2:03:44Ist ja ein persönliches Fest, findest du, mit Wein kann man gut feiern?
- 2:03:47Ja klar.
- 2:03:48Unbedingt.
- 2:03:49Also es kommt natürlich wieder ein bisschen darauf an, wer lebt ein, wo ist man.
- 2:03:56Aber ich kann sehr gut mit Wein feiern.
- 2:03:59Ich kann auch sehr gut mit Bier feiern.
- 2:04:00Warum nicht?
- 2:04:01Sind es andere Weine, die du dort aussuchst, als Weine, keine Ahnung, die du verschenken
- 2:04:08würdest oder die du im Restaurant genießen würdest, also welchen Stil von Wein?
- 2:04:14Andere Kategorie.
- 2:04:15Also wenn ich jetzt feiern, heißt dann für dich, du gehst auf einen Festival oder bist
- 2:04:21in einer geselligen Runde oder wie man es ...
- 2:04:23Nicht unbedingt in Hochzeit, aber irgendwie in Familien treffen.
- 2:04:26Vielleicht mit Tanz oder sowas.
- 2:04:29Ja, gut dann.
- 2:04:32Also wenn ich bei einem Familien treffen bin, versuche ich schon, dann bin ich am meisten
- 2:04:37dafür zuständig, dass ich den Wein bringe und dann bringe ich den Wein, der mir auch
- 2:04:39gefällt.
- 2:04:40Das ist eine gute Situation, wenn ich gefragt werde und dann wird das natürlich schon etwas
- 2:04:44sein, was jeden aber auch abholt.
- 2:04:46Und das ist selten der Konkrüse und das ist dann eher sicherlich ein sehr guter Ozean
- 2:04:52von einem guten Wein gut.
- 2:04:55Wo vielleicht dann dem Moment auch mehrere Parameter getroffen wären.
- 2:04:58Wir wissen, was das Thema ist.
- 2:05:00Bitte nicht zu viel Säure und nicht zu viel Alkohol.
- 2:05:02Und dann versuchst du halt schon, was zu finden, was ein Touch Mainstreaming ist und trotzdem
- 2:05:05spannendes.
- 2:05:06Klar.
- 2:05:07Und wenn ich im Restaurant setze, ja, dann möchte ich einen Wein, der mich fordert,
- 2:05:10der sich entwickelt, der auch gerne ein paar Phasen am Abend mit durchmacht, so wie wir
- 2:05:15ja am Abend auch ein paar Phasen durchleben.
- 2:05:18Und da soll der Wein bitte auch uns begleiten und Spaß machen.
- 2:05:21Gibt es für dich da Grenzen nach oben oder nach unten?
- 2:05:24Also gerade bei dieser Familienfestgeschichte sind, kommen beziehungsweise sind wir ja beide
- 2:05:30in und aus in der Region, die komisch secklastig geprägt ist, wo manche Feier mit Rotkäppchen
- 2:05:36stattfindet.
- 2:05:37Okay, drehst du so was oder sagst du?
- 2:05:39Du trinkst so was bei mir, weil in jedem Fallstuhl sagst du einfach, nee, ich bin darüberhin
- 2:05:51weg und den Algorithmen nicht mehr.
- 2:05:53Also wenn das nochmal vorkommen sollte, dass jemand so was hinstellt, dann trinke ich an
- 2:05:57dem Tag ein wunderschönes Bier, weil in der Region gar nicht so schlecht.
- 2:06:02Aber es ist halt tatsächlich so, dass ich mittlerweile gefragt werde, Thomas, bringst
- 2:06:06bitte den Wein mit.
- 2:06:07Okay, alles klar, weil Sie wissen, dass ich solche Sachen nicht unbedingt gutiere.
- 2:06:13Ja, aber das ist auch jetzt hier in der Nachbarschaft so, dass mittlerweile benetterweise dafür zuständig
- 2:06:19sind, die Weine mitzubringen.
- 2:06:20Aber ist es nicht komisch, dass man beim Wein eine gewisse Wertigkeit ansetzt, beim Bier
- 2:06:24zum Beispiel aber nicht?
- 2:06:25Also Bier ist ja, wenn du die großen Marken nimmst, ja auch nichts anderes als eine absolute
- 2:06:29Massenware, die rein industriell mit irgendwo aus der Welt herstammenden Zutaten produziert
- 2:06:35wird und damit hat man nie beim Wein schon.
- 2:06:40Das sehe ich nicht ganz so.
- 2:06:44Also die Bierauswahl, beispielsweise hier in meiner Wahlheim anstatt Köln, das ist ja
- 2:06:50das berühmte Kölsch, ja es ist ein Bier, es ist großartig.
- 2:06:53Auch da gibt es viele Brauereien, die in der gesamten Region vertrieben werden und die
- 2:06:59trotzdem einen extrem kleinen Ausstoß haben und für mich dann schon qualitativ sehr, sehr
- 2:07:08stark sind und weit weit wechseln von dem, was du gerade im Bereich der großen Produzenten
- 2:07:14ansißt.
- 2:07:15Also ich will jetzt keinen Mund nehmen, einfach um eine Klage aus dem Weg zu nehmen.
- 2:07:19Aber ja, da kannst du natürlich einen Bogen machen, aber jetzt auch im Urlaub genieselich
- 2:07:24das lokale kleine, lokale Biere zu trinken aus kleinen Produktionen.
- 2:07:27Das macht Spaß.
- 2:07:28Gar keine Frage, aber es ist nicht mein tägliches Getränk.
- 2:07:31Das ist bestimmt nicht.
- 2:07:33Dann bin ich beim Wein deutlich heimischer.
- 2:07:36Und gibt es für dich Grenzen nach oben oder unten, um die Frage von vor noch mal aufzugreifen?
- 2:07:40Also wo du sagst, ein Wertmäßig, also ich trinke meine unter 3,5 Euro oder nach oben keine
- 2:07:46über 100.000 Euro?
- 2:07:48Also ich möchte persönlich meine, also es ist ja relativ einfach.
- 2:07:54Ich habe vielleicht jetzt noch 20, 25, wenn es gut geht, 30 Jahre Zeit, Wein zu trinken.
- 2:08:00Ich möchte gerne in dieser Zeit so gut wie möglich trinken.
- 2:08:04Das heißt nicht immer so teuer wie möglich, aber so gut wie möglich trinken.
- 2:08:07Und ich möchte ungern Sachen mich reinkippen, nur weil es die Gesellschaft gerade vorgibt
- 2:08:14und ich der Rahmen es halt vorgibt.
- 2:08:18Das muss nicht sein.
- 2:08:19Dann verzichte ich gern oder trinke halt nur ein Glas.
- 2:08:21Wenn es ist auch okay, dann ökonomisiere ich meinen Körper und schone meinen Körper,
- 2:08:26um das nächste Mal vielleicht ein Glas Wein mehr zu trinken oder besser zu trinken.
- 2:08:29Aber ich möchte keine industrieware Trinken.
- 2:08:34Ganz einfach.
- 2:08:35Ich verkoste es, ich möchte es und ich muss es sehr, sehr oft verkosten auch, um es zu
- 2:08:38deklinieren.
- 2:08:39Aber wenn es darum geht, heteronistisch ran zu gehen und zu trinken, nein, trinke ich nicht.
- 2:08:45Welcher Wein wärst du?
- 2:08:47Ist die Frage richtig gestellt?
- 2:08:54Ist es so ein Perspektiventhema?
- 2:08:56Ist es so, dass wir uns sowieso immer selbst falsch einschätzen, als wir draußen wahrgenommen
- 2:09:01werden?
- 2:09:02Und ich wäre gerne ein großer, vielschichtiger, tiefgründiger, schwer berechenbarer, schwer
- 2:09:13zu durchschauender Pino aus dem Burgund.
- 2:09:16Aber ich glaube nicht, dass ich das bin, wenn ich mich selbst reflektiere.
- 2:09:21Und wenn gleich ich die Rebs oder den Wein stehe, sehr, sehr mag.
- 2:09:26Aber ich glaube, ich wäre eher als Yura.
- 2:09:28Ich glaube, ich wäre eher als Yura ein bisschen schwieriger im Weinberg, wächst nicht überall,
- 2:09:37ein bisschen Verständnis seitens der Sprache brauchst du schon im Gegenüber.
- 2:09:43Das Handlings, damit du was Großes draus gestaltest.
- 2:09:48Wenn es auf dem perfekten Boden und alle Umstände perfekt sind, kann es eine der großartigsten
- 2:09:53Sachen sein, aber wehe, wenn nicht, dann ist es ein belangloser einfacher Wein.
- 2:09:56Und ich glaube, wenn ich das so in mich reinschau, wäre ich lieber das als manche andere.
- 2:10:03Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein Elbling, wunderschön.
- 2:10:05Ich würde zumindest regional passen.
- 2:10:07Aber ist Yura nur drohend?
- 2:10:09Ja, eher.
- 2:10:10Aber du kannst mich mit Sicherheit auch im Barosser finden, dann ein bisschen Kraft
- 2:10:14voller Breitschuldrigger.
- 2:10:15Das geht aber.
- 2:10:16Es ist eine Rebsode, die mir viel Spaß macht, weil sie sehr wandlungsfähig ist.
- 2:10:22In der Spitze großartige Weine erzeugt, langlebige Weine erzeugt, die extrem vielschichtig auch
- 2:10:29sind und aber auch ein Wein als Grundlage, als Rebsode auch durchaus ein belangloses
- 2:10:36Massenprodukt sein kann.
- 2:10:38Also wenn du das Ding falsch anfassen oder auf die Menge züchten willst, dann ist es
- 2:10:42das als das, was du züchtest.
- 2:10:44Beim Pino weiß ich nicht, ob das funktioniert.
- 2:10:46Hattest du jemals eine absolute Weinspeisenkombination, wo du sagst, wow, sowas hatte ich noch nie?
- 2:10:54Oder wo diese beiden Elemente entweder absolut perfekt gemetscht oder sich völlig konträr
- 2:11:00bereichert haben?
- 2:11:01Wir hatten, also klar, das ging ja genauso, wir haben natürlich sehr, sehr viele tolle
- 2:11:09Kombinationen gehabt.
- 2:11:10Das dank der Tatsache, dass wir einfach auch einen großartigen Restaurant ausgearbeitet
- 2:11:13haben und die Weine miteinander verkostet haben.
- 2:11:16Also ich denke an so Geschichten wie Kaiser Granat vom Nils, da war es mit Milone und
- 2:11:22da war ein Szechuan Pfeffer mit dabei.
- 2:11:24Also so das Fruchtseure-Spiel, gleichzeitig dieses extrem Kraftvolle, das Kaiser Granats
- 2:11:30und das hatten wir kombiniert mit einem Riesling Brunnhäuschen damals vom Philipp Bittmann.
- 2:11:40Das war etwas gereifter, aber ich krieg den Jagen nicht mehr, das haben nicht meine zwei
- 2:11:43fünf.
- 2:11:44Aber das war großartig, weil das auf allen Ebenen in der Säure, in der Würze, in der
- 2:11:51Tiefgründigkeit grandios war.
- 2:11:52Aber ich glaube, wenn es darum geht, wo man ja noch mehr darauf geachtet hat, was die
- 2:12:02Eindrücke einfach noch pricksamer waren, da war ich noch deutlich mehr in der klassischen
- 2:12:07Küche unterwegs und das waren so die Themen, alles um das Thema Gänselleber, Steinbutte,
- 2:12:13Morsche mit der krass kräftigen Butterreduktion, wo du wirklich diese Opulenz drin hattest,
- 2:12:21gerade wenn ich an so Steinbutte klasse denke, wo du logischerweise im Pythenie oder Chassagne-Bereich
- 2:12:28perfekt aufgestellt bist.
- 2:12:30Das waren so die ersten pricksam Sachen.
- 2:12:33Ja, gleich hat gerade die Gänselleber gesprochen.
- 2:12:35Du kennst noch diese großartige Gänsellebertilogie vom Herr Müller.
- 2:12:40Ja, was haben wir da an großartigen Süßweilen, insbesondere Bereich Soutern ausgeschenkt
- 2:12:47oder was sagt, das war, also kistenweise ist das geflossen.
- 2:12:53Ich glaube, heute ist diese Kombination komplett vergessen, die ist so belebt wie der Miladenfriedhof.
- 2:12:57Es interessiert gerade gar kein mehr und trotzdem ist es eine großartige Kombination, wenn man
- 2:13:03es perfekt darstellt.
- 2:13:04Ja, aber es ist halt momentan outdated.
- 2:13:07Ich glaube, es kommt irgendwann sicherlich punktuell wieder zurück und es gibt ja auch
- 2:13:10diese Restaurants in Frankreich noch, die das machen und ich würde es auf jeden Fall
- 2:13:15empfehlen, mal zu machen und zu probieren, weil es hat schon Grund, warum man solche Sachen
- 2:13:20miteinander kombiniert.
- 2:13:21Welche Personen hat am meisten in der Weinwelt bewegt?
- 2:13:26Ist immer schwierig, das auf eine Person herunterzubrechen, aber gibt es jemand, wo du sagst, wow, was
- 2:13:33derjenige initiiert?
- 2:13:35Welche Weinwelt, die mit dem deutschen Fokus, die internationale?
- 2:13:40Also ich glaube schon, dass Bernhard Breuer extrem viel getan hat, dafür, dass der deutsche
- 2:13:50Riesling oder die deutsche Weinwelt heute da steht, wo sie ist.
- 2:13:54Aber ich glaube, da gibt es auch noch viel mehr Protagonisten, die davor und danach tätig
- 2:14:00waren, denke ich an Herrn Huber, Herrn Fürst, das sind alles großartige oder waren teilweise
- 2:14:08leider großartige Persönlichkeiten, die extrem viel gemacht haben.
- 2:14:13Also es ist ja immer eine Zusammenarbeit der einzelnen Winzer, die zu ihrem Zeitpunkt
- 2:14:22teilweise einzeln, aber größtenteils natürlich auch miteinander Dinge vorangetrieben haben,
- 2:14:29Gedanken zusammengesteckt haben, um dann geschlossen aufzutreten.
- 2:14:33Man denkt mal, die Südfahrtsconnection, was haben die da eben Trebholz, Werheim dafür
- 2:14:39getan, dass der deutsche Wein nach vorne gekommen ist.
- 2:14:43Und ich glaube, das weiß man natürlich, sicherlich wird man es in 20 Jahren noch anders verteilen
- 2:14:48können als heute, aber das war grandios und sie haben aus meiner Sicht ganz, ganz viel
- 2:14:53getan, dass der deutsche Wein da heute steht, wo es ist.
- 2:14:56Großartige Vorbilder für viele, hat es zu selber ein Vorbild?
- 2:14:59Also hatte ich jemand geprägt, hatte ich jemand an die Hand genommen oder warst du schon
- 2:15:04immer autodidakt?
- 2:15:05Nein, ich habe ganz, ganz viel von verschiedensten Menschen mitgenommen.
- 2:15:11Ich habe vorhin kurz über Matthias Datta an Stefan Hilbert gesprochen, die mich in der
- 2:15:15Frühphase an die Hand genommen überhaupt erst mal zum Thema Wein gebracht haben.
- 2:15:18Ich war ein beseder Bier-Dringer, als ich in die Ausbildung gekommen bin.
- 2:15:21Das hat sich nach einem halben Jahr und den ersten Weinbrücken relativ schnell Richtung
- 2:15:26Wein entwickelt habe.
- 2:15:27Ich habe gesehen, dass ich damit Spaß gehabt habe, aber ohne diesen Ort, der Bühler Residenz,
- 2:15:32ohne diese Person, die zu diesem Zeitpunkt da gewesen sind, weiß ich nicht, ob ich da
- 2:15:39wirklich diesen Weinvirus so intensiv bekommen hätte, dass ich so stringend da durchgelaufen
- 2:15:42wäre.
- 2:15:43Und da gibt es natürlich Personen wie eben vorhin schon angesprochen, Christine Ballet,
- 2:15:48die extrem viel dafür getan hat, dass ich da früh mit Fuß fassen durfte.
- 2:15:53Markus Delmonegho, Guy Bonford, der heute leider komplett, leider punktuell vergessen
- 2:16:02wird, bei der jungen Generation, der wie ganz weit selbst um Mitternacht noch auf großen
- 2:16:10Festivitäten und Verkostungen ganz akribisch seinen Dothizen gemacht hat, der auch drei
- 2:16:16großartige Bücher veröffentlicht.
- 2:16:18Die vielleicht für einen heutigen Sommer hier nicht groß hilfreich sind, aber ich kann
- 2:16:26sagen, mir hat es damals extrem viel gebracht, mich mit damals noch Monsieur Bonford, Spedagier,
- 2:16:32unterhalten zu dürfen, weil er eben ein toller Mittler war und sich nie zu schade war, auch
- 2:16:39einen jungen, grünen Sommer hier damit ranzunehmen und zu sagen, komm, das kannst du so machen,
- 2:16:45das kannst du so machen.
- 2:16:46Das war trotzdem auf Augenhöhe und da habe ich extrem viel mitgenommen.
- 2:16:50Aber es ist unfair jetzt nur die wenigen zu erwähnen, die Palette ist viel größer,
- 2:16:56ich habe auch mit Personen wie Nacarumauera viel, viel lernen dürfen und das hat sich
- 2:17:03alles miteinander entwickelt, aber auch Personen wie Christina Fischer damals, Hendrik Thoma,
- 2:17:10das waren natürlich die Sommys, auf die wir hochgeschaut haben, wo man gesagt hat, wenn
- 2:17:14wir irgendwann mal so eine Selbstverständlichkeit haben, wenn wir eine Weinansprache haben,
- 2:17:20so eine Präsenz haben, dann haben wir schon sehr viel geschaffen.
- 2:17:23Ich freue mich einfach, dass ich diese Menschen kennenlernen durfte und später auch zu meinen
- 2:17:28Fronten zählen konnte.
- 2:17:29Die uns auch sehr geprägt haben, hast du jemand geprägt, also jemand mit dem zusammengearbeitet
- 2:17:33hast, wo du stolz darauf bist, was aus dem geworden ist oder aus der geworden ist?
- 2:17:40Manchmal bekommt man das ja gar nicht mit.
- 2:17:44Also ich würde sagen, dass die Zusammenarbeit mit Peter Müller, der heute das Restaurant
- 2:17:53in Groß, den Heimlichwirt hat, ich glaube schon, dass ich ihm noch ein bisschen was mitgeben
- 2:17:59konnte, wenngleich er schon als sehr stark prägende, auch für mich prägende Persönlichkeit
- 2:18:06ins Lehrbach gekommen ist.
- 2:18:08Sie haben wir miteinander, glaube ich, sehr, sehr gut gewachsen, haben uns gegenseitig auch
- 2:18:11beeinflusst und miteinander nach vorne gebracht.
- 2:18:14Letztens kam die junge Dame auf mich zu, zum Ende einer Probe, die ich in Düsseldorf moderieren
- 2:18:21durfte und sagte, Mensch, ich habe sie vor vier Jahren mal in einer anderen Situation kennengelernt,
- 2:18:31dann hatten sie die erste Weinprobe moderiert und ich war eine der Personen, die dabei war.
- 2:18:37Und ich war so begeistert, das war so großartig.
- 2:18:39Ich habe kurze Zeit danach bis Restaurant gewechselt, bin in einem Restaurant, was eine
- 2:18:42bessere Weinkarte hatte und bin jetzt gerade dabei, mein Sohn an der IAC zu machen, weil
- 2:18:48ich so begeistert von ihrem Seminar gewesen bin.
- 2:18:53Und ich stand erst mal da und ich habe gedacht, okay, wo ist hier der Ausgang, das ist unangenehm,
- 2:18:57aber gleichzeitig zeigt es mir.
- 2:18:59Ich habe unbewusst in dem Moment jemanden beeinflusst, dass er sein berufliches Leben,
- 2:19:05berufliches Merdegang, neu oder präzise ausrichtet und ich weiß nicht, ob das öfters passiert
- 2:19:13ist, aber ich fand es großartig und es auch ein schönes Feedback an mich gewesen, wenn
- 2:19:16gleich ein bisschen befremdlich war.
- 2:19:18Sehr, sehr berührend.
- 2:19:19Toll, wenn man Menschen so prägen kann, begleiten kann und einfach da das Rätchen ein bisschen
- 2:19:24weiter drehen kann.
- 2:19:25Sammelst du Wein?
- 2:19:26Sammel nicht, ich kaufe Wein.
- 2:19:32Ich habe mittlerweile, glaube ich, mehr Wein im Keller, als ich in den nächsten Jahren
- 2:19:37trinken kann.
- 2:19:38Sammeln eigentlich nur etwas, was so die Jahrgänge der Kids angeht, dass die später mal was
- 2:19:44bekommen aus ihren Jahrgängen.
- 2:19:45Das ging uns leider ein bisschen ab.
- 2:19:48Glück hatte ich nicht und ob sie sich dann später für Wein interessieren oder nicht,
- 2:19:52das wird sich ergeben, aber da ist natürlich ein bisschen was im Keller.
- 2:19:56Ansonsten versuche ich eigentlich mehr Wein zu genießen, das heißt nicht, dass da noch
- 2:20:01ein paar alte Jahrgänge liegen, aber ich freue mich immer über jeden Befreundeten oder
- 2:20:08über jeden Freund, der bei uns ist und wir die Gelegenheit haben, eine Flasche gemeinsam
- 2:20:12zu teilen.
- 2:20:13Da hat es ja vorhin auch gefragt, es war ein gutes Geschenk, es war ein perfekter Geschenk,
- 2:20:17das absolut perfekter Geschenk in alle Richtungen.
- 2:20:21Also ich freue mich über jede Flasche, die ich geschenkt bekomme, weil ich es in der
- 2:20:26Regel dann so mache, dass wenn ich eine Flasche geschenkt bekomme, direkt den Kalender rausnehme
- 2:20:31und sage, okay, wann trinken wir die gemeinsam?
- 2:20:33Ganz wichtig.
- 2:20:34Weil dann ist das die Situation, dass man miteinander die Zeit verbringt und eben das
- 2:20:38macht, warum wir Menschen sind, nämlich miteinander kommunizieren und miteinander eben den Genuss
- 2:20:44teilen.
- 2:20:45Wie suchst du die Flasche aus, wenn du selber eine Flasche verschenkst?
- 2:20:48Ich schaue mir die Personen nicht, ich überlege, wer ist, für wen ist diese Flasche, ist sie
- 2:20:55oder eher ein großer Liebhaber von Schaumwein?
- 2:20:58Ja, dann wird es wahrscheinlich etwas in dieser Richtung sein oder ich bin mittlerweile
- 2:21:03sehr, sehr bekannt dafür, dass ich große Portweine mitbringe, dann gerne aus den Jagdgängen
- 2:21:08der beschenkten Personen, wenn es sich so ein Jagdgang handelt.
- 2:21:10Das macht Spaß, das ist einfach großartig und es sorgt halt immer wieder für eine Gegeneinladung
- 2:21:17und das ist einfach toll und so kommt man eigentlich ganz gut übers Jahr.
- 2:21:20Und vor allem verfestigt auch die Freundschaften.
- 2:21:24Ohne Frage, verschenkst du dann eher dich oder verschenkst du die Person?
- 2:21:28Also versuchst du deinen Geschmack herauszusuchen und der Person damit eventuell eine neue
- 2:21:34Welt zu offenbaren oder dich in deine Präsenz darzustellen oder den Geschmack der Person
- 2:21:39möglichst zu ketschen?
- 2:21:40Zweiteres.
- 2:21:41Wenn ich eine Flasche Wein verschenke, definitiv die Geige, die hinten spielt, ich möchte
- 2:21:50der Person ja einen Gefallen tun und dann, ich habe eine Person vor mir, die sagt, oder
- 2:21:55ich weiß, sie trinkt nur restzüße Rieslinge, dann werde ich bestimmt nichts aus dem Jura
- 2:22:00mitbring, auch wenn ich es persönlich großartig finde als Beispiel.
- 2:22:03Ja, also das wäre dann wahrscheinlich eher ein Affront der Person gegenüber, der sagt
- 2:22:06okay, es ist nett, dass du den Wein mitgepasst, aber da hast du dich in dem Vortegrund gespielt
- 2:22:10und das ist ja quatsch.
- 2:22:11Nein, also ich suche natürlich etwas aus, was auf diese Person am besten, ich zumindest
- 2:22:16denke, funktioniert und dann gerne innerhalb dieser Kategorie etwas, was ein Touch spannender
- 2:22:21ist als vielleicht vorher hatten.
- 2:22:22Vielleicht, oftmals ist es ja so, dass wir zusammen schon große Weine getrunken.
- 2:22:26Hast du noch Weinziel oder gibt es für dich irgendein Wein, den du im Leben nochmal trinken
- 2:22:30möchtest oder bist du durch mit dem Thema, hast du durchgespielt?
- 2:22:33Ich würde schon gerne nochmal ein paar große Ja-Gänge trinken, ich habe 45 noch nicht gehabt,
- 2:22:38ich würde dich schon gerne nochmal verkosten und 47 glaube ich, habe ich bislang auch noch
- 2:22:42nicht, aber das sind punktuelle Geschichten, die kommen, wenn es denn so ist.
- 2:22:51Ich hatte ja schon die Gelegenheit, viele sehr gereifte großartige Weine zu probieren,
- 2:22:57sei das auf Kloster Eberbach, große Jahrhundertprobe gehabt, wo es bis 99 zurückging, 21 mehrere
- 2:23:05Jahrhundertprobe, mehrere Lagen nebeneinander gehabt, die große Schatzkammerprobe damals
- 2:23:10auf Gut Hermansberg, wo es auch bis 99 runterging, ja das ist ja sehr fantastisch, sehr großartig
- 2:23:15und das ist auch ein Teil, warum man sich da unbedingt sehr, sehr intensiv miteinander
- 2:23:19fassen sollte, weil die Einladung zu solchen Sachen bekommt man natürlich nicht, wenn man
- 2:23:23einfach nur Wein trinkt, sondern muss man sich schon mit der Thematik tiefer auseinandersetzen.
- 2:23:30Ja, ich habe noch Weinziel, klar, wir haben jetzt gerade ein neues Weingut aufgenommen
- 2:23:35mit Alphonse Moulot, das wollen wir natürlich sehr, sehr gern in der Topgastronomie und
- 2:23:39den Topfachhandel platzieren und da haben wir viele große Aufgaben auch mit unseren bestehenden
- 2:23:44Weingütern, dass wir da weiterhin das Ganze nach vorn bringen und entwickeln und die
- 2:23:48Weinzielsenden heute natürlich stärker vertriebliche Struktur gewidmet.
- 2:23:53War der Wechsel in den Handel für dich eine logische Entwicklung oder gibt es immer Gründe
- 2:23:58dafür, keine Ahnung, für mich oder sonstiges, aber siehst du in Somie mehr oder weniger
- 2:24:02dann in der Höchstform letztlich im Handel situiert oder?
- 2:24:06Nein, nein.
- 2:24:08Also das muss, also bei mir war das eine ganz klare persönliche Entscheidung.
- 2:24:15Ich hatte mit meiner Frau schon bevor wir geheiratet haben ausgemachten dem Moment, wo wir Nachwuchs
- 2:24:21bekommen, werden wir unser Berufsbild oder unsere berufliche Situation auf dem Prüfstand
- 2:24:26stellen und werden überlegen, ob das zeitgemäß ist oder ob wir irgendeiner Art und Weise uns
- 2:24:32da anders entwickeln sollten.
- 2:24:33Und so war es für mich ein logischer Schluss, dass ich in dem Moment die Reißleine gezogen
- 2:24:39hat.
- 2:24:40Wir hatten eingehens das Gespräch, es über die Arbeitszeiten gesprochen.
- 2:24:42Ich liebe die Gastronomie, ich bin komplett leidenschaftlich im Weintrin, aber ich liebe
- 2:24:51meine Familie mehr.
- 2:24:52Und es ist völlig klar, dass ich beides so nicht unter ein Hut bekommen hätte und deshalb
- 2:24:59war das nicht eine Reißleine zu ziehen, sondern eine Neuorientierung.
- 2:25:02Und ich glaube sogar, dass es weniger Sommi es gibt, die wirklich für den Handel geschaffen
- 2:25:07sind, weil es ein komplett anderes Mediös, was viel mehr betriebswirtschaftlich, viel
- 2:25:12mehr Zahlen geprägt ist und weinen sicherlich das Mediös, um welches es sich handelt am
- 2:25:17Ende des Tages, um welches es sich dreht, was gehandelt wird, welches wir transportieren,
- 2:25:22aber was am Ende im täglichen Geschäft nicht die erste Geige spielt.
- 2:25:27Es sind ganz andere Paare von an und wenn ich als Sommi in den Handel gehe, weil ich dann
- 2:25:31mehr mit Wein zu tun habe, dann bin ich im falschen Kahn, das wird nicht funktionieren.
- 2:25:36Dann bin ich ganz schnell wieder raus.
- 2:25:37Fynnis, man sollte trotzdem diese Erfahrung machen?
- 2:25:39Ich kann nur davor warnen, in den Handel zu gehen.
- 2:25:43Ich fand es für mich großartig und ich bin jetzt seit meinem Ausstieg im Lehrbach bei
- 2:25:49derselben Firma, bei der Smart Violence, es war aber auch ein langes Beschnuppern.
- 2:25:53Ich habe mir die Firma und die Person lange, lange vorher angeschaut und vor allem auch
- 2:25:58das Portfolio angeschaut und wenn das nicht gepasst hätte, hätte ich es nie gemacht
- 2:26:03und die Tatsache, dass ich jetzt eine Dekade da bin und es immer noch viel Spaß macht,
- 2:26:09wenn gleich der Job nicht minder anstrengend ist als die der Sommi ist.
- 2:26:14Glaube ich habe ich wenig falsch gemacht mit diesem Schritt.
- 2:26:17Aber nach amenswert ist, weiß ich nicht, kann ich nicht butteren, muss jeder für sich
- 2:26:22selbst entscheiden.
- 2:26:23Ich glaube auch viele haben da eine ganz verträumte Vorstellung davon, dass man sagt,
- 2:26:29dann verkaufe ich Wein jetzt nicht beim Gas, sondern bei Kunden.
- 2:26:33Es ist eine andere Welt, ein anderer Beruf, es ist eine andere Herangehensbeisung mit allen.
- 2:26:37Du weißt selbst, wie es ist.
- 2:26:39Du bist im Restaurant, du kriegst das Feedback des Gastes direkt unmittelbar.
- 2:26:43Du gibst den Wein zum Probieren, du schenkst ihn ein, du siehst an der Mimik schon bevor
- 2:26:48was gesagt wurde, wie dieser Wein ankommt.
- 2:26:49Du kannst jeden Gast einzuspielen, du hast an jedem Gast, keine Ahnung, 20 Tische im
- 2:26:54Restaurant, du hast 20 Mal die Möglichkeit mindestens einen Wein auf diese Person ziehgeschnitten
- 2:27:01aus deinem Keller herauszuzaubern und hoffen dich den Gast damit zu begeistern.
- 2:27:05Und wenn es nicht funktioniert hast du eine zweite Chance gehst in den Keller, hast was
- 2:27:08anderes was dann dank des Feedbacks mit Sicherheit ein Volltreffer sein wird.
- 2:27:12Diese Situation hast du umhandeln nicht.
- 2:27:14Du bist in ganz anderen Situationen unterwegs.
- 2:27:17Du musst natürlich mit dem Wein überzeugen, du musst aber vor allem auch mit den berufsbeschaftlichen
- 2:27:23Kennzahlen überzeugen und vor allem auch mit der Philosophie des Weinguts überzeugen, dass
- 2:27:28das in das Portfolio deines ausgewählten Händlers auch passt, dass er auch die Kunden
- 2:27:33dafür hat diesen Wein am Ende auch in die Gastronomie transportieren zu können.
- 2:27:38Denn da werden Weine, die wir beispielsweise bei der Smartwines vertreten, das ist ein
- 2:27:43Familiengeführter, Premiumweingüter der einzelnen Regionen am Ende auch Fuß fassen können.
- 2:27:49Wenn ich da rangehe wie ein Somelier, das war ein Prozess den musste ich auch lernen.
- 2:27:55Das habe ich nicht von heute auf morgen gehabt.
- 2:27:57Das hat einige Wochen, vielleicht Monate gebraucht, bis ich diese Transformation durch hatte und
- 2:28:02ich habe mich heute noch manchmal, dass ich das Somelieren Wein verkostet und dann denke
- 2:28:05ok gefällt mir, wird dem Handel vielleicht nicht funktionieren, dann kann ich aber das
- 2:28:10ganze heute umschalten und sagen ok, als klar, dann hole ich mir eine Kiste und trink das
- 2:28:15daheim mit Freunden und muss mich jetzt nicht betriebswirtschaftlich damit weiter auseinandersetzen.
- 2:28:19Darum ist Amaniac gefühlt eigentlich so selten, vielleicht weil er in der Tat recht selten
- 2:28:41ist, also nicht unerreichbar, aber es werden pro Jahr nur 9 Millionen Flaschen Amaniac
- 2:28:46produziert.
- 2:28:47Was ein Zettel der Produktion von Conniac ist.
- 2:28:49Eigentlich sollte man fast jedes Mal, wenn man einen Amaniac auf der Karte sieht, einen
- 2:28:52Amaniac probieren.
- 2:28:53Und dann natürlich sehr gerne einen XOS, einem der berühmtesten Traditionshäuser der Maison-Sommalon.
- 2:29:00Im Jahr 1882 wurde im Herzen der Region Bas-Sommaniac die Maison-Sommalon von Jean-Sommalon gegründet.
- 2:29:07Die Familie Sommalon hat seit dem 8 Generationen lang die Tradition der Amaniac-Herstellung
- 2:29:13fortgeführt.
- 2:29:14Daher möchte ich besonders den Sommalon XOM empfehlen.
- 2:29:17Seine Heimat ist die Gascogna.
- 2:29:19Eine hügelige Landschaft im Zentrum der südwestlichen Frankreichs.
- 2:29:22Die Gascogna erlernten bereits im 12.
- 2:29:25Jahrhundert von den Mauern die Kunst der Dessolation.
- 2:29:27Der erste schriftliche Bericht über den Amaniac Aquarens, das brennende Wasser, stammt aus
- 2:29:32dem Jahr 1411.
- 2:29:33In einer Urkunde aus dem Jahre 1461 wird berichtet, dass der gebrannte Geist des Weines Schwerzenlindert,
- 2:29:40das Gedächtnis erfrisch, die Menschen jung hält und Freude und Wohlbehagen mit sich bringt.
- 2:29:44Im Jahre 1909 wurde erstmals die Herkunftsbezeichnung Amaniac dekrediert.
- 2:29:48Was ist wichtig, damit ein Amaniac nicht nur ein Amaniac, sondern auch die Bezeichnung
- 2:29:52XO auf dem Etikett führen darf.
- 2:29:54Zum einen Punkt 1 das Mindestalter.
- 2:29:56Ein Amaniac mit der Bezeichnung XO muss mindestens 10 Jahre in Eichenfässern gereift sein.
- 2:30:01Das bedeutet, dass der Jüngste in der Asymblasch enthaltene Amaniac mindestens 10 Jahre alt sein
- 2:30:07muss.
- 2:30:08Punkt 2 die Fasslagerung.
- 2:30:09Der Amaniac muss während dieser 10 Jahre in Fässern aus französischer Eiche gelagert
- 2:30:13werden.
- 2:30:14Die Maison-Samalon ist bekannt für ihre historischen Keller- und Lagerhäuser.
- 2:30:18Ein Highlight ist das beeindruckende Lagerhaus, in dem der Amaniac viele Jahre reift.
- 2:30:23Die Fässer werden oft für Jahrzehnte gelagert, teilweise sogar über 50 Jahre.
- 2:30:28Die geheimnisvollen Keller der Maison-Samalon beherbergen einige der ältesten und seltensten
- 2:30:33Amaniacs der Welt.
- 2:30:34Ware Schätze, die nur zu besonderen Anlässen ans Tageslicht kommen.
- 2:30:38Punkt 3 die Herkunft.
- 2:30:40Es gibt 3 Zonen mit jeweils charakteristischen Merkmalen verschiedener Bodentypen.
- 2:30:44Im Westen liegt Basamaniac.
- 2:30:46Die Böden bestehen aus Lehm und Sand.
- 2:30:48Die mittlere Zone nennt sich die Narresse und hier herrschen kalkreiche Lehmböden vor.
- 2:30:53Und im Osten befindet sich die Oda-Amaniac, die sich ihre ganz klaren und puristischen
- 2:30:57Kalkböden auszeichnet.
- 2:30:58Aus der Basamaniac oder auch Amaniac Nor genannt, mit 55% Produktionsanteil kommen
- 2:31:03die besten Distillate mit dem spezifischen Aroma des Amaniacs und auch die Brände der
- 2:31:08Maison-Samalons.
- 2:31:09Für diese Amaniacs gelten strenge Bestimmungen.
- 2:31:12Die Elite wird im kleinen Bereich, Tere de Bougue, dem Ziegenbockland gebrannt.
- 2:31:16Diese Produkte dürfen grandbar Samaniac genannt werden.
- 2:31:19Der Bereich Oda-Amaniac erbringt nur 5% der Produktion.
- 2:31:23Womit wir bei Punkt 4 den Rebsorten werden, 12.000 Hektar Rebfläche, die zu 80% mit
- 2:31:28Ünie Blombenpflanz sind, der klar dominierenden Amaniac-Rebsorte.
- 2:31:32Insgesamt sind 11 weiße Sorten für den Amaniacs zugelassen.
- 2:31:35Jedoch haben neben dem Ünie Blom nur noch die 3 Rebsorten.
- 2:31:38Baku Blom, Kolomba und Clérette.
- 2:31:40Eine erwähnenswerte Bedeutung.
- 2:31:42Alle diese Rebsorten erbringen alkoholschwache und säuerlich schmeckende Weine, die für
- 2:31:47die Distillation geradezu ideal sind, die natürliche Spontangärung erfolgt oder Zusatz
- 2:31:51von Hefen, Schwefel oder Zucker.
- 2:31:53Nach etwa 10 bis 17 Tagen entsteht ein säuerlich starker Weib mit einem Alkoholgehalt von 8
- 2:31:58bis 9,5 Volumenprozent.
- 2:32:00Vor den Distillieren dürfen Kräuter, Nüsse und Flaumen zugesetzt werden.
- 2:32:04Und auf zu Punkt 5, dem Distillationsverfahren.
- 2:32:06Die Maison-Samelon verfügt über eine besondere Distillerie, die für die Region außergewöhnlich
- 2:32:12möchte fast sagen einzigartig ist.
- 2:32:13Sie besitzt 4 über 100 Jahre alte Amaniac-Brennenblasen sowie 4 Charantés-Brennenblasen.
- 2:32:20Die traditionelle Herstellung von Amaniac erfordert viel Erfahrung und eine ständige Kontrolle
- 2:32:25des Geschmacks während des gesamten Distillationsprozesses um die hohe Präzisionen zu gewährleisten.
- 2:32:30Die meisten werden die Schnitte, das Trenn von Vor- und Nachlauf, nicht standardisiert,
- 2:32:34sondern basieren auf den regelmäßigen Verkostungen durch den erfahrenen Distillationsmeister des
- 2:32:39Hauses Samelon.
- 2:32:41Der große Unterschied zum Konjac besteht in der Brennmethode und nachfolgendem Ausbau.
- 2:32:45Das war aber nicht immer so, bis vor der Reblauskatastrophe wurde, so wie beim Konjac,
- 2:32:50mit dem fraktionierten Verfahren, dem Pots-Dill-Verfahren gearbeitet.
- 2:32:53Doch dann setzte sich das kontinuierliche Brennverfahren durch.
- 2:32:56Dieses wurde schon um 1830 vom Distillateur-Meister Koffee perfektioniert und 1936 zum einzig zugelassenen
- 2:33:05Brennverfahren für den Amaniac verordnet.
- 2:33:07Bei dieser angewendeten Methode, Methode Amaniac bzw. dem System Alambi-Amanake werden
- 2:33:13Rohbrand und Feinbrand in einem einzigen Brennprozess kombiniert.
- 2:33:17Hierzu dient eine Rektifikationskolonne, ein Apparat zur Trennung der verdampfbaren Komponenten,
- 2:33:22der die verdampften Bestandteile durch Abkühlen wieder verflüssigt.
- 2:33:26Dieser befindet sich zwischen der Brennblase und dem Kondensator.
- 2:33:29Dabei wird der Amaniac-Swatz zweimal erhitz, aber nur einmal einer Distillation unterzogen.
- 2:33:35Was das für den Brand heißt, kann sich jeder von uns vorstellen.
- 2:33:38Und das merkt man, wenn man diesen Zammalang XO im Glas hat.
- 2:33:41Angefangen mit der Bernsteinfarbe, mit leichtbräunlichen Reflexen dieser Brillanz im Farmbild,
- 2:33:46über diese elegante Nase, man kann sie nicht anders beschreiben als elegant, leichte Vanille,
- 2:33:50feine Gewürze, unlaut aber nicht leise, facettenreich und macht unfassbar neugierig und am Gaumen sehr rund.
- 2:33:57Er schmeckt, wenn man das in Worte kleiden kann, großzügig, mit weichen Tanninen und einem ewig langen, wahnsinnig milden Abgang.
- 2:34:03Und ich finde, Amaniac wird viel zu selten mit Speisen kombiniert.
- 2:34:06Dieser war Samanak XO aus dem Hause Summerlands.
- 2:34:09Perfekt, zwar auch nach dem Abendessen, aber warum nicht zu einem Fruchtschokoladenes her?
- 2:34:14Der säurelastige Früchte wie Himbeeren oder Zitronen perfekt durch die Charakteristik des Amaniacs ausgeglichen werden.
- 2:34:20Er genügend Kraft hat, um der Schokolade entgegenzutreten und das ganze wunderbar bereichert.
- 2:34:24Danke für dieses so besondere Produkt, für dieses Genusserlebnis und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Impoteur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:34:32Ich finde allgemein aber auch die Wahrnehmung, dass du als Tommy gewünscht bist.
- 2:34:45Also wenn jemand zu dir im Restaurant kommt, ins Restaurant kommt oder eben dort sitzt, dann bist du jemand, der sehr gern gesehen ist.
- 2:34:53Im Handel hat man meistens die Situation, dass man nicht unbedingt in dem Sinne gewollt ist, natürlich gelegentlich auch.
- 2:35:00Aber man muss sich mehr oder weniger anbieten, was du als Tommy nicht musst.
- 2:35:03Und dieses Mindset komplett neu aufzusetzen ist unglaublich schwer.
- 2:35:07Richtig, das ist aber das, was wirklich wenige, glaube ich, in der Tragweite auch verstehen.
- 2:35:14Der Gast, der bei dir im Restaurant ist, der hat schon entschieden, dass er von dir etwas trinken wird.
- 2:35:19Der hat schon an dem Tag, an dem er die Reservierung macht, weiß er, er wird sich vom Silvio Nietzsche etwas einschenken lassen.
- 2:35:25Ansonsten wäre er in dem Fall bei dir zum Beispiel zuletzt in der Weinkultur bei, hätte er nicht reserviert.
- 2:35:30Ganz im Gegenteil ist bei dir in dem Fall auch gekommen, weil du da bist.
- 2:35:35Das ist jetzt im Handel eine komplett andere Thematik.
- 2:35:37Ja klar, du bist Bittsteller und ich habe das Glück, dass ich viele meiner Partner auch als Freunde bezeichnen kann.
- 2:35:48Und dann habe ich das Glück, dass ich da öfters mal telefonieren kann, öfters mal vorbeischauen kann,
- 2:35:52als es jetzt ein allgemeiner Weinhändler kann, der definitiv der reine Bittsteller ist.
- 2:35:57Das ist klar.
- 2:35:58Und das ist eine Herausforderung, gar keine Frage.
- 2:36:01Aber dieses Netzwerk baut man auf, dieses Vertrauen baut man auf.
- 2:36:05Das wächst Stück für Stück.
- 2:36:06Aber gerade diese Resonanz-Thematik ist etwas, was hart ist.
- 2:36:12Weil am Ende des Tages, oder am Anfang schwierig ist, weil am Ende des Tages ist das Restaurant die Bühne.
- 2:36:17Zumindest habe ich sie als solche interpretiert und habe jeden Tag oder jeden Mittag, jeden Abend diese Bühne versucht zu nutzen.
- 2:36:26Ein perfekter Service, ein perfektes Erlebnis für den Gast darzustellen oder zu bringen.
- 2:36:30Und natürlich auch mich selbst ein klein wenig weiterzuentwickeln.
- 2:36:33Klar, und das ist heute anders, deutlich anders.
- 2:36:37Wenn noch einmal die Chance hättest, für einen Tag, einen Woche, einen Monat in irgendeinem Restaurant in der Welt tätig zu sein.
- 2:36:44Egal zu welchem Zeitraum oder in welcher Zeitepoche, welches wäre das?
- 2:36:51Okay, du hast die Zeitepoche reingebracht.
- 2:36:53Das ist cool.
- 2:36:54Also ich wäre sehr gern mal in der Frühphase des Tantres gewesen.
- 2:37:00Ich würde mich super gerne da mit Herrn Witzigmann über die Weine unterhalten.
- 2:37:06Das wäre bestimmt schön gewesen.
- 2:37:09Das ist letztens eine Visberg-Edition.
- 2:37:14Die Scoumé gab es damals mal, die glaube ich, nicht rausgekommen oder vördlierelich rausgekommen sind.
- 2:37:19Vördlierelich, genau.
- 2:37:20Da habe ich mir, vördlierelich, genau, ich misste das erst in der Spätphase mal in die Hand gefallen.
- 2:37:25Und ich habe mir jetzt mittlerweile die gesamte Edition zusammengekauft in einzelne Jagen.
- 2:37:34Also es funktioniert, das ist echt gut.
- 2:37:36Und wenn du da durchblätterst aus den 70er Jahren, das ist grandios.
- 2:37:40Das ist eine Zeitreise, fantastisch.
- 2:37:42Und wenn du das siehst, natürlich diese alten Gerichte, dieses teilweise auch noch gar nicht Perfekte,
- 2:37:48was wir natürlich heute mit unserer verklärten Blick auf die Historie haben, gar nicht darstellen können.
- 2:37:54Das ist großartig.
- 2:37:55Und da wäre ich gerne mal in so einem Restaurant in der Frühphase, sich das anzuschauen und da auch zu sehen,
- 2:38:01was wir für Weine empfohlen, was wird da für uns dir zelebriert.
- 2:38:05Ah, das wäre cool.
- 2:38:06Das wäre stark.
- 2:38:08Ich bin nicht Bock drauf.
- 2:38:09Aber das geht natürlich nicht, funktioniert nicht.
- 2:38:12Deshalb, ich weiß nicht, ob ich heute in ein heute zeitgemäßes Restaurant gehen würde.
- 2:38:17Ich würde mir lieber einen anderen Platz suchen.
- 2:38:18Warum nicht im weißen Haus?
- 2:38:19Also lieber mal in so einen komplett abstrakten für uns unerreichbaren Platz, wenn ich einen Wunsch frei habe.
- 2:38:25Ja, warum nicht mal in die Kantine der kommenden Präsidentin zu gehen und dann einen guten Champagner auszuschägen?
- 2:38:34Ich bin Bock drauf, ja.
- 2:38:36Bei dir selber im Restaurant, wie wichtig war der Service selber?
- 2:38:40Also empfehlen ist klar, Kommunikation ist ganz wichtig.
- 2:38:42Aber hast du dir jemals Gedanken oder intensive Gedanken, um den Service gemacht,
- 2:38:47versuchte ihn zu perfektionieren, welche Parameter waren da wichtig, was ist für dich too much?
- 2:38:53Welchen Stellenwert hat der Service?
- 2:38:56Der Service ist, haben wir jeden Tag, wir haben jeden Tag unseren Service,
- 2:39:01vom Mittag zum Abend-Service, uns versucht zu verbessern.
- 2:39:03Denn du hast es selbst erlebt und, Monsieur Thoman,
- 2:39:09unserem sanften Diktator war es natürlich so, dass Fehler jetzt nicht unbedingt ein zweites Mal zu machen sind.
- 2:39:16Jeder darf seinen Fehler machen, aber den machst du halt auch nur einmal, ganz weitest mal.
- 2:39:20Und das heißt, wir haben tagtäglich daran gearbeitet, dass wir unseren Service verbessern.
- 2:39:26Wir waren nie perfekt, es gibt keine Perfektion, aber wir haben immer versucht dieses zu erreichen.
- 2:39:31Und ja, also ganz klar, der Servicegedanke ist die ganz klare Nummer eins.
- 2:39:39Was dann das Einzige drumherum ist, ob jetzt jeder, du sagst das Füllefans,
- 2:39:44ob du jetzt jedes Glas vinyern musst, um damit den besseren Service zu machen,
- 2:39:50was wir übrigens im Lehrbach nicht gemacht haben.
- 2:39:51Ich weiß nicht, ob es zu euren Zeiten noch war.
- 2:39:53Aber das war so ein, als ich in der Gastro angefangen habe,
- 2:39:56in den, also in der Bühle haben wir jedes einzelne Rotwein-Klas vinyert.
- 2:40:01Ja, das habe ich dann in einem Restaurant, wo ich danach war, als Standard wahrgenommen.
- 2:40:07Ich dachte, das muss man so machen.
- 2:40:09Ich bin angeguckt worden und gesagt, wir polieren unsere Classe richtig,
- 2:40:11wenn du die weiter schmutzig machst, fliegst raus.
- 2:40:14War ganz witzig.
- 2:40:15Das ist, das ist halt eh, nachdem in welchem Haus du warst,
- 2:40:17natürlich anders interpretiert wird.
- 2:40:20Aber das ist sicherlich etwas, was du nicht unbedingt machen musst.
- 2:40:24Wir haben es damals so wahrgenommen, es hat seine Zeit gehabt.
- 2:40:28Wir haben es überlebt, wir haben etwas Neues gemacht.
- 2:40:31Ja, Service entwickelt sich immer weiter und das war es in den 90ern oder auch in den 2000ern.
- 2:40:37Wir haben großen Kloschen-Service, Tablet-Service, Tranchieren am Tisch.
- 2:40:41Noch Standard wahr und mittlerweile sicherlich auch aufgrund der Personalsituation.
- 2:40:46Mittlerweile eher eine Seltenheit geworden ist.
- 2:40:48Was nicht heißt, dass es nicht irgendwann wieder kommt, aber das ist ja aktuell auch teilweise Leiter.
- 2:40:54Nicht mehr der Fall.
- 2:40:55Was ist für dich da elementar?
- 2:40:57Also beim Weinservice selber, wo sagst du, das muss sein?
- 2:41:01Also sprich, Korken an Tischletten oder jeden Wein dekantieren oder
- 2:41:06also gibt es Sachen, wo du nicht darauf verzichten möchtest?
- 2:41:10Korken an den Tischletten, ist das so schwer?
- 2:41:12Nein, also wir haben den Korken damals auch nicht präsentiert.
- 2:41:19Nein, das habe ich in einem Restaurant, das gab es, das war auf dem Geridong am Beistelltisch,
- 2:41:25also quasi am Beistelltisch Hatten, für den Fall, dass der Gast nachgefragt hat.
- 2:41:29Und auch im Lehrfach haben wir das mal dem ein oder anderen Gast zeigen müssen,
- 2:41:32gerade wenn es dann hochwertig war, dann machst du es automatisch.
- 2:41:36Weil wir die Flaschen zumindest in unserer Phase nach dem Umbau des Restaurants zum Gummirestaurant Leber
- 2:41:43haben wir das in der Servicestation aufgemacht, nicht mehr am Tisch jeden Einzelnen.
- 2:41:47Das heißt, dass der Gast dann zwar seine Flasche in der Entfernung gesehen hat, aber
- 2:41:52wenn ich dann die Flaschenlatasch verkauft habe, dann habe ich den Korken automatisch auch mitgebracht,
- 2:41:56einfach auch als Zellebrierung der ganzen Situation.
- 2:42:00Aber das würde ich jetzt nicht für jeden Kurzwein machen müssen.
- 2:42:02Bissicherheit nicht. Was ist elementar? Saubres Glas, ein perfekt temperierter Wein.
- 2:42:08Eine Karaffe, wenn sie notwendig ist, nicht jeder Wein, braunte Karfe.
- 2:42:14Wir haben eh deutlich mehr Weißwein karafiert als Rotwein dekantiert.
- 2:42:19Weil wir in der Situation waren, dass viele Weißweine, wir gezwungen waren,
- 2:42:26auch schon nach fünf, sechs Jahren auszuschenken und sie dann noch in der Babyspeckphase waren,
- 2:42:31damit ich eher den reifen Vorteil brauche, da habe ich die Weine karafiert.
- 2:42:35Dekantieren wurde ich je älter ich im Restaurant wurde, habe ich umso weniger dekantiert.
- 2:42:41Heute dekantiere ich daheim zur Hälfte weg, einfach um zu wissen, okay, wie ist der Wein in vier, fünf Jahren,
- 2:42:47aber ich mache weiß Gott keine Karafierung bei jedem einzelnen Wein.
- 2:42:52Über was freust du dich, wenn du selber Gast im Restaurant bist, wenn das gemacht wird,
- 2:42:55oder bestimmtes Tool eingesetzt wird oder irgendein Add-on im Servicebereich?
- 2:43:02Worüber ich mich freue, wenn ich als Gast wahrgenommen werde und gefragt werde, wie ich es denn gerne hätte.
- 2:43:08Das ist schon mal der erste Punkt, das finde ich geil.
- 2:43:11Wird ja jetzt nicht von jedem gemacht, dann wird der Wein ungefragt dekantiert, wo ich denke, okay, kann man machen, muss man nicht.
- 2:43:18Ich finde, da ist natürlich nett gemeint, aber ich würde mich freuen, wenn man den Gast damit reinnimmt.
- 2:43:23Wir haben es zumindest immer gemacht oder versucht immer zu machen.
- 2:43:27Ich weiß nicht, ob es nicht, dass jetzt nicht ein Gast meldet.
- 2:43:30Du hast mich nicht gefragt vor 20 Jahren.
- 2:43:32Ich würde lieber den Gast fragen und sagen, worauf haben sie Lust, wie soll man es machen und dann die Option anbieten.
- 2:43:39Und dieses Teil dekantieren, das finde ich eine sehr schöne Geschichte, weil wir dann einfach auch die Möglichkeit geben,
- 2:43:46diese Experience dem Gast zu geben, was es mit dem Wein, wenn er jetzt ganz frisch aus der Flasche kommt,
- 2:43:51was es mit dem Wein, wenn er dekantiert ist und vielleicht schon mal 5 Minuten mehr Luft bekommen hat.
- 2:43:55Ich bin ein großer Fan zum Beispiel, Schraubverschlussweine stürzt zu karafieren.
- 2:44:00Die Reduktion des Schraubverschlusskarten bei jungen Weinen ist extrem hoch und wird oftmals nicht erkannt und dann ist der Wein verschlossen zu.
- 2:44:07Es macht keinen Spaß und dann kommst du oft auf das letzte Glas, eine Stunde später und sagst, boah, jetzt ist der Wein gut.
- 2:44:13Super, hat das mal eine Stunde her gesagt, da hat man den Wein karafiert.
- 2:44:16Nein, das sind die Sachen, die ich dann gerne nutze.
- 2:44:19Das ist manchmal aber auch nicht ...
- 2:44:20Too much, weiß ich nicht.
- 2:44:21Du hast gefragt, ob irgendwas zu vieles ...
- 2:44:24Ja, wir haben es ja gerade angesprochen, also diese Venierungsthematik muss nicht sein.
- 2:44:30Nimm den Gast, als Gast war und versuch, das zu bringen, was der Gast wünscht, mit einem perfekten Service, dann ist doch alles gut.
- 2:44:37Sturz dekantieren bin ich oder Sturz karafieren bin ich auch ein Riesenfan von.
- 2:44:43Viele betrachten es aber relativ kritisch, weil sie den Wein als zu sensibel empfinden, ihn so mehr oder weniger brutal in die Karaffe zu hauen.
- 2:44:52Wie geht es dir damit um?
- 2:44:55Ja, es kommt ja auf den Wein drauf an.
- 2:44:57Habe ich jetzt einen ...
- 2:45:01ganz jungen Wein grad gefüllt und ich muss ihn dann dem Tag entscheiden, kauf ich ihn oder kauf ich nicht, dann nehme ich mir ein Glas ab.
- 2:45:10Probiere das Glas und lass ihn parallel in der Kante laufen, wie viel Luft ich dazu gebe oder nicht.
- 2:45:17Bleib mir das selbst überlassen.
- 2:45:19Natürlich ist der Wein in einer gewissen Art und Weise ein fragiles Gebilder.
- 2:45:23Und der Grund, warum ich ihn karafiere ist, weil ich weiß, dass er das ist, deshalb kippe ich ihn in die Karaffe.
- 2:45:29Das ist einer der Gründe.
- 2:45:32Damit ich sehe, was passiert mit diesem Wein, wenn er mehr Reife, mehr ...
- 2:45:37Entwicklung ...
- 2:45:38dazu bekommen hat.
- 2:45:40Ich muss ihn ja nicht sturzkarafieren, ich kann es ja auch etwas vorsichtiger machen, sodass er einfach nur in Saustoff ...
- 2:45:44Kontakt hat und ...
- 2:45:47vorsichtig reinkommt.
- 2:45:49Ich habe aber auch schon saumäßig vor mir gehabt, die haben einen zehn Jahre gereiften Champagner sturzkarafiert.
- 2:45:54Da treche ich dann durch, das finde ich dann doof.
- 2:45:56Das gefällt mir gar nicht.
- 2:45:57Ja, weil das sind Sachen ...
- 2:45:59Boah, die haben sich Mühe gegeben, dass sie da wirklich eine feine Perlache ...
- 2:46:03in die Flasche bekommen hatte und am Ende nimmst du mir diese Erfahrung, nimmst du dem Winzer ...
- 2:46:09die Fähigkeit des Winzers aus, die zum Wein heraus ...
- 2:46:12genau das zu erreichen und machst mit daraus ein Stillwein.
- 2:46:16Nein, das möchte ich nicht.
- 2:46:18Das hatte ich einmal im Restaurant, das fand ich nicht so gut. Das hat mich nicht gefangen.
- 2:46:21Champagner niemals karafieren oder explizit, wenn die Perlache noch aktiv ist oder eben den Schaumbein auszeichnet?
- 2:46:30Ich habe es ein, zwei Mal gemacht, ich hatte keinen Vorteil daraus erkennen können.
- 2:46:33Das heißt nicht, dass es nicht vielleicht für den einen oder anderen besser ist.
- 2:46:36Ich mache es nicht.
- 2:46:37Ich nehme gerne mein größeres Glas, also Champagnergliese gibt es bei uns sowieso nicht mehr.
- 2:46:41Etwas weiteres, Chardonnay-Glas oder die Universit-Gliese sind eigentlich perfekte Champagnergliese.
- 2:46:50Hast du Lieblingsgliese?
- 2:46:52Oder freust du dich, wenn du die und die Marke in einem Restaurant siehst?
- 2:47:00Es gibt natürlich, es ist so eine Suggestion, dass ich eine gewisse Erwartungshaltung habe,
- 2:47:07wenn ich in ein Restaurant gehe, dass ich ein sehr wertiges Glas bekomme.
- 2:47:10Ich freue mich über jedes Restaurant, wo ich einen oder auch beim Winzer teilweise stehe
- 2:47:15und einen Saltoglas bekomme, dann Saltouniversal bekomme.
- 2:47:19Freu ich mich, weil das Glas ist aus dem ich üblicherweise verkoste
- 2:47:23und ich demsofolge dieselbe Bühne wieder für den Wein habe.
- 2:47:26Es gibt aber auch immer noch das andere Weingut, was sehr dickwandige maschinengefertigte Gläser hat,
- 2:47:34wo ich mich frage, warum sie das tun, weil sie in dem Moment leider Geld sparen wollten
- 2:47:41und dann aber ihr eigenes Produkt nicht optimal darstellen, was sie ja gelitten und geblutet haben,
- 2:47:47im Weinberg und Keller.
- 2:47:49Und da würde ich lieber sagen, Freunde, investiert die das Geld.
- 2:47:53Ich weiß, es ist unglaublich teuer und der Bruch ist ärgerlich.
- 2:47:56Aber vielleicht bieten wir einen Online-Wirkshop fürs Gläserpolieren an,
- 2:48:00dann brächt er auch weniger Gläser kaputt.
- 2:48:02Entschuldigung.
- 2:48:04Das ist oftmals die Gläser nicht kaputt, weil sie runterfallen, sondern weil sie falsch poliert werden.
- 2:48:08Und dann ist das eher die Situation.
- 2:48:11Und ja, Salto ist toll, ich finde auch die neue Spiegel auch sehr großartig.
- 2:48:16Josephine Hütte ist super, aber ich kann nicht mein Schrank aller zweie Hausträume
- 2:48:23und die neue, heiße Klasse einen Räumen unabhängig davon, dass es auch viel Geld kostet,
- 2:48:29macht es einfach auch von der Nachhaltigkeit kann.
- 2:48:31Wenn die Gläser kaputt sind, werde ich mir irgendwann überlegen, was anderes zu holen.
- 2:48:34Aber aktuell fahre ich mit Salto großartig.
- 2:48:36Ist für dich die logische Entwicklung, weil du gerade Weingut erwähnt hast,
- 2:48:40irgendwann mal Winzer zu werden, hast du den Wunsch jemals?
- 2:48:43Einmal ein Anruf an alle, wenn ich irgendwann zu euch sage,
- 2:48:49ich möchte Winzer werden, schlag mir einfach ins Gesicht.
- 2:48:52Nein, natürlich nicht, definitiv nicht, niemals.
- 2:48:56Nein, das ist, das heißt nicht, dass man nicht mal einen,
- 2:49:01also wir haben ja da vergangen auch gemacht, mal einen Eigenwein mit einem Winzer gemacht,
- 2:49:05aber ganz ehrlich, was haben wir da gemacht?
- 2:49:07Wir haben Fass ausgewählt und haben gesagt, ja 10% mehr Riesling in dem Eisbogunder wäre super oder nicht.
- 2:49:12Aber das hat ja mit Wein machen, nur wirklich hat es sich wenigstens zu tun.
- 2:49:16Also ich bin kein Önologe und ich werde mir niemals anmaßen,
- 2:49:19auch nur ansatzweise ein Verständnis davon zu haben, wie ein Wein berg anzulegen ist
- 2:49:27oder wie ein Keller, wie ein Keller gearbeitet wird.
- 2:49:30Wenn gleich das von der Theorie alles gelernt habe, ist die Praxis noch mal eine ganz andere Thematik.
- 2:49:34Das ist ähnlich wie wenn ich sagen würde, Mensch, ich kann ganz gut Fußball spielen mit meinen Freundem hinter Hof,
- 2:49:41wie wir das als kleine 14-Jährige gehabt haben, ich werde als nächstes Profi, ja das wird nicht funktionieren.
- 2:49:46Das ist ein schöner Traum, aber mehr auch nicht.
- 2:49:48Und ich glaube nicht, dass Winze sein ein Traumhof ist.
- 2:49:51Ich glaube, das ist von dem, was ich als Praktikaer erleben durfte, das ist richtig harte Malure.
- 2:49:57Das ist ein richtig intensives Thema.
- 2:49:58Ich glaube, wir haben uns als Sommys, gerade im Restaurant, den besten Part der Weinwelt ausgewählt,
- 2:50:04indem wir nämlich die Wein idealerweise einkaufen können, das ganze Zeit unser Arbeitgeber auswiesen selbstständig.
- 2:50:11Aber dann habe ich die Eigenfahrt und dass ich dann die richtigen Wein einkaufe und das werde ich dann als Ausgebilder Sommys natürlich auch können.
- 2:50:16Und ich kann die Wein verkosten, ich kann sie auf die perfekte Bühne präsentieren, optimal schön im Restaurant,
- 2:50:25zum optimalen Gericht den Gästen einen tollen Abend damit machen.
- 2:50:31Das ist doch der beste Platz dafür, da muss ich nicht anfangen, mich selbst an der Mosel um die Weinstöcke bewegen und jeden einzelnen Stock bearbeiten.
- 2:50:42Das mache ich gerne mal bei Fronten und bin aber auch immer froh, wenn ich die zwei Tage überlebt habe, weil das ist echt hart.
- 2:50:49Und ich habe jetzt ziehe meinen Hut davor, dass die Damen und Herren das machen und man kann das nicht oft genug,
- 2:50:58gerade für die Handwerksbetriebe, oft genug loben und dann gesagt, dass sie das tun, weil sonst hätten wir diese Wein nicht im Glas und dass sie dafür gelitten hätten.
- 2:51:10Also gut ab, dass sie das machen.
- 2:51:12Gibt es für dich nun Leben ohne Wein?
- 2:51:14Es gibt immer wieder mal einzelne Tage, aber ein ganzes Leben. Nein, also ich lebe davon und damit und ich hoffe, dass ich immer in meinem Leben die Möglichkeit habe, gute Weine zu genießen.
- 2:51:32Das niemals irgendwann ein Arzt sagt, jetzt reist so viel, deshalb tue ich auch alles dafür, dass ich nicht zu viel trinke und B genug Ausgleich habe, dass ich das möglichst so lang wie möglich machen kann.
- 2:51:44Denn wie wir schon eingehnt gesagt haben, ist Wein vor allem gesellschaftlich, ich liebe die Gesellschaft um den Wein und mit dem Wein und hoffe, dass ich das bis zum letzten Tag genießen kann.
- 2:51:56Und wenn du mal keinen Wein trinkst, also gibt es für dich einen Getränk, was dem Wein gleich kommt?
- 2:52:01Also eine Tiefe in der Komplexität, den Anspruch in der Frühigkeit oder ist Wein einzigartig?
- 2:52:10Also in unseren Hemmisferen ist sicherlich Wein deiner gewissen Art und Weise einzigartig.
- 2:52:16Stellst du dieselbe Frage, in Japan wirst du die Antwort auf Sake bekommen, was ich komplett nachvollziehen kann, was fantastisch ist.
- 2:52:23Da hatte ich auch das Glück, dass ich in Tokio während der WM 213 und danach habe ich noch eine Woche dran gehangen.
- 2:52:29Ich habe auch eine großartige Sake verkosten durfte mir auch zwei Brauereien anschauen konnte.
- 2:52:34Ich habe unter anderem meinen eigenen Jahrgang als Sake verkostet gereift.
- 2:52:38Echt?
- 2:52:39Das ist eine großartige, aber eine eigene Welt.
- 2:52:42Und die wir hier punktuell sicherlich ankratzen und es gibt ja mittlerweile auch den Sake-Sommel hier.
- 2:52:49Ich glaube, dass die Yoshiko Inomura mit ihrer Firma sehr, sehr viel tut und ganz, ganz viele Sommel hier abgeholt hat.
- 2:52:59Eben in diese Welt auch einzutauchen.
- 2:53:02Um das wirklich in Gänze zu verstehen, glaube ich unterstelle, ich musste wirklich auch meine längere Zeit da verbracht haben, um das auch wirklich am Ende leben zu können, weil es ein eigener Kosmos ist.
- 2:53:15Und ähnlich betrifft das Ganze natürlich auch die gesamte Tee und wir können es weitertreiben, auch Kaffeeproduktion.
- 2:53:21Das geht genau in die selbe Schiene hinein.
- 2:53:24Aber dafür musst du in diesen Metier drin sein, dass in die Tiefe auch erleben und leben.
- 2:53:31Und da reicht das, was wir in der Sommel-Schule lernen und in unseren eigenen Weiterbittungen machen, glaube ich nicht aus.
- 2:53:38Findest du, dass es beim Wein genauso, dass man um ein Weingebiet richtig intensiv zu fühlen, dass man in dem Gebiet mal eine längere Zeit verbracht haben muss?
- 2:53:50Oder geht es beim Wein auch theoretisch?
- 2:53:53Nein, also das geht nicht theoretisch.
- 2:53:57Du musst in den Regionen stehen, du musst in den Weinbergen gewandert sein.
- 2:54:03Du solltest idealerweise möglichst viel gesehen haben, um am Ende auch das Bild in der Komplexität zu greifen.
- 2:54:14Ich hatte vorhin gerade über Dematino gesprochen, als ich 2011 in Chile war.
- 2:54:21In Chile war, habe ich das Land das erste Mal bereist und habe auch verstanden, wie sie ticken, was ich unterstelle.
- 2:54:31Ich habe verstanden, was die Winzer damit bezwecken und wie das Ziel ist.
- 2:54:35Das Gleiche war logischerweise, für mich auch logischerweise in Südafrika, wenn du ums Wortland warst und gesehen hast, wie die Reben da wachsen, wie heiß, wie trocken es da ist.
- 2:54:46Dann hast du auch volles Verständnis dafür, dass da so unglaublich vieler 13,5% Volumen und trotzdem getrunkene, kraftvolle und gleichzeitig puristisch elegante Weine entstehen.
- 2:54:58Das kannst du weltweit weiterziehen.
- 2:55:01Das ist in meiner Lieblingsregion ein Durot-Affall, die ich zum Glück öfters bereisen kann.
- 2:55:07Das ist kranzios.
- 2:55:09Wenn du da drinstehst in den Weinberg, wenn du die Weine da verkostest, wenn du mit den Winzeln ins Gespräch kommst, wenn du die Sachen gereift, dann lernst du es.
- 2:55:17Das heißt aber nicht, dass ich in jedem einzelnen Weinberg auch arbeiten muss.
- 2:55:21Das schaffe ich nicht.
- 2:55:23Ich glaube, dass man ein Weinladen, der dich beeindruckt hat.
- 2:55:26Was war der genialste Weinbar oder Weinhandel oder sonstiges, wo du ein liebster eingezogen wärst?
- 2:55:35Es gab es vor Jahren, ich glaube, die gibt es auch noch, ich weiß nicht, ob die noch am selben Platz sind.
- 2:55:45Als ich in Paris war, bin ich in das Lavigne rein gelaufen.
- 2:55:50Das war damals über drei Etagen aufgebaut, komplett klimatisiert.
- 2:55:54Für meine Begriffe ist es ein unglaublicher Schatz an sämtlichsten Weinen der Welt, die da aufgefahren wurden, auch in extremer Jahrgangstiefe.
- 2:56:06Aber wie gesagt, ich war lange nicht mehr da.
- 2:56:08Ich weiß nicht, ob sie es noch haben, was mich später mal begeistert hat.
- 2:56:12Als ich es finden konnte, das war, Hättonism war in London unglaublich.
- 2:56:18Was da zusammengesammelt wurde, fast schon vulgär viel.
- 2:56:24Also auch in einer unerschwinglichen Preisdimension und sämtliche Flaschenformate.
- 2:56:31Das ist unglaublich.
- 2:56:33Also kann man nur sagen, Hut ab.
- 2:56:36Aber gut, das Geld wurde nicht mit Wein verdient.
- 2:56:38Von daher war es ob es sich nicht möglich, das Geld da auch entsprechend in Wein zu investieren.
- 2:56:43Das ist dann sicherlich einfacher Arbeit.
- 2:56:47Wir haben im Zuge des Advanced-Trainings immer relativ viel Zeit in London verbracht.
- 2:56:52Und sind sehr, sehr gerne in die Kensington Wein-Rooms reingefallen.
- 2:56:56Das ist ein, im Prinzip eine kleine Bar, ein kleiner Weinladen.
- 2:57:02Und du dir nur ein Glas holst und dann werden sämtliche Weine, die sie da präsentieren.
- 2:57:06Das sind im Regelfall so um die 150, 200 Weine.
- 2:57:09Die sind alle in dem Enormatik-System hinter Glas verbaut.
- 2:57:12Du holst dir deine Karte, lädst da deine 100 Pfund drauf.
- 2:57:15Und jeder baut sich, baut ein Sechserflyt für den anderen auf,
- 2:57:18sodass wir da sehr schnell, sehr viel, gerade für das Verkostungstraining machen konnten.
- 2:57:24Das war der Fall, das ist sehr, sehr cool.
- 2:57:27Es ist vielleicht nicht der Laden, wo du dein erstes Date mit hast.
- 2:57:30Aber wo du, wenn es um das Thema Wein in Tiefe geht, viel Spaß haben kannst und Freude haben kannst.
- 2:57:36Genialer getan.
- 2:57:37Aber ich war auch letztens begeistert, als ich endlich wieder in Barcelona war
- 2:57:43und mich von dem Vibe und der Dynamik, dem Druck, den der Laden auch ausstrahlt,
- 2:57:50habe geistern lassen. Das war ziemlich cool.
- 2:57:55Und gleichzeitig trotzdem extrem herzlich die Sommie ist, die da tätig sind.
- 2:58:01Haben uns an dem Abend echt extrem gut abgeholt und abgefüllt.
- 2:58:05Ja, war stark.
- 2:58:07War vollreich.
- 2:58:09Was war jemals deine größte und kleinste Weinkarte, die du bespielt hast?
- 2:58:16Ja, gut, da war ich vielleicht nicht in der Hauptverantwortung.
- 2:58:20Aber die kleinste, meine ich, war die vom Zweitrestaurant im Brandenburger Hof, im Wintergarten.
- 2:58:28Das war auf dem ersten Blick eine kleine Weinkarte.
- 2:58:31Das war im Prinzip ein One-Pager von und hinten weiß-rot zum Drehen.
- 2:58:37Das Coole an der Karte war, dass wir durch die Ausrichtung der Quadriege
- 2:58:42auf die von uns zitierte deutsche Weinkarte natürlich extrem viel an fürstrichen Altwein hatten.
- 2:58:49So Petrus, Außen70-Garn, Alte Bogunda, die wurden ja jetzt nicht besser,
- 2:58:56wenn die einfach nur im Keller liegen.
- 2:58:58Also haben wir die da auf die Karte punktuell immer mit draufgeschrieben, so als Spezialempfehlung oder wie auch immer.
- 2:59:06Und damit konnten wir, haben wir diese Weinkarte sehr dynamisch, sehr oft gewechselt,
- 2:59:12haben diese Positionen auch zu bewegen, aber auch war das cool, weil wir damit eine sehr fokussierte
- 2:59:20und trotzdem auf so knapp 50-60 Positionen, eine reduzierte Weinkarte gestaltet haben,
- 2:59:27die trotzdem eigentlich alles abgebildet hat.
- 2:59:29Und das war so vom Einstiegswein, vom Einstiegsortswein bis zum Grand-Grüh war da alles drauf.
- 2:59:35Du kannst da mit 20 Euro rauslaufen, kannst da aber auch 5.500 Euro rausgeben.
- 2:59:39Das fand ich ganz spannend in der Zeit.
- 2:59:41Ich weiß nicht, ob Sie das dann später weiterverfolgt haben, nachdem wir die großen Sachen ausverkauft haben,
- 2:59:46weil das war cool.
- 2:59:47Auch die Karte in der Bühle um Ausbildungsbetrieb, die war superklassig, Italien, Spanien, extrem viel Frankreich.
- 2:59:55Die deutschen Betriebe sind witzigerweise die, die mich mein ganzes Leben, mein ganzes Weinleben mit begleitet haben.
- 3:00:00Ich kann mich an Kuhner erinnern, ich kann mich an Breuer erinnern.
- 3:00:02Ich kann mich an Gibi Becker erinnern, der da drauf war, Kohlereupprecht.
- 3:00:07Das waren alles die Weine, die wir die nächsten Jahre auch eigentlich überall mit drauf hatten.
- 3:00:11Und trotzdem war die Karte überschaubar.
- 3:00:13Und die größte Karte, ja klar, weißt du selbst, das war die im Lehrbach.
- 3:00:18Ich habe zwar dafür gesorgt oder sorgen müssen, dass ich kleiner wurde.
- 3:00:22Das war damals so ein bisschen die Krugse, die die Rangensweise der Direktion,
- 3:00:28dass wir von den 1250 Flaschen, Referenzen, die ich hatte, als ich sie übernommen habe,
- 3:00:35sind wir dann, glaube ich, runter auf knapp 950.
- 3:00:39War aber auch der Zeitgeschuldigte.
- 3:00:42Was ja auch nicht wenig ist.
- 3:00:44Nein, das ist nicht wenig.
- 3:00:46Wenn man ehrlich ist, ich glaube, wenn du eine Karte von Grund auf neu aufbaust
- 3:00:50und du nicht auf alt bestand, zurückgreifst und die betriebswirtschaftliche Verantwortung,
- 3:00:56der Händler hast, dann wirst du auch die Hölle tun, von heute auf morgen
- 3:01:012000 Position auf der Karte zu bauen.
- 3:01:03Das wächst ja Stück für Stück, so was wächst ja mit sich mit der Zeit gar nicht mit.
- 3:01:08Über welche Größe freust du dich, wenn du selber Gast bist?
- 3:01:11Also wenn du eine Karte bekommst, findest du es mega cool,
- 3:01:13wenn du eine 5000 Position Weinkarte oder sagst du mir reichen,
- 3:01:1720 Position, dann brauch ich nicht so viel lesen oder sonst 400, 500.
- 3:01:22Also was findest du ist eine ideale Größe, wenn du im fein dein oder im weinoientierten lokal bist?
- 3:01:29Wir würden 3 Position reichen, wenn es die 3 sind, die ich an diesem Tag drücke.
- 3:01:33Nein, natürlich, es gibt es nicht, aber die, wir haben ja immer die Groks.
- 3:01:39Einerseits wollen wir gerne als Restaurateur, als Sommelier eine möglichst perfekte, spannende,
- 3:01:48ausgewogene, großartige und interessante Weinkarte gestalten, die innerhalb uns
- 3:01:53betriebswirtschaftlichen Rahmen sind.
- 3:01:55Guckte die Karte, deine alte Karte war grandios alt, weil jetzt erfallte den Begriff,
- 3:01:58aber deine Karte war grandios.
- 3:02:00Oder auch die vom Billy im Nobelhardt, es ist eine Karte, da knie ich nie da, es ist grandios,
- 3:02:06es ist einfach State of the Art.
- 3:02:08Und gleichzeitig ist diese Karte im Handling, als für den Gast schwierig,
- 3:02:16weil ich habe ja jetzt vielleicht, ich komme wieder zu dem Thema, ich habe mein erstes Date,
- 3:02:22ich habe da wirklich keine Lust mich oder auch nicht die Zeit, nicht die Konzentration,
- 3:02:26mich in tiefe eine Stunde mit dieser Weinkarte auseinanderzusetzen.
- 3:02:30Und ich gebe es mittlerweile gerne auf, suche ganz schnell,
- 3:02:36worauf habe ich Lust, frage eher den Tisch ab, was wollen wir trinken und suche dann in diesem Segment,
- 3:02:42weil ansonsten gehst du ja kaputt, weil du wirst nicht fertig.
- 3:02:46Und das strengt an und dann ist es halt wichtig, dass der Sommer je das erkennt und dann ja da gut mit reingeht.
- 3:02:53Ich glaube, ich würde sehr gerne eine Weinkarte mit so 100 Positionen haben, die aber trotzdem Spannend ist,
- 3:03:01die nicht nur dreistellig anfängt, sondern auch etwas hat, wo ich Dienstag Mittag eine ehrliche, geile Flasche Wein trinken kann.
- 3:03:10Aber genauso am Samstagabend auch Spaß haben kann.
- 3:03:14Ist ja nicht nur die Situation, wenn man das erste Date hat, sondern manchmal auch, wenn man mit Freund, mit seiner Frau unterwegs ist,
- 3:03:23dass man dort nicht für eine Stunde gefesselt ist, um den richtigen Wein zu finden.
- 3:03:28Also ich finde auch eine große Eigenik und Position.
- 3:03:30Denke an Geschäftsessen.
- 3:03:34Du lest ein, bekommst als Gastgeber die Weinkarte
- 3:03:38und sollst jetzt weiter durch das Gespräch führen.
- 3:03:41Ich schaff das nicht.
- 3:03:43Ich habe diese Multitaskerfähigkeit definitiv nicht.
- 3:03:45Ich kann nicht ein konzentriertes Gespräch über Zahlen und Philosophien und sonstiges halten, wenn ich parallel ein Wein ausmitte.
- 3:03:53Das geht nicht.
- 3:03:54Das ist damals im Lehrfach gelöst, indem ich auf die erste Seite eine Liste der vermeintlichen Top 10 Weine der Weinkarte geschrieben habe.
- 3:04:07Da haben wir quasi ein Segment aus Weiß, Rot, Rose und einen Schaumwein gehabt, den wir in diesen Monaten pushen wollten.
- 3:04:15Der aber so ein bisschen das Menü aufgenommen hat, den Stil des Menüs, das gerade lief,
- 3:04:20dass man einzelne Weine dazu zu zwei, drei Gänge gangühebegreifend wählen konnte,
- 3:04:25wenn man jetzt nicht die große Weinreise machen wollte.
- 3:04:27Und trotzdem auch preislich relativ breit gefesselt war.
- 3:04:32Und das haben die Geschäftsleute geliebt.
- 3:04:34Sie haben die Weinkarte aufgemacht, du hast einmal gezeigt,
- 3:04:37wenn sie sich nicht so lange mit der Karte beschäftigen wollen, haben wir hier ein paar kleine Vorschläge.
- 3:04:41Die haben niemals durch diese Karte geplättet.
- 3:04:44Die sind auf der ersten Seite geblieben, super perfekt.
- 3:04:46Das Thema war nach einer halben Minute geklärt.
- 3:04:49Ich habe den Wein fertig machen können, die waren nicht wieder im Gespräch.
- 3:04:52Wir haben das ganze Ding rausgebracht.
- 3:04:54Die Lobbern bühren nicht mehr.
- 3:04:56Ich habe mir das damals beim Jens abgeschraubt gehabt.
- 3:04:58Jens hatte das damals auf einer Weinkarte gehabt.
- 3:05:02Ich habe mir das von ihm abgeschraubt.
- 3:05:06Das war ein super genialer Gedanke.
- 3:05:08Ein Weinkarte selber, lieber digital oder analog.
- 3:05:13Also ich brauche es etwas zum Wettbeeren.
- 3:05:15Wir waren im Lehrbach mal kurz davor, die Karte auf iPads zu ziehen.
- 3:05:23Ich bin so heilfroh, dass wir es nie gemacht haben.
- 3:05:26Weil die meisten iPads, die ich in der Hand hatte, in der letzten Zeit functional waren.
- 3:05:33Ich habe immer einen Wein gefunden.
- 3:05:35Aber irgendwie ist es ein anderes Medium, was mich von meiner Emotion im Restaurant eher ablenkt.
- 3:05:42Wir haben eh schon immer das Problem, dass wir Schwierigkeiten haben, unser Telefon wegzunehmen.
- 3:05:47Jetzt leg ich das Telefon schon mal weg.
- 3:05:49Ich habe ein digitales Medium in die Hand, das mich wieder auf einer andere Ebene setzt.
- 3:05:56Und aus dem Gespräch raus holen.
- 3:05:58Ich bin froh, dass wir es nicht gemacht haben.
- 3:06:01Ich bin sehr happy, dass wir dann auch, wenn das sicherlich vom Nachhaltigkeitsthema nicht ganz optimal ist, die Karte gedruckt haben.
- 3:06:10Es waren dann halt 100 Seiten Glattpapier.
- 3:06:14Wir haben immer nur punktuell die Seiten ausgetauscht, wo es wirklich notwendig war.
- 3:06:18Das ist dann halt ein Händling der Karte geschuldet gewesen, dass wir das einzeln machen konnten.
- 3:06:22Gebundenes Buch ist dann halt schwierig und dann ausstreichen.
- 3:06:25Da war ich kein Fan vor und das mag ich nicht.
- 3:06:27Das haben wir die einzelne Seite ausgetauscht und alle halbe Jahre die ganze Karte.
- 3:06:31Es ist halt viel Baum.
- 3:06:33Ja, schlecht, keine Frage.
- 3:06:35Aber irgendwo muss es ja transportieren.
- 3:06:38Bist du sonst eh ein...
- 3:06:39Wenn du mich nach meinem privaten Leben fragst.
- 3:06:41Entschuldigung, ich wollte deine Frage vorwähgen.
- 3:06:44Hast du auch.
- 3:06:45Sorry, ich hatte es irgendwann schon mal gehört, hast du diese Frage gestellt.
- 3:06:49Digital oder analog?
- 3:06:52Also ich bin natürlich digital, wenn es darum geht, dass ich mein technisches Leben organisiere.
- 3:06:56Da bin ich analog schon längst unter der Erde, wenn ich das nicht machen würde.
- 3:06:59Ich weiß, Kalender, ganze Kommunikation, Korrespondenzen sind alle digital.
- 3:07:06Wenn ich bei mir in die Weinregale, also in das Bücherregal reinschau, dann biegt sich das massiv.
- 3:07:12Ich habe knapp 250 Weinbücher mittlerweile angesammelt.
- 3:07:17Dazu noch ein gutes Dutzend Kochbücher.
- 3:07:20Nicht, dass ich das alles gelesen oder gar nachgekocht hätte, im Gotteswinter würde ich lügen.
- 3:07:24Aber ich liebe Buch.
- 3:07:26Ich liebe es, im Buch zu plättern.
- 3:07:28Ich bin auch eher jemanden, der das ganze visuell vor sich haben muss.
- 3:07:35Ich finde es bei mir fast kein Buch, wo nicht irgendwo am Rand Notizen sind oder Querverweise sind.
- 3:07:39Zu anderen Sachen.
- 3:07:41Ich habe so gelernt, von Tag 1, als ich mit Wein angefangen habe,
- 3:07:44dass ich mir die Karten in die Hand genommen habe, ran geschrieben habe, was dazu wichtig ist.
- 3:07:48Gerade hier, der alte Weihnatlas von Juk Johnson, wo dann ein Chancen später eingestiegen ist.
- 3:07:54Ich habe davon die Zweitauflage.
- 3:07:56Also wenn irgendeine die erste Auflage von 71 hat, die suche ich noch.
- 3:07:59Ich habe ab der Zweitauflage alle.
- 3:08:01Es ist einfach auch schön zu sehen, wie sich die Weinwelt entwickelt hat.
- 3:08:05Das war früher ein knapp 1,5 cm dicken Buch.
- 3:08:08Mittlerweile ist das eine richtige eigene Enzyklopädie geworden.
- 3:08:12Und das ist großartig, das zu sehen, wie plötzlich komplett neue, nicht nur Regionen, sondern neue Länder auftauchen und da ins Detail beschrieben werden.
- 3:08:21Und zeigt auch so ein bisschen, wie die Weinwelt halt immer mehr sich entwickelt.
- 3:08:25Nicht, dass es die Regionen früher nicht gab, sondern sie waren halt einfach nicht relevant.
- 3:08:29So, und wurden nicht dargestellt.
- 3:08:32Und das ist einfach schön, dass sich das heute diesen Büchern sehr, sehr schön darstellt.
- 3:08:37Also bist du mehr Buch- als Filmtyp?
- 3:08:39Wenn du 2 Stunden am Zeit hast, dann nimmst du lieber ein Buch, als du einen Film schaust.
- 3:08:43Oder wenn beides verfilmt und niedergeschrieben ist, welche Variante würdest du aussuchen?
- 3:08:49Ja, also ich lese leider viel zu wenig und wende an Weinbücher.
- 3:08:55Das heißt im Umkehrschluss, wenn ich einen Roman lesen will, dann schaue ich mir den an.
- 3:09:01Da bin ich leider sehr, sehr billig, ehrlich, bin ich eingefahren.
- 3:09:06Ich lese Weinbücher, das dann sehr, sehr gern.
- 3:09:09Letztes große Buch, was echt cool ist, ist vom Janik Janik Schumann, den "New Wine Wave".
- 3:09:15Ein supergeiles Buch, wo er so ein bisschen die alternativen Wege geht.
- 3:09:21Und viele Weingüter, der ganzen Welt, die nicht die erste Reichspinsel vorstellt,
- 3:09:27sind natürlich viele Bekannte dabei, aber es sind auch Hidden Trashers dabei, von denen ich noch nie was gehört habe.
- 3:09:32Und wenn du durch so ein Buch durchgehst, du guckst immer gleich parallel,
- 3:09:35"Okay, wann schaffe ich es nach Geokin? Wann kann ich dahin?"
- 3:09:37Das wäre geil, das würde ich gerne mehr anschauen.
- 3:09:39Und das ist einfach so macht mir das Spaß, Weine zu lesen.
- 3:09:43Oder hier ist Simon Wolf, wie hieß es?
- 3:09:47Das "Amber Revolution" ist ein grandioses Buch, wo es um natürlich dieses ganze Naturweinszene geht,
- 3:09:52wo er viel über die Bewegung, gerade um das Thema Friol geht und Geokin geht.
- 3:10:02Und das ist spannend, nicht, dass es jeder einzelne Weinfeierer ist,
- 3:10:05aber ich finde es grandios, diese Weingüter so kennenzulernen, um sie dann gleich später irgendwo hervorzubesuchen.
- 3:10:13Sich da inspirieren zu lassen. Ich finde das Buch von Janek auch großartig.
- 3:10:17Auch die Art, wie er es gestaltet hat, wie es beschrieben wird und so weiter.
- 3:10:22Es hat mich sehr gefesselt und inspiriert.
- 3:10:25Ja, vor allem ist das keine Sekunde langartig.
- 3:10:27Ich habe das jeden Moment, ich börb das quasi abends zum Runde kommen, jedes Mal ein neues Weingut gelesen.
- 3:10:34So bist du halt, du hast so "Ah, Zeit, du beschäftigst dich dann zwar lange mit dem Buch,
- 3:10:38aber du nimmst auch nicht zu viel, es nimmt nicht zu viel Zeit deines Lebens in Anspruch."
- 3:10:42Und es ist trotzdem komplett wie seit Tastam am Abend.
- 3:10:46Man lernt und wird unterhalten, das können wenige Weinbücher.
- 3:10:50Das finde ich ganz interessant und spannend.
- 3:10:53Gibt es für dich ein Wort, was Wein spiegelt?
- 3:10:56Also Wein, ein Wort zu kleiden, kannst du das?
- 3:10:58Ein Einwort. Wein ist ja schon nur ein Wort.
- 3:11:06Ja, und da ist so viel mehr dahinter.
- 3:11:10Ich würde glaube, wenn ich das in einem reinspiegeln würde, dann wäre das für mich der Oberbegriff Emotion.
- 3:11:16Weil es ist am Ende des Tages etwas, was für mich immer emotional ist.
- 3:11:22Wie wenn die Emotion nicht ausgelöst wird in einem belanglosen Wein oder im Umkehrschluss natürlich
- 3:11:30in einem großartigen Wein, der mich immer eher auf einer emotionalen als auf einer rationalen Ebene trifft.
- 3:11:36Und genauso ist es auch mit dem Winzer.
- 3:11:38Ob du das willst oder nicht, wenn du den Winzer erst mal kennenlernen willst,
- 3:11:41wirst du relativ schnell auf der emotionalen Ebene mit dem Konnekten oder halt auch nicht.
- 3:11:46Und ich glaube, deshalb würde ich eher Emotion als Überbegriff reinstellen wollen.
- 3:11:52Starke Gedanke, finde ich gut.
- 3:11:54Du hast auch Wein im Glas, außerdem dem Artino?
- 3:11:58Meine Frau hat mir die Flasche heute morgen aufgemacht.
- 3:12:01Schön, wir sind nett von ihr. Die sind frühstückende Flasche ein Fein aufzumachen.
- 3:12:06Sie hat es ja aufgemacht und ich stand im Kühlschrank, da konnte ich sie vorausnehmen.
- 3:12:10Ich sehe natürlich die Flaschenformen in der Socke, aber ich habe dann eine...
- 3:12:15Ja, okay, cool.
- 3:12:18Sehr reife Nase.
- 3:12:20Das ist... Erst mal geht das in Richtung so eingelegte Zitronen, ein bisschen was von Bananschale dabei.
- 3:12:29Viel Apfel, so leicht eingemeicht, aber nicht oxidativ, sondern einfach nur reif, ja.
- 3:12:36Ein bisschen rote Apfel dabei.
- 3:12:39Dann kommt aber sehr schnell etwas Erdverbundness, etwas Waldboden, etwas Rinder, etwas Würziges und Dunkelblüten.
- 3:12:52Das ist keine weiße Blüte, das ist etwas sehr Dunkles.
- 3:12:55Das Erhabnis, es wirkt traditionell vom Stil.
- 3:13:00Okay.
- 3:13:02Das ist... Ja, schon... Es hat frische, gleichzeitig aber auch reife Komponenten nebeneinanderliegen.
- 3:13:12Weil das mit mehr Luft kommt, wird die Zitrus dann auch wieder etwas frischer.
- 3:13:18Das geht dann mehr so Richtung, Zitrone und wenig endes eingelegte.
- 3:13:24Die trockene Orangeschale.
- 3:13:29Ein bisschen Salbei noch dabei.
- 3:13:32Sehr auskleidend, hohe Säure.
- 3:13:47Zupackende salzige Körper.
- 3:13:52Du hast dann wieder diese Aromen, was so ein bisschen diese Zitrus-Thematik reingeht.
- 3:13:58Es wird aber wieder eher das eingelegte, diese kandierte Frucht hier zum dominanten Pol.
- 3:14:06Da haben wir so etwas leicht an einen Traupenkonfier erinnern des.
- 3:14:12Also so etwas reiferes, ohne da jetzt zu sagen, dass dieser Weinhypel alles super trocken.
- 3:14:20Also nicht, dass jetzt der Gedanke aufkommt, dass ich etwas Süßes habe.
- 3:14:23Aber es geht so etwas in so eingelegte, konfierte Traube.
- 3:14:29Und dann haben wir halt, also die Säure ist das tragende Element gepaart mit den Unterholzthemen.
- 3:14:36Wir haben wieder so etwas leicht an Gewürze und Kräuter erinnern da.
- 3:14:43Also ich würde sagen, dass wir auf jeden Fall mit etwas im traditionellen Gebinte zu tun haben.
- 3:14:48Aus einem kühlgeprägten Klima.
- 3:14:52Eben wegen der Säure, die Säure ist ganz klar kühlgeprägt.
- 3:14:57Und traditionell ist die, also es hat etwas, was ich jetzt von ein paar Tagen auch hatte.
- 3:15:04Ich hatte Nonnberg getrunken von 2017, hatte die Theresa eingeschenkt am Montagabend.
- 3:15:15Und das geht in diese Richtung, nur war der Nonnberg noch ein Touchkühler.
- 3:15:20Das ist etwas wärmer geprägt.
- 3:15:23Aber ähnlich was so Gebinde, Stilistik und Art angeht.
- 3:15:30Du sagst reif zu reif, oder?
- 3:15:37Nein, nein, nein, das ist aber reif.
- 3:15:39Ich würde sagen, das ist auf den Punkt.
- 3:15:42Das ist etwas, was ich jetzt sehr, sehr gerne einschenken würde.
- 3:15:46Würde ich auch nicht karafieren.
- 3:15:48Das braucht keine Luft.
- 3:15:50Das ist im Glas präsentiert, das ist optimal.
- 3:15:52Es hat jetzt auch ein bisschen Temperatur wirkt.
- 3:15:54Quatschen glaube ich schon, zwei Stunden, das steht es halt.
- 3:15:57Zwei Stunden nicht mehr in der Kühlung.
- 3:16:00Das heißt, das ist jetzt super gut offen.
- 3:16:04Das ist im Glas so perfekt, also keine Luft zuvor mehr nötig.
- 3:16:09Ich habe es im Saaltoniversal, das passt.
- 3:16:11Und das ist auf den Punkt jetzt dazu einschenken.
- 3:16:16Du kannst jetzt hier im rohen Fischbereich, sashimi-mäßig sehr gut arbeiten.
- 3:16:23Nicht zu scharf reingehen, also ich würde es hier nicht mit eingelegt nehmen.
- 3:16:26Oder so ein Quatsch machen.
- 3:16:28Das würde den Wein ein bisschen aus der Balance bringen,
- 3:16:30sondern eher mit etwas erdverbundeneren Gemüsen auch.
- 3:16:36Vielleicht so was wie Oberschiene.
- 3:16:39Die Schocke wäre schön, dass man da so was mit reinbringt,
- 3:16:45dass du diese Würze wieder mit aufnimmst.
- 3:16:48Und nicht zu kopflassiger, also nicht zu sehr,
- 3:16:50dieses Zitrusthematik aufhust,
- 3:16:52weil der Wein in sich eine gereifte Struktur mitbringt.
- 3:16:55Und deshalb würde ich da etwas seitiger reingehen.
- 3:16:59Was ich mag ist die Fülle auf der einen Seite.
- 3:17:01Also schon diese ausladene Nasenfülle.
- 3:17:03Und ich finde aber trotzdem, dass dir sehr viele Feinheiten hat.
- 3:17:06Also dass sich eben doch so ganz zarte Floralenoten entwickeln,
- 3:17:09ein bisschen was Würziges.
- 3:17:11Und dadurch, finde ich, macht er neugierig.
- 3:17:13Aber so dieser erste Moment, wenn du den Wein bekommst,
- 3:17:16hat er schon so was imposantes, was einen begeistert.
- 3:17:21Aber nicht sättigt oder nicht verbunden.
- 3:17:23Sehr selbstbewussten, breiten Auftritte im ersten Nasen.
- 3:17:26Im ersten Glas, genau.
- 3:17:29Das weiß ich mit so diesem traditionellen auchmal,
- 3:17:32dass der schon breitschuldrig ist.
- 3:17:35Es ist eher so, es ist nicht, es ist kraftvoll, aber nicht massiv.
- 3:17:40Weißt du, was ich meine?
- 3:17:42Das ist eher so etwas Sportliches.
- 3:17:44Da ist, da ist ein Muskeln dahinter.
- 3:17:47Da ist so 10-Kämpfer-Statur.
- 3:17:50Aber kein Kugelstoß,
- 3:17:51obwohl der Kugelstoß natürlich viel mehr Kraft hat.
- 3:17:53Du weißt, wie ich das optische Bild darstelle, mein Stoff.
- 3:17:58Schmaldetail, dass die Säure dieses zieht.
- 3:18:02Ich finde es erstaunlich liebensfähig.
- 3:18:05Ich habe mir den vor einer Woche mal aufgemacht,
- 3:18:08dass der eine Bestand hat, eine Konstanz hat,
- 3:18:11die spektakulär ist, als ob er gleich ja jetzt schon so präsent ist.
- 3:18:15Eine Woche muss er an der Flasche dringen.
- 3:18:18Tut mir leid.
- 3:18:20Manchmal ist es wirklich für mich,
- 3:18:22dass ich Weine mir öffnen und die verfolgen möchte.
- 3:18:25Und sehen möchte, wie diese Weine sich mit einer Makrooxidation entwickeln.
- 3:18:30Was man aus dem Wein noch herausholen kann,
- 3:18:33wann die Weine manchmal auch zusammenbrechen oder in die Knie gehen.
- 3:18:36Ich habe teilweise gerade im Lehrfach weiter,
- 3:18:38da habe ich es noch mehr praktiziert als später in der WKB.
- 3:18:41Da war ich sehr berühmt dafür,
- 3:18:43da war ein links dem der Kasse, war irgendwie so ein Regal oben.
- 3:18:46Da hatte ich immer so 5-6 Gläser abgedeckt stehen
- 3:18:49und die standen da manchmal eine Woche oder zwei Wochen,
- 3:18:51um einfach zu sehen, wie der Wein sich entwickelt.
- 3:18:53Und das praktiziere ich nach wie vor.
- 3:18:56Also wenn ich die Weine zu Hause habe,
- 3:19:00die eigentlich niemals in einer Gesellschaft oder sonstiges komplett leer trinken,
- 3:19:05sondern immer die Weine stehen lassen
- 3:19:07und sehe, wie die sich nach mehreren Tagen dann irgendwie entwickeln.
- 3:19:10Also sei es ein Fingerhutfeuer ganz unten am Boden.
- 3:19:15Und das finde ich interessant.
- 3:19:17Man lernt den Wein nochmal von der ganz anderen Seite kennen
- 3:19:19und auch die Potenzen, die Entwicklungsfähigkeit des Weinstehmer
- 3:19:21von der ganz anderen Seite kennen.
- 3:19:22Das fand ich bei dem Wein extrem interessant,
- 3:19:26dass immer noch mehr kommt.
- 3:19:28Also du hast direkt am Anfang schon das Gefühl,
- 3:19:30wow, der ist perfekt, aber die Entwicklung ist großartig.
- 3:19:33Was er dann heißen würde, dass vielleicht Karafir ein Dornthema wäre?
- 3:19:37Finde ich ja.
- 3:19:38Also ich finde, es bringt dem Wein sehr viel,
- 3:19:40es bringt dem Wein sehr viel Feinheit.
- 3:19:43Also es nimmt ihm so diese Robustheit,
- 3:19:45es lässt die Säure wachsen,
- 3:19:47lässt die Säure wesentlich harmonischer in den Wein hinein sich entwickeln
- 3:19:54und zu sagen, dass er jetzt mit der Säure unharmonisch ist,
- 3:19:57es gibt ihm eine gewisse Frische,
- 3:19:58es gibt auch diesem kraftvollen Körper eine gewisse Frische,
- 3:20:00aber es wird noch ein geschmackliches Ganze,
- 3:20:02es ist wie so eine Orangenfrucht,
- 3:20:04wo die Säure dann irgendwann reifer wird und die Aromatik trägt.
- 3:20:09Deswegen wäre ich hier ein großer Fan von Karafir.
- 3:20:12Aber würde trotz allem ein nicht zu großes Glas nehmen.
- 3:20:15Ich glaube, aufgrund des Volumes des Körpers
- 3:20:17neigt man fast dazu, für den Wein ein Bugunderglas zu nehmen
- 3:20:21und ich finde ein richtig kleines, rieslinges und frische Förderndes Glas
- 3:20:25ist für den Wein optimal,
- 3:20:27weil du den Appetit nochmal ganz anders steuern kannst.
- 3:20:31Einverstanden. Sehr gut.
- 3:20:37Ich werde es beobachten die nächsten Tage.
- 3:20:39Ich werde es nochmal machen,
- 3:20:40ich weiß nicht, ob ihr in der Woche bei mir lebt, aber...
- 3:20:42Ich wollte jetzt den Tag nicht versauen,
- 3:20:44aber ich habe das Tagesprogramm,
- 3:20:46als Tagesprogramm, den du den Wein vorgenommen hast.
- 3:20:48Das Spiel mit den Gläsern ist ganz reizvoll.
- 3:20:51Das macht man oftmals viel zu selten,
- 3:20:53auch im Restaurant,
- 3:20:54dass man vielleicht zwei Gläser für einen Wein serviert
- 3:20:57und den Wein in zwei unterschiedlichen Gläsern,
- 3:20:59den Gast auch die Möglichkeit zu geben,
- 3:21:01zum einen den Wein von verschiedenen Seiten kennenzulernen,
- 3:21:04als nochmal anders in die Kommunikation mit dem Gast zu gehen
- 3:21:07und das Glas einfach zu thematisieren.
- 3:21:09Ich stelle die praktikable Frage.
- 3:21:11Ich verstehe den Ansatz, das finde ich super.
- 3:21:13Und natürlich hat das einen tollen,
- 3:21:15vor allem auch einen eigenen Lerneffekt.
- 3:21:17Und auch für den Gast ist das großartig.
- 3:21:19Nur muss du halt den Praktikabeln auch Gedanken dahinter haben,
- 3:21:23wenn du das jedes Mal an zwei Gläser einschängst.
- 3:21:26Ich meine, du weißt das, wie es im Lehrfach war,
- 3:21:28wie viele Gläser wir nach Service noch zu polieren hatten.
- 3:21:32Das war ja nicht selten, noch zwei Stunden Arbeit,
- 3:21:34was rechts gestabelt im Backoffice stand.
- 3:21:37Ich mir jetzt vorstellen würde,
- 3:21:38ich mache das nur an drei, vier Tüchen am Abend noch mehr,
- 3:21:40ich weiß nicht, nachvollziehbar, komplett an der Praktikabilität,
- 3:21:45weiß ich nicht, ob das viel Sinn macht.
- 3:21:48Aber daheim, großartig, daheim in jedem Fall,
- 3:21:50und was wir damals natürlich auch gerne im Lehrfach gemacht haben,
- 3:21:54ist, dass wir die Gläser über den Service begleitet haben,
- 3:21:57dass wir haben, wenn man ganz erlaubt,
- 3:21:59einen kleinen Probeschluck zu nehmen
- 3:22:01und dann diese Gläser auch über den Abend haben,
- 3:22:04einfach stehen lassen mit Temperatur,
- 3:22:06unabhängig davon, dass wir auch beide mal noch dann riechen
- 3:22:09und verkosten wollten.
- 3:22:10Wenn man ein paar große Weine verkauft hat,
- 3:22:12dann möchte man den Wein auch ein bisschen erleben.
- 3:22:15Und mit sehen, wie er sich im Glas entwickelt
- 3:22:18und was Weinbegleitungsthemen angeht,
- 3:22:21die haben wir logischerweise natürlich auch immer
- 3:22:24die Flaschen zum nächsten Tag aufgehoben
- 3:22:26und aber auch gerne mal übers Wochenende,
- 3:22:28das eine oder andere einfach beobachtet.
- 3:22:30Das ist natürlich ein paar Weine danach in den Ausguss gegangen,
- 3:22:33weil sie es halt nicht bis Dienstag überlebt hatten.
- 3:22:36Aber man ist manchmal überrascht, wie viele von den Weinen
- 3:22:39tatsächlich noch weiter aufgemacht haben,
- 3:22:41obwohl man die schon am Samstag aufgemacht hatte.
- 3:22:43Ja, daran gewachsen sind nicht selten.
- 3:22:45Ja.
- 3:22:46Jetzt wo siebsten, warst du richtig bei dem Wein?
- 3:22:48Also auch, wenn er dich an den von Theresa erinnert hat,
- 3:22:51also das Jahr ist...
- 3:22:53Einfach Zufall, weil das jetzt zwei Tage her,
- 3:22:56da hat sie genau den Jager eingeschenkt gehabt.
- 3:22:58Ja.
- 3:22:59Das war cool.
- 3:23:00Also ich hatte es zum Kalten vielleicht nicht mal...
- 3:23:03Also ich hatte es gar nicht gesagt,
- 3:23:05es war nur das, was Ranz mich erinnert hat.
- 3:23:07Ja.
- 3:23:08Ich finde aber auch so siebsten ist ein sehr prägnantes Jahr.
- 3:23:10Also es ist ein Jahr, was unter vier,
- 3:23:12natürlich jetzt auch nie mehr acht,
- 3:23:14was ja auch sehr prägnant war.
- 3:23:16Aber durchaus greifbar und identifizierbar ist auch,
- 3:23:18ich finde, regionsübergreifend.
- 3:23:20Magst du das gerne so mit den Jahrgängen zu spielen
- 3:23:23oder ist es für dich dann manchmal, wo du sagst,
- 3:23:25ja, ist gut, lasst man die Kirche im Dorf?
- 3:23:27Nein, also ist der logisch...
- 3:23:31Also logisch ist nicht,
- 3:23:33ist offensichtlich da, wo,
- 3:23:35und das gehört mir insbesondere,
- 3:23:37das kühle Klima Deutsch dazu
- 3:23:39und die Einflüsse, in denen wir hier den Wein wachsen lassen,
- 3:23:43dazu, dass die Jagensunterschiede extrem groß sind.
- 3:23:46Und wenn wir so große Jagensunterschiede haben,
- 3:23:48dann sollten wir die auch spielen
- 3:23:50und sollten wir die auch nutzen
- 3:23:52und überlegen, wann wir welchen Jahrgang wie einsetzen
- 3:23:55und zu welchem Gericht.
- 3:23:57Und ja, das ist ja Teil der Übung.
- 3:23:59Das ist ja auch das, was eigentlich am Ende Spaß macht.
- 3:24:01Im nächsten brauchen wir ja auch
- 3:24:03diese ganzen großen Verkostungsveranstaltungen,
- 3:24:06wie beispielsweise der VDP,
- 3:24:08wie es Baden-Abgeordneten gar nicht machen,
- 3:24:10wenn wir wissen, dass das ja sowieso keine Rolle spielt.
- 3:24:12Wir kaufen es einfach rein, was einen größten Namen hat
- 3:24:14und geben dem 100 Punkt
- 3:24:16und verkaufen es nächste Woche, dann heißt er Quatsch.
- 3:24:18Natürlich muss das verkostet werden, analysiert werden
- 3:24:21und eine Jahrgangskarakteristik hinterlegt werden.
- 3:24:25Das macht ja Spaß.
- 3:24:28Riecht es auch klar bei dem Wein, oder?
- 3:24:30Ja, total. Also wirklich sehr.
- 3:24:32Bei der Säure?
- 3:24:34Ja.
- 3:24:36Erbling.
- 3:24:38Jetzt haben wir endlich so alles.
- 3:24:42Ich unterstelle, dass das ein Riesling ist.
- 3:24:46Bei der hohen Säure,
- 3:24:48auch bei der mineralischen Transparenz,
- 3:24:50die sich dahinter verbirgt,
- 3:24:53du sagst 2017, also wir haben ja dann doch schon ein paar Jahre,
- 3:24:57den Wein in der Flasche, also das verbrauchst eine Grundlage
- 3:25:02und dann wird es mit Sicherheit etwas nicht ganz Kleines sein,
- 3:25:07wenn ich jetzt, ich kann schwer tun,
- 3:25:10das als großes Gewächs zu definieren
- 3:25:12und direkt zu sagen, was es ist.
- 3:25:14Ich würde es nur in den engeren Chor gehen,
- 3:25:16dass wir irgendwo bei dem traditionellen Winzer sind
- 3:25:19und wenn ich jetzt überlege, wer diese Typen macht,
- 3:25:22dann wäre das im Rheingau noch Bäcker,
- 3:25:25wir könnten über Kolorbrecht nachdenken,
- 3:25:28falls wir da weitergehen, ja,
- 3:25:32bürgeln, solche Geschichten,
- 3:25:35Locatois, den Bereich,
- 3:25:37wir haben unterwegs, aber irgendwo in dieser Art, Stilistik.
- 3:25:42Also es ist, wusst ihr gleich, ich habe beim Entsocken,
- 3:25:46Socken sind für mich eigentlich die, total gerne,
- 3:25:49sind für mich die praktischsten Elemente sozusagen,
- 3:25:52wenn sie zumindest neu sind, um Wein zu verdecken,
- 3:25:54ich finde es eine große Art, um sie zu arbeiten.
- 3:25:56Ja, im wahrsten Sinne des Wortes.
- 3:25:58Es ist bürgeln, der 2017er Wachenheimer Altenburg,
- 3:26:03der mich persönlich sehr, sehr, sehr bewegt hat,
- 3:26:08weil er dieses geschmacklich intensive,
- 3:26:13die Handschrift des Weingutes prägt,
- 3:26:16weil er so wunderbar Deutsch ist, ich finde, das ist so ein Wein,
- 3:26:19man probiert ihn und man würde ihn niemals
- 3:26:23in eine andere Landesregion stecken als in Deutschland.
- 3:26:29Sie könnten niemals in Italiener sein,
- 3:26:31Sie könnten niemals irgendwie ein Wein aus Kalifornien
- 3:26:34oder Australien sein, sondern das finde ich eben sehr, sehr klar definiert Deutsch
- 3:26:37und das mag ich daran.
- 3:26:39Und ich fand diese Klassifikation von PZ und GZ,
- 3:26:44die bürgeln damals schon um 2000, glaube ich,
- 3:26:48oder um 2002 angefangen haben, genau,
- 3:26:51extrem interessant, extrem spannend.
- 3:26:54Ich fand auch mit einer solchen Größe darüber nachdenken,
- 3:26:57biodynamisch zu werden, war damals spektakulär
- 3:26:59und war sehr außergewöhnlich und lebendig auch.
- 3:27:01Ich finde es interessant, dass der zumindest das Kirchenstück
- 3:27:05aus Forst jetzt 100 Punkte bekommen hat.
- 3:27:08Wie stehst du dazu? Also wie stehst du zu Weinbewertungen?
- 3:27:12Ja, also Glückwunsch für die 100 Punkte für das Kirchenstück.
- 3:27:18Das ist natürlich großartig, ist sicherlich sehr schön für das Weingut.
- 3:27:23Wenn gleich natürlich gerade Kirchenstück,
- 3:27:25wirklich nun nicht mal eine Bewertung benötigt,
- 3:27:27weil der Wein, der Menge, in der er produziert wird,
- 3:27:31mit Sicherheit auch so seine Abnehmer findet.
- 3:27:34Aber und dafür ist es sicherlich dann auch nicht unwichtig
- 3:27:38fürs Weingut zumindest, dass damit dieser Wein auch eine Ranking erfährt,
- 3:27:43wo er sich befindet, wo zumindest die Tester
- 3:27:47- wer auch immer das dann ist -
- 3:27:49diesen Wein sehen und einschätzen in Vergleich zu den anderen.
- 3:27:53Ich glaube, das ist das, warum ein Weingut solche Sachen macht.
- 3:27:57Natürlich ein unbekanntes Weingut macht das, um Aufmerksamkeit zu generieren,
- 3:28:01hoffentlich ein paar hohe Punkte abräumt.
- 3:28:04Die gesetzten Weingüter machen es eher,
- 3:28:07also unterstelle ich das, um selbst eine Bewertung zu erfahren
- 3:28:11und zu wissen, okay, sind wir auf dem richtigen Weg oder nicht.
- 3:28:14Natürlich 100 Punkte lassen sich toll vermarkten, die kann man nutzen.
- 3:28:19Es gibt genügend Weinhändler, die das dann entsprechend kommunizieren
- 3:28:25und von daher ist das okay.
- 3:28:28Ich persönlich bin jetzt, also sag mal so,
- 3:28:35ich freue mich, wenn ich einen großartigen Wein verkosten kann,
- 3:28:41den persönlich genieße, er mich abholt, den Moment begleitet
- 3:28:48und alles ist toll.
- 3:28:50Und wenn dann am Ende dahinter steht, dass der nur 88 Punkte hat,
- 3:28:54ja dann, mein Gott, im besten Fall habe ich Geld gespart.
- 3:28:57Aber ich mache davon nicht abhängig, ob der Wein mir jetzt mein Tag versaut
- 3:29:02oder nicht, oder besser macht oder nicht.
- 3:29:04Ich unterstelle, dass ich das nicht mehr so gut wie ich,
- 3:29:09ich stelle, dass das vielleicht für den Endverbraucher interessant ist,
- 3:29:14dass der da sagt, okay, ich trinkt nur ab 96 Punkten
- 3:29:18und bin bereit, dieses Geld auszugeben.
- 3:29:20Aber wer gibt diese 96 Punkte, über welche Institutionen reden wir gerade?
- 3:29:25Die sind teilweise höchst divergent in ihren Bewertungen untereinander
- 3:29:30und sind dabei nicht immer der gleichen Meinung.
- 3:29:33Das ist der eine Punkt, der weitere Punkt,
- 3:29:35das trinke ich wirklich einem Wein die 96 Punkte auch selbst ab.
- 3:29:38Bin ich auf diesem Niveau als Endverbraucher oder auch als Fachmann,
- 3:29:42um das so entsprechend nachzuverziehen.
- 3:29:45Und was bringt mir das am Ende, ob ich jetzt einen Wein der 94 Punkte hat,
- 3:29:49weniger Wertschätzer als 96?
- 3:29:51Ich weiß es nicht.
- 3:29:52Also der Wein muss mich abholen, der muss dazu passen
- 3:29:55und mir einfach eine schöne Zeit machen.
- 3:29:59Und ich war zum Glück nicht jemand, der sich auf die Punkte fixiert.
- 3:30:05Ich bin immer wieder in Penals dabei
- 3:30:07und darf auch immer noch aktuell das ein und andere verkosten
- 3:30:10und meine eigene Meinung dazu geben.
- 3:30:12Bin da immer sehr, sehr kritisch, auch selbst kritisch gegenüber,
- 3:30:16wenn man das Ganze bewertet, weil da natürlich auch
- 3:30:19ein monetärer Wert dahinter steht am Ende des Tages,
- 3:30:23was die Kommunikation fürs Weingut angeht.
- 3:30:25Das ist eine hohe Verantwortung, das Ganze zu machen.
- 3:30:28Aber ich persönlich orientiere mich nicht daran.
- 3:30:33Wenn du mich als Vertriebler fragst,
- 3:30:35wir freuen uns, wenn die Weine unserer Weingüter hohe Punkte bekommen.
- 3:30:39Wir gratulieren da natürlich dazu.
- 3:30:41Wir kommunizieren das an unsere Partnerin, an unsere Zielgruppe.
- 3:30:46Wir erfahren dadurch natürlich oftmals eine höhere Nachfrage.
- 3:30:51Nicht immer zwangsweise, das ist auch sehr interessant.
- 3:30:54Wir fragen, welche Region wir uns befinden.
- 3:30:59Es gibt natürlich mit einer gerade 100-Punkte-Bewertung
- 3:31:03eine gewisse Begehrlichkeit.
- 3:31:05Das ist für ein Händler eher anstrengend.
- 3:31:07Wir selbst sind kein Händler.
- 3:31:09Wir sind die Akkentur, die dazwischen steht.
- 3:31:11Wir dürfen den Wein dann vermitteln.
- 3:31:14Aber es ist dann leider oftmals ein Hauen und Stechen,
- 3:31:17gerade wenn es eine hohe Bewertung gibt.
- 3:31:19Aber die guten Partner von uns kaufen den Wein auch dann,
- 3:31:23die eben nicht 100 Punkte haben, dann vielleicht nur 99 oder 98.
- 3:31:27Weil sie den Stil des Wannes verstehen.
- 3:31:30Und das war ein Gut mit uns entwickeln worden.
- 3:31:32Dann macht es eigentlich Spaß.
- 3:31:34Genau.
- 3:31:36Was fährst du geworden, wärst du kein Zameel?
- 3:31:40Oder wenn du?
- 3:31:44Ich hatte das Glück, dass ich natürlich früh an Menschen gekommen bin,
- 3:31:48die mich dafür begeistert haben.
- 3:31:52Ich komme aus einem Haushalt, der sehr rational ist,
- 3:31:55der null Bauch gelenkt ist.
- 3:31:57Doppel der Lehrerhaushalt, also es geht Grundzahlen, es geht Nomenwerte.
- 3:32:02Es ist so weit weg von der Gastronomie wie sonst was.
- 3:32:08Für mich war es gut, dass ich diesen Weg in die Gastronomie gegangen bin.
- 3:32:11Ich wollte eigentlich nur ganz, ganz schnell weg aus dieser rationalen Welt,
- 3:32:15weil ich doch sehr, sehr emotional im Bauch gesteuert bin.
- 3:32:18Von daher habe ich da einfach nur Glück gehabt.
- 3:32:21Ich wäre aber wahrscheinlich eher in etwas Handwerkliches gegangen.
- 3:32:26Ich breche heute noch gerne aus und werke im Garten oder in der Garage.
- 3:32:32Ich glaube so etwas wie Tischler, Schreiner oder auch etwas Schaffendes im Bereich des Architekten,
- 3:32:41hätte mir schon gefallen, ob ich das dann am Ende durchgezogen hätte, keine Ahnung, hätte, hätte.
- 3:32:45Es ist etwas, was eine Frage, die ich mir ehrlich gesagt nicht stelle.
- 3:32:49Ich habe nie in der Retrospektive, ich schaue eher nach Fonds und schaue, was mich begeistert.
- 3:32:54Und freue mich eigentlich, dass ich diesen Weg bislang eher Bauch gesteuert
- 3:32:59und mit meinen Händen natürlich im Restaurant arbeiten begleiten konnte
- 3:33:03und wenn ich einen Kopf machen musste, was wäre wenn.
- 3:33:06Ich freue mich und hoffe, dass ich ganz lange, die auf Rundschuln gesagt,
- 3:33:10ganz lange weiterhin mit Wein und Genuss zu tun habe.
- 3:33:13Hast du noch Ziele oder Wünsche oder irgendwie Vorhaben, wo du sagst,
- 3:33:16das möchte ich unbedingt noch buchschreiben, keine Ahnung.
- 3:33:21Das Thema Beinhand, meinen Selbstzeugen haben wir ja abgehakt.
- 3:33:26Buchschreiben, wir haben vorhin gerade über das Buch von Janek gesprochen,
- 3:33:31wenn ich das durchlöse, was für Knappen und auch Präzisen wurden,
- 3:33:35er schafft diese Weine und die Weingüter zu beschreiben und den Leser abzuholen.
- 3:33:40Ah, das schaffe ich nicht.
- 3:33:43Ich schreibe gerne, ich habe in der Vergangenheit gern mal das eine oder andere geschrieben,
- 3:33:47aber das ist nichts, womit ich mein, also zum Glück nicht mein Lebensunterhalt verdienen müsste.
- 3:33:53Das wäre sehr traurig, von daher würde ich gerne den Profis überlassen.
- 3:33:56Ich glaube, derjenige, der sich damit auskennt, das studiert hat
- 3:33:59und in diesem Bereich sehr, sehr aktiv ist, ist immer besser als wenn der Sommer ankommt
- 3:34:04und da seinen August dazu gibt.
- 3:34:06Ne, Buchschreiben bitte nicht, auch keine Memoan, dafür bin ich zu jung.
- 3:34:09Und von daher, ich glaube, wenn die Familie gesund ist,
- 3:34:14wenn das, was wir beruflich machen, uns weiterbringt
- 3:34:18und was auch immer das in Zukunft sein wird, bin ich ganz, ganz happy, dass das so ist wie es ist.
- 3:34:24Thomas fesselt, Thomas begeistert, Thomas berührt.
- 3:34:34Ich würde fast sagen, Thomas geht unter die Haut, ich finde das so ergreifend,
- 3:34:37wie gewählt er seine Worte platziert, wie überlegt seine Worte scheinen,
- 3:34:42wie emotional seine Aussagen sind, wie professionell und trotzdem gefühlvoll
- 3:34:47seine Herangehensweise an dieses Thema weinen ist.
- 3:34:50Das habe ich selten, würde ich mich fast sagen, noch nie so in dieser Artform und Weise erleben.
- 3:34:54Das begeistert mich schon über all die Jahre.
- 3:34:57Vielen lieben Dank, lieber Thomas, dass du heute unser Gast warst,
- 3:35:00dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast, deine Geschichte mit uns geteilt hast
- 3:35:03und uns gezeigt hast, wie man mit ganz viel zielorientierter Kraft, viel Perspektive
- 3:35:08es schafft sich an die Spitze der deutschen Zommeljähn zu arbeiten.
- 3:35:12Ganz lieben Dank dafür.
- 3:35:14Und noch ein ganz großes Dankeschön euch für das Zuhören, fürs Begleiten, fürs Begeistert sein,
- 3:35:18für diese Begeisterung teilen, für die Kommentare auf Instagram, auf Facebook,
- 3:35:22auf Thread, auf TikTok, für die persönlichen, die sehr persönlichen Nachrichten,
- 3:35:27die Anregung einfach für euch.
- 3:35:29Dank euch ist dieses Projekt genauso, wie es ist und wie ich mir nie hätte erträumen lassen,
- 3:35:35dass es so werden könnte.
- 3:35:36Vielen, vielen Dank dafür.
- 3:35:37Und auch ein großes Dankeschön, unserem Partner der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger,
- 3:35:42Segnetz Kondziowini und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollek.
- 3:35:46Vielen Dank für die händische und wirtschaftliche Unterstützung
- 3:35:49und dass sie es ermöglichen, dieses Projekt zu realisieren.
- 3:35:52Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 3:35:56Und ich freue mich auf die kommende Woche, auf den kommenden Freitag und auf unser nächstem Gast,
- 3:36:00auf eines der Urgesteine der Sommlerie, auf Jochem Benz.
- 3:36:04Mein Name ist Christian Frenz.
- 3:36:19Ich arbeite nun in Vierteljahrhundert, begleite ich Thomas Sommer als Kollege und Freund.
- 3:36:26Ich leite die Sommelier Agentur Sommelierkonzerte und schon 2005, 2006,
- 3:36:36haben wir uns entschlossen, Thomas als freien Mitarbeiter in unser Team aufzunehmen.
- 3:36:41Und als toller Moderator und Weinexperte einfach eine wichtige Größe in unserem Expertenteam.
- 3:36:50Und ich als verantwortlicher Leiter des Netzwerkes Sommelierkonzert bin sehr froh,
- 3:36:57dass wir in unserem Team einen solchen besonderen Menschen haben dürfen.
- 3:37:04Was fällt mir ein, wenn ich an meinen Freund und Kollegen Thomas Sommer denke?
- 3:37:09Also zuerst fällt mir unser Kennenlernen ein, das war im August 2001
- 3:37:15bei der Aufnahmeprüfung zum Sommelier-Unions Nachwuchsförderprogramm, so hieß das damals.
- 3:37:23Heute heißt das Sommelier College.
- 3:37:25Wir waren im Rüdesheimer Schloss und mussten Aufnahmeprüfung absolvieren.
- 3:37:29Wir waren alle ziemlich nervös, haben es dann aber zum Glück gemeinsam geschafft.
- 3:37:34Und dann waren wir drei Jahre lang in diesem Nachwuchsförderprogramm.
- 3:37:39Und wenn ich es richtig sortiere und mich richtig erinnere, war Thomas damals der Jüngste,
- 3:37:43auf jeden Fall einer der Jüngsten und super ehrgeizig.
- 3:37:47Das war so eine Eigenschaft, die einem sofort auffiel.
- 3:37:51Thomas hat extrem viele Fragen gestellt und hat sich da voll reingekangen.
- 3:37:57Er war schon so ein Power-Mann, der da möglichst viel mitnehmen wollte.
- 3:38:06Eine lustige Anekdote im Kontext Sommelier College war, irgendwie ging es mal um Bier.
- 3:38:13Da war irgendwie eine Lerneinheit zum Thema Bier und es kam auf Kölsch.
- 3:38:17Und Sebastian Georgi und ich, als Gelsches Sommelier, sagten so, "Scherztes Halber, wir sind ja keine Körner."
- 3:38:24"Kölsch ist kein Bier." Das war so eine flügelter Spruch von uns.
- 3:38:29Was Thomas so verunsichert hat, dass er sich dann nochmal erkundigt.
- 3:38:32"Das stimmt, das Kölsch ist wirklich kein Bier."
- 3:38:34Und da haben wir ihn doch eine ganze Weile aufgezogen.
- 3:38:36Ansonsten haben wir uns dann etwas aus den Augen verloren.
- 3:38:39Er ging erst nach Paris und dann nach England oder umgekehrt.
- 3:38:43So richtig sortiert bekomme ich das nicht mehr.
- 3:38:45Und wie das dann so ist, ein anderes Sommelier-Karriere, man zieht weiter und löpft neue Kontakte.
- 3:38:52Und dann kann man so alte Freundschaften manchmal nicht ganz so intensiv legen.
- 3:38:56Auf einmal probt er wieder auf.
- 3:38:57Er war glaube ich ein Heidelberg-Sommelier-Schule, BBL-Studium.
- 3:39:01Und da haben wir uns dann wieder öfter gesehen.
- 3:39:04Und Bums war er dann Chef-Sommelier bei Dieter Müller und Lerbach.
- 3:39:07Und er dachte, wow, was für eine Karriere unser lieber Thomas.
- 3:39:12An was denke ich noch, wenn ich an Thomas denke?
- 3:39:15Ich denke an Wettbewerbe.
- 3:39:17Ich glaube, der hat so ziemlich alles gewonnen, wo er angetreten ist.
- 3:39:20Ja gut, international ist das wahrscheinlich dann nicht so erfolgreich gewesen wie national.
- 3:39:28Aber auch da war er glaube ich richtig gut unterwegs.
- 3:39:31Und das ist dann auch schon glaube ich eine Geschichte, wo eine Eigenschaft von Thomas sehr zum Tragen kommt.
- 3:39:40Nämlich sein Ehrgeiz.
- 3:39:41Und jetzt Thomas ist unglaublich ehrgeizig, ob beim Sport oder bei seinem Beruf in der Summlerie,
- 3:39:51über heute, im Weinhandel, was Thomas anpackt, das macht er vollgas.
- 3:39:57Also 100% ist unter das Level bei ihm.
- 3:40:00Sport kam gerade auf, wenn ich an Thomas denke und an Sport denke, dann denke ich erstmal an Tischtennis.
- 3:40:07Wir haben viele Stunden in Tischtennis gezockt und er ist verdammt gut, er schnippelt wie ein Irrer.
- 3:40:13Manchmal bringt er mich zur Verzweiflung.
- 3:40:15Und er genießt es auch, wenn jemand Ball ins Nichtschläge war, der in den wieder unglaublichen Spinnen gegeben hat.
- 3:40:23Ich kann mich erinnern, dass wir sogar auf seiner Hochzeit gezockt haben.
- 3:40:28Jetzt muss ich überlegen, was wir meist mal die Hochzeit haben.
- 3:40:32Die Tischtennisplätze stand auf der Wiese und Thomas im feinen Zwirn, seine Maße im weißen Kleid,
- 3:40:39die übrigens auch hervorragend Tischtennis spielt.
- 3:40:41Und wir sind alle gegen die beiden angetreten und haben oft, oft haben sie uns verprügelt, war sehr lustig.
- 3:40:48Ich habe mir sagen lassen, ich habe es nie gesehen, aber ich habe mir sagen lassen, dass er hervorragend,
- 3:40:52sogar brutal gut Batmanin spielt.
- 3:40:55Ich kenne Kollegen, die gesagt haben, ach komm, dann spielen wir nochmal gegen Thomas
- 3:40:59und die haben glaube ich nicht einen Punkt gemacht.
- 3:41:01Also da scheint ein wahrer Meister zu sein.
- 3:41:04Und wenn ich auch an Sport denke, dann nach einer sehr persönlichen Beobachtung der letzten Jahre.
- 3:41:08Wir sind ja doch hier und da mal im selben Hotel untergekommen.
- 3:41:11Also aufgrund der gemeinsamen Recherche reisen für die Sommeläonion bzw. heute auch sehr oft.
- 3:41:16Wenn es Tagungen, Jahreshopversammlungen der Sommeläonion gibt, dann ist es eigentlich so,
- 3:41:21dass ich meistens der Erste beim Frühstück bin.
- 3:41:24Ich bin früh aufsteher und genieße es an Ruhe meine Zeitung zu lesen und da zu gucken, wie der Tag so anbricht.
- 3:41:32Ja und ich sitze dann in der Regel beim Frühstück und irgendwann geht die Hotel Tür auf
- 3:41:36und dann kommt ein angeschwitzter Thomas rein, der mir sagt, er ist gerade 10 Kilometer gejockt.
- 3:41:41Dann denke ich, was gibt es da gar nicht?
- 3:41:43Ich bin noch um eins ins Bett gegangen, da war er noch an der Bar.
- 3:41:47Jetzt bin ich hier um sieben beim Frühstück und dann kommt er von 10 Kilometer joggen.
- 3:41:50Wie macht er das?
- 3:41:51Das ist auch so eine Geschichte, wo ich immer denke, meine Güte, ist der Typ ehrgeizig.
- 3:41:56Wenn ich an Thomas denke, denke ich auch an seine Disziplin und an seine Zuverlässigkeit
- 3:42:08und auch an seine Kondition, will ich es mal sagen.
- 3:42:13Denn oft beobachte ich so, wie wir das heute alles so machen in den sozialen Medien.
- 3:42:17Wenn wir irgendwie morgen in Porto noch geflüchtigt hat, war er da irgendwie mit Kunden auf Natur war
- 3:42:26und dann postet er mittags, wie er zu Hause gerade noch mit seiner Familie Mittag gegessen hat
- 3:42:36und jetzt noch 15 Kilometer joggen geht und am Abend kriege ich dann das nächste Bild,
- 3:42:42das wir mit Sohn-Miliekollegen in Eppanee gerade Champagner verkostet.
- 3:42:47Und er fragt mich immer, wie macht er das?
- 3:42:50Woher zieht er die Energie und wie kriegt er das alles unter einen Hut,
- 3:42:56wenn man bedenkt, er hat auch noch Frau, zwei Kinder und hau und tollen Gemüse garten.
- 3:43:00Wie macht der Typ das?
- 3:43:04Ja, wenn ich an Thomas denke, gibt es noch eine Geschichte, die ich auch immer bemerkenswert finde.
- 3:43:11Er hat einen unglaublichen Anspruch hinsichtlich Autografie und Grammatik und ist da sehr pingelig.
- 3:43:18Und ich kann mich oft erinnern, wenn wir dann irgendwie im Vorstand sitzen und uns irgendwelche Präsentationen angucken,
- 3:43:25dann kommt so aus der hinteren Ecke, wo Thomas sitzt, Christian, das Komma braucht es an der Stelle nicht.
- 3:43:31Also er sieht halt wirklich jeden Tippfehler und hält damit auch nicht hinterm Berg,
- 3:43:36was auch durchaus mal sehr nervig sein kann.
- 3:43:39Vor allem wenn es ein internes Papier ist. Aber so ist er, unser Thomas.
- 3:43:43Ja, und am Ende kann ich nur sagen, geiler Typ, großartiger Weinexperte, überragender Gastgeber,
- 3:43:51sehr ehrgeiziger Spottler, toller Mensch, super Freund.
- 3:43:55Gut, dass es den Kahl gibt.
- 3:43:57[Musik]
- 3:44:26[Musik]
- 3:44:31SWR 2018