Latest / SOMMELIER / Nico von der Ohe – Lebenskonzept Riesling
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- 0:00[Musik]
- 0:12Moin Silvio, Jan Raumland hier vom Säckgut Raumland.
- 0:15Ich darf heute Nico vorstellen.
- 0:18Nico ist zum einen Geschäftspartner, aber vor allem ein guter Freund von uns.
- 0:23Als Geschäftsmann ist Nico ein sehr smarter Typ, der sich sehr viele Gedanken über den Weinmarkt macht
- 0:31und Gefühl diesen auch gut durchblickt hat.
- 0:34Sehr, sehr viel Wert auf die Person hinter den Wein legt, aber natürlich auch auf das Produkt,
- 0:41das gepaart mit seinem guten Gaumen, sorgt dafür, dass Konzer Placing ein sehr, sehr schönes Portfolio hat.
- 0:48Und als Freund ist der Nico eigentlich schon viel mehr für uns geworden.
- 0:53Er gehört eigentlich schon zur Familie.
- 0:56Nico ist ein ganz, ganz ehrlicher, offener Mensch mit dem Herz auf der Zunge.
- 1:00Und wenn er bei uns zu Besuch ist, fühlt es sich an, als wäre er schon immer da gewesen und würde da reingehören bei uns in die Familie.
- 1:10Und es ist einfach ein total netter, cooler Typ und deshalb wünsche ich jetzt ganz, ganz viel Spaß mit Nico.
- 1:19[Musik]
- 1:42Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommelier", die interessantesten Weinkenner dieser Zeit.
- 1:47Nico van der Ohe.
- 1:49Mein heutiger Gast ist in der "Zommelier" - nein, in der Weinzene - genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.
- 1:55Ich glaube, ich kenn keinen Weinliebhaber, dem Konzept Riesling kein Begriff ist.
- 1:59Denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.
- 2:02In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulder an oder besser mitverantwortlich ist Nico.
- 2:09Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.
- 2:15Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.
- 2:19Mit über 1500 Wein im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeite,
- 2:23zählt Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.
- 2:31Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte,
- 2:36sammelt er umfangreicher Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.
- 2:40Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restroom Manager, besonders die interessantesten Weinkänner dieser Zeit.
- 2:48Nico van der Ohe. Mein heutiger Gast ist in der Somnie, nein in der Weinzene, genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.
- 2:55Ich glaube ich kenn keinen Weinliebhaber, dem Konzept Riesling kein Begriff ist.
- 2:59Denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.
- 3:02In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulder an oder besser mitverantwortlich ist Nico.
- 3:09Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.
- 3:15Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.
- 3:19Mit über 1500 Weinen im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeide zählt Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.
- 3:31Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte, sammelt er umvergleichliche Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.
- 3:40Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restroom Manager bis Omnye, die interessantesten Weinkänner dieser Zeit.
- 3:48Nico van der Ohe. Mein heutiger Gast ist in der Somnie, nein in der Weinzene, genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.
- 3:55Ich glaube ich kenn keinen Weinliebhaber, dem Konzept Riesling kein Begriff ist.
- 3:59Denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.
- 4:02In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulterer oder besser mitverantwortlich ist Nico.
- 4:09Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.
- 4:15Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.
- 4:19Mit über 1500 Weinen im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeinde zählt Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.
- 4:31Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte, sammelt er umvergleichliche Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.
- 4:40Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restroom Manager bis Omnye, die interessantesten Weinkänner dieser Zeit.
- 4:48Nico van der Ohe mein heutiger Gast ist in der Somnie, nein in der Weinzene, genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.
- 4:55Ich glaube ich kann keinen Weinliebhaber dem Konzept Riesling kein Begriff ist, denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.
- 5:02In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulterer oder besser mitverantwortlich ist Nico.
- 5:09Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.
- 5:15Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.
- 5:19Mit über 1500 Weinen im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeite zieht Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.
- 5:31Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte, sammelt er umfangreicher Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.
- 5:40Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restaurant Manager.
- 5:45Bis hervor zu eben ist die Zeit bei der Autograph Collection, wo er als Metres-Somnie-Gastgeber und Somnie im renommierten Sternrestaurant war.
- 5:52Und in jedem seiner Worte spürt man die Fokussiertheit eines Karrieremenschen.
- 5:56Auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist er ein gefühlvoller Familienmensch.
- 6:00Nicht, dass ich das wüsste, aber man spürt es, wenn er über den privaten Nico redet.
- 6:04Und bevor ihr ein Teil unseres Gesprächs seid, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner, bei der Schlumbergergruppe, mit den Handelshäusern Segnitz-Konsiowini-Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung aus aller herzlichsten bedanken.
- 6:20Dank Ihnen haben wir ihn heute hier.
- 6:22Herzlich willkommen lieber Nico van der Ohe!
- 6:24Was sind die größten Irrtümer beim Riesling?
- 6:29Das Riesling sauer ist oder immer sauer ist.
- 6:33Vielleicht das Riesling nicht reifen kann.
- 6:35Also ich rede von den Irrtümern, die nicht die breite Masse im Kopf hat.
- 6:45Das fällt dann so, weiß Wein kann richtig alt werden.
- 6:49Das kann Riesling in all seinen Facetten.
- 6:53Das haben aber viele nicht im Kopf.
- 6:56Was ist für dich alt?
- 6:59Das ist für dich alt in 3-4 Jahren?
- 7:02Nein, das ist schon die erste, keine Ahnung, Müllatorer zusammenbringt.
- 7:05Bin ich Müllatorer Besschen, aber wir werden ja oftmals innerhalb kurzer Zeit getrunken.
- 7:11Oder ist es 10 Jahre oder 100 Jahre?
- 7:13Ich sage mal, so ein großartiger Weinmoment hast du mit einem Breuer Wein, der vielleicht 30, 40 Jahre ist.
- 7:20Also aus den 80ern, Mitte 80er, 90er, großartige Weihnomente, die man damit haben kann.
- 7:26Das muss aber nicht so sein.
- 7:28Es gibt auch großartige Rieslinge, die nach 10 Jahren ihre perfekte Trinkreife und ihr Trinkfenster erreichen.
- 7:37Wo es so richtig Spaß macht.
- 7:39Und es gibt auch eine, die in der Jugend einfach wunderbar sind.
- 7:42Aber die Rieslingwelt ist super vielseitig.
- 7:45Was ist für dich perfekt, wenn du sagst, Trinkreife?
- 7:48Das kann man gar nicht so genau sagen auf einem Geschick.
- 7:53Es kommt auf den Winzer an, es kommt auch auf die Lage an, es kommt auf den Stil an.
- 7:57Es kommt auch auf den Moment an, in dem ich mich gerade selber befinde.
- 8:01Da habe ich vielleicht einfach Bock, was frisch knackiges zu trinken.
- 8:05Oder habe ich jetzt irgendwie auch Spaß dran, diesen Wein zu zerflücken,
- 8:12richtig ihn tiefgründig zu besprechen und richtig einzusteigen in das Thema.
- 8:19Und dann ist so ein alter Riesling natürlich sehr, sehr spannend.
- 8:24Aber manchmal macht mir auch was ganz aktuelle Spaß.
- 8:27Aber der Rad der Perfektion, wann erreicht ein Riesling so im generellen den oder woran kann ich das festmachen?
- 8:34Ich glaube, wir haben wahrscheinlich auch unterschiedliche Vorstellungen.
- 8:37Oder du, ich und Oma Liesel haben unterschiedliche Vorstellungen,
- 8:40wann der Riesling dann perfekt reif sein könnte, aber worauf kann man sich einigen?
- 8:44Also wo kann man sagen, wenn ich das einem Kunden vermittle,
- 8:47der ist jetzt absolut auf den Punkt gereift.
- 8:51Was sind die Parameter?
- 8:53Das finde ich immer ganz schwer zu, auch zwischen Nerds und Freaks und Konsumenten.
- 8:57Ja, das ist die Klinik.
- 8:58Das ist wahrscheinlich auch einfach ein persönliches Ding.
- 9:01Also, wie, was mag man eigentlich?
- 9:04Es gibt ja auch ganz viele Leute, die mögen diese gereiften Töne im Wein überhaupt nicht.
- 9:08Ich mag das auch zum Beispiel, an manchen Tagen mag ich das auch nicht so gerne trinken.
- 9:12Und an anderen Tagen ist es für mich das größte der Welt.
- 9:15Also, gereiften, spannenden, tiefgründigen Rieslingen, der 25 Jahre alt ist zu trinken.
- 9:22Ich finde, das ist so etwas, wo man sich gerade bei der Rebsorte vielleicht auch,
- 9:26da muss man sich rein trinken.
- 9:28Das muss man ausprobieren.
- 9:30Auch über unterschiedliche Qualitätslevel hinweg.
- 9:32Also auch mal ein gereiften Gutswein, das findet ja gar nicht statt.
- 9:37Ne, O-Zwein, erste Lagen, natürlich große Gewächse.
- 9:40Aber auch im Einstiegssegment mal was probieren, was vielleicht 3, 4 Jahre ist,
- 9:45vielleicht nicht 20, aber auch so was ist spannend und dann vielleicht auch noch nicht so teuer.
- 9:52Und dann kann man sich ja, da ist ein bisschen reingerufen in die Welt des Rieslings
- 9:57und gucken, ob man dafür bereit ist, ob man da Lust drauf hat.
- 10:01Muss man dafür bereit sein?
- 10:02Also, braucht man Vorwissen für Riesling oder ist das trotzdem eine Rebsorte,
- 10:05wo man sagt, aktivist trinken und...
- 10:07Immer aktivist trinken.
- 10:08Immer aktivist trinken.
- 10:10Passives Trinken geht nicht.
- 10:12Nee, aktives Trinken und ja, auch das, wir sind in einer sehr freakigen Nische unterwegs
- 10:19und wir beschäftigen uns, sprechen über Weine.
- 10:21Ganz viele Menschen möchten einfach nur ein gutes Glas haben und entscheiden mit 2 Parametern,
- 10:28schmeckt oder schmeckt nicht.
- 10:29Und das will ich auch ganz sympathisch, muss ich sagen.
- 10:32Also auch wenn ich das selber nicht mehr kann, am Tisch sitzen, Wein trinken
- 10:37und gar nichts dazu sagen und gar nichts dazu denken,
- 10:42ist es aber beim überwiegenden Teil natürlich so, dass Wein schon getrunken wird
- 10:48und schmecken muss.
- 10:50Ist eines der häufigsten Argumente, die ich auch höre, von Weintrinkern,
- 10:54also nicht von Weinwissern, sondern von einfach Weintrinkern,
- 10:57ich frage es dann immer, hemmt man sich dann nicht selber?
- 10:59Wenn man einfach das darauf runterbringt, schmeckt oder schmeckt nicht?
- 11:02Weil dann deklinierst du deinen Weingeschmack ja auch über Industrieblöre?
- 11:06Ja, leider ist es ja die breite Masse, die auf diese Wirkungsgetränke zurückgreift
- 11:13und nicht aufs Genussmittelwein.
- 11:14Und das ist für mich ein eklatanter Unterschied.
- 11:17Deswegen versuchen wir eben auch nicht zu belehren, nicht in die Richtung zu gehen,
- 11:23aber schon die Leute zu überzeugen, das Bessere zu trinken.
- 11:26Und dann wird es eben nicht mehr so ein Wirkungsgetränk, sondern ein Genussgetränk.
- 11:31Und natürlich hatte es auch seine Wirkung.
- 11:33Aber dann kann man auch ein bisschen Borte drüber verlieren,
- 11:37aber da muss man glaube ich auch rangeführt werden an die ganze Geschichte.
- 11:41Das macht man nicht einfach so, wenn man keinen großen Berührungspunkt mit dem Thema hat.
- 11:47Wenn du eben den Wert erwähnt bist, wo sollte man beim Riesling anfangen?
- 11:53Also wann fängt ein Riesling, der teilweise doch einen enormen Aufwand braucht,
- 11:59um eine gewisse Größe zu zeigen?
- 12:01Es gibt ja, finde ich, zumindest krummende Rebsorte, die so banal auf der einen Seite sein können,
- 12:06so großartig auf der anderen Seite.
- 12:08Also die billigste Weine aller Blue Nun und Liebfrauenmilch weltweit bekannt und
- 12:13imagsprägend leider auch sind.
- 12:16Also ganz, ganz billig sein kann.
- 12:18Auf der anderen Seite die teuersten Weine der Welt auf Orktionen oder teilweise eben auch auf Karten
- 12:26sind und können Riesling sein.
- 12:28Ja, absolut.
- 12:30Es sind nicht mehr, also mittlerweile haben die Bugunder in ihren Optionen das Ganze natürlich übertroffen,
- 12:36aber so manche sind zumindest im oberen Bereich.
- 12:39Ja, absolut.
- 12:41Das kann die Rebsorte natürlich auch einfach.
- 12:44Belangenhäus, wie du sagst, und großartig.
- 12:47Und wo fängt das an?
- 12:49Die meisten nehmen ja irgendwie immer so eine Grenze und bis hin vor 10 Euro, 7, 8 Euro,
- 12:55und dann kriegt man schon guten Weinen.
- 12:57Man kann einfach mal pauschal ab 10 Euro ab Hofpreis, kann man was gescheites ins Glas bekommen.
- 13:05Und ja, am besten, man nimmt noch ein bisschen mehr Geld in die Hand, um dann wirklich absolut
- 13:14was herausragen, das zu bekommen.
- 13:16Das bekommt man beim Riesling ja auch, wenn die Preise in den letzten Jahren enorm gestiegen sind,
- 13:22für vergleichsweise einen Schmarrentaler.
- 13:26Also du kriegst ja wirklich einen sehr herkunftswiderspiegelnden, sehr handwerklich produzierten Weinen
- 13:34für um die 20 Euro.
- 13:36Und ob Ortswein oder Erste Lage kommt bis hin aufs Gebiet und Winzer darauf an.
- 13:43Und du kriegst wirklich die größten Weine jetzt abseits von Versteigerungsweinen.
- 13:47Ja, aktuelle Jahrgänge für zwischen 50 und 70, 80 Euro.
- 13:53Und das ist international gesehen natürlich wenig, auch wenn es in den letzten Jahren enorme
- 14:00Preisteigungen gab und da sehr, sehr viel passiert und passiert ist.
- 14:04Trotzdem kriegt man für das Geld Weltklasse.
- 14:08Und das ist doch toll, dass wir das haben in unserem eigenen Land.
- 14:12Ohne Frage, und da ist man sich glaube ich ganz selten bewusst, dass man schon mit die
- 14:18größten Weine der Welt, und ich glaube, das kann man auch ohne Patriotismus oder
- 14:22übertriebenem Patriotismus sagen, kaufen kann und das im zweistelligen Bereich.
- 14:27Ja, absolut.
- 14:29Als wenn das im Begunter, selbst mit einem weißen Bordom, wenn es mit Kalifornien, Australien
- 14:35spiegelst, da ist das dann teilweise schon sehr, sehr überraschen, was man für wenig
- 14:40Geld an Größe, Langlebigkeit und auch Qualitätskonstanz bei vielen Weingütern bekommen kann.
- 14:50Wo ist deine persönliche Grenze?
- 14:51Also wo sagst du unter dem Rahmen, mach ich mir keine Flasche auf oder da ist mir der Moment
- 14:57zu schade und bis wohin geht das?
- 15:00Also sind das die 10 Euro oder sind das ...
- 15:02Ich sage mal so, ich trinke ...
- 15:04Nee, also im Alltag trinke ich tatsächlich sehr wenig Wein, muss ich sagen.
- 15:09Also ich komme nicht nach Hause von der Arbeit und mache mir eine Flasche Wein auf.
- 15:13Du machst schon auf Arbeit.
- 15:15Also man hat natürlich zwangsläufig viel Kontakt mit Wein und Alkohol und deswegen
- 15:22schränke ich das in privaten Bereiche extrem ein.
- 15:26Wenn ich aber mit einer guten Gesellschaft sitze, im Restaurant bin mit Freunden, Familie,
- 15:32was schönes trinken wollen, dann muss es nicht zwangsläufig in Wein sein, der dreistellig
- 15:39auf der Weinkarte kostet.
- 15:40Wenn es uns in den Fingern juckt, dann auf jeden Fall, dann ist das auch den Moment
- 15:45wert und zu Hause wirklich wird sehr, sehr selten Alkohol getrunken.
- 15:51Aber wenn dann eigentlich was Besonderes, ich muss zugeben, dass ich wenig diese Alltagswein-Kategorie,
- 15:58die werden natürlich auch als Unterneben dringend benötigen, aber dass ich sie selber sehr
- 16:05wenig konsumiere.
- 16:07Ich verkoste sie und beurteile sie und kaufe sie auch ein, aber selber trinke ich sie selten.
- 16:14Alltagswein-Amt für mich auch immer etwas mit Wirkung zu tun und ich bin totaler Genussmensch.
- 16:21Ich stehe darauf, was Besonderes zu genießen und wenn es dann am Ende auch zu einem kleinen
- 16:28Rausch kommt, dann sage ich auch nicht nein.
- 16:31Aber genießen ist wichtig und dann kann es auch mal teurer sein.
- 16:37Eine persönliche Grenze, wonach du fragtest.
- 16:39Ja, also das kommt auf so viele Faktoren an, dass ich mir da nicht im Kopf was setze,
- 16:46aber es ist jetzt relativ unwahrscheinlich, dass ich mich einfach irgendwo morgens im
- 16:50Restaurant setze am Feiertag und eine Flasche für 500 Euro trinke.
- 16:53Aber wenn es was Schönes für 150 oder 200 gibt, dann würde ich, wenn der Moment das
- 17:00hergibt, dann würde ich auch nicht da abschreckend nein sagen.
- 17:04Wenn es was Tolles für 60 Euro, 70 Euro auf der Weinkarte gibt, dann soll das der Wein
- 17:10des Abends sein.
- 17:11Du sagst wenig trinken.
- 17:13Sagen ja einige Kollegen, ich frag mich da oftmals, ist es wirklich so, dass wir so
- 17:18wenig trinken oder kommt uns das selber nur so vor, weil wir jeden Tag mit dem Medium arbeiten.
- 17:24Wenn ich das mit vielen Kunden oder vielen Gästen seinerzeit aus meiner Weinbar vergleiche,
- 17:30dann haben die das gleiche Trinkverhalten wie ich.
- 17:33Ja.
- 17:34Uns kommt das teilweise nur so wenig vor, weil wir jeden Tag von morgens bis abends über
- 17:38Wein reden, den auf der Zunge haben, den deklinieren, uns damit beschäftigen, aber eigentlich
- 17:44sind wir ganz normal.
- 17:46Ja, ja.
- 17:47Also ich glaube schon, dass ich im Verhältnis vielleicht auch weniger trinke als viele Kollegen,
- 17:54Kolleginnen.
- 17:55Da gibt es auch Umreise.
- 17:57Ja, es gibt auch Zeiten, wo ich viel trinke, weil ich unterwegs bin.
- 18:03Ich meine auch bei den Kollegen gibt es Ausreise, also daher, aber das ist ja vielleicht auch
- 18:05nicht die Norm.
- 18:06Ich meine, so im allgemeinen gesellschaftlichen Spiegel sind wir vielleicht trotzdem nicht
- 18:12so abnormen, wenn wir ein geregeltes Kundschild trinken.
- 18:15Ja, es ist vielleicht ein kontrollierteres Trinken und vielleicht auch ein bisschen was Besonderes.
- 18:19Also ich muss auch nicht zu einer Veranstaltung gehen und der Alkohol trinken.
- 18:23Also ich habe gar kein Problem dann zu sagen, ich bin beim Sekt empfang raus und trink was
- 18:28Alkoholfreie ist.
- 18:30Dieses Gezwungene, das brauche ich überhaupt nicht.
- 18:33Aber du verkostest es regelmäßig trotzdem für Eingreife etc.
- 18:37Genau, genau.
- 18:38Es gibt aber auch tatsächlich auch mal einen Monat, wo ich gar nichts trinke.
- 18:40Es gibt es auch.
- 18:41Es gibt einen Monat, wo ich dann auf Weinreise bin oder viel Veranstaltung habe und da wird
- 18:48natürlich viel probiert, verkostet und abends auch gesellige Trinken.
- 18:52Also das kann ich nicht von mir weisen.
- 18:54Was stellst du, wie viel Wein probierst du pro Jahr?
- 18:59Puhu.
- 19:00Wie viel sind denn die Spaden?
- 19:01Ja, da werden glaube ich über 500 angestellt.
- 19:05Aber ich schaffe es nicht alleine.
- 19:06Nein, nein, nein, nein.
- 19:07Wir werden das wählen.
- 19:08Also ganz...
- 19:09Sonntags fielst du immer, wenn nichts, was Riesling ist.
- 19:12Im ersten Jahr habe ich versucht, das Maximum zu verkosten, aber das mache ich schon lange
- 19:19nicht mehr.
- 19:20Ja, also schon eine hohe vierstellige Zahl würde ich sagen, die verkostet wird.
- 19:29Alleine wenn ich mir angucke, welche Winzerpartner/partnerin haben wir und wie viel Wein haben die
- 19:35im Portfolio.
- 19:36Im Schnitt wird jeder auch besucht im Jahr und hat vielleicht 20, 25 Weiner, es sind
- 19:43ein paar uninteressant vor und dann hast du pro Weingut vielleicht 15, die du probierst,
- 19:47dann noch was altes, dann bist du schon bei 20, dann machst du das bei 60 Partner/Partnerinnen
- 19:53und dann hast du noch die ganzen Veranstaltungen.
- 19:55Ja, da kommt schon was zusammen.
- 19:57Riesling soll sauer sein, hast du vorhin gesagt oder sagen viele Konsumenten.
- 20:03Muss ja irgendwo herrühren.
- 20:04Ist das noch gültig oder ist nicht mehr gültig mit Klimaveränderungen etc.
- 20:08Kannst du dir das erklären oder kannst du uns das erklären?
- 20:11Ja, ich glaube, teilweise sind Sachen unglaublich tief verwurzelt in unseren Hirnen.
- 20:17Es gibt ja immer noch Leute, die sagen, ein deutscher Rotweines dünn und kann man durchgucken
- 20:22und so weiter und es war vielleicht vor 40 Jahren noch so mit Klimawandel und neuen Gegebenheiten.
- 20:28Ist das ja alles nicht mehr so.
- 20:30Es gibt Ernst zu nehmen Syrer aus Deutschland, den man trinken kann und bei Riesling ist
- 20:34das eben auch nicht so.
- 20:35Vor 30, 40 Jahren hatte man sicherlich mal Probleme, dass in vielen Jahren der Wein abgefüllt
- 20:41wurde, obwohl er nicht richtig greif war und der war einfach auch sauer und das hast
- 20:45du ja heute Tage einfach nicht mehr.
- 20:48Bei den guten Betrieben, also wie das im Supermarkt und Discounter aussieht, das probiere ich dafür
- 20:55zu selten, um zu sagen, das ist da immer sauer.
- 20:59Aber ich kann mir vorstellen, dass man da mit anderen Mitteln gegen steuert.
- 21:02Ja, wir müssen das aktiv bekämpfen, dass die Leute immer pauschal aus sagen treffen
- 21:09und ihr denken von früher immer ins Heute transportieren, ohne zu merken, dass die Welt
- 21:18sich da schon ein paar Mal gedreht hat.
- 21:19Ich glaube, wir sind aber auf guten Wege.
- 21:23Ich höre es wesentlich seltener, als das vor vielen Jahren der Fall war, muss ich sagen.
- 21:27Ich glaube, das ist auch eine Kombination auf der einen Seite natürlich Klimaveränderungen,
- 21:31auch Bewusstsein der Winze.
- 21:33Aber auf der anderen Seite, gerade weil du die sehr einfachen Weinen oder die Supermarkt-Discounterweine
- 21:38ansprichst, die ich leider leider auch viel zu selten probiere, ich finde das manchmal
- 21:43ganz gut.
- 21:44Wie heißt das so schön?
- 21:45Know your enemies?
- 21:46Ja.
- 21:47Sich dann ein Bild von zu machen oder einfach auch ein ... es gibt ja in dem Sinne ...
- 21:53keine gefährlichen Weine mehr, wie es teilweise in den 80er/90er Jahren war, wo man das Gefühl
- 21:58hatte, man wurde blind.
- 21:59Sie sind halt nur gemacht.
- 22:01Genau.
- 22:02Sie haben ja keine Seele, sie sind Industrieprodukte und das kann man natürlich mittlerweile auch
- 22:04relativieren.
- 22:05Das heißt, diese sauren Sachen gibt es da auch nicht mehr.
- 22:08Ja.
- 22:09Die mag die gelegentlich probieren, um einfach die Seele in den handwerklichen Weinen dann ...
- 22:14Genau.
- 22:15Man erdet sich damit und man merkt auch, wie privilegiert man ist, das gute Handwerksprodukt
- 22:19zu trinken.
- 22:20Das ist dann der privilegiert, weil die gibt es ja auch für 7, 8 Euro, keine Ahnung.
- 22:25Sie werden mal kosten die vielleicht 4 Euro.
- 22:28Das ist das Doppelte, aber man trägt die auch nicht vom morgens bis abends oder das
- 22:31ist ja auch nicht das tägliche Brot.
- 22:33Das stimmt, das stimmt.
- 22:34Aber wenn der Durchschnitt in Deutschland, also ich meine, das ist ein paar Cent höher
- 22:38gegangen, zwischen 3 und 4 Euro den Liter, dann ist man mit 10 Euro eben schon deutlich
- 22:43mehr als das Doppelte und damit gehört man ja automatisch schon zu einem Teil der Gesellschaft
- 22:50der, was das angeht, militär trinkt.
- 22:54Ja, militär trinkt, genau.
- 22:57Bereit es mehr als das Doppelte auszugeben als der Durchschnitt, dann ist das so.
- 23:03Ja.
- 23:04Was ist das Sauer?
- 23:05Ist das Säure?
- 23:06Wenn ein Wein sauer werden kann oder was macht den Riesling sauer oder was macht den jetzt
- 23:11nicht mehr sauer?
- 23:12Also Säure natürlich im Verhältnis jetzt zu vielleicht graubergunder, gut edel oder
- 23:19so was, da hat der Riesling natürlich mehr, klar.
- 23:22Aber es ist vielleicht auch ein bisschen das Spiel, wenn er trockener ist, dann kommt
- 23:29das vielleicht ein bisschen mehr zur Geltung und bei anderen Wein steht vielleicht die
- 23:35Süße ein bisschen im Vordergrund und versteckt das so ein bisschen, dass er auch eine hohe
- 23:39Säure hat.
- 23:40Ja, also Sauer ist sauer, Sauer macht lustig, Sauer ist gut.
- 23:48Ein Wein, der natürlich nicht ausufern sauer, aber so ein bisschen gehört das auch dazu,
- 23:56sonst können wir auch was anderes trinken.
- 23:59Arbeitzst du mit Säuren?
- 24:01Also mit analytischen Werten.
- 24:03Also ist das für dich wichtig?
- 24:04Nee.
- 24:05Versuchst du deine Winzer darauf zu löchern, was die Weine für Werte haben?
- 24:11Also das findet zwangsläufig, in einem Fachgespräch statt, dass darüber mal kurz gesprochen wird.
- 24:17Gerade vielleicht auch um die Unterschiede von unterschiedlichen Jahrgängen zu besprechen.
- 24:24Aber wichtig ist es mir nicht.
- 24:27Also ganz ehrlich, wenn wir überlegen, wie war das früher, wenn wir jetzt mal das Weingut
- 24:31Dr.
- 24:32Birklin-Wolf nehmen, früher war Restzucker gleich Säure, vom Wert ungefähr, ein bisschen
- 24:37an hinter der Komma Stelle abweichen.
- 24:39Das heißt früher?
- 24:411870?
- 24:42Nee, nee, nee, 20 Jahre her.
- 24:44Also so um die 2000er vielleicht bis Ende, eigentlich bis einstieg Nicola Libelli, es
- 24:51war glaube ich zu zwölf oder zu elf.
- 24:54Es waren große Weine.
- 24:57Also wenn du jetzt, bis hier vor ein paar Tagen in Jesuitengarten 2002 reingeschmeckt, fantastisch,
- 25:03großartig.
- 25:04Und das ist ja ein sehr vollkommener großer Wein.
- 25:08Heute ist er ganz anders, ganz anders gemacht und hat sicherlich einen Tucken mehr Säure
- 25:15und deutlich weniger Restzucker.
- 25:18Und das ist unterschiedlich, spannend und beides groß.
- 25:26Ist das Veränderung in der Gesellschaft, ist das Veränderung im Klima oder Veränderung
- 25:34bei den Weintrinkern, weil ich finde, dass der Herr Knor hieß, der glaube ich damals
- 25:40Liege Kellermeister um 2000 durchaus auch einen hochinteressanten Job gemacht hat und zeitgemäße
- 25:47Weine für diese Zeit produziert hat.
- 25:50Was hat sich da verändert?
- 25:52Haben wir uns verändert oder das Haus oder?
- 25:55Hoffentlich, hoffentlich alles hat sich geändert.
- 25:58Also alles hat seine Zeit und damals war es eben anders.
- 26:02Und es wurde auch anders gegessen, wenn man den Aspekt aufreift.
- 26:06Stimmt.
- 26:07Es wurde fettiger gegessen, es wurde vielleicht noch nicht ganz so international gegessen.
- 26:11Es gab viel Butter, es gab Sahne, es gab kräftige Gerichte, viel Fleisch.
- 26:19Das ist 20, 25 Jahre später anders.
- 26:23Wir haben viele, ja wir haben ganz viele Bereiche, wo es vegetarischer wird.
- 26:30Wir haben gemüsigere Küche im generellen, wir haben vielleicht etwas feinere Küche,
- 26:35internationalere Küche, Einflüsse aus der ganzen Welt und leichtere Küche, definitiv
- 26:41leichtere Küche als vor 20, 25 Jahren.
- 26:44Und da trinkst du eben auch keinen dicken Wopper dazu im Glas.
- 26:51Also dann muss der Wein auch feiner sein.
- 26:53Und dann ganz klar Trinkgewohnheiten ändern sich, dann muss das Weingut, muss ich auch
- 26:58anpassen, sonst wird es irgendwann verschwinden.
- 27:01Und klimatisch hat sie einfach unglaublich viel getan.
- 27:05Und das sieht man in der Landwirtschaft ja generell, was da alles passiert.
- 27:10Und ja, auch da muss man dann im Weinberg vielleicht anders arbeiten, muss schauen,
- 27:17welche Möglichkeiten hat man, um den Wein ein bisschen zu beeinflussen, auf natürlichsten
- 27:23Wege, Erntezeitpunkt etc.
- 27:26Früher wurde ja wesentlich später auch gelesen, vielleicht andere Öchse gerade.
- 27:30Ja, und das hat sich verändert.
- 27:32Und jetzt haben wir in der Regel, wenn man sich das anguckt, viele Weingüte haben in
- 27:37den letzten 25 Jahren irgendwie so ein, zwei Jahre gehabt, wo man den Wandel am stärksten
- 27:43gemerkt hat.
- 27:44Also bei vielen war das glaube ich 2017, würde ich sagen.
- 27:47Da ist sehr viel passiert.
- 27:48Bei manchen dücken früher 2014, 15, bei manchen so ab 2019.
- 27:54Wo ganz viel passiert, Weine werden kager, trockener, ein bisschen weg von der Frucht
- 27:59vielleicht sogar.
- 28:00Also im großen Bereich große Gewächse, Riesling, Lagenweine.
- 28:04Da hat sich viel getan.
- 28:06Und die Säurewerte haben sich verändert.
- 28:09Also sind ja nicht mehr 1 zu 1 wie es um 2000 war, sondern jetzt anders.
- 28:13Wie sind die jetzt?
- 28:14Ja, wesentlich trockener.
- 28:16Also wenn man es glaube ich die besten großen Gewächse im Riesling-Bereich ansehen, sind
- 28:22die alle unglaublich trocken.
- 28:25Also wird es jetzt mal, ohne es genau zu wissen, sagen bis 3 Gramm Restzucker.
- 28:30Und das war früher eben anders, früher 7, 8 ohne Probleme.
- 28:36Um 2000 war es in der Tat so.
- 28:39Da hatten die meisten, ich hätten immer diesen leichten Süßschwanz hinten raus, beziehungsweise
- 28:43diesen Puffer, dieses Bequeme dabei.
- 28:45Also gibt es da eine für dich greifbare, auch wenn du nicht so analytisch unterwegs bist,
- 28:51aber trotzdem manchmal liest man ja darüber, eine greifbare Zahl, wo du sagst, wenn die
- 28:56Relation so gegeben ist, kann ich den Geschmack so einordnen.
- 28:59Ja, also wenn das natürlich so ist, wie jetzt das Beispiel, was ich gemacht habe, oder hier
- 29:03mit dem Jesuitengarten 2002 oder vergleichbaren Bein, wo Süße Gleichsäure ist, dann braucht
- 29:12das auch diese lange Zeit, um wirklich großartig zu werden, finde ich.
- 29:18Es macht jetzt unglaublich viel Spaß, 22 Jahre später.
- 29:21Heutzutage ist es ja so, dass die Säure bei vielen der Topbetriebe schon am Anschlag
- 29:30ist und der Restzucker deutlich nach unten geht.
- 29:35Dadurch wird es ganz anders im Glas.
- 29:38Wie das allerdings reift in Zukunft.
- 29:41Das werden wir noch sehen.
- 29:42Also wir können jetzt natürlich 2017 probieren, aber lasst uns mal in 15 Jahren den 21er-Jahren
- 29:49probieren und schauen, was da passiert.
- 29:51Da wird es super spannend.
- 29:53Entschuldigung, was ist am Anschlag?
- 29:58Oh, ich kann nicht reden heute.
- 30:00Doch, das ist auch gut.
- 30:03Ja, am Anschlag.
- 30:05Man schaut schon, dass die Reife der Traube letztendlich hat oder der Beere im Weinberg
- 30:12und voll ausgeprägten Geschmack.
- 30:15Ich weiß gar nicht, ob jeder Winzer oder jede Winzerin mit der wir zumindest zusammenarbeiten
- 30:23durch ein Weinberg geht und alles immer nur mit Analyse-Daten auseinander nimmt.
- 30:28Ich glaube, viel ist einfach ...
- 30:29Also weniger denn früher.
- 30:30Ja, viel ist einfach Geschmack.
- 30:31Mehr ist Geschmackgefühl und ich erinnere mich an die 2000er Jahre, wenn Winzer nicht
- 30:38mehr die Ökste gerade gemessen haben oder angefangen haben damit, weil sie es halt woanders
- 30:43gesehen haben.
- 30:44Teilweise in den altehergebrachten Gebieten wie Bordeaux, etc., wo die Winzer durch die
- 30:49Rebgärten gingen und die Trauben probiert haben, die Kerne analysiert haben.
- 30:54Ja.
- 30:55Und Physologie der Traube, eben auch das gesamte Rebstocks sich angeschaut haben, die Blätter
- 31:01angeschaut haben und gar nicht so sehr gemessen haben, wie viel gerade Ökste haben wir, welche
- 31:06Reife könnten wir haben, etc., sondern mehr auf das Gefühl vertraut haben.
- 31:10Ja, absolut.
- 31:11Ich finde, ich bin auch absolut kein Analytiker oder kein Wertefreak.
- 31:17Manchmal hilft das, finde ich, nur zur Orientierung.
- 31:20Zum Beispiel hatte ich mal gelesen, dass so diese Relation plus 6 durchaus ein gewisses
- 31:28Geschmacksbild ergeben kann, was von vielen angestrebt wird.
- 31:33Also wenn du die 3 Gramm Restzucker hast, dann neunprüme Säure ungefähr.
- 31:37Also wenn du Gesamtsäure nimmst und manchmal, finde ich, hilft sowas.
- 31:41Also wenn du dann irgendwie 0 Gramm Restzucker, 6 Gramm Säure hast, du einen Rahmen hast,
- 31:45wo es angenehm, wo strukturiert ist, wo du ein gutes Gaumengefühl hast, einen feinen
- 31:49Zug dabei und dann so ein bisschen spielen kannst, dass nicht wenige Winzer damit arbeiten
- 31:54und darüber hinaus oder darunter sich verschiedene Handschrift*innen oder verschiedene Stile
- 31:59des Hauses dann irgendwo auch ergeben.
- 32:01Aber so immer dieses, ich sag mal, nicht greifbare zu proklamieren zu sagen, schmeckt doch einfach,
- 32:10hilft manchmal den Leuten auch nicht weiter.
- 32:12Das stimmt.
- 32:13Das stimmt.
- 32:14Also gibt ja auch Weingüter, die ihre Analysewerte total veröffentlichen auf der Webseite.
- 32:21Dann gibt es dann über alles.
- 32:23Dann kannst du dir das angucken, dann gibt es welche, die tun das nicht.
- 32:27Ich glaube, wenn ein Endverbraucher auf dem Weingut fahren, dann wird darüber überhaupt
- 32:32nicht gesprochen.
- 32:33Gar nicht.
- 32:34Ist ja in dem Sinne, wenn man dieses Fortgeschritten oder dieses Gerneweintrick macht, ja auch
- 32:38gut.
- 32:39Wenn man dann mehr auf seinen Geschmack vertraut und wir sind ja in unserer Zunft, in unserer
- 32:44Branche auch jemand, der ganz klar davon abredet und sagt, bitte nicht, trinkt lieber, versucht
- 32:49lieber zu führen und gerade Beine von der Mosel bestätigen, das natürlich auch ganz gravieren,
- 32:53dass jede Art von Analystik totaler Quatsch ist.
- 32:55Genau.
- 32:56Wenn es in Richtung Reife geht, immer quatschiger wird.
- 32:59Ja, das stimmt.
- 33:01Seckt's ja.
- 33:02Wie tief gissst du in diese labortechnische analytische Richtung gelegentlich rein?
- 33:08Also machst du das nie oder sagst du manchmal, ist trotzdem interessant zu gucken, welche
- 33:12Säure ich dort habe?
- 33:13Ob ich Wein Säure habe, ob ich Zitrus Säure habe, ob ich Apfelsäure habe, ob ich Milchsäure
- 33:18habe, etc.
- 33:19Oder ist dir das dann schon zu...
- 33:22Ja, würde ich sagen, das ist mir dann schon zu freaky.
- 33:25Also wenn man es mal offen gelegt bekommt, kann man sich ja auf jeden Fall drüber unterhalten.
- 33:31Aber ja, so tiefenste Teil muss ich da eigentlich nicht eintauchen.
- 33:37Ich finde es manchmal interessant.
- 33:38Ja, interessant.
- 33:39Zu sehen, ja auch zu gucken, wie Jahrgänge sich unterschiedlich positionieren, wie verschiedene
- 33:44Lagen unterschiedliche Säuren in den Reben und den Traum etablieren.
- 33:48Und es, finde ich, bringt teilweise noch ein anderes Verständnis um Lagen, Klimajahrgänge,
- 33:54Handwerk und so weiter.
- 33:55Aber bin ja sowieso ein bisschen anders als die anderen Kinder.
- 33:59Ja, aber sympathisch gut anlassen.
- 34:02Das ist nicht das Schwierige, oder?
- 34:05Ja, oder Schelm.
- 34:09Okay, welche Tümer gibt es noch über Riesling?
- 34:13Was gibt es hier?
- 34:15Was ist, dass er sauer ist?
- 34:16Ist ja doch eine sehr imagebarhaftende Rebsorte.
- 34:18Ja, ja klar.
- 34:20Also Riesling ist ja einfach...
- 34:21Es gibt wirklich, und dann bin ich der absolut festen Überzeugung, es gibt keine Rebsorte
- 34:26auf der ganzen Welt, die vielseitiger ist und mit der du so viel machen kannst.
- 34:31Riesling schmeckt trocken, halbtrocken, schmeckt auch lieblich.
- 34:35Es schmeckt schäumend, manchmal eingeschränkter, aber auch Riesling seckt keinen großartig
- 34:41sein.
- 34:42Es schmeckt dann also einen Prädikatstufen von Kabinett, Schügerspätlise, Auslise
- 34:45und so weiter.
- 34:46Das hast du auf der ganzen Welt nicht und es ist, was die Bodenbeschaffenheit anbelangt,
- 34:53ja auch gar nicht so festgefahren.
- 34:55Du kannst von vulkanischem Gestein großen Riesling haben, du kannst von Kalkstein und
- 35:00von schiefer großen Riesling haben.
- 35:01Es gibt ja viele weiteren Bodenbeschaffenheiten und das hast du nirgends woanders.
- 35:06Deswegen Riesling ist so unglaublich vielseitig, dass wahrscheinlich die schwierigste Rebsorte
- 35:13ist, um eine Pauschalaufsage zu treffen dazu.
- 35:16Nichtsdestotrotz wird sie natürlich immer, wird es immer vorkommen, dass Menschen irgendwie
- 35:22dazu eine Meinung haben, weil sie einmal ein schlechtes Erlebnis hatten gilt das für
- 35:27alles.
- 35:28Aber das ist schwierig.
- 35:30Man schaut ja gelegentlich auch die Herausforderung, dass wenn man einmal mehr oder weniger nicht
- 35:36sein Optimum hatte, das dann trotzdem noch mal zu probieren oder wenn man auch mit dem
- 35:41Geschmack noch nicht vertraut ist, sich da reinzuarbeiten, reinzudenken und vielleicht
- 35:45auch zu verstehen, warum jemand anderes sagt, das ist das Großartigste.
- 35:49Also nicht jeder möchte sofort Wagner hören, aber sich damit auseinanderzusetzen, nur
- 35:53exemplarisch für einen der großen Komplonisten, warum der manchmal so komisch ist, warum
- 35:58man eben das gesamte Werk hören muss, um das Gefühl mit und mit rauszutragen.
- 36:03Aber was kann Riesling, was Shannon Blorn nicht kann?
- 36:07Also der Vergleich wird ja echt oft gemacht und ich glaube, ich habe ihn auch schon im
- 36:11einen oder anderen Podcast von dir gehört, dass mal angeschnitten wurde.
- 36:16Oder im Silvaner.
- 36:17Also das sind ja für mich zwei Rebsorten, die in dieser Kategorie gut mitspielen können.
- 36:23Auf jeden Fall.
- 36:24Also ich glaube, Silvaner kann auch großartig sein, fehlt aber die Spannung.
- 36:31Es gibt gute, echt gute Silvaner, es gibt auch sicherlich einen großen Silvaner, aber Riesling
- 36:36kann.
- 36:37Wird grad sagen, zieh dir jetzt mal die Handschuhe an, das wird ernst.
- 36:40Ja, ja, ja.
- 36:41Mit einigen Kollegen.
- 36:42Ja, das ist ok.
- 36:43Wir müssen ja auch immer auf den Sprechen und ich bin dafür bekannt, dass ich auch mal
- 36:48sage, was mir nicht gefällt.
- 36:50Und ich glaube, trotzdem sind mir die meisten nicht böse.
- 36:54Wir haben zumindest einen eigenen Weinberg in Franken, wo der Silvaner herkommt.
- 36:59Das ist zwar Riesling, aber Riesling ist in seiner Tiefgründigkeit, Komplexität, in
- 37:07seinem Reifepotenzial, in seiner Spannung, seiner Energie, die dieser Wein einfach hat
- 37:13oder diese Rebsorte hat.
- 37:15Es gibt es nicht.
- 37:17Es gibt auch die Reifefähigkeit.
- 37:20Also natürlich werden viele Leute sagen, tolle Reife, weiße Burgunder sind auch großartig.
- 37:27Mein Persönlichbild, ich habe sicherlich auch schon einige getrunken und auch einige
- 37:30der Großen, ist ich finde, ganz doll gereiften weißen, Schadounähe aus dem Burgund, weißen
- 37:37Burgunder gar nicht immer so extrem genial, wie das von anderen vertreten wird.
- 37:46Also ich finde, Riesling hat da teilweise viel mehr Power.
- 37:50Es kriegt nicht zu schnell diese oxidativen Noten, oder oxidierten Noten besser gesagt.
- 37:58Und das hast du bei anderen Rebsorten einfach nicht.
- 38:03Und Silvana klar, ich habe auch schon 20 Jahre gereifte Silvana.
- 38:07Ich bin auch gerne bei Veranstaltungen, wo fränkische Weine getrunken werden, wobei es
- 38:12auch guten Silvaner und aus anderen Anbaugebieten gibt wie Rhein-Hessen.
- 38:16Aber diese Tiefgründigkeit, das Karge, das faszinierende, energetische, das hast du nur
- 38:23bei Riesling.
- 38:24Hoffentlich.
- 38:25Ich habe es mir extra auf dem Abend tätowiert.
- 38:27Das war Riesling deswegen.
- 38:29Ich muss dafür sprechen.
- 38:33Alles andere ist auch gut, aber nicht so groß.
- 38:37Ich finde beim Riesling unabhängig von der Anbaufläche, das in der Relation gesetzt ist,
- 38:41die Treffer-Wahrscheinlichkeit größer, dass du was außergewöhnliches oder was mit den
- 38:47Parametern bekommst, die du gerade beschrieben hast.
- 38:50Also es ist leichter, einen Riesling zu finden, diese Außergewöhnlichkeit als ein Silvana
- 38:54oder teilweise auch einen Scheninblanc.
- 38:56Und was ich durchaus unterschreiben würde, was ich auch richtig finde.
- 39:00Also ich finde auch Scheninblanc kann alles, kann kräftig leicht, süßtrockend, ralala.
- 39:04Aber in der langfristig betrachteten Reifefähigkeit, das dann eben auch wieder auf die Breite gespiegelt,
- 39:10auch die verschiedenen Qualitätsstufen, das kann Scheninblanc nicht wie Riesling.
- 39:14Stimmt, also ein 50, 60 Jahre alten Scheninblanc, da braucht man schon einen außergewöhnlich
- 39:19guten Produzenten oder viel Glück oder ein dickes Portemonnaie.
- 39:23Ja, absolut.
- 39:26Ein herzliches Willkommen, Ihr Experten und Kenner des Bugundas.
- 39:47Beim Eintag und die faszinierende Welt, eines der bedeutendsten Weine unserer Zeit, einem
- 39:52Géphry Chamâta. Und hier exemplarisch einen aus dem Hause, Joseph Dror.
- 39:56Und das aus dem einzigartigen Jahrgang, 2022.
- 39:59Heute betrachten wir nicht nur einen Pinot Noir, viel mehr stehen wir vor einem Kunstwerk.
- 40:04Das Generationen von Wissen, handwerklicher Präzision und einem herausfordernden Klima
- 40:09Jahr für Jahr aus Neue hervorbringen.
- 40:12Der Géphry Chamâta, 2022, erzählt eine Geschichte von Théroir, Tradition und dem ständigen
- 40:18Ballonsakt zwischen dem Schutz und der Verbesserung des Bodens, auf dem er gedeiht.
- 40:23Beginnen wir mit einem Blick in die Geschichte.
- 40:25Joseph Dror gründete dieses Weingut 880 mit einer klaren Vision, die einzigartigen Böden
- 40:31des Bugunds in purer und unverfälschter Form in die Flasche zu bringen.
- 40:36Seither arbeitet die Familie in vierter Generation daran, diese Vision zu verwirklichen.
- 40:40Der Fokus der Drons liegt auf einem klaren Ausdruck des Pinots Noirs, der Rebsorte, die
- 40:46sich der Region, dem Klima, der Handschrift des Winzers im Prinzip einfach dem Théroir
- 40:51so perfekt unterwirft wie keine andere Rebsorte in dieser Weinwelt.
- 40:55Und ein perfekter Spiegel dafür ist das Bugund.
- 40:57Und das für viele perfekte Symbol des Bugunds ist ein Wein aus dem Géphry Chamâta, dem
- 41:03Ursprung der Bugundischen Klassifikation.
- 41:05Aber warum ist gerade Géphry Chamâta so besonders?
- 41:08Der Boden dieser Appellation besteht aus einer Mischung aus kalkhaltige Mergel und lemigen
- 41:13Untergründen.
- 41:14Sie sind tief in das Théroir hineingreifen und ihm seine unverkennbare Mineralität
- 41:18verleihen.
- 41:19Dieses Théroir, das Géphry, zum Status der Weinhauptstadt des Bugundens verholfen hat,
- 41:24bietet Bedingungen, die dem Pinot Noir zur Perfektion treiben.
- 41:27Hier entwickeln sich die Trauben langsamer als in wärmeren Lagen.
- 41:31Die kühle Luft, die durch das tiefe Tal des Comptes Lavo strömt, ermöglicht eine Reifung,
- 41:35die durch Ballons und Präzisionen geprägt ist.
- 41:38Kalkstein und Eisen im Boden verleihen dem Wein die charakteristische Würze und Mineralität,
- 41:43die sich besonders in warmen Jahrgängen wie 2022 entfaltet.
- 41:47Die Bedingungen des Jahres 2020 waren im Bugund alles andere als einfach.
- 41:50Ein außergewöhnlich warmes und trockenes Jahr führte zu konzentrierten Trauben und
- 41:54extrem geringe Erträgen.
- 41:56Im Juli und August herrschte extreme Trockenheit, was dazu führte, dass die Trauben kompakt
- 42:01und intensiv im Aroma wurden.
- 42:03Hier liegt das geschicktes Winzers in der Kunst des minimalen Eingriffs, ein Prinzip,
- 42:07das die Durants seit Generation pflegen.
- 42:09Die Trauben wurden unter dem Schutz der Nacht geerntet, um die kostbare Frische zu bewahren.
- 42:14Bei einem früheren Beginn der Lese, fast zwei Wochen vor der üblichen Erdezeit, blieb
- 42:18nichts dem Zufall überlassen.
- 42:20Dies erforderte eine präzise und differenzierte Handarbeit, um den charakteristischen Stil
- 42:24von Gerverecha Matat zu bewahren, eine Stilistik, die sich durch Straffetanine, tiefgründige
- 42:29Mineralität und die Finesse eines großartigen Begundens auszeichnet.
- 42:33Die Durants lassen ihr Naturfreienlauf, wo immer es möglich ist und greifen nur dann
- 42:38ein, wenn es unvermeidlich ist.
- 42:39Sie glauben fest an die Kraft des Terroirs und die Reinheit des Bodens und setzen auf
- 42:44biodynamische Prinzipien, die nicht nur den Wein, sondern auch die Umwelt schützen.
- 42:48Ihre Methoden ist ein Balanceakt.
- 42:50In heißen Jahren wie 2022 müssen Bewässerungstechniken zum Einsatz kommen.
- 42:55Die Wasserspeicher im Boden effektiv nutzen.
- 42:58Die besonderen Fähigkeiten der Durants zur Weinbereitung liegen darin, das Beste aus
- 43:02den gegebenen Bedingungen herauszuholen, ohne dabei den ursprünglichen Ausdruck des
- 43:05Terroirs zu verfälschen.
- 43:06Technisch gesehen beginnt die Weinbereitung für diesen Gelfrescharmantag mit einer Kaltmarseration,
- 43:11die es ermöglicht, intensive Farbstoffe und Aromen zu extrahieren.
- 43:15Die Gehrung erfolgt in offenen Fässern, wobei jeder Schritt akribisch kontrolliert wird,
- 43:20um den Delikaten-Gerakter des Pino-Norse zu bewahren.
- 43:23Die Temperatur wird durchgehend überwacht, um die Aromen frisch zu halten.
- 43:26Für die Lagerung setzt die Durants auf französische Eiche, wobei nicht mehr als 20% neue Fässer
- 43:31verwendet werden, um den reinen Charakter des Weines zu unterstreichen.
- 43:34Der Einfluss des Holzes ist dezent, fast zurückhaltend und wirkt unterstützend auf die Taninstruktur
- 43:40des Weines.
- 43:41Während der Ausbauzeit wird die Hefe regelmäßig gerührt, um den Wein zusätzlich zur Textur
- 43:45zu verleihen und die Komplexität zu fördern.
- 43:47Nach 14 bis 16 Monaten im Fass erreicht der Wein seine Balance und wird den klimatisierten
- 43:52Keller ruhen gelassen.
- 43:54Bevor ihr auf den Markt kommt, ihr fragt euch vielleicht, was diesen Wein von anderen
- 43:58Buggern unterscheidet.
- 43:59Der 2022er Gelfrescharmantag zeigt eine harmonische Verschmelzung von Kraft und Eleganz.
- 44:03Ein Paradoxon, das nur die besten Jahrgänge des Buguns erreichen.
- 44:07Die Taninsten Krafttäure jedoch von einer samtigen Struktur, die die Komplexität der
- 44:12dunklen Köscher rum unterstützt, die Textur am Gaumesfein, die Mineralität präsent und
- 44:17die Säurestruktur balanciert, was ihm ein beeindruckendes Alter und Potenzial verleiht.
- 44:21Bei richtiger Lagerung wird dieser Wein mindestens, wirklich mindestens acht bis zehn Jahre auch
- 44:26hohem Niveau reifen und neue Facetten seines Terroirs enthöhlen.
- 44:30Aber offen gesprochen sind für diesen Wein 20 bis 30 Jahre kein Problem.
- 44:35Ihr habt, wenn ihr denn habt, in eurer Hand einen Wein, der sowohl die Geschichte seiner
- 44:39Herkunft erzählt, als auch die Herausforderung und Chancen der moderne Weinbereitung widerspiegelt.
- 44:44Dieser chiffret ist für diejenigen unter euch, die nicht nur die reine schöner Despino
- 44:49Noirs schätzen, sondern auch die Auseinandersetzung mit seinem Ursprung und die Handwerkskunst,
- 44:54die in jedem Tropfen steckt suchen.
- 44:57Lasst uns anstoßen auf diese Tradition und auf die fortlaufende Geschichte, die ihr heute
- 45:02miterleben könnt.
- 45:03Und das nicht zuletzt dank des deutschen Importeurs dem Handelshaus Schlumberger.
- 45:07Wie magst du oder beschäftigst du dich, wenn du Riesling magst, geschichtlich?
- 45:21Mit der Rebsorte?
- 45:22Ich habe früher alles mal gelernt.
- 45:25Heutzutage würde ich sagen, beschäftige ich mich nicht mehr allzu viel damit.
- 45:31Ich weiß Ursprünge, 15. Jahrhundert, Rheingau natürlich, Rüsselheim und so ein paar Grundgeschichten
- 45:43natürlich.
- 45:44Aber für mich ist wichtig.
- 45:47Riesling ist für mich natürlich die großartigste Rebsorte der Welt.
- 45:53Ich beschäftige mich aber auch mit ganz wen anderen Sachen.
- 45:55Ich beschäftige mich auch mit anderen Rebsorten.
- 45:57Und Riesling steht natürlich im Vordergrund.
- 45:59Riesling steht aber für unsere Firma letztendlich auch ein bisschen, für deutschen Wein, für
- 46:07gewisser Weise Regionalität.
- 46:09Und auch ein bisschen für etwas, worauf man stolz sein kann, weil wir so tolle Winzer
- 46:15und Winzerinnen haben, die so unglaublich handwerklich und aufopfern jeden Tag gearbeiten,
- 46:20um großen Wein zu produzieren.
- 46:22Und natürlich guckt man sich dann an, wie war denn letztendlich so der Weg des Weinguts?
- 46:31Aber Riesling im 18. Jahrhundert kann ich dir jetzt keinen großen Fachvortrag zu erzählen,
- 46:38was in den letzten 20, 30 Jahren passiert ist bei jedem Weingut und was da sich verändert
- 46:43hat und wie sich das entwickelt hat, das auf jeden Fall.
- 46:48Was aber, finde ich, manchmal total spannend ist, eben auch das 18. Jahrhundert oder das
- 46:5219. Jahrhundert, mit dem Riesling zu spiegeln.
- 46:55Also keine Ahnung, die Geschichte von Marx, dass er durch den Riesling oder durch den
- 47:00Moselwein mehr oder weniger eigentlich erst zum Kommunisten geworden ist.
- 47:04Und der dramatischen Situation, der Winzer damals um 18.30, als die erste Krise gab
- 47:11oder dass die erste Riesling halb um 18.50 in England war und wenn du es gerade angesprochen
- 47:18hattest, also die Ära, also es gibt ja bis zurück in den 15. Jahrhundert immer verschiedene
- 47:23Elemente, was für uns ja dann ein cooles Storytelling ist und wo der Riesling eigentlich
- 47:27ein wahnsinniges Geschenk ist und wo.
- 47:29Und da fliege ich dir wiederum bei, diese Geschichterechtigkeit wahrscheinlich der
- 47:34Shannon Blondesilverne nicht ganz so intensiv durchaus auch, aber nicht ganz so intensiv
- 47:38hat wie der Riesling aufgrund der vier internationalitäten letztlich dabei.
- 47:41Das denke ich auch.
- 47:42Vielleicht weißt du es, wann urkundlich Shannon Blondes erst mal erwähnt wurde.
- 47:47Ich glaube um 13.50.
- 47:49Ja, Riesling wäre es ja 14.00, weiß ich gar nicht, 60 oder so.
- 47:5630 oder so, ne, 63 oder so, oder irgendwie ja, irgendwas 14.00, genau.
- 47:59Ja, und dann ist ja eine Erfolgsgeschichte, muss man sich ja auch mal überlegen, wie
- 48:03viele Jahrhunderte diese Rebsorte weitergeführt wurde und übertragen wurde von Generation
- 48:11zu Generation und eigentlich nie so wirklich an Bedeutung verloren hat.
- 48:15Auf und ab durchaus dabei.
- 48:18Genau, genau, auf und ab.
- 48:20Aber wir haben jetzt ja 2024 und es ist international ein Leuchtturm.
- 48:30Ja, und ich finde es aber trotzdem erstaunlich, dass man erst keine Ahnung, wo er fünf oder
- 48:34zehn Jahren, ich weiß nicht genau, wann erkannt hat, wo der Riesling herkommt.
- 48:38Ja.
- 48:39Was für mich ganz, ganz viel auch erklärt hat, weil ich manchmal im Riesling, wenn
- 48:43er unterschiedlich interpretiert wurde von den Winzern, selbst ein Riesling nicht erkannt
- 48:47habe, aber als ich die Eltern da mehr oder weniger gesehen habe, dann versteht man, ist
- 48:53er wie im richtigen Leben, wenn die Eltern siehst, verstehst du genau.
- 48:56Ja, das stimmt ja.
- 48:57Und da dann eben auch, also als ich erfahren habe, dass der Traminer ein Teil mit bei ist
- 49:03und Wildtrieb und Heunisch, ich finde es so schade, dass es so wenig Heunisch gibt.
- 49:07Das stimmt.
- 49:08Total witzige Rebsorte.
- 49:09Das stimmt.
- 49:10Von Therese am Preuher habe ich mal einige echt spannende, sehr, sehr gute Heunische
- 49:16Gedanken.
- 49:17Ja.
- 49:18Aber nichts hat ich auch noch, glaube ich, im Saale-Unschuldgebiet hatten, bloß
- 49:23da vorder vorher gehabt, aber sonst wüsste ich keinen, als wenn jemand Heunisch kennt,
- 49:27bitte, bitte schreibe mich, bin ja sehr, sehr interessiert.
- 49:29Ich finde das nicht zuletzt, weil sie so geschichtsträchtig ist, so als der Casanova der Rebsorten.
- 49:35Ja.
- 49:36Ja, da, ja.
- 49:37Also es gibt, denn es gibt super viel, ich finde das war eigentlich fast eine spannende
- 49:41Bewegung, jetzt bin ich sehr politisch, aber es ist fast eine spannende Bewegung, historische
- 49:48Rebsorten wieder in den Vordergrund zu stellen als PIVI Rebsorten.
- 49:53Also auch Orléans beispielsweise.
- 49:57Ja.
- 49:58Da gibt es ganz wenig, aber spannende Sachen.
- 50:01Und irgendwie haben sie für mich eine größere Tiefgründigkeit als PIVI Rebsorten beispielsweise.
- 50:11Was aber manchmal auch die Handfertigkeit, auch die Schmerzbereitschaft seitens des
- 50:17Winzers, erfordert?
- 50:19Ja.
- 50:20Ich glaube es ist einfacher, keine Ahnung, un Cabernet Blanc, die Flasche zu Ballern mit
- 50:25ganz viel Paprika, wo jeder, der die Flasche noch nicht mal aufhat, schon die Paprika riecht.
- 50:29Absolut.
- 50:30Als ein Orléans, wo du schon leicht masochistisch veranlagt sein musst, um den in der Jugend
- 50:36und mit viel Spaß aktiv zu trinken.
- 50:38Ja, ist ja auch so.
- 50:40Also ganz klar, da geht es, ja bei dem einen geht es um im Prinzip fruchtige Frische im
- 50:46Glas.
- 50:47Es gibt, es gibt glaube ich und tut mir leid für alle, die sich da bemühen, aber es gibt
- 50:53keine extrem tiefgründigen großen PIVI Weine.
- 50:58Es gibt aber extrem großartige alte Rebsorten, die natürlich viel schwieriger sind und du
- 51:06musst viel mehr berücksichtigen und eine gewisse Leidensfähigkeit sicherlich auch haben.
- 51:11Aber es sind dann vielleicht auch keine Alltagsweine und dafür ist es mit dem PIVI sehr fantastisch.
- 51:17Also, dass man da Weine in die Flasche bringt, die ja frisch fruchtig knackig sind, die
- 51:24irgendwie Spaß machen, runtergehen.
- 51:27Bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln würden.
- 51:30Ich finde, oder fand den Ansatz seiner Zeit von Bellmüller ganz interessant.
- 51:33Es hat noch keiner probiert.
- 51:34Wir haben keine wirkliche große Erfahrung, es hat noch keiner probiert.
- 51:37Deswegen bin ich da auch so ein bisschen vorsichtig, was ich auch vor fünf oder zehn
- 51:41Jahren gemacht habe, vorsichtig beim Verteufeln dieser Rebsorten.
- 51:44Vielleicht ist die nächste Evolutionstufe, vielleicht kommen die nächsten großen Weinen
- 51:47aus diesen PIVI Weinen.
- 51:48Ja, das kann sein.
- 51:49Das ist vielleicht auch gar nicht die richtige PIVI-Gadung noch gar nicht noch noch nicht
- 51:55inszeniert oder kreiert worden oder schlummert noch.
- 51:57Ich bin neugierig und bin gespannt.
- 51:59Ja.
- 52:00Aber ich mag diese alten Rebsorten auch und würde mich freuen, wenn die aufgrund von
- 52:05Kommerzialität oder Bequemlichkeit nicht aussterben würden.
- 52:08Ja, es gehört einfach zum Handwerk auch dazu.
- 52:12Das darf nicht aussterben.
- 52:14Da haben wir gewissermaßen als soms ja auch ne verantwortung, ne gesellschaftliche Verantwortung.
- 52:21Wir können das Handwerk...
- 52:22Damit auch zu spielen.
- 52:23Einfach auch, die...
- 52:24Also, eine Vordergrundstärke.
- 52:25...zu fördern, die von Vincent zu kaufen.
- 52:28Vincent dabei zu unterstützen, dass die diese Rebsorte wertgeschätzt wissen.
- 52:35Ja, ganz genau.
- 52:36Und dass man da in den Austausch geht.
- 52:38Natürlich ist sowas oftmals ne Freaknummer, aber hey, wenn ich für die Freaks verwendet
- 52:41dann und genau die können das mit einer gewissen Leidenschaft dann auch weiter tragen.
- 52:47So ist es.
- 52:48Aber Freak und Riesling, wie weit geht das bei dir?
- 52:50Weil du grad sagst, das ist geschichtsträchtig und wie bei der Herkunft waren.
- 52:55Spielst du oder möchtest du es wissen mit den Klonen der einzelnen Rieslinge?
- 53:00Also, es sind 90 für dich wichtig oder ein Geisenheimer oder ein Erwacher oder...
- 53:04...however?
- 53:05Ich finde beim Riesling gar nicht so unbedingt.
- 53:08Also, ich finde dich bei Pinos fast noch ein Tuckenspannender.
- 53:12Ja, das ist ja krass.
- 53:14Weil da der Unterschied finde ich...
- 53:16...der Mutationsfreundiger ist.
- 53:17Genau, und da finde ich auch der Unterschied schon gigantisch.
- 53:21Und beim Riesling... also klar, wenn man jetzt auch mal... was Wurzel echt ist beispielsweise
- 53:29ins Glas bekommt, wo es uns ja leider sehr wenig gibt, aber was es gibt ist höchst spannend,
- 53:35dann ist das schon sehr interessant, würde ich sagen.
- 53:40Was ist Wurzel echt für alle, die vielleicht nicht so in dem Thema drin sind?
- 53:43Das sind dann Reben, die eben nicht aufgefropft sind, die auch durch Flurbereinigung nicht
- 53:50verändert wurden und dann teilweise vielleicht 120 Jahre alt sind und da gibt es zum Beispiel
- 53:56im roten Hang Fläche oder an der Muesel und es gibt ganz, ganz wenige Orte, wo diese
- 54:05uralten Reben stehen und das ist spannend.
- 54:10Und ich finde über Klonen, über Riesling spricht man übrigens selten, ne?
- 54:14Also, wenn du über einer Verkaufstimmung...
- 54:15Zu selten eigentlich, mein bei Klonen.
- 54:16Also, finde ich ganz, ganz extrem.
- 54:18Aber das ist ja auch, wenn ich zum Lukas Sermann an die A fahre, das ist ja nicht weit weg,
- 54:24eine Stunde von uns und der schreibt es ja teilweise auch auf die Weine drauf und am
- 54:31Anfang muss ich dafür selber nachfragen, was heißt das denn?
- 54:35So, dass der Klonen habe.
- 54:37Ah, okay.
- 54:38Warum schreibst du das drauf?
- 54:41Weil es so anders ist.
- 54:42Aber beim Riesling, also noch nie vorgekommen, dass mich ein Winzer empfangen hat und gesagt
- 54:51hat, unsere besonderen Riesling-Klonen.
- 54:54Ich finde es aber schade, also ich habe das schon öfters erlebt, dass man sich darüber
- 55:00ausgetauscht hatte, auch ohne, dass ich als, keine Ahnung, als Nerd danach gefragt habe,
- 55:07sondern manchmal ist es, dass es zwischen den Zeilen erwähnt wird und wenn man eben
- 55:10auch nicht darum weiß, man es vielleicht überhört.
- 55:13Aber es gibt schon Winzer, die mit einem gewissen Stolz darüber reden oder das kommunizieren
- 55:18will es natürlich auch da auch Klonen.
- 55:20Selektion, Variation gibt die aufwendiger sind als andere oder dann auch weniger Ertrag
- 55:26haben oder eine andere Stilistik von Wein erbringen.
- 55:29Und manchmal, sag ich mal, spiegelt das auch so ein bisschen die Unerzhaftigkeit, wie andere
- 55:35Winzer wiederum mit dem Thema umgehen, dass sie sagen, auch keine Ahnung, haben wir da
- 55:39bestellt, die haben halt irgendwie und das ist so dieser Step mehr, den man dann irgendwo
- 55:45erreichen kann.
- 55:46Ich weiß nicht, also keine Ahnung, wenn du Apfelkuchen machst, dann kannst du natürlich
- 55:49Äpfel nehmen oder du kannst gucken, dass du halt säurebetonte Äpfel nimmst, die halt
- 55:52ein bisschen kleiner sind oder oder oder und da auch so ein bisschen mit spielen.
- 55:55Das ist ja dann auch so diese weitergespielte Freaknummer, die es denn da irgendwie irgendwie
- 56:01gibt.
- 56:02Stimmt, guter Vergleich auf jeden Fall.
- 56:04Was macht Riesling aus?
- 56:05Von Aromatik, vom Geschmack, von Nativität, also woran kann man nicht zwei Gläser Wein
- 56:09nebeneinander haben?
- 56:10Woran erkennst du, ist ein Riesling.
- 56:12Durch die jahrelange Verkostungserf-Au.
- 56:17Aber kannst du das jemanden, der vielleicht noch nicht so bewandert ist oder der nicht
- 56:23so tief in dem Thema drinsteckt, sagen, wenn du die und die Parameter hast oder das und
- 56:27das?
- 56:28Ja, das muss man ein bisschen eingrenzen, weil du eben so eine vielschichtige Rebsorte
- 56:34hast und das macht natürlich einen Unterschied, ob man jetzt ein trock über trockene Weine
- 56:37spricht oder ich habe ihn jetzt spät lese.
- 56:40Ja, also klar ist eine gewisse Fruchtigkeit beim Riesling nicht von der Hand zu weisen,
- 56:48wobei auch die neuesten ja die oder die in den letzten fünf, sechs Jahren die Weine als
- 56:57die als große Gewächs- oder aus großen Lagen kommen, wesentlich mehr weg von der Frucht
- 57:03gehen und mehr auf eine Karkheit und Steinigkeit und eine gewisse Mineralik.
- 57:08Daran würde ich, würde man sowas sicherlich auch erkennen, wenn etwas eine leichte Fruchtigkeit
- 57:19hat, eine hohe Säure, eine gewisse Steinigkeit, eine Tiefgründigkeit und eine spannende,
- 57:31eine energiegeladene Struktur, dann ist man da schon irgendwo beim Riesling, beim trockenen
- 57:37Riesling auf jeden Fall.
- 57:39Und das hängt aber auch von den Qualitätslevels ab.
- 57:42Ist das Alltagswein, ist das Gutswein, ist das Ortswein, ist das Gereift, ist das...
- 57:48Deswegen habe ich vorhin gesagt, dass es so unglaublich schwierig ist pauschal auch sagen
- 57:53oder generell einen Raster zu finden zu dieser Rebsorte.
- 57:58Wir können unglaublich viel Verkostungserfahrung dazu um das einzuordnen.
- 58:01Wir trinken so unglaublich viele Weine blind, auch mit ganz vielen Gästen zusammen.
- 58:06Jeder streut was in die Runde, es wird probiert, es wird verkostet, es wird sich herangetastet.
- 58:12Was könnte das sein, wo kommt das her?
- 58:15Und nach Jahren dieser Tätigkeit entwickelt sich dann eben auch ein gewisses Verständnis
- 58:22in der Aromatik am Gaumen, das herauszufinden, aus welcher Region kommt das, vielleicht aus
- 58:27welcher Lage, welches Jahr, welcher Winzer.
- 58:29Es ist aber schwierig und sehr, sehr frügig, nie schick, würde ich sagen.
- 58:36Bleintest in generell.
- 58:39Gibt es da aber nicht verschiedene Parameter, wo man sagen kann, keine Ahnung, wo man gelernt
- 58:44floral ist, mittel rein oder aprikose ist, ist falls oder oder oder, dass man in verschiedenen
- 58:51Gebieten grundsätzlich aufgrund der klimatischen oder bodenkartneristischen Grundlagen unterschiedliche
- 58:59Grundaromen innerhalb dieser Rieslingfamilie zu sprechen kann, woraus man das dann wiederum
- 59:04erkennen könnte und demnach zuordnen könnte.
- 59:07Ja, doch.
- 59:08Wobei ich da fast eher noch detailierterein gehen würde, würde ich sagen, es ist eher
- 59:14lagentypisch, dass man über die Lage ins Anbaugebiet geht.
- 59:20So versuche ich es oft beim Verkost.
- 59:23Na so klar, wenn man jetzt nur trockene Weine miteinander vergleicht, ist die Falswesenlicht
- 59:30dicker als die Mosel sah oder die Ruwa.
- 59:33Und das lässt sich im Glas sicherlich auch relativ schnell dann festmachen.
- 59:40Und ich würde sagen, in den normalen Blindtastings sind oft natürlich immer die gleichen Regionen
- 59:47drin.
- 59:48Es ist natürlich, falls Rheinhessen nahe Mosel mit dabei, dann gibt es ein paar.
- 59:56Ich hatte wenig hessische Bergstraße bisher.
- 59:58Ja, wenig hessische Bergstraße, wenig Baden, auch wenn es da Riesling gibt und Urbach und
- 1:00:05so weiter.
- 1:00:06Großartige Klingenberger.
- 1:00:07Ja, ja.
- 1:00:08Teilweise tolle Exemplare.
- 1:00:09Ja, da können wirklich gute Riesling herkommen, auch Württemberg.
- 1:00:15Das wird völlig vernachlässig.
- 1:00:18Bei uns auch gibt es keine natürliche Nachfrage, aber es gibt echt großartigen Rieslingen.
- 1:00:23Ich verinner mich an eine Verkostung vom Pulvermecher von Mure Zeidler, Jahrgang 21.
- 1:00:31Das war unglaublich gut.
- 1:00:33Auch Bäurer schneit man zetera Würrack.
- 1:00:36Ja, super.
- 1:00:37Tolle Sachen.
- 1:00:38Da gibt es richtig gute Rieslinge.
- 1:00:40Wird natürlich, ja, in so Blind tastings kommt es seltener, würde man vielleicht sogar
- 1:00:46schneller erkennen.
- 1:00:47Also so Riesling aus Baden oder Württemberg.
- 1:00:50Ja, nahe, mit oft vulkanischem Gestein oder Devonschiefer.
- 1:00:55Da kommen ja auch teilweise die mit die größten Rieslinge her.
- 1:01:00Und das erkennt man im Glas.
- 1:01:02Das finde ich schon, ob man es zu einem verbrauchenden Raster an die Hand geben kann, sagen kann,
- 1:01:11danach musste gehen, dann erkennst du das schon.
- 1:01:14Finde ich bei so einem hochkomplexen Thema schon echt schwierig.
- 1:01:17Finde ich echt nicht einfach.
- 1:01:23Gut finde oder einfach ist es sicherlich, wenn man das in der Basis macht, in der trockenen
- 1:01:27Basis, gesetzlich trocknenen Basis und dann nebeneinander stellt Riesling, Graubugunder,
- 1:01:33Weißugunder, Sauvian, Blanc, Chardonnay, Silvana und dann alles mal durchprobiert und
- 1:01:39dann die Unterschiede dann natürlich auch merken.
- 1:01:42Man merkt, dass Silvana hat weniger Säure, der Graubugunder auch.
- 1:01:45Graubugunder ist ein bisschen molliger, ein bisschen gefälliger, der Riesling ist vielleicht
- 1:01:50für einen Endverbrauch jetzt ein bisschen kratziger.
- 1:01:53Dann nenne ich es jetzt einfach mal irgendwie fruchtig, ja, ein bisschen rassiger und Chardonnay
- 1:02:03ist vielleicht ein bisschen in der Basis blumiger, floraler und ja, dann kann man das so ein
- 1:02:09bisschen voneinander unterscheiden.
- 1:02:11Dann kann man die Rebsort auch nochmal anders wertschätzen, wenn man die mit anderen Rebsorten
- 1:02:17vergleicht, vielleicht auf einem Qualitätslevel, vielleicht sogar von einem Produzenten oder
- 1:02:21zumindest aus einer Region und man bekommt ein anderes Gefühl für die Rebsort auch für
- 1:02:25deren Großartigkeit.
- 1:02:28Auf jeden Fall.
- 1:02:30Riesling, du aus Deutschland oder bist du da offen oder seid ihr bei euch offen?
- 1:02:35Also Österreich, Elsas finde ich gravierend unterschätzt, also es ist für mich so eine
- 1:02:40der Regionen, die kaum jemand auf dem Schirm hat, wo teilweise nicht auch über den Riesling
- 1:02:45hinaus Großartige Sachen kommen, aber auch Riesling aus Neuseeland, Australien, Clair-Valley,
- 1:02:50Grossoviel, ich finde großartig, Niagara, Spielex, spielen wir selber nicht.
- 1:02:57Wir sind wirklich unglaublich fokussiert auf Deutschland in dem Bereich.
- 1:03:01Okay.
- 1:03:02Wer ihr es nicht mögt oder wer ihr einen Kernkonzept braucht?
- 1:03:05Du musst dich immer fokussieren.
- 1:03:07Wenn du, jetzt kann man sagen, der Fokus ist Riesling, aber Riesling ist einfach unglaublich
- 1:03:13vielseitig und groß und ich glaube, wenn du, du verrennst dich und ich bin ein ganz großer
- 1:03:19Fan von sei klar, sei präzise, hab dein Konzept und hab deinen Fokus und dann kannst du nur
- 1:03:26wirklich, nur dann kannst du wirklich gut sein.
- 1:03:28Nichts ist so trotz, also es gibt natürlich bei unseren österreichischen Kollegen auch
- 1:03:34super Sachen und auch viel Veränderungen.
- 1:03:37Amerika muss ich sagen, sehe ich so ein bisschen zwiegespalten.
- 1:03:42Ich finde, die Herangehensweise an Weinbau dort ist oft, jetzt pauschalisiere ich auch
- 1:03:50ein bisschen, aber ist oft sehr technisch, sehr, sehr technisch und ich mag's dreckig,
- 1:03:59ich mag's handwerklich, ich mag's klein und es muss nicht alles, alles immer perfekt
- 1:04:07ausgesteuert und austariert sein mit allen technischen Möglichkeiten, die man hat.
- 1:04:12Was schätzt du, was die Durchschnittskröße der Weingüter in Kalifornien ist?
- 1:04:15Die wird riesig sein.
- 1:04:17Also alle in den Top geworfen und?
- 1:04:19Was in Deutschland ist, 5 Hektar oder so, ne?
- 1:04:22Sehr klein.
- 1:04:23Wahrscheinlich ist es unglaublich groß, 200 Hektar sag ich mal.
- 1:04:272 Hektar?
- 1:04:28Nee, ich hab' nie gedacht.
- 1:04:30Also man vergisst halt, allein das Napa hat ja 700 Winzer.
- 1:04:35Ja, ja.
- 1:04:36Und wenn du die Central Coast teilweise Central Valley nimmst, du hast ganz, ganz viele Weingüter,
- 1:04:41Winzer, die das als Wochenendjob machen und sich da ihr Weingut dann irgendwo finanzieren.
- 1:04:46Deswegen, du sagst es pauschalisierend, es ist in der Tat pauschalisiert, so wie die
- 1:04:50Leute glauben, Deutschland ist eine süß.
- 1:04:52Ja, absolut.
- 1:04:53Süß und billig.
- 1:04:54Es ist dort genauso und es gibt halt unfassbar viele Trends, die eigentlich aus Amerika rüber
- 1:04:58schwappen, sei es biodynamisch, sei es mit Monphasen arbeiten, die dann dieser Longfegg
- 1:05:03nicht wurden, die natürlich auch schon vor, keine Ahneten, in Europa praktiziert wurden,
- 1:05:08aber die in dieser neuzeitlichen Bewegung gerade aus Kalifornien dann wieder hier re-etabliert
- 1:05:15wurden und, Entschuldigung, ich wollte da jetzt nicht zwischenkreten oder die hier...
- 1:05:19Bitte bitte, das macht mir Spaß.
- 1:05:20Ich wollte da nicht zwischenkreten oder ich irgendwie blame.
- 1:05:22Ist aber so eines dieser typischen Vorurteile, wo ich es erstaunlich fand, das ist teilweise
- 1:05:29eine Realität, ganz anders aussieht.
- 1:05:31Natürlich hast du auf der anderen Seite, hast du Produzenten wie Galo, die gleiche
- 1:05:36Rebfläche wie Gesamtdeutschland haben.
- 1:05:38Wahnsinn.
- 1:05:39Wahnsinn.
- 1:05:40Und das haut natürlich immer fett rein.
- 1:05:43Das ist natürlich das, was oft dann über die Grenzen rüber kommt.
- 1:05:48Also ich war mal, das war Kloster Eberbach bei einer Riesling-Veranstaltung und da gab's
- 1:05:55Gäste aus den Staaten und die haben ihre Weine präsentiert und jeder hat auch ein bisschen
- 1:06:00was zu es gesagt und da war eine wirklich Größe der deutschen Meinwelt auf der Bühne.
- 1:06:03Da haben wir über die Handwerklichkeit gesprochen.
- 1:06:06Ich mein, natürlich gibt's da auch einige, die sprechen fürs Handwerk, aber tun's am
- 1:06:11Ende nicht oder haben da vielleicht eine andere Definition.
- 1:06:14Bei den Amerikanern wurden dann Bilder gezeigt, wirklich von ganz flachen Flächen, wo eigentlich
- 1:06:22keine Landwirtschaft möglich ist, viel Bewässerung.
- 1:06:24Die haben das alles in Kreisen angeordnet, die Rebfläche, damit die Sprengleranlagen
- 1:06:33da überall rankommen und das war sehr technisch.
- 1:06:37Also wie gesagt, das trifft jetzt nicht auf alle zu, aber das war so das, was drüben
- 1:06:42letztendlich angekommen ist.
- 1:06:44Ich bin's wahrscheinlich auch mal selbst in Amerika gewesen, aber auch noch nicht in
- 1:06:49Washington State oder so, um mir das mal einzukucken oder auch noch nicht in Kanada.
- 1:06:53Das sollte ich auf jeden Fall aber mal tun, weil hast du ja völlig recht.
- 1:06:57Man kommt ja oft dann auch in eine Situation, dass man ein, zwei Sachen selber dann sieht,
- 1:07:03kennt, auch probiert, die vielleicht nicht gut findet und Themen dann auch relativ schnell
- 1:07:08abhakt.
- 1:07:09Man kann auch nicht alles gern haben.
- 1:07:13Manchmal versucht man sich natürlich auch irgendwie Parameter zu suchen oder die zu
- 1:07:17finden, wo man für sich selber eine Erklärung dann irgendwo finden kann.
- 1:07:22Ja.
- 1:07:23Man kann ja aufgrund dessen oder sonstiges und man kann auch nicht alles besuchen.
- 1:07:26Ja, ganz ehrlich.
- 1:07:27Ich finde die Rieslingwelt, richtig im Sinne von Welt, ist teilweise großartig und ich
- 1:07:31habe schon sehr viele durchaus spannende Rieslinge, nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum,
- 1:07:38sehend erleben dürfen.
- 1:07:39Ja.
- 1:07:40Teilweise auch sogar aus dem Piemont, was witzig ist.
- 1:07:42Und da, interessanterweise, bin ich auf Tdn aufmerksam geworden.
- 1:07:50Ja.
- 1:07:51Was ja auch so eines der Mythen letztlich mehr oder weniger ist, dass wenn man das riecht,
- 1:07:59wenn man den Petroton riecht, glaubt zu wissen, woher er kommt.
- 1:08:04Ja, da gibt es ja, aber gibt es da mittlerweile wissenschaftliche Studien zu, was der wirkliche
- 1:08:12Ursprung ist?
- 1:08:13Na eigentlich schon immer, also gibt es glaube ich seit 50 oder 70 Jahren, also die man irgendwie
- 1:08:19analysiert hat.
- 1:08:21Dieses Trimethyldhytronafdalin, das ist eine chemische Verbindung, die entsteht, wenn
- 1:08:31der Riesling mehr oder weniger zu stark gesondeneinstrahlung oder Trockenstress hat.
- 1:08:36Dann wird Karotin umgewandelt innerhalb der Schale und dieses ergibt letztlich den Petroton.
- 1:08:43Ja.
- 1:08:44Also nichts, was wir uns immer so ein bisschen ausgebastelt haben, wenn er auf Schiefer wächst,
- 1:08:48wenn er spontan vergoren ist, dann riecht er mit einmal nach Kerosin.
- 1:08:51Es ist einfach eine chemische Entwicklung innerhalb der Traube, die den Wein wie eine
- 1:08:59Tankstelle riechen lässt.
- 1:09:00Spannend.
- 1:09:01Und das ist so, wie lebst du das noch?
- 1:09:03Erlebst du das noch?
- 1:09:04Erlebst du das noch oft?
- 1:09:05Was erleb ich noch oft?
- 1:09:06Dass die Leute sagen, es kommt vom Schiefer?
- 1:09:10Nee, das nicht.
- 1:09:11Dass die Leute sagen, oder dass du Weiner in deinem Glas hast, die diesen enormen Petroton
- 1:09:19haben?
- 1:09:20Ich verkurre, ist das nicht mehr viel.
- 1:09:22Wenn du zu klassischen Weinkütern in einen Teilweise einer Mosel, egal wohin gehst, dann
- 1:09:26teilweise ist das ja eine Spielart, die man ganz gezielt ausleben kann, ähnlich wie
- 1:09:33Reduktionen, ähnlich wie Brett, was teilweise in eine Region prägt, was eben Brettboardo
- 1:09:40geprägt hat oder was die Reduktionsbegrund teilweise über eine gewisse Zeit geprägt
- 1:09:44hat, was dann in gewissen Phasen, weil jemand das mit Authentizität gleichsetzt, übertrieben
- 1:09:50wird.
- 1:09:51Entsprechend dann teilweise auch Region oder keine Ahnung, in den Anfang der 2000er haben
- 1:09:55relativ viele diesen Petrode, die die Entonen mit drin gehabt und haben eben geglaubt,
- 1:10:02dass sie ihren Kaby damit wunderbar authentisch machen und konnten es dann auch nicht händeln.
- 1:10:07Es ist ja da eben auch oft die Situation, dass man vergisst, dass es eine Spielart ist,
- 1:10:11die das ganze bereichern soll, die da teilweise im Alter auch noch krasser rauskommt und ihr
- 1:10:16weiternsterstört, weil es dominant ist, weil es unerträglich wird, ist ja mit Brett und
- 1:10:20Reduktion ja genauso, dass man es gezielt einsetzen muss oder exemplare spielen muss.
- 1:10:25Ja.
- 1:10:26Und da dann eben auch und da dann auch amüsanterweise diese, viel Information, die oft auch von
- 1:10:31Winzen gespielt wird, dass sie das nicht wissen.
- 1:10:34Ja.
- 1:10:35Ja gut, das stimmt natürlich.
- 1:10:38Ich finde aber, dass man es nicht mehr so oft im Glas hat, aber vielleicht liegt es
- 1:10:42jetzt auch wieder an, dass ich die Nische von der Nische bin und viele Sachen dann auch
- 1:10:46vielleicht gar nicht mehr so ins Glas bekomme.
- 1:10:48Vielleicht auch deine Winz, also nicht Problem oder die Situation ist ja mehr oder weniger,
- 1:10:54wenn man selber einen Wein laden hat, konzentriert man sich auf seine Produzenten.
- 1:10:58Ja klar.
- 1:10:59Und jetzt war auch links und rechts.
- 1:11:01Ja, ja.
- 1:11:02Das ist nicht so.
- 1:11:03Das ist ja aber meistens auch in diesem Stilrahmen, den man dann selber dann irgendwo anstrebt
- 1:11:07oder wenn man dann ja auch in dem Rahmen, was man probieren kann, immer die Sachen nur
- 1:11:13versucht zu verköstigen, die für einen interessant sein könnten, um eventuell im Programm mitzulaufen.
- 1:11:17Aber man probierte selten was Arttypisches, oder?
- 1:11:20Das stimmt.
- 1:11:21Ja, absolut.
- 1:11:22Da ist man vielleicht auch ein bisschen festgefahren.
- 1:11:24Müsste man vielleicht auch ein bisschen lockerer werden und ein bisschen offener.
- 1:11:29Man ist schon festgefahren.
- 1:11:30Also liberal festgefahren, aber festgefahren.
- 1:11:34Herzlichen Glückwunsch übrigens.
- 1:11:37Wofür?
- 1:11:38Habt ihr nicht heute Jahrestag?
- 1:11:40Das stimmt.
- 1:11:41Eigentlich vor ein paar Tagen, aber heute feiern wir.
- 1:11:45Okay.
- 1:11:46Letzte Woche war das nicht möglich.
- 1:11:50Aber sieben Jahre, sieben Jahre, Konzentriersling.
- 1:11:54Erfolgsgeschichte.
- 1:11:55Zum Glück.
- 1:11:56Zum Glück.
- 1:11:57Ja.
- 1:11:58Jetzt werden wir heute hier vielleicht nichts sagen.
- 1:12:00Was ist mit euch vergleichbar?
- 1:12:01Also der dieses Konzept hat oder wo man einfach so Casual Wine lebt, aber das auf Niveau
- 1:12:07mit einer Auswahl von 1500 Flaschen mit wirklich Tiefgang.
- 1:12:11Also ich erinnere mich noch an die Zeit, als es schon in der Branche ein Thema war, dass
- 1:12:17es da jemand gibt, der auf bestimmte Qualitäten aus ist, die Sucht, die zielt und ein richtig
- 1:12:23cooles Konzept aufbauen will.
- 1:12:25Mhm.
- 1:12:26Ja, also genau das, also identisch gibt es, gibt es, gibt es nix, glaube ich.
- 1:12:34Liegt doch ein bisschen vielleicht an unserer Location.
- 1:12:37Wir sind auf einem Marktplatz und es gibt in Deutschland nicht mehr so viele Marktplätze,
- 1:12:43die funktionieren.
- 1:12:44Viele sind in den letzten Jahrzehnten gescheitert und werden nicht mehr geführt.
- 1:12:49Und es gibt natürlich ganz viele tolle Orte in Deutschland mit tollen Kollegen, Kollegen,
- 1:12:58die Wein leben, die auch Handwerk leben und die das einfach unkompliziert an die Gäste
- 1:13:05weitergeben, das vermitteln und ausschenken.
- 1:13:07Es gibt natürlich auch ganz viele tolle Orte mit weißer Tüstecke und richtigen Service.
- 1:13:16Aber so das unkomplizierte Entschwante, das gibt es zumindest nicht so oft, das ist aber
- 1:13:23sicherlich dann auch eben der Grund, warum wir in den letzten sieben Jahren und so entwickelt
- 1:13:28haben, wie wir uns entwickelt haben.
- 1:13:30Also falls, ja, kopieren ist schwierig.
- 1:13:34Wie viel passen bei euch rein für die 1, 2 oder den 80 Millionen, die Konzept-Rieslinge
- 1:13:41noch nicht kennen?
- 1:13:42Also wie viele Gäste könnt ihr fassen?
- 1:13:45Es gibt kein Limit.
- 1:13:47Wenn es nach draußen geht.
- 1:13:50Also wir haben nach der Corona-Zeit eine große Terrasse oder in der Corona-Zeit eine große
- 1:13:56Terrasse bekommen vom Seiten des Marktes aus, die wir gerade auch großteilig bespielen.
- 1:14:05Und ich würde ganz genau sagen, kann man es nicht, aber ich würde sagen, an einem schönen
- 1:14:10Wetter Samstag haben wir ja sicherlich zwischen 1.200 und 2.000 Gästen auf unserer Terrasse.
- 1:14:19Da ist viel los.
- 1:14:22Auf jeden Fall.
- 1:14:23Das ist Atmosphäre.
- 1:14:24Das ist, für mich ist das Schönste, Samstags vielleicht etwas später zum Karlsbad zu kommen,
- 1:14:31wo die Weinbar ist und wenn die Terrasse schon gefüllt ist und man guckt darüber und denkt
- 1:14:35so Wahnsinn, haben die alle Lust auf guten Wein.
- 1:14:40Auf Wein.
- 1:14:41Was für euch da manchmal ein Nogokriterium für gewisse Weine, wenn man ja in so einer
- 1:14:49Atmosphäre die Großartigkeit eines besonderen Weines nicht greifen kann oder ist das egal
- 1:14:55und ihr sagt wer den auswählt, möchte den auswählen.
- 1:14:58Also man hat ja im Außenbereich kriegt man nur 60% des Weines mit, wenn man durch verschiedene
- 1:15:03Faktoren, teilweise durch verschiedene Luftsituationen, einen anderen Luftdruck z.T.
- 1:15:07den Wein in der Gänze gar nicht aufschüsseln kann.
- 1:15:10Ist das für euch ein Thema gewesen oder sagt ihr, nein, da, wir wollen einfach nur eine
- 1:15:16schöne Karte haben?
- 1:15:17Wir sind eine begehbare Karte, das muss man noch dazu sagen.
- 1:15:21Also du wirst bei uns durchgeführt.
- 1:15:24Also kannst du täglich kommen, ganz zwischen fast 30 Wein, die offen ausgeschenkt werden,
- 1:15:30auswählen, kannst natürlich auch probieren oder du lässt dich eben begleiten von einem
- 1:15:35Intimitlied, das Wein ausgebildet ist und lässt dich beraten und dann findet man schon
- 1:15:41den richtigen Wein.
- 1:15:42Alles klimatisiert?
- 1:15:43Ja, absolut, absolut, alles klimatisiert.
- 1:15:49Wir haben einen Weinraum, wo viele tausend Flaschen drin stehen, wir haben aber auch
- 1:15:55ein Kühllager unterhalb des Marktes im Keller, wir haben mehrere, ich war sechs Weinklima-Schränke
- 1:16:03und ja, alles ist prei gefüllt und wir haben natürlich noch ein großes Außenlager.
- 1:16:09Du wirst beraten, wir finden einen richtigen Wein für dich und das spielt keine Rolle,
- 1:16:15ob du 28, 34 Euro ausgeben willst oder 3000 Euro, du trinkst ihn am gleichen Tisch,
- 1:16:23alles ist gleich, wir sind ein ganz demokratischer Ort, vom Jungstudenten bis zur Top Managerin,
- 1:16:32alle sind dabei und genau, was wir uns aber erarbeiten mussten, ist tatsächlich ein
- 1:16:38Basisortiment.
- 1:16:39Also als wir gestartet haben, waren wir unglaublich fokussiert nur auf High End und Mittelsegment,
- 1:16:48dass dieses Einstiegsegment Brot und Butterweine, wie man so schön sagt, das mussten wir uns
- 1:16:53auch erst mal erarbeiten.
- 1:16:56Ist es einfach oder schwerer als?
- 1:16:59Ich finde schwerer.
- 1:17:00Die besonderen Weine zu finden.
- 1:17:01Ja.
- 1:17:02Ich finde schwerer.
- 1:17:03Richtiges Handwerk in einer gewissen Menge, die wir natürlich benötigen für eine sicherlich
- 1:17:10gut sechsstellige Zahl an Gästen, die wir in 365 Tagen bewirten.
- 1:17:14Wir haben sechs Tage die Woche auf, wir starten um 10 Uhr morgens und es endet um 22 Uhr
- 1:17:21und ein handwerklichen Wein von einem authentischen Familienweingut, weil es ist unser Credo zu
- 1:17:28finden, ist nicht einfach.
- 1:17:30Aber ich denke, wir sind ganz gut aufgestellt.
- 1:17:35Wir haben das in den letzten, haben ja sieben Jahre Zeit gehabt.
- 1:17:39Was für dich die perfekte Atmosphäre und Umgebung zum Wein trinken?
- 1:17:43Ist es so etwas wie der Kalsplatz, wo du sagst, es läuft über die Gesellschaften, über die
- 1:17:46Atmosphäre?
- 1:17:47Oder ist es, wenn du selber Wein verprobst oder sonstiges, wo du sagst, nur neutrale Räume,
- 1:17:53keine Bilder an der Wand, vorher einmal Luftfeuchtigkeit auf 80 Grad hochgeschossen oder oder oder?
- 1:17:59Kann man das gar nicht, gar nicht an so etwas festmachen?
- 1:18:02Ja, es kommt wirklich drauf an, was man vorhat.
- 1:18:07Will man einfach nur genießen oder will man es wirklich verkosten und mit Kollegen, Kollegen?
- 1:18:14Verkosten, richtig analytisch verkosten, also gar nicht oder den Wein in seiner Größe
- 1:18:18zu greifen.
- 1:18:19Also das, ähm...
- 1:18:20Ich finde, das lässt sich auch wunderbar am Kalsplatz, auch wenn es trubelig ist, wenn
- 1:18:25viel los ist, wenn es unterschiedliche Gerüche gibt.
- 1:18:27Ich glaube, dieses sehr spezialisierte, ich brauche Ruhe, keine Musik, keine Menschen
- 1:18:37oder eben nur die ausgewählten Verkosterinnen und Verkosterinnen und einen Rauben ohne Ablenkung.
- 1:18:43Oh, dann kriegt Wein auch so etwas unemotionales, Stereales.
- 1:18:49Da fehlt die Lebendigkeit.
- 1:18:51Also es ist doch etwas, was in Gesellschaft getrunken wird.
- 1:18:54Ja, auch wenn man sich davon treiben lässt einfach und wenn man so diese Emotionen, einfach
- 1:18:59dieses Urlaubsfeeling, einfach eine halbe Stunde am Samstag.
- 1:19:03Ja, ja, absolut.
- 1:19:04Oder am Montag.
- 1:19:05Montag auch mal ein guter Tag.
- 1:19:08Da kommen wir jetzt drunter.
- 1:19:10Ja, dann wird sehr viel konsumiert wahrscheinlich.
- 1:19:14Ja, da sind es deutlich weniger Leute als am Samstag, aber die Flaschenumsätze sind
- 1:19:21höher.
- 1:19:22Die Schlagzeilprobe, Person und Stunde.
- 1:19:25Da werden auch immer schöne Line-Ups gebildet.
- 1:19:29Ja.
- 1:19:30Es wird einfach geteiligt.
- 1:19:32Das ist nämlich das, was so schön ist, ist, dass wirklich wir in Ort des Teilen sind.
- 1:19:38Leute, die sich nicht kannten, zu uns gekommen sind, sitzen nachher am Tisch, haben die Arme
- 1:19:46umschlugen und trinken großartige Weine und teilen mit anderen.
- 1:19:51Und ja, am Ende geht man raus.
- 1:19:54Es ist glücklich, hat auch noch eine neue Bekanntschaft gemacht und tolle Weine geteilt.
- 1:19:58Kandade natürlich.
- 1:19:59Und ich finde, das kann nur Wein.
- 1:20:00Das kann kein Bier.
- 1:20:01Das ist kein Arme und Grün.
- 1:20:03Man liegt sich beim Bier natürlich nach der dritten Maße auch in den Armen und singt
- 1:20:07zusammen schmutzige Lieder.
- 1:20:09Aber anderklar.
- 1:20:10Und beim Wein, man tauscht sich aus, man lässt voneinander probieren, man ergänzt sich,
- 1:20:16man kommuniziert.
- 1:20:17Es passiert bei ähnlich facettenreichen Getränken wie Konjak oder Whiskey auch nicht.
- 1:20:21Also Whiskey ist ja auch eine gewisse Vielfältigkeit.
- 1:20:24Man wird niemals sein Glas rüber schieben zum nächsten und sagen, hier rieche mal oder
- 1:20:28probier mal.
- 1:20:29Rieche mal rein, schmecke mal rein, schau mal.
- 1:20:30Was man bei dir probieren, genau.
- 1:20:31Und das passiert, das ist beim Weinjahr gang und gäbe, egal welche Sprache man spricht,
- 1:20:34welche Altersklasse man hat, welche Gesellschaftsschicht man hat.
- 1:20:38Es ist ein kommunikatives Getränk.
- 1:20:39Findest du, also kennst du irgendein Getränk, das wie beiden ist, das genauso vielfältig
- 1:20:44oder vielschichtig oder kommunikativ oder sozialisiert oder was auch immer ist?
- 1:20:49Eigentlich nicht.
- 1:20:50Nein.
- 1:20:51Eigentlich wirklich nicht.
- 1:20:53Also es gibt es nicht.
- 1:20:54Ich finde viele Getränke, aber das ist sehr persönlich.
- 1:20:57Das ist jetzt sehr mein Ding.
- 1:20:59Also ich mag die meisten Spirituosen selber nicht trinken.
- 1:21:03Ich finde es gab auch noch nie einen Tag, wo ich morgens aufgewacht bin mit dem Kater
- 1:21:08und hab gesagt, Mensch, war das clever, dass wir uns gestern noch so drei, vier Spirituosen
- 1:21:12reingeknallt haben?
- 1:21:13Gab's noch nie.
- 1:21:14Also auch wenn die in ihrem Handwerk sicherlich da großartige Sachen waren, mir schmeckt's,
- 1:21:19mir schmeckt's selber nicht.
- 1:21:21Und ich find sie auch nicht so vielseitig durch diesen sehr hohen Alkohol.
- 1:21:26Find ich, ist das einfach enormer Alkohol und das ist einfach eine andere Facette.
- 1:21:33Und auch Tee wird ja öfter erwähnt.
- 1:21:37Also es gibt tolle Tees, aber die Vielseitigkeit, nein.
- 1:21:40Wein ist einzigartig und das ist ja das Schöne.
- 1:21:43Das ist ja das Schöne, dass wir in dieser Branche arbeiten, wo es ein Getränk gibt,
- 1:21:49was einfach einzigartig ist.
- 1:21:51Ja, das kann man nicht nachmachen mit anderen Sachen.
- 1:21:54Das zeichnet uns aus und macht ja auch so wahnsinnig viel Spaß in dieser Branche auch
- 1:21:58zu arbeiten.
- 1:21:59Und dann wein er in deinem Sinne Singule zum Trinken und zum Entdecken oder zum Sichwohlfühlen
- 1:22:09oder Kombinieren.
- 1:22:10Wenn du es jetzt A oder B sehen müsstest.
- 1:22:12Dann A.
- 1:22:13Lieber Trinken.
- 1:22:14Ja, Trinken ist fantastisch.
- 1:22:19Und Kombinieren brauchst du für den Riesling?
- 1:22:23Brauchst du gewisse Kombinationspartner?
- 1:22:25Also bist du da eher Team klassisch Fisch oder vielleicht Käse, wenn er reif ist?
- 1:22:29Nein, würde ich gar nicht.
- 1:22:32Also unterschiedliche Kategorien, unterschiedliches Essen auf jeden Fall durch die Vielseitigkeit
- 1:22:36vom Riesling.
- 1:22:37Natürlich passt nicht jeder Riesling dazu, wenn man mal so ein Riesling...
- 1:22:41Aber Riesling ist etwas, was man immer kann, finde ich.
- 1:22:42Also manchmal auch Speisen, wo man nicht weiter kommt.
- 1:22:45Gibt es in diesen großen Riesling...
- 1:22:47Genau, dann kannst du den Riesling nehmen und der kann dann...
- 1:22:49Gibt es etwas, wo du spielen kannst und der kann das?
- 1:22:51Ja, das stimmt.
- 1:22:52Das kann er.
- 1:22:53Es gibt natürlich extrem tolle Food-Wine-Pairings, wo man sagt, dass denken viele Leute nicht,
- 1:23:00irgendwie so Spätlese und Wild und solche Geschichten.
- 1:23:02Das macht natürlich schon unglaublich Spaß.
- 1:23:04Aber also ich gehe auch ins Restaurant, ich bestelle eigentlich seit Jahren keine Weinbegleitung
- 1:23:10mehr.
- 1:23:11Ich bestelle eine Flasche, auf die ich Lust habe, auf die die Gesellschaft, mit der ich
- 1:23:14Zusammensitze luste, und wir essen und genießen das Essen und wir genießen den Wein.
- 1:23:20Und natürlich schaut man ein bisschen drauf, aber in der Regel trinkt man eben keine ganz
- 1:23:25fetten Rotweine zum Einstieg des Menüs und wählen das natürlich schon irgendwie halbwegs
- 1:23:35clever aus.
- 1:23:37Aber das einfach parallel genießen, finde ich, macht mir persönlich einfach viel mehr Spaß
- 1:23:43und auch eigentlich allen Menschen, mit denen ich unterwegs bin, macht das mehr Spaß als
- 1:23:48Food-Wine-Pairing.
- 1:23:49Okay.
- 1:23:50Ist das nicht für dich ein gewisser Entertainment-Charakter dabei, wo du sagst, und wenn mir noch
- 1:23:55einer was dazu erzählt oder hattest du das doch nicht?
- 1:23:59Doch, doch, auf jeden Fall.
- 1:24:00Ich will auch gar nicht sagen, dass alle Kollegen das nicht beherrschen und tolle Sachen machen.
- 1:24:06Gerade wenn man ein Entertainment haben möchte und wenn man durch den Abend geführt werden
- 1:24:11möchte, soll man je es ja ein Gastgeber und führte durch den Abend oder oft ja sogar
- 1:24:20viel spannender, packender als das Nicht-Wein-Fach-Personal macht, die dann eben nur das Essen in der
- 1:24:31Regel erwähnen.
- 1:24:32So wenn man beides kombiniert, in Sprache bringt und transportiert einen Gast, finde ich
- 1:24:37super.
- 1:24:38Aber oft sitze ich mit Menschen am Tisch, mit denen ich mich super viel unterhalte und
- 1:24:47da kommen dann natürlich Interaktionen mit dem Gastgeber, der Gastgeberin zustande.
- 1:24:51Aber braucht man nicht immer.
- 1:24:54Braucht man nicht immer.
- 1:24:55Hm.
- 1:24:56Jetzt erlaube ich mir, euch zu entführen und zwar in die Welt von Fritz Wieninger und
- 1:25:18das stellvertretend mit seinem 2023er Wiener gemischten Satz aus der Lage Biesermberg.
- 1:25:23Ein Wein, der nicht nur schmeckt, sondern der eine Geschichte erzählt.
- 1:25:26Was Fritz Wieninger mit diesem Wein geschaffen hat, ist mehr als nur ein geschicktes Zusammenspiel
- 1:25:30von Rebsorten.
- 1:25:31Es ist ein Fenster in die Wiener Weinkultur, eine Verbindung zur Geschichte des Wiener gemischten
- 1:25:36Satzes und eine Ode an das Tiroir des Biesermbergs.
- 1:25:39Beginnen wir mit der Region, mit der Lage, mit dem Biesermberg, einem besonderen Ort
- 1:25:44in der Wiener Weinkultur.
- 1:25:45Die Hänge des Biesermbergs mit ihren Löse und Kalkböden geben dem Wein eine mineralische
- 1:25:49Basis, die seinesgleichen sucht.
- 1:25:52Hier, geschützt von den kühlen Nordwinden und gesegnet von einer idealen Sonnenexposition,
- 1:25:57haben die Reben die Chance ihr volles Potential zu entfalten.
- 1:26:00Diese Kombination aus langen Vegetationsperioden und einem besonderen Mikrokliemmer schafft
- 1:26:05eine Balance aus Früsche und Reife, die dem Wiener gemischten Satz so außergewöhnlich
- 1:26:10macht.
- 1:26:11Es ist diese Lage, die dem Wein die Struktur, die Lebendigkeit und die Frischverleidung,
- 1:26:14die wir so lieben.
- 1:26:16Doch ein Tiroir allein reicht nicht aus.
- 1:26:18Es braucht einen Winzer, der die Eigenheiten dieses Boden versteht und respektiert.
- 1:26:22Fritz Wieninger ist so ein Winzer.
- 1:26:24Seit Jahrzehnten ist er ein Vorreiter im Wiener Weinbau und hat sich der Wiener Belebung und
- 1:26:29Modensierung des Wiener gemischten Satzes verschrieben.
- 1:26:32Seine Herangehensweise ist zugleich innovativ und traditionsbewusst.
- 1:26:35In den 1980er Jahren begann Wieninger, sich mit biodynamischen Anbau zu beschäftigen.
- 1:26:40Damals noch ein wenig beachteter Ansatz im österreichischen Weinbau.
- 1:26:43Heute zeigt sich, dass dieser Weg die richtige Entscheidung war.
- 1:26:47Wieningers biodynamischen Methoden gehen Hand in Hand mit einem tiefen Respekt vor dem Boden
- 1:26:52und der Natur.
- 1:26:53Diese Prinzipien spiegeln sich in jeder Flasche wieder.
- 1:26:55Jeden Tropfen, der das Tiroir unverfälschen Ausdruck bringt.
- 1:26:59Der Wiener gemischte Satz, den Wieninger so meisthaft interpretiert, hat eine lange Tradition.
- 1:27:04Ursprünglich als Volkswein bekannt, geht seine Geschichte bis ins Mittelalter zurück.
- 1:27:08Damals pflanzte man verschiedene Rebsorten einem Weinberg an, eine Methode, die die Resolenz
- 1:27:13gegenüber klimatischen Schwankungen stärkte und die Erträge stabilisierte und vor allem
- 1:27:18sicherte.
- 1:27:19Heute hat der Wiener gemischte Satz nicht nur den Status einer geschützten Herkunftsbezeichnung
- 1:27:23erreicht, sondern auch internationale Anerkennung als unvergleichlicher Ausdruck der Wiener Weinkultur.
- 1:27:28Und was macht dem Wieninger 2023er gemischter Satz so besonders?
- 1:27:33Es ist die Vielfalt der Rebsorten, die gemeinsam im Weinberg wachsen, gemeinsam reifen und
- 1:27:37gemeinsam geerntet werden.
- 1:27:38Grüner Feldliner, Weißburgutter, Riesling und manchmal ein kleiner Anteil Neuburger.
- 1:27:43Jede Sorte bringt ihre einzigartigen Eigenschaften mit.
- 1:27:45Der grüne Feldliner fühlt eine pfeffrige Würze hinzu.
- 1:27:48Der Weißburgutter verleiht dem Wein eine samtige Textur, während der Riesling für
- 1:27:52die frische und lebendige Säuresorgt.
- 1:27:54Das Ergebnis ist ein harmonischer komplexer Wein, der die Vielfalt der Natur und die
- 1:27:58Weisheit des Winzers in sich trägt.
- 1:28:00Die Weinbereitung dieses Jahrgangs verdient besondere Erwähnungen.
- 1:28:04Wieninger setzt auf eine schonende Pressung der Trauben und minimalen Schwefeleinsatz, um
- 1:28:08die Aromen klar und unverfälschter erhalten.
- 1:28:10Die Regierung erfolgt spontan und langsam unterstützt.
- 1:28:12Von den natürlichen Häfen ist Weihgut.
- 1:28:14Es ist nur so entstehen Weine, die authentisch und voller Leben sind.
- 1:28:17Ein wahrer Ausdruck des Theroas.
- 1:28:19Der Ausbau auf der Feinhilfe verleiht dem Wein eine cremige, harmonische Struktur, die man
- 1:28:24im Glas förmlich spüren kann.
- 1:28:26Gleichzeitig bewahrt die Lagerung in Edelstalltanks die Frisch- und Vitalität, die den Wieninger
- 1:28:302023er Wiener gemischter Satz aus dem Wiesermberg so einzigartig macht.
- 1:28:35Dieser Wein ist durchaus, aber nicht nur für den sofortigen Genuss gedacht.
- 1:28:39Durch seine Struktur und seine lebendige Säure hat er ein Alterungspotenzial, das ist ihm
- 1:28:43ermöglicht, über Jahre hinweg zu reifen und seine Aromen zu entfalten.
- 1:28:47Im Laufe der Jahre werden sich die fruchtigen und blumigen Noten zu tiefgründigeren Aromen
- 1:28:52von hohen und getrockneten Kräutern entwickeln.
- 1:28:55Ein Zeichen für die hohe Qualität und die perfekte Balance, die dieser Wein bietet.
- 1:28:59Die mineralische Basis des Wiesermbergs gibt dem Wein eine Struktur, die ihm Langlebigkeit
- 1:29:03verleiht und er bleibt auch nach Jahren frisch und ausdruckschark.
- 1:29:07Was bedeutet das für euch?
- 1:29:08Die ihr diesen Wein verkostet und begleitet?
- 1:29:10Es bedeutet, dass ihr hier ein Stück Wiener Geschichte in den Händen haltet.
- 1:29:14Ein Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
- 1:29:17Der Wiener gemischte Satz ist ein lebendiges Denkmal der Wiener Weinkultur.
- 1:29:21Und Wieninger hat dieses Erbe nicht nur bewahrt, sondern auch neu interpretiert und modernisiert.
- 1:29:26Jeder Schluck erzählt von dieser einzigartigen, wunderschön authentischen, hochromantischen
- 1:29:31Stadt ihren Menschen und ihrer Liebe zum Wein.
- 1:29:33Und genau so ist dieser Wein.
- 1:29:35Es ist ein Wein, der Tradition und Moderne verbindet, der ist terroirrespektiert und
- 1:29:39die Vielfalt der Rebsorte zur Geltung bringt.
- 1:29:41Doch nun, lass uns praktisch werden, denn es ist ein Zombie-Podcast.
- 1:29:44Wie serviert man diesen Wein am besten?
- 1:29:46Aufgrund seiner frischen Komplexität ist der Wiener gemischter Satz ein ausgezeichneter
- 1:29:50Begleiter für viele Gerichte.
- 1:29:51Klassische Wiener Küche wie Tafelspitze und Backhändel harmonieren wunderbar mit der
- 1:29:55Struktur und den Aromen des Weines.
- 1:29:57Auch die asiatische Küche insbesondere Gerichte mit frischen Kräutern und Gewürzen ergänzt
- 1:30:02die florale Noten des Rieslings im gemischten Satz hervorragend.
- 1:30:06Die natürliche Säure des Weines macht ihm zum idealen Begleiter für Fettespeisen, da
- 1:30:10er den Gaumen belebt und die Aromen unterstreicht.
- 1:30:12Seine Vielseitigkeiten, seine Lebendigkeit machen ihn zu einem Wein, der sowohl im Glas
- 1:30:16als auch am Gaumen begeistert.
- 1:30:18Mit diesem Wein trinkt ihr ein Stück Wiener Kultur.
- 1:30:20Ihr trinkt die Geschichte und die Innovation, die in den gemischten Satz eingeflossen sind.
- 1:30:25Ihr spürt dem Biesernberg die biodynamische Philosophie von Wieninger und die Leidenschaft,
- 1:30:29die jeden Schritt dieses Prozesses begleitet hat.
- 1:30:32Fritz Wieninger hat es verstanden, das Tiroir und die Tradition in einer modernen Form zum
- 1:30:37Ausdruck zu bringen.
- 1:30:38Er hat einen Wein geschaffen, der sich nicht nur gut trinkt, sondern auch eine Geschichte
- 1:30:42erzählt, eine Geschichte, die von den Böden des Biesernbergs, der Vielfalt der Rebsorten
- 1:30:47und der Hingabe eines Winzers handelt, der die Wiener Weinkultur mit Herz und Seele lebt.
- 1:30:52Lasst uns gemeinsam diesen Wein verkosten und spüren, was der Biesernberg und die Stadt
- 1:30:56Wien in sich tragen.
- 1:30:57Denn in jedem Glas dieses Wiener gemischten Satzes schickt ein kleines Stückchen von
- 1:31:02Wien von seiner Geschichte, seiner Vielfalt und seiner unnachahmlichen Lebendigkeit.
- 1:31:06Vielen lieben Dank, lieber Fritz Wieninger, dass du uns dieses Schlückchen Wiener Geschichte
- 1:31:10schenkst.
- 1:31:11Und noch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:31:15Hat es zu schonmal ein unbeschreibliches Weinspeisenerlebnis, auch wenn das nicht so dein Kernfundament,
- 1:31:32wenn du essen oder trinken gehst?
- 1:31:33Ja sicherlich.
- 1:31:34Hat dich irgendwie schon mal was geflasht?
- 1:31:38Cool ist es ja, wenn der Sommerjahr an den Tisch kommt und dir vielleicht was anderes
- 1:31:48vorschlägt als das, was man im Kopf hat oder dich berät, dir Fragen beantwortet.
- 1:31:55Man ist ja nicht eilwissen.
- 1:31:57Man stellt sich, ja man sucht vielleicht auch etwas und lässt sich was empfehlen.
- 1:32:03Man kennt ja in der Regel das Essen noch nicht, wenn man zum ersten Mal da ist.
- 1:32:09Und dann ist ja so die Expertise auch total wichtig, weil die Küche vielleicht viel besser
- 1:32:13eingeordnet werden kann durch das Personal, was vor Ort ist.
- 1:32:17Und dann kommen natürlich tolle Sachen zustande.
- 1:32:20Aber auf der anderen Seite gibt es ja auch ganz viele negative Erlebnisse.
- 1:32:24Es ist ein guter, zwei Sterne, sehr bekannten zwei Sterne Restaurant gewesen und der Sommerjahr
- 1:32:30wollte uns da ein paar Portweinempfehlen zum Hauptgang.
- 1:32:33Aber keiner von uns hat Bock drauf gehabt.
- 1:32:35Und das haben wir auch mehrfach gesagt.
- 1:32:37Aber es kam keine andere Empfehlung.
- 1:32:38Und irgendwo anders herum wird dann gesagt, nehmen Sie jetzt den Jahrgang, weil der andere,
- 1:32:45der ist jetzt gerade so ein bisschen verschlossen da.
- 1:32:47Und dann denkst du, ja, die wird's, die und der wird's ja wissen.
- 1:32:53Nimmst das und es war super.
- 1:32:56Also positiv und diversiv.
- 1:32:58Fingerspitzengefühl oder auch die Erfahrungen, auch die menschliche Erfahrung oder die
- 1:33:01zyologische Erfahrung, die man haben muss.
- 1:33:03Wenn du dir selber ein Wein aussuchst, wenn du sagst, ich möchte heute Breuer trinken
- 1:33:08und jemand vielleicht irgendwie dann trotz allem die Speisen im Hinterkopf hat und sagt,
- 1:33:14okay, könnte vielleicht ein bisschen Schad um den Wein sein, wenn die so massiv sind,
- 1:33:17dass er dem Wein den Glanz nehmen oder eben zu leicht sind, dass der Wein der Speise den
- 1:33:22Glanz nimmt und man würde dann auf Maximilian Grünhaus oder Prinzheim oder sonstiges schwenken.
- 1:33:27Dich von deinem eigentlichen, du hast ja ein Lied im Kopf.
- 1:33:32Das ist auch ein Lied, das kann meistens nicht so gut sein wie das, was du dir selber schon
- 1:33:37vorgenommen hast, weil du es dir auch zierorientiert hast.
- 1:33:39Und das dann aber trotz zu können, das können nur wenige und wenn man das dann aber kann,
- 1:33:44dann finde ich, das ist das großartig.
- 1:33:46Genau, und das ist ja auch ein bisschen die Aufgabe.
- 1:33:50von, wenn ich sage, Milchis. Einen vielleicht führen, einen vielleicht Hinweise geben,
- 1:33:56vielleicht auch ein bisschen spielen und mal was hinstellen und sagen, schmeckt mal rein.
- 1:34:02Das könnte unglaublich gut passen oder es passt unglaublich gut. Da bin ich zum Beispiel
- 1:34:09kein Freund von, das mag ich überhaupt nicht. Wenn ich irgendwo im Restaurant bin, ich habe
- 1:34:12eine Flasche und ich rieche an da und ein Glas hingestellt. Nicht an dauernd. Möchte ich nicht.
- 1:34:16Nein, oder auch oftmals auch noch nicht mal einmal. Ich möchte dann nicht probieren. Ich habe die
- 1:34:23Flasche. Wenn ich negiziere nach Frage, möchte ich nichts im Geschlecht bekommen. Dann komme ich
- 1:34:27persönlich wieder in den Arbeitsmodus. Das ist für mich auch keine Nettigkeit. Für mich ist es auch
- 1:34:31keine Nettigkeit, wenn ich irgendwo essen gehe und ich kriege noch drei extra Gänge geschickt.
- 1:34:36Wenn ich weiß, ich möchte vier Gänge essen und wenn ich damit einmal daraus sieben oder acht
- 1:34:39Gänge, das ist unglaublich lieb. Es passiert oft, wenn man als Kollege, wenn man sich kennt und
- 1:34:48dann sagt, den Thumb dem Silviot tun wir etwas Gutes, stellen wir noch. Es ist total super lieb,
- 1:34:54aber das sind meine Ressourcen. Ich bin nur 170, da passt nicht so viel rein. Ganz schnell
- 1:34:59überschossen. Oder ich komme dann eben zu einem, jetzt muss ich wieder im Arbeiten. Noch
- 1:35:04blin probiert, ja natürlich ist das, ja Touriga Nacional, super mega. Möchte ich in dem Augenblick
- 1:35:10nicht. Und es ist nett und super und ich wertschätze es von der menschlichen Seite, aber das ist dann
- 1:35:14die Kommunikation dann eben auch seitens des Zombies, dass er es anführen kann, möchte derjenige das.
- 1:35:18So wie gesagt, dem Rottbein. Das musst du natürlich absolut. Möchte er das oder möchte er es nicht?
- 1:35:22Ja, das musst du natürlich. Wenn wir da in der Lokke, in der Runde am Tisch sitzen,
- 1:35:27guter Gesellschaft, dann merkt man das sicherlich, ob wir das machen. Es gibt ja auch Momente,
- 1:35:35wo ich im Restaurant sitze und gar kein Alkohol trinke. Wenn mir da einer was hinstellt,
- 1:35:38dann denke ich mir ja natürlich auch, "Nein, heute ist Donnerstag, ich bin alkoholfrei." Aber klar,
- 1:35:46wenn das natürlich die Runde auch einfach ergibt, finde ich das manchmal ganz schön und ganz
- 1:35:51sympathisch, wenn man so ins Gespräch kommt und ein bisschen spielt, ein bisschen Entertainment,
- 1:35:59einfach wichtig. Was war dein Weinspeisen-Kombi, deines Lebens, die du? Ich würde sagen gar nicht
- 1:36:07Fine Dining oder so, sondern Weinspeisen-Kombi. Muss gar nicht, ne? Genau, Weinspeisen-Kombi,
- 1:36:11einfach Soul Food, guter Wein. Es kann ja wirklich vielleicht ja thailändische scharfe Küche und
- 1:36:23ein richtig rassiger Riesling, wo in dem Gericht ist wirklich, also nicht europäisch scharf,
- 1:36:29sondern wirklich asiatisch scharf, es ist Koriander drauf, es sind vielleicht ein paar Erdnüsse
- 1:36:33drauf, einfach spicy, frische Zutaten, viel Knack auf dem Teller und dann einen Riesling mit einer
- 1:36:47ganz leichten Reife, vielleicht Ortswein und vier Jahre alt, fünf Jahre alt, der schon so ein
- 1:36:56bisschen vollkommener ist, so ein bisschen runderbalanciert hat, aber trotzdem noch zu-cut und
- 1:37:02auch einen gewissen Druck. Super, super. Trocken? Das klingt trocken? Das klingt trocken, ne? Das wäre
- 1:37:10jetzt auf jeden Fall Kabinett. Ja, okay. Ja, also oder großartig ist, ich weiß nicht, ob du die
- 1:37:17Weine vor Augen hast, Hofgut Feikenstein von der Chansar, die sind unglaublich energetisch. Wenn
- 1:37:26du dazu einfach wirklich so ein sehr aktuell absoluter Trend, so ein Smashburger, richtig,
- 1:37:35richtig fettig und crunchy und saftig und dazu so einen energetischen Kabinett trocken,
- 1:37:45beispielsweise von Feikenscheinen, das ist genial. Ist es nicht irre wie dieses Weingut,
- 1:37:51das ja nicht erst seit fünf Jahren auf dem Markt ist, überhaupt nicht beachtet wurde,
- 1:37:56denn seit fünf oder seit sieben Jahren so war das nicht gefeiert wird? Ja, das ist beachtlich,
- 1:38:01hat keiner verstanden die ganze Zeit und jetzt versteht es angeblich jeder. Krass, oder? Also,
- 1:38:06hättest du vor 15 Jahren gefragt, Feikenstein, hätt jemand gefragt, Adlerhaus oder was auch immer,
- 1:38:12also irgendwie, es war nicht präsent und mit einem, ich weiß nicht warum oder wer das initiiert hat
- 1:38:19oder wie das mit einmal in diese Blase reinkam, es war ja davor so aus und vor. Und da, also großartig,
- 1:38:26dass es so anerkannt wird, dass es so gehypt wird, dass es so wahrgenommen wird, diese
- 1:38:30Einzigartigkeit auch, aber erstaunlich auch, dass es so viel bedurfte, dass es entdeckt wurde.
- 1:38:37Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Es hat einfach keiner verstanden damals, dass Weine nicht
- 1:38:43breitschuldrig sein müssen, dass Weine auch mit niedrigem Alkoholwert, also sehr niedrigen
- 1:38:49teilweise, auskommen können und trotzdem tiefe und länger haben können. Das, also es wäre jetzt von mir
- 1:39:00vermessen zu sagen, dass ich vor 15 Jahren, vor 15 Jahren, das schon auf dem Schirm hatte,
- 1:39:07da war ich selber 15 Jahre, die ganz andere Sachen im Kopf, aber ich, ja, als ich das erst mal probiert habe,
- 1:39:15war ich absolut geflasht, die Familie Weber ist unglaublich, wirklich, das sind, für mich sind
- 1:39:24das Iconen, die sind absolute Handwerker, absolute großartige Menschen und jedes Jahr fahren wir hin,
- 1:39:32probieren jedes Fass und entscheiden uns, was wir kaufen und das macht unglaublich viel Spaß.
- 1:39:40Das ist ganz, ganz, ganz herzlich. Sind das dann Menschen, die das auf einen allgemeinen Schirm bringen
- 1:39:45oder sind das Trends, sind das Geschmacksveränderungen, wie du es vorhin von Bücklin-Bolf erwähnt hast,
- 1:39:49dass du sagst, im Zuge der Zeit der Klimaveränderungen und so weiter verändern sich eben auch ganz gravierende
- 1:39:53Stile, vielleicht auch mit einem neuen Klamm-Eister, was ja dort nicht der Fall ist. Aber wie kommt das mit einmal so?
- 1:40:01Es sind auf jeden Fall auch Menschen. Wer es bei Falkenstein jetzt gewesen ist, weiß ich gar nicht.
- 1:40:07Also wir schenken natürlich viel aus, wir sind natürlich auch ein Ort, wo viel fotografiert wird,
- 1:40:13für ihre Flaschen-Line-Ups fotografiert werden. Das hat sicherlich hin und wieder mal einen Einfluss jetzt
- 1:40:18bei Falkenstein, würde ich das aber nicht sagen, weil das, glaube ich, die große Aufmerksamkeit
- 1:40:23in Spanne schon vor und stattgefunden hat, vor über sieben Jahren. Also Menschen natürlich, also klar,
- 1:40:32wir können teilweise Weingüter ausverkaufen, wenn wir das in allen Plattformen bei uns bespielen.
- 1:40:39Das macht teilweise auch Spaß. Empfehlungen von bekannten guten Somergis, Restaurants,
- 1:40:48haben schon einen großen Einfluss auf die Akzeptanz und Wahrnehmung von Weingütern.
- 1:40:57Und das ist eine Kraft, die positiv wie negativ sein kann. Also wenn zehn Weingüter sagen das und das Weingut
- 1:41:03ist Vollkatastrophe und trinkt das nicht, dann wird man das sicherlich auch spüren, wenn es die richtigen
- 1:41:09Wenn zehn Someris das sagen? Genau, wenn zehn Someris das Gleiche sagen, zur gleichen Zeit kann
- 1:41:16das sicherlich einen Einfluss haben, positiv wie negativ. Jeden Fall. Und Hofgut Falkenstein ist
- 1:41:22glaube, wenn wir uns überlegen, wie war das letzte Jahrhundert und wir sehen, also meine Eltern
- 1:41:30kommen aus einer Generation, wo sich unglaublich viel in die industrielle Richtung entwickelt hat,
- 1:41:37also auch von der Lebensmittelherstellung, von der Weinherstellung. Viel wird größer industrieller.
- 1:41:42Das geht alles zurück. Das geht alles zurück. Also vielleicht nicht in der ganz breiten Masse,
- 1:41:47aber es gibt wieder mehr Bewusstsein für Handwerk. Das spielt solchen Handwerkern,
- 1:41:54Hofgut Falkenstein natürlich auch in die Karten. Das ist ein klein, ich glaube 13 Hektar. Sie sind,
- 1:42:01arbeiten täglich mit der Hand. Sie arbeiten sehr, sehr großartig, sehr individuell, authentisch. Und
- 1:42:08wenn das wahrgenommen wird, wenn das gesehen wird, dass das passiert und wenn es auch nicht
- 1:42:15gelogen ist und nur aus Marketing kommuniziert, die brauchen keinen Marketing, keiner von denen war,
- 1:42:20glaube ich, jemals auf einer Messe, die liefern ihren Wein selber aus. Die gucken uns jedes Jahr
- 1:42:27mehrfach in die Augen. Da ist kein Vertriebsmitarbeiter, der mich fünfmal im Jahr anruft und herft.
- 1:42:35So ultra cool, dass die keine Zeit haben, das Etikett zu verändern. Stimmt. Manchen würde man das
- 1:42:42böse nehmen und denken, jetzt machen wir mal was, haben wir Etikett? Ja, also ich finde, es gibt
- 1:42:47ja so Klassiker wie jetzt Falkenstein oder wie auch Maximien Grünhaus, wo ich es einfach schön
- 1:42:52finde, dass genau das so, ah, Villichef, großartig. Toll, bitte niemals, bitte, bitte niemals verändern.
- 1:42:58Also finde ich, dann eben auch, wo man nicht weiß, ist das irgendwie jetzt beim Falkenstein
- 1:43:04innerviert in Klasse, im Zeichenunterricht entstanden, wo man ein Haus nebenher und darunter
- 1:43:10schnippelt noch mal was aus. Ich will ihm dann nicht so nahe treten, aber es ist so herrlich
- 1:43:13bodenständig. Und dann kommt eben diese authentische Art der Wein. Hast du mal ein Wein, wo du sagst,
- 1:43:18das ist der Wein meines Lebens gehabt? Wein des Lebens schwierig. Ich habe auch viel große
- 1:43:25Weine bei euch. Ja, absolut. Also es gibt so großartig viele Weinmomente, wo ich sage, man,
- 1:43:31was war das wieder für ein fantastischer Wein? An der Mosel, klar, gut, Falkensteins,
- 1:43:40Familie Weber großartig, Julian Hart, Klassiker, natürlich wie du sprichst, Maximien Grünhaus,
- 1:43:47wenn du da mal alte Sachen aufmast, das ist ja auch irregut. Und da spielt das Alter
- 1:43:52nochmal eine ganz andere Rolle. Also alt ist da dann nicht 2014, sondern alt ist da,
- 1:43:59keine Ahnung, 2000er, 90er, 80er Jahre mit einer herrlichen Konstanz. Das war eine Familie
- 1:44:06Schubert da, großartig. Das ist wirklich fantastisch. Und auch durch diese Zeiten,
- 1:44:12also die Rufe hat es ja nicht immer einfach gehabt. Hat sie wahrscheinlich heute auch nicht.
- 1:44:18Ja, das kann so sein. Ja, für die Schäfer, dass die immer noch so klein geblieben sind. Das finde
- 1:44:22ich so. Das ist das Sympathisch. So herrlich. Wahnsinn. 20.000 Flaschen, vier Hektar. Ja, wow.
- 1:44:30Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, sind das doch die besten Referenzen für großartige Weine,
- 1:44:37wenn es nicht immer nur um mehr, mehr, mehr geht, um größer, größer, größer. Ich sage mal,
- 1:44:45der Unternehmerische will mehr zu machen. Also mehr Umsatz und besseres Leben, mehr
- 1:44:52Mitarbeiter, weniger Arbeiten irgendwann, wie auch immer. Das ist natürlich auch irgendwie wichtig,
- 1:44:58dass man auch an der Qualitätsschraube immer, immer weiter zieht. Aber diese kleinen Handwerksbetriebe,
- 1:45:07die auch vielleicht genügsam sind, genügsamer sind, die auch sagen, wir kommen wunderbar zurecht.
- 1:45:16Wir machen genau das, was wir wollen. Wir machen da Urlaub, wo wir wollen. Wir trinken die Weine,
- 1:45:20die wir wollen. Wir gehen da essen, wo wir wollen. Wir kaufen das, was wir wollen. Und es reicht uns
- 1:45:24doch. Wir haben hier etwas wunderbar schützenswertes, was, wenn wir es verdoppeln, verdreifachen,
- 1:45:30verzehnfachen, einfach anders wäre. Und du kommst zwangsläufig auch in irgendwannen,
- 1:45:36in einer Situation, die nach hinten losgeht. Ja, du wirst dann irgendwann zum Getriebenen,
- 1:45:40weil du dann, du musst auf einmal und du musst es immer die Situation, das ist nicht funktioniert.
- 1:45:46Du kommst in eine Drucksituation irgendwann. Es kann alles gut funktionieren, über Jahre,
- 1:45:51Jahrzehnte. Und irgendwann kommst du in die Drucksituation, wo du etwas machen musst und
- 1:45:56eine Entscheidung gegen die Qualität triffst. Und das ist, ja, das ist schade, passiert oft,
- 1:46:02zahlreich. Und bei diesen kleinen Handwerkern auch Julian Hart, Sexhector, Willi Schäfer,
- 1:46:09Feikenstein, fantastisch. Ich finde es bei Willi Schäfer so, was du vorhin erwähnt hast,
- 1:46:16dieses aus dem Gefühl heraus, also gar nicht dieses analytisch technische, was ich dann mit
- 1:46:21aufs Tablet gebracht habe, sondern ich habe mit Christoph gestern, glaube ich, telefoniert.
- 1:46:27Man sagt da etwas mit dem Jahrgang und sagt ja auch, der Mosch schmeckt gut. Also wie das
- 1:46:34Jahr halt geworden ist und ist zufrieden damit. Jetzt auch, dass es halt keine riesen Auslesenqualitäten
- 1:46:39sondern einfach auch mal wieder Kabinetts und Gutsweine oder beziehungsweise Qubis As geben wird.
- 1:46:44Das ist ein schwieriges Jahr natürlich war, aber ich fand diese Aussage, der Mosch schmeckt gut.
- 1:46:48Nicht irgendwie, wir haben so und so viel Ökse, solche Strukturen, die Säure werde,
- 1:46:52nicht dieses analytische, sondern einfach die Leidenschaft erschmeckt. Und das fand ich so
- 1:46:58herrlich und so bodenständig und das was dabei rauskommt, das ist ja weitaus mehr als schmeckt
- 1:47:03gut. Also daher ist ja da so viel Profisionalität und so viel Authentizität mit drin. Aber das,
- 1:47:09was die der beiden leben, ist diese Bodenständigkeit mit dabei. Das hat mich dann wieder mal sehr,
- 1:47:13sehr liebe Grüße an dieser Stelle beeindruckt und sehr weit von dieser hohen Ebene runter geholt.
- 1:47:20Ja, das ist authentisch, das ist einfach authentisch und das ist super sympathisch.
- 1:47:27Was ist Wein für dich? Spaß. Wenn du es in einen Wort pressen müsstest?
- 1:47:32Ich schränke ein handwerklicher Wein. Ist für mich ein Kulturgut. Handwerklicher
- 1:47:38Wein ist ein Kulturgut. Ein schützenswertes Kulturgut, das Handwerk, Genuss, Gesellschaft,
- 1:47:49alles vereinen kann, wie wir vorhin besprochen haben, wie kein anderes Getränk auf der Welt.
- 1:47:55Und das ist das schönste Getränk auf der Welt. Ja, absolut.
- 1:48:03Finde auch diese Einschränkungen mit dem Handwerklichen also sehr wichtig. Kulturgut.
- 1:48:09Unglaublich wichtig. Das heißt man muss es allgegenwärtig in dem oder passt Wein immer
- 1:48:15oder gibt es Momente wo du sagst, da passt Kultur nicht oder passt dieses Kulturgut nicht.
- 1:48:19Oder da passt es nicht hin oder da wird es nicht gewertschätzt.
- 1:48:23Ja, es gibt natürlich Momente wo Wein auch in einer bestimmten Situation einfach ein
- 1:48:27absolutes Wirkungsgetränk ist. Was du überhaupt nicht magst oder?
- 1:48:33Nee, also Wirkungsgetränke grundsätzlich nicht. Okay.
- 1:48:38Grundsätzlich nicht. Genießen und dann in die Wirkung eintauchen, ja. Aber nur zu trinken
- 1:48:46um die Wirkung zu bekommen. Nein, nein, finde ich auch total unesthetisch. Kein Spaß.
- 1:48:54Also Handwerk ist wichtig, Industrie heißt ja nicht, dass es nicht schmeckt.
- 1:49:01Es kann ja schmecken. Es steht da im Regal. Es ist so produziert, damit es möglichst
- 1:49:08vielen schmeckt. Aber es hat wenig mit Kultur zu tun. Es ist unglaublich und nachhaltig.
- 1:49:12Und seelenlos. Es fehlt an Emotion. Es ist einfach ein Wirkungsgetränk.
- 1:49:22Handwerk ist etwas, was unglaublich schützenswert ist, was wir uns erhalten müssen.
- 1:49:29Und das ist unglaublich schwierig, das zu erhalten, weil ja die große Masse dagegen
- 1:49:34drückt und versucht Handwerk eigentlich zu beseitigen durch niedrige Preise, durch
- 1:49:44aggressive Werbung, durch bestimmtes Vorgehen. Es muss viel mehr Menschen geben, die das
- 1:49:52Handwerk loben, ja, Lobpreisen, die es nach außen tragen, dass das doch etwas ist, was
- 1:49:59wir nicht abgeben dürfen. Wenn wir das abgeben, verlieren wir auch Identität.
- 1:50:04Die Art der Weine, mit der wir uns beschäftigen. Was macht das in der weltweit Produktion
- 1:50:10aus? Wie viel Prozent?
- 1:50:12Prozent. Ein bisschen mehr vielleicht. Sehr wenig.
- 1:50:17Na zwei Prozent, sagt man. Sind so Weine um oder ab sieben Euro.
- 1:50:23Ja.
- 1:50:24Oder die zumindest eine gewisse Klasse haben. Ich würde es nicht an der, oder woran machst
- 1:50:30du Industrie fest? Oder Handwerklichkeit? Gibt es für dich der Parameter, wo du sagst?
- 1:50:35Natürlich ein Stück weit Größe, auch wenn man das nicht immer so sagen kann. Es gibt
- 1:50:39auch Größe, Re, Weingüter.
- 1:50:42Wirklich, im Wolf ist es auch nicht klein. Ich glaube 70 haben die gerade im Augenblick.
- 1:50:45Ist ja schon eine gewisse Größe. Aber die würde ich schon eine gewisse Handwerklichkeit
- 1:50:47zusprechen.
- 1:50:48Absolut. Das Coole ist ja, die haben Tradition, aber die sind trotzdem manchmal viel in Startup.
- 1:50:53Also die haben, wenn da hinkommst, die haben Energie. Wir haben Energie und du denkst,
- 1:50:59ja, dann macht das seit Jahrhunderten. Aber trotzdem habt ihr die Power.
- 1:51:04Ja, natürlich. Also wenn ein Winzer kein Winzer mehr ist, sondern nur noch ein Besitzer,
- 1:51:12ein Großgrundbesitzer, einer der seine Reben gar nicht mehr kennt, der nicht weiß, wo
- 1:51:19das angeschlossen werden muss, der aller gepflegte Hände hat. Ja, also man muss.
- 1:51:30Kann dann aber nicht von einem Weg.
- 1:51:32Man muss dann aber nicht von einem, der Winzer. Es gibt ja da auch verschiedene Aufgabenbereiche.
- 1:51:38Und die kann das nicht sein, wenn der Winzer den repräsentativen Teil hat. Aber trotzdem
- 1:51:42dieser Betrieb hat wirklich arbeitet. Insofern will der Kellermeister und der Ausbetriebsleiter
- 1:51:47die ganze Handel.
- 1:51:48Ja, das kann sein. Wobei ich es seriöser finde, wenn ich weiß, es geht ja nicht drum,
- 1:51:57dass man jede Arbeit immer alles alleine und selber macht. Also das will ich gar nicht
- 1:52:02sagen. Man macht ja selber bei uns auch nicht. Kann alles, aber ich mach nicht alles. Oder
- 1:52:08muss es nicht immer machen, weil wir uns Aufgaben natürlich auch aufteilen. Aber klar,
- 1:52:14ein Winzer muss verstehen, was im Weinberg passiert. Und das nicht nur technisch und
- 1:52:25im Kopf. Sondern er muss auch wissen, was muss ich jetzt machen und wie sehen meine Weinberge
- 1:52:30eigentlich aus? Also gibt durchaus Situationen, wo ich das Gefühl hatte, dass er das letzte
- 1:52:35Mal vor 25 Jahren im Weinberg stand und gar nicht weiß, was da passiert. Und so schmeckt
- 1:52:43man die Weine auch manchmal. Das sollte nicht sein, natürlich. Wenn die Weine nicht mit
- 1:52:47der Zeit gehen auch so ein bisschen, das merkt man. Ja, schufle ich dich dabei. Wenn du
- 1:52:55gerade sagst, kein Wirkungstrinken, ist es dann auch kein Element zum ausgelassenen Feiern?
- 1:53:02Also passt das Wein zum Feiern oder ist es dann wiederum? Das ist die Definition von Feiern,
- 1:53:08über die man dann spreche. Hochzeit. Also super Wein, klasse.
- 1:53:13Okay. Wird es so jetzt sagen, dunkler Berliner Techno-Club? Nee. Da passt es nicht hin.
- 1:53:23Darum gibt es ja nur goldene Champagnerflaschen. Ja, genau. Deswegen ist der auch noch so süß.
- 1:53:30Ich habe andere Sachen. Deswegen ist der so süß, damit du den in der Atmosphäre überhaupt
- 1:53:35genießen kannst. Aber grundsätzlich bist du auch kein Feind davon oder kein Nichtfreund,
- 1:53:45davon, wenn man sagt, man hat eine schöne Feierlichkeit, wo es auch ein bisschen ausladen, wo auch getanzt
- 1:53:50werden darf und so weiter, dass man da auch gerne zum Wein greift. Ah, schön. Ja, klar.
- 1:53:55Das gehört doch auch dazu. Also die letzten Hochzeiten, auf denen ich als Gast war, auf
- 1:54:00denen ich meine eigenen, hat Wein immer eine wichtige Rolle gespielt, habe ich die Rolle
- 1:54:05eingenommen. Wie fing das bei dir an mit dem Wein? 2000. Ja, jetzt muss ich mal selber
- 1:54:12überlegen, welchen Jahr das ist. Also ich habe eine Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht,
- 1:54:18im Kastenshotel Luisenhof in Hannover. Das ist ein kleines fünf Sterne Privathotel in
- 1:54:23Familienhand und die hatten einen großen Weinkeller damals schon. Der war immer begeisternd.
- 1:54:30Also Grünhaus ist beispielsweise einer der ersten Weine, mit denen ich im Kontakt war.
- 1:54:35Ob es der erste war, weiß ich nicht. Also auf dem Qualitätslevel. Aber wir hatten immer
- 1:54:40auch im offenen Ausschank große Gewechsel von Maximillen Grünhaus. Und der Weinkeller
- 1:54:47war sehr interessant, auch optisch sehr interessant. Wir hatten mehrere Kühlhäuser mit Wein.
- 1:54:52Das war ein spannendes Thema. Aber damals habe ich noch definitiv nicht gewusst, dass
- 1:54:57ich irgendwann mal zu 100 Prozent in der Branche lande. Mein Vorhaben war eigentlich Hoteldirektor
- 1:55:05werden, möglichst im Ausland. Und das ist die Oriental Bangkok. Was schön ist im Ausland
- 1:55:14und Wein sollte da ein Teil von sein. Ein Teil. Und es war höchst interessant. Ich habe
- 1:55:20mich dann früh mit beschäftigt, weil ich dann im Restaurant in der Bar gearbeitet habe und
- 1:55:25ich bin ein ganz großer Fan davon, dass man weiß, wovon man spricht. Und dann hatte man
- 1:55:31die Karte. Dann wurde man den Fest angestellt und natürlich mal abgefragt. Lage, Region,
- 1:55:38Jahrgang und drei, vier beschreibende Wörter dazu. Aber es war jetzt nicht so richtig
- 1:55:45tiefgründig. Und wir hatten schon eine große Weinkarte und da waren auch paar teure Weine
- 1:55:49drauf. Dann wollte ich zumindest einen guten Überblick haben und habe mich da angefangen,
- 1:55:57mich zu beschäftigen, ein bisschen reinzutauchen in das Thema. Nichts ahnen, dass es mal
- 1:56:03meinen ganzen Tag bestimmt. Glaubst du da jemand, der dich an die Hand genommen hat, also
- 1:56:10konkret und dich davon überzeugt hat, den du einfach toll fandest? Ja, schon. Ich habe
- 1:56:19das auch. Ich denke, du kennst ihn auch. Joachim Christ kommt ja aus Hannover und der hat ein
- 1:56:25Weinhandel da und der hatte das Hotel damals auch beliefert. Und der hat das sehr entusiastisch
- 1:56:30immer gemacht, wenn der da war. Ich saß jetzt bei diesen Gesprächen noch nicht dabei. Das
- 1:56:33war damals der FMP-Direktor, der dabei saß und jemand aus dem Restaurant. Aber der
- 1:56:38hat mich damals auch eingeladen zu so einer Hausmesse. Und das war schon ihre, da waren
- 1:56:43die ganzen Winzer und ganz viele Weinen und ganz viele Menschen, die an das probiert
- 1:56:50und darüber gefachsimpelt. Da war ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie mit großartig in
- 1:56:55den Kontakt. Also das war ja sicherlich auch das Alter, wo ich absolut zugeben muss. Habe
- 1:57:00ich auch Wirkungsgetrunken. Anfang 18, 19 Jahre alt gewesen. Da ging es noch nicht ganz
- 1:57:09so viel um Genuss. Und das war schon augenöffnend. Und natürlich die Mitarbeiter in dem Hotel
- 1:57:17Mitarbeiterinnen, die waren alle auch sehr kundinarisch visiert. Viel über Wein auch
- 1:57:24gesprochen. Und ja, das hat einen so ein bisschen mitgerissen. Bin dann gewechselt nach der
- 1:57:32Ausbildung, wo ich parallel noch angefangen habe, Hotelökonomie, Fernstudium zu studieren.
- 1:57:39Und dann eben nach Berlin gewechselt. Und zwar habe ich da so ein Managementprogramm
- 1:57:45gemacht bei der Hotelkette Roccoforte im Hotel de Hoben. Nach einem Jahr bin ich dann dort
- 1:57:52durch unterschiedlichste Situationen mehrfach aufgestiegen und war dann stellvertretender
- 1:57:59Restaurantleiter und musste mich zwangsläufig wieder mit dem Thema Wein beschäftigen. Und
- 1:58:05das habe ich sehr gerne gemacht. Also du hattest über den Wein immer die Möglichkeit mit
- 1:58:10den Gästen tolles Gespräch zu führen. Und wenn du dich dann immer besser auskannt
- 1:58:14ist, dann kannst du auch immer mehr erzählen. Du hast die Leute mitgenommen und dann wäre
- 1:58:19wirklich alles verkauft. Es war gar nicht. Also viele große Champagner, natürlich auch
- 1:58:28Weine hinter denen ich heute sicherlich nicht mehr stehe. Aber die gehörten dazu, viel
- 1:58:33Einfluss auf die Karte hatte man in der ersten Zeit auch gar nicht unbedingt. Das wird auch
- 1:58:38recht vorgegeben. Aber man konnte das bestmögliche Erlebnis daraus machen.
- 1:58:43Hatst du die Weine damals verstanden, wenn ich dich kurz unterbrechen darf, die du verkauft
- 1:58:48hast? Weil es klingt sehr jung. Es klingt eigentlich sehr ungeformt. Das ist manchmal
- 1:58:52eben auch so ein ... oder damit will ich nicht dich blame, sondern vielleicht so eine Situation
- 1:58:55in der Gastronomie so ein wenig aufmachen, dass man manchmal mit so einer Situation konfrontiert
- 1:59:00wird, wo man die Weine noch nicht kennt, keine Erfahrung hat, wirklich für Schweine, Geld,
- 1:59:05Weine verkauft und eigentlich gar nicht weiß, was man macht. Ja schon. Also ich habe ein
- 1:59:09Bindere sicherlich total reingewachsen. Ich war 21 Jahre alt und hatte diese Verantwortung
- 1:59:14dann als stellvertretender Restaurantleiter fürs Restaurant, obwohl wir auch zu dem paar
- 1:59:20Monate später auch kein Restaurantleiter mehr hatten. Natürlich, also das muss man
- 1:59:25natürlich offen zugeben. Man ist da eigentlich Fehl am Platz und überfordert. Und das war
- 1:59:33aber für mich der absolute Antrieb, das Beste daraus zu machen, möglichst besser zu sein,
- 1:59:38als die anderen mehr zu machen, als die anderen mehr zu leisten, um dem Ganzen irgendwie gerecht
- 1:59:44zu werden. Und das klappt in der Hotellerie. Das ist manchmal das Schöne, dass man genau
- 1:59:50so eine Situation, wo einem ungewollt Verantwortung übergeben wird. Wenn man einigermaßen smart
- 1:59:56ist, kann man da richtig viel draus machen. Wofür man sonst vielleicht irgendwie fünf
- 1:59:59oder zehn Jahre bräuchte, wenn dich in dieser klassischen Hierarchie hochtrinken würde.
- 2:00:03Das war auch zu der Zeit untypisch, dass ein so junger Mann in diese Position gekommen ist.
- 2:00:11Also ich war, glaube ich, auch der Jüngste im ganzen FNB-Team und hatte zwischenzeitlich
- 2:00:1840 Mitarbeiter, die auf mich höhren mussten. Ja, mit 21. Das war Zufall, Glück und natürlich
- 2:00:29enormer Energie und Anstrengung. Ich habe nie danach gefragt, ob ich nach Hause gehen
- 2:00:34kann, frei haben kann oder Urlaub haben kann. Ich habe immer alles gegeben, sehr aufopfernd,
- 2:00:41dass ich nicht bereue, muss ich dazu sagen. Und habe mich in alles reingefuchst, was auf
- 2:00:50den Tisch lag. Und habe immer wirklich Gas gegeben, um natürlich aufzusteigen. Mein Ziel
- 2:00:55war es, auch nicht ewig im Restaurant zu bleiben. Ich wollte eigentlich möglichst schnell
- 2:00:59durch, wenn ich ehrlich bin. Ich wollte nicht jeden Tag im On the Floor sein. Ich wollte
- 2:01:08viel mehr noch mal entscheiden können. Deswegen habe ich mich auch so unglaublich angestrengt.
- 2:01:12Das war natürlich die letzte Station. Ich bin dann auch noch weitergegangen ins Hotel
- 2:01:19am Steinplatz. Ebenfalls in Berlin gehört zur Autograph Collection, zur Tech-Gruppe
- 2:01:24Marriott. Da war ich Gastgeber und Sommelier. Und das für zwei Jahre. Da habe ich sehr viel
- 2:01:32mit Wein gemacht. Da habe ich gemerkt, Wein, das ist total mein Ding. Das macht ja so
- 2:01:37unglaublich viel Spaß. Du kannst so viel kommunizieren mit dem Thema. Du kannst Menschen fesseln.
- 2:01:42Du mach das Spaß. Und wie vielfältig ist diese Branche. Ich bin da so richtig abgetaucht.
- 2:01:50Ich habe dann natürlich weitergebildet. Ich glaube, das müsste auch ungefähr der Zeitpunkt
- 2:01:54gewesen sein. Im ersten Jahr am Steinplatz, wo ich dann ins Sommelier College gegangen
- 2:01:59bin. Auch von der Sommelier Union, wo ich die Einladung zubekommen habe. Viel gemacht,
- 2:02:05viel gereist, alles an Masterclasses, Veranstaltungen mitgenommen, Weinreisen gemacht, ohne Ende,
- 2:02:13Verkostungen. Super viel aufgesogen. Ganz viele Ideen umgesetzt mit Winzern, Winzerinnen,
- 2:02:22Veranstaltungsformate etabliert. Und habe gemerkt, das ist eine unglaublich geniale Branche.
- 2:02:28Die macht ja super viel Spaß. Ja.
- 2:02:31Wo man auch richtig abtauchen kann. Also so wie du es skizziert hast, man kann daher
- 2:02:34fast 24/7 Wein, Wein, Wein lernen, reisen, probieren und dann in so einer Stadt wie Berlin,
- 2:02:42wo natürlich noch einiges mehr ist als in Nordbrannenburg.
- 2:02:47Ja, ganz richtig. Also das Angebot ist gigantisch gewesen. Also unglaublich viele Weinhändler.
- 2:02:54Jeder Wunsch, jeder Winzer, auch nach Berlin. Und man muss in der Hauptstadt stattfinden.
- 2:03:00Da wird einem viel geboten. Gute Fläche, um viel zu lernen, viel zu probieren. Das muss
- 2:03:08man sagen. Dafür eben negativ sehr schnelllebig. Ändert sich auch viel.
- 2:03:13Was war für dich die größte und kleinste Weinkarte, mit der du dort gearbeitet hast?
- 2:03:19War es in deiner Anstellung als stellvertretender Restaurantleiter die kleinste?
- 2:03:23Also ich glaube, ich würde sagen Hannover waren zu 600, hätte ich jetzt gesagt.
- 2:03:28Was ja auch schon aus dem Jahr ist. Ja, schon ordentlich.
- 2:03:33Ja. Rokkoforte waren auf jeden Fall nicht so viel. Es waren vielleicht ein bisschen über
- 2:03:38200 Positionen. Und im Hotel am Steinplatz würde ich auch sagen, dass zwischen 2, 250,
- 2:03:47300 Positionen auf der Karte sind. Wie habt ihr jetzt 1500, oder?
- 2:03:51Ja, eigentlich sogar noch mehr. Aber am Standort Karlsbergs haben wir 1500 und insgesamt
- 2:03:57sind wir da sicherlich Richtung 2000. Ist es leichter mit einer größeren oder kleinen
- 2:04:02Karte zu arbeiten? Logistisch mit einer kleinen.
- 2:04:06Das ja, das ja. Aber so allgemein vom täglichen Handling und vom... Also wahrscheinlich hast
- 2:04:12du ja bei der 2000 oder 1500 Position Weinkarte auch nur deine 80-Runner, die du wirklich
- 2:04:18dann irgendwie aktiv verkaufst. Ja klar, da gibt es dann auch nicht mehr.
- 2:04:21Die Teilen werden ausgetauscht werden. Ja, die du auch gerne dastehen lassen möchtest
- 2:04:27oder liegen lassen möchtest, die du vielleicht auch gar nicht so aktiv verkaufen möchtest,
- 2:04:30sondern die einfach nicht so gut sind. Ja, die vielleicht nur auf den richtigen Moment
- 2:04:32warten. Ja, das stimmt. Also ich glaube, eine Weinkarte muss nicht so groß sein, wie unsere.
- 2:04:40Bei uns steht es für das, was wir machen, diese Tiefe auch in das Thema. Und es ist ja nicht
- 2:04:46nur Riesling, es ist auch Champagner, es ist auch viel spätbegunder. Auch Bugunder. Natürlich
- 2:04:52aber fokussiert natürlich Riesling. Eine Weinkarte kann auch klein und spannend sein. Es gibt tolle
- 2:04:59Ressorts auch hier in Düsseldorf, die vielleicht, ah, lass es mal 70, 80 Position auf der Karte haben,
- 2:05:05aber richtig gute Sachen. Du findest immer, was ist wechselt auch, was passt sich vielleicht
- 2:05:10auch sogar ein bisschen der Jahreszeit an. Das ist auch cool. Schön. Das ist super. Also das Problem
- 2:05:15ist, wenn du die Kontrolle über eine Karte verlierst und das passiert, wenn du von allem nur
- 2:05:20eine Flasche da hast und dann kommt die Gruppe, die Zehnergruppe, die will zwei Flaschen trinken.
- 2:05:24Blöd. Du musst es schon im Griff haben, du musst deinen Weinbudget kennen. Das trifft gerade
- 2:05:31auf Hotelketten zu. Da ist ja sehr viel, einfach Zahlen getrieben vorgegeben und da find ich,
- 2:05:40hast du oft Probleme. Da hast du oft Probleme mit dem Weinkartenhandling. Es ist unglaublich
- 2:05:46schwierig im Hotel oder in der größeren Kampagne eine Weinkarte gut laufen zu lassen. Also da
- 2:05:54haben es die kleineren vielleicht oft ein Tucken einfacher. Stimmt. Wie viel Service kommt
- 2:06:01ihr bei euch noch machen auf dem Kaltplatz? Also richtig Weinzimmer? Ganz unterschiedlich.
- 2:06:05Oder ist es einfach nur Flasche auf und rüber? Nee, also auch. Sicherlich auch gerade auf der
- 2:06:11Terrasse haben wir Self-Service. Du kommst zu uns an die Theke, ich beraten, dauert in der Regel
- 2:06:18eine Minute und du gehst mit deiner Flasche weg oder du schnappst der einen von uns und gehst
- 2:06:24in den Weinraum. Wirklich eine Minute? Oder ist es übertrieben formuliert? Mit Bezahlvorgang und
- 2:06:29einem drum und dran. Ja doch. Oder du holst dir das volle Paket ab, kannst du auch und kriegst
- 2:06:34alles was du willst. Und wir sind immer genug, das habe ich aus der Hotelzeit gelernt. Wir haben
- 2:06:42Mitarbeiter, die lange bei uns arbeiten, die denke ich so sagen sind, uns zumindest sehr glücklich
- 2:06:47sind und wir arbeiten eigentlich nicht, wie es oft so ist, dass immer zwei Leute zu wenig im Dienstplan
- 2:06:54stehen. Du kannst bei uns das Full Service Package bekommen. Wir machen alles was du willst. Also
- 2:07:00wir haben auch alles da um alle Gegebenheiten um das zu machen. Du kriegst einen großen Wein
- 2:07:05auch groß serviert. Was ist das bei dir oder was würde es bei dir heißen, wenn du sagst Full
- 2:07:09Service oder richtig groß serviert? Absolut, eine Beratung wo keiner auf die Zeit guckt. Du
- 2:07:14kommst rein, unterhalten uns entspannt. Wir finden heraus was du trinken willst, worauf du jetzt
- 2:07:22Lust hast. Wir sprechen über unterschiedliche Weine, unterschiedliche Jahrgänge. Ich komme nicht
- 2:07:27nur mit einer Flasche und sage die ist es, sondern wir gucken uns an was könnte sein und hast du
- 2:07:31das schon mal getrunken? Wir fühlen daran, dann bist du am Tisch. Die Flasche wird natürlich
- 2:07:36fachgerecht geöffnet. Sie ist alt, mit einem Durant. Sie wird karafiert, dickantiert, was immer
- 2:07:44nötig ist. Sie wird fachgerecht gekühlt. Das Glas ist immer voll und man vermittelt dir eine gute
- 2:07:56Zeit. Du wirst nicht allein gelassen, sondern man unterhält sich über die Zeit, die du da bist.
- 2:08:01Dann gibt es aber auch anonymes Trinken bei uns. Völlig klar. Dann die Theke, Flasche mit
- 2:08:07Schraubverschluss auf die Terrasse in die Sonne, Sonnenbrille auf, Glasvoll, Attacke. Absolut
- 2:08:12auch. Jetzt habt ihr ja auch einen Verkauf dabei. Was ist mit Supplies? Habt ihr da was? Magst du das?
- 2:08:20Findest du das Quatsch? Sagst du auch es bald Weihnachten? Einer hat alles, der braucht das
- 2:08:24auch noch. Verkaufentun wir es nicht. Gebranded to Scanner Messer von uns. Ein klassisches
- 2:08:33Pulltup. Sonst ist ja keine Vitrine, wo die ganze Füllefans drin hängen. Gartst du das persönlich?
- 2:08:42Manche Sachen sind notwendig. Die gehören auch überall hin. Karaffen, vernünftiger
- 2:08:53Korkenzieher. Wenn man alte Weine nicht kauft, nicht mag, dann brauchen wir auch keinen Durant
- 2:08:58oder Hebamme. Wir brauchen es. Wir haben eine tatsächlich mal kaputt gekriegt nach sechs
- 2:09:05Jahren und vielen Tausend Flaschen. Eine ist ein Durant kaputt gegangen. Sonst sind die
- 2:09:11fürs Leben. Wir machen vielleicht auch überdurchschnittlich viele Flaschen damit auf. Das ist ein Utensil, was sonst
- 2:09:19ja lebenslänglich hält und wichtig ist. Ansonsten haben wir logistisch fast Schiller bei uns.
- 2:09:28Weiß nicht, ob du die kennst. Mach das was mit dem Wein? Ich habe nie die Erfahrung
- 2:09:37gemacht, ob der jetzt ganz langsam runtergekühlt wird. Aber eigentlich rein aus dieser Sensibilität
- 2:09:42heraus müsste er schon was mit dem Wein machen und hat das auch mal mit Vorsicht genutzt.
- 2:09:49Wir hatten ihn, er hat manchmal in so mancher Sommerzeit wirklich den Pups gerettet, wenn
- 2:09:54man nicht in den Flaschen einkühlen kann und wenn du den Zähnertisch hast, dann kannst
- 2:09:58du es eben nicht so schnell kühl kriegen und dann so ein Fahrsteller einfach ein wahrnendiges
- 2:10:03Geschenk. Auf der anderen Seite finde ich, wird zu wenig noch auf die Sensibilität der
- 2:10:12Weine rücksicht genommen. Also durch diese schnelle Logistik werden Weine oftmals am
- 2:10:17Tag geliefert, abends aufgemacht, passiert extrem häufig und nicht eben das, wie früher,
- 2:10:23ich kenne es aus meiner ersten Zeit, da hat man gesagt, okay, den Wein, der ist jetzt
- 2:10:26erst vor zwei Wochen gekommen, den bitte noch nicht aufmachen, der ist noch ein bisschen
- 2:10:29nervös oder er kommt aufs Kopferaum und es hat was, aber kaum jemand berücksichtigt
- 2:10:34das und genauso mit dem Fahrsteller, also für alle die es nicht kennt, da ist eine
- 2:10:37Kühlflüssigkeit drin, es ist ein Gerät, da tue ich die Flasche rein, die Kühlflüssigkeit
- 2:10:42hat wahrscheinlich minus 30 Grad und innerhalb von fünf Minuten hat der Weine Serviertemperatur,
- 2:10:49je nachdem wie kalt es eingestellt ist, von 7-8 Grad, also ganz, ganz ultra schnell wird
- 2:10:53der Wein runtergezogen und das ist halt für den Service super angenehm, aber diese eigentliche
- 2:11:00Sensibilität der Weine, kann ich mir vorstellen, selbst wenn du ein Pino ein bisschen kühler
- 2:11:03mit machst, auf 15 Grad runterziehst oder so, wobei die würde ich jetzt auch einfach ins
- 2:11:08Eis legen, also da geht es eher um mal schnell noch was runter zu kühlen, wir haben auch
- 2:11:14genug kühlen Möglichkeiten auf jeden Fall, aber der hilft uns trotzdem ungemein, weil
- 2:11:20wir waren nie darauf ausgelegt, dass so viele hundert Menschen zu uns kommen, wir haben
- 2:11:2570 Quadratmeter, wir haben, ja, wir haben nicht viel Fläche, ist das alles bis ins kleinste
- 2:11:32Detail durchdacht und organisiert, dass es möglich ist und zwar ohne den Charakter zu
- 2:11:39bekommen, das ist eine durchgehätzte Bude, du, der Wein steht schon im Vordergrund.
- 2:11:43Was das Kunststück ist.
- 2:11:45Absolut, aber sicherlich passieren da Fehler auf dem ganzen Weg in den letzten sieben Jahren,
- 2:11:50aber ich glaube, wir sind da schon sehr, sehr gut gewachsen mit.
- 2:11:55Noch mal mit dem Fahrsteller, es ist immer noch besser, als wenn du ein 17 Grad warm
- 2:12:02Rieselnkabinett servierst und sagst, okay, wir warten jetzt mal noch eine halbe Stunde
- 2:12:09und trinken uns langsam rein, bis er dann irgendwie acht Grad hat.
- 2:12:11Da ist es eine schöne Lösung, die einfach funktioniert und der Pragmatie dient und
- 2:12:15dann wahrscheinlich auch euren, eurer Sache dann irgendwo dient.
- 2:12:19Liese?
- 2:12:20Absolut.
- 2:12:21Habt ihr da ein Thema mit oder?
- 2:12:24Riesenthema, Riesenthema.
- 2:12:26Für dich oder für den Laden?
- 2:12:29Beides.
- 2:12:30Beides.
- 2:12:31Also, es ist so, dass wir natürlich früher nicht so viele Gäste hatten und wir hatten
- 2:12:40Gabriel Gläser bei uns.
- 2:12:41Ist auch bis heute, das haben wir noch Gabriel Gläser, ist das Gabriel, das Maschinengeblasene
- 2:12:46ist, finde ich ein tolles Verkostungsklas, ein tolles optisches Glas und auch relativ
- 2:12:53robustes Glas.
- 2:12:54Haben zwischenzeitig paar Mal gewechselt.
- 2:12:59Wir hatten eine unglaublich große Krise, was Gläser anbelangt durch den Ukrainekrieg.
- 2:13:08Diese ganze Supply-Kette war unterbrochen, die Gaspreise sind gestiegen, Verfügbarkeiten
- 2:13:18unglaublich eingeschränkt und mussten zwangsläufig da mehrfach die Gläser wechseln, weil wir
- 2:13:24haben einen sehr hohen Glasbedarf.
- 2:13:29Und da haben wir hin und wieder gewechselt.
- 2:13:32Ja, und wir haben natürlich auch noch ein paar hochwertigere Gläser, Mundgeblasene
- 2:13:40Gläser und ja, aber diese natürlich auf der Terrasse, undenkbar, so was einzusetzen.
- 2:13:47Wenn 600 Leute Gläser, das erste ist kostentechnisch Quatsch, dann müsstest du 20 Euro Pfand nehmen
- 2:13:54auf das Glas und wird es dann immer noch drauf zahlen.
- 2:13:58Das ist dann natürlich schon so, dass wir da ein bisschen in die Breite gehen und auch
- 2:14:05ein stabiles, nettes Glas haben und das wechselt dann auch mal durch.
- 2:14:10Am liebsten weg sind Produzenten dabei oder spielt ihr da das ihr ...
- 2:14:15Da spielen wir.
- 2:14:16Was gerade verfügbar ist oder ...
- 2:14:18Was verfügbar ist, was passt auch von den Rahmenbedingungen natürlich.
- 2:14:23Also bei der Anzahl an Gläser, die wir pro Jahr benötigen, ist das auch ein ernstzunehmender
- 2:14:30wirtschaftlicher Bereich, der durchaus absolut durchdacht sein muss, für welches Glas man
- 2:14:36sich da entscheidet.
- 2:14:37Ja, und das wechselt.
- 2:14:39Da sind wir nicht so festgefahren, aber wir haben auch Zeit, wir haben auch ...
- 2:14:45Mark Thomas, weiß man, ob du die Gläser kennst.
- 2:14:47Ist witzigerweise nur ein Wiener-Ding.
- 2:14:50Ja, ich habe es auch noch nirgendwo anders gesehen.
- 2:14:54Unter anderem beim Steve im Mast, die ja da relativ intensiv mit ihm damit gearbeitet
- 2:15:00haben, aber außerhalb dessen fand ich eigentlich schade.
- 2:15:03Sie funktionieren gut.
- 2:15:05Also das ist wirklich interessant.
- 2:15:07Auf jeden Fall.
- 2:15:09Soll ich mir denn jetzt mal ein Glas holen?
- 2:15:12Sollen wir mal wo reinschmecken?
- 2:15:13Gerne, ja.
- 2:15:14Das ist eine super Idee.
- 2:15:15Deine Wahl?
- 2:15:16Klingt gut.
- 2:15:17Auf jeden Fall.
- 2:15:18Ja, dann laufe ich jetzt mal eben zum Kühlschrank.
- 2:15:24Gerne, ich ebenfalls.
- 2:15:25Na zu jeder Weinfreude, na zu jeder Zommer, na zu jeder Weinhändler.
- 2:15:45Lowpreis im Augenblick, niedrigalkoholische Weine.
- 2:15:48Aufgrund dessen will sie einen eigenen Trinkfluss, eine eigene Lebendigkeit haben, aber es gibt
- 2:15:52Situationen.
- 2:15:53Manchmal Momente oder Schweisen, wo man auch etwas mit Konzentration und Intensität braucht
- 2:15:57und dann braucht man ein Meisterwerk.
- 2:15:59Und der Amarone ist ein Meisterwerk der Konzentration und Geduld.
- 2:16:03Durch das, wie den Amarone notwendige, Abpassimentoverfahren gewinnen die Trauben an Tiefen und Aromenvielfalt
- 2:16:08mit unvergleichlichen Noten von Trockenfrüchten, Schokolade und Gewürzen.
- 2:16:12Kein anderer Wein verbindet Krafteneleganz so eindrucksvoll und erzählt dabei eine Geschichte
- 2:16:17von Tradition und Terror.
- 2:16:19Wenn wir die Cantina Santi und ihren Amarone vorstellen, begeben wir uns nicht nur auf
- 2:16:24einer Reise durch die Weinwelt, sondern tauchen tief in die Geschichte, Technik und
- 2:16:28das Herzstück einer einzigartigen Tradition ein.
- 2:16:31Stellen wir uns vor, wir befinden uns inmitten des Val di Lassi, in einem der lesensten Anbaugebiete
- 2:16:37Venedtians, wo Carlos Santi 1843 begann, seine Vision von einem Weingut umzusetzen.
- 2:16:44Was Carlos Santi sah, war das ungenutzte Potenzial dieser Region, die mineralreichen Böden,
- 2:16:48die Vulkanenlandschaft und die sanften Hügel, die die Reben wie ein natürlicher Schutzschild
- 2:16:52umgeben.
- 2:16:53Was erschuf, ist ein Ort, der Geschichte, Innovation und eine fast ehrfüchtige Liebe zum Terror
- 2:16:59in jedem Glas einfängt.
- 2:17:01Lassi war in den 840er Jahren ein Zentrum für die Herstellung von Spiritosen, doch Santi
- 2:17:06erkannte schnell, dass die Zukunft hier im Wein lag.
- 2:17:09Von den ersten Weinreben bis zur vollständigen Spezialisierung auf Qualität in den 1930er
- 2:17:14Jahren entwickelte sich Santi zum Pionier.
- 2:17:16Unter Cavallera Artigio Gino Santi wurden die ersten modernen Schaumweintechniken eingeführt
- 2:17:21und bis heute lebt dieser Pioniergeist in der Cantina Santi weiter.
- 2:17:261974 wurde das Weingut ein Teil der Grupo Italiano Vini, was die Grundlage für modernen
- 2:17:32Technologien legte, die Santi heute auf bemerkenswerte Weise mit Tradition kombiniert.
- 2:17:37Der historische Kern des Weinguts bleibt unverändert, doch ergänzt durch Innovationen, die die Qualität
- 2:17:42des Weines konsequent auf ein neues Niveau heben.
- 2:17:46Heute gehört die Cantina Santi zu den technologisch fortschrittlichsten Weingütern der Region.
- 2:17:50Von Drohntechnologie, die den Gesundheitszustand der Reben überwach, bis hin zu hochmodernen
- 2:17:55Datenbanksystemen, die jede Parzelle dokumentieren, ist Santi ein Ort, an dem Natur und Technik
- 2:18:01im perfekter Harmonie zusammenarbeiten.
- 2:18:02Sensoren überwachen die Fermentationstepparaturen und zugleich wird der Sauerstoff gehalten
- 2:18:07in den Tanks akribisch kontrolliert.
- 2:18:09Jeder Schritt wird präzise gesteuert und doch bleibt genug Raum für die Entfaltung
- 2:18:14der natürlichen Aromen.
- 2:18:15Die Philosophie des Wenigers Meer zieht sich durch den gesamten Herstellungsprozess.
- 2:18:19Die Technik dient hier nicht dazu, den Wein zu kontrollieren, sondern ihm zu erlauben,
- 2:18:23sein volles Potenzial zu entfalten.
- 2:18:25Die Kunst des Weinmachens bei Santi liegt nicht im Eingreifen, sondern im Begleiten und Fördern.
- 2:18:30Eine Philosophie, die die Weine zu einem unverwechselbaren Erlebnis macht.
- 2:18:34Der Amarone, das Flaggschiff der Cantina Santi, ist das Ergebnis dieses besonderen Zusammenspiels.
- 2:18:39Ein Amarone erzählt Geschichten, Geschichten von vulkanischen Böden, von heißen Tagen und
- 2:18:44kühlenächten und vor allem von der Geduld, die es braucht, bis die Trauben den perfekten
- 2:18:48Moment der Reife erreicht haben.
- 2:18:50Der Amarone entsteht durch das Apassimenteverfahren, bei dem die Trauben auf Holzgestellen trockenen,
- 2:18:55um ihre Aromen und Zucker zu konzentrieren.
- 2:18:58Hier zeigt sich, wie präzise Natur und Handwerk bei Santi zusammenwirken.
- 2:19:01Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden ständig überwacht, um die Bildung von Schimmel zu
- 2:19:05verhindern und die Qualität der Trauben zu bewahren.
- 2:19:08Der Gerprozess des Amarones dauert länger als bei den meisten Wein und die Fermentation
- 2:19:12erfolgt bei kontrollierten Temperaturen, die die Tiefe der Aromen hervorheben.
- 2:19:16Santi kombiniert zlavonische Eichenfässer, die dem Wein Raum geben, sich zu entfalten,
- 2:19:21mit französischen Bariks, die im subtile Holzaromen verleihen.
- 2:19:24Einige der Fässer sind über 20 Jahre alten, haben Generationen von Weinreifen sehen.
- 2:19:29Sie verleihen dem Amarone eine Komplexität und eine Tiefe, die nur durch langjährige
- 2:19:33Erfahrung erreicht werden kann.
- 2:19:34Doch Santi ist nicht nur auf die Vergangenheit bedacht.
- 2:19:37Seit 2018 arbeitet das Weingut vollständig pyrodynamisch und setzt dabei auf nachhaltige
- 2:19:43Praktiken, die weit über die Standards hinausgehen.
- 2:19:46Santi nutzt ausschließlich natürliche Pestizide und hat ein Wasserspaarsystem installiert,
- 2:19:50das den Wasserverbrauch auf ein Minimum reduziert.
- 2:19:53Die Energieversorgung des Weinguts erfolgt über erneuerbare Ressourcen und die gesamte
- 2:19:57Verpackung ist recyceltbar.
- 2:19:59Dieser Ansatz geht weit über die bloße Produktion hinaus.
- 2:20:02Es ist ein Teil einer Philosophie, die die Umwelt schützt und das Weingut zukunftsfähig
- 2:20:06macht.
- 2:20:07Die Region de Lassi ist ein kleines Juwel im Waipolicella-Gebiet und bekannt für ihre
- 2:20:11Vielseitigkeit und die Vielfalt der Böden.
- 2:20:14Der vulkanische Boden bringt eine unverwechselbare mineralitierte Niveine und die Nähe zum
- 2:20:18Gardasee schafft ein Mikroklima, das die Reben vor extremen Witterungsbedingungen schützt.
- 2:20:23Die Rebsorten Corvina, Rondinella und die seltenen Oscillator finden hier ideale Bedingungen,
- 2:20:29um ihr volles Potenzial zu entfalten.
- 2:20:31Santi ist ein leidenschaftlicher Vertreter dieses Teroirs und der Essenz des Waipolicella.
- 2:20:36Die Aromen des Amarones sind tief und komplex.
- 2:20:38Noten von schwarzkirschen, getrockneten Früchten und dunkler Schokolade werden von einem Hauch,
- 2:20:44Gewürze und Lackritz begleitet.
- 2:20:45Es ist ein Bukkeh, das mir nicht nur riecht, sondern das den Gaumen in eine Welt voller
- 2:20:49Wärme und Tiefe entführt.
- 2:20:51Dieser Amarone hat einen langen Abgang, der sich warm und samtig zurückzieht.
- 2:20:56Ein Zeichen von Harmonie und Reife, das nur ein Meister seines Handwerks erreichen kann.
- 2:21:00Eine Verkostung dieses Amarones ist mehr als nur eine sensorische Erfahrung.
- 2:21:04Es ist eine Reise durch die Geschichte, die Kultur und die Landschaft des Waipolicella.
- 2:21:09Ein Glas befüllt mit einem Amarone von Zandt, die ist kein bloßes Glaswein.
- 2:21:13Es ist der greifbare und verständliche Ausdruck einer Region, die sich im wandelten Zeit immer treu geblieben ist,
- 2:21:19die Natur respektiert und deren Aromen in diesem Wein verewigt sind.
- 2:21:23Dieser Amarone ist nicht nur ein Botschafter seiner Heimat, er ist eine Verkörperung dessen, was Wein sein kann.
- 2:21:29Wenn Handwerkskund, Geduld und Leidenschaft in jedem Schritt mitwirken,
- 2:21:33wer diesen Wein probiert, versteht, dass Sand die mehr als ein Weingutes ist.
- 2:21:37Es ist ein lebendiges Denkmal, eine Brücke zwischen Vergangenheit in Zukunft und die Einladung,
- 2:21:42die Faszination des Weinbaus in Waipolicella neu zu entdecken.
- 2:21:46Vielen Dank für die Verlockung und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:22:03So, ich bin wieder da.
- 2:22:05Nicht auch.
- 2:22:06Muss aber noch die Flasche öffnen.
- 2:22:08Da war ich schon mal fleißig im Vorfeld.
- 2:22:11Ja, ist doch schön zum Jubiläum.
- 2:22:21Für euch wahrscheinlich ein bisschen zu groß, oder? Normalerweise.
- 2:22:25Das Haus, also weil ihr doch ein wenig kleinere Produzenten präferiert.
- 2:22:31Aber so? Wir haben viel, viel kleinere.
- 2:22:34Auch Grower Champagne ist natürlich ein Riesenthema.
- 2:22:37Importieren auch selber.
- 2:22:39Aber haben ein paar Klassiker durchaus auch.
- 2:22:44Vielleicht nicht im Einstieg, aber du kannst bei uns Kristall trinken.
- 2:22:51Oder du kannst bei uns auch Önothek trinken, beispielsweise.
- 2:22:57Und das sind auch großartige Sachen, die ich irgendwie auch nicht missen will, sie anzubieten, sie dazu haben, die auch viele Menschen glücklich machen.
- 2:23:09Und absolute Berechtigung und qualitativ ist das auch nie kaputt zu reden.
- 2:23:17Also man kann da anderer Meinung sein und natürlich sagen, nur die ganz Kleinen machen den wirklich echten handwerklichen Champagner.
- 2:23:25Und der Aussage würde ich auch in weiten Teilen zustimmen.
- 2:23:30Aber wenn wir uns über absolut tock Qualität und große Weimomente unterhalten, dann gehören da auch große Häusermit dazu, teilweise.
- 2:23:40Nicht alle und auch nicht. Die liegen nicht ohne Grund diesen großen Namen haben, finde ich.
- 2:23:46Ja, absolut.
- 2:23:48Man kann es oftmals nicht Porschealisieren. Es gibt dann meistens bei vielen großen Häusern auch Sachen, die vielleicht nicht ganz so brillieren wie eben diese großen Sachen.
- 2:23:58Es gibt wenige, die es konsequent durchspielen können.
- 2:24:02Wenn es denn so ist, man hat durch die Bank sehr anständige Qualitäten, ist es umso großartiger.
- 2:24:07Aber die eigentlichen Namen dieser Ausnahmeprodukte, die dann meistens Namen prägend sind, das kann man auch nicht absprechen.
- 2:24:15Stimmt.
- 2:24:17Manche Sachen brauchen vielleicht ein bisschen mehr Zeit, als der Punkt, zu dem sie auf den Markt kommen.
- 2:24:26Aber sie können großartig sein.
- 2:24:30Und auch Röderer, Kristall, wenn das noch zehn Jahre mehr gereift ist, als der Zeitpunkt, wo es rauskommt, das ist schon groß. Das ist ein großer, richtig guter Champagner.
- 2:24:48Diese Önotäklinie, ich meine, so oft habe ich es jetzt auch noch nicht probiert, aber es war immer mindblowing.
- 2:24:53Es war schon unglaublich.
- 2:24:56Es kostet natürlich auch unglaublich viel.
- 2:24:59Aber ja, das ist wirklich ...
- 2:25:02Ist man da dann aber nicht wertfrei, insofern, wenn man ein eigenständiges Produkt hat, was in der Art schon außergewöhnlich ist und man das wie mit mancher Uhr, mit manchem Anzug, mit manchem Auto vielleicht gar nicht so mit Geld gegenwerten kann?
- 2:25:21Meinst du, dass man vor eingenommen ist, vielleicht ein bisschen geblendet ist?
- 2:25:32Ich denke, dass man den Preis nicht infrage stellen sollte oder versuchen sollte, das gegenzurechnen.
- 2:25:41Wo man sagt, kann man diesen einen Euro darin wirklich schmecken, den das Ganze kostet.
- 2:25:46Das Übliche ist, dass es das Geld wertend ist. Ich finde bei dieser Art von Luxusprodukt, was es ja dann ist, das ist dann losgelöst davon.
- 2:25:54Entweder zahlst du die 1000 Euro oder du trinkst es halt nicht.
- 2:25:58Ich glaube, ich bin voll bei dir.
- 2:26:02Ab einem bestimmten Level braucht man sich nicht darüber unterhalten, finde ich.
- 2:26:07Dass Rosso auf dem Sekundärmarkt teuer ist, das ist halt so. Willst du es trinken, kriegst du es nicht direkt, dann musst du es bezahlen.
- 2:26:16Das Gleiche bei vielen anderen absoluten Top-Weinen.
- 2:26:23Man kann sich natürlich darüber streiten, ob das der richtige Weg ist.
- 2:26:30Da mache ich mir gar nicht so viele Gedanken. Wenn ich mir jetzt angucke, jetzt ist es bald Versteigerung und dann wird Schubatz, Leih und Petten Teil von Klaus Peter Keller versteigert.
- 2:26:39Und dann ist das natürlich hochvierstellig und dann würde ich sagen, zurecht ist hochvierstellig und wer es nicht bezahlen möchte, das ist völlig okay.
- 2:26:51Dann wirst du den Wein eben nicht trinken und legitim...
- 2:26:55Ich würde aber das deswegen nicht infrage stellen oder würde es versuchen, irgendwie zu bläben oder sonstiges.
- 2:27:00Das finde ich immer so ungerecht.
- 2:27:03Das finde ich einfach schade, wenn man aufgrund dessen, welches ich es mir nicht leisten kann, möchte das gesamte einfach dann negativ darf.
- 2:27:13Das ist ja oft so, dass du dann bei denen in diesem Segment, wo wir jetzt mal wirklich Richtung Vierstelligkeit gehen,
- 2:27:21es ist ja oft so, dass es ganz viele Sommieges auf einmal gibt, die sagen, ja, das ist nicht sein Geld wert und das ist nicht gut und so weiter.
- 2:27:30Also ich finde solche Aussagen unglaublich schwierig, weil, ja, das sage ich jetzt einfach, aber den fehlt doch total die Trinkerwahrung.
- 2:27:38Wie oft sollen die das denn getrunken haben? Wo sollen die denn gearbeitet haben, wo die so viele Aussage auch zu treffen?
- 2:27:44Absolut, absolut. Und, ja, da kann man eigentlich auch einfach mal momentstil sein.
- 2:27:53Man muss auch nicht immer alles kommentieren. Also ich kann ja meine eigene Meinung zu haben und muss aber nicht immer alles kommentieren
- 2:28:04oder Sachen schlechtreden, die vielleicht für mich nicht erreichbar sind oder ich sie nur einmal probiert habe.
- 2:28:13Es kann ja sein auch so gut aus sein, dass ich enttäuscht wurde von der Flasche, aber einmal trinken ist nicht genug.
- 2:28:22Das finde ich öffentlich zumindest zu sagen.
- 2:28:26Vor allen Dingen auch, was befähle ich mich dazu, die Berechtigung zu haben, es so zu proklamieren.
- 2:28:32Also bin ich dafür wirklich der geeignete, in dem Augenblick, was viele vergessen.
- 2:28:37Oder die Frage, wer hat mich gefragt, dann die Verkennung.
- 2:28:45Herrlich, das kriegt ihr so ein Berliner Drive.
- 2:28:49Hey, ich frage mich nach deiner Meinung. Champagner zum Feier des Tages, da hatte ich.
- 2:28:55Könnte passen.
- 2:28:58Tolles Champagner ist toll. Champagner ist auch etwas, was es wie wenig anderes auf der Welt in dem Bereich geschafft hat,
- 2:29:08international unglaubliche Bedeutung zu haben.
- 2:29:13Und die Bewegung in der Champagne finde ich so toll, sympathisch.
- 2:29:18Das ist natürlich aus der Tradition her, viele Winzer dort gibt, die ihre Trauben natürlich verkauft haben,
- 2:29:27aufgrund der Hektargröße, Nebenerwerb, da haben wir eben hier und da wenige Hektar.
- 2:29:33Und das trotzdem aber eine Bewegung in den letzten Jahren kommt mit jungen Menschen, die nicht mehr verkaufen,
- 2:29:41an die Genossenschaft oder in die großen Häuser und was Eigenes machen, was Spannendes, Kleines,
- 2:29:50nicht so Einheitliches, was ihren eigenen Weg gehen, finde ich super.
- 2:29:56Und das haben wir auch eigentlich nicht mehr so gut ausgesucht.
- 2:29:59Allein die Traubenpreise in der Champagne so enorm hoch sind in Relation zu.
- 2:30:03Reichen zum Leben.
- 2:30:05Das ist ein riesen, riesen großen Welt.
- 2:30:08Ich glaube, die haben da ja ein Kilopreis von zwischen 3,50 und 7 Euro, was eigentlich ein Traumzustand ist.
- 2:30:15Also da den Weg zu gehen, sich selbstständig zu machen, eigentlich Champagne auszuproduzieren,
- 2:30:22ist ja schon fast wahnsinnig, weil du einen riesen Vorlauf leben musst, Lagerfläche brauchst,
- 2:30:30wo du einen Stock aufbauen musst, Reserven anschaffen musst und so weiter.
- 2:30:34Es gibt eigentlich in kaum einer Weinregion so wenig Weggründe außer Selbstverwöchung, der Wunsch nach Selbstverwöchung,
- 2:30:43das zu gehen wie in der Champagne, da ist teilweise spannend.
- 2:30:48Auf der anderen Seite finde ich es auch gut, solche Häuser wie jetzt, wir haben Röderer im Glas,
- 2:30:52Kollektionsfroh44, finde ich auch ein sehr guter Schritt.
- 2:30:55Das war ja nicht nur Röder, das waren ja für einige, die weg von diesen Standardgeschichten,
- 2:31:01die abgefüllt wurden und wo man nicht wusste, wie lange der schon immer egal unter stark ein Strahlung dann irgendwo steht,
- 2:31:08was natürlich in der Zeit eine gewisse Kontinuität oder Geschmacksstabilität dann irgendwo darstellen sollte.
- 2:31:15Hin zu dem, wo man sagt, man vermehlt meistens 3 Jahrgänge, hat eine gewisse Individualität,
- 2:31:22trotzdem eine gewisse Qualitätssicherung mit dabei, hat teilweise einen Hauptjahrgang wie hier 2019
- 2:31:28und versucht zeitgeistig zu sein.
- 2:31:32Ja, finde ich auch, finde ich auch, stimm ich dir absolut zu und eine gewisse Verlässlichkeit,
- 2:31:41ja, hat auch was mit Qualität zu tun.
- 2:31:46Ja, man weiß, was man bekommt, es ist deutlich einfacher, also kannst du ja beim Winzhaar-Champagne,
- 2:31:53da brauchst du ja auch jemanden, der dich berät, wenn du dich nicht auskennst, du brauchst jetzt eine fachkundige Person,
- 2:31:59die genau das herausfindet und mit dir ins Gespräch geht, um das zu finden, was du magst.
- 2:32:07Wenn du weißt, dass du die 244 von Röderer magst und sie ist natürlich deutlich verfügbarer,
- 2:32:14dann ist jetzt irgendwie ein 3 Hektar Winzer aus Musi, südlich von Epanei, den keiner kennt,
- 2:32:22ja, dann ist das ja auch schön und du kannst es in anderen Ländern trinken,
- 2:32:28das ja, ist auch eine Form der Qualität, je nachdem, ob man die Entscheidung, wenn man die ins Programm aufnimmt,
- 2:32:38dass man halt beim kleinen Winzer, ich weiß, ob der jetzt nach einer Woche noch verfügbar ist
- 2:32:43und gerade wenn ich ein Weinprogramm aufbaue, habe ich hiermit auch in der Größe,
- 2:32:48sind der nicht klein mit 250 Hektar eigene Weinberge, habe ich eine gewisse Stabilität dann auch in der Lieferbarkeit.
- 2:32:55Genau, in der Lieferbarkeit und das brauchst du ja manchmal auch, bei uns ist, wir haben zu dritt angefangen,
- 2:33:00wir sind jetzt 21 Menschen, die bei uns arbeiten und wir haben viel, als Konzept viel Zeit,
- 2:33:08dass wir auch erklären können. Es gibt auch ganz viele Konzepte, wo das nicht nötig ist,
- 2:33:14die es auch vielleicht gar nicht wollen, was auch okay ist, die brauchen zwangsläufig Produkte, die gut sind,
- 2:33:21die wieder erkannt werden und die planbar sind. Also ich kann nächste Woche ein neues Champagnerhaus suchen,
- 2:33:29ich kann da runterfahren und mir ein suchen, zack, das ist schnell importiert,
- 2:33:34das kann aber in dem Fall vielleicht nicht jeder und muss mehr planen und dafür ist es super
- 2:33:43und da gibt es eben gute und weniger gute. Ja, und ich finde, da gibt es auch Beispiele in Deutschland,
- 2:33:52von Weingütern, die ein bisschen größer sind, auch ein bisschen verfügbarer, aber wo man weiß,
- 2:33:57dass man eine stabile Qualität bekommt. Und das hat seine absolute Berechtigung
- 2:34:02und es ist wichtig, dass es auch die gibt und das gibt es auch in einem Handwerklichen,
- 2:34:07vielleicht nicht handwerklich, aber ein Handwerklicher. Das stimmt.
- 2:34:12Und dann finde ich es eben wiederum interessant, wenn man beim Runterdrinken keinen absoluten Absturz hat,
- 2:34:19weil du gerade Kristall erwähnt hast, du hast natürlich hoch gelobt, du hast gern gesehen,
- 2:34:22ich sehe aber euch auch auf der Terrasse oder nicht nur auf der Terrasse,
- 2:34:26aber wenn du dann dich runterprobierst über Jahrgang Blanc de Blanc, zur Kollektion,
- 2:34:32dass du da trotzdem noch eine mehr als vertretbare Qualität hast, wo du eine Handschrift erkennst
- 2:34:38und das ist dann die fast größere Art. Wenn du dich dann nicht nur als Argument die Individualität nehmen kannst,
- 2:34:45sondern auch eine gewisse Professionalität in Kombination mit Geschmacksindividualität.
- 2:34:51Ja, absolut. Bin ich total bei dir.
- 2:34:55Ich mag das Weinige dran.
- 2:34:57Ja, sehr.
- 2:34:59Ich finde, dass er nicht zu kark und anstrengend ist.
- 2:35:02Das ist auch der Pinoanteil, der wenig höher ist, das Ganze so ein bisschen trägt
- 2:35:07und der Schaden eigentlich mehr die Frischung und Fokussierheit Mineralität reinbringt.
- 2:35:12Ich mag den Gaumenschmelz, diese feine Perlage.
- 2:35:15Man merkt einen dezenten Holzeinsatz, aber sehr fein.
- 2:35:22Wirkt sehr harmonisch.
- 2:35:25Ich weiß nicht, wie ich das dekorgiert datum auch mit drauf wurde.
- 2:35:31Du kannst es nicht zu letzt durch den QR-Code, das finde ich extrem spannend.
- 2:35:36Kannst du es komplett analysieren, welche Verhältnismissigkeiten drin sind von den Rebsorten?
- 2:35:42Wo die einzelnen Lagen sind, wann dekorgiert wurde, welche Anteile an Reserveien dort drin sind.
- 2:35:50Es wird dadurch zu einer transparenten Flasche, was ich,
- 2:35:54das gibt diese modernen Technik und Mittel und wenn ein Unternehmen das aufgreift
- 2:35:59und sich damit auch offenbart oder im Transparenz zeigt, finde ich das toll.
- 2:36:05Findest du auch eigentlich, dass viel zu wenig über Degosierdaten gesprochen wird bei Schaumweinen?
- 2:36:12Zum Glück mittlerweile, seit fünf oder sieben Jahren wird darüber geredet.
- 2:36:17Wieder mehr.
- 2:36:19Und wird es ja bei einigen auch hinten draufgeschrieben?
- 2:36:23Genau, genau. Ich finde, das hat nämlich fast noch mehr Einfluss als die Seebelage.
- 2:36:28Total.
- 2:36:30Das ist total wichtig, darüber zu sprechen.
- 2:36:33Also beim Schaumweinen, also ich finde es super, wenn es drauf steht.
- 2:36:37Wir versuchen zumindest, es klappt auch in der Regel auch, dass die Weine schon sechs bis zwölf Monate später,
- 2:36:45sozusagen ins Regal kommt, zum Ausschenken.
- 2:36:48Weil das hat so viel Einfluss darauf, wenn man das mal wirklich probiert hat.
- 2:36:52Ein Schaumwein, der frisch degurgiert wurde, zwei Wochen später machst den auf.
- 2:36:56Das ist einfach noch ein bisschen unstimmig, rupig.
- 2:37:00Was ist die Logische?
- 2:37:02Dann kostet das Ding vielleicht auch noch total viel und dann ist es auch total traurig.
- 2:37:06Weil es gar nicht dem Wein gerecht wird.
- 2:37:09Deswegen sehr positiv.
- 2:37:11Auf den Dichlischen beginnt der Schaumwein ja sein drittes Leben.
- 2:37:16Also wo er dann sozusagen ohne sein Mutterkuchen, ohne der Hefe existieren muss
- 2:37:21und sich selber erst mal dort zurechtfinden muss und einordnen muss und gucken muss,
- 2:37:26er fängt ja dann sagen jetzt zumindest viele an abzubauen.
- 2:37:31Aber dieses gezierte Abbau und dieser Weg in die Karkheit oder dieses langsamen Aushungern,
- 2:37:36was ihm dann einen eigenen Reiz gibt, also das klingt das Negatives gar nicht so gemeint.
- 2:37:39Das muss sich auch erst mal finden.
- 2:37:42Also mit weniger Nahrung klarzukommen und sich dann selber zu vormen.
- 2:37:49Ja, ich würde fast auch die These aufstellen, dass ein Jahr auf der Flasche ruhend nach den Degorzom
- 2:37:59mehr Einfluss hat als beispielsweise, ob das jetzt neun oder zehn Jahre Hefellage hat.
- 2:38:04Dies eine Jahr dann am Ende.
- 2:38:06Ich glaube, das hat mehr Einfluss.
- 2:38:09Wir machen ja öfter auch Champagnerverkostungen oder generell Schaumweinverkostungen
- 2:38:15und da fällt das schon auf.
- 2:38:17Das hat enorme Auswirkungen, wenn du der Flasche mehr Zeit gibst.
- 2:38:23Ja, sehr viel Spaß gemacht.
- 2:38:26Wir haben jetzt letzte Woche Zellos eine Verkostung gemacht mit acht unterschiedlichen Flaschen.
- 2:38:32Wir hatten da auch so Degogir-Daten 2014 dabei.
- 2:38:36Hochspannend.
- 2:38:38Noch mal zehn Jahre.
- 2:38:40Das hat es noch mal festgemacht für mich, dass das Thema einfach irre wichtig ist.
- 2:38:51Sollten wir mehr drüber sprechen, sollten wir kommunizieren,
- 2:38:54sollten wir auf Karten schreiben, schreibt es auf die Weinkarte als Gastronomie.
- 2:38:59Ganz wenige.
- 2:39:00Ich habe es erst einmal gesehen.
- 2:39:02Das musste ich dir doch pflegen.
- 2:39:05Ja, klar.
- 2:39:06Das ist schon eine spezialisierte Geschichte, aber finde ich ganz wichtig.
- 2:39:11Aber so eine These funktioniert halt auch nicht immer.
- 2:39:16Also das Haus muss das natürlich auch ergeben.
- 2:39:19Na klar, die Vorselektion von Betrieben muss schon mal laufen.
- 2:39:22Die Fähigkeit haben, genau.
- 2:39:24Da kannst du nicht jeden Hänkel trocken.
- 2:39:27Frisch, das ist hier.
- 2:39:29Nach fünf Jahren wird der auch so lecker.
- 2:39:33Ich habe noch keine Haustür probiert, glaube ich.
- 2:39:36Vielleicht ist das das Geheimnis, dass das trinkbar wird.
- 2:39:39Ich glaube nicht.
- 2:39:41Nee, ich denke auch nicht.
- 2:39:45Wer aber mal spannend, das einzubauen.
- 2:39:48Was wäre dein Glasfall jetzt für den Röderer 2-Filip?
- 2:39:52Ich habe es jetzt in das Zeital-Bordu eingeschenkt.
- 2:39:56Das mag ich eigentlich auch ganz gern bei Schaumweinen.
- 2:39:59Das muss ich sagen.
- 2:40:02Der größte Fehler ist grundsätzlich ein großes Verbrechen.
- 2:40:07Die Sektflöte, du riechst nichts.
- 2:40:10Du schmeckst auch nicht richtig, das ist katastrophal.
- 2:40:13Wir rütteln, dass sich das 60 Jahre durchgesetzt hat, oder?
- 2:40:16Dass es 60 Jahre Bestand hat und keiner hat es gecheckt.
- 2:40:19Wir machen eine Roundabout 120 Weinveranstaltung im Jahr bei uns.
- 2:40:23Und davon sind auch ganz viele, ja, ja, ja, ganz große Part.
- 2:40:26Wir machen auch ganz viele Einsteigertastings.
- 2:40:29Egal, wer das von uns moderiert und die Leute durchführt,
- 2:40:32wenn wir beim Thema Schaumwein sind, sagen wir den Leuten,
- 2:40:35gibt es zum Polterabend, oder?
- 2:40:37Gläser weg, weg, weg, weg.
- 2:40:40Die kaufen sich dann, werden dann ran geführt, mit tollen,
- 2:40:43handwerklichen Sekten beispielsweise, Sektors Krak, Raumland, Griesel,
- 2:40:46irgendwie sowas.
- 2:40:48Nehmen dann eine Flasche mit, aber haben zu Hause das falsche Glas.
- 2:40:51Das ist furchtbar.
- 2:40:54Das größere Glas, ein Universarklas, wunderbar.
- 2:40:57Und dann, ja, kriegt der Schaumwein auch
- 2:41:02seine, das Gefäß, was er braucht, um sich zu entfalten.
- 2:41:08Was aber auch noch nicht so lange her ist, ich erinnere mich an die Zeit,
- 2:41:11wir haben ja selber eine Glaserie mit, oder ich habe das Glaserie mit begleitet,
- 2:41:15die Zierwischen seiner Zeit.
- 2:41:17Und da war die Diskussion, wie sieht das Sektglas aus?
- 2:41:21Braucht man ein Sektglas?
- 2:41:23Und das war um 2.13 Uhr, da war das noch kein Thema.
- 2:41:27Da gab es noch die Sektflut und wenige haben sich damit beschäftigt.
- 2:41:31Und kurz nachdem wir haben das vor 15 auf den Markt gebracht,
- 2:41:34kurz danach fing es dann an, dass ganz, ganz, ganz viele umgestellt haben
- 2:41:38und das dann mehr und mehr ein Thema wurde.
- 2:41:41Aber bis vor 15 war das die lange, schmale Sektunzimmer.
- 2:41:48Und jedem Schrank stand dieses Glas.
- 2:41:53Ja, aber es ist ja gut, dass es jetzt sicher ändert, was mehr heute da ist.
- 2:41:57Dass da ja, umdenken stattgefunden hat, ja.
- 2:41:59Ja, bis das die ganzen Catering-Unternehmen und Unternehmen,
- 2:42:03die irgendwie Empfänge realisieren, dass das Glas nicht das Richtige ist,
- 2:42:06das wird dann wahrscheinlich noch ein bisschen dauern.
- 2:42:08Die haben bis 1999 auch mit Sektchalen noch gearbeitet von dem her.
- 2:42:13Da war der nicht.
- 2:42:15Nein, was ist mal, böse.
- 2:42:17Ja, ehrlich. Ja, aber zu Recht.
- 2:42:20Ich habe mir noch von deinem zweiten Wein was eingeschränkt.
- 2:42:25Ist Bordeaux bei euch ein Thema?
- 2:42:28Ihr seid ja ja bockunderlastig.
- 2:42:30Wir haben welchen?
- 2:42:32Ja, also wir haben einen Klimaschrank, der ist ausschließlich mit Bordeaux gefüllt.
- 2:42:39Allerdings ist das wirklich nur gastronomisch zu sehen.
- 2:42:44Gar nicht im Handel, also dass da mal einer eine Flasche mitnimmt,
- 2:42:48das sind auch gastronomische Preise drauf, weil wir es ausschließlich in Reif spielen.
- 2:42:52Also bei uns hat noch nie jemand nach einem aktuellen Bordeaux gefragt.
- 2:42:57Noch nie.
- 2:42:59Und Reif ist was? Welches Alter fängt es bei dir in den 18 Jahren an?
- 2:43:03Ich glaube der umste Wein ist 28 im Weihengliemaschrank.
- 2:43:07Und dann viel, 90er, 80er, manchmal 70er, wobei dazu bricht dann auch manchmal was.
- 2:43:13Ja, also auch gar nicht nur Ultrasellik, die hat eingekauft,
- 2:43:22nur auf besondere Jahrgänge geachtet.
- 2:43:24Bei uns gibt es auch 82, 86, klar, aber es gibt auch 93, mein Geburtstag war jetzt auch nicht das Beste.
- 2:43:30Es gibt einfach fair bepreisten Reifen Bordeaux aus unterschiedlichsten Quellen,
- 2:43:40für die, die am Ende des Abends in der Regel bei uns fängt man oft mit Weiß und Riesling an zum großen Teil.
- 2:43:46Dann geht man über die Bugunde, irgendwann endet man entweder beim Schaumwein wieder zurück,
- 2:43:52beim Riesling-Kabinett oder wer noch Bock hat auf eine Flasche Bordeaux.
- 2:43:57Das möchte ich auch weiter anbieten.
- 2:43:59Das ist vielleicht auch der einzige Gebiet, wo wir vom Familienweingut etwas,
- 2:44:08was wir bei allen Sachen, die wir handeln, auch haben.
- 2:44:11Also es sind immer Familienweingüter, es sind immer handwerkliche Arbeiten,
- 2:44:15jetzt will ich den Winzern im Bordeaux nicht unterstellen, dass sie nicht handwerklich arbeiten,
- 2:44:20aber da gibt es natürlich historisch bedingt ganz andere Strukturen in der Gesellschaftsform.
- 2:44:27Deswegen weichen wir da sicherlich ein bisschen von ab,
- 2:44:31aber möchten auch auf einer Weinkarte Bordeaux anbieten, aber da ist fast nur Rot,
- 2:44:39weiß ganz selten.
- 2:44:42Josep wahrscheinlich auch eher weniger.
- 2:44:47Es sind gar keine weisige Sachen, aber...
- 2:44:51Ja, bei uns auf der Karte nicht, es gibt auch generell wenig Josep bei uns,
- 2:44:56in Prozentual zu vernachlässigen, also auf 1.500 Positionen fallen vielleicht 5 oder 6 Josees.
- 2:45:07Witzig.
- 2:45:08Mehr ist es nicht.
- 2:45:10Hätte ich das mehr ein Thema bei euch denn, Terrasse und...
- 2:45:13Ja, da gibt es auch welche.
- 2:45:15Es ist selber gefunden, es ist tatsächlich auch der Provence,
- 2:45:19dass spontan vergoren ist, mit der Hand gelesen ist
- 2:45:24und nicht komplett tutti-forti.
- 2:45:28Ja, und es gibt auch was natürlich was Deutsches, Jose für mich, sofalls.
- 2:45:32Wechselt aber auch immer wieder.
- 2:45:35Und dann gibt es auch ein paar spannende Josees.
- 2:45:38Ist natürlich ein Thema, wird getrunken, sind viele tausend Flaschen,
- 2:45:41aber es muss einfach ein gutes Produkt sein.
- 2:45:47Da bin ich aber vielleicht etwas unemotionaler gegenüber als bei anderem Sachen.
- 2:45:54Was magst du bei Bordeaux?
- 2:45:56Ist es eher rechte Sufer, linke Sufer?
- 2:45:59Ist es da eine bestimmte Appellation?
- 2:46:03Ist es eine Rebsortenlastigkeit?
- 2:46:07Also ich finde, man kann auf beiden Seiten großartige Weinenmomente haben.
- 2:46:12Ich mag es wirklich auch selber gerne trinken, wenn es gereift ist.
- 2:46:16Ich liebe das.
- 2:46:18Das habe ich dir leider etwas Jugendliches geschickt.
- 2:46:20Es macht ja auch Spaß, Jugend zu trinken.
- 2:46:24Ich trink es nur oft am Ende und da hast du keine Zeit mehr,
- 2:46:27auf zwei, drei Flaschen zu trinken.
- 2:46:30Dann willst du eben den einen oder musst dann eben direkt das erfüllen,
- 2:46:33was man sich gewünscht hat.
- 2:46:35Bordeaux kann schon einfach großartig auch sein, egal wie groß das Schatot ist.
- 2:46:44Das überrascht mich dann ab und zu auch tatsächlich immer wieder.
- 2:46:48Ich mag es gerne kräftig, ich mag es gereift, ich mag es vollmundig,
- 2:46:59weil das ist nicht der Einstiegswein des Abends, sondern es ist oft das Ende.
- 2:47:05Ich nenne das mal Suferküsser.
- 2:47:08Nachdem kannst du dich hinlegen.
- 2:47:14Das macht mir in der Reihenfolge das Spaß.
- 2:47:17Ich brauche es nicht zwischendrin, ich brauche es nicht zu jung,
- 2:47:21ich brauche es nicht zu frisch.
- 2:47:23Es darf dann auch mal ein bisschen fordernd anstrengend sein.
- 2:47:26Aber eben so die letzte Beschäftigung am Abend ist dann eben.
- 2:47:33Die haben jetzt, Schottelpäs haben wir, 2.19 aus Miserrand-Stef,
- 2:47:37haben 30 Hektar.
- 2:47:39Ist das für dich groß oder ist das klein oder wie würdest du es persönlich einordnen?
- 2:47:43In Bordeaux würde ich sagen, ist das wahrscheinlich eher klein von der Produktionsmenge.
- 2:47:49Was weiß was sie machen?
- 2:47:51Und für dich selber im Rahmen eures Gesamtkonzeptes?
- 2:47:55Wir sind ja immer der Mix aus etabliert und jung und wild.
- 2:48:00Wir haben ja welche mit 4, 5, 6 Hektar, wir haben aber auch Bürklin.
- 2:48:07Und da über Bürklin haben wir aber nichts, also von der Hektargröße her.
- 2:48:12Und ich würde sagen, 25, 30 Hektar ist noch ein Bereich,
- 2:48:16wo du je nach Struktur schon auch noch handwerklich innerhalb der Familie arbeiten kannst.
- 2:48:22Kommt eben ein bisschen drauf an, wer alles mitarbeitet.
- 2:48:27Im Zweifel brauchst du bei der Anzahl auch noch kein krasses Vertriebs-Team.
- 2:48:32Kannst noch viel selber machen.
- 2:48:34Aber kleiner ist schon schön.
- 2:48:39Aber 30 Hektar sehe ich uns nicht als Problem an.
- 2:48:44Also gibt es großartige Weingüter in Deutschland mit 30 bis 40 Hektar,
- 2:48:49die absolut herausragend sind.
- 2:48:52Beispiel Kühling, Gilo, Baden-Witsch-Pania, Klaus-Peterkeller, Regens.
- 2:48:59Da sind ja alle da irgendwo zwischen, sagen wir mal, Mitte 20 und 40.
- 2:49:05Ohne Zugauf, eigene Weinberge.
- 2:49:09Ja, und die haben es ja im Griff.
- 2:49:11Also könnten jetzt das Gegenteil sagen, aber es ist ja wer gelogen.
- 2:49:15Die haben es im Griff, die machen mit die besten Weine.
- 2:49:20Deswegen auch in Bordeaux.
- 2:49:23Manchmal brauchst du ja auch eine gewisse Hektargröße,
- 2:49:28um gewisse Gegebenheiten aus dem Weg zu gehen.
- 2:49:32Ja, ginge auch auszubalancieren.
- 2:49:35Auszubalancieren gerade in Bordeaux finde ich es noch wichtiger als woanders.
- 2:49:38Zu kühle, ja, ginge aus.
- 2:49:40Damit den Rebsorten zu spielen, dass in dem Heimjahr
- 2:49:43mehr Ertrag bei dem anderen, du musst ja trotzdem dein Stil,
- 2:49:47den Stil ist haus, der finde ich hier bei Chateaupers durchaus greifbar
- 2:49:51und identifizierbar ist.
- 2:49:53Kommt für mich auch die philigerantierte Sans-Stèf zum Tragen.
- 2:49:56Er ist für mich nicht überstrapaziert.
- 2:49:58Und das erwarte ich also nicht nur 2019, sondern hättest auch gerne
- 2:50:01in diesem ganz anderen Jahr 2018 zumindest mit einer ähnlichen Ausrichtung,
- 2:50:06was eben nicht nur durch diese maximal 20% neuem Holz gelebt wird
- 2:50:10oder durch keine Ahnung die kaltigen Böden oder was auch immer,
- 2:50:14sondern wo ich als Gewohnheitstrinker eines Hauses
- 2:50:18oder als Mindervorliebe für die Handschrift eines Hauses,
- 2:50:21das dann eben auch wiedersehen möchte.
- 2:50:23Auf jeden Fall. Also ich hab ihn leicht gekühlt.
- 2:50:29Ich weiß nicht, ob du das auch gemacht hast.
- 2:50:32Also man schmeckt, finde ich. Steht jetzt hinten nicht drauf,
- 2:50:35aber es schmeckt nach einem recht hohen Kabinä-Anteil
- 2:50:39und hat trotzdem auch so weiche, samtige Noten,
- 2:50:44ist sehr balanciert, ein bisschen was von Lakritz,
- 2:50:48aber nicht das Auftringliche, sehr fein,
- 2:50:51ein bisschen sehr bärig, ja, Johannesbärer, kräftige rote,
- 2:50:56Bombeere vielleicht ein bisschen.
- 2:50:59Tannine sind fein für 19, also 5 Jahre.
- 2:51:04Ich glaube, wahrscheinlich ist das jetzt auch ein Alter,
- 2:51:07wo es Sinn macht.
- 2:51:10Ab 5 Jahren, ab 10 Jahren, in dem Bereich fängt es an
- 2:51:15und durch diese Rebsorten, die grundsätzlich verwendet werden,
- 2:51:20wird es mit der Zeit auch einfach gut.
- 2:51:23Das ist meine Auffassung, also 10, 15, 20 Jahre.
- 2:51:26Das größte Anteil ist hier Kabinä und Merlot, also in der Kombination.
- 2:51:29Kleiner Kabinä-Frauenanteil.
- 2:51:32Also daher geht es genau in diese Richtung.
- 2:51:35Schön.
- 2:51:38Schön ist dabei, finde ich, direkt geöffnet, macht sofort Spaß,
- 2:51:41aber man erkennt, dass der Größe bekommt,
- 2:51:43den hätte ich jetzt zum Beispiel gelüftet, kraftiert.
- 2:51:45Ich habe ihn auch bei 15, 16 Grad ungefähr.
- 2:51:49Also schon angenehm kühl, um diese frische Frucht der Jugendlichkeit
- 2:51:54so ein wenig herauszuarbeiten, haben aus dem Balance,
- 2:51:59also aus dem begunder-ähnlichen Glas, nicht aus dem Vordoglas,
- 2:52:03wäre ich ihnen jetzt einfach atmen und kommen lassen möchte
- 2:52:07und die viele Granitäten, die ein Wein einfach betont haben,
- 2:52:10möchte vielleicht auch der Tageszeit geschuldet.
- 2:52:12Wenn ich ein Wein denn tolles Potential hat
- 2:52:16und mit Sicherheit 20 Jahre reifen kann.
- 2:52:19Hast du schon alte Sachen von dem Wein gut probiert?
- 2:52:23Das Älteste war aus den 70ern.
- 2:52:26Ah ja, okay.
- 2:52:28Das Tier hat sich ja natürlich nochmal geändert,
- 2:52:30weil 95 wurde das von Rosardin, also den Besitzer von Röderer gekauft.
- 2:52:34Von Röderer, ja.
- 2:52:36Und die haben bzw. in den 90ern fingen die an,
- 2:52:39moderne Techniken sehr stark einzusetzen,
- 2:52:43die positiven sind, also Edelstahl etc.,
- 2:52:46wo sie dann später, nach der Jahrtausend,
- 2:52:49wenn sie dann zurückgerodert sind, wieder auf Beton,
- 2:52:52zum Beispiel teilweise gegangen sind, oder Zement besser gesagt,
- 2:52:55und Holz zurückgefahren haben und solche Sachen.
- 2:52:58Also es gibt ja teilweise Stierveränderungen,
- 2:53:01aber die Langlebigkeit war eigentlich immer sehr konstant.
- 2:53:05Die sind bei einem Gutwasig sehr gewertschätzt,
- 2:53:07also mit allen Veränderungen.
- 2:53:09Das ist interessant, dass du in sofern Stil treu,
- 2:53:12dass du, wenn ich den Depestgeschmack immer drin hattest.
- 2:53:15Ja, sehr schön.
- 2:53:18Was ist denn auch so das Schwierige, es hatten wir 40.
- 2:53:21Christ wahrscheinlich irgendwie Privatkunden.
- 2:53:24Ja, und Christ war es gut, das für ihn.
- 2:53:27Ich finde Endverbraucher so ein undankbarer Namen.
- 2:53:30Stimmt.
- 2:53:32Man redet ja bei Privatkunden immer von Engel,
- 2:53:35ja, irgendwie so Verbrauenverbraucher.
- 2:53:38Am Ende der Nahrungskette.
- 2:53:41Genau, dies am Ende einfach wenn sie reinkriegen.
- 2:53:44Genau.
- 2:53:46Wenn es nirgends wo dazu zu schmerkt geht,
- 2:53:48dann geht es dann rein.
- 2:53:50Stimmt, hast du recht.
- 2:53:55Also...
- 2:53:58Schön.
- 2:54:02Lass dich offen,
- 2:54:04kann dann nachher nochmal nachvergosselt werden,
- 2:54:06das ist ja sehr...
- 2:54:08sehr interessant, ja.
- 2:54:10Auf jeden Fall.
- 2:54:12Aber hast du denn in deiner aktiven Zeit auch
- 2:54:16viel Bordeaux oder hast du da eher Abstand von genommen?
- 2:54:20Immer mal wieder, also große Leidenschaft.
- 2:54:23Ich war zwar immer so ein bisschen mehr der Bugundertyp,
- 2:54:26weil ich mir dieses Tiefsinnige nicht das Vordergrundige mag.
- 2:54:31Für mich ist Bordeaux der Film Bugundes ist das Buch.
- 2:54:34Und ich mochte dann lieber im Wein lesen als unterhalten zu werden,
- 2:54:37aber Bordeaux ist auf der einen Seite so herrlich einfach,
- 2:54:42dass du es relativ schnell verstehst, relativ schnell einsetzen kannst,
- 2:54:47gut damit spielen kannst, auch mit den verschiedenen Häusern.
- 2:54:50Ja.
- 2:54:52Man konnte mit den Jahrgängen spielen, was ich sehr mochte,
- 2:54:54wenn man eine gewisse Kompetenz auch darstellen konnte,
- 2:54:57dass man einfach über die Jahrgänge hinaus berät.
- 2:55:01Es sind teilweise relativ sichere Geschichten.
- 2:55:05Man hat nahezu immer eine sichere Bank mit dabei,
- 2:55:08gerade wenn du das dann irgendwann über die Reife definierst,
- 2:55:11hat man auch das Gefühl, dass es sein Geld wert ist,
- 2:55:14egal mit welchem Veränderung es da einhergeht.
- 2:55:17Also ich erinnere mich an meinen ersten großen Schockmoment,
- 2:55:23als 97 der Bordeaux extrem teuer wurde.
- 2:55:26Also da hat dann irgendwie keine Ahnung,
- 2:55:28dass die Flasche Mutoren nicht mehr 130, sondern 50 Euro gekostet.
- 2:55:31Man sagte, nee, mag damals 150 Mark gekostet.
- 2:55:34Man sagte, oh Gott, es würde nie jemand bezahlen.
- 2:55:37Dann später 2000 kam er, der nächste Schock, dann 2000,
- 2:55:40irgendwie 5, 2005 war er gegangen, als es immer preisintensiver wurde.
- 2:55:46Aber irgendwie haben die Weine das in einer gewissen Form immer gehalten,
- 2:55:50obwohl es immer kritisiert wurde.
- 2:55:52Somit haben die auch mal eine gewisse Präsenz auf den Karten gehabt,
- 2:55:55weil durch diese Entwicklung im Preis,
- 2:55:57konntest du die alten Jahrgänge sehr, sehr gut nachkalkulieren,
- 2:55:59was immer ein sehr, sehr angenehmer Ansatz dabei war.
- 2:56:02Oftmals, wenn du es aktuell einkaufst,
- 2:56:05waren die alten teilweise viel günstiger als die aktuellen,
- 2:56:07die du eingekauft hast.
- 2:56:08Somit konnte man dort, das habe ich mir auf der Karte,
- 2:56:10dann auch glaubwürdig darstellen.
- 2:56:12Es waren immer sehr dankbare Weine,
- 2:56:15sehr dankbare, sehr einfach zu erhändelnde Weine.
- 2:56:19Und Weine, wo man auch Mengen in gereifter Form nachbekommen kann.
- 2:56:24Somit hatte es bei mir immer eine sehr schöne Präsenz auf der Karte gehabt.
- 2:56:28Und ich hätte es gerne noch weit aus intensiver ausgebaut.
- 2:56:32Ja, das ist echt faszinierend,
- 2:56:35dass du immer noch viele alte Sachen einfach bekommst.
- 2:56:40Diese Verfügbarkeit von 30, 40 Jahre alten Weinen,
- 2:56:44die ist einfach herrlich, die ist gegeben.
- 2:56:46Das ist schon irre.
- 2:56:47Was ich aber empfindet, war ein ganz spannendes Gebiet.
- 2:56:51Stimmt, außergewöhnlich finde ich,
- 2:56:54ist, dass man das alles auf 100 Weingüter komplett runter bricht.
- 2:56:59Und die meisten vergessen, dass es dort aber 14.000 Winzer gibt.
- 2:57:03Also, dass es so viel unentdeckte Schätze gibt,
- 2:57:07die eine Einzigartigkeit haben, die teilweise auch,
- 2:57:10gibt der tolle Bordeaux, Rotweine,
- 2:57:13jetzt auch den ganzen, was ja auch in der Presse war,
- 2:57:16vor drei Jahren relativ stark,
- 2:57:19festizidverseuchten Kram einfach mal außen vorgelassen,
- 2:57:22weil es natürlich auch sehr viel Masse und Billigschrott dort gibt,
- 2:57:25der ja auch produziert wird.
- 2:57:27Aber kleine handwerkliche Betriebe, die keiner auf den Schirm hat,
- 2:57:30wo du Weine für 8 bis 15 Euro bekommst,
- 2:57:34die vielleicht nicht die Reiffähigkeit von 40, 50 Jahren haben,
- 2:57:37aber realistisch betrachtet, wieviel von den abgefüllten Flaschen Reifen
- 2:57:40wirklich 40, 50 Jahre in Kosten dieses Reifenpotenzial
- 2:57:43wirklich vollends aus.
- 2:57:45Ich war vor zwei Jahren im Bordeaux,
- 2:57:47wir haben ganz, ganz viele kleine Weine,
- 2:57:49die da probiert und besucht teilweise ein wahnsinniger Bier,
- 2:57:52dynamischer Trend, der dort einhergeht.
- 2:57:54Und das hat für mich diese Region als total,
- 2:57:59also nicht gesehener Hidden Treasure offenbart.
- 2:58:02Hast du eine Region, wo du sagst, die ist komplett unentdeckt
- 2:58:05oder es ist schade, dass die noch überhaupt keine,
- 2:58:09keine Wahrnehmung erfahren hat?
- 2:58:12Kommt immer drauf an, wo du bist und mit wem du dich
- 2:58:16unterhältst.
- 2:58:18Also kleinere Länder in Südamerika vielleicht.
- 2:58:21Ich habe mal mit, vor mittlerweile 14 Jahren,
- 2:58:26ein Jahr in Südamerika verbracht.
- 2:58:28Da hatte ich noch nicht ganz so großes Weininteresse,
- 2:58:32aber ich weiß, dass da Wein gewachsen ist,
- 2:58:35zum Beispiel in Bolivien.
- 2:58:37Also das wäre mal spannend.
- 2:58:39Vielleicht nutzen wir jetzt einfach mal deine Reichweite und Plattform,
- 2:58:42wenn jemand Wein aus Bolivien kennt
- 2:58:44und weiß, wann er kommt, bitte melde es euch.
- 2:58:47Ich würde es gerne probieren.
- 2:58:49Ich würde es gerne probieren.
- 2:58:51Es gibt Wein drauf.
- 2:58:53Ich hatte viele große Überraschungen mit Uruguay.
- 2:58:55Hat mich sehr, sehr beeindruckt.
- 2:58:57Auch dann, wenn man sich dafür ein bisschen interessiert.
- 2:58:59Also, wie in jeder Nahteilweise großartig war also das,
- 2:59:02eines der ersten Weinländer in Übersee dien Wein gesetzt.
- 2:59:08Ich glaube 63 innovierte haben, das fand ich total spannend.
- 2:59:11Die sehr reifefähige Weine produzieren,
- 2:59:13ein tolles Preis zu zu werden.
- 2:59:15Was ich auch sehr interessant fand,
- 2:59:17dass die Leute dort den, ich glaube,
- 2:59:21zweitmeister oder drittmal höchsten pro Kopfum- satz im Wein haben.
- 2:59:25Also am meisten trinken die Beinandere unten richtig.
- 2:59:28Hätte ich nie gedacht.
- 2:59:29Also, ich hatte überhaupt nicht auf dem Weinschirm Uruguay.
- 2:59:31Fand ich sehr, sehr überzeugend.
- 2:59:33Und jetzt neben Argentinien und Chile,
- 2:59:35was man ja schon irgendwo kennt,
- 2:59:37teilweise hatte ich den einen oder anderen brasilianischen Wein,
- 2:59:40das hand war.
- 2:59:41Also Südamerika, glaube ich, oder Lateinamerika durchaus.
- 2:59:44Er findet hier ja kaum ein großes Stad.
- 2:59:46Also klar gibt es irgendwie ein paar große Importeure,
- 2:59:49Distributeure, die dann chilenischen Rotwein verkaufen.
- 2:59:54Aber sonst findet der Kontinent dann echt wenig, wenig Stadt.
- 2:59:59Also Bolivian ist ein großer Aufruf.
- 3:00:03Also ich finde, wir sollten
- 3:00:06Bolivian wieder groß machen, weintechnisch.
- 3:00:10Ich weiß gar nicht, wie echter die haben.
- 3:00:13Es ist wahrscheinlich auch sehr überschaubar.
- 3:00:16Aber spannend, spannend, spannend.
- 3:00:19Bei Falkenstein haben wir geschafft,
- 3:00:21und der nächste Step ist Bolivian.
- 3:00:22Ja, absolut.
- 3:00:23Ich finde das eine Mission.
- 3:00:25Also schauen wir mal.
- 3:00:27Ich glaube, das ist wirklich ein...
- 3:00:28Mit dem Wein hierher bekommen deutlich schwieriger als von der Saar.
- 3:00:34*Lachen*
- 3:00:36*Musik*
- 3:00:42Ein perfekter Kommunikationspartner
- 3:00:44vermarkt es, mit seinem Gegenüber zu spielen.
- 3:00:46Ein perfekter Gastgeber vermarkt es,
- 3:00:48den Gegenüber auf Augenhöhe seine Präsenz zu schenken.
- 3:00:51Und beider Karten vermochte Nico in Perfektion zu spielen.
- 3:00:55Wahrscheinlich ist das einer der Gründe,
- 3:00:57warum er als Geschäftsmann, als Gastgeber,
- 3:00:59als Moderator, als Zombie so unfassbar erfolgreich ist.
- 3:01:02Und das Konzept Riesling in eine ganz eigene Dimension erhebt.
- 3:01:06Vielen Dank, lieber Nico, dass du heute unser Gast warst.
- 3:01:08Vielen Dank für deine Offenheit.
- 3:01:10Vielen Dank, dass du uns einen einblickenden Unternehmen gewährt hast.
- 3:01:13Vielen Dank, dass du deine Riesling-Leidenschaft mit uns geteilt hast.
- 3:01:16Und natürlich vielen Dank für dich in dieser Weinwelt.
- 3:01:19Und noch ein ganz großes Dankeschön an euch.
- 3:01:21Dafür, dass ihr bei uns seid.
- 3:01:23Dafür, dass ihr Woche für Woche,
- 3:01:25und ich finde es erstaunlich, wie ihr tagthaltet,
- 3:01:27die neuen Zombies mit uns begrüßt, begleitet
- 3:01:30und es offensichtlich genießt beziehungsweise davon lernt.
- 3:01:33Danke für euer Feedback.
- 3:01:34Vielen Dank, lieber Tobias, dass du die Idee gut fandest.
- 3:01:37Einen Riesling mit Restsüße für deine Kinder einzulagern.
- 3:01:41Vielen Dank, lieber Peter, für den Hinweis,
- 3:01:43dass die Tür am Anfang bei dem Werbeeinblendung etwas laut knarrt.
- 3:01:46Vielen Dank, liebe Claudia, dass du es so schade fandest,
- 3:01:49dass die Folgen mittlerweile ein bisschen kürzer werden
- 3:01:51und durchaus ein wenig länger sein könnten.
- 3:01:53Und ganz, ganz lieben Dank, lieber Christoph,
- 3:01:55dass du gemeint hast, dass die Folgen so lang sind
- 3:01:58und du einfach nicht hinterherkommst.
- 3:02:00Wir versuchen, viele dieser Ideen umzusetzen
- 3:02:03und euch einfach ein Teil dieses Projekt werden zu lassen.
- 3:02:05Schön, dass ihr bei uns seid.
- 3:02:07Noch ein großes Dankeschön, der Schlumbergergruppe
- 3:02:09mit den Handelshäusern, Konziowini, Schlumberger,
- 3:02:12Segnetz und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt
- 3:02:15für die wirtschaftliche Unterstützung.
- 3:02:17Und ich erwähne es immer so ein wenig nebenher,
- 3:02:19auch für die händische, denn ihr seid an unserer Seite.
- 3:02:21Ihr begleitet uns, ihr steht mir mit Rat und Tat zur Verfügung.
- 3:02:25Wenn es irgendwelche Fragen gibt, ihr wart mit mir,
- 3:02:27das Vier-Augen-Prinzip, wenn es um Informationen
- 3:02:29oder einfach um Fakten geht
- 3:02:31und ihr seid mehr als einfach nur Unterstützer,
- 3:02:33ihr seid Partner.
- 3:02:34Vielen lieben Dank dafür.
- 3:02:35Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast, ist vor dem Podcast.
- 3:02:39Und ich freue mich auf den kommenden Freitag
- 3:02:41und ich freue mich auf unseren nächsten Gast.
- 3:02:43Ich freue mich auf den großartigen Marian Hens.
- 3:02:45Hallo, ich bin Philipp Kutsch.
- 3:02:57Ich möchte heute bei "Lieben Freund" sprechen.
- 3:03:00Nico von der Ohe, der ein ganz großartiges Trümmelier ist,
- 3:03:05der einen ganz tollen Riecher für Wein und für den Weinmarkt hat,
- 3:03:10der die Veränderung am Weinmarkt unglaublich gut spürt
- 3:03:15und der uns in unserer gemeinsamen Firma, Konzip Riesling,
- 3:03:19die wir zusammen mit Björn Schwedhelm betreiben,
- 3:03:22unglaublich bereichert.
- 3:03:24Er ist ein fantastischer Blindverkoster.
- 3:03:27Es ist immer wieder faszinierend zu erleben,
- 3:03:29wie er sich analytisch mit Riesling, Schampagne,
- 3:03:31Wein aus dem Begrund, aus dem Bordeaux
- 3:03:33und auch teilweise recht abgefahrenen Sachen beschäftigt.
- 3:03:37Dass er immer ernsthaft und akribisch verkostet,
- 3:03:41sich aber selbst nie zu ernst nimmt.
- 3:03:44Das ist eine wunderbare Kombination, die ich sehr sympathisch finde.
- 3:03:47Er ist ein toller Gastgeber.
- 3:03:49Nico ist bei uns am Karlsplatz derjenige,
- 3:03:52der unsere Weinproben veranstaltet, organisiert
- 3:03:55und dann hinterher auch ausführt.
- 3:03:57Wir machen Raritätenproben, wir machen Winzerproben,
- 3:04:00Regionproben usw.
- 3:04:02Da kommen Leute wirklich aus ganz Europa zu angereist
- 3:04:04und bald wird er auch mit Winzerproben auf Europa-Tournee gehen.
- 3:04:09Und auch das setzt dieser Mann um
- 3:04:11und wird eben in seiner Kompromisslosigkeit
- 3:04:15nur mit handwerklich arbeitenden Familienweingütern zusammenzuarbeiten.
- 3:04:19Nur mit den Weingütern, wo das im Glas auch wirklich überzeugt.
- 3:04:24Damit ist er ein unglaublich gutes Aushängeschild
- 3:04:30für den Handwerkswein
- 3:04:32und er schafft es ja auch dadurch, Leute für Wein zu begeistern,
- 3:04:36die vielleicht vorher einfachen Wein oder Bier oder Cocktails getrunken haben.
- 3:04:40Das finde ich faszinierend, wie so eine Weinpersönlichkeit,
- 3:04:44das einfach hoch sympathisch umsetzt.
- 3:04:48Das ist typisch für Nico von der Ohe.
- 3:04:50Erster 2019 war Konzip Riesling,
- 3:04:52hat einen weißen Blatt Papier angefangen,
- 3:04:54hat einen B2B-Bereich, online Job aufgebaut,
- 3:04:56tolle Restaurants und Hotels als Kunden akquiriert,
- 3:04:59die er dann mit dem Namen von Konzip oder Führkanzer Riesling
- 3:05:02mit ganz tollen Weinen versorgt.
- 3:05:05Das ist halt auch ein Teil seiner Arbeit.
- 3:05:08Aber seine Augen funkeln,
- 3:05:10wenn er teilweise exklusivste Weine der Welt im Glas hat
- 3:05:14und im Satz danach ganz ernsthaft über Einstiegsweine spricht.
- 3:05:18Das ist schon echt bezeichnend für ihn.
- 3:05:21Eine kleine Alegdote fällt mir ein zum Thema Blindverkostung.
- 3:05:25Wir waren bei uns am Karlsplatz Tisch 1.
- 3:05:28Da habe ich mit wirklich weininteressierten,
- 3:05:31sehr weinversierten Menschen zusammengesessen.
- 3:05:34Wir haben uns große Weine blind eingeschenkt.
- 3:05:37Nico kam von seinem Büro aus unserem Lager vorbei,
- 3:05:40um Katon Wein zu bringen.
- 3:05:42Er war also ganz salopp auf dem Weg zu Frau und Kind.
- 3:05:45Katon unter dem Arm begrüßt uns natürlich schnell,
- 3:05:48sagte irgendwas von einem Autopark schlecht, er muss wieder weg.
- 3:05:52Zack hat er natürlich zwei Gläser hingestellt bekommen,
- 3:05:55wurden zwei Weine eingeschenkt, er rief rein, schaut, verkostet
- 3:06:00und hat, ich denke nach zehn Sekunden, beim ersten Wein gesagt,
- 3:06:04Riesling Trocken, Deutschland, Rhein-Hessen, Klaus-Peter Keller,
- 3:06:08Rote Hang, Petenthal, 2017.
- 3:06:12Zack!
- 3:06:14Treffer, es war wunderbar.
- 3:06:16Im zweiten Weine hatte sich dann 30 Sekunden zugenommen
- 3:06:19und da waren wir bei einem Olexberg-Reserveralte Reben 21 von Julian Hart.
- 3:06:23Das ist faszinierend wie dieser Mann, der da in Sportklamotten
- 3:06:27mal schnell vorbeikommt, solche Sachen nageln kann.
- 3:06:30Und ich bin immer wieder glücklich, wenn ich so was erleben darf.
- 3:06:35Da fühle ich mich wie im Service to Lay,
- 3:06:37aber es packt mich im Herzen noch mehr.
- 3:06:39Er ist Familienvater, also verheiratet, hat einen kleinen Sohn,
- 3:06:44ist trotzdem sehr viel unterwegs.
- 3:06:46Also manchmal hat man das Gefühl, dass er einen Tag 25 Stunden hat
- 3:06:50und dass er keinen Schlaf braucht.
- 3:06:52Aber er setzt das alles irgendwie mit einer unglaublichen Energie um
- 3:06:56und hält dann auch so die Kontakte zu den Weingütern,
- 3:07:00zu den Winzern und begeistert sich für die Regionen.
- 3:07:03Ja, und ist jemand, der wirklich für guten Wein steht,
- 3:07:09der trotzdem niemanden roten Teppich ausholt,
- 3:07:12weil das muss er nicht, der einfach nur begeistert ist
- 3:07:15für jeden, der bereit ist, Handwerkswein auch die Bedeutung zu geben,
- 3:07:22die er seiner Meinung nach verdient hat.
- 3:07:25[Musik]