Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #21 Folge 10: Die Egoisten-Revolution: Warum DEIN Glück deine Waffe ist (CRAFT-Mindset 10/14)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen bei nilex Berlin.
- 0:03Ich freu mich riesig, dass du heute wieder da bist, um dir
- 0:06Zeit für dich und deine Themen zu nehmen.
- 0:08Heute tauchen wir tief ein in einen wirklich, ja
- 0:12entscheidenden Teil des CRFT Mindset Manifests von Nilex
- 0:15Berlin es geht um radikale Selbstfürsorge speziell für dich
- 0:20als Angehörigen. Gabriel nennt das Ganze die
- 0:23Egoistenrevolution Mhm. Klingt erst mal provokant oder
- 0:27fast schon hart. Ja, das Wort Egoist hat ja
- 0:30keinen guten Klang. Normalerweise.
- 0:32Genau. Aber genau das wollen wir uns
- 0:34heute anschauen, warum es nicht nur OK, sondern absolut
- 0:37notwendig sein kann, dein eigenes Glück an erste Stelle zu
- 0:41setzen und wie das paradoxerweise deine größte
- 0:44Stärke im Umgang mit der Sucht eines geliebten Menschen wird.
- 0:47Genau darum geht. S unsere Mission heute ist, dir
- 0:51aus Gabriels Material die wichtigsten Erkenntnisse dazu zu
- 0:55liefern. Klar und auf den Punkt.
- 0:57Aber bevor wir starten, ein wichtiger Hinweis.
- 1:00Ja, das Thema heute fordert dich heraus, den Fokus wirklich mal
- 1:04auf dich zu legen, das kann sich anfangs wirklich unangenehm
- 1:08anfühlen, vielleicht sogar wie Verrat.
- 1:10Oder eben wie dieser blanke Egoismus, wie du sagtest.
- 1:13Ja genau, Schuldgefühle sind da oft vorprogrammiert.
- 1:16Massive Schuldgefühle, bitte bleib trotzdem dran, hör zu,
- 1:20denn diese Perspektive kann ein echter Gamechanger sein.
- 1:23Für deine eigene Kraft und dein Wohlbefinden.
- 1:26Und noch etwas ist uns wichtig, dir gleich zu Beginn mitzugeben.
- 1:28OK, Gabriel, der Kopf und das Herz hinter Nilix Berlin, der
- 1:33kennt die Welt der sucht und der psychischen Herausforderung
- 1:35nicht nur aus der Theorie. Nein, er ist selbst betroffen.
- 1:39Genau. Er spricht aus eigener,
- 1:41tiefgreifender Erfahrung auf seiner Webseite und in Beiträgen
- 1:45wie diesem teilt Gabriel seine persönlichen Erlebnisse sehr
- 1:48offen, ungefiltert. Ja, das ist ihm wichtig, diese
- 1:52Ehrlichkeit, ja. Warum?
- 1:54Um eine ehrliche Verbindung zu dir aufzubauen.
- 1:57Er möchte dir zeigen, mit all den widersprüchlichen Gefühlen,
- 2:00der Verzweiflung, dem Chaos, damit bist du nicht allein.
- 2:05Das Gefühl, allein zu sein, ist ja oft das Schlimmste.
- 2:08Absolut. Es ist ein Weg, den er selbst
- 2:10beschreitet und er lädt dich ein, ein Stück dieses Weges
- 2:13gemeinsam zu erkunden, also lass uns eintauchen, mal Hand aufs
- 2:18Herz, ne. Wer bist du eigentlich noch
- 2:21jenseits dieser Rolle als Krisenmanagerin, als
- 2:24Sorgenträger, vielleicht sogar als, na ja, unfreiwilliger
- 2:28Detektiv im Leben eines anderen? Das ist ne harte Frage.
- 2:31Ja, wann hast du das letzte Mal etwas getan, das nur für dich
- 2:36war, ohne den Hintergedanken an die Sucht ein Buch genießen,
- 2:40ohne mit halbem Ohr auf verdächtige Geräusche zu
- 2:43lauschen? Oder Sport machen aus reiner
- 2:45Freude. Nicht um den Frust rauszulassen.
- 2:48Genau. Und.
- 2:49Oder Freunde treffen, ohne innerlich schon Ausreden für den
- 2:52Partner zu basteln. Mhm.
- 2:54Die Sucht eines nahestehenden Menschen hat diese tückische
- 2:57Eigenschaft, die eigene Identität langsam aber sicher
- 3:01aufzusaugen. Sie schleicht sich so rein, ja.
- 3:04Dein Leben wird reaktiv, deine Stimmungsschwankungen sind ein
- 3:08direktes Echo des Verhaltens des anderen.
- 3:11Geht es ihm gut, atmest du kurz auf, kippt seine Stimmung.
- 3:15Kippt deine mit sofort. Sofort.
- 3:19Du wirst zu einem emotionalen Satelliten, der zwanghaft um
- 3:22diesen, ja dunklen Planeten der Sucht kreist.
- 3:25Genau. Und genau an diesem Punkt setzt
- 3:29die Egoistenrevolution an. Das ist n Kernprinzip im CFT
- 3:32Ansatz sowie Gabriel ihn interpretiert.
- 3:35Es ist der bewusste Entschluss, diese ja destruktive Umlaufbahn
- 3:39zu verlassen und wieder zur eigenen Sonne zu werden.
- 3:42Eigene Sonne werden, das gefällt mir.
- 3:44Ja, und es ist keine Wellnessempfehlung für bessere
- 3:47Zeiten, kein Luxus. Nein, es ist das dritte
- 3:50Hauptziel von CAFT und damit eine strategische Notwendigkeit
- 3:54für dein eigenes psychisches und physisches Überleben, muss man
- 3:57sagen. Strategische Notwendigkeit.
- 3:59Das ist ein starker Begriff dafür.
- 4:01Ja, ist es auch. Diese Revolution bedeutet dein
- 4:04eigenes Glück radikal zur Priorität zu erklären.
- 4:08Nicht irgendwann, wenn alles besser ist, sondern jetzt jetzt.
- 4:12Es ist ein dringender Appell, dir deine eigene Lebensfarbe,
- 4:16deine Energie, deine Freude zurückzuerobern, die von der
- 4:20sucht wie von so einem Schwamm aufgesogen wurde.
- 4:23Hol dir deine Palette zurück. Das klingt nach einem echten
- 4:27Befreiungsschlag. Aber wie gelingt das konkret,
- 4:30wenn man sich wie in so einem Strudel gefangen fühlt?
- 4:32Craft lässt einen, Na ja, nicht im Regen stehen zum Glück,
- 4:36sondern bietet ein sehr konkretes Werkzeug an.
- 4:38Ja, das strukturierte Problem lösen.
- 4:40Genau. Das ist keine Esoterik, sondern
- 4:43ein klarer, fast schon technischer Prozess.
- 4:45Und bevor wir uns die Schritte anschauen, lass uns kurz
- 4:48verstehen, warum das so wirksam ist.
- 4:50Das ist ja wichtig. Ja, unbedingt.
- 4:52Wenn wir vor einem riesigen, diffusen Problem stehen, wie die
- 4:56Sucht zerstört alles oder ich kann einfach nicht mehr, dann
- 5:00gerät unser Gehirn oft in eine Art Alarmzustand.
- 5:03Panikmodus. Genau, panikmodus die Amögdala
- 5:07unser Angstzentrum läuft heiß. Das strukturierte Vorgehen wirkt
- 5:12da wie ein Kühlsystem sozusagen. Es dämpft die Aktivität der
- 5:16Amygdala und aktiviert stattdessen den präfrontalen
- 5:19Courtings. Den Chef im Gehirn.
- 5:22Ja genau, unseren inneren Planungs und Entscheidungschef.
- 5:26Und das hat mehrere Vorteile. OK, welche?
- 5:29Erstens, es durchbricht die Analyseparalyse kennst du das?
- 5:33Man denkt und denkt und kommt nicht weiter.
- 5:36Oh ja, totales Feststecken. Indem wir ein Riesenproblem in
- 5:40kleine, greifbare Häppchen zerlegen, wird unser
- 5:43Planungszentrum entlastet und wieder handlungsfähig.
- 5:46Okay das macht Sinn. Zweitens, der Prozess zwingt
- 5:50uns, vom Problemwälzen in den Lösungsmodus zu wechseln.
- 5:54Allein das Brainstorming schon reduziert Stress und setzt
- 5:57kreative Energie frei. Raus aus der Negativspirale.
- 6:00Genau und drittens psychologisch enorm wichtig.
- 6:05Jeder kleine Erfolg, jede erfolgreich umgesetzte
- 6:08Minilösung stärkt unser Gefühl der Selbstwirksamkeit.
- 6:12Wir erleben wieder, hey, ich kann etwas bewirken, das schafft
- 6:16Zuversicht. Und Momentum.
- 6:19Das heißt, dieses Werkzeug verändert buchstäblich, wie
- 6:22unser Gehirn mit der Krise umgeht.
- 6:24Das ist faszinierend, absolut, und Gabriel übersetzt das in
- 6:28seiner Analyse ja in eine kraftvolle Haltungsänderung.
- 6:31Du bist der Ingenieur deines Lebens, nicht das Opfer der
- 6:33Umstände. Ja, das Bild finde ich sehr
- 6:35passend. Die Sucht möchte dich ja in
- 6:36dieser passiven Opferrolle gefangen halten, wo du dich
- 6:39ohnmächtig fühlst. Dieses Tool ist eine Kündigung
- 6:41für diese Rolle. Raus da.
- 6:43Ja. Gabriel spricht in dem
- 6:45Zusammenhang manchmal von seiner Soulmasterperspektive.
- 6:48Damit meinte im Grunde, er kenne an, dass du das Problem zwar
- 6:52hast, aber nicht bist Das ist ein wichtiger Unterschied.
- 6:55Ja, du bist derjenige oder diejenige mit der Fähigkeit,
- 6:59Lösungen zu finden und umzusetzen.
- 7:02Nicht durch Hoffen oder wünschen.
- 7:04Sondern durch aktives, strukturiertes Denken und
- 7:08Handeln. Genau.
- 7:09Sein eigenes Beispiel macht das sehr deutlich.
- 7:12Dieses riesige unlösbare Monster.
- 7:15Meine Beziehung ist die Hölle. Was ja erstmal total lähmend
- 7:19ist, so ein Gedanke. Total.
- 7:22Das hat er seziert in konkrete Bearbeitbare Probleme wie
- 7:27Problem 1, ständiger Streit ums Geld, Problem 2.
- 7:31Keine Intimität mehr Problem 3. Fehlendes Vertrauen und.
- 7:36Und aus dem unbezwingbaren Drachen wurden plötzlich mehrere
- 7:40kleinere, vielleicht immer noch fiese, aber halt handhabbare
- 7:43Echsen. Das verändert alles.
- 7:45Absolut. Und weil das am Anfang Übung
- 7:48braucht, wie alles Neue, gibt es eine sehr hilfreiche Mini Übung,
- 7:53den 10 Minuten lösungssprint ah okay, das kannst du wirklich
- 7:56fast jederzeit machen, nimm dir 10 Minuten Timer, Papier, Stift.
- 8:02Okay 10 Minuten, das klingt machbar.
- 8:05Wie läuft dieser Sprint ab? Minute 1 bis 2 ein Problem
- 8:10definieren, aber superspezifisch nicht allgemein.
- 8:14Er ist unzuverlässig, sondern er hat gestern versprochen den Müll
- 8:18rauszubringen und hat es wieder nicht getan, ganz konkret.
- 8:22Okay klares Beispiel. Minute 3 bis 5 Brainstorming
- 8:26mindestens 5 Lösungen aufschreiben, alles ist erlaubt,
- 8:30auch das Absurde zum Beispiel. Ich bringe ihn selbst raus.
- 8:33Klassiker. Ich erinnere ihn noch mal dran.
- 8:35Ich stelle den Müllsack vor seine Zimmertür oder ich
- 8:39amüsiere einen Müllbutler oder ich spreche das Thema
- 8:43grundsätzlich an. Quantität vor Qualität hier
- 8:47einfach raus damit. Alles auf den Tisch.
- 8:50Minute 6 bis 7 Realitätscheck und Auswahl streicht die
- 8:55unrealistischen Optionen der Müllbutler fällt vielleicht weg.
- 8:58Schade eigentlich. Ja.
- 9:01Wähle eine Lösung aus, die machbar erscheint, sagen wir.
- 9:05Ich erinnere ihn heute Abend noch mal dran.
- 9:07Okay Minute 8 bis 10 Hindernisse und erster Schritt was ist das
- 9:13größte Hindernis für diese Lösung?
- 9:16Vielleicht er wird genervt reagieren oder es wieder
- 9:19vergessen. Ja, wahrscheinlich.
- 9:21Dein Plan B dafür? Ich bleibe ruhig, formuliere es
- 9:26als bitte, nicht als Vorwurf. Und der aller allererste
- 9:30konkrete Schritt zur Umsetzung. Der erste winzige Schritt.
- 9:33Ja, ich schreibe mir jetzt einen Zettel, damit ich es heute Abend
- 9:38nicht vergesse, fertig in 10 Minuten von einem Ärgernis zu
- 9:43einem konkreten Plan. Wow.
- 9:45Das ist wirklich greifbar. Lass uns das mal an einem
- 9:47Klassiker testen, den viele Angehörige kennen.
- 9:50Ja bitte die Geldfrage. Dein Partner bitte dich mal
- 9:53wieder um Geld, sagen wir 50€ du weißt, sein eigenes ist weg,
- 9:56wahrscheinlich für die Suchtmittel.
- 9:58Mhm, die Situation kennen viele ja.
- 10:01Frage an dich, die du gerade zuhörst.
- 10:04Welcher Gedanke repräsentiert jetzt den allerersten
- 10:08entscheidenden Schritt des strukturierten Problemlösens
- 10:11nach Craft Option A innere Explosion?
- 10:15Nicht schon wieder immer das Gleiche.
- 10:18Ich bin so sauer und enttäuscht. Die Emotion pur.
- 10:21Option B der Ingenieurmodus OK Stopp innehalten das spezifische
- 10:27Problem ist, wie reagiere ich auf diese Geldbitte, so dass ich
- 10:31die sucht nicht unterstütze, aber auch keinen unnötigen
- 10:34Riesenstreit vom Zaun breche. Die Analyse.
- 10:37Option C. Resignation.
- 10:39Ach, was soll s. Ich geb s ihm, dann ist Ruhe.
- 10:41Ich hab keine Kraft für Diskussionen.
- 10:43Die schnelle, aber problematische Lösung.
- 10:45Was denkst du AB oder C? Die richtige Antwort ist B.
- 10:49Okay warum? Und es ist wichtig zu verstehen,
- 10:52warum A. Ist die pure Emotion,
- 10:54verständlich, menschlich, klar, aber sie führt nicht zur Lösung,
- 10:57sondern oft tiefer in den Strudel, man reagiert nur.
- 11:01Ja, man kocht über. Genau C ist die Resignation, das
- 11:05sogenannte Enabling, ein Verhalten, das kurzfristig
- 11:08vielleicht Frieden schafft. Aber langfristig die Sucht
- 11:11stützt und dich auslaugt. Man kauft sich Ruhe, aber teuer.
- 11:14Sehr teuer. Nur B ist der aktive erste
- 11:18Schritt des Problemlösens. Du unterbrichst die Automatik
- 11:22hältst inne, benennst das Problem klar und lösungsbezogen
- 11:26damit schaltest du vom emotionalen Autopiloten in den
- 11:29rationalen Planungsmodus um. Der Ingenieur übernimmt das
- 11:33Steuer von der Wut oder der Erschöpfung.
- 11:35Das leuchtet total ein, aber da tauchen bestimmt Fragen auf.
- 11:39Im Artikel geht Gabriel ja auf die 5 häufigsten ein.
- 11:42Lass uns die mal durchgehen, als würden wir uns gerade darüber
- 11:44unterhalten. Gerne.
- 11:46Erste Frage, die sicher viele haben.
- 11:48Das klingt logisch, bei praktischen Problemen wie Geld
- 11:50oder Müll, aber was ist mit meinen Gefühlen, wenn mein
- 11:53Problem eher ist? Ich fühle mich einfach nur noch
- 11:56leer und hilflos. Ja, eine ganz wichtige Frage.
- 12:00Auch hinter diffusen Gefühlen stecken oft konkrete Auslöser
- 12:04oder Aspekte, die man angehen kann.
- 12:06Das Gefühl, ich bin hilflos, lässt sich übersetzen in eine
- 12:10lösbare Fragestellung, was ist ein kleiner konkreter Schritt,
- 12:15den ich heute tun kann, um mich einen Millimeter weniger hilflos
- 12:20zu fühlen. Okay den Fokus auf Handlung
- 12:24lenken. Genau.
- 12:26Vielleicht ist dieser Schritt, eine Freundin anzurufen oder 15
- 12:30Minuten spazieren zu gehen, deine Lieblingsmusik laut hören
- 12:34oder eben diesen 10 Minuten Sprint für ein Teilproblem
- 12:37durchzuführen, das zu diesem Gefühl beiträgt.
- 12:40Die Methode hilft, aus der Lähmung des Gefühls heraus eine
- 12:43kleine, machbare Handlung abzuleiten.
- 12:46Zweite Frage, OK, ich versuch das mit dem Brainstorming, aber
- 12:51mir fällt einfach nichts Gutes ein.
- 12:53Mein Kopf ist leer oder es kommt nur Unsinn raus.
- 12:56Kenne ich auch. Das ist paradoxerweise ein gutes
- 13:00Zeichen. Was?
- 13:01Ja, es zeigt, dass du den inneren Kritiker gerade
- 13:05herausforderst. Beim Brainstorming geht es in
- 13:08Phase 1 nicht um Qualität, sondern um Quantität.
- 13:11Erlaube dir den Unsinn OK, schreib auch die verrücktesten
- 13:14Ideen auf, ich wandere aus, ich färbe mir die Haare grün, was
- 13:19auch immer kommt. Alles raus.
- 13:22Solche absurden Einfälle lockern festgefahrene Denkmuster auf.
- 13:26Sie öffnen Türen im Kopf, und erstaunlich oft liegt gerade in
- 13:30einer scheinbar dummen Idee der Keim für eine unerwartete,
- 13:33kreative Lösung, die dein logischer Verstand allein nie
- 13:37gefunden hätte. Also je blöder, desto besser
- 13:40erst mal. Dritte Hürde, die viele sehen.
- 13:43Das klingt ja alles ganz nett, aber wer hat denn im stressigen
- 13:46Alltag Zeit, sich hinzusetzen und 8 Schritte aufzuschreiben?
- 13:50Das ist doch viel zu kompliziert.
- 13:51Ja, der Einwand ist verständlich.
- 13:53Das ist wie Fahrradfahren lernen.
- 13:55Am Anfang fühlt es sich wackelig und kompliziert an, man muss in
- 13:581000 Dinge gleichzeitig denken. Stimmt.
- 14:01Aber mit Übung automatisieren sich die Abläufe.
- 14:04Genauso ist es hier. Anfangs braucht es bewusste
- 14:07Anstrengungen, vielleicht auch das Papier und den Stift, das
- 14:10ist okay, aber mit der Zeit trainierst du dein Gehirn
- 14:13strukturierter zu denken, auch mitten im Sturm.
- 14:16Der 10 Minuten Sprint ist genau dafür ein ideales
- 14:19Trainingsformat. Ah OK, als Training sehen.
- 14:22Genau, irgendwann machst du die Schritte intuitiv im Kopf durch,
- 14:26ohne Zettel. Es geht darum, den Muskel zu
- 14:28trainieren, sozusagen. Vierte Frage, ganz zentral, was
- 14:32mache ich, wenn mein Partner bei meiner Lösung überhaupt nicht
- 14:36mitzieht? Ich kann ihn ja nicht ändern
- 14:37oder zu etwas zwingen, das ist ja oft der Knackpunkt.
- 14:40Exakt, und das ist ein Kernpunkt bei CFAT und dieser
- 14:44Problemlösetechnik formuliere das Problem von Anfang an so,
- 14:49dass die Lösung in deinem Einflussbereich liegt.
- 14:52Auf mich selbst fokussieren. Genau, nicht.
- 14:54Wie bringe ich ihn dazu, pünktlich zu sein?
- 14:57Das kannst du nicht direkt kontrollieren.
- 14:59Stimmt, sondern wie gestalte ich meinen Abend sinnvoll und
- 15:03angenehm, auch wenn er zu spät kommt, damit ich nicht voller
- 15:07Wut und Enttäuschung warte. Ah, das verändert die
- 15:09Perspektive komplett. Ja, der Fokus liegt auf deine
- 15:12Handlungsmacht auf dem, was du für dich tun kannst, um deine
- 15:16Situation zu verbessern, unabhängig davon, ob der andere
- 15:19mitspielt oder nicht. Das nimmt enormen Druck raus.
- 15:22Und die letzte, oft frustrierende Frage.
- 15:24Ich habe eine Lösung ausprobiert nach Plan B und allem.
- 15:27Aber es hat einfach nicht funktioniert, was nun, alles
- 15:31umsonst? Nein, absolut nicht umsonst.
- 15:33Das ist kein Scheitern, das ist Datensammeln.
- 15:36Daten sammeln OK, Herzlichen Glückwunsch.
- 15:39Du hast wertvolle Informationen gewonnen, nämlich darüber, was
- 15:43in dieser Situation nicht funktioniert.
- 15:46Das ist Schritt 8 Ergebnis bewerten.
- 15:48Und dann? Und jetzt?
- 15:51Du gehst einfach zurück zu Schritt 4.
- 15:53Eine Lösung auswählen nimmst eine andere Idee aus deinem
- 15:56Brainstorming Pool und startest einen neuen Versuch.
- 15:59Sieh dich als Forscherin oder Forscher im eigenen Leben du
- 16:02stellst Hypothesen auf, das sind die Lösungen und Testest sie.
- 16:06Wie im Labor. Genau.
- 16:08Manche Experimente führen zum Ziel, andere zeigen, dass du
- 16:11einen anderen Weg brauchst. Es ist ein Lernprozess, kein
- 16:14einmaliger Zaubertrick, der sofort gelingen muss.
- 16:17Gabriel fasst die Notwendigkeit dieser ganzen
- 16:19Egoistenrevolution, wie er sie nennt, in einem sehr
- 16:22persönlichen und eindringlichen Bild zusammen.
- 16:25Er sagt, diese radikale Selbstfürsorge ist kein
- 16:28selbstverliebter Egoismus, sondern schlicht das Gesetz des
- 16:31Überlebens. Wie im Flugzeug.
- 16:33Setzt zuerst dir selbst die Sauerstoffmaske auf.
- 16:36Ja, das kennt man. Aber es ist so wahr.
- 16:39Absolut. Du kannst niemandem helfen, wenn
- 16:41du selbst keine Luft bekommst. Er erzählt von seinem
- 16:44persönlichen Tiefpunkt in der Co Abhängigkeit.
- 16:47Sein ganzes Leben, denken, fühlen drehte sich nur noch
- 16:50darum, seinen suchtkranken Partner zu retten.
- 16:53Alles für den anderen, ja. Er hatte alles aufgegeben,
- 16:56Freunde, Hobbys, eigene Ziele, seine Gesundheit.
- 16:59Er war am Ende. Bis ein Therapeut ihm eine
- 17:02brutale, aber lebensrettende Frage stellte.
- 17:05Oh, stellen sie sich vor, Ihr Partner ertrinkt, was passiert,
- 17:08wenn sie ohne Rettungsschwimmerausbildung,
- 17:10ohne Rettungsring hinterherspringen, um ihn zu
- 17:12retten? Puh.
- 17:14Harte Frage. Ja, Gabriels Instinktive Antwort
- 17:17war, dann rette ich ihn. Was man halt denken würde, aus
- 17:20Liebe oder Verzweiflung. Genau, der Therapeut schüttelte
- 17:24den Kopf. Nein.
- 17:25Dann ertrinken 2 Menschen. Wow, das trifft den Kern der Co
- 17:29Abhängigkeit so schmerzhaft genau der Versuch zu retten
- 17:32führt oft zum gemeinsamen Untergang, genau.
- 17:34Das war Gabriels Augenöffner. Er erkannte seine völlige
- 17:38Selbstaufgabe, war keine Liebe, sondern Selbstzerstörung, sie
- 17:41half niemanden, am allerwenigsten ihm selbst.
- 17:44Eine bittere Erkenntnis, aber notwendig.
- 17:46Ja, die radikalste, aber wirkungsvollste Entscheidung war
- 17:50dann im übertragenen Sinne mit dem Schwimmunterricht für sich
- 17:53selbst zu beginnen. Er fing wieder an, auf sich zu
- 17:56achten. Sport, alte Freunde treffen,
- 17:58Dinge tun, die ihm Freude machten, unabhängig vom Partner.
- 18:02Kleine Schritte für sich selbst. Kleine Schritte er beschreibt,
- 18:05wie sich das anfangs jedes Mal wie Verrat anfühlte, begleitet
- 18:08von massiven Schuldgefühlen. Das kann ich mir vorstellen.
- 18:11Das sitzt tief. Ja, aber mit jedem kleinen
- 18:15Schritt für sich selbst kam ein Stück Kraft zurück.
- 18:19Energie, sein Lachen. Langsam verwandelte er sich vom
- 18:24zweiten Ertrinkenden, der hilflos mit untergeht, zum
- 18:27stabilen Rettungsschwimmer am Beckenrand.
- 18:30Sicher auf festem Boden. Genau, sicher auf festem Boden,
- 18:34mit klarem Kopf und einem Rettungsring in der Hand.
- 18:38Erst dann war er in der Lage, wirklich eine Hilfe anzubieten,
- 18:41ohne sich selbst zu gefährden, und deshalb ist sein Appell an
- 18:45dich so direkt, setz dir deine Sauerstoffmaske auf jetzt.
- 18:50Sofort nicht warten, nicht warten.
- 18:52Sie ist nicht als Pflicht oder weiteren Stressfaktor, sondern
- 18:56als Erlaubnis, die Erlaubnis wieder zu atmen, zu leben.
- 19:01Deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.
- 19:03Dein Wohlbefinden ist kein Luxus.
- 19:06Nein, es ist die absolut notwendige Basis für alles
- 19:09andere. Und wenn du jetzt noch tiefer in
- 19:11die konkreten Strategien von Craft einsteigen möchtest,
- 19:14gerade was Kommunikation und Grenzensätzen angeht, gibt es
- 19:18eine klare Leseempfehlung. Das Buch den Suchtkreislauf
- 19:22durchbrechen wie sie als Angehörigen Abhängigen wirklich
- 19:25helfen von Robert J. Myers und Jane Allan Smith Es
- 19:29gilt so als Standardwerk für. Angehörige und erklärt sehr
- 19:33praxisnah, wie man zum Beispiel lernt, destruktives Verhalten
- 19:37nicht mehr ungewollt zu belohnen.
- 19:39Das. Ist ja oft das.
- 19:40Problem genau und wie man positive Veränderungen fördern
- 19:43kann. Auf eine klare, aber liebevolle
- 19:45Weise, die nicht in endlosen Vorwurfsschleifen endet.
- 19:48Ein super wertvoller Hinweis. Nachdem wir uns heute so
- 19:52intensiv damit beschäftigt haben, wie du deine eigene Basis
- 19:55stärkst, deine Sauerstoffmaske aufsetzt, ja schauen wir uns im
- 19:58nächsten Teil an, wie du diese wiedergewonnene Stärke und
- 20:02Klarheit nutzen kannst. Es wird darum gehen, wie du
- 20:05deinem Angehörigen vielleicht eine Tür öffnen kannst.
- 20:09Eine Einladung in ein neues Leben möglicherweise hinzu einer
- 20:13Therapie. Aber eben ohne dich dabei selbst
- 20:16wieder zu verlieren. Das ist der Klo.
- 20:18Genau das bleibt die Basis. Das war heute ein intensiver
- 20:21Blick auf ein ja wirklich herausforderndes Thema.
- 20:25Auf jeden Fall. Wenn dir diese Art der
- 20:27Auseinandersetzung geholfen hat und du die Arbeit von Nilix
- 20:30Berlin wertvoll findest, dann würde sich Gabriel riesig über
- 20:33deine Unterstützung freuen. Jede Hilfe zählt.
- 20:36Absolut. Du kannst Gabriel helfen, indem
- 20:38du diesen Beitrag vielleicht auf Social Media teilst.
- 20:41Oder uns hier auf der Plattform, wo du uns hörst, sei Spotify,
- 20:44Apple Podcasts oder woanders eine positive Bewertung oder ein
- 20:48Like hinterlässt. Das hilft wirklich sehr
- 20:49sichtbarer zu werden. Du musst wissen, das Projekt
- 20:54Neelix Berlin wird komplett allein von Gabriel finanziert
- 20:57und erstellt jede Form der Unterstützung hilft ihm dabei,
- 21:02dieses Projekt weiterzuführen und damit sich selbst und
- 21:05gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 21:08Das ist ja sein Antrieb. Genau.
- 21:11Gabriels persönliches Motto, das ihn dabei antreibt, lautet, aus
- 21:15allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 21:19Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und bis hierher
- 21:21zugehört hast, ja. Danke auch von mir.
- 21:24Denk dran, sei gut zu dir, Pass auf dich auf und bis zum
- 21:28nächsten Mal. Tschüss.