Latest / SOMMELIER / Gerhard Retter - Der Grandseigneur des Weinservice
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- 0:00*Signalton*
- 0:14Steirabloot ist gar hinbeersaft. Das ist das Motto vom GH3.
- 0:19Hier ist Armin Temmens vom Wengothemmin, das der Südsteuer mag und mit uns verbindet,
- 0:25der GH3 hat schon eine unglaublich lange gemeinsame Zeit. Ich würde mal sagen, der GH3 ist mit Sicherheit der Gottvater,
- 0:32der Weinpaps, der Südsteuer mag, ein ganz großer Ambassador seit vielen Jahrzehnten,
- 0:40der im In- und Ausland den steirischen Wein wirklich gefordert, aber auch gefördert hat wie kaum ein anderer.
- 0:47Er hat nie und niemehr sich einen Blatt vor den Mund genommen, er hat immer versucht den steirischen Wein
- 0:55verständlich zu machen, er hat wahrscheinlich nächtelang darüber geplaudert, mit enormen Einsatz und Hingabe
- 1:06jeden Versuch zu überzeugen und schlussendlich sind wir wirklich dankbar, dass der liebe GH3 so ein passionierter Steirer ist
- 1:16und der das auch in die Welt hinaustragt. Für uns persönlich ist aber der GH3 nicht nur ein ganz ein guter Freund,
- 1:23sondern er ist für uns auch ein Wegbegleiter. Er hat uns wahnsinnig viel beigebracht, Weinverständnis
- 1:32zeigt, was in der Weinwelt umgeht und hat uns auch gefordert und gesagt, was ihm gefällt, aber auch was ihm nicht gefällt.
- 1:39Für uns ist der GH3 ein großer Wein Ambassador, ein großer Gastgeber und auch ein noch viel größerer Mensch.
- 1:48Liebe Grüße, Amen und Familie Themen.
- 1:51[Musik]
- 2:13Die deutsche Gastronomie-Landschaft ist ohne meinen heutigen Gast nicht mehr vorstellbar.
- 2:19Gerhard Retter wurde vor einem halben Jahrhundert in Österreich geboren.
- 2:23Er wuchs im elterlichen Gasthof in der Steiermark auf und absolvierte eine Ausbildung zum Koch und Kellner
- 2:30in der Landesberufschule für Tourismus im Bad Gleichenberg.
- 2:33Legendär war seine erste Anstellung im einzigartigen Restaurant Aubergine von Eckhardt Witzigmann.
- 2:39Es folgten Stationen bei Fredigiradé in Lussanne bei Gordon Ramsay in London, bevor er nach Berlin ins Restaurant Lorenz Adlon
- 2:48im Hotel Adlon als Mähtre wechselte.
- 2:51Er führte die Fischerklauser Lützensee in der eröffnete des Restaurants Cordeaux, ehemals Cordeaux,
- 2:58eine der außergewöhnlichsten Weinbars in Deutschland.
- 3:01Die Vorfreude auf Gerhard Retter war unbeschreiblich und wassig in den nächsten mehr als ein, zwei, drei Stunden von ihnen erfuhren,
- 3:10hat selbst mich tief beeindruckt.
- 3:12Herzlich Willkommen, Gerhard Retter.
- 3:14[Musik]
- 3:20Bevor wir in das Gespräch einsteigen, möchte ich dem heutigen Unterstützer, dem Begleiter, dem Promoter dieser Folge danken.
- 3:27Das Weingutprinz Salm, früher bekannt als Salm-Dalbergsches Weingut, ist Deutschlands ältestes Weingut im Familienbesitz.
- 3:34Heutiger Eigentümer ist Felix zu Salm-Salm, der das Weingut in 32. Generation führt.
- 3:41Zu dem Weingut gehören 27 Hektar Weinbergsfläche, davon 12 in Walhausen und 15 in Bingen am Rhein.
- 3:48Die Weinberge sind nach dem System des VDP klassifiziert und werden entsprechend als VDP große Lage.
- 3:55VDP erste Lage, VDP Ortswein und VDP Gutzweinvermarktung.
- 4:00Das Weingut wurde bereits 1988 auf eine ökologische Wirtschaftsweise umgestellten, war damit Pionier-Andenar.
- 4:07Und mehr dessen war es einer der Motoren, Andenar, die dafür gesorgt haben, dass dieses Weinbaugebiet,
- 4:13welches in den 80er und 90er Jahren immer im großen Schatten seines kleineren Bruders des Rheingau stand,
- 4:20sich mit unfassbaren Weinqualitäten an die Spitze der deutschen Weinkultur gearbeitet hat.
- 4:25Michaelin Zusheim-Sheim war von 1990 bis 2007 Präsident des VDP.
- 4:32Sein Urgroßvater war mit begründetes Vereins der Naturweinversteigerer an der Naheev. Bad Kreuzner.
- 4:38800 Jahre Tradition. Das Weingut blickt in der Tat auf 800 Jahre Weibautradition zurück.
- 4:46Bereits Kälten und Römer hatten das Tal der Gräfenbars einen Seitenteil der Nahe für den Weinbäuen denkt.
- 4:52Die älteste bekannte Urkunde über einen Weinbergsbesitz der Familie Dahlberg stammt aus dem Güterverzeichnis des Jahres 1200.
- 5:02Die erste exakte namentliche Erwähnung der einzelnen Weinbergslagen erfolgte im Jahr 501.
- 5:08Zu den Wallhäuserspitzenlagen zehrten die Weingärten Johannesberg, Pastorenberg und Kürscheck.
- 5:14Die Familie wohnte zunächst auf der 1150 erbauten Dahlburg, oberhalb von Dahlberg.
- 5:20Später erbaute man 1756 das Talschloss in Wallhausen zum Wohnsitz aus.
- 5:26Doch mehr als die Historie und die Tradition zählt das jetzt.
- 5:30Und was mich bei diesem Weingut beeindruckt, ist die Homogenität in den einzelnen Qualitäten.
- 5:36Selten schafft es ein Weingut nicht nur in den Spitzen zu brillieren oder in der Basis etwas Schmackhaftes zu produzieren,
- 5:43sondern auch hier die gesamte Klaviatur der einzelnen Kategorien zu spielen und Ausnahmequalitäten zu erzeugen.
- 5:50Ohne Frage ist der Riesling das Steckenpferd des Weingutes, aber auch in den Burgunderweinen finden nicht wenige Weinliebhaber ihre absolute Erfüllung.
- 5:59Voller Freude und stolz bedanken wir uns für die Unterstützung dieser Podcastfolge beim Weingutprinzahlen und beim Handelshaus Schlumberger,
- 6:07welches sich für den Vertrieb verantwortlich zeichnet.
- 6:10Ja, schön dich als mein Gast begrüßen zu dürfen. Es ist mir eine ganz, ganz besondere Ehre,
- 6:16weil es gibt ja glaube ich kaum jemanden, der hochdekorierter ist als du in Deutschland, was so die Sonne welt angeht, oder?
- 6:23Lieber Silvia, erstens sage ich danke, dass ich dabei sein darf und das mit dir machen darf und ja Preise werden einem zugestanden.
- 6:31Das ist super, aber ich denke, wie heißt es so schön, wie du diese Preise bekommen hast, sind sie auch schon vergangen heute?
- 6:41Das stimmt, das ist in der Tat so. Die ähnliche Empfindung hatte ich auch. Ich wurde auch bei der einen oder anderen Ausschreibung positiv erwähnt.
- 6:51Und viele Gäste haben mich dann immer gefragt, was bedeutet das denn? Und ich hatte immer so die Empfindung.
- 6:57Das zählt gar nicht so, dass gestern, also was man bekommen hat, wofür man es bekommen hat, sondern eigentlich das morgen und wenn nur ein Gast unzufrieden rausgeht, dann hat man den Preis nicht verdient.
- 7:06Ja, also die Preise, man kann es, es ist super, wenn man das bekommt. Das ist auch gut und toll. Es ist eigen Motivation und auch weiter gar wie ein Lob für das Team oder was man macht und eine Bestätigung.
- 7:19Aber wer denkt, dass er stehen bleiben kann, der hat verloren. Jeder Preis ist automatisch nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Ansporn und bis zum gewissen Grad auch eine Böhrde.
- 7:30Das ist in der Tat, und es haben ja viele 3 Sterneköche auch schon oft bestätigt, dass den dritten Stern zu bekommen ist mit Sicherheit nicht einfach oder den ersten Stern zu bekommen nicht einfach, aber ihnen dann zu halten und nicht ohne Rundfeiern.
- 7:44Also gerade die Köche sich jedes Jahr social mediaweit, dass sie ihren Stern gehalten haben, weil das schon eine gewisse Anspannung ist, was ja jeder so mitgemacht hat oder was wir eben auch erleben durften.
- 7:57Aber du stehst ja schon so ein bisschen über den Sternen, wo man sich dann so manchmal fragt, was ist eigentlich so Wein für dich? Also was bedeutet dir Wein?
- 8:06Auch Wein ist eigentlich lebenserfüllend, ich bin vom Frühsterkindheit auf mit dem Wein in Berührung und es ist für mich etwas ganz Alltägliches, dass die gesamte Bandbreite abbildet.
- 8:21Das heißt, es geht los von dem, was ursprünglich ist, ein Getränk bis zum höchst mitifizierend intellektuellen Gesprächsstoff über den man sich austoben kann, indem man Kultur erlebt, indem man Menschen verbindet.
- 8:36Aber je länger man dabei ist, desto mehr wird er mystisch, ein bisschen entmystifiziert, dass sich auch, weil man sieht, dass auch verdammt viel reininterpretiert wird, was oft gar nicht drinnen ist.
- 8:51Aber ich möchte schon sagen, neben dem steirischen Blut ist ein bisschen vergorener Rehmsaft bestimmt auch in meinen Ardern zu Hause.
- 9:02Ich möchte ihn nicht missen, Entschuldige, ihr möcht ihn nicht missen.
- 9:07Wenn du Wein jetzt in einen Wort pressen müsstest, was wäre Wein für dich? Also Wein ist, Punkt, Punkt, Punkt.
- 9:12Ja, bis viele Optionen, die Frage ist auch schon barmher gekommen. Ich habe mich dazu entschlossen, bei einer zu bleiben, die heißt Wein ist flüssiger Sonnenschein.
- 9:23Ach schön.
- 9:24Ist in der Tat, also neben dem eigentlich fast kitschig anmutenden, finde ich, steckt da so viel Wahrheit dran?
- 9:31Ja, schauen wir, es gibt Wärme, es gilt für beide, es gilt für die Entstehung, du brauchst Sonne, man braucht Wärme, aber es gilt auch für uns, für Menschen.
- 9:39Du brauchst auch als Mensch, wenn du den Wein trinkst, Sonne.
- 9:43Oder es ist, wärmt auch von innen nicht, dass es besoffen macht, das ist ein Effekt, der irgendwann mal eintritt und den ich gar nicht so sehr schätze.
- 9:54Also die gewissende Berauschende Fähigkeit des Weines ist nett, aber total besoffen ist kacke.
- 10:02Gehe ich völlig konform. Also der Entspannungsfaktor oder auch manchmal dieses kreativ animierte, das ist mehr als zuträglich, aber den Punkt darüber, ich glaube darüber sind wir auch lang.
- 10:15Nee sowieso, ich verwende das auch häufig, oder fast immer, ist mein Hashtag und das meine ich auch wirklich so, trinken bildet, saufen macht dumm.
- 10:23Und der Wein, da steckt so viel Kultur, so viel Wissen drin, da hinterflügt, du lernst ja so viel kennen durch den Wein, wo du bist, die Menschen mit ihrer Art, wie sie machen, wieder Wein dort gemacht wird, welche Historie, warum und wieso, das ist ja unglaublich,
- 10:37man lernt ja nicht nur, wie der Wein wächst, sondern auch warum die Kultur herum so gewachsen ist oder aus welcher Kultur der Wein dort und so gemacht wird und dort so.
- 10:48Und das geht ja mit dem lokalischen Hand in Hand, was essen die Leute, wie leben sie, wann wird der Wein getrunken und Gott, ich sage ohneher, dispecdillig zu sein, aber ich sage mir so, wo kein Wein getrunken wird, ist meistens sehr gefährlich.
- 11:05Es ist oftmals in der Tat so, oder es ist eine andere Art der Kultur. Also ich finde es innerhalb von Deutschland, dass das viele Gegenden, wo der Wein nicht ganz so präsent ist, ein anderer kultureller Grundsatz oder ein ganz anderer Umgang der Menschen auch miteinander oder auch der Lebensfreude, zu sehen, das finde ich auch.
- 11:25Finde ich auch, finde ich auch. Also Wein, wo Wein getrunken wird, da lasst dich nieder, so ist das irgendwie.
- 11:31Es steht auch sehr viel Wahrheit drin, kannst du dir ein Leben ohne Wein vorstellen?
- 11:35Neva, warum sollte ich? Also man wird zwar, das weißt du selbst, man wird immer, ich möchte nicht sagen, anspruchsvoller, aber es geht dann irgendwann nicht mehr um die Menge, die man trinkt, sondern es ist schon die Grundgüte, wobei die Grundgüte jetzt gar nicht heiß, das sind nur mehr Flaschen für hunderte von Euro, sondern auch der einfache, allseits beliebte Grauburgunder und in der Sommelysenia oft gehaste,
- 12:03ach wenn da gut gemacht ist, die Freude am guten Basiswein ist genauso, aber die Grundgüte, das ist wie im Kochen, an das Grundprodukt, nicht jeder ist ein Dreisternekoch, aber ich sage mal so, wenn du ein gutes Schweinefilet auch hervorragend prädst, wird daraus auch was, so ist es beim Wein auch.
- 12:20Ist es nicht so, dass man dafür, um das zu erkennen, um das wahrzunehmen, um das wertzuschätzen, erstmal eine gewisse Erfahrung braucht?
- 12:28Ja, also es ist so, also beim Wein, man braucht sehr viel Wissen, sehr viel Erfahrung, man muss sehr viel trinken, sehr viel reißen, sehr viel verstehen, sehr viel lernen und wenn man, ich sage mal so, ein gewisses Niveau erreicht hat oder an Wissen, dann ist es ganz leicht wieder runterzusteigen und Freude an der Einfachheit zu finden.
- 12:57Gehe ich völlig konform, vermisst du es auch, dass die Karriere, also diese Trinkerkarriere, die du ja selber absolviert hast und dir teilweise auch heute noch in den großen Domains und Schatos und so weiter endet, aber die du schon in frühen Jahren probieren durftest, dass sowas heute teilweise bei Nachwuchs-Sommiers oder bei verschiedenen Kollegen ausbleibt,
- 13:25also dass man sich da in einem Thema festklammert, aber diese Klaviatur der verschiedenen Qualitätsgradation gar nicht mehr bespielt werden, wie...
- 13:33Ja, finde ich sehr dumm, Dogmatiker sind sowieso mit den schlimmsten Menschen.
- 13:39Ich mach so, dass das ein Zeichen der Zeit ist, also keine Ahnung, also ich damals anfing, musste ich erstmal die Cronkrew Class A, Class B, die Cronkrews und so weiter rauf und runter betteln und alle Cronkrew-Appellationen des Bugundes in und auswendig kennen oder eschablis und so was, habe ich das Gefühl, zählt heute gar nicht mehr, wenn man um eine gewisse Gattung von Wein weiß,
- 14:04oder das ist ein deutschen oder Natural Wine oder wie auch immer und sich da verbringt verbeißt.
- 14:09Ja, es ist sehr hip geworden und schau mal, beim Wein, wie im Service ist es für mich so, es ist wie beim Eiskunstlauf.
- 14:20Du musst die Pflicht absolvieren, um in der Kühe brillieren zu können. Die Pflicht ist einfach das Basiswissen um die großen Weine der Welt oder auch die kleinen, egal, aber es muss sie geben.
- 14:33Ich muss jetzt, ich weiß gar nicht, welche Sau man jetzt wieder durchs Dorf treiben soll hier, aber ich sage mal so, vor 30 Jahren war das Jura vielleicht mit dem Vanchant irgendwo bekannt nicht, dass man gesagt hat, okay, je suis-je-l'en, war irgendwie da, aber die anderen Rebsorten des Juras waren fast gar nicht existent und heute gibt es fast immer noch die heiligste Kuh, die durchs Dorf getrieben wird.
- 14:59Und dafür werden große Klassiker gebäscht, also es hat sich ein bisschen gebesser, würde ich sagen, aber das klassische Porto-Bashing ist schon noch Tage, drinken wir nicht, das ist ja aristokratisch, Money-Making und Industrie und so weiter.
- 15:15Ich finde es dumm, wenn man ausschließt, es ist auch nicht unsere Passion oder Aufgabe zu urteilen. Ich bilde mein Urteil wie die Güte der Weine, aber ich möchte nicht einen Typ an Wein ausschließen.
- 15:30Also der eine mag das mehr oder andere weniger. Der Unterschied zwischen den ganz wichtigen entscheidenden Urteilen oder Anführungszeichen ist, dass man niemals vergessen soll, schmeckt mir nicht, ist nicht gleichbedeutend mit "ist nicht gut".
- 15:48Nicht mein Geschmack ist für mich das Erkennen der absoluten Güte, auch in einem Weinstil, der mir persönlich eigentlich nicht zu Gesicht steht.
- 16:00Ich kann aber den großen Wein, ich weiß gar nicht, was ich jetzt wählen soll, aber ich sage mal, Amarone oder Chateau-Neuf sind im Grundstil nicht meine größten Passionen.
- 16:14Aber ich kann nicht absprechen, dass es auch in diesen herkömmften gigantische außergewöhnliche Weine gibt oder auch fantastische Weine, die superspeisenbegleiter sind.
- 16:25Ich möchte meinen Gast ja auch nicht bevormunden und ihm mit meinem Geschmack matern, erschlagen oder bevormunden.
- 16:35Ich glaube, das zeugt von ganz viel Grüsse, dass man auf der einen Seite eine gewisse Erhabenheit leben kann.
- 16:40Auf der anderen Seite aber eine unfassbare Offenheit, das Tolle bei dir, da hast du mich nachhaltig in vielen Begegnungen beeindruckt, dass du das, was man vielen Kollegen auch zuspricht, bei dir aber existent ist, ein wandelndes Lexikon bist.
- 16:56Das machst du mir aber fertig hier. Soll ich gleich im Erdboden verschwinden, oder was? Nein, gar nicht, also ich bin da oft. Also egal, welches Chateau man nimmt oder welche, keine Ahnung, welche Tinnuta oder welche Fatoria oder was auch immer, du hast auf alles zumindest eine interpretationale Antwort.
- 17:14Also lebst du nur Wein oder hast du auch einen Ausgleich? Bist du Joker? Ja, ich habe sehr viel Ausgleich. Erstens habe ich eine wunderbare Frau und alle Kinder. Das ist sehr wichtig.
- 17:30Überhaupt die Familie, auch meine Familie in Österreich, auch wenn die ein bisschen weiter weg sind, aber das ist schon toll. Und ansonsten im Sport, ich bin eine Wasserratte, ich schwimme sehr gerne, Stand-up Battlen ist mega schön.
- 17:44Gut hier in München sind wir oft auf der Schiebis theologische Weise oder auch in den Bergen.
- 17:50Soll ich dir was sagen? Eine der schönsten Ausgleiche überhaupt ist allerdings auch ganz allein sein und nicht sprechen müssen.
- 18:02Interessanter, was? Das heißt in Klausur gehen, sich irgendwo hinter einer Glustermauer verziehen und weg sein von der Welt ist auch was Großes.
- 18:12Machst du das? Ja, zack bumm weg und man glaubt es nicht Social Media hin oder her und man hat seine Hände ja tausendmal am Tag, aber mal wirklich eine Woche weg von der Welt, auch kein Fernsehen zum Beispiel, großartig.
- 18:30Eine ganze Woche machst du das? Ja, dann wird einem furchtbar langweilig und irgendwann füllt man die Langweile mit anderen Gedanken.
- 18:41Das ist in der Tat was, was viele bedauern, dass die heutigen Menschen keine Langweile mehr haben und auch Langweile gar nicht mehr aushalten. Also das haben wir dann teilweise auch im Restaurant, das ist das erste was viele Gäste machen.
- 18:54Wenn ein Moment der Ruhe ist, wenn man sich vielleicht nicht zu sagen hat, kann er auch manchmal angenehm sein, dass man sich nicht zu sagen hat, aber die meisten greifen dann zum Handy und suchen was uns heißt.
- 19:03Man kann ja immer interessiert, man kann immer orientiert sein, aber es ist dann schade um den Moment auch nicht zu heigen.
- 19:11Ich weiß nicht ob du weißt, aber ich bin ja die Tage zurückgekommen vom Skiurlaub in Südtirol und wir haben bewusst die beide Hände haben es nicht mitgenommen zum Abendessen.
- 19:27Man kommt gar nicht in Versuchung, mal kurz reinzuschauen, hat jemand geschrieben oder sonstiges. Ich weiß, es gehört dazu, ich bin auch viel unterwegs in den diversen Plattformen und ich möchte es auch nicht missen.
- 19:41Aber es ist manchmal auch so, dass man klipp und klar auch seinem Gegenüber oder seinem Partner sagt, hey, es ist deine Zeit.
- 19:51Und die Wälder warten. Und bei den Gästen Geduld. Ich sehe das auch häufig in den Restaurants so, wo man sagt, naja, okay, manchmal dauert es einfach, weil halt frisch gekocht wird.
- 20:03Es dauert einfach so und es ist einfach ein verdammt gutes Zeichen, dass es dauert. Und das muss man ein bisschen investieren.
- 20:11Ansonsten muss man sich woanders positionieren. Es gibt auch geiles Fast Food, wenn man mal rein sagt, boom, ist es den Fähre, kann es auch machen.
- 20:19Aber ja, die Zeit muss man nicht nur dem Restaurationsbetrieb geben, sondern auch sich selbst.
- 20:28Auch dann die gesteigerte Vorfreude bewusst zu erleben und sich darauf zu freuen, was man bestellt hat, was serviert wird.
- 20:36Und das in dem Sinne, also ich bin relativ oder ein sehr, sehr großer Kalifornien-Amiriker-Fan, aber dieses Veranstalisieren finde ich manchmal.
- 20:44Also das halt alles schneller und das schon mit einem Dessert die Rechnung gebracht wird. Also das alles halt noch komprimiert.
- 20:49Da wird es, finde ich, schade, deswegen mag ich da in Gedanken, einfach sich auch Zeit zu nehmen und das in der Wartezeit manchmal auch ein gewisser Hintergrund ist.
- 20:58Also selbst wenn es restaurantvoll ist, ist es schön, wenn andere dann schaue ich halt einfach zu den anderen Leuten und genieße andere Menschen um mich herum.
- 21:05Ja, aber das sehe ich vor einigens Jahr oder vor einigens halbjahr, ich weiß gar nicht mehr genau.
- 21:10Lieben Kollegen und Ex-Mitarbeiter aus meiner Adlerzeit, den Alex besuchende war der Restaurantleiter von der French Laundry im Napawelle.
- 21:19Und er hat uns bewusst ins zweite Sitting gesetzt, damit wir sitzen können, weil ansonsten ist es wirklich so, 3 Sterne und 1000, kostet 1000 Dollar,
- 21:29ohne mit der Wimper zu zuckern, würde ich sagen, so ist es halt, das Menü, ich glaube 425 Dollar, das Menü und du weißt ja, Amerika, kein Depot und whatever.
- 21:39Aber das ist wirklich so, du hast eine 2,5 Stunden Fenster, 17 bis 20 Uhr und tschüss, weg, nächster.
- 21:47Das müssen wir, Europäer, erst lernen.
- 21:50Aber müssen wir das lernen?
- 21:52Naja, ich weiß es nicht.
- 21:54Manchmal auch schade, weil eigentlich auch diese ausdrückliche Kultur dann dadurch wieder zu einer reinen Nahrungsaufnahme und komprimiert wird und wenn man einfach sitzen,
- 22:04ist das effektvoller oder ist das dann...
- 22:07Schwierig.
- 22:09Für mich ist es, als Gast finde ich es fantastisch, als Unternehmer sage ich immer so, okay, ich kann das aus der Hotellerie auch noch oben am Littchensee oder so,
- 22:20da war ja auch ein Hotel dabei.
- 22:22Naja, wenn jetzt, ich sage mal plakativ, die Männerrunde um 23,30 Uhr nochmal halbe Stunde ein kleines Bills bestellt.
- 22:31Und es wird dann halb eins, halb zwei oder so, dann ist halt irgendwann mal auch Sense, gell?
- 22:37Ich sage immer, spaßhaft, spaßhaft, aber in gewisser Ernst ist da drin, ich sage gar nicht der Verzehr, sondern die Aufenthaltsdauer muss bezahlt werden.
- 22:45Also die Minute kostet so und so viel, mein, funktioniert nicht, aber es ist schwer.
- 22:53Ich möchte auch nicht, diese Zeitfenster nerven mich auch furchtbar, weil ich sage, ich muss jetzt gehen.
- 22:58Aber ich verstehe, warum es so gemacht wird.
- 23:02Aber ich finde es gar nicht so verkehrt, wenn man sagt, die Minute muss bezahlt werden.
- 23:06Wir hatten das zuletzt in der Weinbar bei Veranstaltung, das wir gesagt haben, bis zu dem und dem Zeitpunkt, darauf können wir uns einigen,
- 23:12welches natürlich das Personal auch einplanen muss, ab dann und dann kostet es halt pro Stunde so und so lang.
- 23:17So ist es.
- 23:18So und so viel mehr und dann konnte auch jeder das live entscheiden, ob er die Zeit dann eben wahrnehmen möchte, kann aber auch davon ausgehen,
- 23:26dass der Punkt bis dahin fair kalkuliert ist oder was heißt fair, fair ist ja immer so diskutierbar, aber das bis zu dem Zeitpunkt alles im Sinne von allen kalkuliert ist
- 23:36und ab dann muss man eigentlich den Mehraufwand, den man dort in Anspruch nimmt, dann eben auch Rechnung tragen.
- 23:43Ist das glaube ich nicht auch umdenken, als du angefangen hast, als ich angefangen habe, als wir bis drei, vier, fünf Uhr nachts gern gewartet haben?
- 23:54Ja, und auch gerne gewartet haben, auch noch tolle Zeiten, aber wie du sagst, bis drei, vier, wenn du bech hast, ist manchmal auch länger geworden.
- 24:04Man musste trotzdem um neun wieder da sein, um zehn nicht.
- 24:07Schon eine harte Nummer kann man heute gar nicht mehr machen und ich möchte die Zeit nicht missen, aber es ist in andere Zeiten geworden und manchmal auch Gott sei Dank.
- 24:20Ich weiß nicht, ob man es fair romantisiert oder ob es wirklich ein anderes Gefühl war, also auch ein positives Gefühl war als dieses koordinierte und ich möchte es nicht hochloben,
- 24:33aber man hat teilweise schon sehr erfüllende Gedanken, gutblickend, auch an die Zeit, keine Ahnung, im Streisternebereich, was du ja schon mehrfach dann auch bespielt hast, wo aber die Tage relativ lang und die Nächte recht kurz waren.
- 24:46Ja, das sowieso um Gottes Willen, also ich sage mir, Gordon Ramsay, ich musste immer relativ viel arbeiten.
- 24:53Ich möchte aber jetzt ehrlich gesagt, ich sage durch die Blume, ich möchte nicht vom Krieg erzählen, weißt du?
- 25:00Das ist wieder Opa von früher, früher war alles besser, herrter und herrter und ihr habt ja heute das und das Leben, wir haben damals das und das.
- 25:08Ich möchte nicht jede Generation hat die Challenges und müssen damit leben, etc.
- 25:14Aber wir haben das sehr gerne gemacht und letztlich bleibt eine, wie soll ich sagen, eine Entschädigung, sondern der glanzenden Augen deiner Gäste hat für vieles gesorgt und hat auch die Zufriedenheit.
- 25:30Klar hat man sich dagegen, sei ich die Wettgeritter, das war ja wirklich wer sind die besten Lokale der Welt, was wird dort gemacht, ist heute auch so, ist es alles schnelllebiger geworden.
- 25:40Ich weiß nicht, das so gerade, das hat schon gesagt, die Jugend ist verdorben oder so, also diesen Generationskonflikt gab es schon immer und Romantisierung, ja, ich habe es gerne gemacht, aber ich verstehe auch, dass heute jemand sagt, ich möchte keine 60 Stunden Woche mehr.
- 25:58Und mit 60 warst du relativ schmal dabei?
- 26:00Nein, das wollte ich gar nicht so aufdrangen, weil jetzt sitzen wir hier wie die beiden Alten von der Muppet Show und sagen, geil, was wir schon alles runtergerissen hat und dreimal Purple Heart und dann waren wir dort und alles und ja, eben, so ist es deswegen.
- 26:15Wir werden sehen, wo die Zukunft der Arbeit in der Gastronomie hingehört.
- 26:20Ich befürchte, was heißt ich befürchte, sondern es wird eine Sanduhr werden, keine Büro-Miede mehr.
- 26:26Das heißt, die Mitte wird irgendwie total wegbrechen, die Mitte sind leider diese guten Gastur für diese guten Restaurants, mit Service, wo man sich behaglich füllt.
- 26:35Es wird unten Fastfood mit Selbstbedienung, obwohl bei Fastfood ja nicht automatisch schlecht heißt. Es gibt ja fantastische Burger, fantastische Currywürste oder hier in Bayern kannst du auch deine Stälzen holen oder was immer du willst.
- 26:48Aber und oben, der Luxus, der Luxus wird auch immer bestehen im Ulpra Premium Bereich. Ich habe mal überlegt, es ist natürlich logistisch nicht machbar, aber weißt du was, du hast eine Speisekarte, du hast eine Weinkarte oder eine Getränkekarte, eigentlich müsstest du auch eine Servicekarte anbieten, wo du sagst, okay, was möchtest du eigentlich, möchtest du lieber Gast?
- 27:09Willst du, dass irgendjemand das bringt, zack, bumm, hinstellt und wieder weg ist und nicht stört? Oder möchtest du jemand, der dich durch den Abend curatiert, geleitet, der dein Gesprächspartner ist, der wirklich Service macht bis zum Bike-Selons?
- 27:23Es ist logistisch nicht machbar, weil was mache ich mit meinem Personal oder wo hole ich plötzlich, wenn man sagt, okay, Sie können einen Kellner für Ihren Tisch exklusiv buchen, wäre super, aber erstens muss es jemand bezahlen, zweitens, wo nehme ich die Manpower dafür her?
- 27:41Ja, oder umgekehrt auch, ich habe zwölf Kellner und im ganzen Abend möchten alle Selbstbedienungen sogar, ich träume ja von einem Gummierestraum mit Selbstbedienungen, das heißt, ich hole mir sogar das Essen selbst in der Küche, hat aber trotzdem drei Sterne, finde ich lustig.
- 27:58Und auch so ein Wein auf dem Tisch, auch perfekt, selber nachgesen, perfekt vorbereitet, holst du da vorne am Dresen, der Karafir, den der Sommelier für dich, aber einschenken und das ist ein ganzen Schmonswürst, musst du selber machen.
- 28:12Ich frage mich, inwiefern das angenommen wird und ob das zukunftsträchtig wäre, aber interessant wäre es und ich glaube interessant, insofern auch, dass man als Gast mal sehen kann, was Service auch kostet.
- 28:25Also wenn ich den dann separat dazu buchen muss, wie im Hotel auch den separat Bartler, den ich zusätzlich engagieren kann, zumindest in exponierteren Häusern.
- 28:35Das muss natürlich preislich auch fair sein, wenn ich tatsächlich mir mein Wein in der Selbstbedienung am Dresen hole, der Karafiert wurde, etc.
- 28:43Okay, das muss natürlich weniger kosten als wenn da ein Service gemacht wird, nicht?
- 28:47Ich finde es trotzdem in den Gedanken, drei Sternequalität oder auch ein Sternequalität muss ja nicht drei sein.
- 28:56Du weißt, du hast Sternequalität, wo man sagt, okay, aber was ist eigentlich zur Deuere an unserer Gastrowelt? Es sind die Menschen, nicht?
- 29:05Wie im richtigen Leben auch.
- 29:07So ist es, so ist es. Und wie funktioniert ein Business? Immer der Letztverbraucher muss alles finanzieren, alles.
- 29:17Wie bei vielen, das weißt du, Silvia, das weißt du am allerbesten auch und ich auch und viele unserer Kollegen auch, viele Betriebe funktionieren nur aufgrund von maßloser Selbstausbeutung.
- 29:32Der Stundenlohn, der dir als Unternehmer selbst übrig bleibt, in einem, sage ich mal, in einem buntständischen, gutbürgerlichen Lokal,
- 29:44als mittelständische Unternehmer oder kleine Unternehmer.
- 29:48Da geht es nicht nur der Gastronomie so, glaube ich, sondern das wird beim Metzgeschreiner etc. auch so sein, aber viele dieser Leistungen wären nicht mehr leistbar für den Konsumenten,
- 30:01wenn sie tatsächlich betriebswirtschaftlich 100% berechnet werden würden.
- 30:07Bin ich sehr überzeugt von...
- 30:09Eigentlich ein schrecklicher Gedanke, aber es gibt Segmente, da ist es einfach so, nehmen wir mal die Autoindustrie, fährst du mit deiner Werkstatt rein,
- 30:17ist das, da dick die Uhr.
- 30:21Und es ist ein Unterschied, ob Azubi dir die Reifen wechselt oder ob der Werkzeugmeister oder der an deinem Motor rumschraubt.
- 30:31Dann ist aber die Frage, sollte man das überdenken und mehr oder weniger alles Geld gleich ausgeglichen werden?
- 30:39Oder wird das Essen dann in der Form so unfassbar exklusiv, dass die ohnehin fast zu spärlich im Vergleich zu Frankreich oder zu Italien angesiedelten Restaurants in Deutschland selber noch spärlicher werden?
- 30:55Wir sind aber schon in einer Zeit, wofür viele das Essen zu einem absoluten, also das Essen in unserer Güte, in der wir sprechen, zu einem Luxusgut geworden ist.
- 31:06Also guck mal in der Stadt, das ist bei dir vielleicht noch nicht so schlimm, aber ich hier in München, wie sagen wir 40, 45 bis 60 Euro für einen Hauptgang, je nachdem was man nimmt, das passiert.
- 31:19Und zu zweit in München heraus zu gehen, Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Flaschen, Wein, mein Wein ist immer schwer zu definieren, aber wenn ich mal nur ein Basis wein, also ich sag mal unter 180, 200 Euro, glaub ich nicht, dass du durchkommst in einen, also vielleicht kein Sterne Restaurant, aber so einigermaßen anspruchsvoll.
- 31:45Ja, genau, genau. Und es ist schon viel Geld, ich sehe ja, was die Menschen verdienen, mein Schwesterherz ist Friseurin und ich sehe was, als Gehalt auf ihrem Lohnzettel landet.
- 31:57Die muss man doch in eine Wohnung bezahlen, Auto finanzieren, hat ein Handy und da denke ich mir immer, wow, wenn du dann mal essen gehst und dir das leistest und dann kommt deine Rechnung daher, die eben, das ist manchmal ein Monatsverdienst für andere Menschen.
- 32:12Ja, und zumindest das, was ich kriege, bei dem ...
- 32:15Ja, aber das sind wir, weil wir aus der Gastronomie kommen und du weißt, wir haben Gäste oder Menschen, die leben alltäglich in dieser Welt und noch mehr.
- 32:27Gut, die verdienen auch ein bisschen mehr, wie wir.
- 32:30Ohne Frage, ja.
- 32:32Das ist die Selbstmitleidsperiode, die wir jetzt haben.
- 32:37Nein, nein, nein, das wollte ich jetzt auch gar nicht weiter ausschlagen, fand, fing das eigentlich bei dir an.
- 32:41Wann, wobei dir das Gastroblut verabreicht, sozusagen, man wurden die Wehen von geschossen.
- 32:46Das war mit der Mutter, in welchem Wastensinn das war.
- 32:51Schau mal, ich bin am 13. Mai geboren und meine Mutter ist am 2. Mai von der Wintersaison aus Zürich nach Hause gekommen in die Steiermark.
- 33:03Die Hochschwanger hat die die Wintersaison mit mir gemacht.
- 33:07Wahnsinn.
- 33:08Und ich, brutal, ist am 2. Mai, bei der Saisonende, ist sie nach Hause gekommen, am 13. bin ich geboren.
- 33:13Also ich konnte gar nichts anders werden und dann eben zu Hause, und dann eben, ist meine Mutter wieder weggegangen und war so mal auf Saison gegangen zum Arbeiten.
- 33:25Und ich bin beim Bauernhof meiner Großeltern aufgewachsen.
- 33:29Oma und Opa in einer unglaublich behütenden und liebevollen Atmosphäre, Bauernhof für Kinder sowieso, das schönste, also Tiere ohne Ende, Gänse, Kaninchen, Schweine, Kühe, Ziegen, alles was man will, Obstbau, Ackerbau,
- 33:46Und natürlich auch Weinbau, Schnapsbrennen, alles so. Das sind Urmomente in meiner frühesten Kindheit, diese Geborgenheit, weiß nicht, mit Opa in der Schnapsbrennerei oben zu übernachten, Holz einzuhizen, den Kesselsturz runterzunehmen oder eben die Weinlese vom eigenen Wein und dann eben diesen Most, der das erste Mal diesen süßen Traubenmuster von der Presse,
- 34:09dieser alten großen Holzpresse, so wie für Wein und für Obst, das auch für den Most verwendet worden ist, das sind früheste Kindheitserinnerungen, die da sind, oder mit Oma im Garten arbeiten, das erste Mal die Stachelbären probieren, vom Baum oder vom Strauch eben runter und Rhababa einkochen.
- 34:30Das sind Geschmäcker, die sind so in der Grundverankerung, auch wenn geschlachtet worden ist, Schweinchen geschlachtet oder auch Ränder oder Ziegen eben, ja, dann wurde hier Zackpum geschlachtet und was hat mein Opa dann als erstes gemacht, ja, meistens hat er dann hier ein Mitei gemacht und gerössert das Schwarzboden, ich auskenne dich, ich habe das natürlich gegessen und geliebt ohne Ende und da hat man keinerlei, oder Blutdommel, das ist glaube ich bei euch hier in Deutschland, schwarz-sauer oder so, weißt du, das ist,
- 34:59das war nichts verwerflich, da wurde eben, das war ein Teil unseres Lebens auf dem Bauernhof, das geboren werden, da neuen Tiere, das Aufziehen, das Füttern und natürlich dann irgendwann auch die Schlachtung unter Verzehrdessen und da bin ich aufgewachsen und dann ist meine Mutter, als ich in die Schule kommen muss, in meine Mutter nach Hause gekommen und hat sich dann in einem Ort mit einem Wirtshaus selbstständig gemacht.
- 35:28Und da bin ich dann eben in weiterer Folge der Gastronomie zugittern, beziehungsweise, ja natürlich, ich durfte dann ab und an von der Schule zu Hause bleiben, weil meine Mutter Behördengänge oder etwas hatte und dann habe ich eben den Dresen gemacht oder das wäre zusammen, das ihn dann bei den Leuten gekommen, die morgens sich ein Kaffee geholt haben oder die erste Jause und da wurde eben keiner einen Kästenschinken, Schinkendost und was eben so,
- 35:57was eben so, Gulasch, die Feuerwehr kam halt dann irgendwann mal und so hat man das gemacht, Bier gezapft, ich dachte, die skurrilsten Dinge aus heutiger Sicht, da gab es ja Ribieselwein, also über Hannisbärwein und in Österreich, das gibt es glaube ich bei euch gar nicht hier in Deutschland, aber also gab es so dieses gestaubte Achterl, das ist so weißwein und rotwein mit dem Schuss, so Orangensaft und so, was hat man halt getrunken damals nicht?
- 36:24Ja, ja, also war herrlich und dann, also wie gesagt, in der Gastronomie dann aufgewachsen und eben auch ein bisschen mitgekocht und so und dann gab es eigentlich überhaupt keine andere Option auch als diesen Beruf zu erlernen.
- 36:37Wie alt warst du damals, als du mit der Tickenwirtschaft sozusagen anfingst, als du da in Österreich standest?
- 36:43Ja, ja, ja, also kann ich dir jetzt nicht sagen, aber 7/8 oder so, wie man das kann, durch Sonntags sowieso, wir hatten so einen klassischen Flipper, da kamen immer Stammgäste und ich war sehr gut in Flippern und hab immer den Drehquart gebrochen und dann haben die gegen mich gespielt und die haben auch oder auch Kicker und so, oder diese Datdinger, auch das war als Kind natürlich großartig, gell?
- 37:08Ja. Und wenn es nicht am Fußballplatz war, war ich in der Wärtsstuhe.
- 37:13Unfassbar. Und danach bist du dann zur Berufsausbildung gegangen, also du hast, glaub ich, erst im ersten Wochen gelernt und dann...
- 37:20Ja, das weiß man hier in Deutschland nicht so, in Österreich gibt es nicht Doppelausbilden, Koronkellen.
- 37:26Das ist so großartig.
- 37:27Ja, das ist toll.
- 37:28Das mega liebe ich auch, das ist auch wichtig.
- 37:30Da lernt man dann, man muss beide Berufe lernen, man muss beide Abschlussprüfungen machen, aber es dauert dann, es dauert eben auch 4 Jahre, es ist eine 4-jährige Ausbildung nicht.
- 37:42Die normalen Koch- oder Kellner dauert nur 3 Jahre, aber wenn man beides macht, muss man im 4. Jahr ranhängen, aber ich denke, es ist essentiell und jeder sollte verstehen, wie viel Mühe und wie viel Arbeit im Tun des anderen steckt.
- 37:58Ja.
- 37:59Also es wird dem beiden Fronten, also zum einen der weißen, der schwarzen Fronten, ja eine gewisse Nicht-Freundschaft zugesagt und ich glaube, wenn man mal auf der anderen Seite stand, dann hat man ein anderes Verständnis für die andere Seite und geht einfach friedvoller und verständnisvoller und einfühlsamer miteinander um und respektvoller.
- 38:19Also daher, ich bin da ein Riesenfan davon, auch dass man nach einer gewissen Zeit einfach auch vielleicht wechseln kann und das in den Koch dann...
- 38:27Ja.
- 38:28...den Servicebetrieb übernehmen kann oder umgedreht oder wenn man selbstständig irgendwann mal wird, man hat das Verständnis für beide Seiten.
- 38:35Na und vor allem ist auch das Verständnis sowieso das Wichtigste, die Toleranz bzw. es gibt noch einen Faktor.
- 38:44Man hat zumindest eine Grundfähigkeit und Wissen, das heißt, ich bin nicht 100% abhängig von gut will des anderen oder der anderen Seite.
- 38:54Du weißt, ich somitle ja gerne, aber im Endeffekt bin ich ja noch lieber, benutze ich für mich ja fast so das Metre, weil ich den Metre sehe als großes Ganzes.
- 39:10Der Somelier ist für mich ein Teil des Metres, idealerweise, idealerweise, denn es ist schon gut, wenn man weit oben steht, auch sehr viel selbst machen kann und versteht und eben nicht...
- 39:28Wenn man als Metre null Ahnung vom Bein hat, dann kann ein Mein Somelier alles erzählen, was immer du willst. Dem glaubt man da doch, glaubt dem nicht, aber es ist schon gut, wenn man selber ein bisschen Ahnung hat von der Materie und so ist es eben auch von der Küche und umgekehrt auch.
- 39:46Die Küche ist wirklich, es ist wirklicher anstrengender Job. Es ist draußen aber mit den Gästen auch. Nein, wir stehen natürlich nicht bei 60 Grad in der Hitze dort und da und schwitzen und die Fische machen, ausnehmen und das Fleisch zerlegen oder was immer, der Stress und der Druck.
- 40:06Der Service hat einen anderen Druck, das ist natürlich etwas, dann für uns Zeichen, getigner und ruhiger, aber du hast eine irrsinnige physische und psychische Anspannung auch im Service.
- 40:20Also ich denke, ihr hat auf seine Art und Weise seinen Stress und man kann das überhaupt gar nicht miteinander vergleichen oder in Relationen setzen.
- 40:28Schau mal, ich sage immer, Küche und Service, der Vorteil der Küche ist, die Fische sprechen nicht. Also die anderen, die red ich auch nicht, aber so ist es im Service.
- 40:42Wir sind draußen im Service immer live, immer. Du hast fast keine zweite Chance. Wenn du Bumpig bist, wenn du ein Idiot bist, wenn du ein Hochnecht bist, es ist sehr schwer das wieder.
- 41:00In der Küche kannst du von mir aus rumfluchen, was du willst und wo du warst und das kann auch mal daneben gehen. Da musst du die Donne schmeißen draußen, geht das halt am Kunden daneben.
- 41:08Da muss man sehr viel wieder gerade biegen.
- 41:14Auch das Bindeglied zu sein zwischen Gast und Küche, also immer zu vermitteln und immer mehr oder weniger zwei Fronten zwischen zwei Fronten zu stehen, das ist finde ich auch keine so leicht, aber trotzdem eine erfüllende Aufgabe.
- 41:30Und ich glaube, der große Vorteil unserer Aufgabe ist diesen direkten Applaus zu bekommen, wenn wir gut sind oder wenn wir erfolgreich sind.
- 41:40Trotzdem ist man, wie heißt es so schön, ein Klassiker, der Diener zweier Herren. Auch sehr gerne, wobei ich bewusst Diener sage, weil ich das, ich hasse, wenn die Leute nicht mehr dienen wollen.
- 41:52Ich liebe es sehr, ich bin jetzt nicht unterwürfig oder devot, aber die anderen groß sein zu lassen, macht mir meisten Freude.
- 42:04Es kommt ja sowieso zurück. Es kommt der Bummerang, das geben kommt irgendwann zurück. Auch das geben des Guten.
- 42:18Auch das bestätigt das Leben. Also wer geben kann, bekommt auch das Leben.
- 42:24Ja, das wird jetzt nicht immer 1 zu 1 und 100% zurückgegeben, aber oh Gott, man muss doch nicht immer nüchtern kalkuliert durchs Leben geben und sagen "Dead for dead", verstehst du?
- 42:36Ich habe doch keine doppelte Buchhaltung für was habe ich für den getan und was hat er für mich getan und ich wehgedan nicht ab.
- 42:46Und es mag Menschen geben, die es so tun und es gibt bestimmt auch Menschen, für die habe ich schon viel mehr getan als die für mich.
- 42:56Es gibt wahrscheinlich andere. Ich bin nicht kalkulierend, das ist wahrscheinlich auch einer meiner größten Fehler.
- 43:08Man sagt immer, jetzt ist es so gut möglich.
- 43:12Was oftmals glaube ich gar nicht so verkehrt ist.
- 43:16Ich denke schon, dass es sich aushalt und auch wenn nicht, dann zahlt es sich vor allem selber aus, dass man wahrscheinlich ein bisschen ruhiger durchs Leben geht, wenn man eben nicht nur darauf achtet, genau das was man ausgegeben hat, dann imgleich das zurückkommen.
- 43:40Trinken bildet, saufen macht dumm, ist einer der von Gerhard Retter geprägten Hashtags. Und da steckt sehr viel Wahrheit drin.
- 43:49Und Gerhard lebt wie kaum ein anderer, sommer je, diese Kombination von intellektuellem und lebensfrohen Weinvergnügen.
- 43:58Welchen Wein sollte ich jetzt öffnen, damit ich Gerhard eine Freude mache?
- 44:03Und wenn ich eine Rebsorte sinnbildlich für Gerhard sehen würde, und wahrscheinlich hört er das als Österreicher gar nicht gerne, denn er wäre wahrscheinlich lieber ein Grunerfeld-Linau oder ein Weltschriesling, dann wäre es für mich ein Riesling.
- 44:17Ein Riesling, der auf der einen Seite die Feinsinnigkeit hat, wie sie auch Gerhard an den Tag liegt, auf der anderen Seite eine unglaubliche Komplexität, Tiefgründigkeit und Einzigartigkeit.
- 44:28Ich würde einen Riesling von der Nahen nehmen, einer ganz leichten Reife mit einer puren Eleganz, ich würde einen Riesling aus dem Hause Prinz Sallen, mit einer ganz zarten verspielten Reife, in 2019 ein Jahrgang und natürlich eine große Lage.
- 44:46Ein großes Gewächs, ein Sinnbild letztlich für den Riesling, für die deutsche Rieslingkultur und für die Großartigkeit der Weine, die seit vielen Jahrhunderten hier produziert werden und abo pro Jahrhunderten der Felseneck in Walhausen gehört zu den VodP-Lagen des Weingutes, welches es naheweislich seit über 800 Jahren bewirtschaftet.
- 45:08Dieser Riesling aus dem Felseneck besticht nicht nur durch diese leichte Schmelzigkeit, den zarten Rieslingdruck, die perfekt implantierte Salzigkeit, die komplexe Mineralität, er hat etwas Zauberhaftes, was ihn so unglaublich einzigartig macht, was ihn sowohl trinkfreudig als auch sehr dünn in einem Art zu gestaltet.
- 45:28Der Riesling hat zwar schon eine leichte Reife als 2019er Jahrgang, aber er hat noch eine große Zukunft vor sich. Die Reben sind 28 Jahre alt und komplett auf dem nur hier vorkommenden grünen Dahlberger Schiefer gewachsen.
- 45:43Dieser einzigartige Boden verleiht dem Wein seine ganz besondere Mineralität und Komplexität. Dem besten Lagen des Gutes dominiert dieser Schiefer, insbesondere im Felseneck. Die Weinbeckslagen des Felsenecks sind nach Süden ausgerichtet und weisen Steilagen mit einer Handlage bis zu 40% auf.
- 46:02Verspielte leichtfüßige 12% unterstützen die Lebendigkeiten die Trinkfreude in dem Wein. Das reife Potenzial des Weines wird mit 2021 bis 2040 angegeben.
- 46:15Und dieser Riesling vom Felseneck aus dem Jahre 2019 wurde mit 95 Punkten vom Meininger Somme Magazin ausgezeichnet. Die Erträge im Weinberg sind extrem begrenzt, um die Konzentration und die Qualität der Trauben zu fördern.
- 46:30Und die eigentlich fast beste Beschreibung für diesen Wein findet sich in der Klassifikation des VDP große Lage.
- 46:40Unser Nonplus Ultra. Die Weinen aus diesen Lagen sind Deutschlands absolute Spitze. In diesen Lagen ist der Herkunftsgedanke auf die qualitative Spitze getrieben.
- 46:51Sie stammen aus oft weltberühmten Lagen, die durch, weg, außerordentliche Trauben hervorbringen und teils schon in Jahrhunderten alten Karten festgehalten worden sind.
- 47:00In ihnen spielen sich unnachahmlich der einzigartige Charakter der Lage, die insbesondere, Beschaffheit des Bodens und das Großartige können derer, die mit der Lage oft schon seit vielen Generationen vertraut sind.
- 47:15Mit ihren übertragenen Qualitäten setzt VDP große Lageweine seit langen und immer wieder Maßstäbe.
- 47:23VDP große Lageweine, die trocken sind, nennen wir VDP große Gewexe. Man erkennt sie am GG-Logo auf der Flasche.
- 47:31Und es ist fast als wäre dieser Text für den Felsen-Eck 2019 GG vom Prinz Seim geschrieben. So, dann werde ich mal zurück zum Gerhard.
- 47:43Aber habe ich das richtig verstanden, dass du im Befürworter dieser Doppelposition des Metres, dass der zugleich Sommie ist, oder sollte er sich lediglich auch mit Wein auskennen?
- 47:56Es ist ja relativ modern geworden, weil aufgrund der Personalkosten. Nein, ich wütsche mir, wenn ich die klassische Brigade aufstellen darf, immer, dass ein Sommilier da ist.
- 48:15Aber ich möchte, dass der Metre sich doch sehr gut in der Materie auskennt, um auch das Verständnis zu haben, was der Sommilier hier will, bzw. auch als regulierendes Medium einzugreifen, wenn es überbordend wird.
- 48:31Der Metre sollte schon auch der Chef des Sommiliers sein, weil er für mich einfach ganz oben in der Servicebüramide steht.
- 48:42Ich möchte nicht sagen, ja, was heißt das? Es klingt ein bisschen blöd jetzt, vor allem hier in unserem Sommilierbootkast.
- 48:50Aber ich möchte nicht sagen, der Wein ist mir zu wenig.
- 48:54Ich sehe die Servicearbeit schon grandios, ob es tranchieren und flampieren, das immer seltener leider gemacht wird,
- 49:00beides das Arbeiten am Tisch des Gastes, das Arbeiten mit den Menschen, das Koordinieren, das Priptribswirtschaftliche, die Abläufe.
- 49:10Das gehört schon auch oben zum Gesamten dazu. Wie gesagt, ja, ich finde, ein guter Metre muss ein guter Sommilier sein.
- 49:22Haltet ihr noch die klassische Servicebrigade in der Aubergine?
- 49:26Ja, auch nach Dürren.
- 49:28War das die erste Sommilieranstaltung?
- 49:30Ja, klar.
- 49:32Nach dieser Lehre bin ich dann in die Aubergine und ich war sehr lang da.
- 49:36Echt direkt?
- 49:38Ja, direkt. Das war meine eigentliche Ausbildung.
- 49:42Ich habe in Österreich in einem gutbürgerlichen Gasthof gelernt, mit Korumblöschnitzel und Zwiebeln rausbraten.
- 49:50Und was Frith hatten, super unglaublich war.
- 49:54Wie es halt so ist.
- 49:56Und dann ging es direkt nach der Ausbildung zum Herrn Witzigmann.
- 50:00Die ersten drei Monate kam ich eh nicht aus dem Keller, weil ich nur bei der Silvapoliermaschine war und die Gatorome machen durfte vorne.
- 50:06Es ist ja klar, wenn man nicht mal Deutsch kann, also Österreicher nicht.
- 50:12Aber die Zeit bei Witzigmann hat mich alles gelernt.
- 50:16Alles.
- 50:18Weil, man kann es nicht vergessen, du kommst aus der tiefen Steiermark hier nach München, in einem drei Sterne lokal.
- 50:24Und ja, du weißt, es gibt diese feine Gastronomie, weil man aus Lehrling schon mal in dem früheren Steierereck hin zu essen war.
- 50:32Und das war schon mindblowing dort.
- 50:34Aber dann kommst du hierher und da schreien die Küche "Wisch-Eff".
- 50:38Und da gibt es das Amis und die Petifur und die Michenderie.
- 50:42Und wo sprechen die hier alle?
- 50:46Und dann muss man lernen.
- 50:48Man merkt, dass die anderen lernen, dass sie alle auch Kleinen angefangen haben.
- 50:52Die einen kann man vielleicht aus besseren Häusern oder so.
- 50:54Und da ist der Ehrgeiz geweckt, wo man sagt, warte mal, warum weiß der, was das ist?
- 50:58Warum weiß der, welche Soße das ist und du nicht?
- 51:02Dann musst du Bücher füllen, lernen, schauen.
- 51:04Und beim Wein natürlich wahnsinnig.
- 51:06Irgendwann in der Mainmetre damals, der Herr Birido, ein Sade, schickt mich dann irgendwann in den Keller meine Holen.
- 51:16Das war schon mal super.
- 51:18Ich habe mir ein Furchtbar geschämt, wenn ich die nicht innerhalb von fünf Minuten gefunden habe.
- 51:22Und dann meine ich eine Aussprache, wie schreibt man das überhaupt?
- 51:26Und ich fände mich doch ganz erinnernd, da hatte ich schon etwas gebildeter, dachte ich, dann schickt er mich in den Keller und sagt, jetzt holen sie, oder geh, jetzt holen Bakavelia.
- 51:34Bakavelia, okay, ja, ich wusste es nicht damals, das ist einer der damaligen und heute noch großen portugiesischen Kultweine ist nicht.
- 51:46Aber ich habe mich gerade mit Deutschland durchgekämpft und Frankreich irgendwie ein bisschen Italien und dann sagt er, holen Bakavelia.
- 51:54Ja, nein, das sind ja nicht so, wenn du nach zehn Minuten nicht hochgekommen bist, ist ich schon einer runtergekommen.
- 52:02Wir brauchen den Wein für die Schwaben, vorerst sei jetzt, was musst du überhaupt suchen?
- 52:06Dann sage ich den Bar-Babik, das ist ja nochmal, ja.
- 52:08Da bist du Idiot, Bakavelia, zack, boom, der greift da hoch und weiß genau, da oben liegt er und dann stehst du da als kleiner BD der Junge und denkst du, okay, ich bin Depp.
- 52:18Ja, wo arbeitet man gegen einen?
- 52:20Übernoté, Übernoté war Franzose, Mea au Freu de France, also der beste Aufstimme und der kommt aus Laval und hat immer noch eine Weinhandlung und Über hat eine Weinkarte gestaltet, die gigantisch war für mich großartig.
- 52:36Also ganz ein französischen Klassiker drauf, auch für den Franzosen überraschenderweise sehr der neuen Weltzug getan und das war eine schöne Geschichte, wirklich.
- 52:45Und er ist dann weggegangen und dann war der Platz verkannt und dann hat der Herr Beredo, der Metri, der auch ein guter Sommelier war, gesagt, komm, fangen wir mal an mit dir als Sommelier.
- 52:56Ja, und dann ging es los, mega.
- 52:58Wie viele Jahre war es?
- 53:00Sieben Jahre, sieben Jahre.
- 53:02Sieben Jahre.
- 53:03Ja, das ist schon so, ich sage, das war meine Ausbildung, ich hatte auch eine Freundin in München hier, die Susi, die heute noch hier auch lebt.
- 53:10Und es gab auch keinen Grund für mich da wegzugehen.
- 53:14Ich habe mich so wohl gefühlt, es war so wunderschön, aber irgendwann ist dann auch die Oberschiene zu Ende gegangen, wurde dann umgemodelt in ein anderes Restaurant, hieß es zwar Oberschiene, aber war dann doch nicht mehr das, was es war.
- 53:28Und dann wollte ich dann doch weiterziehen und von einem der besten zum nächsten der besten.
- 53:35Das war dann von Römmsen.
- 53:36Dann ging es dann die Schweiz.
- 53:37Ach so, die Schweiz, ein der schuldiger.
- 53:39Ja, das war dann Fredischirrede.
- 53:42Ja.
- 53:43Also auch einer, es gab vier Köche des Jahrhunderts, Pocuse und Robo schon, und die beiden Nicht-Françosen waren Fredischirrede in Grissier, das Haudelle Will bei Lausanne.
- 53:55Und da gibt es immer noch heute das Restaurant, Herr Schirrede kocht natürlich nicht mehr.
- 53:59Und eben der Witzigmann, das waren die vier Köche des Jahrhunderts.
- 54:03Ich habe gedacht, naja, jetzt warst du im Beinem gekocht, des Jahrhunderts, dann gehst du halt zum nächsten.
- 54:09Also waren gigantische Zeiten auch da unten in der Schweiz.
- 54:14Also so was Schönes an Arbeiten habe ich nie wieder erlebt.
- 54:20Es gab Null Stress in diesem Lokal, absolute Perfektion mit einer Ruhe, mit einer Professionalität, die, ja, wie man möchte fast klischeehaft sagen, wie ein Schweizer Uhrwerk.
- 54:34Zwischen 60 und 80 Gäste jeden Servicemittag, wie abends, je nachdem, wie die Tische eben belegt waren.
- 54:41Und dann gab es halt so um die 18 Köche, 13 Servicemitarbeiter.
- 54:47Und das war, es gab kein Stress, weil es war sowieso jeden Tag voll.
- 54:53Und es war ein ganz anderes Arbeiten, also komplett Chaos befreit.
- 54:58Ich möchte nicht sagen, dass Oberschien Chaos war, weil es war sehr viel Emotionalität, Spontanität und schon auch viel Druck.
- 55:07Den Druck der Perfektion gab es dort auch, aber die Karte wurde eben sechs, sieben Mal im Jahr gewechselt.
- 55:13Die Leute haben zu 99 Prozent eines der beiden Menüs gegessen und das war ein, das Uhrwerk lief.
- 55:20Es gab da, was es nachher nachher betrachtet, mit einer der schönsten Zeiten zum Arbeiten, weil alles so in einem unglaublich harmonischen Fluss war.
- 55:35Du hast dich dort als Sonnybeirut nach der Oberschien beworben oder?
- 55:40Nein, nein, nein, mein Französisch war ja total unter jeder Sau, nicht?
- 55:45Das heißt auch da war es, wo die ersten paar Monate machte, hat der liebe Herr Retter die Tür gemacht.
- 55:52Das heißt, guten Abend gesagt, die Katarobe abgenommen, die Gäste platziert.
- 55:56Und erst Böa Bö durfte man mit dem Gewinn des Sprachkenntnis, was ja Gott sei Dank relativ schnell ging,
- 56:04und dann eben, ich habe da, ich habe da als Demischef angefangen, also was eigentlich ja für das, was ich nicht fachlich konnte,
- 56:14sondern eben, wenn man nicht kommunizieren kann, natürlich waren viele internationale Gäste, aber trotzdem waren alles Französischsprachig.
- 56:21Und mein Schul Französisch hat gerade gereicht zu sagen, Schimmer, Bild, Scherat.
- 56:26Nein, aber da kann man nicht anfangen. Da gibt es Leute, die sind seit 30 Jahren dort, diese Positionen,
- 56:35oder Tonina, unser portugiesischer Chef de Rond, ich glaube, der war 35 Jahre Chef de Rond in diesem Betrieb, gell?
- 56:42Das ist jetzt ja...
- 56:44Ja, aber das ist eine andere Zeit gewesen. Heute kommen die Leute teilweise raus aus der Ausbildung und möchten als Restaurantleiter anfangen.
- 56:51Die ist jetzt ein bisschen überspitzt, aber...
- 56:54Nein, gar nicht. Es ist ja oft mit Realität und ich finde das eigentlich großartig, dass man diese Servicebrigaden hat,
- 57:01zum einen in welchen auch noch ältere Herren oder Damen zu finden sind, was ja heutzutage auch relativ schwierig zu finden ist,
- 57:09und dass man eben, also sich seiner Stelle bewusst ist, und das eben auch in Chef de Rond manchmal eine ganz ehrwürdigere Anstellung ist,
- 57:17in der man in seinem Rahmen...
- 57:19Super. Ich finde es gerade im Service so schade, das meine ich auch nicht böse, aber bevor sie richtig gut werden, steigen sie meistens aus.
- 57:34Und es ist Service schon sehr, sehr viel Erfahrung, Menschenkenntnis, und die gewinnt man natürlich doch mit der Reife.
- 57:45Wie gehe ich mit schwierigen anspruchsvollen Menschen, um welche Situationen, wie agiere ich dort sicher gelassen,
- 57:52und habe ich umsichtig und kann die Balance walten lassen, anwalt des Gastes, der Küche, aber auch für meine Mitarbeiter zu sein,
- 58:00da fällt man doch nicht vom Himmel.
- 58:03Und in Zeiten wie heute, wo man natürlich...
- 58:07Heute kommt so ein englisches Spruch sehr viel zu drinnen, "Gib mir ein Leben bei den Omanien".
- 58:13Also sagst du, okay, bist du hier, stefft, reden der Restaurant oder Somelier, oder whatever.
- 58:18Aber oft überfordert man die Leute vielleicht in der Jugend oder in der Unerfahrenheit auch mit den doch sehr hochhängenden Aufgaben,
- 58:28die ihnen abverlangt werden.
- 58:30Und man müsste ein bisschen Zeit und Geduld auch geben und mitgeben, um ein gesundes, fundiertes Wachstum möglich zu machen.
- 58:41Und nicht jeder ins Eis mehr geschwissen werden und sagen, entweder du überlebst oder du gehst unter.
- 58:47Du hast überlebt.
- 58:51- Damals. - Bis jetzt?
- 58:53Ja, nach Gott dem Einscham.
- 58:55Wir haben gemeinsam überlebt zusammen im DEM, und das hat das natürlich auch ausgemacht.
- 59:02Die Glorifizierung der Vergangenheit, jeder, der es erlebt hat, weiß wovon man spricht.
- 59:13Aber ich möchte es heute eben nicht als Böder für die Jugend, wo sagt, ihr habt keine Ahnung.
- 59:19Das auf keinen Fall.
- 59:21Also das auch nicht verstanden, Wissens, das ist nur, finde ich, unfassbar interessant,
- 59:25wenn jemand wie du, der sehr viel erlebt hat und der sehr viel Erfahrung hat, auch darüber zu berichten, weiß ich,
- 59:34fand das in meinen jungen Jahren auch sehr interessant, wenn meine Metres damals oder auch meine Küchenchefs oder meinen Zommel aus den damals früheren Zeiten,
- 59:44als es noch unfassbar schwer war, überhaupt gute Produkte in Deutschland zu bekommen oder bestimmte Weine zu bekommen
- 59:51oder überhaupt den Gast davon zu überzeugen, keine Ahnung, dass auch eine Frau eine Weine Empfehlung machen kann
- 59:56oder man auch als Deutschland ein gewisses Grundverständnis für französischen Weinen hat,
- 1:00:03weil damals ja gerade in der Hochküche oder in den höher dekorierten Restaurants ja nur Franzosen in Deutschland unterwegs waren
- 1:00:10und es sind verschiedene Phasen und Zeiten und ich finde dieses Berichten aus diesen Zeiten
- 1:00:17ist vielleicht auch so ein interessanter Ansatz auch zu zeigen, wie schön es sich entwickelt hat in vielerlei Richtungen,
- 1:00:25also dass man verschiedene Sachen, die auch unnützbar nicht mehr machen muss.
- 1:00:30Find ich ja auch, das ist eine gewisse, wie soll man sagen, viele, ich weiß gar nicht,
- 1:00:40man sieht das jetzt, die Fingerpolen zu den Trauben oder Trauben waschen oder was auch immer,
- 1:00:45man auch viele Sachen historisch praktiziert hat, ohne überhaupt mehr Wert für irgendjemand zu generieren,
- 1:00:54sondern es war eben in Stein gemeißelt, dass man von rechts servieren musste und/oder sollte nicht
- 1:01:01und aber letztlich ist es doch nichts, was dem Gast Bersee jetzt tatsächlich viel bringt,
- 1:01:08sondern es ist doch das Erkennen, was in der Situation das Richtige ist
- 1:01:13und nicht streng nach Schulbuch vorzugehen.
- 1:01:17Wir haben heute ganz andere Aufgaben im Service wahrzunehmen, als es früher gewesen ist
- 1:01:27und die Aufgaben heute sind manigfaltig und im Schnellebig und auch extrem fordernd
- 1:01:33und Social Media dort und da und TripAdvisor und Co.
- 1:01:37Ob du richtig schlecht bist, hast du ja häufig früher erst erfahren, wenn da Gummio rausgekommen ist
- 1:01:42oder so, heute schaust du rein und du hast keine Ahnung, die Google Reviews, die fast in Echtzeit reinkommen,
- 1:01:48wo man sich denkt, okay, hättest du richtig eier, hättest dich auch bei mir beschwerden können,
- 1:01:55dann hätten wir vielleicht sogar die Chance gehabt, etwas auszubügelten, aber oft ist es auch gar nicht gewollt.
- 1:02:00Bist du ein Freund oder kein Freund, also zum einen dieser Art von Bewertung sei Sternbewertung, Restaurants
- 1:02:08oder eben Gummiobewertung oder in Google Bewertung oder auch Weimbewertung.
- 1:02:13Also ist das was, woran du dich orientierst, ist es was, was du selber wertschätzt, was du zeitgemäß
- 1:02:20und dankbar annimmst oder findest du es frech und anonym und verwerflich?
- 1:02:27Man muss man differenzieren. Anonym ist nämlich das Stichwort.
- 1:02:33Und eine Beschwerden haben immer einen Grund, immer.
- 1:02:42Meistens ist der Grund ganz, ganz simpel. Zu wenig Wertschätzung, zu wenig Bedeutung gegeben.
- 1:02:54Es ist unsere Aufgabe im Service Bedeutung zu geben.
- 1:02:57Und wenn das nicht passiert, dann wird irgendwas unrund etc.
- 1:03:02Nur möchte ich gerne, dass das direkte Feedback ehrlich, nicht anonym im Nachhinein kommt.
- 1:03:10Man belügt die Leute. Wenn etwas nicht gut ist, muss ich es auch sagen vor Ort und sagen, du mal halt, das hat mir nicht gefallen, das ist so und so.
- 1:03:18Dann gebe ich nämlich dem anderen die Chance zu reagieren, rauszugehen und sagen, so ein Scheißladen.
- 1:03:26Ja, okay, dann ist er gestorben und wird er dann auch noch öffentlich gekreuzigt.
- 1:03:32Sterne Punkte und Bewertungen finde ich schon gut. Ich glaube, viele freuen sich auch über das jährliche Zeugen, dass das ausgestellt wird.
- 1:03:42So ist es denn gut. Und Kritik an und für sich ist essentiell, wenn einem nie gesagt wird, dass man schlecht ist.
- 1:03:53Wenn man sich auch nie weiterentwickeln kann. Kritik kann extrem weh tun.
- 1:03:57Überhaupt, wenn sie sehr persönlich verfasst ist, sprich auch persönlich dich angreifend oder nennt, wo man denkt, okay, habe ich tatsächlich tief in die Scheiße gegriffen, in dem was ich gemacht habe?
- 1:04:11Ja, ist ja so. Man ist ja auch manchmal dumm und versteht in dem Moment nicht, wie der Kontext war und hat falsch agiert oder whatever.
- 1:04:20Trotzdem gilt für mich, speziell beim Wein, ich schau gerne, wer was wie bewertet. Das ist in Ordnung für mich.
- 1:04:28Aber ich denke, es gilt für uns alle, die Endphase der Geschmacksbildung ist, die Größe zu haben, zu seinem eigenen Geschmack zu stehen.
- 1:04:38Wenn dir der Wein schmeckt für 12 Euro oder für 10 Euro hervorragend, schmeckt dir der erst für 100 und mehr?
- 1:04:48Hast du Becht gehabt, weil du sehr deuren Geschmack hast? Aber aufgrund der Punktewertung, ich kauf das natürlich auch häufig, weil ich das für mich verifizieren möchte oder nachvollziehen kann, warum hat dieser Wein jetzt, keine Ahnung, 199 oder was auch immer, wie viele Punkte?
- 1:05:07Ich lerne aber auch sehr viel an diesen hoch bewerteten Weinen über den Geschmack der Kritiker.
- 1:05:15Wo ich genau weiß, warte mal, es gibt Gott sei Dank, es gibt nicht diesen absoluten und einen Geschmack, sondern es gibt ganz viele und ich weiß nicht, wenn ein lieber Freund Stefan rein hat, der für Parker die Bewertungen abgibt.
- 1:05:33Ich weiß, welchen Wein düb ich bekomme, wenn Stefan die 100 zückt. Er ist komplex, vielschichtig, vibrierend, lebend, auch fordern, meist sehr, vor allem vibrierend.
- 1:05:48Stefan mag gerne auch intellektuelle Weine, nicht einfach verständlich, ich weiß nicht, er hat eh Dahl, aber ich weiß nicht, ob er den Masetto jemals 100 geben würde, egal wie gut er auch in seiner Perfektion ist.
- 1:06:07Das ist der Stil, der Stefan vielleicht sagt, der Retter erzähle keinen Schmarrn, aber so geht es mir bei vielen. Ich kenne irgendwann mal den Geschmack der Verkoster und dann kann ich das für mich zusammenfügen zu einem Busteln und verstehen, warum er diesen Wein so gut bewertet hat, warum er den nicht gut bewertet hat.
- 1:06:28Und ich lebe dann damit, wenn wir komplett unterschiedlicher Meinung sind. Ich lebe gut damit.
- 1:06:34Das ist wirklich auch eine großartige Situation, wenn die Verkoster ihres Geschmacks sicher sind und die Weine da herausresortieren bewerten. So wurde er letztlich dann auch Parker erfolgreich, wenn man genau wusste.
- 1:06:47Na klar.
- 1:06:48Der Team hat ein Parker Wein und das Team da herauszusammenzustellen, wäre gerade eine solche Institution wie Parker oder was auch immer, kann ja nicht nur aus einer Person herausresortieren, sondern sind ja oftmals mehrere Leute.
- 1:07:03Das ist für dich auch eine sehr schöne Aufgabe. Wie siehst du dich selber als, über deine eigentliche Aufgabe, keine Ahnung, als Homelier hinaus, als Kritiker, als Verkoster in verschiedenen Gremien bist du ja auch gerne anzutreffen und aktiv ist das was, was du gerne bespielt, weil du glaubst, du kannst die Weinwelt damit bereichern und ergänzen oder ist es eher was Leidliches, wo du sagst, ach, mach ich auch noch mit, weil da gibt es die Klasse.
- 1:07:32Ja, ich bin ja relativ egoistisch und freue mich über Verkostungen, weil ich dann Sachen probiere, die ich vielleicht sonst nicht probieren würde.
- 1:07:42Das heißt, ich lerne immer sehr viel dabei, ob mein Geschmack jetzt für die anderen eine Bereicherung ist, das müssen die Leute selbst, ich ziehe aus diesen Verkostungen, die meisten sind ja Gott sei Dank blind.
- 1:07:57Also, ich sehe nicht viel Wissen und Überraschung heraus, ich war letztens wieder bei der Generation Riesling, der Jungen-Wänzervereinigung vom DWI sozusagen, und das ist für mich immer eines der spannendsten Dinge, die die Weinheit dieser Jugendwänzer zu verkosten.
- 1:08:19Man hat mir den Zugang, diese neuen, jungen Talente zu probieren und so, das heißt, ich bin gerne dabei, mache das auch gerne, ich versuche, Wein-Tips zu geben, wo man merkt, dass sie wirklich mein Herz bereitet haben und ich wirklich begeistert bin von den Weinen.
- 1:08:39Und ich möchte nicht, dass mein Geschmack käuflich ist, was nicht heißt, dass man mich nicht auch bezahlen soll für meine Tätigkeit.
- 1:08:52Was ja auch ein großer Unterschied ist, das ist ja ein richtiges Wunder.
- 1:08:58Da kommen wir aber gerade in ein Dilemma, das wir alle haben, meistens haben, meistens, sage ich nicht immer natürlich, Gott sei Dank, aber die Menschen, die dich bezahlen wollen können und vielleicht auch müssen, deren Wein möchtest du aber gar nicht empfehlen,
- 1:09:21weil der gar nicht, und das ist für mich auch die ganz wichtige Krugse, dass ich sage, okay, wenn ich jetzt in meinen Social Media Aktivitäten, meine Goldene Reblos vergebe, wo ich sage, das ist für mich wirklich einer der außergewöhnlichsten Weine, die in dieser Kategorie, das ist jetzt unabhängig vom Preis, weil ich das ziehe, diese in den Retterberichten, die ich da eben auf Instagram oder wo immer hinstelle,
- 1:09:44das sind Retterberichte, die mache ich, weil ich Eigenantrieb habe, die kann man auch sagen, okay, Gerhard, komm, kannst du meinen Wein hier, sag gerne, aber schick mir zuerst den Wein, der Wein wird entscheiden, ob ich das mache.
- 1:09:58Ich werde mich nie für einen mittelmäßigen 0815 Wein hergeben, wenn ich keine Korrelation dazu habe, der kann 12 Euro kosten oder 8 oder was auch immer, aber er muss etwas haben, eine authentische Geschichte oder ein Spirit dahinter, dann mache ich gerne einen Retterbericht.
- 1:10:21Und unterstütze auch den Winzer, den Wein, die herkommt, sehr, sehr gerne, aber man kann mich mit, wie gesagt, man kann mich, es schön wäre, wenn mich die Leute bezahlen, aber der Geschmack ist nicht käuflich, man hat nur einen Namen, das weißt du selber auch, du kannst Werbung machen für alles, was du willst.
- 1:10:46Ich durfte doch mal in Jugendjahren Werbung machen für einen großen Milchproduzenten auch im Fernsehen.
- 1:10:54Ja.
- 1:10:55Und eigentlich hat der Milchproduzent mehr Werbung für mich gemacht, allerdings wusste ich damals nicht, dass der Milchproduzent politisch auch umstritten ist, aber gut, ich würde das als Jugendzünder abstufen, nicht.
- 1:11:09Und, weißt du nicht, weil war das Schubäck, war das nicht McDonald's, puh, das ist für ein Sternekoch, naja, gut, irgendwann ist der Schmerzensgeld wahrscheinlich ausschlaggebend, aber es wäre schon schön, es wäre schon schön, wenn man authentisch bleiben kann, sich nicht verkaufen muss und trotzdem Geld verdient.
- 1:11:31Stimm mich komplett zu.
- 1:11:34Also ich fand die Entscheidung damals von dir auch relativ durchdacht und mutig, also wie du es auch schon gesagt hast, den politischen Hintergrund einfach außen vorgestellt, aber unser lieber Kollege, ich wusste den gar nicht.
- 1:11:53Ist ja auch fast, dass man dann im Laufe der Zeit irgendwann lernt, dass man da auch die zweite und dritte Ebene hinterfragen sollte, für und mit wem. Aber Hendrik wurde damals ja auch relativ stark gebäscht, weil er Bierwerbung gemacht hat für weiß Bierwelte.
- 1:12:11Ja, natürlich, natürlich, natürlich.
- 1:12:13Die Heme.
- 1:12:14Aber wenn man es auch nicht überbringt, finde ich das wirklich in Ordnung und manchmal ist es ja auch eine Auszeichnung, Kritik zu bekommen.
- 1:12:20Ja, auch im Gotteswind.
- 1:12:22Viel Kritik ist versteckte Neid.
- 1:12:25Auch das muss man sagen.
- 1:12:28Und sowieso, das lernt man so, also die ganzen Fernsehgeschichten alle.
- 1:12:35Also das erste, was man lernen muss, dass du links und rechts eine reingehauen bekommst von Leuten ohne Ende, also dass ich da begonnen habe, das Fernsehen zu machen. Die erste Sendung war ja, was war das?
- 1:12:48Nee, also im Steffen Hänzler war das die Kochdopfgeld, die er ja noch im ZDF und dann kam Frank Rosin mit Hellsketschen. Aber das Größte für mich bis jetzt war natürlich die Grillin Hänzler Nummer.
- 1:13:01Aber ich kann nur den Hut ziehen für alle Leuten, die so permanent in der Öffentlichkeit stehen.
- 1:13:08Man lernt natürlich damit umzugehen, aber die ersten paar Sendungen, ich hoffe der Podcast ist jugendfrei, da kriegst du dann auf Social Media Nachrichten, die sagen, holen so einen Verziedlich aus dem Bildschirm und sonstige Dinge und so.
- 1:13:26Und da denk ich mich, was habe ich jetzt getan?
- 1:13:31Ja, erstens warum und zweitens, aber man stumpft dann natürlich ab und das kann man sprechen mit wem du willst, also meine Moderationskollegen aus den Sendungen oder so, die haben ja dann erzählt, was ihnen so widerfährt und das wird irgendwann, dann nimmt man das.
- 1:13:46Ich verstehe die Grundaggressivität der Menschen nicht, aber gut scheinbar ist das auch ein Vendil unserer Zeit geworden, den Leuten eben anonymisiert Nachrichten zu schicken, die sie einem niemals von Gesicht sagen würden.
- 1:14:05Ist das was, wo du sagen würdest, das ist ja schon ein gewisser Gipfel, der Gipfel deiner Karriere dort diese Fernsehpräsent zu haben oder war es einfach nur ein Steinchen in dem gesamten Puzzle oder ist es etwas, wo du auch zu raten würdest, so was mal erfahren zu haben oder möglichst nicht?
- 1:14:26Also erstens ist es so, der Gipfel kommt noch, der kommt immer noch, wenn man mal da steht und sagt der Gipfel ist gewesen, ah das ist nicht gut, das ist nicht gut.
- 1:14:37Fernsehen ist etwas Lustiges, für schönes mache ich auch sehr, sehr gerne und es ist eine ganz besondere Atmosphäre, man lernt viele Leute kennen, man wird relativ berühmt, relativ, oder sagen wir mal bekannt berühmte,
- 1:14:51das Schöne am Fernsehen, besonders diese Primetime-Geschichten, Sonntagabend 20.50 Uhr, machen wir uns nichts vor, wenn wir jetzt in den Fachmedien, ob es bei Sascha Speicher im Sommelier Magazin oder im Feinschmecker oder im Fallstaff aufgezählt oder interviewt oder berichtet wird, super großartigst, aber das 90% der Menschen, die das lesen, kennen dich ja sowieso schon.
- 1:15:20Vielleicht ist die Zahl jetzt so hochgegriffen, aber das lesen doch die Leute, die Genusser auf den Zitzen.
- 1:15:25In deinem Fall nicht.
- 1:15:26Ja, auf jeden Fall muss man sagen, hat man natürlich im Fernsehen eine ganz andere Reichweite und eine ganz andere Zielpublikum, das heißt, es tut schon etwas mit deiner Bekanntheit, auch außerhalb unserer Fachidiotenblase.
- 1:15:44Das heißt, die Wahrnehmung, das hat vor und nach, da hat aber die Wahrnehmung deiner Fratze in der Öffentlichkeit registrierst du, egal ob du im Flugzeug neben dir, der sich jemand anspricht oder als solches, das ist nicht passiert, weil du mit 3. des Jahres geworden bist, im Gummio oder so, verstehst du, sondern da bist du im Medial bekannt geworden.
- 1:16:05Nur, machen wir uns nichts vor, es gibt ganz wenig Servicemen, die es im Fernsehen schaffen leider, weil der Platz nicht da ist. Der Fernsehplatz in der Kulinarik gehört dem Koch leider, aber das ist leider, aber es ist halt so.
- 1:16:31Wenn ich Gerhard einen Wein anbiete, dann muss es ohne Frage ein großer Wein sein. Ein Wein mit einer Außergewöhnlichkeit, mit einer Unverkennbarkeit, einen Wein, den man durchaus als richtig eigenständig bezeichnen kann.
- 1:16:43Wenn ich mir Gerhard's Insta-Post anschaue, dann ist das teilweise spektakulär, welche Proben er begleitet, welche Trinkerfahrung er hat, nicht zuletzt aufgrund dessen, weil er ja ohne Frage zur alten Schule gehört. Kaum ein Sommer je dieser Zeit hat, glaube ich, so viele der großen Gewechsel probieren, begleiten, moderieren, referieren und servieren dürfen.
- 1:17:04Ich würde ihn versuchen zu überraschen, mit einem Wein aus, ja eigentlich wäre es fast meine Wunschheimat aus Kalifornien. Ein Weingutfass, mich immer sehr beeindruckt hat, ist das Haus Dominus von Christian Moix, seine Interpretation eines Napa Valley Weins.
- 1:17:22Und das nicht nur aufgrund des Besitzers von Dominus, der als Inhaber von Chateau Trottenois, Chateau L'Afleu Petruis und seinerzeit auch Chateau Petruis, seine Wurzeln im Vordeauxort, die etwa 50 Hektar am westlichen Tal Eingangtsnapa Valley sorgten unter dem Etiquette Ingelhoog Anfang des 20. Jahrhunderts bereits Jahrzehnte für Fuehrhohe.
- 1:17:42Hier entstanden unglaublich langlebige Weinlegenden. Somit hat das Théroir Weingeschichte geschrieben. Bereits seit etwa 1850 nämlich wurde hier Ingelhoog.
- 1:17:53Winnert Wein kodiviert. Christian Moix kam 1968 nach Kalifornien, studierte an der berühmten Universität Thien Davis, Weinbau und formte im Jahr 1982 mit Robin Lay und Marcia Smith, Tochter des berühmten Weimakers John Daniel und das Weingut Dominus.
- 1:18:111983 wurde der erste Wein produziert und der Leitung des berühmten Architekten Chakerzo und Pia de Truptur diese wohl in als auch ausbeindruckende Lichteffekte erzeugten.
- 1:18:23Mit dem Jahrgang 1995 schließlich wurde Christian Moix alleiniger Eigentüber dieser Nabba-Kultstätte Dominus.
- 1:18:32Das, was ich als Wein jetzt im Augenblick und als Begleiter für ein Gespräch, als Begleiter für einen geselligen Abend aus diesem Weingut öffnen würde, wäre aber kein Dominus.
- 1:18:43Es wäre wahrscheinlich auch kein Napernuck, der ja Zweitwein wäre eigentlich die falsche Formulierung für den Wein, da es eine eigene Interpretation innerhalb des Weingutes darstellt.
- 1:18:56Es ist mittlerweile ebenfalls ein regerecht legendärer Wein, denn auf den ebenso berühmten historischen Lagen Nabba-Nuck pflanzte Georges Yand, den Namensgeber der Stadt Yandville bereits 1838 die ersten Reben in dieser Parzelle.
- 1:19:13Kieshaltige Lehnböden bringen alle drei der Weingut erzeugten Weine, den Dominus, den Nabba-Nuck und den Wein, den ich jetzt am allerliebsten servieren und zusammengeertrinken würde, das wäre der Hotel-Or aus diesem Weingut, der sogenannte Drittwein, der aus den jungen Anlagen erzeugt wird.
- 1:19:32Der Ansatz dabei war ein Wein zu erzeugen, der wesentlich schneller zugänglich, der durch seine Attraktivität seine Fruchtexpressive und trotzdem sehr imposante Art beeindruckt.
- 1:19:42Die Rebsortenkombination ist 86% Cabernet-Somion, 6% Petit-Verdoux und 8% Cabernet-Froh.
- 1:19:50Ich würde einen 2018-Outeller öffnen, da dieser mich mit seiner extrem fruchtigen Alakritsa Anolunda-Gilet an schwarze Johannes-Bärre erinnerten, Intensität seinen sanften Tanin und seinem leichten Gakau-Aroma unfassbar beeindruckt hat.
- 1:20:07Nicht zu aufdringlich, trotzdem präsent und stark genug für dieses Gespräch ist. Also auf gleich lieber Gerhard.
- 1:20:15[Gerhard Schäfer]
- 1:20:19Und da ist aber die Frage, warum das verstehe ich insofern?
- 1:20:22Na doch, ich verstehe.
- 1:20:23Versuche da schon seit vielen Jahren, also darüber zu prühen.
- 1:20:27Das ist ganz einfach. Für mich ist es ganz einfach. Wir, der Koch produziert etwas, der geht einkaufen, der macht aus der Möhre ein Gemüse, eine Lasagne oder was immer.
- 1:20:41Was wir sind, kein darstellendes Handwerk. So lange es nicht Geschmacks- und Geruchsfernsehen gibt, ist zum einen für den Zuschauer nur nachvollziehbar, was du über den Wein erzählst.
- 1:20:57Und dann passiert auch nichts. Der Wein ist fertig als Produkt in der Flasche.
- 1:21:03Und dann kommen noch sehr nüchterne Geschichten hinzu. Zum einen bleibt der Wein Alkohol. Und es ist direkte Werbung.
- 1:21:13Auf der Karotte steht nicht oben Karotte von Hubert Meier in Hinterdupfing.
- 1:21:19Sobald du Wein in die Kamera hält, ist es direkte Werbung. Und es ist Alkohol.
- 1:21:25Und es ist für den Zuseher relativ langweilig, nur dem zuzuhören, was der jetzt mit seinem Glas in die Nase reinsteckt, über dieses Medien erzählt.
- 1:21:37In der Küche wird gebrutzel geschnitten. Es wird auseinander genommen. Viele Tiere gibt das rein, dass die Leute es zu Hause nachkochen.
- 1:21:47Man versteht etwas. Also da sind die Köche einfach ein, im großen Vorteil, dass sie eine produzierende Kunst haben.
- 1:21:57Der Service, Lieber Silvio, unterliegt dem Uno-Akto-Prinzip. Uno-Akto heißt, also eine Aktion, das heißt, er wird hergestellt und konsumiert gleichzeitig.
- 1:22:11Aber habe ich keinen Gast, habe ich auch keinen Service. Und ich habe im Fernsehen keinen Gast in dem Sinn, sondern einen Zuseher.
- 1:22:22Verstehst du das? Also am Tisch des Gastes, da wird Service gelebt, da ist es so, da ist es live.
- 1:22:31Aber du kannst sie nicht konservieren. Du kannst auch keine Servicemiss am Blass machen.
- 1:22:35Du kannst Servetten vorfalten, du kannst das Besteck bolieren, du kannst die Gläser vorbereiten, das Wasser einkönnen etc.
- 1:22:43Aber die eigentliche Tätigkeit des Services funktioniert nur in Interaktion und im Austausch.
- 1:22:53Kann es aber nicht mittels um Zweck sein, um etwas anderes oder eine Person, ohne über Personenkultur reden, darzustellen?
- 1:23:03Ich bedarf es nicht, vielleicht einer Idee eines Mediums oder sonstigen.
- 1:23:07Ich glaube, wäre die Idee den Erfindern der Netflix-Dokumentation Chefstable nicht so sehr klug gelungen, dass sie Filme aus der Tierwelt nehmen,
- 1:23:21um verschiedene Sachen viel ästhetischer darzustellen, wäre diese Serie auch nicht so erfolgreich geworden.
- 1:23:27Letztlich sind der Sommys und Kehner nicht selten geborene Entertainer oder zumindest lebendige Plavataschen und wissen ähnlich wie ein Stand-up-Komedien zu unterhalten und zu erzählen.
- 1:23:39Braucht es da nicht einfach nur manchmal die Bühne, um vielleicht nicht nur aus dem eigenen Leben, das wird relativ schnell langweilig,
- 1:23:45aber aus den verschiedenen Ebenen und Geschichten und da einen Mehrwert in die vielleicht auch Genusskultur mitzugeben?
- 1:23:52Ja, unbedingt bin ich ganz bei dir. Jeder Kellner ist ein fantastischer Stand-up-Komedien-Entertainer, was immer nicht, dass er zingern oder sonstiges kann,
- 1:24:02aber das ist uns doch in Fleisch und Blut gegeben, natürlich, aber diese Positionen sind im Fernsehen auch vergeben.
- 1:24:08Es gibt die Comedians, es gibt die Schauspieler, es gibt die Moderatorin etc.
- 1:24:13Der Kellner schlägt da fast nur in den selben Fach und ja, können wir alles, wir sind wirklich super und du kannst fast jeden reinschmeißen in eine bildkürliche Sendung,
- 1:24:25ich glaube, man würde die irgendwie hinbringen, nicht?
- 1:24:28Trotzdem müssen wir in unserem eigenen Standing und der medialen Aufbereitbarkeit unseres Berufsbildes noch viel arbeiten.
- 1:24:39Ich möchte zu Cindy aus dem Arzt Hahn kommen. Warum ist sie so erfolgreich geworden?
- 1:24:46Weil sie eine perfekte Figur abgegeben hat, aber was ist aus ihr geworden?
- 1:24:52Der eigene Erfolg, es hat sie angewidert und hat gesagt, ich möchte diese Figur nicht mehr sein, ich kann nicht mehr, ich bin das nicht.
- 1:24:59Das heißt, du bist im Fernsehen ja eigentlich oder in Medien gemeinhin genötigt, eine Schublade zu bedienen.
- 1:25:06Du sollst eine Freak Show sein, du musst laut sein, Kitsch etc.
- 1:25:10Das Fernsehen ist leider ein Medium der Superlativ.
- 1:25:14Wenn du nicht, ich weiß es nicht, also der schlimmste was du im Fernsehen machen kannst, ist eigentlich ganz normal zu sein.
- 1:25:22Das ist furchtbar langweilig für die Leute, das haben sie zu Hause bei sich und wirklich, wirklich hinterhinter zu gucken,
- 1:25:29dass hinter diesen normalen Menschen, der da in der Kamera ist, ein wirklich anständiger, guter Mensch mit einem Berufsbild ist.
- 1:25:39Das eben, unser Berufsbild ist halt nicht nur Hipster Freak Show, sondern es gibt auch welche,
- 1:25:46der Service ist doch eigentlich im Hintergrund agierend, leitend, gar nicht in den Vordergrund drängend oder lauter hin zu besaunend.
- 1:25:57Das machen wir in der Regel ja nicht. Es gibt Menschen, die haben sich eine Bühne geschaffen, auf der sie sich selbst superwohlfüllen
- 1:26:06und auch sehr gut sind darin, das ist auch in Ordnung, ist okay, aber eigentlich ist der Service immer,
- 1:26:11wie heißt das so schön, der gute Service ist da, wenn man im, oder umgekehrt, man merkt, wenn, wenn man,
- 1:26:18man merkt, man merkt erst, wenn er nicht da ist.
- 1:26:24Ja.
- 1:26:25Erst dann fällt es auf, dass er fehlt und das ist ein bisschen so und war gut, aber ich finde es auch nicht schlimm.
- 1:26:33Also, schau mal, generell muss man sagen, das gilt ja auch für ein Restaurant, die Leute gehen zum Essen.
- 1:26:41Natürlich gehen auch manche zum Trinken, das ist klar, aber dennoch lädt man zum Essen ein, man geht zum Essen aus.
- 1:26:48Klar gehen auch viele zum Kellner, die sagen, ich gehe heute zum Silvio, ich gehe heute, kann ich auch um die Kollegen,
- 1:26:56zu, weiß nicht, ich nehme mal Berbel Ring oben auf Söldich, gehe zur Berbel oder ich gehe zur Nancy oder zur Willi und Johannes
- 1:27:02oder ich gehe hier in München zu Stefan und Markus ins Walz oder, oder, oder, oder, was weiß ich, man hat schon auch die Servicepersonen.
- 1:27:13Das sind oft die, die Köche sind die berühmteren, man geht zu denen zum Essen, aber irgendwann geht man schon auch zum Service,
- 1:27:21wenn man sich dort wohl geborgen fühlt.
- 1:27:26Das ist schon auch eine tolle Geschichte, aber prinzipiell muss man sagen, wird wahrscheinlich es noch länger so bleiben,
- 1:27:35dass die Küche schon das treibende Element zum Ausgehen ist.
- 1:27:41Und es ist ein sehr interessanter Ansatz. Also die Kernkompetenz eines Kellners, eines Sommies,
- 1:27:46sollte ja eine gewisse Zurückhaltung sein und sich nicht in den Vordergrund zu drängen,
- 1:27:50sondern andere oder wie wir es auch vorhin schon erwähnt haben, den Gastgeber selber wirken zu lassen und das ganz einfach nur zu untermalen.
- 1:27:58Ja, du musst, Entschuldige, wenn ich rein bin, du hast dem Service, du kannst ganz besonders sein, aber du musst geduldig sein.
- 1:28:09Und zwar die Momente, in denen du punkten kannst, mit deiner Präsenz, mit deiner Anteim, mit dem Erkennen des Bedürfnisses.
- 1:28:19Das habe ich ja nicht von mir, aber ich finde, das ist mit einer der größten Serviceregeln überhaupt,
- 1:28:24das kommt von Ritz Kalten und ist eines ihrer Credos.
- 1:28:28Das erfüllende, unausgesprochenen Wünsche ist die größte Servicekunst.
- 1:28:35Verstehst du, wenn der Gast bei dir sagt, ich möchte, er bringt mir doch ein Wasser, das ist kein Service mehr, das Dienstleistung,
- 1:28:42der hat einen Auftrag rausgegeben, aber das Bedürfnis, dieses Erkennen, dieses Voraussehen, das ist der Service.
- 1:28:50Um diese Momente zu machen, egal wie auch immer, den Gast, keine Ahnung, zu unterstützen, zu retten, etwas auf dich zu nehmen und in groß sein zu lassen.
- 1:29:01Also, das vergessen die Menschen nie. Sie werden dir nie vergessen, dass du arrogant und hochnisig gewesen bist.
- 1:29:09Das ist die höchste Form der Dummheit in der Servicewelt, inklusive Wein.
- 1:29:16Aber sie werden auch nie vergessen, wie gut du zu ihnen gewesen bist.
- 1:29:20Obwohl es vielleicht nicht automatisch Standard ist, sondern es muss schon darüber hinausgehen.
- 1:29:31Also, du musst man geduldig warten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, aber dann, wenn diese Situation da ist,
- 1:29:38dann machst du diese Menschen so glücklich, dass sie es ihr Leben lang für sich herumtragen werden und wissen, dass du das gemacht hast.
- 1:29:49Was diese Situationen sind, die muss jeder für sich finden.
- 1:29:53Das ergibt der Zustand, die Interaktion am Tisch.
- 1:29:58Es heißt denn, keine Ahnung, ich sage mal klischeehaft, es heißt denn, du hast den Menschen gerettet in einer Aktion,
- 1:30:07wo er eigentlich vorgegeben hat, dass er ganz woanders gewesen ist oder er hat den Wein ausgesucht und erkorkt und du nimmst die Schuld auf dich oder sonst nichts.
- 1:30:16Also, was immer da falsch gefahren ist, also das Gastgeber gehen, nicht deinen Gast schlecht dastehen zu lassen,
- 1:30:28sondern die Schuld auf dich zu nehmen, zum Beispiel, ist so eine Möglichkeit.
- 1:30:32Ich sage mal so schon mal, wenn sich die Menschen nicht entscheiden können,
- 1:30:36zwischen "ach soll ich den Steinbutt nehmen oder nehme ich doch den Kabeljau oder sonstiges",
- 1:30:41das ist doch, wenn du erkennst, Mensch, ist du denn so schwer das zu machen, dann machst du halt von dem Kleinen, von dem anderen Gericht auch noch eine kleine Portion dahin oder so.
- 1:30:51Das sind ja so Kleinigkeiten oder auch beim Wein, die sind "wow, am Leben, die ich dir trinken", das und das und dann, keine Ahnung, wie das so ist.
- 1:30:58Vielleicht kann man ein Schlöckchen probieren und gehst du darüber, worüber es ist.
- 1:31:03Man muss was für die Menschen tun, etwas, was über das Bedienen hinausgeht.
- 1:31:10Ich glaube also, zum einen die Kunst der Geduld, die du von angesprochen hast, als eben auch die unglaubliche Erfahrungstiefe, die du hast.
- 1:31:22Das hast du ja nicht nur in Duzern oder in München gelernt, sondern da hat, glaube ich, England dir auch eine ganz große, ganz große Mitte zugespielt.
- 1:31:33Das war ja auch eine relativ schwere Entscheidung für dich nach England überhaupt zu gehen, oder?
- 1:31:39Trotzdem wollte ich da hingehen, ich wollte da auch hingehen, ich habe mir das ausgesucht.
- 1:31:47Ich fand das sehr lustig, über Gordon Ramsay da zu arbeiten.
- 1:31:51Ich wusste gar nicht, wer der Mann war.
- 1:31:54Ich war bei ihm, bevor er so berühmt wurde, wie er heute war.
- 1:32:04Der Grund, warum ich zu Gordon Ramsay gegangen bin, war ganz einfach.
- 1:32:09Und zwar hieß sein Restaurant, das er damals betrieben hat.
- 1:32:14Es hatte nicht drei Sterne, sondern nur zwei Sterne damals noch, hieß die Oberschiene.
- 1:32:19Und ich fand das sehr lustig in München in der Oberschiene, aber damit ich zu Gordon Ramsay.
- 1:32:23Und als ich da war, habe ich erfahren, wo ich gelandet bin.
- 1:32:26Und ich wollte nach London, um mein Englisch zu perfektionieren, um es auf ein Niveau zu kriegen, wie es eigentlich international erwartet wird.
- 1:32:37Ich sah aber ein bisschen nach hinten losgegangen, den ich auf das 90% am Tag nur französisch gesprochen habe in London, weil meine Kollegen Franzosen waren.
- 1:32:47Aber gut, nein, Gordon Ramsay, ja, das war natürlich, dann ist es losgegangen mit ihm.
- 1:32:53Er wurde dann ja zum Superstar, dann kann der dritte Stern, der Umzug dort vom Lokal und alle diese Sachen.
- 1:33:00Muss allerdings auch sagen oder möchte sagen, wenn wir sprechen über Arbeitszeiten und was härter bedeutet, dann war London wirklich eine der Challenges überhaupt.
- 1:33:13Sechs Tage Woche, 980 Pfund im Monat, 650 Pfund hat mein Zimmer gekostet.
- 1:33:24Ich wollte gemerkt, das Zimmer mit Dusche und Bart auf dem Gang und WC und alles, nicht im Zimmer.
- 1:33:29Aber gut, macht ja nichts, du brauchst eh kein Geld, weil aus der Arbeit und Schlafen machst du eh nichts in dieser Stadt.
- 1:33:35Und das ist auch so.
- 1:33:37Ich habe in London die Sonntage, die ich frei hatte, hast du mal geschlafen bis Mittags, dann bist du kurz raus gegangen und abends um 10 Uhr warst du wieder im Bett.
- 1:33:46Denn du musstest um 9 Uhr wieder da sein.
- 1:33:49Also ich habe von der Stadt nichts geliefert, ich war ein Golem in dieser Stadt.
- 1:33:53Wenn die Leute sagen, du warst doch in London, ja, okay, aber ich habe dort vegetiert gearbeitet, aber ich habe nicht dort gelebt.
- 1:34:04Das war um 2000, 2005?
- 1:34:08Du fragst um mich Sachen, ja.
- 1:34:12Wer ist nicht weiß, wenn du nicht weißt, wer ist dran?
- 1:34:14Ne, ne, muss früher gewesen sein.
- 1:34:16Ne, muss viel früher gewesen sein.
- 1:34:18Denn am 1. April 2004 habe ich im Adlerland begonnen.
- 1:34:24Doch schon.
- 1:34:26Ah, das wurde dort gerade, glaube ich, erst geöffnet oder um 2000 wurde es dort eröffnet?
- 1:34:31Nee, nee, nee, nee.
- 1:34:33Hörst du?
- 1:34:35Ja, nee, ich glaube, es war nicht so 6...
- 1:34:37Oh Gott, wenn das jetzt jemand ist,
- 1:34:39meine Atel und Seite...
- 1:34:40irsty nicht.
- 1:34:41Nee, es war...
- 1:34:42Doch!
- 1:34:43Und die hat zurückgekommen.
- 1:34:45Nee, es war bestimmt schon zehn Jahre drauf würde ich sagen.
- 1:34:48Hat das nicht 94, 95 eröffnet?
- 1:34:49Es kann auch sein.
- 1:34:50Ich weiß es nicht sicher, also wenn man könnte...
- 1:34:53Oder noch früher.
- 1:34:54Ich weiß auch nicht mehr, egal.
- 1:34:55Nee, aber wie gesagt, das...
- 1:34:59Aber trotzdem London, also wer die Chance hat, gastronomisch dahin zu gehen,
- 1:35:07das ist schon noch was außergewöhnlich Besonderes mit...
- 1:35:10Ich möchte nicht sagen, dass die Küche besser war als bei Witzigmann oder Schere de Hüters.
- 1:35:15Also möchte ich gar nicht beurteilen, jeder hat das einen Stil.
- 1:35:20Nur die Internationalität ist natürlich Wahnsinn, nicht?
- 1:35:23Also das ist so.
- 1:35:24Herzl in der Schweiz, in Chrissie auch, mit vielen Internationalen, da ist Genf nicht
- 1:35:30weit weg, aber London ist einfach London auch in Bezug auf die Gäste.
- 1:35:36Wie viele Jahre?
- 1:35:39Harte Zeiten, zwei Jahre.
- 1:35:43Und die Geschichten im Gordon Ramsay sind alle Wahnsinn.
- 1:35:51Er ist ein absoluter Freak.
- 1:35:52Er ist ein Qualitätsfanatiker und wenn du zur falschen Zeit am Bass stellst, hast du
- 1:35:56einfach Becht gehabt.
- 1:35:57Das ist aber auch das Wichtige, dass man wissen muss.
- 1:36:02Er ist niemals persönlich.
- 1:36:04Es ist sein Naturell gewesen, ich denke, er wird sich mittlerweile auch wesentlich
- 1:36:10abgeschwächt haben.
- 1:36:11Ein Getriebener, ein Suchender der absolute Perfektion.
- 1:36:15Und wenn da etwas nicht gebast hat, dann ist er natürlich ausgezuckt.
- 1:36:18Und wie gesagt, wenn du da gestanden bist, dann war das im Prinzip so Service los.
- 1:36:26Da war der Schalter auf Hochspannung, Service aus, alles gut gelaufen, alles durch.
- 1:36:33Vor einer halben Stunde hat er dich gerade angeschrien, was du für den Volltrottel bist
- 1:36:37und du sollst dich ja verbessen, sonst wickst du sowieso raus.
- 1:36:39Und dann ist der Service vorbei, alles gut und kommt da zu dir und klopft dir auf die
- 1:36:44Schulter und sagt, nice evening, isn't it?
- 1:36:46So, ja, ja, alles gut.
- 1:36:48Deswegen muss man schon auch wissen, du hast einfach gerade Becht gehabt, nicht?
- 1:36:55Und schau wozu er es gebracht hat.
- 1:36:58Ein Weltstar der Gastronomie.
- 1:37:00Und es kommt nicht von irgendwo.
- 1:37:03Seine Schüler und seine Küchenchefs dort und da selbst drei Sterne.
- 1:37:07Also das ist schon eine große Nummer und man darf nicht vergessen.
- 1:37:10Mein Schott war Fußballspieler bei den Glasgow Rangers und so.
- 1:37:14Das ist halt auch ein rauer Ton.
- 1:37:16Mein Gott.
- 1:37:17War eine tolle Zeit, arbeitstechnisch.
- 1:37:21Und ich würde es auch jederzeit wieder machen, vielleicht ein bisschen mehr in der Stadt leben.
- 1:37:28Wäre schon schön.
- 1:37:29Ja, ist auch mal leicht gesagt.
- 1:37:30Man versucht ja dann, ein Sohnrestaurant oder mit der in der Situation einfach auch erst
- 1:37:34mal zu überleben und jeden Tag das Beste zu geben und einfach für die Performance daher
- 1:37:39kommen.
- 1:37:40Ja, genau so ist es und man hat eine Verantwortung.
- 1:37:45Jedes Zahnrädchen trägt mit zum Stern, zum Ersten, zum Zweiten oder zum Dritten bei.
- 1:37:51Und wenn du dann ausfällst, ist das für das Team einfach abartig, nicht?
- 1:37:56Und auch für die Gesamtperformance.
- 1:37:59Dafür hat man einen irrsinnigen Druck und man muss sein Soll erfüllen.
- 1:38:03Nur bei diesen Arbeitszeiten und es war echt, also 10 Uhr morgens anfangen und dann ging
- 1:38:14das bis eins, zwei und dann lauten dann nachts keine U-Bahn.
- 1:38:16Das heißt, man muss nach Hause laufen, auch noch eine halbe Stunde oder mit dem Rad fahren.
- 1:38:19Also du bist einfach hundemüde, denn du hast mit sechs Tagen 12 bis 14 Stunden am Tag.
- 1:38:28Also da hast du, glaube ich, ja, kann man sich selber horechen.
- 1:38:32Mal sagen wir zwölf Stunden, mal sechs, okay, das sind schon ein paar Stunden und das ist
- 1:38:37untertrieben.
- 1:38:38Manchmal auch mehr, du musst dir früher raus etc.
- 1:38:40Wie viel Schlaf hast du überhaupt?
- 1:38:41Fünf Stunden, sechs Stunden, mehr schaffst du gar nicht.
- 1:38:43Du bist schon irgendwann mal müde.
- 1:38:46So sieht das aus, genau.
- 1:38:49Hattest du jemals Vorbilder in der bis dort dauernden Karriere, also dass du sagst, dass
- 1:38:56er nicht mehr dieser Zombie war für mich so febend und hat mich so febend.
- 1:39:01Ja klar, also das waren der Herr Bereto in dem, also viele sogar, würde ich sagen, der
- 1:39:07Herr Bereto, mein Metre, dann eben auch die beiden Metres vom Herrn Schirradi, Louis,
- 1:39:17Monsieur Villeneuve, Monsieur Vogdö, der war ein super Vorbilder und schon Claude natürlich
- 1:39:22von Gordon Ramsay auch, der auch eine Legende ist.
- 1:39:25Diese großen Leute waren schon große, große, große, für mich Vorbilder, die immer noch
- 1:39:33mit der Ehrfucht und geht seinen Augen anschaue.
- 1:39:37Zombie-Lays sind deren auch viele, also klar, das Kleine, der ist auch in Österreich da,
- 1:39:41die Schmidt aus dem Steuerei, der erste Zombie-Lays und so, das sind schon, ja, da sind auch ganz
- 1:39:50tolle Menschen natürlich auch, weißt du.
- 1:39:53Ja, bei den Summilew-Weltmeisterschaften, bei den Wettbewerben, ob das Paulo Basso
- 1:39:58zum Beispiel ist, ja, oder mein lieber Freund der Aldo, den ich auch ungehörlang begleiten
- 1:40:05durfte als Konkurrent bei den Wettbewerben nicht, ja.
- 1:40:08Und wenn man sieht, was die Leute aus sich gemacht haben, das ist unglaublich nicht,
- 1:40:13oder hier, ja, Raymond auch der aktuelle Weltmeister, wenn man die jetzt schon länger kennt von
- 1:40:20Wettbewerben, als sie genauso Rohrgreppierer waren als ich noch, oder gucken wir unseren
- 1:40:25lieben Mark, nicht?
- 1:40:26Meine Mark ist so ein Milliärweltmeister, das ist doch Wahnsinn, oder?
- 1:40:30Ist das nicht abwartig, ja?
- 1:40:31Und dann kann es dann nur Tribut so, ich kann mich nicht mehr als Gast in der Fischerklausel
- 1:40:35oben gekommen ist und wir ein bisschen trainiert haben, also nicht, dass ich da Anteil dran
- 1:40:39hätte, aber diese Leute, die so viel erreicht haben und doch am Wohnen geblieben sind, sind
- 1:40:49das nicht die größten?
- 1:40:50Ja, für mich ist dann ein absolutes Beispiel dafür, wo man es fast gar nicht fassen kann,
- 1:40:56dass jemand so unfassbar erfolgreich und so herzlich trotzdem ist.
- 1:41:01Ja, man muss sich manchmal schimpfen, dass er sein Licht vielleicht sogar eine Spur
- 1:41:08zusehen und dann Schäffel stehlt, weil er manchmal dann auch, ich möchte nicht sagen,
- 1:41:13übergangen wird, aber er macht das komplett richtig.
- 1:41:17Es ist nicht sein naturell.
- 1:41:19Er ist authentisch, so ist er.
- 1:41:21Und es ist wie beim großen Wein oder beim außergewöhnlichen Essen, das Erkennen der
- 1:41:27unspektakulären Qualität ist die höchste Kunst.
- 1:41:31Und wenn ich einen zweiten Blick oder einen dritten Blaue um zu sehen, dass nichts Lautes,
- 1:41:38nichts Reißerisches, nichts Vordergründiges mich geblendet hat, sondern dass es wirklich
- 1:41:46nur die Güte des Menschen oder beim Wein eben die Güte im Glase ist, die mich abholt.
- 1:41:56Es mag sein, dass ich investieren muss in eine zweite Verkostung und warten muss, bis
- 1:42:03es sich öffnet, bis die Blüte aufgeht, bis es rausspringt, bis ich selbst die Fähigkeit
- 1:42:09habe, diese feinen Noten sowohl im Wein als auch das Charakter des Menschen überhaupt
- 1:42:18richtig und wertig einzuordnen und zu verstehen.
- 1:42:21Und ja, wir leben einfach in einer Welt der Superlätiven.
- 1:42:25Das sind die geilen Säue natürlich diejenigen, die wie ein Vogel strauß durch die Welt laufen
- 1:42:32und alles abräumen, weil sie bunt sind, schrill und geil und skurril und leben und alles gut.
- 1:42:39Ist auch fantastisch super.
- 1:42:40Die Halbwertzeit ist allerdings oft wirklich gering, denn man verbrennt auch schneller
- 1:42:48als Hochpflege in der Echorus.
- 1:42:50Sieht man bei einigen, die unglaublich hip sind für eine gewisse Zeit und die Beständigkeit
- 1:42:55ist dann oftmals leider nicht gegeben und es gibt so manche einem Kollegen, wo ich mich
- 1:42:59frage, na wo ist er denn?
- 1:43:01Oder was macht ihr im Augenblick, wo ist seine Präsenz noch?
- 1:43:05Das ist wahrscheinlich auch die Intensität des Feuers.
- 1:43:08Ja, das ist die Intensität.
- 1:43:11Manchmal auch die Substitutigkeit hinter dem Vordergründigen dann einfach die Existente
- 1:43:17ist oder?
- 1:43:18Ja, viele vergessen auch, was die Bühne für sie macht.
- 1:43:23Also funktioniert alles, solange man die richtige Bühne hat, habe ich auch erlebt, muss man
- 1:43:32auch lernen.
- 1:43:33Natürlich bist du als Mätre des Atlons ein wohlgesehener und hoffierter Gast und Mensch
- 1:43:41und auch, ah, mein Somelier ebenso.
- 1:43:44Aber gerade mit dem Weggang aus dem Atlon nach oben in den Norden an die Fischerklausel
- 1:43:49in den unbedeutenden Landgasthof werden die Einladungen dann sperrlicher.
- 1:43:54Und da merkt man, dass die Einladungen nie für Gerhard Retter, nie für dich gewesen
- 1:44:00sind, sondern immer den Posten geschuldet war.
- 1:44:04Wer das nicht lernt und sieht, machen wir uns nichts vor.
- 1:44:09Wir kennen Kollegen, die lange Zeit in Dopp lokalen waren und dort auch brilliert haben.
- 1:44:16Aber mit dem Abgang aus dem Lokal ist es dann auch deutlich schneller geworden bzw. manche
- 1:44:21sind auch furchtbar auf die Schnauze gefallen und haben bemerkt oder gesehen, dass die
- 1:44:26Selbstständigkeit ein verdammt hartes Brot ist.
- 1:44:29Und ja, Mittelweg ist gut.
- 1:44:35Man muss schon mal kärzere, reißere, frech sein und auch mal einen raushauen.
- 1:44:42Aber trotzdem kommen wir wieder zu Cindy aus Marzahn.
- 1:44:46Wenn ich mich jeden Tag proseduieren muss und verkleiden muss und jemand da etwas darstellen
- 1:44:51muss und immer der Geilste und der Schnellste und der Größte sein will oder aber das ist
- 1:44:58sehr anstrengend und du wirst früher oder später die Rechnung bezahlen müssen.
- 1:45:02Beim Wein darf ich das mal sagen.
- 1:45:05Man hat mich mal furchtbar, also auch aus der Kollegen Szene, ich möchte nicht sagen
- 1:45:11angefeindet, aber eine gewisse Hähme ist dann doch gekommen, weil ich habe irgendwo in
- 1:45:17einem Interview mit ihm gefragt, was ist denn mein Lieblingswein gut?
- 1:45:22Was ist eine komplett beschissene Frage?
- 1:45:24Weil, wenn er fragt, was ist meine Lieblingsmusik?
- 1:45:30Das geht ganz weit.
- 1:45:33Das ist von, ich sage immer, am Oktoberfest ist Hudo Facus Alice nach der vierten Masse
- 1:45:39das schönste Lied der Welt.
- 1:45:40Und gestern in die Oper ist es eben Puccini oder was auch immer.
- 1:45:45Und im Chess, egal, oder auch der Bob hat seine, es hat alles seine Zeit, seine Berechtigung,
- 1:45:51aber was ist richtige Größte?
- 1:45:54Und da habe ich gesagt, naja, wenn ich das so sehe in Deutschland, dann muss ich sagen,
- 1:45:58dann ist es für mich Robert Weil.
- 1:46:00Na ja, natürlich, oh mein Gott, da kam da ja aus den Kollegen Szene dann hämische Nachrichten,
- 1:46:05ey du bist ein Weilfehn.
- 1:46:06Ich sage, ja, ich bin ein Weilfehn.
- 1:46:08Absolut, schau dir die Güte der Weine auch, die Güte in der Menge, wie er so produziert,
- 1:46:14von einfachen QBA bis hin zu den DBAs auf der Versteigerung oder whatever.
- 1:46:19Warum ist er für mich einer der besten oder, also der beste gibt es sowieso nicht, aber
- 1:46:24warum muss man Tribut zohlen der Leistung dieses Gutes?
- 1:46:28Weil sie seit Jahrzehnten mit die besten sind da vorne.
- 1:46:32Ich meine, ich kann andere hier aufzählen, Güte, ich möchte gar nicht nur den lieben
- 1:46:37Wilhelm und sein Team her hervorheben.
- 1:46:39Ich weiß, dass sie nicht immer den besten Riesling der Welt machen, aber wer tut das
- 1:46:47schon?
- 1:46:48Das ist doch jedes Jahr ein anderer der Fall, mit in den besten drinnen zu bleiben, über
- 1:46:51Jahrzehnte, über Dekaden, das ist doch die eigentliche Leistung.
- 1:46:56Du wirst einmal sommer jedes Jahres oder so, das ist super oder mätere dieses Jahres oder
- 1:47:00wenn du das mega Leistung musst du auch erst mal dahin kommen, dass du auffällig wirst
- 1:47:05in positivsten Sinne.
- 1:47:06Naja, aber im nächsten Jahr wird man mit anderen Augen bemessen, weil da ist schon ein Titel,
- 1:47:13dem immer gerecht zu werden oder die drei Sterneköche, was du dir vorher genannt hast.
- 1:47:18Ja, aus Jahr ein, dieses Niveau zu halten, ohne die Newcomer abzuschmillen, ganz im Gegend
- 1:47:25alle brauchen wir immer, aber in Österreich sage ich immer, wenn mein Weihngut nicht liebe,
- 1:47:31das war ein gut Call when's.
- 1:47:33Warum?
- 1:47:34Mit die besten weißen Trocknen, mit die besten roten, mit die besten Süden, das ist der
- 1:47:38Grand Slam, das schaffen nicht viele, manche auch nicht, weil wie zum Beispiel in der Steieramark,
- 1:47:43weil eben der Rotwein vielleicht nicht ganz so eine Bedeutung hat oder auch die Wachau
- 1:47:48nicht oder so, das mag schon sein, aber trotzdem finde ich diese Leistung, die da geliefert
- 1:47:55wird in jedem Segment mit der Beste zu sein, das passiert nicht so häufig auf der Welt.
- 1:48:01Ist glaube ich auch etwas, was wir als Zombies durchaus können müssen oder was für uns
- 1:48:10nicht unwichtig ist, diesen Überblick zu wahren, zum einen für diese Lebensleistung,
- 1:48:14für diese langjährige Qualität, dass es eben nicht nur ein Eintagspflege ist, aber eben
- 1:48:18auch für die Komplettheit des Programms, dass da produziert wird, weil so einen Schnellschuss
- 1:48:23können viele vielleicht einmal erringen, der dann viele Punkte oder Preise erreicht,
- 1:48:30aber das in der Gesamtheit letztlich auch der Produktion zu wahren und dann vielleicht
- 1:48:34auch in diesen verschiedenen Geschmacks-Ebenen, dass auch viele Gäste es verstehen können,
- 1:48:39also dass es nicht nur die High-End-Qualitäten finden.
- 1:48:42Ja, genau.
- 1:48:43Also ich finde auch...
- 1:48:44Die Beine auch greifbar sind und eben nichts abgehoben.
- 1:48:45Nee, genau, finde ich auch.
- 1:48:48Also, Kommerz und Mainstream als solches ist nicht berset zu verdäufeln.
- 1:48:52Es ist nicht automatisch...
- 1:48:55Also auch das ist eine Kunst und wenn man da eine gewisse Authentizität noch drin pflegt
- 1:48:59ist, ist das großartig.
- 1:49:00Und das machen wir ja dann letztendlich als Homies, glaube ich auch, dass wir auf der
- 1:49:04einen Seite schon einen gewissen Kommerz und Mainstream haben, wenn wir das nicht leben
- 1:49:09würden, wenn wir ja mehr oder weniger Weinkrieger, die dann ihren Geschmack oder ihre Vorstellung
- 1:49:14versuchen zu manifestieren oder als kleine Patrioten durch die Weinlandschaft laufen,
- 1:49:20aber erst wenn man sich zurücknehmen kann und mit dem auch Geschmacksvolk, was ja viele
- 1:49:24Gäste einfach auch sind, mit agieren und das akzeptieren kann, dann ist es, glaube ich,
- 1:49:30ein...
- 1:49:31Ja, schon mal, ich lebe in München.
- 1:49:32Na, ich lebe in München nicht.
- 1:49:35Na, was glaubst du, was hier an gut gemachter Standard Italo-Wahre über den Tisch geht?
- 1:49:46Ob das jetzt Lugana ist oder Suave oder Südtirol oder so.
- 1:49:53Oder was immer.
- 1:49:54Venezien ist egal, was man jetzt nimmt.
- 1:49:57Und ich kann ja nicht nur Italien, aber es ist natürlich sehr Italo-Viele in München.
- 1:50:02Aber ist es jetzt total zu verteufeln, machen nicht diese Weine auch sehr viele Menschen
- 1:50:10an vielen Abenden glücklich?
- 1:50:12Und ist es nicht teilweise arrogant von uns zu sagen, dass er mittelmäßig und Mainstream
- 1:50:18da, damit geben wir uns nicht ab?
- 1:50:20Das ist schön, dass wir an unserem Geschmack arbeiten und feilen.
- 1:50:24Aber ich kann doch nicht immer meinen Geschmack den anderen aufoktroyieren und zu sagen, du
- 1:50:30hast keine Ahnung vom Wein.
- 1:50:32Wenn das als guter Tisch und Speisenbegleiter seinen Zweck erfüllt, dann muss es für
- 1:50:39mich auch akzeptiert und in Ordnung sein.
- 1:50:42Natürlich möchte ich mich weiterentwickeln und auch meine Gäste und meine Kunden, und
- 1:50:48halt probieren Sie mal das.
- 1:50:49Vielleicht ist es auch lustig für Sie.
- 1:50:51Und dann habe ich meine Aufgabe ja gemacht und vielleicht gefällt es ihm, vielleicht
- 1:50:56gefällt es ihm aber auch nicht.
- 1:51:01Nötigung ist kein Faktor in unserem Berufsbild.
- 1:51:06Das ist sehr wichtig.
- 1:51:08Das ist wahrscheinlich das, was du die ganze Zeit schon des Öfteren angesprochen hast,
- 1:51:12dass man die Größe haben muss, dem anderen dienlich sein zu können und in seinen Dienstes
- 1:51:18und seinen perfekten Weinmomenten zu finden.
- 1:51:20Also das nicht immer das Beste für den Gast in dem Augenblick ist.
- 1:51:24Genau.
- 1:51:25Das ist etwas, was glaube ich so ein wenig in Vergessenheit gerede.
- 1:51:29Ich finde es bei den vorhin angesprochenen Vorbildern auch schade, wenn diese in Vergessenheit
- 1:51:34geraten und finde es gerade bei dir oder auch bei einigen deiner Kollegen sehr gut und sehr
- 1:51:40lobenswert, dass sie publizieren, egal auf welcher Ebene, ob das jetzt, ich sag mal,
- 1:51:46tiefgründig sozialem Medial ist, also nicht dieses schnellen Post.
- 1:51:49Ich habe heute beim Fouseur, sondern eventuell auch mit Gedanken gängen oder Sachen, die
- 1:51:54andere Menschen bewegen, als eben auch und das praktizierst du ja auch, schreiben oder
- 1:52:00in irgendeiner Form publizieren und somit auch nachhaltig ihr Wissen transportieren und
- 1:52:06jemanden, der dich vielleicht nicht persönlich kennt, das vermitteln.
- 1:52:09Das finde ich mehr als lobenswert und schade um die vielen Geister vor uns, die es nicht
- 1:52:15konnten.
- 1:52:16Den Egoismus Wissen für sich zu behalten, muss man verurteilen.
- 1:52:22Die Weitergabe von Erfahrung und Wissen, was bleibt?
- 1:52:27Jetzt bin ich 51 Jahre alt.
- 1:52:29Wie gesagt, mein Höhepunkt kommt natürlich noch her, aber könnte es auch der sein, in
- 1:52:37dem ich ganz viele Leute inspiriere, in unser Mediet zu gehen, herzukommen, aus Bilde oder
- 1:52:46zumindest diese Freude an unserer Materie weiter verpflanzen.
- 1:52:50Da kommt doch in die Gastronomie, es ist was Schönes.
- 1:52:53Beschäftigte euch mit dem Wein, guckt euch das an.
- 1:52:55Also ich habe ein paar Menschen, ich nehme mal Marco Franzelin zum Beispiel, mein Lehrpopo
- 1:53:02oder so, der ist ja nicht so gut geworden, weil er bei mir war.
- 1:53:05Er ist so gut geworden, weil er den Eigenantrieb hatte.
- 1:53:08Verstehst du?
- 1:53:09Und das ist doch was Schönes, wenn man das sieht, dass man diese Menschen begleiten kann
- 1:53:14und vielleicht irgendwann auch mal einen Stoß in eine Richtung gegeben hat oder einen Anstoß
- 1:53:21dahin.
- 1:53:22Aber ich bewerbe mich letztlich bei meiner Kollegenschaft um deren Gunst.
- 1:53:35Und sie sagen, okay, hier habe ich meine Arbeitskraft.
- 1:53:38Wem gebe ich sie jetzt?
- 1:53:40Gebe ich sie viel Geld?
- 1:53:41Gebe ich sie, ist es mein Investment in meine Zukunft?
- 1:53:46Und da muss man schon geben, sehr viel geben aus der Erfahrung und die Leute müssen wissen,
- 1:53:54dass man hinter ihnen steht, dass man bei ihnen ist, dass man ihnen weiter hilft.
- 1:53:59Schau mal, also ich beim Witzigmann aufgehört habe, weil ich mir direkt in die Hosen geschissen,
- 1:54:04als ich kündigen musste.
- 1:54:09Dann gehe ich da hin zum Chef und sage, Chef, ja, sage was los?
- 1:54:16Ja, Chef, ich möchte weg.
- 1:54:21Was ist mit dir los?
- 1:54:23Ich bin zu, was druckst du da herum?
- 1:54:25Was ist das?
- 1:54:26Wo willst du hin?
- 1:54:27Sag, wo du hin willst.
- 1:54:29Ja, Chef, ich mich gerne zum Herrn Schürrde.
- 1:54:31So, okay, zack, boom, der geht da rüber zum Telefon, ruft da unten an und sagt, hallo,
- 1:54:36hallo, Freddy, Simon Ecker, ja, blablabla, also ich habe hier einen jungen Österreicher,
- 1:54:42kann nicht gescheitern französisch, aber ich möchte bei dir anfangen.
- 1:54:45Blablabla, blablabla, blablabla, aufgelegt, passt nächste Woche kannst du anfangen.
- 1:54:49Und das war so groß, verstehst du, ich hatte Angst, dem Chef zu sagen, ich arbeite jetzt
- 1:54:55nicht mehr für dich.
- 1:54:56Und er in seiner Grüße selbst viel gereist und herumgekommen, ja, der war nicht sauer,
- 1:55:03dass ich ihn verlassen habe, der war dankbar, dass ich da war und hat gesagt, super, du
- 1:55:09hast so eine Zeit bei mir gearbeitet, bestimmt auch mal nicht so gut und mal besser mal schlechter
- 1:55:16oder so, aber ich denke, es war schon gebast.
- 1:55:18Auf jeden Fall, da gab es kein Neid, der war auch nicht piquiert, sondern ganz im Gegend,
- 1:55:23er sagt, wo kann ich dir jetzt weiterhelfen?
- 1:55:26Und diese Hand muss man seinen Mitarbeiter immer reichen.
- 1:55:32Klar, ich sage mal jetzt den Verdienterin ist es vielleicht, also es ist schon eine Neben-
- 1:55:37und ein Geben auch, aber wirklich, ich hatte solche Angst zu kündigen und dann schreit
- 1:55:42er mich fast an, dass ich so herumdrucksche, sondern der wollte auch, dass ich weitergehe,
- 1:55:49verstehst du?
- 1:55:50Der hat sich gefreut, dass ich den Weg weiter beschreite.
- 1:55:53Das ist ja auch eine gewisse Größe, das in den Größen zu ersehen und die dann, das
- 1:56:00war ja zu einer Zeit, als die Bewerbungsschlangen ja vor den Türen standen, also da hat er
- 1:56:07jeder Chef in seinem Büro riesige Stapendewerbung, man musste teilweise halbe bis mehrere Jahre
- 1:56:14warten, um eine Anstellung zu bekommen und dann diese Geste zu erfahren, das ist ja
- 1:56:20super, das werde ich nie vergessen, niemals vergesse ich das dem Chef und eine Geschichte
- 1:56:27vielleicht noch oder zu dem noch so sagen, ich weiß nicht, wie dir das wiederfahren ist,
- 1:56:32ja ich ne, ich habe das eigentlich, ja, also jetzt muss ich nachdenken, vielleicht ein,
- 1:56:40zweimal auch selbst erfahren, aber häufig ist es ja wirklich so, sobald du deine Kündigung
- 1:56:46abgegeben wirst, bist du ja bei vielen total durch und eine Person an Ungrater, der Chef
- 1:56:52spricht nicht mehr mit dir etc. oder sonstiges und und und liebsten würde ich sofort rausschmeißen,
- 1:56:57die sind dann oft persönlich angegriffen und denken, das ist Vaterlandsverrat, was
- 1:57:01du hier begehst und warum, und das habe ich mir, eh, nie, das, das ist doch komplett
- 1:57:07unfair, ich habe ich so lange und so gut deswegen, muss man auch sagen, ein großer
- 1:57:12Dipp für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber, im guten Gehen ist die eine der größten,
- 1:57:19größten Herausforderungen und sollte der eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein,
- 1:57:26aber wirklich, ich kenne das, ich habe das leider eben auch bei anderen schon erlebt,
- 1:57:30also nicht nicht selber, die haben gekündigt und dann waren das plötzlich Personen 2.
- 1:57:35Grad, sobald die der Jahre für dich gearbeitet haben, finde ich total dispektual, auf keinster
- 1:57:41Weise ist das zu rechtfertigen, die Leute arbeiten für dich, geh mir bestes bis zum
- 1:57:46letzten Tag, klar manche geben die Kündigungen ab und schreiben sich krank oder kommen,
- 1:57:51der weißt wie das alles ist, nicht auch nicht schön, was ja meistens aber auch nicht ohne
- 1:57:55Grund gemacht wird und so ist es sicher in der Welt und nicht nur in der Gastro, sondern
- 1:58:00auch in der sonstigen Welt mindestens zweimal und einmal davon im Dunkeln, im Masse, ja
- 1:58:06und ich finde es unfassbar erstaunlich wie viele ich habe vorgestern oder die letzte
- 1:58:11Woche mit einem Kollegen lange gesprochen, der auch lange für dich gearbeitet hat oder
- 1:58:20mit dir zusammen gearbeitet hat im Adlon, den Daniel Dazart, aber wie gesagt, superbub,
- 1:58:26superbub, einer meiner Lieblinge wirklich.
- 1:58:29Du hast ja auch den Marco oder den Willi oder wie auch immer also die Liste deiner, deiner
- 1:58:34Jünger oder deiner Nachkommen, wenn man so möchte sind, ist ja groß und das ist wiederum
- 1:58:39großartig, also ich finde das ist auch so ein richtiges Geschenk, wenn man einen wissen
- 1:58:43Gedanken, Emotionen, Erfahrungen weiterreichen kann und so mit ihm auch diesem Hochstand
- 1:58:47einfach am Leben erhalten.
- 1:58:48Aber all die Menschen die du aufgezählt hast, all die Menschen die du aufgezählt hast
- 1:58:53und jetzt auch vergessen haben, waren auch ein Geschenk für mich.
- 1:58:57Also das ist auch da ein Geben unternehmen, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte
- 1:59:05mit diesen tollen Menschen zu arbeiten oder die bei mir oder whatever.
- 1:59:10Also ich kann, aufzählungen sind immer mühsam, weil sie nie vollständig sind und man vergisst
- 1:59:17immer irgendjemanden gar nicht weil man das so wollte, sondern es lebt von der Unvollständigkeit.
- 1:59:26Deswegen bleibt einem letztlich nichts zu sagen, anders als Danke ist, eines der schönsten
- 1:59:32Wörter auf der Welt und das gilt für alle Menschen die ich das Glück hatte in meinem
- 1:59:42beruflichen Laufbahn kennen zu lernen und das waren viele außergewöhnlich.
- 1:59:47War das Adlon für dich dann so die Adelung oder du bist ja dann wieder aus der Somlerei
- 1:59:54hin zum Mietredor hin gekommen?
- 1:59:59Ja, ich weiß, Mietredor ist richtig.
- 2:00:02Gefolgt oder aus der Situation heraus entstanden oder einfach wildes Volk?
- 2:00:09Nein, ich wollte das überhaupt nicht.
- 2:00:13Ein Kollege aus der Oberschienzeit, der damals die Küche direkt durchs Adlans, der Rainer
- 2:00:17Sieg, ich war jetzt sehr bei Fröhlen Stuttgart und weiß keine wo Rainer jetzt gelandert
- 2:00:24ist, ich glaube in der Schweiz.
- 2:00:25Auf jeden Fall, der hat mich dann angerufen und gesagt, wir brauchen ein Restaurantleiter,
- 2:00:29Mietre im Adlon, willst du nicht kommen?
- 2:00:32Hüchne, dann bin ich eben da hochgeflogen und habe mir das angeschaut und war total fasziniert
- 2:00:38und gesagt, doch, da möchte ich hin.
- 2:00:39Und das war eine unglaubliche Stellung und da habe ich das erste Mal so einen großen
- 2:00:44Hotelbetrieb, einen Konzern, so ein grauen Hotel, ich war ja sonst nur unter Anführungszeichen
- 2:00:50in der Restauration tätig oder in der Hotelerie, in die Zimmer, das Adlon ist ein Hotel mit
- 2:00:59Restaurants.
- 2:01:00Ich war sonst immer in Restaurants, die möglicherweise auch Zimmer zum Übernachten hatten.
- 2:01:05Und die Komplexität eines so großen Hauses, die Güte und der Name und schon allein der
- 2:01:13Ort, der fläschlich und da ist mein Adlon obliš, das ist das Motto des Adlons und das
- 2:01:21hat man in Fleisch und Blut und das wird auch nie, wer einmal dort gewesen ist als Mitarbeiter
- 2:01:27und gerne dort gewesen ist, dort erblüht ist, dort angekommen ist, diesen Spirit inhaliert
- 2:01:34hat, der wird immer Adlon obliš bleiben.
- 2:01:38Und das ist ein besonderer Höhepunkt in meiner Karriere auf jeden Fall mit einem Standalone,
- 2:01:46weil es gibt es halt nicht so häufig und ich habe es sehr genossen, aber also gar nicht
- 2:01:53aber ich habe dem Haus zu verdanken, dass ich eben viele dieser großartigen Menschen auch
- 2:02:00da in dieser Zeit kennenlernen durfte.
- 2:02:02Sowohl auf Seiten von den Gästen als auch als Mitarbeiter.
- 2:02:07Ist das eine ganze Menge Herausforderung oder ich finde ich es ein Strafe oder also wenn
- 2:02:18man mit auch so vielen, ich sag mal Ausnahmepersönlichkeiten wie der damalige Bundeskanzlerin oder wie mit
- 2:02:24Barack Obama oder ich glaube Michael Jackson war zu seiner Zeit auch dort, wahrscheinlich
- 2:02:29bei euch essen, aber ist das etwas wofür man auch arbeitet oder was man wohlbringt oder
- 2:02:37gerne mitnimmt?
- 2:02:38Ja, natürlich ist das, also schau mal, ich habe die da aufgezählt, da können noch
- 2:02:44viele aufzählen, aber der Staatsbesuch der Queen oder so der Heidi mit der Queen das
- 2:02:48zu servieren, da in der Bibliothek und so, das sind schon besondere Momente, wo man
- 2:02:52sonst natürlich nicht hinkommt, nicht.
- 2:02:54Das meinte ich ja, das ist ein Teil, das tut die Bühne für dich.
- 2:02:59Die kommt ja nicht zu dir als Gerhard Retter, sondern die kommt da hin, weil du eben in
- 2:03:05dem Adler und Arbeit erst nicht, aber klar, diese Menschen sind faszinierend und großartig
- 2:03:09und man kommt ihnen da in eine Nähe, die anfänglich faszinierend, aber mit der Zeit,
- 2:03:18ich möchte gar nicht sagen man stumpft ab, sondern man merkt und registriert, dass diese
- 2:03:23Menschen in so ein Haus wie das Adler und kommen, weil sie dort in Ruhe gelassen werden,
- 2:03:29verstehst du, also es ist einfach alltäglich, dass da jemand reinkommt, ich sage mal jetzt
- 2:03:33nicht die Queen oder Jackson oder die, egal wie man jetzt da auch aufzählen könnte oder
- 2:03:39so, sie können da befreit einfach sie selbst sein, ohne in Dauerbeobachtung oder dass
- 2:03:47einer hinläuft und ein Foto und Selfie macht oder wo wir ja immer nicht, klar ist das
- 2:03:54aber schon, da sind sie schon toll, ich weiß gar nicht mehr, drei amerikanische Präsidenten
- 2:03:58gehabt und dann kommt, weiß ich nicht, Daniela und der Mossab mit den Sicherheitsvorkehrungen
- 2:04:07etc. sind die Geschichten, wo man sich an den Hirn greift und gar nicht dran denkt, was
- 2:04:12da im Hintergrund alles für Aktivitäten gesetzt werden, um solche Staatsbesuche sicher
- 2:04:18über die Bühne zu kriegen und das ist anfänglich schon aber irgendwann mal sagt man sich,
- 2:04:24ich gehe jetzt wieder in mein Restaurant und schön, dass diese Leute bei uns im Hotel
- 2:04:28sind, wunderbar, aber trotzdem sind die Stars für uns und die Leute, um die wir uns kümmern,
- 2:04:34die Gäste, die zu uns ins Restaurant kommen. Denn man darf eines nicht vergessen, es sind
- 2:04:40vielleicht sogar die wichtigsten Aufgaben, die man hat, Menschen die sich das einmal
- 2:04:46gönnen für einen besonderen Anlass etc. Vielleicht sind das sogar die, um die man sich
- 2:04:52am allermeisten kümmern muss. Ich will auch gar nicht sagen irgendwie am liebsten oder
- 2:04:59weniger gern, aber das sind manchmal die, wo die schöne Aufgabe dabei vielleicht auch
- 2:05:04gar nicht der eigentliche Service ist, sondern zu vermitteln, dass wir für den Gast da sind,
- 2:05:09also dass der Gast, das sind ja oftmals auch nicht unbedingt sicher in ihrem Verhalten
- 2:05:13oder so ein bisschen unsicher und denen die Sicherheit zu geben, dass sie den Abend genießen
- 2:05:17können und dann lief es nicht für sie. Willkommen, dass sie, ja, dass sie willkommen sind, herzlichst.
- 2:05:25Ich habe ihm gesagt im Adlon und ich war ja klar, ich arbeite dann da im Smoking und
- 2:05:32allem drum und dran und alles und natürlich, das ist schon, du guckst zum Brandenburger
- 2:05:35Doer, da ist die Kaiserbüste, der die, der die, der die, der diepe, der diepech und
- 2:05:40so, das ist ja irgendwie schon schwer und so auch mit einer Würde oder Bürde da geboten,
- 2:05:46nicht, aber den Leuten dort unter Anführungszeichen die Hand zu reigen, kommen sie rein. Sie sind
- 2:05:53hier als Mensch herzlichst willkommen, wurscht, ob sie Milliardär sind oder sich das abgespart
- 2:05:59haben von Omas Sparschweinchen, worüber es interessiert mich nicht. Wir sind für Sie
- 2:06:05da, egal, ich habe immer gesagt im Adlon es durfte und es soll in jedem Lokal der Welt
- 2:06:10so sein, du kannst mit dem Gummistiefel und dem Smoking reinkommen, der Kellner und der
- 2:06:17Service und die Güte des Speisen dürfen sich nicht nach deinem Standing in der Welt
- 2:06:23draußen richten. Für diesen Augenblick bist du derjenige, dem unsere Aufmerksamkeit,
- 2:06:29unsere Hingabe gehört, der bezahlt, das dürfen wir nicht vergessen, jeder bezahlt dort gleich
- 2:06:37viel, so sollte man vielleicht nochmal daran arbeiten, das ist sozial ungerecht, vielleicht
- 2:06:42muss man das mit einer Schuferabfrage nach dem Einkommen der Menschen die Preise dann
- 2:06:46taksieren. Ja, genau, aber ja, also diese besonderen Menschen und die besonderen Augenblicke,
- 2:06:56die man da auch erlebte, das sind die eigenen Hingeschränke. Ich hatte mal einen 80. Hochzeitstag.
- 2:07:05Ein von 80 Jahren oder ein 80. Nein, 80. Hochzeitstag, die waren 101 und 103 Jahre alt. Das ist ja
- 2:07:17Wahnsinn, kannst du dir den Mann vorstellen, dass 80 Jahre mit einem oder selben Frau verheiratet
- 2:07:21oder umgekehrt. Aber trotzdem sind die da hingekommen, die haben zu Kaiserzeiten noch im Atelung
- 2:07:29geheiratet und kommen dann dahin wieder und konnten noch klar, die Dame war schon im Rollstuhl,
- 2:07:36die haben da gegessen, gespeist mit Blick zum Doha und so sind so Momente wo man sagt oder
- 2:07:43bei anderen Sachen auch, das treibt dann fast die Tränen ins Gesicht, wo man sagt, dafür
- 2:07:50machen wir unseren Job eigentlich und das gibt ja ganz viel Kraft und wenn du da ein kleines
- 2:07:55Rätchen Glück beisteuern kannst, dann hast du so viel in deinem Herzen gewonnen. Und die hatten
- 2:08:01in der Tat im Atelung geheiratet? Im alten Atelung. Die haben im alten Atelung zur Kaiserzeit geheiratet.
- 2:08:08Die waren, die waren gerade 19 oder und so und haben geheiratet.
- 2:08:15Und dann kommen die dahin zurück.
- 2:08:21Also das finde ich auch das finde ich auch das. Ja, da ist das.
- 2:08:24Ja, es sind manchmal aber auch so die Meilensteine an die man sich gerne zurück erinnert oder
- 2:08:29wo man an diese Zeit auch der vielen Erlebnisse, die man in unserer Branche ja ohne Frage auch
- 2:08:34haben kann. Mit hier der Probe dort, die Weinreise hier der Abend oder Skala Dinedi, dort die
- 2:08:40Moderation und man vergisst ja durchaus auch einiges und so hin und wieder, wenn man den
- 2:08:46ein oder anderen der berühmteren Person dann irgendwo auf der Matscheibe sieht, dann erinnert
- 2:08:52mir man sich an die Zeit in dem Lokal, wo die zu Gast waren. Finde ich gerne zurück und
- 2:08:58das ist wie so ein kleiner Flashback. Also ohne dass man danach giert, ich glaube, da geht es dir
- 2:09:02ähnlich wie mir. Ich würde wahrscheinlich mit keinem Dära irgendwie versuchen, ein
- 2:09:05Selfie zu ergattern, oder das ihm heute sonstiges. Aber es ist manchmal schön auch diese
- 2:09:14Mensch, man würde sie ja nicht als Mensch während eines Abends kennenlernen. Also das
- 2:09:17auf keinen Fall oder als zu sagen, die kenn ich, das ist ja völlig völlig absurd.
- 2:09:21Nein, das ist ja sowieso ganz falsch. Ein Stückchen näher als als vielleicht andere
- 2:09:25und das ist schön. Genau. Die Leute fragen mich immer, kennst du den, den und den und
- 2:09:32den und so, ja klar, ich ihn schon, aber er mich nicht. So ist das ja mit den Stars, die
- 2:09:39werden, die, die Queen weiß nicht, dass das Gerhard Retter gewesen ist, der den, den
- 2:09:43die serviert hat. Also da kommt so dein Dankesbrief, aber das ist halt von, das ist, macht der
- 2:09:50Zeremoniemeister von denen so irgendwie zurück, nicht? Und das ist auch sehr wichtig, dass,
- 2:09:58man weiß, ich weiß schon, wer er ist, aber er weiß nicht, wer er ist. Aber es gibt doch
- 2:10:04viele Leute, die wissen, wer du bist. Das sind deine Stammgäste, die Menschen, die
- 2:10:08häufig kommen mit ihnen in einer Austausche, in einer Interaktion oder eine Beziehung
- 2:10:14über das Bedienern hinausgeht, wo eine, eine, ich mach' nicht sagen Freundschaften,
- 2:10:19Freundschaften sind möglich, aber oft ist die Distanz zu wahren auch was sehr wichtig
- 2:10:27ist. Sich mit seinen Gästen zu gesaufen, ist meistens eine Unart. Also ich sage jetzt
- 2:10:32überspitzt, du weißt, was ich mein, gell? Ich sage, es ist sehr dankbar. Ich möchte,
- 2:10:37es gibt eine, eine, eine Intimsphäre, wie immer man die jetzt durchziehen möchte, man
- 2:10:44sagt, okay, das bleibt meinem Inner Circle vorbehalten. Das geht jetzt nicht, ich möchte
- 2:10:54eigentlich gar nicht in das, in die tiefste innere Seele meines, meines, meines, oder
- 2:11:00ich psychia blicken meines Gastes. Warum? Aber ich mein, das ist ja so, diese blöde Frage,
- 2:11:06eigentlich wie gehts dir? Das Schlimmste, was du machen kannst, ist wenn du dem anderen
- 2:11:10die Wahrheit sagst. Dann sind die ganz verdurtsmessend, na eigentlich sehr schlecht heute, also weil
- 2:11:15das und das ist geboren und da merkt man, warte mal, so war das nicht gemeint, ich wollte,
- 2:11:20es war eigentlich nur, how do you do, gell? Eine Floskel, ja, genau. Ja, eine Floskel,
- 2:11:25nicht? Also und klar, du kennst auch diese Gäste, Silvio, wo du sagst, da kommst du
- 2:11:30jetzt vom Tisch nicht mehr weg, nicht? Da musst du dir die Geheimsignale mit deinem
- 2:11:33Team und da weißt man schon, komm, wenn ich da fünf Minuten stehe, weghole ein Telefon
- 2:11:37oder der Chef in die Küche oder irgendetwas, weil du sagst, nee, du mal, das haben sie
- 2:11:40mir schon zehnmal erzählt und ja, du musst aber auch dahin und sie werden sie auch das
- 2:11:47nächste Mal noch zehnmal erzählen. Das ist aber auch da in dem Moment diese Aufgabe,
- 2:11:51dieses Gehör zu schenken, nicht? Dann ist das der Teil des Services. Gibt es für dich?
- 2:12:00Entschuldigung, du wolltest noch? Ich wollte noch sagen, ich schütte meine
- 2:12:07Seele ja auch nicht aus meinen Gästen. Also umgekehrt sollte das auch so sein, wir sind
- 2:12:14keine Erschwerenis füreinander. Man ist füreinander da, aber ich möchte nicht belasten,
- 2:12:23ich habe aber auch nichts dagegen, wenn man mich nicht belastet.
- 2:12:26Eigentlich wäre nach diesen Worten schon Zeit zu feiern, es macht unfassbar viel Spaß
- 2:12:46gehört zuzuhören. Nein, es macht keinen Spaß, es begeistert, es berührt und ich mag
- 2:12:51diese tiefsinnige Nachdenklichkeit in ihm, in Kombination mit einer großartigen Lebendigkeit.
- 2:12:57Ein Wein, der jetzt passen würde, der das Gespräch unter Malen und Begleitung
- 2:13:03würde wäre ohne Frage ein Schaumwein. Und dann idealerweise ein Champagner, aber nicht irgendein
- 2:13:08Champagner. Es muss ein Champagner sein, der es vermag, dem feinsten Gaum zu entsprechen,
- 2:13:16trotzdem zu begeistern. Ein Champagner, der eine innovative Geschmackstruktur in sich trägt
- 2:13:22und aber nicht abgehoben wird. Ein solcher Champagner wäre wahrscheinlich die neue Kreation
- 2:13:29aus dem Hause Champagner Louis Röderer. Die Kollektion 244 im Prinzip das nächste Level,
- 2:13:36die Weiterentwicklung aus dem Brutpremier. Denn im Hause Röderer hat man realisiert,
- 2:13:41dass es unglaubliche Veränderungen in der Weinwelt, in der Klimawelt, in der Genießerwelt
- 2:13:47gibt und man versucht mit dem Schritt zu halten. Jean-Fabtiste Le Corillon wurde zitiert unsere
- 2:13:53Überlegung über Kollektion. Began bereits vor zehn Jahren. Ganz klar, muss mir feststellen,
- 2:13:59der Klimawandel wirkt sich schon 30 Jahre in der Champagne aus. Wir haben ihn als Chance gesehen.
- 2:14:04Dank der Erntereivertrauben zu einem frühen Zeitpunkt konnten wir häufiger ein Jahrgangschampagner
- 2:14:09erzeugen. Die Kollektion ist letztlich ein Erkenntnis, ein Schritt aus der gegebenen Situation,
- 2:14:17in Kombination von Markt und Produzent. In die heutige Zeit die Wichtigkeit eines nachhaltigen
- 2:14:24Weinbaus und der respektvolle Umgang mit der Natur, durch den alle Vorzüge des Théroirs zum
- 2:14:29ausbekommen sollen, sind Herausforderungen, denen wir uns gerne als Champagner Louis Röderer stellen.
- 2:14:35In unserer alltäglichen Arbeit passen wir uns bereits anders hier und jetzt an und adizipieren die
- 2:14:42Zukunft. Wir haben unser Streben nach Exzellenz bei einer Weinkomposition mit einer mutigen und
- 2:14:48vorbehaltlosen Herangehensweise auf die nächste Stufe gehoben. Das neue Potenzial im Bezug auf
- 2:14:54Tübizitätencharakteristik erweitert die Bandbreite unserer Möglichkeiten. So wurde vor zehn Jahren
- 2:15:00die Idee für die Kollektion geboren. Die Grundlage der 244 Komposition des Haus Louis Röderer bildet
- 2:15:06die Weinlese des Jahrgangs 2019, welcher mit seinen starken Hitzperioden sämtliche Rekorde
- 2:15:12gebrochen hat. Es handelt sich um ein trockenes, kontinentales Jahr mit wunderbar ausgereiften
- 2:15:17Trauben, die dicht gewebte, frische, herrliche, ausgewogene Weine hervorgebracht haben,
- 2:15:22die diese köstliche Assembleage zu ihrem starken Charakter verhält. Sämtliche Weine,
- 2:15:27die aus dieser Ernte hervorgegangen sind, wurden nach Barzén verkostet. Anschließend ist aus
- 2:15:33ihnen eine komplexe Komposition entstanden, die den Jahrgang auf wundervolle Weise abbildet.
- 2:15:39Sie bleiben ihren Wurzeln treu und haben sich selbst die Verpflichtung auferlegt,
- 2:15:45die historischen Ursprüngen des Hauses wiederzuspiegeln. Ein Drittel Weinberge,
- 2:15:50Larivier, ein Drittel Weinberge, Lamontanien und ein Drittel Weinberge, Lacot. Die Parzellen
- 2:15:58für die Kollektion haben sie sorgfältig aus jenen von Louis Röder und deren langjährigen
- 2:16:03Partnern ausgemildet, um nur diejenigen zu behalten, die im Herzen der Champagnen liegen und ihrem
- 2:16:10Stil entsprechen. Kollektion 244 ist eine Oder an den Geschmack und Genuss besteht
- 2:16:15zu 54 Prozent aus Trauben des Jahrgangs 2009. Der Kellermeister kreiert jedes Jahr eine neue
- 2:16:21Symphonie, wobei er sich von der Tonalität des Jahrgangs inspirieren lässt und seine
- 2:16:25Komposition mit den Wein der Reserve per Pettuel und in Eichenfächern ausgebauten
- 2:16:31Reserveweinen abrundet. In der Zusammensetzung von Kollektion hat die Reserve per Pettuel mit
- 2:16:3736 Prozent einen entscheidenden Anteil. Sie steht für Ausgewogenheit und Frische.
- 2:16:41Zur Reserve per Pettuel kommt ein Anteil von 10 Prozent an Weinen aus früheren Jahrgängen und
- 2:16:47jungen Parzellen des Christall, ausgebaut in Fässern aus französischer Eiche. Die Kollektion 244
- 2:16:54ist etwa vier Jahre in ihren Kellern gereift. Es handelt sich um eine Kühlwee voller Tiefe,
- 2:16:59getragen von der Reife ihres Jahrgangs, der Frische der Reserve per Pettuel und der Komplexität,
- 2:17:05der im Holz ausgebauten Reserveweine. Dieser wunderbare ausgewogene, ausdruckstarkes,
- 2:17:10schmackhafte Champagner ist geprägt vom Miniertrauben, die den strukturierten,
- 2:17:14salzigeren Pinot Noir und Chardonnay zu einer schmeichenden Weichheit und Fruchtigkeit verhelfen.
- 2:17:20Der Wein gibt sich frisch und saftig mit Noten von reifen Früchten, Weinwerkswürdig und
- 2:17:25Böhnen, leichten Brataromen und einer kreidigen Nute. Diese Gedanken und diese Visionen konnte
- 2:17:30von keinem Geringeren kommen als Jean-Baptiste Le Calon, dem Kellermeister des Champagnerhauses
- 2:17:36Louis Rüderer, welcher nicht zuletzt von der renommierten amerikanischen Zeitschrift Wine
- 2:17:40Intrusions mit dem Wine Star Award geährt wurde. Allein dieser Preis belohnt Akteur aus der
- 2:17:46Weinwelt, die eine sehr große Vision, eine sehr große Kompetenz in ihrem Bereich haben.
- 2:17:51Jean-Baptiste Le Calon war einer der Initiatoren des biodynamischen biologischen Weinbaus in
- 2:17:57der Champagne. Seit 1999 hat er den Weinbau in der Champagne revolutioniert. Er verbot
- 2:18:02Herbizide und hat 2001 bereits einen Großteil der Röderer-Pazellen auf Biodynamie umgestellt.
- 2:18:08Jean-Baptiste Le Calon war als Präsident der Firma Louis Röderer, stand aus Raus. Er verbrachte
- 2:18:13einige Zeit in Kalifornien, Tasmanien und in Bordeaux und kehrte 1990 als Kellermeister
- 2:18:19nach Raus zurück. So sehr ich seinerzeit den Vorgänger der Kollektion geschätzt habe,
- 2:18:25finde ich diesen Schritt unfassbar zeitgemäß, innovativ, weitsichtig und bestätigt wieder
- 2:18:31einmal diesen außergewöhnliches Stil des Champagnerhauses Louis Röderer. Und ich bin
- 2:18:36sicher Gerhard ist meiner Meinung. Ich bin gespannt, also bis gleich.
- 2:18:40Die Kunst, die man im täglichen Service auch pflegen kann, darf, sollte muss, dass man auch
- 2:18:52diese Geschichten abnimmt, aber sich selber nicht zur Bürgermacht oder auch in jedem
- 2:18:57Gast im Gleichbehandel, sondern eben der eine braucht ein bisschen mehr, der andere ein bisschen
- 2:19:03weniger Aufmerksamkeit. Und das zu erahnen oder eben zu erspüren ist, glaube ich, das was
- 2:19:09das ist, das Erkennen der Bedürfnisse und in einem guten Haus, Silvio, kommt ja über
- 2:19:18Spitz gesagt, jeder jedes Mal das erste Mal. Solange bis die Aktion von ihm ausgeht, die sagt,
- 2:19:27Hallo Herr Retter, schön war es das letzte Mal. Du kannst ja nicht dahin gehen zu deinem besten
- 2:19:31Stammgast, wo du nicht weißt, mit wem er jetzt gekommen ist und sagen, na Herr Huber, wir hatten
- 2:19:36der letzte Mal doch eine Dombrenion Rosé, nehmen wir den heute wieder. Nein, du bist hier derjenige,
- 2:19:45der reagiert, nicht der vorneweg als Dirigent vor Rampreis stunden oder auch diese Verbrüderung
- 2:19:54oder Verfreundschaftung. Wenn du sagen, nicht mehr sagst, Hallo Herr Huber, sondern sagst,
- 2:19:59Hallo Carlo, geil, dass du wieder da bist. Gut, aber da kommt er gerade mit seinen neuen
- 2:20:04Geschäftspartnern oder whatever. Das ist schon viel. Ich sage immer, man hat, lange hat man
- 2:20:11Zeit 20 Sekunden, 30 Sekunden, um zu erkennen, wer da gerade gekommen ist. Also nicht wer
- 2:20:18als Person, sondern in welcher Situation, in welchem Kontext kommt. Das ist ein Geschäftsessen,
- 2:20:24sind man mit meinen sich Kegelfreunden unterwegs. Das verstehst du, es gibt ja nicht die Schablone
- 2:20:32für den Gast, den musst du so behandeln, den musst du so behandeln, den so. Klar, man kennt die
- 2:20:37Präferenzen von den Leuten, aber trotzdem ist ein und derselbe Gast ein anderer Gast, ob er mit dem
- 2:20:44Bankdirektor kommt oder mit seiner Geliebten oder oder whatever. Was ist das Schöne eigentlich?
- 2:20:52Die meisten haben eigentlich nur eine Schablone für den Gast und dann im schlimmsten Fall sogar
- 2:20:57eine Schablone für alle Gäste, also die dann oder weniger flosgehaft nicht nur alle gleichermaßen
- 2:21:02verabschieden, wie die Kassierer in einer Kasse, die eben den gleichen guten Abend oder auch
- 2:21:11Widerschauern im gleichen Tonfall wünscht. Und das ist also ich finde, als eigen Aufgabe ja auch
- 2:21:18so reizvoll diesen Individualismus zu pflegen und daraus mehr oder weniger Spiel klingt so negativ,
- 2:21:24aber so ein Spiel zu machen, also so eine Aufgabe. Ehrliche, ehrliche Herzlichkeit ist unbezahlbar,
- 2:21:33ehrliche. Diese gut geschulten trainierten Höflichkeitsfloskeln und Formulierungen erfüllen
- 2:21:42ihren Zweck und sind auch als Training, als Sicherheit sehr, sehr gut für diejenigen,
- 2:21:49die nicht die große Fähigkeit haben, in Sekunden so schnell zu prilieren und zu agieren und die
- 2:21:57Selbstsicherheit haben auf höchstem Paket mit eigenen Worten zum Ausdruck zu bringen, was Sache
- 2:22:06ist, was gefällt, was sein soll, die Leute zu leiten. Wenn man unsicher ist und das ist
- 2:22:12man jungen, dann ist es sehr gut, wenn einem Korridor gegeben werden und auch Antworten
- 2:22:18vorformuliert, aber es ist zu wenig dann letztlich im Wachsen des Services. Da braucht es Individualität
- 2:22:28und Menschen verzeihen sehr viele Fehler, wenn man herzlich ist und ehrlich. Das ist
- 2:22:39doppelt unterstreichen mit großen Ausrufezeichen und Leuchttuchstaben. Gibt es für dich einen
- 2:22:46Laden, eine Institution, ein Restaurant, wo du gerne noch mal tätig wärst oder wo du gerne mal
- 2:22:52gearbeitet hättest? Hättest du noch einen Arbeitswunsch, einen Arbeitsziel oder hast du
- 2:22:59über ein Häkchen dran? Also ist es so etwas wie ein historisches im alten Ritz oder ist es
- 2:23:08ein gutes Kanzler oder ... Das alte Ritz würde mich sehr interessieren, muss ich sagen. Überhaupt
- 2:23:19würde ich sagen, klar, ich hätte es gerne über den großen Teich auch geschafft, das habe ich
- 2:23:26selber eigentlich in den Sand gesetzt durch eine Selbstüberschätzung. Warum? Kann ich
- 2:23:35bei dir gar nicht vorstellen. Doch, in den jungen Jahren war ich noch frecher oder naiver als
- 2:23:43heute. Das habe ich auch schon mal gesagt. Ich habe mich im Le Surg beworben bei Sierra
- 2:23:52Mancini, das war eines der größten damaligen Zeiten eines der größten Restaurants in New York.
- 2:23:58Bewerbung rübergeschickt ist auch zurückgekommen und dann hat der Sierra Mancini bei mir zu Hause
- 2:24:04angerufen, bei meiner Mutter, die hat ihn dann mir weitergereicht und ich habe mit ihm dann
- 2:24:10gelavert und irgendwann in meiner Hochmäßigkeit oder Übermütigkeit habe ich zu ihm gesagt,
- 2:24:15wenn sie wollen, können wir auch italienisch sprechen. Ich hatte italienisch gelernt hier in
- 2:24:19München an der Berles Sprachschule und dann habe ich kurz in Italien gearbeitet. Nur mit Italienisch
- 2:24:25war natürlich total eingerostet und habe dann nur, da werde ich irgendwie so, würde ich sagen,
- 2:24:32gestottert oder wirres Zeug von mir gegeben in Italienisch, worauf das dann sich mehr oder
- 2:24:39weniger aber auch mit der Bewerbung erledigt hatte, weißt du? Wo das dann nicht wohlwollend
- 2:24:45dotiert, dass du nicht benötigt hast. Nein, nein, nein, nein, ich glaube, der hat sich gedacht,
- 2:24:53ist das für ein Angeber? Der kann gerade vielleicht der Basis italienisch und dann sagt er zu mir,
- 2:24:59wir können auch in Italienisch sprechen. Ja, gut, und dann war das dann sehr kurz gehalten und
- 2:25:04damit war das dann erledigt. Gut, aber hat mich natürlich woanders hingeleitet dann nicht.
- 2:25:08Und es ist alles seine Vor- und Nachteile und alles seinen Sinn in einem Leben. Deswegen würde ich
- 2:25:19auch jetzt gar kein Restaurant herausbicken, wo ich gerne gearbeitet hätte, was ich allerdings
- 2:25:24gerne erlebt hätte, das geht eben mit dem mit einem Ritzvorschlag sehr gut. Es gab eine Zeit,
- 2:25:30wo einfach im Service sehr viel am Tisch gearbeitet worden ist, wo diese große Servicezeit hätte ich
- 2:25:40gerne miterlebt, weißt du? Also so mit viel Vorherrnungen, ja genau, genau, richtig. Und da kommen
- 2:25:49auch meine ideologischen Prägungen her, der mystifizierenden Gestalt des Metres. Der Metri
- 2:25:57Dottel war damals ja wirklich fast, möchte ich sagen, bedeutender als der Direktor oder der
- 2:26:03Küchenchef als solches. Also da war das wirklich eine Respektperson. Man kannte natürlich, so ist
- 2:26:10es, so liest man es auch beim Impréa Savara, beziehungsweise beim S.Couffier auch, der Metre war
- 2:26:17wirklich die Respektperson im ganzen Haus. Der kannte seine Stammgäste als von Kindes auf etc.
- 2:26:28die begleitet und das ist schon etwas, was mir sehr gut gefällt. Diese leuchtdurmhafte Gestalt,
- 2:26:36die doch im Hintergrund sehr viel leidet und sehr viel dirigiert und delegiert auch. Das finde ich
- 2:26:47für mich sehr spannend. Gibt es überhaupt noch ein Restaurant, wo diese Art von Tischkontour
- 2:26:53gerne gemacht muss? Ja, man muss auch großartig sein. Ja, Japan hätte ich auch gerne erlebt. Jetzt
- 2:27:00wurde, wo ich so darüber nachdenken muss, ich muss sagen, also das hätte ich schon auch gerne.
- 2:27:03Mikoni, das ist ein drei Sterne Lokal in Tokyo, ich weiß gar nicht, ob es heute noch gibt und ich habe
- 2:27:09mit seinem Sohn beim Schirrerdick gearbeitet und da haben wir auch mal kurz darüber nachgedacht,
- 2:27:15mit nach Japan zu gehen, aber es war schon ein Sprung, der irgendwie dann auch schnell wieder
- 2:27:21Adakte gelegt worden ist. Aber trotzdem wäre das, glaube ich, generell, möchte ich sagen,
- 2:27:27da haben wir vieles rumgekommen. Absolut, natürlich, aber mach nichts, aber ich muss auch sagen,
- 2:27:34dieses Rumkommen, wir leben in Europa, Europa ist klar, ob der unterschiedlichen Kulturen,
- 2:27:43aber trotzdem ist es ja doch irgendwie ein europäisches Kulturgut. Das Spanier und Italiener,
- 2:27:53ohne, jetzt bringen sie mich beide um, wahrscheinlich Spanier und Italiener, wenn ich sie in einen
- 2:27:57Topf schmeiße, aber es ist nicht so, aber es ist nicht so ein absoluter Wurf ins kalte Wasser,
- 2:28:06weil, stell dir mal vor, meine Schina hätte ich auch gerne erlebt. Ich habe einen Lehrer gehabt,
- 2:28:11mein Kochlehrer in meiner Ausbildung war Lanne in China, der hat Gemüseskulpturen geschnitzt,
- 2:28:17Raum hoch ausdahlen, das hat er drüben gelernt, da war er, da musste er in den 60er, 70er Jahren
- 2:28:24dort gewesen sein und diese Länder und diese Kulturen erlebt zu haben, darum beneide ich
- 2:28:31schon viele, muss ich schon sagen, ich bin eben nur unter Anführungszeichen in Europa herumgekommen,
- 2:28:37aber diese ganz weiten Wecken, das ist schon, glaube ich, da hat man schon sehr viel gelernt
- 2:28:43und gesehen auch. Ich glaube, etwas, was extrem bereichernd sein kann, also, dass diese Kulturen
- 2:28:50aufzunehmen, auch diese Art von Servicekultur, auch diese Art von Gäste zu hoffieren, zu begleiten,
- 2:28:57zu auch interpretieren oder Abende zu gestalten oder Zeremonien. Das hat komischerweise in der
- 2:29:03europäischen Gastronomie Kultur nie irgendwie einzugehalten, es fand keinen Austausch statt,
- 2:29:10es war immer relativ autark, was ich schade fand, weil ich glaube, dass da viele gegenseitig
- 2:29:15bereichernde Elemente durchaus aufeinander treffen würden. Ein bisschen europäische Kultur,
- 2:29:21die eher in der Missionierung als in der Annahme dessen, was woanders zelebriert wird,
- 2:29:29irgendwie gelebt wird. Also immer rausfahren, die Konkweste, die Welt erobern und unsere
- 2:29:37Kultur den anderen aufzwängen, als von denen anzunehmen. Das haben wir erst später erfahren
- 2:29:42oder gelernt, glaube ich, auf Europa. Wir müssen es auch immer noch lernen, nicht? Ich glaube,
- 2:29:48das ist eine Zeit, in der wir schon angekommen sind, wo wir lernen müssen, dass wir in Europa
- 2:29:54aufpassen müssen, dass wir nicht von vielen abgehängt werden, sie hier, China und wo der war nicht.
- 2:30:03Ja, es ist eine sehr, sehr spannende Zeit. Das finde ich auch und vielleicht kommt dann solche alten
- 2:30:08Kulturen, wie eben diese Servicekultur wieder ans Licht oder manche kümmern sich wieder darum,
- 2:30:14gerade weil das Handwerk dann wieder auf den Stand kommt. Ich würde es mir wünschen. Es gibt
- 2:30:18keinen Laden im Augenblick. Also ich habe das das letzte Mal bei Dikas erlebt. Dort in Monaco,
- 2:30:24was jetzt aber auch schon 10, 15 Jahre her ist, dass dort noch richtig aktiv am Tisch gearbeitet
- 2:30:29wird, dass ein Butterwagen kommt, dass ein Brotwagen, das Trangierten flambiert wird und
- 2:30:35sonst eigentlich nicht. Ah, Geflügeltrangieren oder so, verstehst du? Also ich kann dir sagen,
- 2:30:41Monsieur Villeneuve, mein Metre beim Maschierer, der hat, wir hatten eine Canetton,
- 2:30:46die man nach dem Osseztokufsitron wehrt, also eine Nantesaente mit Brucholeesauce, Bruit
- 2:31:01und Limettenzeste. Und der Monsieur Villeneuve hat das mit einem ganz feinen Spitznässchen
- 2:31:09aufgespießt, gehalten mit dem anderen Messer, die Brust in Trangchen geschnitten, das ging
- 2:31:15fünf Schnitte und dann hat er mit dem letzten Schnitz die Brust in einem runter geschnitten,
- 2:31:21das als Fächer ausgelegt, der hat für diese Ente vielleicht 30 Sekunden gebraucht.
- 2:31:26Und das war wirklich, das war eine Perfektion, was eben auch wichtig ist. Und dieses
- 2:31:32Filetier-Trangieren und auch Wein, das zelebrieren, das muss alles einen Mehrwert für den Gast
- 2:31:38haben, sonst ist es sinnlos und nur Selbstdarstellung. Und gerade beim Filetier-Trangieren ist dieser
- 2:31:44Mehrwert auch, muss auch in der Geschwindigkeit liegen, denn sonst, ich habe das schon ein paar
- 2:31:49Mal erlebt, ein großes Restaurant auch sehr berühmt wird, kalt. Da hilft ja dann nichts,
- 2:31:52dass der das trangiert hat, das ist dann nice to have, aber wenn es am Teller kalt ist,
- 2:31:57ist das verloren eine Liebesmühlung, der hätte besser ein Tellergericht in der Küche gemacht,
- 2:32:02dass warm zu dich kommt. Eine Frage, apropos Weinservice, was findest du,
- 2:32:09ist unbedingt notwendig für einen perfekten Weinservice? Also es ist ein Gläser wahrscheinlich,
- 2:32:15der kannte. Gibt es sonst, also neben dem Kellermesser noch Weintools, die du
- 2:32:19als nötig empfindest, oder sind die alle überbewertet oder gibt es was, was unterbewertet ist? Also
- 2:32:27findest du etwas, wie ein Dropstop zum Beispiel, wo man sagt, es ist durchaus hilfreich?
- 2:32:34Na Dropstop finde ich hilfreich. Ja Siebe, also die Grundausstattung der Somellerie muss Pflicht
- 2:32:41sein. Siebe sind extrem wichtig, auch feinste Siebe, also so in die Richtung die Sieb gehen,
- 2:32:46wenn du ganz alte Weine hast, es ist unsere Aufgabe, so viel wie möglich von diesem Genuss
- 2:32:53zum Gast zu bringen. Ich kann nicht dekantieren und dann bleibt hier noch so ein Achtel von einem
- 2:32:58Wein, der weiß Gott noch noch überlegt oder in der Flasche oder so. Das geht nicht. Also muss
- 2:33:05man wirklich für den Kunden dem maximalen Service bieten. Also Siebe finde ich fantastisch. Dropstops
- 2:33:12ja, kann man machen in Bankhetveranstaltungen, finde ich die sinnvolle als im Allerkart. Aber
- 2:33:17wenn es hilfreich ist, dann soll sich niemand schämen, diese Hilfsmittel zu verwenden. Wir wohnen
- 2:33:23auch nicht mehr in der Steinhöhle. Verstehst du, wir haben auch Feuerzeuger und machen nicht mehr
- 2:33:27alles, was dem Kellner hilft und für den Gast ein Mehrwert ist. Herzlich willkommen, ob ich alles
- 2:33:33brauche, weiß ich nicht. Ich würde eher umgekehrt. Gläser sind für mich essentiell, guter Wein braucht
- 2:33:39gute Gläser. Das ist so, das Glas ist der... Da vor Riechen beim Glas? Bist du also als höchsterreicher
- 2:33:45absoluter Riegel-Fanat oder bist du eher der Modernist bei den österreichischen Weingläser oder
- 2:33:54doch eher was ganz anderes, was deutsches oder überseh? Nur wegen hat teilweise auch ganz spannende
- 2:33:59Glas-Serie? Ja, also es gibt irrsinnig geniale Gläser-Serie. Du machst ja auch welche nicht?
- 2:34:07Ich mach's ja nicht, aber ich durfst begleiten. Jedes Glas hat seine Seele und ist auch für jeden
- 2:34:15Wein. Ich hab schon erzählt, ich hab diese Servicekarte, theoretisch müsste man sogar eine
- 2:34:22Gläserkarte anbieten. Man sagt, ich hätte gern den Wein aus dem und dem Glas, aber das ist
- 2:34:26natürlich auch logistisch nicht machbar. Also sagst du, okay, was hätten Sie gern für Glas?
- 2:34:30Möchten Sie Ril, Salto, Spiegelau, Schatzwiesel oder wie immer Sie alle heißen oder wie sagt
- 2:34:37es die norwegischen Gläser oder die... Also welches Glas sei dahingestellt? Die Güte des
- 2:34:47Glases in der Feinwandigkeit, in der Ästhetik und in der Haptik ist wichtig. Es ist ein Riesenunterschied,
- 2:34:55ob ich ein feines Glas habe oder ob ich ein fettenbreiten Humpen habe. Das ist einfach
- 2:35:00wie gesagt, das Glas ist der Konzertzahl für den Wein. Die Akustik ist zehnmal besser und es kommt
- 2:35:05viel mehr raus. Und man kann man lange düfteln und schauen wie sich ein Wein in allen Gläsern
- 2:35:13entwickelt. Es gibt keine absolute Wahrheit. Wenn du mich persönlich fragst, ja, ich bin gut Ril,
- 2:35:20kann man immer oder muss man immer in die erste Güte und Reihe stellen, aber ich liebe Salto
- 2:35:26natürlich sehr und ich benutze es persönlich fast am meisten. Das Salto-Bordeaux-Glas ist für
- 2:35:34mich mein Universal-Glas. Ich trinke sehr viele Wein aus, finde ich sehr gut zum Verkosten für mich,
- 2:35:40weil es den Geschmack für mich... Also ich höre die Musik immer im selben Akustikraum. Das heißt,
- 2:35:51ich kann schon mehr auf das konzerte... Ein Freund von Live-Musik, also sollen es dann Mundgeblasen
- 2:35:57Gläser sein oder ist Maschine völlig in Ordnung? Die Güte der aktuellen Maschinengläser ist
- 2:36:04abartig. Hab ich gestern wieder erlebt, ich glaube Spiegelau ist das, die fast ein Salto-Imitat
- 2:36:12hergestellt haben. Preisleistung ist irgendwann für die Gastronomie auch ausschlaggebend. In dieser
- 2:36:24Güte... Ja, aber auch da muss man ehrlich gestehen, muss man sich ihr sehngereinfuchsen und schauen
- 2:36:32oder auch nicht. Wenn ich sage, ich bleibe dem Glas treu, dass ich habe, ist okay, aber wenn ich es
- 2:36:38zum Exzess führen will, muss ich sagen, ich mache diesen Wein in diesem Glas und aus dieser Serie
- 2:36:44ist wahrscheinlich richtig, aber trotzdem ist es ja ein Nicht-Endenwollen der Glaubenskrieg,
- 2:36:51der irgendwie da ist. Eine Geschichte, die ich kurz kurz sagen möchte, die mir persönlich als
- 2:36:58sommelier extrem wichtig sind. Es muss vigniert werden. Ich finde es essentiell auch, möchte fast
- 2:37:09sagen auch für den kleinsten Wein. Egal, vignieren gehört mich zum sommelier. Ich hasse es, wenn Gläser
- 2:37:16stinken. Sie riechen nach irgendetwas. Es ist Katastrophe, du kriegst es nicht mehr raus. Ich weiß,
- 2:37:20es ist Freakshow-Buhre, aber ich möchte, dass vigniert wird. Ich opfere gerne von meinem Wein ein
- 2:37:26Schluck dafür, um ihn dann so perfekt wie möglich nicht schlimmer, als ich habe einen großartigen
- 2:37:31Wein und das Glas. Ich weiß, die Spülmärcher etc. sind alles gut geworden, aber ich bin da
- 2:37:38vielleicht auch privat geprägt von meinem Onkel, der immer aus dem alten Eichen-Schrank seine Gläser
- 2:37:44rausgezogen hat und sie wurden sowieso nur verwendet, wenn ich gekommen bin. Das heißt,
- 2:37:48die sind da dreieinhalb Monate, vier Monate drinnen gestanden. Da hat er seinen mittelmäßigen
- 2:37:52Wein im Glauben, dass er mir was Gutes tut, eingegossen in die Gläser, die nur nach Eichen-Schrank
- 2:37:57gestunken haben. Ich konnte diese Blere gar nicht trinken. Ich musste sie runter schütten,
- 2:38:02damit sie endlich leer geworden ist. Wenn ich Bech hatte, hat er noch eine Flasche geholt.
- 2:38:06Aber vignieren finde ich wichtig und belüften, also dekantieren und karafieren ebenso. Die
- 2:38:15Aufgabe des Sommiliers besteht aus meiner Sicht darin, den Wein im Sinne des Gastes und des
- 2:38:26Winzers im optimalsten Zustand an den Tisch zu bringen. Das Maximum herauszuholen für beide
- 2:38:35Seiten. Für den Winzer, das er zeigen kann, welche Güte, welche Arbeit, welches Derroir,
- 2:38:43welches Stilistik da drinnen ist und natürlich auch für den Gaster. Deswegen karafieren,
- 2:38:52belüften Temperaturen. Das sind schon, deswegen würde ich fast sagen, weil Thermometer ist auch
- 2:38:57etwas, was in keiner Ausstattung fehlen sollte. Klar ist es heute wesentlich besser geworden,
- 2:39:04aber ich kenne es ja aus diversen lokalen, wo der Wein hinten neben der Kaffeemaschine steht,
- 2:39:11offen nicht etc. Ich trink dort schon gar kein Wein mehr. Dann trink ich lieber Bier, das ist
- 2:39:17zumindest in der Flasche oder aus dem Fass. Aber einen 23, 24 Grad warmen Rotwein, der die letzten
- 2:39:24Klaasweise Wein trinken ist wie ausdannessen. Man darf das nur dort machen, wo der Umschlag so
- 2:39:30groß ist, dass sie niemals alt werden. Ja, ja. Und interessanterweise, wenn du den Wein wohl
- 2:39:35temperiert, also bei 16 bis 18 Grad servierst, wirst du eher akwürdig betrachtet, weil der
- 2:39:43Wein für die meisten zu kalt ist. Durch diese Unart der Gastronomie, dass die Beine viel zu
- 2:39:50warm servieren, ist natürlich der allgemeine Gasgeschmack so dermaßen darauf getrimmt,
- 2:39:55dass es als richtig empunden wird. Aber dem Wein nicht unbedingt zuträglich ist.
- 2:40:01Man trinkt es nicht, man trinkt es nicht, man trinkt es nicht, man trinkt es nicht.
- 2:40:10Ja, richtig trinkt es nicht. Ich setze mich mit einem Glas hin, wie es unsere Gäste
- 2:40:13aufhunden. Also nicht saufen, das haben wir abgesprochen. Aber einfach beherzten Glas
- 2:40:19Wein trinken gibt es da für dich den Moment, wo du dich dem hängibst?
- 2:40:22Ja, also meist eigentlich in Gesellschaft selten alleine, außer ich nippe und meditiere oder
- 2:40:34zelebriere da ein Wein, dem ich besonders zugetan, den ich mir jetzt erst erarbeiten
- 2:40:41möchte oder besonders genießen will. Ansonsten glaube ich immer, dass Wein ein Medium ist,
- 2:40:46das geteilt gehört und gemeinsam getrunken. Auch zum Abendessen, ich trinke bei Gott
- 2:40:53nicht jeden Tag Wein, manchmal auch zwei Wochen überhaupt nichts oder so.
- 2:40:57Gewollt oder einfach situationsbestimmt? Situationst bestimmt, also gewollt.
- 2:41:05Ich habe jetzt keine Auflagen, also Tri-Chenry oder so ein Schmahn, das geht mir vollkommen
- 2:41:09am allerwertesten vorbei. Ich habe ja manchmal auch keinen Lust und keinen Bedürfnis Wein
- 2:41:20zu trinken und ich weiß auch selbst, wenn ich nicht in der Stimmung bin, kann ich auch
- 2:41:25dem Inhalt der Flasche gar nicht gerecht werden. Das möchte ich nicht. Ich will genau
- 2:41:30nichts auf mich, ich will auch keinen Wirtungs trinken. Ich brauche den Alkohol auch nicht.
- 2:41:38Häufig, das muss ich auch gestehen, häufig in der Weinwelt ist Kennerschaft auch ein
- 2:41:45Deckmantel für Alkoholismus. Der Benner, der sich beim Discounter die 2 Liter Boulé Bl hechoe
- 2:41:542 Liter Bulle Blu-Blöre Bolle Blu-Blöre, erhre, is a big money-bullet, der Benner, der sich beim Discounter, die 2 Liter Blu-Blöre-Blöre-Blöre-Blöre-Blöre, erholt.
- 2:42:02Er ist ein Deckmantel, der Benner. Er ist ein Deckmantel für Alkoholismus. Er ist ein Deckmantel für Alkoholismus.
- 2:42:08Ne, ich trink, ich trinke nur, wenn es mir schmeckt.
- 2:42:13Und das am liebsten gedeillt zum Abendessen mit Cornelia gemeinsam – dann könnte die
- 2:42:21Kinder mal ins Glas rein riechen dort und da oder mit meinen Freunden.
- 2:42:25Ich möchte Wein gehört zelebriert.
- 2:42:28Für sich allein genossen kann man verkosten, arbeiten, schmeckt auch gut.
- 2:42:32Aber das Abfragen.
- 2:42:35Wie ist es für dich?
- 2:42:36Wie schmeckt dir, sagen wir deine Meinung?
- 2:42:38Wie siehst du das?
- 2:42:39Das ist ja auch das Schöne an dieser Materie.
- 2:42:42Man kann sich so wunderbar darüber austauschen, streiten, uneinig sein.
- 2:42:47Und da lernt man die Zugänge des Anderen, das bereichert einfach.
- 2:42:51Diese Reflexion ist super.
- 2:42:53Ist das ein automatischer K.O.
- 2:42:56Ist es ein automatischer K.O.
- 2:43:00Ist das ein K.O. für eine Feiersituation?
- 2:43:06Ich wollte dir nicht ins Wort fragen.
- 2:43:09Ich würde nur sagen, ich brauche es nicht.
- 2:43:12Cornelia ist schon so, bitte nicht schon wieder sauvignon blanc.
- 2:43:16Es ist ein Steirer, sehr viel sauvignon blanc, immer viel trinke und auch gerne mag.
- 2:43:21Können wir endlich mal was anderes trinken?
- 2:43:23Ja, natürlich.
- 2:43:24Ich bin Steirer.
- 2:43:25Sie hat auch einen überlappenden Geschmack, aber teilweise auch einen anderen Geschmack.
- 2:43:32Das ist hervorragend.
- 2:43:33Sie mag gerne Kalifornien, sie mag gerne Italien.
- 2:43:36Ich bin ja Frankophil bzw. klar Österreicher.
- 2:43:40Und so verstehst du das auch toll.
- 2:43:42Und dann muss man auch schauen, wo findet man beim Wein auch zueinander.
- 2:43:46Aber in den Zeiten, als du den Steirer mal gewohnt hast, war noch keine sauvignon blanc
- 2:43:52Zeit.
- 2:43:53Und so ist es, die erst weit auch später dort einzugehalten.
- 2:43:56Ja, ja.
- 2:43:57Das ist die Klassik.
- 2:43:58Oder?
- 2:43:59Stimmt.
- 2:44:00Er war schon immer da.
- 2:44:02Er hieß nur früher, nicht sauvignon blanc, sondern muskatsylvaner.
- 2:44:05Und doch, es hat schon begonnen.
- 2:44:10Der Mannfred Themen, das einer der ersten begonnen oder der Sattlerhof war eigentlich noch früher
- 2:44:14dran.
- 2:44:15Natürlich in der Güte, wie es heute da steht und in der Dichte und auch die Stilistiken,
- 2:44:20die sich da herausgearbeitet haben, das sind Dimensionen, die hier durchbrochen wurden.
- 2:44:26Und ja, ich attestiert mir da Befangenheit.
- 2:44:29Aber ich sehe, das habe ich erst diese Tage mit Cornelia auch wieder besprochen.
- 2:44:33Die Stahlmärk ist ein kleines Weinbaugebiet.
- 2:44:38Aber umso erstaunlicher ist für mich die Dichte der wirklich großen Weine.
- 2:44:45Für meinen Geschmack, für meine.
- 2:44:47So, der Z.
- 2:44:48Jetzt ist der Patriotismus abgegangen.
- 2:44:50Ich kann nicht nur die Steiermark nehmen, natürlich, da komme ich da her.
- 2:44:53Und so bin ich auch ein Muskateller, das ist meine Lieblingsrebsorten.
- 2:44:55Aber dass ich generell dem österreichischen Wein sehr zugegeben bin, das ist ja auch kein
- 2:44:59Geheimnis.
- 2:45:00Muss aber gleichzeitig sagen, ich finde eine der dümmsten Eigenschaften des deutschen
- 2:45:07Gemeinhimmens, dem eigenen Wein so wenig Wertschätzung zu geben.
- 2:45:12Was gut ist für Österreich, Italien, Frankreich, also Deutschland ist ein Riesenwein im Boardmarkt,
- 2:45:17das weißt du.
- 2:45:18Aber häufig haben es die Winzer in Deutschland zu Hause am schwierigsten.
- 2:45:26Die sind weltweit gefeiert dort und da, Skandinavien, Staaten etc.
- 2:45:30Die Zahlen, diese 70, 80 Euro für die großen Gewächse mit einer Leichtigkeit, weil sie
- 2:45:36wissen, dass gemessen an der Güte das ja immer noch relativ preiswert ist, nicht relativ
- 2:45:42natürlich.
- 2:45:43Aber auch der Profit gilt halt nicht zum eigenen Land.
- 2:45:48Das ist in Österreichern auch so gegangen und ich finde unglaublich, was Deutschland
- 2:45:54als Weinland leistet.
- 2:45:55Auch sehr spannend, das weißt du auch mein Lieber Silvio, sogar besser als viele andere,
- 2:46:00gerade auch um so zu sagen, was bei euch drüben, Sachsen, Sale und Stutt eigentlich sich auch
- 2:46:07tut und was zu finden ist, da muss man schon sagen, hey, das ist auch aller, aller, aller
- 2:46:12erst die Güte, was da kommt.
- 2:46:14Und das macht viel Spaß, das zu entdecken.
- 2:46:16Sehr interessant und ich glaube aber ihr seid die ganz, ganz großen Vorreiter bzw.
- 2:46:22natürlich auch in Deutschland Institutionen wie der VDP, die ganz klar gezeigt haben,
- 2:46:27wenn man etwas Gutes hat, muss man darüber reden, muss es nach außen traten, muss eben
- 2:46:31auch das internationale Suchen, auch das Messen miteinander suchen oder eben auch die Vergleiche
- 2:46:40suchen und das österreichische Weinmarketing hat dem dortigen Wein ja auf unfassbare Weise
- 2:46:49Gutes getan, insofern dass sie die Weine nach außen getragen haben und hier eben auch die
- 2:46:54sich der VDP und das große Problem finde ich, das Sachsen und Sale und Stuttwein ist oftmals
- 2:47:00dass die zumeist in der Region verbleiben und dort getrunken werden.
- 2:47:04Zum einen wird man von Außenseit darauf nicht aufmerksam.
- 2:47:09Zum anderen ergibt es keinen Wettstreit, dass man sagt, ich möchte mich entwickeln, möchte
- 2:47:14besser werden, möchte mich daran gradieren oder messen.
- 2:47:18Ich verstehe was du sagst, das ist vielleicht, wenn eben was zu mir durchdrinkt und hier ankommt,
- 2:47:26finde ich großartig.
- 2:47:27Ich habe Matthias High letztens gehabt, fand ich wirklich fantastisch.
- 2:47:30Konny, Boutos ist auch Konny und Evie, also wo der weiß, geht in allen Kategorien fantastische
- 2:47:38Geschichten.
- 2:47:39Weißt du was der Erfolg ist das herausforderndste.
- 2:47:56Man darf sich dem Erfolg nicht hingeben.
- 2:47:59Hingeben im Sinne, es läuft eh gut, alles ist verkauft, ich bin beferrt, warum muss ich
- 2:48:05mich verbessern.
- 2:48:06Es geht nicht notwendig, ich verdiene mein Geld, es ist fertig, man wird genügsam.
- 2:48:11Das ist schlecht.
- 2:48:13Und du sagst, okay, ich verkaufe den Wein bei mir zu Hause in meiner Region in Ordnung,
- 2:48:18kann man sich damit hingeben, aber klar, es gibt anderswo andere Maßstäbe und ich bleibe
- 2:48:25eben, ich lebe in meinem Aquarium, in meiner kleinen Hut, wie man Neudeutsch so schön
- 2:48:31sagt und bin hier zufrieden, ist es gut, aber um ein Gebiet zur Größe zu bringen, musst
- 2:48:37du es nach Außentragen.
- 2:48:38Und ja, du hast es vollkommen richtig gesagt, ich denke, abgesehen von den Winzern natürlich,
- 2:48:45die drei Bände und einzige wirkliche Kraft sind, gibt es niemand in Österreich, der mehr
- 2:48:50Anteil am Erfolg hat als die österreichische Weimarket in Gesellschaft.
- 2:48:54Kein Steuergeld in Österreich wurde so gut eingesetzt, wird das für die Platzierung
- 2:49:00der Weine in der Welt.
- 2:49:02Der VdB hier natürlich klar auch und, ach Deutschland hat, komm, es ist erbt.
- 2:49:12Weine von Weltruf, auch das seit Jahrhunderten, manche vielleicht mal in Vergessenheit geraten,
- 2:49:18ist der Stil vielleicht aus der Mode gekommen oder was auch immer, aber ich weiß gar nicht,
- 2:49:26ich wäre das gedacht, ich glaube, war das einer der Rotschilds oder so, gesagt, Weinbau
- 2:49:30ist ganz einfach nur die ersten 100 Jahre, es sind schwierig.
- 2:49:33Ja, es war Rotschild damals, der das so leicht für sich gesagt hat.
- 2:49:41Ja genau.
- 2:49:42Da hat da meine Frage von vorne noch mal stellen, findest du, weil du ja dem Wein gegenüber
- 2:49:46mit sehr viel Erbietung bzw. Erfurcht oder einfach auch Respekt gegenübertrittst und
- 2:49:52wir als Somies oder als Gastronomier oftmals Wein zu verschiedenen Festivitäten oder
- 2:50:00Feierlichkeiten empfehlend servieren dürfen, ist das ein schlechtes Element, ist das mehr
- 2:50:04oder weniger eine Dekranierung des Gutes Weins, wenn man ihn zur Tanzpartie serviert oder
- 2:50:11gibt es durchaus auch Weine, die da ihre Daseinsprächtigung haben?
- 2:50:14Ja, noch 100% nicht, um Gottes Willen.
- 2:50:17Also große Weine müssen zelebriert werden, sie nebenbei zur Partie runter zu hauen,
- 2:50:22kann man machen, wenn die Menschen die Fähigkeit haben, das zu verstehen.
- 2:50:28Aber ich würde für die Partie in der der Wein das begleitende Element ist, der Freude
- 2:50:36machen, sondern muss das so wie die Musik zur Partie sein, leichten Fuses, unbeschwert,
- 2:50:41witzsüffig und dennoch bedörend, aber er darf nie geschmacklos und ausdrucksabend sein,
- 2:50:48ein bisschen Anspruch muss schon da sein.
- 2:50:51Wie, ich sage, wie der beste Bob, man kann ja Robbie Williams haben, man muss ja nicht
- 2:50:56immer nur, weiß ich nicht, keine Ahnung, sagen wir jetzt mal vielleicht Modern Docking
- 2:51:01hören, aber du verstehst, also auch der Ein, gehen wir zu den guten Weingütern Deutschlandsen.
- 2:51:09Wenn du die Basis Weine der guten Güter nimmst, das sind doch doch herrliche Zechweine, die
- 2:51:16begleiten jeden Abend, die haben einen klaren Charakter, die haben einen Anspruch, sie können
- 2:51:20idealerweise ihre Herkunft widerspiegeln oder den Stil des Hauses und dann haben auch diese
- 2:51:30Weine für den Moment die 100 Punkte verdient für diesen Abend.
- 2:51:36Du verstehst du, sie haben den Zweck 100% erfüllt, ich kann doch nicht auf einer
- 2:51:41Tanzparty jetzt hier, keine Ahnung, nur lange Goldkapsel vom Egon Müller ausschenken,
- 2:51:47also abgesehen vom Geld hier, verstehst du, aber es ist auch das Werk komplett, ich
- 2:51:51möchte nicht mal sagen, Berlen für die Säue, aber es hat alles seine Zeit, seinen Moment
- 2:51:58und diesen Moment zu nageln, wo du sagst, es ist heute der Tag für den Souvenin Blanc
- 2:52:05Classic von Demand und es ist nicht der Abend, um den Zechweig den die Izzetz aufzureißen,
- 2:52:13das muss ich doch auch wissen, also ich erzähle dir eine meiner besten Weinlehrreichen Stunden
- 2:52:21überhaupt.
- 2:52:22Witzig man, erstes Weihnachten überhaupt, ich weiß nicht wann ich angefangen habe auf
- 2:52:27jeden Fall, ich nach Hause zum Weihnachtsfest mit meiner Familie, Mama, mein Bruder, mein
- 2:52:32Schwester, Vater schon verstorben, gut, was macht der liebe Gerhard in seiner Kellner
- 2:52:45Imrit-Syndrom, ich weiß nicht ob du davon schon mal gehört hast, man heignet sich als
- 2:52:49Mitarbeiter da oben in dieser Luxusgastromie den Lebensstandard seiner Gäste an, obwohl
- 2:52:55man in sich nicht leisten kann, nur über das Trinkgeld, das man bekommt, das heißt,
- 2:53:00man trinkt plötzlich die selben Weine wie seine Stammgäste, ja, das ist natürlich super
- 2:53:07und toll, aber eigentlich kannst du die gar nicht leisten, aber gut, auf jeden Fall,
- 2:53:11gut, ich komme zurück zum Punkt, Weihnachten erst, ich mal eingekauft, genau, das erste
- 2:53:17was ich gekauft habe, natürlich Riedelgläser, einen Deccanta gekauft und eine Flasche 75
- 2:53:24L'Amissimo Opreon, 100 Barcapunkte, einer der Legenden aus dem Jageanke, so, ich nach
- 2:53:30Hause, Heiligabend, wir kochen zu Hause und dann gibt es zu Tisch und ich habe natürlich
- 2:53:34alles kagafiert, gläser, viniert und so, wie es halt alles ist, so, eingeschänkt in
- 2:53:40Weine, Wein 3, 4 Stunden in der Karaffe und eingeschänkt und ich mit funkelnden Augen
- 2:53:46und triefendendem, lechzenden Zunge raushängen, obwohl schon den Wein rein, da kommt meine
- 2:53:51Schwester, nimmt diesen Wein, probiert und sagt, äh, der ist ja nicht süß, iiii,
- 2:53:58und das hat mir gezeigt, hoppla, nicht alle Weine sind für alle Menschen und schon gar
- 2:54:03nicht immer, und schon mal, ja, und das war sehr lehrreich, denn seit diesem Erlebnis
- 2:54:10bringe ich da immer eine Flasche Brachettodacke, wie mit nach Hause oder Muscatodasti, die
- 2:54:15kostet mich 12, 18 Euro und alle sind wunderbar happy, ich auch, weil ich es auch sehr gerne
- 2:54:20dann tränke und es ist ja so, äh, es war so, so für mich so lehrreich und auch gleichzeitig,
- 2:54:27ja, da in der Momente ein bisschen enttäuschen und desillusionierend, aber ich habe Gottsegern
- 2:54:33verstanden, dass der Fehler bei mir lag, ich habe meine Menschen total überfordert und
- 2:54:38in der, in der Annahme, ich tu ihnen etwas Gutes, habe ich ihnen ein Getränk serviert,
- 2:54:43dass er ihn nicht geschmeckt hat, eigentlich eine Katastrophe, deswegen hat alles seine
- 2:54:51Zeit und, und, und, es, es entscheidend ist immer noch, schmeckt es oder schmeckt es
- 2:54:58nicht, eine andere Wahl werden sie nie finden.
- 2:55:01Bei der Auswahl eines Weins für eine Hochzeit zum Beispiel oder für eine Feierlichkeit
- 2:55:07hingehen, würdest du dich an den Speisen orientieren, würdest du dich am Geschmack des
- 2:55:13vermeintlich Wissensten oder des Unbedarftesten, wenn man kann ja keine große Weinauswahl
- 2:55:18bieten, meistens gibt es ja nur zwei, drei, vier Weine für den gesamten Abend und dort,
- 2:55:24ähm, was ist deine?
- 2:55:26Also, also, meine Erfahrung bis jetzt war so, wenn ich auf meine eigene Hochzeit zurückgehe,
- 2:55:33dass man sich in der guten Mitte, äh, mit dem Kompromiss findet, dass es ein Wein ist,
- 2:55:41den letztlich noch alle verstehen, auch die Nichtweintrinker, aber auch dem Anspruch der
- 2:55:49Kenner gerecht wirkt, indem sie sagen, das ist ein guter Wein.
- 2:55:53Und das wäre in diesem Fall, ich kann das sagen, es waren Panobiele von Bolax und
- 2:55:58Riesling Denglerseiler aus Maikammer, ähm, Schlangengästel ist das, ähm, kann sein,
- 2:56:06dass es den einen oder anderen sogar schon überfordert hat, war mir in dem Moment aber
- 2:56:11wurscht, denn wir wollten auch was Gutes trinken.
- 2:56:14Was ich häufig sehe und das verstehe ich auch und ich finde das auch gut, ähm, es
- 2:56:23gibt dann häufig auch eine Zweiglassengesellschaft, die sagt hier, das ist der Tischwein, den
- 2:56:29gibt es und dann gibt es da hinten in der Ecke noch für den, den es interessiert, das
- 2:56:35und das.
- 2:56:36Und ähm, finde ich eigentlich eine gute Variante, wobei eben mit der Zweiglassengesellschaft
- 2:56:43nicht sagen will, ihr kriegt das nicht, das kann jeder sich bedienen, wen es interessiert,
- 2:56:47muss es nehmen und ähm, damit ist glaube ich auch sehr gut getan, aber ähm, man sollte,
- 2:56:54ja, man sollte auf einer, auf der eigenen Hochzeit oder so den Wein weder unter noch überbewerben,
- 2:57:01er hat seinen Platz und er gehört auch hin, aber letztlich geht es auch dort um die Menschen.
- 2:57:07Das finde ich auch ganz, also ganz, ganz wichtig, dass man dem Wein eben nicht über oder unterbewertet.
- 2:57:12Ich fand den Gedanken auch sehr interessant, dass manche unserer Gäste gesagt oder wir den
- 2:57:17vermittelt haben, es ist ja eigentlich ein Geschenk, ein Geschenk für eure Gäste von
- 2:57:22euch, weil ihr etwas aussucht, am besten euren Geschmack in gewisser Weise versucht
- 2:57:27darzustellen oder eure Personen und ähm, dieses, dieses Erlebnis, den Abend sozusagen euren
- 2:57:35Gästen offenbart, findest du grundsätzlich, dass Wein ein gutes Geschenk ist, verschenkst
- 2:57:39du gerne Wein oder, ja, es ist eher schwierig Wein zu verschenken, weil doch Geschmack individuell
- 2:57:47und persönlich ist, man meistens niemals weiß, wann der Wein dann wirklich geöffnet wird
- 2:57:51und ob er so in dem Augenblick so wartet.
- 2:57:53Ja, gut.
- 2:57:56Das ist in der Tat, in der Tat so.
- 2:58:00Ich mein Wein ist häufig ein Verlegenheitsgeschenk, muss ich sagen, so als Mitbringsel wie Braulinen
- 2:58:06oder so, vielleicht in diese Richtung gehend, gell?
- 2:58:10Natürlich, wenn man sich gut kennt, dann weiß man tatsächlich den Geschmack des anderen
- 2:58:15etc., aber häufig ist ja wirklich so, okay, was gibt es jetzt noch dazu zu dem Geschenk?
- 2:58:22Ach, ich stelle mir noch eine Flasche Wein dazu.
- 2:58:24Wenn man es, wenn man es wissend und individuell und personifiziert aussucht, dann glaube ich,
- 2:58:36ist es ein großartiges Geschenk, die 0815 Weinflaschen einfach dazu zu stellen, also
- 2:58:45er dann weiß ich nicht.
- 2:58:47Ich mein, es gibt natürlich Sachen, die sind als Geschenk immer gut, weil sie einfach
- 2:58:51Markentransportieren.
- 2:58:52Ich glaube, es wird sich kaum einmal über eine Flasche Champagne beschweren, nicht mal,
- 2:58:57wenn es das Orangeredikett ist oder was immer es auch sein sollte.
- 2:59:02Da ist einfach so das Image hervorragend.
- 2:59:04Oder auch generell Schaumwein ist irgendwie in der Wertigkeit der Wahrnehmung etwas höher
- 2:59:11angesiedelt als still Wein, so empfinde ich es zumindest in der Geschenk, weil es vielleicht
- 2:59:16mehr das Feiern impliziert als, oder das Feiern impliziert, wenn du die Champagne aufmachst,
- 2:59:26dann hast du eine schöne Zeit.
- 2:59:28Und das ist dann der Inhalt des Geschenkes letztlich gar nicht nur der Wein als solches.
- 2:59:33Was würdest du mir schenken?
- 2:59:38Dir?
- 2:59:39Ui, das ist aber nicht so.
- 2:59:42Also findest du es gut, einem Wein?
- 2:59:44Berufsbezogenen Weinmenschen was schenken oder eher ist es eher schwierig, sollte man da
- 2:59:52lieber ein Berufsbezogenen trinken oder?
- 2:59:55Ich finde Berufsbezogen, naja, bieten sich aus meiner Sicht sowieso nur zwei Optionen
- 3:00:06wieder.
- 3:00:07Zum einen du setzt auf die große Klassik aus außergewöhnlich aus gutem Jahrgängen, das
- 3:00:12heißt, du nimmst nicht.
- 3:00:14Wenn so ich das Geld hätte, würde ich dir einen, meiner Lieblingsweine würde ich dir
- 3:00:18den 90er-Latur schenken.
- 3:00:20Das wäre okay, gell?
- 3:00:22Nicht gerne.
- 3:00:23Und ja, ich kann nicht mehr vorstellen.
- 3:00:26Man muss auch an dem hören.
- 3:00:28Ich muss sagen, nein, nein, nein, aber du weißt was ich mein, verstehst du?
- 3:00:31Also wo du sagst, okay, play safe, ich nehme einen Klassiker oder wassarema, kann mir jetzt
- 3:00:35andere Weine auch noch nehmen.
- 3:00:37Aber das finde ich auch sehr spannend.
- 3:00:40Ich denke, was ich dir gerne geben würde, wäre zum Beispiel ein außergewöhnlich guter
- 3:00:49Zierfandler oder Rotgipfler.
- 3:00:51Also so kleineres Unbekanntes, was man nicht alltäglich eigentlich sich selber auch kauft,
- 3:00:57was man vielleicht auch noch nicht so kennt, spricht diese Nischen ein bisschen heraus zu
- 3:01:01fordern, gell?
- 3:01:03Grundvoraussetzung ist die Güte und die Qualität des Weines.
- 3:01:07Da kann man schon überraschen.
- 3:01:09Klar, kannst du jetzt natürlich auch einen, oder weil ich ihn gerade hier in der Hand habe,
- 3:01:15das würde ich dir auch gerne schenken.
- 3:01:17Es ist ein Weltschrissling, ganz jung von der Hose Schuster, also von Johannes Schuster
- 3:01:22aus dem Burgenland aus St.
- 3:01:24Margariten.
- 3:01:25Das ist ein Weltschrissling, der heißt Riesaurüssel.
- 3:01:28Er ist gerade herausgekommen, ist auch nicht ganz günstig.
- 3:01:32Und ich finde, das ist etwas, wo man sagt, es ist horizontal erweitert.
- 3:01:38Kann sein, dass der andere es schon kennt.
- 3:01:40Aber ich bin immer dankbar, wenn man, ich bin auch dankbar, wenn man einen 90er-Ladur
- 3:01:45schenkt.
- 3:01:46Nicht, dass ich hier undankbar wäre, nicht zu Not, würde ich auch einen 66er-Modor nehmen.
- 3:01:52Aber nein.
- 3:01:53Aber trotzdem bin ich dankbar, wenn mir jemand gut denn gewissens einen Wein schenkt, für
- 3:02:05ihn sein Herz brennt.
- 3:02:10Das ist gut, das ist ehrlich.
- 3:02:12Wenn man so ein Stück seiner selbst mit auf den Weg gibt, also seine eigene Erachterung,
- 3:02:16einfach versucht weiter weiterzuschicken.
- 3:02:18Also nicht so belanglos, ich habe das ja auch jetzt zu Weihnachten erlebt, durfte ich
- 3:02:25aussuchen, was von einer großen Firma verschenkt wird, als Teil des Weihnachtspakets natürlich
- 3:02:35nicht.
- 3:02:36Und dann schlägt man das und das vor und dann entscheidet natürlich dann der Vorstand
- 3:02:41und sagt nie, alles zu extrem, alles zu extrem.
- 3:02:44Und letztlich ist es dann einer der Basis weiß bzw. rotweine vom Planeten geworden.
- 3:02:53Diese Anstände, die uns sehr gut sind, aber er hat so und sagt, okay, das ist play safe.
- 3:02:58Machst du nichts falsch, machst du so eine zündanständige Weine, kann jeder unkompliziert
- 3:03:02trinken.
- 3:03:03Das ist auch in Ordnung, aber es ist gar nicht gewollt, dass da Ecken und Kanten verschenkt
- 3:03:07werden, sondern die gute Mitte, mit Bedingungen auf gute Mitte war dann der Lösungsweg.
- 3:03:15Ja, welches andere wieder Erklärungsbedürftig ist, sind es andere wieder auch an?
- 3:03:22Ja, genau, besonders wenn du es auch willkürlich verstreust.
- 3:03:26Verstehst du, wenn du die Menschen kennst, das sind ja unter Anfangs gesagt nur Geschäftspartner
- 3:03:32nicht.
- 3:03:33Ich sehe nur, was ich sehr lustig finde, ich sehe es im Keller meiner Schwiegereltern
- 3:03:38und auch in vielen anderen Keller, dass diese geschenkten Flaschen ja da letztlich sowieso
- 3:03:42zu Kellerleichen motieren.
- 3:03:44Also ganz, ganz viele, wo man sagt, Mensch, den hätte der vor 30 Jahren trinken müssen
- 3:03:48den Wein, ja, heute kann es ihn als Dekoration irgendwo hinstellen oder so nicht, aber deswegen
- 3:03:55Wein schenken gerne, aber es muss schon eine gewisse Sinnhaftigkeit dahinter sein.
- 3:04:00Oder eine Geschichte, dass man zusammen geliesst, das finde ich auch immer sehr schön, also
- 3:04:05die Option, dass man sagt, ich bestiehe darauf, ihn zusammen zu trinken oder vielleicht auch
- 3:04:11irgendwann.
- 3:04:12Ganz coole Geschichte.
- 3:04:14Vielleicht sollte man sich auch beim generell, wenn man den Wein verschenkt, immer selbst
- 3:04:18fragen, ob ich ihn selbst auch geschenkt haben möchte.
- 3:04:20Ja, ja.
- 3:04:21Ich will, du sagst, Weinkeller, bist du ein Freund von Weinkellern?
- 3:04:26Also sammelst du selber Wein oder magst du diese alten, herköchigen?
- 3:04:30Die gibt es ja kaum noch, zum einen aufgrund der unterschiedlichen Bau- oder der andersartigen
- 3:04:34Bauweise, die heutzutage kaum noch mit Keller durchgeführt wird, auf der anderen Seite
- 3:04:38natürlich, weil die Kapitalbindung und, und, und kaum jemand auch die Wertbringung letztlich
- 3:04:44in der Kapitalbindung sieht.
- 3:04:45Du selber magst es aber, also deine Kellertreppe.
- 3:04:49Ja, ich liebe das.
- 3:04:51Ja, genau.
- 3:04:52Und so ist es auch.
- 3:04:53Und mein, ich schau mal, was hat mein Steuerberater gesagt, wenn sie hier einen Konto stand und
- 3:04:59anschauen und die Kapitalbindung in ihrem Weinkeller glauben, dass das ein gesundes Verhältnis
- 3:05:04ist?
- 3:05:05Ja, und ja, es gibt unterschiedliche Zugänge zu Beinen sammeln.
- 3:05:17Ich sammel diese Weine, um sie gereift zu genießen und zu trinken.
- 3:05:22Ich sammel nicht als Wertanlage, wobei sich das meist, oder häufig hand in Hand geht,
- 3:05:28weil ich natürlich gute Weine sammle.
- 3:05:30Ich sind aber für mich keine Kapitalanlage, sondern eine Genussanlage.
- 3:05:35Und ja, gut, jetzt bin ich noch nicht so alt, aber irgendwann werde ich aufhören zu sammeln,
- 3:05:45außer meine Kinder verfallen, wie ich dem Wein dann sammle, ich für sie weiter.
- 3:05:50Klar, die Kapitalbindung ist ein Riesenfaktor.
- 3:05:54Die Weine sind eher nicht teuer geworden.
- 3:05:55Es ist teilweise total verrückt.
- 3:05:58Also, wo ich sagen muss, gerade pur Gund.
- 3:06:02Früher haben wir auf Bordeaux geschimpft, weil es so teuer war.
- 3:06:05Jetzt hat pur Gund Bordeaux wieder zurück ins Spiel gebracht, weil in der Relation der
- 3:06:09Bordeaux dann jetzt fast günstig geworden ist.
- 3:06:12Es war aber auch noch nie rückläufig.
- 3:06:14Also hast du Angst und das Gefühl, dass es rückläufig wird?
- 3:06:17Wenn man hat ja seit '97 irgendwie immer so ein bisschen das Gefühl, dass man sagt,
- 3:06:22jetzt hat Ham's aber alle wahnsinnig überzogen oder noch weiter nach oben.
- 3:06:28Das kann ich mir nicht vorstellen.
- 3:06:29Dann den 2000er-Mutoren, der damals exorbitant teuer war zu den damaligen Verhältnissen
- 3:06:36und mittlerweile mehr oder weniger belächelt wird.
- 3:06:39Also, ich weiß nicht, wohin das führen soll.
- 3:06:43Also ob das so gesund zu sein ist.
- 3:06:47Lieber Silbermann, da will das dir unterstelle ich dir nicht anders gehen als mir.
- 3:06:55Es führt dazu, dass wir die Weine, die wir gerne trinken wollen, uns nicht mehr leisten
- 3:07:00können oder wollen.
- 3:07:01Ich bin nicht willens 1000 Euro und mehr für eine Flasche Wein zu bezahlen.
- 3:07:06Ich kann das erstens nicht monetär und zweitens muss ich sagen, ihr seid alle verrückt.
- 3:07:12Klar, ich habe einen tollen Weinklub.
- 3:07:14Meine Freunde in dem Weinklub sind ein bisschen beduchter als ich und dadurch komme ich in
- 3:07:19den Genuss von diesen Weinen.
- 3:07:21Da hätte sonst keine Chance, aber auch die Mitglieder in dem Weinklub wissen, dass es
- 3:07:28nur wert hat, wenn diese Weine gemeinsam getrunken und genossen werden.
- 3:07:33Aber wo führt das hin?
- 3:07:37Das ist verrückt.
- 3:07:41Ich habe aber gehört aus vielen Kreisen in den letzten Monaten, dass diese Sekundärmärkte
- 3:07:50am Einbrechen sind.
- 3:07:51Das heißt, auch der Mycinille von Rumié geht jetzt dann nicht mehr für 20.000 Euro über
- 3:07:56den Dresen, sondern halt nur mehr für 10.000, was er immer noch bewehrt ist.
- 3:08:01Aber ich glaube, dass dieses Wachstum nicht unendlich sein kann.
- 3:08:06Wahrscheinlich werde ich mich erinnern, ob das jetzt Dominé ist oder so.
- 3:08:13Seid ihr Gagga am Schelle, könnt ihr eigentlich für den Aligoté 300 Euro nehmen oder so.
- 3:08:19Aber scheinbar doch.
- 3:08:21Nur, ich wieder sage diesen Wein.
- 3:08:23Ich sage, okay, ich gehe diese Prostitution und diese Anbiederung nicht mehr ein.
- 3:08:32Ich möchte jetzt nicht in der Kosterie zu nahe treten.
- 3:08:38Aber wenn ich den Wein nicht bekomme zu einem akzeptablen Preis, dann finde ich einen anderen
- 3:08:44Wein, der auch gut ist.
- 3:08:46Vielleicht genauso gut oder wie auch immer.
- 3:08:49Ich biedere mich nicht an, um eine Flasche Weins kaufen zu dürfen.
- 3:08:58Wenn das so ist, dass die Leute andere Märkte haben und Zugänge, und du hast auch in Deutschland
- 3:09:03Weingüter, die ihre Weine zu zuteilen, wenn ich sie bekomme, nehme ich sie gerne.
- 3:09:08Aber ich gehe nicht auf den freien Markt und das ... Wann ist Preisleistung zu Ende?
- 3:09:19Ich definiere es für mich fast immer.
- 3:09:25Willst du einen Betrag nennen?
- 3:09:27Hast du einen Betrag, kannst du einen nennen oder ... Wo du sagst, okay, da ist Preisleistung
- 3:09:32zu Ende?
- 3:09:33Insofern, ich tue mich mit manchen Sachen auch persönlich sehr schwer, aber natürlich
- 3:09:40ganz extreme Vorlieben, wo ich finde.
- 3:09:42Deswegen tue ich mich schwer mit dem, wo du sagst, dann finde ich einen anderen ebenbültigen
- 3:09:47Wein.
- 3:09:48Also im Vergleich zum Beispiel zu Rumier oder keine Ahnung, Prüm oder sonstiges finde ich.
- 3:09:54Es ist relativ schwierig da, Äquivalente zu finden.
- 3:09:57Aber Prüm ist ja ein cool Stick.
- 3:10:00Ja, oder auch, wenn du sagst, weil die TVAs von Weis sind schon sehr außergewöhnlich
- 3:10:07in ihrer Struktur, Texturtiefe, Charakteristik und so weiter.
- 3:10:11Und wenn ich jetzt ... Man sucht ja meistens als Fanat diesen einen bestimmten Gusto,
- 3:10:17den wahrscheinlich auch nur ich wahrnehme oder wo ich Emotionen oder Erinnerungen dran
- 3:10:21binde.
- 3:10:22Und das finde ich, kann mir ein anderer Wein nicht schenken.
- 3:10:27Und da ist meistens dann ein Kompromiss, ein Kompromiss und das finde ich dann manchmal
- 3:10:32schade.
- 3:10:33Ich habe reiner ein wirtschaftliche Grenzen, also von dem her.
- 3:10:37Aber ich werde durchaus auch schon mal bereit.
- 3:10:39Aber ich werde dann auch in der Situation, dass ich nicht, also nicht mir in Glas per
- 3:10:46Korre erkaufen würde oder mit zehn Freunden eine Flasche teilen, sondern ich würde dann
- 3:10:53die Flasche in der Gänze genießen.
- 3:10:56Aber ich bin da schon im vier, fünfstelligen Bereich, wenn ich sage, ich habe Grenzen nach
- 3:11:03oben.
- 3:11:04Oder mit dir möchte ich mal tauschen, du.
- 3:11:06Na, nicht, dass ich mir leisten kann, aber schon, dass man sagt, okay, das möchte ich
- 3:11:11oder will ich unbedingt oder irgendwann mal wieder genießen.
- 3:11:15Es gibt halt gewisse Weine, die es nur in dem Segment dann irgendwo gibt.
- 3:11:20Also ich pflichte dir da auch bei, da bin ich auch vollkommen mit deiner Meinung.
- 3:11:24Diese Weine, die der Menge soliviert sind, wie süßweine Drockenbären auslesen, mit
- 3:11:28der höchsten Güte wurden wirklich sagt, auf dem ganzen Weinberg kommen da vielleicht
- 3:11:31300 Flaschen raus, oder so.
- 3:11:35Dann mag das da hingestellt sein.
- 3:11:37Was ich nur sagen wollte, ich gehe, wenn ich es nicht ab Weingut zu dem Preis bekomme,
- 3:11:42gehe ich nicht auf den Sekundärmarkt und gebe mich dem Markt dahin.
- 3:11:47Das mache ich nicht.
- 3:11:49Also auch nicht auf Aktionen oder so, oder wenn dann gucke ich auf den Preis.
- 3:11:53Aber ich weiß nicht, es ist ein bisschen entmystifizierend vielleicht, aber ich habe
- 3:11:59immer eine Preiscrenze, wo ich sage, 50 Euro für den, für diese 0,75 Liter
- 3:12:12vergorenen Traumensaft, müssen eigentlich für alle Kosten und Aufwanden machbar sein,
- 3:12:21für jeden Wein der Welt.
- 3:12:22Ich meine, ich mag mich da irren, da kann es sein.
- 3:12:25Oder ich gehe vielleicht auch auf 100 oder so.
- 3:12:27Aber ich kann nicht sagen, dass der Wein für 1000 Euro 10 mal besser ist als der für
- 3:12:31100, ganz im Gegenteil.
- 3:12:32Wenn es nicht ums Besser ist, sondern manchmal um die Individualitäten, den Geschmacksbild,
- 3:12:37die ihn so besonders macht.
- 3:12:39So wie es aus Bordeaux gibt es die eine oder andere Aussage, dass die Grundkosten für
- 3:12:44ihre Weine von 200 Euro haben.
- 3:12:46Also angeblich Pittrums kostet 500 Euro.
- 3:12:49Aber das ist wie bei den Autobauern.
- 3:12:51Davon ist die Hälfte der Kosten bei er.
- 3:12:55Marketing.
- 3:12:56Es ist so, die Instandhaltung des Gutes etc.
- 3:12:59Aufwand der Betrieben, der man betreiben muss, um allererste Güte in die Flasche zu
- 3:13:11kriegen.
- 3:13:12Und dann mit 50 oder 100 Euro für diese, wahrscheinlich ist das schon viel zu hoch.
- 3:13:17Die Winzer werden uns das nie sagen, es ist auch egal.
- 3:13:19Sie sollen ihr Geld verdienen, es ist in Ordnung und jeder, es ist ja so, schau mal,
- 3:13:24machen wir uns nichts vor.
- 3:13:25Es steht überall ein Preis drauf, ob es jetzt die Schule von, keine Ahnung, Gucci und
- 3:13:29Co.
- 3:13:30Da steht ein Preis, kauf es oder kauf es nicht.
- 3:13:33Und so ist es ja letztlich bei den Weinen auch.
- 3:13:37Der Willen Busch hat gesagt, ein Blick auf Sadiqat macht 50 Jahre Erfahrung weg.
- 3:13:40Aber ist es nicht, wenn man sich interessant das beim Wein, dass wir beide auch darüber
- 3:13:48diskutieren bei einer Uhr von XY, würde man diese Diskussion gar nicht im Tracht
- 3:13:54ziehen.
- 3:13:55Also das ist keine Ahnung.
- 3:13:57Ja stimmt eigentlich.
- 3:14:00Eine lange Söhne oder ein Kleidungsstück, wird man nie sagen.
- 3:14:05Eigentlich wurde es ja auch nur von Menschenhand genäht, warum kostet das jetzt der 4001,
- 3:14:11es kostet halt so viel.
- 3:14:12Ja, Klamotten würde ich.
- 3:14:15Also außer Schneider, Maske schneiderte Klamotten oder Schuhe, dafür gebe ich auch gerne sehr
- 3:14:24viel Geld aus.
- 3:14:25Also ich habe ja auch Schuhe, ein großer Schuh, nicht Fettischist, aber ich verbringe mein
- 3:14:33Leben auf meinen Schuhen und ich habe Schuhe, die sind 25 Jahre alt und natürlich haben
- 3:14:40die 2500 Euro gekostet oder damals, glaube ich sogar nach Mark, die begleiten mich ein
- 3:14:47Leben lang und ich habe keine 100 Schuhe, sondern ich habe 7-8 Bar Schuhe, die ich hege
- 3:14:54um Pflege, die ich besohlen lasse, die mit mir gehen und gemessen an den Einstandskosten
- 3:15:02für dieses Schuhwerk habe ich wahrscheinlich sehr viel Geld gespart, vor allem als Kellner.
- 3:15:06Da denkt man, wie oft die Schuhe als Kellner im Jahr wechseln muss und dann gehst du
- 3:15:10wohin und guck, aber ich wollte sagen, Schuhe nehme ich aus.
- 3:15:16Marken, Klamotten, wuch schwieriges Thema, das sind alles Fantasiepreise, würde ich sagen.
- 3:15:23Natürlich ist es großartiges Gewebe und Stoffe, aber es ist schon viel Mark, dass man da mitbezagt.
- 3:15:32Kann sein, dass es im Weintal, weil es ja auch so ist, aber da habe ich ehrlich gesagt
- 3:15:35zu wenig Einblick, wenn du sagst, 200 Euro sind im Bordeaux Entstehungskosten, ich kann
- 3:15:42es mir nicht vorstellen.
- 3:15:44Nicht für die Produktion und die Herstellung Silvia, was Außentrum an BR, an Rummachen,
- 3:15:52an Druck, an Aufwand etc.
- 3:15:54Ich kann nur sagen, es ist teilweise, glaube ich, in der Autoindustrie auch so.
- 3:16:00Die Grundkosten für eine Luxuskarosse sind nicht mal die Hälfte oder wenn überhaupt
- 3:16:09die Hälfte einer, meine Entwicklungkosten.
- 3:16:13Der Rest ist, ja, naja gut, jetzt schweifen wir eigentlich zu sehr von.
- 3:16:19Ich glaube, wenn ich bei meiner Weinempfehlung verkehrt in der gesamten Weinfolge kein
- 3:16:35Österreich erbringe, beantragt er eine sofortige Löschung des Podcasts.
- 3:16:39Welche Wein nimmt man da?
- 3:16:42Es gibt unfassbar viele sehr authentische, sehr eigenständige österreichische Weine,
- 3:16:47aber es gibt nur einen Wein, der auch in Deutschland wieder eine ganz neue Welle der
- 3:16:52Begeisterung ausgelöst hat.
- 3:16:54Und das vor wahrscheinlich geschätzt 10, vielleicht 12 Jahren verantwortlich zeichnet
- 3:16:59sich dafür, man kann schon was sagen, als Vorreiter oder vor, nämlich Fritz Wieninger,
- 3:17:05der den gemischten Wienersatz wieder hat aufleben lassen.
- 3:17:08Ein der ältesten Weinbautraditionen, die es eigentlich gibt, denn in früheren Zeiten
- 3:17:15wurden nahezu alle Weinberge als gemischter Satz gepflanzt, um eine gewisse Stabilität
- 3:17:19im Qualitätssegment zu halten.
- 3:17:22Mal wurde die eine Rebsorte ein bisschen reifer, mal die andere, mal hat die eine
- 3:17:26ein bisschen mehr Säure, mal die andere.
- 3:17:28Um ein gleichbleibendes Qualitätsbild zu haben, war der gemischte Satz die Lösung
- 3:17:33schlechthin.
- 3:17:34Quasi die Visitenkarte Wien ist die Visitenkarte des Hauses Wieninger.
- 3:17:38Der gemischte Satz wird dort aus insgesamt 12 verschiedenen Rebsorten produziert.
- 3:17:44Es gibt verschiedene Qualitätsstufen, ich würde hier den Everybody-Starling.
- 3:17:48Den 2023er gemischter Satz öffnen ist Feinfrucht, die ist frisch, zelebendig hat trotzdem eine
- 3:17:54ganz tolle Substanz und tiefe die Trauben stammen aus dem Wieserberg und den Nussberg.
- 3:17:58Und die Hauptrebsorten sind Grüne Feltliner, Weißburg-Gunder, Weltschriesling, Riesling
- 3:18:03und Neuburger.
- 3:18:04Natürlich alles von Hand gelesen, selektiert und nach einer 3-Stunden-Meische-Standzeit
- 3:18:08ganz schön gepresst vergoren und ausgebohrt im Elendl-Stahl.
- 3:18:11Herrlich zum Reinsprechen schön, saftig, fruchtig, an Marille erinnern die Nase für
- 3:18:17sich, Birne-Mandarine, eine leichte, inossige, noteweise Blüten, eine Komplexität.
- 3:18:22Und das selbst in diesem Basisbereich, die mich unfassbar begeistert.
- 3:18:25Der gemischte Satz ist eine Weinspezialität, die in dem Wein der gemischte Satz darf
- 3:18:30sich aus bis zu 20 verschiedenen Rebsorten zusammensetzen.
- 3:18:34Die Rebsorten werden auch gemeinsam gepresst und gemeinsam vinifiziert.
- 3:18:39Größtenteils wachsen sie sogar gemeinsam in den Weinbergen und wahrscheinlich ist
- 3:18:43das die Erklärung, was man bei diesem Wein eine so unbeschreibliche Harmonieempfindung
- 3:18:48hat.
- 3:18:49So ein Wein ist ja auch nur ein Mensch und wenn ein Mensch zusammen aufwächst, dann
- 3:18:52hat er eine andere Zusammengehörigkeit als wenn er später zusammengefügt wird.
- 3:18:56Das ist wahrscheinlich die Philosophie und wahrscheinlich eben das Geheimnis des gemischten
- 3:19:01Satzes.
- 3:19:02Wininger gilt als der Pionier in der Wiederbelebung des gemischten Satzes.
- 3:19:05Die Bezeichnung "Wiener gemischte Satz" ist mittlerweile gesetzlich geregelten,
- 3:19:09darf nur für Weine verwendet werden, die mindestens aus drei Rebsorten eines Weingardens
- 3:19:15in Wien gepresst wurden.
- 3:19:16Der Wiener gemischte Satz wurde von der Slow Food Stiftung für Biodiversität die Arche
- 3:19:22des Geschmacks aufgenommen.
- 3:19:23Im 19. und 20. Jahrhundert galt der Nussberger ein gemischter Satz aus Riesling, Neuburger,
- 3:19:29Weißbogner und Traminer als der beste Wein des Kaiserreichs.
- 3:19:33Und dennoch, auch wenn man hier das Gefühl hat, dass die Rebsorten sich so perfekt ergänzen,
- 3:19:38gehört wahrscheinlich immer die Vision des Winzers, das richtige Händchen in der Weinbereitung,
- 3:19:44der richtige Lesezeitpunkt ist hier fast noch elementarer als bei anderen Weinen oder
- 3:19:49Weinspezifikationen und eine Vision mit hinzu.
- 3:19:54Also danke Fritz Wiener, dass du dir die Arbeit gemacht hast, den gemischten Satz wieder
- 3:19:59aufleben zu lassen.
- 3:20:04Danke für diesen besonderen Wein und ich bin sicher, der hat Würde sich darüber
- 3:20:08vor.
- 3:20:09Da musst du die Party feiern, die wir dann bestücken.
- 3:20:12Aber gibt es einen Wein, wo du sagst, da träube ich nachts von, wenn ich nicht einschlafen
- 3:20:18kann.
- 3:20:19Also nicht ein Lieblingswein, sondern einer, der dich absolut...
- 3:20:23Es muss nicht unbedingt der, müssen die von Romier sein.
- 3:20:25Aber der dir...
- 3:20:27Aber der ist okay.
- 3:20:28Die Sinne geraubt.
- 3:20:29Ja, ich finde ihn schlecht.
- 3:20:30Also hast du einen, wo du sagst, wenn ich den noch einmal trinken dürfte, wär ich besiehlt.
- 3:20:38Ja, also...
- 3:20:40Du probierst ja viel, als wenn man deine Post entsprechend verfolgt, dann kennst du ja
- 3:20:47schon.
- 3:20:48Und dein Lieblingswein ist ja auch kein schlechter daher.
- 3:20:50Also was heißt...
- 3:20:55Schau mal, das sind natürlich historische Reliktwell und das ist ein bisschen auch die
- 3:21:02Erfurcht von einem Alter und ich befürchte, dass ich diesen Wein nie wieder trinken darf
- 3:21:13und vor allem auch nicht in dieser Güte.
- 3:21:17Deswegen muss ich hier einen rausbecken, der...
- 3:21:23Ja, aber doch...
- 3:21:24Aber du mal, leider ist es ganz oben und es ist 1899 Romani Conti.
- 3:21:31Darf ich zwei mal probieren an einer Verkostung?
- 3:21:38Also zwei Flaschen und...
- 3:21:40Ja, zwei Flaschen, zwei Flaschen.
- 3:21:43Und da kann man sich nicht frei machen davon.
- 3:21:48Ich möchte nicht sagen, dass es der beste Wein war, den ich mein Leben lang probiert
- 3:21:51habe.
- 3:21:52Trotzdem ist dieser Wein in einer Frisch-Schene, in einer Eleganz, natürlich ist der Wein reif.
- 3:22:00Also das ist klar, da kann ja keine Primäreroma mehr drin, sondern dass du Suboar drinnen hast,
- 3:22:05dass der Trüffel mitdurchkommt.
- 3:22:07Trotzdem noch Himbeer, Süße, Mitschwing, die Feinheit in wunderbarer Säure, das ist
- 3:22:15immer noch ein Leben in diesem Wein.
- 3:22:17Da stehst du da und guckst dich, ich habe das mit einem Sommelierkollegen mit dem
- 3:22:20Klausi gemeinsam für einen großen deutschen Weinsammler, also einen unbekannten, nur
- 3:22:30in der Szene sehr bekannten, trinken dürfen, das vergisst du natürlich nie, der kann
- 3:22:35man sich nicht frei machen davon.
- 3:22:37Ich könnte ein paar andere Weine in dieser Liga, aber ich weiß nicht, also Lieblingswein,
- 3:22:45ja vor dem man gesagt hat, es gibt es deren viele, die mein Herz berühren, das Neumeister
- 3:22:51mit den alten Reben, genau Brümmen, logisch, Egon auch, oder "Ach Gott, da komme ich vom
- 3:22:59110.000-Stay, es ist letztlich eben, wie gesagt, fragst du mich, was ist meine Lieblingsmusik
- 3:23:04und das geht einfach zu.
- 3:23:05Ja, welches Kind es mal gibt es, also daher ist es.
- 3:23:09Ja, das ist nicht...
- 3:23:10Welchen Auspost hast du?
- 3:23:12Süßbein mag ich auch.
- 3:23:13Welchen Auspost verfrierst du?
- 3:23:15Also bist du schon eher klassisch oder schon so auch die Rookies aus der neuen Welt und
- 3:23:22so hin wieder so einen kleinen Heartbreaker oder Schaumwein oder New.
- 3:23:29Ja, also erstens, ich liebe alle guten Weine.
- 3:23:37Das ist mal das Wichtigste und ich habe keinen präferierten Stil, wo ich sage, ich trinke
- 3:23:43in der Regel lieber Weißwein als Rotwein, wenn dann Rotwein, überraschenderweise natürlich
- 3:23:49bin ich nur, ist eines meiner Liebkinder, klar, wie von so vielen Sommelais würde ich
- 3:23:55sagen, aber ich kann nicht sagen, dass ich einen Weinstil gar nicht.
- 3:24:00Ich habe es vorher glaube ich schon gesagt, ich bin kein großer Finder, der Chateau
- 3:24:03Nymph de Babssylistik und auch der Amarone ist mir jetzt nicht ans Herz gewollt, es
- 3:24:08ist diese maßigen, fetten, kräftigen, sehr körperreichen Weine.
- 3:24:12Muss aber sagen, dass ich Kalifornien, das Napa sehr, sehr gerne mag, auch Australien
- 3:24:19mit den Chirass ist gut.
- 3:24:22Die Rone, also die nördliche Rone liebe ich sehr, oh Gott, Champagne mag ich auch sehr,
- 3:24:30wobei ich bei keinem Weintyp so kritisch bin wie beim Schaumweint.
- 3:24:35Ja, also das hängt, ich werde schon alt, das hängt auch mit der Säure zusammen, wenn
- 3:24:43das nur aggressiv ist, es brauche Balance, Ausgewogenheit, Weinigkeit.
- 3:24:47Ich finde diese teilweise reduzierte Karkheit, die fast schon mit schön spannend, aber es
- 3:25:01ist oft so, dass ich sage, wie viel kann ich davon trinken, ohne dass es mir dann doch
- 3:25:06weh tut.
- 3:25:07Ich meine wirklich weh, das heißt, ich habe es dann auch sauer und eine meine Lieblingsweintyp
- 3:25:16sind auch noch die Süßweine, leider sind sie so häufig ungedrunken.
- 3:25:22Ich meine jetzt gar nicht die deutschen Aussen, dass das eh noch süffig ist, aber es ist
- 3:25:27so schade, die Leute, ich meine, Tokai, Sepsche, oh mein Gott, ist das gut, verstehst du, es
- 3:25:33ist wirklich perfekt und das ist auch nicht klebrig, ich liebe auch die Soterns und natürlich
- 3:25:38die großen österreichischen Porträtisweine sind auch fantastisch und Deutschland braucht
- 3:25:47man sowieso nicht reden, das ist allererste.
- 3:25:49Warum macht man das nicht mehr, Gerhard?
- 3:25:50Warum serviert man den Rest?
- 3:25:51Ist das da Mode gekommen?
- 3:25:53Ist das da Mode gekommen?
- 3:25:54Ach, das ist doch so schade, das ist doch so ein schönes Finale.
- 3:25:57Das ist sehr schade.
- 3:25:58Danach hat man auch keinen Bedarf mehr, man ist gesättigt, man ist zufrieden, man lächelt
- 3:26:01wie ein kleines Büblein und ist einfach glücklich mit der Welt oder auch selbst wenn man Zigare
- 3:26:07raucht oder wenn man einfach nach Hause geht oder bevor man so ein Gnaten stoßen, vor
- 3:26:12einem Kondjax oder einem Almanjax oder Krabbas oder Juntonic oder wie auch immer der nimmt,
- 3:26:18dann ist doch so ein Gläschen Süßwein das was man noch braucht.
- 3:26:23Also ich würde es immer zelebrieren, muss ich ehrlich gestehen.
- 3:26:28Allerdings muss man sagen, es gibt natürlich auch irrsinnig viel banalen Süßwein.
- 3:26:33Ja.
- 3:26:34Nimm nur den Eiswein.
- 3:26:39Diese Eisweine gelesen, ich weiß nicht, Ende Januar oder noch später, was es ja auch noch gibt oder so,
- 3:26:47es ist doch der letzte Ratz überhaupt.
- 3:26:50Perfekter Eiswein ist doch einfach erster Frost oder Moeva gleich runter.
- 3:26:54Wir selten sein und dann versteht man auch wo die Faszination dieses Weines herbt, die
- 3:27:00Brillanz, die Klarheit, der Exotik, dieser Frucht, das ist unglaublich.
- 3:27:04Da könnte man sich reinlegen, das ist einfach ein Leserschwert, das Freude macht, das tut
- 3:27:10auch nicht weh, aber dieses 10 mal gefrorene aufgedauerte Matchpumpe zeugt, dass irgendwann
- 3:27:15mal so Eiswein veredelt worden ist und bei einem Discounter rumstellt, das ist doch der letzte
- 3:27:20Abschauender Welt und eigentlich gehört sowas vor dem Menschenrechtsgerichtshof, das ist
- 3:27:25eigentlich ein verbrechener Menschheit das überhaupt als Eiswein zu ditulieren.
- 3:27:29So hat man sich den Markt natürlich selbst kaputt gemacht und die Klarheit und die Reinheit
- 3:27:36frei von beim Süßwein in der Hunkradik gradation nicht immer, sowieso nicht machbar, aber
- 3:27:43sobald das flüchtig wird, in der Aldehütik, in den Aromen, dann ist es auch nicht mehr animierend.
- 3:27:52Wein ist ein Animiergedrängt, es muss zum Weitertrinken verleibten.
- 3:27:57Sobald es septigt, kann man es trinken, aber eigentlich ist es schade, man soll nicht aufhören
- 3:28:05wollen zu trinken.
- 3:28:07Was komplett in Vergessenheit geriet, so Anfang der 2000er, das fand ich so schade, also da ging es
- 3:28:12um imposant sein und expressiv und erschlagen und möglichst noch den Mund voll, damit man
- 3:28:19spürt, was man sonst vielleicht in dieser sonst nicht so bunten Welt nicht mehr spürt,
- 3:28:23aber es sollte ja ein animierendes, lebendiges Getränk sein, wo man eine gewisse...
- 3:28:28Wichtig, Aromsucht zu entwickeln.
- 3:28:31Wichtig finde ich auch noch, es ist schon schön, die Weine am Höhepunkt zu trinken.
- 3:28:38Natürlich kann man immer vorprobieren und lieber, ich sage immer, der Babymord ist
- 3:28:43ein Zeichen Schmarrs vorzuziehen, das stimmt, bestimmt, aber es ist schon cool, wirklich
- 3:28:53gereifte Weine.
- 3:28:55Für unser Projekt hier in München ist eine der Hauptaufgaben für die Weinkartengestaltung,
- 3:29:02die ist zum größten Teil eigentlich schon abgeschlossen.
- 3:29:06Die Karte wird zum Großteil aus Vertikalen bestiegen.
- 3:29:11Das heißt, es ist ein Wein in zehn Jahrgängen oder mehr, wo es ja im verfügbar war, da möchte
- 3:29:16ich explizit danke an die Winzer sagen, die ihre Keller geöffnet haben, aber einen
- 3:29:21großen Wein, neue Eröffnungen sind doch immer... Schau dir die neue Eröffnungen von den
- 3:29:25Weinkarten an, jetzt nehmen wir das Dandrismaus, weil das ja der Weinkeller schon da war, aber
- 3:29:30ansonsten fängst du neu an und hast du meist die aktuellen Weine auf der Karte.
- 3:29:36Das ist doch schade.
- 3:29:38Ich weiß, das ist eine Frage des Geldes.
- 3:29:41Ach, noch nächstes Mal.
- 3:29:43Also oftmals kann man das ja auch kalkulieren, kann man es weitergeben.
- 3:29:45Manchmal eben auch eine Frage finde ich des Engagements vieler Kollegen oder auch des Weitzins,
- 3:29:51dass man versucht in der Form etwas Besonderes zu bieten und manchmal ein bisschen mehr in die
- 3:29:56tiefe Blick statt in die Breite.
- 3:29:59Also man muss nicht jeden Winzer irgendwo auf der Karte zu haben, sondern sich lieber
- 3:30:03für einen Winzer entscheiden und den auch im Zeugnis seines Schaffens oder eben auch in der
- 3:30:08Entwicklung dann darstellt.
- 3:30:10Da hängt es aber manchmal, finde ich, und da möchte ich auch kein Blaming betreiben, an der
- 3:30:15Qualität der Kollegen, die in den einzelnen Jahr gingen und dann auch im weiterführenden,
- 3:30:21in der Entwicklung der Weine vielleicht nicht unbedingt die Erfahrung haben,
- 3:30:25daraus resultieren beraten können, was ich eben sehr schade finde.
- 3:30:29Und das macht manchmal, und das ist kleine Korinthenkackerei, sich dorthin zu begeben oder
- 3:30:35gedanklich hinzubegeben, ist jetzt der 94er oder der 93er, der im Augenblick interessantere
- 3:30:41Wein und das zu definieren und zu differenzieren, warum könnte es jetzt im Augenblick der
- 3:30:46interessantere Wein sein?
- 3:30:48Genau, und da kann man auch damit spielen, mag sein, dass der 93er nicht der größte
- 3:30:53Jahrgang ist, aber mit dem Gericht in dieser Kombination ist es wirklich perfekt.
- 3:30:59Und weißt du was, wir sind ja ein bisschen begot.
- 3:31:04Das heißt, einerseits sagen wir, als Wein lieb, der Wein ist ein Naturprodukt und der
- 3:31:13Jahrgang, ja, na klar, der Jahrgang und das ist ein Naturprodukt.
- 3:31:18Ja gut, aber wenn es jetzt ein bescheidener Jahrgang ist, ein kleiner, kaufen wir es dann eigentlich
- 3:31:25auch noch, weil es ja der Jahrgangstypizität ist.
- 3:31:29Ah, nee, also das, nee, wir kaufen lieber die guten Jahrgänge.
- 3:31:34Nee, also wenn man ehrlich ist, wir leben in einer Zeit, in der die Jungs so gut arbeiten,
- 3:31:40so gut ausgebildet sind, sowohl im Weingarten als auch im Keller, das ist ja kaum noch
- 3:31:46wirklich schlechten Wein gibt.
- 3:31:48Weißt du, weil du sagst, das ist ja höchst fehlerhaft, also ja, wir das geben, aber in
- 3:31:53unserer Welt weniger.
- 3:31:55Es gibt, aber trotzdem muss man ja auch den Respekt vor der Natur und eben vor dem
- 3:32:01Jahrgang haben, der sagt ja, es ist ja zöre Bidonte, um die früher geerntet oder musste,
- 3:32:06wo der aber trotzdem wird der Wein ja seine Herkunft zeigen.
- 3:32:10Und ich kann doch nicht jeden, was schade ist, ich kann doch nicht jeden Tag 18, 99 Euro
- 3:32:15meine Kontis trinken, verstehst du was ich sage?
- 3:32:18Man muss auch mal damit leben, dass ein Wein eine kürzere Lebensspange hat und auch
- 3:32:23vielleicht nicht in Zenit bis zum Mount Everest geht, sondern halt hier an der Zugspitze
- 3:32:30halt macht und sagt okay, und das meint ich, als ich vorher gesagt habe, am Zenit servieren,
- 3:32:35das Optimum rausholen.
- 3:32:37Und das ist schon wichtig und ich habe das machen dürfen und die Winzer haben wir sehr,
- 3:32:43sehr geholfen und haben gesagt, du, davon habe ich noch was, da habe ich das, da habe ich
- 3:32:47noch mehr drei Flaschen, das ist mir egal, dann gib mir drei Flaschen davon.
- 3:32:50Wie lange hält das noch, wie ist es jetzt?
- 3:32:53Manche waren auch sehr nett und haben gesagt, komm her, wir verkosten das, wir machen das
- 3:32:57und genau da bin ich bei dir.
- 3:32:59Die Karte wird interdive ausgebaut und die Weinwelt ist so groß geworden.
- 3:33:06Ich kann sowieso nicht mehr die ganze Welt abdecken.
- 3:33:09Dann muss ich eben sagen, dann lasse ich halt, weiß nicht, welches Land soll ich jetzt in
- 3:33:14die Pfanne hören, dann lasse ich halt vielleicht Chile weg oder, oder, whatever oder, oder,
- 3:33:20keine Ahnung, dann konzentriere ich mich, ich konzentriere mich auf meine Stärken und auch
- 3:33:28meine eigene Präferenz spielt damit rein, denn da kann ich dem Kunden der beste Berater
- 3:33:33sein, weil ich mich da auskenne, da bin ich zu Hause, da kann ich wirklich auch sagen,
- 3:33:37ja, 92 vom Riesling, vom Bräudel ist ein bisschen wirziger, feiner, strengere Mineralik
- 3:33:45und der 98er ist komplexer, voluminöser, Rubenshafter, der herkommen, obwohl es
- 3:33:53dasselbe Jahrgang ist und, was ich auch sehr gut finde, hoffentlich, ich möchte das auch
- 3:33:59gerne barweise servieren auch.
- 3:34:01Weißt du, wenn du sagst, hier ist der junge Kollege, hier ist der alte Kollege, schau
- 3:34:07dich das an, die liegen zehn Jahre dazwischen, das gibt es klarerweise, das gibt es auch
- 3:34:11klarweise, bitte sehr.
- 3:34:13Ich finde es interessant, wir hatten bei uns auch mal Tastings mit vier, fünf verschiedenen
- 3:34:17Jahrgängen nebeneinander von einem Wein, ich finde es sehr, sehr reizvoll und finde es
- 3:34:22sehr, sehr außergewöhnlich.
- 3:34:23Hast du neben der eigentlichen Weinkarte auch was für die Atmosphäre, in dem in der
- 3:34:30Location bedacht oder mit ins Boot oder warst du rein für die Weinkarte oder was wäre
- 3:34:37so die absolut perfekte Atmosphäre für einen idealen Weinraum, ein Weinladen, wo kann
- 3:34:44man am besten Wein trinken?
- 3:34:46Was waren jetzt Treiffnadeleiner?
- 3:34:48Treiffnadeleiner, genau, in schöner Umgebung.
- 3:34:52Die Definition der Schönheit liegt natürlich im Auge des Betrachters.
- 3:34:56Ich sage mal so, das Objekt hier in München ist, ich kann nicht dir sagen, das ist auf
- 3:35:03der Prater Insel, das ist in der Isa, das ist eine Insel und es ist ein altes Industriegebäude,
- 3:35:08das ist, das ist die ehemalige Likörfabrik Rimmerschmied, Essig und Likörfabrik hat
- 3:35:14Denkmalschutz und alles drum und dran, deswegen sind auch ein paar Komponenten, warum nicht
- 3:35:19so viel vorangeht noch, aber es wird schon werden und es wird auch.
- 3:35:25Und es ist ein sehr lebendiges Objekt, das heißt, es hat sich in den Stilistiken, in den
- 3:35:30Vorstellungen schon sehr verändert und entwickelt, das heißt, es hat mit den Erstzugängen begonnen,
- 3:35:37die schon mal total über Bord geworfen sind und so, deswegen ist der Findungsprozess auch von
- 3:35:42den Investoren nicht von mir nicht so leicht, aber ich finde die Atmosphäre ist sehr wichtig,
- 3:35:50sie wird auch gut, sehr gut, tolle alte hohe Räume und links und rechts Wasser ist natürlich
- 3:35:57in mitten in einer Stadt nichts, nichts alltägliches.
- 3:36:01Um bezahlene.
- 3:36:03Ja, nur du bist mitten, also mehr oder weniger mitten im Zentrum und trotzdem für dich allein,
- 3:36:09für meine Nachbarn, aber ja, die Atmosphäre gehört mit dazu, das Ambiente veredelt den Tropfen,
- 3:36:16aber trotzdem finde ich, dass schon die Kulinarik der Zugpunkt sein soll und muss.
- 3:36:27Die Qualität dessen, was mir im Glas und auf dem Deller und vom Service geboten wird,
- 3:36:35darf nicht abfallen gegen das, was die Errediktur oder das Ambiente zu bieten hat.
- 3:36:43Sonst bin ich, sonst, das böden, ein bisschen böse, aber ich möchte kein Szene lokal werden,
- 3:36:50das designt ist, von wem auch immer und in dem es dann extrem schwer fällt, überhaupt Stand zu halten,
- 3:36:58der überbordenden Optik, es muss umgekehrt sein.
- 3:37:05Vielleicht ist die Reduziertheit ein Weg, den Fokus klar auf den lokalischen Aspekt zu legen.
- 3:37:15Und da hast du da einen guten Wein.
- 3:37:20Ja, wir haben den Wein, wir haben das eingerichtet, wir haben die Dischkultur ausgesucht
- 3:37:26und alles ja, die architektonische Gestaltung ist, ich halte mich auch bewusst,
- 3:37:32er zum einen kann ich es nicht und ich übernehme den Raum, den man mir stellt
- 3:37:42und fülle ihn mit Leben, mit dem, was ich zum Leben erwecken kann.
- 3:37:48Das ist meine Aufgabe, das ist mein Bart an allen Restaurants, egal, wenn man sagt,
- 3:37:55wenn ich mich mitmitte habe und sage, das ist mein Projekt, ich bin hier zu Hause,
- 3:38:00ich traue mir zu, das eben mit Herz und Leben zu erfüllen und zu dem Bart zu machen,
- 3:38:10den ich gerne gestalten will.
- 3:38:15Ich kann ihn nur gastlich, kolinarisch gestalten, im Eingang mit Christian, meinem Küchenchef,
- 3:38:21das werden wir tun, die Optik kann ich sagen, gefällt mir, gefällt mir nicht,
- 3:38:28aber entscheiden wird das jemand anders, wird aber keinen Einfluss haben auf die Güte,
- 3:38:34unseres Duns, wir werden unser Bestes dort machen.
- 3:38:38Und gut, ich sage mal so, Subtil kann man schon sagen, bitte verunstallt das nicht komplett,
- 3:38:45aber letztlich hoffe ich doch sehr, dass Beides zum einen auf dem Niveau stattfindet
- 3:38:56und so ist es auch, dass die Gäste gerne wiederkommen, auch des Ambientewegens,
- 3:39:02natürlich aber nicht nur des Ambientewegens.
- 3:39:06Wie weit geht dein Gedanke ein?
- 3:39:08Hast du Einfluss auf die Musik, musst du die Musik zur Kolinarik passen,
- 3:39:15ist das wichtig oder eher überbewertet oder geht es da rein um die Stimmung?
- 3:39:20Die Stimmung ist das Wichtigste, die Stimmung hast du ja schon beim Betreten des Raumes
- 3:39:26und die muss gesetzt sein, die muss angebracht sein und das unterschiedliche Restaurantkonzepte,
- 3:39:32die da gefahren werden, es ist nicht nur eines mein Lieber,
- 3:39:35sondern die Spandbreite wird weit auseinander gehen, also sprich vom Casual bis zum Feindinning,
- 3:39:43um es mal so zu sagen, trotzdem spielt der Wein, also ist ein Ausdruck, den ich schon häufiger verwendet habe,
- 3:39:53auch an und dazu mal in der Fischerklausel schon und den werde ich für hier wieder reaktivieren
- 3:40:00und auch nicht nur reaktivieren, sondern auch leben, dieser Ort wird ein Qualitätsweinabbaugebiet.
- 3:40:07Sehr schöne Formulierung.
- 3:40:11Ja, ja, liebe ich auch sehr, dafür glaube ich mir immer noch auf die Schulter, ich finde das sehr gut.
- 3:40:18Es ist mir bestimmt irgendwann im Suff gekommen, es ist wichtig, ein Qualitätsweinabbaugebiet, nicht?
- 3:40:26Das wollen und sollen wir sein und das soll dort gelebt werden.
- 3:40:31Und die Qualität beginnt beim einfachsten Wein, das weißt du, das ist was immer.
- 3:40:39Lass es von mir aus gerne so Awe sein, es gibt gigantischen so Awe, es kann auch gerne ein Weißburgunder aus Deutschland sein
- 3:40:49oder ein Kubi-A-Riesling, whatever. Es ist nicht Qualität, ich ist nicht gebunden an Kategorien.
- 3:41:01Es ist ja nur nicht der erste wino-viele Ort, den du erschaffst, also deine Vielzahl der Orte, sei es die Fischerklausel
- 3:41:10oder sei es die Cordoba, jetzt dort ist ja schon sehr, sehr beeindruckend, weil es alles Erfolgsgeschichten in ihrer Art
- 3:41:17und dann oft eben auch von dir zum Teil geprägt, zum Teil begleitet, gab es für dich mal ein Weinladen, der dich richtig begeistert hat,
- 3:41:25wo du sagst, wow, das ist das für mich gar nicht so vielleicht von der Auswahl, sondern vom Ambiente oder vielleicht doch von der Auswahl,
- 3:41:33hat mich unfassbar und sehr beeindruckt.
- 3:41:36Oh, das wären zu viele, gerade in London hat natürlich irrsinnig viele, wo du von der Auswahl erschlagen bist,
- 3:41:45und ob das jetzt Balmalle ist oder Hedernismen, das ist ja Wahnsinn, da ist man schon.
- 3:41:52Aber um ehrlich zu sein, es tut mir leid, ich möchte nicht selbst beweihröchern und ich möchte auch sagen, die Cordoba,
- 3:42:01die Hochzeit der Cordoba war für mich fast so etwas wie die Inkarnation einer leichten, herzlichen Weinkultur,
- 3:42:17wo sich alles in einem Schmelzdegel widert, das habe aber nicht ich zu verantworten, sondern da hat Willi und Stefan
- 3:42:26und natürlich meine Geschäftspartner Gudrun und Christoph Ellinghaus einen enormen Beitrag oder auch der Rest des Teams.
- 3:42:33Der Grundgedanke, alles gut, aber die Vollendung war das Team und die Freude.
- 3:42:41Es ist natürlich dann nicht, aber das hat mich schon sehr viel Freude gemacht zu sehen, dass die Leute da hinlaufen,
- 3:42:49es waren ja spät nachts noch tolle Weine gezelebriert werden, die Leute kommen nach der Arbeit bzw. die weinafinen Leute,
- 3:42:58die Winzer und die Kollegen treffen sich dann dort und das war das Treffen, dieser Schmelzdegel hat das ausgemacht,
- 3:43:04aber so was gibt es ja in Wien auch, das Bapclimons zum Beispiel oder was die von Matthias machen im Mast oder so.
- 3:43:12Und es gibt oben auf Sülzinnenbar der Niklas, der bei Johannes King ist zum Beispiel oder,
- 3:43:21Schlimmer du hast ja hier in Dresden Jens dürfen wir nicht vergessen, ist doch auch ein unglaublich fantastischer Ort.
- 3:43:28Aber es sind doch Orte meistens, wo natürlich es um Wein geht, aber er wird mit so viel Herz und so viel Freude begleitet
- 3:43:40und das ist auch die Gefahr, dass man da manchmal sich selbst verliert und dann bordert es auf eine und die andere Seite über.
- 3:43:54Da braucht man sehr viel Erfahrung und Abstand, dass ein der Erfolg nicht, ich möchte nicht sagen, nicht zu Kopf steigt,
- 3:44:01sondern dass man ihm im wohlwollenden Wachstum hält, ohne dass die Gier einem übermand und deinem Bewusstsein auch hingibt,
- 3:44:15dass man bei allem Erfolg, den man hat, nicht der Nabel der Welt ist und morgen die anderen an dir vor Brei brausen.
- 3:44:23Ich habe, wer heißt das schon, die Stadt Kassel, der Matthias, der in Rindel oben hat sich eine Weinkarte aufgebaut,
- 3:44:38auch Wahnsinn, oder der Wettwemmbal ist auch fantastisch oben in Hamburg.
- 3:44:44Also man findet so viele geniale Weinplätze, wo, oder die Eselsburg zum Beispiel,
- 3:44:49ich muss es unbedingt noch erwähnen, der Pfalz, oder "Ach Gott, jetzt sehle ich welche auf, da müssen wir den schwarzen Adler noch nehmen."
- 3:44:59So sieht man, kommt ja vom Hundertsehnts, das ist ja ein nicht endenvollendes Sammelsurium am unterschiedlichen Weinzug hängen.
- 3:45:11Aber es gab niemand den Ort, wo du sagst, dass es, also ich finde schon den,
- 3:45:17das Papklimo finde ich sehr einzigartig und sehr außergewöhnlich individuell.
- 3:45:21Ja, finde ich auch nach wie vor.
- 3:45:23Ich finde es Robert schon.
- 3:45:25Ich will schon so lange dabei sein.
- 3:45:27Ja, Wahnsinn.
- 3:45:28Und auch mit so viel Hands-on, also gar nicht so der Patron, der von oben dem Weinkeller betrachtet, sondern mittendrin und das ist schon spektakulär.
- 3:45:38Gab es bei dir mal den Wunsch, selber Wein zu erzeugen oder anzubauen, also ein eigenes Weingut zu haben oder?
- 3:45:47Wenn mir viel zu viel Arbeit. So ein Scheißjob.
- 3:45:50Einmal im Jahr hast du die Chance, etwas zu machen.
- 3:45:57Wie in der Gastronomie hast du ein Scheißdag, komm morgen dann der nächste Tag. Die Abhängigkeit von den Kapriolen der Natur.
- 3:46:07Also ich möchte wirklich vor jedem, der sich ja außer ein als Winzer diesen Herausforderungen stellt und dann sich auch noch kritisieren lassen muss.
- 3:46:18Die Papnaßen wie wir zwei, von was auch immer.
- 3:46:24Wir haben natürlich den Wein zu Hause, den hat mein Opa auch noch immer diesen Wein gehabt, aber der wird in Doppel-Liter abgefüllt.
- 3:46:31Das ist ein Gemischter. Also heute wäre das ein altstaatischer Mischsatz.
- 3:46:36Da ist alles drin, was irgendwie vom Weißburg-under-Welschritte-Muskert-Ottonel ein bisschen scheurei wäre.
- 3:46:41Dann sind sie zusammen, wird da gepresst und dann kommen da eben, je nachdem, wir werden das mal 1000 Liter, also 600 Liter je nachdem wir sie ernten.
- 3:46:50Aber das wird nur für den Familiengebrauch getrunken. Auch nicht ediktiert oder sonstiges.
- 3:46:56Und ansonsten eigenes Wein.
- 3:46:59Ich glaube, weißt du was, Silvia, eine große Kunst auf dem Weg zum Erfolg ist es auch, Sachen, die man nicht kann, nicht zu machen.
- 3:47:09In dem Fall, aber du hättest einen, wo wär's denn?
- 3:47:14Ja, ja.
- 3:47:15Wo wäre dein eigener Weinberg? Wenn denn doch? Also wenn du jetzt keine Ahnung, Holte, Meid hast du heute mich halt oder Konea möchte unbedingt ein Weinberg kaufen.
- 3:47:25Wo würdest du losgelöst von Geld? Also nicht dieses übliche 1 zu 1 ein Hektar für eine Million als Hindernis zu nehmen.
- 3:47:35Also wie es in Piemont oder in Napa oder im Begrund ist. Also die freie Wahl. Wo wär's du zu Hause?
- 3:47:42Na ja gut, also wenn ich irgendetwas in Österreich nenne, dann weiß jeder, dass das auch so gemeint ist.
- 3:47:53Würde ich auch gern Österreich machen, aber...
- 3:47:58Wenn nicht Österreich, dann Hobel Mountain.
- 3:48:10Wow, cool.
- 3:48:11Napa, Napa, hochgelegenes Napa. Großartig.
- 3:48:16Ja, also da finde ich wirklich, ich bin und war lange Zeit kein großer Cabernet-Fan. Muss ich gestehen, obwohl Pardo natürlich in der QW, das ist schon klar, aber so ein reinzwartiger Cabernet, also alles, was die Kaya anko, große Weine, klar, aber nicht.
- 3:48:37Aber da drüben, die Kühle und das, das war schon extrem spannend und muss ich jetzt sagen, das Lebensgefühl drüben und so, das spielt so viel mit rein.
- 3:48:48Wenn ich hier in Bayern bin, muss ich sagen, ich find's oben in Franken auch fantastisch.
- 3:48:53Und der Silvaner auf den richtigen Böden ist irrsinnig gigantisch, aber trotzdem so rein von der Herzenssäle oder was auch gigantisch war, dass wenn man dann noch weiter raus geht Richtung Küste gehend im Napa, da kann man es schon auch aushalten so nochmal.
- 3:49:17Weißt du?
- 3:49:18Also das wär schon ganz nett.
- 3:49:21Mein Italien bietet sich immer an, das kann man immer machen, dass Ghana ist was Schönes.
- 3:49:25Mein Investor und Patrone hier in München hatten Weingut auf Sardinien.
- 3:49:35Wir haben die Galuria oben im Norden und Kananau und ein neuer Weinmaker jetzt dabei, ein junger Önologe und das wird spannend, das auch zu begleiten, da freue ich mich auch sehr drauf.
- 3:49:48Jetzt hören wir nur Sardinien und Kananau und Wermedino, das ist doch ziemlich belanglos häufig und so, wo man sagt, kommt das Sardinien gut, aber da Güte reinzukriegen und Qualität und Charakter, das wird schon schön.
- 3:50:08Ich mach das ja nicht selber, aber ich kann meinen Senf immer dazu geben zu den Fassproben und dort und da.
- 3:50:15Schönes Aufgabe?
- 3:50:17Ja, finde ich auch. Natürlich entscheidet sowieso dann der Patrone und seinen Geschmack, aber wie gesagt, das ist wie bei der Gestaltung des Restaurants, wenn man sagt, ja, könnte er so machen, ist aber vielleicht doch nicht so zweckmäßig, wir brauchen auch ein Restaurant, das funktioniert und so ist es beim Wein auch.
- 3:50:34Also es muss schon, aber gehen wir doch nach Kalifornien, oder?
- 3:50:42Schönes.
- 3:50:43Da in Weingaben.
- 3:50:44Aber wenn du nicht wirklich Winzer werden wolltest, hättest du jetzt nochmal die Chance komplett neu anzufangen, welchen Beruf hättest du ergriffen? Also was wärst du außer Metra, außer Sommi, außer Kellner, außer Koch?
- 3:50:58Hast du noch die Gedanken gehabt, dass du sagst, ach, ich weiß nicht Fotograf oder in der Architekt oder?
- 3:51:07Naja, das sind alles schön.
- 3:51:09Was ich mir sehr gut gefällt von der Arbeit her und wo ich die Leute auch sehr beneide, sind die Menschen, die mit Holz arbeiten.
- 3:51:18Schreiner oder so, das ist schon auch eine schöne Geschichte. Und so, ich, es könnte und nicht zuvor gewesen wäre, es weiter zu lernen, dann wäre natürlich die Musik für mich auch eine Heimat.
- 3:51:37Selber spielen oder geregieren oder inszenieren oder so?
- 3:51:42Selber spielen.
- 3:51:45Welches Instrument?
- 3:51:48Gitarreklavier.
- 3:51:50Wow.
- 3:51:51Spielst du?
- 3:51:52Er ist schon gut.
- 3:51:53Also hast du angefangen oder hatte ich mehr?
- 3:51:56Ja, habe ich angefangen als Kind, aber mein Großvater hat es mir beigebracht und mit dem Umzug dann mehr oder weniger, beziehungsweise mit der Schule, in den ersten vier Schulen ja noch gelernt und dann was, also Grundschule und dann fertig.
- 3:52:15Umgezogen, herumgezogen, es hat eine ziemlich turbulente Kindheit, also ich habe es jetzt nicht bemessen, aber ich habe mir die letzten vier Schulen, ich glaube ich sieben verschiedene Schulen gehabt, was nicht an meine schulischen Leistungen waren, auch bescheiden, aber es hat damit zu tun, dass meine Eltern extrem viel umgezogen sind zu dieser Zeit.
- 3:52:36Das kam aus einer finanziellen Notwendigkeit, sprich hier, sie waren einfach Pleite.
- 3:52:42Und haben dann einen Gasthof nach dem anderen gepachtet oder und es hat manchmal drei Monate gefruchtet und bei den anderen sechs Monate und wie?
- 3:52:56Ja, so ist das.
- 3:52:58Ich sehe und höre immer meinen lieben Freund, Tim Rauhe, der immer erzählt, was für eine grausame Jugend er hatte.
- 3:53:09Es gibt auch andere, die vielleicht nicht so eine schöne Kindheit hat, denn besonders nicht, wenn man die ersten Jahre so behütet hatte, wie ich am Bauernhof.
- 3:53:20Die nächsten Jahre waren dann bis zur Ausbildung bestimmt nichts, dass man jemanden wünscht, dass man in einer Familie erauflügt, die bittere Armut hat, wo die Klamotten von der Fürsorge kommen und man mit zwei unterschiedlichen Socken und alten Hosen in die Schule gehen muss,
- 3:53:43sondern natürlich immer da Neue ist, der immer stigmatisiert ist und war keine lustige Zeit, auch nicht mit meinem Stiefvater und so.
- 3:53:55Aber gut, das machen wir das nächste Mal, wenn es um die psychologie gibt.
- 3:53:59Ich möchte noch abschließend vielleicht zu dem Thema sagen, dieses Umziehen als Kind immer neu sein.
- 3:54:12Immer sich auf neue Situationen einstellen, hat mich irrsinnig sensibilisiert auf Menschen.
- 3:54:20Wer ist gut, wer könnte Gefahr in mich bügen? Also diese Fähigkeit Menschen zu lesen, das kann man so nicht sagen.
- 3:54:30Ich verstehe, was ich meine, deswegen fällt mir das recht an zu nehmen. Das hat mir sehr viel als Kind war das natürlich nicht als Gabe zu erkennen, sondern es war keine schöne Zeit, also gar nicht natürlich.
- 3:54:49Aber in meinem Berufswesen, Fremde, die Gäste ja manchmal sein können, willkommen zu heißen mit offenen Armen, zu wissen, wie schön es ist, dass man willkommen ist, dass man aufgenommen wird, in guten Händen ist und keine argwöhnische und keiner will dir den Schädel einhauen, weil du anders bist.
- 3:55:11Das war das, was mir diese Zeit mitgegeben hat auf meine Reise und die möchte ich gerne weitergeben an eine neue Generation von Gastgebern.
- 3:55:24Das ist vielleicht der Grund, warum du so offen und herzlich geben kannst. Auch solche Geschichten, wenn du sagst, dass du als sieben-achtjähriger Bub hinter dem Dresen stehst, das klingt natürlich erst mal amisant und auch auf der einen Seite recht idyllisch ist aber eben auch ein trauriger Alltag, wo andere dann eben auf dem Fußballplatz sind oder keine Ahnung, mit dem Kopf in der Wiese liegen.
- 3:55:44Das ist dann schon auch Kinderarbeitsalltag, die man auch nicht neiden möchte.
- 3:55:51Oder wenn ich jetzt zu meinen Kindern sehe, wenn ich das sagen würde und morgen da war und eine Runde ausschenken, dann würden die mir wahrscheinlich das eine oder andere nette Wort an den Kopf werfen.
- 3:56:00Also daher ist mit Sicherheit nicht einfach gewesen.
- 3:56:04Sie sind aber anderes gewünscht.
- 3:56:09Sie sind aber andere Zeiten, Silvio. Das gibt es heute auch nicht mehr. Hoffentlich nicht mehr in der Form.
- 3:56:14Muss allerdings auch hier wieder einwenden, wenn du zurückgehst in die Landwirtschaft.
- 3:56:20Das war total total.
- 3:56:22Das ist teilweise schon, ja, das so ist es. Also verstehst du, da mussten die Kinder nach der Schule abpacken.
- 3:56:28Richtig, genau, genau. Aber gut, erzählen wir schon wieder vom Krieg heraus.
- 3:56:34Ja, so ungefähr, genau.
- 3:56:36Welche vielleicht zum Wein zurück. Nein, was ich den Gedanken, den ich in der Tat interessant fand, war die Musik.
- 3:56:43Also dass du der Musik so unfassbar zugewandt bist, was natürlich eben auch für deinen Feind sind, spricht.
- 3:56:49Und ich mag so manchmal diese Spiegelung oder diese Metapher. Also welches Instrument findest du? Spiegelt den Wein am ersten?
- 3:57:02Oh, das würde ich gar nicht auf ein Instrument, sondern ich würde auf die Philharmonie gehen.
- 3:57:12So ist es. Der Wein, die Rebsorten, diese Listigen sind ein Orchester. Und jeder hat dort seine Berechtigung, seine Stärke und seine Partitur.
- 3:57:29Und jeder spielt dahin und es gibt eben diese Rebsorten, die können, die sind im Moll behaftet ohne ändern, die anderen spielen Tour.
- 3:57:38Und je nachdem, wie der Ausbau ist, wird es dort kopiert. Also da, da glaube ich, da gibt es wirklich, wirklich, ich verwende es auch immer.
- 3:57:49Also die Musik ist immer meine Metapher, um Wein zu beschreiben. Und ich liebe es auch Wein und Musik.
- 3:57:55Ich würde auch immer sagen, WM ist für mich immer Wine Music.
- 3:57:59Ich habe auch schon überlegt, dass man nicht eine Art Wine-Chookbox macht, eine Weinkarte, die mit dem Bestellen des Weines auch die Playlist einspielen.
- 3:58:12Verstehst du, wo du sagst, okay, das ist der, weil er auch hier bei mir, ich würde auch sagen, das sind alles Ideen, die könnte mir jetzt alle klauen oder so.
- 3:58:21Aber ich mache sie dann trotzdem, wenn ich, aber dass man einfach sagt, hier, ich habe jetzt den Wein gut groß hier vor mir stehen, mit dem Witzscheiner Herrenberg, hier, was ein unglaublicher Wein ist.
- 3:58:30Oder so, wenn man sagt, okay, da bestellst du diese Flasche und dann erdünnt hier dann, keine Ahnung, der Hubbert von Gräusern mit seinem Jucazar oder es kommt Bach mit seinen unglaublichen Cello-Konzerten.
- 3:58:48Und auch der Jazz.
- 3:58:50Ich liebe alle Weine, ich liebe alle Musik und das ist ja diese Schönheit.
- 3:58:58Ich kann mich nicht auf eines festlegen, gehst du raus in den Club, da muss es perfekter Elektro sein und du hast keine Ahnung, James Blake.
- 3:59:10So reikt die Affinität.
- 3:59:11Das ist auch daran.
- 3:59:13Wow, das selbstverständlich, wenn du tanzen gehst und du sagen, mein Entschuldigung, dann kannst du ja nicht zu den Wilder-Gerherzbuben hier die Nacht abbrocken.
- 3:59:23Da brauchst du ja drei Viertelette Doppelkorn vorher dazu, bis der Weh schon tote, was auch berechtigt ist, wenn du Doppelkorn sollst.
- 3:59:31Nein, aber die Vielfalt und die Möglichkeit der Kombinationen sind so, so, so, das ist schon auch ein Faktor unserer Welt, die eigentlich nicht enden wollen,
- 3:59:51wenn der Genuss in feinsten Schattierungen ermöglicht, die von vielen extern betrachten natürlich als vollkommene Hirnfickerei gesehen wird.
- 4:00:02Aber es ist wie das vignierte Glas.
- 4:00:07Ja, aber was ich nicht akzeptieren kann ist, dass das dem Wein als Einzigartigkeit anzudichten ist.
- 4:00:15Also, was der Kran Doppelkorn erwähnt, gibt es irgendwas, was dem Wein gleich kommt?
- 4:00:20Das ist ähnlich wie das, wenn es etwas anderes bei dir, so viel Emotionen auslöst, von Getränkeseite wie Wein?
- 4:00:29Ja, in der Gesamtkomplexität glaube ich nicht.
- 4:00:35Ich habe mein Getränke-Range, also die Breite von dem, was ich trinke, ist www.
- 4:00:48Weinwasser-Wiske.
- 4:00:53Was dahin zukommt, ich trinke wenig Schnaps, also auch wenig Hartes, selten aber dann sehr ausgewählt und das dafür brauche ich Zeit und Muse.
- 4:01:04Das ist wunderschön, Malt zu trinken oder auch japanische, hervorragende Whisky.
- 4:01:09Dafür braucht man viel Zeit, viel Hingabe und aufgrund des Alkoholgehalts, kann man ja nicht mal so ein 4 cm Whisky in 2 Minuten runterhauen,
- 4:01:25aber das ist ja blatt, also muss man schon neben warten, bis sich das im Gaumen entfaltet und auch wohl dosiert machen.
- 4:01:33Aber www.was-was-kommt-wissen-jab-das-mache-ich-auch-und-das-finde-ich-sehr-gut-sehr-gut-und-das-gefällt-me-hervorragend-das-is-saft-hervorragender Saft.
- 4:01:46Die Wildsäfte und so, dass der Saft aus dieser Nische rauskommt, dieses Klebel, ich sage immer, das Schlimmste, was dir in der Non-Alkoholik-Weinfolge passieren kann
- 4:01:59oder Weinfolge, also in der Getränkebegleitung, was ja sehr viel geworden ist, was man alkoholfrei, ob das vom Kombuch erreicht bis hin zu,
- 4:02:08zu sogar ein alkoholisiertem Wein oder alles, was man Cocktails oder was man eben alles machen kann.
- 4:02:17Aber das Schlimmste, was dir einer antun kann, und das ist nicht nur in der Weinbegleitung, sondern überhaupt,
- 4:02:21das ist immer Kiba, Kirschbananensaft, also wer sowas trinkt, der frisst auch kleine Kinder und das ist auch das Übel, ja,
- 4:02:29und das ist auch das Übel eigentlich der gesamten Saftwelt, das gibt, aber es ändert sich ja viel.
- 4:02:36Meiner Meinung nach muss ich jetzt die Saftproduzenten, also mein Namensfetter, mit dem ich auch sehr gut verbunden bin,
- 4:02:42der Obsthofretter, der seine Wildsommelier-Editionen macht, das sind wieder Wein, ja, die sind nicht zettigend,
- 4:02:50nicht zettigend, nicht zübs, nicht klebrig, davon kannst du auch wirklich ein zweites Glas trinken,
- 4:02:57oder es gibt auch ein paar andere großartige Saftproduzenten, die die Traubensafte vom Fline, also vom Weinguck-Ros zum Beispiel,
- 4:03:05sind auch was irrsinnig spannendes, Traubensaft mit der Roi, also eigentlich abartig, ja,
- 4:03:10weil man sagt, warum hat das noch nie einer gemacht? Also ich habe einen Weingarten, der wird extra für Wein,
- 4:03:15für Trauben zur Saftherstellung bewirtschaftet, es ist der Saft kein Nebenprodukt, sondern es ist der Hauptzug,
- 4:03:23um das qualitativ hochwertigen Saft mit Herkunft herzustellen, nicht?
- 4:03:27Das ist ein bundessehpaketierter Zyterol.
- 4:03:30Bei der Wachstumsphase darauf achten sollte, dass man auch das Inprodukt sieht.
- 4:03:34Ach so ist es, genau, ja, ja, genau, also so ist es.
- 4:03:37Ich finde, das beginnt jetzt aber auch Sinn zu machen mit dem Umdenken der Endverbraucher oder der Gäste.
- 4:03:44Richtig.
- 4:03:45Die eben auch da bereit sind, weil es eben ein ähnlicher Aufwand ist für dieses Produkt,
- 4:03:50was sie genießen, dann bewusst genießen, auch einen anderen Obolus als 2,10 Euro zu bezahlen.
- 4:03:56Und ich habe, ich habe, ich weiß nicht wann du das ausstrahlst, aber ich habe auf der Probein das Thema Wildessenzen und Gläser.
- 4:04:04Also welcher Saft in welches Glas.
- 4:04:06Wir bestrafen viele der hochwertigen Saft, die ja heute noch, indem wir sie einfach in den Dampflaren hauen.
- 4:04:11Ja.
- 4:04:13Das ist auch da muss, der kommt, kommt, kommt, kommt ganz viel, wo man daran arbeitet auch.
- 4:04:19Und man sagt, okay, warte mal, wieg, und das hat ja auch einen Eigenwert.
- 4:04:23Und der Eigenwert besteht ja darin, dass ich dem, dass ich mir als Gastronom ja nicht den Umsatz beschneiden möchte.
- 4:04:30Sobald jemand kommt und sagt, ich trinke keinen Alkohol, ja, da heißt ja sofort Umsatz gleich mal zack, boom, 50 Prozent runter.
- 4:04:39Weil was trinkt er? Okay, vielleicht Wasser.
- 4:04:41Gut, da habe ich eine gute Spanne, aber wie viel Wasser trinkt er?
- 4:04:44Also haben sie einen Saft, ja, trinke ich zweimal ab für die Schule.
- 4:04:48"Bast, mag 8 Euro, danke schön."
- 4:04:50Oh nein, so nicht, das geht nicht.
- 4:04:52Man muss teilweise dem Kunden auch die Ausreden nehmen.
- 4:04:56Und du sagst, nee, sie trinken keinen Alkohol, finde ich gut.
- 4:05:00Ich habe aber was Großartiges hier, dass ihr von, sie, wenn du heute keinen Alkohol trinkst,
- 4:05:08ist es ja häufig so, dass du eigentlich wie früher der Vegetarier, okay, da können sie die Beilagen haben.
- 4:05:17Oder Gemüseplatte.
- 4:05:20Und das wäre eben die Saft-Range, ja, aber gut, das ist heute, das ist tot heute.
- 4:05:25Wer so mit seinen vegetarischen Kunden umgeht, der wird sie nie wiedersehen.
- 4:05:29Und dasselbe gilt für die Leute, die sagen, ich trinke heute keinen Alkohol, generell kein Alkohol,
- 4:05:35oder, wo wir vorübergehen, oder einfach nicht, egal.
- 4:05:40Aber ich kann doch nicht auf diesen Umsatz verzichten.
- 4:05:44Ich muss doch auch bei den Leuten, denen der Alkohol eben nicht schmeckt oder die das nicht wollen,
- 4:05:53die Option zu haben, gut, trinken sie bitte ein Glas von, ich sage mal, die Wildpreiselbäre im Fass gereift.
- 4:06:00Die ist eh nur limitiert.
- 4:06:02Aber vom Obsthoffretter, ich glaube, sie kostet 0,7, 120 Euro im Eker,
- 4:06:06können sie ein Glas davon, dann kostet sie das Glas eben, keine Ahnung, 25 Euro, 30,
- 4:06:12ob man das machen will, sei dahingestellt.
- 4:06:15Aber es ist Umsatz, den ich generieren kann, oder die Vogelkirsche vom Herbert König,
- 4:06:22ich weiß nicht, ob du das kennst unten in Kittenberger, also in der Stützstärm,
- 4:06:26so ein Kirschsaft, hast du dein Leben lang noch nicht getrunken, gell?
- 4:06:31Ich habe ihn mal geschrieben oder auch probiert und für mich ist der Schambadon unter den Kirschsaften.
- 4:06:36Also Vogelkirsche, so wilde Kirsche, lebt von der Säure, hat eine Irse,
- 4:06:41also unglaublich gut und das darf auch etwas kosten.
- 4:06:45Oder man gibt ja auch andere, ich will ja jetzt gar nicht, auch die Produkte vom Geiger,
- 4:06:51verstehst du, das ist doch auch, oder die Sparklingtease, was immer da jetzt alles rumfleucht.
- 4:06:57Aber ich finde, zum einen muss ich meinem Kunden die Möglichkeit geben,
- 4:07:06in der Güte dem Wein nicht nachzustehen.
- 4:07:14Und für uns auch zu sagen, nehm mein lieber Freund, auch deinen Umsatz nehme ich gerne mit,
- 4:07:23weil ich ihn auch brauche haben will und das ist nicht keine Gier,
- 4:07:27sondern ich war im Dandriss kurz nach der Eröffnung, im neuen Dandriss.
- 4:07:32Und am Nibendisch sind zwei Personen gesessen, die haben zwar das Menü gegessen, aber nur Wasser getrunken.
- 4:07:41Ach die Armen.
- 4:07:42Ja, ja, ich meine, da kann man jetzt die Gründe nicht wissen, keine Ahnung,
- 4:07:49es waren zwei Damen, vielleicht waren sie beide auch schwanger oder sie konnten nicht,
- 4:07:53oder wollten auch nicht mehr Geld, es ist auch in Ordnung.
- 4:07:55Nur als Betreiber Sicht ist das natürlich so, dass man sagt,
- 4:07:59oh man, hätten wir vielleicht auch anders verkaufen können den Tisch, gell?
- 4:08:04Gut, man darf nicht immer alles an Geld messen, das weiß ich,
- 4:08:08und die Menschen, die man heute abfällig oder schlecht behandelt, kommen nie wieder,
- 4:08:16behandeln man auch die mit dem kleinen Umsatz gut und außergewöhnlich,
- 4:08:20werden sie auch irgendwann mal etwas zu feiern haben und daran denken,
- 4:08:24dass sie auch an diesem Abend, wo sie nicht auf die Bocke gehaut haben,
- 4:08:29excellent verköstigt worden sind.
- 4:08:31Aber als Unternehmersicht ist natürlich so, lieber hat man die schon mit viel Umsatz.
- 4:08:35Aber ich meinte, ach die Armen, gar nicht so, dass also den reinen Umsatz ein Verlust,
- 4:08:41den man dadurch als Unternehmer hat, sondern mehr das die Damen in dem Augenblick
- 4:08:47nur eine begrenzte Vergnügungssituation sozusagen hatten.
- 4:08:52Also wahrscheinlich noch, dass einige andere hätten haben können,
- 4:08:55selbst wenn sie kein Alkohol trinken, genau wie du es gesagt hast,
- 4:08:57hätten sie ja das eine oder andere Erlebnis haben können.
- 4:09:00Und ich finde den Gedanken mit den Säften unfassbar spannend.
- 4:09:03Und wenn man so was weiter denkt, wenn man damit Jahrgänge arbeitet,
- 4:09:06gut, das Mindesthaltbarkeitsdatum steht dem natürlich im Weg.
- 4:09:10Aber warum nicht auch mal einen Reifen Apfelsaft servieren?
- 4:09:13Das kann so spannend und reifend trauen.
- 4:09:15Kommt das alles am Beeren, die Reifung in den Fässern etc.,
- 4:09:19es muss erst wegkommen.
- 4:09:22Es ist, ja, guck mal, es hat ja schon teilweise in anderen Kategorien
- 4:09:31Sphären angenommen, wo man sich ja auch ans Hirn fasst,
- 4:09:35ich sage nur Sojasoße.
- 4:09:37Wie weit geht die Preis Range von Sojasosen oder auch das Qualitäts?
- 4:09:43Ist so, verstehst du?
- 4:09:45Aber es wird seine Berechtigung haben.
- 4:09:49Brauchst natürlich die Fähigkeit es zu erkennen.
- 4:09:53Da komme ich vielleicht wieder zur Musik zurück
- 4:09:56und das ist eine meiner liebsten Metaphern überhaupt.
- 4:10:00Wenn nämlich ein und derselbe Geiger auf derselben Bühne,
- 4:10:05dasselbe Stück einmal mit einer normalen Geige spielt
- 4:10:10und einmal mit einer Stradivari, aber du dem Publikum nicht sagst,
- 4:10:16welches denn die Stradivari war,
- 4:10:21dann schauen wir mal, wie viele Menschen die Fähigkeit haben,
- 4:10:26diesen Klang überhaupt zu unterscheiden.
- 4:10:29Und ein bisschen geht es im High-End, im letzten Drittel des Weinginuses,
- 4:10:37uns oder vielen ja auch so.
- 4:10:40Man sagt, man, also, das muss man trainieren, üben, deswegen trinken bildet,
- 4:10:48man muss sich ranarbeiten, das verstehen und so.
- 4:10:51Es ist jetzt nicht kein Meister vom Himmel gefallen,
- 4:10:56weder auf der Seite der produzierenden Kulinarik,
- 4:11:04aber auch das Genießen braucht eine Ausbildung und Fortbildung,
- 4:11:10an der man ein Leben lang arbeiten darf.
- 4:11:16Und das darf finde ich schön, also, dass man nicht muss,
- 4:11:19dass man auch da ist, dass man richtig ist
- 4:11:22und dass man einfach eines nicht aus den Augen verlieren sollte,
- 4:11:26also sich selber und das Genießen.
- 4:11:29Bei sich selber, wärst du ein Wein, welcher wärst du?
- 4:11:33Tja, welcher Wein wäre ich?
- 4:11:39Da fragst du mich Sachen.
- 4:11:41Das ist zu schnell gefreut. Welcher Wein wäre ich?
- 4:11:48Lass mich mal nachschauen in der Gesamtheitung.
- 4:11:53Also ich sag mal so, ich wäre gern ein Reiferzehexobinuplon.
- 4:12:03Ah, schön.
- 4:12:05Sehr, sehr schön.
- 4:12:07Das würde ich mitnehmen, ne?
- 4:12:09Ja, der Tiefe mit Komplexität, mit Anspruch,
- 4:12:12Trocknen und gerade Anraktivität und Verständlichkeit.
- 4:12:15Und in die Herkunft verwurzelt.
- 4:12:18Ja.
- 4:12:20Ich bin kein großer, was ja kein großer Patriot,
- 4:12:28doch ich liebe natürlich Österreich sehr,
- 4:12:32möchte aber gleichzeitig bekunden,
- 4:12:34dass ich mit keinem Land so hart ins Gericht gehe,
- 4:12:37wie mit meiner Heimat.
- 4:12:39Ach wirklich, das merkt man gar nicht.
- 4:12:41Das ist auch wichtig.
- 4:12:43Das ist nicht mein Ziel schon.
- 4:12:45Im Ernst, das merkt man in der Tat nicht.
- 4:12:47Du strahlst pure Liebe für die Steiermark und für Österreich nach außen.
- 4:12:51Das stimmt, das ist auch unbenommen davon.
- 4:12:53Ich meine aber nur, dass die Leute nicht sich ausruhen sollen.
- 4:12:57Kein Land lebt lieber in der Vergangenheit als Österreich.
- 4:13:00Das sieht man an Sisi und Al-Enko immer noch.
- 4:13:02Das ist gut und schön so, aber es muss auch eine Weiterentwicklung sein.
- 4:13:06Bermanent und die geht nur mit Kritik.
- 4:13:10Auch wenn es teilweise unschön ist und auch nicht immer richtig ist.
- 4:13:14Aber die Konfrontation, ich möchte nicht sagen,
- 4:13:17dass man mit dem, was man am meisten liebt, am strengsten ist.
- 4:13:21Aber man tut ihm damit schon einen Gefallen,
- 4:13:25immer nur zu sagen, ach wie gut, ach wie gut, hat noch keinen Vorrang gebracht.
- 4:13:30Wo sie ist.
- 4:13:32Im Österreichischen, sowohl beim Wein als auch bei der Kulinarik,
- 4:13:36eine noch jetzt unbedingt vielleicht nötige Weiterentwicklung.
- 4:13:40Weil für mich als Außenstehender sieht es verdammt gut aus.
- 4:13:44Das finde ich auch überlich sagen, die Dichte und die Qualität.
- 4:13:48Ich hoffe sehr, man hält den guten Mittelbau und verliert ihn nicht.
- 4:13:58Ich hoffe, man setzt weiter darauf auf das gute Gästhaus, auf die gute Weinkultur.
- 4:14:04In Österreich kannst du fast in jedes Dorf gehen
- 4:14:07und du wirst ein Wertshaus finden, indem du ein gutes Glas Wein in einem schönen Glas Wein bekommst.
- 4:14:13Es soll auch überall ein gescheites Backhandel geben oder ein Doppelspitzer drauf.
- 4:14:19Diese Identität nicht zu verlieren, zu bewahren und nicht zu verkitschen,
- 4:14:25das wäre mein großer Wunsch an Österreich.
- 4:14:29Ich sage immer so, man muss nicht alle abholen,
- 4:14:36sondern Herkunft ist das Einzige, was dich letztlich vor der Kobilisierung bewahrt.
- 4:14:48Hast du vielleicht abschließend noch Ziele oder Wünsche für die Branche,
- 4:14:57sei es in Österreich oder in Deutschland, wo du sagst, oder für dich persönlich?
- 4:15:02Ich ziele Wünsche, ja, aber ich wünsche ja mich viele.
- 4:15:07Ich möchte noch lange in der Gastronomie arbeiten können und alle Mitarbeiter so grandios zu entlohnen, wie sie es verdienen.
- 4:15:20Und ich möchte, dass die Freude und die Schönheit an diesem Beruf wieder verstanden und gelebt wird.
- 4:15:27Und dass es ermöglicht wird, von den Arbeitgebern und dem Konsumenten eine lebenswertes Berufsbild zu schaffen,
- 4:15:39dass es ermöglicht, mit Herz und Freude Gastronom-Gasgeber kocht zu sein.
- 4:15:45Aber auch ermöglicht, dass ich nebenbei für meine Freunde, meine Familie da sein kann.
- 4:15:52Es muss anständig bezahlt werden, es müssen tolle Arbeitszeiten sein
- 4:15:56und die Wertschätzung für den kleinsten Kellner muss gleich groß sein.
- 4:16:01Wir für den größten Meisterkoch jeder trägt etwas bei.
- 4:16:05Und wenn wir das geschafft haben, dass wir in der Gastronomie ein wertvoller Beitrag sind zur Gesamtwirtschaft und zur Leistung eines Landes,
- 4:16:17dann haben wir sehr viel erreicht. Und das ist was uns Italien, Frankreich, auch Japan, diese Kulturen.
- 4:16:26Dort haben unsere Berufsbilder eine Wertigkeit, einen Stellenwert.
- 4:16:32Und es blutet mir das Herz, dass dieser tolle Beruf nicht mit Menschen beseelt ist,
- 4:16:42die das als Passion leben, sondern den Job suchen, die das nur vorübergehen machen, die auch von den Leuten ausgebeutet werden.
- 4:16:51Das ist alles Müll und Mist.
- 4:16:53Lasst uns, ich hasse den blonden amerikanischen, hoffentlich nicht wieder Präsidenten, aber es wird so werden.
- 4:17:02Aber gut, das ist ein anderes Thema.
- 4:17:04Make Gastronomy great again, wäre auch was Feines.
- 4:17:08Es ist eine besondere Ehre und Freude, wenn der Supporter, der Begleiter eines so schönen Projektes wie das Unsere, das Ganze noch bereichert,
- 4:17:25auskleidet, ausschmückt und mit seinem eigenen Prestige einen eigenen Glanz verleiht.
- 4:17:30So geht es mir mit dem Champagnerhaus Louis Röderer.
- 4:17:33Und ich bin sehr dankbar und froh, dieses Haus hier und heute an unserer Seite zu wissen.
- 4:17:38Louis Röder hat es geschafft, auf der einen Seite ein Champagner zu produzieren, der Weltrum hat auf der anderen Seite eine unfassbare Individualität zu leben.
- 4:17:48Das Haus steht sinnbildlich für Champagner.
- 4:17:52Doch was macht Louis Röderer?
- 4:17:54Was macht Champagner so?
- 4:17:55Einzigartig so.
- 4:17:57Besonders.
- 4:17:58Es ist vielleicht die Nähe zum Atlantischen Ozean.
- 4:18:01Die geografische Lage macht die Champagne zum wohl kürzten Weinbaugebiet Frankreichs.
- 4:18:06Natürlich finden sich hier einige Häuser mit langer Tradition.
- 4:18:09Wenige jedoch sind unabhängig und Familien geführt.
- 4:18:12Die Maison des Champagneres Louis Röderer mit Sitz in Raus ist beides und nicht nur deshalb sehr besonders.
- 4:18:19Ursprünglich gründeten Unternehmer das Haus im Jahre 1776 unter den Namen du Bois Pierre-Fies.
- 4:18:26Als Louis Röderer das Unternehmen 1833 von seinem Onkel erbte, entschied er sich jedoch für einen neuen Namen.
- 4:18:33Sein eigenen schnell fokussierte sich Röderer auf ausländische Märkte und nahm sich große Ziele vor.
- 4:18:39Besonders der russische Markt treibt es ihm und er erfolgt gab ihm recht.
- 4:18:44Bald schon ernannte Zahnikula aus der zweiten Louis Röderer zum offiziellen Weinlieferant des russischen Kaiserhofes.
- 4:18:51Trotz schwieriger Jahre aufgrund der russischen Revolution und der Prohibition den USA gelang es dem Champagnerhaus sich als führender Akteur zu beweisen
- 4:19:02und baute die eigenen Erfolge später weiter aus.
- 4:19:05Zwei Drittel der benötigten Trauben für die Champagner des Hauses gewinnt Louis Röderer in eigenen Weinbergen.
- 4:19:12Weitere Früchte stammen aus Gütern mit denen die Familie vertrauensvoll zusammenarbeiten.
- 4:19:17Die Rebflächen des Hauses sind mit rund 240 Hektar sehr groß und liegen in den drei bedeutendsten Regionen der Champagne.
- 4:19:25Sowohl in der Montagne d'Arra, als auch im Val-de-Maur und an der Côte Blanc reifen die Früchte für die Weine heran.
- 4:19:34Ein Teil der Weinberge bewirtschaft die Familie nach biodynamischen Grundsätzen.
- 4:19:38Nachhaltiger Weinbau bespürt allgemein eine besondere Rolle im Unternehmen,
- 4:19:43welches auch das Robert Parker Greenamden trägt.
- 4:19:46Unabhängige Champagnerhäuser in Familienbesitz sind in Frankreich sehr selten bei Louis Röderer, jedoch handelt es sich um ein solches Haus.
- 4:19:54Und mehr noch bis heute sind die führende Familie Mitglieder echte Spezialisten für hochwertigen Weingenuss.
- 4:20:01Seit 2016 leitet Frederik Rousseau das Haus in siemter Generation.
- 4:20:06Im Vierlei Hinsicht handelt es sich bei Champagner Louis Röderer um ein Unternehmen der großen Zahlen.
- 4:20:12Im Keller des Hauses lagern Weine im Wert des Umsatzes von 4 bis 5 Jahren.
- 4:20:18Da die Weinintrosiasten jährlich rund 3,5 Millionen Flaschen produzieren und in mehr als 100 Länder exportieren,
- 4:20:25ist der Lagerbestand folglich ein wahrer Schatz.
- 4:20:28Auch die Reserveweine des Champagnerunternehmens ruhen unter der Erde und bilden das Fundament für die hochkarätigen Küwees.
- 4:20:35Bis zu 10 Jahre reifen die Chardonnys und Pino-Northern-Eichenholz um dann im Champagner zu glänzen.
- 4:20:42Rund 600 Menschen helfen bei Champagner Louis Röderer jährlich bei der Lese.
- 4:20:47Alle Trauben zu ernten dauern etwa 10 bis 15 Tage.
- 4:20:51Schon während der Lese achten die Experten darauf besonders hochwertige Früchte für ihre Weine auszuwehren.
- 4:20:57Mit Traktoren transpontieren sie das Lese gut anschließend in die Presshäuser.
- 4:21:01Welche direkt in den Weinbergen liegt der hier gewonnene Moskel langter nach Ars, wo die Kellermeister ihnen Edelstallen Holz vergärten.
- 4:21:09Regelmäßig verkosten sie sich mit einem Gruppe anspruchsvoller und erfahrener Weinexperten die Tropfen, welche im Frühling einen Platz in der Küwee finden.
- 4:21:17Die traditionelle klassische Methode der zweiten Gehrung auf der Flasche schenkt den Wein des Hauses dann ihrem perfekten und verkennbaren Schliff.
- 4:21:26Louis Röderer hat es in der Tat geschafft in nahezu allen Prestigehäusern Europas zugegen zu sein.
- 4:21:34Und Sommys schenken ein Glas dieses Champagnas voller Stolz mit Freude und kompletter Überzeugung aus.
- 4:21:40Und somit bedanken wir uns aufs Herzlichste bei Louis Röderer für die Unterstützung des Podcasts
- 4:21:45und beim Handelshaus Schlumberger, dem Exklusivvertrieb des Hauses hier in Deutschland.
- 4:21:54Was für eine bewegende und ergreifende Folge.
- 4:21:57Ich kenne Gerhard schon seit einigen Jahren, aber ich habe ihn noch nie so nachdenklich und so er selbst erlebt.
- 4:22:04Es war interessant, wie tief sind ich seine Gedanken über den Beruf, über seine Kollegen, über seine Pläne und über seine Vergangenheit sind.
- 4:22:12Vielen Dank für diese wundervollen Gedanken und Worte und hoffentlich ganz bald einmal lieber Gerhard.
- 4:22:18Nach der Folge ist vor der Folge und so freue ich mich jetzt schon auf das mit Sicherheit sehr spannende Gespräch
- 4:22:25mit einem der renommiertesten Weinfrauen, die es in unserem Lande gibt.
- 4:22:29Bärbelring vom Söhringhof hat eine ganz andere Herangehensweise an Wein, an Gäste, die mich sehr beeindruckt hat.
- 4:22:36Und ich lade euch alle ein in der kommenden Woche zu.
- 4:22:40Somy, die interessantesten Mundschenke unserer Zeit und zu Bärbelring.
- 4:22:45[Musik]
- 4:22:51Meine ganz besondere Wertschätzung und mein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle der Schlumberger Gruppe.
- 4:22:56Zu welcher die Handelshäuser Schlumberger segnet Conceo Vini und das Privatkundenportal Bremer Weincollect gehören.
- 4:23:04Dank ihrer großartigen wirtschaftlichen und händischen Unterstützung ist es möglich, dieses wunderbare Projekt zu produzieren.
- 4:23:11Vielen lieben Dank dafür.
- 4:23:13Ein großes Dankeschön auch an euch dafür, dass der eine oder andere sich hat vom Anzeigen der Spiellänge nicht erschrecken lassen
- 4:23:21und hoffentlich die Folge mit sehr viel Mehrwert, Erfahrung und viel Freude gehört hat.
- 4:23:26Vielen Dank dafür und vielen Dank für die Unterstützung durchs Liken, durchs Teilen, durchs Kommentieren, durchs Feedback geben und durchs Einfachliebhaben.
- 4:23:34Auf ganz bald einmal, euer Silvio Nitscher.
- 4:23:37[Musik]
- 4:24:04Guten Tag. Mein Name ist Frank Schneider und ich komme aus Berlin.
- 4:24:07Das Einzige, was ich mit der Gastomie zu tun habe, ist, dass ich sehr, sehr gerne Gast bin.
- 4:24:13Zu Gerd Ritter möchte ich Ihnen drei Dinge sagen.
- 4:24:15Erstens, ich habe ihn vor circa 25 Jahren im Adlon als Gast kennengelernt und es war lieber auf den ersten Blick.
- 4:24:23Ich weiß noch, ich hatte so viel Spaß daran, ihn zu beobachten, wie er durch den Raum schwebt.
- 4:24:29Von Tisch zu Tisch und bei jedem Gast ein Lächeln hinterlässt.
- 4:24:33Und es mit so viel Empathie schafft, dass sich wirklich jeder einzelne Willkommen fühlt.
- 4:24:38Für mich einer der besten Gastgeber, die es überhaupt gibt.
- 4:24:42Zweitens, Gerd Ritter ist auch ein unfassbar guter Weinverkoster.
- 4:24:47Ich kenne niemanden, der über ein so großes sensorisches Gedächtnis verfügt.
- 4:24:52Ich habe die Ehre, im Weinclub Ritter Mitglied sein zu dürfen und an einem Abend konnte ich Gerd mal etwas blind ins Glas einschenken.
- 4:25:00Es war eindeutig spätburgunder. Er roch ins Glas, kostete und sagte, "Das ist amorös von Comte Vogueux."
- 4:25:08Ich habe gelacht und schüttelte mit dem Kopf.
- 4:25:11Dann roch er noch mal rein und sagte, "Nah, dann muss es Hundrück sein."
- 4:25:16Was soll ich Ihnen sagen? Es war Hundrück von Fürst, als ob es auf dieser Welt nur zweitspätburgunder gibt.
- 4:25:22Und sowas macht er echt andauernd.
- 4:25:25Und drittens, Gerd Ritter, diesem steirischen Humor und Scham kann sich keiner entziehen.
- 4:25:32Ich versuch's seit 25 Jahren und ich schaffe es einfach nicht.
- 4:25:38[Musik]