Latest / SOMMELIER / Sybille Bultmann - Die (Wein)Magie der 3 B´s
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- 0:00Guten Tag, mein Name ist Jutta Förster und ich kenne diese Bille Bultmann aus der
- 0:18Sommerly-Schule Koblenz, die wir ja mittlerweile vor mehr als 20 Jahren
- 0:22gemeinsam besucht haben. Und aus dieser Verbindung Wein-Gassonomie ist eine
- 0:27wertvolle Freundschaft entstanden. Mich freut es und ich finde es wirklich schön,
- 0:32dass sie Bille und ihr Mann ihren Weg gefunden haben mit ihrem eigenen Hotelrestaurant in der
- 0:38Fals und wo sie sich auch wirklich sehr sehr wohl fühlen. Diese Bille ist sehr gewissenhaft,
- 0:43wissbegierig und lebt ihren Job als Gastgeberin und Sommerly. Wirklich auffällig ist der
- 0:50persönliche Kontakt von ihr in die Weinbranche, den sie auch sehr pflegt und was auch ganz wichtig
- 0:56ist, ist, dass sie wirklich auch immer sehr sehr gute Tipps hat und auf die man sich auch wirklich
- 1:02immer verlassen kann, weil sie eine exzellente Spionase hat. Wenn man diese Bille dann mal nicht an
- 1:08der Rezeption antrifft oder im Restaurant, auf einer Weinmesse oder in einem Weingut,
- 1:14dann findet man diese Bille in ihrem Garten, wo sie liebevoll immer mal wieder zwischendurch
- 1:19ein, zwei Stunden ihre Pflanzen pflegt und das als nötigen Ausgleich betrachtet. Und noch viel
- 1:27seltener, ja ganz selten eigentlich, liegt sie denn auch schon mal auf ihrer Liege in ihrem Garten und
- 1:34liest ein Buch, aber auch das ist manchmal nicht überweiten. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel
- 1:39Spaß beim Podcast und vielen Dank.
- 1:41Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkänner unserer Zeit.
- 2:07Meine heutige Gäste ist ein der fundiertesten und etabliertesten Sommiere unserer Republik,
- 2:12The Bille Bultmann, ist zusammen mit ihr Mann Sven Bultmann im Restaurant Ahtable selbstständig
- 2:18tätig. Acht Jahre lebten sie ihren Restaurant Traum in Ludwigshafen, bevor sie 2021 das Restaurant
- 2:24Ahtable im Hotel Amthaus in Freiensheim wieder eröffneten und es sie noch ein kleines Stückchen
- 2:28weiter in ihre Leidenschaft in die Falske tragen hat. Zuvor war sie neben vieler Erfolge
- 2:33bei verschiedenen Wettbewerben im Restaurant Lavis in Osnabrück als Sommiere und Restaurantleiterin tätig.
- 2:38Er eröffnete als Sommiere den Ketschauer Hof in Deidesheim mit und war als Sommiere und
- 2:43Restaurantleiterin in der Villa Leonat angestellt und ich bin gespannt, was sie uns über ihren
- 2:49Lebensweg und über ihre Leidenschaft die Falske zu berichten hat. Und bevor wir ins Gespräch
- 2:53einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner der Schlumberger Gruppe
- 2:57mit den Handelshäusern Konziowini, Segnetz, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer
- 3:03Weinkolleg aufs allerherzlichste für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung
- 3:06bedanken. Dank ihnen ist dieses Projekt möglich und dank ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen,
- 3:11liebe Siebille Bultmann! Zum Wohl die Fals. Ja genau. Sagt man ja so, ne? Das ist ja... Genau, ist der, zum Wohl
- 3:21die Fals, ist so der Werbeslogan für die Region und ja, spiegelt schon ein bisschen die Lebenslust
- 3:28wieder. Es gibt ja, glaube ich, keine Weinbauregion in Deutschland, die so lebensfroh nach außen wirkt
- 3:35und das irgendwie transportiert mit den gesamten Weinfesten. Es gibt keinen Wochenende im Sommerherbst,
- 3:40wo kein Weinfest in der Fals ist, oder? Genau, also das geht wirklich los mit dem Mandelblütenfest,
- 3:46zum Mandelblüte eben meist so im März und das geht dann bis zum Wurstmarkt. Das ist eigentlich so
- 3:53das große Finale Mitte September und dann gibt es aber natürlich immer noch ein paar Gemeinden oder
- 3:58so, die sich noch was Lustiges ausdenken. Weinwanderungen haben wir hier in Freienzheim ja auch,
- 4:03zwei Stück auch im Winter dann wirklich, um auch außerhalb der Weinfestsaison noch ein
- 4:08Weinfest bieten zu können. Also das, das ist wirklich die DNA der Fals. Total, es gibt kein
- 4:14Gebiet, wo Wein eine so zentrale Rolle spielt. Ja, also die Weinstraße ist da schon sehr, sehr aktiv
- 4:22und ja, es ist auch ein wahnsinnig schönes Lebensgefühl dadurch. Also das hat uns auch ab dem
- 4:31Moment, wie wir in die Fals kamen, das war ja 2006, hat uns das sofort gepackt, dieses die Lust,
- 4:38gut zu essen, gut zu trinken, Geselligkeit, so haben, das ist schon wirklich, wirklich toll.
- 4:45Ist es eher Freude oder Leid, wenn man so Sachen wie Weinfeste hat? Weil Wein da ja anders getrunken
- 4:52wird, als du es im Restaurant zelebriest, wie es teilweise auch Wein proben haben, sondern Wein
- 4:56wird da ja nicht in 0, 2, sondern in 2,0 getrunken. Ja, also es gibt keinen Maßgroke, aber es gibt ja
- 5:04das Pferdster Dubeglas. Das musste ich auch erst lernen mit paar kuriosen Erfahrungen auch. Und es ist
- 5:14Fluch und Segen zugleich, sagen wir mal so. Also es ist super schön, dieses Miteinander, was dann
- 5:20auch entsteht und das sind ja auch oft wirklich noch die guten Winzerbetriebe, auch bei den Festen
- 5:24dabei. Also wenn man selber hingeht, hat man immer die Chance, auch guten Wein zu trinken. Es nimmt
- 5:31uns natürlich im Sommer, im Restaurant schon ein bisschen die Gäste weg, weil die Gäste wirklich
- 5:37super verplant sind. Also da muss man hierhin, da muss man dorthin. Da hat der Winzer hochfest,
- 5:42da ist hier eine Veranstaltung, das ist schon, aber auf der anderen Seite, es ist seit weh natürlich
- 5:48auch noch ein Hotel haben, bringt zu uns ja auch wieder Gäste, die extra für die Feste kommen und
- 5:53die dann auch im Hotel übernachten und ja sich über dieses Lebensgefühl freuen. Aber nimmst
- 6:00dem Wein wenig die Ernsthaftigkeit oder nimmst du ihm mehr die Verbissenheit oder? Ja, ich wollte
- 6:06gerade sagen, also Ernsthaftigkeit, das ist ja immer so ein relativ, ich glaube, das ist immer was,
- 6:12was wir vielleicht auch ein bisschen konstruieren manchmal diese Verbissenheit dann eher oder
- 6:18dieses, das, den heiligen Gral. Also es gibt ja auch genug Weine und ich glaube mehr als die,
- 6:25mit denen wir uns beschäftigen, die einfach nur zum Trinken gemacht sind. Und deswegen ist das,
- 6:32glaube ich, auch für manche vielleicht ein etwas unverkampfterer Zugang zu dem Thema Wein.
- 6:36Und die Winzer leben ja auch vom Wein verkaufen, also mal ein paar Flaschen mehr rauszugeben als nur
- 6:42sechs Flaschen großes Gewächs ist vielleicht auch nicht so immer verkehrt. Kann es passieren,
- 6:47dass wenn man in so einem Gebiet wie du wohnst, also in der Fals, dass man anfängt, eine gewisse
- 6:52Arroganz zu leben, gegen Warnereingebieten, weil ihr macht ja schon durchaus interessante Weine.
- 6:59Nee, das glaube ich nicht. Aber dafür bin ich vielleicht auch in meiner Weinlaufbahn ja immer
- 7:05wieder in andere Gebiete gekommen und habe natürlich da auch noch einen persönlichen
- 7:08Bezug zu, wie an die Mosel zum Beispiel, wo ich mit Wein wirklich intensiv angefangen habe. Da
- 7:13schlägt mein Herz immer, immer ein bisschen für. Aber natürlich hat man natürlich so ein bisschen
- 7:20die Rosa Brille auf, weil man natürlich mittendrin steckt, lebt, mitleidet sich, mit Freut, wenn
- 7:27was gut ist und natürlich schlägt da das Herz für. Aber arrogant hoffe ich zumindest nicht,
- 7:33dass das nicht so rüber kommt, sondern dass man da schon eine gewisse Offenheit behält. Aber
- 7:38natürlich vergleicht man schon immer ein bisschen mit dem, was man so vor der Tür hat oder mit,
- 7:42was man natürlich sehr vertraut ist. Ich glaube, das geht dir aber ähnlich, wenn du ja dann in
- 7:48Dresden dein Umfeld hattest, dass du da einfach, auch weil du die Winzer öfter siehst, weil du mehr
- 7:53persönliche Begegnungen hast. Also, ja, dein Herz für schlägt. Man hat eine andere Vertrautheit.
- 7:59Bei uns war es, glaube ich, anders als bei euch, bei uns in der Weinbar, weil wir kaum sächsische
- 8:05Weine hatten. Das fand ich total schade und bedauerlich. Wir hatten es am Anfang aufgebaut,
- 8:10gepflegt, aber zu uns sind die Leute dann mehr gekommen, um den Rest der Welt zu probieren,
- 8:14und den Rest von Deutschland. Und gar nicht so sehr die regionalen Weine, die sie dann mehr in den
- 8:19Weingütern oder teilweise dann auch in Restaurants genossen getrunken haben. Bei euch ist es anders.
- 8:24Ihr habt ja schon einen starken Schwerpunkt, falls auf der Karte. Ja, aber ich habe verschiedene
- 8:29Gästegruppen. Das ist eigentlich auch das total Schöne. Also, ich habe viele Leute, die ja hierher kommen,
- 8:35um die Pfalz zu erleben, auch die Pfälzer Weine kennen zu lernen. Und die muss ich natürlich auch
- 8:41bedienen. Ich muss manchmal ein bisschen aufpassen, weil wir in der Weinbegleitung zum Menü schon
- 8:45gehen wechseln, weil wir ja auch viele Gäste aus der Region haben und da eine schöne Abwechslung
- 8:50drin haben. Und das ist so natürlich manchmal vielleicht dann für Gäste, die in die Pfalz kommen
- 8:56und hier übernachten und die Pfalz kennenlernen wollen, dann vielleicht ein bisschen blöd, wenn
- 9:02die mal, wir haben gerade einen fränkischen Silber, einer zum Beispiel in der Weinbegleitung, wenn die
- 9:05dann ein Wein aus Franken oder Baden oder natürlich aus Frankreich bekommen. Da bieten
- 9:11wir aber auch immer an, mal eine reine Pfälzer Weinbegleitung zu machen. Und das sind eben die,
- 9:15die in die Region kommen, die wollen natürlich Pfalz pur. Aber ich habe ja auch ganz viele Stammgäste
- 9:23schon bedingt, dadurch, dass wir ja mit einem reinen Restaurant in der Gegend angefangen haben,
- 9:27in unserer Selbstständigkeit. Dadurch habe ich ganz viele Gäste, die auch hier aus der Region kommen
- 9:32und die eher die Pfalz jeden Tag haben in jeder guten Weinstube Pfälzer auf Hände bekommen und sich
- 9:40dann über die Abwechslung freuen und dann mal Lust auf was anderes haben. Von daher bin ich total
- 9:44froh, dass das bei uns wirklich in beide Richtungen geht. Wenn ich so ein Diebteif in Richtung
- 9:51Pfalz unternehmen möchte, was muss ich wissen? Nimm dir einen guten Sommelier an die Hand,
- 9:56der das zeigt. Ich denke, das ist schon wichtig. Die Pfalz ist ein großes Gebiet und ich glaube,
- 10:03das muss einem erst mal so ein bisschen bewusst sein, dass man natürlich dadurch verschiedene
- 10:08Unterregionen hat, die man dadurch auch kennenlernen muss und sollte, weil ich finde jede Ecke in
- 10:16der Pfalz ist irgendwo spannend und es gibt so oder gab vielleicht in der Geschichte so Wellen,
- 10:21wie es sich das so entwickelt hat. Alle haben irgendwie im Hinterkopf schon mal die drei großen
- 10:28B's gehört, mit Bassermann, mit Reißrad von Buhl, mit Bückeln Wolf. Das waren so die Weingüter
- 10:34an der Mittelhard, die vielleicht so, ja, die waren die wirklich auch schon im Fokus standen, als
- 10:41jetzt die Südpfalz noch gar nicht so in aller Munde war. Und da hat man praktisch so den ersten
- 10:50Schritt gehabt. Die großen Weingüter, die herrschaftlichen Anwesen an der Mittelhard, die die tollen
- 10:55Rieslinge aus den verschiedenen Lagen machen, die auch so ein bisschen die Motoren waren für die
- 10:59großen Gewechse in der Pfalz dann in den 90er Jahren. Und dann die Südpfalz, die sich so mega
- 11:07gut entwickelt hat, wo die fünf Freunde, also Top Winzer wie Rehpholz, wie Bäcker, Münzberg,
- 11:16Wehrheim und Siegrist, die hatten sich damals zusammen getan, um sich auszutauschen, um ihre
- 11:22Region die Südpfalz nach vorne zu bringen. Und das ist denen ja mega gut gelungen. Also heute
- 11:28kommt glaube ich keiner mehr um die Südpfalz rum, egal ob kleine oder große Winzer oder
- 11:36namhafte oder jung aufstrebende. Und dann ja, so der Bereich, in dem wir jetzt sind, das fing,
- 11:44ich denke ich, mit dem Weingut Knipser an, die sich schon auch schon frühen Namen gemacht haben,
- 11:48natürlich auch mit ihren Brick ausgebauten Weinen, also eher im Norden der Pfalz, so in unserer Ecke,
- 11:53Freiensheim, Laumersheim, was jetzt noch weiter geht, Richtung Zellertal. Ja und das ist glaube ich
- 12:01das, wo man sich Zeit nehmen sollte, um wirklich alle Bereiche kennen zu lernen. Ich meine, das
- 12:06musst du mal überlegen, das sind 80 Kilometer Distanz, das von Nord nach Süd geht. Da gibt es
- 12:13ein paar schöne Weinenorte, da gibt es ein paar tolle Winzerbetriebe zu entdecken. Und die Vielfalt,
- 12:19das ist das, was ich so spannend finde, auch die Vielfalt am Böden, dadurch die Vielfalt an
- 12:24Rebsorten. Also ja, man kommt schon ein bisschen ins Schwärmen, wenn es um die Pfalz geht.
- 12:29Fand ich auch so interessant, also diese 80 Kilometer zu betrachten, das ist ja eine
- 12:33richtige Entfernung. Es ist ja das zweitgrößte Weinamborgobiet in Deutschland nach Rheinhessen
- 12:40und da ist die Vielfalt dann entsprechend gegeben. Trotzdem gibt es ja eine Rebsorte,
- 12:45die davor herrscht, der Rieslings, die größte geschlossene Weinanbaufläche für Riesling in
- 12:52der Welt. Macht 10 Prozent der Rieslingproduktion weltweit aus, was enorm ist. Absolut, absolut.
- 12:59Ja, wie du sagst, gerade auch durch die Distanz und die Fläche und das ist die wichtigste weiße
- 13:05Sorte, wobei natürlich die Bugunder-Sorten schon auch auf dem Vormarsch sind. Also
- 13:10weiß Bugunde schon immer, deswegen ist der ja auch für das große Gewecks klassifiziert. Aber
- 13:17Schadoni ist wirklich auf dem Vormarsch, also wenn du dich mit den jungen Winzern unterhältst,
- 13:22da setzen ganz, ganz viele auf das Thema Schadoni und da wird auch, ich bin jetzt nicht so der
- 13:28Zahlenreiter, der ständig irgendwelche Statistiken anguckt, aber da haben wir wirklich jedes Jahr
- 13:34einen Flächenzuwachs, aber das mit dem Riesling ist natürlich schon toll und das ist halt auch die
- 13:41Rebsorte, die einfach so dieses ganze Thema Terroir super widerspiegelt. Wenn man so die
- 13:50Kahlstadterecke zum Beispiel anguckt mit dem Saumagen, eine tolle Lage, die halt eher auf
- 13:56Kalkböden steht, wir haben dann an der Mitte Hard-Erd in Sandstein mit den Pechstein, der vielleicht
- 14:04da eine bekannte Lage ist, die auf Basal des vulkanischen Böden steht und dann Richtung Südpfeiz
- 14:10auch vom Kalkmärkel wieder über Muschelkalk, über ein paar einzelne Sprengel-Schiefer, das ist da
- 14:17die Lagerschäfer, die da so eine Ausnahme macht, aber dadurch kann der Riesling sich natürlich
- 14:21wirklich seinen absoluten Joker ausspielen, wo er einfach diese Vielfältigkeit, diese Bodenarten
- 14:30super widerspiegelt. Deswegen ja, es macht einfach Spaß dann. Wenn du Zahlen nicht so magst, ich
- 14:38finde Zahlen manchmal ganz interessant, weil es ein Gebiet irgendwo greifbar macht und so Zahlen wie
- 14:4523.500 Hektar in der Fals, 3.500 Weinbaubetriebe spiegelt für mich so eine ganz andere Dimension
- 14:53wieder, dass man manchmal auch die Komplexität eines Gebietes ganz ganz anders greifen und spiegeln
- 15:00kann. Was ist denn außer Zahlen für dich interessant? Das kam vielleicht ein bisschen falsch rüber. Also
- 15:07ich bin kein Zahlenreiter, was jetzt anbelangt, dass ich unbedingt jetzt wissen muss. Die aktuellen
- 15:14Zahlen immer wissen muss, der wiedergeben muss, wie viel Gramm Restzucker der Wein jetzt hat oder
- 15:19eben gerade die Statistik im Kopf hat. Ich glaube, meine Mitarbeiter finden es manchmal sogar schlimm,
- 15:24weil ich eigentlich schon Zahlen sehr gern mag. Also ich habe auch mal, ich hatte mal Mathe-Leistungskurs
- 15:31und so, also mit Zahlen von, ich sage schon immer ganz gut, und jetzt bin ich natürlich auch als
- 15:35Selbstständiger auch für die Zahlen verantwortlich, denn deswegen Zahlen sind schon wichtig,
- 15:41aber mir sind zum Beispiel beim Wein Analysewerte nicht wichtig. Also ich mich interessieren,
- 15:49die manchmal für mich selber, um das richtig eingeschätzt zu haben. Aber ich finde es zum
- 15:55Beispiel ganz schlimm, wenn ein Gast kommt und sagt, er möchte keinen Wein, der 13,5% Alkohol hat,
- 16:02weil das ist zum Beispiel eine Zahl. Natürlich ist ein Wein mit einem hohen Alkohol wert anders,
- 16:09wie ein leichter Wein, der vielleicht nur 11 Volumen prozent hat. Aber das ist ja nur eine ganz
- 16:16kleine Facette von Wein und Wein ist so komplex. Und wenn du jetzt sagst, beim Thema Alkohol bleiben,
- 16:21wenn der Wein eine tolle Konzentration, eine tolle Dichte hat, dann wird er den Alkohol auch
- 16:27wunderbar einpacken und mir kann niemand erzählen, dass er den Unterschied zwischen 13 und 13,5% schmeckt.
- 16:33Also deswegen finde ich es manchmal, wenn dann Weine so auf diese Zahlen reduziert werden oder
- 16:40Säurewerte oder ich gebe dir dann noch verschiedene Säuren, die verschieden wahrnehmbar sind. Also
- 16:47so eine Zahl auf dem Papier sagt halt über das Thema Wein, das so komplex ist manchmal gar nichts
- 16:51aus. Deswegen ist das vielleicht dann falsch ausgedrückt gewesen, also was mein Verhältnis zu
- 17:00Wein und Zahlen anbelangt. Aber nee, ganz klar spielt es eine Riesenrolle. Also die Größe
- 17:06von dem Gebiet auf jeden Fall natürlich schon allein in der Wahrnehmung nach draußen. Und ja,
- 17:13wenn du ein ganz kleines Gebiet bist und noch dazu in einer Rebsorte vielleicht ganz wenig hast,
- 17:19wie sollst du dir dann dafür auch einen Namen machen können? Weil das verschwindet ja auf dem
- 17:24Weltmarkt, sag ich mal, oder das verschwindet in der Wahrnehmung des Weintrinkers, des Konsumenten,
- 17:30das Weinhändlers. Also von daher auch da sind die Zahlen schon interessant und für mich gucke ich
- 17:37mir die manchmal an. Aber ich möchte sie nicht so gern nach außen tragen. Ist Geschichte für dich
- 17:43wichtig? Ja, total. Ja, total. Also als wenn die Pfalz kamen, haben wir ja in Deidersheim angefangen,
- 17:53haben dort das große Glück gab, da Gastronomiebetrieb mit aufbauen zu können, was wirklich auch eine tolle
- 18:00Erfahrung für die Selbstständigkeit dann später war und praktisch das eigene Restaurant auf die
- 18:05Beine zu stellen. Aber das war ja ein Schwesterbetrieb zu Bassermann Jordan und man muss ja ganz genau
- 18:14sagen und da spiegelt sich die Geschichte ja wieder. Also der Name heißt ja ganz genau "Geheimer Rad,
- 18:18Doktor von Bassermann Jordan". Und da spiegelt sich ja dann schon viel mehr Geschichte noch mit und
- 18:23das fand ich total faszinierend, was dieses Weingut so geprägt hat über Jahrhunderte und habe mich
- 18:32dann mit Gunter Hauck, der da ein absoluter Craig war, was die Geschichte des Weingut-Budes
- 18:37belangt hatte, das Weingut ja geleitet hat, ganz oft ausgetauscht und hat mir von ihm Infomaterial
- 18:43geben lassen und das hat mir riesig Spaß gemacht und das geht mir auch heute noch so. Also immer
- 18:50wieder finde ich es toll, wenn Winzer auch erzählen, was sie von ihren Vätern oder Großvätern
- 18:57gehört haben oder wie das in einem Weinort auch wie Freien sein wird, zum Beispiel vor 30 Jahren
- 19:01noch aussah oder natürlich noch viel weiter zurück. Also das ist für mich ja wirklich ganz ganz
- 19:09wichtig und unmittelbar mit dem Wein verbunden, weil das ist ja nicht nur ein alkoholisches
- 19:15Getränk, sondern das ist ja ein Kulturgut und das ist von der Geschichte auch geprägt. Man muss
- 19:22halt nie aufpassen, dass man es nicht wieder so verkopft. Das ist immer wieder bei den Weinfesten,
- 19:25wo man vielleicht sagen muss, dann muss man mal zwischendurch einen Schluck trinken,
- 19:28sonst wird es vielleicht zu hoch. Die trockenen Theorie ist meistens ein wenig ernüchternd
- 19:34im wahrsten Sinne des Wortes. Die Geschichte liegt dann auch weiter zurück, also über 3, 4,
- 19:39500 Jahre oder ist dann für dich von relevant, dass du sagst, die Geschichte eines Weingutes
- 19:45soll in den letzten 100 Jahren, in der Relation zur Präsenz, gerade nachfalls gibt es ja ein
- 19:50wahnsinniges Auf und Ab, auch in den letzten 50 Jahren, was dort passiert ist, aber eben auch in
- 19:57die letzten 2, 300 Jahren, wie sich das verändert hat und Geschichte spielt da ja auch eine riesen
- 20:01Rolle. Ihr habt den ältesten bestehenden Weinberg mit dem Reben von 3, 400 Jahren. Alter, wie siehst du
- 20:10da Geschichte? Also wie ortest du so was ein? Ich würde sagen, das kommt auf die Situation und
- 20:16den Moment an. Also es interessiert mich schon grundsätzlich immer, aber immer im Kontext
- 20:22natürlich. Also wenn ich ein Winzer in Schweigenrechtenbach besuche, da ist es glaube ich,
- 20:30das damals und heute ganz, ganz krass zu fassen, weil es die Winzer bis heute ja irgendwo beschäftigt,
- 20:38dass man da halt in der Historie Grenzverschiebungen hatte. Also das sind wir ja direkt an der
- 20:45deutsch-französischen Grenze und das geht auf eine ganz, ja ganz frühe Geschichte zurück. Ich dachte
- 20:53zum Beispiel immer, das ist eine Geschichte von den letzten 100 Jahren, wo man dann halt über die
- 20:58ersten und zweiten Weltkrieg da das Thema hatte, dass die Weinberge vielleicht mal zu Deutschland
- 21:04und mal zu Frankreich gehört haben, aber das geht noch ein gutes Stück weiter zurück und auch in
- 21:10der Historie, dass das mal Klöster gab in Wiesn-Bur, also aus Weißenburg, was heute Frankreich ist und
- 21:16praktisch die Wirtschaftsbetriebe zu diesen Klöstern, die ja oft Weinbau betrieben haben,
- 21:21eben in Schweigen waren, also was heute Deutsche Seite ist. Also das war quasi unmittelbar miteinander
- 21:28verbunden. Das eine war praktisch die Besitztümer, das andere waren die Höfe, wo wirklich gearbeitet
- 21:34wurde, wo der Wein ja letztendlich auch ausgebaut wurde und das ist halt durch die Geschichte
- 21:38einfach mal auseinandergerissen worden, weil da heute eine Ländergrenze durchgeht, aber eben nicht
- 21:43erst seit 100 Jahren, sondern ich glaube das ging so 1870 los oder so und dass man seitdem da immer
- 21:52wieder auch Sonderregelungen findet. Zum Glück jetzt auch wieder, es wird ja gerade ein neues
- 21:59Weingesetz gemacht, das jetzt an den Kraft tritt und auch da gibt es zum Beispiel dann extra in
- 22:03diesem Weingesetz einen Passus für den Ort Schweigen, weil die Winzer halt auf deutscher Seite
- 22:08sitzen und der Wein dort auch ausgebaut wird, aber die Reben auf französischem Boden stehen und
- 22:14ich glaube, wer es sich mal so ein bisschen mit EU-Recht auseinandergesetzt hat, dem stellen
- 22:18sich jetzt schon die Nackenhaare auf, weil was über Ländergrenzen geht, das geht ja normal
- 22:22gar nicht, das ist ja dann so unterste Kategorie EU-Verschnitt und dass sie dort eben die Möglichkeit
- 22:29gefunden haben, praktisch ein Gesetz zu machen, zu sagen, das gehört zusammen und wenn das auf
- 22:38französischem Boden wächst und in der Pfals vergohnt ist, dann ist es pelterwein. Also von daher,
- 22:45ja da geht die Geschichte so weit, dass es die Winzer heute betrifft, ich weiß nicht ob du mal
- 22:52Etiketten in letzter Zeit vom Weingutbeeren hat oder vom Weingutbecker oder Jürgen gesehen hast,
- 22:58die müssen sich ja auch deswegen immer noch irgendwie mit zu kürzeln auf dem Etikett
- 23:04behelfen, weil die ihre Lagenbezeichnungen, die praktisch die Winzer manifestiert haben und die,
- 23:10die wirklich guten Parzellen abgrenzen nicht nehmen dürfen, weil es da einfach einen bürokratischen
- 23:19Fallstrick gibt sozusagen. Die haben ja praktisch die Lage Sonnenberg, die dann über die Grenze
- 23:26geht und die aber eigentlich, ich weiß nicht wie viele eigentlich kleine Einzellagen zusammenfasst
- 23:33sind, wahrscheinlich 15, 20 Stück, aber ebenso berühmte Lagen wie Kammerberg oder Kostath oder
- 23:39St. Paul, ja und die gar nicht aufs Etikett dürfen, weil es natürlich jetzt sehr weit ausgeholt,
- 23:48aber die heute in eine Katastarrolle eingetragen werden müssten, damit man sie nutzen kann und
- 23:55das geht natürlich über die Bundesländer und dann sagt das Land Rheinland-Pfalz, ja das kannst du
- 24:00bei mir nicht eintragen, weil das ist ja nicht Rheinland-Pfalz, aber wenn es nicht eingetragen
- 24:04ist, darfst du es nicht aus der Etikett schreiben und dann ist das natürlich dann irgendwann der
- 24:08bürokratische Fallstrick, der echt verrückt ist, aber aus dieser alten Geschichte halt heraus,
- 24:14dass es mal eine historische Fläche war, die zusammen gehört einfach, von daher,
- 24:22geliebte Geschichte sozusagen. Und war das nicht spannend, interessant und das sind manchmal
- 24:27auch so diese kleinen Geschichten, die man im Restaurant erzählen kann, wo man den Gast mit
- 24:30einer kleinen Anekdote einholen kann, nochmal ganz anders fokussieren, begeistern und für
- 24:36den Wein interessieren kann. Genau, absolut. Das wissen darum finde ich teilweise richtig
- 24:41interessant und spannend. In der Südfalt geht es los, wie unterteilst du die falls, weil es daher
- 24:48auch verschiedene Betrachtungsweisen gibt, die einen sagen Südfalt, Nordfalt, die anderen,
- 24:53also historisch war es ja unter hart, Mittel hart, Ohr hart, da war es ja dann irgendwann mal in Südfalt
- 25:01und Mittel hart zusammengefasst wurde. Wie siehst du das selber? Also ich finde schon, dass es drei
- 25:10Bereiche gibt und finde ich auch. Also ich glaube selbst an dem, ich sitze ja gerade in Freienzeiben
- 25:17und ich glaube anhand von Freienzeiben könnte man schon streiten. Für mich ist Freienzeim vom
- 25:21Charakter her eher wie die Nordfals, ein leiniger Land und das mal bezeichnet auch nach den Fürsten,
- 25:29die hier praktisch früher geherrscht haben. Vielleicht auch durch die landschaftliche Prägung,
- 25:37dass es hier schon wieder ein bisschen weitläufiger ist und auch mehr vom Kalk wieder dominiert,
- 25:46wenn die Mittel hart für mich schon dieser klassische Zug an der Hart entlang ist mit den
- 25:52traditionellen Weinorten auch ein bisschen durch die Weingüter geprägt, eben wie die drei großen
- 25:58Bees oder natürlich auch andere sehr erfolgreiche Weingüter da und dann die Südpfalz. Aber auch
- 26:03da, da gibt es wirklich Diskussion oder da empfindet es, glaube ich, jeder anders. Für mich ist eigentlich
- 26:10schon so die Neustadt der Ecke, Maikammer schon Richtung Südpfalz, manche würden das eher noch
- 26:16zur Mittel hart zählen. Aber für mich ist das eher so ein Bauchgefühl, wie auch so ein bisschen die
- 26:25Weinstilistik ist, wie sich die Rebsorten ein bisschen aufteilen. Also für mich die Mittel hart
- 26:29wirklich schon das riesigen Flaggschiff, wo ich auch manchmal finde, wenn die dann mal ein weiß
- 26:35begründeter Ausbau und schmeckt ja manchmal auch wie ein Riesling, ist vielleicht so, wo ich dann
- 26:41sage, okay, das ist vielleicht dann, wenn man, wenn man weiter in den Norden oder Süden geht,
- 26:46wieder breiter aufgefächert, wo die Burgundersorten eine größere Rolle mitspielen, aber der
- 26:50Riesling deswegen trotzdem nicht an Bedeutung verliert, aber einen anderen Charakter schon
- 26:54wieder kriegt. Also für mich ist es eher so ein bisschen wie die Tübizität der Weine ist, wobei
- 26:58das natürlich ja auch so ein bisschen eine Falle ist, weil die Tübizität der Weine ist ja auch
- 27:04manchmal so ein bisschen wie die Winzer. Das wäre meine nächste Frage gewesen, wie man solche
- 27:09Gebietsunterteilungen vornehmen kann, ob das auf der Geologie oder die Geografie fundiert ist oder
- 27:17die Klimausrichtung oder sind es in der Tat die Winzer, die ein Stil einer Region prägen und somit
- 27:24da auch eine Unterteilung letztlich vollziehen. Natürlich geht immer alles Hand in Hand, also
- 27:31die Winzer versuchen ja Geologie auch zu interpretieren. Genau, ja wie du schon gesagt hast, die
- 27:37Pfalz ist ja zusammenhängend und dadurch glaube ich, wenn die Grenzen ein bisschen schwieriger zu
- 27:42ziehen, es gibt ganz klare Ecken, die wirklich separat sind, wie zum Beispiel das Zellertal,
- 27:48das ist ja im Norden der Pfalz, das geht dann eben schon Richtung Donnersberg, von Kindheim,
- 27:56von Grünstadt aus weg und da gibt es ja auch einen Rheinhessischen und ein Pfälzerteil, aber weil
- 28:00das natürlich eine gewisse Unterbrechung zu den anderen Weinbergens ist, ist da die Abgrenzung
- 28:06ganz klar, das ist dann eher die Geografie. Gut, das sind ja oft auch politische Grenzen, also hier
- 28:12gibt es ja auch eine eigene Weinwerbung für die Südpfalz und da ist das zum Beispiel eine
- 28:17politische Grenze, da geht es um Landkreise, die dann irgendwo abgegrenzt sind. Aber ich glaube
- 28:25schon, dass es manchmal auch so ein bisschen die Winzer sind, die vielleicht auch über Zusammenschlüsse,
- 28:31über Winzer Vereinigungen das so ein bisschen prägen und dadurch manchmal ja so zumindest ein
- 28:37Bild im Kopf besser prägen. Ich denke bei anderen Regionen ist es manchmal ja einfacher, auf der
- 28:43anderen Seite schwerer für die Regionen, um sich dann gemeinsam zu vermarkten. Es war gerade eine
- 28:49Verkostung in Neustadt, die vom VDP Baden aus war über den Meininger Verlag, wo ich mal so überlegt
- 28:55habe, wo ist denn Baden überhaupt? Wenn man Baden anguckt, das ist ja ein Flicken-Teppich dann,
- 29:01der sich über ein ganzes Bundesland zieht, der irgendwie irre weit auseinander ist teilweise.
- 29:07Und das ist natürlich ganz klar, das dann abzugrenzen, die badische Bergstraße oder wo dann
- 29:12das Makrefflerland ist. Aber die haben natürlich dann das Problem, dass es für die viel schwerer ist,
- 29:18einheitliches Bild nach außen für einen Weinmauerregion zu geben. Von daher ist immer Fluch und
- 29:24Segen zugleich. Aber ich würde sagen, die Geografie ist eigentlich schon das wichtigere, entscheidendere,
- 29:31was den Weinern prägt. Nicht wenige Winzer behaupten ja, dass die Mittelhard sehr stark mit dem
- 29:40Begrund vergleichbar ist. Also aufgrund der Ausrichtung der Bodendivitäten finde ich vom
- 29:45Ansatz interessant. Dieses Hard, woher kommt es eigentlich? Das ist das Hard-Gebirge, also
- 29:51der Hard als Wald auch. Also so nennt man wirklich den, ich weiß nicht, Gebirge ist vielleicht das
- 30:00falsche Wort, aber es ist schon Gebirgszug, der ja dann in die Vogesen praktisch in Frankreich
- 30:04übergeht. Und das bildet natürlich schon die Geografie der Region und das ist vielleicht
- 30:11auch das, womit man es halt dann mit dem Begrund vergleichen kann, weil es eben durch Gebirge und
- 30:18auch durch Wald, der dann da oben steht, praktisch abgegrenzt wird und die besten Lagen natürlich
- 30:23auch am Hang liegen in dem Bereich, wie du sagst in der Mittelhard, also wenn man wirklich das
- 30:31Stück dann von Kallstadt bis Südlich, oder bis Richtung Neustadt, also bis Königsbach,
- 30:38Moosbach an und so, da sind wirklich die Top-Lagen wirklich am Hang. Die Dörfer sind unten in der
- 30:44Ebene und das sieht tatsächlich aus wie im Begunter oder natürlich auch wie im Elsass. Aber es gibt
- 30:49dann schon auch dann wieder die Regionen, die etwas sanfterwellig werden und wo man dann eben aus
- 30:56dieser reinen, aus Hang-Lager Richtung Hard praktisch rausgehen kann, wie zum Beispiel dann
- 31:02in Richtung Ilbesheim guckst, die Kall mit, was ja eine absolute Top-Lage ist, die es auch geschafft
- 31:09haben, das als Einzellage wieder eintragen zu lassen, jetzt nach dem 71er Weingesetz. Das ist
- 31:16ja auch eine Erhebung, die aber schon in der Reinebene ist, die sich aber halt da auch gebildet hat
- 31:21und das sind praktisch so typisch für die Südpfalz, die dann etwas weitläufiger ist und nicht nur
- 31:27dieses Dorfhang Hardrand, sondern da in dem Bereich ja auch wunderschön. Also wenn man da,
- 31:35ich liebe das immer, wenn man da Richtung Südpfalz fährt und das dann so weitläufig wird, so
- 31:40großzügig man diese ganzen Hügel sieht, ein paar Burgen zwischendrin, also schon der romantische
- 31:47Gegend dann auch. Gibt es den typischen Felserboden? Also ist es Kalk oder ist es Tonmergel oder ist es,
- 31:53kann man nicht sagen? Nein, also das ist wirklich eben das Spannende und deswegen natürlich auch die
- 31:59Vielseitigkeit für die Böden, das ist glaube ich so der Unterschied natürlich auch durch die Größe.
- 32:04Also wenn man, ich sag mal, 5 oder 10.000 Hektar hat als Weinanbaugebiet, hat man wahrscheinlich eine
- 32:12größere Homogenität als bei 24.000 Hektar und das ist aber ja eigentlich das Spannende,
- 32:22diese verschiedenen Bodentypen und das sieht man ja auf ganz kleinem Raum. Also da geht es wirklich
- 32:29in die Stehungsgeschichte der Pfalz, diese Region hat sich ja hier gebildet, als sich der Rheingraben
- 32:36abgesenkt hat und da hat man ja so was wie eine Bruchkante, die da entstanden ist und an dieser
- 32:42Bruchkante kann man sich vorstellen, sieht man ja auf einmal viele verschiedene Bodenschichten,
- 32:49die sonst übereinander waren, die natürlich durch so ein Bruch irgendwo durch das, was dann da über
- 32:55Jahrtausende Jahr Millionen entstanden ist, hat man ja auf einmal Böden nebeneinander, die sonst halt
- 33:01nur in großen Tiefe übereinander waren und deswegen hat man halt in Forst eine Lage, die eben
- 33:10ein bisschen mehr Kalt geprägt und Bundensanstein ist und eine andere Lage, wo halt durch so ein
- 33:16paar Aufbrüche, so ein paar Magma-Adern hochkamen, wo man dann den Basalt hat, also dieses Vulkangestein
- 33:22und das ist in der Distanz von 100 Meter und das macht es natürlich super spannend und vielseitig,
- 33:29also von daher ist die Vielseitigkeit der Böden, glaube ich, das, was der Joker ist.
- 33:34Ist dein Wein deines Lebens ein Felserwein?
- 33:37Ja, tatsächlich, aber auch das ein historischer Wein, ja, weil, also ich hoffe, ich habe immer
- 33:47mal noch Gelegenheiten vielleicht tolle Weine des Lebens zu haben. Also ich, ich wird manchmal von
- 33:59Gästen gefragt, was mein Lieblingswein ist und da muss ich wirklich sagen, ich habe natürlich ne
- 34:05bevorzugte Weinrichtung, die ich gerne trinke, Weine, die mich abholen, aber den einen Lieblingswein,
- 34:11den ja dafür finde ich es viel zu faszinierend, mich ständig mit anderen Weinen zu beschäftigen
- 34:18oder immer wieder mit neuen Jahrgängen mit, also oder und ich habe natürlich vielleicht auch ein
- 34:24bisschen zu wenig Zeit, um Wein zu trinken, dass ich immer den gleichen trinken holen würde,
- 34:27das wegen, aber als Weinerlebnis, was einem so wirklich ins Gedächtnis haftet, das war tatsächlich
- 34:38ein Felserwein, aber das war ein Wein von 1811 aus der Lage Forsterungehör. Ja, und da sind wir
- 34:45jetzt wieder bei Geschichte. Von welchem Wein gut war das? Das ist von Bassa Manjordan und das hat
- 34:51eben auch damit zu tun, dass ich mich ja mit der Geschichte beschäftigt habe und auch dann auch
- 34:59immer mal wieder Kellerführungen gemacht habe und Weinproben für Gäste von uns im Restaurant
- 35:05damals und durfte mich allein auch im Keller bewegen in dem historischen Keller in Deidesheim
- 35:11und da gibt es eine Schatzkammer und da habe ich den Gästen auch immer erzählt, dass dort eben ab
- 35:16so 1870 wirklich so ziemlich alle Jahrgänge geschlossen noch liegen und eben einige Flaschen
- 35:25von dem 1811-Riesling, der eben auch über den Goethe geschrieben hat, wo es wirklich ganz viele
- 35:33Dokumente gibt, wer den alles getrunken hat von Bismarck über und ich habe zum Grunde hau immer
- 35:38gesagt, wenn es wieder ein Ereignis gibt, wo diese 1811 aufgemacht wird, dann will ich dabei sein.
- 35:43Ich habe so oft über diesen Wein erzählt, ich möchte das auch einmal erleben und es gab dann
- 35:50das 300-jährige Weingutzjubiläum und 2018 und dann gab es eine Verkostung, zu der natürlich auch
- 35:59viele Journalisten eingeladen waren, aber auch Someliers Wegbegleiter und da wurden einige
- 36:05Weinraritäten aufgemacht, also da könnte man noch ein paar Weine aufzählen, die einem Gänsehaut
- 36:11gemacht haben und dann kam es irgendwann zu diesem Zeitpunkt, wo der 1811 ausgeschenkt wurde
- 36:16und da hat man eigentlich, das bestimmt auch schon, einige Weinraritäten probiert, da hat man keine
- 36:23so große Erwartungshaltung mehr, wenn es mal um ein Wein geht, der über 200 Jahre alt ist und
- 36:28deswegen hat man sich schon so ein bisschen zurückgelähen und gesagt, okay, wird jetzt ein tolles
- 36:32Erlebnis, aber man muss ja da Abstriche machen, wahrscheinlich wird es nicht mehr der große Genuss
- 36:38sein und das war eben das Verplüffende und ich glaube, du wirst das selbst wahrscheinlich im
- 36:44Internet finden, wenn du das nachschaust, weil es haben auch ein paar Journalisten drüber geschrieben,
- 36:49ich glaube der Wein hat uns alle geflasht, weil es wirklich noch Wein war, also du konntest das
- 36:54wirklich als Wein probieren, du konntest sagen, ja ich kann das noch erahnen, ich kann auch den
- 37:00Riesling irgendwo noch erahnen, natürlich in seiner ganz, ganz reifen Form, aber es war immer noch
- 37:06Wein und das war halt wirklich ein Zeitzeugnis in Flaschen und es ist ein Lebensmittel, wir
- 37:12müssen uns das ja auch immer noch bewusst machen, es ist ja was, was dann und was über so eine Zeit
- 37:17bedauern kann und ja auch so eine Geschichte hat wirklich, also das war wirklich ein Gänsehautmoment
- 37:24und ja einer der oder bis jetzt der Wein meines Lebens kann man den Wein beschreiben, wie er
- 37:31geschmeckt hat, also die wenigsten von uns allen haben in 200 Jahre alten Wein jemals auf der Zunge
- 37:36oder können sowas überhaupt erahnen? Ja, manchmal ist man in den Genuss eines sehr alten Madeira
- 37:42gekommen oder so, das hast du bestimmt auch schon mal verkosten dürfen, alten Madeira oder Portwein,
- 37:47aber die sind natürlich schon in ihrer Struktur ein bisschen anders, also du hast bei so einem
- 37:52gereiften Riesling ja schon, also auch wenn der, ich sage mal 70, 80 Jahre alt ist, du kannst ja
- 37:58manchmal doch noch oder wenn man jetzt so aus dem 20er-Jahrendag ab so ein paar große Jahrgänge,
- 38:03wenn man da vielleicht noch was hat, das war natürlich zu der damaligen Zeit Süßweine
- 38:08oder Weine, die mit Restsüße ausgebaut waren und die ist aber oft so gut wie verschwunden
- 38:14wahrnehmbar, also das schmeckt eigentlich eher trocken und du hast oft Aromen, die so Richtung
- 38:19Kaffee, Kräuter, Würze gehen, also hast du jetzt nicht mehr so dieses grüne Apfel-Zitrus,
- 38:27was man mal für Riesling lernt, sondern wirklich so balsamische Noten und so, aber ja eben auch vom
- 38:34Mundgefühl her immer noch mal ein, du hast Säure da, du hast eine gewisse Frische da, also von daher
- 38:39ist das schon schon so beeindruckend, wenn man das machen kann und davon, ich durfte das zum
- 38:44Glück einige Male in meiner Weinlaufbahn und das hat mich schon geprägt. Wurde der Wein
- 38:50jemals neu verkorkt? Ja, ja, das musste, also so ein Korkenschaft zu 30, 40 Jahre normalerweise
- 38:59und dann ist auch vorbei, also die Weine wurden unter der Familie Bassermann, die haben das
- 39:06wirklich als Weinmuseum zu damaliger Zeit noch sehr gepflegt, die hatten, es gab ja auch einen
- 39:12der Bassermanns, der so um die 100-Wende, also so um 1905 ungefähr, eine Buch über die Geschichte des
- 39:18deutschen Weinbaus geschrieben hat, also die waren sehr belesen, die waren aber auch da sehr
- 39:23umsichtig, was ihr erbeanbelangte und die haben das schon gemacht und dann auch später wieder,
- 39:30also ich habe das damals auch mitbekommen, wie dann in den eben da ja so 2000er Jahren da auch die
- 39:40Weine wieder neu verkorkt wurden, ja musste manchmal dann halt auch, wenn das ein bisschen zu
- 39:44spät gemacht war, dass man schon ein bisschen Verlust in den Flaschen hatten, manchmal einige
- 39:48opfert werden, wenn man dann das Glück hatte, dass da vielleicht noch 10, 15 Flaschen da waren,
- 39:52dann hat man wirklich mal mit einer die anderen aufgefüllt, um das wieder ja für die nächsten
- 39:57Jahrzehnte zu konservieren. Wie geht so was, so ein Neuverkorken, wenn du schon mal mit erlebt
- 40:03hast? Ja wirklich, also ganz klassisch, Flasche aufziehen und natürlich auch im besten Fall
- 40:08einmal probieren, weil was was ein Kork schlägt, da kann ja auch mit jedem Neuverkorken natürlich
- 40:15noch wieder ein Korkschmäcker reinkommen, einfach gucken, wie weit ist das und wenn ich es richtig
- 40:22in Erinnerung habe, wo der auch manchmal, weil man natürlich in dem Fall Sauerstoff dann rein
- 40:26gebracht hat durch das Öffnen, durch das Auschängen, einen Hauch von Schwefel nochmal wieder zugegeben,
- 40:31ohne den Wein jetzt ja verfälschen zu wollen, sondern nur, um dieses Öffnen wieder auszugleichen.
- 40:38Ja und dann praktisch mit einem Neu, aber das wird dann wirklich per Hand gemacht,
- 40:41das sind ja dann so Miniaturmengen, da wird jetzt keine Füllstraße mit Korkstationen gemacht,
- 40:50aber das ist natürlich eine sehr ehrfürchtige Aufgabe dann auch. Wenn du so einen Wein hast,
- 40:57findest du, man sollte den Wein dann eher singulär genießen oder würde eine entsprechende Speise
- 41:04diesem Wein doch mal bereichern und anders fordern oder diese Art von Wein? Ja, wollte ich
- 41:08gerade sagen, ich glaube so einen Wein wie jetzt den 1800 11, das kann man dann nur so probieren,
- 41:14man probiert ja da auch wirklich nur einen Schluck, ja, aber gereifte Weine und auch wirklich mal,
- 41:19wenn jetzt ein Binzer wirklich auch, dann Weinarchiv hat mein Museum,
- 41:24so einen Gerichten kann man, also so einen Weinen kann man schon mit den Speisen auch helfen,
- 41:29vielleicht auch gerade, wenn die Gäste mit so reifen Aromen von dem Wein auch nicht so viel
- 41:34Erfahrung haben, dann ist es glaube ich doppelt wichtig, dann was zu Essen daneben zu stellen,
- 41:39weil das dann sich schon toll ergänzen kann und da kann man ja viel dann mit auch so
- 41:47erdigen Aromen arbeiten. Mit Trüffel ist das natürlich dann ein Thema, aber auch so mit
- 41:51Wurzelgemüse, was so manchmal so ein bisschen dieses süßlich-erdige hat, das hilft manchmal
- 41:56so im Reifenwein auch oder ja, also ich würde es wirklich dann in dem Fall neben
- 42:04den Speisesstellen um auch das Erlebnis vielleicht für den Gast zu haben, ja, man heutzutage ja doch
- 42:11wirklich viele Weine in ihrer allerersten Lebensphase trinkt in dieser primärfruchtigen
- 42:16Phase. 95 Prozent aller Weine werden im ersten Jahr nach der Apfelung getrunken, also schon relativ
- 42:21krass, dass Weine eigentlich kaum noch zur Seite gelegt werden. Ja.
- 42:24Ein Glas Schaumwein, dessen Perlaj feiner kaum sein könnte, dass im Stroh gelb goldene Reflexe
- 42:48tanzen lässt und bereits beim ersten Artenzug eleganz und tief offenbart. Wie schafft es ein
- 42:54Wein nicht nur in der Nase, sondern auch um Geist so lange präsent zu bleiben? Mit dem
- 42:58Bella Vista Reserva Vitorio Moretti extra brüht 2016 haben wir ein dieser Weine vor uns,
- 43:05ein Meisterwerk der Franche Korte, das nicht einfach produziert, sondern mit Präzisionen
- 43:11erschaffen wurde. Dieser Wein ist ein Paradebeispiel dafür, wie Tradition und Technik harmonieren.
- 43:17Er besteht aus 60 Prozent Chardonnay und 40 Prozent Pinonero, zwei Rebsorten, die im Franche
- 43:23Korte gebietiv verwurzelt sind. Die Trauben für diesen Jahrgang stammen aus dem besten Parzellen
- 43:28der Bella Vista Weinberge, die sich auf Höhen zwischen 200 und 350 Meter bewegen. Die Bodenvierfalt,
- 43:35dominiert von Morena-Plagerung mit hohen Mineralgehalt, verleihen diesem Wein eine besondere
- 43:41Mineralität und Struktur. Und was auch euch als Experten und als Weinliebhaber interessiert,
- 43:46ist vielleicht die Methode der Verarbeitung nach einer sanften Pressung, die nur den reinsten
- 43:52Most extrahiert, erfolgt die erste Gehrung in kleinen gebrauchten Eichenholzfässern. Warum Holz?
- 44:00Nicht um den Wein die Holznote aufzuzwingen. Diese bleibt dazu unsichtbar, sondern um durch
- 44:05Mikrooxidation Tiefe und Stabilität zu schaffen. Nach der zweiten Gehrung reift der Wein mehrere
- 44:10Jahre auf der Hefe, mindestens 36 Monate bei einem normalen Franche Korte. Hier haben wir
- 44:16eine Reserve, also es heißt mindestens 60 Monate, gelegentlich länger, um die charakteristische
- 44:22Cremigkeit in Finesse zu entwickeln. Dieser Wein ist ein extra Brüt mit geringer Dosage.
- 44:27Es bedeutet, dass wir uns hier auf die Reinheit der Trauben verlassen, ein Wein, der nicht
- 44:32geschönt wird, sondern der Natur und der Technik gleichermaßen vertraut. Lassen wir dem Wein
- 44:37vor einem Moment stehen und widmen uns der Frage, was steckt hinter Bella Vista?
- 44:411977 gründete Vittorio Moretti das Weingut, getrieben von einer Version. Die Franche
- 44:48Korte sollte zu Heimat der feinsten Schaumwein Italiens werden. Der Name Bella Vista bedeutet
- 44:54"schöne Aussicht" und stammt von den sanften Hügeln seines ersten Weinberges mit Blick auf
- 45:01den Iseo-Seen die Alpen. Moretti begann mit wenigen Hektar, konzentrierte sich jedoch von Anfang an
- 45:07auf das wesentliche. Qualität. Heute unter der Leitung seiner Tochter Francesca Moretti
- 45:13bewirtschaftet das Weingut über 190 Hektar, verteilt auf mehr als 100 Parzellen. Die Weimberge
- 45:19sind wie ein Musseig und jedes Stück trägt zum Gesamtbild bei. Interessant ist der Fokus auf
- 45:25biologischen Anbau und traditionelle Methoden wie die Nutzung der Maronierpresse oder das manuelle
- 45:30Rüttel der Flaschen vor dem Degaschieren. Warum macht man sich all diesen Aufwand,
- 45:34wenn es einfacher und kostengünstiger ginge? Ganz einfach. Wer Bella Vista nicht nur Wein produziert,
- 45:40sie erschaffen Kunst. Moretti selbst sagte einmal, der Wein ist wie eine Symphonie in der Natur
- 45:47und Mensch perfekt harmonieren müssen. Aber kein großer Wein ohne ein großartiges Terror,
- 45:54oder? Francia Corte, ein Name, der euch als Experten und Weinliebhaber sicher ein Begriff ist. Doch,
- 46:00wie gut kennt ihr diese Region wirklich? Francia Corte liegt südlich des Iseosees in der Lombardai.
- 46:07Die sanften Hüge geformt durch die Eiszeit bestehen aus Morinenböden. Die Böden sind mineralreich,
- 46:12durchlässig und bieten den Reben optimale Bedingungen. Das Klima? Einzigartig. Die
- 46:17Alpineinflüsse und die Nähe zum See schaffen ein Mikro-Klima, das mild aber präzise ist.
- 46:23Die Tage sind warm, die Nächte kühl. Eine ideale Kombination für eine langsame und gleichmäßige
- 46:28Traubenreife. Francia Corte ist die Wiege und die Heimat der Metodo-Klassikot, die ihr als traditionelle
- 46:34Flaschengierung kennt. Seit 1995 kriegt Francia Corte die DOCG-Status und ist damit die erste
- 46:41Schaumweinregion Italiens, die diese Auszeichnung erhielt. Die Region bewirtschaftet knapp 3.000 Hektar
- 46:47Weinberg und jede Parzelle erzählt ihre eigene Geschichte. Lassen wir uns zurück zum Jahrgang
- 46:522016 für ein Jahr, das geprägt war von ausgeglichenen Bedingungen. Keine extremen Wetterlagen, keine
- 46:59Überraschung. Einfach perfekte Reife Bedingungen. Die Schaden-Nee-Trauben entwickeln ihre lebendige
- 47:04Säure und subtile Fruchtaromen. Pionero entgegen, brachten Kraft und Strukturen die Kühe ein. Das
- 47:09Ergebnis? Ein Wein, der wie ein präzises Urwerk funktioniert. Frische, finesse und eleganz im
- 47:15perfekten Balance. Wenn wir über Bella Vista und die Francia Corte sprechen, dann sprechen wir nicht
- 47:20nur über Wein, wir sprechen über Philosophie, über Handwerkskunst, über den Dialog zwischen
- 47:25Menschennatur und vor allem sprechen wir über ein Vermechnis, das in jedem Schluck spürbar ist.
- 47:30Also was denkt ihr? Ist die Francia Corte auf Augenhöhe mit der Champagne? Nein,
- 47:34denn sie ist eigenständig, sie hat eine eigene Interpretation für Schaumwein gefunden und ein
- 47:39Francia Corte, ein Bella Vista und gerade der Reserver 2016 ist so einzigartig, dass er
- 47:46unvergleichlich ist. Vielen Dank für dieses Schaumweinkunstwerk und ein großes Dankeschön dem
- 47:52deutschen Importeur dem Handelthaus Korn Siovini.
- 47:55Ich bin da ein bisschen wie Don Quichott. Ich mein, du bist ja auch so ein Weinsammler, sag ich mal,
- 48:13oder ich glaube so muss ich mich auch noch ein bisschen sehen und wir machen das wirklich. Also
- 48:20wir konnten uns zum Glück in den letzten zehn, ja jetzt wenn es bei 12 Jahre Selbstständigkeit auch
- 48:28wirklich zum Glück höher aufbauen und wir legen wirklich viele hin, also wir haben locker nochmal
- 48:35die Hälfte, wahrscheinlich ist es nochmal eins zu eins, so viel wie auf der Weinkarte steht,
- 48:40was wir wirklich einlagern erst mal, keine 20, 30 Jahre, das schaffen auch wir wieder finanziell
- 48:50noch von der Lagerkapazität, aber zumindest mal zwei, drei Jahre, um vielleicht auch ein anderes
- 48:56Erlebnis mit dem Essen zu schaffen. Nicht bei allen Weinen natürlich, es gibt natürlich auch
- 49:02frische leichte Weine. Ich möchte auch einen Gast, ja, ich muss auf der Terrasse ein Sovignon
- 49:08blortrinken möchte ich nicht sagen, ja da habe ich einen von 21 oder so, das ist klar, da geht es um
- 49:16frische und da geht es um was anderes, da geht es dann eher um das Thema wieder einfach Wein trinken,
- 49:21aber ich möchte ja im Restaurant ein anderes Erlebnis bieten und dann gerne auch mit Weinen,
- 49:28die ja schon etwas entwickelt, das sind auf der Flasche. Wie sagst du dann, dass die auf die
- 49:32Karte kommen? Da ist es bei dir pauschal irgendwie, Riesling Großgewecks mindestens vier Jahre oder
- 49:37probierst du die sukzessive und oder wenn ihr ein bestimmtes Menü-Element neu kreiert, dass du
- 49:45sagst, Orte brauche ich einen fünfjährigen oder wie gehst du mit den Lagerweinen dann um?
- 49:50Ja, ich muss mal mal lachen, weil manchmal ist das Prinzip Chaos oder Zufall dann schon auch der
- 49:57vorgibt. Also manchmal ist es dann wirklich so, dass er sagt, okay jetzt geht ein anderer Jahrgang
- 50:05auf aus und dann nimmt man neun Jahrgang drauf, aber manchmal nicht zwangsläufig dann den nächsten,
- 50:10sondern man sagt dann vielleicht okay, ich finde zum Beispiel jetzt gerade die 20er fangen gerade
- 50:17an sich so ein bisschen zu verschließen die Weine, also würde ich jetzt nicht gerade ein 20er,
- 50:21vielleicht würde ich jetzt sogar eher zu einem 22er gehen und was wir jetzt in letzter Zeit öfter
- 50:26versucht haben, dann auch Weine wieder runterzunehmen zwischendurch von der Karte. Also ein Wein hat
- 50:32ja ein Leben doch irgendwo in einem gewissen, das sind wir wieder bei Mathe in so einer Sinuskurve,
- 50:37ja, also es gibt halt so Höhen und Tiefen und wenn ein Wein dann mal in so ein Loch kommt und so eine
- 50:45Phase hat von dieser ersten eher fruchtigen, charmanten, offenen Phase und in dieser reife Phase
- 50:51übergeht, in dem Moment will man manche Weine wirklich nicht trinken und dann in dem Moment wo
- 50:57man merkt, oh bei einem Jahrgang wird es jetzt langsam kritisch, das ist natürlich durch das,
- 51:00dass man verkostet die Weine natürlich auch öffnet und da regelmäßig mit zu tun hat, dass man
- 51:07dann sagt okay jetzt Achtung mit dem Jahrgang müssen wir jetzt aufpassen, wir müssen jetzt runternehmen
- 51:11und dafür bringen wir jetzt einen Jüngeren und den dann später wieder deutlich gereift, also
- 51:16da versuchen wir jetzt so Pöpö ein bisschen mehr zu spielen, das geht natürlich jetzt aber auch
- 51:20erst, wo man mal 4-5 Jahrgänge im Keller hat, das ging natürlich am Anfang nicht, da kam es auf die
- 51:26Karte und wenn dann der Wein noch drauf stand, dann hat man den neuen nachgekauft, aber nun nicht
- 51:30gleich auf die Karte geschrieben, das ist dann wirklich so was, was jetzt gewachsen ist in den
- 51:35letzten Jahren. Was macht so ein Wein dann, wenn du sagst, der ist gerade nicht präsent oder nicht
- 51:40trinkbar? Also du hast manchmal das Gefühl finde ich dann, dass der sich gerade so in seine Einstellteile
- 51:45zerlegt, also auch dann manchmal so die Frucht auf der einen Seite, Säure manchmal die irgendwie so
- 51:51daneben steht oder du riechst in das Glas rein und denkst, der zeigt gerade gar nichts oder
- 51:57also es äußert sich unterschiedlich, aber manche sind wirklich wie so ein Baukasten manchmal
- 52:03nebeneinander oder sagst jetzt ist der eine Bestandteil des Weins sogar nicht beim anderen,
- 52:08also das ist dann ja ich glaube also das Gefühl, wenn man den Wein anverkostet,
- 52:15ist irgendwie das ist total unrund gerade, da stimmt gerade irgendwas überhaupt nicht und man
- 52:20probiert so ein Wein ja öfter, also man verfolgt es ja schon ein bisschen oder man kennt ja ungefähr
- 52:25so die die Charakteristik wie eine Lage zeigt oder so und wenn man dann sagt, boah, ist jetzt
- 52:31auf einmal völlig untypisch oder so, dann würde ich sagen nicht die nächste aufmachen,
- 52:36sondern zulassen und erst mal wegpacken, aber es ist natürlich ja eine gewisse Erfahrung,
- 52:41würde ich schon notwendig, also wenn man gerade angefangen hat sich mit Wein zu beschäftigen,
- 52:47das fragen mich auch oft Gäste, ja woher wissen sie das, wie lange Wein kann oder so sag ich,
- 52:53wissen, wissen tu ich gar nichts, also ich kann anhand meiner Erfahrung so ein bisschen einschätzen
- 52:58und auch dann passiert es manchmal, dass man im positiven wie im schlechten negativen, dass
- 53:04man sagt, oha, dem Jahrgang hätte ich jetzt viel weniger zugetraut und er entwickelt sich jetzt
- 53:08toll und andere Weine, wo man dachte, oha, die muss jetzt schnell trinken und umgekehrt andere
- 53:15Weine, wo so viel geschrieben wurde, dass es so ein mega Jahrgang ist und dann ist man manchmal
- 53:20auch enttäuscht, wenn man sagt, oh irgendwie, jetzt wird der Wein langsam müde. Wie fing das bei dir an,
- 53:26dass du deine Erfahrungen aufgebaut hast, also wann wurdest du vom Wein infiziert oder überwandt?
- 53:31Ja infiziert, glaube ich, das war so ein schleichender Prozess, das haben glaube ich
- 53:37manche angetrieben. Den Tag xy, okay, okay. Nee, also ich muss schon sagen, es hat mich
- 53:42fasziniert, ich war, wir waren mit, mit einem Freund der Familie, waren wir als Teenager, also
- 53:54wo man schon ein bisschen Wein trinken durfte, so mit, ich glaube ich war 16 oder so, mit einem Hausboot
- 54:00durch die Champagner und dann waren ein paar Champagnerhäuser besucht. Ich fand es völlig
- 54:04faszinierend, was für ein Aufwand betrieben wird, um da so 0,75 Liter Inhalt auf die Flasche zu
- 54:11bringen, sage ich mal. Also völlig fasziniert von dieser Kultur und von dem, was da dahinter steht.
- 54:18Und Wein hat mich interessiert und auch dann so Richtung Abitur und so und ich bin dann ja
- 54:27ins Hotel, ich habe Hotelfach vor gelernt und wollte eigentlich so eine internationale Karriere
- 54:32im Hotelbusiness reisen, hat mich interessiert. Ich fand so große Hotels faszinierend, deswegen
- 54:37habe zum Glück aber in einem Hotel, in einem damals, ich komme aus Franken, muss ich mein R wieder
- 54:43rausholen. Ich habe in Nürnberg meine Ausbildung noch gemacht und zum Glück in einem Haus, also bei
- 54:52der Familie Rotner, die damals ein ganz neues Hotel gebaut haben, also auch im Hotelbusiness
- 54:56eher neu waren, aber ein ganz tolles Restaurant hatten, die damals auch einen Stern hatten.
- 55:03Jetzt der Junior der Valentin hat den jetzt seit ein paar Jahren wieder, also auch da ganz, ganz tolles
- 55:09Haus und da wurde ich mit dem Restaurantvirus infiziert. Also ich bin zum Glück da reingerutscht,
- 55:17sage ich mal, das hat mich dann letztendlich noch mehr fasziniert als das Hotelthema,
- 55:21um jetzt nur irgendwo als Hoteldirektor zu enden sozusagen. Und ja, und dann waren da zum Glück
- 55:30immer Leute, die ein so bisschen an die Hand genommen haben. Da war damals jemand, der dort
- 55:35Restaurantleitungen in einem Bereich gemacht hat, der ist auch auf Wein messen und weil er wusste,
- 55:38er hat dann Febelförder mich mitgenommen und ja, da hat irgendwann mal auch eine Mitauszubildende
- 55:45zu mir gesagt, oh ja, du machst das eh mal wieder Andre und gehst auf die Sommel, die Schule,
- 55:49da hatte ich über das Thema Sommel, die überhaupt noch nie nachgedacht, also ja. Und dann hat es
- 55:55mich an die Mosel verschlagen, auch durch ja einen glücklichen Zufall, ich hatte eigentlich
- 56:00andere Pläne und das hat sich zerschlagen und mein Ausbildungsbetrieb hat dann gesagt,
- 56:04ah ja, und die haben einen Weingut und die suchen gerade in der Familie und die suchen gerade jemanden
- 56:08auch im Restaurant, da gehst immer hin und stellst dich mal vor, so nach dem und dann
- 56:12habe ich mal geguckt, wo den Trier ungefähr auf der Landkarte ist und bin da mal hingefahren und
- 56:18auch da habe ich wieder witzigerweise wieder eine Begegnung mit einem gereiften Riesling,
- 56:22weil da wurde ich dann erst mal ins Restaurant gesetzt und man hat mir erst mal nach der Fahrt
- 56:30und alles bekocht und siehst wir, unterhalten uns dann später und da wurden mir zu einer Vorspeise
- 56:36eine 76er-Tanich-Ritz-Riesling-Ausliese eingeschenkt. Also das ist ja schon ein paar Jahre her, aber auch
- 56:41da war der Wein und der Wein war ja trotzdem zwei Jahre älter als ich und wenn man das mit so
- 56:45Anfang 20 bekommt, dann ist das schon, ja, also es war auf jeden Fall auch da ein markantes
- 56:50Erlebnis, wo ich gedacht habe, jetzt unterschreibe ich alles, hier bleibe ich jetzt erst mal,
- 56:54das ist mehr. Ja, und da warst du in dem Weintiemer drin? Und ab dann war ich da als Kommisomitier
- 57:02und bin dann mit dem Weingut vom Nick Weiß, also mit den Leuten dann immer mal wieder in
- 57:08den Weinberg und was ich heute weiß gar nicht mehr, ich könnte in so eine Steillage anders
- 57:14sagen, glaube ich, gar nicht mehr rein, da habe ich mittlerweile ein bisschen höhener Angst
- 57:18entwickelt, das war da echt krass und da ziehe ich immer meinen Hut vor, was da für eine Arbeit
- 57:25geleistet wird, weil das ist schon verrückt, wenn man das mal versucht hat nur in so einem Hang zu laufen,
- 57:29dann ist das schon irre. Ja, und ab dann ging es weiter. Der Nacht kam dann Deidesheim? Nee,
- 57:39noch lange nicht, da kam Wiesbaden, die Inthe. Ach stimmt, ja. Kommisomitier bei den Katschakner.
- 57:47Und das war auch toll, weil das vorher war ja sozusagen klein und überschaubar bei der
- 57:54Somitier dort, die mich da unter die Fittiche genommen hatte an der Mosel und natürlich mit dem
- 57:58Weingut als Bezug und dann praktisch in ein Haus wie die Inthe, auch da natürlich mit
- 58:04einer Wahnsinnsjahrgangstiefe, da gab es Weine, die manchmal fast man sich heute noch an
- 58:10Kopf, weil man das damals gar nicht gecheckt hat, was da alles lag. Was auch getrunken wurde,
- 58:18also das war ja ein Stairhäuser, die extrem aktiv diese wirklich sehr hochklassigen Weine
- 58:26ausgeschenkt haben. Absolut, absolut. Und damals mit zwei Chefsomitiers und zwei Kommisomitiers.
- 58:31Also das war dann 2003 und ja, das war auch eine ganz tolle Zeit, eine sehr intensive,
- 58:41schon auch eine harte Zeit, weil ich habe dann berufsbegleitend dann ja den Somitier in
- 58:45Koblenz gemacht zu der Zeit und gleichzeitig meinen Mann schon gekannt, den ich ja an der Mosel
- 58:52kennengelernt hatte, der aber dann zum Stein heuer ist, weil wir beide halt uns ja auch noch
- 58:56shopmäßig ein bisschen weiterentwickeln wollten und dann sind wir immer gependelt und die Schule
- 59:01und das und natürlich mit einem Chefsomitier, mit dem Kaischatner, der auch einen super guten
- 59:06Kontakt zu den ganzen Winzern hatte. Das heißt, man ist da auch wirklich regelmäßig zu den Winzern,
- 59:11hat so mal schnell zwischen Mittag und Amtservice irgendwo den neuen Jahrgang probiert und das war
- 59:17wirklich auch eine sehr prägende Zeit und ich glaube, deswegen musste ich auch wieder eine
- 59:24Wein gegen, aber manchmal muss man ja weg, um das zu erkennen, was man so schätzt. Denn nach
- 59:29der Endte, als ich dann Somitier war, war man eine erste eigene Somitiestelle als in Anführungszeichen
- 59:34fertiger Somitier, weil da könnte man es auch streiten, wann mal Somitier fertig ist. Auf jeden
- 59:40Fall bin ich dann nach Osnabrück und das war gut, weil das war dann mal außerhalb einer
- 59:50Weinregion und da habe ich erkannt, nee, das ist zwar schön, weil man auf einmal nicht an
- 59:56der Region gebunden ist, man kann sich so aus dem völlig Austoben mit deutschen Wein, mit
- 1:00:02internationalem Wein, man kann alles machen, aber man ist auch so weit weg davon. Man kann eben nicht
- 1:00:08mehr zwischen Mittag und Amtservice schnell man Winzer besuchen oder man muss das mit einer
- 1:00:12langen Tour planen. Man ist auch nicht mehr so nah dran, man kriegt nicht mehr so viel mit und
- 1:00:16dann, ich gedacht, nee, das ist nicht meins. Also die nächste Station, die sollte wieder in der
- 1:00:23Weinregion sein und dann haben wir über ein Weinhindler erfahren, dass da in Deidessheim was
- 1:00:27entsteht und haben praktisch schon letztendlich ein Jahr vor der Eröffnung des Ketschauer Hofs
- 1:00:32haben wir quasi da alles fix gemacht und ich habe auch angefangen bei den Pfälzer Winzern
- 1:00:38wirklich fast ein Jahr vor Eröffnung, Weine zu reservieren, was die auch echt gemacht haben.
- 1:00:43Das war auch wirklich ja damals ein toller Zug von denen das Vertrauen auch zu haben, da
- 1:00:48da entsteht was und da wollen wir mit dabei sein und Vertrauen da auch zu sagen, wir packen da mal
- 1:00:53ein paar Weine auf die Seite. Was ja eine Riesenkunst auch ist, so eine Karte neu aufzubauen,
- 1:00:59dann nicht nur die aktuellen Sachen zu haben bzw. auch, also es klingt ja immer wie eine tolle
- 1:01:05Chance, wenn man sagt man kann 3, 4, 500 oder mehr Positionen zusammenschreiben, aber allein das
- 1:01:10alles zu bestellen, einzukaufen, auf die Karte zu bringen, alle Fehler raus zu korrigieren, dass
- 1:01:16dann die Logistik dann irgendwo auch stimmen muss. Das ist also kein Tagewerk von acht Stunden.
- 1:01:22Nein, nein, also und das war eben das Schöne, also es hatte sich die Eröffnung des Ketschauer Hofs
- 1:01:27auch noch rausgezögert, also das war nicht schön, aber das hat natürlich in dem Fall da auch ein
- 1:01:32bisschen Zeit verschafft, weil wir dann schon ab Anfang 2006 oder ab Frühjahr 2006 in Deidesheim
- 1:01:40waren und los ging es dann tatsächlich erst im Juli und in der Zeit konnte man natürlich da noch
- 1:01:46viel machen, da konnte man noch die Winzer besuchen, aber es passieren dann auch Sachen,
- 1:01:50ich hatte zum Beispiel vergessen, dass ich noch ein Rosip brauchte, ich hatte auf dem Entwurf,
- 1:01:56der so kurz vor der Eröffnung stand, dann irgendwann festgestellt, scheiß ich habe
- 1:02:00keinen einzigen Rosé. Also irgendwie war es ein Thema, weil es vielleicht selber nicht so bei
- 1:02:07mir manifestiert war, dass das irgendwie untergegangen war, das war dann noch so, oh jetzt noch schnell,
- 1:02:14weil so ganz ohne können wir ja nicht starten und auch die Logistik am Anfang, weil es wurde dann
- 1:02:21ja alles wie das bei so Baustellen und so, es war ja auch eine Restaurierung, es war ja wirklich
- 1:02:26was ganz neu gemacht wurde mit viel Denkmalschutz und so, das wird natürlich auf dem letzten
- 1:02:32Drücker fertig und man konnte manche Sachen gar nicht wirklich rechtzeitig und in Ruhe machen,
- 1:02:42also der Weinkeller, der dann fürs Restaurant sein sollte, da wurden Glasscheiben reingebracht,
- 1:02:46die wurden mit Silikon verklebt und es hat so gestunken, dass ich gesagt habe, ich kann hier
- 1:02:50noch keinen Wein reinlegen, also haben wir das noch in einem Nebengebäude, noch professorisch
- 1:02:55in einem Raum drin stehen gehabt und haben dann aber schon die Eröffnung gemacht,
- 1:02:59ohne dass der Keller überhaupt eingeräumt war, also es war ein Riesenkaus und auch den
- 1:03:06Wein-Klimashrank, den konnte man auch so kurz vor Eröffnung erst bestücken, dass wir, wie wir den
- 1:03:14Tag der offiziellen Eröffnungsfeier vorbereitet haben, da hat damals der Thorsten Schmidt,
- 1:03:19der zu der Zeit bei Rebholz im Praktikum gemacht hat, als Hommelier, der hat uns geholfen an dem
- 1:03:25Tag und ich habe gesagt, Thorsten, räume einfach diesen Schrank irgendwie ein, dass das schön
- 1:03:29aussieht, weil es musste drei Stunden später alles fertig sein. Ich glaube, das, was der Thorsten
- 1:03:33eingeräumt hat, war dann drei Jahre, so im Prinzip von der Ordnung her, weil wenn das mal drin ist,
- 1:03:38dann räumst du das nicht wieder alles aus und ja, da gibt es ein paar verrückte Erlebnisse. Aber ja,
- 1:03:44um nochmal auf das Thema weißes Blatt Papier zurückzukommen, das ist schon eine Aufgabe,
- 1:03:51es ist aber auch eine Verantwortung. Also ich wollte das nie, das war vielleicht auch so ein bisschen
- 1:03:56die Lehre aus Osnabrück, das war ein Unternehmen, was halt eine Metzene gehört hat, das jetzt nicht
- 1:04:07unbedingt gewinnbrinnig arbeiten musste und es auch nicht gemacht hat und ich fand es eher
- 1:04:12frustrierend und das war vielleicht auch eine gute Schule für die Selbstständigkeit, wenn man
- 1:04:17über, wenn man ein ganzes Jahr harte Arbeit irgendwo reinsteckt und weiß am Ende des Jahres,
- 1:04:23das war eigentlich, also wir haben hier nur Verlust gemacht eigentlich, das ist irgendwie so eine
- 1:04:29Sache und dementsprechend ist es bei einer Weinkarte auch, es ist ja auch in dem Moment, wo
- 1:04:34du zwar, wo dir zwar jemand sagt, hier du hast und du kannst und du hast jetzt auch kein festes
- 1:04:38Budget, das habe ich schon auch als Aufgabe auch als Verantwortung gesehen, das jetzt nicht ins
- 1:04:44Uferlose gehen lassen, sondern dass das schon, man sich schon Gedanken macht, was kann man auch
- 1:04:50verkaufen, was ist der Schwerpunkt? Was war die größte und kleinste Weinkarte mit der du je gearbeitet
- 1:04:57hast? Also die größte war bestimmt in der Ente, vor allem weil es da auch viele Karten gab,
- 1:05:03damals war das noch eine fest gedruckte, gebundene Karte, das heißt, wenn man jetzt von einem Wein
- 1:05:09nur noch zwei, drei Flaschen hatte und die Weinkarte wurde neu gedruckt, dann hat man das gar
- 1:05:13nicht mehr mit draufgenommen, also da gab es immer noch so einen Riesenüberhang in sämtliche
- 1:05:18Richtungen, der gar nicht da drauf stand, also das war bestimmt die größte, aber ich kann dir gar
- 1:05:23nicht mehr sagen, was da drauf habe, ich glaube so 1500 Positionen waren das vielleicht und die
- 1:05:28kleinste, gut das war dann eher so wahrscheinlich immer ein Ausbildungsbetrieb oder dann auch später
- 1:05:32mit vielleicht 100 Weinen oder so. Findest du es spannend eine kleine Karte zu haben oder eine
- 1:05:38große? Naja dadurch, dass ich eher Sammler bin, ist das ja eine große. Aber im Verhältnis,
- 1:05:47also wir haben auch gemerkt, wir haben jetzt vielleicht so 500 Positionen, aber wir sind da
- 1:05:51logistisch am Ende, also mehr könnten wir technisch einfach nicht machen, dass wir es vernünftig
- 1:05:57temperieren können und das macht auch keinen Sinn bei einem Restaurant mit 35 Plätzen und bei uns
- 1:06:05geht natürlich schon auch trotzdem sehr viel Weinbegleitung, also das heißt in dem Flaschenbereich
- 1:06:10dreht sich gar nicht so viel und das macht dann irgendwann keinen Sinn mehr, noch 100 Positionen
- 1:06:17mehr zu haben, weil das heißt einfach, es liegen noch 100 mehr Weine, aber drehen tut sich ja deswegen
- 1:06:22nicht unbedingt viel mehr. Wenn du selber Wein trinkst, dann eher möglichst viele in möglichst
- 1:06:27kurzer Zeit oder lieber eine Flasche sich darauf einlassen und naja, also bist du ein eher der.
- 1:06:34Es gab neulich eine tolle Veranstaltung mit genau dem Thema, da wurden so viele tolle Sachen
- 1:06:41ausgeschenkt und so viele besondere, die man eigentlich natürlich auch alle probieren wollte,
- 1:06:45am besten, dass man ständig sein Glas leer gemacht hat, also mal hat man es ausgeschüttet,
- 1:06:49mal hat man es aber auch schnell getrunken, weil es so was tolles war und das muss ich
- 1:06:54leider dann immer sehr büßen, also von daher, nein, das was ich an meinem Job am meisten vermisse
- 1:07:02manchmal ist in Ruhe eine Flasche Wein trinken, also von daher natürlich wenn man mit Freunden
- 1:07:08zusammensitzt und das schönste ist ja Wein zu teilen, dann werden das auch ein paar Flaschen
- 1:07:13mehr, aber wirklich diesen Wein zu sehen, wie das sich im Glas entwickelt, wie das sich entfaltet,
- 1:07:19das ist glaube ich doch das, was wirklich unglaublich viel Spaß macht und das ist das,
- 1:07:28was wir halt diese vielen, vielen Schlücke, das haben wir eher oft, wir gehen auf Messen,
- 1:07:32das kennst du auch, das ist einfach hier und dort und möglichst viele in möglichst kurzer Zeit und
- 1:07:42trotzdem versuchen das irgendwie zu manifestieren, dass man den Wein hinterher im Kopf hat oder
- 1:07:48sagen kann, ja der Jahrgang ist so oder von dem will ich jetzt den, den und den Wein,
- 1:07:53weil die sind irgendwie rausgestochen oder er passt auf meine Karte, ist ja auch ein Thema,
- 1:07:57genau deswegen, also in Ruhe, in Ruhe Wein trinken, das ist das, was ich dann am
- 1:08:04liebsten mache. Es war für dich dann eher das singuläre Element oder hast du dann
- 1:08:09Parallelrat an, welche Speise dazu passen könnte oder wie magst du es selber lieber,
- 1:08:15Wein allein trinken oder Wein mit irgendwas kombinieren? Schon, schon beides, aber ich
- 1:08:24finde es mit Essen immer toll, also aber jetzt nicht unbedingt, also ich bin jetzt auch nicht
- 1:08:29jemand, der unbedingt sagt, ich gehe jetzt in ein Restaurant und ich kann jetzt nur eine
- 1:08:34Begleitung, weil ich weiß ja nicht, was passt und ich muss mir jetzt eine Glasweise zu
- 1:08:41jedem Gang empfehlen lassen, weil ich ja auch dann in dem Moment, das wie ich es gerade
- 1:08:46gesagt habe, diese Entwicklung von diesem Wein im Glas sehen will und deswegen, da
- 1:08:52Spaß dran hat, eine Flasche dann zusammen zu trinken, wie die sich im Glas entwickelt,
- 1:08:57aber das ist ja dann auch manchmal ganz spannend, wie sich ein Wein zu verschiedenen Speisen
- 1:09:02zeigt und da lernt man jedes Mal, also ich lerne da immer noch von was doch für Parameter,
- 1:09:09was man jetzt gar nicht gedacht hätte, dann gut funktionieren oder auch mal nicht funktionieren,
- 1:09:13aber auch das ist ja lernen, dann zu sagen, oh nee, da muss man aufpassen, bei den nur
- 1:09:19mit dem Wein oder bei der Speise, die bestimmte Bitterstoffe oder Säure hat oder so oder
- 1:09:24vielleicht einfach ein bisschen extremes Aroma, ich finde zum Beispiel, ich weiß nicht ob
- 1:09:29du eine Idee für Chitake Pilze hast, aber ich finde Chitake Pilze zum Beispiel, das kommt
- 1:09:33zum Glück bei meinem französisch geprägten Mann von der Küche her nicht so oft vor,
- 1:09:38aber ich finde es wahnsinnig schwierig da ein Wein dazu auszusuchen, ich finde es ist
- 1:09:42so ein markantes Aroma am Gaumen, dass das viel zerschlägt.
- 1:09:46Intuitiv hätte ich gesagt, greif der Vionier, dass das ganz gut passen könnte und dass
- 1:09:52suchst du die Spiegelung der Aromen der Strukturen oder versuchst du, wenn du einen Wein für
- 1:09:59ein Gericht aussuchst, das Gericht zu undermahlen oder nur zu das Gericht um den Wein aufzuspalten,
- 1:10:04wie gehst du davor?
- 1:10:05Beides, also ich finde, man kann oft beides machen, man muss manchmal schauen, was passt,
- 1:10:13ich muss ja auch, wenn ich so eine Weinbegleitung mache, ja auch so ein bisschen auf die Reihenfolge
- 1:10:19dann gucken, auch da muss ich sagen, ich habe das Glück, wenn ich mal sage, oh, zu dem Gericht
- 1:10:25will es ein viel leichterer Wein passen, ich weiß aber nicht, ob der nach dem oder dem
- 1:10:30Wein noch eine Chance hat, dass mein Mann dann doch auch mal bereit ist zu sagen, okay,
- 1:10:33dann machen wir doch den Zwischengang vor dem, was von den Speisen jetzt nicht so ist, dass
- 1:10:39er sich völlig widerspricht, dass man auch sagen kann, man dreht auch mal eine Menüfolge,
- 1:10:43um, weil es vom Wein her besser passt, um da ein bisschen mehr Dramaturgie drin zu haben
- 1:10:49oder Steigerung und ich finde, es gibt Gerichte, da wäre es einfach too much, wenn man in den
- 1:10:58Gleichklang reingeht, weil man sage ich sage mal laut und laut, das wird irgendwann vielleicht
- 1:11:03so anstrengend, da muss man vielleicht mal so ein bisschen den Gegenpart nehmen, ich
- 1:11:07finde so, ja wie, wie so eine, ich denke vielleicht so eine Stopflieberteriene oder so krasse Sachen
- 1:11:14wie natürlich auch so ein Blauchimmelkäse oder so, da ist man ja mal gerne beim Gegenpart,
- 1:11:19weil man das ja irgendwie wieder auch den Gaumen wieder frei kriegen muss, sich da runterholen
- 1:11:25muss, aber bei anderen Sachen ist dann die Harmonie einfach schön, aber von daher würde
- 1:11:29ich sagen, geht beides, kommt beides vor und auch je nachdem, manchmal worauf der Gast
- 1:11:36dann Lust hat, manche werden ja aufgeschreckt, wenn es so eine Konstrast gibt und manche
- 1:11:43finden vielleicht genau das Spannend.
- 1:11:45Kann das nur weinen, was weinen kann oder gibt es auch andere Getränke oder Elemente,
- 1:11:49die Speisen in einer anderen Form begleiten können oder Menschen ähnlich faszinieren
- 1:11:54können oder eine ähnliche Geschmackstiefe bieten?
- 1:11:57Ja, also ich glaube schon, also ich glaube Saki zum Beispiel ist schon ein Thema, mit dem
- 1:12:05ich mich leider noch nicht, erstens nur ganz am Rande mal beschäftigt habe, aber wo ich
- 1:12:11wirklich keine Ahnung habe, ich denke, man braucht halt schon eine Ebene ähnlich wie bei
- 1:12:20Wein, die halt durch eine Fermentation, durch eine Gärung, durch eine anderen aromenen
- 1:12:26Ebene ist.
- 1:12:27Deswegen tue ich mich mit diesen alkoholfreien Begleitungen oft schwer, wo jetzt vielleicht
- 1:12:34nur verschiedene Säfte oder so gemischt wurden oder auch nur einfach in Saft genommen wird
- 1:12:38oder so, weil ich finde, da fehlt dann oft vielleicht die Komplexität, die Aromenvielfalt,
- 1:12:44weil es dann halt diese eine Richtung ist.
- 1:12:46Und das kann mal ein Schluck sein, der dann passt, aber ich glaube, das wäre mir dann
- 1:12:51too much für einen ganzen Abend oder so.
- 1:12:55Aber ich glaube, Tee wäre mit Sicherheit ein Thema, aber das ist halt, sag ich mal, jetzt
- 1:13:00in unserem Kulturkreis oder so, jetzt auch nicht das, was man auch klassisch zum Essen
- 1:13:05serviert.
- 1:13:06Sollen wir probieren?
- 1:13:07Ja.
- 1:13:08Magst du mit dem Rot und dem Weißen beginnen?
- 1:13:11Fangen wir mit dem Weißen an.
- 1:13:13Findest du, man sollte immer mit dem Weißen beginnen oder?
- 1:13:17Ja, wobei ich bei großen Wein proben, also wenn man jetzt zum Beispiel die großen Gewächsvorpremiere
- 1:13:25nimmt oder so, wo man wirklich sehr viel probiert, dann probiere ich wirklich auch Rot lieber
- 1:13:31vorher, weil ich finde, wenn man dann viel Riesling probiert hat oder viel Weißwein,
- 1:13:36was natürlich von der Weinzäure her noch höher ist, dann ist das irgendwann auch schwer,
- 1:13:42das Thema Tannin einzustufen, weil man so technisch schon ein bisschen fertig ist, einfach vom
- 1:13:48Gaumen her.
- 1:13:49Ist ja was, was ich mir glaube, echt ungeschätzt habe.
- 1:13:53Ja, Mütte ist dann letztlich.
- 1:13:56Ja, Mütte aber, weil einfach auch, vielleicht auch Zahn, Hälse, Zunge, alles schon ein bisschen
- 1:14:02sensibler ist und man dann manchmal Tannin stärker einstuft, dass es eigentlich ist,
- 1:14:08weil man so empfindlich schon darauf reagiert.
- 1:14:10Ja, stimmt.
- 1:14:12Interessanter Punkt.
- 1:14:14Kein Felser rein haben wir da.
- 1:14:17Also ich dachte, dass ich dir ganz bewusst was anderes, aber ich finde was extrem restaurant
- 1:14:24freundliches, zuschieblich zieles, weil ich mich auch empfehlen würde.
- 1:14:28Du hast sozusagen was, wo ich mich eher in der Komfortzone befinde mit dem spanischen
- 1:14:35Rotwein und mit dem italienischen Weißwein eher was, was mich wirklich so eher in der
- 1:14:42Grauzone erwischt, wo ich nicht so fit bin.
- 1:14:45Ich weiß nicht, ob jemand überhaupt in Umbrien fit ist.
- 1:14:48Das ist ja...
- 1:14:49Umbrien ist ja so, es gilt zwar als grüne Herz-Italiens, aber ich wüsste nicht mal eine
- 1:14:58Weinkarte, die ich gesehen hätte, wo Umbrien intensiv bespielt wird.
- 1:15:02Vielleicht, wenn jemand wirklich einen großen Schwerpunkt auf Italien hat und dann wirklich
- 1:15:06alles spielt.
- 1:15:07Ja, dann sollte es mit dabei sein natürlich.
- 1:15:10Total spannend.
- 1:15:11Ich wüsste ich jetzt auch niemanden, aber das ist ja auch immer wieder spannend, was
- 1:15:17neu ist zu probieren und da sowohl geschmacklich wie auch vom Wissen her.
- 1:15:24Also es ist ja dann immer neu gerede da.
- 1:15:26Also man hat ja dann immer sofort das "Oh, was sind das für Rebsharten?"
- 1:15:29oder "Was ist das jetzt für ein Weingut?"
- 1:15:31Und von daher ist das immer gut, ja, mal was Neues zu probieren.
- 1:15:37Ich habe jetzt mal Gabriel-Glas für den weißen ausgesucht, weil ich glaube, man kann schon
- 1:15:44sowohl die Textur wie auch die Aromatik da ganz gut rüberbringen.
- 1:15:47Ich habe interessantesweise zwei verschiedene Gliese.
- 1:15:51Einmal Zwieel-Pirsten, dann Zier-Wischen nebeneinander, ein relativ kleines und ein recht großes Glas,
- 1:15:59welchen ich dem Weiner mit fordern wollte.
- 1:16:02Also ein mal das Intenz.
- 1:16:04Hast du das "The First" das Degustrationsglas, also dass das hier oben relativ eng wird?
- 1:16:08Nein, ich habe da das Rosé-Glas genommen, was eine ganz, ganz atypische Form hat.
- 1:16:13Ich finde aber, die Fruchtigkeit betont und die Säure ganz interessanterweise abmildert
- 1:16:18von dem Wein.
- 1:16:19Ich finde, der hat auch nicht so viel Säure, aber ich wollte dieses Gegenüberstellen einfach
- 1:16:23so wenig intensiv mit erleben und würde dann auch beide Gliese für beide Weine nehmen.
- 1:16:28Beim Kratmen im Zweiten hat mich das in der Kombination ganz interessanterweise neugierig
- 1:16:34gemacht.
- 1:16:35Also ich finde mit Gabriel hat man den großen Vorteil, dass man etwas Unbekanntes präsentieren
- 1:16:43kann, dann auch mit Fermentino, mit der Rebsort, die ja hauptsächlich vertreten ist.
- 1:16:47Etwas Spannendes, was aber nicht zu schräg oder zu atypisch ist oder was die Leute als
- 1:16:53befremdlich empfinden oder wo sie glauben.
- 1:16:55War ein nochmal komplett neu lernen zu müssen, also auch mit der Nähe zu magen und Toskana.
- 1:16:59So ein etwas vertrauterer Geschmack auf der einen Seite, aber trotzdem hat man was Neues
- 1:17:04und was Überraschendes.
- 1:17:05Mhm, ja, ja.
- 1:17:06Auch wenn man so reinricht, du hast den ersten Moment so diese schon eher fruchtigen, aber
- 1:17:13eher zurückhaltenden Aromen, was so fast so in Richtung Karambol, so Sternfrucht geht
- 1:17:18oder so.
- 1:17:19Mhm.
- 1:17:20Was so zwischen Frucht und Gemüse ist irgendwie so.
- 1:17:23Ich finde das ist so diese erste eher schon ein bisschen zurückhaltende Eindruck mit so
- 1:17:29ein paar feinen Röstaromen mit drin.
- 1:17:32Also dass der Wein im Holzmacher kann man so erahnen, ohne dass das jetzt zu maskiert
- 1:17:39wäre.
- 1:17:40Ja, vielleicht auch aufgrund der Reife, also bewusst auch in etwas Reiferinnen als 2020er.
- 1:17:46Mhm.
- 1:17:47Ich mag die Textur von dem Wein.
- 1:17:50Ja, für mich war es so cremig schon irgendwo, ne?
- 1:17:54Also ohne dieses butrisch sattmachende, was du dann manchmal hast, wenn du halt Holzausbau
- 1:18:01mit Zauberabbau hast, was dann manchmal so ein bisschen dieses Mundfüllende, aber dann
- 1:18:07schon manchmal fast sattmachende hat.
- 1:18:10Und das finde ich auch so hier eine schöne Balance.
- 1:18:11Du hast eine gute Textur am Gaumen, etwas Cremigkeit und dann aber dann trotzdem vielleicht
- 1:18:20auch durch die anderen Rebsorten bedingt, die so ein bisschen was ja erfrischendes im
- 1:18:26Nachhalt geben.
- 1:18:27Ja, Säure ist aber schon eher gepuffert, ne?
- 1:18:30Also weil du sagst auch Säure, aber die gibt eine Frische, aber ich würde den Wein jetzt
- 1:18:35als sehr ausgewogen mit einer eher milderen Säure wahrnehmen.
- 1:18:40Mhm, empfinde ich genauso, es kommt vielleicht falsch rüber.
- 1:18:42Und ich finde auch das in der Tat die anderen Rebsorten, also Griccetto und Tribiano, das
- 1:18:47kann sie unterstützen und so ganz angenehm strukturieren.
- 1:18:50Ich weiß nicht, ob man sie jetzt wirklich rausschmecken kann, aber man hat das Gefühl,
- 1:18:55dass der Wein eine zweite und dritte Ebene dadurch bekommt.
- 1:18:57Ja, das ist so einfach ein bisschen komplexer, ne?
- 1:19:01Und das ist zum Beispiel, kann ich mir jetzt super zu Essen vorstellen.
- 1:19:05Ja, also auch durch diese gelbfruchtige Art, durch diese Textur, auch dass jetzt keine
- 1:19:15da hast du ihn, sondern dass er wirklich sehr ausgewogen ist am Gaumen.
- 1:19:18Ich meine, das ist heute ja in der Küche auch so, dass Gemüse zum Glück eine viel größere Rolle
- 1:19:25widerspielt und das kann ich mir super gut auch so zu Gemüsegerichten vorstellen.
- 1:19:34Also wo man wirklich sagt, dass jetzt Gemüse mal die Hauptrolle und nicht die Nebenrolle auch,
- 1:19:38wenn man hier mit so gelbe Bete oder so was leichterdigem arbeiten könnte,
- 1:19:43könnte ich mir sehr sehr gut vorstellen.
- 1:19:45Ein bisschen von Beziehungskäse oder so.
- 1:19:49Vielleicht sogar zu deinen Shtitaki Pilzen.
- 1:19:51Ja, vielleicht auch das.
- 1:19:53Um das Thema nochmal zu holen, weil ich finde genauso, dass der so eine gewisse, leichte Ehrlichkeit auf der einen Seite hat.
- 1:19:59Ich finde, er hat erstaunlicherweise noch eine gewisse Frische, aber wirkt schon gesetzt.
- 1:20:06Für mich ist es nicht wie jemand in der Midlife Crisis, der unbedingt noch mal jugendlich sein muss, sondern es wirkt ausgewogen.
- 1:20:13Genau, also ich würde sagen, das hat auf jeden Fall einen sehr, sehr schönes Trinkfenster.
- 1:20:17Also würde ich jetzt auf jeden Fall, wenn ich ihn im Rest auch jetzt einsetzen würde, jetzt auf jeden Fall auch einsetzen.
- 1:20:23Und vielleicht, wenn man so die Parallele zu einem hiesigen Wein ziehen möchte,
- 1:20:29vielleicht mit einem Silvaner im hochwertigeren Bereich, der auch so etwas mit der Wienerinnen herum hat.
- 1:20:35Also das hat jetzt überhaupt nichts mit einem Bugunderrebsort zu tun oder überhaupt nichts mit einem Riesling,
- 1:20:41aber eher so in die Richtung könnte ich mir das dann, also wenn jemand sich um das Ganze,
- 1:20:48sich den Wein ein bisschen vorzustellen oder ein bisschen greifbarer zu machen, würde ich dann eher in die Richtung den Vergleich suchen.
- 1:20:54Toller Vergleich, finde ich auch, wäre ich jetzt gar nicht drauf gekommen, aber kann ich absolut bestätigen und...
- 1:21:01Das ist ja jetzt wieder Wascheramondorzeit, so ein richtig toller Kartoffeln, weil das kann ja auch so,
- 1:21:08wenn du da wirklich Kartoffeln hast, die ein tolles Aroma hat, die fast schon fruchtig wirkt
- 1:21:14und da mit dem geschmolzenen Wascheramondor drauf, dann könnte ich mir auch gut vorstellen.
- 1:21:18Großartig, toll, super. Interessant dabei mit einem ganz erspannenen Alleinstellungsmerkmal, finde ich.
- 1:21:24Auf jeden Fall, ja.
- 1:21:27Bist du eher Rot- oder Weintrinker? Ich weiß, also lässt sich probieren, wir alles, aber so,
- 1:21:33gibt es keine Ausrichtung, dass du sagst, wenn ich mit Freunden zusammensitze, finde ich,
- 1:21:39weißweinspannender oder...
- 1:21:42Es ist oft schon mehr weiß, aber ich finde auch manchmal halt, weil du es halt vom Essen her vielleicht oft dann eher zu weiß greifst.
- 1:21:51Also, aber gerade jetzt, wo es so in die Kühlerei-Aberszeit geht, oder ich habe gerade abends,
- 1:21:59wenn es mal darum geht, wirklich noch ein Glas zu trinken, oft wirklich Lust auf Rotwein,
- 1:22:03aber das ist vielleicht dann, weil es so manchmal dann schon ein bisschen mehr in sich ruhen ist.
- 1:22:07Und weißwein ist doch oft ein bisschen belebender und, wenn du sagst so, für die Gemütlichkeit,
- 1:22:14ist dann für mich so ein Rotwein, der natürlich auch durch den Ausbau vielleicht auch schon ein bisschen mehr,
- 1:22:22ja, schon ein bisschen gesetzter in sich ruhen, da vielleicht ist dann manchmal sehr, sehr schön.
- 1:22:29[Musik]
- 1:22:46Einigen von euch mag der Columbia Crest Reserve Zyra 2017 bekannt sein.
- 1:22:52Ein Wein, der ein Lehrbuchbeispiel dafür ist.
- 1:22:56Eine präzise Technik, geologische Vielfalt und klimatische Besonderheiten aufeinandertreffen.
- 1:23:01Dieses Zyra ist ein Paradebeispiel für kontrollierte Perfektionen der Weinherstellung.
- 1:23:06Die Rebsortenszusammensetzung?
- 1:23:0895% Zyra, ergänzt durch einen 5%-degen Antivionier, der mitvergohnt wurde.
- 1:23:14Die Trauben?
- 1:23:15Stamm aus dem Coyote Canyon Vineyard?
- 1:23:17Im Horse Heaven Hills AVA, einer der prästischsträchtigsten Subregionen des Columbia Valley.
- 1:23:24Eine Auswahl der besten Trauben, die anschließend in kleinen Chargen vinifiziert werden,
- 1:23:29um den Prozess präzise zu steuern.
- 1:23:31Wusstet ihr, dass die Gehrung sowohl in Edelstalltanks als auch im Beton-Tank-Stadt fand?
- 1:23:36Diese Technik maximiert den Terrorausdruck.
- 1:23:39Der Ausbau erfolgte in einer Kombination aus neuen und gebrauchten französischen und amerikanischen Eichenfässern.
- 1:23:47Und das für 12 Monate.
- 1:23:49Der Holzeinfluss subtil, komplex und hervorragend integriert.
- 1:23:54Mit einem Alkoholgehalt von durchaus präsent, aber perfekt integrierten 5-volumen Prozent
- 1:23:59hat dieser Wein Kraft, hat Ausdruck, hat Obbulenz, hat breite Schultern
- 1:24:04und wird strukturiert von 6 Gramm Säure und einem Restzockelgehalt von 1,9 Gramm Geliter,
- 1:24:10die diesem Wein einen herrlich weichen Schmelz verleihen.
- 1:24:13Warum ist 2017 so bemerkenswert?
- 1:24:16Weil dieses Jahr war wie kein anderes.
- 1:24:19Es begann mit einem kühlen, feuchten Winter, der den Austrieb verzögerte.
- 1:24:24Ein mäßiger Frühling und ein heißer Sommer führten die Trauben, die langsam reifende und intensive Fruchtaromen entwickelten.
- 1:24:30Im September kürden die Nächte ab, wodurch die Säure bewahrt und die Aromen verstärkt wurden.
- 1:24:35Ein stabiler Herbst erlaubte eine entspannte Ernte ohne Eile, aber mit höchster Präzision.
- 1:24:40Die Ternile des Jahrgangs?
- 1:24:42Perfekt ausgreifend, fein und gespeidig. Die Kombination aus intensiver Frucht und lebendiger Säure macht diesen Jahrgang zu einem der ausgewohnsten im Columbia Valley.
- 1:24:52Columbia Crest wurde 1982 gegründet, mitten im Herzen des Columbia Valley, nahe des Columbia River.
- 1:24:59Bereits 1978 pflanze das Weingut seine ersten Weinberge im späteren Horsehaven Hills EWA,
- 1:25:05das heute für seine exzellenten Böden und klimatischen Bedingungen bekannt ist.
- 1:25:09Columbia Crest war eines der ersten Weingüter in Washington, das präzise Bewässerungssysteme einsetzte, um dem Wasserverbrauch zu optimieren.
- 1:25:17Was enorm nötig, wichtig und weitsichtig ist.
- 1:25:20Denn wir haben hier nur eine Jahresniederschlagsmenge von 150 bis 250 Millimeter.
- 1:25:26Zum Vergleich, in Deutschland haben wir 700 Millimeter.
- 1:25:29Also, Bewässerung ist notwendig, aber diese sollte sehr weitsichtig und sehr umweltbewusst durchgeführt werden.
- 1:25:34Diese Kombination aus traditionellem Handwerk und modernster Technologie zeigt sich in jedem Detail.
- 1:25:41Angefangen bei der natürlichen Sedimentation der Weine bis hin zur computergesteuerten Gärung.
- 1:25:47Das Weingut arbeitet mit einer Kombination aus neuen und gebrauchten Holzfässern.
- 1:25:52Hier wird jedes Fasseinzel bewertet und verkostet, bevor es in die Asamplage aufgenommen wird.
- 1:25:58Klingt erstmal wie Spaß, aber man sich überlegt, dass 10.000 Fässer dauerhaft lagern,
- 1:26:03ist das richtig Arbeit.
- 1:26:05Doch nun zur Grundlage des Erfolgs, dem Columbia Valley.
- 1:26:08Was macht diese Region so besonders?
- 1:26:10Geologisch liegt das Columbia Valley auf Basaltböden, die durch massive Lavaausbrüche vor Millionen von Jahren entstanden.
- 1:26:17Diese Böden sind reicher mit einer Reihe wie Magnesium und Kalzium und somit ideal für ein Weinbau.
- 1:26:22Die Böden sind durchsetzt mit Lösch, Sand und Kies,
- 1:26:26relikte aus Eiszeiten katastrophalen Fluten vor 12.000 Jahren.
- 1:26:31Diese Vielfalt schafft die Grundlage für komplexe und terroirbetonte Weine.
- 1:26:36Das Klima? Meister weg der Natur.
- 1:26:38Über 300 Sonnentage im Jahr.
- 1:26:40Und es sind die kühlen Nächte, die die Säure der Trauben bewahren,
- 1:26:44während die heißen Tage für optimale Reife sorgen.
- 1:26:47Die Cascade Mountains bieten Schutz vor westlichen Regenfronten,
- 1:26:50während die Columbia George stark gewinnt in die Region leitet.
- 1:26:54Diese Sorge für gesunde, widerstandsfähige Reben.
- 1:26:57Was kann man von diesem Wein lernen?
- 1:27:00Er zeigt wie technologische Präzision nachhaltige Praktiken
- 1:27:03und ein tiefes Verständnis für das Tyroir zu Weine führen,
- 1:27:06die nicht nur schmecken, sondern Geschichten erzählen.
- 1:27:09Der Columbia Crest Reserves-Jurad 2017 ist ein solches Beispiel,
- 1:27:13ein Beispiel, der die Landschaft, die Natur und die Innovation des Columbia Welle widerspiegelt.
- 1:27:18Ich lade euch ein, mit diesem Wein, eure Vorstellung und euer Wissen über Washington
- 1:27:24und über das Columbia Welle zu aktualisieren.
- 1:27:26Vielen Dank für diesen Lehrbuchwein.
- 1:27:28Noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:27:32Was ist Wein für dich?
- 1:27:48Ich bin ein Kulturgut-Begleiter.
- 1:27:54Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
- 1:27:59Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
- 1:28:03Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
- 1:28:07Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
- 1:28:10Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
- 1:28:13Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.
- 1:28:16Hättest du einen Wort, was weitspiegelt?
- 1:28:19Nein, ich glaube nicht.
- 1:28:21Kann man nicht?
- 1:28:22Nein.
- 1:28:23Könntest du dir noch ein Leben ohne Wein vorstellen?
- 1:28:26Ich glaube, das ist ja eine Fähigkeit, die Menschen zum Glück haben.
- 1:28:32Man kann sich immer auf Situationen einstellen, wenn man sich die muss.
- 1:28:36Wenn ich jetzt ohne Wein leben müsste, würde das mit Sicherheit irgendwo gehen.
- 1:28:41Ich kann es mir jetzt gerade nicht vorstellen.
- 1:28:43Und vielleicht umgekehrt, auch deswegen, weil mir Wein halt einfach
- 1:28:48viel in der Vergangenheit gegeben hat, persönlich auch,
- 1:28:52auch durch die Begegnungen mit den Menschen, sei es jetzt mit anderen Sommeliers,
- 1:28:58die mir auf meine Laufbahn begegnet sind, aus den Freundschaften entstanden sind,
- 1:29:03sei es Winzer, durch gemeinsame Arbeit, sei es Gäste,
- 1:29:07die immer was vermitteln kann oder denen man einfach helfen kann,
- 1:29:11die dann dadurch ein tolleres Erlebnis haben.
- 1:29:14Also diese vielen unzähllichen Begegnungen und schönen Momente,
- 1:29:20die man durch Wein teilt, also die machen es für mich aus.
- 1:29:23Ohne die kann ich es mir gerade nicht vorstellen.
- 1:29:25Aber ja, zum Glück, wie schon gesagt, muss man sich da nicht vorstellen.
- 1:29:30Wenn eine Situation käme, wo man das so müsste, dann geht das Leben mit
- 1:29:34jetzt Sicherheit weiter.
- 1:29:36Aber ja, ich möchte es nicht wissen, missen, was ich bis jetzt mit Wein erlebt habe.
- 1:29:41Bei den vielen Menschen hattest du da ein Vorbild einer, der dich ganz massiv geprägt hat?
- 1:29:46Ne, ich glaube, es sind immer wieder Menschen begegnet, die einen dann irgendwo
- 1:29:55fasziniert haben oder wo man sagt, Mensch, das prägt,
- 1:30:00ist es, haben sicher viele auf meiner Laufbahn mich geprägt.
- 1:30:04Also ich denke, wie vorhin schon erwähnt,
- 1:30:06der Kai Schattner durch die Zusammenarbeit mit den Winzern,
- 1:30:10aber auch die Station, die mein Mann bei Steinheuer gemacht hat, wo man sieht,
- 1:30:16was hat er auch als Koch für eine Passion für Wein,
- 1:30:22die sich dann ja auch im Essen und in der Weinkarte widerspiegelt
- 1:30:28und auch, wo man sagt, Mensch, da ist auch dieses Gefühl für Essen und Wein da,
- 1:30:33auch wenn ich sozusagen nur vom Rande aus mitgekriegt habe, aber auch das sehr fasziniert.
- 1:30:39Also ich glaube, das sind Puzzlesteine, die zusammen am Schluss das eine ergeben.
- 1:30:44Also einer Person nach Eifern zu sagen, so wie der will ich werden, das nicht,
- 1:30:48aber mit Sicherheit die verschiedenen Stationen, die meine Gastronomie gemacht hat
- 1:30:53und die ich auch ganz, ganz wichtig finde.
- 1:30:55Also ich glaube, man muss seine Erfahrungen sammeln, um dann aus jedem Betrieb zu sagen,
- 1:31:00woher das ist, was mir was gegeben hat, das nehme ich mit.
- 1:31:04Und auch anderes vielleicht, was mir nicht so gut gefallen hat,
- 1:31:07was ich jetzt aber auch weiß, dass es mir nicht gefällt.
- 1:31:09Also die Erfahrung muss man einfach machen und die prägen einen.
- 1:31:13Also im besten Fall lernt man daraus.
- 1:31:16Ja und das ist wahrscheinlich auch der Mix aus den Menschen, die einem begleiten,
- 1:31:20also sowohl Kollegen als auch Winzer als auch Gäste,
- 1:31:23wo man dann letztlich sein eigenes Bild heraus vornet, was man dann letztlich ist
- 1:31:27oder wie man Wein darstellt.
- 1:31:29Wenn du noch einmal die Chance hättest irgendwo Wein zu empfehlen,
- 1:31:33du bist jetzt relativ festgesetzt durch die Selbstständigkeit,
- 1:31:36aber sei es für einen Tag, eine Woche, ein Monat, in welchem Lokal,
- 1:31:40entweder aktuell oder historisch, würdest du gerne mal Wein empfehlen?
- 1:31:44Gute Frage.
- 1:31:48Vielleicht eher historisch mit dem Wissen von heute, wo die Weinwelt zu hingeht,
- 1:31:55von daher vielleicht eher historisch.
- 1:31:57Also zu meiner Zeit gab es nicht mehr in der Form,
- 1:32:01aber aus vielen Erzählungen, so vielleicht wie in den Schweizer Stuben
- 1:32:04oder so, also wo man die große Klassik hatte und alles da hatte,
- 1:32:09was heute natürlich auch zu großen Klassik zählt
- 1:32:12und was man sich heute einfach nicht mehr leisten kann, was da natürlich
- 1:32:15zu damaligen Zeiten von Verständnis ja auch viel Geld war,
- 1:32:18aber aus heutiger Sicht war da sich mal so richtig,
- 1:32:23die Kante mit so ein paar Kultweinen geben könnte wahrscheinlich.
- 1:32:27Für dich die nächste Entwicklung wäre das Winze.
- 1:32:32Also hat es immer den Wunsch oder den Traum, selber ein Wein zu produzieren,
- 1:32:36eigenes Weingut zu haben oder ist es einfach nebenher wenig zu spielen
- 1:32:40oder ist das für dich kein Thema, kein Option?
- 1:32:43Nein, eigentlich nicht.
- 1:32:45Also natürlich da dabei zu sein und immer mal wieder mit in den Weinkeller zu gucken,
- 1:32:50das finde ich super spannend,
- 1:32:52ich glaube, das ist eine völlig andere Welt
- 1:32:54und wir haben hier einen sehr, sehr großen Garten.
- 1:32:58Also ich habe ziemlich viel Ausgleich dadurch,
- 1:33:00ich muss es nicht nur in Weinberg.
- 1:33:02Nee, aber das Wissen darum und da mal gerne dabei zu sein,
- 1:33:09das bin ich schon gerne, aber ich habe jetzt nicht das Bedürfnis,
- 1:33:12dass selber zu machen.
- 1:33:13Ich weiß auch nicht, ob wirklich Wein dabei rauskommen würde.
- 1:33:16Also dafür habe ich echt viel Respekt vor dem, was da passiert.
- 1:33:20Man stellt sich es immer so einfach vor, dass man sagt,
- 1:33:22irgendwie ein bisschen Traubenquetschen, den Mostern, ein Behältnis
- 1:33:26und gucken, dass er agiert wie der Apfels auf Zuhause
- 1:33:29und dann wird es natürlich der große Wein
- 1:33:32und ich glaube, man ist ein bisschen blauäugig.
- 1:33:34Wenn du sagst, dass begleitend hast,
- 1:33:36du da einen festen Winzer mit dem, du dich austauschst,
- 1:33:39wo du teilweise hospitierst
- 1:33:41oder versuchst du da möglichst viele Eindrücke von verschiedenen Winzer mitzunehmen?
- 1:33:45Nee, ich versuche schon verschiedene Eindrücke mitzunehmen,
- 1:33:48aber natürlich ist es eine örtliche Geschichte.
- 1:33:52Also es passiert ja hier automatisch, dass man irgendwo hingeht,
- 1:33:56weil man sagt, Mensch, da muss ich noch schnell was abholen
- 1:33:59und wenn man mitkriegt, der ist gerade im Keller,
- 1:34:02dann guckt man da mal kurz vorbei
- 1:34:04oder jetzt im Herbst, wenn man da sonntags mal durch die Weinberge unterwegs ist
- 1:34:11oder kriegt über ein Winzer mit,
- 1:34:13menschlich wir kriegen gleich den und den Wein auf die Presse,
- 1:34:16dass man mal kurz rein guckt
- 1:34:18und das ist auch dann schön, dass man da auch einfach rein kann,
- 1:34:21das ist auch ein großer Vertrauensbeweis dann,
- 1:34:23dass man mal sagen kann, also,
- 1:34:25mal guckt mal über die Schulter und sieht,
- 1:34:28oh, da kommen gerade die Spätbogunder-Trauben aus dem Saumagen rein
- 1:34:31und das sieht aber verdammt gut aus.
- 1:34:33Oder auch sieht, wie viele Mann dann zum Sortierparten stehen
- 1:34:37und ja, das ist schon top
- 1:34:40und es ist auch schön, dass man das Vertrauen genießt da rein kann,
- 1:34:43weil das ist trotzdem ja ein sensibler Bereich,
- 1:34:46also auch wieder da, was die Hygiene anbelangt
- 1:34:49und ja, was auch vielleicht, manchmal haben die Leute glaube ich,
- 1:34:54einfach einen falschen Eindruck davon,
- 1:34:56aber das ist auch wie in der Küche, ne?
- 1:34:58Also ich glaube, es wäre auch nicht gut,
- 1:35:01wenn jeder in der Küche im Herbst steht und...
- 1:35:04Ich finde das total interessant, was du gerade sagst,
- 1:35:09ist, dass man ein Wein mal von der Wiege aufprobieren kann,
- 1:35:12dass man die Trauben im Weinberg dann den Most
- 1:35:15und dann später den Wein oder auch den gernden Wein
- 1:35:18und zu sehen, was da passiert
- 1:35:20und wie dann trotzdem gewisse Gleichnisse bleiben,
- 1:35:22wie man eine gewisse Wiedererkennung dann letztlich auch hat
- 1:35:24und was dann aber dann aus dem Weinwürttem,
- 1:35:27wie er sich entwickelt,
- 1:35:29etwas, was mich immer wieder wird.
- 1:35:31Ja, aber auch einmal das, aber auch in dem Moment
- 1:35:33Entscheidungen treffen zu müssen.
- 1:35:35Also ich weiß nicht, ob du schon mal ein Rotwein vom BSA probiert hast
- 1:35:38oder so, also da oder auch eben so Moster zu probieren,
- 1:35:44dass der Winzer dann in dem Moment eine Entscheidung ableiten kann.
- 1:35:48Ja, wie vergehe ich den oder lasse ich den noch
- 1:35:51oder gebe ich den ins Holz oder da.
- 1:35:54Also wo ich auch denk, Wahnsinn, also...
- 1:35:57Für mich schmeckt es jetzt nach Most.
- 1:36:00Ich kann nur so vielleicht so das ein oder andere nachvollziehen,
- 1:36:04aber da eine Entscheidung draus, also das ist schon...
- 1:36:07Deswegen großen Respekt davor.
- 1:36:10Wie intensiv schaust du die Betriebe dann rein,
- 1:36:13also auch mit ins Labor?
- 1:36:15Allgemein Analyse, auch wenn ich so der Analyse Typ ist,
- 1:36:18nein, das nicht, aber so einmal umpumpen oder einmal das Gebinde wechseln,
- 1:36:22solche Sachen, das dann schon, oder ist das auch nicht so interessant?
- 1:36:26Ja, oder das kriegt man halt mit, dass die Winzer gerade erzählt haben.
- 1:36:28Also das ist ja eben das, was ich da vorhin mal sagte,
- 1:36:31deswegen bin ich so gerne da dran.
- 1:36:34Manchmal ist es ja gar nicht, dass man in dem Moment daneben steht,
- 1:36:37aber dass zum Beispiel, es sei es ein Winzer zum Essen kommt
- 1:36:40oder gerade Wein vorbeibringt oder man trifft sich auf der Straße irgendwo
- 1:36:43und dann fragt man natürlich automatisch, was macht der gerade
- 1:36:47oder wo es dann darum geht, ja, wir gehen jetzt dann in die Reben
- 1:36:51und schneiden und...
- 1:36:54Oder wir sind gerade dabei abzufüllen,
- 1:36:57morgen kommen die große Gewächse auf die Flasche oder so.
- 1:37:00Also einfach dieses Hautnah mit dran sein,
- 1:37:03das mag ich unheimlich gerne.
- 1:37:05Also das gibt mir halt ein gutes Gefühl, da mittendrin zu sein.
- 1:37:09Der Rotwein, den wir haben, ist ja so ein richtiger Restaurantprimus,
- 1:37:13finde ich, weil du den eigentlich immer einsetzen kannst
- 1:37:17und dann als Wegwaffe.
- 1:37:19Ja, da ist es wirklich so, also bei Roda war ich tatsächlich auch mal gewesen.
- 1:37:23Ach so, schön, toll.
- 1:37:25Das ist so ein Weingut in der Reocha auch.
- 1:37:29Also wenn man ein Weingut, glaube ich, beschreiben will,
- 1:37:32die so nach Perfektion streben, dann ist es, glaube ich,
- 1:37:36ist Roda wirklich ein gutes Beispiel dafür.
- 1:37:38Das ist von einem perfekten Killer mit entsprechend
- 1:37:44oder ist es ja neu gebaut, das ist Meingut.
- 1:37:47Aber wo man dann natürlich versucht, für alles die perfekten Bedingungen zu schaffen,
- 1:37:52die perfekten Trauben zu lesen, in den besten Fässern
- 1:37:56und also wo man wirklich nach Perfektion strebt, ja.
- 1:38:00Das ist jetzt vielleicht für den ein oder anderen, der sagt,
- 1:38:03er braucht irgendwie was Ursprünglicheres oder Wilderes,
- 1:38:06vielleicht im Wein, würde ich das jetzt vielleicht nicht empfehlen,
- 1:38:10aber für jemand, der einfach was Klares, was Nachvollziehbares irgendwie sucht
- 1:38:16und ja, oder auch so ein, wie du sagst, ein guter Allrounder, Multi-Talent,
- 1:38:21da ist sowas natürlich toll, was einfach perfekt gemacht ist.
- 1:38:25Wenn man so Weingüter sieht, dann schon auch oft beeindruckend.
- 1:38:29Die Suche nach der Perfektion, finde ich, hat auch einen gewissen Charme und Reiz.
- 1:38:33Ich würde es gar nicht negieren, wenn man ja oftmals hingeht und sagt,
- 1:38:37Wein ist Ursprung, ist Natur und darf auch gerne richtig dreckig sein
- 1:38:41und richtig schmutzig, ist halt so eine komplette andere Herangehensweise,
- 1:38:45mit der man viele Weinsuchenden oder Weintrinker auch auf eine ganz eigene
- 1:38:50Weise faszinieren kann und ich finde, diese Weine haben oftmals auch etwas,
- 1:38:54was man beschreiben kann und was daher herausresortierend nachvollziehbar ist.
- 1:38:59Ja, absolut.
- 1:39:02Und ich glaube eigentlich auch nur, dass man in diesem,
- 1:39:08dass man vielleicht mehr Natur oder Wein oder Abweichung zulässt,
- 1:39:14eigentlich auch was richtig gut werden kann, wenn man Perfektion gelernt hat.
- 1:39:17Also weißt du, was ich meine?
- 1:39:19Also, wenn man weiß, wie es technisch am besten funktioniert,
- 1:39:24vielleicht dann auch wieder zurückschrauben kann
- 1:39:27und ist es vielleicht auch eine ganz spannende Entwicklung,
- 1:39:30um nochmal den Bogen zu Pfalz zu schaffen, was man hier in der Gegenteil toll sieht.
- 1:39:38Also, zum einen gibt es natürlich einen Nebenanter von allen Weingütern,
- 1:39:42es gibt die wirklich eher den Bedienen,
- 1:39:46der einfach sein Easy-Going-Wein braucht.
- 1:39:49Es gibt die, die halt eben diesen 100-Punkte-Wein suchen
- 1:39:53und es gibt vielleicht die, die dann schon wieder einen Schritt weiter sind
- 1:39:56und Sachen hin zu mehr Individualität.
- 1:39:59Und ich glaube, das ist aber auch eine Entwicklung,
- 1:40:01die dann so ein Gebiet zulässt, wenn es mal an eine gewisse Ebene erreicht hat.
- 1:40:06Also, wenn man sich diese Perfektion schon mal erarbeitet hat
- 1:40:10und ich glaube, das hat man hier in den 90er- und 2000er-Jahren
- 1:40:14sehr gut angefangen und wo man vielleicht zu die Pfalz
- 1:40:19ein bisschen Fokus gebracht hat, aber wenn man heute rückblickend
- 1:40:21so die Weine probieren würde, würde es einem vielleicht auch ganz schön langweilig erscheinen.
- 1:40:25Wenn man sagt, okay, das ist auch eher nach Perfektion,
- 1:40:30wo ist die Balance zwischen Süße und Zäure
- 1:40:33und wie ist das richtige Rezept für einen guten Riesling?
- 1:40:37Und irgendwann zu sagen, ja, Rezept braucht man eigentlich keins,
- 1:40:40sondern natürlich muss man sein Handwerk beherrschen,
- 1:40:42aber man lässt sich die Lage zu oder man lässt den Weinstil zu.
- 1:40:47Ich glaube, das kann man da auch sehr schön sehen, wie sich das so entwickelt.
- 1:40:53Und ich glaube, die Rioja ist dann ein sehr ähnliches Gebiet,
- 1:40:56wo man auch da alle Weingüter hat, von Riesig, die fast so, wie immer,
- 1:41:05das Industrieklingel mal blöd, oder?
- 1:41:08Wie willst du das beschreiben?
- 1:41:10Im Englischen sagt man ja, Wine Industry.
- 1:41:13Also da negiert man den Begriff gar nicht.
- 1:41:17Ich finde es manchmal gar nicht.
- 1:41:19Eigentlich ist es ja eine Industrie.
- 1:41:21Und man ist jetzt Industrieweine, also die Industrie-
- 1:41:24Ja, also das ist ja technisch gemachte Weine aus großen Weingütern.
- 1:41:29Die große Markenweine produzieren genauso wie kleine Spitzenweingüter
- 1:41:35oder auch große Spitzenweingüter, die aber Topweine oder Einzellagenweine
- 1:41:39machen oder in Lagen gehen, die vielleicht hochgelegen sind,
- 1:41:43die früher vielleicht belächelt wurden, die heute im Fokus stehen
- 1:41:47und von Traditionen bis ganz modern alles.
- 1:41:50Und ich glaube, das ist da ein schöner Parallel.
- 1:41:54Ich finde die Parallel sehr gut.
- 1:41:57Ich finde den Ansatz auch sehr gut, dass es Phasen gibt in einem Gebiet,
- 1:42:02manchmal auch in einem Weingut, wenn man kann und nicht mehr muss.
- 1:42:05Also erstmal muss man ja oftmals was erreichen oder muss irgendein Stil haben,
- 1:42:09man muss sich verwirklichen und irgendwann kann oder darf man dann
- 1:42:12und dann werden die Weine auch losgelöst oder werden eigenständiger.
- 1:42:18Ich glaube, hier in der Pfalz hat der Tourismus auch gut getan,
- 1:42:23dass man durch das gute Lebensgefühl, durch die schöne Landschaft,
- 1:42:28aber natürlich auch so vorbereiter wie ich glaube, jeder weiß,
- 1:42:32dass Kohl mit Staatsgästen Saumagen im Deidichsheim Hof gegessen hat.
- 1:42:37Und das ist nicht unwichtig und das Gute ist, dass es sich weiterentwickelt hat.
- 1:42:42Es ist nicht da stehen geblieben und es gibt die Klassiker noch,
- 1:42:48aber es gibt viele Alternativen und das macht es, glaube ich, attraktiv für ganz viele
- 1:42:52und dadurch, glaube ich, hat sich alles gut entwickeln können.
- 1:42:56Ich bin immer mal in Gesprächen mit manchen Winzern aus Rheinhessen,
- 1:43:00die gerne manchmal Pfeilzerbedingungen hätten, was das Rohr und Hotel angebot hätte.
- 1:43:06Ja, ja, ja, ja, das stimmt.
- 1:43:09Es geht jetzt nicht um Weinqualität, sondern die Infrastruktur drumrum, also die halt.
- 1:43:13Ja.
- 1:43:15Aber da gibt es kein Gebiet, was wie die Pfalz ist, wo das so geliebt wird
- 1:43:19und wo man diese Genussfreude einfach ausstrahlt.
- 1:43:23Wie war das in der Rioche?
- 1:43:25Also hat man da eine ähnliche Struktur, Liebensfreude gespielt?
- 1:43:30Ja, du hast ja einmal diese Geschichte, das ist ja schon auch eine Wahnsinnslandschaft.
- 1:43:36Wenn du da gerade mal so in der Riochala-Wetter bei Remy Jury oder so,
- 1:43:41wenn du das mal gesehen hast, das ist beeindruckend, wunderschön.
- 1:43:46Aber teilweise auch sehr streng schon wieder von allem,
- 1:43:49aber dann hast du ja auch die Städte und du hast ja auch, ich glaube,
- 1:43:52der Jacobsweg geht auch durch oder?
- 1:43:55Ich war noch nicht auf solchen Pfaden unterwegs, aber
- 1:43:58und dann hast du ja auch wie in Lukren, ja, also die Tabas-Bas und so,
- 1:44:03und hast du doch schon spanisches Nachtleben wieder
- 1:44:07und das ist schon auch eine gute Mischung, also finde ich schon auch sehr, sehr gut.
- 1:44:12Wann warst du da bei Rota?
- 1:44:16Auch schon viele Jahre her.
- 1:44:19Manchmal mit einem Weinhändler, aber ja, also vor zehn Jahren mindestens.
- 1:44:27Ich glaube, da gab es den Seeler noch nicht.
- 1:44:30Die gibt es jetzt vor acht?
- 1:44:33Ja, dann könntest du sogar vorher gewesen oder so in dem Zeitraum gewesen sein.
- 1:44:38Und damit das Selektion mit Rota und Rota 1
- 1:44:43und dann in SIRSION als die Distel, die ja auf dem Etikett ist.
- 1:44:48Und ich finde es sehr schön, jetzt hat der Wein auch ein bisschen Luft im Glas,
- 1:44:53wo wir wieder ein bisschen auf die Pfalz abgeschweifelt sind.
- 1:44:56Und jetzt kommen noch so ein bisschen mehr, die sind ganz dunkle Frucht.
- 1:45:01Also da ist schon...
- 1:45:03Finde ich ganz prägnal zu Brombeere ganz viel?
- 1:45:06Ja, genau, diese Waldbänder war auch so eine ganz dunkle, so eine sehr dunkle Süßkirsche,
- 1:45:11so richtig schwarze Kirsche, so, ganz gut und so ein bisschen was Schokoladiges mit drin,
- 1:45:15also auch da.
- 1:45:17Aber wirklich ein Wein, der jetzt durch seine Jugend und seine Frucht besticht,
- 1:45:21hat schon fast so eine peteurnde Aromatik, finde ich.
- 1:45:24Wie wichtig ist für dich die Farbe bei dem Wein?
- 1:45:27Im Allgemeinen, also werdest du Wein über die Farbe?
- 1:45:29Ich mag später Brombeere, das beantwortet doch schon alles, oder?
- 1:45:32Also ich finde es manchmal...
- 1:45:39Ich bin manchmal genervt von dem Farbthema, sagen wir mal so,
- 1:45:43weil dieser Ausdruck kommt ja im Restaurant ganz oft zu sagen,
- 1:45:48"Oh, der hat eine tolle Farbe."
- 1:45:50Und ja, Farbe ist ja auch von so vielen Faktoren beeinflusst,
- 1:45:54aber natürlich auch erstmal die Rebsorte.
- 1:45:57Und welche Klone hast du zum Beispiel beim Pino?
- 1:46:02Da gibt es ja dann auch wieder welche, die doch schon ein bisschen dunkler sind,
- 1:46:05durch kleinjährigere Traum, aber du kannst einen hellen oder den ganz piaen Mund.
- 1:46:09Ich meine, du hast manchmal ganz helle Weine
- 1:46:11und das steckt da wahnsinnig viel hinter.
- 1:46:14Und es wird immer über die Farbe schon so viel in den Weinintern reininterpretiert,
- 1:46:17was man eigentlich überhaupt nicht sagen kann.
- 1:46:20Also ich möchte jetzt auch keine schwarzen Gläser haben.
- 1:46:22Ich mag schon die Farbe des Weines zu sehen im Glas
- 1:46:25und ob der hier zum Beispiel beim Weißwein eher grüne Reflexe hat
- 1:46:28oder ob du da eher eine sattere Farbe hast.
- 1:46:33Aber es wird meiner Meinung nach ein bisschen zu viel in die Farbe reininterpretiert
- 1:46:37und das hören wir halt im Restaurant ganz oft, wenn du ein Wein einschängst
- 1:46:41und dann heißt sofort, oh, der hat aber eine schöne Farbe.
- 1:46:45Manchmal ist es ja auch so eine gewisse Hilflosigkeit,
- 1:46:48also dass der Gast oder der Kunde das einfach kommentieren möchte
- 1:46:53und das visuelle, was uns ja auch zu 80 Prozent prägt,
- 1:46:57ist ja meistens das Einfachste, das irgendwie darzustellen.
- 1:47:01Aber letztlich hast du es gefragt,
- 1:47:03sollt du eher in die Richtung, nein, ich kann das total verstehen,
- 1:47:08was du dort weinst, weil es oftmals in dieser Kategorisierung
- 1:47:13ganz viele Weine ausschließt, weil man da natürlich immer,
- 1:47:16nach dem Parameter geht, genau ja, und kräftig
- 1:47:19und wenn der keine kräftige Farbe hat, dann hat er keine Qualität
- 1:47:22und sonstige, es ist ja manchmal auch so ein Learning aus den 90ern,
- 1:47:25dann irgendwo gewesen.
- 1:47:27Ich wollte eigentlich mehr so in die Richtung gehen,
- 1:47:30was du aber auch beantwortet hast, ob die Farbe für dich immer
- 1:47:33ein prägnanter Informationsgeber ist, was ich oftmals unterschätzt finde,
- 1:47:37denn du kriegst sehr viel Information über die Reihe,
- 1:47:40über die Rebsorte, wie du sagst, Klonenvariation,
- 1:47:43ob er filtriert ist, nicht filtriert ist
- 1:47:45und was man dann eben doch erwarten kann.
- 1:47:47Genau, weil ich habe jetzt zum Beispiel ja den Weißwein
- 1:47:50auch noch daneben im Glas stehen und da siehst du dann schon,
- 1:47:54der hat ja wirklich noch so, also der hat schon eine,
- 1:47:57es hatte Farbe, aber der hat immer noch auch so grüne Reflexe
- 1:48:00und das spricht ja auch einmal,
- 1:48:04auch dafür, dass der Wein in seiner ganzen,
- 1:48:09in seinem ganzen Ausbau im Keller trotzdem auch
- 1:48:12sehr schonend sehr vorsichtig verarbeitet wurde,
- 1:48:16um diese Frische auch zu bewahren, also weil sonst hätte man ja irgendwo,
- 1:48:20wenn da mehr Oxidation im Spiel wäre, wäre das einfach
- 1:48:24noch satter, goldener von der Farbe oder dunkler einfach
- 1:48:30und das natürlich als Hinweisgeber auf jeden Fall,
- 1:48:34also das bin ich völlig bei dir,
- 1:48:36dass ja auch bei einem Rotwein,
- 1:48:39sofort natürlich ein Indiz, das ist eher ein jugendlicherer Rotwein
- 1:48:43oder haben wir wirklich schon eine deutliche Flaschenreife,
- 1:48:46wo man dann einfach diese, ja,
- 1:48:50mehr ins Rötlich, Orange, bis hin braune Reflexe
- 1:48:55bei einem ganz alten Wein, dann kriegen kann oder wie du sagst,
- 1:48:59wieder ausgebaut ist und so, das ist schon, ja,
- 1:49:02Hinweisgeber völlig, völlig, bin ich völlig bei dir.
- 1:49:05Wenn du so ein Wein bierst, den Zähler zum Beispiel probierst,
- 1:49:09rastest du für dich oder rastest du für den Gast?
- 1:49:13Also für wen denkst du dort?
- 1:49:15Also nimmst du die Informationen für dich auf
- 1:49:17und nimmst das in deiner Weinbibliothek dann letztlich auf
- 1:49:20oder hast du automatisch vor Augen den und den Gästekreise,
- 1:49:25der und der Speise, bist du im Restaurant?
- 1:49:27Schon beides, also ich könnte kein Wein verkaufen,
- 1:49:33hinter dem ich jetzt nicht stehen würde, wo ich jetzt,
- 1:49:36aber natürlich hat man persönliche Vorlieben
- 1:49:38und natürlich, wie schon erwähnt die Zeit des Weintrinkens,
- 1:49:45es ist ja dann doch immer ein bisschen knapp bemessen,
- 1:49:47dass man wirklich Zeit dafür hat, dementsprechend
- 1:49:49selektiert man für sich selber dann natürlich schon stark.
- 1:49:52Aber ich habe tatsächlich auch Weine, ich habe ja viele Stammgäste,
- 1:49:58was ich wunderschön finde, weil man da natürlich auch
- 1:50:01im Weinbereich nochmal ganz anders arbeiten kann,
- 1:50:04wenn man weiß, Mensch, den konnte ich schon mal mit dem
- 1:50:07und dem Wein überraschen oder ich weiß,
- 1:50:10der mag einfach richtig knackig trockene Rieslinge,
- 1:50:13wo ich dann mal wieder so ein richtig trockene Rieslinge habe,
- 1:50:16der so ein richtig herzhaftes Hörer auch hat, wo ich weiß, okay,
- 1:50:20das wird jetzt nicht vieler Mann Geschmack treffen,
- 1:50:23aber ich weiß, ich habe so ein paar Gäste
- 1:50:25und die werden sich total freuen, wenn ich den Wein für die da habe
- 1:50:28und das wegen beides, also natürlich für die eigene,
- 1:50:36wie nennt man das dann, Memographie,
- 1:50:39die eigene Gedächtnis an mag ich jetzt Rohda
- 1:50:44oder nicht für mich persönlich oder wie stuf ich das Weingut ein,
- 1:50:48natürlich ist jeder Wein dann damit drin,
- 1:50:51aber auch auf meine Weinkarte passt es zu unserem Restaurants-Stil.
- 1:50:58Ich würde das zum Beispiel halt, wir können bei einem Pfälzer-Restaurant
- 1:51:04mit einer französischen Prägung,
- 1:51:06ich weiß, wenn wir das umbrähen auf die Karte nehmen,
- 1:51:08das wird keinen Sinn machen.
- 1:51:10Deswegen ist das dann, den probiere ich dann für mich,
- 1:51:14um auch was zu lernen, um weiterzukommen,
- 1:51:18um auch Erfahrung zu sammeln.
- 1:51:21Ich habe jetzt nicht vorher irgendwelche Wettbewerbe nochmal anzutreten,
- 1:51:24das wäre dann der nächste Part.
- 1:51:26Man muss ja sowas für sich auch abspeichern,
- 1:51:28um es wiedererkennen zu können.
- 1:51:30In der Blindprobe kann man letztendlich auch nur was erkennen,
- 1:51:33was man schon mal irgendwo probiert hat.
- 1:51:36Oder zumindest ein Stil, den man schon mal hat
- 1:51:39oder eine Rebsorte, die man kennengelernt hat.
- 1:51:41Aber für mich persönlich, natürlich für meinen Wissen
- 1:51:45und meine Neugier, der auf alles, was mit der Weinwelt zu tun hat, immer.
- 1:51:49Wer der Sela für dich für ein Reifelkeller
- 1:51:54oder würdest du den jetzt auch schenken, wenn du ihn sehr viel würdest?
- 1:51:57Nein, den würde ich eher.
- 1:51:58Also magst du diese jüngliche Ausstrahlung?
- 1:52:00Genau, ich finde, der ist wirklich charmant und zugänglich so jetzt.
- 1:52:04Und ich glaube, so ist er auch als Wein gedacht.
- 1:52:07Ich denke, dafür gibt es ja dann andere Selektionen.
- 1:52:11Ich weiß nicht, ob ich es richtig abgespeichert habe über Sela,
- 1:52:16glaube ich schon eher auch aus den jungen Reben,
- 1:52:18die diese Fruchtigkeit transportieren.
- 1:52:20Es muss nicht jeder Wein zum Lagern gemacht sein.
- 1:52:25Die Reben sind 10 bis 30 Jahre, ganz so jung sind die nicht.
- 1:52:29Aber ich denke auch, da geht es um die primäre Aromatik bei dem Wein.
- 1:52:34Ich denke, er könnte Reifen.
- 1:52:36Ich finde auch den Alkohol ganz großartig, um 3,5% Volumen,
- 1:52:39obwohl der Wein so kräftig und so intensiv erscheint.
- 1:52:42Ich finde auch die Kustatur nicht massiv, aber durchaus prägt.
- 1:52:49Er hat eine gute Tarninstruktur.
- 1:52:51Das ist ein gutes Gerüst da, aber das ist eben nicht so,
- 1:52:55dass man sagt, das Gerüst ist doch so fest,
- 1:52:57dass du ihn zerreifen lassen musst.
- 1:52:59Aber ich bin bei dir.
- 1:53:01Der hat Potenzial, der Wein auf jeden Fall.
- 1:53:03Wenn den jemand in seinen privaten Keller legen möchte,
- 1:53:07ich finde es immer schön, wenn man so ein Sechserkistchen hat
- 1:53:11und anfängt es zu trinken.
- 1:53:13Die nächste Flasche dann ja meinem Vierteljahr vielleicht aufmacht.
- 1:53:16Die letzten vielleicht, das sind zwei Jahren,
- 1:53:19aber das ist ja auch das, was schön ist,
- 1:53:21das zu sehen, die Entwicklung, die dann macht.
- 1:53:23Und das ist das, was ich auch mit dem Wein ausfinde.
- 1:53:26Da bin ich bei dir, da haben wir da kein Problem.
- 1:53:28Mit dem Wein auch lebt, also dem Wein auch er lebt in seiner Entwicklung.
- 1:53:31Und dann einfach auch sieht, was Wein kann.
- 1:53:33Das ist halt anders als Limonade sich entwickeln kann.
- 1:53:36Ja.
- 1:53:38Wann ist für dich der perfekte Moment für Wein?
- 1:53:41Ja, es kommt ja auch auf den Wein drauf an.
- 1:53:44Also ich finde, es macht immer unglaublich Spaß,
- 1:53:49Wein zu teilen, gerade wenn es ein besonderer Wein ist.
- 1:53:52Also da hat man wirklich dann auch manchmal Flaschen,
- 1:53:55die man so in seinem privaten Klimaschrank liegen hat.
- 1:53:58Und wo man sagt, woher habe ich jetzt Lust drauf, den zu dem Essen,
- 1:54:02wenn man mal dann wirklich in Ruhe am freien Tag
- 1:54:05in das Restaurateur zum Essen zusammensitzt.
- 1:54:08Und sagt, das machen wir jetzt,
- 1:54:10weil da habe ich jetzt Bock drauf zum Essen.
- 1:54:12Oder wirklich auch sagt, wow, das ist so eine besondere Flasche.
- 1:54:16Da warten wir bis noch ein paar andere Weinbecke-Eister damit da sind
- 1:54:20die dann zusammen auf, weil dann so ein Wein zusammen zu probieren
- 1:54:23und drüber zu philosophieren.
- 1:54:25Das ist natürlich dann das, ja, und dann einfach,
- 1:54:30weil die Sonne scheint, wenn man gerade im Garten fleißig war.
- 1:54:34Und dann auch mal was Prägien des aufmachen kann zur Belohnung.
- 1:54:38Das ist dann auch schön.
- 1:54:40Also das ist ja wieder die Vielseitigkeit von dem Thema,
- 1:54:44dass eigentlich fast jede Gelegenheit was gibt.
- 1:54:47Also geht eigentlich fast immer,
- 1:54:49oder gibt es auch Situationen, wo du sagst, da passt Wein überhaupt nicht?
- 1:54:52Ein Stress.
- 1:54:55Also wenn man so wirklich
- 1:54:58mit dem Kopf völlig woanders ist
- 1:55:01und so richtig unter Strom steht.
- 1:55:04Also da habe ich überhaupt keinen Bock auf Wein.
- 1:55:06Aber finde ich eigentlich auch ganz gut,
- 1:55:09weil in unserem Job ist ja die Verfügbarkeit von Wein,
- 1:55:12sprich, Alkohol auch immer da.
- 1:55:15Und dass ich mir den jetzt nicht runterkippen muss,
- 1:55:18um zu kommen, also das ist für mich dann so der ganz falsche Moment.
- 1:55:22Da habe ich dann gar keine Lust.
- 1:55:25Was macht einen Wein zu einem Meisterwerk?
- 1:55:43Ist es die chemische Zusammensetzung der Böden?
- 1:55:46Ist das Zusammenspiel von Sonne und Wind?
- 1:55:48Ist es die Arbeit eines Gärtners mit seiner Liebe zur Natur?
- 1:55:52Oder ist es doch die akribische Arbeit eines Winzers,
- 1:55:55der seinen Handwerk wie ein Wissenschaftler betreibt?
- 1:55:58Der Markowicz M1 2021,
- 1:56:01eine Küwe aus 80% Merlot und 20% Blaufränkisch,
- 1:56:04liefert auf faszinierendste Weise Antworten auf diese Fragen.
- 1:56:08Der M1 2021 ist mehr als eine Küwe.
- 1:56:12Dieser Wein stammt aus der Ried,
- 1:56:14Obhür, der wärmsten Lage des Abestaler Hügelandes im Kanuntum.
- 1:56:18Die Böden dort sind keiksandig und leicht lemig.
- 1:56:21Sie bieten eine ausgezeichnete Fähigkeit zur Wärmespeicherung.
- 1:56:25Die Reben wachsen in südwestlicher Ausrichtung
- 1:56:28auf einer Höhe von 220 Metern.
- 1:56:31Diese Bedingungen garantieren eine langsam und gleichmässige Reifung.
- 1:56:34Die Trauben werden Anfang bis Mitte Oktober per Hand gelesen.
- 1:56:38Und hier beginnt der erste Schritt einer präzisen Prozesskette.
- 1:56:42Die Gärung erfolgt spontan ohne Zugabe von Hefen.
- 1:56:45Sie findet bei einer Temperatur von 30 bis 32 Grad in Holzgärstenden statt.
- 1:56:50Diese Methode nutzt die natürliche Mikroorganismin des Weinberges
- 1:56:54und intensiviert die Aromvielfalt des Weines.
- 1:56:57Nach der Gärung folgt eine 24 bis 30-tägige Matzeration.
- 1:57:03Dieser Schritt sorgt für die maximale Extraktion von Farbe, Tannine und Arom.
- 1:57:08Der Ausbau erfolgt anschließend über 24 Monate in französischen Bariks
- 1:57:13und 500 Liter Tonnofessern.
- 1:57:16Das Ergebnis ist ein perfekt ausbalancieter Wein.
- 1:57:19Er besitzt ein Alkoholgehalt von 14,5 Volumen pro Zettel,
- 1:57:22ein Restzucker von 1 Gramm je Liter
- 1:57:24und eine Säure von 5,2 Gramm je Liter.
- 1:57:27Doch das ist nur die halbe Geschichte.
- 1:57:29Jeder, der den M1 2021 probiert, ist fasziniert von dem salzigen Abgang.
- 1:57:36Dieser ist ein direktes Ergebnis des kalkhaltigen Bodens.
- 1:57:41Diese geologische Prägung ist ebenso entscheidend,
- 1:57:43wie die mikrobiologische Präzision in der Kellerarbeit.
- 1:57:47Gerhard Markowicz ist der Mann hinter diesem Meisterwerk.
- 1:57:50Seine Geschichte beginnt 1990, als er den älterlichen Mischbetrieb übernahm.
- 1:57:55Damals standen Weinreben noch im Schatten von Getreide und Zuckerrüben
- 1:57:59innerhalb weniger Jahre.
- 1:58:00Transformierte Markowicz, diesen Betrieb vollständig.
- 1:58:03Er hat eine ganz klare Vision, Qualität, gefolgt von Qualität
- 1:58:08und fundamentiert von Qualität.
- 1:58:112001 errichtete er eines der modernsten Kellereigebäude Österreichs.
- 1:58:17Dort kombiniert er traditionelle Handarbeit mit mikrobiologischer Kontrolle.
- 1:58:21Seine Philosophie ist tief in der Natur verwurzelt.
- 1:58:25Jede Parzelle wird individuell bewirtschaftet, jede Traube wird per Hand geprüft.
- 1:58:31Markowicz setzt auf minimalen Eingriff im Keller.
- 1:58:35Er kombiniert diese Vorgehensweise mit innovativen Techniken wie der Präzisionsweinbereitung.
- 1:58:41Das Feingut erstrickt sich heute über 43 Hektar eigene Weinberge.
- 1:58:45Zusätzlich bearbeitet er Trauben von Vertragswinstern, die strengen Qualitätsstandards folgen.
- 1:58:50Bariks aus französischer Eiche, spontan Gärung und verlängerte Lagerung auf der Feinhefe
- 1:58:56prägen seinen Ansatz.
- 1:58:58Und diese Prozesse werden akribisch überwacht.
- 1:59:02Es ist ein intelligente, ein sehr intellektueller und vor allem ein sehr emotionaler Ansatz,
- 1:59:08der die natürlichen Eigenschaften der Reben und später der Traube verstärkt.
- 1:59:13Und so ist Gerd Markowicz nicht nur ein Produzent, er ist ein Botschafter für die Region Kanuntum.
- 1:59:18Seine Arbeit hat zweifelsfrei dazu beigetragen, die Region international bekannt zu machen.
- 1:59:24Die Geschichte von Kanuntum reicht fast 2000 Jahre zurück.
- 1:59:27Bereits die Römer erkannten das Potenzial dieser Region.
- 1:59:29Doch es ist die geologische und klimatische Vielfalt, die Kanuntum so besonders macht.
- 1:59:34Die Böden von Kanuntum erzählen eine Geschichte, die Millionen Jahre zurückreich.
- 1:59:39Sie bestehen aus einer Mischung aus Lös, Sand und kalkhaltigem Schotter.
- 1:59:43Diese Böden sind überresteuhurtzeitlicher, flutereignisse und tektonischer Bewegung.
- 1:59:47Sie bieten ideale Bedingungen für den Weinbau.
- 1:59:49Sie speichern Wärme, sind gut durchlässlich und vor allem reicher Mineralien.
- 1:59:54Klimatisch profitiert Kanuntum von seiner Lage im Übergangsbereich zwischen dem kontinentalen Klimamittel Europas
- 2:00:02und dem warmen Einflüssen des panonischen Beckens.
- 2:00:05Die Region erhält weniger als 500 Milliliter Niederschlag pro Jahr und es gibt 300 Sonnentage.
- 2:00:10Und genau diese außergewöhnlichen Bedingungen fördern die Konzentration der aromenden Trauben.
- 2:00:15Die kühle Nächte sorgen dafür, dass die säure Struktur erhalten bleibt.
- 2:00:19Eine besondere Rolle spielt hierbei die Donau.
- 2:00:23Ihre kühlenden Einflüsse wirken wie ein natürlicher Klimaregulator.
- 2:00:28Sie verstärkt die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, denn diese Unterschiede fördern die Entwicklung komplexer Aromen.
- 2:00:34Die Einführung der Lagenklassifikation im Kanuntum hebt Spitzenstandorte wie die Ried Aubül hervor.
- 2:00:41Präzisionsweinbau ist hier keine Zukunftsvision.
- 2:00:44Gelebte Realität.
- 2:00:46Sensoren im Boden messen die Feuchtigkeit.
- 2:00:48Wetterstationen liefern Daten in Echtzeit.
- 2:00:50Drohende überwachen die Gesundheit der Reben.
- 2:00:52Auch in der Kellertechnik hat Kanuntum Marschdiebe gesetzt.
- 2:00:56Der Markowicz M1 2021 ist mehr als einer der besten Rotweine Österreichs.
- 2:01:02Erstes Ergebnis eines Zusammenspiels aus Wissenschaft, Handwerkskunst und Natur.
- 2:01:07Gerhard Markowicz hat bewiesen, dass exzellente Weine nur durch tiefes Verständnis
- 2:01:12und unermüdlichen Qualitätsanspruch entstehen können.
- 2:01:16Vielen Dank dafür.
- 2:01:18Und vielen Dank dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 2:01:22Aber Feiern mit Wein geht schon, oder?
- 2:01:34Immer.
- 2:01:36Was frage ich jemanden, falls auf Feiern mit Wein geht?
- 2:01:39Ja, und Feiern geht dann aber auch mit Wein Schorle.
- 2:01:44Das musste ich auch lernen in der Pfalz.
- 2:01:47Das waren mit sich nicht die ersten Jahre.
- 2:01:50Aber wenn hier ein Weinfest ist und man steht einfach auf der Straße
- 2:01:57und spielt gerade eine Band, dann ist so ein Schorleglas das Perfekte.
- 2:02:02Sind dann aber andere Weine, die dafür genommen werden?
- 2:02:06Oder geht da mehr oder weniger auch kein Qualitäts?
- 2:02:10Nein, man braucht also ein Schorle Wein.
- 2:02:13Ein Schorle Riesling ist wirklich ein geradliniger,
- 2:02:17ein guter Riesling, aber wirklich was völlig anderes wie das, was man dann so ...
- 2:02:24Das muss sauber, das muss top gemacht sein.
- 2:02:28Aber das ist kein Wein, den man dann so Solo zum Essen einschenken würde.
- 2:02:33Das ist schon anders.
- 2:02:35Aber auch über die Schorle hinaus?
- 2:02:37Ich hatte mal in der Vergangenheit, heute gibt es ja nicht mehr die trockenen Kabinett,
- 2:02:41aber ich hatte einen Gast, der wollte mal eine Kabinettschorle,
- 2:02:46also nicht aus einem Moselkabinett, aber er wollte halt unbedingt
- 2:02:51immer schon einen hochwertigeren Wein in seiner Schorle haben,
- 2:02:54wollte damit zum Ausdruck bringen.
- 2:02:56Ich fand das immer irgendwie, ja, genauso wie das falsche Wasser ist, genauso schlimm.
- 2:03:01Es geht auch nicht.
- 2:03:03Aber jetzt über die Schorle hinaus, also könnte man mit sehr hochwertigen Wein feiern
- 2:03:09oder wäre das dann despektierlich dem Wein gegenüber?
- 2:03:12Oder ist das eine Situation, was man unter Feiern versteht?
- 2:03:16Also man kann ja auch in einer netten Runde wirklich den Wein feiern,
- 2:03:27und dann kommen da richtig gute Sachen auf den Tisch,
- 2:03:31aber da hat man ja wieder den Austausch, dass man das zusammen ausmacht,
- 2:03:36dass man es probiert, und das läuft in eine andere Schiene,
- 2:03:40aber feiern im Sinne von wirklich auf einem Weihfest, auf der Bierbank,
- 2:03:47auch da gibt es dann Gelegenheiten, wo man noch bestimmte Sachen aufmacht
- 2:03:52und zusammenprobiert, aber da darf es dann auch mal die Schorle sein.
- 2:03:56Aber wenn du jetzt eine Hochzeit hast, also da großes Gewächs rauf und runter,
- 2:04:02oder ist es dann, dass der Wein ein zu sehr beeinflusst, mitnimmt, fesselt, beansprucht?
- 2:04:09Also ich würde sagen, ich kann mal unsere eigene Hochzeit als Beispiel vielleicht nehmen.
- 2:04:15Wir hatten einfach zum Menü, wir haben in Laumersheim geheiratet,
- 2:04:19also haben wir von drei Laumersheimer Weingütern die Weine zum Essen genommen
- 2:04:23und auch da eher das, was so die Trinkweine im Ortsweinbereich waren,
- 2:04:32was einfach aber auch eine Mischung aus 50 Gästen, die ja nicht alle aus dem Weinbereich kommen,
- 2:04:38dann versteht und Spaß daran hat.
- 2:04:40Wir aber auch dann in dem Moment ein gutes Glas trinken können,
- 2:04:44weil es dann halt noch eine Weinbar gab mit Magnums, Doppelmagnums aus beeindruckenden Weinen,
- 2:04:53die uns so begleitet hatten oder die wir für einen besonderen Andersen wie die Hochzeit eben hatten.
- 2:04:58Und da, der da dann Spaß daran hat und Lust, und das haben wir dann auch natürlich alles gerne noch getrunken.
- 2:05:06Aber von daher würde ich sagen, also alles zu seiner Gelegenheit und alles auch ohne den Gast zu überfordern,
- 2:05:20sei es den eigenen Gast bei der eigenen Party oder den Gast im Restaurant.
- 2:05:25Ist Musik für Wein wichtig?
- 2:05:28Nein. Wein ist oft wie Musik.
- 2:05:33Stimmt.
- 2:05:35Du kannst ganz viel mit Musik, eigentlich auch wenn Leute nicht so weinhaft fienen,
- 2:05:42mit Musik als Vergleich erklären.
- 2:05:48Das funktioniert gut, das heißt die Struktur des Weins, ob das jetzt eher wie Walthier oder eher wie Rammstein ist
- 2:05:57oder ob das zum Beispiel bei Leute, die so küves gegenüber kritisch sind.
- 2:06:05Dann sage ich immer, es gibt halt Solisten und es gibt Chorsänger und manche Sachen sind halt als Chor dann perfekt
- 2:06:12und andere Sachen sind als Solisten. Also von daher kannst du das finden, aber du kannst wunderbar eine gute Flasche Wein ohne Musik trinken.
- 2:06:23Also ich finde diese Bildsprache oder diese Metapher ganz, ganz großartig, wenn man Wein, der manchmal wenig unnahrbar scheint
- 2:06:32oder eben, wo man das Gefühl hat, man muss so viel wissen, man macht ihn damit greifbar.
- 2:06:36Man macht ihn, ja, im wahrsten Sinne des Wortes bildlich.
- 2:06:39Wenn du ein Wein wärst, welcher Wein wärst du?
- 2:06:41Keine Ahnung.
- 2:06:45Gute Frage, ich weiß nicht, ob ich so gut in Selbstanalyse bin.
- 2:06:53Ich hoffe komplex.
- 2:06:57Ich hoffe, was man gut reifen kann und dadurch auch gewinnt.
- 2:07:08Aber von daher kein Eintagswain, der in seinem ersten Jahr gedrunken wird.
- 2:07:14Ansonsten, ich glaube, schwierig selber zu beurteilen.
- 2:07:19Müssen wir jemand anderen fragen vielleicht.
- 2:07:21Haben wir ein Telefon-Joker.
- 2:07:23Was wärst du, außer Sommi geworden?
- 2:07:26Also ein Hoteldirektorin war ja so eine Option, aber so komplett berufsfremd.
- 2:07:30Hattest du mal so im Sinn, umzuschulen?
- 2:07:33Ich habe schon gesagt, ich habe eigentlich auch so Zahlen und das toll gefunden.
- 2:07:43Auch so Geometrie, also ich habe mal so Richtung Architektur gedacht.
- 2:07:47Ich hatte aber immer Angst vor zu viel Theorie.
- 2:07:50Ich hatte zum Beispiel Mathe und Englisch als Leistungskurse.
- 2:07:58Ich war nie auf einer Seite.
- 2:08:00Deswegen war es gar nicht so einfach, im ersten Moment sich ein Beruf vorzustellen.
- 2:08:06Und deswegen vielleicht die glückliche Fügung in meinem heutigen Beruf gelandet zu sein.
- 2:08:13Weil er ja wahnsinnig vielseitig ist.
- 2:08:15Ich muss halt selbstständiger heute mit Zahlen zu tun haben.
- 2:08:19Das heißt, ich habe das Büro und die Buchhaltung, die ich natürlich zusammen mit dem Steuerberater machen muss.
- 2:08:26Aber die ich irgendwo im Blick haben muss.
- 2:08:29Ich habe die Arbeit am Gast, das persönliche.
- 2:08:31Ich habe meine Portion Chaos, die ich auch gerne habe.
- 2:08:36Das heißt, jeder Tag ist anders und unvorhergesehen.
- 2:08:39Ich komme mir auch viele nicht mit klar.
- 2:08:42Ich finde es toll, aber ich finde es auch toll, dass ich dann mal wieder sagen kann,
- 2:08:46jetzt habe ich eben was oder ich Weinkeller aufräumen.
- 2:08:52Und mal herrlich, wenn man kennt es bestimmt auch.
- 2:08:55Wenn man sagt, jetzt habe ich viel geredet und habe auch viele Gespräche vielleicht führen müssen.
- 2:09:02Es ist auch mal schön, gerade nichts zu denken und einfach normal Paketons im Keller aufzuräumen
- 2:09:09und sich darüber zu freuen, dass der dann hinterher ordentlich ist.
- 2:09:13Die Balance aus beiden finde ich macht unseren Beruf so bunt,
- 2:09:16dass man einen gewissen theoretischen, aber eben auch einen praktischen Teil dann grundsätzlich hat.
- 2:09:21Das ist eigentlich auch durch den gesamten Tag.
- 2:09:23Also bis hin zum Wine-Serviceabend ist Wine-Service für dich selber wichtig.
- 2:09:28Also zelebrierst du den oder Flasche auf und Glas voll?
- 2:09:32Ich glaube, ich bin schon sehr praktisch veranlagt.
- 2:09:38Also ich brauche jetzt keinen Föllefans, der jetzt nur Show wäre oder so.
- 2:09:44Aber natürlich ist es...
- 2:09:47Was ist Föllefans für dich?
- 2:09:49Der Kanton mit einer Kerze bei einem Wein, der nur karafiert wird zum Beispiel.
- 2:09:58Also kann natürlich auch mal schiefgehen, wenn ein Wein dann doch Depot hat,
- 2:10:03von dem man es gar nicht gedacht hatte, weil es irgendwie so ein Mal-Back- oder so,
- 2:10:07der auf einmal war nicht Depot hat oder so.
- 2:10:10Aber der Service ist ja auch unser Job.
- 2:10:19Also das heißt wirklich, den Wein beim Gast aufmachen, auch das Vorkosten und so.
- 2:10:25Das mache ich schon viel nicht ausschließlich, weil ich habe einen super guten Junior-Sommelier,
- 2:10:31der natürlich da in dem Bereich auch viel macht.
- 2:10:34Aber auch das in dem Moment ist es ja auch Kommunikation, in dem Moment ist es ja auch die erste Reaktion des Gastes,
- 2:10:41wo man zumindest so eine grobe Richtung schon mal mitkriegt, okay, jetzt habe ich ihn oder ah,
- 2:10:46ist vielleicht noch ein bisschen unsicher, ob es der richtige Wein war.
- 2:10:49Oder auch einfach drüber sprechen, passt die Temperatur.
- 2:10:53Soll ich den Wein gleich in den Kühler machen oder lass mir ihn erst mal draußen,
- 2:10:57weil er eigentlich so von der Temperatur gerade ganz schön ist und so.
- 2:11:00Also diese Wein-Service, und das macht ja auch die Arbeit im Restaurant aus,
- 2:11:05und das macht ja auch das aus den Unterschied, wenn sich der Gast selber eine Flasche Wein zu Hause aufmacht.
- 2:11:11Da schon nochmal dran zu sein, aber ja, ohne vielleicht irgendwelche Show-Einlagen.
- 2:11:19Welche Tools sind für dich essentiell?
- 2:11:21Was brauchst du? Also Karaffe, Kühler?
- 2:11:23Dann ist es klar, darüber hinaus noch irgendwas, dass du sagst, das wäre für mich oder das brauchst du.
- 2:11:30Also es ist, wenn wir jetzt bei normalen Standardweinen, nein, so eine Weinsprange quasi bei reifteren Weinen,
- 2:11:40wo man denkt, okay, der Korken könnte jetzt bröselig porös sein oder so, das ja, aber nein, sonst.
- 2:11:49Und dann ist das Glas und Karaffe.
- 2:11:51Das ist dann schon mein Glas für Rotweine, die ich jetzt so auschenke.
- 2:11:55Wir haben auch so eine Wein-Liege, aber so ein wirklich ganz puristisches Gestell,
- 2:12:00dass man wirklich ein Rotwein wird.
- 2:12:02Ich bin zum Beispiel kein so ein Riesenfan von Spätbegunter, der kanthieren,
- 2:12:07außer er ist halt wirklich super jung und super verschlossen,
- 2:12:10sondern da wirklich dann lieber so eine Wein-Liege, wo der Wein einfach ein bisschen mehr Oberfläche hat.
- 2:12:15Großes Glas.
- 2:12:17Großes Hoch auf Weinwiegen gibt es, viel zu wenig, finde ich.
- 2:12:20Ich finde Sackbowls zum Beispiel furchtbar.
- 2:12:24Also ich weiß nicht, ob jemand schon mal mit einer Sackbowl gearbeitet hat,
- 2:12:27ohne dass ihm eine Flasche abgesoffen ist.
- 2:12:29Wahnsinn, unglaublich, ja.
- 2:12:31Ja, also das ist zum Beispiel was, was ich überhaupt nicht brauche, haben wir auch gar keine.
- 2:12:36Aber ja, und es gibt ja so Spielereien, gab ja doch mal eine Zeit lang hier diese riesen Korkenzieher,
- 2:12:45die so halb nach Maschinen auszahlen und so, aber ich glaube das sind alles so gemäxt,
- 2:12:50was man sich mal so, was man jemandem schenkt, den man nichts schenken muss eigentlich.
- 2:12:54Nichts, was man im Restaurant braucht.
- 2:12:57Wie wichtig sind für dich die Gläser dabei?
- 2:13:00Im Restaurant oder allgemein, wenn du probierst?
- 2:13:02Schon wichtig, schon wichtig, wobei ich kein Fan von so ultra-riesen Gläser,
- 2:13:08ich finde manchmal, wenn das Glas zu groß ist, es ist genauso verkehrt, wie wenn es zu klein ist.
- 2:13:12Also ich habe aber auch ganz unterschiedliche Gläser.
- 2:13:16Also wir haben im Restaurant Gläser von Schottzwiesel,
- 2:13:20das heißt Schott, das heißt aber auch Zwiegel, also als es noch unterschiedlich hieß,
- 2:13:26jetzt ist es ja glaube ich eher alles unter Zwiegel, aber wir haben genauso Gabriel Gläser
- 2:13:31und wir haben genauso Riedler, also wenn ich ein Glas super finde,
- 2:13:37für eine bestimmte Art von Wein, dann kommt das Glas her.
- 2:13:41Und deswegen haben wir da so eine bunte Mischung.
- 2:13:44Das finde ich auch schön, also ganz früher, als ich mit der Gastronomie angefangen hatte,
- 2:13:47hat man sich für ein Brand entschieden, dann wurde alles so komplett ausgestattet
- 2:13:51und ich habe das auch sehr intensiv in der Weinbar gelebt,
- 2:13:54dass wir halt ganz viele verschiedene Markenbrands hatten
- 2:13:57und die dann unterschiedlich einzusetzen, wussten oder versucht haben,
- 2:14:02dann entsprechend zu präsentieren, dem Wein entsprechend zu präsentieren.
- 2:14:06Wann wählst du welches Glas aus?
- 2:14:08Also gibt der Wein das vor?
- 2:14:11Ja, schon ein bisschen der Weintyp natürlich.
- 2:14:14Wie ist der Wein von der Struktur?
- 2:14:16Ist das eher ein schlanker Wein mit wenig Alkohol?
- 2:14:19Da finde ich zum Beispiel oft ein supergroß Bogunderglas oder so, auch viel am Platz.
- 2:14:24Von daher die Struktur, das Wein ist der Alkohol,
- 2:14:28ist natürlich schon auch ein Thema bei Rotweinen vor allem dann,
- 2:14:32aber auch bei kräftigen Weißweinen.
- 2:14:35Und ganz ehrlich, da ist viel ausprobierender bei.
- 2:14:39Also wenn wir ein Wein in eine Weinbegleitung nehmen,
- 2:14:42dann stellen wir uns manchmal drei verschiedene Gläser hin und probieren den da draußen sagen.
- 2:14:46Es macht viel aus.
- 2:14:48Ich finde es interessant ist, wie man sich selber immer wieder damit begeistern kann.
- 2:14:53Ich habe ganz oft diese Aha-Momente, obwohl man es natürlich theoretisch durchspielen kann
- 2:14:58und weiß, dieses Glas macht mit dem Wein, das Glas macht das mit dem Wein,
- 2:15:02wenn man es dann probiert und wieder live wahrnimmt.
- 2:15:05Ich bin da jedes Mal so richtig euphorisch überrascht.
- 2:15:09Ja, und ich bin auch nicht so.
- 2:15:12Es gibt schon ein paar Gläserformen, die man für relativ viel nehmen kann,
- 2:15:16aber ich bin da nicht so.
- 2:15:19Es gibt ja Leute, die überhaupt nur ein Allrounderglas und das ist für alles.
- 2:15:23Ich finde, dass es zum Beispiel,
- 2:15:27gerade Pino kommt aus einem bauchigen sogenannten Burgundaglas,
- 2:15:34oft supergut, aber wenn der Gast dann als nächstes ein Bordeaux ausgewählt hat
- 2:15:39und auch sagen würde, ich nehme das Glas noch weiter
- 2:15:43oder irgendwas, was halt einfach auch viel Alkohol hat,
- 2:15:47das bringe ich dann nicht übers Herz, das in das Burgundaglas zu schütten.
- 2:15:53Ich sage, nee, ich biete ihm nicht die richtige Bühne,
- 2:15:57das ist einfach nicht das richtige Tool, wo der Wein richtig gut dabei rauskommt
- 2:16:01und da sage ich, nee, wir machen schon das andere.
- 2:16:06Oder wenn man so Winzertische hat, wo man weiß, die probieren sich jetzt wild
- 2:16:10durch alles Mögliche und manchmal hat man dann auch nur noch eine Chance,
- 2:16:14wenn die dann mal so zu zehnt oder so Aufträge treten,
- 2:16:18zu sagen, ich stelle euch die Flaschen auf den Tisch
- 2:16:21weil die einfach so viel hin und her probieren wollen dann,
- 2:16:24dass glaube ich mal da auch mal einen Schritt zurücktreten muss
- 2:16:28und mal locker sein muss und sagen muss, klar,
- 2:16:31sind wir ein Fine Dining Restaurant und normalerweise schenke ich dem Gast
- 2:16:36natürlich den Wein sehr, sehr gerne ein, aber da ist dann manchmal auch
- 2:16:42der Spaßfaktor oder da wäre das zu, also das kann ich gar nicht gewillig leisten,
- 2:16:46weil der eine hat dann noch den anderen Wein im Glas
- 2:16:48und der möchte ihn aber erst austrinken bevor er dann, aber man kann ja keine 10 Gläser irgendwann mehr hinstellen
- 2:16:53und da muss man dann glaube ich auch mal ein bisschen entspannt sein.
- 2:16:58Die Verhältnismäßigkeit waren also mit der Situation auch,
- 2:17:01ich glaube das ist aber auch was, was man erst mit vielen, vielen Jahren dann leben kann,
- 2:17:07also auch mit einer Leichtigkeit leben kann, dass man nicht zu verkopft an die Sache rangeht,
- 2:17:11sondern einfach dann auch versucht anzuführen, wie der Gast sich am wohlsten fühlt
- 2:17:16und am besten entspannen kann, was ja letztlich das große Ziel dabei sein sollte.
- 2:17:21Sollte es, sollte es so sein, ja.
- 2:17:26Aber das sind wir halt noch ein bisschen von der alten Schule vielleicht,
- 2:17:30also es gibt heute schon Restaurantkonzepte und da muss ich sagen,
- 2:17:34da verabschiede ich mich dann persönlich auch von, die das Ganze halt sehr als Inszenierung sehen
- 2:17:41und dass der Gast eigentlich, der ist, der kommt um das zu konsumieren, also diese Inszenierung.
- 2:17:47Das bewundern darf.
- 2:17:49Ja, ja, genau.
- 2:17:52Und da muss ich sagen, da bin ich dann auch echt raus.
- 2:17:56Es kann ich mal auf ganz, ganz großer Bühne, also wenn ich sage, ich gehe jetzt wirklich innen,
- 2:18:02Restaurant mit drei Sternen, wo man wirklich nicht so einen Namen hat,
- 2:18:08der irgendwo prägt und prägend ist, dann sage ich okay,
- 2:18:14aber wenn es vielleicht einfach das Restaurant in die Ecke ist, dann ist das mir echt zu much.
- 2:18:19Gab es für dich da mal das Restaurant oder das vielleicht sogar Wein-Restaurant oder Restaurant-Weinerlebnis,
- 2:18:26das dich nachhaltig beeindruckt hat?
- 2:18:30Ja, gibt es immer mal wieder, aber manchmal sind es ja auch die Dinge, die man so gar nicht erwartet hätte,
- 2:18:36die waren zum Beispiel letztes Jahr im Bugund und für uns schon immer auch vom Essen eine tolle Adresse
- 2:18:46und falls es einfach ein schönes Restaurant ist und also wo irgendwie so die Parameter stimmen,
- 2:18:52ist das L'Homme Lois in Charny und wo wir wirklich auch dann privat schon mehrmals waren,
- 2:18:58wenn es die Reise ins Bugund getragen hat, dann und es schon so ein bisschen so eine Herzensregion ist,
- 2:19:04dann waren wir eigentlich auch fast immer dann dort im Restaurant
- 2:19:08und gerne das dann mittags genossen, wo man ein tolles Preis-Leistungsverhältnis vom Menü dann auch noch hat.
- 2:19:17Und wir waren da mit noch drei weiteren, also noch ein Winzer und unser Junior-Sommelier mit Freunden,
- 2:19:29die alle Weinfreaks und Wein begeistert sind und die aber noch nie im Bugund waren
- 2:19:34und so ein bisschen Begegnungsangst hatten und dann aber weil mein Mann ja so oft vom Lomno aus gesprungen hat und da auch hin wollten
- 2:19:40und der Sebastian der Sommelier, der jetzt seit ein paar Jahren schon dort ist,
- 2:19:46ist für mich da wirklich ganz, ganz toll und das habe ich erst so richtig an diesem Tag kapiert,
- 2:19:51weil wir hatten uns natürlich zu oft zu zweit eine gute Flasche ausgesucht,
- 2:19:56die wir einfach dann erleben und trinken wollten und er als Sommelier dann natürlich schon beraten zur Seite stand,
- 2:20:01aber natürlich nicht so aktiv war und diesmal wir natürlich mit mehreren Leuten natürlich auch mehrere Flaschen gebraucht haben,
- 2:20:08aber er wusste, dass wir uns natürlich auch für die Top-Weine interessieren,
- 2:20:13aber er wusste von noch im frühen Besuch, welchen Winzer wir besucht hatten
- 2:20:17und dass wir da auch offen für junge Talente sind
- 2:20:20und er hat uns dann wirklich zu dem Menü, zu dem Essen ein paar Weine empfohlen,
- 2:20:26die uns alle wirklich begeistert haben, die super zum Essen waren
- 2:20:30und wir sind da raus und hatten für keine Flasche Wein, die er uns empfohlen hat, mehr wie 100 Euro gezahlt
- 2:20:36und wir sprechen von einem Weinerlebnis 2023 im Bugund in einem drei-sterneren Restaurant.
- 2:20:42Und das war für mich ein absolutes Highlighterlebnis,
- 2:20:47das war, was ich gesagt habe, der wusste, wir wollen was entdecken, wir wollen Spaß haben,
- 2:20:51wir wollen aber gute Weine trinken und ich meine, man muss natürlich ehrlich sagen,
- 2:20:55der hat mit Sicherheit genug Klientel, in denen eine Flasche Wein für 1000 Euro verkaufen kann
- 2:21:00und hat vielleicht ähnlich Freude dran, eben die aufstrebenden Winzer mal zu zeigen
- 2:21:05und aber es war ein tolles Erlebnis, das war.
- 2:21:08Gab es da jemals eine Weinspeisenkombination, die dich nachhaltig beeindruckt hat?
- 2:21:14Also dort war zum Beispiel super, was ich mir vorher nie Gedanken gemacht hatte,
- 2:21:18weil wir dann so sagten, ja vielleicht ein chenin blanc zum Käse
- 2:21:24und was halt so eine Demiseckrichtung
- 2:21:27und dann sagt er so, ja warum nicht ein Alicotier zum Käse,
- 2:21:31sind wir ja gerade im Bugund, man achte Motto und das war super.
- 2:21:35Aber trocken dann oder?
- 2:21:36Trocken, ja trocken.
- 2:21:37Alicotier, der aber auch ein bisschen BSA gemacht hatte, aber hat super funktioniert.
- 2:21:42Hätte ich mir nie im Leben getraut, so auszuprobieren.
- 2:21:46Das ist das Bugund relativ prominent, gibt es für dich eine Region, die unterschätzt ist?
- 2:21:52Also wenn meinem eigenen Land bleiben wirdenberg und mit der Rebsorte Lemberger in Kombi,
- 2:22:00das ist für mich die Rebsorte, die echt am unterschätztesten ist vom Potential her,
- 2:22:06obwohl alle wissen, dass blaufränkisch super ist, aber irgendwie schafft man es trotzdem nicht,
- 2:22:11kann man Lemberger und blaufränkisch, also mir ist bewusst, dass es die gleiche Rebsorte hat,
- 2:22:17zumindest mit Variationen, die gleiche Ursprung hat, aber kann man Lemberger mit wirklich
- 2:22:23mit blaufränkisch vergleichen?
- 2:22:24Oder sind das nicht durch zwei Welten?
- 2:22:27Also in der Pfalz wird erfolgreich Lemberger als blaufränkisch verkauft mittlerweile.
- 2:22:33Also weil die Winzer, es haben nicht viele Winzer hier, aber die, die es verkaufen, verkaufen es
- 2:22:40mittlerweile als blaufränkisch.
- 2:22:42Und natürlich war eine Zeit lang eine ganz andere Stilistik in Österreich jetzt für blaufränkisch,
- 2:22:48das was so vielleicht mal den AHA-Effekt gemacht hat, aber ich finde, das kann man sehr, sehr gut.
- 2:22:59Und auch mit den verschiedenen Ausbaustilistiken.
- 2:23:04Und wenn man jetzt ein paar Württemberger wie jetzt Lassack oder so anguckt, die bauen das ja heute auch mehr in der Stilistik
- 2:23:11wie blaufränkisch in Österreich aus und nicht mehr so dieses, wie die Hades Winzer am Anfang,
- 2:23:19wo es dann viel Holz und viel, endlich wie das Bachigforum hier in der Pfalz auch,
- 2:23:24als das so losging in den 90ern oder 2000ern, also das war ja, das ist völlig anderer Weinstil,
- 2:23:30als man heute ja macht oder die Top Winzer heute machen, sagen wir so.
- 2:23:35Ich hätte es immer so als zwei grundunterschiedliche Welten betrachtet, aber vielleicht habe ich,
- 2:23:40ich habe auch nur eine andere blaufränkisch.
- 2:23:42Ja, das liegt vielleicht aber eher noch in der Struktur der Weinregion Wittenberg,
- 2:23:46ähnlich wie in Baden ist, das hat trotzdem noch sehr genossenschaftsdominiert.
- 2:23:51Und natürlich gibt es da halt auch noch viel im Mainstream, ja,
- 2:23:57und Trollinger, Lemberger, Küwesin, auch nicht von der Hand zu machen,
- 2:24:01dass es die noch Reichlichst gibt, ja.
- 2:24:05Aber ja, also wenn man von den Top Winzern das probiert, ist großartig.
- 2:24:10Und es darf ja eine eigene Stilistik haben, also gegenteil muss vielleicht auch,
- 2:24:15oder ich glaube auch die Phase, wo sollte hoffentlich so langsam mal zu Ende gehen,
- 2:24:21wo jeder deutsche Pino überlegt wird, welcher, welches...
- 2:24:25Begründer sein könnte.
- 2:24:27Im Begründer sein könnte, muss es hier nicht, Kamerberg kann doch nach Kamerberg stehen.
- 2:24:31Ich finde, das ist eine ganz tolle Entwicklung, ein ganz toller Schritt,
- 2:24:33dass man mittlerweile eben den deutschen Spätbegründer als eigenständiges Geschmacksmonument
- 2:24:39irgendwo sehen kann und genauso beim Sekt, also das Sekt mittlerweile so interessant geworden ist,
- 2:24:43dass man ihn nicht mehr mit Champagner vergleicht oder irgendwelche Sachen.
- 2:24:48Also die Entwicklung finde ich da ganz, ganz großartig.
- 2:24:51Richtung Entwicklung bist du eher digital oder analog?
- 2:24:55Kommt drauf an.
- 2:24:57Beim Wein analog, in sonstigen Dingen zum Arbeiten auch schon digital.
- 2:25:03Also aber Wein ist doch...
- 2:25:06Ja, ich finde, ich finde, es gibt viele tolle Tools,
- 2:25:10aber ich bin dann vielleicht so perfektionistisch und sage,
- 2:25:14wenn ich es digital haben wollen würde, dann bräuchts für mich mehr wert.
- 2:25:19Also eine Weinkarte nur als PDF auf einem digitalen Träger zu haben,
- 2:25:24bringt mir nicht mehr, da habe ich einfach mein Papier zum umblättern lieber,
- 2:25:28weil ich da vielleicht auch dem Gast besser über die Schulter gucken kann
- 2:25:33und gleichzeitig mit reingucken oder auch mal blättern kann,
- 2:25:36finde ich bei einem digitalen Gerät eher etwas schwieriger.
- 2:25:40Und wenn digital dann müsste für mich so gut sein,
- 2:25:44dass ich dann wirklich eine Suchmaschine dahinter hätte und sagen könnte,
- 2:25:48ich suche jetzt eine Rebsorte oder einen bestimmten Winzer
- 2:25:52oder da nicht nur einfach scrollen oder blättern müsste.
- 2:25:56Und das weiß ich, das kann ich momentan nicht leisten,
- 2:25:59dafür fehlt mir die Zeit, das zu pflegen, das aufzusetzen.
- 2:26:03Deswegen würde ich es jetzt nicht machen,
- 2:26:05aber deswegen ist mir meine Analogikkarte,
- 2:26:08die man dann aber auch extra so gemacht haben,
- 2:26:10dass man sie gut tauschen kann.
- 2:26:12Also das war ein Ringbuch, wo ich wie einem Ordner auf und zu machen kann
- 2:26:17und einzelne Seiten schnell tauschen kann,
- 2:26:20um das nicht, also nicht wie in der end der früheren getruckte Karte,
- 2:26:23wo ich dann alle halbe Jahre mal zum Drucker gebe, das finde ich schwachsinn.
- 2:26:27Aber digital auf Teufel kommen raus, nur dass es dann auf dem Handy ist.
- 2:26:34Ich habe auch schon Leute erlebt, die hier eben auch sagten,
- 2:26:37Mensch, in der Zeit als über Corona dann praktisch mal versucht hat,
- 2:26:42teilweise papierlos zu arbeiten.
- 2:26:44Und dann über ein QR-Code und dann in seinem Handy da hatte,
- 2:26:49ich habe auch Leute gehört, die eigentlich businessmäßig nur digital unterwegs sind,
- 2:26:52die sagten, ich will doch einmal an mein freien Abend mein Handy wegelegen
- 2:26:57und muss es jetzt nicht schon wieder nutzen für eine Karte.
- 2:27:00Also beim Lernen zum Beispiel, bist du da auch lieber mit einem Buch unterwegs,
- 2:27:08dass du Blättern kannst, Notiz machen kannst,
- 2:27:10oder da digital, weil du möglichst schnell in verschiedene Ebenen abbruchst?
- 2:27:14Also ich glaube jeder, der mich kennt, kennt mich bei Weinenproben mit meinem Notizbuch.
- 2:27:19Und deswegen sehr analog, wirklich handschriftlich.
- 2:27:24Da schaut man natürlich nicht mehr in das von vor fünf Jahren rein,
- 2:27:29aber das tut meine Datei auch nicht mehr.
- 2:27:31Aber es ist eine schöne Bundesammlung an tollen Notizbüchern,
- 2:27:36die mir so ein bisschen im Regal aufzeigen, dass man schon ein paar Jahre dabei ist.
- 2:27:40Aber nee, also da auch wirklich analog.
- 2:27:47Lernen, ja, lernen, ansonsten natürlich super, praktisch schnell was nachzuschauen.
- 2:27:55Das ist natürlich wiederum mega, das finde ich auch ganz toll heute.
- 2:28:00Also ich habe noch viele Weinbücher im Regal stehen, aber ich muss sagen, die stehen da wirklich.
- 2:28:05Also das Monat Oxford Weinlexikon, das er so wieder auspackt.
- 2:28:09Da ist dann der Griff zum Handy und zu einem Onlinelexikon,
- 2:28:15die natürlich auch wieder aktualisiert werden, dann schon der erste Griff.
- 2:28:18Also da, um was nachzuschlagen, dann definitiv digital.
- 2:28:23Wie hältst du dich aktuell?
- 2:28:27Also ist es für dich immer noch eine Aufgabe, dass du sagst, ich einmal im Jahr arbeite ich in den Weinbaugebiet durch
- 2:28:33und versuche mich da wieder intensiv mit zu beschäftigen oder ich lese ein oder zwei oder drei Magazine.
- 2:28:40Man möchte gerne.
- 2:28:42Man würde gerne, man möchte gerne.
- 2:28:45Manchmal legt man auch ein Urlaub mal dahin, was dann so ein bisschen,
- 2:28:50also wir waren dieses Jahr im Winter auf Sizilien und dann natürlich auch mal ein Weingut besucht.
- 2:28:57Also ich habe das auch schon runtergetrosselt, dass man nicht im Urlaub von Termin zu Termin hält.
- 2:29:03Aber trotzdem zu sagen, man hat natürlich so ein Weinanbaugebiet ganz anders im Kopf.
- 2:29:11Man kann sich Sachen ganz anders merken, wenn man einen persönlichen Bezug hat.
- 2:29:14Wenn ich weiß, ich bin diese Straße mal lang gefahren oder eines meiner Schlüsselerlebnisse war sicher,
- 2:29:20Kalifornien war in der Somelie Schule lernte man dann diese A.V.A.s und hat aber überhaupt keine Vorstellung.
- 2:29:26Ist das groß, ist das klein und wenn man dann mal so durchs Napa Valley gefahren ist und sagt,
- 2:29:32oh, Oakville ist ein Dorf quasi, also dann zu sehen oder das ist jetzt riesig und das ist jetzt klein.
- 2:29:39Das kann man ja fast nur, wenn man es wirklich erlebt hat.
- 2:29:43Und da habe ich natürlich schon das Ziel, immer mal mir wieder was zu erschließen.
- 2:29:48Aber die Praxis ist natürlich der eigene Betrieb, die Selbstständigkeit bindet da schon sehr, sehr stark
- 2:29:55und lässt mich natürlich auch mich manchmal das Thema Wein natürlich in die zweite Reihe stellen.
- 2:30:02Hast du denn Ausgleich oder ein Hobby, was dich aus dem Wein rausführen kann?
- 2:30:08Also definitiv unser Garten, das ist wirklich auch da ein Ausgleich.
- 2:30:14Herrlicher Ausgleich, ja.
- 2:30:16Ja, von daher, das ist dann sehr gut und das macht den Kopf wirklich frei.
- 2:30:21Gibst du Ziele und Wünsche, die du noch anstrieb, so was du vorhast oder was dir vorstellen kannst oder was dir wünscht?
- 2:30:29Also definitiv manchmal vielleicht so ein bisschen mehr die Balance zu finden, dass man sich nicht so sehr vom Alltag einnehmen lässt
- 2:30:40und halt manche Ziele vielleicht dann auch ein bisschen besser verfolgen kann.
- 2:30:44Ja, auch das Thema meine Weinstärke vielleicht auch noch mehr zu spielen.
- 2:30:52Also sozusagen ich mache mal wieder mehr Weinabende, biet vielleicht auch mal Weinseminare an,
- 2:30:59weil ich glaube, ich könnte das Wissen schon gut weitergeben, aber da war bis dahin doch halt oft manchmal da,
- 2:31:06ja, entweder der Schweinehund sich hinzusetzen und das mal, weil irgendwann muss man daher erstmal eine Grundstruktur für schaffen,
- 2:31:14das zu machen. Also das ist so ein heiß Ziel auf jeden Fall, was ich echt mal gerne angehen möchte jetzt.
- 2:31:21Ja, das was die Wille ausheitend ist in der Tat ihre Ruhe, ihre Besonnenheit, ihr Tiefsinn, ihre wahnsinnige Fachkompetenz,
- 2:31:36ihre Weitsichtigkeit, ihre ganz eigene Sichtweise auf die Dinge, ihre realistische Wahrnehmung,
- 2:31:43sowohl für die Gastronomie, für die Zommelerie, für die Weine und ihre Vision.
- 2:31:47Es war einfach genügend mit ihr zu reden, es hat richtig Spaß gemacht, es war so von Ruhe geprägt.
- 2:31:52Vielen Dank liebe Siebille, dass du heute da warst.
- 2:31:54Vielen Dank auch für die Unterstützung an unserem Partner, an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger,
- 2:32:00Konzio Winnie, Segnetz und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg.
- 2:32:05Dank Ihnen ist dieses Projekt möglich, Dank Ihnen können wir dieses Projekt seit schon fast einem Jahr aktiv leben.
- 2:32:12Und Dank Ihnen können wir so großartigen Zommeler wie Siebille einen Raum und Wort schenken und vor allen ihre Erfahrungen nach außen tragen lassen.
- 2:32:20Vielen Dank für die Begleitung, natürlich auch ein großes Dankeschön für euch.
- 2:32:24Danke für die Kommentare, für die Likes, für die Begleitung, für's Zuhören, für's Beihonssein, für's uns unterstützen und für's euch begeistern lassen.
- 2:32:32Es ist immer wieder erstaunlich und hoch erfreulich zu sehen, dass wir unsere Hörerschaft nicht nur hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben,
- 2:32:39sondern auch ein nicht unerheblicher Teil aus Amerika und zuhört oder aus Frankreich, Italien.
- 2:32:44Und daher an dieser Stelle einen ganz herzlichen Gruß in die große weite Welt.
- 2:32:47Schön, dass ihr bei uns seid. Vielen, die bedankt dafür.
- 2:32:50Und für den einen oder anderen, der uns unterstützen möchte, hilft es uns sehr, wenn ihr die kleine extra Runde über Spotify oder Apple Podcast geht,
- 2:32:57uns bewertet und somit hilft, dass wir noch sichtbarer werden.
- 2:33:01Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:33:04Und ich freue mich auf die kommende Woche, ich freue mich auf den kommenden Freitag und freue mich auf eine weitere hochinteressante Zauberer,
- 2:33:10auf die großartige Katrin Pfeiks.
- 2:33:12Ja, hallo Silvio, hier ist Andi Rings aus Freienzeheim, vom Weingut Rings.
- 2:33:30Und ja, ich habe mir ein paar Gedanke gemacht, zu diese Bille.
- 2:33:35Also, ich musste zu sagen, wir kennen uns schon ziemlich lange.
- 2:33:39Also, jetzt seit 2006, noch in der Zeit, wie sie dann beim Catcher-Hof war in Deidishheim.
- 2:33:49Und die erste coole Momente und Probe hat man zusammen, wie wir, mein Bruder und ich,
- 2:33:58die Spitzen-Talente waren vom VodP und da hat man einmal im Jahr immer uns getroffen,
- 2:34:05die jungen Talente mit Philipp Kuhn zusammen und haben im Catcher-Hof eine Kultweinprobe gemacht
- 2:34:11und immer mit mo'anere Thema.
- 2:34:13Wir haben angefangen mit Spielbegründer und Begründer, dann große Rieslinge, Bordeaux.
- 2:34:19Und diese Bille war immer feuer und flammer, dass wir das bei ihr machen
- 2:34:23und da hat uns da immer cooles Menü zusammengestellt.
- 2:34:26Und die Gage dafür war ein Schluck von jeder Flasche mitzuprobieren
- 2:34:31und das fand man, da war es schon so mega cool und sympathisch,
- 2:34:35dass es von da aus eigentlich klar war, dass wir Freunde sind.
- 2:34:40Und ja, das war einfach super sympathisch und cool
- 2:34:43und hatten da immer coole Abende und Probe zusammen.
- 2:34:47Und die Weinbegeisterung und die Offenheit,
- 2:34:53was eigentlich für jeden Stil Winzer-Rekion immer Offer hat,
- 2:34:59das ist schon sehr ansteckend und nachzunehmlich, ja, ich muss mal sagen,
- 2:35:05auch ein bisschen beruhigend, weil sie ist immer sehr ruhig in der Beschreibung von Wein und Essen
- 2:35:14und das ist sehr, sehr angenehm einfach mit ihr über Wein und Essen zu reden.
- 2:35:22Und auch immer sehr weizhinnig, also auch immer die Klassik im Auge,
- 2:35:29aber es darf auch immer ein bisschen interessanter und verrückter sein.
- 2:35:34Aber sie hört uns gerade mit ihrem Blick auf Wein, hat sich schon uns auch geprägt,
- 2:35:41weil wir immer sehr interessiert waren auf ihre ehrliche Meinung,
- 2:35:45wie sie unsere Weine finden zum Beispiel.
- 2:35:47Und daher ist es super, dass sie uns da immer so mitbegleitet hat.
- 2:35:54Und ja, jetzt halt einigen Jahren ist sie sogar noch in Freienzheim mit ihrem Mann.
- 2:35:59Das werden das auch genauso cool wie die Sibilo.
- 2:36:02Und ja, seit sie in Freienzheim sind, sehen wir uns noch öfters
- 2:36:07und es ist eines meines absoluten Lieblingsrestaurants, das Etable.
- 2:36:14Super Weinkarte, super Essen, Sibilo ist immer mega gasfreundlich
- 2:36:21und freut sich, wenn man kommt und was wirklich sehr, sehr gut ist,
- 2:36:25wo man es manchmal schon leid tut, weil wenn wir als kommen mit verschiedenen Winzer oder Freunden
- 2:36:31und jetzt gerade wieder am Finest of a Huntershirt ist es nie wirklich klar, wie viele Menschen mehr sind.
- 2:36:37Und manchmal geht die Personenzahl hoch und runter, aber Sibilo ist immer ganz entspannt
- 2:36:41und findet immer noch einen Stuhl.
- 2:36:43Und das ist wirklich sehr, sehr gut, weil ja, manchmal ist es auch nicht so einfach zu planen,
- 2:36:49aber ich kann es noch mehr verstehen, wenn man als Gastronom sagt,
- 2:36:52Jungs, sagt man jetzt endlich mal, wie viele Leute ihr seid.
- 2:36:55Aber ja, sie ist immer ganz entspannt und ruhig
- 2:36:58und am Ende ist es immer wieder ein schöner Abend
- 2:37:02und wir haben alle Spaß und sitzen noch lange dann zusammen bei noch einer Flasche Rotwein
- 2:37:07oder Flasche Kabinett oder noch einen Rottwein und am Schluss noch ein Bier
- 2:37:11und ganz wichtig noch ein Schattröst zum Schluss.
- 2:37:13Also es ist wirklich einfach so schön, dass die beide bei uns in Freundsam sind
- 2:37:20und es bereichert den Ort und wir haben eine absolute Lieblingsort bei uns wieder gefunden.
- 2:37:27In Freundsam, wo man mit alle Leute hier gehen kann
- 2:37:32und Wein und Essen einfach genießen und feiern die Felser Gastfreundschaft bei Sibilo und Sven.
- 2:37:39Vielen Dank auf jeden Fall, dass ich dazu etwas sage.
- 2:37:42Bis dann, ciao!
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