Latest / SOMMELIER / Julien Morlat – Wein wie in Paris. Wärme wie dahoam
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- 0:00Servus und Chris Gott, ich bin Christian Dela, Wein-Einkäufer im Münchner Delikatessen
- 0:18aus Dahlemaier und seit 2013 im Unternehmen.
- 0:22Was kann ich über Julien sagen? Er hat kurz vor mir angefangen, also auch im selben Jahr, damals noch unter Diethard Urbanski als Sommelier.
- 0:33Und ist mittlerweile ein guter Freund und Weggefährte für mich geworden.
- 0:38Wir sehen uns quasi jeden Tag und führen engen Austausch und erhalten uns regelmäßig über das Thema Wein.
- 0:46Ich schätze an Julien Files, vor allem seine Professionalität und sein Perfektionismus.
- 0:54Und er verliert gleichzeitig seine Lockerheit nicht.
- 0:57Wir sind an einem Wochenende minutiös am Einzellagenverkost in Jeffrey-Shamatha und fahren dann vier Stunden später zurück im Zug
- 1:08und trinken einen Magnum-Tinu-Talitrenore aus ein paar Becher.
- 1:11Und ja, Julien liebt das Thema Wein, da finde ich eine der besten und ausgesuchtesten Weinkarten in ganz Deutschland.
- 1:22Und das verdankte seiner unbändigen Neugier, würde ich sagen.
- 1:27Also er geht mir manchmal damit sogar auf die Nerven, hat dann irgendwie ein neues Weimgut auf Temerifer entdeckt
- 1:35oder was aus Lanza Rote bestellt oder acht verschiedene Weißweiner aus dem Durotal.
- 1:40Und die muss ich unbedingt probieren und im schlimmsten Fall oder im besten Fall je nachdem dann auch noch bestellen.
- 1:47Aber das macht ihn einzigartig, dass er wirklich immer auf der Suche ist nach was Neuem, nach was Interessanten.
- 1:55Ich habe vielleicht noch eine Story über Julien, die ihn auch noch sehr, sehr gut beschreibt.
- 2:01Er behandelt seine Weine auf der Weinkarte wie seine Babys, wie seine Kinder.
- 2:09Also ich sage manchmal zu meinem anderen Kollegen Jonas, wenn ich eine Flasche von Julien aus Weinkarte für Kunden oder Gast brauche
- 2:16oder jetzt muss ich mir wieder eine Niere besorgen gehen vom Herrn Mollard oben.
- 2:21Und wenn ich ihn nach einer Flasche Reias oder nach einer Flasche Pignon frage, dann ist es jedes Mal eine ganz, ganz, ganz schwere Geburt,
- 2:31ihn dazu überreden. Aber das macht ihn aus, das macht seine Weinkarte aus.
- 2:36Wir waren einmal in Berlin und es ging ein bisschen länger.
- 2:41Wir hatten da eine wunderbare Messe in der französischen Botschaft und waren danach noch auf das eine oder andere Gläschen
- 2:48und haben da auch noch andere Münchner Gastronomen getroffen.
- 2:51Und waren alle schon ein bisschen angeheitert und da meinte einer von denen einen jungen Couture von Romainek Conti zu bestellen.
- 2:58Und der Julien ist wirklich an den Deckel gegangen, wie man den so einen jungen Wein an diesem Abend in dem Zustand aufreißen kann.
- 3:08Aber da sieht man seine Leidenschaft gegenüber dem Produkt und das liebe ich an ihm und ist heute immer noch eine witzige Story.
- 3:15Und ja, ich glaube, ihr werdet bei dem Podcast ganz, ganz viel Spaß mit ihm haben. Bis dann!
- 3:42Schön, dass du da bist. Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommé, die interessantesten Weinkeller unserer Zeit.
- 3:49Und heute haben wir eine Folge, wo ich hoffe, dass wir ganz viel mit Vorurteilen aufräumen können.
- 3:53Denn wenn man sich so klassisch vorstellt, wie ein französischer Sommé agiert, wie er ist,
- 3:59ich meine, es ist sehr richtig imageberhaftet, so dieses kühle, distanzierte, diesunderbare,
- 4:05wo man fast das Gefühl hat, wenn man sich nicht besser auskennt, als der Sommé ist mal völlig deplatziert.
- 4:09Heute haben wir einen wahldeutschen Zugast aus Frankreich stammt.
- 4:13Julien Muller tätig seit 2012 im Restaurant Alois, den Dalmire Fine Dining Restaurant in München.
- 4:21Und ich bin sicher, schon von der ersten Minute an wird er nicht einfangen mit seiner Liebenswürdigkeit,
- 4:25mit seiner Herzlichkeit, mit seiner extrem authentischen Art, mit seinem Fachwissen,
- 4:29mit seiner Liebe Frankreich gegenüber, aber auch seiner Wertschätzung Deutschlands gegenüber.
- 4:34Und das ist ergreifend.
- 4:36Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen und Julien dich mit seiner Art einfach fesseln kann,
- 4:41möchte ich mich ganz herzlich auch diese Woche sehr gerne wieder bei der Schlummbägergruppe,
- 4:45zu denen die Handelshäuser Segnetz, Schlummbäger, Conzio Vini und natürlich auch das Privatkunden-Portal
- 4:52- wenn man bei Colin gehört - für die Unterstützung bedanken.
- 4:55Dafür, dass Sie das Projekt ermöglichen und dass Sie an unserer Seite sind.
- 5:00Vielen Dank Ihnen, bist auch heute hier. Herzlich willkommen, lieber Julien Muller!
- 5:08Ich beneide dich in gewisser Weise. Also nicht nur, dass du aus Frankreich kommst,
- 5:13sondern dass du aus einem der Gebiete kommst, die ja derzeit absolut gehypt werden.
- 5:20Okay.
- 5:21- Aus der Loire, oder? - Aus der Loire, ja.
- 5:24- Also nicht aus der Loire, sondern von der Loire. - Von der Loire.
- 5:29Genau.
- 5:30Das ist spannend. Also das ist ja so ein Gebiet, was auf der einen Seite wahnsinnig Image geprägt ist,
- 5:38durch das Sentre eigentlich. Aber so viel von der Loire wird vergessen.
- 5:45Also es ist ja 1.000 Kilometer.
- 5:48Ja genau, da sind so knapp 1.000 Kilometer Weinberge von Zentralmassiv,
- 5:53da wo die Gebiete ist und dann streckst du dich bis nach Nord, bis nach Atlantique.
- 5:58Das ist das letzte Weingebiet in Frankreich.
- 6:00Magst du die Loire? Also magst du das Wein-Anbau-Gebiet?
- 6:04- Ich liebe es sogar. - Okay.
- 6:07Ich liebe es sogar, das ist ein unglaublich wichtiges Gebiet.
- 6:12Denn wie du sagst, die wenigsten vielleicht in die Tiefe kennen,
- 6:16meistens in die Hupenfläche, sagen wir von Zentraloire natürlich,
- 6:21weil das ist einfach die wichtige Appellation, die auch, glaube ich,
- 6:25in die 80er/90er Jahre das Gebiet ein bisschen weltweit getragen hat,
- 6:30mit Sancère, Puille-Fumée und Co.
- 6:33Ich selber komme von der Tourenne.
- 6:37Also ich bin dann von Tours geboren.
- 6:39Und ja, das Ganze an der Wein-Stilistik und an der Wein-Typusta von Rebsorte herangefangen
- 6:46bis die Terroirs.
- 6:48Und ja, ich bin am Blanc aufgewachsen.
- 6:51Aber kann man überhaupt sagen, dass ein Wein von der Loire
- 6:57mehr oder weniger ein Wein von der Loire ist?
- 7:00Also eigentlich gibt es einen riesen Unterschiede, sprich,
- 7:03wenn ich jetzt ein Wein von der A mit ein aus dem Piedmont vergleichen würde.
- 7:08Da hinkt das ja irgendwo, weil natürlich sind da klimatische Unterschiede
- 7:15aufgrund der verschiedenen Breiten gerade.
- 7:18Aber es sind auch ungefähr 1000 Kilometer Unterschiede.
- 7:20Und so ist es ja im Prinzip mit der Loire auch.
- 7:23Da habe ich zwar Längen gerade, von Ost nach Wester, West nach Ost.
- 7:27Aber 1000 Kilometer sind ja nicht wegzuwischen.
- 7:30Also ein Wein aus dem Zentralmassiv, also aus dem Zentre.
- 7:34Der edelt ja eigentlich fast mehr ein Champagner in der Grundstilistik
- 7:39oder ein Burgundert.
- 7:41Und einer aus dem Bouffret oder aus dem Corsi,
- 7:44der hat eine ganz andere Stilistik, ist ja ein ganz anderer Wein eigentlich.
- 7:48Ist das komplett anders?
- 7:50Absolut, das ist die Vielschichtigkeit von das Gebiet,
- 7:53weil die Klimazone sind komplett unterschiedlich.
- 7:58Der Zentralmassiv und die Region Zentre Loire
- 8:02ist fast kontinentales Klima.
- 8:05Und du hast ja erst Stilistik und Rebsorte,
- 8:07ähnlich wie Champagne in Burgund.
- 8:10Und desto näher du die Atlantik gehst,
- 8:13das ist ein ganz anderer Vielfalt vom Rebsort und vom Terroir auch.
- 8:19Wo man trifft ein bisschen auf einen Teil der südliche Parise Becken
- 8:24an der Touren mit die ganze Tufsteine, Kargsteine, Formation und Silex.
- 8:30Und dann bist du in Atlantik, wo die Amorische Platte
- 8:35sich fast bis Ange und teilweise Böden von Schiefer und Basalt,
- 8:43und so vulkanische Ursprung, die ganz andere Weine ergeben.
- 8:48Deshalb findest du, sag ich mal, die Stilistik von Chardonnay,
- 8:54bisschen ähnlich wie Burgund oder Champagne Richtung Zentralmassiv.
- 8:59Die auch in den letzten Jahren sehr gefragt werden muss man sagen.
- 9:03Das ist ein bisschen das Gehype Loire Stil, finde ich.
- 9:06Und weißt du, was der Jura vielleicht vor, sag ich mal, 5, 6 Jahre war?
- 9:12Jetzt zieht sich ein bisschen nach Süden Richtung Zentralmassiv, vom Trennseer.
- 9:18Und also auf der anderen Seite die große, sag ich mal, die großen Appellation
- 9:26von den Touren bis Anjou-Somur, bis Péinante, die an Fahrzeit
- 9:31die Erzehnte des Gebietes auch prägt.
- 9:34Muss man auch sagen, wenn man auch von Zentraloire, von der Region Touren
- 9:38und Anjou-Somur, da ist schön ein Blanc für Weiß,
- 9:43im Kabinet Frankfurt rot, die führen die Sorten.
- 9:46Die finden du gar nicht in Zentraloire.
- 9:48Gibt es für dich einen typischen Loire Wein, wo du sagst,
- 9:52der reflektierten, repräsentiertes Gebiet
- 9:55in einer Art, die greifbar und authentisch ist?
- 10:00Nein, gibt es nicht, weil jedes Gebiet ist für sich an sich schade.
- 10:04Ich glaube, die Loire musst du wirklich unterscheiden zwischen diese 4 Subregionen,
- 10:09von Péinante, Anjou-Somur, Touren, Zentraloire
- 10:13und dann der letzte mit der Zentralmassiv,
- 10:15der sich vielleicht ein bisschen versteckt dahinter, alle andere 4.
- 10:20Aber jede eigene Region ist eigenständig.
- 10:24Muss man wirklich so sehen.
- 10:26Also es ist eigentlich verkehrt und falsch, nur von der Loire zu reden.
- 10:30Also jetzt im Begund, um den Vergleich zu ziehen,
- 10:33ist es ja relativ einfach, finde ich, weil du kannst vom Begund reden.
- 10:37Und grundsätzlich haben die Code Chalone, Code Magone, Code Or,
- 10:41haben ja doch schon ziemlich vergleichbare Grundlagen,
- 10:47die man irgendwo identifizieren kann,
- 10:49nicht nur aufgrund der Rebsorten-Stylistik oder Rebsorten-Gegebenheiten,
- 10:54sondern auch aufgrund der Grund-Stylistik der Weine,
- 10:59obwohl es dort auch klimatische Unterschiede gibt.
- 11:02Gut, wir reden dort von 150 Kilometern, nicht von 1000 Kilometern,
- 11:06aber an der Loire.
- 11:08Ich habe gleiche Rebsorten, also es ist ja hauptsächlich Schönenblanc,
- 11:11das ist Sauvignon-Blanc, teilweise ein bisschen Chardonnay-witzigerweise,
- 11:15bisschen Chardonnay, aber sonst Chardonnay-Franç, also Pinot Noir noch,
- 11:20vier Hauptrebsorten, aber eigentlich ...
- 11:24Aber die Widerspiegel jedes Mal, ihre Zubregion, das ist halt der Punkt.
- 11:29Du wirst auch Schönenblanc finden in Central Loire,
- 11:32und du kannst auch nicht pauschalisieren, sagen,
- 11:35eine Loirewein ist Schönenblanc, das ist auch wiederum falsch.
- 11:38Ja, natürlich, nachher gehst du in die Zubregion,
- 11:41sag ich mal Touraine und Anjou-Somur.
- 11:44Da kannst du natürlich dich mit die Schönenblanc ein bisschen auseinandersetzen.
- 11:47Ja, und das ist, sag ich mal, ein Unterschied zwischen
- 11:51ein Vouvret, ein Mont-Louis, ein Sauvignon, ein Bonzo.
- 11:54Aber selbst da haben die ihre eigene Eigenschaften.
- 11:59Und das macht das Gebiet wahnsinnig spannend,
- 12:02weil selbst wenn du in Mont-Louis bist und schaust rüber in Vouvret,
- 12:05hast du da schon ein ganz anderer ... ein ganz anderer Stylistik, ja.
- 12:10Und wiederum bist du in Schönenblanc auf Schiefen, in Anjou-Noire,
- 12:15bei Savernière, dann hast du wiederum ein ganz anderer Schönenblanc.
- 12:19Viel präzise, viel klar, viel, sag ich mal, so tranchant.
- 12:24Das ist auch ein ganz anderer Stylistik als ein anderer Schönenblanc.
- 12:28Und die Sauvignonblancen der Touraine sind auch kein Vergleich
- 12:32mit die präzise, die manchmal fast schadene,
- 12:37ähnliche Sauvignonblancen, wie in Sancère oder in Chavignon
- 12:41oder in Puy-Fume, ja, wenn die anfangen zu reifen,
- 12:45da steckst du das in eine Blinde-Probe.
- 12:48Was die Repsorten der Sauvignonblancen kommen, noch mehr war.
- 12:51Es ist unglaublich strukturiert, was ein Sauvignonblanc
- 12:55aus Chavignon nach 20 Jahren gibt.
- 12:59Ja, da glaubst du, probierst du ein Chablis-Prémique-Rue.
- 13:03Das ist unglaublich elegant und superpräzis und mineralik, ja.
- 13:07Und das macht dieses Gebiet wahnsinnig spannend.
- 13:11Gerade in der letzten Zeit, glaube ich, auch für Sommeliers,
- 13:15wo wir uns ein bisschen vom Juraser getrunken haben,
- 13:19von Bougounes hat getrunken, vom Bordeaux seit einige Zeit
- 13:23auch nicht mehr viel Blick haben.
- 13:27Da ist die Loire in Frankreich sicherlich ein sehr attraktives Gebiet,
- 13:32vor allem auch preisgenussverhältnis.
- 13:35Das finde ich eben richtig markant und außergewöhnlich.
- 13:38Es gibt kaum ein Gebiet in Frankreich, was so viel Authentizität,
- 13:42so viel Tubizität hat und trotzdem so super günstig ist.
- 13:45Also selbst wenn du was ja in den letzten,
- 13:48vielleicht zehn Jahren wahnsinnig gehypt wird,
- 13:50das haben wir als Champignis nimmst,
- 13:52die teilweise schon nicht nur die ein, zwei gehypten Weingüter,
- 13:57sondern auch eine breite, unglaublich prominent dargestellt wird,
- 14:01sind die Weine immer noch unfassbar günstig.
- 14:04Du bist Weine für zehn bis 20 Euro,
- 14:08die Authentischen, die einzigartig sind,
- 14:11die du nirgends in der Welt findest, die großartig sind.
- 14:14Oder eben auch, wenn du das gerade erwähnt hast,
- 14:17wenn du die wirklich überprominenten Weinenproduzenten
- 14:22in "Saint-Saint" oder "Puix-Femine" nimmst,
- 14:25oder "Main-Tout-Salon", die Weine sind immer noch günstig.
- 14:29Also dafür auch, dass es so eigentlich so seltene Weine gibt.
- 14:33Also es gibt ja kaum eine Weinkarte, glaube ich, in der Welt,
- 14:36die keinen "Saint-Saint" auf der Karte hat.
- 14:38Wenn du dir überlegst, dass es eigentlich nur 23 Millionen Flaschen gibt,
- 14:42was erst mal sehr viel erscheint.
- 14:44Ist aber auch sehr viel für so ein kleines Gebiet eigentlich.
- 14:47Da mache ich mich, wo die ja so viel Sancère produzieren.
- 14:50Also das ist mit einer der wichtigsten Exportfaktoren in Frankreich.
- 14:54Ich muss mal mal überlegen, also das ist Wahnsinn,
- 14:57was der Sancère außerhalb der Exagum für eine Wiedererkennungsgart hat.
- 15:03Also ich sehe das im Restaurant.
- 15:05Ein Sancère, es verkauft sich von allein.
- 15:08Möchtest du Sie mal Frisch, Fruchtig, Sauvignon, ja, Sancère, boom.
- 15:11Da ist der Kunde sofort in Verbindung mit dem Produkt.
- 15:15Also die haben wirklich geschafft, diesen Namen Sancère in einer Marke umzuwandeln.
- 15:20Das ist schon ziemlich, was die Verbände da gemacht haben, sehr, sehr gut.
- 15:24Auf der anderen Seite, sage ich mal, macht dieses Produkt zu einer Massenproduktion,
- 15:30so eine Massenware.
- 15:32Und es gibt Sancère, und es gibt Sancère heutzutage, ja.
- 15:35Findest du es langweilig, als Sancère zu empfehlen oder findest du es reizvoll?
- 15:40Nein, überhaupt nicht.
- 15:42Wenn du nur die richtige Winzer hat, dann wäre es wieder sehr spannend.
- 15:44Also das ist auch die Unterschiede.
- 15:46Egal in welcher Gebiet du bist, das ist beispielsweise das Reizender an unserem Beruf.
- 15:52Denn wir können schaffen eine Erlebnisse, wenn wir auch der Kunde,
- 15:56eine Massenprodukt vielleicht doch etwas individueller gestalten,
- 16:02mit der Winzer, die dahinter steckt.
- 16:04Das ist die Unterschiede.
- 16:06Du kannst auch nicht sagen, ja, Deutsche Riesling ist eine Deutsche Riesling.
- 16:11Oder Pfals.
- 16:13Wenn du natürlich so Gebiete etablierst in Deutschland und in der Welt,
- 16:19aber du hast auch Winzer, die sich ein bisschen vielleicht absetzen
- 16:23von andere aufgrund ihrer Stilistik, ihrer Ausbau und so weiter und so fort.
- 16:28Aber das macht natürlich auch so viel Spaß.
- 16:31Ich sage es ganz ehrlich, für mich muss nicht immer diese Brandmarken sein.
- 16:37Es gibt auch wahnsinnig tolle Alternative beim Winzer.
- 16:41Und auch innerhalb von Gebieten finde ich selber,
- 16:44die Region Kansi, Reyi, Mönetou Salon, auch wahnsinnig spannend.
- 16:48Ja, für nochmal Sennor günstiger teilweise.
- 16:51Kann man wirklich einen, zum Beispiel ein Tura mit einem Song sehr vergleichen?
- 16:57Nein, kann man nicht.
- 16:59Als Laie.
- 17:01Nicht wie als Experten, aber wenn du jetzt zum Beispiel jemanden vermitteln möchtest,
- 17:05es gibt einen etwas günstigeren Sauvignon Blanc,
- 17:09der die Stilistik eines Songs sehr zum Beispiel harten kommt, aber auch so ein Tura.
- 17:13Ist das vermittelbar oder eher schwierig dann?
- 17:16Schwierig für den Verbraucher ist schwierig,
- 17:20weil die Namen, wie gesagt, diese Marken ist sehr fest in die Köpfe her.
- 17:25Und da kann man ihn natürlich probieren lassen, überzeugen lassen.
- 17:31Er wird sicherlich überzeugt, am Ende sei,
- 17:33weil er vielleicht nochmal ein bisschen an den Preis genutzt, was gewonnen hat.
- 17:38Und ich glaube, viele Leute interessieren sich auch auf passende Alternative.
- 17:43Auch viele Endverbraucher haben sich sicherlich sich mit Sensori irgendwann getrunken.
- 17:49Die Sauvignon Tourenn sind anders als Sensori.
- 17:55Sie sind etwas frischer, etwas zugeglichere Weine, die man in jeder Tageszeit trinken könnte.
- 18:04Das sind wirklich Weine für den Alltag in der Region.
- 18:07Gehst du Mittagessen, ein bisschen Salat, bist du Froschbeise, bist du Fisch aus der Loire,
- 18:11eine Flasche Sauvignon Tourenn, da bist du im Restaurant mit 25 Euro die Flasche dabei.
- 18:15Das ist ja wunderbar. Das sind Wein für den Alltag.
- 18:20Findest du es eher gut oder nicht so gut, dass zum Beispiel solche Weine wie Sanser,
- 18:26Püffemé oder Tourenn, dass die im Discounter erhältlich sind?
- 18:30Und wenn ich die Frage erweitern darf, weil auf der einen Seite hat es damit ja
- 18:35eine Zugänglichkeit für jedermann mehr oder weniger.
- 18:38Auf der anderen Seite verwässert es natürlich die Besonderheit der Weine.
- 18:42Ja, das ist immer, irgendwann der Markt ist da, das kann man nicht alles in einen exklusive Markt bringen.
- 18:51Solches Gebiet leben natürlich auch von die Mengen.
- 18:55Die produzieren viel Wein, die haben viel Wein, es muss auch irgendwann verkauft werden.
- 18:59Dass die Discounter oder andere günstigere Abnehmer das nutzen, ist ja klar.
- 19:07Das ist ja klar. Das ist unvermeindbar.
- 19:10Für die Verteilung der Weine sind das die Verbände oder sind das Produzenten auch für den Bekanntheitsgrad der Weine.
- 19:17Dass eben Sanser so unglaublich populär wurde oder so prominent wurde.
- 19:24Sind das einzelne Produzenten, die das so richtig in dem Markt gedrängt haben?
- 19:31Oder sind das dann doch die Weinverbände, die einfach einen guten Job gemacht haben?
- 19:36Na ja, da muss man sehen, das ist ein bisschen eine Mischung von beiden.
- 19:40Du hast auch sagenmal relativ bekannte Namen, die auch aufgrund ihrer sehr hohen Bewertungen in die 80er/90er Jahre dafür gesorgt haben,
- 19:52dass auf einmal das Gebiet auf eine große Bühne landet.
- 19:55Ja, plötzlich waren manche große Burgunder und manche große Bordeaux vielleicht doch nicht mehr so interessant,
- 20:05sondern da gibt es jetzt auch mal einen Sansen in dieser Kategorie, der auch mitspielen kann.
- 20:10Und da hat sich natürlich ein ganz großes internationales Summary-Szenar darauf fokussiert.
- 20:18Also ich glaube, in die 90er Jahre, spät 90er Jahre, da war ja keine Dagenot weg zu denken von der Weinkarte.
- 20:28Wenn du von Puy-Fume gesprochen hattest, dann hat jeder Dagenot auf der Karte gehabt.
- 20:33Alphonse Milo aus de Loire hat auch damals jeder gehabt.
- 20:37Die haben sich auch sehr gut etabliert als Winzer, aber die Verbände, aber die Marketingtechnik, auch wahnsinnig viel getan dafür.
- 20:46Wenn du bist der richtige Weg, um sich mit der Loire in der Gänze zu beschäftigen,
- 20:50sollte man sich eine Rebsorte nehmen und die in verschiedenen Gebieten probieren.
- 20:56Oder sollte man versuchen, ein Gebiet zu nehmen und das mit verschiedenen Einzelappellationen abtrinken mehr oder weniger.
- 21:05Was empfiehlst du? Wie kann man die Loire verstehen lernen?
- 21:10Ich würde tatsächlich die Gebieten unterscheiden, weil die Rebsorte ist dafür zu Gebieten konzentriert, um zu vergleichen.
- 21:19Deshalb würde ich empfehlen, wenn man die Loire lernen möchte, sich mit der Zubregion zu beschäftigen.
- 21:28Ich gehe in Central Loire, ich probiere mich durch.
- 21:30Wenn man in der Tour in Central Loire ist, ist natürlich die ganze Vielfalt der schönen Blanc.
- 21:45Und da ist alles möglich.
- 21:47Es ist alles möglich.
- 21:50Schaumwein ist ähnlich wie Champagne, die genannt "Pétillon".
- 21:56Es ist unglaublich, was es dafür für Produkte gibt.
- 22:00Nach Methode Champenoise, zwei bis vier Jahre auf der Vollhefe manchmal mehr.
- 22:05Da entdeckst du Pepit, da können sich manche Champagnen echt warm anziehen dafür.
- 22:12Da bist du die trockenen Weine überhin zu Fruchtsüße.
- 22:20Für mich ist Nablon eine unglaublich vielschichtige Rebsorte, die ein bisschen unsere deutsche Rieslinge vom Geschmack-Stylistik ändert.
- 22:31Du kannst von Schaumwein produzieren, trocken bis zum edel-süße Fruchtsüßewein in alle Spektrum.
- 22:38Da gibt es wirklich so viele Überraschungen.
- 22:41Allein wenn du Champagne Blanc und Vouvrée nimmst, ob du ihn jetzt trocken nimmst,
- 22:46ob du ihn nicht trocken, also halbtrocken, oder ob du ihn Fruchtsüß, Restsüß nimmst.
- 22:52Das sind teilweise so großartige Weine, die kaum jemand auf dem Schirm hat.
- 22:57Oder eben auch, welches du gerade erwähnt hast, Sanxer.
- 22:59Es sind der 30% der Anbaufläche, es sind Diapinon, was kaum jemand hat.
- 23:04Es gibt so faszinierende Rosé- oder Rotweine bzw. Sanxer, die dermaßen überraschen.
- 23:12Und das finde ich so besonders, die auch alterungsfähig sind, also die reifefähig sind.
- 23:18Und das hat kaum jemand, also den gereiften Sanxer Pinot Noir.
- 23:22Das kann so unfassbar einzigartig und außergewöhnlich sein.
- 23:26Und das für wahrscheinlich 20% eines Begunterpreises.
- 23:30Ja, das ist sehr, sehr, sehr gut, was die machen, muss man sagen.
- 23:35Und wie du sagst, vergleichbar zu Bougoun sind ganz tolle Alternative.
- 23:41Aber auch, wie gesagt, die Sauvignon Blanc, die können, wenn die es gibt,
- 23:48es ist ganz schön geologisch gesehen.
- 23:50Es gibt in Sanxer zwischen Chavignole und Sanxer selber ein Streifenkrimi-Ritzch-Kalk, der da verläuft.
- 23:57Genau die gleiche Bühne wie Chablis, ja.
- 24:00Und wenn du da ein Sauvignon Blanc aufmachst, sage ich mal, habe ich letzte Zeit von Gérard Boulez ein Sauvignon Blanc aufgemacht.
- 24:09Das waren 2003, ein heißes Jahr, ein Sauvignon Blanc, das eine so eine Frische und so eine Mineralität in einer Kräutigkeit,
- 24:22also neben einem Chablis-Primi-Krü, wie gesagt, das ist unglaublich gut.
- 24:27Große Wein, ganz, ganz große Wein.
- 24:30Magst du grundsätzlich, zum Beispiel Sanxer, um bei dir Beispiel zu bleiben, den lieber gereift oder jugendlich,
- 24:38weil ja 90% aller Sanxers werden innerhalb von einem Jahr getrunken, kaum jemand legt Sanxer zur Seite
- 24:45und lässt den reifen und du sprichst gerade vom 2003er Wein aus dem Lorathal.
- 24:51Bist du eher ein Freund von gereiften oder jugendlichen Lorathal?
- 24:56Gereiften.
- 24:57Gereiften, okay.
- 24:58Was ist für dich gereift, eher fünf Jahre oder zehn Jahre oder 20 oder 30 oder 40?
- 25:02Ja, so die Lorathal, sage ich mal, egal ob Sauvignon Channin oder Cabernet, sage ich mal,
- 25:06ab fünf Jahre hautwärts, dann macht es richtig Spaß.
- 25:10Ist da nicht ungerecht, dass diese Jungen getrunken werden?
- 25:13Ja, mei, es ist leider Gott, was willst du machen?
- 25:17Die Leute trinken immer alles so schnell, das ist, ich glaube, wir müssen uns ein bisschen vielleicht umdenken,
- 25:25vielleicht ein Wein anbieten, die doch schon eine gewisse Reihe für haben,
- 25:28bevor wir alles zu früh und zu jung trinken, also allgemein trinken wir sowohl Sommelier als auch Leyen.
- 25:37Wein viel, viel, viel zu jung, viel zu jung.
- 25:40Ist das ein deutsches Phänomen?
- 25:42Also, dass wir die Wein zu jung trinken oder ist es in Frankreich genauso?
- 25:45Nee, es ist ja in Frankreich ein bisschen, was heißt jung?
- 25:49In Frankreich ist es ein bisschen anders, weil man trinkt natürlich den Wein anders als in Deutschland.
- 25:56Man verbindet Wein mit Essen, mit Genuss, mit Freunden, mit Teilen.
- 26:01Und man hat natürlich, also die Franzose macht sich keine Flasche sägt am Nachmittag
- 26:07und trinkt einfach mal dazu ein Flächen.
- 26:09Dafür gibt es das berühmte Apparativ, der fängt schon um 18.30, 19 Uhr und da wird schon was getrunken.
- 26:17Und in diesem Moment passiert natürlich einiges.
- 26:21Und man teilt, man nimmt einen Apparativ, man macht eine Flasche Cremant, Sägt, Champagne,
- 26:26wie auch immer Wasser auf oder einen fruchtigen Rosé
- 26:29und fängt an im Prinzip den Abend zu genießen.
- 26:34Ich sag's immer, eine Franzose, ein Apparativ, das ist wie eine Deutschland-Vorspeise.
- 26:39So kannst du ein bisschen verbrechen.
- 26:41Dann hast du erst mal eineinhalb Stunden Apparat und dann wird es danach später noch mal weiter gespeist und getrunken.
- 26:49Ist das überall in Frankreich so oder ist das ein Loha oder ein Pariser-Phänomen?
- 26:54Nein, nein, ich will nicht für alle Franzose sprechen, aber ich glaube schon, das zieht sich durch das ganze Land.
- 27:00Ist sowas auch spiegelbar nach Deutschland oder haben wir gar nicht die Kultur oder das Gemüt dafür?
- 27:05Also viele haben ja versucht, diese Apparokultur, die es auch in Italien gibt, in Deutschland zu innovieren.
- 27:11Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es funktioniert nicht.
- 27:14Ja, wenn wir das so strengen oder das nicht strengen.
- 27:18Es ist schwer, die Leute da in dem Alltag so was beizubringen.
- 27:22Der Deutsche ist in Leistung gesellschaftorientiert, sehr stark und dafür bleibt wenig Zeit für Genuss.
- 27:29Es liegt dann vor daran. Man probiert immer wieder, finde ich auch großartig, dass es auch Konzepte gibt, die so was bieten, finde ich wunderbar.
- 27:36Und die sind auch erfolgreich, glaube ich.
- 27:39Aber diese Apparativkultur wird nicht so in die Tiefe gehen.
- 27:46Entweder macht er das, weil er Urlaub hat oder der Riss im Urlaub im Land, da auf einmal fühlt er sich wie ein Franzose oder wie in Italien oder Spanien.
- 27:53Aber wenn er wieder nach Hause kommt, dann ist es wieder voll Gas auf die Huppe.
- 27:58Jetzt mache ich Freitagabend mal Apparativ mit den Nachbarn.
- 28:04Ja, also das ist ein anderes, das ist auch okay, dafür sind wir ein anderes.
- 28:10Und trägt man da andere Weine beim Apparativ als später eben beim Essen oder beim Dinner oder an dem Abt oder wird ein Wein gleichermaßen konsumiert?
- 28:21Also unterscheidet man da?
- 28:23Ja, da unterscheiden wir schon, definitiv.
- 28:27Du kannst nicht gleich beginnen mit der Apparativaufzumarren mit einem supertollen, howertigen Weißwein oder Champagner.
- 28:40In den Alltag fangst du einfach mit etwas ganz Basik.
- 28:45Ja, der Apparativ dient einfach ein bisschen, dich zu lockern, ein bisschen ins Gespräch zu kommen, ein bisschen von dem Alltag runterzukommen.
- 28:52Und wenn du bereit bist mit Essen, dann wird auch zu dem Essen auch die Weine serviert, die auch mehr oder weniger dazu funktionieren.
- 29:00Apparativ, sage ich mal, empfehle ich immer gerne Wandesamir, das machst du auch.
- 29:07Und dann machst du nicht viel Gedanken darüber, schmeckt, tut es gut und so ist es auch.
- 29:13Und das ist aber auch, glaube ich, in der Breite der Gesellschaft verankert, was ich total spannend finde.
- 29:18Also jemand, der vielleicht gar nicht so in dem Weintema drin ist, macht sich trotzdem Gedanken über den Wein und versucht, die Weine gewählt auszusuchen.
- 29:26Und damit vielleicht auch zu überraschen, was ich selber eine Freude zu verschaffen, in Deutschland trinkt man halt Graubugunde oder Lugane oder wie auch immer und das die ganze Zeit.
- 29:37Also man hat da keine Dramaturgie drin, das finde ich halt so, zumindest wie ich es empfinde, besonders und so anders,
- 29:44dass man auch in diesem kleinen oder in diesem manchmal unbewussten oder unbedarften versucht etwas Besonderes zu leben.
- 29:52Oder sehe ich das falsch?
- 29:54Nein, es ist so richtig, der Mensch ist Grundrausengewohntheitstier und was er kennt, kommt er immer wieder zurück, ist ja ganz normal.
- 30:04Aber da ist man trotzdem ein Frankreich-Fassettenreicher, oder?
- 30:07Wir sind auch genau so, wir sind auch genau so.
- 30:11Also der Vater früher hat auch immer seinen Wufre-Pétillon geholt, immer von der gleichen Weingüter seit 20 Jahren.
- 30:19Also da probierte er auch mehr oder weniger vielleicht ein bisschen Unterschied, aber am Ende des Tages kommt er zurück zu das, was er auch kennt, ist ja ganz normal.
- 30:32Ja, ich sage ganz normal, aber ich denke, wenn wir die Leute mal ein bisschen mehr zeigen und das ist auch die Aufgabe von Weinhandel,
- 30:41von Gastronomien vor allem, da kann man auch die Menschen, die dem Alltag nicht die Zugang haben, wie wir, auch ein Produkt zu bringen,
- 30:51die einfach vieler Schalter sind, als der klassische Lugana oder Grauburgunder.
- 30:55Magst du die Entwicklung, um auf die Lohat zurückzukommen, die seit vielleicht 10 oder 15 Jahren passiert, dass die Weine mehr natürlich werden,
- 31:04dass die biodynamisch werden, dass sie teilweise eben in diese Natural-Richtung tendieren, dass sie teilweise schräg werden, ungewöhnlich oder für einen Normaltrinker,
- 31:13manchmal gar nicht verständlich oder greifbar werden, dass die auch weg von den typischen Appellationen geben und versuchen, ihre eigenen Interpretationen irgendwo zu finden,
- 31:23ist das, was du gut heißt oder eher was, was du kritisch betrachtest, weil du sagst, hey, ein Zorn sehr, ein Zorn sehr, der ist so großartig und warum macht ihr was anderes?
- 31:32Nein, überhaupt nicht. Ich glaube, das muss man unterscheiden, das sind zwei Parf, sagen wir mal, das sind zwei Straßen.
- 31:39Ja, für mich sehe ich, dass du hast eine Straße, die Appellation, der Herkunft bezeichnet nur, was er sagt, ja, das heißt, die Winzer müssen sich an diese Richtlinien halten
- 31:50und dann also die anderen Winzer, die sich nicht beformen lassen wollen, was sie zu tun haben, ja.
- 31:56Und die haben in China vom Anfang an, hier bei uns wird es so gemacht, ich mache einen schönen Appellant, der so ist,
- 32:04und das ist am Ende von der Franz, kein Sancermeer und kein Wufre und kein Savonier.
- 32:13Und die haben auch wiederum ihre Community und ihre Mehrfolge, Geschichte, ja.
- 32:19Und die machen das auch schon seit sehr, sehr lange, ja, so wenn ich nehme Nicola Jolie und vielleicht Marcangelie von Femme de la Sançonnière,
- 32:27die machen das seit nicht, nicht seit, sage ich mal, zehn Jahre, das sind schon Pionier und Avangardist, die schon sehr, sehr früher gefangen haben, sich durchsetzen zu wollen, ja.
- 32:39Die haben natürlich mit die Verbände nie miteinander funktionieren können, sehr klar, weil die ein Veränder sind, ja.
- 32:46Weil die Verbände wollen ein Bild von Gebieten kreieren, das ist die Idee der Appellation "Controller".
- 32:52Man will am Ende, man möchte den Konsument an eine gewisse Bild geben, was ein Gebiet repräsentiert für den Wein.
- 33:01Und jede Franzose weiß, wenn er ein Sancerb bestellt, wie er ungefähr schmecken wird und was das ist.
- 33:08Ja, und dadurch hast du natürlich eine gewisse Wein-Stilistik kreiert und diese Winzer wollen das einfach nicht.
- 33:17Die wollen ihre eigene Geschichte schreiben, ihre eigene Terroir, was auch legitim ist, ja, und warum nicht?
- 33:24Also ich unterstütze das sehr, ich finde das auch, dass die Wein auch sehr, sehr spannend werden.
- 33:28Und haben diese wenigen Winzer es nicht geschafft, eine eigene Identifikation für dieses Gebiet zu erzeugen?
- 33:34Also egal, ob es Nicolas Joliet oder Domain Bommard ist, das assoziiert man ja mit Savignier.
- 33:41Also mehr als konventionelle oder transnelle Produzenten sucht man ja doch mehr oder weniger den Stil.
- 33:48Und genauso Samir Shampignis schaffen sehr verschiedene Produzenten, dem Gebiet ein Image zu verleihen,
- 33:55das vielleicht Verbände nicht ganz so schaffen oder La Roussette oder Dagenot,
- 34:00haben es für Püfi-Mee geschafft dort ein Image zu prägen,
- 34:05was die große Gänze der, keine Ahnung, 200 anderen Produzenten in Püfi-Mee nicht geschafft haben.
- 34:12Also sind es mehr die Verbände oder sind es mehr erfolgreiche Produzenten, die das Image prägen?
- 34:17Also diese Image, die das geprägt ist, sind sicherlich die Produzenten am Ende,
- 34:22weil die schaffen diese Durchsprung, diese Erfolg.
- 34:27Ich glaube La Roussette ist der beste Beispiel. Wo war La Roussette nicht auf dem Wandkartner?
- 34:33Es ist überall. Wenn man von Püfi-Mee spricht, dass La Roussette auch insofern ist, ist es sofort dabei.
- 34:44Also die prägen schon die Gebiete, kein Thema.
- 34:47Ist es interessant ein Gebiet zu probieren oder eine Rebsorte oder einen Produzenten?
- 34:53Weil die, habe ich zumindest geführt, die Entwicklung der neuzeitlichen Interpretationen,
- 34:59verschiedener Produzenten gehen ja komplett weg von Rebsorten, gehen komplett weg von Gebieten,
- 35:03sondern es geht mir um die Eigenverwirklichung der verschiedenen Produzenten.
- 35:08Das stimmt alle. Also in die letzte Zeit, gerade in der Region, sind die Produzenten,
- 35:15die wirklich ihre eigene Identität immer mehr zu Vorschein bringen, wahnsinnig spannend.
- 35:23Also wenn ich sehe, ich beschäftige mich einiges mit Mon-Louis Solois vor allem,
- 35:30was da passiert, also was eine Generation von Winzer jetzt tut, ist schon unglaublich, unglaublich spannend.
- 35:36Man spricht wirklich von die Namen, von die Winzer, die da Weine bringen, extrem gute Qualität.
- 35:49Findest du das grundsätzlich gut oder findest du schade, dass halt Gebietstypikitäten dann irgendwo verwaschen werden,
- 35:57was ja mehr oder weniger eine Generation aufgebaut hat, dass ein Song sehr greifbar ist,
- 36:02dass ein Wufré, dass ein Cranci greifbar ist, verständlich ist, dass Winzer sagt,
- 36:08ich möchte aber ein eigenes Tier leben und ordne mich diesem Muster nicht mehr unter.
- 36:14Letztlich war es ja das Erfolgsrezept, also nicht nur an der Loire, auch beim Hermitage,
- 36:19beim noch so, was auch immer, dass man gesagt hat, wir versuchen, dieses typisch zu produzieren
- 36:25und nicht uns in die Vordergrund zu stellen.
- 36:29Ja natürlich, die haben natürlich der Erfolg damals geschrieben, aber die Zeiten wandeln sich,
- 36:36ist halt normal und irgendwann, man hat sich von dieser, also wenn wir hier professionell reden darüber,
- 36:43haben wir uns dann diese Weine seitgetrunken und ja, du weißt, wenn du den Wort sensationell hört,
- 36:49dann weißt du schon mehr oder weniger, wie der Produkt im Glas strahlst
- 36:54und ja, manchmal sagt ja, nee, danke, passt, muss nicht sein.
- 36:59Wiederum, die Individualität von so kleinen Betriebe, die immer besser werden,
- 37:08sind für uns somit wahnsinnig spannend, ja, wahnsinnig spannend
- 37:12und sie sorgt der Zukunft, glaube ich, da drin.
- 37:16Wenn du mehr Individualität bringen willst in deine Weinkarte, in deine Konzepte,
- 37:21ich glaube, man muss es ganz sich durch Individualität abheben
- 37:26und die Individualität fängt an natürlich bei den Winzern.
- 37:47Es klingt wie die Schwerste, aber eigentlich ist es die einfachste Frage überhaupt.
- 37:52Woran erkennt man einen guten Wein?
- 37:55Es beginnt mit dem Geruch, mit dem Duft.
- 37:59Einen guten, einen ehrlich gemachten, einen richtig authentischen Wein erkennst du am Duft.
- 38:04Und damit meine ich nicht diese Aromenmonster, die nach Frucht, Gummi, nach Zuckerwasser duften,
- 38:09sondern eigentlich mehr die Weine, wo der Duft eine kühle Ausstrahlung hat,
- 38:13wo der Wein sowohl richtig getrunken, als auch betrachtet werden kann.
- 38:17Nehmen wir einen der umstrittendsten Weine überhaupt einen Grauburgunder,
- 38:20ein Pino Grigio, vielleicht einen aus Südtirol, aus dem Hause Franz Haas,
- 38:23in 2024, Pino Grigio aus dem Hause Franz Haas.
- 38:26Es ist definitiv kein Wein für Eilige, kein Durstglöscher, kein Verlegenheitsprodukt aus
- 38:32gut gekühlten Edelstahl.
- 38:34Dieser Wein ist, so skurrier es klingt, eine Facette von etwas,
- 38:38denn sobald man ihn greifen möchte, entzieht er sich.
- 38:42Das klingt erstmal komisch, aber wenn man ihn probiert, weiß man, was ich meine.
- 38:45Er ist nicht fruchtig, er ist nicht süffig, nicht modern, sondern mineralisch.
- 38:50Man spürt die Mineralität.
- 38:52Er fühlt sich an wie der Steinboden eines Klostergewöbes, in dem das Licht versickert.
- 38:59Es ist definitiv kein Pino Grigio, der gefallen will.
- 39:02Er möchte, dass man sich an ihn erinnert.
- 39:04Und das ist unglaublich schwieriger.
- 39:07Allein schon der Name des Feingutes, Franz Haas.
- 39:10Ein Name, der sich durch sieben Generationen zieht.
- 39:14Ja, Franz Haas, immer derselbe Name.
- 39:17Wie ein Echo, das in den Theland Südtirolz hängen bleibt, ohne jemals ganz zu verklingen.
- 39:23Kein spektakulärer Name, da sind wir uns eigentlich, oder?
- 39:26Kein Adel, kein lautes Aufhallen, keine Skandale.
- 39:30Nur Beständigkeit.
- 39:32Und das musst du dir vorstellen, seit fast 150 Jahren, seit 1880,
- 39:37steht das Feingut in Montann, Oberheim von Neumarkt, wo die Hänge so stall sind,
- 39:41dass man während der Lese auf allen Vieren kriechen muss.
- 39:44Montann, ein Ort, der kaum in einer touristischen Broschüre vorkommt.
- 39:49Zu schroff, zu real.
- 39:51Aber gerade auf 380 bis 1150 Meter, ja, 1150 Meter wächst das,
- 39:57was man eigentlich nicht erklären kann.
- 39:59Weine mit einer inneren Stille.
- 40:02Und das, was die Familie Haas auszeichnet, seit Generation ist das,
- 40:08was man eigentlich nicht erklären kann, was nicht da ist,
- 40:11das ungesagtes, ungeformte, das in der Rebe angelegt ist,
- 40:15aber nur unter bestimmten Bedingungen hörbar wird.
- 40:19Franz Haas, der Achte.
- 40:21War bis zu seinem Tod im Jahr 2022 kein Mann der Öffentlichkeit.
- 40:25Er war ein Suchender, ein Tüftler, ein Ästhet.
- 40:29Und du musst dir vorstellen, Franz Haas war zu einer Zeit,
- 40:32als noch keiner dran dachte, der erste,
- 40:34der bereits mit Höhenlagen experimentierte
- 40:36und pflanzte damals schon Spätbughunder Pinonero
- 40:40auf 1150 Meter an einem Ort, an dem eigentlich nur das Moos wächst.
- 40:46Er war besessen von Farbe, von Ästhetik
- 40:49und ließ allein seinen Ediketten von Ricardo Schweitzer,
- 40:52einem Schüler von Picasso gestalten.
- 40:54Er war besessen von Ballons.
- 40:56Nein, nicht die, die man schmeckt,
- 40:58sondern diese, die man spürt, zwischen den Dingen.
- 41:02Und auch grau begonnener Pinokritzsche war für ihn
- 41:04niemals ein Nebenprodukt, nie ein Markenwein,
- 41:07niemals ein Marktwein.
- 41:09Es war für ihn eine Übung der Zurückhaltung.
- 41:11Er hat die Burgundener verstanden.
- 41:13Franz Haas hat es verstanden,
- 41:15dass das, was eigentlich gewöhnlich scheint, das schwierigste ist.
- 41:19Präsenz ohne Effekte.
- 41:22Ein lauter, ein expressiven Wein zu erzeugen,
- 41:24ist das einfachste auf der Welt, aber ein Wein,
- 41:26der Balancen sich trägt, können nur ganz, ganz wenige.
- 41:29Glücklicherweise wird das Wein gut nach seinem Tod weitergeführt,
- 41:33von seinem Sohn, von seiner Frau und von Ann die Punter.
- 41:35Nicht als Erbe, sondern als Verpflichtung.
- 41:37Denn dieser Pinokritzsche ist kein Statement.
- 41:40Er ist entflüstern aus der Tiefe des Gesteins.
- 41:43Die Reben für diesen Wein wachsen auf 300 bis 700 Meter Höhe.
- 41:47Ein Höheprofil, das nicht protzt, sondern schützt.
- 41:50Vor zu viel Hitze, vor zu viel Zucker.
- 41:52Die Böden sind extrem komplex.
- 41:54Puröser Dolomit, vulcanit, etwas Ton.
- 41:58Durchzogen von Spuren vergangener Kletcher, der ertrag ist moderat.
- 42:02Keine Massenlese, kein Überfluss.
- 42:04Nur das, was die Rebe freiwillig gibt, ohne zu zerbrechen.
- 42:08Natürlich erfolgt die Lese von der Hand.
- 42:10Keine Maschine, kein Tempo.
- 42:13Die Bären werden angequetscht, nicht zerstört,
- 42:15ruhen auf der Schale für einige Stunden,
- 42:17nicht um Farbe zu ziehen,
- 42:19sondern um die Spannung zwischen Frucht und Gerbstoff zu erzeugen.
- 42:22Dann sanfte Pressung.
- 42:24Kühle Vorklärung.
- 42:25Die Gierung geschieht langsam in Edelstahl.
- 42:28Bei kontrollierter Temperatur nicht die Technik zu zeigen,
- 42:31sondern um den Klang nicht zu zerstören.
- 42:33Ein kleiner Anteilgut auf der Feinhefe,
- 42:35für Wochen, manchmal Monate,
- 42:37nicht aus Prinzip, sondern aus Gefühl,
- 42:39wie bei einer alten Geige,
- 42:41die nach dem Stimm noch ein paar Minuten schwingt.
- 42:44Der Wein wird nicht geschönt, er wird nicht laut gemacht.
- 42:47Er wird nicht manipuliert, er wird freigelassen.
- 42:5012,5 Volumenprozent.
- 42:52Unauf völlig aber tragend.
- 42:542 Gramm Restzucker, kaum wahrnehmbar, aber spürbar.
- 42:566 Gramm Säure, nicht scharf,
- 42:58sondern wach und lebendig.
- 43:00Ein niedriger pH-Wert,
- 43:02um eine stille Spannung auf der Zunge zu erzeugen.
- 43:04Wie ein Gedanke, den man nicht loslässt.
- 43:06Und auf der Zunge ist dieser Pinokiriccio
- 43:09eine Spur, ein feines Rindsaal.
- 43:11Man vergisst ihn nicht, weil er beeindruckt,
- 43:13weil er etwas hinterlässt.
- 43:15Ein Leersteller, ein Geruch, ein Gedanke.
- 43:17Und vor allem die Sehnsucht,
- 43:19mehr Weine wie diesen probieren zu wollen.
- 43:21Vielen Dank für diesen außergewöhnlichen
- 43:232024 der Pinokiriccio,
- 43:25für diese Interpretation dieser ganz eigenen Rebsaute,
- 43:27dem Weingut Franz Haas
- 43:29und dem deutschen Importeur,
- 43:31dem Handelshaus Segnitz.
- 43:33Fändest du es genauso spannend beim Gebiet,
- 43:44was vielleicht irgendwie gleich,
- 43:46aber trotzdem anders ist?
- 43:48Also wenn jemand sagt,
- 43:50ich mache ab morgen einen Zovignon Blanc
- 43:52von der Mosel meiner Interpretation,
- 43:54ist das dann genauso faszinierend?
- 44:00Oder würdest du da sagen,
- 44:02Mosel ist Riesling, bleib bitte dabei?
- 44:04Boah, na, um Gott's Will.
- 44:07Klar, Riesling trägt die Mosel,
- 44:10aber nicht nur.
- 44:12Manche Winzer haben in der Hand
- 44:16bestimmte Terroir, wo die merken,
- 44:18da passiert was anderes.
- 44:20Da funktioniert ein Pinot Blanc besser,
- 44:22da funktioniert ein Zovignon Blanc besser,
- 44:24da funktioniert das mit jenes besser,
- 44:26der Pinot noir,
- 44:28was ist für geile Pinot gibt in der Mosel,
- 44:30was auch kaum einer auf dem Schirm hat.
- 44:32Also ich glaube, ein Gebiet hat mehr zu bieten,
- 44:36als immer, was man im Frühjahr gesagt hat,
- 44:40dass du bist so.
- 44:42Und die Winzer, die das erkennen
- 44:46und daraus arbeiten
- 44:48und Produkte auf den Markt bringen,
- 44:50die individuell überzeugen,
- 44:52da bin ich sofort dabei.
- 44:54Finde ich total spannend,
- 44:56weil ich hatte es als Erfolgskonzept gesehen,
- 44:58was man eben in Zornseher,
- 45:00in Murso oder in Hermitage,
- 45:02um die nochmal zu nennen,
- 45:04praktiziert hat, dass viele Winzer
- 45:06an einem Strang gezogen haben
- 45:08und was mehr oder weniger was Greifbares,
- 45:10was Identifizierbares präsentiert haben.
- 45:12Und wenn man sowas
- 45:14am Irringer Winklerberg
- 45:16oder einer wählenden Sonnenuhr
- 45:18gleichermaßen praktiziert,
- 45:20sorgt man dafür,
- 45:22dass diese Gebiete
- 45:24mit einer besonderen Qualität
- 45:26greifbar werden
- 45:28oder identifizierbar oder speckbar werden.
- 45:30Und wenn es mehr und mehr Leute gibt,
- 45:32die da ausbrechen,
- 45:34verwischt das ja.
- 45:36Also klar, die Individualität
- 45:38der einzelnen Winzer wird natürlich
- 45:40es schade, wenn die untergeht
- 45:42in der großen Masse,
- 45:44dass die halt das machen müssen,
- 45:46was sie machen müssen.
- 45:48Es ist witzig.
- 45:50Also ich verschied den Gedankenmuster dabei zu legen.
- 45:52Aber auf der anderen Seite war ich
- 45:54derjenige Winzer, der ein bisschen
- 45:56so wenig macht in der Lage,
- 45:58da ist er nicht da, um den Markt zu bedienen.
- 46:00Der will sein,
- 46:02der merkt, der hat irgendwie
- 46:04ein halbes Fass oder ein Fass davon.
- 46:06Davon wird er glaube ich
- 46:08nicht unbedingt ein Gebiet oder eine Lage
- 46:10verwischen.
- 46:12Sondern der bringt einfach nur Akzent,
- 46:14wenn es funktioniert, warum nicht.
- 46:16Am Ende es muss Sinn machen.
- 46:18Das ist das Wichtigste.
- 46:20Am Ende muss ich Terror erkennen,
- 46:22muss sagen, okay, das ist
- 46:24ein Bild für mich,
- 46:26die auch eine wählende Sonnenuhr
- 46:28widerspiegelt
- 46:30oder das Mittelmosell widerspiegelt.
- 46:32Aber ob es am Ende
- 46:34natürlich der Riesling ist immer noch da,
- 46:36ist immer da, ist halt der Wichtigste.
- 46:38Weil viele sehen, dass er sich dort am besten
- 46:40wohlfühlt.
- 46:42Aber wenn es ein Weißburg untergeben kann,
- 46:44warum nicht.
- 46:46Da wäre so auch der Gebiet nicht komplett
- 46:48umswitschen können.
- 46:50Das geht nicht, weil da sind so wenig Mengen
- 46:52davon.
- 46:54Und es hat auch nichts mit Verantwortung zu tun,
- 46:56dass jemand, der so was produziert,
- 46:58das publiziert, vielleicht erfolgreich damit
- 47:00dass er anderen mehr oder weniger ins
- 47:02Knie schießt damit.
- 47:04Weil heutzutage, wenn du
- 47:06angenommen, du machst einen Zominion-Blanc,
- 47:08einer Mosel, machst einen großartigen Zominion-Blanc
- 47:10und 5.000 Insta-Follower
- 47:12publizieren das,
- 47:14es ist ja
- 47:16dann irgendwo kontraproduktiv
- 47:18für Riesling, Mosel, Identität
- 47:20oder Identität.
- 47:22Nein, okay.
- 47:24Ne, Null, was hatte er, wenn es ein bisschen
- 47:26so wenig Blau macht, sagen wir mal, der wird
- 47:28150.000 Flasche füllen
- 47:30davon, verstehst du?
- 47:32Das ist der Punkt, man muss immer ein bisschen
- 47:34relativieren.
- 47:36Wenn die 5.000
- 47:38Instagram-Posts
- 47:40sagen, was für eine geile Wein,
- 47:42das ist Wahnsinn, da kriegst du eh die Ware
- 47:44nicht als Entverbraucher am Ende des Tages.
- 47:46Also, das sind so was
- 47:48für Freak, sag ich mal so,
- 47:50für Rücken, die auch so was
- 47:52suchen
- 47:54und der Winzer
- 47:56glaube ich, ist mehr eine Spielerei von ihm.
- 47:58Wie viele Winzer
- 48:00haben immer Weine, die du gar nicht
- 48:02mal auf dem Markt offiziell findet?
- 48:04Es gibt
- 48:06jeder Winzer hat immer irgendwas
- 48:08den er probiert, den er macht, hey, guck mal,
- 48:10ich hab hier fast von der Lage gemacht.
- 48:12Das war dieses Jahr so gut.
- 48:14Normalerweise kommt das
- 48:16alles in der
- 48:18Lage, aber diese Plot in der Lage
- 48:20war dieses Jahr so perfekt, ja, ich hab
- 48:22entschieden, einzeln zu bauen.
- 48:24Davon gibt 500 Flaschen
- 48:26Ende Gelände.
- 48:28Dafür kannst du kein Gebiet
- 48:30verwechseln oder anders
- 48:32auf den Markt bringen.
- 48:34Sind das dann Weine, die so singulär
- 48:36abgefüllt werden, die für dich
- 48:38für eine Raritätenprobe in Frage kommen,
- 48:40die du ja sehr erfolgreich publizierst
- 48:42oder sind das immer
- 48:44namhafte Weine, also wer das von mir aus
- 48:46der
- 48:48Nicola Jolie aus dem Jahre 90
- 48:50der unbedingt da rein muss.
- 48:52Also was tust du für die Raritätprobe
- 48:54bei dir im Restaurant aus?
- 48:56Also bei uns im Restaurant
- 48:58aus
- 49:00muss, sag ich mal,
- 49:02für eine Probe, also ich denke,
- 49:04ich spreche von der Weinbegleitung,
- 49:06weil wir da große Fokus legen.
- 49:08Erst mal geht das immer um den Gericht,
- 49:10es geht nicht um den Wein.
- 49:12Und zweitens, wenn es
- 49:14wir der richtige Weinstil gefunden haben,
- 49:16dann versuchen wir
- 49:18die ein oder andere
- 49:20Qualität zu finden,
- 49:22denn wenn da ist, kann auch eine bekannte Name
- 49:24etabliert, sehr erfolgreich,
- 49:26auch als Kult gesehen.
- 49:28Aber es kann auch
- 49:30ein
- 49:32kleine Winzer, der noch
- 49:34wie gesagt so einen kleinen Plot hat,
- 49:36500 Flaschen, etwas
- 49:38sehr speziell ist
- 49:40und der auch wiederum
- 49:42funktioniert in der Kombination.
- 49:44Also es ist sowohl alles,
- 49:46wir wollen Spaß haben mit so viel
- 49:48und ich glaube,
- 49:50der Spiel ist wichtig zwischen
- 49:52ein bisschen das Bekannteres Namehaftes,
- 49:54wo der Kunde sich wohlfühlt,
- 49:56wo es für ihn auch ein Begriff ist,
- 49:58aber auch Überraschung zu bringen,
- 50:00dafür sind wir da.
- 50:02Und gibt es da für dich
- 50:04einen Ansatz, wo du sagst,
- 50:06dir und die
- 50:08Anteile sollten
- 50:10bekannte, sollten gereifte Weine sein,
- 50:12sollten irgendwas,
- 50:14sollten Blue Ship sein oder
- 50:16gehst du erstmal,
- 50:18wenn du das Menü siehst hin und sagst,
- 50:20was könnte
- 50:22das Menü begleiten, auskleiden,
- 50:24ergänzen, also ist da manchmal
- 50:26für dich der Wein wichtiger
- 50:28als das Menü oder hat immer
- 50:30das Menü die erste Präferenz
- 50:32und du versuchst das einfach nur zu
- 50:34untermalen und dem den Bühne zu gebieten,
- 50:36besonderen Wein.
- 50:38Also immer eine Weinbegleitung ist,
- 50:40das Pairing
- 50:42zu messen, das Wichtigste.
- 50:44Also es ist
- 50:46keine, also die
- 50:48beide Speise und Wein müssen
- 50:50miteinander funktionieren, Verbindung
- 50:52erstellen für den Gast,
- 50:54ein Erlebnis schaffen
- 50:56und nicht nebeneinander laufen.
- 50:58Ja, das heißt du hast
- 51:00einen geilen Teller und du hast ein geilen Wein,
- 51:02aber miteinander funktionieren die
- 51:04mehr oder weniger nicht.
- 51:06Das ist so was machen wir nicht.
- 51:08Also ich möchte schon, dass die Weine
- 51:10am Ende das ist
- 51:12verbinden und unterstützen.
- 51:14Ja.
- 51:16Wie schaffst du das, weil ihr ja
- 51:18doch viele Gänge habt, ihr habt ja
- 51:20bis zu 17 verschiedene Gänge
- 51:22und 17 verschiedene Weine ist ja relativ
- 51:24schwierig, also zumindest wenn man
- 51:26auch das sehr noch bewusst miterleben möchte.
- 51:28Ja, das ist klar.
- 51:30Wir können eine Weinbegleitung
- 51:32nicht auf 17 Gläser erweiten,
- 51:34das ist zu viel, aber
- 51:36die Weinbegleitung ist sehr, sehr tief,
- 51:38also wir servieren
- 51:408 bis 10 verschiedene Weine
- 51:42wenn wir wollen.
- 51:44Also
- 51:46wir sind sehr individuell
- 51:48auf die Gäste
- 51:50und bieten
- 51:52noch drei verschiedene Weinbegleitungen
- 51:54im Menü, also das ist schon
- 51:56drei. Ja, es gibt für
- 51:58jeder was dabei, mehr oder weniger.
- 52:00Ja, etwas für die ein bisschen
- 52:02Novice im Wein, die ein bisschen
- 52:04eher klassisch schon geraucht sind, die auch
- 52:06nicht unbedingt probieren
- 52:08oder weit gehen wollen.
- 52:10Dann haben wir ein Sommelier Spezial,
- 52:12wo wir uns ein bisschen mehr
- 52:14wiederum auf die Gäste, die ein bisschen
- 52:16mehr Erfahrung mitnehmen.
- 52:18Ja, und dann haben wir für die,
- 52:20die wirklich viel Spaß haben wollen,
- 52:22machen wir noch ein Grand-Cruis Spezial,
- 52:24wo wir dann noch ein paar, sag ich mal,
- 52:26ein bisschen die zweite Variante
- 52:28noch mal tunen.
- 52:30Wie sind die preislich veranlagt,
- 52:32wenn du die drei Staffelung schaffst?
- 52:34Ja, wir starten bei die Klassik
- 52:36bei acht Weine, sieben bis acht
- 52:38Weine für 100,
- 52:40168.
- 52:42Dann haben wir die zweite
- 52:44Variante, so 100 mehr, so
- 52:46265.
- 52:48Und die letzte kann
- 52:50bis 400, 500 gehen.
- 52:52Wie ist es aufgeteilt,
- 52:54dass jeweils 0,1er Gliese
- 52:56oder wird das gar
- 52:58nicht so eingeteilt,
- 53:00sondern ihr schenkt nach, bis derjenige
- 53:02umfällt, oder? Nein, das schaffst
- 53:04nicht, es geht zu schnell auf
- 53:06von der Menü her. Du hast 17 Gänge,
- 53:08du kannst es irgendwann,
- 53:10musst du auch am nächsten Wein gehen.
- 53:12Wir bauen, weil die erste Gänge so kleine
- 53:14Fingerhappen sind, da bauen wir ein Wein
- 53:16für diese ganze Fingerhappen,
- 53:18weil die auch
- 53:20eine Art
- 53:22Anstieg im Menü, da bietet eine kleine
- 53:24Dramaturgie, und
- 53:26oft bleiben die Gäste schon bei dem
- 53:28Apparativ bis zur Hälfte von dieser
- 53:30Fingerhappen, und danach bringen
- 53:32wir sie zum Lockern
- 53:34das Ganze.
- 53:36Und dann, ab die gedeckte Gänge,
- 53:38da kommen noch, sag ich mal, knapp 10
- 53:40Gänge, dann haben
- 53:42wir, sagen wir, fast jede Gang,
- 53:44weil die Gänge schon sehr unterschiedlich sind,
- 53:46da müssen wir schon aus jeder Gang gehen,
- 53:48und dann wechseln wir auch dementsprechend.
- 53:50Das heißt, wie befinden uns,
- 53:52sagen wir, 0,1 bis
- 53:540,12,
- 53:56wir schicken gerne nach,
- 53:58es ist nicht, dass wir auf dem Strich arbeiten,
- 54:00wir sind sehr, sehr flexibel,
- 54:02der Kunde muss seinen Fahrer am Ende Spaß haben.
- 54:04Genau, manche wollen mehr, und manche wollen
- 54:06weniger Spaß. Was ist für dich,
- 54:08wenn man das so sagen kann, der Interessante,
- 54:10der wichtigste Wein dabei, ist es
- 54:12der erste, der begeistern muss, ist im
- 54:14Mittelbau, wo die leutischen eine erste
- 54:16Sättigung haben, oder ist es der letzte
- 54:18Wein, den die Leute gedanklich mit
- 54:20nach Hause nehmen, oder kann man das gar
- 54:22nicht so unterscheiden?
- 54:24In die Klassik, ja, da kann man schon
- 54:26unterscheiden, weil da bauen wir ganz
- 54:28darauf, wo wir ein bisschen was
- 54:30zum Anstimmen, der Wein sollte
- 54:32der Gast ein bisschen
- 54:34abholen am Anfang, ja,
- 54:36und
- 54:38dann haben wir einen relativ
- 54:40verständlichen Mittelbau, und dann
- 54:42ein bisschen was zum Süßes, zum Abschluss
- 54:44bei der Grand Cruis Special,
- 54:46da geht
- 54:48schon ein ganz anderer Produkt, ja,
- 54:50und da ist der Produkt auch ein bisschen
- 54:52steht
- 54:54er schon anders dar, ja,
- 54:56wenn du ein 2000er Crucran Vintage
- 54:58klasseweise auch schenkt,
- 55:00dann
- 55:02der Gast hat ein ganz anderer Erlebnis
- 55:04und beschäftigt sich ganz anders mit
- 55:06dem Wein, ja, und das
- 55:08mit der Hummergang und ein bisschen
- 55:10viel Verlänger, das macht natürlich
- 55:12schon an sich viel, viel Spaß,
- 55:14aber es sind andere Ebene.
- 55:16Hast du auch unterschiedliche Gliese
- 55:18für die verschiedenen Weinbegleitungen,
- 55:20also dass du
- 55:22für die einfache Variante, keine
- 55:24Maschinen gefertigten und für die
- 55:26hochwertige, die Mundgeblasen
- 55:28in Gläser nimmst, oder nimmst du immer die gleichen Gläser?
- 55:30Ja, ja, das gibt keinen Unterschied,
- 55:32also ist egal, da muss der Glas
- 55:34es wird nicht minderwertig gearbeitet,
- 55:36weil die Weinbegleitungen
- 55:38anders gestaltet sind, das muss
- 55:40funktionieren, es ist egal, was
- 55:42ein Wein kostet, darum spielt das
- 55:44überhaupt gar keine Rolle, dann
- 55:46howertige Weine, braucht den passenden
- 55:48Glas, wir haben sehr, sehr gute
- 55:50Glaskultur, aber wir sind auch keine
- 55:52Freaks, wo wir zu jeder Rebsorte,
- 55:54jede Gang, jede
- 55:56Glas-Stilistik haben,
- 56:00wir arbeiten mit sehr guter
- 56:02Gläser, alles Mundgeblasen
- 56:04in der Regel, weil wir wollen
- 56:06einfach ein sehr dünnwandiges Glas,
- 56:08ein sehr flexibles Glas, der
- 56:10auch die, die, die, wenn man
- 56:12den Wein schwenkt, gewisse
- 56:14Bewegungen hineingebt.
- 56:16Was habt ihr für Gläser?
- 56:18Ich arbeite mit
- 56:20einer Sektion von Stölzle,
- 56:22die Mundgeblasen
- 56:24und Zalto.
- 56:26Und sind das auch deine Vorlieben
- 56:28oder hast du zu Hause andere Gläser?
- 56:30Ja, da sind meine Vorlieben
- 56:32für Arbeit, zu Hause hab ich
- 56:34von Gabriel Mundgeblasen,
- 56:38Universal,
- 56:40und eine kleine Sektion von Josephin
- 56:42Hütte und das war's.
- 56:44Aber ich trink alles aus
- 56:46der, aus der Universal-Glas
- 56:48von Champagne, Weiswein.
- 56:50Die anderen, sie nur für mich zu spielen,
- 56:52wenn ich einfach was, was, was
- 56:54aufmache, wo ich denke, okay, da kann
- 56:56man heute mal was an das anchenken.
- 56:58Ist das Glas für dich das wichtigste Element
- 57:00im Service oder gibt es irgendwas,
- 57:02was für dich wichtiger ist und prägender ist?
- 57:04Also wo man sagen kann, das ist
- 57:06meine Handschrift, mein Stil, da spiele ich,
- 57:08da versuche ich den Gast zu imponieren.
- 57:10Nee, eigentlich nicht.
- 57:12Also ich bin so, ich bin keine,
- 57:14keine große Materialtyp.
- 57:16Der Material muss funktionieren,
- 57:18muss sehr hochwertig, sehr gut sein.
- 57:20Aber es muss nicht so
- 57:22viel in der Breite.
- 57:24Ich will auch die Gäste damit nicht irgendwie
- 57:26Geschichte erzählen, warum der Glas
- 57:28und warum der Glas und warum die Marke
- 57:30und warum die Marke.
- 57:32Mir ist wichtig,
- 57:34dass wir die Leute über die Weine
- 57:36erzählen, was das ist,
- 57:38wieso, deshalb
- 57:40und das Ganze umherum.
- 57:42Natürlich hab ich keinen Tools
- 57:44oder solche Sachen.
- 57:46Ja, ich verbringe lieber Zeit mit dem Gast
- 57:48bevor er sich mit dem Gläser
- 57:50die Flasche beschäftigt.
- 57:52Wenn du den Wein beschreibst, also wenn du den Wein servierst,
- 57:54was ist da deine Philosophie?
- 57:56Erzählst du, wer über die Technik
- 57:58wieder Wein produziert wurde,
- 58:00über die Geschichte von dem Haus
- 58:02oder über die sensorische Wahrnehmung von dem Wein?
- 58:04Ein bisschen von allem.
- 58:06Also wir erzählen,
- 58:08ich erzähle über die Winzer,
- 58:10über die Region,
- 58:12der Ausbau, wenn es ein besonderer Ausbau ist.
- 58:14Aber ich möchte auch die Gäste
- 58:16nicht mit irgendwelchen fachlichen
- 58:18Geschichten überfordern.
- 58:20Am Ende
- 58:22erklären wir ein bisschen über die Aromen,
- 58:24über den Geschmack,
- 58:26über die Veränderung vom Wein,
- 58:28mit dem Essen, was vielleicht passieren wird
- 58:30für den Kunde.
- 58:32Damit man weckt in gewisserer Wahrnehmung,
- 58:34warum der Wein so und so ist.
- 58:36Die Geschichte ist,
- 58:38finde ich wichtig,
- 58:40wenn jeder Gebiet und die Winzer
- 58:42aber nicht mehr was zu erzählen
- 58:44und ich finde, es sollte
- 58:46der Gast auch mal transportieren.
- 58:48Was manchmal auch ganz schön und ganz wichtig ist,
- 58:50wenn man den Gast damit
- 58:52auch in gewisser Weise sensibilisiert,
- 58:54so als würde ich vor dem Bild stehen
- 58:56und wenn ich sage, achte bitte auf den Schatten,
- 58:58hat das Bild eine ganz andere Tiefe,
- 59:00eine ganz andere Wahrnehmung, als wenn ich
- 59:02alleine davor stehe, es mir selber erklären muss
- 59:04und natürlich eine Eigenwahrnehmung habe.
- 59:06Jeder kann sehen, jeder kann riechen, jeder kann schmecken
- 59:08für viele, die meisten zumindest.
- 59:10Und wenn ich dann aber erkläre,
- 59:12warum man das so schmeckt,
- 59:14dann bekommt es eine ganz andere Dimension.
- 59:16Daher finde ich unsere Aufgabe,
- 59:18das Erklären ist unglaublich wichtig.
- 59:20Unglaublich wichtig. Du kannst nicht vorstellen,
- 59:22wie viele Gäste nicht wissen,
- 59:24wie was funktioniert,
- 59:26allein zwischen ihrem Gehirn
- 59:28und ihrem Geschmackssine.
- 59:30Viele
- 59:32sind
- 59:34manchmal auch mit sich selbst überfordert,
- 59:36wenn sie in den Wein trinken
- 59:38oder wenn sie gut essen.
- 59:40Das ist
- 59:42echt Wahnsinn.
- 59:44Deshalb müssen wir
- 59:46ein bisschen Klärungsarbeit machen,
- 59:48was passiert
- 59:50und wie fällt sich ein bisschen Spiel
- 59:52mit Textur,
- 59:54warum ist ein Wein hier
- 59:56mit ein bisschen vordergründliche Säure
- 59:58zum Fisch?
- 1:00:00Warum hat der Wein
- 1:00:02jetzt eine ganz andere,
- 1:00:04oder ein kräftiger Tannin,
- 1:00:06wenn sie dem allein probieren,
- 1:00:08plus ich komme demessen,
- 1:00:10wenn sie sehen, wie es funktioniert.
- 1:00:12Weil die Menschen an das gewohnt sind,
- 1:00:14Wein zu trinken.
- 1:00:16Das ist der Punkt.
- 1:00:18Wenn du den Leuten natürlich zu du hast
- 1:00:20einen tollen Gericht, ein geschmortes Fleisch,
- 1:00:22einen intensiven Barolo dazu,
- 1:00:24kann ich dir gleich garantieren,
- 1:00:26dass von 10 Gästen 8
- 1:00:28werden erstmal bei der Probeschlug
- 1:00:30die Gesichtszüge zusammenziehen.
- 1:00:32Das ist aber ganz schön stark
- 1:00:34und da hat viel Gerbstoffe und Sauers.
- 1:00:36Natürlich.
- 1:00:38Klar, aber ein Barolo trinkisch anfangen
- 1:00:40jetzt so mal ein Glas nebenbei.
- 1:00:42Ich brauche irgendwie,
- 1:00:44was der Wein aufnehmen zu können,
- 1:00:46den Speisen.
- 1:00:48Dazu ein tolles geschmortes Fleisch,
- 1:00:50die Soße fett
- 1:00:52und auf einmal geht ein Wein mit
- 1:00:54die Verbindung zusammen
- 1:00:56und jetzt kommt die Saftigkeit,
- 1:00:58kommt diese ganze Spiel.
- 1:01:00Das kann man ja erklären.
- 1:01:02Ist der Probeschlug für dich wichtig?
- 1:01:04Du servierst den Probeschlug,
- 1:01:06wie ich gerade herausgehört habe.
- 1:01:08Die erste Meinung,
- 1:01:10ist die in irgendeiner Form
- 1:01:12ausschlaggebend
- 1:01:14oder ignorierst du die,
- 1:01:16weil du sagst, der Wein wird sich verändern?
- 1:01:18Ich ignoriere es wirklich.
- 1:01:20Ich sagst, der Gast,
- 1:01:22geben Sie den Wein
- 1:01:24mit dem Messen
- 1:01:26deine Chancen, Sie werden tatsächlich
- 1:01:28verhindert.
- 1:01:30Aber wenn du ihm nicht sagst,
- 1:01:32wieso, warum, dann sagt er gleich,
- 1:01:34ich schmecke mir nicht.
- 1:01:36Es passiert
- 1:01:38immer wieder Gäste, die sagen,
- 1:01:40es schmeckt mir nicht, ich will was anderes.
- 1:01:42Da kriegt er natürlich was anderes,
- 1:01:44aber nicht des zu Trost, lasse ich Trost
- 1:01:46des klar stehen, bewusst und sage ja,
- 1:01:48aber die probieren bitte, wenn es möglich,
- 1:01:50nochmal einen Schluck mit dem Messen
- 1:01:52von diesem Wein.
- 1:01:54Und wie Sie werden verstehen, was passiert
- 1:01:56bis jetzt ist noch nie passiert, dass jemand was gesagt hat.
- 1:01:58Also man merkt,
- 1:02:00die Leute, man muss manchmal
- 1:02:02ein bisschen stoßen.
- 1:02:04Und wenn du jetzt die High-End-Wein-Begleitung hast
- 1:02:06und der Gast kommt mit 3-4 Weinen
- 1:02:08nicht klar oder mag die einfach nicht,
- 1:02:10gibst du alternativ
- 1:02:12oder sagst du, my way, my way, so wie bei
- 1:02:14der Kochlet mehr oder weniger auch sagt,
- 1:02:16das ist das Menü.
- 1:02:18Und wenn jemand 3-Gänge davon
- 1:02:20nicht mag, dann kann ich da nicht
- 1:02:22irgendwas anderes kochen.
- 1:02:24Na ja, weißt du, jemand, der bestellt
- 1:02:26so eine Wein-Begleitung in diese Preisklasse,
- 1:02:28der weiß eigentlich schon, was er will.
- 1:02:30Also der hat auch schon eine Erfahrung,
- 1:02:32der hat schon eine gewisse Vorliebe
- 1:02:34und
- 1:02:36für diese Wein-Begleitung
- 1:02:38sind die Weine auch aufgelistet.
- 1:02:40Da kriegt er ein kleines Sättelchen,
- 1:02:42das sind hier, das ist unsere Topping.
- 1:02:44Wenn Sie das probieren möchten,
- 1:02:46das sind diese Weine.
- 1:02:48Da geht es wirklich schon der Fokus am Ende
- 1:02:50um diese große Weine
- 1:02:52und wenn der Gast jetzt schon eine gewisse
- 1:02:54Erfahrung und das trinken will,
- 1:02:56dann sagt er, wow, super.
- 1:02:58Dann will er nicht was anderes,
- 1:03:00da diskutiert er nicht.
- 1:03:02Das ist ja manchmal die Chance einfach auf was anderes
- 1:03:04kennenzulernen. Wie fing das bei dir an?
- 1:03:06Also wie bist du zum Wein gekommen?
- 1:03:08Ich bin zu Wein gekommen,
- 1:03:10in dem ich, wo ich empfinde,
- 1:03:12in Deutschland zu arbeiten,
- 1:03:14habe ich
- 1:03:16eine kleine Stelle
- 1:03:18gehabt
- 1:03:20in einem großen Hotel
- 1:03:22in Freiburg, das war ein Schlurrsee.
- 1:03:24Und ich war
- 1:03:26Kommidoran in einem Halbpension-Restaurant.
- 1:03:28Also wirklich etwas,
- 1:03:30was ganz,
- 1:03:32ganz unpretentieus.
- 1:03:34Und
- 1:03:36ich habe mich immer um ein paar Gäste gekümmert
- 1:03:38am Abend in meiner kleine Station
- 1:03:40und ein Tag ein Gast
- 1:03:42hat, ein Amerikaner war das
- 1:03:44und du weißt wie das ist
- 1:03:46in diesem Halbpension-Restaurant.
- 1:03:48Ich habe mich immer um ein paar Gäste gekümmert
- 1:03:50zu geben, wenig Tipp,
- 1:03:52schraben immer die Rechnung auf Zimmer
- 1:03:54und gehen wieder
- 1:03:56und ja, das ist immer so
- 1:03:58so eine Sache, ja.
- 1:04:00Und der hatte an diesem Abend
- 1:04:02eine Flasche
- 1:04:0488er Ikem
- 1:04:06und eine
- 1:04:0896er Petrus,
- 1:04:10wenn ich mich gut erinnere, bestellt.
- 1:04:12Das hat dir in einem Halbpension-Restaurant
- 1:04:14auf der Karte, ihr hattet 86er
- 1:04:16aber auch keine Ahnung
- 1:04:18wo die her kamen, keine Ahnung.
- 1:04:20Ja, das ist
- 1:04:22auch, das ist auch 25 Jahre her
- 1:04:24mittlerweile.
- 1:04:26Damals gab es andere Zeiten.
- 1:04:28Und
- 1:04:30da hat er die beiden Weine
- 1:04:34getrunken
- 1:04:36und sagte zu mir zum Schluss, ich habe leider nichts
- 1:04:38für sie zu geben.
- 1:04:40Ich lasse die Flasche jeweils 2 Gläser
- 1:04:42und das ist, man tippt können sie dann am Feierabend trinken.
- 1:04:44Ich habe mich wahnsinnig bedankt
- 1:04:46und
- 1:04:48am Feierabend
- 1:04:50dann haben wir das mit den Kollegen
- 1:04:52nochmal in der Personalraum getrunken
- 1:04:54und das hat auf einmal bei mir klickt gemacht.
- 1:04:56Ja.
- 1:04:58Da habe ich gesagt, wow, die Weine
- 1:05:00könnte ich nicht verstehen, könnte ich nicht
- 1:05:02wissen, was
- 1:05:04die haben super geschmeckt, die Namen
- 1:05:06waren mich schon bekannt, aber
- 1:05:08ich wusste nicht die Weine zuzuordnen
- 1:05:10und da habe ich mir gedacht, ja, da muss
- 1:05:12ich ein bisschen mehr Wissen darüber.
- 1:05:14Und schon ging es los.
- 1:05:16Ah, toll, könntest du
- 1:05:18die Weine heute entweder
- 1:05:20wiedererkennen oder heute noch beschreiben
- 1:05:22wie du das damals empfunden hast
- 1:05:24oder ist es einfach, weil es 25
- 1:05:26Jahre her ist zu lange her?
- 1:05:28Ja, erstens ist es zu lange her und
- 1:05:30zweitens habe ich eine ganz andere Erfahrung mittlerweile.
- 1:05:32Deshalb würde ich die Weine ganz anders analysieren
- 1:05:34und probieren wie damals.
- 1:05:36Ich habe sie damals glaube ich in diese
- 1:05:38ja, Jugendliche
- 1:05:40mal Unwissenheit
- 1:05:42getrunken und
- 1:05:44das war glaube ich das
- 1:05:46das Beste, ja.
- 1:05:48Und ich glaube, das ist was viele von uns
- 1:05:50passiert oft, also eine Berührung mit so
- 1:05:52ein Produkt und dann denkst du
- 1:05:54boah, das ist so gut
- 1:05:56was passiert gerade mit mir, ja.
- 1:05:58Das kannst du auch kaum mit Wörtern beschreiben,
- 1:06:00weil die wecken so eine Emotion in dir
- 1:06:02und manchmal
- 1:06:04lasst du in diese Phase
- 1:06:06wo du anfängst zu arbeiten, zu lernen
- 1:06:08mit Wein,
- 1:06:10noch nicht
- 1:06:12die Erfahrung dafür, ja.
- 1:06:14Und dann, deine Emotion tragen dich mehr
- 1:06:16als im Prinzip dein Verstand
- 1:06:18und heute würde ich sicherlich die Weine
- 1:06:20anders verkosten, ganz klar.
- 1:06:22Was ist Wein für dich?
- 1:06:24Ja, viele,
- 1:06:26das Wein ist Leidenschaft,
- 1:06:28ist Liebe,
- 1:06:30ist Teilen,
- 1:06:32ist Lebensfreude,
- 1:06:34ist so viel verschiedene Begriffe
- 1:06:36die
- 1:06:38diesen Teil des Lebens
- 1:06:40ist, also
- 1:06:42ohne Wein geht nicht mehr viel.
- 1:06:44Sprichst du da als Deutscher
- 1:06:46oder als Franzose?
- 1:06:48Nee, Franzose bin ich so
- 1:06:50oder so.
- 1:06:52Wollt ihr nicht zu nahe treten, schuldig.
- 1:06:54Nein, alles gut.
- 1:06:56Du bist jetzt seit 20 Jahren in Deutschland
- 1:06:58oder über 20 Jahre in Deutschland,
- 1:07:00das färbt ja ab, also da.
- 1:07:02Ja, also auch.
- 1:07:04Ich bin anders klar als früher.
- 1:07:06Aber weißt du,
- 1:07:08es gibt Dinge, die sie nicht gehen.
- 1:07:10Das kannst du nicht
- 1:07:12verändern.
- 1:07:14Und
- 1:07:16Wein war immer drin
- 1:07:18vom klein an schon.
- 1:07:20Und wenn du Wein trinkst, trinkst du ihn wie ein Deutscher, also
- 1:07:22alleine?
- 1:07:24Oder trinkst du ihn immer zum Essen
- 1:07:26und in Begleitung
- 1:07:28und als Ergänzung zu entspeisen?
- 1:07:32Ja, mal so, mal so.
- 1:07:34Also ich trink es gerne
- 1:07:36mit Freunden,
- 1:07:38mit Kollegen.
- 1:07:40Eine gute Flasche.
- 1:07:42Aber ich habe auch kein Problem,
- 1:07:44wenn ich frei habe.
- 1:07:46Ich habe bis zu was daheim
- 1:07:48und mache mir schon eine Flasche Wein auf.
- 1:07:50Und dann weiß ich ungefähr,
- 1:07:52was Mama dazu heute haben.
- 1:07:54Und trink ich das ganz entspannt.
- 1:07:56Aber auch ohne
- 1:07:58Analytik zu sein.
- 1:08:00Da stecke ich Kork wieder drauf.
- 1:08:02Und dann der Rest
- 1:08:04mal die Tage danach, also ganz
- 1:08:06prétanciös.
- 1:08:08Weil ich finde,
- 1:08:10Wein ist ein Teil des genüssliches
- 1:08:12Leben.
- 1:08:14Und da brauche ich
- 1:08:16keine spezielle Orte
- 1:08:18oder zu viele Menschen.
- 1:08:20Manchmal ist es auch schon allein.
- 1:08:22Wenn man was gekocht hat,
- 1:08:24einfach mal ein, zwei Gläser zu trinken
- 1:08:26und dann fertig.
- 1:08:28Was machst du?
- 1:08:30Naja, ich suche,
- 1:08:32ich habe schon mal ein bestimmtes Vorbild.
- 1:08:34Also Alltagsweine habe ich in dem Sinn nicht.
- 1:08:36Ich suche mich immer mal
- 1:08:38Spezialität aus ein bisschen
- 1:08:40überall her.
- 1:08:42Und wenn ich mir denke,
- 1:08:44okay, dann gehe ich mal in den Keller.
- 1:08:46Was kann man mal aufmachen,
- 1:08:48was Spaß machen könnte heute? Worauf hätte ich Lust?
- 1:08:50Worauf habe ich Lust im Prinzip?
- 1:08:52Sammelst du den Tag?
- 1:08:54Nein, also ich habe einen kleinen
- 1:08:56Keller
- 1:08:58und da sind ein paar Flasche drin.
- 1:09:00Aber
- 1:09:02wir sind der Lage in unserem Beruf
- 1:09:04auch tolle Sachen kurzfristig zu bekommen
- 1:09:06und kaufen zu kriegen.
- 1:09:08Von daher, da bin ich
- 1:09:10sehr entspannt und sammelt.
- 1:09:12Ich habe ein paar Sachen,
- 1:09:14die für die Zukunft gedacht sind,
- 1:09:16aber sonst nicht.
- 1:09:18Bist du eher Bordeaux oder Begründertyp
- 1:09:20vom Grundtypus?
- 1:09:22Kann man gar nicht unterscheiden.
- 1:09:24Es gibt 2 Kassen.
- 1:09:26Kann man schon.
- 1:09:28Ja, ja, kann man schon,
- 1:09:30weil da sind zwei andere komplette Stylistik
- 1:09:32auch vom Hartherr.
- 1:09:34Da sind auch Dinge,
- 1:09:36ich war ein Zeitlang eher Bordeaux.
- 1:09:38Und ich merke,
- 1:09:40ich weiß nicht wieso seit ein paar
- 1:09:42Jahre bin ich wieder Bordeaux.
- 1:09:44So, mal
- 1:09:46wie die Menschen
- 1:09:48und es ändert sich immer wieder
- 1:09:50ein bisschen von unserer Weinstylistik.
- 1:09:52Und ich habe jahrelang
- 1:09:54die Finesse Pinot Noir
- 1:09:56geliebt.
- 1:09:58Die Balance vom Pinot
- 1:10:00wahnsinnig geliebt auch vom Burgund.
- 1:10:02Stylistik, auch sehr viel reinsortig
- 1:10:04zu trinken.
- 1:10:06Und jetzt entdecke ich
- 1:10:08wiederum die Freude an Ques.
- 1:10:10Also,
- 1:10:12das ist mal, siehst du,
- 1:10:14man ändert sich immer wieder.
- 1:10:16Ich finde total spannende Geschichte.
- 1:10:18Es ist auch so ein verschiedenen Jahreszyklen,
- 1:10:20die sich irgendwie verändert.
- 1:10:22Manchmal habe ich das Gefühl,
- 1:10:24ich bin ein Riesenbegründer-Fan.
- 1:10:26Aber manchmal ist
- 1:10:28mir es einfach nicht zu kompliziert.
- 1:10:30Aber möchte ich mich gar nicht
- 1:10:32mit diesem Feinsinn auseinandersetzen.
- 1:10:34Und genieße es einfach so diese,
- 1:10:36eigentlich die sichere Bank
- 1:10:38des Bordeaux zu genießen.
- 1:10:40Wo ich sage, ich habe das Chateau,
- 1:10:42ich habe den Jahrgang,
- 1:10:44ich habe diese Appellation.
- 1:10:46Und ich weiß genau, was mich erwartet
- 1:10:48und mich so genießen.
- 1:10:50Und mich nicht immer wieder mit jedem Glas
- 1:10:52so total tiefsinnig
- 1:10:54mit dem Wein auseinandersetzen.
- 1:10:56Ja, weißt du,
- 1:10:58wir arbeiten so viel
- 1:11:00mit dem Wein jeden Tag.
- 1:11:02Wo der Kopf auch sehr viel gefördert wird.
- 1:11:04Wo wir oft und viel in Verkostung sehen,
- 1:11:06viel Unterscheidung machen
- 1:11:08müssen.
- 1:11:10Dass irgendwann
- 1:11:12du einfach mal eine Flasche aufmacht
- 1:11:14und nicht unbedingt viel nachdenken will.
- 1:11:16Du hast eine schöne Küwe.
- 1:11:18Ein Vergut.
- 1:11:20Du weißt, du hast einen guten Bordeaux.
- 1:11:22Eine schöne Küwe aus dem Long Doc.
- 1:11:24Ja, Spaß.
- 1:11:26Spassfaktor pur.
- 1:11:28Warum sind
- 1:11:30Burgund und Bordeaux so prominent
- 1:11:32und zum Beispiel Hermitage
- 1:11:34oder Schatten auf die Papier.
- 1:11:36Oder eben Samuel Champigny
- 1:11:38nicht ganz so prominent wie
- 1:11:40diese beiden Gebiete.
- 1:11:42Hat das Handelshintergründe
- 1:11:44oder kannst du es dir erklären?
- 1:11:46Oder sehe ich das sowieso falsch,
- 1:11:48dass die gar nicht so überpräsent sind
- 1:11:50und Schatten auf ist genauso bekannt wie
- 1:11:52eigentlich Poyac?
- 1:11:54Naja, so.
- 1:11:56Wenn man ihm die einige Winzer,
- 1:11:58die da in Schatten auf die Papier sind,
- 1:12:00ich würde sagen, die sind alle
- 1:12:02Promis.
- 1:12:04Alle, die das geschafft haben in den Bereichen,
- 1:12:06sind Promis.
- 1:12:08Der eine ein bisschen größer,
- 1:12:10der andere ein bisschen kleiner.
- 1:12:12Die haben alle ihre Berechtigung
- 1:12:14in diese Klasse zu haben.
- 1:12:16Die manche sind natürlich
- 1:12:18aufgrund ihrer Verfügbarkeit,
- 1:12:20ihre Größe
- 1:12:22auch vielleicht
- 1:12:24besser platziert.
- 1:12:26Die anderen ein bisschen weniger.
- 1:12:28Die werden aber dafür deutlich mehr gesucht
- 1:12:30als die anderen.
- 1:12:32Das ist ein Spiel im Laufe der Zeit.
- 1:12:34Was kommt, es geht.
- 1:12:36Die Loire
- 1:12:38hat immer,
- 1:12:40war immer ein bisschen hinten
- 1:12:42versteckt, muss man sagen,
- 1:12:44war jahrelang,
- 1:12:46sicherlich an der Unterschätzung
- 1:12:48des Gebiet in Frankreich.
- 1:12:50Die holen jetzt aber viel auf,
- 1:12:52aber bleiben immer noch
- 1:12:54ein bisschen
- 1:12:56hinten dran.
- 1:12:58Aber selbst da haben die auch
- 1:13:00ihre
- 1:13:02Herfolgsweingüter Geschichten,
- 1:13:04die
- 1:13:06andere Gebiete nicht nahestehen.
- 1:13:08Es passiert immer wieder
- 1:13:10sehr, sehr viel.
- 1:13:12Sonst sind schon
- 1:13:14jede Gebiete
- 1:13:16seine Stärke
- 1:13:18und
- 1:13:20manche lassen sich besser
- 1:13:22am Mann bringen, manche weniger.
- 1:13:24Loire Unterschätzer, das hat man ja vorhin schon
- 1:13:26stimmig unbedingt zu.
- 1:13:28Obwohl es sehr prominent ist und sehr bekannt ist,
- 1:13:30gibt es noch ein anderes Gebiet in Frankreich,
- 1:13:32was, oder allgemein weltweit,
- 1:13:34was unterbewertet und unterschätzt ist,
- 1:13:36was man ja einen Fokus drauf richten sollte
- 1:13:38in deinem Empfinden?
- 1:13:40Ja, so ein Long-a-Dock
- 1:13:42passiert im Moment wahnsinnig viel
- 1:13:44im Long-a-Dock.
- 1:13:46Sowohl
- 1:13:48im Rot- oder auch im Weißen Bereich.
- 1:13:50Da ist
- 1:13:54fantastische
- 1:13:56Wein, die da entstehen
- 1:13:58von unglaublicher Komplexität
- 1:14:00und ich denke,
- 1:14:02teilweise sind manche schon seit
- 1:14:04ein paar Jahrzehnte bekannt,
- 1:14:06aber es gibt
- 1:14:08immer viele, die
- 1:14:10noch gar keine auf dem Schirm hat
- 1:14:12und was sie da für Weine bringen,
- 1:14:14sind schon extrem, extrem gut.
- 1:14:16Was ist die Stärke vom Long-a-Dock?
- 1:14:18Sind das die Weine
- 1:14:20im, ich sag mal, einfacheren Preisbereich,
- 1:14:22vielleicht um
- 1:14:24um die 10 Euro?
- 1:14:26Oder sind es die Outstanding-Weine,
- 1:14:28die vielleicht dreistellig kosten,
- 1:14:30wo man sagt, so was findet man sonst nirgends?
- 1:14:32Ich finde, wie eine Zeit lang außer
- 1:14:34ein Zentrum
- 1:14:36die Loa kein unbedingt
- 1:14:38Preisintensives Image haben,
- 1:14:40aber teilweise bloppen eben manche Sachen
- 1:14:42auf.
- 1:14:44Wo findest du selber, ist das, worauf man
- 1:14:46im Long-Dock achten sollte?
- 1:14:48Also eigentlich Alltagsweinfeier, Weinpartywein
- 1:14:50oder eben die richtigen Benchmark-Weine,
- 1:14:52die sonst keiner kennt?
- 1:14:54Ja gut, die Benchmark-Wein während Röhrgenwanderer
- 1:14:58auch ein bisschen schwierig zu haben,
- 1:15:00das ist der Punkt,
- 1:15:02weil die haben natürlich ihre Status-Co erreicht
- 1:15:04und ohne Allokation geht's auch nichts weiter.
- 1:15:06Aber ist das die Stärke vom Long-Dock
- 1:15:10oder ist es die Stärke?
- 1:15:12Nein, nein, überhaupt.
- 1:15:14Es ist eine da, ja kleine,
- 1:15:16weil die sind nur ein Handvoll davon vielleicht.
- 1:15:18Aber der mittlere Punkt,
- 1:15:20wo du die zwischen 15
- 1:15:22und 20 Euro bewegt
- 1:15:24und dann hast du
- 1:15:26Weisweine und so wie Rotweine
- 1:15:28die immer mehr
- 1:15:30nach Terroir zugeordnet werden.
- 1:15:32Also wenn ich sehe, was im Kotodo
- 1:15:34im Long-Dock so richtig um mon Peru
- 1:15:36da unten passiert,
- 1:15:38es ist sensationell,
- 1:15:40was die Winzer da im Bereich
- 1:15:42der Terroir-Gedanken
- 1:15:44in Bio-Organik
- 1:15:46und
- 1:15:48in Stilistik,
- 1:15:50wo die fast
- 1:15:52reinsortig Movedre machen,
- 1:15:54wo du dachst,
- 1:15:56ich redte keine,
- 1:15:58ich traute sich so was als Winzer.
- 1:16:00Das sind wiederum
- 1:16:02Punkte, die mich wahnsinnig interessieren
- 1:16:04und die sind preislich
- 1:16:06zwischen 20 und 40 Euro.
- 1:16:08Ich habe Geld für ein Weinausherklang.
- 1:16:10Das schon,
- 1:16:12gerade wenn man sich überlegt,
- 1:16:14ich glaube 90% kosten unter 7 Euro,
- 1:16:16da ist das dann schon
- 1:16:18Benchmark irgendwo.
- 1:16:20Ja, klar, aber vergleich,
- 1:16:22was ein Chateau neuf die Pap kostet
- 1:16:24und da ist ein Poyac
- 1:16:26da kannst du schnell
- 1:16:2820-30 Euro mehr machen.
- 1:16:30Er hebt das Glas.
- 1:16:50Nee, das wird gitschig.
- 1:16:52Aber ich würde ganz gerne über ein
- 1:16:54Rosesägt reden
- 1:16:56und da darfst du durchaus auch kitschig werden.
- 1:16:58Also, er hebt das Glas
- 1:17:00und ich finde zum Beispiel,
- 1:17:02dass es verschiedene Farbspielereien gibt,
- 1:17:04die nur die Natur malen kann.
- 1:17:06Das kann
- 1:17:08die Morgendämmerung über der Donau sein?
- 1:17:10Ja, über der Donau, weil wir reden
- 1:17:12über ein Sekt aus Wien.
- 1:17:14Ein österreichischen Sekt, ein österreichischen Rosesägt.
- 1:17:16Vielleicht sogar den österreichischen Rosesägt.
- 1:17:18Also, es kann
- 1:17:20die Morgendämmerung
- 1:17:22über der Donau sein.
- 1:17:24Denn so ein zartes, kuralen Rosa
- 1:17:26das kann man fast nicht künstlich
- 1:17:28imitieren. Das muss die Natur malen.
- 1:17:30Es sind die fein Perlen,
- 1:17:32die in einer unermüdlichen Kette
- 1:17:34im Por steigen.
- 1:17:36Wie ein stetes Momeln von Lebendigkeit.
- 1:17:38Niemals enden.
- 1:17:40Eine Million kleiner Perren
- 1:17:42trägt ein Glas Sekt in sich
- 1:17:44und der Duft, der ihm sofort
- 1:17:46entgegenströmt, erinnert an
- 1:17:48die Komposition aus Roten Beeren.
- 1:17:50Ich denke dabei sofort
- 1:17:52an Johannes Beere,
- 1:17:54aber nicht diese sauren, diese
- 1:17:56ganz leicht süßen, zart gezuckerten,
- 1:17:58ohne kitschig zu wirkenden Johannes
- 1:18:00Beeren an Himbeeren.
- 1:18:02Und das aber mit ganz zarten floralen Noten.
- 1:18:04Finxtrose, wenig was mineralisches.
- 1:18:06Und man hat das Gefühl, als würde
- 1:18:08der Wind durch dieses Glas streifen.
- 1:18:10Wir sollten ihn probieren.
- 1:18:12Du hast ihn wahrscheinlich nicht im Glas.
- 1:18:14Sehr wahrscheinlich, was eigentlich schade ist.
- 1:18:16Denn ich würde ihn gerne mit dir zusammen probieren,
- 1:18:18aber lass ihn mich für dich probieren.
- 1:18:20Am Gaum
- 1:18:22entfaltet sich bei diesem
- 1:18:24Rosebrut eine wunderbare Eleganz.
- 1:18:26Und ja,
- 1:18:28auch wenn es kitschig wirkt,
- 1:18:30es ist, als würde der Wiener
- 1:18:32Walzer über die Zunge tanzen.
- 1:18:34So voller Kraft, voller Eleganz
- 1:18:36mit einer ganz leicht lebendigen Säure,
- 1:18:38die wie ein Taktgeber wirkt.
- 1:18:40Herrlich fruchtig, die Frische
- 1:18:42wieder Waldbeeren.
- 1:18:44Und du hörst nicht schmecken,
- 1:18:46der Nahrer bleibt.
- 1:18:48Auch wenn du es nicht glaubst, 11,5 Volumenprozent.
- 1:18:505,5 Gramm Säure.
- 1:18:52Eine ganz feine Dosage von nur 8 Gramm.
- 1:18:54Wir haben ein Sekt.
- 1:18:56Nein, ich habe einen Sekt vor mir.
- 1:18:58Voller Gleichklang, voller Lebendigkeit, voller Tiefe,
- 1:19:00purer Genuss.
- 1:19:02Der nicht schreit, sondern der flüstert.
- 1:19:04Okay, ich hole dich ins Boot.
- 1:19:06Wir haben Pinot Noir, Spätbegründer.
- 1:19:08Saint Laurent und Zweigelt.
- 1:19:10Drei Rebsorten, die wie Figuren einem Drama auftreten.
- 1:19:12Spätbegründer bringt.
- 1:19:14Ich glaube, das ist uns beiden klar,
- 1:19:16Eleganz mit rein, Struktur.
- 1:19:18Saint Laurent die Tiefe, die Würze,
- 1:19:20der Zweigelt, diese fruchtige Lebendigkeit.
- 1:19:22ausschließlich aus Österreich, vor allem aus Niederösterreich und dem Bogenland, werden
- 1:19:25ausschließlich von Vertragsvinzern bezogen, was Schlummbärger sehr, sehr wichtig ist,
- 1:19:30dass diese mit dem Winster seit Jahrzehnten verbunden sind.
- 1:19:33Die Herstellung erfolgt nach der Methode traditionell, die Robert Alvin Schlummbärger.
- 1:19:391842 aus der Champagne mit nach Wien gebracht hat, ja, du hörst richtig, er war der Erste,
- 1:19:44er war derjenige, der mehr oder weniger Sekt in Österreich salonfähig gemacht hat und
- 1:19:49somit eine ganz neue Ehre eingeläutet hat. 1842 bitte merken, nach der ersten Gärung reift
- 1:19:56der seit mindestens 18 Monate auf der Hefe in der Flasche, ein Prozess, der ihm diese
- 1:20:01unglaublich feine Perlage und diese sehr komplexe Aromatik verleiht, ein kleines Wunder, ein
- 1:20:06Zeugnis von Geduld und Präzision, das in den 300 Jahre alten Kellern in Wien-Dübling
- 1:20:12entsteht.
- 1:20:13Also nochmal zurück zur Geschichte, 1842 im Wien gegründet ist dies ein Denkmal der
- 1:20:19österreichischen Weinkultur, Robert Alvin Schlummbärger, ein Schwabe aus Stuttgart, also logisch
- 1:20:25aus Stuttgart, Schwabe, geboren 1814, war ein Mann, der sich nicht mit ihm gewöhnlich
- 1:20:29begnügte.
- 1:20:30Nach seiner Ausbildung bei keinem geringeren als Ruhinar und einer schicksalshaften Begegnung
- 1:20:37mit seiner Frau Sophie Kirchner auf einer Reinfahrt ließe er sich in Wien nieder.
- 1:20:42Dort begann er die Methode traditionell auf österreichische Trauben anzuwenden und schuf
- 1:20:48mit dem Fürstlauer Golddeck den ersten Sekt des Landes, der bald die Höfe Europas eroberte.
- 1:20:541845 erhielt er Medaillen, 1862 wurde er Karl-Karl Hof lieferrand und sein Name wurde
- 1:21:01zum Synonym für Prickeln und Prästische.
- 1:21:04Seine Pionierarbeit ging über Sekt hinaus.
- 1:21:08Du kannst dir nicht vorstellen wie weit, er pflanzte die ersten Cabernet und mehr Lohreben
- 1:21:14in Österreich und seine Cuvée Privatkeller wird bis heute nicht nur landesweit geschätzt.
- 1:21:21Seine Söhne führten sein Erbe nach seinem Tod 1879 weiter trotz Kriege und Krisen und
- 1:21:27seit 2019 verlagert das Unternehmen seine Produktion schrittweise nach Mühlendorf im
- 1:21:31Bogenland.
- 1:21:32Dort die Seele bleibt im Wien, in den 300 Jahre alten Kellern von Dübling, wo zwei Millionen
- 1:21:42Flaschen lagern.
- 1:21:43Also der Schlumbecker Rosebrüt ist mehr als ein Schaumwein, er ist Wien, eine Stadt
- 1:21:50die Geschichte und moderne, eleganzene Lebendigkeit vereint.
- 1:21:53Er ist nicht laut, nicht aufdrängig, sondern ein Kunstwerk, er möchte gesehen werden und
- 1:21:59zeigt sich nur dem, der ihn entdecken möchte.
- 1:22:02Jeder einzelne Schluck ist ein Blick in die Seele der Stadt.
- 1:22:06Dieser Sekt will nicht nur getrunken, er will verstanden werden, aber er muss nicht
- 1:22:09verstanden werden, man kann ihn auch einfach nur trinken.
- 1:22:11Er ist Wien, eingefangen, in einem Glas.
- 1:22:15Vielen lieben Dank dafür und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus
- 1:22:21Schlumbecker.
- 1:22:3217 Euro ist der Durchschnittspreis im Schatten auf die Pap, was Wahnsinn ist.
- 1:22:36Also wenn du überlegst, diese 3000 Hektar, die es dort gibt und 17 Euro als Durchschnittswert,
- 1:22:41das ist schon eigentlich erstaunlich, was die dort geschafft haben, aber man muss natürlich
- 1:22:45auch sagen, dass nicht jeder Schatten auf die Pap wirklich auch diese 17 Euro wert sind,
- 1:22:48also das da auch.
- 1:22:49Ja, das vielleicht von diesen 2000 Produzenten, die dort am Wein arbeiten, vielleicht 100
- 1:22:56dieses Image aufbauen und der Rest ist...
- 1:22:59Ja, der Rest ist genau.
- 1:23:01Du bist ja immer mit Frankreich in Verbindung gebracht, weil du halt Franzose bist, aber
- 1:23:04gibt es irgendwie wie sonst was sich fasziniert oder wo du sagst, wow, das begeistert mich
- 1:23:09oder da solltet ihr ein bisschen mehr drauf achten?
- 1:23:12Ja, die letzte Zeit habe ich mir sehr begeistert, der ganze Nordspanien vom Galizien, bisschen
- 1:23:18Piazzo, sag ich mal ein bisschen nördliches Rioja, wahnsinnig, wahnsinnige Wein, die
- 1:23:26da machen mit extrem viel Spannung, boah, das hatte ich auch jahrzehntelang nicht mehr
- 1:23:34auf dem Schirm gehabt, das hat mich die letzte Zeit sehr, sehr begeistert.
- 1:23:41Sonst probiere ich mich einfach quer durch, ich habe immer mal eine Phase, wo ich mich
- 1:23:49ein bisschen nach Italien fokussiere, wo ich ein bisschen mehr nach Spanien, nach Frankreich
- 1:23:56suche ich immer, in Frankreich in die Tiefe wirklich so kramm, das ist was mich am meisten
- 1:24:01Spaß macht, ja und da sind auch die ganze Gebiete, sag ich mal, wie loggedockt die letzte Zeit,
- 1:24:14die letzte Zeit, wahnsinnig schätzen könnte oder die Provence.
- 1:24:19Ich glaube jetzt ein absolut perfekter Zeitpunkt für Wein, ich habe mir gedacht, dass ich
- 1:24:24relativ provokant bin bei der Auswahl der Weine, die ich hier aussuchen durfte und bin
- 1:24:30gespannt, was du davon hältst, natürlich keine Franzosen, es wäre zu einfach.
- 1:24:35Das wäre zu einfach gewesen, Italien ist gut, fangen wir mit der Weis an, ja klar.
- 1:24:43Ein Wein, der mich als ich ihn kennengelernt hat, total überrascht hat, auch die Story
- 1:24:47dahinter, dass man im Prinzip die gleiche Situation hat oder damals hatte, die du eigentlich
- 1:24:55fast täglich im Restaurant hast, dass man ganz, ganz viele verschiedene Speisen hat
- 1:24:59und aber nicht vielleicht irgendwie 15 verschiedene Weine probieren möchte, weil es in einer Situation
- 1:25:06war, als es noch keine Weinmenüse gab, Weinmenüse sind ja eigentlich erst um 2000 irgendwie
- 1:25:10entstanden oder wurden dann präsent, wurden populär und vorher hat man fast nur Flaschenweine
- 1:25:19bekommen bzw. teilweise eine sehr eingeschränkte Glasauswahl, ich fand es auch überraschend
- 1:25:24zu erfahren, dass erst um 1992, glaube ich, damals in Tantris das erste Mal überhaupt
- 1:25:31Glasweise Champagner ausgeschenkt wurde, vorher gab es den auch nur in der Flasche,
- 1:25:36also es ist alles relativ jung und dieses Weingut, also Franzas, hat nach Lösung gefunden, einen
- 1:25:42Wein zu kreieren, der zu einem ganzen Menü harmonieren könnte und hat deswegen ganz
- 1:25:47skurrile Rebsorten eigentlich, also Riesling, Chardonnay, Gewürztraminer, Sauvignon, Blau und Kerner
- 1:25:53zusammengefügt und daraus diese Cuvée, diesen Manner ins Leben gerufen kreiert, der finde
- 1:26:01ich total spannend ist und vor allen Dingen, das finde ich dann total faszinierend, im Laufe
- 1:26:06der Entwicklung mit unterschiedlichen Temperaturen, teilweise aus verschiedenen Gläsern, mit einer
- 1:26:10unterschiedlichen Reife, sich ganz, ganz unterschiedlich präsentiert und wo ein, ein Charakter in den
- 1:26:18anderen übergeht, also man, das Gefühl hat, wenn man die Flasche trinkt, man hat immer wieder
- 1:26:22eine andere Rebsorte im Glas. Ich habe einen Lange nicht probiert gehabt, wir haben 23 Jahre.
- 1:26:28Ich hatte Ewigkeit, keine Wein von Franzas probiert. Ja. Und ich habe mich sehr gefreut,
- 1:26:35wo ich aufgemacht habe und das war zwei Wein aus Italien. Was ja mehr oder weniger Eulen nach
- 1:26:45Athen tragen ist, weil München und Italien, das ist ja mehr oder weniger ein Atemzug, also nicht
- 1:26:50so aufgrund der Grenznähe oder nicht Grenznähe der Nähe, das ist ja doch ein bisschen dichter an
- 1:26:55Italien als Hamburg, aber es wird dort nochmal mit einem anderen Lebensgefühl irgendwie zelebriert,
- 1:27:00damit meine ich nicht diese Pinocchio-Logana-Kultur, sondern das allgemeine Bewusstsein für italienischen
- 1:27:06Wein, was im München ja nochmal ganz, ganz anders situiert ist. Also München ist der nördlichste
- 1:27:15Start in Italien. Italien hat eine unglaubliche große Weinzene hier und ist gepriegt von sehr,
- 1:27:32sehr vielen und sehr, sehr guter Produkt und der Kunde in München ist deutlich Italofil. Also,
- 1:27:40ich glaube, es war jetzt gerade Pfingsferien, ich glaube, die Hälfte der Stadt Nagarda-Segand.
- 1:27:46Also es ist wahnsinnig, was Italien machen. Ja, du bist in ungefähr fünf Stunden da und diese
- 1:27:54ganze Gebiet Südtirol, Trentino, Veneto haben wahnsinnige Platz hier, weil das sind auch Wein,
- 1:28:07die den Alltag der Leute hier macht, muss man auch sagen. Und da haben wir hier einen super
- 1:28:16Vertreter, muss ich sagen. Ich sage alles drin. Ja, ich bin eigentlich nicht so ein ganz zu fruchtiger
- 1:28:28Typ. Weißt du, ich mag, wenn es ein bisschen messer scharf ist, bis er ein bisschen mehr Kante hat,
- 1:28:35aber das ist ein Wein, der ein unglaubliches Schmelz und der der tolle Druck am Gaumen bringt.
- 1:28:46Ja. Und ich sage auch, ich sage ein Wein, der verständlich ist, das ist wichtig. Leute müssen
- 1:28:55das verstehen, egal ob es Profi oder ob es sei, schmeckt super. Ich finde, es ist einer der Weine,
- 1:29:05wo man die Brücke mitschlagen kann, also wo man sowohl den Unbedarften, aufgrund dieser ganz
- 1:29:12leichten durch den Souvenir-Lychee-Aromatik, durch den Gewürztraminer, ganz zarten Floralen-Anklänge
- 1:29:18catchen kann. Es hat auch so eine Note vom Kiwi hinterher. Das ist super, super fein. Auch diese Souvenir-Blan,
- 1:29:31Gewürztraminer-Spiel ist sehr, sehr, sehr schön ausbalanciert mit einer riesigen Schade.
- 1:29:41Was ich spannend finde, ist eben diese vier Protagonisten. Also wenn du vier Selbstdarsteller auf eine
- 1:29:50Bühne stellst und da dann auch Sompel draus kreiert, ist das ja unglaublich schwer. Und aber jeder
- 1:29:56hat seine Präsenz und wenn man darum weiß, dann kann man auch jeden erkennen. Also man erkennt,
- 1:30:02finde ich, den Schaden nehmen, man erkennt den Riesling, man erkennt den Souvenir-Blan,
- 1:30:06den Gewürztraminer. Aber es würde nicht auffallen, wenn man es nicht erklärt würde. Also es ist
- 1:30:15trotzdem eine Harmonie und eine Stimmigkeit und es ist nicht, dass irgendjemand so markant heraussticht,
- 1:30:20dass man es fast als unangenehm empfindet, sondern in der Gänze passt dieser rein. Genau,
- 1:30:27wollte ich das sagen, das ist jeder Traube für sich erkennbar, haben eine tolle Symbiose,
- 1:30:33haben eine tolle Harmonie. Ja, und das ist auch der Beispiel, dass das Qw auch ein Wein sein kann,
- 1:30:43der einfach eine wunderschöne Balance bringen kann zwischen die verschiedenen Elementen hier
- 1:30:49in dem Fass, diese 4 Rechtsorte. Ist ja schön. Ich mag das Haus, also was mich da total überrascht hat,
- 1:31:00dass die die ersten waren, die in die Höhe gegangen sind, also die Weinbau über 1000 Meter
- 1:31:07angefangen haben, was ja heutzutage mehr oder weniger für viele die Lösung ist im Klimawandel,
- 1:31:14trotzdem kaltklimatische Weine zu produzieren und dem Wein eine gewisse Frische geben. Der Wein
- 1:31:22selber ist nicht so hoch in dem Sinne, also der liegt, glaube ich, um die 500 Meter, wo der
- 1:31:30angebaut wird, benannt nach der Frau vom Franz Haas, die Manna hieß. Also ein Wein mit Geschichte,
- 1:31:38wo man viel Geschichte erzählen kann, von dem her finde ich total spannend. Absolut. Ich bin
- 1:31:47sehr, sehr bei dir, tolle, tolle Wein, aber die Aromatik sehr subtil, ist nicht so laut,
- 1:31:57der Gewürztramine, das ist ein bisschen im Hintergrund, der Sauvignon Blanc, bringt diese
- 1:32:04tolle, knackige, grüne Aromatik, finde ich gerade die Momente, also die grüne Apfel, die Mette,
- 1:32:09Kivi, die Maracuya, aber auch hier der Gewürztramine, also diese florale Note sehr schön ausbalanciert.
- 1:32:17In was für einem Glas hast du den wieder in deinem Universalglas oder? Ja, genau,
- 1:32:26da bist du in der Uni Glas. Finde ich da auch total interessant, also dass man ihn gar nicht
- 1:32:32versucht zu überproportionieren oder zu verformen, sondern einem Universalglas zur Geltung bringt
- 1:32:38und jeden Ansatz jedes einzelnen Element des Weines langsam erblühen lässt. Genau. Was
- 1:32:49du dafür in diese Universalgläser da, ich finde die sind ja so gut, weil die lassen dem Wein Schritt
- 1:32:56für Schritt aufgehen ohne irgendwas im Vordergrund zu pushen und ist für mich die beste Methode,
- 1:33:05irgendwie auch dem Wein in einer halben paar Minuten einfach ein bisschen alles von
- 1:33:12ihm zu entdecken. Ja. Und jetzt kommt ein bisschen Temperatur, natürlich wird die tropische Früchte
- 1:33:19und Würze ein bisschen fördergünstig, aber trotzdem behält ein toller Strafe Säure und sehr
- 1:33:24animierend, also kriegt man Durst. Toll. Wärtest du ein Wein eher von der Aromatik oder vom
- 1:33:34Gaumengefühl her? Nein, für mich ist die Gaumen das spielt große Rolle. Ja. Also Struktur,
- 1:33:42Textur, Salz, Säure, Gerbstoffe, Länge, Saft, Komplexität in die Textur am Gaumen, was ist wichtig,
- 1:33:54also der Nase ist wichtig, aber was am Gaumen passiert, ich glaube ist entscheidend auch am
- 1:34:01Ende für die Weinqualität, wir wollen Wein trinken und nicht Wein riechen und die Struktur
- 1:34:08am Gaumen, die der Wein gibt, finde ich, sein Gerüst macht seine Qualität am Ende aus.
- 1:34:14Der Gaumen ist auch etwas, was nicht lügen kann. Ist so. Oder was man bedingt manipulieren kann,
- 1:34:24die Aromen, die kann man verändern, kann man beeinflussen, kann man durch verschiedene
- 1:34:29Gerformen, Behandlungsformen wesentlich intensiver beeinflussen als den Gaumen. Ja, man kann
- 1:34:38mittlerweile mit Aroma viel holen im Keller, ja und der Wein ist von seiner Aromatik, aber der
- 1:34:44Gaumen lügt nicht, wenn ein Winzer gut arbeitet im Terroir, in der Lage oder in der Lage, den er
- 1:34:51hat und Martin Sinn schmeckst du am Ende raus, es gibt keine Rezeptur oder kein Geheimnis, ja, du kannst
- 1:34:59so viel mit Reinsrothäfe und Warmgären und Extraktion und Infusion und weiß, was sich was
- 1:35:05alles noch gibt, ein Stil geben, aber am Ende, du brauchst natürlich eine Lage, ein Terroir,
- 1:35:12der, der widerspiegelt und das ist, was sich immer so im Wein, wenn im Wein probiert, ja,
- 1:35:18macht der Sinn, er gibt der Sinn, was der Winzer mich gerade erzählen möchte. Findest du es
- 1:35:25sinnvoll und wertvoll, um die verschiedenen Produktionsmethodiken zu wissen, also dass man
- 1:35:31über Kaltmärzer hat schon, Warmgärung und so weiter oder Maischer-Hitzung, oder verkopft man dann
- 1:35:38zu sehr und kategorisiert den Wein dann zu sehr und kann ihn gar nicht so letztlich wie der Gast
- 1:35:43genießen, der ja meistens nicht so viel weiß, wie wir um den Wein wissen. Also ich glaube,
- 1:35:51man muss einen Unterschied machen zwischen, zwischen Sommelier und zwischen Gast, der am Ende der
- 1:35:57Wein trinkt, ja. Wir müssen den Wein so analysieren, das ist wichtig, dass wir die Methode kennen,
- 1:36:02das ist wichtig, dass wir uns auch mit die Thematikkeller-Technik auseinandersetzen, ja,
- 1:36:07Stahl-Tank-Ausbaukeller, wie auch immer, Holzfas, Groß, klein, am Vorher, Terra Cotta, pardon,
- 1:36:16ja, das ist, Terra Cotta, meinte ich, und natürlich auch Temperaturgerung. Am Ende, das glaube ich,
- 1:36:31müssen die nicht unbedingt, der Gast das alles erzählen, aber eine gewisse, eine gewisse Ansatz
- 1:36:38ist extrem wichtig, ja, wenn wir sprechen mit den Gast, ja, sie haben hier ein Wein, der so und
- 1:36:44so bearbeitet ist, der auch kein Edelstahl Tank gesehen hat, sondern teilweise Holzfas,
- 1:36:51Großes, teilweise am Vorher. Wir müssen auch die Gäste damit ein bisschen mehr erklären,
- 1:36:58warum Wein so schmeckt, und gerade wenn den Gast sagt, ja, aber für mich bitte kein Holzgeschmack,
- 1:37:04ich mag das nicht, oder kein Barrik oder das und das nicht, 80 Prozent von dem Gast weiß,
- 1:37:13weiß nicht, was ein Barrik genau ist, ja, der meint nur ein bisschen strengen Holzgeschmack, ja,
- 1:37:20und wie oft habe ich geste Wein serviert, die komplett im Holzfas gemacht sind, und die
- 1:37:29gar keine Spur hatte. Man muss aber, wie gesagt, immer der Kunde mitnehmen auf seine Erklärung,
- 1:37:34und dadurch schaue ich ihm zeigen, und dieses Wissen musst du als Sommelier haben und in
- 1:37:41der Lage sein, ihm zu erklären, warum jetzt der Wein im Holz ist, aber nicht nach Holz schmeckt,
- 1:37:45und das ist wichtig, das Sommelier musst du, du musst wissen, da dieses Wissen ist wichtig,
- 1:37:56deshalb musst du die Winzer besuchen, immer bei den an den Türklopfen gehen und den fragen,
- 1:38:04was machen die? Stimmt, wie bildest du dich fort? Also bildest du dich mit Magazinen, mit Internet,
- 1:38:12mit verschiedenen Büchern, mit Podcastern, oder hast du seine Möglichkeit? Alles, alles,
- 1:38:19ich versuche so wichtig zu sein wie möglich, weil Informationen kommen auch so viele verschiedene
- 1:38:25Kanäle. Ich höre gerne Podcasts, ich lese gerne Zeichschriften, ich habe Fahrbüche,
- 1:38:34ich lese auch viel in Französisches, muss man sagen, dass du eine Informationspalette deutlich
- 1:38:44größer ist als in Deutsch, muss man sagen. Das finde ich noch sehr schade, dass in Deutschland
- 1:38:49noch nicht so ganz so viel gibt, es gibt ja, man Übersetzbüche, es gibt Leute, die tolle Sache
- 1:38:57schreiben, aber es bleibt bei der einen oder anderen, Jens Prive macht tolle Weine, aber mehr
- 1:39:10gibt es nicht. Dafür gibt es das Internet, der unglaubliche Quelle ist und sein kann, aber wenn
- 1:39:20ich über Winzer, ich lese gerne das französische Magazin, das heißt Vigneron und was die für
- 1:39:27Berichte machen über Winzer, das ist wirklich so 15, 16 Seiten in der Magazin. Man geht wirklich in
- 1:39:34die Tiefe mit Interview und unglaublich tolle Magazin, also kann ich wirklich empfehlen,
- 1:39:41jeder, der Französisch versteht, Vigneron zu lesen, das ist ein ganz tolles Fachzeitschrift.
- 1:39:47Und dann besuchen, Winzer besuchen, wie die Menschen reden, das ist auch, da lerne man, glaube
- 1:39:58ich, am meisten. Ist wahrscheinlich ja genau das Interessante, das ist emotionalste, aber ich
- 1:40:05finde beim Winterbesuch hat man ganz selten wirklich dieses absolute Tiefenwissen, wenn man
- 1:40:10halt immer nur ein gewisses Zeitfenster hat, also sprich, wenn du 16 Seiten liest, dann bist
- 1:40:13du ja doch mal anders in dem Thema drin, als wenn du dich von der Emotionalität bei einem
- 1:40:18Winzerbesuch einfangen lässt. Ja, aber man kann beim Winzerbesuch ganz, ganz andere Fragen
- 1:40:27stellen, das stimmt. Du bist beim Rotwein. Ich habe Robesco. Also Rotwein, noch mal komplett anders gedacht,
- 1:40:35zauberwesenlastig, finde ich total interessant, finde ich total außergewöhnlich. Es sind wenig
- 1:40:41Kanayologen mit da drin, die grüne Lunge Italiens oder das grüne Herz Italiens. Umbriens haben
- 1:40:49kaum, hat kaum jemand auf dem Schirm, hat kaum jemand präsent und man kann mit diesem Wein so der
- 1:40:56Maßen überraschen als vor 18er Jahrgang, hat der jetzt eine ganz leichte Reife, hat eine gute
- 1:41:01Struktur, eine ganz angenehme Textur. Ist mehr oder weniger, ist es, wenn man so möchte, der Petrus
- 1:41:06Umbriens. Also nicht ganz vom Preisgefüge, da kannst du ungefähr 2 Null wegstreichen, aber so vom
- 1:41:18Image. Ja, das war der erste, der Gebiete erst schaffen hat, der Stilistiken erst schaffen hat,
- 1:41:28der seit 62 gibt es das Weingut beziehungsweise gibt es in dieser Arten Form und Weise und
- 1:41:36sie haben versucht Sachen komplett anders zu denken, komplett anders zu definieren und zu zeigen,
- 1:41:43was eigentlich an großartigen Produkten eigentlich in Umbriens erzeugt werden. Und ich
- 1:41:49finde so den Charakter, die Struktur, er ist schon außergewöhnlich in seiner Art und Ausstrahlung.
- 1:41:55Sehr, Form ist das eine Ausdruck. Ich liebe Sonjuwese, wenn es so ist, weißt du, ich finde,
- 1:42:05dass das ist total unterbewertet. Man findet mittlerweile so viel, Entschuldigung, so viel
- 1:42:14schlecht mit Sonjuwese auf dem Markt, dass es überfühlt von so viel schlechter Wein,
- 1:42:22das hat so einen Ruf und wiederum so eine kleine Blase, wo es so besonders und so gut ist. Da merkst
- 1:42:34du wieder diejenigen, die einfach eine Verständnis für eine Trauber haben und nicht auf Vertrag
- 1:42:39fokussiert sind, sondern einfach auf deren Terroir und eine tolle Wein. Ja, ich bin bei dir an
- 1:42:47meine Reife dabei. Der 18. zeigt ja so eine gewisse Wärme in sich. Ich habe in den Kühlschrank
- 1:42:54gestellt vorhin. Und das tut ihm sehr gut. Ich denke, er hat jetzt so 15, 14 Grad. Perfekt, ja.
- 1:43:05Und er entwickelt jetzt so diese getrocknete Kräuter. Er hat nicht nur diese Frucht,
- 1:43:18sondern er hat dieses Kräutigwürzige mit superzartem, feinem Tanin jetzt, also der Wein ist auf
- 1:43:25den Punkt. Er hat eine ganz, ganz tolle Rückgratungslänge. Also finde ich es sehr, sehr toll. Ich habe mich sehr
- 1:43:40gespannt, wo ich die Flasche gesehen habe. Mein Rubesco ist etwas, wer kennt Rubesco? Wenn du dich nicht mit
- 1:43:49Italien in die Tiefe beschäftig, da, also ich wusste nicht, wann ich letzte Mal eine Rubesco probiert habe.
- 1:43:57Es sind manchmal auch die Nicht-Major Gebiete. Also meistens, wenn man in Italien probiert,
- 1:44:03probiert man eben Tuscana, Piedmont, dann teilweise Südtirol, vielleicht Apulien,
- 1:44:08vielleicht Zizillien. Aber wer probiert Sardinien oder Campanien oder Marken? Wer hat das letzte Mal
- 1:44:16ein Wein aus den Marken im Glas gehabt? Daher fand ich es eigentlich spannend. Also auch neben
- 1:44:22diesem prominenten Gebiet Südtirol nehmen Dolomiten einfach was, was man so gar nicht auf dem
- 1:44:29Schirm hat. Und das ist ein Wein, der mich rein von der Gustatorik, von der Charakteristik, von der
- 1:44:33Entwicklungsfähigkeit, der kann spielen 20, 30 Jahre Reifen, sowas einfach zu Verkosten zu
- 1:44:41probieren und zu zeigen, okay für, ich meine Endverbraucherpreis, 50 Euro ist nicht wenig,
- 1:44:47aber man hat viel Wein dafür. Ja, aber das hat viel Wein und ist absolut gerecht, also ich würde
- 1:44:56der Wein auch nicht so, ist ein toller, toller Produkt für das Geld. Also es gibt manche Regionen,
- 1:45:05die würde nochmal mehr verlangen dafür. Ohne Frage, ja. Also, man geht ins Brunello, da bist du schon
- 1:45:12für so eine Qualität, so eine Null, eine Eins davor. Ja, das wird nicht reichen. Also das ist,
- 1:45:22was ich spannende und schön finde an solchen kleinen abgelegten Regionen, es passiert wahnsinnig
- 1:45:30viel. Und ich glaube, es ist auch unsere Aufgabe, als Omelier sich in dieser ein bisschen versteckte
- 1:45:38Gebiet zu bewegen, eine gewisse Verständnis zu haben, was da passiert und das, die gehst du im
- 1:45:46Restaurant zeigen zu können, es gibt nicht nur große Bordeaux, es gibt nicht nur große Piedmont,
- 1:45:52es gibt auch nicht nur große Riesling aus der Pfalse oder Rangau, dann gehst du in den Nal,
- 1:45:59da gehst du auch in den Mosel, da findest du phänomenale Wein. Und ich glaube es ist wichtig,
- 1:46:08dass wir unser Beitrag dazu leisten dafür. Ja, das ist ja auch die schöne Aufgabe, die wir haben.
- 1:46:16Ja klar, absolut, absolut. Und gibt es für dich noch ein Wein, den du unbedingt einmal probieren
- 1:46:28möchtest, den du noch nicht versucht hast, weil du ja mehr oder weniger kannst du ja kaufen,
- 1:46:32was du möchtest, du kannst aufmachen, was du möchtest. Aber hat jemand wie du noch Weinwünsche?
- 1:46:37Ja, Weinwünsche, wenn es sehr gut ist und sage ich mal etwas, der mich begeistert,
- 1:46:47dann ist es egal, was das ist. Es kann eine große, große Jahrgang von der große Wein sein,
- 1:46:54kann auch irgendwas von einem kleinen Betrieb, wobei ich sehe wahnsinnig sehr auf individuellen,
- 1:47:01kleinen Betrieb, die sich irgendwie durch ihre eigene Stil abheben. Große Kette,
- 1:47:10kannst du immer trinken, die Wein sind immer großartig, du weißt, was es auf dich zukommt,
- 1:47:18also sage ich mal ein Ligebeler oder eine Romanekontiere, da ist noch nie ein schlechter Wein getrunken.
- 1:47:24Ja, den Niveau ist sehr, sehr hoch. Aber vielleicht ein kleines Domänen aus Boghund,
- 1:47:34der auch vielleicht da irgendwie eine überraschende Produkt bringt, das ist wiederum für mich interessant.
- 1:47:42Aber es gibt für dich nicht diesen einen Wein, wo du sagst, den würde ich total gerne, keine
- 1:47:47Ahnung, 1990er Screaming Eagle oder '45er Mutant oder '85er Schatzhoffberg auslesen oder wie auch immer,
- 1:47:57den du gerne in deiner Kollektion der Weinerlebnisse aufnehmen würdest.
- 1:48:01Ja, wenn du so ankommst, dann haben wir sicherlich klar so eine besondere Rarität, einmal im Genuss zu nehmen
- 1:48:17oder eine große Champagne. Ja, klar, das würde mich wahnsinnig große Freude machen.
- 1:48:23Hast du aber keinen Namen, du sagst? Nein, dafür gibt es zu viel auch, weißt du, dafür gibt es zu viel.
- 1:48:30Ja, natürlich, dich nix dagegen, '45er Mutant, ich auch nix dagegen, auch für ein '95er Clodon Bonet vom Krug.
- 1:48:39Also, das sind Sachen, die ich wahnsinnig gerne mal einmal probieren würde, aber dafür ist die Weinwelt viel zu breit gefächtert
- 1:48:47von solchen Weinen oder von diesen ganz besonderen Weinen.
- 1:48:52Ich würde mich auch wahnsinnig interessieren, auch mal einen Gereif für Kalifornien mal wiederum zu haben.
- 1:48:58Was ich wenige in meiner Karriere probiert habe.
- 1:49:03Hat man wirklich viel zu selten und gerade Kalifornien kann teilweise, also wenn wir von der Nordkurs ausgehen,
- 1:49:08vielleicht nicht unbedingt vom Central Valley oder vom Orange County, teilweise so viele Möglichkeiten zu reifen
- 1:49:16und die Weine werden so großartig, werden so eigenidentisch, probiert man viel zu selten, findet man auch viel zu selten auf dem Weinkarten.
- 1:49:24Also, teilweise gereifte Kalifornien.
- 1:49:26Also, gibt es teilweise so spannende Geschichten, das ist, gibt es für dich Preisgrenzen nach oben oder nach unten,
- 1:49:32wo du sagst, ein Wein unterhalb von XY würde ich auf keinen Fall für die Weinkarte einkaufen oder privat trinken
- 1:49:40und ein Wein oberhalb von XY, das möchte ich nicht fördern, unterstützen oder gibt mein Budget nicht her?
- 1:49:49Naja, ich glaube überall im Leben, ich glaube gibt es auch überall Grenzen und ich finde nach unten,
- 1:49:59weißt du, wir starten in unserem Genusswelt, sage ich mal so, ich finde großartige Gutsweine um die 10 Euro,
- 1:50:09die einfach wahnsinnig gut verarbeitet sind, damit ich auch kein Problem, das auf meine Karte zu tun.
- 1:50:16Weil die wiederum in ihrer Kategorie auch was erzählen haben.
- 1:50:20Da merkst du, wow, da hat sich hier jemand auch in diesem Bereich Gedanken gemacht,
- 1:50:25ich habe auch ein Liter Wein probieren können, wo du denkst, was?
- 1:50:31Das kostet 7 Euro Liter, das ist los, tolle Ware.
- 1:50:37Ja, oder nach oben gibt es natürlich auch die Grenze, wo du sagst, ja gut, kauf ich eine Flasche für 5.000,
- 1:50:49oder dafür kann ich vielleicht mal eine Kiste, wo die Flasche mal 150 Euro kostet.
- 1:50:56Das ist immer meine Frage, die man sich stellen muss.
- 1:50:59Ja, also ich brauche keine Flasche Wein auf meine Karte, wo ich nur eine Flasche bekomme,
- 1:51:03wo die kostet, sage ich mal, in dem Bereich 4-stellig aufwärts,
- 1:51:08weil ich finde, die habe ich zwar in und wieder mal, aber für eine Flasche würde ich sofort verneinen, sage ich, nee.
- 1:51:18Also wenn dann gibt es um ihr mal 3, bitte, ums Geld geht es am Ende nicht unbedingt,
- 1:51:23weil wir können mit solchen Weinen umgehen.
- 1:51:28Aber es geht nachher um die Verführbarkeit und du weißt, wie die ganze Zuteilung im Moment sehr schwierig sind
- 1:51:35und für eine Flasche, also da würde ich erstmal verneinen, ja.
- 1:51:40Und rein vom Gefühl her, vom Image, gibst du da für dich, also würdest du ein Liter Wein auf die Karte nehmen
- 1:51:46oder hast du ein Liter Wein auf der Karte und auf der anderen Seite?
- 1:51:49Nee, Liter Wein würde ich nicht nehmen auf der Karte.
- 1:51:52Ich habe keine und dafür habe ich, legen einfach den Fokus an der Rest.
- 1:51:59Das ist auch nicht unbedingt, was zu uns auch passt und deshalb habe ich keine Liter Wein auf der Weinkarte,
- 1:52:08weil die sehr gute Gutsweine, die wir haben, oder erste Lage in Deutschland,
- 1:52:15vielleicht mal ein Basic Schöner Blanc aus Wufrey oder Mon-Louis auch ihre Platz haben, ja.
- 1:52:24Also alles kann man auch nicht haben.
- 1:52:25Also ich verstehe den Gedanken total.
- 1:52:27Das ist ja auch eine provokante Frage, ob man ein Liter Wein aufnehmen würde oder nicht
- 1:52:31und manche werden wahrscheinlich Gänsehaut bekommen, wenn man denkt im Restaurant wie dem Euren
- 1:52:36und dann kommt da die große Flasche, aber manchmal denkt man einfach über Grenzen hinaus
- 1:52:42und ja, also spannend, aber ich kann total nachvollziehen, dass man Leute, die zu euch kommen,
- 1:52:49wollen natürlich was Besonderes erleben und oftmals wird dann eben auch ein besonderer Wein dann irgendwo erwartet.
- 1:52:53Finde ich auch diesen Gedanken, wo du sagst, eine Flasche nur um den auf der Karte zu haben,
- 1:52:58finde ich eigentlich ganz, ganz großartig.
- 1:53:00Und die Konsequenz bildet sich dann irgendwo wahrscheinlich mit der Erfahrung irgendwo heraus.
- 1:53:06Hast du dir als selber angeeignet oder hattest du ein Lehrmeister, hast du ein Vorbild gehabt,
- 1:53:11der dich an die Hand genommen hat, begleitet hat und die gezeigt hat, wie Weinwerk aussieht?
- 1:53:16Nein, ich bin in einer Generation so, wie du, aufgewachsen mit, weiß ich so, mit Namen wie Frank Kemmer,
- 1:53:27wie Marco Sennmonego, wie eine Paar oder Bosch oder eine Armin-Deal,
- 1:53:31der für der Deutsche Wein wahnsinnig viel gemacht hat damals und heute immer noch.
- 1:53:36Das war für mich Persönlichkeit, die mich einfach schon in Deutschland geprägt haben,
- 1:53:42weil ich habe in Frankreich noch nie gearbeitet.
- 1:53:45Ich bin direkt nach meinem Studium nach Deutschland gegangen und Winzer oder Persönlichkeit in einem Wein,
- 1:53:52ich habe angefangen mit Bernhard Huber Weinprobe zu machen damals vor 20 Jahren
- 1:53:56und Wein der Nürn vom Kaiserstudien und da sind Winzer, die mich auch,
- 1:54:01die damals schon wahnsinnig Wein schon produziert haben und die so eine hohe Qualität hatten,
- 1:54:08die mir als Franzose nicht bewusst war.
- 1:54:12Und die haben mich sicherlich geprägt, ganz klar, wo ich ein Praktikum eine Woche oder zwei beim Salwei,
- 1:54:21das sind Sachen, die du von solchen Persönlichkeiten unglaublich viel mitbekommen.
- 1:54:27Und die haben mich natürlich schon sehr inspiriert, muss man sagen.
- 1:54:31Und dann kommen sie in so eine Melorie-Szene und dann sind natürlich Kontakt mit der ein oder andere
- 1:54:36und die geben dich natürlich auch viel, die beflügeln auch viel.
- 1:54:42Aber es sind mehr die Winzer, die dich beeinflusst haben und die dich geprägten begleitet haben?
- 1:54:47Ja, Winzer haben mich schon immer beeindruckt,
- 1:54:52weil die Arbeiten, die die tun, die Intensität, die Idee, die die haben,
- 1:54:58eine Sache wie eine Traube zu kultivieren und daraus eine ganz besondere Produkte,
- 1:55:06die ich so manchmal indirekt im Herz trifft.
- 1:55:09Da sind wahnsinnig inspirierend, weil ich kann das nicht.
- 1:55:15Und das, die Leute, diese Produkte zu zeigen und die Auge zu sehen,
- 1:55:21was da passiert, das ist was zum Beruf am schlimmsten macht.
- 1:55:25Dafür sind die Winzer schon wahnsinnig wichtig.
- 1:55:28Auch manchmal, wie unbedarft Winzer Weinen sehen.
- 1:55:31Also wo man sagen kann, ihr macht die größartigsten Weine in eurer Güte, in eurer Klasse
- 1:55:36und wir versuchen das natürlich immer so ein bisschen zu hypen,
- 1:55:41außen vorzustellen, besonders zu erklären.
- 1:55:43Und für die ist es dann irgendwo für Wein.
- 1:55:47Ja klar, die sind das anders als wir.
- 1:55:54Und wie so gut so, das ist ein schöner Spiel.
- 1:56:00Aber ich finde, die Winzer sind einfach die Menschen, die den Wein machen.
- 1:56:06Und am Ende, wir Someliers sind den Prinzip der Botschafter zwischen der Konsument und dem Wein.
- 1:56:17Louis Rüderer, Brütwindtasch 2016
- 1:56:33Wahrscheinlich zuallererst, juhu, es gibt wieder ein Jahrgangschampagner.
- 1:56:37Das ist nicht mehr ganz so selten wie in den 80er oder 90er Jahren,
- 1:56:41aber es ist jedes Mal ein Highlight.
- 1:56:44Wenn Champagnerhaus, was ja den Schwerpunkt ursprünglich auf die Kombination verschiedener Jahrgänge legte,
- 1:56:51wenn die einen Jahrgang auslogen und sagen, ihr möchten mir singulär abfüllen,
- 1:56:56sind es nicht nur besondere Lagen, sondern es ist meist ein ganz eigen und ganz besonderen Repetitionsjahrgang.
- 1:57:01Das finde ich toll.
- 1:57:02Und so ist es 2016 bei Louis Rüderer passiert.
- 1:57:06In dem Jahr eine Kombination aus 70% Pinot Noir, 22% Chardonnay, 8% Pinot Mignier,
- 1:57:13Handverlesen komplett aus Grand-Grüh und Prämier-Grühlagen.
- 1:57:16Die Böden natürlich Kreide, Kalkstein, Mergel, als Relikte eines prehistorischen Ozeans,
- 1:57:23die den Reben keine Wahl lassen, extrem tief zu wurzeln und Charakter zu entwickeln.
- 1:57:28Und dann das Jahr 2016, zwar ein richtig harter Brocken, Frühjahrsfröste,
- 1:57:32zerstörten bis zu 40% der Knospen.
- 1:57:35Irgendwie wurde es nicht besser.
- 1:57:37Ein kühlerregnerischer Sommer trieb die Winzer in den Wahnsinn.
- 1:57:40Und zum Glück kam dieser sonnige September.
- 1:57:43Er brachte die Rettung.
- 1:57:45Und letztlich entstanden Trauben mit einer intensiven Frucht, mit einer ganz straffen Säure
- 1:57:49und einem mineralischen Rückgrat, also eigentlich absolut perfekt für Champagner.
- 1:57:52Natürlich nach Terminod, Champinois hergestellt,
- 1:57:55reift der Wein fünf Jahre auf der Hefe in der Flasche,
- 1:57:58wobei 10% der QW in großen Eichenfässern ausgebaut wird.
- 1:58:03Zum einen für die cremige Texture, aber auch für eine ganz eigene Ebene der Aromatik.
- 1:58:0912,5% Volumen, extrem traditionell, 5,8 Gramm Säure, 8 Gramm Dosage.
- 1:58:14Ein Balanceakt aus Finanzen und Kraft.
- 1:58:17Und definitiv nicht ohne Grund verliehen Venus,
- 1:58:193,90 Punkte.
- 1:58:21Der Wine Spectator, sagenerhafte 4,90 Punkte.
- 1:58:24Und James Hacklin, sogar extrem seltene 96 Punkte,
- 1:58:28was seine Klasse und seine Güte unterstreicht.
- 1:58:31Okay, die Fakten sind das eine, aber meistens ist es die Hand, die die Reben erzieht,
- 1:58:35die sie interpretieren kann, die dem Wine daraus erwachsen lässt.
- 1:58:39Und wo fängt man bei Röderer an?
- 1:58:41Fängt man da wirklich bei der französischen Revolution 1776 an,
- 1:58:45als sich das Haus du Bois Pierre-Éfis gründete,
- 1:58:48das später 1833 in die Hände von Louis Röderer gelangte.
- 1:58:52Sein Meisterstreich war der Kristall, 1870 für Zahr Alexander II. geschaffen.
- 1:58:57Ja, es war Louis Röderer, der den Weg vom anonym Großhaus zum unabhängigen Grammar manifestiert,
- 1:59:03sich nicht zum protzigen Klang, sondern zum langfristigen Weitblick und Ownership 240 Hektar eigenes Terroir sicherte.
- 1:59:13Heute führt Frederick Rousseau, der Siebte in der Linie,
- 1:59:16das Haus in einer Region, wo Konzerne wie Raubtiere lauern, bleibt Röderer unabhängig,
- 1:59:21240 Hektar eigene Weinberge, davon 80 biodynamisch und das seit 2012.
- 1:59:29Sie kontrollieren zwei Drittel ihrer Trauben, ein Luxus, der Präzision absolut ermöglicht.
- 1:59:34Der Brütwintage, seit 1845 ein Ausdruck einzelner Jahrgänge,
- 1:59:38wird in den labyrinthartigen Kellern von Rans geboren,
- 1:59:42woüber 2 Millionen Flaschen der Dunkelheit reifen.
- 1:59:45Biodynamisch ist hier definitiv kein Marketing-Tour,
- 1:59:47sondern ein Pack mit der Erde, ein Schuh,
- 1:59:49um ihre Sprache in jedem Tropfen zu bewahren.
- 1:59:51Röderer hat definitiv Auszeichnungen wie Sand am Meer,
- 1:59:55Wine Spectator, The Cantor, Falstaff, aber sie ruhen sich nicht auf denen aus.
- 2:00:01Sie sind wie ein Boxer, der immer bereit ist für die nächste Runde.
- 2:00:05Für das nächste Jahr.
- 2:00:07Wie sie es waren für 2016, das merkt man, das schmeckt man.
- 2:00:10Der Louis Röderer Brütwintage 2016 ist definitiv kein Schaumwein für die leichte Schulter.
- 2:00:15Er ist ein Champagner geprägt von der Kreide, wo dank Jean-Baptiste Le Caillant,
- 2:00:20dem einzigartigen Kellermeister, die Strapazen des Jahres 2016 in Perlen verwandelt wurden.
- 2:00:26Vielen Dank dafür für dieses unglaubliche Champagnererlebnis, dem Hause Röderer.
- 2:00:32Neun großes Dankeschön, dem deutschen Importeur, dem Handelthaus Schlumberger.
- 2:00:46Wenn du dir Wein probierst, probierst du ihn eher kritisch, also jetzt im Weingut?
- 2:00:52Oder probierst du ihn wohlwollend?
- 2:00:55Wenn wir Weine beschreiben, wir versuchen ja immer nur das Gute herauszuarbeiten,
- 2:00:58weil es ja logisch ist im Restaurant selber, dass wir nicht sagen,
- 2:01:01eigentlich hat er einen großen Fehler und darauf kann man achten.
- 2:01:04Und das ist eigentlich ganz witzig, könnte manchmal auch interessant sein, das so darzustellen.
- 2:01:07Aber eigentlich sind wir ja schönen Räder oder schönen Färber.
- 2:01:11Der Weine, aber siehst du eher die kritische Seite,
- 2:01:15wenn du selber professionell Wein probierst, oder die positive Seite?
- 2:01:21Wenn ich den Wein probiere, versuche ich erstmal immer,
- 2:01:24den Wein analytisch so zu nehmen, wie der ist.
- 2:01:28Am Ende klar, wenn der Produkt nicht entbricht, was der eigentlich ergeben soll,
- 2:01:36dann kann man auch ruhig sagen, dass der Wein etisch eine andere Erwartung von Produkt.
- 2:01:41Da kann man auch kritisch sein, das ist auch wichtig.
- 2:01:46Wir müssen nicht auch immer alles schön reden.
- 2:01:48Gerade wenn wir auch an gewissen Niveau sind, da ist die Qualität hoch
- 2:01:56und die Kritik gehört dazu, ob die am Ende so positiv oder negativ ist.
- 2:02:03Man muss ein bisschen spielen dazwischen, aber man kann ruhig schauen,
- 2:02:09wo man sagt, das hätte ich eigentlich schon erwartet.
- 2:02:13Auch sagen, eigentlich funktioniert das nicht.
- 2:02:15Ging dir das schon mal so bei einem großen Wein, wo du vielleicht eine große Erwartung hattest
- 2:02:22und sagst, der kostet 4-stellig und hat das Image und du sagst, wieso?
- 2:02:29Ja, klar.
- 2:02:31Weil der Wein hat auch vielleicht eine Momente Phase gehabt, die ein bisschen schwierig war,
- 2:02:35das muss man erkennen können.
- 2:02:37Und sagen, eigentlich für den Preis hätte ich lieber etwas anderes bestellt.
- 2:02:42Oder würde ich jetzt der Wein nicht verkaufen im Moment,
- 2:02:45wenn ich sage, das habe ich letzte Woche aufgemacht, probiert für einen Gast
- 2:02:51und dann merkst du, der Wein hat gerade die Momente Phase, die ein bisschen schwierig ist.
- 2:02:55Dann würde ich nicht unbedingt den Wein im Vordergrund stellen,
- 2:03:01sondern eben sagen, okay, warte mal ein bisschen.
- 2:03:04Oder manche Weine, wo du denkst, okay, eigentlich hätte ich deutlich mehr erwartet
- 2:03:08für seine Qualität und was man alles so mehr rum sagt.
- 2:03:14Ja, da sind die Erwartungen sehr hoch.
- 2:03:17Aber oft sollte man Erwartungen nicht so hochschrauben.
- 2:03:21Das ist, glaube ich, auch ein großes Problem von viel.
- 2:03:24Und von uns allgemein, wir streben auf die Erwartung zu hoch.
- 2:03:28Und am Ende ist die Komplexität, die ist da.
- 2:03:33Aber der Wein hat trotzdem seine Einfachheit in sich.
- 2:03:39Sprichst du das dann dem Wein zu oder sprichst du das dir zu?
- 2:03:42Wenn du jetzt einen Wein hast, der unglaublich prominent ist,
- 2:03:46der vielleicht total gehypt wird und du stehst vorhanden von dem Wein
- 2:03:50und erklärt sich nicht.
- 2:03:53Also sagst du es ist vielleicht nicht mein Geschmack.
- 2:03:56Das geht ja dann oftmals auch um Geschmack, was man auch nicht vergessen darf.
- 2:03:59Es geht natürlich auch um Analytik, dass man die nicht auflösen kann.
- 2:04:02Oder ist es dann oftmals der Wein, dass du sagst,
- 2:04:05nee, eigentlich ist das nicht, was ich oder was ich gelesen habe
- 2:04:10oder wahrgenommen übernehmen sollte in dem Augenblick?
- 2:04:15Ja, es passiert, dass du die Wein hast
- 2:04:19und der liefert nicht, was du erwartet hast.
- 2:04:24Mir ist vor kurzem mal, dass das passiert mit der Gast,
- 2:04:30der zuerst einmal Bougogne Blanc von Kostürie bestellen will
- 2:04:34und sagt, ja, ich habe noch nie probiert.
- 2:04:37Ich bin total aufgeregt und sage ich, ja, können sie auch sein,
- 2:04:41aber erwarten sie nicht, dass der Wein so ein Monstrum ist.
- 2:04:45Es bleibt ein Bougogne Blanc.
- 2:04:48Das ist ein sehr hohes Niveau, keine Frage.
- 2:04:51Aber es bleibt ein Bougogne Blanc
- 2:04:53und das ist kein Mörzo Perrier oder ein Kortonschallemein.
- 2:04:58Eine gewisse Demut muss man auch dafür haben.
- 2:05:02So ein Wein bleibt trotzdem ein Bougogne Blanc
- 2:05:07und sollte auch der Mörzo schmecken.
- 2:05:11Ich finde, das ist so ein Grundproblem beim Wein im Allgemeinen,
- 2:05:14dass man versucht, etwas Besonderes zu finden.
- 2:05:17Wenn man relativ unbedarf ist
- 2:05:19und den Wein nicht in seiner Natürlichkeit nehmen kann.
- 2:05:22Ich weiß, was ich damit meine, dass man sich nicht fallen lassen kann
- 2:05:26und den Wein einfach ...
- 2:05:28Wenn man den Wein mit Erwartungen verknüpft, hat der Wein automatisch verloren.
- 2:05:32Nur wenn man den Wein rein einfach als Wein genießen kann,
- 2:05:36sich darin fallen lassen kann, kann er in seiner Großartigkeit brillieren.
- 2:05:40Ja, und ich finde manchmal ein bisschen weniger Kopf,
- 2:05:43ein bisschen mehr Gefühl und ein bisschen mehr Einfachheit
- 2:05:47würde uns alle gut tun.
- 2:05:49Und nicht immer erwarten, wow, die Flasche kostet 250 Euro auf der Karte
- 2:05:54und das muss gleich Ben machen.
- 2:05:57Es funktioniert nicht.
- 2:05:59Große Weine haben aber nie Großben gemacht.
- 2:06:02Die sind immer sehr, sehr, sehr, sehr subtil.
- 2:06:05Und dann musst du eine gewisse Erfahrung haben,
- 2:06:07diese Subtilität zu erkennen.
- 2:06:09Und viele bestellen diese Weine, weil die sich einmal gönnen wollen
- 2:06:13und einmal das probieren möchten und kennenlernen wollen,
- 2:06:17aber nicht unbedingt die Verständnis dafür.
- 2:06:20Und Männer sagen, ja, also eigentlich ...
- 2:06:23Der Lugana ums Sekis ist auch gar nicht so schlecht.
- 2:06:26Sehr klar.
- 2:06:28Ich glaube, die Dinge liegen in der Einfachheit für mich.
- 2:06:33Ja, die Dinge liegen in der Einfachheit.
- 2:06:36Ja, und die Bescheidenheit auch zu haben
- 2:06:41und zu sagen, eigentlich ist der Wein gar nicht so verkehrt.
- 2:06:45Das finde ich sehr gut mit Musik vergleichbar.
- 2:06:49Also jeder kann Musik hören.
- 2:06:51Aber um die Großartigkeit irgendwo greifen zu können,
- 2:06:55muss man es auch verstehen können,
- 2:06:57wenn man aber als von vornherein in die Wertung geht
- 2:07:01und sagt, jemand sagt, der müsste großartig sein
- 2:07:04und deswegen muss er sich auch großartig präsentieren
- 2:07:07und ich weiß aber nicht, warum.
- 2:07:09Ist das ganz schwer zu definieren?
- 2:07:11Ist es auch.
- 2:07:13Also in Grundverständnis brauchst du,
- 2:07:15egal, wenn es geht um Geschmack oder um Kunst,
- 2:07:18ja, da kannst du auch dich von ...
- 2:07:21einem schwarzen Leinwand mit einem roten Punkt nicht stehen
- 2:07:24und sagen, was ist das.
- 2:07:27Und der andere guckt da dran
- 2:07:29und sieht dann, fahr mal ein Bild,
- 2:07:31die ihm emotional wahnsinnig berührt.
- 2:07:34Das ist die weinlichsten Art Kunst
- 2:07:38und da muss man eine gewisse Verständnis
- 2:07:41und auch einen gewissen Niveau haben,
- 2:07:44um das auch zu verstehen.
- 2:07:47Nicht jeder ist in der Lage
- 2:07:50und manchmal ist es auch nicht verkehrt,
- 2:07:52ein bisschen runter zu sein.
- 2:07:54Kann man Wein mit sowas kombinieren?
- 2:07:56Also kann man Wein mit Kunst oder mit Musik kombinieren?
- 2:07:59Mit Musik kann man ja mit Bilder kombinieren.
- 2:08:02Das geht ja.
- 2:08:04Manche haben schon gemacht,
- 2:08:06dass sie zum Bild ein Musikstück kombinieren.
- 2:08:09Kann man das mit Wein auch?
- 2:08:11Also könntest du zu Beethoven 9
- 2:08:14oder was auch immer Wein aussuchen?
- 2:08:17Nein.
- 2:08:19Ich bin keine große Musikhörer
- 2:08:22und ich habe ...
- 2:08:25ich habe mir auch nie großartig das Gedanken gemacht.
- 2:08:28Im Zusammenspiel.
- 2:08:31Also für mich war der Wein immer der Wein,
- 2:08:34die Musik immer die Musik.
- 2:08:37Und das zusammenzubringen, hat mich irgendwie ...
- 2:08:40Also ich habe mich damit nie auseinandergesetzt.
- 2:08:43Ich habe schon in und wieder sehr viel darüber gehört
- 2:08:46und gelesen und sehe ja, dass es macht Sinn.
- 2:08:49Warum nicht?
- 2:08:51Aber dafür kenne ich mich in die Musik
- 2:08:54und fahr zu wenig aus, um irgendwelche Weine auszusuchen.
- 2:08:57Und zu Bildern oder Büchern oder Filmen.
- 2:09:00Könnte man das?
- 2:09:02Also raus aus dieser Wein-Speisen-Kombination gedacht,
- 2:09:05kann man da über die Grenzen denken?
- 2:09:08Oder ist das schwierig?
- 2:09:11Ja, das ist alles eine Frage vom Freigeist.
- 2:09:14Wie baue ich das?
- 2:09:17Wie verbinde ich eine bestimmte Musik,
- 2:09:20eine bestimmte Buch mit dem Wein?
- 2:09:23Kann ich mich darauf vorstellen?
- 2:09:26Wie gesagt, ich selber bin da zu wenig in der Thematik.
- 2:09:29Deshalb kann ich da wenig darüber philosophieren.
- 2:09:32Ich mache einen guten Wein auf.
- 2:09:35Der macht mich Freude.
- 2:09:38Ich verbinde das mit Essen.
- 2:09:41Ich liebe das.
- 2:09:44Ich verbinde das mit Essen.
- 2:09:47Ich möchte einen guten Essen haben.
- 2:09:50Ich möchte ein bisschen darüber diskutieren.
- 2:09:53Und schon entwickeln sich Gespräche.
- 2:09:56Ich glaube, das ist für mich auch das Schönste daran.
- 2:09:59Dass diese Gesellschaftliche zusammen sein.
- 2:10:02Mit Freunden, mit Kollegen.
- 2:10:05Und dann geht es los.
- 2:10:08Du merkst das.
- 2:10:11Du machst die Flasche auf.
- 2:10:14Dann entwickelst du dich eine Dynamik.
- 2:10:17Und du machst das mit einem Buch.
- 2:10:20Gab es für dich mal eine Weinspeisenkombination,
- 2:10:23wo du gesagt hast, das hat mich nachhaltig beeindruckt.
- 2:10:26Diese Speise der Wein ist göttlich.
- 2:10:29Da kann ich mich nicht immer so anerinnern.
- 2:10:32Ich begleite sehr viele Speise.
- 2:10:35Aber eine Sache hat mich damals begeistert.
- 2:10:38Ich war in einer Reise in Cognac.
- 2:10:41Das war nicht mit Wein, sondern mit Cognac.
- 2:10:44Und wir waren beim Hennessy.
- 2:10:47Und haben wir zum Lunch ein Foie gras.
- 2:10:50Als Vorspeise.
- 2:10:53Ganz klassisch französisch.
- 2:10:56Und dazu gab ein geheistes Hennessy-Paradies.
- 2:10:59XO.
- 2:11:02Und das hat mich so geflasht.
- 2:11:05Damals.
- 2:11:08Das fläch ich mich mal an.
- 2:11:11Und das fläch ich mich, wenn ich darüber rede,
- 2:11:14irgendwie ein bisschen immer noch.
- 2:11:17Da wirst du erstmal nie auf die Idee gekommen,
- 2:11:20eine 0,2-Flasche Hennessy-Paradien-Gefrift war zu stehen.
- 2:11:23Und durch die Kältekonzentration
- 2:11:26und die Ohralkohol
- 2:11:29entwickelt sich das Getränk fast wie ein Süßwein.
- 2:11:32Aber trotzdem die Schärfe von das Distillat.
- 2:11:35Das war auch phänomenal.
- 2:11:38Denkst du, was passiert gerade?
- 2:11:41Das war schon eine Begleitung,
- 2:11:44die mich wahnsinnig damals berührt hatte.
- 2:11:47Wie wurde der serviert?
- 2:11:50Eiskalt.
- 2:11:53In was für einem Glas?
- 2:11:56Weil ich finde, gerade Spirituosen
- 2:11:59oder eben auch Brandweine
- 2:12:02werden oftmals total falsch serviert.
- 2:12:05Werden zu einer falschen Temperatur serviert,
- 2:12:08also bei hohem Temperatur, was total katastrophal ist,
- 2:12:11werden in falschen Gläsern serviert,
- 2:12:14stehen teilweise 10, 15, 20 Jahre
- 2:12:17in hellen Flaschen,
- 2:12:20irgendwo in irgendeiner Bar herum
- 2:12:23und oxidieren vor sich hin.
- 2:12:26Und man zahlt ein Geld dafür, wie war das dort?
- 2:12:29Also eigentlich an dem perfekten Ort, wo man sagt,
- 2:12:32wenn man den Brandwein, wie wurde der dort da geboten?
- 2:12:35Ja, im Prinzip in einem schmalen
- 2:12:38Digistief-Glas, also in einem schmalen Kognaclas.
- 2:12:41Also kein Schwenke,
- 2:12:44sondern in einem etwas schmalen Kognaclas.
- 2:12:47Weil so sieht es ja aus wie eine kleine Tulpe, im Prinzip.
- 2:12:50Der Bauch ist ein bisschen bauriger.
- 2:12:53Und dann wird es leicht schlang wie eine Flüte.
- 2:12:56Und da drin wurde er serviert.
- 2:12:59Und dann, sagen wir mal, auf zwei Zähl.
- 2:13:02Und das hat natürlich gewirkt wie ein Süßwein.
- 2:13:05Weil du nimmst den Distillat mit dem Glas auf die Lippe
- 2:13:08und dann konzentriert natürlich sofort die Süße
- 2:13:11auf die Zunge und nicht die Schärfe vom Alkohol.
- 2:13:14Und das war natürlich super toll, ja.
- 2:13:17Machst du das in Weinbegleitung auch, dass du spirituosem
- 2:13:20mit einem baust? Ja, schon.
- 2:13:23Mag ich gerne, mag ich gerne.
- 2:13:26So, wir haben einmal gemacht, das war auch ein sehr, sehr cooles Ding.
- 2:13:29Wir hatten ein Gericht, das ist Al in Al.
- 2:13:32Also wir hatten so ein Geräusch der Al,
- 2:13:35angebettet zwischen Al, Filets,
- 2:13:38mit Gocke und Warolder, Schaum und Fond.
- 2:13:41Dazu hatte mich ein Jean gemacht.
- 2:13:44Ich fand super toll, ja.
- 2:13:47Ich habe leider den Namen nicht mehr im Kopf.
- 2:13:50Vielleicht kennst du das.
- 2:13:53Das kam auf dem Bodensee,
- 2:13:56so eine alte kleine Manufaktur.
- 2:13:59Meine Dame, die das gemacht hat, die hat zwei Jean gemacht.
- 2:14:02Der eine ist Jean und der andere Jeannie.
- 2:14:05Vielleicht hat der eine oder andere Kollege schon mal gehört.
- 2:14:08Ich bin gar nicht in diesem Jean-Thema drin.
- 2:14:11Ich eigentlich auch nicht.
- 2:14:14Wo ich das probiert habe, habe ich gesagt, wow.
- 2:14:17Warum nicht um den Gang so was machen, Al?
- 2:14:20Und weil Al natürlich sehr fett ist,
- 2:14:23mich ein bisschen inspiriert in den norddeutschen Küchen.
- 2:14:26In den norddeutschen Küchen oft zum fettigen Fisch,
- 2:14:29wie Al, Korn getrunken wird.
- 2:14:32Einfach ein kleines, richtig intensiven Distillat.
- 2:14:35Und der Jean hat super funktioniert zum Gericht.
- 2:14:38Das war auch so Sache.
- 2:14:40Ich mag gern Distillat zu arbeiten in der Weinbegleitung.
- 2:14:43Gibt tolle Abwechslung.
- 2:14:46Gibt es sonst noch irgendwas außer Weinspirituosen,
- 2:14:49die geistert, was dich gecatcht hat, wo du sagst,
- 2:14:52das hat eine ähnliche Komplexität.
- 2:14:55Damit arbeite ich ganz gerne.
- 2:14:58Ja, so eine komplexität, glaube ich,
- 2:15:01gibt es nichts, weil Wein bleibt mit seiner Eigenständigkeit Wein.
- 2:15:04Aber ich liebe Sakees sehr.
- 2:15:07Das ist auch etwas,
- 2:15:10der nicht immer sehr gerne in der Weinbegleitung anbaut.
- 2:15:13Ich liebe auch, wie gesagt,
- 2:15:16Distillat.
- 2:15:18Ich finde es ein super spannendes und sehr komplexes Thema.
- 2:15:21Wo wir deutlich daraus,
- 2:15:24wenn man eine gute Qualität hat, was machen können.
- 2:15:27Weil die auch sehr, sehr tief
- 2:15:30und tiefgründig und komplex sein können.
- 2:15:33Aber natürlich, der Wein bleibt natürlich
- 2:15:36mit seinen Charaktern Wein.
- 2:15:39Das ist klar.
- 2:15:42Es ist ja in der Welt auch so umfangreich,
- 2:15:45dass es eigentlich kaum Raum für was anderes gibt.
- 2:15:48Ich finde schon, dass, wie du es eben gerade
- 2:15:51mit dem Schäden angedeutet hast
- 2:15:54und ich da nicht liefern konnte, dass wir uns da an
- 2:15:57auskennen sollen müssen.
- 2:16:00Es ist ja eigentlich auch ein Teil unserer Berufsbeschreibung ist.
- 2:16:03Aber allein beim Wein,
- 2:16:06man hat ja so oft die Situation, dass auch ein Gast kommt
- 2:16:09und sagt, da war ich ein Toskala dort in dem Dorf.
- 2:16:12Kann ich alles kennen?
- 2:16:15Bei den Spirituosen.
- 2:16:18Aber es ist natürlich auch das Schöne dann irgendwo
- 2:16:21bei unserem Beruf, dass es kein Ende gibt.
- 2:16:24Dass man immer und immer und immer wieder lernen kann.
- 2:16:27Ja, das ist der Punkt. Wir sind Someliers.
- 2:16:30Wir müssen uns mit dieser ganzen Thematik getränke beschäftigen.
- 2:16:33Und so wie ein guten Wein zu einem tollen Essen gehört
- 2:16:36oder zu einem gemeinsamen guten Essen gehört.
- 2:16:39Gehört auch in Restaurants,
- 2:16:42wo wir sind, weil es Someliers nah wie vor
- 2:16:45ist ein Platz im Restaurant meiner Meinung nach.
- 2:16:48Da, wo er die Gäste als Gasgebäu empfängt, begleitet.
- 2:16:51Eine besondere Erlebnisse schaffen will.
- 2:16:54Dazu gehört ein Apparativ, dazu gehört ein Wein,
- 2:16:57dazu gehört auch Distillat.
- 2:17:00Dazu gehört Warn. Es ist sehr, sehr, sehr groß.
- 2:17:03Und das Wissen zu anschaffen,
- 2:17:06über diese ganze Thematik getränke.
- 2:17:09Ich sage immer so, wir sind so flüssige Botschafter.
- 2:17:12Das, finde ich, müssen wir wissen.
- 2:17:15Müssen wir uns auch damit beschäftigen.
- 2:17:18Es ist wichtig und immer auch neugierig bleiben.
- 2:17:21Das macht uns, glaube ich, am meisten Spaß.
- 2:17:24Dafür ist das unbegrenzte Möglichkeit, glaube ich.
- 2:17:27Also ich weiß nicht, wie du das ist, aber ich glaube,
- 2:17:30da kannst du dich einlebend, würde nicht reichen,
- 2:17:33um das alles zu probieren, zu kennen und zu entdecken.
- 2:17:36Findest du einen jungen Somelier interessanter
- 2:17:39oder einen gesetzengereiften Somelier,
- 2:17:42der die Erfahrung hat und mehr oder weniger
- 2:17:45aus seinen Vorstellungen oder seinen
- 2:17:48vorgefertigten Meinungen heraus empfiehlt
- 2:17:51oder einen Jünger, der ganz wild ist
- 2:17:54und die Welt versucht neu zu definieren
- 2:17:57und ganz frech eigentlich auch in seinen Empfehlungen ist?
- 2:18:00Ja, da fragst du jetzt am Franzosen ein bisschen
- 2:18:03konservativ gewachsen.
- 2:18:05Für frech, ja, kann man auch sein,
- 2:18:08aber die Welt kann man auch nicht neu erfinden.
- 2:18:11Weißt du, was ich meine?
- 2:18:13Also du gehst auch so in die Generation.
- 2:18:16Also klar, ich finde junge Leute super spannend,
- 2:18:19was die machen, die sind auch wilde
- 2:18:22und die sind auch ... aber waren die auch.
- 2:18:25Ich glaube, die Phase kommt sowieso nicht drum herum.
- 2:18:28Du willst auch irgendwann die Welt neu erfinden,
- 2:18:31du willst auch irgendwann die Leute begeistern
- 2:18:34mit was, was dich auch einzigartig macht.
- 2:18:37Ich finde es wichtig, dass man auch immer
- 2:18:40einen gewissen Respektvollumgang mit den Gästen hat
- 2:18:43und der nicht irgendwie was Falsches belehren möchte.
- 2:18:46Ich finde das wahnsinnig wichtig.
- 2:18:49Wir sollten unser Wissen teilen, aber klug teilen.
- 2:18:52Und irgendwie so klug sein als die anderen,
- 2:18:56finde ich immer ein bisschen gefährlich,
- 2:18:59immer eine gewisse Demut zu haben.
- 2:19:02Und auch der Gast, dementsprechend respektvoll,
- 2:19:05seinen Wissen teilen und nicht belehren zu müssen.
- 2:19:09Ich schätze wahnsinnig sehr, junge Kollege,
- 2:19:12sowohl als auch etwas Gesetze,
- 2:19:15sowohl als auch etwas Gesetze,
- 2:19:18so wie es am Ende dreht sich um die Menschen.
- 2:19:21Man muss auch ein gewisses Gefühl die Sache beibringen.
- 2:19:24Selbstbewusster auch ganz ist immer wichtig.
- 2:19:27Egal in welchem Alter man hat.
- 2:19:30Gibt es für dich einen Ort, wo du gerne noch mal arbeiten würdest?
- 2:19:33Gibt es für dich einen Ort, wo du gerne mal Wein empfehlen würdest?
- 2:19:36Sei es für den Tag oder für den Abend?
- 2:19:39Ich glaube, es gibt einen Ort,
- 2:19:41wo du gerne noch mal arbeiten würdest.
- 2:19:44Es gibt einen Ort, wo du gerne mal Wein empfehlen würdest.
- 2:19:47Ist es für den Tag oder für eine Woche oder für ein Jahr?
- 2:19:50Ja, einmal würde mich so,
- 2:19:56wenn ich so eine kleine Maus wäre,
- 2:19:59so einen großen, großen Wein,
- 2:20:02sag ich mal, großen Restaurant lokal,
- 2:20:05so in New York oder in Paris,
- 2:20:08einfach mal zu sein.
- 2:20:11So was wie La Tour d'Argent,
- 2:20:14Sternogastronomie,
- 2:20:17weil ich immer in dieser Welt Sternogastronomie gewachsen bin.
- 2:20:20Ich könnte mich nicht um die Vorstände
- 2:20:23sofort in der beliebigen Wand,
- 2:20:26um Sex zu arbeiten.
- 2:20:29Aber so was mal einmal
- 2:20:32so schnuppern wäre schon cool.
- 2:20:35Einmal die große, wirklich ganz große Bühne
- 2:20:38mit zu erledigen.
- 2:20:41Volles Rohr drauf.
- 2:20:44Vor allen Dingen auch dem Background mitzubekommen.
- 2:20:47Wie bereiten die ihren Service vor?
- 2:20:50Wie organisieren sie sich?
- 2:20:53Wie organisieren sie so was?
- 2:20:56Die Wandkarte von La Tour d'Argent, das ist drei Bücher,
- 2:20:59so groß gesagt.
- 2:21:02Wie organisierst du so einen Bestand
- 2:21:05seit Jahrzehnten in diese Tiefe?
- 2:21:08Wie arbeitest du? Was empfiehlst du?
- 2:21:11Wie machst du deine Weinbegleitung?
- 2:21:14Wie steuerst du auch so eine große Sommelier-Team?
- 2:21:17Wir reden wirklich von der eigenen Abteilung
- 2:21:20innerhalb von dem Restaurant.
- 2:21:23Dann eine Abteilung von so fünf, sechs Sommeliers.
- 2:21:26Das ist schon eine andere Herausforderung.
- 2:21:29Vor allen Dingen, was ich auch total spannend fände,
- 2:21:32neben dessen, dass man sagt, wie macht man den Service,
- 2:21:35was ist wirklich ein Highlight
- 2:21:38im Berufsalltag eines solchen Restaurants?
- 2:21:41Und was ist ein totaler Fauxpas,
- 2:21:44wo man sagt, katastrophal, ich möchte morgen nicht mehr arbeiten?
- 2:21:47Also ist es, wenn das Glas ein bisschen staub hat
- 2:21:50oder da ein Lippenabdruck auf dem Glas ist?
- 2:21:53Oder ist es, wenn der Wein kokig ausgeschenkt wurde?
- 2:21:56Oder ist es, wenn eine Flasche nicht mehr da ist,
- 2:21:59die empfohlen wurde?
- 2:22:02Auf der anderen Seite, was ist ein Highlight?
- 2:22:05Muss es immer 45 Mutoren sein?
- 2:22:08Oder ist es, wir haben heute einen mexikanischen Wein verkauft?
- 2:22:11Also wie denkt und fühlt man dort?
- 2:22:14Das finde ich total spannend.
- 2:22:17Was machen die da anders?
- 2:22:20Oder vielleicht auch nicht?
- 2:22:23Einfach mal zu sehen, okay?
- 2:22:26Ja, das ist ganz normal.
- 2:22:29Was ist ein Erlebnis, wo du sagst,
- 2:22:32dass mein berufliches Highlight, mein zombie-Ehe-Highlight
- 2:22:35oder das ist mein katastrophalster Reihenfall,
- 2:22:38den ich irgendwo entweder selber oder als Gast erlebt habe?
- 2:22:41Nee, das weniger.
- 2:22:44Ich war am Anfang dieses Jahr in Barcelona
- 2:22:47in einem Disfrutar.
- 2:22:50Und dann hatte ich so eine unglaublichen
- 2:22:53sommelier Arbeit.
- 2:22:56Aber total einfach.
- 2:22:59Und das hat mich wahnsinnig begeistert,
- 2:23:02wie die im Prinzip diese Einfreiheit
- 2:23:05am Gas bringen.
- 2:23:08Und auf der anderen Seite, wo ich mich immer aufregle,
- 2:23:11das ist, gehst du in ein Restaurant essen
- 2:23:14und dann bist du in einem guten Lokal
- 2:23:17in Frankreich, war ich letztes Jahr auch.
- 2:23:20Und dann auf einmal ist der Rotwein so warm,
- 2:23:23wo du denkst, hey, Leute, warum?
- 2:23:26Das ist so was, das geht gar nicht.
- 2:23:29Das ist ein Fuppa,
- 2:23:32der in einem Sterne-Restaurant eigentlich gar nicht funktioniert.
- 2:23:35Also, es gibt immer wieder mal Erfahrung.
- 2:23:38Immer wieder.
- 2:23:41Wo du denkst, sie...
- 2:23:44Und sich dann auch wahrzunehmen ist so schön, finde ich.
- 2:23:47Also da auch nicht abzustumpfen,
- 2:23:50sich entweder davon begeistern zu lassen
- 2:23:53oder sie auch objektiv zu beobachten
- 2:23:56und die Lern daraus zu ziehen zu sagen, das mache ich nicht.
- 2:23:59Also sowohl positiv als negativ.
- 2:24:02Ich glaube, da musst du einfach
- 2:24:05deine... ein gewissen Erfahrung mitnehmen.
- 2:24:08Ein gewisser Statement mitnehmen
- 2:24:11und bei dir zu Hause in deinem Restaurant zu sein.
- 2:24:14Okay, bei mir kommt so was gar nicht in Frage.
- 2:24:17Wie die das und das gemacht hat.
- 2:24:19Hey, das könnten wir auch mal.
- 2:24:22Wie sind... wie sind auch Gastgeber?
- 2:24:25Bist du mit Herzen sehende Sommelier
- 2:24:27oder gibst du irgendwas anderes, was du sonst machen würdest?
- 2:24:30Was wärst du, wenn du kein Sommelier wärst?
- 2:24:33Wenn ich kein Sommelier wärst,
- 2:24:35ich glaube, ich wäre Schauspieler geworden oder so.
- 2:24:38Mach wobei wir... ja, wir machen auch ein bisschen Schauspielerei.
- 2:24:42Sind wir auch.
- 2:24:44Aber ich bin vom Anfang vom Kleinen an
- 2:24:47bin ich schon in diese Welt reingerutscht.
- 2:24:50Ja, genau so geht das.
- 2:24:52Und ich könnte mir wirklich nichts anderes vorstellen,
- 2:24:55als das zu machen.
- 2:24:57Ja, ich habe es vom Anfang an das gelernt.
- 2:25:01Als kleiner Junge schon die Familie bedient am Sonntag
- 2:25:04mit den... mit den Touren über dem Arm.
- 2:25:07Und hier, das ist Teller und das ist Teller
- 2:25:10und abgeräumt und das gemacht.
- 2:25:12Und wo ich am Anfang meine Zukunft zu gestalten
- 2:25:16nach der Schule, da war keine Frage.
- 2:25:19Da bin ich sofort zu meiner Eltern gesagt,
- 2:25:21ich will in der Hotelfaschule gehen.
- 2:25:24Und das könnte ich mir nicht anders vorstellen.
- 2:25:28Aber die Wahl wäre ich Schauspieler bestimmt geworden.
- 2:25:31Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?
- 2:25:34Nicht unbedingt ein Wein.
- 2:25:37Ich mag die Vielfalt von Wein
- 2:25:39und was Wein ist.
- 2:25:41Und mir trifft, wenn Wein eine Geschichte transportiert,
- 2:25:48eine Charakter transportiert, eine Persönlichkeit,
- 2:25:53dann trifft es mich.
- 2:25:56Aber ich selber bin keine Präferenzen
- 2:25:59oder bin keine bestimmte Region oder Rapsorte.
- 2:26:03Dafür liebe ich den Wein zu sehr und seine Vielfalt.
- 2:26:06Kann ich nachvollziehen.
- 2:26:08Wolltest du selber?
- 2:26:10Weiß ich mal.
- 2:26:12Wer von uns hätte nicht irgendwann die Idee,
- 2:26:16Wein selber zu machen?
- 2:26:18Wer von uns hätte die Idee nicht?
- 2:26:21Das hat mich immer auch mal gefragt,
- 2:26:24warum machst du das eigentlich?
- 2:26:27Nein, ich kann Wein verkaufen, ich kann über Wein reden.
- 2:26:31Wein machen ist einfach ein Beruf.
- 2:26:34Das musst du lernen.
- 2:26:37Es ist nicht so einfach, wo man sagt,
- 2:26:40ich nehme jetzt ein paar Weinreben in Pracht
- 2:26:43und mache mir ein bisschen Wein und so.
- 2:26:46Wenn du siehst, was für eine Arbeit jeden Tag geleistet wird,
- 2:26:51um am Ende dieses Produkt zu haben
- 2:26:55und das noch die ganze Jahr über eine gewisse Damokless
- 2:26:59und Schwert über dein Kopf zu haben,
- 2:27:02wegen Witter, Kapriol, Frost, Fedendars und jenes.
- 2:27:05Ich glaube, ich würde schnell wieder sagen,
- 2:27:08ne, dann lass mal lieber wieder weg.
- 2:27:11Also, ich rede lieber über den Wein
- 2:27:15und begeister die Leute lieber darüber,
- 2:27:19als ich selber zu machen.
- 2:27:22Ist vielleicht auch eine gewisse Arroganz,
- 2:27:25dass wir uns überhaupt anmaßen.
- 2:27:27Das ist ein Beruf, den man erlernen muss,
- 2:27:30wo man ganz, ganz viel beachten muss
- 2:27:33und überhaupt zu glauben, dass wir in einigermaßen
- 2:27:37guten Wein bzw. einen, auch den wir selber wertschätzen,
- 2:27:40neutral wertschätzen, nicht wie unser Kind,
- 2:27:43was wir sowieso hochloben, sondern wo wir ganz objektiv sind
- 2:27:46und sagen, ja, der genügt auch unseren Anspruch,
- 2:27:49wenn ich den selber einkaufen müsste.
- 2:27:51Das ist manchmal schon ein bisschen anmaßend
- 2:27:54dass man nochmal könnte es...
- 2:27:57Ist es auch, und wie du vor kurzem gesagt hast,
- 2:28:00an Winzer muss so viel berufe können.
- 2:28:03Das ist auch erschreckend auf der anderen Seite.
- 2:28:07Du musst Winzer sein, musst Landwirt sein,
- 2:28:10musst Bohralter sein, musst Marketing-Mensch sein,
- 2:28:12musst du Kaufmann sein.
- 2:28:15Es ist echt etwas, wo ich wahnsinnig viel Respekt habe
- 2:28:19für das, was ich tun.
- 2:28:21Und man sollte das auch nicht auf die leichte Schulter nehmen.
- 2:28:25Wo findest du Ausgleich?
- 2:28:27Hast du ein Hobby oder hast du etwas, was du außer Wein machst?
- 2:28:33Ich bin gerne in die Natur.
- 2:28:37Ich habe das große Glück hier in München zu leben
- 2:28:40und wir sind schnell in die Berge
- 2:28:43und gerade jetzt, wo der schöne Wetter jetzt langsam kommt,
- 2:28:48dann hau ich einfach mal gerne für einen ganzen Tag ab da oben
- 2:28:51und lasse mich einfach ein bisschen den Kopf freilassen.
- 2:28:54Das ist ein toller Ausgleich.
- 2:28:57Ja, ist ein toller Ausgleich.
- 2:28:59Das tut die Seele so gut.
- 2:29:02Also die Berge, die in der Nähe zu haben,
- 2:29:05ich komme wirklich aus einer Region, wo gar keine Berge sind.
- 2:29:08Ich bin auch immer sehr, sehr froh,
- 2:29:13wieder meine Familie zu besuchen dort.
- 2:29:17Aber wieder hier zu sein und wieder da hin zu laufen zu gehen,
- 2:29:23ist einfach ein tolles Gefühl.
- 2:29:25Was muss man, wenn du sagst, Familie besuchen, an der Loa machen?
- 2:29:30Also was wäre das Erste, um mit der Loa vertraut zu werden,
- 2:29:35ein Gefühl für die Loa zu bekommen, sich da langsam einzuführen?
- 2:29:39Ist es in der Tat Weingüter besuchen, ist es die Schlösser besuchen,
- 2:29:42ist es einfach am Fluss langgradend eine Fahrradtour zu machen,
- 2:29:46über 100.000 Kilometer?
- 2:29:48Oder was würdest du empfehlen, wenn man seine erste Loa Reise plant?
- 2:29:54Ich würde es auf jeden Fall, wenn man, sag ich mal so,
- 2:29:59als weininteressierte Mensch empfehlen,
- 2:30:03tatsächlich erstmal die Loa, erstmal den Fluss zu erleben.
- 2:30:08Der Fluss entschleunigt die Leute so die Maß,
- 2:30:13das muss man dort erleben.
- 2:30:16Es ist ein Naturwildfluss, es gibt keinen Schiffverkehr auf der Loa.
- 2:30:22Es gibt, also in der Abschnitt, wo ich komme an den Tourennen,
- 2:30:27lebt die Natur, regiert die ganze Fluss.
- 2:30:31Und wenn du dort mit dem Fahrrad fährst
- 2:30:35und hörst du, siehst du nichts der Wind, die Vogel, die Natur,
- 2:30:42es ist wahnsinnig entschleunigend.
- 2:30:45Und da verstehst du auch die, warum die Leute dort so entspannt
- 2:30:50und so ruhig sind, die treiben, die lassen, du hast das Gefühl,
- 2:30:54die lassen sich ein bisschen von der Fluss treiben.
- 2:30:57Und so sind die Winzer, so ist die Wein.
- 2:31:00Und natürlich am Ende die Schlösser machen auch die ganze kulturelle Umherum,
- 2:31:07weil diese ganze Prachtstücke sind einzigartig.
- 2:31:11Und ich gehe immer wieder gerne dahin, obwohl ich als Kindsgehasst hab,
- 2:31:17die Schlösser anzuschauen.
- 2:31:19Das war, ich kann es nicht vorstellen.
- 2:31:22Das ist jedes Jahr mit der Austausche aus jeder Länder,
- 2:31:25Deutschland oder Deutschland, die gleiche Programm,
- 2:31:28wenn du natürlich so 11, 13 Jahre alt bist.
- 2:31:31Und jedes Jahr, das Programm macht, es ist natürlich irgendwann ein bisschen zäh.
- 2:31:37Und also wirklich keine Lust, aber desto größer ist es heute,
- 2:31:41wenn ich Schambord anschaue, wenn ich schön und so.
- 2:31:45Und danach gehe ich an einen kleinen Restaurant Mittag,
- 2:31:48wenn ich eine schöne Flasche Vouvrer oder Monuit trinke dazu, dann bist du mittendrin.
- 2:31:55Ich finde, das ist wahnsinnig, wahnsinnig, ich nehme dir wahnsinnig viel mit.
- 2:32:02Also gib dir.
- 2:32:03Und wo würdest du zuallererst hinfahren?
- 2:32:06Also wirst du in Zoll gefahren?
- 2:32:09Die Tourerien, würdest du eher Richtung Atlantik fahren?
- 2:32:14Was würdest du und würdest du vielleicht so eine zweite Frage,
- 2:32:17würdest du flussabwert oder flussaufwärts fahren?
- 2:32:20Also als erste Stelle an der Loire würde ich tatsächlich an der Tourerien gehen,
- 2:32:25Tourerien, weil es ist meine Heimat, da hängt das jetzt einfach drin.
- 2:32:31Und weil es auch für mich eine der schönsten Abschnitte überhaupt zwischen du und Ange.
- 2:32:37Es ist einfach der schönste Gegen für mich für die Loire.
- 2:32:43Ja, nachher abwärts oder aufwärts ist es egal.
- 2:32:52Also ich würde als Standort diese Standort wählen und von da nach abwärts und aufwärts runterfahren.
- 2:33:04Aber wie gesagt, das schätzt nicht die Loire, das ist lang, du bist lang unterwegs.
- 2:33:09Also wenn du eine kleine Runde machst, dann musst du auch schon ein bisschen Zeit mitnehmen.
- 2:33:14Weil du fährst mal schnell von Vouvre nach Sancère 3 Stunden.
- 2:33:19Es ist nicht so, dass du schnell ums Eck bist.
- 2:33:22Und da ist auch wiederum die Landschaft total anders.
- 2:33:26Aber es ist auch sehr, sehr schön.
- 2:33:29Man muss es ja nicht einmal abgrasen, man kann ja auch mehrmals hinfahren.
- 2:33:33Das ist, glaube ich, da hat man zumindest noch Ziele und Vorhaben.
- 2:33:37Hast du selber noch Ziele, Wünsche vorhaben, was dir selber vorgenommen hast, beruflich oder privat?
- 2:33:44Ja, also Ziele, ich bin grundsätzlich ein sehr glücklicher Mensch.
- 2:33:59Irgendwann werde sicherlich Frankreichs Syrik rufen.
- 2:34:07Aber irgendwann, irgendwann, irgendwann.
- 2:34:12Und? Hab ich zu viel versprochen?
- 2:34:20Ich fand, seit der ersten Sekunde war er da, mit seiner ganz besonderen, wie kann man dazu sagen,
- 2:34:27fesselnden, einfangenden, dann herzlichen Art.
- 2:34:31Sehr authentisch, sehr typisch und so tiefenwissend, aber nicht belehrend.
- 2:34:38Für mich einfach ein absolut perfekter Zombie.
- 2:34:40Vielen Dank dafür, dass unser Gast was, dass wir dich kennenlernen durften,
- 2:34:43dass du so offen über deine Erfahrungen, über deine Visionen, über deine Gedanken,
- 2:34:48zum Wein über Wein über Gäste geredet hast.
- 2:34:51Und danke auch an dich, dass du trotz schönstem Sonnenschein, trotz 30 Grad,
- 2:34:56diesen Podcast hörst und zur Seite stehst und begleitest.
- 2:34:59Ich finde das interessant, ich meine, die Formate sind relativ lang,
- 2:35:01aber dass ihr trotz allem die einzelnen Folgen relativ zeitnah anhört.
- 2:35:06Ein großes Lob für uns.
- 2:35:08Daher vielen lieben Dank dafür, dass ihr an unserer Seite seid und uns so begleitet.
- 2:35:11Und das war für uns auch die Herausforderung, einfach keine Sommerpause zu machen,
- 2:35:15sondern auch nächste Woche eine richtig interessante Zombiere zu präsentieren.
- 2:35:20Und damit dieses möglich ist und auch ich einen Taler in der Tasche habe,
- 2:35:24bin ich super dankbar, dass ich die Schlumbergergruppe an meiner Seite habe.
- 2:35:27Mit ihren Weingütern, mit den Handelshäusern Segnitz, Konzio Vini,
- 2:35:30Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt.
- 2:35:34Wenn Sie glauben an diese Idee, glauben an die Branche, glauben an die Zombies
- 2:35:37und ermöglichen es, dass nach dem Freitag auch wieder vor dem Freitag ist,
- 2:35:41dass nach dem Podcast wieder vor dem Podcast ist und dass ich nach Hannover reisen konnte.
- 2:35:47Kannst du dir denken, wen ich aus Hannover zu Gast hatte?
- 2:35:51Also, ich dachte es wird laut, ich dachte es wird schrill, ich dachte es wird total schräg.
- 2:35:56Und natürlich ist viel Lachen dabei, natürlich sind viele Anekdoten dabei,
- 2:36:00natürlich ist richtig Leben dabei. Hey, das ist Mona.
- 2:36:04Aber es wurde auch zeitweise und das nicht wenig, sehr tiefsinnig,
- 2:36:08sehr authentisch, sehr nachdenklich, sehr bewusst, sehr ruhig.
- 2:36:13Und es wurde richtig, richtig, wow.
- 2:36:17Ich freu mich auf Sie. Ich freu mich wahnsinnig auf aus dem Jante Mona Schrader.
- 2:36:23Hallo, mein Name ist Rudi May, ich komme aus Rettstadt,
- 2:36:42in der Nähe von Würzburg in Franken. Silvana ist unsere Hauptgeschichte
- 2:36:47und wir freuen uns sehr, dass Julien eine unserer größeren Förder ist für Silvana.
- 2:36:55Lieber Julien, es freut mich sehr, dass ich dich als ein meinen Freunden bezeichnen darf.
- 2:37:02Wir kennen uns seit ca. 15 Jahren bei einer Verkostung von gereiften Silvana und Bellina
- 2:37:08in Garmisch-Badenkirchen. Wir haben uns kennengelernt.
- 2:37:11Und seitdem treffen wir uns immer wieder und ich freu mich immer auf das Gespräch mit dir.
- 2:37:18Was ich an dir besonders schätze, ist, dass dein Profundes Wissen,
- 2:37:23das Weinwissen, vor allem, wisst du dies mit einer ruhigen Art,
- 2:37:29mit fanzösischem Akzent, sehr souverän weitergibst.
- 2:37:34Das ist wirklich große Klasse. Und die Diskussionen mit dir über Wein,
- 2:37:40über Frankreich oder über Meer sind für mich immer eine Bereicherung.
- 2:37:44Vielen Dank, Julien. Ciao!
- 2:38:04* Musik *