Latest / SOMMELIER / Ronny Schreiber - Smart Dining mit Anspruch
Transcript
- 0:00[Musik]
- 0:12Hallo, mein Name ist Peter Siener vom gleichnamigen Weingut aus Birkweiler in der Pfalz.
- 0:19Ja, Ronny und ich verbindet schon lange eine Freundschaft, die Liebe zum Weinen.
- 0:27Ich weiß es gar nicht, also es ist schon sehr lange, ich glaube.
- 0:30Seit ich im Weingut bin, kenne ich ihn Ronny.
- 0:32Ronny weiß bestimmt viel besser, wie viele Jahre das wir uns schon kennen und zusammenarbeiten.
- 0:37Und aus der Zusammenarbeit, aus der Anfänglichen ist natürlich echt eine wunderschöne Freundschaft entschandt,
- 0:43wo wir viel gemeinsame Veranstaltungen gemacht haben, ja, zusammengesessen haben, Wein probiert und über Wein gequatscht und übers Leben.
- 0:53Also wirklich ist er sehr schön wahr, ist noch gar nicht so lange her.
- 0:58Und zwar haben wir dieses Jahr mit Ronny und seinem ganzen Team zusammen und mit Alex haben wir das Sommerfest für das Treuker ausgerichtet.
- 1:08Das heißt, das ganze Team war bei uns, durfte sich entspannen, wir haben zusammengekocht, gegrillt, Tischtennis gespielt, Dat gespielt und einfach mal einen Tag wirklich zusammen verbracht,
- 1:21ohne Stress und mit viel, viel Spaß und gemeinsamer Zeit.
- 1:28Und dazu haben wir dieses Jahr noch einen gemeinsamen Wein kreiert, den es bei Ronny im Treuker gibt und über den Golden Circle,
- 1:37was uns beide Ronny mich auch wirklich stolz macht, weil es ein wirklich cooler Wissling ist,
- 1:42der das widerspiegelt, was wir gerne trinken und was wir mögen.
- 1:47Deswegen, also es wird noch einiges passieren und ich freue mich noch auf viele gute Jahre mit Ronny zusammen.
- 2:14Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Sommelier", die interessantesten Weinkenner dieser Zeit.
- 2:20Mein heutiger Gast kommt ganz aus dem Westen unserer Republik, wobei die Ausrichtung der Küche seines 2021 eröffneten Restaurants Treuker alles andere als westliches.
- 2:31Und nicht nur das ist dort anders, sondern in diesem Restaurant werden viele Dinge komplett neu, nicht nur gedacht, sondern aktiv gelebt.
- 2:39Und ich hoffe, dass der mehrfach ausgezeichnete Sommelier uns daran teilhaben lässt und noch aus seiner Zeit bei unter anderem Stefan Steinheuer und Christian Bauberichten möchte.
- 2:482018 übernahm er das Restaurant Saint-Jacques und die Burgstuben-Residenz-Praserie in Heinzberg und wagte damit den Sprung in die Selbstständigkeit.
- 2:56Und ich freue mich sehr, dass er heute bei uns ist.
- 2:58Und bevor wir loslegen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner,
- 3:02der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Konseo Vini und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung bedanken.
- 3:12Und an ihn kann er heute hier sein.
- 3:13Herzlich willkommen, lieber Ronny Schreiber!
- 3:16Du bist zwar selber einer, aber magst du Sommys?
- 3:20Oh, ja klar.
- 3:23Die Zeit in der Gastronomie hat ja auch so ein bisschen den privaten Freundeskreis ein bisschen geschaffen.
- 3:31Und also ganz, ganz viele meiner engen Bekanntschaften, Freunde sind auch Sommeliers.
- 3:38Wir leben ja in einer eigenen Welt, sage ich mal, in der Gastronomie, weil wir einfach andere Arbeitzeit haben als der Durchschnittsbürger, sage ich jetzt mal.
- 3:47Und dann entwickelt sich auch im Privatleben natürlich ein Freundeskreis, der ähnliche Arbeitszeiten hat.
- 3:54Und ja, wenn man viel unterwegs ist auf Weinreisen, auf Events, dann lernt man viele nette Menschen kennen und weißt du ja selber, alle die die Wein trinken sind schon mal von Grund aus sympathisch.
- 4:05Also mir geht es genauso.
- 4:06Ich wohne hier seit, ich glaube, zwölf Jahren.
- 4:09Und dadurch, dass ich mein Leben jetzt umgestellt habe, also von Nachtarbeit zu Tagarbeit, merke ich mit einmal, ich habe Nachbarn.
- 4:15Also die ich teilweise wirklich lange nicht gesehen, schon gegrüßt, aber kein, kein intensives Wort gewechselt habe, wenn man so total antizyklisch lebt, also zu normalen Welt.
- 4:26Und das ist manchmal amüsant, aber manchmal vielleicht auch so ein bisschen problematisch, findest du, wir schwimmen in unserem eigenen Sumpf und haben keinen Bezug zur Realität oder zu normalen Welt?
- 4:38Oder ist das halt so?
- 4:40Ja, ich glaube, es ist so ein bisschen von beidem.
- 4:44Ich glaube schon, dass gerade in der Someriewelt wir in einer eigenen Blase leben, weil wir uns nur oder viel mit uns selber, mit der Branche beschäftigen, was ja so vom Sinn allgemein natürlich super ist.
- 5:02Wer beschäftigt sich 24 Stunden mit seinem Job?
- 5:05Das machen ja in Anführungszeichen, ich nenne sie jetzt mal normale Menschen, machen das ja nicht.
- 5:11Aber sobald wir frei haben, wir gehen ja dann was trinken, was essen, wir reisen, das heißt, wir sind ja irgendwie nie weg von unserem Job.
- 5:19Und deswegen glaube ich schon, dass wenn man das über viele, viele Jahre macht, dass man nur noch den Input von der eigenen Szene bekommt und dann vielleicht auch schon mal vergisst, die normalen Menschen auch da abzuholen, wo sie stehen.
- 5:39Sind wir da mit ein bisschen Weltfremd? Also findest du, dass grundsätzlich gut oder schlecht?
- 5:44Weil mit Work-Live-Balance, wie es heutzutage programmiert und publiziert wird, hat das ja relativ wenig zu tun, wenn du sagst 24/7, Wein, Gastro?
- 5:53Ja, ich finde bei uns die Grenzen auch schwimmend.
- 5:58Es ist immer die Frage vom Mindset, wie mache ich das und wie arbeite ich das im Kopf für mich selber?
- 6:03Durch unsere Selbstständigkeit arbeiten wir seit Jahren wirklich 7 Tage die Woche.
- 6:10Es ist viel, das merke ich schon, es gibt auch Momente, wo ich merke, dass der Körper sagt, "Oni, mach mal ein bisschen langsamer".
- 6:19Aber grundsätzlich würde ich sagen, solange Stress positiv ist, ist das total spannend und andere schalten ab mit ihrem Hobby.
- 6:32Und wenn dir was richtig Spaß macht und du dich in neue Projekte stürzt, ich sage immer bei uns ist die Arbeit auch das Hobby geworden.
- 6:39Und deswegen habe ich nicht das Gefühl, dass mich das komplett belastet, sondern eher es macht total Bock.
- 6:48Ich habe jetzt auch noch das Glück, dass meine zwei Geschäftspartner, meine zwei besten Freunde sind und das funktioniert halt wirklich perfekt.
- 6:59Und dann nimmst du dich auch schon mal raus, auch wenn du was essen gehst oder bei den Flaschen Wein trinkst, aber du kannst dann auch mal abschalten und mal nicht über die Arbeit reden.
- 7:08Hast du überhaupt einen anderen Ausgleich, außer Wein und Gastro?
- 7:11Ja, auf jeden Fall der Sport.
- 7:13Ganz wichtig.
- 7:14Oh, okay. Richtig Sportart-Massung.
- 7:15Ich gehe unheimlich gerne ins Fitnessstudio, weil dieses Auspowern, viele sagen immer, "Ronny, wie kannst du bei dem Arbeitspensum noch ins Gym rennen?"
- 7:29Aber ich glaube, für mich ist es total wichtig, genau das zu haben.
- 7:33Für mich ist das Entspannung, auch wenn man sich körperlich total anstrengt und das macht mir den Kopf frei.
- 7:40Und es ist auch wichtig, dass mein Körper fit ist, weil ich habe ein hohes Pensum an Arbeitszeit und auch ich bin ja aktiv im Restaurant.
- 7:54Und das möchte ich auf jeden Fall nicht missen.
- 7:57Also ich bin gerne im Restaurant, ich stehe gerne am Gast, ich stehe gerne vorne, wenn die Tür aufgeht,
- 8:03wenn ich gerne der erste, der unsere Gäste begrüßt.
- 8:05Und das ist natürlich auch für den Körper sportlich, wenn du dann richtig Action hast.
- 8:12Und das mit dem Fitnessstudio ist das für mich ein super Ausgleich, mein Körper fit zu halten.
- 8:19Bist du da gemäßigt oder genauso übertrieben wie im Job?
- 8:22Ich bin genauso ehrgeizig.
- 8:27Schön umschrieben.
- 8:29Ich habe da schon Bock, dann auch Erfolge irgendwo zu sehen.
- 8:34Das einzige Problem, was wir natürlich haben, wir sitzen an der Quelle mit gutem Essen.
- 8:42Und ich trinke natürlich auch gerne mal ein Fläschchen Wein.
- 8:46Aber das Thema halte ich sehr, sehr gut in der Balance.
- 8:50Ich selber habe mir vor vielen, vielen Jahren quasi selber auferlegt, ein bisschen mehr auf meinen Alkoholkonsum zu achten.
- 8:59Das klingt jetzt so ein bisschen, ja, ich weiß nicht, komisch für einen Zominier, der sagt, ich trinke nicht mehr so viel.
- 9:07Aber so diese ganzen Zwischengläschen, hier mal mit dem Gast anstoßen, da mal ein Feierabendbier, da ein Feierabend Wein.
- 9:17Das versuche ich komplett wegzulassen, weil ich möchte in meiner Zeit, die ich dann privat verbringen kann,
- 9:26wirklich ohne, sagen wir mal schlechtes Gewissen, auch mal ein schlechter Wein trinken.
- 9:33Man hat ja auch schon einiges gesehen.
- 9:36Das Thema Alkohol ist, glaube ich, auch ein ganz spannendes in der Szene.
- 9:39Für mich ist Wein im Prinzip die zweitschönste Nebensache der Welt.
- 9:47Und das möchte ich immer genießen, wenn ich Lust darauf habe.
- 9:53Und nicht zu denken, ich habe gestern mit dem Gast die Flasche Wein getrunken, davor die Flasche.
- 10:00Dann waren wir nur auf der Party eingeladen.
- 10:02Aber eigentlich habe ich jetzt montag mal den Tag zum Entspannen.
- 10:05Und ich würde gerne mit Freunden lecker was essen gehen und dazu auch eine gute Flasche Wein trinken.
- 10:10Das fühlt sich dann manchmal nicht richtig an.
- 10:15Und wir werden ja auch alle älter.
- 10:17Und man kommt in ein Alter, wo man das auch nicht mehr so leicht wegsteckt.
- 10:21Interessanterweise sagen das viele, dass sie auf ihren Weinkonsum achten,
- 10:26bzw. nur zu geregelten Zeiten mehr oder weniger trinken.
- 10:29Ich glaube, dass es vielleicht für jemanden, der nicht so in der Szene oder nicht so in der Branche ist,
- 10:33relativ schwer nachvollziehbar, weil wir halt täglich mehr oder weniger damit konfrontiert werden.
- 10:38Findet man irgendwann, wenn man denn die Möglichkeit hat seine Regeln
- 10:41und versucht einfach auch nur vernünftig zu sein, wie jeder andere auch,
- 10:45dass man eben nicht 24/7 durchballert und jeden Tag im Tee ist,
- 10:49sondern sich dann zu der Zeit einfach auf den Genuss einlassen kann und den Wein auch wieder schmecken kann.
- 10:55Und dann eben auch nicht überextrahiert ist.
- 10:57Und ich glaube, es ist bei keinem so, dass jemand sagen möchte,
- 11:02gerade wer ja auch mit dem Element arbeitet, ich mag kein Alkohol oder kein Wein,
- 11:07sondern ich möchte es einfach auch genießen und dann bewusst trinken.
- 11:10Wann trinkst du Wein? Also richtig, dass du dich hinsetzt und sagst,
- 11:13ich analysiere ihn nicht oder ich digestiere ihn nicht, sondern ich trinke.
- 11:18Mach aus 0, 2, 2, 0.
- 11:20Das meistens Montag.
- 11:24Wir haben so ein, für uns intern ist es immer so, haste Bock auf ein "Perfect Monday".
- 11:30Wir haben so unser "Perfect Monday" ist, wenn wir Montag morgens,
- 11:35bleibt immer ein bisschen was liegen, die Leute, die am Wochenende frei hatten wollen,
- 11:39Montag morgens natürlich um halb acht, acht Uhr direkt ein Telefonat führen.
- 11:45Die denken natürlich nicht dran, dass du das Wochenende voll durchgehauen hast
- 11:51und vielleicht um acht Uhr morgens erst fünf Stunden geschlafen hast.
- 11:55Dann klingt natürlich das Telefon.
- 11:57Deswegen sind wir auch Montag morgens immer schon früh im Büro,
- 12:02um einfach auch ein bisschen was wegzuarbeiten.
- 12:04Oder wie in dem Fall, ein spannenden Podcast zu starten.
- 12:07Und für uns ist es schön, oder wir nehmen uns in der Regel einmal im Monat das vor,
- 12:15dass wir das hinbekommen, dass wir sagen,
- 12:18"Hey, heute lassen wir die Sachen mal liegen und fahren dann um 11 Uhr Richtung Düsseldorf.
- 12:24Starten am Karlsplatz im Konzept Riesling mit einem leckeren Kavi.
- 12:31Das ist ja der perfekte Montagmittagswein.
- 12:34Du holst dir ein paar Snacks an den verschiedenen Boden, wo du gerade Bock drauf hast.
- 12:39Also bist du so ultra flexibel, läufst ein bisschen durch die Stadt,
- 12:43gehst dann an die Kassematten und gönnst dir ein Bier am Wasser.
- 12:47Wartest im Prinzip bis das japanische Viertel aufmacht
- 12:50und überlegst dann, ob du lieber eine Nudelsuppe,
- 12:53lieber Dumblings oder vielleicht auch Sushi essen möchtest.
- 12:57Und in dem Laufe des Tages, wir können da super abschalten
- 13:03und einfach über alles andere sprechen.
- 13:06Aber man erwischt sich natürlich auch immer,
- 13:08dass du dann immer wieder reinrutscht in irgendwelche Arbeitsthemen,
- 13:11aber dann so ein bisschen weg von der Arbeit total entspannt.
- 13:15Und deswegen ist das so unser Perfect Monday.
- 13:18Und dann irgendwann, wenn es richtig gut läuft,
- 13:21dann kann man auch mal ein bisschen Gas geben.
- 13:23Das wird auch mal steil gehen.
- 13:26Oder dann auch ein Hotelzimmer nehmen und sagst,
- 13:28"Hey, wir bleiben jetzt einfach mal da."
- 13:30Aber in der Regel sind wir brav, weil dein Dienstag früher wieder weitergeht
- 13:34und fahren dann, weiß ich nicht, um 8, 9, 10 nach Hause.
- 13:39Und giss dann auch ins Bett.
- 13:41Und dann war es so Reboot.
- 13:44Das ist total wichtig, das auch hinzuzumachen.
- 13:48Was mir aber wirklich verwundert,
- 13:50wenn du sagst, Dienstag geht es wieder los,
- 13:53wenn ich mir eure Öffnungszeiten anschaue,
- 13:54dann sieht das eigentlich extrem entspannt aus.
- 13:56Also irgendwie vier Tage auf, dann die meisten Tage
- 13:59oder an drei Tagen von den vier Tagen nur abends auf.
- 14:02Samstagmittag habt ihr, glaube ich, auf.
- 14:03Ich dachte, du schilst die ganze Zeit, wie man so schön ...
- 14:07Ja, ich weiß, das kriege ich auf Instagram öfter zu hören,
- 14:11wenn man unsere Story sieht.
- 14:13Das sieht ja, die Social Media-Welt ist ja so eine Welt,
- 14:18wo man allen immer was Tolles zeigen möchte.
- 14:22Was verrückt ist?
- 14:23Ich frag mich auch, warum sich niemand hinstellt und sagt,
- 14:26ich zeig euch mal so "Sware"-Leben oder "wenige" das machen.
- 14:30Manche machen das ja schon.
- 14:31Aber es ist alles immer ein bisschen shiny
- 14:33und ein bisschen Augenwischerei.
- 14:35Vom Real Life hat das irgendwie ganz, ganz wenig.
- 14:37Ja, es ist verrückt, ne?
- 14:39Man, ich weiß nicht, man müsste das mal genau analysieren.
- 14:45Aber du möchtest einfach, glaube ich,
- 14:47ich weiß gar nicht, ob es ganz so schlimm ist.
- 14:49Ich glaube, manchmal möchte man einfach die schönen Sachen teilen
- 14:53mit anderen Menschen, ob man sich dadurch direkt profilieren möchte.
- 14:57Weiß ich nicht immer, gibt es bestimmt auch viele, die das machen.
- 15:00Aber manchmal möchte man einfach zeigen,
- 15:02ey, guck mal, gerade geht es mir gut.
- 15:04Und ich möchte daran, dass ihr daran teilhabt.
- 15:07Oder macht das auch mal so, guck mal, das ist für uns der schönste Tag.
- 15:12Vielleicht ist es für euch auch ein schöner Tag.
- 15:14Oder wir erleben gerade, was total schön ist.
- 15:17Du durften vor zwei Wochen für "Toku Hotel" kochen.
- 15:20Ist jetzt nicht meine Musik, muss ich dazu sagen.
- 15:22Aber ich fand die Jungs einfach so nett,
- 15:26so ein Anführungszeichen normal,
- 15:28wie man normal sein kann, wenn man so berühmt ist.
- 15:31Und das sind so Momente, wo man sagt,
- 15:33ey, das sind so Highlight-Momente bei uns,
- 15:38wenn du diesen harten Kernjob siehst
- 15:41und wirklich sieben Tage ran musst.
- 15:44Ja, wenn du sagst, vier Tage Woche, klar,
- 15:46das ist das, was im Internet steht.
- 15:48Und das ist das, was für unsere Mitarbeiter wichtig ist.
- 15:52Dass die eine vier Tage Woche haben
- 15:55und wirklich am ersten Tag, wenn die Arbeit losgeht, ausgeruht sind,
- 15:58die haben drei Tage frei.
- 16:00Das bedeutet, sie können sich wirklich entspannen,
- 16:03sie können runterkommen, sie können eine Work-Life-Balance genießen.
- 16:10Das ist irgendwo auch wichtig heutzutage.
- 16:13Aber wir fordern dann auch die vier Tage Vollgas auf den Betrieb ein.
- 16:17Und ich kann sagen, das ist ein Modell,
- 16:20was unheimlich gut funktioniert seit drei Jahren jetzt.
- 16:24Und wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir ein sensationelles Team haben.
- 16:29Wir haben aktuell neun Auszubildende.
- 16:32Wir haben mit temporären Kräften 30 Mitarbeiter.
- 16:36Und ich glaube, da könntest du jeden einladen und den Kreuzfeuer nehmen.
- 16:41Ich hätte bei keinem ein schlechtes Gewissen,
- 16:43dass irgendeiner da nicht wirklich happy ist
- 16:46und das wirklich genießt, auch bei uns zu arbeiten.
- 16:50Du hast auch vier Tage Woche?
- 16:52Nee, ich hab leider nicht.
- 16:55Manchmal wünscht man sich das.
- 16:57Aber es ist einfach so viel zu tun.
- 17:01Es gibt so viele neue Projekte.
- 17:03Und wir haben, glaube ich, aktuell eine unheimlich tolle Phase,
- 17:08in der wir sehr erfolgreich agieren.
- 17:12Wir haben im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen getroffen.
- 17:15Und dadurch, glaube ich, einen schönen Effekt ausgelöst,
- 17:19dass die Leute überein sprechen, dass man uns mal besuchen will,
- 17:23weil wir ein bisschen was anders machen.
- 17:25Und diesen Effekt wollen wir jetzt auch weiter nutzen.
- 17:28Ich sage immer, wenn du mal eine Welle reiten kannst,
- 17:31dann musst du sie reiten, wenn sie groß ist.
- 17:33Und das Gefühl haben wir gerade.
- 17:35Und deswegen macht es auch so unheimlich Spaß,
- 17:38da jeden Tag dran weiterzuarbeiten,
- 17:40diesen Vorsprung, den wir jetzt haben,
- 17:43auch weiter auszubauen oder ihn auch zu halten.
- 17:47Und das geht nicht mehr vier Tage.
- 17:49Was macht euch anders?
- 17:51Das ist eine gute Frage, müsste man mal unsere Gäste fragen.
- 17:53Es ist immer schwierig, das über sich selber zu sagen.
- 17:56Ich glaube einfach, dass die Art und Weise, wie wir sind,
- 18:00dieses Authentischsein, wo von alle sprechen,
- 18:04wir einfach voll durchgezogen haben, als Corona anfing.
- 18:08Das ging das ja los.
- 18:11Wir haben ja 2015, also Alex und ich, wenn ich von wir spreche,
- 18:18erst mal von Alex und mir.
- 18:21Alex ist unser Sternekoch, mein bester Freund.
- 18:24Wir haben 2015 einen Sterne-Restaurant übernommen.
- 18:29Die Burgsturmresidenz, oder besser gesagt, das San Jacques.
- 18:32So ist der Sterne-Restaurant.
- 18:34Ach, da, das wäre 2018 gewesen. Da habe ich mich getäuscht.
- 18:362018 sind wir in die Selbstständigkeit gegangen.
- 18:402015, ich war damals an der Mosel bei Christian Bauer.
- 18:44Und Alex hat mich angerufen und gesagt,
- 18:47der alte Chef möchte nicht mehr, der war bei mir auf der Arbeit.
- 18:53Ob ich nicht zurückkomme, die Küche übernehme,
- 18:56ich mache das aber nur, wenn du auch zurück kommst.
- 18:58Und dann war nach relativ kurzer Überlegung klar,
- 19:05die Chance würden wir gerne nutzen.
- 19:07Und dann sind wir 2015, bin ich quasi wieder zurück in die Heimat.
- 19:13Alex war damals in Belgien, Küchendirektor auf einem großen Château.
- 19:17Und dann haben wir gesagt, komm, wir greifen das Thema jetzt an.
- 19:21Und haben dann 2015 geschäftsführerisch die Burgsturmresidenz übernommen.
- 19:27In der Zeit bis 2018 haben wir dann natürlich versucht,
- 19:32unsere neuen Kenntnisse oder unsere Art der Gastronomie umzusetzen.
- 19:37Mit einem Patron, der das ein bisschen anders gesehen hat,
- 19:43war das dann natürlich nicht immer einfach.
- 19:45Also wenn du, ich sage jetzt mal einfach als junger Mensch,
- 19:49obwohl wir auch nicht mehr die Allerjüngsten sind,
- 19:52hatten wir einfach andere Ideen.
- 19:54Wir wollten Strukturen ändern.
- 19:56Wir wollten viele Sachen anders machen,
- 19:58die wir auch in verschiedenen Stationen gesehen oder auch bemängelt oder kritisiert haben.
- 20:03Aber wenn da jemand ist, der das nicht so sieht,
- 20:07dann kollidiert das auf verschiedenen Ebenen.
- 20:10Und dann hat sich das so ein bisschen gezogen.
- 20:12Und irgendwann hat sich dann so ein Unwohlsein entwickelt
- 20:19und gedacht, ist das dann richtig, das weiter so zu machen,
- 20:25dass es sich nicht so richtig wie wir anfühlt.
- 20:29Was war das zum Beispiel?
- 20:30Was fandet ihr doof oder was findet ihr nach wie vor doof,
- 20:33was woanders doof gemacht wird?
- 20:35Also doof klingt vielleicht falsch, aber es sind nicht einfach nicht wir.
- 20:40Jeder hat ja eine eigene Vorstellung von Gastronomie.
- 20:44Und wir wollten das einfach lockerer und entspannt haben.
- 20:47Wir wollten nicht mehr diese festen Regeln, wie man was machen muss,
- 20:52wie Sterne Gastronomie angeblich funktioniert.
- 20:55Mittlerweile ist es ja gar kein Thema mehr.
- 20:58Schon seit vielen, vielen Jahren.
- 21:00Dieses Casual Fine Dining gibt es ja schon wirklich sehr, sehr oft.
- 21:03Und ich glaube, dass das auch eine sehr, sehr erfolgreiche Geschichte ist.
- 21:08Wenn man denn auch so ist, ich sage immer, du kannst nicht ein Konzept kopieren.
- 21:13Wenn du gar nicht so bist, jeder muss seinen eigenen Weg finden
- 21:17und seine eigene Idee.
- 21:19Und wir sind eigentlich total entspannt.
- 21:22Also wenn ich essen gehe, ich brauche keine Tischdecke,
- 21:24ich brauche kein Silberbesteck, ich brauche keinen Service,
- 21:27den permanent hinter mir steht, ich brauche keinen super Special,
- 21:30fünfmal um den Tisch laufen Service.
- 21:34All das ist für mich als Gast, wenn ich irgendwo unterwegs bin, nicht wichtig.
- 21:39Ich möchte Leute haben, die mit Passion und Begeisterung ihren Job machen
- 21:45in einer coolen Atmosphäre.
- 21:47Ich mag moderne Restaurants,
- 21:49ich mag Gastronomen, die auch technische Zeichen der Zeit erkannt haben
- 21:57und diese auch mit ins Restaurant einbauen.
- 22:00Und das ist das, was wir alles geändert haben, 2018 dann,
- 22:08als wir uns selbstständig gemacht haben.
- 22:10Also Tischdecken weg, Silberbesteck weg, Anzug weg.
- 22:13Willst du das gar nicht oder willst du das nur für euch nicht?
- 22:17Dass du sagst so Monden und ...
- 22:19Also ich bin da jetzt nicht pragmatisch.
- 22:22Es gibt diese Momente, es gibt ja auch tolle Restaurants,
- 22:25wo das Konzept, finde ich, total passt.
- 22:29Wenn ich auf eine große Burg gehe,
- 22:34dann zum Beispiel, wenn ich bei Schloss Beensberg hochfahre,
- 22:39da könnte ich mir das jetzt weniger vorstellen,
- 22:42dann finde ich diese Klassik irgendwie schön.
- 22:46Oder wenn du ins Bareis gehst, in Schwarzwald fährst,
- 22:49da gehört es sich irgendwie da sich,
- 22:52da gehört es sich, einen Anzug anzuziehen,
- 22:54da willst du die schick machen.
- 22:56Aber das ist für mich jetzt, sag ich mal,
- 22:59so 5 oder 10 Prozent der Besuche, die so sind.
- 23:03Wenn man da Bock drauf hat,
- 23:05dann ziehe ich mir total gerne einen Anzug an.
- 23:09Ich liebe es, einen Anzug anzuziehen.
- 23:11Aber in der Hauptzeit oder wenn ich privat unterwegs bin,
- 23:16bin ich doch eher entspannt angezogen.
- 23:19Und zwar kein Konzept für euch dann letztlich,
- 23:21also dass ihr es bei euch nicht umsetzen wolltet.
- 23:23Genau.
- 23:24Und ich denke, wir sollten den Gast selber entscheiden lassen,
- 23:27wie er sich anziehen möchte.
- 23:29Wir hatten früher viele Situationen im Restaurant,
- 23:32also in der alten Burgstumresidenz,
- 23:34früher, als ich da angefangen habe,
- 23:36habe ich auch im Anzug und Krawatte gearbeitet.
- 23:39Erstmal ist das, wenn du 7, 8 Stunden im Anzug und Krawatte arbeitest,
- 23:47ist das so vom Gefühl her etwas beengend, sag ich jetzt mal.
- 23:53Wenn dein Anzug vernünftig sitzt,
- 23:57also ich sage mal, der Anzug ist eigentlich so das wichtigste Kleidungsstück eines Mannes,
- 24:01weil entweder siehst du im Anzug gut aus
- 24:05oder er ist gemütlich, so diese zwei Optionen gibt es im Anzug.
- 24:08Und wenn der Anzug perfekt passen soll,
- 24:12dann ist es da unheimlich schwer mitzuarbeiten.
- 24:16Und ja, ich finde es einfach entspannter.
- 24:21Wir haben aktuell unsere Garderobe,
- 24:24haben wir natürlich auch mit Einbezug unserer Mitarbeiter so ein bisschen rausgesucht
- 24:29oder uns entschieden, wie fühlt ihr euch denn wohl?
- 24:32Weil du musst ja auch gucken, dass nicht nur du Spaß hast,
- 24:36sondern auch dein Team.
- 24:38Und wir haben uns dann für eine sehr entspannte Kleidung entschieden.
- 24:43Das heißt, wir tragen schwarze Jeans, schwarze Sneakers und Kochjaggen.
- 24:48Da bei uns das Konzept komplett offen ist,
- 24:51wir eine offene Küche in Chefstable haben quasi der Raum.
- 24:54Wir haben nur noch einen großen Raum, wo selbst der Weinkeller im Raum ist.
- 24:58Passt das auch so übergreifend, dass alle das Gleiche anhaben.
- 25:03Das ist ein schönes Bild.
- 25:06Die Kochjaggen sind super gemütlich.
- 25:09Wenn du dann eine Jeans und Sneaker anhasst,
- 25:11dann ist es auch nicht schlimm, wenn du mal 6-7 Stunden Gas geben musst.
- 25:14Aber was macht dir wie noch viel anders?
- 25:16Wo seid ihr rein auf den Wein bezogen?
- 25:18Anders. Du sagst moderner, du sagst casual.
- 25:21Habt ihr da technische Sachen?
- 25:24Gibt es da irgendwelche Gimmings, die bei euch sind,
- 25:27dass auf dem Bildschirmpanel am Tisch ein Stetsdipitie läuft
- 25:30und jeder kann sich seine Informationen suchen.
- 25:32Oder eine iPad-Weinkarte oder was macht euch aus?
- 25:35Als wir mit den Corona angefangen, ein neues Restaurant zu bauen,
- 25:41haben wir genau den Ansatz genommen.
- 25:43Bei uns gibt es kein gedrucktes Blatt Papier mehr.
- 25:46Das ist ein großer Unterschied zu vielen anderen Restaurants.
- 25:49Wir arbeiten komplett digital.
- 25:52Unser Restaurant ist komplett digitalisiert und automatisiert.
- 25:57Wir haben uns mit einem Smart-Home-Bauer zusammengesetzt
- 26:02und überlegt, wie wir für uns die aktuellen technischen Hilfsmittel,
- 26:08die es gibt, für unser Restaurant wirtschaftlich oder innovativ nutzen.
- 26:15Durch diese Gedankengänge und Überlegungen sind ganz viele tolle Sachen für uns entstanden,
- 26:21die für uns mittlerweile total normal geworden sind.
- 26:25Dass sich das Restaurant im Prinzip komplett selber bewacht,
- 26:29ob das jetzt das ganze Sicherheitssystem ist, die ganzen Schließanlagen,
- 26:33welche Türen, welche Aufgehen, welche Zugehen, wer wo rein darf,
- 26:36welche Zugriffsrechte für welche Türen hat.
- 26:38Wann sich das Restaurant automatisch selber öffnet, selber schließt,
- 26:42Musik, Playlists laufen in der Woche, die am Sonntag, die,
- 26:48weil der Sonntagskast ist ja noch mal ein bisschen anders meistens.
- 26:52Oder auch der QR-Code, der seit Corona als sehr innovativ gefeiert wird,
- 27:02den es ja eigentlich schon so super lange gibt,
- 27:04aber durch Corona dann eine gewisse Akzeptanz gefunden hat.
- 27:07In den 90er-Jahren, ja.
- 27:09Ja, genau, das ist total verrückt.
- 27:11Es ist komisch, dass das in Deutschland immer noch so ein bisschen so wahrgenommen wird,
- 27:17dass das so was Innovatives ist.
- 27:19Und das Thema Digitalisierung wäre vielleicht nochmal ein Thema
- 27:23für einen eigenen Podcast, gerade in Deutschland.
- 27:26Aber das Problem ja, dass das ein schwieriges Thema ist.
- 27:30Und ich finde in der Gastronomie an sich vielleicht nochmal ein Tick härter ist,
- 27:37weil man hatte mal Angst, dem Gast was Neues aufzubürden.
- 27:43Das Gefühl hatte ich lange auf jeden Fall.
- 27:45Mittlerweile lebe ich ja in einer digitalen Welt oder in einem digitalen Restaurant.
- 27:51Ich kann sagen aus Erfahrung, du hast immer ein paar Leute, die das dann nicht gut finden.
- 27:57Das ist aber immer so, wenn du Sachen änderst oder was anders machst oder was neu machst.
- 28:04Dass Leute, die das nicht kennen, manchmal skeptisch sind oder auch Menschen gibt, die das ablehnen.
- 28:11Dann ist das aber auch so. Dann muss man das auch so stehen lassen.
- 28:16Wir haben auch ein paar Gäste, die dann sagen, ja können sie nicht eine Karte für mich ausdrucken.
- 28:23Und dann sag ich so, ist das ein Ein-Gerät.
- 28:26Menükarten gibt es auch rein digital? Also Menükarte nur auf dem iPad?
- 28:29Ja, alles Weinkarte, Menükarte.
- 28:31Also wir haben iPads da.
- 28:33Wir möchten aber eigentlich, oder die Grundidee ist es, dass die Gäste mit ihren eigenen Handys arbeiten.
- 28:40Das heißt, die Weinkarte ist auch komplett über ein QR-Code. Kannst du dir auch das Handy laden.
- 28:45Weil erstmal haben wir, wenn bei uns Freitags, Samstags voll ist, haben wir bis zu 18, 19 Tische, je nachdem wie sie belegt sind.
- 28:56Und wenn da 5, 6 Tische gleichzeitig in die Weinkarte gucken wollen würden, digital müsstest du ja, weiß ich nicht, 7, 8 iPads da haben.
- 29:06Da unser Kassensystem auch noch über die iPads läuft, um wir verschiedene Stationen haben, dann würdest du ja auch mit, weiß ich nicht, 10, 12 iPads arbeiten müssen.
- 29:15Und mit den QR-Codes, die aktuell noch bei uns auf den Tischen in Form von Holzwürfeln stehen, da versuchen wir gerade den nächsten Schritt zu machen mit einem NFC-Chip.
- 29:28Da sind wir gerade in der Planung, wie wir für den Gast nochmal ein eigenes Erlebnis am Tisch machen können.
- 29:36Das heißt, der nächste Step bei uns, in dem wir uns gerade befinden, das zu versuchen zu organisieren, ist, dass du auch über die App oder über den NFC-Chip auf den App kommst, wo du auch deine eigene Lichtsteuerung am Tisch übernehmen könntest.
- 29:51Das versuchen wir gerade umzusetzen technisch. Das wäre jetzt so, aber schon die Planung für uns.
- 29:56Ist das aber nicht schade, dass wir die größte Zwangsjacke, die wir derzeit haben, sprich das Handy, dass wir das im Restaurant mehr oder weniger gezwungenermaßen noch mit in die Hand nehmen müssen?
- 30:06Also soll da eigentlich nicht fast eine Handiefreihezone sein, wo man dieses Gerät nicht reinschaut?
- 30:11Boah, ich sehe das anders. Ich weiß, dass das in vielen Städten das Handy verteufelt wird. Aber vielleicht ist auch genau das das Problem.
- 30:21Wir leben nicht mehr in 1990. Ich kenne das selber. Früher, ja, leg mal dein Handy weg. Aber das Handy ist heute einfach, ja, das ist ja einfach so.
- 30:31Das Handy ist ja nicht mehr nur zum Telefonieren da. Das Handy ist mittlerweile ein Multifunktionsgerät geworden.
- 30:39Und das ist heute im Alltag einfach ein Gerät, was wir auch benutzen regelmäßig.
- 30:47Man darf, man kann auch selber entscheiden, was man damit macht, wenn ich wusste, der Unterschied, ob ich mir das Handy nehme, aufmache und da reingucke, oder ob ich mir eine Weinkarte nehme und sie aufmache und da reingucke.
- 31:01Dass ich mir noch zwei E-Mails checke und drei WhatsApp. Also natürlich ist jeder da, der E-Tv-A-Sortor.
- 31:05Das legt ihr an dir selber. Du kannst nicht das Handy dafür verantwortlich machen, wenn du gleichzeitig noch E-Mails checkst.
- 31:11Also wenn du an dem Abend sagst, ey, ich bin jetzt Essen und ich benutze das Handy, um die Karte zu gucken oder um die Weinkarte zu gucken und dann lege ich das Handy auf Seite oder auch nicht.
- 31:23Ob ich Fotos machen möchte oder nicht, da gibt es ja auch Restaurants in Deutschland, die sagen, ich möchte nicht, dass fotografiert wird.
- 31:30Dann denke ich mir, warum denn nicht, bitte? Also wir leben in einer digitalen Zeit, wo jedes Foto, was gemacht wird, geteilt, gepostet wird, ein Mehrwert ist an Werbung, an Kommunikation.
- 31:44Warum soll ich den Gast denn dann bevormunden und sagen, bitte leg dein Handy weg? Also das ist genau das Gleiche wie mit dem Klamotten, wo du früher gesagt hast, ey, wenn du in eine Sterne-Restaurant gehst, dann musst du einen Anzug anziehen.
- 31:57Es gab ja sogar Restaurants, wo du dann, wo eine Krawattenpflicht war. Lass den Gast auch selber entscheiden, was er macht.
- 32:05Ich bin auch dafür, wenn da jemand anfängt, Stativ veraufzusetzen oder mit Blitzlicht anfängt, um den Tisch zu laufen.
- 32:13Da sind wir wieder bei einem anderen Thema, da kann man schon was sagen und sagen immer, das bitte nicht.
- 32:20Aber wenn einer kurz bevor er losgeht sein Essen fotografieren möchte, weil er es mit Freunden teilt oder weil er total stolz ist, dass er da sitzt und diese schönen Erlebnisse mit seinen Mitmenschen teilen will, dann lass ihn das doch selber entscheiden.
- 32:34Und ich finde das nicht so schlimm wie der ein oder andere Gast.
- 32:41Grundsätzlich ist es ja euer Konzept. Also ihr sagt, wir wollen das in der Form präsentieren und wir animieren die Leute dazu und ihren eigenen Handys, die vielleicht vertraut sind, von der Größe, von der Handhabung, sich dazu recht zu finden und durch die Weinkarte zu blättern.
- 32:55Es muss ja nicht jeder mögen, was du ja vorhin auch schon gesagt hast. Was macht eure Weinkarte an Besondersten?
- 32:59Sind da irgendwelche Gimmickstunden? Also es ist einfach nur eine PDF, wo ich Seite für Seite umblättern kann oder habe ich da weiterführende Informationen über die Winzer, über die Region, über Rebsorten oder sonstiges?
- 33:10Also ich habe versucht alles zu digitalisieren, was für meinen befinden Digital Sinn macht.
- 33:19Ich finde diese Konzepte auch spannend. Also ich bin gerne in Restaurants, wo in der Weinkarte ein paar mehr Infos stehen, wo man sich mal einlesen kann.
- 33:27Oft, je nachdem mit wem man dann da ist, möchte man aber eigentlich eher eine Weinentscheidung treffen, weil man den Abend dann mit der Person genießen möchte.
- 33:37Also ich bin nicht da, um Bücher zu lesen. Das ist aber auch meine Meinung. Ich finde das mega schön und ich finde die Konzepte auch toll.
- 33:46Ich für mich oder für unseren Teil glaube aber dadurch, dass wir so viel digitalisiert haben, wollen wir auch Zeit schaffen für den Gast.
- 33:56Das heißt am liebsten guckt der Gast gar nicht in die Weinkarte, sondern spricht sofort mit einem von uns oder mit mir über den Wein.
- 34:06Das ist das, was ich eigentlich am schönsten finde, wenn ich mit jedem Gast über seine Wein-Erlebnisse, seine Wein-Favoriten sprechen kann.
- 34:17Und dann kann ich sagen, möchtest du bei deinen Weinen bleiben, möchtest du einfach nur einen anderen Winzermann kennenlernen,
- 34:24oder möchtest du in deiner Stalistik bleiben und vielleicht eine alternative Wein-Stalistik kennenlernen.
- 34:33Und dann findet man relativ schnell raus, wo drauf der Bock hat und dann kann man dann eine Empfehlung aussprechen.
- 34:39Du bist hier automatisch, entschuldige bitte, du bist hier automatisch, weil du gerade von du redest, ist das für euch so ein Grundkredo, wo ihr sagt, es ist modern, es ist zeitgeistig.
- 34:48Und ja auch digital wird es so gelebt, dass ihr niemanden sieht.
- 34:53Also ich würde mal sagen, tendenziell ja, aber mit dem gewissen Feingefühl. Also wenn ich jetzt merke, da ist ein Geschäftsessen von irgendwelchen wichtigen Geschäftsleuten,
- 35:08da versuche ich die Sprache dann so ein bisschen anzupassen, ich versuche zu gucken, was sind das für Menschen, wie kommen die rein, wie treten die auf, wie reden die mit uns.
- 35:16Und ich mache das immer davon ein bisschen abhängig. Also tendenziell versuchen wir die Leute auf einem recht lockeren Weg anzusprechen, weil das einfach auch in unser Restaurant, in unser junges Team super reinpasst.
- 35:29Aber es gibt natürlich die Menschen, die das nicht so mögen und da geht es ein bisschen um Fingerspitzengefühle, Erfahrung, das rauszufinden.
- 35:37Bei meinem jungen Team ist es so, dass wir gesagt haben, wenn ihr euch unsicher seid, dann sieht es die Gäste, wenn ihr so das Gefühl habt, dass ihr es nicht einschätzen könnt, lieber auf Nummer sicher gehen.
- 35:49Aber wir haben einfach, ich glaube, wir haben 60, 70 Prozent Stammgäste. Und wenn man bei uns reinkommt, wir haben ganz viele unserer Gäste, die umarmen jeden unserer Mitarbeiter.
- 35:59Das ist so eine tolle Stimmung und so eine freundschaftliche Geschichte entstanden, auch zwischen unseren Mitarbeitern, unseren Gästen.
- 36:10Wenn wir das einfach total schön zu sehen, wie wohl man sich dann auch in einem Sternen Restaurant fühlen kann.
- 36:16Und es ist ja so aufgebaut wie ein Wohnzimmer bei uns.
- 36:20Das war so die Grundidee, dass man zu uns ins Wohnzimmer kommt und sich hinsetzt und sich zurücklehnt und den ganzen Abend genießen kann.
- 36:28Schöner Gedanke, zurück zur Weinkarte bzw. zur Beratung.
- 36:31Wenn du jetzt das Handy in der Hand hast, also bei einer händischen Weinkarte hat man ja den Vorteil, dass man mit dem Gas blättern kann, um blättern kann, um zum Beispiel auch die Preisproblematik irgendwie darzustellen.
- 36:43Das man sagt, ihr empfehle dem noch so von blubberblur.
- 36:46Und wenn man mit dem Finger drauf zeigt, dann sieht der Gast automatisch den Preis, was ja manchmal ein sehr sensibles Thema ist. Wie machst du das?
- 36:52Gehst du dann mit dem Finger ins Handy des Gastes und blätterns dort um?
- 36:57Im Prinzip ist es ja nichts anderes, wie ein Buch nur digital. Da steht ja genauso der Preis drin.
- 37:04Und bei uns ist es so, wenn du es auf dem Handy guckst, also wenn ich das Gefühl habe, dass das mit dem Handy für jemanden schwer ist, allein von der Funktion her, weil das Display ist ja beschränkt.
- 37:16Bei einem Handy hat ja nicht jeder so ein Pro Max oder so ein riesen Handy.
- 37:22Dann bieten wir immer das iPad natürlich direkt an, weil das einfach viel größer ist.
- 37:28Und da kann ich ja im Prinzip genauso umblättern in Anführungszeichen, wie ich das in der Weinkarte auch kann.
- 37:35Und beim Handy ist es so, sobald du das Handy drehst, wird der Display ja waagerecht.
- 37:41Und dann habe ich auch den Preis direkt mit drin. Also ich muss da nicht scrollen oder wischen oder den Preis zu sehen.
- 37:48Und auf dem iPad habe ich das sowieso sofort wie bei einer analogen Weinkarte genauso, dass ich den Preis sofort sehe.
- 37:57*Musik*
- 38:15Weingleser sind für einen Weingeliefer neben dem Kellnermesser ohne Frage das wohl wichtigste Tool.
- 38:20Und sehr gerne nehme ich euch mit auf eine Reise in die Weinglaswelt, denn im Jahre 2015 hat sich die Firma Zia aus Himmelkron zur Aufgabe gemacht, die Glaswelt komplett neu zu definieren.
- 38:31Fast alle Produzenten waren zu diesem Zeitpunkt dort damit beschäftigt, ihre Glasseigen zu maximieren und möglichst viele verschiedene Gläser anzubieten.
- 38:39Was auf der einen Seite faszinierend, aber völlig unnötig ist und komplett am Weingeliefermarkt vorbeigeht.
- 38:44Die Firma Zia ging mit sich in die Klausur und stellte sich selber die Frage, welche Gläser braucht man wirklich?
- 38:50Braucht man wirklich 8, 12 bis zu 16 verschiedene Gläser, um eine Flasche Wein perfekt genießen zu können?
- 38:56Und die Antwort von wahrscheinlich 90% aller Zombies ist, nein.
- 38:59Es genügen, wenn man realistisch ist, eigentlich nur vier Glastypen, um egal welcher Art von Wein optimal zu präsentieren.
- 39:07Das Glas ist letztlich nicht anderes als ein Kleid für den Wein, es umantelt den Wein, es betont ihn.
- 39:12Und so, wie wir die Kleidung nutzen, um uns oder dem Anlass eine absolut perfekte Bühne zu bieten, praktizieren wir es auch mit unseren Weinen.
- 39:20Und dementsprechend brauchen wir nur, egal ob für Rotwein, für Weißwein, für Rosewein, für Schaumwein, nur ein Glas, was die Früchte, das heißt die Fruchtigkeit, die Saftigkeit, die Lebendigkeit in den Weinen betonten, herausarbeiten.
- 39:32Ein Glas, was die Kraft, die Intensität, die Opulenz, die Stoffigkeit in den Weinen optimal betont.
- 39:38Und ein Glas, was die Weine balanciert, was ihnen die nötige Entwicklung zugesteht, was die Vielschichtigkeit zum Tragen bringt und was uns in die Tiefe der Weine blicken lässt.
- 39:47Und dann gibt es noch die Situation, wo wir die Kleidung abstreifen und den nackten Körper des Weines sehen möchten.
- 39:53So als würden wir diesen Wein komplett ohne Glas genießen.
- 39:57Und aus diesen Ansätzen heraus gibt es in der Weinglas der ihr Wischen der Firma Zier nur vier Glastypen.
- 40:03Es gibt ein Glas, das heißt "Fresh", was die Früchte und die Fruchtigkeit betont.
- 40:07Es gibt ein Glas, das heißt Intens, was die Kraft, die Opulenz, die Stoffigkeit, die, und das sagt der Name schon, Intensität der Weine perfekt herausarbeitet.
- 40:15Es gibt ein Glas, was dem Wein balanciert.
- 40:17Und natürlich hat dieses Glas den Namen "Balance".
- 40:21Und es gibt ein Glas, was dem Wein unbekleidet präsentiert.
- 40:24Und das heißt "Trade", weil wir eine ganz klare Aussage seitens des Weines haben.
- 40:28Gänzlich unverformt, gänzlich unbekleidet.
- 40:30Die Namen waren damals 2015 komplett neu.
- 40:33Denn Rehsorten oder Herkunftsnamen wie "Bogund" oder "Bordeaux" haben über 40 Jahre ihren Dienst getan.
- 40:39Aber es war an der Zeit neu zu denken.
- 40:41Und vor allen Dingen Gläser und Glasnahmen zu erschaffen, die jeder verstehen kann.
- 40:44Auch über die definierte Aussage hinaus.
- 40:46Was macht zum Beispiel ein Weingienießer, wenn er ein Bordeaux-Glas hat und ein Bogund-Glas, aber einen Chianti aus dem Chambräer holt?
- 40:52Die meisten sind genau in dieser Entscheidungssituation komplett überfordert.
- 40:56Und das, was Wein nicht machen sollte, ist verunsichern, überfordern.
- 40:59Denn Wein ist zum Genießen da.
- 41:01Und somit, wenn ich als Weintrinker komplett mündig kann entscheiden, möchte ich meinen Wein intensiv genießen.
- 41:06Egal ob weiß, rot oder rosé, möchte ich ihn balanciert, möchte ich ihn frisch, wahrnehmen oder möchte ich ihn einfach nur nackt vor mir sehen.
- 41:13Und das Faszinierende dabei ist, dass dieses System so einfach zu verstehen ist.
- 41:17Und wenn ihr den besonderen Tropfen oder einfach nur euren Lieblingswein zu Hause genießt, werde ich euch versprechen.
- 41:22Werden die an dem einen Tag, wenn ihr euch fragt, möchte ich meinen Wein eher frisch haben oder kraftvoll oder balanciert,
- 41:27dass eine Glas wählen und einem anderen Tag, wenn ihr in einer ganz anderen Stimmung seid, ein anderes für ein und denselben Wein.
- 41:33Ihr werdet wieder mündig und genau das wollte ich für Marzia mit ihrer Weinglas-Serie Vision erreichen.
- 41:38Dass man sich traut, zu schmecken und auf seinen eigenen Geschmack zu hören.
- 41:42Drei weitere Weingläser komplettieren die Serie.
- 41:44Das ist zum einen das Zeit als Wasserglas, das ist das Nostalgik als Umarsch an die erste, wie nur viele Glasform, die Sektschale,
- 41:51die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Zahr Alexander innoviert wurde,
- 41:55damit er seinen Röderer-Kristall auch damals neu definiert genießen kann.
- 41:59Und es gibt das Rich für alle reichhaltigen Getränke, Blikörweine, Süßweine oder Brände.
- 42:05Und ein Add-on macht diese Glas-Serie noch außergewöhnlicher als jede andere.
- 42:10Sie berücksichtigt ein Element, was jede andere Glas-Serie vernachlässigt.
- 42:14Und uns aber als wahrnehmendes Individuum zu 80% auszeichnet, das Visuelle.
- 42:20Durch die kleine Verwölbung im mitten des Glases schafft dieses Glas das Licht der darin befündlichen Weine mehrfach zu brechen
- 42:27und die Weine in ihrem kompletten Farbspektrum zu präsentieren.
- 42:30So ein Farbbild ist nicht nur ein extremer Informationsgeber.
- 42:34Redet über die Rebsorte, redet über die Herkunft, redet über die Machart der Weine.
- 42:38Es ist schlichtweg ein Geschenk für die Augen und das Glas ist das Element, was ständig vor uns steht und somit den Fokus unserer Wahrnehmung ausmacht.
- 42:46Vielen Dank der Firma ZIR für die Kompromisslosigkeit diesen Gedankenweg zu gehen.
- 42:50Und auch vielen Dank für die Kompromisslosigkeit in Sachen Qualität.
- 42:53Denn diese Glaser werden in einer kleinen Manufaktur von Handgefertigten vom Mund geblasen
- 42:58und jedes einzelne dieser Glaser sein individuelles Kunstwerk.
- 43:02Und wenn ihr eure Weine einmal aus der ZIR-Wissenschaften-Serie probiert, werdet ihr mir zustimmen
- 43:07und denken, so habe ich Wein noch nie gesehen.
- 43:10Aber es definiert sich dann trotzdem bei euch über die Persönlichkeiten, über die Beratung und über das mit dem Gast leben und mit dem Gast den Abend durchleben.
- 43:30Was ist sonst noch digital im Weinbereich bei euch?
- 43:33Also gibt es noch irgendwelche Gimmicks, die anders sind als in anderen Restaurants?
- 43:39Nee, sonst ist digital.
- 43:43Das kann man jetzt nicht so viel machen.
- 43:46Wir haben schon mal überlegt, ob wir vielleicht auch mit Videos arbeiten.
- 43:49Aber ich glaube, dann geht es zu weit weg von dem eigentlichen Thema, den schönen Abend zu haben.
- 43:57Unsere Weinkarte steht auch online auf der Internetseite.
- 44:02Was viele Gäste auch schon machen, die schauen zu Hause schon mal rein und sagen,
- 44:07"Eronie, heute habe ich Bock, das und das zu trinken.
- 44:11Wie würdest du das machen?"
- 44:13Dann gebe ich eine Empfehlung und mal den Wein würde ich vielleicht schon mal zwei Stunden vor eröffnen, damit er ein bisschen Luft kriegt.
- 44:19Den Wein können wir vor Ort aufmachen.
- 44:22Da kann man schon mal so ein Vorabberatungsgespräch machen.
- 44:25Viele haben auch, oder rufen dann im Restaurant an, um das kurz zu besprechen.
- 44:31Das nimmt dir im Abendgeschäft natürlich extrem die Luft raus.
- 44:36Wo du weißt, da sind schon drei Tische, da ist das Wein-Setup schon komplett stehen.
- 44:41Und dann hast du noch mal mehr Zeit für den Gast oder auch für die individuelle Beratung an den einzelnen Tischen.
- 44:48Und warum nicht weitergreifen digital? Habt ihr noch keine Möglichkeiten gesehen?
- 44:51Oder ist das zu aufwändigen? Keine Ahnung, dass du den Wein vorher zum Beispiel dekantierst und der Gast digital nachvollziehen kann,
- 44:58wie er dekantiert wurde oder wann er dekantiert wurde, bei welcher Temperatur er ist
- 45:04und das vielleicht auch seinem Handy parallel dazu wahrnehmen kann.
- 45:08Oder ist das für dich dann zu viel dann doch für die Fans?
- 45:13Die Frage ist, wie viel Mehrwert er dadurch hat. Will er das überhaupt wissen?
- 45:19Ist diese Geschichten, die wir darüber erzählen, nicht auch ein bisschen zu viel?
- 45:28Weißt du, das sind normalen Leben bei uns nicht auch. Also wir haben alle Gesundheit-Apps
- 45:32und früher hat kein von uns ständig seinen Herzschlag, seinen Puls oder was auch immer interessiert.
- 45:38Oder ist eine Körpertemperatur mittlerweile, kriegen wir sowas vermittelt, kann man sowas beim Wein nicht auch weiterdrehen
- 45:43und dem Gast mehr oder weniger die Möglichkeit damit offenbaren, dass du sagst, ich habe Informationen für dich,
- 45:49wo du noch gar nicht wusstest, dass du die haben möchtest.
- 45:52Die Frage, die sich mir stellt, ist dann, wie pflege ich das ein?
- 45:57Wie hoch ist der Arbeitsaufwand im Verhältnis zum Nutzen für den Gast?
- 46:04Also wie viele Gäste wollen das wirklich? Wer aber mal spannend das rauszufinden, ob das was ist, was die Gäste interessiert,
- 46:13wer auf jeden Fall einen Ansatz, wo man mal darüber nachdenken könnte.
- 46:17Ich stelle mir gerade nur schwer vor, wenn ich diese Schritte mache, ich muss sie dann ja auch irgendwo einpflegen
- 46:23und das verändert sich ja auch von Wein zu Wein und auch von Gast zu Gast.
- 46:28Ich habe schon alles, also ich meine, brauche ich dir ja nicht erzählen, du hast ja auch lange selbstständig,
- 46:33du hast ja auch wahrscheinlich schon alles erlebt, was Gäste gerne hätten, wie sie es gerne machen würden,
- 46:39dass du pauschal gar nicht so zu viele Vorbereitungen treffen kannst, weil manche Gäste ihre Weine anders trinken,
- 46:47als du sie empfiehlst oder es deine Empfehlung ist, was ich im Endeffekt auch überhaupt nicht schlimm finde,
- 46:54zu sagen, ey, wenn du deinen Wein gerne kälter trinkst oder ich ihn ins Eis stecken soll, dann verliert der Wein
- 47:03wahrscheinlich so ein bisschen an Strahlkraft, aber wenn du das gerne so trinkst, dann ist das ja auch deine Entscheidung,
- 47:10das ist ja auch deine Flasche, Wein, die du dir kaufst und bezahlst.
- 47:14Da bin ich auf jeden Fall ein bisschen entspannter.
- 47:17Wenn der Gast mich nach der Meinung fragt oder ich das Gefühl habe, dass das für den Wein nicht förderlich ist,
- 47:23dann versuche ich das kurz mitzuteilen, dass mich das so und so empfehlen würde und dann gucke ich, wie der Gast reagiert
- 47:32und ich glaube, da sieht man ja ganz schnell, ob der damit nicht ganz so happy ist
- 47:38oder ob du ihn besser das so machen lässt, wie er das gerne hätte.
- 47:43Was wäre für euch dann irgendwo der nächste Schritt zuletzt, als in Japan war,
- 47:47dass es für dich nicht selten, wenn wir schnell was snacken wollten von irgendwelchen fahrenden Robotern bedient,
- 47:52ist das für euch so, dass worauf ihr es abzieht, dass ihr demnächst komplett digital sein wollt und keine Menschen mehr da sind
- 47:58oder ist dann doch der Mensch das eigentlich wichtigste in einem Restaurant?
- 48:03Genau, das ist es.
- 48:05Ich glaube, du kannst so technisch versiert wie möglich sein.
- 48:10Ich glaube, du verlierst die Seele eines Restaurants, wenn du die Menschen weglassen würdest.
- 48:17Wir haben mit einem coolen Unternehmen hier bei uns in der Region auch schon mal so einen selbstfahrenden Apparativ-Fagen getestet.
- 48:26Das war auch sehr, sehr spannend.
- 48:28Da konnte ich dann über Sprachsteuerung am Mikrofon durch diverse Sätze wie "Welchen Apparativ darf ich euch anbieten?"
- 48:38Und das war quasi das Schlagwort für den Apparativ-Fagen, da hinzufahren, wo ich gerade stehe.
- 48:45Das ist aber in einem wuseligen Abendgeschäft.
- 48:49Also da kannst du tolle Instagram-Videos mitmachen.
- 48:52Und ich glaube, wenn du nur fünf, sechs Tische hast, die immer fest an dem gleichen Punkt stehen, geht sowas.
- 49:00Wir haben uns dann aber ganz schnell dagegen entschieden, weil es nicht funktionell war.
- 49:06Und das ist ja neben dem ganzen Digitalisierung und der Automatisierung total wichtig,
- 49:16dass es immer funktionell bleibt und dann auch im Endeffekt wirtschaftlich.
- 49:22Also für uns ist es ganz, ganz wichtig, wir machen diese ganzen Sachen, damit wir mehr Zeit für den Gast haben.
- 49:29Schöne Ansätze.
- 49:31Ja, weil das ist das Allerwichtigste.
- 49:34Ich glaube, das ist das, was bei uns auch schön ist, dass jeder Mitarbeiter, egal ob das der Erzube im ersten Lehrjahr ist oder ob ich das bin,
- 49:43jeder Mitarbeiter hat Zeit, sich auch mit dem Gast mal zu unterhalten.
- 49:48Das ist ja auch nicht in jedem Restaurant so.
- 49:51Und diese Zeit versuchen wir durch diese ganzen technischen Hilfsmittel rauszuholen,
- 49:57weil das ist im Endeffekt das, wo ich der Meinung bin, dass das für den Gast total wichtig ist.
- 50:04Das häufigste Feedback, weil man auch mal so die Google Rezession durchliest, ist immer,
- 50:08dass wir so einen herzlichen, freundlichen, aufmerksamen Service haben.
- 50:13Und vor allem junge Leute, die das total gern machen.
- 50:17Ich glaube, dass das wirklich fast 90 Prozent sind, was die Gäste wirklich glücklich macht,
- 50:22wenn sie einen jungen Menschen da stehen haben, dem die Augen leuchten, wenn er dir ein Wein empfehlen darf.
- 50:28Und da gebe ich auch gerne ein bisschen ab.
- 50:32Also es ist nicht so, dass ich sage, ich mache an jedem Tisch Wein.
- 50:36Ich habe mittlerweile ein super, super tolles Team.
- 50:39Ich habe ganz tolle Leute, die auch richtig Bock auf Wein haben, die auch gerade in dieser Weiterbildungsphase sind,
- 50:47die wir voll unterstützen.
- 50:50Und selbst die Azubis, die setzen sich hin, fangen die Sachen an zu lernen.
- 50:55Und wie stolz sie dann sind, wenn sie die Weinbegleitung machen dürfen.
- 50:59Und dann ihr erlerntes Wissen richtig mit strahlendem Gesicht dem Gast vortragen.
- 51:05Und ihr wisst das ja selber, wenn du essen gehst und du hast einen jungen Mann da sitzen,
- 51:09wo du denkst, wow, der hat Bock, das selber zu trinken.
- 51:12Das ist doch eigentlich das, was wir wollen, wenn wir essen gehen.
- 51:16Und das ist unser Hauptaugenmerk.
- 51:19Und wenn du dann die Zeit hast und nicht den Druck im Hinterkopf, dass es blöd ist,
- 51:24wenn du mal eine Minute an einem Tisch stehst und auch mal ein Smalltalk machst mit den Gästen,
- 51:28dann fangen an, die Leute sich wohl zu fühlen, die werden sicherer im Auftreten.
- 51:34Und dann entsteht ein unheimlich tolles Gefühl im Team.
- 51:39Und das spürt der Gast.
- 51:41Und das ist das, was auch unser Feedback ist von den Gästen,
- 51:46dass man merkt einfach, dass die Stimmung im Team einfach sensationell ist.
- 51:50Ist ja auch Persönlichkeitsbildung, was man da letztlich betreibt oder macht
- 51:53oder was ihr dann für eure Azubis dann auch leben und aktiv leben solltest.
- 51:57Belächelst du deine Kollegen?
- 51:59Wie rückschrittlich die sind oder dass die keine Ahnung am Tag
- 52:02eine Stunde damit verbringen, ihre Weinkarten aufzuschrauben,
- 52:05die Blätter auszutauschen und nicht so digital sind.
- 52:08Also findest du, die gesamte Branche sollte digitaler und moderner werden?
- 52:12Oder sagst du, hey, jedem seins und wir sind halt anders?
- 52:17Also es gibt zwei Richtungen, wie ich in dieser Weise denke.
- 52:21Also auf der einen Seite belächeln würde ich jetzt gar nicht sagen,
- 52:24also weder von oben herab noch jeder soll das machen, so wie er das selber denkt.
- 52:30Was ich nicht verstehe ist, wie man den Mehrwert dieser Sachen nicht erkennen kann.
- 52:37Wie du dir sicher sagst, da schraubst du 20 Weinkarten auf,
- 52:42weil du ein Wein wechseln musst, ne?
- 52:45Du musst eine neue Karte drucken, ein bisschen spezielles Papier
- 52:48und dann bist du anderthalb Stunden damit beschäftigt, weil ein Wein ausgetrunken ist.
- 52:52Das ist bei mir, ich brauche dafür zehn Sekunden
- 52:56und wenn ich das jetzt mal von der rein wirtschaftlichen Seite mir betrachte
- 53:04und die aktuelle Lage der Gastronomie, wir reden alle davon,
- 53:08dass Sterne Gastronomie nicht wirtschaftlich ist,
- 53:11wir reden davon, wie schwer das ist, heutzutage in der Gastronomie zu überleben
- 53:16und dann an so Sachen festzuhalten, die einfach unendlich viel Geld kosten.
- 53:21Also jede Arbeitsstunde, gehen wir davon aus, dass du fair bezahlt wirst,
- 53:26dann kostet das unheimlich viel Geld.
- 53:29Und ich verstehe nicht, wie man diesen Fakt der Elementar wichtig ist,
- 53:34weil ich kann alles andere nicht machen, wenn ich nicht wirtschaftlich arbeite.
- 53:38Ich kann der beste Sommel jeder Welt sein,
- 53:41ich kann dir 1.000 verschiedene Subregionen in Oster-Europa auferzählen.
- 53:47Das bringt dir alles nichts, wenn der Laden nicht wirtschaftlich arbeitet.
- 53:51Und deswegen verstehe ich nicht, dass viele immer erst so den 5., 6., 7. Schritt diskutieren,
- 53:57bedenken, verbessern wollen.
- 53:59Wenn man nicht anfängt zu sagen, hey, lass uns doch mal überlegen,
- 54:04wie können wir wirtschaftlicher arbeiten?
- 54:07Wie bist du in deinem Bereich noch wirtschaftlicher, also rein im Wein,
- 54:10auf den Wein bezogen, wirtschaftlicher als andere?
- 54:13Also haben bei euch die Flaschen NFC-Gips, wenn sie reinkommen
- 54:15und registrieren sich selber und checken sich selber aus
- 54:18oder gibt es irgendwelche anderen Sachen in der Lagehaltung
- 54:21beim Wein, die ihr effizienter macht, also wo ihr wirtschaftlicher seid?
- 54:26Bei mir ist es so, dass ich vor vielen Jahren angefangen habe,
- 54:30mit den Winzern quasi eigene Weine zu kreieren.
- 54:35Und da muss man so ein klein bisschen ausholen,
- 54:39damit ich deine Frage auch beantworten kann, um das kurz zu fassen.
- 54:46Ich habe mittlerweile 6 eigene Weine, 2 eigene Ginzen,
- 54:50einen eigenen Wodka, ein eigenes Bier.
- 54:52Und wir haben über die Jahre das natürlich auch ein bisschen promoted
- 54:59und erzählt, wie wir das machen oder wie ich das mache.
- 55:03Und diese Optimierung in der Weingeschichte ist mittlerweile so,
- 55:08dass die Leute Bock haben, genau diese Sachen zu probieren.
- 55:13Und es ist wirklich ein Riesenunterschied, wenn du 50 Plätze hast im Abendservice
- 55:19und ein Großteil der Menschen auch deine Weine probieren möchte,
- 55:24an denen du mitgearbeitet hast.
- 55:27Und dann hast du natürlich auch einen anderen Aufwand im Weinkeller.
- 55:31Du hast einen anderen Aufwand irgendwann, also das ist was,
- 55:34was ich auch ein bisschen entwickeln muss.
- 55:36Ich habe dafür jetzt 10 Jahre gebraucht.
- 55:40Aber das vereinfacht auch die Arbeit im Restaurant.
- 55:44Wir haben, ich würde sagen, ein riesengroßer Teil unserer Gäste,
- 55:50die kommen ein, zwei Mal im Jahr, weil wir auch ganz oft junges Publikum ansprechen.
- 55:57Also wir machen sehr viel über YouTube, Social Media,
- 56:00wo wir auch ab und zu schon mal durch die Blume belächelt wurden.
- 56:03Und wir sagen, heute was macht ihr da?
- 56:05Das ist überhaupt nicht euer Publikum.
- 56:08Wir haben junge Leute, gehen nicht ins Sterne-Restaurant und das ist nicht euer Klientel
- 56:17oder euer Kundenkreis.
- 56:20Aber ich finde, unsere aktuelle Situation zeigt, dass das genau das Gegenteil ist.
- 56:28Also wir haben uns locker 20 Jahre verjüngt in den letzten 5, 6 Jahren,
- 56:32was unser erstes Durchmesser ist.
- 56:35Ich würde mal sagen zwischen 40 und 50, das ist jetzt mal so aus der Luft geschätzt,
- 56:43das müsste man vielleicht auch mal analysieren, wie das genau ist.
- 56:50Aber gefühlt, also es gibt Tage, da hast du Leute, da sitzen, ich sage mal,
- 56:54da ist das Restaurant halb voll mit 20 bis 40 Jährigen, weil sie uns auf YouTube gesehen haben,
- 57:00weil sie das bei Instagram verfolgen, weil sie es endlich mal gesagt haben,
- 57:04ich möchte mir mal was gönnen, weil sie immer gesagt haben,
- 57:07ja, ich weiß nicht, ob Sterne was Gastronomie, was für mich ist.
- 57:10Und dann so diese ganzen lahmen, pauschalen Vorurteile, die wir immer noch überall hören.
- 57:15Man wird nicht satt, man darf nicht vom anderen Teller essen.
- 57:19Also da hat es ja diese Sachen hören ja nie auf.
- 57:22Aber das ist meistens nur bei Menschen, die jetzt mit der Sterne Gastronomie noch nicht so viel zu tun haben.
- 57:28Und was müssen wir denn tun, damit unser Restaurant voller wird?
- 57:31Wir müssen halt genau da ansetzen oder genau in dem Bereich
- 57:36Leute versuchen zu begeistern für Sterne Gastronomie oder für die Gastronomie allgemein,
- 57:42die mit dem Thema eigentlich nicht so viel zu tun haben.
- 57:44Und wie macht man das? Indem man das Thema emotionalisiert
- 57:48und denen die Wertigkeit eines Sterne Restaurants Besuch nahelegt
- 57:52oder auch versucht zu vergleichen mit anderen Sachen, die man ja auch unternimmt.
- 57:57Man geht ja mal auf ein Konzert, man geht mal vielleicht auch mal ins Theater
- 58:02oder gibt für viele Sachen viel Geld aus.
- 58:05Und dann zu sagen, hey, gönnt euch doch einmal so ein Abend, schaut euch das an.
- 58:10Und ihr werdet merken, dass auch das, ich sage immer, wenn man zu uns kommt,
- 58:15das ist ein Urlaub für die Seele. Also einfach reinkommen, ich muss nichts machen,
- 58:20ich muss nichts auswählen, ich kann mich eigentlich hinsetzen, zurücklehnen
- 58:24und einfach den Abend genießen. Und dieses unkomplizierte, entspannte
- 58:30und dann auch in einer ganz lockeren Art, du fühlst dich nicht,
- 58:33wenn du bei uns reinkommst in T-Shirt und Jeans, hast du nicht das Gefühl,
- 58:38dass du underdress bist, weil wir alle entspannt rumlaufen.
- 58:42Und durch dieses moderne Design fühlen sich halt junge Leute vielleicht auch noch mal
- 58:47ein bisschen mehr angesprochen. Das kann natürlich sein, dass das natürlich auch hilfreich ist
- 58:50für das junge Publikum.
- 58:52Also die gesteigerte Effizienz, habt ihr letztlich nur dadurch, dass ihr eure eigenen Weine empfehlt,
- 58:58dadurch weniger Beratungsleistung habt oder weniger in den Keller laufen müsst,
- 59:01weil ihr 12 Flaschen vorbereitet habt oder habe ich das falsch verstanden?
- 59:04Nee, also im Keller laufen müssen wir sowieso nicht mehr, weil wir auch Wege
- 59:08- oder ja, in den Tagsküchtern genau. - ... aufgemiert haben, ne? Genau.
- 59:11Als wir neu gebaut haben, haben wir ja alle Laufwege, die man so täglich macht.
- 59:17Also welchen Kühlschrank, glaube ich, wie oft muss ich zu einer Flasche weingreifen?
- 59:21Wie oft muss ich an den Geridon? Wie oft brauche ich den Apparativwagen?
- 59:26Und davon ausgehend haben wir halt ausgemessen, welche Schränke, welche Schubladen,
- 59:32an welcher Position im Restaurant stehen, dass der Weg für die, die ich am öftesten anlaufe,
- 59:37der der kürzeste Weg ist.
- 59:39Und das klingt jetzt banal, ne? Dass man da vielleicht ein paar Sekunden spart.
- 59:45Aber wenn man das komplett durchzieht in allen möglichen Bereichen,
- 59:49spart man auch unheimlich viel Zeit.
- 59:52Ich habe den Weinkeller quasi mitten, also nicht mitten im Restaurant, aber im Restaurant.
- 59:57Das heißt, selbst wenn ich im Weinkeller, was bei uns ein Weinraum ist,
- 1:00:01der komplett aus Glas ist, kann ich sogar noch im Restaurant sehen, was los ist.
- 1:00:06Und da liegen von jedem Wein fünf Flaschen.
- 1:00:09Und von unseren Weinen haben wir natürlich nochmal ein Spezialkühlschrank,
- 1:00:14wo ein paar mehr Flaschen stehen.
- 1:00:16Und wenn du abends 50 Gäste hast, die in der Regel mit den ganzen Größen
- 1:00:22und Pralinis 10 Gänge essen, haben die natürlich viel Zeit und auch,
- 1:00:26bringt dann auch meistens, ich sage mal so, eine Flasche Wein auf zwei Personen
- 1:00:31ist so bei uns der Schnitt.
- 1:00:33Mal mehr, mal weniger.
- 1:00:35Und dann brauchst du halt auch eine Menge an Wein.
- 1:00:39Mit der Größe stelle ich mir das schwierig vor, auch in Restaurants, wo ich schon gearbeitet habe,
- 1:00:45das überhaupt hinzubekommen, wenn du dann von jedem Wein den Lagerplatz hast oder brauchst.
- 1:00:55Und dann mit den Wegen, das alles so hinzubekommen, um am Abend auch konstruktiv und zeitgemäß zu arbeiten.
- 1:01:05Ja, von jedem der 600 Weine, die ihr habt, fünf Flaschen bei euch im Tagesweinaum.
- 1:01:09Also, von denen, wo wir fünf haben.
- 1:01:12Also, es gibt ja auch ganz viele Positionen.
- 1:01:15Warum nicht sechs oder drei oder fünf?
- 1:01:18Also, keine Kiste ist fünf Flaschen.
- 1:01:20Ja, das hat keinen speziellen Grund.
- 1:01:24Also, die fünf hat für uns keine große Bedeutung, sondern es war,
- 1:01:28ja, genau, das war einfach eine Zahl, die rausgekommen ist,
- 1:01:35als wir Platz und Wein miteinander ausgeklügelt haben.
- 1:01:39Also, als wir angefangen haben, den Weinkeller einzuräumen, haben wir gemerkt,
- 1:01:43ich habe ein paar Flaschen mehr.
- 1:01:45Ich glaube, wir hatten am Anfang drei Flaschen.
- 1:01:47Und dann hatte ich aber noch Platz.
- 1:01:49Und eigentlich wollte ich auch die Zahl der Positionen reduzieren auf 500.
- 1:01:56Hat nicht ganz geklappt.
- 1:01:59Ich wollte von 700 auf 500 runter, jetzt sind es 720.
- 1:02:03Aber ich habe jetzt auch gar keinen Platz mehr.
- 1:02:06Also, ich kann nicht mehr machen.
- 1:02:08Ich strukturiere ab und zu mal um.
- 1:02:11Aber diese 720 Positionen, die wir haben, ungefähr,
- 1:02:16die reichen vollkommen aus.
- 1:02:19Was machst du mit der sechsten Flasche, wenn eine Küste grist?
- 1:02:23Die, ich habe zwei weitere Lager.
- 1:02:27Meistens, also, nochmal, wenn da ein Platz ist für eine Sechste,
- 1:02:32liegt da auch eine Sechste drin.
- 1:02:34So ist es jetzt nicht so ultradokmatisch.
- 1:02:40Da müssen jetzt fünf drin liegen.
- 1:02:42Wenn in das Regal eine Sechste passt, dann stelle ich auch eine Sechste rein.
- 1:02:46Aber in der Regel habe ich 12.
- 1:02:48Du flaschen da bist du nicht.
- 1:02:49Nein, ich bin kein Flaschen.
- 1:02:51Und in der Regel ist es ja so, dass ich selten sechs Flaschen bestelle.
- 1:02:56Meistens sind es 12 oder 18.
- 1:02:59Und dann habe ich zwei weitere Lager, wo ich die Weine gut sortiert einordnen kann.
- 1:03:07Und ob es dann fünf oder sechs ist oder mal vier.
- 1:03:10Das ist eigentlich kein großes Thema.
- 1:03:14Du sagst, ihr habt eure eigenen Weine.
- 1:03:16Inwieweit sind das eure eigenen Weine?
- 1:03:18Also produziert ihr die selber?
- 1:03:20Geht ihr da in dem Weinberg?
- 1:03:21Steht ihr im Keller?
- 1:03:22Oder beratet ihr nur dem Winter, wo ihr sagt, das passt zu unserer Küche?
- 1:03:26Das ist Geschmacksprofil. So sollen die Weine sein.
- 1:03:29Oder geht ihr einfach nur rum und sagt, er ist lecker?
- 1:03:32Pap, da mein Label drauf.
- 1:03:34Also ich habe 2015, als wir zurückgekommen sind, hier in unseren Kreis,
- 1:03:43haben wir auch so was sehr viele machen.
- 1:03:46So ein Label drauf, Edition, bla bla bla.
- 1:03:50Wo dein Restaurant-Logo mit drauf ist.
- 1:03:52Funktioniert ja schon.
- 1:03:54Wenn das finden die Leute ja toll, wenn du da eine eigene Hausmarke hast
- 1:03:57oder wie auch immer.
- 1:03:59Aber irgendwie hat sich das für mich nicht so richtig angefühlt,
- 1:04:04obwohl das funktioniert hat.
- 1:04:06Zu sagen, eigentlich ist ja genau der gleiche Wein, den der Winzer auch verkauft.
- 1:04:10Damals habe ich dann mein, also der erste eigene Wein,
- 1:04:16den ich selber mitgemacht habe oder mitgestalten durfte, sagen wir es mal so,
- 1:04:20mit Tobias Knewitz gemacht.
- 1:04:23Und dann habe ich gesagt, hey, Tobi, wie kann ich meine Ideen mit einfließen lassen,
- 1:04:30dass ich sagen kann, den Wein gibt es so nur bei mir und nicht bei jemand anderen
- 1:04:36und auch nicht bei dir.
- 1:04:38Also eine gewisse Exklusivität schaffen und ein ehrlicheres Storytelling machen.
- 1:04:44Also ich will nicht sagen, dass das andere unehrlich ist,
- 1:04:46aber so vom, es hat so ein kleines Geschmäckle von so, hey, ist doch genau das Gleiche.
- 1:04:52Ich glaube, du weißt, was ich meine.
- 1:04:54Und dann sagt er, Tobi, hey, cool, ich habe eine coole Idee.
- 1:04:57Guck mal, ich baue die Weine ja sowieso einzeln aus, aus den verschiedenen Lagen.
- 1:05:01Und ich füge das ja dann auch so zusammen, wie ich das der Meinung bin,
- 1:05:07dass der Jahrgang für diese Geschichte, für den Ortswein oder für den Gutswein so passt.
- 1:05:12Lass uns das doch machen, dass du das dann in dem Teil übernimmst.
- 1:05:17Und dann fand ich die Idee total cool.
- 1:05:20Dann bin ich 2016, haben wir das zum ersten Mal gemacht, bin ich dann zu Ihnen hin.
- 1:05:26Und er hat mir dann diese unterschiedlichen Lagen, die noch in den verschiedenen Fässern oder Tanks drin waren,
- 1:05:34klar sie als Fassproben hingestellt und wir haben alles einmal durchprobiert.
- 1:05:38Und dann haben wir überlegt, wie können wir das zusammenfügen,
- 1:05:41das ist für mich, für den Jahrgang, für die Region, für die Rebsorte, für die Stelistik des Winzers zusammenpasst.
- 1:05:50Und dann sitzen wir einfach immer ein paar Stündchen zusammen und probieren uns durch.
- 1:05:54Manchmal machen wir das dann auch oben im 100-Gulden, das ist übrigens ein mega schöner Weinspot,
- 1:05:59wenn wer mal ein Rheinhessen ist, oben im 100-Gulden auf der Holzbank eine Decke mitnehmen,
- 1:06:05ein paar Flächen Wein, Käse schinken und einfach mal die Natur genießen.
- 1:06:10Weil wenn du da oben sitzt oder wenn du im Weinberg sitzt, dann merkst du einfach,
- 1:06:14wie wenig du manchmal brauchst im Leben, um einfach mal so ein paar Stunden zu genießen.
- 1:06:20Und wenn du dann da oben sitzt und die verschiedenen Sachen durchprobierst und dann irgendwann zu diesem Ergebnis kommt,
- 1:06:26so sagst du, ja, das passt. So finde ich den Weißbegunter richtig sexy, so passt der für den Jahrgang,
- 1:06:33so passt er zu unserer Küche, ist ja auch wichtig oder auch zu unseren Gästen.
- 1:06:37Weil da sind wir auch bei einem Thema, was in meiner Meinung nach in der Somerszene auch immer so ein bisschen schwierig ist.
- 1:06:45So, wenn es darum geht, den Leuten zu erzählen, was der richtige Wein ist oder was der beste Wein ist
- 1:06:53oder welche Weine man anbieten soll, das kann man für andere gar nicht entscheiden,
- 1:06:59weil man gar nicht die Gäste Klientel oder die Gäste der unterschiedlichen Sommerles kennt.
- 1:07:05Was die Jungs in Berlin machen in der Kuhlen Weinbar, wo ich übrigens total gerne bin,
- 1:07:10wo wir mega geile Abende gehabt haben, das heißt aber nicht, dass das für jemand anders in Nordrhein-Westfalen so funktioniert.
- 1:07:18Und oft hat man so das Gefühl, dass diese Idee, die jemand hat mit seinen Wein, wie sie auch ausgebaut, produziert werden,
- 1:07:30dass das so der heilige Krahl ist. Und ich sage immer, Leute entspannt euch doch.
- 1:07:35Was geile an der Wein-Szene ist einfach, dass wir so viele verschiedene Stilistiken haben,
- 1:07:40so viele verschiedene Winzer, die ganz andere Ideen haben als andere,
- 1:07:44aber deswegen ist der konventionell gemachte Wein ja nicht schlechter als der Wein,
- 1:07:52der weiß ich nicht, dieser Supernatural Orange Wein, das kann ja auch Spaß machen.
- 1:07:57Aber ich finde es immer schwierig dann zu sagen, nur das ist der richtige Weg.
- 1:08:02Und meinst du damit, dass du jetzt eine andere Weine empfehlen solltest,
- 1:08:06müsstest du als Willi und Shelley in der Freundschaft?
- 1:08:09Aufgrund der regionalen Gegebenheiten. Küche ist klar, die ist an der Seite.
- 1:08:13Die ist klar, die ist anders, aber wer bei euch die Luft anders ist?
- 1:08:16Weil die Gäste fahren ja umher und du hast jetzt unter Umständen die gleichen Gäste wie in Berlin.
- 1:08:21Mit der gleichen Wein-Erfahrung, mit dem gleichen Anspruch, die das auf eure Küchtern letztlich nur abgestimmt haben möchten.
- 1:08:27Aber sollen das in andere Weine sein?
- 1:08:29Ich weiß nicht, ob wir die gleichen Gäste haben, bezweifelig.
- 1:08:32Ich glaube sogar, dass jede Region auch andere Gäste hat.
- 1:08:39Ich glaube, das Klientel in Berlin ist anders.
- 1:08:42Selbst wenn es die gleichen Gäste sind, ist es total merkwürdig.
- 1:08:45Wir haben das schon mal früher gehabt, dass Leute, die in Düsseldorf in irgendwelchen coolen Restaurants sitzen,
- 1:08:51wo du am Tisch zusammengesetzt wirst.
- 1:08:53Wenn das Konzept das vorgibt, finden die Leute das cool.
- 1:08:56Wenn die dann in ein anderes Restaurant gehen, wo dann schick eingedeckt ist,
- 1:09:01da beschweren sich dann, dass der Nachbar-Tisch zu nah dran steht.
- 1:09:05Ich glaube, dass immer auch die Location und die Menschen, die da arbeiten, ganz entscheidend sind, ob mir was gefällt oder nicht.
- 1:09:15Wenn du jetzt die Freundschaft als Beispiel nimmst, die bei den Jungs machen da einen mega geilen Job,
- 1:09:20die sind ja auch ultraentspannend, die leben ihre Art der Wein-Stilistik.
- 1:09:24Wenn du sobald du da reinkommst, ist das super authentisch, das ist super ehrlich
- 1:09:29und das macht total Bock, sich da hinzusetzen und dir auch ein paar Sachen empfehlen zu lassen.
- 1:09:34Aber ich glaube nicht, dass das zwingend für alle der Heilige Grail ist, das so zu machen.
- 1:09:41Das möchte ich damit sagen, weil ich habe ja vor Ort meine eigenen Gäste, die ich sehe, was sie trinken möchten, was sie glücklich macht,
- 1:09:51was funktioniert, was nicht funktioniert.
- 1:09:53Du siehst es in der Weinbegleitung, da kannst du immer, das ist ja für mich ein Feld, wo ich sage,
- 1:09:59da spiele ich dann halt auch mal mit verschiedenen Stilistiken mehr rum, weil es auch einfacher ist,
- 1:10:09Menschen für Weine zu begeistern, wenn was passendes zu essen dabei ist, dann ist es auch einfacher,
- 1:10:17Weine zu verstehen.
- 1:10:19Und ich glaube, dass tendenziell das Berliner Stadtpublikum vielleicht auch ein anderes ist, als wenn du irgendwo auf dem Land ein Restaurant hast.
- 1:10:31Ich glaube schon, dass da ein Unterschied stattfindet.
- 1:10:34Aber du hast also die Weinbar aus Berlin aufs Tablet gebracht, ich dachte, du meinst die Freundschaft, oder meintest du eine andere?
- 1:10:40Ja, ja, doch, genau.
- 1:10:41Okay, das war auf jeden Fall.
- 1:10:43Aber Berlin ist ja predestiniert für...
- 1:10:45Ja, ja, für andere.
- 1:10:47... ein paar Kumpels, ein paar Freunde in Berlin, die auch bei Weinhändlern arbeiten und Freunde, die den,
- 1:10:55sage ich mal, naturalen, orange Wein sehr zugenägt sind.
- 1:11:00Und das macht total Spaß, auch sich da ein bisschen in die Diskussion zu gehen oder das auch kontrovers zu diskutieren,
- 1:11:08was man daran gut oder schlecht findet.
- 1:11:11Im Endeffekt ist es cool, dass es das gibt für alle und ich finde es immer gut, wenn jemand auch mit Emotionen sein Ding verteidigt.
- 1:11:19Man muss aber auch nicht immer alles mitmachen, auch wenn das gerade der, man das Gefühl hat, dass die lautesten Stimmen in der Branche das vorgeben.
- 1:11:30Was ja meistens so ist leider ja.
- 1:11:32Ja, genau.
- 1:11:33Wobei ich da zum Beispiel bei der Freundschaft finde, dass die zwar laut sind, aber dass es sehr fundamental ist.
- 1:11:38Und die auch, zumindest habe ich das selber erfahren, eine gewisse Offenheit auch anderer Meinung gegenüber haben,
- 1:11:43was ich in manchen anderen Zähnen und auch in manchen anderen Lokalitäten anders empfunden habe.
- 1:11:48Ist das dein Lieblingsweinbar oder hast du einen anderen Hotspot, wo du sagst, den möchte ich unbedingt jeden in der Welt nahelegen?
- 1:11:55Also, das liegt an meiner persönlichen Vorliebe für Riesling, ist natürlich der Karlsplatz in Lüsteldorf.
- 1:12:00Das ist so mein absoluter Weinlieblings Hotspot.
- 1:12:07Da fühlt man sich wohl.
- 1:12:09Ich finde diese Art und Weise, wie es da gelebt wird, einfach super.
- 1:12:15Und ich als absoluter Riesling-Fan finde da natürlich immer tolle Sachen und finde auch immer schön, wenn da mal irgendwelche Weingüter neu auftauchen,
- 1:12:24die ich selber auch nicht kenne, die zu probieren.
- 1:12:28Also, das ist was, wo ich sage, das kann ich mit 1.000-prozentiger, vollster Überzeugung sagen, da muss jeder mal hin.
- 1:12:37Was ich aber für Berlin-Besucher für die Freundschaft genauso sehe.
- 1:12:42Also nochmal, wir haben da auch tolle Abende verbracht und die machen auch einen mega geilen Job.
- 1:12:47Und ich finde auch, dass sie das super machen da.
- 1:12:53Ich gehe für dich von Form. Liebe Grüße auch an Nico und an Willi und an Shelley an dieser Stelle. Tolle Art und Job.
- 1:12:59Aber zurück zu den eigenen Abfüllungen. Also ihr stellt doch lediglich die Kiwés zusammen, aber ihr arbeitet nicht irgendwie an dem Wein selber händisch mit?
- 1:13:07Nein, keine Chance, zeitlich unmöglich.
- 1:13:10Und nochmal, die Taktung bei uns ist wirklich crazy in den letzten Jahren, so mal als Vergleich. Ich habe in den letzten 13 Monaten 7 Tage Urlaub gemacht und ich würde gerne mehr Urlaub machen.
- 1:13:25Das ist nicht viel.
- 1:13:26Ja, das ist nicht viel.
- 1:13:28Aber nochmal, ich könnte auch sagen, ich mache jetzt 2 Wochen Urlaub.
- 1:13:34Die anderen Seite sind so viele Sachen, wo man Bock drauf hat, sie jetzt auch zu erledigen oder am Ball zu bleiben.
- 1:13:41Dass das nicht dazu nicht gekommen ist.
- 1:13:45Und wenn ich jetzt noch bei den Wein noch zum Winzer fahren müsste und da noch mich mit Hinsätze und irgendwie konzeptionell überlege, wie kann ich mich im Weinberg einbringen,
- 1:13:57halte ich für zeittechnisch fast unmöglich.
- 1:14:01Diese Aufgabe finde ich schon sehr anspruchsvoll, wenn man hingeht und gestatorisch versucht, einen Wein auf sein Konzept, auf sein Restaurant, auf seine Region abzustimmen.
- 1:14:10Das ist auch interessant, so was mal einfach so als Tipp mitzugeben, dass man so was zu Hause mal probiert.
- 1:14:16Man nimmt zum Beispiel so was wie ein, man kann es ja mit Rot und Weiß machen, aber man kann eben ein Gewürzraminer, ein Riesling nehmen und dann einfach nur verschiedene Relation miteinander probieren.
- 1:14:24Man kann es natürlich als Missachtung des Weines betrachten, aber es ist einfach auch um den Wein zu verstehen und auch die Zusammensetzung zu verstehen und ein eigenes Wein-Erlebnis zu bekommen, die selber mal miteinander abstimmen.
- 1:14:34Und dann vielleicht ein Riesling aus dem Reingehau und ein Riesling aus der Mosel das miteinander abstimmen.
- 1:14:38Und in einem Glas zusammen diese beiden Weine probieren finde ich unglaublich spannend und war für mich teilweise Augenöffnend, um die singulären Weine da nochmal anders zu verstehen.
- 1:14:48Also daher ist das eine große Aufgabe und du musst es dann ja auch weiter reichen planen, weil du ja dann auch wie ein Winzer auch abschätzen musst, wie der Wein sich entwickelt, wie er jetzt in dem Augenblick, da ist er ja meistens noch kein fertiger Wein, sondern schlummert noch im Fass, aber wie er sich dann in der Flasche entwickeln, nach einem halben Jahr, nach einem Jahr, nach zwei Jahren, nach drei Jahren, dann nochmal entwickelt.
- 1:15:09Was auch eine Riesenaufgabe ist, hast du das schon mal Überraschungen erlebt?
- 1:15:12Ja, im positiven Sinne sogar. Ich leg mir immer so ein paar Flaschen zurück, um auch zu gucken.
- 1:15:23Wie ist denn das, was du gerade beschrieben hast, das geht ja im Kopf schon vor, wenn du dann da sitzt und diese Sachen kövitierst.
- 1:15:31Ich finde das übrigens nicht als Missachtung, um das mal zu probieren, weil im Prinzip wir hatten das Thema mal in der Sommelier-Ohnung.
- 1:15:39Wo ist der Unterschied, wenn man fertige Weine auch mal vielleicht zusammen selber mischt, weil der Winzer macht ja im Prinzip auch nichts anderes,
- 1:15:48der baut die unterschiedlichen Lagen aus und führt sie dann ja auch zusammen.
- 1:15:53Also es ist verrückt, dass eigentlich noch gar keiner so mal auf die Idee gekommen ist, dass irgendwie durch verschiedene Weine neue Weine zu entwickeln,
- 1:16:05wäre ja auch mal ein spannendes Projekt.
- 1:16:11Aber prinzipiell macht das total Spaß und wenn man das schon viele Jahre gemacht hat, auch die eigene Entwicklung, wo du dann weißt,
- 1:16:23okay, wenn du das jetzt, wenn du jetzt von dem Weinen noch so ein bisschen dazu tust, dann weißt genau, wie sich das verhält, wie der Wein sich verändert.
- 1:16:30Und auf der anderen Seite, total spannend, auch oft siehst, dass es auch jedes Jahr wieder anders sein kann.
- 1:16:37Letztes Jahr haben wir da 10% davon dazu und dann hat sich der Wein so verändert.
- 1:16:42Dies Jahr machen wir 10% dazu und es ist irgendwie ganz anders.
- 1:16:45Also es ist ja keine Mathematik, sondern es ist ja was total Emotionales und ist ja ein Naturprodukt,
- 1:16:54was jedes Jahr auch anders ist durch kleinste Veränderungen, verändern sich auch die einzelnen Weine.
- 1:17:00Und das ist das, was total schön ist, was toll ist.
- 1:17:04Und das ist das, was du nachher, diese Reise, die du dann erlebt hast, das ist ja was, was du mitverkaufst auch nachher am Gast.
- 1:17:12Wenn ich dann einen Gast fragt, ja, wie machst du das denn?
- 1:17:14Wie machst du denn noch eigenen Wein?
- 1:17:15Hast du eigenen Weinberg?
- 1:17:17Und dann erzählst du, was du gemacht hast, wie du da sitzt mit dem Winzer, wie du das zusammenstellst, was die Idee dahinter ist,
- 1:17:23wie dir persönlich die Rebsorte, was für dich wichtig ist.
- 1:17:30Und dann ist das schön, wenn das dann auch noch so gut ankommt.
- 1:17:35Und das funktioniert bei uns halt wirklich sehr, sehr gut.
- 1:17:38Und was der positive Effekt bei dieser Geschichte ist, die Gäste haben, also ganz viele unserer Gäste,
- 1:17:47haben diese eigenen Kreationen als Lieblingsweine für sich entdeckt.
- 1:17:52Und welcher Effekt passiert?
- 1:17:55"Oh, ich nehme mir eine Kiste oder zwei mit nach Hause, ich bestelle mir das online."
- 1:17:59Beim nächsten Mal, wenn die kommen, ja, ich bleibe natürlich bei deinem Wein.
- 1:18:04Und das ist das, was ich eben meinte, dieser Effekt, der vereinfacht mir dann natürlich auch die Arbeit.
- 1:18:11Und in großteil der Menschen erst mal fühlen sich total emotional mit uns oder dann auch mit mir verbunden über die Weine.
- 1:18:20Und ich habe diesen Effekt, dass wir sagen können, hey, wir haben mal mit 400 Flaschen angefangen und mittlerweile sind wir bei 2.000.
- 1:18:29Das ist ja eine total schöne Entwicklung.
- 1:18:31Ja, ist eine riesen Hausnummer.
- 1:18:34Und wenn du bedenkst, dass wir mittlerweile fünf eigene Weine haben, wir sind gerade bei Nummer 6, sind wir dran.
- 1:18:40Und dann hat sich das total crazy entwickelt.
- 1:18:44Und diese Entwicklung ist gerade in einer total spannenden Phase.
- 1:18:51Und ich glaube, dass wir noch richtig Potenzial haben, genau auf diesem Weg weiter zu machen,
- 1:18:57um im Endeffekt wieder das Ganze auch Leute zu erreichen, die wir sonst für Wein nie erreicht hätten.
- 1:19:07[Musik]
- 1:19:22Wenn man damit beginnen möchte, sich mit Wein zu beschäftigen, rate ich immer dazu, sich zuallererst mit den Rebsorten auseinanderzusetzen.
- 1:19:29Wenn man diese verstanden hat, kann man die einzelnen Gegebenheiten der Region und die Handschrift der Winzer greifen und verstehen.
- 1:19:35Dafür braucht man natürlich ein Produzenten.
- 1:19:37Und das ist die größte Schwierigkeit, der es versteht, die Rebsortencharakteristiken perfekt herauszuarbeiten.
- 1:19:43Und das können nur wenige.
- 1:19:45Leser Melles kann es und das wahrscheinlich wie kein anderer.
- 1:19:48Die Geschichte von Leser Melles, fast merchenhaft, eine Serie von wunderbaren Begegnungen, stellt euch vor, es ist 1986.
- 1:19:56Die Tochter einer Winzer-Familie aus dem Bourg-Joulet und Laurent, ein bogundischer Weinhändler in fünfter Generation,
- 1:20:02sitzen nebeneinander auf den Universitätsbänken während ihres Unologiestudiums.
- 1:20:07Es war unvermeidlich, dass sich ihre Wege kreuzen würden.
- 1:20:10Die Leidenschaft für den Wein hat sie verbunden.
- 1:20:12Und bald wird klar, ihre Zukunft wird gemeinsam und im Wein liegen.
- 1:20:16Denn das war nicht nur eine Begegnung der Herzen, sondern auch der Profession.
- 1:20:19Eine Partnerschaft, die großes Versprach.
- 1:20:21Und so hält das Leben oft Überraschungen bereit.
- 1:20:24Am Ende des Studiums begegnet Laurent seiner Kusine, die mittlerweile in den USA lebt.
- 1:20:28Ihr zukünftiger Ehemann ist ein Weinmacher aus dem Napa Valley in Kalifornien.
- 1:20:32Diese Begegnung verändert Laurents Blick auf den Wein.
- 1:20:35Er verbrachte fast ein Jahr in den USA und kehrte schließlich nach Frankreich zurück,
- 1:20:38voll erneuer Ideen und inspiriert von den Weinen der neuen Welt.
- 1:20:42Sein Traum war geboren. Die eigene Marke für Rebsortenweine.
- 1:20:46Anfang der 1990er-Jahre standen Kathrin und Laurent de Lonnev vor einer Herausforderung.
- 1:20:51Das Burgund bot wenig Platz für junge Nologen mit großen Ambitionen.
- 1:20:55Doch dann entdeckten sie das Lonne-Doc.
- 1:20:57Eine Region, die sich im Wandel befand voller Potenzial und voller neuer Möglichkeiten.
- 1:21:02Die Vielfalt des Terroirs und Rebsorten zog sie magisch an.
- 1:21:06Hier fanden sie den perfekten Ort, um ihre Version zu verwirklichen,
- 1:21:10Weine zu kreieren, die rund ausgewogen und ausdruckstark sind
- 1:21:13und vor allem den typischen Charakter der Rebsorten herausarbeiten.
- 1:21:17Das langen Doc wurde ihr neues El Dorado.
- 1:21:19Doch keine Erfolgsgeschichte kommt ohne die richtige Partnerschaft aus.
- 1:21:23Laurent de Lonnev trafen während einer Weinmesse auf Melvin Master.
- 1:21:28Ein langjährigen Freund der Familie und Experten für den amerikanischen Weinmarkt
- 1:21:32gemeinsam entwickelten sie die Idee, eine Marke zu gründen,
- 1:21:35die sich auf Rebsortenweine konzentriert.
- 1:21:37Was ein durchaus kühnes Unterfangen war, denn der französische Weinmarkt
- 1:21:41war stark auf Terroir ausgerichtet.
- 1:21:43Die Marke wurde "Lisamelle" genannt.
- 1:21:45Ein Name, der für die Rundheit der Weine, die Vierfalt der Rebsorten
- 1:21:49und den Ursprung im Langdoc widerspiegelt.
- 1:21:51Laurent Catrine machten sich auf dem Weg,
- 1:21:53um die besten Parzellen im Langdoc zu finden.
- 1:21:55Sie hatten keine eigenen Weinberge, keine Kellerei und natürlich wenig Geld.
- 1:21:59Aber sie hatten ihre Überzeugung und ihre Energie.
- 1:22:01Mit diesen Eigenschaften gewann sie einige Winzer für ihr Projekt,
- 1:22:04die bereit waren, ihnen ihre Trauben zu liefern und ihre Kellern zur Verfügung zu stellen.
- 1:22:08So begann das Abenteuer auf "Lisamelle" durch die Unterstützung und das Vertrauen der Winzer.
- 1:22:13Schon im ersten Jahrgang fanden die Weine von "Lisamelle" ihr Publikum,
- 1:22:16besonders in den USA und Kanada.
- 1:22:18Aber das war nur der Anfang. Heute werden die Weine in 45 Ländern verkauft.
- 1:22:22Und "Lisamelle" hat sich zu einer der führenden Marken für französische Rebsortenweine weltweit etabliert.
- 1:22:28Also, wen könnte man besser konsultieren für ein Rebsortenwein als das Haus "Lisamelle"?
- 1:22:33Bleibt nur die Frage, welche Rebsorte nehmen wir exemplarisch,
- 1:22:36um zu sehen, wie großartig Catrine und Laurent mit ihrer Rebsortenphilosophie arbeiten.
- 1:22:40Es gibt nur eine Rebsorte, der die meisten Weintrinker am Anfang und am Ende ihrer Trinkerkarriere begegnen.
- 1:22:46Keine andere Rebsorte bieten sowohl marktrelevante Einstiegsweine auf der einen Seite
- 1:22:51und ergibt aber auch die teuersten gefragtesten Weine dieser Weinwelt auf der anderen Seite.
- 1:22:55Und das kann wie kein zweiter, der mehr los.
- 1:22:58Mehr los definitiv, eine der bedeutesten und vielseitigsten Rebsorten dieser Weinwelt.
- 1:23:02Mit einer Anbaufläche von etwa 250.000 Hektar
- 1:23:06ist sie die am zweithäufigsten angebaute rote Rebsorte weltweit.
- 1:23:11Sie stammt ursprünglich aus dem Bordeaux.
- 1:23:13wo sie besonders auf dem rechten Ufer und in Regionen wie Pomerol und Zondemion eine zentrale Rolle spielt.
- 1:23:18Ihre weichen Tannine und ihre fruchtige Aromatik machen sie zu einer zugänglichen, aber keinesfalls simplen Riebsorte.
- 1:23:25Merlot wurde es erst mal im 18. Jahrhundert schriftlich erwähnt, doch ihre Ursprünger reichen weiter zurück,
- 1:23:31die in Analysen zeigen, dass sie mit dem Cabernet-Front verwandt ist.
- 1:23:34Und in den berühmten Bordeaux-Verschnitten wird Merlot oft mit Cabernet-Sauvignon und Cabernet-Front kombiniert,
- 1:23:40was dem Wein mehr Frucht und Geschmeidigkeit verleiht.
- 1:23:42Doch reinsortige Merlots aus dem Pomerol oder die Toscana zeigen, dass diese Riebsorte auch alleine Weltklasseweine hervorbringen kann.
- 1:23:50Die Aromatik des Merlot ist natürlich immer von der Region, vom Anbaugebiet abhängig.
- 1:23:55Aber so als typischer Arom und so auch bei dem Merlot von Ligermelle finden sich Noten von Pflaumen,
- 1:24:01schwarze Kirschen, rote Berne und das oft mit Anklängen von Feichenkräutern und richtig deftiger Schokolade und Leder.
- 1:24:08Auch ohne Holzausbau.
- 1:24:09Während junge Merlots mit frischer Frucht und saftigen Tannidepunkten können die besten Exemplare Jahrzehnte reifen und entwickeln dann eine komplexe Aromatik,
- 1:24:18die an Trüffel, Tabak und Erde erinnert.
- 1:24:21Sie zeichnen sich in der Regel durch eine extreme Anpassungsfähigkeit aus und gedeihen auf verschiedenen Bodentypen,
- 1:24:27bevorzugen jedoch Ton und Kalkalk die Geböden sowie die bei Ligermelle vorkommen.
- 1:24:32Denn hier reift die Traube gleichmäßig aus und bringt dichte, strukturierte Weine hervor.
- 1:24:37Von der technischen Seite her weist Merlot eine Mittelhohelsäure auf, was ihn eben so ausbalancierten Lagerfähig macht.
- 1:24:42Und obgleich Merlot vielleicht nicht die Tiefe und die Struktur eines Carpentiers-Soviors in der Regel hat,
- 1:24:47es ist eine Rebsorte, die mit ihrer Eleganz, ihrer Frucht und ihrem Charme absolut begeistert.
- 1:24:52Und das sowohl in einem leichten Alltagswein als auch in einem hochkarätigen Spitzen gewächst.
- 1:24:57Ein Merlot weiß in der Regel, insofern er gut gemacht ist, immer zu überzeugen.
- 1:25:01Vielen Dank für dieses tolle Rebsorten Beispiel und auch ein großes Dankeschön,
- 1:25:05dem deutschen Importeur, dem Handelthaus Segnitz.
- 1:25:08So sagen es, ey, da gibt es ein junges hipes Restaurant.
- 1:25:21Da musst du mal hingehen, das ist total entspannt.
- 1:25:25Ich habe da auch ein paar YouTuber gesehen, die da hingegangen sind.
- 1:25:27Und da hat er irgendein Wein probiert.
- 1:25:29Boah, die trinken doch eigentlich gar kein Wein und die fanden das toll.
- 1:25:33Ich bestelle mir mal eine Flasche.
- 1:25:35Und dann hast du jemanden, der eigentlich gar kein Wein trinken wollte,
- 1:25:39einmal in dieses Weintema reingeführt und dann kann sich die Entwicklung ja starten.
- 1:25:44Wenn wir es nicht schaffen, Leute, die eigentlich gar kein Wein trinken, für Wein zu begeistern,
- 1:25:50dann empfindet auch keine Weiterentwicklung statt oder keinen.
- 1:25:55Wir wollen ja, dass noch mehr Menschen Wein trinken, das ist ja unser Hauptanliegen,
- 1:26:00zu sagen, Leute für Wein zu begeistern.
- 1:26:03Und das können wir nur machen, wenn wir sie da abholen, wo sie auch stehen.
- 1:26:08Und wenn ich sage so, naja, die haben überhaupt keine Ahnung von Wein.
- 1:26:11Und die verstehen jetzt hier den meiste vergorenen Weltschriesling nicht.
- 1:26:20Dann haben sie halt Pech gehabt.
- 1:26:23Jetzt mal ein bisschen provokant.
- 1:26:25Was ja auch ein neues Denken ist und nehmt auch ein Pro-Gast-Denken ist.
- 1:26:29Und was ja dann euch ja auch mit eurem Grundkonzept dann so wenig bestätigt.
- 1:26:33Und was eigentlich löblich ist, weil das ja auch die Aufgabe des Zommerges sein sollte.
- 1:26:36Also andere Welten zur offenen Bahn, aber die auch mit einer gewissen Akzeptanz.
- 1:26:40Und Leute abzuholen, mitzunehmen auf diese Reise.
- 1:26:43Ich finde es interessant, wenn man sich diese Anzahl einfach mal vor Augen hält,
- 1:26:46sprich wenn ihr 2000 Flaschen von jedem der fünf Weiner habt,
- 1:26:5010.000 Flaschen durchs 200 Öffnungstage bei 19 Tischen.
- 1:26:53Also trink jeder 2,6 Flaschen, wenn man so möchte, jeder Tisch.
- 1:26:58Was ja eigentlich in dem, wenn du sagst, so 2. eine Flasche gar nicht möglich ist,
- 1:27:02wie viel ihr nebenher noch verkauft oder im Bankkettlauf.
- 1:27:05Und andere trinken ja auch andere Weine.
- 1:27:07Also daher habt ihr schon einen durchaus signifikanten Erfolg mit diesem Konzept der eigenen Weine großartig.
- 1:27:13Wolltest du selber mal Winzer werden?
- 1:27:14Also gab es für dich mal den Wunsch, wo du sagst, das ist MC und da habe ich endlich mehr Ruhe und kann morgens auch ausschlafen?
- 1:27:21No.
- 1:27:22Also ich finde den Büro...
- 1:27:24Das mit dem Ausschlafen war auch ein Scherz, also ich möchte kein Vinz-Zuzulalt treten und sagen, hey, Jungs, ihr pent nur.
- 1:27:31Nee, ich glaube die stehen oft schon früher auf der Matte.
- 1:27:34Wieso nicht früher aufs Bild?
- 1:27:35Aber warum da so ein ganz klares, schnelles Neingekommen ist, ist einfach,
- 1:27:39ich liebe das einfach viel zu sehr im Restaurant zu stehen.
- 1:27:43Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, in absehbarer Zeit die Bühne Restaurant zu verlassen,
- 1:27:51weil es mir einfach unheimlich viel Spaß macht und weil es einfach...
- 1:27:59dass der Vorteil unserer Branche ist, wir kriegen direktes Feedback, was gleichzeitig auch oft der Nachteil sein kann,
- 1:28:04wenn es nicht so gut läuft, aber wenn es richtig gut läuft.
- 1:28:07Es gibt auch nichts Schöneres und zufriedenstellenderes.
- 1:28:10Du machst was, du agierst, du versuchst, ein Gast glücklich zu machen und der geht raus und sagt, es war der schönste Abend,
- 1:28:18den ich je hatte, ich habe noch nie so einen leckeren Wein getrunken.
- 1:28:21Wir kommen auf jeden Fall wieder.
- 1:28:23Das ist auch jemand, der im Büro sitzt oder der nicht so mit Menschen zu tun hat, der nicht was hat, was im Alltag präsent ist.
- 1:28:34Der kriegt ja manchmal wochenlang kein richtiges Feedback, ist das sinnvoll, was ich tue, ist das ein Mehrwert,
- 1:28:42fühlt man sich ausgefüllt und das ist ja was, was wir in der Branche total bekommen, wo wir total überschüttet werden.
- 1:28:51Mit Emotionen von unseren Gästen, die das total toll finden, was man macht.
- 1:28:58Ich finde, das ist ein Riesen-Mehrwert für einen selber und ein total schöner Antrieb, das weiterzumachen und das auch weiterzuentwickeln.
- 1:29:07Was ist Wein für dich?
- 1:29:09Ich habe es eben schon mal kurz erwähnt.
- 1:29:12Ich sage, es ist die zweit schönste Nebensache der Welt und ein ganz wichtiges Kommunikationsgetränk.
- 1:29:20Ich habe es ja eben auch schon mal kurz angekündigt.
- 1:29:23Ich bin wirklich nicht der Typ, der jetzt nach einem langen Arbeitstag zu Hause reinkommt, sich den Fernseher anmacht und sagt,
- 1:29:31"Ach, ich trinke jetzt mal eine Flasche Wein zum Runterkommen."
- 1:29:35Ich trinke wirklich nur Wein in Gesellschaft.
- 1:29:39Für mich ist das was, ich finde, Wein hat irgendwie was Verbindendes und den Wert einer Flasche Wein
- 1:29:50Ich finde, er erhöht sich, wenn ich den mit jemandem zusammentinke.
- 1:29:55Deswegen gibt mir nichts, alleine eine Flasche Wein zu trinken.
- 1:30:00Wenn ich aber nennen Menschen, eine tolle Person, die ich mag, wenn du zusammensitzt und du trinkst den Wein zusammen,
- 1:30:06dann hat das irgendwie eine andere Ebene für mich.
- 1:30:10Mir macht das viel, viel mehr Spaß, das mit jemandem zu trinken.
- 1:30:15Ich glaube, ich weiß gar nicht, ob ich mir überhaupt schon mal je alleine eine Flasche Wein aufgemacht habe.
- 1:30:22Kannst du dir noch ein Leben ohne Wein vorstellen?
- 1:30:24Also komplett ohne?
- 1:30:27Nee, nee, passt überhaupt nicht.
- 1:30:30Dafür liebe ich das Getränk zu sehr und es ist einfach klar, du kannst ein Leben ohne Wein funktionieren,
- 1:30:42du kannst aber auch einen Marathon ohne Sportschule laufen, ist halt nun nicht so geil.
- 1:30:48Ich wollte die einen sagen, so die anderen so, ich kann mir schon vorstellen.
- 1:30:50Ist nur eine Gewöhnungssache wahrscheinlich auch.
- 1:30:53Wahrscheinlich.
- 1:30:55Man kann sich ja in alle Schmerzen gewöhnen, also wenn man das irgendwie macht.
- 1:30:59Aber ist das nur Wein oder gibt es irgendwas Vergleichbares?
- 1:31:03Also irgendwas, was genauso cool, genauso vielschichtig, genauso komplex, genauso intensiv wie Wein ist?
- 1:31:10Weil du ja auch mit Gin arbeitest, also ich hab ja auch einen eigenen Gin.
- 1:31:13Ist das ähnlich komplex wie Wein oder ist dann Wein aufgrund der Vielfalt dann doch noch eine ganz andere Ebene?
- 1:31:19Ja, ich glaube auch an der Tiefe, an der Komplexität ist glaube ich Wein in seiner Art einzigartig.
- 1:31:29Klar, Spiritosen haben das ähnlich, aber bei Spiritosen ist so ja nochmal ein intensiveres Level auch an Alkohol.
- 1:31:39Ich selber trinke Spiritosen immer dann, wenn ich gut essen gehe.
- 1:31:44Ich habe so eine Challenge für mich immer noch, vielleicht hängt das noch ein bisschen vom Somelys werden ab,
- 1:31:52als man dann wirklich noch in schwarzen Gläser sensorisch dann versucht hat, alles blind zu verkosten, wenn ich irgendwo essen bin.
- 1:32:00Und da ist jemand mit einer vernünftigen Digi-Sti-Karte oder jemand, der sich da auskennt, sage ich immer nachem Essen,
- 1:32:07"Stell mir was hin, was ich noch nicht kenne und was ich nicht erschmecken kann."
- 1:32:11Ach cool.
- 1:32:12So eine Challenge, die ich immer mache, wenn ich essen gehe.
- 1:32:15Und dann erwischt man sich auch schon mal selber, wie schlecht man geworden ist,
- 1:32:19oder gibt dann wieder diese schönen Momente, wo man merkt, krass, ich kann es doch noch.
- 1:32:24Wie fing das bei dir an?
- 1:32:26Bist du jetzt auch schon relativ lange im Game?
- 1:32:28Also bist du da jetzt keiner der jüngste?
- 1:32:31Aber wann hast du deine Lute gerockt?
- 1:32:33Ich habe mir gerade auf die Zunge gebissen und gefragt, wie kriege ich die Kurve hin, aber ich dachte, ich habe es gemerkt.
- 1:32:43Aber ich wollte es dir trotzdem noch mitgeben, dass es mir getan hat.
- 1:32:46Vielen Dank.
- 1:32:47Nein, nein, das stimmt ja auch.
- 1:32:50Wie bin ich zu weingekommen?
- 1:32:53Um das ein bisschen ausholen, ich habe selber in meiner Jugend eine etwas wildere Phase gehabt
- 1:33:01und war relativ spät dran mit Ausbildung, etc., weil ich meinen Realabschluss, mein Abi noch nachgeholt habe,
- 1:33:08habe dann gekellnert, also richtig gekellnert, weil ich einfach Geld verdienen musste, um auch klarzukommen.
- 1:33:16Und habe dann gemerkt, ey cool, das ist was, was dir total Spaß macht.
- 1:33:21Und habe dann, als ich fertig war, wollte ich eigentlich Politikwissenschaften studieren.
- 1:33:26Wow.
- 1:33:27Ich habe dann aber das Gefühl gehabt, mach lieber erst mal eine Lehre, du warst in der Schule immer recht faul,
- 1:33:37weil Schule hat mich nicht begeistert.
- 1:33:41Meine Mutter ist immer im Dreieck gesprungen, weil sie gesagt hat, du hast eigentlich so viel mehr Potenzial.
- 1:33:47Warum bist du immer mit so wenig zufrieden?
- 1:33:49Und ich sage immer, Schule interessiert mich nicht.
- 1:33:51So, es macht mir einfach keinen Spaß.
- 1:33:54Und als ich dann irgendwann mit Gastronomie angefangen habe, habe ich gemerkt,
- 1:33:59so, ey, das ist eigentlich was, was dir total Spaß macht.
- 1:34:02Mach doch zur Absicherung, bevor du studieren gehst, einfach eine Lehre, weil ich war dann auch schon 22.
- 1:34:11Dadurch, dass ich die Abschlüsse nachholen musste, kam ja der Druck.
- 1:34:16Viele haben schon die Lehre gemacht mit 16, 17 und ich war immer noch in der Schule mit 22,
- 1:34:22weil ich die Abschlüsse nachholen musste.
- 1:34:25Und dann habe ich dann die Lehre in der Gastronomie gemacht.
- 1:34:30Und das war aber ein relativ einfaches Restaurant von einem Freund von mir.
- 1:34:36Ich habe dann natürlich auch den einfachsten Weg in dieser Phase gesucht.
- 1:34:39Wenn ich ehrlich bin, es war um die Ecke, es war ein Kumpel.
- 1:34:44Und ja, da war mit Wein noch nicht so viel.
- 1:34:48Ich war so in der Phase, wir haben uns mit den Jungs am Wochenende getroffen.
- 1:34:53Man hat sich dann eine Flasche Hochprozentiges irgendwo reingeprügelt, damit man auf ein gewisses Level kommt.
- 1:35:01Und in der Disco ging es nur darum, den Pegel zu halten mit höchsten, wenigen finanziellen Aufwand.
- 1:35:08So sind wir durch die Wochenende gezogen.
- 1:35:10Und dann war die Sensibilität für guten Wein oder gute Spiritosen natürlich total low.
- 1:35:19Und dann fing das so im Restaurant dann an.
- 1:35:21Da war dann auch erstmal so weißwein trocken, weißwein lieblich, so wie man es in vielen Restaurants heute kennt.
- 1:35:29Wo ich heute denke, warum macht man das?
- 1:35:32Aber wenn man dann zurückdenkt und so seine eigene Entwicklung sieht, wo du sagst,
- 1:35:37ey, du wusstest es am Anfang selber nicht besser, also hör auf, wenn wir die Leute zu verurteilen.
- 1:35:42Sondern gibst du dir lieber ein paar Ratschläge an die Hand, als das von oben herab irgendwie zum Beliebungen oder zu verurteilen.
- 1:35:53Und dann habe ich während der Lehre halt relativ schnell gemerkt,
- 1:35:57hör mal, das kann nicht sein, dass du im ersten Lehrjahr ein Restaurant alleine leitest.
- 1:36:02Weil es war ja auch relativ einfach.
- 1:36:04Es war eher so ein Runner-Job.
- 1:36:05Ich habe teilweise 30, 40 Gäste alleine bedient mit Theke.
- 1:36:09Das war dann auch so viel Biergeschäft.
- 1:36:13Und bin dann wirklich auch viel gelaufen.
- 1:36:17Und dann habe ich gesagt, das kann aber nicht, das ist ja nicht die Spitze der Gastronomie.
- 1:36:23Und dann habe ich mal gegugelt und dann habe ich irgendwo gesehen, es gibt ein Sternerestaurant.
- 1:36:30Ich weiß es noch genauer damals, da habe ich gedacht, wo ein Stern, oh Mann, ob das was Gutes ist.
- 1:36:36Weil viele denken ja immer so in Hotelsterne, auch noch bei Sternrestaurants.
- 1:36:41Und dann habe ich gedacht, die sind aber teuer für ein Stern.
- 1:36:44Und dann habe ich da angerufen, habe mir die Karte mal angeguckt und fand das total spannend, weil ich nichts kannte, was da draufstand.
- 1:36:53Und dann habe ich gefragt, ob ich da mal ein Praktikum machen kann für ein paar Wochen.
- 1:36:57Ich wollte dann mehr und den nächsten Step machen.
- 1:37:01Und dann habe ich da Praktikum gemacht und dann habe ich gedacht, krass, heftig.
- 1:37:05Es gibt einen Unterschied, wie Fische gefangen werden, alle Filiöer geangelt.
- 1:37:11Ich sage, krass, die erzählen dir was, was sie für ein Salz benutzen, wo das Olivenöl herkommt, wie das angebaut wurde.
- 1:37:19Ich sage, krass, wie detailgetreu das ist.
- 1:37:23Und auf einmal hat sich für mich so eine ganz neue Tür geöffnet und habe ich gedacht, geil, das möchte ich auch.
- 1:37:29Ich möchte das auch wissen, ich möchte auch Wert darauf legen, wie das, wie die Tiere gefüttert werden, wo die herkommen, wie die Haltung ist.
- 1:37:38Das hat mich total beeindruckt.
- 1:37:40Und in diesem Praktikum habe ich auch Alex kennengelernt zum ersten Mal.
- 1:37:45Das ist ganz wichtig, das war unser erste Begegnung.
- 1:37:48Und es war direkt so eine Bromance.
- 1:37:50Also so eine Männerfreundschaft wurde sofort am ersten Tag weist, der Typ ist cool, mit dem wäre ich gerne befreundet.
- 1:37:58Und zum Glück war das beiderseitig.
- 1:38:00Wir fanden uns bald gegenseitig ganz cool.
- 1:38:04Und so ist der erste Kontakt mit Alex entstanden.
- 1:38:08Ich habe dann meine Lehre natürlich noch normal zu Ende gemacht und hatte immer schon den Traum ins Ausland zu gehen.
- 1:38:15Und habe dann nach meiner Lehre ein Jahr in Australien gelebt.
- 1:38:19Und da hat es zum ersten Mal mit dem Wein richtig gefunkt.
- 1:38:23Durch das Praktikum habe ich gemerkt, wow krass, die haben 300 oder 400 Weine hatten die damals.
- 1:38:28Und dann habe ich gesagt, wie kann dieser Somelier das alles wissen?
- 1:38:31Und dann habe ich gesagt, so muss es anfangen.
- 1:38:33Dann habe ich bei mir im alten Restaurant dann versucht, Weine mal so ein bisschen zu analysieren.
- 1:38:38War dann mit einem lieblichen Kadakar schon schwierig.
- 1:38:43Aber dann in Australien hat sich das durch das Arbeiten in mehreren Topgastronomien dann ganz schnell weiterentwickelt.
- 1:38:54Du hast ganz oft Kontakt mit Someliers oder mit Menschen, die wirklich Wein affin waren.
- 1:39:00Und da habe ich dann auch die ersten großen Verkostungen mitgemacht.
- 1:39:05Und das hat mich dann irgendwie total geketcht.
- 1:39:09Und dann habe ich gesagt, wenn ich wieder nach Deutschland zurückkomme,
- 1:39:11dann fange ich sofort in der Sterne Gastronomie an und ich möchte was mit Wein machen.
- 1:39:16Und dann bin ich dann zurück nach Deutschland.
- 1:39:19Dann habe ich überlegt, was machst du?
- 1:39:20Gehst du nochmal nach Österreich und in die Schweiz?
- 1:39:23Und dann war ich nochmal in der Bokstumresidenz Essen.
- 1:39:27Und dann hat er Alex, der immer noch da war, gesagt, wir brauchen hier dringend jemanden im Service.
- 1:39:32Und dann habe ich eine Woche später oder zwei Wochen später in der Bokstumresidenz angefangen,
- 1:39:39die wir jetzt vor ein paar Jahren dann übernommen haben und weitergeführt haben.
- 1:39:44Und da fing es dann an, dann hatte ich eine Weinkarte, war aber eigentlich total überfordert mit so viel Position.
- 1:39:51Und hatte ganz oft die Situation am Gast, dass ich immer gehofft habe,
- 1:39:57bitte bestellt nichts aus Frankreich, weil ich überhaupt keine Ahnung hatte von Frankreich und Wein.
- 1:40:02Ich bin quasi in so eine Position gekommen.
- 1:40:07Die Restaurantleiterin oder die Sommelierin, die da war,
- 1:40:11die ist an dem Tag, wo ich angefangen habe, hat sie gekündigt.
- 1:40:15Mega zu voll. Super.
- 1:40:17Ja, ja, das war total krass.
- 1:40:19Ich stand da so und ich sage, ich weiß, ich kenne die Sachen alle gar nicht.
- 1:40:22Ich sage, ich weiß, wie soll ich das denn verkaufen?
- 1:40:24Und dann war damals der Patron, der Sternekoch, der war auch relativ Weinaffin, Rainer Hensen.
- 1:40:32Also wirklich ein Koch, der wirklich auch Ahnung von Wein hatte.
- 1:40:35Der hat mich dann immer auch ein bisschen unterstützt, das supportet.
- 1:40:39Ich bin mit ihm dann Montag, Dienstags auch immer mal mitgefahren, zu winzern.
- 1:40:43Und dann habe ich Hendrik Thomas Wein am Limit mal irgendwo gesehen.
- 1:40:50Oder ich habe irgendwas von Hendrik gesehen, wie er das im Internet angefangen hat mit seinen Wein am Limit-Folgen.
- 1:40:59Und da habe ich gesagt, krass, das ist richtig gut.
- 1:41:05Und ich muss unbedingt mein Weinwissen vertiefen.
- 1:41:07Und dann habe ich mich bei der Somelie Schule in Koblenz angemeldet, weil ich gesagt habe, ich muss schneller mehr über Wein wissen.
- 1:41:13Und habe dann angefangen, ja, mit dem Somelier-Lehrgang.
- 1:41:17So war die kurze Strecke hin zum Somelier.
- 1:41:25Und Hendrik war dein Vorbild oder Rainer oder hat es ein anderes Vorbild?
- 1:41:29Der, der dich geprägt hat, wo du sagst, der hat mir meine Philosophie vermittelt oder in mir implantiert?
- 1:41:37Ja, ich hatte lange Zeit.
- 1:41:39Wirklich war Rainer Hänzen eigentlich die einzige Person, mit der ich über Wein sprechen konnte,
- 1:41:45oder mit denen ich auch mal zu Winzer gefahren bin.
- 1:41:47Als es dann ein bisschen eigenständiger wurde, ich meine eigene Idee entwickelt habe, mein eigenen Geschmack.
- 1:41:55Du fängst ja an dich einzulesen, am Anfang, wenn du mit Wein anfängst und keinen Mentor hast, der dir die Leitplanken stellt und dir sagt, das besser nicht, das ist wichtig, das nicht.
- 1:42:09Bist du ja ein bisschen lost, wenn du dir alles selber beibringen musst?
- 1:42:13Auf der anderen Seite?
- 1:42:15Ja, ja, was ein Riesenproblem ist, weil ich glaube, das ist auch ein Problem, warum da so wenig zu wenig nachkommt,
- 1:42:23dass irgendwie es nicht geschafft wird, die jungen Leute zu akquirieren, sich weiter zu bilden.
- 1:42:29Ich glaube, dass da viel auf der Strecke bleibt.
- 1:42:33Und ich habe dann irgendwie durch eigene Initiative einfach angefangen.
- 1:42:39Ich glaube, dass viele vielleicht dann nicht machen, weil sie sagen, das Thema ist so unübersichtlich und komplex.
- 1:42:45Das traue ich mir nicht zu oder keine Ahnung, warum man dann das nicht macht.
- 1:42:52Ich hatte den Ehrgeiz und wollte das unbedingt und habe dann neben der Arbeit meinen Schule in Koblenz besucht und meinen Someli-Abschluss gemacht.
- 1:43:02Und dann ging es eigentlich erst richtig los, weil viele in der Someli-Schule, als der Abschluss geschafft war, hatte ich so das Gefühl, dass dann so, ja, ja, jetzt bin ich Someli, jetzt habe ich es geschafft.
- 1:43:16Ich hatte immer so das Gefühl, jetzt geht die Reise eigentlich erst los, weil nur weil du theoretisches Fachwissen aneignest und ein paar Verkostungen oder weißt, wie du was verkostest,
- 1:43:28fehlt ja ja die komplette Erfahrung.
- 1:43:31Und ich hatte zum Glück jemanden in der Schule, mit dem ich heute noch sehr, sehr gute Freundin bin, Timo, mittlerweile Weißheidinger, Timo Neithart, dieser früher.
- 1:43:44Er mittlerweile in Österreich in einem sehr, sehr schönen Restaurant arbeitet. Liebe Grüße an dich, Timo.
- 1:43:51Mit dem ich mich gegenseitig hochbetteln konnte.
- 1:43:57Ich konnte Timo damals begeistern, bei uns zu arbeiten und das war einer der coolsten Servicezeiten für mich bis heute.
- 1:44:06Wir waren quasi zwei Jungs-Sommeljes, die gerade mit der Schule fertig waren.
- 1:44:12Und wie man im Eifer der Jugend dann so ist, wenn du da fertig bist, dann ist ja diese Phase, wo du irgendwie jedem Gast dein erlerntes Wissen auch präsentieren möchtest.
- 1:44:25Also rückwirkend war das total drüber.
- 1:44:28Du standest manchmal am Tisch und hast erzählt, hast erzählt und hast gar nicht gemerkt, dass die Leute dich gar nicht mehr verstehen, was du denen versuchst zu erzählen.
- 1:44:40Was aber auch das Problem von Jungs-Sommeljes ist. Ja, total, total. Aber das ist normal.
- 1:44:46Ja, genau, ich muss zeigen, dass ich mehr weiß oder dass ich nicht nur überspitzt, ich bin nicht nur ein Kellner, sondern ich habe richtig was auf dem Kasten.
- 1:44:58Und das zu dosieren, das braucht so ein bisschen Zeit.
- 1:45:01Ich finde, dass wenn das emotional vorgetragen ist und mit diesem Leuchten in den Augen, finde ich das gar nicht so schlimm.
- 1:45:09Ich finde es schlimm, wenn das so auswendig runtergerattert, emotionslos daherkommt.
- 1:45:17Das würde ich sagen, finde ich schlimmer als jemand, der, wo du merkst, der hat einfach Bock, über Wein zu erzählen.
- 1:45:25Aber man muss also in der Regel merkt man relativ schnell, dass die Gäste nicht mehr mitkommen.
- 1:45:33Und dann ist das, wo du dann als Sommeljes was total wichtig ist, einfach zu wissen, wann hole ich welchen Gast, wo ab, wo steht der gerade.
- 1:45:45Weil du kannst nicht ein Thema durchspielen den ganzen Abend. Jeder Tisch ist anders, jeder hat ein anderes Wein-Standing, jeder trinkt anders.
- 1:45:55Und deswegen ist es auch umso wichtiger, nicht so eine Rutsche durchzuspielen und zu sagen, alle Weine, die ich toll finde, die müsst ihr alle trinken,
- 1:46:07sondern durch gezielte Fragen, wo stehst du, was trinkst du gerne?
- 1:46:12Weil viele haben ja auch Angst, was zu sagen. Das merkt man ja auch total oft.
- 1:46:16Dann sind die total ehrfürchtig, sind zum zweiten oder ersten Mal im Sternerestaurant und haben Angst, Sachen falsch zu machen.
- 1:46:22Das spürt man ja im Service.
- 1:46:25Und wenn du diese Leute abholst im richtigen Moment, denen ein schönes Gefühl gibst, dass es egal ist, was sie gerne trinken, wie ihr was finden, was zu denen passt
- 1:46:34oder sich nicht trauen, dass sie Süßwein gerne trinken, das gibt es ja auch total oft.
- 1:46:39Ich weiß nicht, ob die anderen Sommeljes das auch so oft haben, dass die Leute Angst haben zu sagen, dass sie gerne Weine mit Restsüße trinken.
- 1:46:46Für mich jetzt als absoluter Kaby-Leapower ist das natürlich für mich ein gefundenes Rechen und ein Geschenk quasi.
- 1:46:56Und ich sage immer, ich habe 80, 90 Süßweine auf der Karte.
- 1:46:59Und ich sage, nee, echt? Ich habe immer gedacht, wer Ahnung von Wein hat, trinkt trocken.
- 1:47:04Und dann sage ich immer, wer Ahnung von Wein hat, erzählt sowas nicht.
- 1:47:08Dass es in jedem Bereich tolle Weine gibt, auch im restsüßen Bereich.
- 1:47:12Ich weiß nicht, du hast ja ja viele Podcasts gemacht, du kannst das vielleicht sogar noch ein bisschen besser bewerten.
- 1:47:18Ich würde immer sagen, dass der rieslinge Kabinett so die Lieblings-Dilistik fast aller Sommeljes ist.
- 1:47:25Also in dem Kreis von mir würde ich sagen, trinken das alle total gerne.
- 1:47:30Gerne. Ich würde das nicht unbedingt als Lieblings-Dilistik proklamieren oder thematisieren,
- 1:47:35weil ich glaube, es ist immer ein Balancegetränk oder ein Balancewein, wenn man so möchte.
- 1:47:40Also wenn man sagen würde, wir trinken den ganzen Abend nur rieslinge Kabinett, wird es auch langweilig.
- 1:47:44Aber er schafft eine gewisse Lebendigkeit und Ruhe dabei oder eben dieses Erfrischende mit dabei.
- 1:47:50Oder um den Morgen zu beginnen, also wenn ihr da in Düsseldorf einfaltet, da macht das wahnsinnig viel Spaß.
- 1:47:56Und es ist halt ein Wein, der zum einen eine gewisse Freiheit erfordert, dass man einfach sagt, ich vertraue auf meinen Geschmack.
- 1:48:02Ich mag sowohl die Süße als auch die Säure, ich mag das Spiel, ich mag Reife, ich mag Jugend, je nachdem wie ich ihn genieße.
- 1:48:09Und man kann sich einfach davon betören lassen.
- 1:48:13Viele Soms mögen natürlich auch die Leichtgewichtigkeit.
- 1:48:17Also das wir da halt 8, 9, 10, 11 Volumenprozent haben und das Ganze eben nicht sofort niederstreckt aufgrund des intensiven Konsums,
- 1:48:24den sie haben, wenn sie trinken, dann eben den Tag nochmal anders oder den Abend nochmal anders überleben.
- 1:48:29Ich glaube, das ist die Rechtfertigung letztlich für ein Kabinett, aber ich würde ihn nicht so als das Nonplus Ultra aller dann irgendwo beschreiben.
- 1:48:36Aber es ist ganz weit oben im Rating.
- 1:48:39Ja, glaube ich auch. Es ist ja schwierig da überhaupt was zu finden, was alle mögen.
- 1:48:44Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass sich, wenn ich Gastronomen da habe, dass das entweder so als Einstieg, wie du gerade sagst, genommen wird,
- 1:48:53um einfach mal so frisch in den Abend einzustarten oder auf der anderen Seite es nachher als Regenationswein genutzt wird,
- 1:49:00um sich wieder so ein bisschen aufzufrischen.
- 1:49:03Also ich würde ihn mehr als Nutzwain bezeichnen.
- 1:49:07Ein Kabinett ist für mich Nutzwain, der immer seinen Nutzen erfüllt in dem Augenblick und vor allen Dingen, wo du dann in der Phase, wo du nicht mehr nachdenken kannst
- 1:49:14oder nicht mehr nachdenken möchtest, der passt halt immer. Also mit dem Kabinett macht es halt auch nie was falsch.
- 1:49:19Auch bei den Leuten, die umzu sind, er funktioniert immer, egal auch welche Geschmacksrichtung.
- 1:49:24Auch wenn du einen konsequenten Tropfentrinker hast, ist es oftmals, wenn du die richtige Kabinett-Balance hast, dann fetzt das einfach.
- 1:49:31Und dann ist da auch, es gibt auch keine richtige Situation für den Kaby.
- 1:49:34Du kannst das, keine Ahnung, irgendwo auf der Straße, wenn du auf dem Bürgersteig sitzt, kannst du den genießen.
- 1:49:40Aber kannst du auch im High-End-Normplus-Ultra-Restaurant.
- 1:49:44Er passt halt auch immer. Es ist so der Anzug, der sowohl schick ist als auch bequem.
- 1:49:49Wir brauchen Kaby als Anzug.
- 1:49:51Ja, ich finde es auch. Bei uns ist es die perfekte Allzweckwaffe im Restaurant auch.
- 1:49:55Auch wenn du mal in der Weinbegleitung irgendwie was hast, wo du einfach gar nichts geht.
- 1:49:59Ich sage immer, Kaby und Champagner funktioniert fast immer.
- 1:50:02Bei Champagner ist es schon schwieriger.
- 1:50:06Und beim Kaby hast du einen großen Vorteil.
- 1:50:08Aber du hast da eben auch eine gewisse Preissensibilität, gerade wenn du in eine gewisse Klasse hast.
- 1:50:12Und beim Kaby ist es halt immer so unverschämt günstig.
- 1:50:15Ja, es verrückt eigentlich, weil es so eine spannende Stilistik ist mit so einer ultrahohen Komplexität.
- 1:50:24Und das ist auch komischerweise, vielleicht hast du die Erfahrung auch gemacht.
- 1:50:31Ich bin auch viel im Ausland unterwegs.
- 1:50:33Und wenn man dann mal Somelis trifft in anderen Ländern, die fahren auf Kaby total ab.
- 1:50:39Die sagen immer, das ist geil, du wohnst an der Mosel, das ist so krass.
- 1:50:43Die Sachen sind hier bei uns, wenn wir die importieren müssen, also gerade in den USA oder so.
- 1:50:47Das ist voll teuer.
- 1:50:49Es ist schade, dass wir so weit weg wohnen.
- 1:50:52Ihr habt so ein Glück in Deutschland.
- 1:50:54Und wenn du so in Deutschland darüber sprichst über Riesling, dann hast du eher das Gefühl,
- 1:50:58dass das so eine schwierige Rebsorte ist, weil die Leute immer noch der Meinung sind,
- 1:51:04dass sie die Säure nicht vertragen.
- 1:51:06Was ich im Restaurant immer noch oft höre, es ist wirklich krass.
- 1:51:12Mittlerweile ist es so, dass ich das bewusst auch dann anspreche,
- 1:51:19weil die Leute sitzen da, trinken eine Flasche Champagner oder ein Winzersekt
- 1:51:26und beim Wein vertragen sie dann die Rieslingsäure nicht.
- 1:51:30Das versucht dann immer zu erklären, dass wenn sie die Flasche Champagner schaffen,
- 1:51:34dass der Riesling nicht das Problem ist.
- 1:51:37Die Wohltat danach, dass man eigentlich streicheln.
- 1:51:41Aber ich finde gerade, wenn du sagst, über sie zum Beispiel,
- 1:51:44dann merkt man auch, welche Wertigkeit diese Weine, also sprich auch ein Kaby haben kann,
- 1:51:47die Zahn ja teilweise zwischen 40 und 100 Dollar für eine Flasche.
- 1:51:51Und wie gut wir es eigentlich in dem Sinne haben, dass wir die so als Schnäppchen bekommen
- 1:51:55und logisch mögen diese Art von Wein, weil es die halt nirgends wo in der Welt gibt.
- 1:51:59Es gibt nirgends wo in der Welt eines Wein-Stilistik wie die von der Mosel-Wien-Kaby.
- 1:52:04Christo, meines Wissens in keinem, selbst in den kaltklimatischen Regionen von Nordamerika
- 1:52:10oder von teilweise Australien oder eben Chiele gibt es auch relativ kühle Regionen.
- 1:52:15Und diese Art von Weinighen, und das ist, glaube ich, eine Einzigartigkeit.
- 1:52:18Und derer müssen wir uns auch öfters bewusst werden.
- 1:52:21Ja, ich war im Tezujas in Sydney und die hatten eine regionale Weinbegleitung aus Neuseeland und Australien.
- 1:52:31Und die haben wirklich aus Claire und Eden Valley in Riesling drin gehabt,
- 1:52:35den sie "Kaby Style Riesling" genannt haben.
- 1:52:38Also selbst dort gucken die auf die Mosel und finden die Stilistik spannend
- 1:52:44und versuchen das dann da auch zu machen.
- 1:52:46Und was in diesen Geschichten, die das so auch so ein bisschen probieren,
- 1:52:51vielleicht ist man da auch als Deutscher so ein bisschen versaut,
- 1:52:54besonders wenn man so viel Riesling trinkt oder auch so viel "Kaby" getrunken hat,
- 1:52:58wie ich das gemacht habe, weil es einfach für mich auf der erste Griff zur Flasche ist.
- 1:53:04Da fehlt dann halt so ein bisschen die Tiefe und die Komplexität.
- 1:53:08Es ist auch gut gemacht.
- 1:53:11Aber wenn du dann halt hier versaut bist mit den Top-Produzenten,
- 1:53:16dann haben die Anderen es dann auch schwer, das irgendwie zu kopieren.
- 1:53:20Und dann fehlt ja wahrscheinlich auch so die letzte Nausee an Klima,
- 1:53:24an jahrelanger Erfahrung und vielleicht auch an den richtigen Bödenarten,
- 1:53:29weil diesen Zusammenschluss, den wir hier in Deutschland haben,
- 1:53:33der ist ja weltweit einzigartig.
- 1:53:35Das ist ja was, was man nicht kopieren kann.
- 1:53:37Da können die Chinesen sich anstrengen, wie sie wollen.
- 1:53:40Den kriegen sie nicht kopiert.
- 1:53:42Das ist interessant beim Kaby.
- 1:53:44Ich finde, dass man ihn trotzdem in einer gewissen Erfurcht trinkt.
- 1:53:47Man trinkt ihn zwar in großen Schlücken, es gibt ja kaum Wein, den man so.
- 1:53:50Selbst beim Champagner, da hast du ja eine Kohlensore,
- 1:53:52die immer so einen gewissen Trinkstopp,
- 1:53:54ist irgendwie nach einem dritten Schluck pro Minute dann irgendwie einleitet.
- 1:53:57Beim Kaby ist das irgendwie anders, aber man hat so eine gewisse Grunderfurcht.
- 1:54:00Was war mal der Kaby deines Lebens?
- 1:54:03Der Kaby meines Lebens.
- 1:54:0598 Maximiengrünhaus, Kaby Abzberg.
- 1:54:09Ich fand das gigantisch.
- 1:54:13Ich habe das echt bekommen vom Weingut.
- 1:54:17Das war total, ich habe damals mit Florian Richter vom Grundschlösschen,
- 1:54:22habe ich bei mir auf einer Veranstaltung, habe ich eine Somalia-Battle gemacht.
- 1:54:26Dann haben wir gesagt, du bist der Rheingau-Liebhaber
- 1:54:31und ich bin der Mosel-Riesling-Liebhaber.
- 1:54:33Wir machen eine Battle, Rheingau gegen Mosel.
- 1:54:36Was war so ein Ortenkampf wie Alte?
- 1:54:40Das war, wie lange mag das sein, 5, 6 Jahre?
- 1:54:433,90 Jahre.
- 1:54:46Also noch nicht so lange.
- 1:54:48Es war wirklich schon ein Rheifer-Kaby.
- 1:54:51Und dann war es natürlich für mich auch ein bisschen einfacher zu sagen,
- 1:54:56ich habe dann ein großes Somalia-Battle mit Florian.
- 1:54:59Der ist der Meinung, der Rheingau hat seine Vorzüge.
- 1:55:03Ich bin eher bei euch bei der Mosel.
- 1:55:06Habt ihr nicht was, um den Platz zu machen?
- 1:55:09Dann haben die mir wirklich damals 6 Flaschen noch geschickt aus dem Keller.
- 1:55:13Ich habe dann in dieser Verkostung versucht,
- 1:55:17so wenig wie möglich aufzumachen.
- 1:55:20Um diese, muss ich ehrlicherweise sagen,
- 1:55:23wir haben kleine Schlücke ausgeschenkt.
- 1:55:26Jede dieser Flaschen war so ein Genuss.
- 1:55:30Für mich macht das mir unheimlich viel Spaß,
- 1:55:35Rieschenkabine zu trinken.
- 1:55:38Es hat viele Vorteile, wie du eben schon beschrieben hast.
- 1:55:41Du kannst mal zur zweiten Flasche trinken, ohne dass du es direkt merkst.
- 1:55:46Wenn wir dann mal Wein trinken, trinken wir ja auch gerne.
- 1:55:50Dann hast du auch mal Lust, eine zweite Flasche zu trinken.
- 1:55:53Wenn eine Flasche Kaby dabei war, dann steigt es nicht sofort in den Kopf.
- 1:55:59Trotzdem als Speisebegleiter, das ist erstaunlich.
- 1:56:03Ja, super.
- 1:56:05Was oftmals sehr provokant ist,
- 1:56:08hattest du mal dieses Erlebnis von Wein und Speise, wo du sagst, das ist der Himmel?
- 1:56:12Ja, auf jeden Fall.
- 1:56:15Meine Topkombination der letzten Geschichten,
- 1:56:21wo ich sage, das hat total gekickt, war Sake mit Frograt.
- 1:56:28Das fand ich sehr sexy, finde ich immer noch sehr sexy.
- 1:56:31Hat dich noch nie.
- 1:56:33Das ist ein Klassiker bei uns geworden seit anderthalb Jahren.
- 1:56:36Ich habe immer mal Sake eingebaut in die Weinbegleitung.
- 1:56:40Polarisiert wie Sau von "Was hast du gesoffen, dass du so was hier kombinierst?"
- 1:56:46bis hin zu "Krass, habe ich noch nie zusammenprobiert, finde ich total spannend."
- 1:56:50Sake wirklich extrem polarisiert.
- 1:56:53Fühlt die Sake nicht die Sauber?
- 1:56:55Hätte ich gedacht.
- 1:56:57Nein, nein.
- 1:56:59Du musst es mal posieren.
- 1:57:01Wir machen das dann auch so, dass wenn wir die Folgera mit Sake kombinieren,
- 1:57:10dass Alex dann wirklich auch das Gericht auch so für mich ändert,
- 1:57:16dass er auch zum Sake passt.
- 1:57:19Das ist natürlich der Vorteil, wenn der Laden dir zu einem Drittel gehört,
- 1:57:23dann kannst du in der Küche auch mal Fortschriften machen, wenn du was brauchst.
- 1:57:27Ich weiß nicht, ob du ihn kennst, das ist der Katsu Yama-Lai.
- 1:57:32Das ist der letzte genau meine Frage gewesen.
- 1:57:35Das ist so ein Semisweet Junma Ginjo Sake.
- 1:57:40Und wenn du dann noch was Nussiges, Erdiges, Schokoladiges hast mit der Gänseleber,
- 1:57:49dann ist es total krass.
- 1:57:52Ich glaube, wir haben das in den letzten 1,5 Jahren,
- 1:57:57das 300-mal verkauft, 400-mal.
- 1:58:00Es war nicht ein Gast dabei, der gesagt hat, das funktioniert nicht.
- 1:58:05Das ist nicht so meins.
- 1:58:07Obwohl das Sake ist, das ist total verrückt.
- 1:58:10Die Kombi kickt total.
- 1:58:13Was ich total geil finde, ist so eine ganz easy Geschichte.
- 1:58:17Die Pommes Champagner funktioniert super, finde ich.
- 1:58:20Das ist auch immer geil.
- 1:58:22Ich esse gerne mal eine Pommes zwischendurch.
- 1:58:24Ich kenne einen Kollegen in Düsseldorf, der genau das anbietet.
- 1:58:27Der Tony macht das geil.
- 1:58:29Ich war jetzt bei der Running Pin Convention, waren wir mit dem Team bei Tony in seinem neuen Laden.
- 1:58:36Und nochmal Probes, Anthony, das ist mega geil, was du da machst.
- 1:58:41Ich finde das ganze Konzept geil.
- 1:58:44Es passt so sehr zu ihm.
- 1:58:46Da sind wir wieder bei diesen Themen, was ist authentisch.
- 1:58:50Da gibt es auch Leute, die das vielleicht nicht so feiern.
- 1:58:54Ich finde es mega abgefahren und gut.
- 1:58:57Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Besuch bei ihm.
- 1:59:00Sehr cool.
- 1:59:02*Klopfen*
- 1:59:04Kaum ein Weinbaugebiet in dieser gesamten Weinwelt hat eine so starke Eigenidentifikation wie die Riocha.
- 1:59:25Die Bodegas Tarón ist ein Jovel im Herzen der Riocha Alter und zieht zweifelos zu den faszinierendsten Weingütern Spaniens.
- 1:59:32Und obgleich, die Bodegas Tarón, erst im Jahr 2003 als Kooperative von vier Ortschaften ins Leben gerufen wurde,
- 1:59:39sind die Ursprünge der einzelnen Ortschaften tief in der Geschichte der Region verwurzelt.
- 1:59:44Denn deren gemeinsame Weinbautradition reicht bis ins zwölfte Jahrhundert zurück.
- 1:59:50Die Bodegas Tarón umfasst insgesamt 700 Hektar Weinberge, deren Reben im Durchschnitt, man mag sich festhalten, 50 Jahre alt sind.
- 1:59:58Einige der Parzellen jedoch gehen auf Rebbestände aus den frühen 20. Jahrhundert zurück,
- 2:00:03eine Seltenheit, die den Wein eine unvergleichliche Komplexität verleiht.
- 2:00:08Das Herzstück der Produktion bildet die Rebsorte Tempranillo, die hier auf einzigartige Weise gedeiht.
- 2:00:13Die keighaltigen Lehnböden kombiniert mit den kühlen Winden der Sierra de la Demanda, schafft ideale Voraussetzungen für diese charakteristische Traube.
- 2:00:22Der hohe Anteil an Tonmineralien im Boden, die geringe Regenmenge sowie die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht,
- 2:00:29ermöglichen die langsame, gleichmäßige Reifung der Bären.
- 2:00:33Eine der wesentlichen Grundlagen für die berühmte Finesse und die Eleganz der Rioche Alterweine.
- 2:00:39Historisch betrachtet hat sich die Bodegas Taron den traditionellen Weinziel der Rioche Alter bewahrt.
- 2:00:44Der Einfluss des Flusses Epro, der die Region durchzieht, bringt zusätzliche Frische in die Weine, die in anderen Teilen der Rioche nicht in gleicher Weise zu finden ist.
- 2:00:54Technisch betrachtet setzt die Bodegas Taron auf modernste Kälterverfahren, ohne jedoch die traditionsreichen Methoden der Region zu vernachlässigen.
- 2:01:02Die Lese erfolgt nahezu ausschließlich von Hand.
- 2:01:05Nahezu 700 Hektar werden von Hand gelesen. Jedoch ist dies immens wichtig, um sicherzustellen, dass nur die besten Trauben in die Produktion gelangen.
- 2:01:13In den Weinkellen kommt sowohl edelstein für die präzise Steuerung der Gering als auch traditionelle Eichenholzfester zum Einsatz,
- 2:01:20die den Wein eine feine Tanninstruktur und komplexe Aromen verleihen.
- 2:01:24Insbesondere der Einsatz von traditionell-abrikanscher, aber auch neuerdings französischer Eiche ist für die Alterungen Struktur der Weinentscheiden.
- 2:01:32Die Bodegas Taron setzt zudem auf nachhaltigen Weinbau. Die Bewirtschaftung erfolgt nahezu vollständig im Einkang mit der Natur, ohne den Einsatz von systemischen Herbeziehen.
- 2:01:41Der Respekt vor der Natur zeigt sich auch in der Tatsache, dass die Böden regelmäßig brach liegen, um die Fruchtbarkeit zu bewahren.
- 2:01:48Ein zentraler Aspekt der Weinproduktion in der Rioche Alter ist die lange Lagerung.
- 2:01:53Die Weine vom Bodegas Taron reifen oftmals für Jahrzehnte in Flaschen, bevor sie den Markt erreichen.
- 2:01:59Insbesondere die Granreserver, das Aushängenschild der Region, durchlaufen einen komplexen Eiterungsprozess.
- 2:02:05Sie verbringen mindestens fünf Jahre in den Kellern der Bodega, davon zwei Jahre in Eichenfässer und drei Jahre in der Flasche.
- 2:02:11Aber ein Wein liegt mir besonders am Herzen. Der Cephas Sintenarias 2018 von der Bodegas Taron aus der Rioche Alter, ein Ausnahmewein,
- 2:02:20der als herausragendes Beispiel für die enge Verbindung von Traditionen und technischer Präzisionen fungiert und somit den Charakter dieser weltberühmten Weinregion extrem authentisch definiert.
- 2:02:31Dieser Wein, dessen Traum ausschließlich von über 100 Jahre alten Rebstöcken stammen, verkörpert die Quiddesens der Region und ist ein Tribut an die historische Weinbaukunst der Rioche Alter.
- 2:02:42Die Weinberge, aus denen der Cephas Sintenarias gewonnen wird, liegen in den hohen Lagen der Rioche Alter auf rund 600 bis 650 Meter über dem Meeresspiegel.
- 2:02:52Diese Höhenlagen bringen die entscheidenden klimatischen Vorteile mit sich, während der heißen Sommertage sorgt die Höhe für kühlenächte, die eine gleichmäßige und langsamere Reifung der Trauben ermöglichen.
- 2:03:04Dadurch entwickeln die Beeren eine hohe Konzentration von Aromen und Tanninen, was für die spätere Struktur und eleganzes Wein ist von entscheidender Bedeutung ist.
- 2:03:12Die Rebsorte, die den Cephas Sintenarias dominiert, ist der Tempranillo, der in der Rioche seit Jahrhunderten kultiviert wird.
- 2:03:19Die Reben, die auf sandigen und kalkhaltigen Bödenwurzeln gehören zu den ältesten der Region und zeichnen sich durch ihre extrem geringen Erträge aus.
- 2:03:27Die Ernte im Jahr 2018 war für die Rioche Alter von idealen Bedingungen geprägt. Ein ausgeglichener Vegetationszyklus ohne extreme Wetterereignisse und ausreichende Niederschläge sorgten für eine gesunde und üppige Entwicklung der Trauben.
- 2:03:40In der Kellerei angekommen durch laufend die Trauben ein sorgfältig überwachtender Prozess, die alkoholische Gärung erfolgt in kleinen Edelstalltanks, die eine präzise Kontrolle der Temperatur ermöglichen.
- 2:03:49Was für die Erhaltung der Aromenvielfalt von großer Bedeutung ist? Eine verlängerte Mazzarationszeit sorgt dafür, dass die Tannine aus den Trauben heute optimal extrahiert werden.
- 2:03:59Dies verleiht dem Cephas Sintenarias, seine markante Struktur und das Potenzial über Jahrzehnte zu reifen.
- 2:04:05Der 2018er Jager verbrachte 14 Monate in Eichholzfässern was ihm sanfte Röstaromen, eine zarte Vanillenote Zedanholz und mit den prägnanten Gewürznoten einen intensiven Mantel für die opulente Fruchtverlie.
- 2:04:19Nach der Fassreifung erfolgt eine weitere Reifephase in der Flasche, die bei der Bodegas Taron in Kühln feuchten Kellern stattfindet. Diese zusätzliche Reifezeit ist notwendig, um die Tannine weiter zu glätten und die Aromen harmonisch zu binden.
- 2:04:31Bei der Abfüllung ist der Cephas Sintenarias 2018 noch ein junger Wein, der jedoch großes Potenzial zur weiteren Entwicklung offenbart.
- 2:04:39Die Weine von der Bodegas Taron sind ein Spiegel der Region ihrer Geschichte und ihres Terroirs. Sie verkörpern die handwerkliche Präzisionen und das tiefgehende Verständnis der klimatischen geologischen Bedingungen, die für die Rioche Alter so charakteristisch sind.
- 2:04:53Der Fokus liegt nicht nur auf den berühmten Reserver und Grarreserver, sondern auch auf den fruchtbetonten frischen Kranzerweinen, die eine jüngere Generation von Weinliebhabern ansprechen soll.
- 2:05:03Das war's für großartige und vor allem authentische Weinerlebnisse. Vielen Dank dafür! Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Impoteur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:05:11[Schnattern]
- 2:05:21Aber sagt mir selber, was für ein Glas nehmt ihr da?
- 2:05:24Ganz wichtiges Thema, Sakeglas. Es gibt ja auch ganz gute japanische Restaurants, wo Sake wirklich in den Pinchen serviert wird, in so einem Schnapsgeläschen. Das krieg ich irgendwie nicht zusammen. Warum man das immer noch macht?
- 2:05:48Sake nicht zum Riechen gedacht ist, sondern eigentlich zum ... Sie trinken ja den Sake auch anders. Es hat gerade dort eine andere Bedeutung und lebt wahrscheinlich gar nicht so ...
- 2:05:59Genau, es hat einen kulturellen Hintergrund. Ich hab mich echt gewagt, das Thema anzusprechen. Ich hatte das Glück, ich war in Berlin in der japanischen Botschaft eingeladen auf den Sake-Tasting.
- 2:06:14Wow, cool!
- 2:06:16Was total spannend war und ich hab wirklich an dem Tag gesagt, lass uns doch mal über die Gläserkultur sprechen, ne?
- 2:06:26Und dann hab ich mit der Ueno Müller die Sake-Fachfrau überhaupt, auch ein Mensch, den ich sehr, sehr schätze in der Szene.
- 2:06:38Ich hab gesagt, sei mal ehrlich, bitte mal, ich möchte eine ehrliche Meinung.
- 2:06:44Du kannst mir doch nicht sagen, dass ein Sake aus einem Schnapsglas das gleiche kulinarische Erlebnis ist, als wenn du es aus einem ganz feinen, mundgeblasenen, sage ich mal, Rieslingglas trinkst.
- 2:07:01Und sie hat mir da recht gegeben, hat gesagt, dass das schon eine Nummer feiner ist, wenn du das machst, aber dass das auch ein bisschen was mit der japanischen Kultur zu tun hat, dass sie das so machen.
- 2:07:12Und ich finde, das ist auch ein Argument, wo du sagst, okay, wenn das eine kulturelle Geschichte ist, finde ich das auch nachvollziehbar, das ist ein Argument, was ich verstehen kann.
- 2:07:22Das heißt aber nicht, dass ich das dann im Restaurant so machen muss, weil das ein kultureller Frefel ist.
- 2:07:31Ich argumentiere es einfach so, dass ich das auch finde, dass der Sake sich besser präsentiert und besser zeigt in einem feinen, dünn, wandigen, kleinem Weißweinglas.
- 2:07:45Und das ist auch vor allen Dingen das Potenzial dafür hat, also, dass man ihn auf eine Aromatik wahrnimmt, was man ja eben in den historisch geprägten Trinkgefäßen eigentlich gar nicht macht.
- 2:07:56Und man kann auch am Sager riechen, man kann auch dieses Reisaroma oder diesen Braukarakter und dieses sehr feine und dieses sehr blumige, was er oftmals eben auch hat, oder dieses Sothege, wo mir das gleichsetzen würde, durchaus ein Intensiv wahrnehmen.
- 2:08:11Da wird es dann noch mehr zum Erlebnis.
- 2:08:13Und wenn wir unsere Glaskultur haben, die wir ja hier gerade im Dachraum, sag ich mal, extrem ausgeprägt haben, warum das nicht nutzen und warum genau das nicht auskosten.
- 2:08:23Ja, finde ich auch. Und nochmal, jeder kann das ja auch für sich, es ist ja auch meine Art der Weise, warum ich das mache.
- 2:08:33Jeder kann das ja auch für sich selber argumentieren.
- 2:08:35Du, ich muss das ja meinen Gästen erklären, warum ich das mache. Und dann kann ich das erklären, warum ich das mache. Das ist eine Argumentationsstruktur.
- 2:08:42Die kannst du entweder auch so sehen oder nicht. Aber ich finde, jeder sollte das machen so, wie er das mag.
- 2:08:53Ich mag das aus dem Weinglas lieber trinken. Wenn das andere anders machen, voll okay. Es ändert ja nichts an meinem Leben.
- 2:09:00Wenn mich jemand fragt, ich sage, Sake macht mehr Sinn aus dem Weisweinglas als aus dem Schnapsgläschen.
- 2:09:07Du würdest auch einen Weisweinglas dafür nehmen. Also du würdest keinen Schnapsglas, kein Rotweinglas, kein Champagnerglas, du würdest einen Weisweinglas.
- 2:09:16Grundsätzlich. Also es gibt natürlich auch einen riesen Welt von Sakes.
- 2:09:19Ich wollte gerade sagen, es kommt auf den Sake nochmal an. Es gibt ja unheimlich viele Sake. Wir haben auch in der Weinbegleitung schon mal ein Sparkling-Sake gehabt.
- 2:09:31Das funktioniert auch zum Dessert schon mal eingebaut. Da benutze ich natürlich auch das Champagnerglas.
- 2:09:39Aber tendenziell bei den etwas feineren, leichteren, ich habe auch so ein Sake, den habe ich selber "Cabby Style" vorgeschrieben.
- 2:09:49Das ist ein Sake, der halt auch eine gleiche Restsüße hat. Das hilft, also ich merke das so vom Feedback her, in der Wahrnehmung des Sakes, für die die noch nie Sake getrunken haben.
- 2:10:02Dass das auch ein bisschen weicher, ein bisschen runder macht. Also für die, ich sag mal, für den normalen Mensch, der das noch nie getrunken hat, ist es einfacher mit Sake einzusteigen, als wenn du mit Dreck, mit was rustikalerem kommst oder mit was so ein bisschen stärker oder intensiver ist oder was du vielleicht auch warm trinkst.
- 2:10:24Ich finde auch so ein Warm-Sake zum Hartkäse finde ich zum Beispiel auch total spannend. Gerade zu umarmigerichten, wenn du Pilzresotto hast oder fermentiert.
- 2:10:36Wie erwärmt die den?
- 2:10:38Also ich mache ihn nicht komplett warm, sondern lasse ihn dann in Raumtemperatur stehen. Also wir haben ja alle unsere Spiritosen auch temperiert und auch die, ich habe zwei Klimazonen.
- 2:10:54Leider nur hat natürlich den Nachteil, dass manche Sachen ein bisschen zu kalt sind, aber auch da wieder ein pragmatischer Ansatz. Warm wird immer sehr schnell, runterkühlen ist ein bisschen schwieriger.
- 2:11:10Deswegen ist alles tendenziell erstmal ein bisschen kühler und wie gesagt beim Sake selber, wenn wir das in der Weinbegleitung haben, steht der dann draußen und hat dann Zimmertemperatur.
- 2:11:23Also ich mache ihn jetzt nicht nochmal warm, weil das macht ihn für den Endkonsumenten noch schwieriger zu trinken und wenn du den einbaust in die Weinbegleitung, dann kannst du dir vorher schon mal die Boxhandschuhe anziehen, weil du genau weißt, heute geht's wieder los.
- 2:11:43Aber ich finde das auch cool, ich finde das gehört auch so dazu und sonst können wir dann nächstes machen wir alle nur noch Grauburgunder in die Weinbegleitung, damit gar keiner irgendwie was meckert.
- 2:11:55Und es gibt übrigens auch gute Grauburgunder, nicht dass wieder sich einer beschwert, dass ein Grauburgunderbashing ist, aber was ich damit sagen will, traut euch doch ruhig mal was.
- 2:12:05Wenn ihr was geil findet, macht's einfach mal, wenn der ein oder andere Gast das auch nicht cool findet oder auch nicht versteht, ist auch nicht schlimm.
- 2:12:13Man kann ruhig auch mal zu seinen etwas verrückteren Ideen stehen und wichtig immer ist, wenn man es erklärt am Gast, was passiert, warum du das cool findest, vielleicht findet der Gast das auch einfach nicht cool, was da passiert und du schon.
- 2:12:30Das heißt ja nicht immer, dass es richtig oder falsch ist oder dass man das nicht machen darf oder das schon.
- 2:12:36Da gibt es ja dann auch schon mal, gerade im Social Media Bereich in der Somnyszene, auch schon mal Diskussionen und ja, so Beef-Geschichten, wo du dir eigentlich im Social Media Stream oder im Chatverlauf so dann die Tüte Popcorn nehmen kannst und weißt, jetzt wird's lustig, weil dann so zwei Welten aufeinander prallen.
- 2:12:59Und keine von den beiden Welten merkt, von euch wird's sowieso keiner gewinnen, also warum arbeite ich da, aber ich bin es witzig.
- 2:13:08Genau, das ist das Einzige, was mir dann dazu einfällt, wo sagt Leute, ihr habt doch eigentlich beide Rechte, warum schackelt ihr euch denn jetzt so hoch, aber wenn dann so persönliche Emotionen dazu kommen, was auch vollkommen okay ist.
- 2:13:22Ich finde, man darf auch mal offensiv auch mal was verteidigen, man darf auch mal in die Diskussion steigen.
- 2:13:29Ja, der Ferdi von Böselager, liebe Grüße nach Berlin, ist ja einer meiner besten Somnely-Freunde und wenn wir beide zusammen unterwegs sind,
- 2:13:42wir mögen eigentlich, oder ich mag eigentlich selten das, was er trinkt und ich liebe es auch mit ihm darüber zu diskutieren und uns gegenseitig dann auch mal ein bisschen anzufrotzeln, sage ich mal,
- 2:13:55weil wir da komplett unterschiedlicher Meinung sind, aber das ist auch voll okay und das gehört auch dazu, finde ich.
- 2:14:02Dadurch lernt man auch die Welt des anderen irgendwie kennen.
- 2:14:05Beim Sake, ich fand es interessant, den auch mal bei 37 Grad zu probieren oder bei 45 Grad, weil er dann durch diese eigene Körpertemperatur, also gerade 37 Grad, zum einen selber näher ist, eine ganz eigene Aromenwelt offenbart und auch dem Gericht temperaturmäßig näher ist, was dann so nochmal eine ganz eigene Symbiose ergibt, aber es ist natürlich ein riesen Serviceaufwand.
- 2:14:27Wie setzt sich bei dir Wein-Service zusammen?
- 2:14:29Hast du da bestimmte Parameter, wo du sagst, das finde ich cool, ich brauche D&D Tools, ich nehme D&D Gläser, welche Marke habt ihr?
- 2:14:38Gibt es da für dich Wertigkeiten?
- 2:14:41Ja, in der Konstitution eures Restaurants 21 oder 20, als ihr darüber nachgedacht habt?
- 2:14:46Also die Gläsergeschichte ist eines der elementaren Themen in einem Restaurant meiner Meinung nach. Also wir haben wirklich viel weg rationalisiert, was ich nicht brauche, um einen schönen Abend im Restaurant zu haben, haben wir eben ja schon mal drüber gesprochen, T-Stecken, Silberbesteck etc.
- 2:15:05Das finde ich bei den Gläsern sehe ich das anders, da muss ein gutes Glas her, weil wenn ich das jetzt mal überspitzt, wenn ich das Kobelbief mit Christoffelbesteck esse, schmeckt das Fleisch nicht besser.
- 2:15:21Wenn ich aber einen guten Wein aus einem guten Glastrink ist, ist das ein Mehrwert für den Gast und für den Wein. Und deswegen finde ich wichtig, da zu investieren, wo es ein Mehrwert schafft für das Produkt und da weg rationalisieren, wo ich der Meinung bin, das ist jetzt kein Grund, warum der Gast wiederkommen würde, auch wenn er es vielleicht schöner findet.
- 2:15:46Und da sind wir wieder beim Thema Wirtschaftlichkeit und deswegen haben wir auch verschiedene Gläser. Wir haben damals angefangen mit Salto, ich habe mir das mal, als wir 2015 zurückgekommen sind, geschäftsführig, habe ich dann angefragt, ich würde gerne mit Salto Gläsern arbeiten.
- 2:16:05Dann war das Thema Einkauf, Gläserbruch, eine Geschichte, konnte mich dann aber so ein bisschen durchsetzen, durfte dann mal zwölf Gläser von allen bestellen, habe die dann immer für die Weinbegleitung oder wenn Gäste besondere Weine bestellt haben, die genutzt.
- 2:16:20Und als wir dann selbstständig wurden, konnte ich das dann selber entscheiden und habe dann das Restaurant umgerüstet auf Salto komplett. Also ich wollte jedem Gast dieses Erlebnis quasi bieten.
- 2:16:33Und als wir uns dann selbstständig gemacht haben, hatte ich das Glück, dass ich damals die neue Serie Definition von Spiegel auch mit testen durfte.
- 2:16:43Wir waren glaube ich 14, 15 Someliers, die das über so eine Online-Geschichte mit ihren Lieblingsweinen und ihrem anderen Lieblingsglas zusammen testen durften.
- 2:16:54Und da muss ich sagen, als Unternehmer rein wirtschaftlich betrachtet, ist es für mich aktuell ein Glas, wo man nicht dran vorbeikommt, weil es einfach das Preis-Leistungsverhältnis sensationell ist.
- 2:17:12Ich kann die Aufregung verstehen, weil es ist sehr offensichtlich, dass es eine Kopie ist von Salto. Also es ähnelt dem Glas extrem auffällig.
- 2:17:22Aber es ist vom Preis her und gerade wenn du so ein großes Restaurant hast wie wir das haben, das heißt, wenn es richtig voll ist am Wochenende, also wir Gäste haben, die dann auf einmal zwei mehr mitbringen, dann sind wir so bei 55 Gästen.
- 2:17:38Und dann kannst du dir vorstellen, wenn die Hälfte Weinbegleitung trinken plus operativ, wie viel Gläser du da brauchst oder was du dafür ein Gläserdurchlauf hast und dann natürlich auch dementsprechend der Gläserbruch ein wirtschaftlicher Faktor ist.
- 2:17:52Und ich gesagt habe, okay, wir stellen das jetzt um auf Spiegel-Outdefinition und da ist einfach der Einkauf fast 50 Prozent günstiger gewesen als bei Salto.
- 2:18:09Und ich habe diese Salto-Gläser noch und teilweise sind da immer noch vereinzelte Salto-Gläser zwischen und es fällt eigentlich nicht auf, wenn einem gleichen Tisch ein Salto-Glas steht und ein Spiegel-Glas.
- 2:18:22Also wir versuchen da drauf zu achten, dass es nicht passiert, aber es ist auch schon mal passiert beim Abräumen dann, ich gesehen habe, oh, scheiße, es stand doch noch ein Salto-Glas dazwischen.
- 2:18:32Also es versuchen das schon einheitlich zu machen, aber das passt dann leider nicht immer.
- 2:18:37Und ja, das würde ich sagen, wenn du dein ganzes Restaurant bestücken willst, aber achten musst, was du ausgibst oder deine wirtschaftliche Verantwortung mit einberechnest, kommst du meiner Meinung nach an dem Glas nicht mehr vorbei.
- 2:18:55Sonst irgendwelche Tools, die du, also bestimmte Karaphen, irgendwelche Dropsops werden immer gern genannt, keine Ahnung, brauchst du Thermometer, brauchst du Belüfter, brauchst du Kühlmannschetten, schlag mich tot, Froster, irgendwas was wir nicht kennen aus dem digitalen Bereich, wo du sagst, hey.
- 2:19:16Nee, wir haben, wie gesagt, alle Weine so gekühlt, dass sie immer ein, zwei Grad unter Ausscheintemperatur, unter Trinktemperatur, also in der Ausscheintemperatur rausgenommen werden.
- 2:19:28Wir haben an den einzelnen Tischen, haben wir Eisbuckets stehen, wo wir dann auch mit rein und raus stellen, quasi auch ein bisschen mit der Temperatur spielen können.
- 2:19:40Und ja, Dropsops benutze ich oft bei alten Flaschen, wenn zum Beispiel der Korken schon viel abgegeben hat an den Flaschenhals und du in den Flaschenhals kaum reinkommst.
- 2:19:58Das war, glaube ich, beim Weingutbecker, hatte ich das mal vor zehn, zwölf Jahren, die hat das dann auch, die hat jetzt den Dropsop benutzen, dann sagt sie, wenn der Wein über diese Stelle läuft, wo der Korken zehn, zwanzig Jahre hing und der Rückstände gelassen hat,
- 2:20:17beeinflusst das den Wein und wenn du dann den Dropsop benutzt, läuft das nicht über diese Stelle und ich hatte das Gefühl, dass das stimmt und das dann getestet wird.
- 2:20:29Das ist auch gravierend, also muss man ausprobieren. Auch mal nicht mal dieses Gleitmittel, was der Korken hat, das hängt ja trotzdem, also egal wie lange der Korken dort ist, hängt ja trotzdem an der Flasche fest und zumindest die ersten Stückchen, wenn der gravieren von beeinflusst.
- 2:20:41Ja, fand ich auch. Also für mich war das, wie wir eben schon gesagt, das ist ein Argument, ich versteh es, ich fand es auch so und deswegen mache ich das bei solchen Sachen, baue ich dann den Dropsop mit ein oder bei besonders großen Flaschen, bei Doppelmarknen, die sind dann auch ein bisschen schwerer auszuschenken.
- 2:20:57Da benutze ich dann auch ein Dropsop. Früher gab es mal hier die Vakumpumpe, das finde ich, hat so irgendwie gar keinen Effekt vom Gefühl her, gibt es sogar Leute, die sagen, du ziehst sogar Aroma damit raus, das ist jetzt, aber wir haben auch einen viel zu hohen Durchlauf, das sind so Geräte, die benutze ich nicht.
- 2:21:20Eigentlich mein wichtigstes Gerät ist Durand, also die Hebamme, die benutze ich wirklich oft bei Korken, bei alten Flaschen, wo du dir nicht 100% sicher bist oder wenn der Korken wirklich mal klemmt, das ist wirklich was ich auch den Gästen dann immer empfehle, kauf durch das einmal, es hat mir oft schon das Leben gerettet mit schwierigen Flaschen.
- 2:21:44Ich finde es sowohl Durand als auch Hebamme, Hebamme gibt es kaum noch zu kaufen, die hat kaum noch jemandem im Angebot, weil ich total schade finde. Aber Durand, die sind ja jetzt mehr oder weniger allgegenwärtig, kann ich sogar über Amazon bestellen, von dem her, die sollte jeder haben.
- 2:21:59Ja, denke ich auch, das gehört zur Grundausstattung dazu, Karaffen zum Dekantieren, zum Karafieren, total wichtig. Da haben wir auch, ich habe mal eine Aktion gehabt mit dem einen oder anderen Hersteller, wo ich sehr, sehr schöne Karaffen bekommen habe. Damals alles da für Magnum, für Weißwein, für Rotwein, für Belüften, für Dekantieren, Karafieren.
- 2:22:22Das mache ich im Restaurant relativ häufig, gerade bei so jüngeren Weißweingeschichten, das ist eigentlich das, was man am öftesten macht, also das Karafieren in dem Fall.
- 2:22:35Sonst, das muss ich mal überlegen, haben wir sonst noch Weintools. So, Temperaturmesser, machen wir wirklich, wenn ich ehrlich bin, nach Gefühl. Vielleicht gibt es das irgendwann auch mal digital, so ein automatisiertem, wenn die Flasche einfach nur noch reinsteckt, dass direkt die Temperatur misst, würde manche Diskussion auch schon mal verhindern.
- 2:22:58Wir schenken unser Weine ja wirklich schon kühl aus, aber oft ist es wirklich so, dass die Leute dann immer noch sagen, der ist mir nicht kalt genug und denkst, krass, schenkst den mit 6 Grad aus und es ist immer noch nicht kalt genug.
- 2:23:14Was ja vom Empfinden manchmal auch ganz stark mit der Viskosität des Weines zu tun hat, mit dem Alkoholgehalt, also ein alkoholastigen Wein, empfinde ich als wärmer logischerweise, weil der wesentlich mehr Öligkeitenfülle hat, als eben so eine dünnen Pinokritche, der schon bei 8 Grad knackig kalt irgendwie wirkt.
- 2:23:33Ich vergiss man auch manchmal, dass Glasart ist eine ganz andere, weil der Wein natürlich anders mit Luft umwandelt wird und die Luft ist meistens warm. Es gibt so viele Parameter, wo man bei der Temperatur oft in die Diskussion kommt.
- 2:23:46Definitiv. Und deswegen haben wir mittlerweile an jedem Tisch ein Eisbacke hängen, dass wenn dem Gast das zu kalt ist, wir können es immer reinlegen bei burgundischen Sachen, also alles, was so ein bisschen aus dem Holz kommt, was so ein bisschen reifer ist, sage ich immer, wenn ihr damit einverstanden seid, ich lege ihn oben auf, einfach, dass er nicht die Zimmertemperatur erreicht, aber auch nicht gekühlt wird.
- 2:24:11Wir haben in der Mitte oder man mehren Stationen im Restaurant auch die Easy Cooler stehen, die auch Temperatur halten. Da kann man auch immer mal rausnehmen, mal wieder reinstellen.
- 2:24:23Ist irgendwie über die Jahre natürlich auch so ein bisschen erfahrungswert, wann man das wie macht und dann natürlich auch die Kommunikation mit dem Gast, wie er es gerne hätte. Nochmal Empfehlung aussprechen, ich würde es so machen, damit es am besten für ein Wein ist. Hat der Gast da keinen Bock drauf? Lass ihn das doch so trinken, wie er das gerne möchte.
- 2:24:45Bei welchem Tool würdest du dein Freund einfreunden, wenn du den, das zum Geburtstag geschenkt bekommen würdest?
- 2:24:52Also, Vakumpumpe ist sehr nah dran, dann gibt es ja diese Belüfter, wo du wenn du ein Wein einschängst, dass sie einmal kreist. Ich sage immer, komm ich zeig dir mal den Effekt, wie man den, dann nimmst du die Karaffe und drehst die einmal.
- 2:25:09Dann sagst du, es ist genau das Gleiche, also es ist auch sinnfrei für mich. Das sind so zwei Sachen, wo ich sage, brauche ich nicht oder was haben wir denn nochmal probiert.
- 2:25:23Das letzte schlechte Tool, wo ich mich habe überreden lassen, ist mal zu probieren, war dieser Stab, den man in die Weinflasche steckt, dass man dann keinen Weinkühler mehr braucht.
- 2:25:36Das Ganze hält drei Minuten. Sobald das Ding funktioniert einfach gar nicht, das ist auch was die Welt nicht braucht.
- 2:25:49Ist auch eine ganz schöne Sauerei, wenn du einen rausziehst, den Wein hast oder wenn du ihn irgendwo hinlegen musst. Also vom pragmatischen hat da jemand das nicht wirklich ganz bis zum Schluss durchgedacht.
- 2:25:58Vor allem, wenn die Flasche voll ist und du das reinstecken willst, dann läuft es auch über. Weil es ist gar nicht das Volumen, der Luftvolumen ist gar nicht da, wie viel das in der Flasche einnimmt.
- 2:26:10Also da hat wirklich jemand überhaupt nicht nachgedacht oder nicht einmal sein eigenes Produkt ausprobiert, bevor er es auf den Markt gebracht hat.
- 2:26:17Aber du siehst, es existiert, es ist da, es wird verkauft anscheinend.
- 2:26:23Gibt es auch Fans vom Eisenpickle sozusagen, auf welche die nicht besiegen sind, die geguckt haben oder so.
- 2:26:31Ja, das stimmt.
- 2:26:34Wo würdest du gerne nochmal Wein empfehlen, wenn du jetzt die Chance hättest irgendwo reinzusnieten und zu gucken, wie die funktionieren, wie die arbeiten, was deren Philosophie ist, sei es für einen Tag, für eine Woche.
- 2:26:45Wo würde ich mal gehen. Also, was ich schon gemacht habe, was ich extrem beeindruckend finde, ist vielleicht gerade jetzt nicht so super spektakulär, dass ich irgendwie nach London, New York oder Shanghai oder Tokyo möchte.
- 2:27:03Ich fand sehr beeindruckend im Kronenschläßchen im Flow, der einfach mal, ich weiß nicht, wie viele Tausend Positionen managt.
- 2:27:14Ich habe immer gesagt, krass, ich habe 700 und der hat einfach, ich weiß gar nicht, offiziell auf der Karte sind irgendwie 3 oder 4 Tausend und der hat nochmal ein, 2 Tausend irgendwo in anderen Lagern.
- 2:27:26Und dann habe ich, ich habe ihn irgendwann mal angerufen und habe gesagt, flow, ich bin gerade im Wechsel, von da nach da.
- 2:27:33Ich habe ein bisschen Zeit, kann ich mal 2 Wochen bei dir mitmachen und dann hatte sich natürlich gefreut und dann haben wir auch ein bisschen Weinumräumen in Lager gemacht und fand ich total beeindruckend, wie er das managt mit diesen riesen Kellern, dieser riesen Weinkarte.
- 2:27:52Das war sehr beeindruckend und ich kann mir nicht viel mehr vorstellen, was man noch mehr machen kann und ich kenne auch keine größere Weinkarte.
- 2:28:02Das war schon sehr beeindruckend und ist direkt bei uns vor der Tür, vielleicht auch oft unter dem Radar für die Außenwelt, was der Flow da für einen geilen Job macht.
- 2:28:14Ich glaube es ist schon an der Karte gewertschätzt wird, also nicht zuletzt durch dieses gigantische Rheingogomiefestival, was ja auch eine Mammutaufgabe ist, die er aber mittlerweile ja scheinensspielend absolviert, aber eben auch das tägliche Business, also mit dieser tollen Weinkarte und auch mit den vielen Zombies, die er verhaftet hat und die bei eben einen ganz, ganz starken Job machen, den er aber auch mit einer ganz eigenen Leidenschaft außen vorsteht.
- 2:28:39Ist für dich ein Sommelierlebnis, also so wundschönes, als auch ein schreckliches, wo du sagst, das würde ich gerne mit euch teilen.
- 2:28:47Puh, ein schreckliches Sommelierlebnis, ja, hatte ich, was heißt, war schrecklich.
- 2:28:57Ich glaube manchmal ist es gar nicht so, manchmal ist es dieses punktuelle persönliche Empfinden.
- 2:29:04Ich möchte jetzt nicht zwingend Namen nennen, aber ich hatte mal ein Erlebnis in New York, da bin ich extra hingeflogen, weil da der beste Sommelier der Welt irgendwie mal im Restaurant war, hatte das dann auch per E-Mail, ich hatte mich so drauf gefreut, hab gedacht, so geil, Sommelier Weltmeister in New York, so das will ich mal erleben und das ist auch schon viele Jahre her.
- 2:29:31Und dann bin ich so dahin, hab ich gedacht, boah krass, so heute nennst du den Sommelier Weltmeister kennen, war so so.
- 2:29:39Und dann war der Abend so da und es war so total unsch- spektakulär, ich weiß gar nicht, ob es an meiner Erwartungshaltung lag oder was ich da mir vorgestellt hatte in dem Moment, ist rückwirkend.
- 2:29:55Aber ich kann mich da erinnern, dass ich so gedacht habe, so okay, crazy.
- 2:30:00Es fehlte so die komplette Emotion, es fehlte so diese Begeisterung für Wein, das war so ja, hier haben wir jetzt das, das und das.
- 2:30:11Und so keine Erklärung, warum zum Essen, warum.
- 2:30:15Und dann habe ich es mir so, he, what the fuck.
- 2:30:18So warum ist das jetzt so?
- 2:30:22Und ich habe das in dem Moment, war ich so, ich habe es nicht verstanden, warum man das nicht emotionaler ranbringt, warum man das nicht erklärt, warum man in der Weinbegleitung die und die Weine zudem und den Essen nutzt.
- 2:30:37Ich habe es bis heute, ist das so, wo ich denke so, es war so schade, vielleicht, wie gesagt, lag es an der einen persönlichen Erwartungshaltung damals.
- 2:30:47Das fand ich, fand ich ein bisschen schwach in dem Moment.
- 2:30:52Justin war gleich enttäuscht, also der hat genau das gleiche Erlebnis oder ein ähnliches Erlebnis im gleichen Restaurant oder gleiche Person gehabt und war auch nicht so am User.
- 2:31:01Ach echt?
- 2:31:02Und ich kann mir aber vielleicht auch vorstellen, nur so als Gedanke, ob es nicht vielleicht New York Style ist.
- 2:31:08Also ob da vielleicht nicht der Stil so ist, dass man halt mit einer gewissen Art von Geschäftsleuten halt so dieses Kuhle und einfach, hm, und so, und nimmt das, ihr müsst das trinken.
- 2:31:19Und es ist ja manchmal auch städteabhängig, es ist manchmal auch erwartungsabhängig oder ob der Kollege vielleicht einfach nur massiv überfordert ist und einfach nur durchkommen wollte.
- 2:31:26Also was keine Rechtfertigung für irgendwas ist, aber vielleicht manchmal so ein Verständnis und was aber eben auch wieder genau das bestätigt, was du gesagt hast, dass es eben nicht deine Erwartungshaltung war.
- 2:31:37Genau. Und ich finde, wir können das aus der Branche ja immer sehr gut eigentlich analysieren und bewerten auch im Nachgang, ne, dass du dann mal so an dem Abend vielleicht emotional enttäuscht bist.
- 2:31:50Aber du kannst es ja auch rückwirkend dann so ein bisschen bewerten.
- 2:31:55Vielleicht habe ich mich selber auch zu wichtig genommen in dem Moment, weil ich auch eine E-Mail geschrieben habe, ich bin auch so, mir gefreut, ich freue mich total.
- 2:32:02Ich habe dann gedacht, cool, der weiß auch Bescheid, dass ein Kollege kommt und wenn das einer bei uns macht, ich weiß, ein Kollege kommt, so dann bist du ja irgendwie, ja, was heißt noch aufmerksam, du bist ja immer aufmerksam, aber kennst du ja, weißt du ja, wenn du weißt, kommt ein befreundeter Somelier.
- 2:32:21Man würde andere Sachen empfehlen, als wenn man nicht vorbereitet ist, man würde anders auf eine andere Ebene kommunizieren, nicht dass der wertiger oder nicht wertiger ist, aber man setzt auch andere Sachen voraus in der Kommunikation, wo man einfach weiß, okay, erkennt den Unterschied zwischen Riesling und Grauburgunde.
- 2:32:39Nicht, dass es andere Gäste nicht kennen, aber man kommuniziert anders miteinander.
- 2:32:43Man hat eine andere Kerlansprache. Das war dann halt das Gesamterlebnis, wo ich mir gedacht habe, entweder war dem das egal, oder der hat das vielleicht, vielleicht hat er das auch jeden Tag drei, vier Mal und er ist dem leid, oder ich wusste, das war total, kennst du das, wenn du so nicht weißt, warum das so ist und du dich so unverständlich zurücklässt, weil es so einfach wäre, es anders zu machen in deinen Augen, vielleicht sogar ein bisschen besser.
- 2:33:12Ja, bin ich toll bei dir.
- 2:33:14Die Hilflussion Ratlosigkeit lässt einen dann einfach so verzweifelt zurück, wenn man keine Erklärung dafür hat.
- 2:33:22Aber gibt es ein schönstes, also wo du sagst, wow, auf jeden Fall.
- 2:33:26Das war bis heute meine beeindruckendste Weinbegleitung und auch einer der schönsten Gastronomieabende, die ich bisher hatte. Und zwar war das mein erstes Essen, bevor ich beim Herrn Steinheuer angefangen habe, 2013, 2012, 2013, war es, glaube ich.
- 2:33:49Und zwar bin ich mit Alex da essen gewesen und damals hat der Sebastian Borthäuser uns eine doppelte Weinbegleitung gemacht.
- 2:33:59Das heißt, er hat in jedem Gang, hat er zwei Weine gemacht und das ist wirklich gerade der perfekte Übergang.
- 2:34:06Da war es nämlich genauso, er wusste Bescheid, wir sind Zommeliers oder wir sind Gastronomen.
- 2:34:13Und du hast total gemerkt, der hat gesagt, komm, euch zeige ich jetzt mal, wo eure Grenzen sind, vom Volumen her.
- 2:34:25Das war ein Nudel von oben herab. Im Gegenteil, das war so informativ, so toll vorgetragen.
- 2:34:34Es war einfach, wir haben uns an dem Abend sowohl geführt, die Küche ist eh sensationell.
- 2:34:38Und dann noch diese doppelte Weinbegleitung, wir waren vor dem Hauptgang natürlich schon rotzelfoll.
- 2:34:44Und dann müssen wir gucken, dass wir dann irgendwann mal gesagt, hey, ein bisschen low oder ein Cubby einbauen, dass es wieder ein bisschen weiter geht.
- 2:34:51Aber das war für mich einer der schönsten Gesamterlebnisse mit Wein und Essen.
- 2:35:00Und mein höchstes Erlebnis vom Essen her, das hat leider letztes Jahr zugemacht, war es Brooklyn Fair in New York.
- 2:35:07Das war für mich bis heute mein tollstes drei Sterne-Erlebnis.
- 2:35:13Vielleicht als vorletzte Frage, rufst du Tokio-Theran oder rufen die dich an?
- 2:35:18Mich leider nicht, sondern den Alex. Alex, also wir haben das Glück, dass wir sehr präsent sind, auch in den Medien, auch im Fernsehen.
- 2:35:32Alex macht ja sehr, sehr viel und war dann mal bei Promi Coach, bei Grill den Hensler.
- 2:35:40Und da war Gustav, das ist der Drama von Tokio-Ther, der war Gast.
- 2:35:44Und die zwei haben sich halt mega gut verstanden und wir hatten eine persönliche Einladung.
- 2:35:50Nachher vom Gustav bekommen, hey, kommt doch vorbei, wir spielen auf ein Festival.
- 2:35:57Ich lade euch herzlich ein, da mal backstage dabei zu sein.
- 2:36:01Und dann haben wir gesagt, okay, was für eine geile Opportunity das mal mitzuleben.
- 2:36:07Ich selber höre die Musik jetzt nicht, wollte aber einfach dabei sein, weil es sehr spannend ist, Menschen kennenzulernen, die in der Welt einfach alles erlebt haben.
- 2:36:20Ich weiß gar nicht, es ist eine der erfolgreichsten Bands aller Zeiten, was mit den Menschen sich auszutauschen.
- 2:36:28Das macht einfach Spaß. Und dann hat Alex gesagt, wir kochen dann auch für die.
- 2:36:32Und dann haben wir einfach mal in deren klitze mini backstage Bereich, haben wir dann mal fünf, sechs Gänge geschickt, in so eine Art The Taste Geschichte,
- 2:36:43als Dankeschön, dass wir eingeladen waren, wir wollten einfach was zurückgeben.
- 2:36:47Und wie der Teufel es so will, wenn man auch was geben möchte, ohne dann dafür nochmal extra was zu bekommen oder so,
- 2:36:55haben wir dann auch noch mega Glück gehabt, dass gerade die Kameras für die zweite Netflix-Staffel reinkam
- 2:37:00und die dann den zweiten Teil ihrer Netflix-Folge gedreht haben.
- 2:37:04Also mit ein bisschen Glück sind wir da jetzt mit dabei.
- 2:37:08Dann mal gucken, ob das, ob der Content es geschafft hat in die zweite Staffel, Bill und Tom.
- 2:37:14Also sie rufen Alex an, nicht mich.
- 2:37:18Hast du noch Zylund Wünsche für die Zukunft?
- 2:37:21Hört sich an wie bei einer Miss Germany Wahl, wenn ich sage Gesundheit.
- 2:37:26Das ist aber wirklich das aller, aller Wichtigste.
- 2:37:30Ich würde, wenn mir heute jemand sagen würde, Ronny, wenn du jetzt unterschreibst,
- 2:37:35dass alles so bleibt bis jetzt ist, bis an mein Lebensende, würde ich das sofort unterschreiben.
- 2:37:40Ich glaube, dass noch ein Riesenpotenzial da ist, auch noch viele Sachen weiter zu entwickeln.
- 2:37:46Aber ich möchte bei allem Trubel, bei aller Viel Arbeit, bei allem Stress reflektiere ich das große Ganze.
- 2:37:55Ich bin gesund, meine Familie geht es gut.
- 2:37:58Wir haben ein tolles Restaurant, ich habe mit meinen besten Freunden meinen Lebenstraum erwürgt.
- 2:38:02Ich durfte ein eigenes Restaurant bauen.
- 2:38:04Ich bin sehr, sehr dankbar für mein Leben gerade und meine Ziele sind, unser Unternehmen weiter aufzubauen,
- 2:38:13das Herzstück des Treuker zu sichern, dass wir das weiterentwickeln können,
- 2:38:19dass wir weiter so gut mit unseren Mitarbeitern zusammenarbeiten können,
- 2:38:23dass wir langfristig versuchen, auch die wichtigen Mitarbeiter in einer Führung Position
- 2:38:30auch unser Unternehmen zu beteiligen und zu binden.
- 2:38:34Das ist so der nächste Step, den wir vorhaben, um das Ganze noch etwas mehr auf einem Fundament aufzusetzen,
- 2:38:41dass wir langfristiger planen können.
- 2:38:43Und wenn das passiert, würde ich sagen, könnte ich mir das Leben so bis am ein Lebensende weiter vorstellen.
- 2:38:59Für TIK hat mir definitiv viel zu wenig in den vergangenen über 30 Folgen in diesem Podcast.
- 2:39:04Schön, dass Ronny so fundamentierte, so tiefsinnige, so nachhaltige Kritik oder besser kritische Gedanken,
- 2:39:09die eben keine Meckerei waren, sondern die zum Nachdenken angeregt haben.
- 2:39:13Vielen lieben Dank dafür, Ronny, dass du unser Gast warst und dass du uns mit auf deine Reise genommen hast.
- 2:39:18Und ein großes Dankeschön auch an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten, fürs Beihonssein, fürs Kommentieren, fürs Liken und sehr gerne fürs Bewerten.
- 2:39:26Dank euch ist dieses Format zu dem geworden, was es ist, denn wir versuchen natürlich auf eure Kritik einzugehen und diese umzusetzen.
- 2:39:33Vielen lieben Dank dafür und auch ein großes Dankeschön der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern.
- 2:39:38Segnes Schlumberger Kondziowini und dem privatkunden Portal Bremer Weinkolleg.
- 2:39:42Dank ihrer händischen und wirtschaftlichen Unterstützung ist es möglich auch die nächste Folge zugestalten.
- 2:39:48Denn wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast nicht freue mich auf die kommende Woche auf unseren nächsten Gast.
- 2:39:54Mich trägt es nach Hamburg ins 100, 200 und hin zu Sophie Lehmann.
- 2:39:59Guten Morgen, mein Name ist Alexander Wulf.
- 2:40:14Ich bin Küchenchef vom Restaurant Reulka, genauso Geschäftsführer und der beste Freund vom Ronny Schreiber.
- 2:40:21Der wahrscheinlich best aussehnste Summelier Deutschlands.
- 2:40:26Zumindest denkt er das immer von sich.
- 2:40:29Ich bin sein bester Freund und habe das Glück mit ihm auch unser Restaurant leiten zu können und führen zu können.
- 2:40:39Was mir unfassbar viel Spaß macht, weil du jemand an deiner Seite hast, dem du blind vertrauen kannst.
- 2:40:49Genauso denkt wie ich, wo der Gast an erster Stelle kommt und dann kommt erst alles andere.
- 2:40:58Der Betrieb geht über alles im Prinzip.
- 2:41:01Das ist unsere Devise und nur so funktioniert das leider bei uns.
- 2:41:05Wir können da auch nicht langsamer machen oder weniger machen.
- 2:41:10Wir haben das Riesenrad angerollt und dürfen das jetzt auch weiterrollen.
- 2:41:17Wenn ich das richtig schildere.
- 2:41:20Ronny ist nicht nur mein bester Freund, ist auch Wegbegleiter seit vielen, vielen Jahren.
- 2:41:27Mit ihm habe ich sehr, sehr schlechte Zeiten durchgemacht.
- 2:41:32Ob es private Zeiten waren, ob es betrieblich war, war nicht immer leicht.
- 2:41:40Aber wenn du dann jemanden an deiner Seite hast, der das Ruder ab und zu mal an sich reißt und wo du einfach keine Gedanken machen musst, dass das Ding in die Hose geht,
- 2:41:57das ist schon etwas Unbezahlbares und gibt einem eine unfassbare Sicherheit und unfassbar gutes Gefühl.
- 2:42:07Es gibt Millionen von Anigdoten oder Geschichten, die ich in den letzten 20, 25 Jahren von Ronny gesammelt habe.
- 2:42:18Die kann ich jetzt hier nicht so preisgeben, weil dann ist dieses geordnete und nette Bild von Ronny mal weg.
- 2:42:28Das wollen wir natürlich nicht.
- 2:42:30Wir haben schon sehr, sehr viel erlebt zusammen, sehr viel Witziges, sehr viel Trauriges.
- 2:42:38Das bringt nun mal eine Freundschaft mit sich.
- 2:42:42Es hat, glaube ich, in 25 Jahren, man hat das zwischen uns einmal gekrieselt.
- 2:42:48Da war es auch ziemlich schwierig, da wieder rauszukommen, weil irgendwelche Idioten versucht haben, zwischen uns einen Keil zu treiben.
- 2:42:59Aber haben sie natürlich nicht geschafft.
- 2:43:02Gott sei Dank.
- 2:43:03Das ist so ein bisschen aus dem internen.
- 2:43:06Was gibt es noch über den Ronny zu sagen?
- 2:43:11Ronny ist wahrscheinlich der ordentlichste, der aufgeräumteste und der professionellste Typ, den ich kenne,
- 2:43:25der sehr konzentriert und sehr engagiert, sowohl als similär, aber auch privat.
- 2:43:34Also seine Wohnung ist immer typisch top wie geordnet, dafür, dass er ein Männerhaushalt hat, quasi alleine ist.
- 2:43:42Und wirklich jedes Blattpapier hat seinen Platz.
- 2:43:47Jeder Stift liegt so, wie er liegen muss.
- 2:43:50Es ist ein absolutes Gegenteil von mir.
- 2:43:53Ich weiß gar nicht, wie er das schafft, aber das schafft er irgendwie.
- 2:43:57Der ist sehr, sehr sportlich, lässt keinen Tag mal aus, wo er mal nicht ins Fitnessstudio kann, steht früher auf oder geht spät nachts noch dahin,
- 2:44:08um sich auszupowern.
- 2:44:10Diese Disziplin habe ich nicht.
- 2:44:13Aber das ist auch etwas, was ich an ihm sehr schätze.
- 2:44:17Diese Disziplin, der einen Tag legt, das ist schon sagenhaft, auch sein Alkoholkonsum ist für ihn zum Milie wirklich unfassbar wenig
- 2:44:28und er trinkt kaum noch Alkohol nur noch an Feiertagen oder an Feierlichkeiten.
- 2:44:34Das schätze ich auch an ihm, weil man da nicht so viel Sorge haben muss, dass er irgendwann mal das ein oder andere Glas zu viel trinkt.
- 2:44:43Also das ist auch schon mal ganz nett.
- 2:44:46Amsonsten, ich schätze, wenn mein Bruder ein tolles Gefühl ist, zu sagen, dass man ein bester Freund ist.
- 2:44:53Und wie ich schon immer erwähnt habe, diese blinde Vertrauen, was man hat, das ist schon unbezahlbar und unbescheidlich.
- 2:45:03Wenn jemand einen besten Freund als Geschäftspartner hat, weiß genau, was ich meine.
- 2:45:09Das ist schon ein geiles Gefühl, muss ich sagen.
- 2:45:14Und mit ihm diesen Traum hier leben zu dürfen, von Troika und alles, was drumherum geschieht, ist schon ...
- 2:45:21Da bin ich sehr, sehr dankbar für die Hatte Liebe Gott.
- 2:45:24Es ist echt gut gemeint, dass da Rony irgendwann mal in mein Leben getreten ist.
- 2:45:28Ja, mehr habe ich glaube ich nicht zu sagen, es fehlt noch irgendwas.
- 2:45:33Das weiß ich nicht.
- 2:45:35Über sein Aussehen, Top Aussehen möchte ich natürlich nicht so viel verraten oder nicht so viel erzählen.
- 2:45:40Davon erzählt er selber schon dann noch.
- 2:45:43Ja, genau, ich glaube, das war es.
- 2:45:46[Musik]
- 2:45:48[Musik]
- 2:45:50[Musik]
- 2:45:52[Musik]
- 2:45:54[Musik]
- 2:45:56[Musik]
- 2:45:58[Musik]
- 2:46:00[Musik]
- 2:46:25[Musik]