Latest / FOODTALKER - Podcast über die Leidenschaft fürs Kochen und gutes Essen / #183 Sira Huwiler-Flamm – Hinter dem Tellerrand: Warum Essen viel mehr ist als nur Nahrung
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- 0:07Speaker 0: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Food Talkers.
- 0:11Speaker 0: Mein Name ist Baus Rogosch und in diesem Podcast spreche ich mit Menschen, die etwas vom Kochen essen.
- 0:17Speaker 0: und von guten Lebensmitteln verstehen.
- 0:19Speaker 0: Und wir reden heute über das Essen und darüber, dass Essen so, so viel mehr ist, als einfach nur reine Nahrungsaufnahme.
- 0:27Speaker 0: Und das erzählt uns mein Gast, Sira Huwila Flamm.
- 0:32Speaker 0: Sie ist Journalistin, Hobbyköchin und Autorin und hat das Buch über den Tellerrand, warum uns erst Essen zum Menschen gemacht hat.
- 0:41Speaker 0: geschrieben.
- 0:42Speaker 0: Und natürlich mitgebracht.
- 0:43Speaker 0: Und in diesem Buch entwickelt sie zwanzig Thesen, die zeigen, Essen ist weit mehr als satt zu werden.
- 0:51Speaker 0: Es ist Heimat, Liebe, Gesellschaft und es steht auch für Macht, Politik, Globalisierung und manchmal auch sogar für Leid und Rassismus.
- 1:00Speaker 0: Wir sprechen darüber, wie das Feuer der Steinzeit dient.
- 1:03Speaker 0: Ursprung unserer Kultur markiert, warum Globalisierung, Chancen und Herausforderungen zugleich ist und weshalb wir im Umgang mit Tieren und Lebensmitteln mehr Respekt zeigen sollten.
- 1:14Speaker 0: Für ihr Buch hat sie zudem viele Spitzenköche besucht, darunter Christoph Rüffer, Alexander Hermann, Johann Lafer, Toru Nakamura, Marco Müller oder auch Johannes King, um nur einige zu nennen.
- 1:27Speaker 0: Und sie alle geben spannende Einblicke darauf, warum Essen so viel mehr bedeutet, als wir oft denken.
- 1:33Speaker 0: Und jetzt viel Freude bei diesem Gespräch über Genuss, Verantwortung und die vielen Facetten des Essens mit Sira-Huvila-Flamm.
- 1:43Speaker 0: Und bevor es losgeht... kommt jetzt noch ein bisschen Werbung.
- 1:47Speaker 0: Und da sprechen wir über ein Event, auf das ich mich richtig freue.
- 1:50Speaker 0: Vom vierten bis achten Oktober nämlich verwandelt sich Köln wieder in den Mittelpunkt der internationalen Lebensmittel und Getränkebranche.
- 1:58Speaker 0: Die Anuga öffnet ihre Tore.
- 2:00Speaker 0: Über siebentausend neunhundert Aussteller aus mehr als hundertzehn Ländern präsentieren ihre neuesten Produkte, Technologien und Geschäftsidee.
- 2:10Speaker 0: Einste Highlights in diesem Jahr ist auf jeden Fall der Boulevard of Innovations.
- 2:15Speaker 0: Die perfekte Verbindung.
- 2:17Speaker 0: aus Anuga Trend Zone, Anuga Taste Innovation Show und Startup Area.
- 2:22Speaker 0: Hier entdeckt ihr die spannendsten Trends, die besten Produktneuheiten und die innovativsten Jungunternehmen.
- 2:28Speaker 0: Und dazu erwartet euch dann auch noch ein hochkarätiges Rahmenprogramm, nämlich die Anuga Horizon Stage in Halle I, das Herzstück der neuen Fachmesse, Anuga Alternatives mit Fokus auf KI, Deep Tech, Kreislaufwirtschaft, Health & Functional Food und Zukunft der Ernährung.
- 2:47Speaker 0: Und die Anuga Organic Stage bietet nachhaltige Landwirtschaft, transparente Lieferketten und Bio-Innovationen im Spotlight.
- 2:58Speaker 0: Dann gibt es auch die Anuga Trend Zone mit topaktuellen Forschungsergebnissen zur Entwicklung und Trends in der F&B-Branche.
- 3:05Speaker 0: Und dazu gibt es noch etliche neue Kongress- und Konferenzformate wie das erste Anuga Halal Forum, Frozen Food Conference, Bestsell Award und vieles mehr.
- 3:17Speaker 0: Und als offizielles Partnerland ist Korea am Start und die bringen natürlich K-Food Trends, fermentierte Spezialitäten und die modernsten FoodTag-Lösungen mit nach Köln.
- 3:30Speaker 0: Alle Infos und Tickets findet ihr unter anuga.de und natürlich auch noch mal bei uns in den Shownotes.
- 3:36Speaker 0: Also wir sehen uns hoffentlich auf der Anuga.
- 3:40Speaker 0: Bis dahin.
- 3:42Speaker 0: Das war die Werbung und jetzt blicken wir mit Sira Huvila Flamm hinter den Tellerrand des Essens.
- 3:51Speaker 0: Viel Spaß dabei und auch diese Episode wird präsentiert von der Großrestaurant und Hotelguide.
- 4:03Speaker 0: Herzlich willkommen, liebe Sira.
- 4:06Speaker 0: Schön, dass du hier bist.
- 4:07Speaker 0: Den weiten Weg aus dem ... Ist das Schwarzwald?
- 4:10Speaker 1: Es ist Südschwarzwald und Hochrhein, also Schweizer Grenze, aber noch Süddeutschland.
- 4:16Speaker 0: Da ist es bekannt für gutes Essen und für gute Küche.
- 4:19Speaker 1: Wir haben auf jeden Fall ganz viele tolle Landgasthöfe.
- 4:22Speaker 1: Und ganz viele Erzeuger, wo man direkt nebenan quasi der Gastronom seine Kartoffeln herbekommt und seinen eigenen Kräutergarten hat.
- 4:32Speaker 1: können wir schon ganz gut essen gehen, das stimmt.
- 4:35Speaker 0: Und baust du auch selber an?
- 4:38Speaker 1: Ein bisschen auf dem Balkon, aber mehr exotisches, weil man exotisches bei uns nicht so bekommt.
- 4:44Speaker 1: Und
- 4:44Speaker 0: ihr habt ja das Klima auch für exotisches, ne?
- 4:46Speaker 0: Das
- 4:46Speaker 1: stimmt, ja.
- 4:47Speaker 1: Aber ich habe dann zum Beispiel einen riesen Kaffee-Limettenbaum mit großen Früchten dran.
- 4:52Speaker 1: Da habe ich dir auch eine mitgebracht.
- 4:53Speaker 0: Ah, das ist hier drin in der Tüte.
- 4:55Speaker 1: Genau.
- 4:58Speaker 0: Riecht man das?
- 4:59Speaker 1: Ich glaube schon.
- 4:59Speaker 1: Reib ein bisschen dran.
- 5:01Speaker 0: Ja.
- 5:02Speaker 0: Und der ist aus Darm?
- 5:03Speaker 1: Das war mein Balkon, ja.
- 5:05Speaker 0: Oh ja, oi, oi, oi, oi, oi, oi.
- 5:07Speaker 0: Was mache ich damit?
- 5:08Speaker 1: Teigküree.
- 5:10Speaker 1: Also, genau,
- 5:11Speaker 0: die Blätter...
- 5:12Speaker 1: Irre, ne?
- 5:13Speaker 1: Ja, die Blätter kann man ganz toll ins Teigküree machen, um das ein bisschen authentischer zu kochen.
- 5:17Speaker 1: Und die ist richtig saftig.
- 5:19Speaker 1: Also, wenn man die aufschneidet und drüberpresst, da kommt mehr raus als aus so einer Supermarktlimette tatsächlich.
- 5:25Speaker 0: Supermarktlimette?
- 5:27Speaker 0: Ich will die vorgreifen, aber das ist ja auch ein Thema bei dir, Buch, ne?
- 5:30Speaker 1: Ein bisschen.
- 5:32Speaker 0: Wie kauf ich ein?
- 5:33Speaker 0: und wie geht man denn ran, wenn man ein Buch schreibt über Lebensmittel, über Essen, über die Zubereitung, wenn man das nicht als Kochbuch machen will, sondern wie du es getan hast, als Sachbuch?
- 5:52Speaker 1: Ich habe tatsächlich ohne Verlag angefangen, also ich hatte noch keinen Verlag und habe mir vorgenommen, ein Buch über die Bedeutung, die gesellschaftliche Bedeutung von Essen zu schreiben und habe mir dann mal überlegt, wie kann man das denn gliedern und habe mir zwanzig Thesen ausgedacht.
- 6:06Speaker 1: Man hätte wahrscheinlich auch fünfzig Thesen nehmen können.
- 6:11Speaker 1: Genau.
- 6:11Speaker 1: Hab dann so was, solche Thesen wie Essen ist Menschsein, Essen ist Leben, Essen ist Natur, Essen ist politisches Statement, Globalisierung, also ganz unterschiedliche Themen.
- 6:23Speaker 1: Und darunter dann nochmal einzelne Kapitel, die sich dem Thema... Ja, sagen wir artikelmäßig widmen und mal psychologisch, mal biologisch, mal historisch betrachten, wie Essen uns Menschen zu dem gemacht hat, was wir sind und wie Essen uns heute auch noch prägt.
- 6:43Speaker 1: Also ja, warum es auch so wichtig für uns ist.
- 6:46Speaker 0: Also natürlich wissen wir das.
- 6:49Speaker 0: Essen eine extreme Bedeutung für uns hat, dass Essen auch Gesellschaft bedeutet und Emotionen bedeutet.
- 6:56Speaker 0: und natürlich ohne Nahrungszufuhr haben wir sowieso nicht so gut, fällt es uns ein bisschen schwer, aber ich war doch ein wenig und das ist positiv gemeint, ob der Komplexität erschlagen, weil ich habe da auch eben noch ganz ganz viele Facetten erkannt oder Zusammenhänge erkannt, und gefunden, die ich so auch noch nicht betrachtet habe, wenn ich über das Thema Essen gesprochen habe.
- 7:21Speaker 0: Was war denn für dich der Antrieb, dass du da gesagt hast, ich will das mal analysieren?
- 7:27Speaker 0: Weil sonst als Journalistin hast du ja nicht nur Essensthemen.
- 7:31Speaker 1: Nee, tatsächlich bin ich eigentlich Gesellschafts- und Gesundheitsjournalistin seit sechzehn Jahren und auch ... Ja, ich würde mich, glaube ich, am meisten, oder suche sehr viel, so wie du, auch Menschen, die Interessantes zu erzählen haben, die Sticksalsschläge überwunden haben, die ihre eigenen Heldengeschichten erzählen können und auch im medizinischen Bereich neue Methoden, die unblutigere Ansätze wählen, genau ein bisschen alltagspraktischere Ansätze wählen.
- 8:04Speaker 1: und Ja, und mach hin und wieder Ausflüge eigentlich in die Kulinarik, weil ich Hobbyköchin eigentlich bin und auch selbst den Foodtalker liebe, Kochformate liebe, die in besonderen Welten entführen.
- 8:19Speaker 0: Also, ihr habt's gehört, es ging eben ein bisschen unter.
- 8:20Speaker 0: Ich glaube, sie hat mir eben gestanden, sie hat fast jeden Foodtalker-Episode gehört.
- 8:27Speaker 0: Ich glaube, ich muss mal so einen Club bauen, ne?
- 8:30Speaker 0: Den Foodtrucker, die die alle alles gehört haben.
- 8:33Speaker 0: Wir haben ja bald die zweitnachste Folge.
- 8:35Speaker 0: Wahrscheinlich muss ich diejenigen mal einladen, die ganz treuen höre.
- 8:39Speaker 0: Aber du gehörst ja jetzt eh dazu zum
- 8:41Speaker 1: Kreis.
- 8:43Speaker 0: Jetzt bist du eh dabei.
- 8:45Speaker 1: Aber
- 8:46Speaker 0: da bist du aber wirklich ganz, ganz tief reingegangen.
- 8:48Speaker 0: War diese Idee dann wirklich auch zu sagen, ich gehe dem wirklich so auf den Grund oder hat sich das entwickelt?
- 8:53Speaker 0: Wie lange hast du daran gearbeitet?
- 8:55Speaker 1: Das ist eine spannende Frage.
- 8:56Speaker 1: Also ich habe im Herbst des Jahrhunderts.
- 9:00Speaker 1: Im Herbst des Jahrhunderts hat es zum Ende von Corona das Bundesministerium für Kultur und die VG Bord, die Journalisten vertritt und deren Urheberrechte Neustart Kultur als Stipendium-Programm ausgeschrieben.
- 9:14Speaker 1: Und ich habe da ein Stipendium ergattet, musste aber ein Projekt angeben.
- 9:19Speaker 1: Und in dieser Corona-Zeit war ich eigentlich sehr viel selbst in der Küche.
- 9:23Speaker 1: Ich habe ganz viel Food Talker gehört bei den einsamen Spaziergängen durch den Südschwarz.
- 9:29Speaker 1: Und dann bin ich eigentlich über die These gestolpert, dass Essen uns erste Menschen gemacht hat oder dass die Entdeckung des Feuerhauses uns erste Menschen gemacht hat.
- 9:41Speaker 1: Und ich fand das so spannend.
- 9:43Speaker 1: dass ich dann gedacht habe, jetzt muss ich im Buch über die gesellschaftliche Bedeutung von Essen schreiben.
- 9:48Speaker 1: Und dann habe ich mir natürlich nicht sofort irgendwie alles vorgenommen, was da jetzt drin steht, sondern habe mich tatsächlich dreieinhalb Jahre treiben lassen, immer mal wieder intensiver oder weniger intensiv daran gearbeitet.
- 10:00Speaker 1: Und dann war es fertig.
- 10:03Speaker 0: Und in der Zeit, muss man ja auch sagen, hast du dich mit ganz, ganz vielen Menschen getroffen.
- 10:09Speaker 0: Viele Menschen aus der Spitzenkulinarik.
- 10:13Speaker 0: die auch bei mir schon zu Gast sein durften.
- 10:15Speaker 0: Wenn man das Line-Up mal so durchliest, Alexander Hermann, Bobby Breuer, Tokunaka Mura, Johann Lafer, Kevin Feeling, Johannes King, Christoph Rüffer, Ricky Savard, die waren alle schon auch bei mir zu Gast.
- 10:31Speaker 0: Marco Müller, Clemens Rambichler.
- 10:33Speaker 0: Und Lucky Maurer, den hatte ich noch nicht.
- 10:37Speaker 0: Aber das ist ja schon eine Liste.
- 10:39Speaker 0: Und die hast du teilweise persönlich getroffen, teilweise im Interview.
- 10:43Speaker 1: Ich habe ente der Telefonis oder per E-Mail tatsächlich, weil es während Corona.
- 10:47Speaker 1: Also gerade die Köche, die habe ich während Corona am ehesten gekriegt, genau, weil die da Zeit hatten.
- 10:53Speaker 1: Und deswegen habe ich mit den meisten telefoniert.
- 10:56Speaker 1: oder per E-Mail oder sogar per WhatsApp-Sprachnachricht.
- 10:59Speaker 1: Die sind ja alle sehr buddenständig und auch sehr nahbar und unkompliziert.
- 11:04Speaker 0: Das sind sie, ne?
- 11:05Speaker 1: Ja, richtig schön.
- 11:09Speaker 0: Und du weißt ja, wie man auf Menschen zugeht.
- 11:10Speaker 0: Wenn du seit sechzehn Jahren machst, weißt du ja, wie du die auch öffnest oder den Zugang findest.
- 11:17Speaker 1: Absolut.
- 11:18Speaker 1: Und ich glaube auch, dass meine Erfahrung war, das kannst du bestimmt bestätigen.
- 11:24Speaker 1: dass die alle schon auch was zu sagen haben zu dem Thema und sich da viel mehr Gedanken machen, als man irgendwie Köchen so unterstellt.
- 11:30Speaker 1: Also die stehen nicht einfach in der Küche und kochen so vor sich hin, sondern die machen sich ganz, ganz viel Gedanken darüber, wissen ob der Bedeutung das Essen ist für den Menschen und haben sich deswegen auch diesem Thema für ihr Leben verschrieben.
- 11:44Speaker 1: Die wollen Menschen mit Essen glücklich machen.
- 11:47Speaker 0: Ich weiß nicht auch mal, die Frage jetzt schon stellen darf, was ist denn die?
- 11:51Speaker 0: Eigentlich kommt sowas zum Schluss, aber ich mache es jetzt einfach mal.
- 11:53Speaker 0: Was ist denn die wichtigste Erkenntnis,
- 11:56Speaker 1: die
- 11:56Speaker 0: du beim Schreiben des Buches und beim Sammeln der Informationen gehabt hast?
- 12:02Speaker 0: Über Essen und über Zubereitung von Essen und über die ja, Sozialkomponente Essen.
- 12:09Speaker 1: Also, dass unsere Rohstoffe, und zwar genau ob jetzt tierisch oder pflanzlich, und die Erzeuger und die Köche.
- 12:17Speaker 1: Ob jetzt die Oma oder der Spitzenkoch einfach so viel mehr Respekt verdient haben, als wir es ihnen schenken.
- 12:25Speaker 1: Also mein Buch will auf keinen Fall den Zeigelfinger erheben.
- 12:27Speaker 1: Ich hoffe, das ist mir gelungen, sondern Denkanstöße geben.
- 12:31Speaker 1: Nur
- 12:31Speaker 0: einige, äh, etliche.
- 12:32Speaker 1: Ja, okay, etliche Denkanstöße, aber ohne jetzt zu sagen, das darfst du nicht sehr dogmatisch.
- 12:39Speaker 1: Ja, aber es soll auf jeden Fall zeigen, dass Essen so unfassbar wichtig für uns Menschen ist und unsere Seele, unseren Körper, unser ganzes Dasein irgendwie mitbestimmt.
- 12:50Speaker 1: Und ich denke, das ist die wichtigste Erkenntnis.
- 12:54Speaker 0: Ich finde, da ist in dem Buch, wenn ich das alles durchgehe, Kapitel für Kapitel, These für These, dann höre ich da aber auch schon eine Botschaft raus.
- 13:03Speaker 1: Welche hörst du?
- 13:04Speaker 0: Und ich höre nämlich eine Botschaft raus, dass wir uns ... Für allgemeiner das mal, dass wir uns diesem Thema eigentlich viel mehr widmen müssen, uns viel mehr Gedanken darüber machen müssen, viel sorgfältiger auch bei der Auswahl der Produkte sein müssen und auch das ganze Thema auch zelebrieren müssen, uns dafür Zeit nehmen müssen.
- 13:25Speaker 0: Und ich glaube, das ist ja einer der ganz wichtigen Faktoren unserer Zeit, wenn du mit Menschen sprichst und die fragst, warum kochst du nicht selber?
- 13:33Speaker 0: Was man ja nicht unbedingt muss, aber... Das gehört eben auch dazu.
- 13:37Speaker 0: Dann ist meistens der Zeitfaktor da und dann ist es eine Preisfrage.
- 13:42Speaker 0: Und beides versuche ich auch immer und ich höre das hier auch ein bisschen raus.
- 13:47Speaker 0: Hochwertige Produkte müssen nicht immer teuer sein, weil die kannst du auch beim Bauern um die Ecke finden.
- 13:54Speaker 0: Es kostet dann aber Zeit, weil du musst recherchieren und es wird dir nicht einfach gemacht.
- 13:58Speaker 0: Im Supermarkt wird es dir einfach gemacht.
- 14:02Speaker 0: Wenn du dich selber darum kümmerst, kümmern musst und auch mehrere Stationen anlaufen musst, dann ist es natürlich sehr viel aufwendiger.
- 14:09Speaker 0: Aber
- 14:10Speaker 1: du
- 14:11Speaker 0: hast ja irgendwas ganz anderes dann auch geschaffen.
- 14:14Speaker 0: Und Essen ist ja nicht nur das Einnehmen des fertigen Mal, sondern für mich, für mich jetzt auch persönlich, ist es auch die Beschaffung, das zubereiten und... Alles, was da drumherum ist.
- 14:26Speaker 1: Absolut.
- 14:27Speaker 1: Also der Genuss fängt schon beim Flücken am Wegesrand an, wenn man so will.
- 14:35Speaker 0: Und das finde ich so spannend, weil du hast natürlich auch, also du hast natürlich das Thema Erlebnis auch drin, und Geselligkeit, was ja alles eine Rolle spielt, aber auch die Themen, die auf der anderen Seite stehen, die man ja nicht immer unbedingt.
- 14:54Speaker 0: so sehr im Fokus hat.
- 14:57Speaker 0: Wenn man jetzt über Essen reden will, will man gar nicht darüber reden.
- 15:00Speaker 0: Du hast auch das Thema so was wie ein Kapitel wie Leid oder Rassismus oder auch Globalisierung, wobei das beides sein kann, Heil und Segen.
- 15:11Speaker 0: Also kann man nicht verteufeln, die Globalisierung.
- 15:15Speaker 1: Also wir würden noch wahrscheinlich Getreideprähe essen wie Mittelalter in Deutschland, wenn wir nicht die Globalisierung gehabt hätten und andersrum ja auch.
- 15:23Speaker 1: Ich weiß gerade nicht mal wer, aber irgendjemand hat mal gesagt, jede Küche ist eigentlich eine Weltküche mittlerweile und das stimmt.
- 15:29Speaker 1: Also alle Küchen beeinflussen sich gegenseitig.
- 15:32Speaker 1: und dann gibt es noch so, klar es gibt noch irgendwie lokale Ausprägungen, aber dennoch sind wir alle heute von dieser Globalisierung gesegnet.
- 15:44Speaker 1: Einerseits und andererseits ist das eben auch.
- 15:48Speaker 1: Kann man schon beim bewussten Einkauf, wenn jetzt Und das ist ganz oft so im Supermarkt, wenn man mal auf Kleingedruckte guckt, da liegen Äpfel aus Neues Lernen neben Äpfel aus Deutschland.
- 15:58Speaker 1: Und wenn man halt drauf schaut, dann kann man sich entscheiden, kaufe ich jetzt die einen oder die anderen.
- 16:03Speaker 0: Und das ist, glaube ich, der ganz wichtige Punkt.
- 16:05Speaker 0: Also man hat schon die Entscheidungsfreiheit.
- 16:07Speaker 0: Manchmal gibt es natürlich ein limitiertes Angebot, aber in der Regel sind wir frei in unserer Entscheidung.
- 16:13Speaker 0: Hast du dir denn irgendwie aufgrund deiner Recherchen, die du gemacht hast, auch selber was vorgenommen für deine Ernährung und für deine Äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh
- 16:24Speaker 1: äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh.
- 16:48Speaker 1: Und die hatte vorher noch nie irgendwie ein Tier getötet, hat dann mit Austern angefangen, dann, ich glaube mit Shrimps weitergemacht, dann ein Fisch getötet und irgendwann auch ein Kaninchen erschossen und sagt aber auch nach dem ersten Säugetier, da hätte sie sich wochenlang im Bett verkriechen können, die Decke drüberziehen können und heulen können, weil sie es so schlimm fand.
- 17:10Speaker 1: Sie hat dann aber irgendwann weitergemacht und lebt heute nicht vegetarisch, aber hat sich einfach... Mal bewusster mit dem ganzen Thema auseinandergesetzt.
- 17:20Speaker 1: Und das finde ich schon sehr spannend und auch sehr wichtig.
- 17:24Speaker 1: Luki Maurer sagt ja zum Beispiel, das sind zwar Nutztiere, aber wir sollten sie nicht ausnutzen.
- 17:29Speaker 1: Und da hat er absolut recht.
- 17:31Speaker 1: Und das finde ich auch so eine wichtige Kernbotschaft.
- 17:34Speaker 1: Und als Journalistin habe ich ja aber das Glück, dass ich das alles auch mal ausprobieren kann.
- 17:39Speaker 1: Deswegen habe ich das tatsächlich vor drei Wochen schon gemacht und war in einer forellen Sucht und habe es erste Mal.
- 17:45Speaker 1: Jetzt sagen viele ja, Fische sind ja nicht so schlimm oder so, aber das war schon auch krass.
- 17:50Speaker 1: Also diesen Fisch zu fangen, dann in meiner linken Hand zu halten überhaupt dieses muskulose Tier, das sich ja aus der Hand windet und dann mit einem Stock irgendwie gezielt da drauf zu hauen, dass das halt erstmal betäubt ist.
- 18:04Speaker 1: Was halt ein Profi mit einem Schlag macht, ich musste zweimal zuhauen.
- 18:08Speaker 1: Jeder, der es schon mal probiert, hat kennt das wahrscheinlich.
- 18:10Speaker 1: Und dann macht man den Chiemenschnitt und dann ist es wirklich erlöst.
- 18:16Speaker 1: Ich fand das krass.
- 18:18Speaker 1: Mein Herz hat geraßt.
- 18:20Speaker 1: Aber ich habe dadurch noch mehr Respekt vor diesem Lebewesen und vor diesem Rohstoff, auch den wir essen.
- 18:27Speaker 1: Und ich fand das eine ganz wertvolle Erfahrung.
- 18:30Speaker 1: Also ich würde das eigentlich jedem raten mal zu tun, weil wir sind so ein bisschen verkommen.
- 18:38Speaker 1: Also Fischstäbchen sind okay und ich will bloß nicht den Ursprung vom Lebensmittel mehr kennen.
- 18:45Speaker 1: Also das ist doch schade.
- 18:46Speaker 0: Ja, genau.
- 18:46Speaker 0: Und wir essen die Hühnerbrust gerne.
- 18:48Speaker 0: Aber da ist ja auch nichts mehr zu erkennen von irgendeinem Tier.
- 18:51Speaker 0: So beim Hühnerbein und so weiter ist schon komisch.
- 18:54Speaker 0: Wobei, Hühnen geht ja immer noch bei den meisten.
- 18:56Speaker 0: Aber ja, absolut.
- 18:59Speaker 0: Aber wir sind einfach von dem Produkt komplett entfremdet.
- 19:02Speaker 0: Absolut.
- 19:02Speaker 1: Und das ist total schade.
- 19:04Speaker 1: Und das sind vielelei Hinsicht total schade, weil wir verpackten Lebensmitteln mehr vertrauen.
- 19:11Speaker 1: als irgendwie unseren Geruchssinn, unserem Geschmackssinn oder also zum Beispiel den abgelaufen laufenden Joghurt einfach wegschmeißen, ohne da mal dran zu riechen vorher.
- 19:20Speaker 1: Also, dass es auch was das Klima angeht und so, dass es einfach wichtig, dass wir wieder ein bisschen unseren Sinnen vertrauen lernen und ja, uns auch einfach wieder, ja, wir sind... Wir haben tausende Jahre oder Millionen Jahre auch unsere Vorfahren schon überlebt, indem wir unsere Sinne hatten und die benutzt haben.
- 19:42Speaker 1: Und das haben wir verlernt.
- 19:44Speaker 1: Das ist so schade.
- 19:45Speaker 0: Kannst du denn ins Feld gehen und da was finden?
- 19:49Speaker 0: Was erst mal ist, mittlerweile?
- 19:51Speaker 1: Nein, wirklich tatsächlich auch schon viele Jahre.
- 19:54Speaker 1: Aber in meinem Buch erzähle ich die Anekdote.
- 19:57Speaker 1: Ich habe ja eine thailändische Stiefmutter und mit der war ich nach dem Abi in Thailand.
- 20:02Speaker 1: Und da haben wir so einen Abendspaziergang gemacht und die hat da alles mögliche Grundsäge pflückt und in so eine Plastiktüte gestopft.
- 20:09Speaker 1: Und ich habe dann irgendwann gefragt, was macht sie denn da?
- 20:12Speaker 1: Und dann hat sie gesagt, ja, Abendessen pflücken und ich so, okay.
- 20:15Speaker 1: Und fand das total komisch damals noch.
- 20:18Speaker 1: Und dann wurde ich Journalistin und hab dann auch immer mehr, bin mit Sternekörchen, mit Kräuterhexen irgendwie durch Wald und Wiesen gestapft und hab immer mehr gelernt, wie viel wir eigentlich essen können.
- 20:31Speaker 1: Jetzt lebe ich natürlich nicht in der Großstadt, sondern wirklich im Südschwarzwald und bin da jeden Tag von Natur umgeben.
- 20:39Speaker 1: Und ich tue das auch.
- 20:40Speaker 1: Also ich flüge im ... Du
- 20:42Speaker 0: kannst mal mal knabbern gehen, ne?
- 20:44Speaker 0: Ja,
- 20:44Speaker 1: ich kann knabbern gehen, genau.
- 20:45Speaker 1: Und ich trau mich, das auch knabbern zu gehen.
- 20:48Speaker 1: Und die meisten Leute trauen sich das halt nicht, die trauen sich nicht mal eine Prombe-Rambigesrand zu pflücken und das ist doch also traurig.
- 20:54Speaker 1: Es gibt den Fuchsbandwurm und der ist saugefährlich, das stimmt, aber es gibt in Deutschland sechs bis zwanzig Fälle pro Jahr.
- 21:01Speaker 1: Das heißt... Eigentlich geht es so gefährlich und ein Fuchs hat ja auch eine gewisse Höhe.
- 21:05Speaker 1: Das heißt, alles, was man oberhalb von dieser Fuchs-Hilp flückt, ist eigentlich muss man halt waschen und kann man aber also ohne schlechtes Gewissen irgendwie essen und muss eigentlich keine Angst davor haben.
- 21:16Speaker 1: Da habe ich da übrigens auch was mitgebracht.
- 21:20Speaker 1: Und zwar kein Fuchs-Lüvenzahn.
- 21:24Speaker 1: Man darf nicht Honig sagen, aber Löwenzahnbrot aufstrich, sagen wir mal, aus Löwenzahnblüten mit Zucker eingekocht.
- 21:30Speaker 0: Darf ich jetzt nicht auflachen?
- 21:33Speaker 1: Der hält das?
- 21:33Speaker 1: Ja, ganz viel Zucker drin.
- 21:35Speaker 1: Ganz viel Zucker drin.
- 21:37Speaker 1: Aber das schmeckt auch besonders.
- 21:38Speaker 1: Also, ich mach den jedes Jahr mit ganz vielen Löwenzahnblüten.
- 21:43Speaker 1: Und in Frankreich gibt es sogar ein Wort dafür.
- 21:45Speaker 1: Ja?
- 21:46Speaker 1: Ja, der ist in Frankreich, glaube ich, Gramma J, der Pisse au Lis.
- 21:50Speaker 1: Pisse au Lis heißt eigentlich ins Bett.
- 21:53Speaker 1: Aber so heißen halt die Löwenzahnblöden quasi.
- 21:57Speaker 0: Ja, sehr lecker.
- 21:59Speaker 0: Und vom Löwenzahn kannst du ja alles verwenden, nicht?
- 22:01Speaker 0: Genau.
- 22:03Speaker 0: Früher dachte man immer, auch diese weiße Milch im Stängel geht gar nicht.
- 22:08Speaker 0: Aber du kannst davon alles essen, richtig?
- 22:10Speaker 1: Genau.
- 22:11Speaker 1: Also man kann sogar aus den Wurzeln, wenn man die trocknet, hat man auch zu Kriegszeiten.
- 22:15Speaker 1: Kaffee gemacht, also Kaffeeersatz.
- 22:17Speaker 1: Und die Blätter, die Stängel, eigentlich kann man alles essen.
- 22:20Speaker 1: Das ist halt sehr bitter.
- 22:21Speaker 1: Also es ist schon nicht jedermanns Sache.
- 22:23Speaker 1: Für mich ist das persönlich auch zu bitter.
- 22:25Speaker 1: Also ich mag die Blätter nicht so gerne, außer vielleicht mal so die ganz jungen im Frühling.
- 22:29Speaker 1: Aber eben mit den Blüten kann man Syruppe oder eben Brotdorfstriche machen und ich kann das sehr empfehlen.
- 22:36Speaker 1: Also das schmeckt
- 22:37Speaker 0: super.
- 22:37Speaker 0: So schön Bernsteinfarben, ne?
- 22:39Speaker 0: Toll.
- 22:40Speaker 0: Vielen, vielen Dank.
- 22:41Speaker 1: Und Bärlauch gibt's bei uns ganz viel auch.
- 22:43Speaker 1: Also da glück ich auch jedes Jahr.
- 22:47Speaker 1: Ja, ist auch was ganz Tolles.
- 22:48Speaker 0: Ich war neulich ja bei Marco Seibold.
- 22:52Speaker 0: Viele hast du die Folge auch gehört?
- 22:53Speaker 0: Ganz tolle
- 22:53Speaker 1: Folge.
- 22:54Speaker 1: Ich mochte auch sein Schwäbisch sehr.
- 23:00Speaker 0: Im hohen Norden.
- 23:02Speaker 0: Ja, und da fand ich sensationell, was er da auf einem Quadratmeter an Kräutern gefunden hat, die essbar waren.
- 23:09Speaker 0: der dann ja auch damit noch mal so ganz fein umgeht.
- 23:14Speaker 0: Ich ziehe jetzt nur hier die Blüten ab oder da nur die kleinen Blätter oder so oder da nämlich den Stängel.
- 23:19Speaker 0: Und da muss man ja auch manchmal sagen, okay, da sind ja auch ein paar Köche dabei, die haben ganz besondere Wünsche.
- 23:28Speaker 0: Würdest du denn sagen, weil wir haben ja eben schon mal so ein paar Köche vorgelesen, die du da interviewt hast, Hast du da so ein, zwei, drei Erkante, die so ganz extrem sind?
- 23:43Speaker 0: Und nochmal, dass du bis auf die Kante drehen, was sie so machen?
- 23:48Speaker 1: Ja, also bis auf die Kante dreht, ist ja der Hexer in der Schweiz.
- 23:53Speaker 1: Ich wahrscheinlich spielst du auf den an.
- 23:54Speaker 0: Ja, das gibt doch, ja.
- 23:56Speaker 0: Genau.
- 23:56Speaker 0: Der insbesondere, ne?
- 23:57Speaker 1: Ja, bei dem war ich auch schon persönlich.
- 24:00Speaker 1: Also wir waren da vor ein paar Jahren mal, haben wir das in der Freundin zum Geburtstag geschenkt.
- 24:03Speaker 1: Das macht aber auch total Spaß.
- 24:06Speaker 1: Ein total verrücktes Erlebnis beim Hexer in der Schweiz zu essen, Stefan Wiesner heißt der.
- 24:13Speaker 1: Also da ist man dann wirklich Moos und Flechten und Vogelbeeren, also ganz viele Sachen, von denen man denkt, hey, die sind doch giftig.
- 24:20Speaker 1: Meine Mama hat immer gesagt, die sind giftig.
- 24:22Speaker 1: Genau.
- 24:23Speaker 1: Und jetzt der Sägt.
- 24:24Speaker 1: Also bei uns hat der bei Menü auch ein ganzes Kuba ein Amtisch zersägt, wirklich so ganz brachial mit so einer riesen Säge und hat dann das Knochenmark daraus gekratzt und uns auf den Teller geklatscht quasi.
- 24:35Speaker 1: Aber das war ein ganz, ganz tolles Erlebnis, weil der eben ... Ja, den Ursprung auch so sehr dieser Zutaten betont.
- 24:44Speaker 1: Und der hat zum Beispiel auch Bachforelle serviert mit Kieselsteinen in Bachwasser gegart und noch mit so Blattgold, weil ja da das Schweizer Alpengold in den Bächen auch ist und so.
- 24:56Speaker 1: Also das war schon ein sehr spezielles Erlebnis, aber auch ganz toll.
- 25:00Speaker 1: Also das kann ich auch jedem der da so mal Hinter dem Tellerrand blicken wir empfehlen.
- 25:06Speaker 0: Hinter dem Tellerrand ist ja eigentlich alles.
- 25:09Speaker 0: Ja gut, ist auch was auf dem Teller, worüber du sprichst, aber es ist oder schreibst, aber es ist immer noch mal der Blick darüber hinaus.
- 25:17Speaker 0: Wieso ist das eigentlich?
- 25:18Speaker 0: Was ich auch noch mal interessant fand, war, wann kam eigentlich was an Fertigprodukten auch in unsere Küchen?
- 25:27Speaker 0: Was wir ja als allgegenwärtig... Anerkennen ist ja teilweise erst fünfzig, sechszig, siebzig, achtzig Jahre alt, ne?
- 25:36Speaker 1: Das meiste tatsächlich.
- 25:37Speaker 1: Also so die Nachkriegsjahre in den fünftigen, den sechziger, da war das so im großen Stil, weil aber auch die Kühlschränke und Backöfen und so quasi Einzug erhalten haben in die Privathaushalte.
- 25:51Speaker 1: Und Dann war es natürlich so, dass manche Männerkriegsversehr zurückkam, die Frauen angefangen haben zu arbeiten.
- 25:58Speaker 1: Also das waren so ganz viele Entwicklungen, die da Hand in Hand gingen.
- 26:01Speaker 1: und ja, wo es dann auf einmal irgendwie einfacher war, Fertigknödelpulver zu benutzen oder auch mal irgendwie gute Ravioli aus Italien aus der Dose angepriesen
- 26:12Speaker 0: wurden.
- 26:13Speaker 0: Die hat jeder gegessen, glaube ich.
- 26:14Speaker 0: Ja,
- 26:14Speaker 1: genau.
- 26:15Speaker 0: Auch kalt.
- 26:16Speaker 1: Ja.
- 26:16Speaker 1: Wir haben echt?
- 26:17Speaker 1: Okay.
- 26:17Speaker 1: Ich
- 26:18Speaker 0: kenne genug Leute, die das auch kalt gegessen haben.
- 26:20Speaker 0: Ja,
- 26:20Speaker 1: ja, ja.
- 26:21Speaker 1: Okay.
- 26:21Speaker 1: Aber deswegen bedeutet halt für diese Generation, also ich denke, das würde so, wäre so die Generation meiner Omasen, die jetzt so, achtzig, neunzig vielleicht sind, das bedeutet Wohlstand dieser Supermarktprodukte und auch dieses üppige, sich viel üppiger ernähren, dass immer Speck und Butterschmalz und so überall reinkommt.
- 26:39Speaker 1: Da sind wir ja jetzt schon ein Stück weit davon weg.
- 26:43Speaker 1: Heutzutage.
- 26:44Speaker 1: Da
- 26:44Speaker 0: kommen wir eher wieder hinten, langsam.
- 26:46Speaker 0: Hoffentlich
- 26:46Speaker 1: kommen wir nicht wieder hinten.
- 26:48Speaker 1: Wir würden Mediziner sagen, wahrscheinlich.
- 26:50Speaker 0: In Kleinausprägung.
- 26:52Speaker 0: Aber früher konnte man ja auch irgendwie sagen, gab es irgendwie ein, zwei Megatrends, massive Trends.
- 27:00Speaker 0: Und heute ist es ja ganz anders.
- 27:02Speaker 0: Heute gucken wir ja ganz anders aufs Essen.
- 27:06Speaker 0: Ist das so, dass du auch bei deiner Recherche auch irgendwelche neuen oder Megatrends entdeckt hast?
- 27:14Speaker 1: Hast du einen entdeckt?
- 27:15Speaker 0: Nein, es ist eher kleinteiliger.
- 27:19Speaker 0: Es ist kleinteilig, finde ich, das ganze Thema.
- 27:23Speaker 0: Gerade wenn wir auch in das Thema Gesundheit gehen.
- 27:27Speaker 0: Aber ich habe immer so ein bisschen das Gefühl, dass, wenn es jetzt zum Beispiel um das Thema Gesundheit geht bei der Ernährung, der Genuss wieder weg bleibt.
- 27:37Speaker 1: Das muss aber nicht sein.
- 27:38Speaker 1: Nein,
- 27:38Speaker 0: es muss nicht sein, aber praktiziert.
- 27:41Speaker 0: Ist es
- 27:43Speaker 1: häufig so?
- 27:45Speaker 1: Du hast vorhin das Kapitel Essen ist Leid angesprochen.
- 27:48Speaker 1: Genau, da gehe ich unter anderem drauf ein, dass natürlich für viele das auch immer mit einem schlechten Gewissen verbunden ist, weil sie irgendwie ständig abnehmen wollte, ständig ihren Körper optimieren wollen und deswegen Essen halt auch Leid bedeutet.
- 28:03Speaker 1: Also jedes Mal, wenn sie sich irgendwie was Leckeres gönnen, hat das vielleicht mehr Kalorien und dann haben sie wieder ein schlechtes Gewissen.
- 28:09Speaker 1: Da hat man eben diese strengen Dokumen auferlegt, dass man zum Beispiel gar keine Kohlenhydrate essen soll oder gar keinen Zucker mehr essen soll oder gar keinen Fett mehr essen soll.
- 28:19Speaker 1: Ich glaube aber, dass auch in dieser, weiß nicht, in diesem Abnehmen waren, mittlerweile doch angekommen ist, dass man eigentlich, dass es eigentlich keine Lebensmittelböse ist und dass man sich durch ausgewogene Ernährung durchaus eben auch gesund und ja ernähren kann und da auch mal sich was Leckeres gönnen darf.
- 28:39Speaker 0: Du hast ja auch die erste These, Essen ist Heimat.
- 28:42Speaker 0: Steht das nur durch Zufall an erster Stelle?
- 28:45Speaker 0: oder ist es eins für dich der wichtigsten Themen?
- 28:48Speaker 0: Weil ich setze da ja auch so ein bisschen Sozialisierung mit gleich.
- 28:53Speaker 0: und was habe ich eigentlich auch bei mir weggespeichert als ersten Eindruck, als Duft, als Geschmack, als Gefühl, wenn es um Essen geht?
- 29:05Speaker 1: Also bei mir stand ursprünglich an erster Stelle tatsächlich Essen ist Leben, weil es das an allererster Stelle ist.
- 29:11Speaker 1: Genau da spreche ich aber mit einer, die sich fast zu Tode gehungert hat.
- 29:16Speaker 1: Und das war einfach zu hart als Einstieg.
- 29:18Speaker 1: Und deswegen haben wir es ein bisschen nach hinten geschoben.
- 29:21Speaker 1: Ja, genau.
- 29:23Speaker 1: Und Essen ist Heimat, ist aber natürlich ein Thema, mit dem jeder etwas anfangen kann.
- 29:29Speaker 1: Und es ist ein so vielerlei Hinsicht-Heimat.
- 29:32Speaker 1: Also jeder hat Kindheitsgeschmäcker, die einen sofort in die Kindheit zurück katapultieren.
- 29:37Speaker 1: Bei mir ist das ganz stark Himbeermarmelade.
- 29:40Speaker 1: Himbeermarmelade, genau.
- 29:42Speaker 1: Bei einer Schweizer Großmutti, sagt man da gehabt, mit einem Himbeergarten.
- 29:46Speaker 1: Und die hat immer Himbeerkonfi.
- 29:48Speaker 1: wie man in der Schweiz sagt, gekocht.
- 29:50Speaker 1: Und deswegen, sobald ich Himmermarmelade im Mund habe, bin ich in meinem gelben Gummistiefel hier in ihrem Himmbergart mit meinem beiden Körbchen.
- 29:58Speaker 1: Und genau, und ich glaube, das haben viele so schöne Geschmackserinnerungen, die eben auch Geborgenheit und Liebe und Kindheit einfach pur bedeuten.
- 30:09Speaker 1: Genau, in dem Kapitel gehe ich aber auch darauf ein, wie wir wie wir doch auch so vielseitig geprägt sind, weil nicht nur unsere... unsere Familie prägt das sehr stark, sondern ja auch die Weltregionen, in der wir aufwachsen.
- 30:23Speaker 1: Du machst ja auch so einen tollen Algen-Podcast.
- 30:26Speaker 1: Genau.
- 30:27Speaker 1: Und wir essen zum Beispiel in Deutschland ja nicht so gerne Algen, weil wir das halt irgendwie noch komisch finden.
- 30:33Speaker 1: Aber in Japan oder eben in anderen Ländern am Meer, das ist das Gang und Gebe, das ist total normal.
- 30:37Speaker 1: Ich hab
- 30:38Speaker 0: schon gefragt, euch schon.
- 30:38Speaker 1: Genau.
- 30:39Speaker 1: Und eben, das ist spannend.
- 30:42Speaker 1: Und ich wollte das gerne thematisieren, um auch ein bisschen die Leser hinterfragen zu lassen, ob man denn dieses, was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht, leben muss oder nicht.
- 30:57Speaker 1: Also weil Neugier kann so bereichern sein und kann uns eben auch jeden Tag hinter den Tellerern blicken lassen, ganz persönlich und dann wieder jeden Tag auch zum Erlebnis machen.
- 31:10Speaker 0: Ja, natürlich.
- 31:13Speaker 0: Das ist ja auch immer der Spagat.
- 31:15Speaker 0: Zwischen, ich hab mein Leibgericht, das könnte ich jeden Tag essen und ich möchte was Neues.
- 31:21Speaker 0: Obwohl, es sind auch nicht alle, aber es sind viele Menschen, aber nicht alle Menschen, die immer was Neues entdecken wollen und ausprobieren wollen und sich gar nicht ran trauen und nicht mal probieren.
- 31:31Speaker 0: Ich bin ja so der Meinung, du musst zumindest mal alles probiert haben.
- 31:34Speaker 1: Was war das Verrückte, was du je probiert hast?
- 31:36Speaker 0: Verrückt, ich fand, also im Schlimmsten fand ich einmal auf den Philippinen, ich glaube, oder wie viel auch immer eingebuddelte Eier.
- 31:46Speaker 1: Ah, diese hundertjährigen oder tausendjährigen Eier.
- 31:49Speaker 1: Und wie waren die?
- 31:50Speaker 0: Oh, fürchterlich.
- 31:50Speaker 1: Okay.
- 31:51Speaker 0: Fürchterlich.
- 31:52Speaker 0: Hingegen mag ich zum Beispiel den, den hast du auch, glaube ich, drin, den Gammel-High auf Island.
- 31:57Speaker 0: Den mag ich ganz gerne.
- 31:58Speaker 0: Wirklich?
- 31:59Speaker 0: Ja, das finde
- 31:59Speaker 1: ich ganz gut.
- 32:01Speaker 1: Da sieht man ja in einer Kitchen impossible Folge, wie Tim Meltzer den ist und ich glaube, sich fast übergeben muss.
- 32:06Speaker 1: Ich finde den gut.
- 32:07Speaker 0: Also du brauchst nur einen Schnaps dazu, oder?
- 32:09Speaker 0: Oder den Syrströmming?
- 32:11Speaker 0: den den schwedischen hering der in der Dose fermentiert und wenn du diese dose aufmachst spritzt es dir quasi entgegen weil der so unterdruck ist
- 32:23Speaker 1: er
- 32:23Speaker 0: stinkt fürchterlich.
- 32:26Speaker 0: essen kann man ihn aber.
- 32:29Speaker 0: und so gibt es natürlich so einige geschichten die man nicht nachvollziehen kann warum die gegessen werden.
- 32:37Speaker 0: aber es hat eben da auch viel mit tradition zu tun
- 32:39Speaker 1: absolut.
- 32:39Speaker 1: ich glaube auch dass wahrscheinlich Menschen auf der anderen Seite der Erde irgendwie denken, bei Sauerkraut wahrscheinlich oder so, auch denken, I, was essen die denn?
- 32:48Speaker 1: Also wenn sie das erste Mal im Mund haben, das kann ich mir gut vorstellen.
- 32:52Speaker 0: Ja, das glaube ich auch, dass man da sagt, es würde ich nicht essen und wir hingegen sagen, das andere nicht.
- 32:57Speaker 0: Aber, und das ist ja auch ein wichtiger Part in dem Buch, ist ja auch, wie du nochmal beschreibst, dass das Feuer eben ganz elementar war, für uns eben Mensch zu werden oder dass wir ja dadurch erst Mensch geworden sind.
- 33:12Speaker 0: Ich glaube, da zitierst du auch Leon Joskowitz, den ich ja auch zu Gast hatte bei mir, weil das, glaube ich, Ist auch ganz vielen so gar nicht geläufig, oder dass eben das Feuer so viel verändert hat?
- 33:31Speaker 1: Genau.
- 33:33Speaker 1: Es ist tatsächlich so, und da gibt es noch mal eine neuere Forschung auch, dass Harvard-Universitätsprofessoren herausgefunden haben, dass wir schon seit, oder unsere Vorfahren, schon seit eins Komma neun Millionen Jahren kochen.
- 33:45Speaker 1: Also der Homo erectus.
- 33:47Speaker 1: So lange schon?
- 33:48Speaker 1: Ja, das ist total verrückt.
- 33:49Speaker 1: Also ich finde das Wahnsinn einfach.
- 33:51Speaker 1: Und der Homo erectus, der hatte eben noch ein ganz anderes Hirnvolumen und Darmvolumen.
- 33:56Speaker 1: Und anhand irgendwelcher Funde konnten die da eben sagen, wir mussten da danach dann irgendwie angefangen haben zu kochen.
- 34:03Speaker 1: Und haben uns deswegen quasi zum Homo sapiens weiterentwickelt, weil wir uns hoch kalorischer ernähren konnten.
- 34:10Speaker 1: Wir rund ums Jahr essen haltbar machen konnten durch Feuer und Techniken und Schimpansen und Bonobos, also wir sind irgendwie maximal vier Prozent genetisch auseinander, die essen jetzt oder kauen jetzt noch den den halben Tag und wir konnten eben uns kulturell dann weiterentwickeln, das sagt ja Leonor Joskovitz dann
- 34:33Speaker 0: auch.
- 34:33Speaker 0: Wir hatten mehr Zeit für andere Sachen.
- 34:35Speaker 0: Genau,
- 34:35Speaker 1: auf einmal hatten wir Musse und Zeit und Neugier und wir mussten nicht mehr den ganzen Tag essen und kaut vor allem, weil wenn man nur Rohkost essen kann, dann kaut man den ganzen Tag, um das überhaupt verwerten zu können.
- 34:48Speaker 1: Da
- 34:48Speaker 0: kannst du ja auch nicht sprechen in der Zeit.
- 34:50Speaker 1: Genau, deswegen hat sich dann Sprache entwickelt und Leonor Joskovitz sagt ja auch, dass die Küche sich dann schon quasi mit dem ersten Lager vorher schon die erste küche uns gemeinsam essen zu bereiten und alles gebildet hat und essen hat uns aber auch wenn wir dann noch ein paar ja tausende weiter hinter oder weiter vor rücken hat uns essen auch domestiziert.
- 35:14Speaker 1: also wir vorher sind wir herumgezogen unsere vorfahren und dann haben wir angefangen felder zu bestellen und sind sesshaft geworden durch essen.
- 35:22Speaker 1: also essen hat uns in vielerlei hinsicht extrem geprägt.
- 35:26Speaker 0: Ja, letztendlich geht es ja auch nur darum.
- 35:29Speaker 0: Es ging ja auch nur um
- 35:30Speaker 1: Essen und die Liebe.
- 35:31Speaker 0: Um Nahrungsbeschaffung und Vermehrung.
- 35:33Speaker 0: Genau.
- 35:35Speaker 0: Das sind ja die Grundbedürfnisse.
- 35:38Speaker 1: Absolut.
- 35:40Speaker 0: Das andere, was wir so kennen...
- 35:43Speaker 1: Eigentlich egal.
- 35:45Speaker 0: Eigentlich egal.
- 35:46Speaker 0: Ja, oder
- 35:46Speaker 1: wir tun es nur für Essen und die Liebe.
- 35:48Speaker 1: Arbeiten zum Beispiel.
- 35:50Speaker 0: Ja,
- 35:50Speaker 1: das kann sein.
- 35:51Speaker 1: Genau.
- 35:52Speaker 0: Das ist ja nochmal, das wäre dann nochmal die Erweiterung des Buches.
- 35:57Speaker 0: Das ist dein erstes Buch?
- 35:59Speaker 1: Das ist mein erstes Buch.
- 36:00Speaker 1: Und
- 36:01Speaker 0: darauf kann man ja echt mächtig stolz sein.
- 36:03Speaker 1: Das bin ich.
- 36:04Speaker 0: Also muss ich sagen, weil wie ja schon eben erwähnt auch ich habe da einiges noch gefunden, was ich nicht kannte und was mir so beleuchtet dann auch nicht präsent war.
- 36:19Speaker 0: Und was ich auch zum Beispiel spannend fand, du hast ja auch Essen als Wirtschaftsmacht.
- 36:25Speaker 0: Da gehört ja auch so ein bisschen das Kapitän, glaube ich, Globalisierung rein, weil das ist ja auch eben ein Wirtschaftsthema.
- 36:36Speaker 0: Ist denn Das Essen hat sich das irgendwann entkoppelt, würdest du sagen, von uns.
- 36:42Speaker 0: Also wir, die wir das eben selber gezogen haben, du sagst es gerade, wir waren selber auf dem Feld dann, haben nicht nur gejagt und gesammelt, sondern waren dann auch auf dem Feld und haben das angebaut.
- 36:52Speaker 0: Das haben wir irgendwann verlernt, das haben dann irgendwann andere für uns gemacht.
- 36:55Speaker 0: Wir haben den Bezug dazu verloren, hattest du auch eben gesagt, weil Verpackungen und so weiter, kennen wir nur noch, wir kennen gar nicht mehr, dass wie das Produkt aussieht.
- 37:03Speaker 0: Und dahinter stehen eben Megakonzerne.
- 37:06Speaker 0: und Was ist das für dich, als du das so beleuchtet hast für ein Gefühl?
- 37:12Speaker 0: Hast du da gesagt, da läuft was schief oder geht dir das zu weit, wenn ich so eine Frage stelle?
- 37:19Speaker 1: Nee, ich will da gar nicht so sehr drüber urteilen, sondern eigentlich, dass der Leser sich da selbst eine Meinung bildet.
- 37:27Speaker 1: Fakt ist, dass ... als einige wenige Großkonzerne weltweit sind.
- 37:31Speaker 1: Ich glaube, ich weiß nicht, aber ich glaube, fünf oder so, genau, die eigentlich die Lebensmittelmärkte auf der ganzen Welt bestimmen.
- 37:38Speaker 1: Und das Gleiche gilt auch für die Lebensmittel, die angebaut werden.
- 37:43Speaker 1: Also es sind irgendwie, ich glaube, zwölf, die im großen Stil angebaut werden.
- 37:47Speaker 1: Wir hätten dreißig tausend Pflanzen, die wir essen könnten.
- 37:51Speaker 1: Und ich möchte diese...
- 37:52Speaker 0: Wie, das sind zwölf?
- 37:53Speaker 1: Pflanzen?
- 37:55Speaker 1: Zwölf Pflanzen, die im großen Stil angebaut werden.
- 37:59Speaker 1: Das sind die Cash-Crops.
- 38:00Speaker 1: Ja, genau.
- 38:01Speaker 1: Und diese Zahlen wollte ich nennen, dass sich die Menschen mal drüber Gedanken machen.
- 38:06Speaker 0: Und diese sind ja auch in Händen von sehr wenigen Konzernen.
- 38:11Speaker 0: Also, ich glaube, vier, fünf Konzerne, die da natürlich einmal das Saatgut, die Dünger und Pestizide kontrollieren, die da natürlich aufeinander abgestimmt sind.
- 38:23Speaker 0: So dass du da ja auch dann irgendwie, wenn du dann bei einem Anbieter bist, musst du ja auch relativ treu bleiben.
- 38:28Speaker 0: Das ist jetzt leidendhaft von mir gesprochen.
- 38:31Speaker 0: Wer es besser weiß, soll es bitte sagen, aber... Da bekommt man aber irgendwie schon ein bisschen komisches Gefühl.
- 38:38Speaker 1: Ich finde auch, man kriegt ein bisschen Gänsehaut, wenn man das hört.
- 38:41Speaker 1: Und wenn man dann noch einen Schritt weiter in Richtung Konsumenten geht, sind es auch, ich glaube, drei große Handelsgruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils, die achtzig Prozent des Marktes beherrschen.
- 38:51Speaker 1: Also, ja.
- 38:53Speaker 1: Aber das zeigt auch, also, wenn man diese Fakten weiß, dass eigentlich jeder Konsument das auch hinterfragen kann für sich und dann vielleicht eben doch mal zum Bauer um die Ecke selbst geht.
- 39:04Speaker 1: und da Kartoffeln kauft oder auf den Wochenmarkt oder ... Und das ist, wie du sagst, ein Zeitfaktor, ein Geldfaktor.
- 39:12Speaker 1: Man kann das nicht immer machen, aber schon das ab und zu zu machen, hat einen Effekt.
- 39:19Speaker 0: Aber wir brauchen dafür ja auch die, die uns das sagen.
- 39:22Speaker 0: Also, es sind natürlich solche Bücher wie deines, die da Aufmerksamlungen drauf machen.
- 39:27Speaker 0: Und Podcasts
- 39:28Speaker 1: wie deiner.
- 39:29Speaker 0: Und sind's auch die Köche?
- 39:32Speaker 0: Sind's denn eigentlich auch die Spitzenköche?
- 39:35Speaker 1: Ich glaube, das schon.
- 39:38Speaker 1: Wobei es auch die letzten Jahre die jüngere Generation dieser Köche sind.
- 39:44Speaker 1: Also früher war das ja schon eher so, dass die Sterne-Köche oder die hochdekorierten Köche die waren, die die Produkte aus die exotischen Produkte von weit her geholt haben und dafür irgendwie Lob und Ehre bekommen haben.
- 39:59Speaker 1: Gibt
- 39:59Speaker 0: es auch heute noch?
- 40:00Speaker 0: Gibt
- 40:00Speaker 1: es auch heute noch?
- 40:01Speaker 1: Genau, ich will das auch gar nicht kritisieren.
- 40:03Speaker 1: Ich finde, alle haben ihre Daseinsberechtigung.
- 40:05Speaker 1: Aber genau, aber heute Ja, sind das zunehmend auch Köche, die eben selbst wieder anbauen.
- 40:14Speaker 1: Das machen ja immer mehr.
- 40:15Speaker 1: Du hast ja auch ganz viele Gäste bei dir im Podcast, die das wieder sehr viel mehr machen.
- 40:21Speaker 1: Und die dann aber auch zum Beispiel von Gietmischela mit dem grünen Stern ausgezeichnet werden.
- 40:27Speaker 1: Und ich finde das ein richtig relevanter und wichtiger und toller Schritt, dass der eingeführt wurde, der grüne Stern, weil es eben ja ganz andere Anreize schafft und da auch neue Rahmenbedingungen.
- 40:40Speaker 0: Warum komme ich jetzt in diesem Zusammenhang?
- 40:43Speaker 0: Kommt mir der Gedanke, dass wir auch noch mal über das Thema Essen ist Gesundheit sprechen müssen.
- 40:50Speaker 0: Wie kriege ich den
- 40:51Speaker 1: Bogen plötzlich?
- 40:52Speaker 1: Das weiß ich nicht, aber das können wir gerne tun.
- 40:54Speaker 0: Wie kann man sich denn gesund ernähren?
- 40:58Speaker 0: Und wer sagt mir das?
- 41:01Speaker 0: Was hast du da rausgefunden?
- 41:03Speaker 0: Wenn wir jetzt sprechen von Ernährung bzw.
- 41:07Speaker 0: Essen und Gesundheit, dann geht es natürlich einmal um ausgewogene Ernährung, aber hast du da Erkenntnisse gewonnen?
- 41:16Speaker 1: Also Crashdaten sind auf jeden Fall nicht richtig, weil man da einfach verzichtet und man das nicht sein Leben lang durchziehen kann und dann auf jeden Fall der U-Effekt vorprogrammiert ist.
- 41:26Speaker 1: Ich glaube, relevant ist es für die meisten Menschen, die schon viele Jahre zum Beispiel mit Übergewicht zu kämpfen haben, sich mehr mit emotionalem Essverhalten auseinanderzusetzen.
- 41:36Speaker 1: Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse.
- 41:39Speaker 1: Und dann andere Ventile finden als irgendwie Trostgummibärchen und Trostchokolade und Trostchips.
- 41:47Speaker 1: Und dann kann man wahrscheinlich, also dann ist der Grundstein gelegt für wieder eine gesunde Ernährung oder für eine ausgewogene Ernährung und sich eben nichts zu verbieten und essen wieder so ein bisschen mehr zur Bauchssache als zur Kopfssache zu machen.
- 42:02Speaker 1: Genau, aber um vielleicht noch mal wirklich über gesunde Ernährung zu sprechen, ich habe ja für mein Buch mit ganz vielen Menschen gesprochen und eben auch mit Menschen, die sich gesund gegessen haben.
- 42:12Speaker 1: und das habe ich bewusst gemacht, weil Wir kennen alle den Spruch vom Arzt, der irgendwie sagt, sie müssen sich gesunde ernähren und wir können das alle auch nicht mehr hören.
- 42:23Speaker 1: Aber wenn wir eben mal Menschen zu Wort kommen lassen, die in ihre Ernährung umgestellt haben und da wirklich was in den Griff bekommen haben, also ich habe mit einer Dame gesprochen, die hatte, die sollte sich am Knie operieren lassen wegen Kniearthrose, die hat ihre Ernährung umgestellt, die fährt jetzt wieder dreißig Kilometer Rad am Tag und hat ihr Knie nicht operieren lassen.
- 42:42Speaker 1: Dann habe ich mit Menschen gesprochen, die sich Diabetes wieder weggefuttert haben, sozusagen, weil sie sich auch mal angefuttert haben.
- 42:48Speaker 1: Genau.
- 42:48Speaker 1: Und auch mit Menschen, die Hautkrankheiten, wirklich chronische, schlimme Hautkrankheiten durch Ernährungsumstellung wieder in den Griff bekommen haben.
- 42:57Speaker 1: Und wir sind oft so Tabletten und Medikamenten und Opelgläubig.
- 43:02Speaker 1: Aber Essen ist ein ganz machtvolles Instrument, das uns ... eigentlich zur Verfügung steht und da sollten wir nutzen.
- 43:11Speaker 0: Und glaubst du, dass das Wissen war ja mal da, oder?
- 43:16Speaker 0: Das Wissen darüber, wie es richtig geht oder auch, müssen wir auch sehen, auch was lindern kann, zum Beispiel.
- 43:22Speaker 0: Also ich meine, wir haben ja auch Produkte aus der Natur, essbare Produkte aus der Natur auch benutzt, um eben auch dann, wenn es denn irgendwie eine Krankheit aufgetreten ist, die dann auch zu behandeln damit.
- 43:34Speaker 0: Aber Das ist ja altes Wissen.
- 43:39Speaker 1: Eigentlich ist es altes Wissen.
- 43:40Speaker 1: Das hat wahrscheinlich parallel mit der Entfremdung zu unseren Lebensmitteln, dass wir das irgendwie verlernt haben und dass wir, wie wir Supermarktprodukten mehr vertrauen, eben auch der Apotheke mehr vertrauen, als irgendwie Omas Kräuterwickel oder Kartoffelwickel bei Halsschmerzen oder wie auch immer.
- 43:58Speaker 0: Du hast es eben geschildert, ne?
- 44:00Speaker 0: Alles, was unten auf dem Boden wächst, das wollen wir eher nicht essen, weil das fasst man nicht an, weil das könnte irgendwie kontaminiert sein mit irgendwas.
- 44:08Speaker 0: Dann gehen wir lieber in die Apotheke, klar.
- 44:10Speaker 0: Aber ich finde es auch schwer, sich durch diese ganzen Informationen durchzuarbeiten.
- 44:17Speaker 0: Ich glaube, dass da auch die Menschen, die dann so was wie du jetzt gerade geschildert hast und in deinem Buch auch die Dame mit dem Knie und ... Die wusste wahrscheinlich auch einen sehr, sehr langen Weg gehen, bis sie dann zu dieser Erkenntnis kam.
- 44:34Speaker 1: Ja, also gerade die Arthrose-Dame, die war halt in der Selbsthilfegruppe mit anderen Arthrose-Betroffenen und die haben sich ausgetauscht und ich glaube eben der Austausch zwischen den Menschen unter auch so ein bisschen offen irgendwie durch die Welt zu gehen und auch eine alternative Wege mal zu hinterfragen und da die auch einfach mal auszuprobieren, kann auf jeden Fall ein guter Schritt sein.
- 44:54Speaker 1: Eine OP einfach mal ausprobieren und da gibt es keinen Weg zurück.
- 44:59Speaker 1: Aber die Ernährung kann man erst mal umstellen und das ausprobieren.
- 45:02Speaker 0: Bist du denn nach dem Schreiben dieses Buches anders einkaufen gegangen, anders essen gegangen?
- 45:09Speaker 1: Also ich war auf jeden Fall seitdem öfter auch in Sterne Restaurants.
- 45:17Speaker 1: Ja war ganz toll.
- 45:19Speaker 1: Also sehr berührend.
- 45:22Speaker 1: Also ich weiß nicht, als so für Menschen, die noch nie in einem Sterne-Restaurant war, aber sind wahrscheinlich wenige Food Talker.
- 45:27Speaker 1: Genau.
- 45:29Speaker 0: Auf jeden Fall würde ich mal sagen, es gibt ja so Klischee-Bilde auch immer noch, die sich ja so festgesetzt haben, die man nicht loswird.
- 45:36Speaker 0: Und ich glaube, dass die Sterne-Küche, das ist einfach nur eine Auszeichnung, aber die ist so facettenreich wie alles andere.
- 45:44Speaker 0: Es gibt
- 45:45Speaker 1: nicht
- 45:45Speaker 0: die Sterne-Küche.
- 45:46Speaker 0: Das
- 45:46Speaker 1: stimmt.
- 45:47Speaker 1: Also was ich auf jeden Fall sagen kann, weil das eines der häufigsten Klischees ja wahrscheinlich noch ist, Drei Minnsblättchen sind, und man sowieso nicht satt wird.
- 45:56Speaker 1: Wir haben uns damals bei einem zwei Steine-Restaurant auf Malta in Valletta.
- 46:01Speaker 1: haben wir uns für das große Menü entschieden mit zwölf Gängen und wir waren nach neun so papsart, dass wir, also wir haben dann gesagt, wir müssen erstmal einen Kaffee trinken und eine Pause machen.
- 46:10Speaker 1: Wir konnten nicht mehr, also das kann ich auf jeden Fall nicht unterschreiben und es berührt einen halt auch sehr.
- 46:16Speaker 1: Also und ich muss zum Beispiel sagen, mein Mann ist jetzt nicht so der Mega-Gemüse-Fan, also es wird immer besser, genau, aber bei einem zwei-Sterne-Restaurant dahinter fragt er das nicht, oder da... Da ist es so besonders zubereitet und eben nicht in tot gekochter Kohlkopf, dass man eben...
- 46:35Speaker 0: Also mit dem kannst du auch zur Erichisa-Wart gehen nach Frankfurt.
- 46:38Speaker 1: Ja, genau.
- 46:38Speaker 1: Das machen wir auf jeden Fall auch mal.
- 46:40Speaker 1: Genau, da ist ja auch immer ein Buch und genau.
- 46:42Speaker 1: Ja, also es ist auf jeden Fall spannend.
- 46:44Speaker 1: und eben die Spitzengastro, die zeigt halt auch, was alles möglich ist mit diesen ganzen Zutaten und man muss das nicht immer irgendwie nur mit... Speckwürfeln und totgekocht servieren, wie das irgendwie unsere Omas noch gemacht haben und das auch lecker sein kann, genau.
- 47:01Speaker 1: Aber es geht so viel mehr und ich glaube, das färbt auch immer mehr auf die traditionellen Wirtshäuser ab und erreicht auch irgendwie immer mehr die Breitemasse.
- 47:14Speaker 0: Wenn es denn noch traditionelle Wirtshäuser gibt.
- 47:17Speaker 1: Gibt es bei euch das nicht mehr?
- 47:18Speaker 1: Bei uns gibt es das Schuhloch.
- 47:19Speaker 1: Im Norden gibt
- 47:20Speaker 0: es nicht mehr so viele, da seid ihr wirklich gesegnet.
- 47:22Speaker 0: Aber das richtig traditionell gekocht wird, ist halt an vielen Orten nicht mehr so üppig zu finden.
- 47:28Speaker 1: Das ist schon sehr schade.
- 47:31Speaker 1: Da sind wir schon gesegnet im Südwesten Deutschlands, das muss ich schon sagen.
- 47:35Speaker 1: Bei uns ist es halt mit der internationalen Küche nicht so gut bestellt.
- 47:40Speaker 1: Wir haben unfassbar viele internationale Restaurants, aber ... Asiatisch ist halt asiatisch.
- 47:47Speaker 1: Also wir haben, also die können nicht unterscheiden zwischen thailändisch, vietnamesisch, chinesisch, sondern asiatisch.
- 47:52Speaker 1: Und selbst beim Inder steht noch irgendwie gebratenen Nudeln mit Ente drauf, weil die Leute das halt wollen.
- 48:00Speaker 1: Also genau.
- 48:02Speaker 0: Ja, gut.
- 48:02Speaker 0: Und
- 48:02Speaker 1: wenn die Leute,
- 48:04Speaker 0: die Frage ist ja, wollen die Leute das?
- 48:09Speaker 1: Ich weiß es nicht.
- 48:11Speaker 1: Meine Oma bestellt beim Inder auch Ja, sie hat mal Nudeln mit Ente bestellt und hat dann gesagt, das war aber nicht so besonders.
- 48:22Speaker 1: Und dann sage ich, Oma, beim Inder musst du auch irgendwie chicken tikka Masala essen oder so.
- 48:27Speaker 1: Das war halt irgendwie auch ein Fehl.
- 48:29Speaker 0: Hast du denn eine Lieblingsländerküche?
- 48:33Speaker 1: Also Teilen ist das auf jeden Fall ganz weit vorne, weil ich genau da rieche an der Kaffee.
- 48:40Speaker 1: Aber weil ich einfach sehr früh da auch sozialisiert bin.
- 48:44Speaker 1: Italienisch auch.
- 48:45Speaker 1: eigentlich in meiner Kindheit jeden Urlaub im Tessin waren.
- 48:49Speaker 1: Wir sind natürlich da im Süden Deutschlands innerhalb von vier, fünf Stunden.
- 48:53Speaker 1: Ihr seid ja überall nah dran.
- 48:54Speaker 1: Ja, genau.
- 48:55Speaker 1: Also wir sind recht schnell in Italien.
- 48:57Speaker 1: Das heißt, ich habe auch als vierjährige wahrscheinlich schon Meiländer Salami und Oliven gegessen und die haben mir geschmeckt.
- 49:03Speaker 1: Ja, und sonst bin ich, also ich liebe es, alles Mögliche neu auszuprobieren.
- 49:09Speaker 1: Und wir reisen auch sehr viel und ich würde sagen, Kulinärisch.
- 49:13Speaker 1: der beste Urlaub, wo wir durchweg gut gegessen haben, war Sri Lanka tatsächlich.
- 49:20Speaker 0: Sri Lanka kann man gut essen.
- 49:21Speaker 0: Mega
- 49:22Speaker 1: gut, ja.
- 49:23Speaker 1: Aber es gibt bei uns gar keine Sri Lankanische Restaurants.
- 49:28Speaker 1: Bei euch auch nicht.
- 49:29Speaker 1: Das ist doch schade.
- 49:31Speaker 1: Das ist so toll.
- 49:32Speaker 0: Vielleicht wird das durch die Inder abgedeckt.
- 49:34Speaker 0: Aber
- 49:34Speaker 1: das ist anders.
- 49:35Speaker 1: Die haben noch mal mehr diese Zimt.
- 49:39Speaker 1: Stärnanges und so.
- 49:40Speaker 1: Noch mal ein bisschen mehr unsere Weihnachtsgewürze im Einsatz.
- 49:44Speaker 1: Und ich fand das unfassbar lecker, mein Mann auch.
- 49:47Speaker 0: Ja, kannst du dich wirklich gut durchessen.
- 49:50Speaker 0: Hast du denn ein signischer Tisch, dass du servierst, wenn Gäste kommen, dass alle sagen, ja.
- 49:58Speaker 0: Wenn wir zur Sera kommen, dann kriegen wir hoffentlich wieder das und das.
- 50:02Speaker 1: Für Leute, die scharf vertragen, mache ich Teilkörig.
- 50:07Speaker 1: Aber so richtig mit dieser Kaffee-Limette, mit frischem Teiber-Silikum vom Balkon.
- 50:13Speaker 1: für Leute, die das vielleicht nicht so mögen, so scharf.
- 50:17Speaker 1: Mache ich Tonfisch, Curry?
- 50:19Speaker 1: Das ist unser Familiengericht?
- 50:21Speaker 1: Tonfisch, Curry.
- 50:21Speaker 1: Ja, das ist eigentlich so wahrscheinlich... Kriegst du einen
- 50:24Speaker 0: guten Tonfisch?
- 50:25Speaker 0: Nein,
- 50:25Speaker 1: wahrscheinlich nicht.
- 50:26Speaker 1: Ich nehme die Dosen von Hand geangelt, genau.
- 50:29Speaker 1: Ach so, du nimmst Dosen?
- 50:30Speaker 1: Ich nehme Dosen.
- 50:31Speaker 1: Dosen, Tonfisch.
- 50:32Speaker 1: Dosen, genau.
- 50:33Speaker 1: Aber weil das Familientradition hat, genau.
- 50:35Speaker 1: Okay.
- 50:38Speaker 0: Es gibt ja so manchmal Abwandlungen, die kann man auch gar nicht erklären, wo die dann plötzlich herkommen.
- 50:43Speaker 0: und alle wollen es.
- 50:44Speaker 1: Es gibt ja so diese siebziger Jahre Gericht einig Händchen oder erbuten Curry mit Früchten in der Soße und so genau.
- 50:54Speaker 1: und das unsere Familienabhandlung ist Tunfisch Curry, die meine Mama schon als Kind ganz toll fand.
- 50:59Speaker 1: Genau und das dann also wirklich Tunfisch mit Zwiebeln, Knoblauch anbraten und dann mit Sahne ablöschen und mit Currypulver und dann gebratene Bananen und Reis dazu.
- 51:13Speaker 1: Und es schmeckt total lecker.
- 51:16Speaker 0: Muss ich mal probieren.
- 51:17Speaker 0: Gibt es das Rezept irgendwo?
- 51:19Speaker 1: Das gibt es im Internet tatsächlich.
- 51:22Speaker 1: Also dadurch, dass ich ein Radiointerview hatte und die wollten, dass ein Verrezept von mir und deswegen, wer Thunfisch Curry und mein Namen eingebt, findet es.
- 51:29Speaker 1: Alles
- 51:30Speaker 0: klar, das werden wir immer machen.
- 51:31Speaker 0: So, und jetzt kommt so eine Abschlussfrage mal.
- 51:33Speaker 0: Als du dieses Buch ... über die Jahre gesammelt und geschrieben hast.
- 51:40Speaker 0: Wen hast du denn da als Leserin vor Augen gehabt?
- 51:46Speaker 1: Menschen, die essen lieben und mehr darüber erfahren wollen.
- 51:50Speaker 0: Also Foodtalkerhörer.
- 51:51Speaker 0: Foodtalkerhörer,
- 51:52Speaker 1: würde ich sagen, genau.
- 51:55Speaker 1: Ist kein Roman.
- 51:56Speaker 0: Ist kein Roman und ist auch kein Coffitable-Kochbuch, wo man da so durchblättert, sondern wenn man das durch hat, weiß man.
- 52:06Speaker 0: ziemlich viel übers Essen und denkt über andere Sachen auch anders.
- 52:10Speaker 1: Das ist doch schön, dass du das sagst.
- 52:12Speaker 1: Also ich habe extra versucht es in kleine Unterkapitel einzuteilen, sodass man ja auch einfach mal drei Seiten lesen kann und das wieder am nächsten Tag weiterlesen kann und dann auch immer zwischendrin nachdenken und verarbeiten
- 52:27Speaker 0: kann.
- 52:28Speaker 0: Und weißt du, worüber ich mich so sehr gefreut habe, dass du mir dieses Buch zugeschickt hast?
- 52:33Speaker 0: Und mir auch geschrieben hast, dass der Foodtalker dich auch ein bisschen inspiriert hat.
- 52:38Speaker 0: Beziehungsweise du ja auch den Foodtalker oder eine Folge zitiert hast.
- 52:43Speaker 0: Und das finde ich wirklich ganz, ganz toll.
- 52:45Speaker 0: Das hat mich richtig berührt.
- 52:46Speaker 0: Und dann habe ich gesagt, wie schön.
- 52:48Speaker 1: Sehr schön.
- 52:49Speaker 1: Und
- 52:50Speaker 0: jetzt ist es ja jetzt schon ein paar Tage draußen, jetzt paar Wochen, sagen wir mal.
- 52:57Speaker 0: Und jetzt hat es endlich geklappt, dass wir uns getroffen haben.
- 53:00Speaker 0: Die abschließende, jetzt wirklich abschließende Frage.
- 53:05Speaker 0: Was kommt uns in den Kopf?
- 53:08Speaker 0: Was kommt dir in den Kopf als Allererstes, wenn du übers oder ans Essen denkst?
- 53:15Speaker 0: Was kommt dir als Erstes in den Sinn?
- 53:17Speaker 1: Genuss.
- 53:18Speaker 1: Und ich glaube, dass bei den meisten Menschen so.
- 53:20Speaker 1: Das zeigen ja auch Studien.
- 53:21Speaker 1: Also eine Studie zeigt, dass neuneinzig Prozent der Deutschen sich genuss beim Essen wünschen.
- 53:26Speaker 1: Und solche Studienergebnisse gibt es eigentlich gar nicht.
- 53:29Speaker 1: Neuneinzig Prozent.
- 53:30Speaker 1: Nee.
- 53:30Speaker 1: Fake.
- 53:31Speaker 1: Genau.
- 53:32Speaker 1: Aber das war wirklich eine Bundesstudie.
- 53:35Speaker 1: Genuss ist das Allerwichtigste.
- 53:37Speaker 1: Und wenn wir mit offenem Herzen und Neugier durch die Gegend gehen, dann können wir noch viel mehr erleben und genießen, durchessen.
- 53:45Speaker 0: Weil dann kommt ja wieder, und das haben wir jetzt noch gar nicht angekratzt, da kommt ja wieder das ganze Verbindende dazu.
- 53:51Speaker 0: Und weil du auch vorhin sagtest, das ist ja auch so ein wunderbares Erlebnis, finde ich, wenn man auf Reisen ist und auch von Menschen eingeladen wird zum Essen.
- 54:00Speaker 0: wo du auch eigentlich sagst, versingen, ob ich das essen möchte hier oder auch unter den Bedingungen, wie das zubereit ist.
- 54:06Speaker 0: Also, wenn man auch mal abseits der normalen Wege ist, diese Gastfreundschaft und da ist es immer das Essen, das verbindet.
- 54:12Speaker 1: Das ist wirklich so, ja.
- 54:13Speaker 1: Also, selbst wenn man sich irgendwie unsicher fühlt und unwohl fühlt in genau neuen Situationen, das Essen bedeutet sofort, du bist ja willkommen und du bist unser Gast und ... Es ist einfach was sehr schönes, das verbindet uns einander näher bringt und ich glaube auch allen Menschen auf der Welt gleichermaßen.
- 54:40Speaker 1: Also was Essen für uns Menschen bedeutet, das bedeutet es für alle Menschen auf der Welt gleichermaßen.
- 54:48Speaker 0: Ja, vielleicht für die ein bisschen mehr.
- 54:52Speaker 0: für die anderen ein bisschen weniger.
- 54:53Speaker 0: Ich habe so manchmal nur deshalb sage ich, dass die einen Eindruck, dass einige Kulturen das noch besser zelebrieren können, als wir.
- 55:03Speaker 1: Da haben wir, das stimmt also gerade so im Berufsalltag, wenn man so das Aufbock bei CrossRaw, im Fahrstuhl zum Büro ist ja irgendwie mein Lieblingsbeispiel, wenn man an sowas denkt.
- 55:17Speaker 1: Aber trotzdem ist es doch so, dass wir mit Ja, mit Familie, Freunden zusammenkommen und wir essen.
- 55:24Speaker 1: Wir essen immer, wenn wir irgendwie geliebte Menschen treffen, wenn wir Leute willkommen heißen, verabschieden, etwas zu feiern haben.
- 55:32Speaker 1: Essen spielt immer eine Rolle.
- 55:36Speaker 0: Was ist deine Botschaft?
- 55:37Speaker 1: Meine Botschaft?
- 55:39Speaker 0: An die Menschen?
- 55:41Speaker 1: Dass Essen mehr Respekt verdient hat und dass es sich lohnt, da auch mal genau einzuschauen.
- 55:48Speaker 1: Und mit Freude.
- 55:51Speaker 1: das Essen, das die Welt uns zu bieten hat, zu entdecken.
- 55:55Speaker 0: Ist doch schön.
- 55:57Speaker 0: Also neugierig sein.
- 56:00Speaker 0: Ich bedanke mich für dieses Gespräch.
- 56:01Speaker 1: Ich danke dir.
- 56:03Speaker 0: Herzlichen Dank.
- 56:04Speaker 0: Und noch mal hinter dem Tellerrand hier eine dringende Empfehlung vom Foodtrucker, warum uns erst Essen zum Menschen gemacht hat von Sira Huwila Flamm.
- 56:16Speaker 0: Dankeschön.
- 56:17Speaker 0: Dankeschön.
- 56:23Speaker 0: Ich bedanke mich ganz herzlich fürs Zuhören.
- 56:26Speaker 0: Ich freue mich natürlich, wenn du dem Podcast bewertest, likes, abonnierst und uns deinen Feedback schickst.
- 56:33Speaker 0: Und darüber hinaus ist es natürlich mir eine große Freude zu erwähnen, dass auch diese Podcast-Episode präsentiert wurde von der Große Restaurant und Hotel Guide.
- 56:43Speaker 0: Ein Guide für Gäste mit Informationen und Inspiration, für Menschen mit Leidenschaft, für kulinarischen Genuss.