Latest / Ease & Power- Entspannt,erfüllt und erfolgreich / Warum du überall Probleme siehst, die gar nicht da sind
Transcript
- Celine Podcast Breath: Vielleicht hast du das ja auch schon mal erlebt. Du sitzt in einem Meeting, dein Chef schaut kurz rüber zu dir mit einem Blick, den du nicht einordnen kannst. Vielleicht etwas ernster als sonst, vielleicht nachdenklich. Und sofort läuft in deinem Kopf ein Film ab. Was habe ich jetzt falsch gemacht? Hat er etwas an meiner Arbeit auszusetzen? Mag er mich nicht mehr? Und dann stellst du fest, er hat gar nicht dich angeschaut. Er hat einfach nur kurz aus dem Fenster gesehen. Oder du bekommst eine kurze Nachricht von deiner besten Freundin. können wir reden, kein Emoji, Smiley und dein Körper fängt sofort an zu reagieren mit Herzklopfen, leichtes Ziehen im Bauch und du fängst an nachzudenken. Was ist denn jetzt passiert? Was habe ich vielleicht falsch gemacht? Und das ist kein Überreagieren, sondern das ist einfach ein Nervensystem, das momentan gerade nicht in Sicherheit ist. Und heute sprechen wir darüber, was das wirklich bedeutet. Hallo, ich bin Celine. Nervensystemcoach und Breathwork-Facilitatorin und ich fange heute mit einem Satz an, den du vielleicht schon öfter gehört hast. In der Breathwork-Welt, bei vielen Coaches und vielleicht auch schon von mir, hörst du vielleicht den Satz, dein Nervensystem muss sich sicher fühlen. Und das klingt gut und man nickt vielleicht und dann... Ich habe das selber jahrelang gehört, ohne wirklich zu verstehen, was es bedeutet. Und vor allem... Was mache ich denn jetzt damit? Und genau das nehmen wir uns heute vor und schauen uns an. Du erfährst, was Sicherheit im Nervensystem wirklich bedeutet und warum du sie dir nicht einfach vornehmen kannst. Du verstehst, woran du im Alltag erkennst, dass dein System gerade eben nicht in Sicherheit ist. Und du bekommst einen ersten konkreten Schritt, den du heute noch anwenden kannst. Und ich erinnere mich an eine Phase in meinem Leben, in der ich permanent meine Umgebung gescannt habe. Nicht bewusst, auch nicht absichtlich, aber mein System hat es gemacht. Ich bin morgens ins Büro gekommen und habe sofort registriert, wie ist die Stimmung. Wer schaut wie, wer sagt was, eine Kollegin hat nicht zurückgegrüßt, war sie schlecht gelaunt, war sie sauer auf mich, ein Blick vom Chef zu kurz, zu ernst und ich habe den Rest des Tages überlegt, was ich falsch gemacht haben könnte. Und das Verrückte daran ist, Meistens hat es gar nichts mit uns zu tun und es hatte damals auch nichts mit mir zu tun. Die Kollegin war einfach müde. Der Chef hat einen schwierigen Anruf gehabt. Aber mein Nervensystem hat es nicht gewusst. Es hat gescannt, bewertet und sofort Alarm geschlagen. Und glaub mir, das hat enorm viel Energie gekostet. Jeden Tag, ohne dass ich es überhaupt gemerkt habe. Und Sicherheit ist kein Gefühl, das du dir vornehmen kannst. Du kannst dir nicht morgen sagen, heute fühle ich mich sicher. Und dein Körper hält sich dran. Weil Sicherheit ist ein Zustand, den dein Körper permanent neu berechnet. Im Hintergrund. Ohne dass du es merkst. Weil dein Nervensystem fragt dich nicht, geht es mir gerade gut, sondern es fragt, bin ich hier sicher? Und das ununterbrochen. Bei jedem Blick, bei jeder Nachricht, bei jedem Geräusch im Nebenzimmer. Und diese Frage läuft nicht über deinen Kopf. Sie läuft über deinen Körper. Und dein Körper reagiert darauf. Über Atmung, über Herzschlag, über deine Muskelspannung, ja sogar über deinen Kortisol- und Adrenin-Gehalt. Lange bevor du bewusst denkst, ich bin jetzt aber gerade angespannt, hat dein Körper längst reagiert. Das heißt, du kannst manchmal dich selber belügen, aber dein Körper lügt nie. über die Dinge, die er ausdrückt. Und das ist einfach auch der Grund, warum Nachdenken darüber nicht reicht und dir auch gar nichts bringt. Du kannst dir also Sicherheit nicht einreden. Dein System glaubt nur, was es im Körper tatsächlich erlebt. Und hier ist etwas, das ich ganz besonders faszinierend finde und das viele so nie benennen. Ein Nervensystem, das sich nicht sicher fühlt, es seine Umgebung permanent nach Problemen. Es sucht nach etwas, was nicht stimmt. Nach dem Blick deines Partners, nach der Laune, die jetzt nicht gerade so optimal ist von deinem Umfeld. Nach dem Ton, der eine Nuance zu scharf ist, nach der Nachricht, zu kurz ist, nach der Antwort, die nicht gleich kommt, nach dem Seufzen des Partners, der vielleicht gerade gar nicht an dich gedacht hat, aber dein System hat es trotzdem registriert. Und wir beziehen die Dinge auf uns. Zu 90 Prozent, die gar nichts mit uns zu tun haben, weil unser System einfach permanent auf Gefahrensuche ist. Und das Tückische daran ist, in diesem Modus sehen wir vor allem das, was fehlt, was falsch läuft, was nicht stimmt, was sich nicht gut anfühlt, was nicht funktioniert. Wir sehen es mit einem kritischen Blick und übersehen die zehn freundlichen Reaktionen davor. Wir hören den scharfen Ton und vergessen das warme Gespräch am Morgen. Und das hat nichts mit Pessimismus zu tun oder einem schlechten Charakter, sondern das ist ein Nervensystem, das sich durch verschiedene Umstände gerade nicht sicher fühlt. Und genau daran kannst du es erkennen. Und ich nenne dir noch ein paar weitere Situationen und schau einfach mal, was bei dir hängen bleibt. Im Job sagst du vielleicht öfters ja zu einer Überstunde, obwohl dein Kalender schon aus allen Nähten platzt. Nicht weil du es unbedingt wolltest oder weil du immer hier schreist, sondern weil sich Nein sagen riskanter anfühlt als das Ja. In der Familie denkst du für alle mit. Termine, Stimmungen, Bedürfnisse, die Geschenke für den nächsten Geburtstag. Aber wenn du gefragt wirst, was du eigentlich brauchst, kommt erst mal Weiß ich nicht. Im Körper drückst du vielleicht sogar den Hunger oder den Gang zur Toilette weg, weil gerade keine Zeit ist. Du arbeitest durch, obwohl der Rücken schon seit Stunden schreit und du dich eigentlich gar nicht mehr konzentrieren kannst. Und dann gibt es noch ein Zeichen, das die wenigsten als Zeichen erkennen. Das Seufzen. Und ich meine nicht diesen tiefen Seufzer, du, wenn du dich abends hinsetzt und der Tag vorbei ist, weil der ist häufig normal und der passiert meistens auch über die Nase. Deine Lunge macht das von allein alle paar Minuten, kleine Bereiche wieder zu öffnen. Ich meine das gehäufte Seufzen mehrmals in einer Stunde, ohne dass es dir vielleicht sogar auffällt. Und das ist nicht unbedingt eine Marotte, sondern das ist ein Nervensystem, das gerade unter Anspannung steht. Und das lustige oder groteske daran ist, jeder Seufzer stößt eine größere Menge an CO2 aus. Und kurz danach fühlt sich das erstmal erleichternd an. Aber jede Sekunde später fehlt genau dieses CO2 und dein Körper meldet wieder diese Enge. Also seufzt du erneut. Und so entsteht ein Kreislauf, der sich selber am Laufen hält, statt dich wirklich zu beruhigen. Das heißt, häufiges Säufzen ist also nicht dein System, das sich reguliert, was viele denken, sondern es ist ein System, das gerade keine Sicherheit hat. Und du kannst es wahrnehmen, wenn du hinhörst. Was du jetzt tun kannst, ist erst mal nichts bewerten. Nicht zu sagen, Gott, ich mache alles falsch, ich bin kaputt, ich fühle mich nicht sicher, sondern einfach nur mal beobachten. Und zwar mit einem liebevollen Auge für dich selber. Und vielleicht hast du dich weiter oben wiedererkannt in den banalen Alltagsbeispielen. Also schau einfach mal, was in deinem Alltagsleben, in deinem Leben kreiert dir Unsicherheit. Sei es die, das Nein sagen, wenn ein Körper eigentlich Nein sagen möchte und du Ja sagst. Weil Sicherheit entsteht nicht durch einen großen Umbruch, sondern durch viele kleine, wiederholte Erfahrungen von Ich habe gerade meine Grenze gehalten und es ist nichts Schlimmes passiert. Und wenn dein System das immer mal wieder spürt in kleinen Schritten, dann kommt so langsam dieser Shift in dieses Sicherheitsgefühl durch permanente Wiederholung. Vielleicht ist es auch im Gespräch eine Pause, die du nicht rechtfertigen musst. Vielleicht ist es generell eine Pause, die du machst, die du nicht rechtfertigen musst. Vielleicht ist es das Nein, das du ausprichst. Vielleicht ist es ein bewusster Atemzug statt zehnmal Seufzen hintereinander. Und jedes Mal ist das immer ein kleiner Beweis für dein Nervensystem. Du darfst hier sicher sein, es passiert nichts. Und wir wissen vom Kopf her, dass tatsächlich nichts passiert, wenn wir nein sagen. Nur unser Körper spürt etwas anderes. Also beobachte dich einfach mal im Alltag. Wo sind vielleicht Reaktionen oder unbewusste Gewohnheiten von dir, die aus Unsicherheit passieren und die dir dadurch Unsicherheit geben? Und schau einfach mal, was kannst du für dich tun, damit du mehr Sicherheit spürst? Vielleicht ist es eine andere Struktur in deinem Kalender. Vielleicht ist es ein anderer Morgenablauf. Vielleicht ist es ein bewusstes Beobachten von deinem Umfeld und mal zu schauen, dieser Blick oder diese Reaktion jetzt wirklich mir? Oder war sie einfach nur, weil der Mensch gerade selber Stress hatte? Und nächste Woche schauen wir uns an, weil dann wird es spannend. Es gibt nämlich einen Weg, dieses Sicherheitsgefühl auch gezielt im Körper zu trainieren. Das heißt nicht nur abzuwarten, bis es sich im Alltag reguliert oder passiert, sondern wirklich aktiv zu üben und zwar über den Atem. Und wie das genau funktioniert und warum ausgerechnet Luftanhalten dabei eine Rolle spielt und warum nicht jede Atemtechnik für jedes Nervensystem passend ist, das schauen wir uns nächste Woche. Weil ein Nervensystem, das sich sicher fühlt, das fängt nicht an zu scannen. Das nimmt nicht alles persönlich. Das bewertet nicht jeden Blick, jeden Ton, jede kurze Pause. Es ist einfach da. Präsent, ruhig. Und das ist auch möglich. Nicht nur für mich, sondern auch für dich. Und ich beschäftige mich seit Jahren mit genau diesem Zusammenhängen zwischen Körper- und Nervensystem und eben dieser Sicherheit. die Menschen dann wieder aus diesem Stress rausbringen. Und erst als Trainerin in Unternehmen und heute als Breathwork-Facilitatorin und als Nervensystem-Coach habe ich das wirklich für mich ganz bewusst wahrgenommen und kann es jetzt natürlich für dich übersetzen. Und was mich daran nach wie vor fasziniert, wie viel sich innerhalb kürzester Zeit verändert, wenn man aufhört, im Kopf zu arbeiten. anfängt mit dem Körper zu arbeiten. Wenn du da neugierig geworden bist, dann schau gerne auf meine Webseite. Ich verlinke sie dir in den Podcast Notes und gerne kannst du mir natürlich auch schreiben, wenn dich das Thema beschäftigt. Wir hören uns in der nächsten Folge wieder und bis dahin frohes Atmen!