Latest / SOMMELIER / Sophie Lehmann – Pure Wein-Energie
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- 0:00[Musik]
- 0:12Einen wundervollen guten Tag. Mein Name ist Thomas Ebenbusch. Ich betreibe zusammen mit meiner Frau, der Sophie Lehmann,
- 0:17das Restaurant 100/200 in Hamburg.
- 0:19Und ich wurde gebeten, etwas zu meiner Frau zu sagen, was mir natürlich relativ einfach fällt.
- 0:24Aber ich muss wirklich sagen zu dem Thema Getränke,
- 0:27ist es mir noch einfach gefallen, weil Sophie in der Zeit, als wir uns kennengelernt haben, dafür gesorgt hat,
- 0:32dass ich überhaupt erst verstanden habe, um was es bei dem Thema Wein bzw. Getränke im Allgemeinen geht.
- 0:38Kulinare schozialisiert bin ich mit dem Thema Wein "Groß, Name, teuer".
- 0:43Also ganz Stereotyp, alterweißer Mann, so muss das sein, oder alles andere ist völliger Quatsch.
- 0:48Das heißt, also ich bin Sophie Lehmann auch mit ihrer Umgangs begegnet und habe gesagt,
- 0:51was mal auf diese ganze biologinomalische Peace-Player, die brauchst du mir gar nicht ins Glas geben,
- 0:55sondern es geht hier um die großen Dinge.
- 0:57Also den ganzen typischen bla bla bla Bullshit, den keiner mehr braucht.
- 1:01Und vor allen Dingen habe ich verstanden, dass es totaler Blödsinn ist,
- 1:04weil ein Wein bzw. ein Getränk hat immer seine Zeit, hat immer seinen Ort, hat immer seinen Essen und hat immer seine Begleitung.
- 1:10Mit der Begleitung meine ich, mit wem konsumiert man das.
- 1:13Man kann das ja auch natürlich alleine vom Fernseh, sich im Kopf drücken.
- 1:15Aber es geht immer darum, was möchte ich mir diesem Getränk erzählen.
- 1:18Und das seltenste und das absolut nie passendste ist meistens der große Name, die große Etikette.
- 1:26Und dafür bin ich froh, Lehmann, unabhängig davon, dass ich sie toll für eine, sie bezaubern finde.
- 1:30Ich finde sie sehr heiß, ich finde sie sehr, sehr angenehm.
- 1:33Aber dass sie mir das beigebracht hat und davon sehre ich bis heute.
- 1:37Dafür bin ich hier auf ewig dankbar, weil das ist unabhängig davon, dass ich diese Person liebe
- 1:41und dass ich sie vergötte und dass ich mit ihr alles mache.
- 1:43Nicht nur ja mein Leben teile, sondern auch das Geschäft mit ihr teile.
- 1:46Was mir übrigens auch unser Leben ist, deswegen sind wir auch so, wie wir sind.
- 1:50Aber das ist wirklich etwas gewesen, das hat in meiner Laufbahn als Koch einen fundamentalen Einschnitt gegeben.
- 1:56Weil man auch so ganz anders über die Dinge nachdenkt, die man auf den Teller versucht zu bringen.
- 2:00Und wenn man gerade in den Bereich reinkommt, dass man wirklich versucht auch etwas anders zu kochen als die anderen,
- 2:05sondern dass es darum geht, dass man Emotionen transportieren möchte und reden nicht davon.
- 2:08Ich möchte Bilder im Kopf der Gäste malen, sondern es geht darum, ich möchte nachhaltig mit dem in Erinnerung bleiben,
- 2:14dass das was bei uns konsumiert wird.
- 2:16Und diese Symbiose aus Essen und Trinken mit den Verständnissen wie Sophie über das Thema Getränke ramm geht, nachdenkt,
- 2:23dass es wie Musik, dass es die perfekte Band, das ist der perfekte Ton, das ist der perfekte Moment.
- 2:32Und das sind so viele Faktoren, die da zusammenspielen und die Geschichte ins Glas zu packen
- 2:38und die Geschichte auf den Teller zu packen und sie so zu erzählen, dass ein jeder sich wohlfühlt.
- 2:42Das macht einen unglaublichen Spaß, das macht unfassbar viel Arbeit, ja natürlich klar sicher.
- 2:47Aber ich glaube, Sophie und ich sind noch nie zur Arbeit gegangen, sondern wir dürfen tun, was wir lieben
- 2:54und das macht uns unglaubliche Freude und allein der Prozess bei uns neue Gerichte zu kreieren
- 2:59und dazu das Getränk passend in das Glas zu packen, das sind Situationen, die sind immer noch,
- 3:05nach auch nach sechs Jahren nachhaltig in unseren Gedächtnis eingebrannt worden.
- 3:09Dafür bin ich der Frau Lehmann unendlich dankbar, dass ich das erleben durfte,
- 3:13weil ohne dieses Verständnis und ohne dieses "Mach mal deine Schublade auf, hör mal auf, darüber nachzudenken,
- 3:20was andere Leute denken, was du haben musst auf deiner Weinkarte, sondern versuch mal selbst in dich reinzuhören,
- 3:25was brauchst du, was willst du wirklich haben."
- 3:27Das ist das, was sehr, sehr, sehr, sehr besonders ist bei Frau Lehmann.
- 3:30Dafür bin ich hier sehr dankbar.
- 3:32[Musik]
- 3:53Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Sommel je".
- 3:57Die interessantesten Weinkänner dieser Zeit. Meine heutige Gäste habe ich im Hamburger 100/200,
- 4:02was sie zusammen mit ihrem Mann Thomas Imbusch im Jahr 2017 eröffnet hat, Besuch.
- 4:07Sophie Lehmann ist 1991 geboren, nahe Rostock aufgewachsen und Schloss neben ihrer Korrausbildung
- 4:12im Relais Château Schlosshotel Borg Schlitz auch noch die Ausbildung zur Hotelfachfrau erfolgreich ab.
- 4:18Die Weiterbildung zur Sommeljähre war für sie ein weiterer logischer Schritt.
- 4:22Ihr Weinwissen erweiterte die Norddeutsche in der Ostselanche, der Strandhotel Fischland und im Restaurant Ofklub.
- 4:28Und es war ein großartiges und zeitloses Vergnügen, sie zu treffen, mit ihr zu reden und sie heute hier zu präsentieren.
- 4:34Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich aufs Herzlichste bei unserem Partner der Schlumberger Gruppe,
- 4:38mit den Handelshäusern Conziovini, Schlumberger, Segnitz und dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg aufs allerherzlichste bedanken.
- 4:46Dank ihnen ist dieses Projekt möglich.
- 4:48Vielen lieben Dank dafür. Und nun geht es los, nun geht es auf nach Hamburg zu Sophie Lehmann.
- 4:54Was bist du am meisten? Geschäftsfrau, Köchin, Sommeljähre?
- 4:58Genusssüchtig am meisten, aber ich glaube, das Weinthema ist immer noch das, wo man mich am emotionalsten und am schnellsten und am leidesschaftlichsten bekommt.
- 5:10Kannst du das überhaupt noch? Kannst du noch weinen?
- 5:12Ja, ich kann noch weinen.
- 5:13Also allumfassend hier tätig, nicht zuletzt eben auch als Mama.
- 5:17Also was natürlich, was mich sehr viel Herzblut gekostet hat, ist doch relativ schnell,
- 5:24die Nachgründung des 100-200 ist abgeben zu müssen, jedes Glas Wein selber auszuschenken, weil es einfach irgendwann nicht mehr drin saß.
- 5:30Und wir ja natürlich auch einen Team von Menschen haben wollen, die wachsen und die selber auch Kompetenzen haben.
- 5:35Das hat, das ist mir sehr, sehr schwer gefallen.
- 5:38Dem traue ich auch manchmal noch hinterher, weil ich doch am liebsten jede Geschichte selber erzählen würde.
- 5:42Aber ja, ich kann weinen noch und das macht auch noch ganz viel Freude.
- 5:46Was ist Wein für dich? Also ich komme da jetzt drauf, weil du sagst, jede Geschichte selber erzählst.
- 5:50Ja.
- 5:51Du hast ja bei eurer Menüphilosophie mehr oder weniger den Ansatz, Menü erzählt eine Geschichte und wir wollen das durchlaufen und wir leben das intensiv.
- 5:58Ist es beim Wein genauso?
- 6:00Also ich finde, es muss hier so sein.
- 6:02Es wäre ja total absurd in der Küche so eine riesige Philosophie und Leidenschaftsthema aufzumachen.
- 6:07Aber Wein ist dann halt einfach nur ein Getränk dazu.
- 6:09Allgemein finde ich, also für mich persönlich ist Wein etwas, das muss immer an den Ort, in die Zeit zu den Menschen, in die Situation passen.
- 6:17Weil es gibt ganz, ganz viele großartige Dinge, aber die können auch manchmal total viel am Platz sein.
- 6:21Und wenn du so ein Ort wie hier hast, wo auch viel Geschmack, viel Intensität, manchmal ein bisschen Disharmony, manchmal was total sinnliches,
- 6:32also einfach eine sehr abwechslungsreiche Kulinarik stattfindet, dann brauchst du ja auch ein Wein, der da irgendwie mitgehen kann.
- 6:39Und das sind eben oftmals Sachen, die würdest du dir nicht samstags nachmittag auf der Terrasse aufmachen.
- 6:44Also deine Weine sind anders als die vier Jahre Zeit?
- 6:47Ich hoffe doch, ja das wäre doch sonst fürchterlich.
- 6:49Dann würde es sehr gar keinen Sinn machen, bei mir Wein zu trinken und im vier Jahre Zeit Wein zu trinken.
- 6:53Und Gast und Miesel ja davon leben, dass man ganz viele Orte hat, wo man unterschiedliche Dinge erleben kann.
- 6:57Also das finde ich immer, dass man, wenn man gerade auch Häuser besucht, wo eben auch ein Sommer jähtätig ist, möchte ich gerne auch so ein bisschen sehen,
- 7:07was ist das für ein Haus, wo stehen die, wo sehen die sich kondinarisch?
- 7:10Ich glaube, dass man dabei so ein bisschen Sachen haben darf, womit man auch viele Menschen begeistern kann.
- 7:16Das ist klar und die man einfach auch so trinken darf.
- 7:18Aber gerade wenn wir auch was Food Parrying sprechen, was bei uns einen ganz, ganz großen Teil ausmacht,
- 7:23dann müssen das Weine sein, die in diesen Ort und in dieses Set-up passen.
- 7:28So sehe ich das für mich.
- 7:30Dann ganz bewusst gegen das, jetzt vier Jahre Zeit, da irgendwas zu haben oder Atlantik oder was auch immer,
- 7:35dagegen auszusagen, diese Weine könnten dort sein und ...
- 7:38Nein, nein, nein, nein. Also ich glaube, das ergibt sich einfach aus der Stilistik in den meisten Fällen und aus dem, wie der Wein platziert wird.
- 7:45Also wenn ich in der Wohnhalle im Jahreszeit sitze, was ich im Übrigen sehr liebe,
- 7:48das sei an dieser Stelle mal gesagt, ich finde, es ist ein absolut wundervollen Ort von klassisch gelebter Grand Hotel Gastronomie.
- 7:55Aber da ist sowohl mein Set-up, die ganze Atmosphäre, was total anderes, als ob ich hier abends sitze und den Mund voll mit Salz, Säure und Rauch habe.
- 8:04Auch die Küche von einem Christoph Rüffer am Herdling ist ja eine ganz andere als die von einem Thomas Inbusch, die im 100, 200.
- 8:10Und es wäre ja völlig absurd, dazu die gleichen Getränke auszuschenken.
- 8:13Und wie sind deine Weine anders? Also was geziert die oder wonach suchst du deine Weine aus?
- 8:17Ich glaube, sie sind oftmals für den, und das sage ich jetzt mal ganz pauschal, für den deutschen Gastronomie-Gaumen, also jetzt nicht für Wein Nuts wie uns,
- 8:28sondern für den ganz normalen Gast, durchaus ungewöhnlich, weil ein bisschen intensiver, ein bisschen eckiger.
- 8:35Und immer auch noch Sachen dabei, wenn man sagt, Mensch, das habe ich noch gar nicht getrunken, oder das würde ich privat nicht trinken.
- 8:41Und da hat ja jeder so seine anderen Präferenzen.
- 8:43Und das aber in Zusammenhang zu setzen, sagen, ja, verstehe ich.
- 8:46Also die Flasche würde ich mir auch nicht sonntag zum Frühstück aufmachen, wenn sie jetzt aber gleich das Essen dazu haben.
- 8:51Und da passiert was, sie haben davor das gegessen, sie essen danach das.
- 8:54Dann erzählt es über den Abend eine Geschichte.
- 8:56Und dann versteht man auch einmal, dass Wein auch mehr sein kann, als das immer gleiche Getränk, von dem ich weiß, das schmeckt mir.
- 9:03Und das erwarte ich auch. Die Weine haben auch ihren Platz.
- 9:05Und ich finde, das darf jeder zu Hause haben und das darf man auch in seinem Lieblingsrestaurant haben.
- 9:10Aber wenn ich mich in die Hände von leidenschaftlichen Gastgebern begebe und nicht sage, ich weiß genau, was ich will,
- 9:17sondern mach mal, dann erwarte ich auch, dass ich andere Dinge kennenlernen und eine andere Sichtweise auf Genuss in diesem Falle war ein.
- 9:24Ist das bei dir das Credo, wenn du die Weine aussuchst, dass du sagst, die müssen entweder provokant, müssen andersartig, müssen eine Story haben oder...
- 9:32Es muss über den Abend alles passieren.
- 9:34Also ich finde, wenn du nur auf gewollte Provokation gehst, dann ist es anstrengend.
- 9:40Dafür stehe ich auch nicht, da stimmen wir, glaube ich, als Laden auch nicht für.
- 9:43Ja, wir machen noch viele Dinge anders.
- 9:45Aber auch gerade beim Wein, du willst auch dieses absolute Wohlfilmmomentum haben.
- 9:50Also wenn du hier drei, vier Stunden sitzt, darf das halt dieses von, was ist das denn?
- 9:55Das ist ja total großartig bis zum...
- 9:57Da reibe ich mich immer noch dran, aber auch so, geben Sie mal mal mein Meers.
- 10:02Das ist jetzt so das Glas, da kann ich mich einfach reinlegen und damit lasse ich den Abend dann auch nochmal ausklingen.
- 10:07Und das zu korratieren, da ein Gefühl für zu haben, was kann ich mit meinen Gästen machen, wie kann ich sie mitnehmen,
- 10:12dass sie den ganzen Abend irgendwie auch gebannt am Glas bleiben.
- 10:16Das ist ja für mich das Verständnis, wenn jemand sagt, Sophie, mach mal die begleitenden Getränke dazu,
- 10:23dann ist das mein Anspruch an das, was hier im 100/200 passieren soll.
- 10:26Hast du die gleichen Ansprüche dort, wie dein Mann in der Küche spricht, dass ihr versucht die Weine direkt zu beziehen,
- 10:34nicht über 1000 Großhändler, dass ihr in Kommunikation mit den Lieferanten geht,
- 10:39dass ihr mehr oder weniger dieses Nostotel, was ihr ja in der Küche im Restaurant selber praktiziert, auch im Wein,
- 10:46gut, da kannst du nicht alles, außer dass du halt Wein und Krabbe hast.
- 10:49Alles in einem Glas.
- 10:52Nein, das mehr oder weniger praktiziert ist.
- 10:56Also habt ihr da eine Philosophie, seid ihr da?
- 10:58Das in jedem Falle, wobei man da, glaube ich, irgendwie auch den Schwenk machen muss.
- 11:04Wir als Sonnelees machen es gerne, aber auch die Gäste, gerade die Geneigten,
- 11:11gehen gerne dann zu sagen, ja, Wein ist ein Naturprodukt.
- 11:14Und Wein und super und ganz klein.
- 11:16Das ist ja Bullshit. Also Wein ist ja ein superorganisiertes, großes Business,
- 11:22wo einfach ganz viel auch an Logistik etc. pp. hinterstecken muss,
- 11:26damit es überhaupt möglich ist, dass sich Flaschen aus aller Welt nach den gleichen Standards auf einem Tisch haben kann.
- 11:31Da haben wir uns gesagt, gut, große Händler und Übersee ist nicht das.
- 11:38Also das sehe ich auch vom Geschmacksprofil her nicht bei uns.
- 11:41Das passt auch oftmals mit der Küche nicht.
- 11:43Und deswegen haben wir gesagt, wir bieten keine Dinge an, nur um sie auf der Karte zu haben.
- 11:50Ich glaube, wir kommen gut ohne die großen Namen aus,
- 11:53die ich eben auch nur über die großen Händler beziehen kann.
- 11:56Das war so ein Credo, das haben wir von Anfang an festgelegt.
- 11:58Und alles andere, das sich jetzt rauskristallisiert hat, also es ist eben viel Deutschland, es ist viel Frankreich.
- 12:04Es ist aber sonst eher so die Ecke Georgien, Kroatien,
- 12:07die oftmals mit unserer Küche großartig harmoniert.
- 12:10Und wo wir auch bei den Winzern bzw. bei den ganz, ganz kleinen Händlern erfündig werden.
- 12:16Das ist etwas, das hat sich entwickelt, einfach auch mit unserer polinarischen Entwicklung.
- 12:20Das Schöne ist, dadurch, dass wir eben, und da kommt dann doch wieder die Geschäftsrolle durch,
- 12:26dadurch, dass wir wirklich selbstständig sind und auch kein Investor haben und keine Sponsoren haben,
- 12:30habe ich die Freiheit wirklich alles zu bestellen.
- 12:33Also mir sagt keiner, du musst aber zumindestens den Champagner haben oder dieses haben
- 12:37oder so ein kleines Mindestangebot, sondern da können wir ganz frei agieren.
- 12:42Und ich bin für mich auch total fein damit zu sagen, davon gibt es halt nur 24 oder 36 Flaschen.
- 12:48Und dann ist das halt nach zwei, drei, vier Wochen in der Begleitung aufgebraucht und dann kommt was Neues.
- 12:53Das ist ja auch einfach eine Entscheidung, die man für sich selber treffen muss.
- 12:57Ich bin damit total fein immer auf die Suche zu gehen und mit diesem, auch mit der Herausforderung,
- 13:04kleinere Händler oder Winzer zu leben, und dann sagt, ich habe doch aber bestellt.
- 13:08Und wir haben doch gesagt, das ist da und es kommt halt trotzdem nicht.
- 13:11Das ist aber einfach eine Philosophiefrage, die bei uns aber ganz klar ist,
- 13:16immer lieber kleiner, feiner, persönlicher als einfacher.
- 13:22Das ist bei unserer Größe und bei unserer Art, wie wir das Unternehmen führen, möglich.
- 13:27Bei anderen eben nicht oder man entscheidet sich nicht dafür.
- 13:30Das finde ich ist auch total in Ordnung.
- 13:33Abseits davon haben wir uns aber keinen Dogma aufgelegt, zu sagen, das muss ein bestimmtes Label haben
- 13:40oder das muss das sein oder das darf jenes Bestimmtes nicht sein.
- 13:44Sondern wir gucken eher, dass wir die Leute wirklich kennen und sei es nur telefonisch,
- 13:50aber dass man ein Gefühl dafür kriegt, wie ticken die wirklich abseits von dem,
- 13:53was sie so Marketing technisch erzählen, weil auch das Marketing beim Weinjahr inzwischen
- 13:57ein ganz großes Thema geworden ist.
- 13:59So wie wir es in der Küche ja auch schaffen, viele Geschichten zu erzählen
- 14:02und keiner guckt so genau hin, ob die dann auch wirklich stimmen oder nicht.
- 14:05Dass man einfach ein Gefühl dafür kriegt, ich kaufe zum Beispiel nur Wein von Menschen
- 14:09oder auch bei Händlern, die ich mag.
- 14:11Weil ich mag nicht mit Leuten zusammenarbeiten, bei denen ich mich irgendwie unwohl fühle.
- 14:15Dafür ist der Markt auch zu groß.
- 14:17Und das andere ist aber, das fand glaube ich auch über die Zeit,
- 14:22wenn man so viele Weine trinkt und sich so ja auch leidenschaftlich damit auseinandersetzt,
- 14:26auch ein Gefühl dafür kriegt, ist es so handwerklich gemacht, wie das erzählt wird
- 14:31oder ist da irgendwie vielleicht doch manches schneller entstanden
- 14:36oder ein bisschen anders verarbeitet als man macht.
- 14:38Und da entscheiden wir viel einfach wirklich nach Macht des Spaß.
- 14:43Passiert da am Gaumen wirklich das, was ich erwarte.
- 14:46Für mich hat ein Wein immer eine Komplexität, die gar nicht anstrengend sein muss
- 14:50und die gar nicht von intensiven Aromen ausgeht,
- 14:53sondern von einer gewissen Spannung, die so ein Wein inne ist.
- 14:56Das ist mehr als nur das eine Glas, sondern dass du auch noch nach dem zweiten,
- 15:00nach dem dritten einfach sagst, da passiert was, das macht los.
- 15:03Im Idealfall kann ich den einfach so trinken.
- 15:06Wenn ich aber möchte, kann ich da auch reingehen und kann riechen und kann schmecken und sagen,
- 15:09ah, okay, da ist irgendwie noch so was dazwischen und noch was dahinter, was Neues.
- 15:14Und so suchen wir eigentlich aus.
- 15:16Da gibt es den einen oder anderen auch ein bisschen größeren Händler,
- 15:19der nach ihren Kriterien arbeitet.
- 15:21Deutschlandweit versuchen wir eigentlich alles direkt zu machen.
- 15:24Und so geht es auch in den umliegenden Sachen direkt oder eher über kleinere Händler zu arbeiten.
- 15:30Also ihr schuldet den Aufwand nicht.
- 15:32Aufwand meine ich da zum einen mit, dass natürlich eine Entscheidung ist,
- 15:35wenn ich draußen Sonnenschirmen habe oder die kaufen muss,
- 15:38ob ich da jetzt eine große Champagne im Blumen drauf haben möchte
- 15:42und diese 1000 Euro pro Schirm dann irgendwo spare, bei 10 Schirm ist das schnell gerechnet,
- 15:46ob man das eben investieren möchte oder nicht
- 15:48und dann eben mehr oder weniger seine Philosophie dafür aufgibt.
- 15:51Zum anderen natürlich auch die Zusammenarbeit mit kleinen Weingütern einzeln zu bestellen,
- 15:55ist halt aufwendiger als zu sagen, einmal 360, eine Palette.
- 15:59Absolut, das ist aufwendiger.
- 16:00Der Azubi ront das nach dem, das auf.
- 16:01Es ist kostenintensiver und das ist natürlich oftmals auch,
- 16:06das muss man ja auch ganz klar sagen, eine Marketinggeschichte.
- 16:09Also wenn ich gut mit einem großen Handelshaus zusammen arbeite,
- 16:13ist die Wahrscheinlichkeit auf großen Veranstaltungen
- 16:16in solchen Sachen einfach auch mitzulaufen,
- 16:18weil ich natürlich ein guter Kunde bin und man vertrauensvolles Verhältnis hat,
- 16:21logischerweise auch viel naheliegend.
- 16:23Aber wir haben uns in allen Bereichen, sei es in der Küche,
- 16:26sei es auch damals in der Ausstattung des Restaurants
- 16:28und eben auch bei den Getränken dafür entschieden,
- 16:30in allen Bereichen weg von der Industrie zu gehen
- 16:33und bewusst zu mal zu sagen, wir wollen den Kleineren den anstrengenderen Weg gehen,
- 16:37weil es für uns spannender ist, weil es für uns richtiger ist
- 16:40und es ist für uns auch einfach persönlich total entscheidend,
- 16:46ist das Gastronomie ein bisschen mehr Diversität hat,
- 16:49als die immer gleichen Produkte überall zu sehen.
- 16:52Das ist keine Verurteilung dafür, dass man es macht.
- 16:54Es gibt Konzepte, da ist das auch total sinnvoll.
- 16:57Und da erwarte ich auch als Gast, wenn ich da reingehe,
- 17:00würde ich den immer gleichen Champagner trinken in bestimmten Häusern.
- 17:02Ich weiß, das ist die Qualität, die kann ich auf der ganzen Welt trinken.
- 17:05Das hat total seine Berechtigung.
- 17:07Und unsere Selbstständigkeit haben wir gesagt, wir wollen klein, fein.
- 17:11Das darf anstrengend sein, das darf auch mal ein wirklich zu weiß gut treiben,
- 17:16wenn man sich sagt genau das, was du sagst.
- 17:18"Hey, hey, sehr kleine Bestellungen, auch super.
- 17:20Es ist ein Feiertag, das kommt nicht das, was wir noch nicht."
- 17:22Das ist nervenaufräumend, aber dadurch entdeckt man so viele großartige Sachen,
- 17:27die man sonst nie kennenlernen und so einen Glitzern beim Gast in den Augen zu sehen,
- 17:31von "Habe ich noch nirgendwo getrunken? Was ist das denn?
- 17:34Ich bin echt viel unterwegs. Das ist was, das macht mir unglaublich viel Freude."
- 17:38Wie frech oder wie direkt oder wie nachdringlich bist du bei den Informationen,
- 17:43wenn du sagst, es wird einem Vieles erzählt über Nachhaltigkeit, über Ernsthaftigkeit,
- 17:47über Glaubwürdigkeit, wie sie im Weingut arbeiten.
- 17:51Also willst du es wirklich wissen oder vertraust du dann den Händlern, den Weingütern,
- 17:55wenn sie sagen, na klar, spritz mir nicht.
- 17:57Natürlich bewässern wir nicht. Natürlich säuern wir nicht.
- 18:00Natürlich machen wir das und das nicht.
- 18:02Wie wichtig ist dir das? - Alles so wie im Morgentau entstanden.
- 18:05Die Antwort ist ein bisschen schwierig, weil ich glaube, so nach wie es auch bei der Lebensmittelerzeugung,
- 18:16wenn man den meisten Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, wirklich eine Frage stellt
- 18:20und sagt, ich will das wirklich wissen. Wie ist das, wie funktioniert das,
- 18:24wie so könnt ihr das anbieten und alle anderen drumherum nicht?
- 18:27Wie könnt ihr das zu dem Preis anbieten?
- 18:30Wie habt ihr das in dieser Menge?
- 18:32Und Winzerhändler, Bauern merken, ah, krass, das ist ein Gegenüber,
- 18:37der will gar nicht nur die Platitude hören,
- 18:40dann kriegt man eigentlich ziemlich schnell, ziemlich ehrliche Antworten.
- 18:43Also ich habe bis jetzt vielleicht 2, 3 Situationen gehabt,
- 18:48in meiner jetzt auch nicht mehr ganz ganz jungen Laufbahn, wo ich gesagt habe,
- 18:51ah ja, komm, darf ich mich verarschen lassen.
- 18:54Aber ansonsten ... - Aber ist die schon wichtig?
- 18:56Du fragst danach und du messest bei jedem nicht unbedingt Wein,
- 18:59aber Weingut wissen, dass deine Parameter dort funktionieren.
- 19:02Und du kannst ... - Die Ticke, wie arbeitet ihr?
- 19:04Ich finde, der jeden Wein, den der jeden Weingut.
- 19:06Genau, das ist ganz wichtig. Und die meisten Menschen sind ja auch ehrlich so,
- 19:08wenn ich sage, mich interessiert das gar nicht, was für ein Leben ihr habt,
- 19:10sondern wie arbeitet ihr wirklich, wo zieht ihr eure Grenze?
- 19:13Weil auch ein Weingut muss ja wirtschaftlich bleiben
- 19:17und muss ja irgendwann entscheiden, wie gehe ich mit gewissen Sondersituationen um.
- 19:20Und wenn man sich da drüber mit den Menschen unterhält, merkt man ganz schnell,
- 19:23okay, wo legen sie ihren Schwerpunkt?
- 19:25Und das finde ich, sagt eigentlich immer ganz, ganz viel darüber aus,
- 19:28weil wir versuchen, alles bestmöglich zu machen.
- 19:31Aber ich glaube, den Anspruch auf perfekt nachhaltig, super klein,
- 19:35also, diese perfekte Welt gibt's einfach nicht,
- 19:37sondern wir befinden uns ja jeden Tag auf einem Weg dahin
- 19:39und treffen ganz, ganz viele Entscheidungen.
- 19:41Und wenn man sich wirklich mit den Menschen,
- 19:43mit denen man zusammenarbeitet, auseinandersetzt,
- 19:45kriegt man schnell mit, wo wegen die ihren Fokus drauf
- 19:49und kann dann auch guten Gewissen sagen, ja, in dem Jahrgang,
- 19:51wo da halt sollt's spontan vergoren sein, ging aber nicht.
- 19:54Und bevor das alles in den Bitt geht, hat man halt ein bisschen
- 19:57Schlatterkurschur dazu gegeben.
- 19:59Da kann ich dann auch total hinterstehen, weil ich weiß,
- 20:01wie die Entsteilung zustande kommt.
- 20:03Und solche Geschichten sind mir halt wesentlich wichtiger,
- 20:06als zu sagen, doch mal x, y, und das muss jetzt so sein,
- 20:09ansonsten ist der Winzer raus.
- 20:11Und ich glaube, im Miteinander kann man da viel verstehen
- 20:13oder auch sagen, das ist zwar nach allen Idealparametern,
- 20:17die wir haben, hergestellt.
- 20:19Schmeckt aber trotzdem Scheiße.
- 20:21Dann ist das halt auch so.
- 20:23Es gibt auch Winzer, die ich total sympathisch finde,
- 20:26die eine großartige Philosophie haben, deren Wein-Stylistik
- 20:29mir aber einfach nicht schmeckt.
- 20:32Ja, dann ist das auch so.
- 20:34Also das ist, glaube ich, überhaupt so ein...
- 20:36Letzten Endes geht's um Genuss.
- 20:38Was ist für dich wichtiger,
- 20:40die Parameter in der Kombination mit den Speisen
- 20:43oder der Weinweinself?
- 20:45Oder der Winzer?
- 20:47Also, der Winzer hast du ja ausgeschlossen, hast du gesagt,
- 20:49das ist eigentlich Sekundär, wie liebt der guckt
- 20:51oder was für ein Lächeln der hat.
- 20:53Und dann muss er immer zur Küche mit Tomas hin.
- 20:56Vielleicht sollten wir einfach nebenbei ein Glas Wein probieren,
- 20:58damit es leichter fällt, mit dem wir darüber sprechen.
- 21:01Das kommt darauf an.
- 21:03Wir suchen schon, wir haben ja vier Saisons pro Jahr,
- 21:06das vielleicht mal so gesagt, vier ganz unterschiedliche Themen.
- 21:09Das heißt, von vegetarisch über wild, grusten Tiere,
- 21:12sehr rauchige, dunkle Küche bis zu omnivore
- 21:14und dann sehr leichter Fischküche,
- 21:16sind das im Prinzip vier eigenständige, kulinarische Welten.
- 21:19Wenn es darum geht, in die Begleitung zu gehen
- 21:22und die Weinkarte so ein bisschen anzupassen,
- 21:24dann geht es mir darum, Pastas zum Essen.
- 21:27Wenn es aber darum geht, Dinge zu haben,
- 21:30die in dieser kleinen, feinen Karte stattfinden,
- 21:33dann geht es einfach darum, ist der Wein an und für sich.
- 21:36Ist das ein Wein, den ich als Flasche trinken kann
- 21:38und wo ich bis zum letzten Schluck sage, ja, das macht Spaß.
- 21:41Und dann geht es nicht um die Kombination Wein-Essen,
- 21:45sondern die Grundsätzlichkeit Pastas in unsere kulinarische Welt.
- 21:48Ja, klar.
- 21:50Und dann darf der Wein das sein, was er eben ist.
- 21:53Ja, vier Jahre seid mit dem Menü, wie machst du das mit dem Wein?
- 21:57Also ein Weinmenü oder eine komplett neue Karte
- 22:00oder was sind da deine ansätzliche Gedanken, deinen Vorgehen?
- 22:05Also das, was in der Begleitung stattfindet
- 22:07und sage ich mal, was sich dann aus dieser Suche
- 22:09nach neuen Wein entwickelt als neuer Bestandteil der Karte,
- 22:12das ist schon jede Saison ziemlich neu und anders.
- 22:15Die komplette Weinkarte?
- 22:17Ne, also wir sind jetzt an dem Punkt, wir haben das jetzt das sechste Jahr durch,
- 22:21dass ich sage, jetzt kann man real darüber sprechen,
- 22:24eine wirkliche Weinkarte aufzubauen,
- 22:26dass man auch langsam anfängt, ein Keller strukturiert aufzubauen,
- 22:29weil man weiß, was passt hier, was funktioniert
- 22:31und auch in eine Wirtschaftlichkeit kommt, dass das überhaupt möglich ist.
- 22:34Das muss man ja auch fairerweise sagen, auch eine Last,
- 22:37dessen, wenn man so absolut unabhängig und klein arbeiten will,
- 22:40das ist schon ganz schön teuer, ein Weinkeller aufzubauen
- 22:42und erfordert einfach ganz viel Disziplin und Plano.
- 22:46Das wechseln natürlich nicht, also es gibt so ein paar Dinge,
- 22:49die wir so bei uns im 100-200 immer finden
- 22:51oder gewisse Stilistiken und Arten,
- 22:54alles andere ist aber schon in einer kompletten Bewegung.
- 22:57Was ja eigentlich auch Sinn macht, also zum einen,
- 23:00weil man ja oft in ein Restaurant geht, um eine gewisse Küche zu begleiten,
- 23:03die ja in jeder Jahreszeit anders ist,
- 23:05weil man in jeder Jahreszeit in einer anderen Stimmung ist,
- 23:08gibt ja immer so dieses fast kindliche,
- 23:10auch im Winter trinke ich nur das eine und im Sommer nur das andere,
- 23:13was 90% stimmt oder eben auch begründbar ist.
- 23:17Andere trinken natürlich das ganze Jahr immer das gleiche durch,
- 23:20aber letztlich, wenn man es einigermaßen anders
- 23:23als Smart-Aufbauen möchte, wäre es ja gar nicht so verkehrt,
- 23:25eine Weinkarte komplett neu zu gestalten.
- 23:27Es hat ein riesen logistischer Aufwand, aber why not?
- 23:31Na ja, du musst zumindest zu denken,
- 23:33ein Teil davon mitfließen zu lassen.
- 23:35Also ich glaube, gerade wenn wir auch davon sprechen,
- 23:38Weinkeller aufzubauen, dann musst du ja langfristiger denken
- 23:42und arbeiten.
- 23:44Und auch da ist aber der Wunsch, da fangen wir jetzt an zu sagen,
- 23:47Mensch pro Saison entdecke ich aber auch ein paar Stilistiken
- 23:50oder ein paar Arten, die funktionieren, glaube ich, regelmäßig
- 23:54in dieser Jahreszeit, in diesem Set-up
- 23:56und davon dann auch, sozusagen, davon kauft man so viel
- 23:59und das ist auch ein Weinerdenpotenzial,
- 24:01eben allzuwehren und spannend zu werden
- 24:03und das dann auch langsam aber sicher mit aufzubauen,
- 24:05dass man in den nächsten Jahren gar nicht so dieses riesige,
- 24:09man muss immer alles neu kaufen, gerade auch für die Karte.
- 24:12In der Begleitung wird es immer so sein, klar,
- 24:14weil wir da einfach auch über Dinge sprechen,
- 24:17die ein kleinsten Mengen verfügbar sind
- 24:19und die wir in doch verhältnismäßig großen Mengen brauchen,
- 24:22weil wir haben ein Begleitungsanteil von 80 bis 90 Prozent,
- 24:26zwar gemischt auch mit Alkoholfrei, aber doch schon dominierend,
- 24:30deutlich dominierend.
- 24:32Da darf diese Bewegung drin sein, da darf das auch anstrengend sein.
- 24:36Für die Karte ist es jetzt was, was, glaube ich,
- 24:39mit so einer Routine irgendwann dann aber auch total spannend ist,
- 24:41in den nächsten zehn Jahren zu sagen,
- 24:43was ist da so gewachsen über diese Saisonwechsel
- 24:45und wofür stehen die einzelnen Jahre?
- 24:47Das ist so mein persönliches Weinherzziel für das 100-200,
- 24:52im Prinzip gewachsene Saisonkarten zu haben.
- 24:55Habt ihr eine feste Weinbegleitung für eine feste Saison
- 24:57oder variiert ihr da, klar, ihr habt kleine Schargen,
- 25:01die ihr von Winzern kauft, da wird schon mal einen Ausfall dann irgendwann geben,
- 25:04aber ist das so die Grundphilosophie, dass ihr sagt,
- 25:06zu dem Menü ist das absolute Nonplus-Ultra genau dieser Wein
- 25:09und dem würden wir ganz gerne diese drei Monate laufen lassen?
- 25:12Dazu muss man sagen, dass das Menü gar nicht garantiert immer gleich bleibt,
- 25:16weil wir wirklich sagen, der Händen, also der Erzeuger,
- 25:19der Bauer, der Fischer, was auch immer entscheidet, was kommt,
- 25:22gerade beim Thema Wild, jetzt haben wir unglaublich viele Wechsel drin.
- 25:25Beim Thema Fisch, Meeresfrucht, ist es noch schlimmer.
- 25:27Das heißt, es kann durchaus sein,
- 25:29dass alle drei Tage irgendwas im Menü anders ist.
- 25:32Es kann auch sein, dass es mal fast eine ganze Saison durchläuft,
- 25:35aber darauf kann ich mich eben nicht verlassen.
- 25:37Deswegen brauche ich gedanklich, diese Flexibilität sowieso immer,
- 25:40da einfach darauf reagieren zu können.
- 25:43Ich glaube auch nicht, dass es den einen Wein liegt für das Essen
- 25:48und den Moment, gerade dadurch, dass wir auch sprechen,
- 25:51das Essen ist bei uns auch keine wahrlose Aneinanderreihung von Gängen,
- 25:54sondern es baut aufeinander auf, das spielt miteinander.
- 25:57Deswegen verkaufen wir es auch nur als das eine Set-up,
- 26:00dass man sich eben nicht seine Lieblingsgänge aussucht.
- 26:03So funktionieren auch die Weine.
- 26:05Oftmals ist es dann eher so, dass wenn ein Wein ausfällt
- 26:08oder sich ein Gericht ändert, dann auch die Weine drumherum angepasst werden müssen,
- 26:11weil die Harmonie sonst einfach nicht mehr gegeben ist.
- 26:14Das ist dann total nervig.
- 26:16Die Dramaturgie dann ganz anders ist und da funktioniert es.
- 26:19Und auf einmal dann merkst du so, du hast den Wein im Mund,
- 26:21du hast gesagt, ja, also für sich genommen verstehe ich das Essen
- 26:24und getränkt funktionieren,
- 26:27das ist dann auch so dominant, das Aroma von dem Wein davor,
- 26:30dass ich das überhaupt gar nicht wahrnehmen kann,
- 26:32weil es dann viel zu filigran ist.
- 26:34Da gibt es ja verschiedenste Dinge, wie Abläufe einfach nicht funktionieren können.
- 26:37Und da muss man dann manchmal leider auch, wenn man sagt,
- 26:41ja, das passt alles, irgendwie reingehen und Sachen ändern,
- 26:45zum Wohle des Gesamtbildes, wo der einzelne Wein dann nicht dominierend ist.
- 26:49Machst du das? Also suchst du die Weine des Weimenü aus
- 26:52oder ihr seid ja sehr teamfokussiert,
- 26:55ihr versucht eurem Team auch eine gewisse Kompetenz zu zu sprechen
- 26:57und jeder eine gewisse Präsenz auch haben darf.
- 27:01Macht das Team das bei euch?
- 27:03Also da gibt es im Prinzip zwei Ebenen.
- 27:07Es gibt die eine Zeit, wenn Thomas anfängt,
- 27:10so wie jetzt noch in der laufenden Saison schon mit mir über Essen zu sprechen
- 27:14für das nächste Thema.
- 27:16Das ist alles nur im Kopf und theoretisch und maximal aufgeschrieben.
- 27:20Da glaube ich, habe ich einfach die Aufgabe oder auch vielleicht
- 27:25diese Inselbegabung mir vorstellen zu können,
- 27:29was in Thomas irrenkulinarischen Kopf passiert und da drauf Wein denken zu können.
- 27:33Und das ist eher so, dass ich dann sage, auch unseren Mitarbeitern,
- 27:37guck mal, ich glaube für die nächste Saison suche ich Malvasia,
- 27:41dass das das, ich brauche Chez Ném Blanc, aber Bienenwachs betont.
- 27:43Und dass die dann sagen, guck mal, da kenne ich was cooles, da kenne ich das
- 27:46und dass man dann anfängt, so ein bisschen zu sammeln.
- 27:48Weil ich finde, das ist schon auch schön, wenn ein Mitarbeiter sagen kann,
- 27:53das Weingut finde ich total toll und den Wein habe ich ausgesucht
- 27:56und der hat dann gepasst.
- 27:58Aber das letzte Ende ist dann im Probieren zu sagen, die finale Menüprobe,
- 28:03wir kochen, wir trinken, wir essen, dann sind es erstmal Thomas und ich,
- 28:06die essen und trinken und dann essen es die Mitarbeiter
- 28:09und wenn ich da sehen würde, dass zum Beispiel etwas auf völliges Unverständnis stößt,
- 28:14dann würden wir da auch in die Rücksprache gehen und das machen
- 28:17und dann reiben wir uns auch hinterher dran und sprechen viel drüber,
- 28:19warum ist das so und warum nicht.
- 28:21Aber das absolute Zusammensetzen der Begleitung passiert zwischen Thomas und mir
- 28:27in den meisten Fällen.
- 28:29Die Mitarbeiter essen das, ihr macht ein Team-Day und ihr kocht füreinander und...
- 28:33Also du musst dir das so vorstellen, wir haben ja ganz klare Saisonwechseln,
- 28:38das ist nicht so ein bisschen fließen und das Menü wandelt sich,
- 28:40sondern es gibt einen deutlichen Cut und dann gibt es einen Tag, da wird hier,
- 28:43also im Prinzip ist die Küche jetzt zwei Wochen vorher, ist sie im Probekochen,
- 28:47die ersten Sachen laufen, das, ne, Dinge werden vorbereitet
- 28:50und dann gibt es einen Tag, wo das komplette Menü erst nur von der Frühschicht gekocht wird,
- 28:55gekocht wird, gekocht wird, Thomas und ich uns um die Getränke kümmern,
- 28:57letzte Details besprechen, Abläufe und dann übernimmt die Spätschicht in der Küche
- 29:01und kocht das für das ganze Team.
- 29:03Wow.
- 29:04Und dann geht jeder Mitarbeiter Essen bei uns, einmal pro Saison mindestens als Gast
- 29:09mit kompletten Setup von reinkommen bis zum Ende,
- 29:13weil ich glaube, dass das so fundamental wichtig ist,
- 29:18dass du das, was du machst, selber lebst und liebst.
- 29:23Und wie viele Menschen in der Gastronomie haben grundsätzlich gar nicht die Möglichkeit,
- 29:29irgendwie auf dem Niveau, auf dem sie arbeiten, selber essen zu gehen,
- 29:32das regelmäßig zu machen, geschweige denn im eigenen Laden.
- 29:35Aber wenn du doch gar nicht weißt, wie sich das als Gast anfühlt,
- 29:39was willst du denn da erzählen?
- 29:41Wenn du dir einen Teller hinten in der Spülküche teilen musst mit vier anderen Leuten,
- 29:44dann hast du doch nie das ganze Geschmacksbild.
- 29:46Und wenn du nie das Menü gegessen hast, dann ja, was soll ich denn meinen Mitarbeitern,
- 29:50was von Dramaturgie erzählen und welcher Gang jetzt harmonisch ist
- 29:54und welcher so ein bisschen polarisieren soll, aber sie haben es nie gegessen.
- 29:57Das ist doch totaler Blödsinn.
- 29:59Plus, ich finde, das hat auch was mit, ja, so einem Perspektivwechsel zu tun.
- 30:06Also, wir wissen es ja alle, du wirst ja alltags blind bei vielen Sachen.
- 30:10Das ist ja auch ganz normal.
- 30:12Und wenn du dann aber als Gast vier Stunden da hinten in der Ecke sitzt,
- 30:14dann denkst du immer, das sieht schon ziemlich scheiße aus,
- 30:17wenn die da alles zu trinken, hinten in die eine Ecke laufen so,
- 30:20und man kriegt ja dann so gewisse Dynamik mit, die kriegst du aber als arbeitender Mensch.
- 30:24Siehst du die nicht, weil du selber drin bist, wenn du als Gast sitzt.
- 30:27Und dann hast du dann gesagt, ah, ja, okay, ist eigentlich gar nicht so schön
- 30:30oder ist total anstrengend für den Gast oder das ist total cool, das macht total Spaß.
- 30:33Und deswegen haben wir das vor, nicht ganz von Anfang an,
- 30:37aber von ein paar Jahren eingeführt, wirklich jeder einmal Essen, einmal Gast sein pro Saison,
- 30:42um sowohl diesen Schulungseffekt zu haben, aber auch natürlich total diesen Begeisterungseffekt,
- 30:47weil wenn hier jemand sitzt und sagt, oh, wir sind da so viel,
- 30:51hat mich jetzt alles nicht so begeistert, dann ist das auch nicht der richtige Mitarbeiter für den Laden.
- 30:56Egal wie kompetent er ist oder wie dringend man Hände braucht, das 100, 200 ist ein Ort,
- 31:01da geht es absolut um Leidenschaft. Und wer sich dafür nicht begeistern kann,
- 31:06der kann die Leidenschaft auch nicht weitergeben. Und das ist das, was wir verkaufen.
- 31:10Also keiner muss ja auf diesem Niveau essen gehen, Gott bewahre.
- 31:13Also sich die Zeit zu nehmen, das Geld zu nehmen, um zu sagen,
- 31:17ich begeb mich drei, vier Stunden in eine kulinarische andere Welt
- 31:21und ziehe da total viel Befriedigung draus, das ist ja ein absoluter Luxus.
- 31:25Ich finde, ein total schöner Luxus und einer, der in der Gesellschaft auch mehr Stellenwert haben sollte.
- 31:30Gastronomie ist total wichtig und total verbindend.
- 31:34Aber das muss natürlich auch von Menschen zelebriert werden, die selber sagen,
- 31:39ja, das ist toll und das hier ist ein besonderer Ort.
- 31:41Kannst du bei dir also, die gleiche Philosophie hatte ich auch,
- 31:43weil wenn man sich jemand beworben hat, nachdem man die Werbung hatte,
- 31:46die das erste Gespräch hatten, hat dich immer gesagt, sei unser Gast,
- 31:50komm mit Frau, Freund, Eltern, wen auch immer vorbei, schaust dir es an
- 31:53und schaust dir es von der Seite an, auch bevor ein Probe arbeiten ist,
- 31:55sonst schaust du dir es einfach mal an und habt das Gefühl,
- 31:58wie die Energie in dem Laden ist, ob du dich da selber ergänzend siehst.
- 32:02Da finde ich das großartig und auch ganz, ganz wichtig.
- 32:04Also das man, wir haben es nicht so oft gemacht wie ihr, also viermal im Jahr,
- 32:07sondern eigentlich nur einmal, aber bei uns stand auch mal die Tür offen,
- 32:11wenn jemand dann im Nachhinein mit Bekannten kommen wollte,
- 32:15immer unser Gast zu sein und das von der anderen Seite zu erleben.
- 32:17Und dann ist man mit einem anderen Herzblut dabei und lebt es
- 32:21und transportiert eben auch die Freude, bei der Arbeit,
- 32:24also den Stolz auch auf das Produkt, was man hat,
- 32:27mit einer ganz, ganz anderen Selbstverständlichkeit,
- 32:29mit einer ganz anderen Liebe letztlich.
- 32:31Und das musst du doch haben.
- 32:32Also ich meine, ich finde Gastonomie kann immer sowas,
- 32:35es kann Flug und Segen sein.
- 32:37Einerseits arbeiten wir nur mit schönen Dingen,
- 32:39mit leidenschaftlichen Sachen, das ist so,
- 32:42es wird nie langweilig, du kannst Menschen begeistern,
- 32:45du kriegst eine instant Rückmeldung, ob du Menschen glücklich gemacht hast
- 32:48oder nicht. Das finde ich, kann total befriedigend sein.
- 32:51Wenn du aber nicht glücklich bist an dem Ort
- 32:54und das nicht mit Leidenschaft macht,
- 32:56oder das Produkt, was du verkaufen musst,
- 32:58Entschuldigung, aber scheiße ist.
- 32:59Und du sagst, oh, ja, nee, super Wein, toll, ja, ja,
- 33:02denken Sie mal, du hörst das Zeug aber zu Hause nie selber anfassen,
- 33:05dann ist das ein total bescheidener Beruf.
- 33:08Oder weißt du nicht, was du da ausschängst?
- 33:10Also hast du es niemals irgendwie probiert
- 33:12oder in irgendeiner Form kombiniert oder sonstiges,
- 33:15findest du, du bist die bessere Sommiere,
- 33:17weil du ja die beiden Seiten kennst,
- 33:19du hast ja Köchin gelernt zuerst
- 33:21und kannst ja ja jeden Handgriff mehr oder weniger,
- 33:23kannst dich mit deinem Mann auseinandersetzen,
- 33:25ihm wahrscheinlich manchmal auch dir einen anderen Tipp geben,
- 33:28aber kannst du aufgrund der Seite Wein anders kombinieren
- 33:31als XY in Südwest-Stuttgart oder Köln oder...
- 33:36Nee, also ich glaube, die Köchin-Ausbildung hat es bei mir nicht gemacht,
- 33:39weil das muss man ganz ehrlich sagen,
- 33:41wir kochen hier handwerklich auf einem Niveau,
- 33:43da habe ich keine Ahnung von,
- 33:45weil ich bin gustatorisch gut, ich esse gerne,
- 33:48ich koche gut, also geschmacklich gut,
- 33:51würde mich aber niemals mit Thomas über chemische Prozesse
- 33:56bei der Zubereitung unterhalten können.
- 33:58Also inzwischen ja natürlich weiß ich vieles,
- 34:00aber das ist sein Steckenpferd
- 34:02und das ist auch vollkommen in Ordnung so.
- 34:04Du hast ein anderes Verständnis,
- 34:06zum Beispiel den Aufbau einer Soße,
- 34:08die Zusammensetzung eines Gemüses.
- 34:10Man kann auch auch verschiedene Stärken oder Säuren
- 34:13oder sonstige Sachen damit spielen
- 34:15und kannst du dir rein ibergenärschen,
- 34:17anders mit Wein abstimmen als jetzt zum Beispiel ich?
- 34:19Ich glaube, da ist es eher die Geschichte,
- 34:22wie viel essig und wie viel bewusst setze ich mich
- 34:25mit meinem Essen auseinander und merke,
- 34:27ah, okay, so funktioniert es im Mund,
- 34:29warum könnte das so sein?
- 34:31Das hat glaube ich nicht unbedingt was mit der Kochlehre zu tun.
- 34:34Die hat vielleicht eher den Teil wirklich auf den Service bezogen,
- 34:37weil es ist einfach gewisse Abläufe in der Küche anders.
- 34:39Ich verstehe gewisse Prioritäten anders.
- 34:42Deswegen total großartig,
- 34:44dass die Küche hier mitten im Raum ist
- 34:46und es nicht schwarz-weiß und so.
- 34:48Man kann sich irgendwie gegenseitig verarschen gibt,
- 34:50sondern das funktioniert nur miteinander
- 34:52und mit dem Verständnis dafür, dass der Gast wichtig ist
- 34:55und nicht der Service wichtiger und nicht die Küche wichtiger,
- 34:57sondern die Samen- -Bist du in der Lourde kritischer?
- 34:59Bin ich was? -Also bist du verständnisvoller,
- 35:01aber bist du kritischer, wo du sagst, hey, Jungs, ihr pent da.
- 35:04Beides. -Okay.
- 35:06Bei gewissen Service- -Ich weiß nicht, ob du das kennst,
- 35:09aber gerade, sag ich mal, in größeren Restaurants ist dann...
- 35:14Du hast Scheiße gebaut beim Buchen
- 35:16und dann wird in die Küche gegangen,
- 35:18ja, der Gast ist gerade gekommen, brauchen das und das.
- 35:20Oder das ist was vergessen.
- 35:22Und dann versuchst du dich gegenseitig so irgendwie den Beeren aufzubinden.
- 35:25Weil sowas bin ich wesentlich verständnisvoller der Küche,
- 35:28gegen das zu sagen, Leute, nein, geht halt nicht,
- 35:30gewisse Sachen funktionieren nicht.
- 35:32Und wenn man Mist gemacht hat,
- 35:34dann muss man halt klar kommunizieren
- 35:36und die Küche entscheidet, was geht und was nicht.
- 35:38Wiederum bin ich aber auch bei vielen Dingen wesentlich rigoroser
- 35:42und sage, Leute, nee, nee, so nicht.
- 35:44Also das muss heiß sein, das muss das sein, das sieht nicht so aus.
- 35:47Doch, das geht anders.
- 35:49Und ja, den extra Meter gehen wir, weil ich weiß, dass es möglich.
- 35:52Da bin ich vielleicht rigoroser, als ich es sonst wäre.
- 35:56Aber ich glaube, das ist jetzt auch diese Trennung von Kücheservice,
- 36:00die ist bei mir so lange her,
- 36:02weil das im 100-200-Halt einfach so eng miteinander verbunden ist
- 36:05und auch zwischen Thomas und mir so Hand in Hand gehen muss und soll.
- 36:10Das ist unser Ideal, dass jeder natürlich Kompetenzen hat, ja sicher.
- 36:14Aber wenn das Grundverständnis nicht dafür da ist,
- 36:17dass auf beiden Seiten Flexibilität sein muss, gedanklich,
- 36:22aber auch ein ganz klares "Das können wir, das machen wir, das wollen wir
- 36:25und darin werden wir besser", dann geht es halt nicht.
- 36:28Dann ist es das nicht der Anspruch, den ich habe
- 36:30und der mir Spaß macht, jeden Tag viel zu arbeiten.
- 36:33Die Firma Zier aus Himmelkron hat 2015 mit ihrer Glas-Serie "Vision"
- 36:55die Wein- und Glaswelt komplett neu definiert.
- 36:57Doch was macht diese Gläser so besonders?
- 36:59Zum einen ist es die Gesamtidee, dass die Auswahl der Gläser aufs wesentliche heruntergebrochen wurde,
- 37:04dass es nur vier Hauptweingläser gibt, die den jeweiligen Charakter der Weine herausarbeiten.
- 37:09Ein Glas das "Fresh" heißt, ein Glas das "Intense" heißt,
- 37:12ein Glas das "Balance" heißt und ein Glas das "Straight" heißt.
- 37:14Das ist so einfach, dass sogar ich mir das merken kann.
- 37:16Und genauso wie es der Name sagt, formt das Glas den Wein
- 37:19und betont im Fresh Glas die Frische des Weines, im Intenz, die Intensität, die Kraft, den Ausdruck des Weines,
- 37:26im Balance, die Harmonie, die Entwicklungsfähigkeit, die Tiefe und die Feinheit und im Straight
- 37:31lassen diese Gläser den Wein straight erscheinen.
- 37:35Ganz puristisch, ganz ungeformt, so als würde man den Wein ohne Glas genießen.
- 37:40Das Faszinierende ist dabei, dass man an verschiedenen Tagen ein und denselben Wein
- 37:44immer aus unterschiedlichen Gläsern probieren möchte und wird,
- 37:47wenn man jeden Tag eine andere Geschmackssensibilität hat.
- 37:50Und dadurch, dass die Namen verständlich sind, kann man nach seinen Vorstellungen wünschen,
- 37:54die Gläser fokussiert einsetzen.
- 37:56Denn wer weiß schon, was ein Bordeaux oder ein Bogunderglas mit einem Wein macht.
- 37:59Oftmals interessanterweise noch nicht mal die Experten.
- 38:01Bei einem Balance und bei einem Intenz weiß man es.
- 38:04Darüber hinaus gibt es in der Serie noch ein Rich für alle Reichengetränke,
- 38:07wie Spiritosen oder Likörweine, das noch Teilgegge und das Zeit für Wasser.
- 38:11Das ist es und das wird es bleiben, denn es bedarf keiner Weiterentwicklung.
- 38:14Seit einigen Jahren jedoch hat es die Firma Zia geschafft,
- 38:17mit ihrer Dekanter-Serie nicht wenige Wine Lover komplett zu begeistern.
- 38:21Denn was möchte man mit einem Dekanter erreichen?
- 38:24In althergebrachter Weise dem Wein dekantieren, das heißt das Flüssige vom Festen trennen.
- 38:28Aber neuzeitlich geht es vielen Zommies viel mehr ums Karafieren,
- 38:32bei dem der Wein zusätzlich im Sauerstoff ausgesetzt wird
- 38:35und sich somit entwickelt, harmonisiert, seine Säuren reguliert und schneller trinkfähig,
- 38:40beziehungsweise zugänglich ist.
- 38:42In dieser Karafenserie gibt es den Eddie, es gibt den Star und es gibt den Dobbyo.
- 38:46Das erste kleine Baby war der Eddie
- 38:48und entstanden einer Zeit als Zommies mit zwei Karaffen den Wein um mal hin und her schütteten,
- 38:53um ihn doppelt dekantiert mit möglichst viel Sauerstoff auszustatten.
- 38:56Und dafür wurde der Eddie geboren.
- 38:58Er hat keine Notten, die nach ihm gewölbt sind und wenn ich den Wein darin kreisen lasse,
- 39:02entsteht eine Zehntausendfache Verwirbelung
- 39:04und der Sauerstoff wird ganz sanft in den Wein hineingearbeitet.
- 39:07Es gibt keinen Dekanter, der in einer ähnlich harmonischen, sanften, aber trotzdem effektvollen Form
- 39:13den Wein so schnell zugänglich macht.
- 39:15Alle Weine, die aufgrund ihrer Reife oder ihres derzeitigen Reife-Zustandes
- 39:19nach zusätzlichen Sauerstofffragen sind unfassbar dankbar für eine Behandlung durch den Eddie.
- 39:24Aus Borosylikat, also einem Laborglas,
- 39:26gefertigen somit mit einer extrem glatten Oberfläche hat man den Vorteil,
- 39:30dass der Wein zwar mit Sauerstoff ummantelt wird, aber nicht seine Aromen verliert.
- 39:33Denn die sollen im Glas zum Tragen kommen.
- 39:36Dann, wenn der Wein genießt, dann wend ihr den Wein genießt
- 39:38und damit ist er einzigartig in der Dekanterwelt.
- 39:41In Eddie gibt es in einer kleineren Variante als Eddie Mini, wo eine komplette Flasche 0,75 hineinpasst
- 39:46oder in einer Magnumvariante, die ich natürlich auch für normale Eidelflaschen verwenden kann
- 39:50und dieses empfehle, denn das Thema ist ja die Sauerstoff.
- 39:52Der Name Eddie kommt aus dem Englischen und heißt Verwirbelung.
- 39:55Und was da heißt, der Name des zweiten Dekanters, weiß jeder von uns.
- 39:58Und warum er "Star" heißt, sieht jeder, wenn er diesen Dekant davor sich sieht, denn es ist ein kleiner Sternen der Mitte.
- 40:03Und der Star kommt zum Tragen, wenn ich mehr Sauerstoff als bei einem normalen Dekant haben möchte,
- 40:08wenn ich den Vorteil von Bohre Silikatglas nutzen möchte.
- 40:10Aber, der Eddie vielleicht doch ein wenig too much ist,
- 40:13dann kann ich den Wein langsam im Star kreisen lassen.
- 40:16Brutzern und die Strahlen, die mit dem Rand des Dekanters verbunden sind,
- 40:20arbeiten ganz langsam Sauerstoffschlieren in den Wein hinein.
- 40:24Und es ist großartig, sowohl beim Star als auch beim Eddie, zu erleben,
- 40:27wie die Weine sich recht schnell öffnen, dieser Prozess,
- 40:30aber nur ein Katalysator für die spätere Entwicklung des Weines ist.
- 40:35Man hat so viel mehr von diesem Wein.
- 40:37Und apropos man hat so viel mehr von diesem Wein.
- 40:39Ein Tool aus dem Haus ist hier, möchte ich jeden ans Herz legen.
- 40:43Und kaum jemand witzigerweise kennt es.
- 40:45Das ist der Tesoro, ein Weinglasdeckel.
- 40:48Also ein Deckel, den ich auf das Weinglas aufsetze.
- 40:50Und jeder, der das nur einmal probiert hat,
- 40:53seinen Wein mit diesem Weinglasdeckel für drei oder fünf Minuten zu verschließen
- 40:57und gerne zwei Gläsern die einander stellt, eins verschlossen, eins ohne verschlossen,
- 41:01dem Wein aus dem Nichtverschluss in den Glas probiert und danach den Tesoro lüftet,
- 41:05erlebt, begeistert, wie der Tesoro es schafft, die Weinaromen einzuschließen
- 41:10und uns für den Moment bereitzustellen, wenn wir sie genießen möchten.
- 41:14Und bedauert jeden Moment, den er zuvor hatte, wo er seinen Wein ohne Tesoro genossen hat.
- 41:19Der Tesoro ist so konzipiert, dass er auf nahezu alle Weingleser passt.
- 41:23Kippresistent ist, also wenn man das Glas mal ein wenig schräger hält
- 41:26und vielleicht vergisst, dass man den Tesoro auf dem Glas hat
- 41:28und wurde ebenfalls aus Boruselikat gefertigt.
- 41:30Ein Erlebnis ohne Sinne, dass man einfach nicht beschreiben kann, dass man erleben muss.
- 41:34Vielen Dank der Firma Zier fürs Weiterdenken, fürs Wein so unfassbar erlebbar machen
- 41:38und für die Begleitung der heutigen Podcastfolge.
- 41:41Hat Thomas auch eine Weinkompetenz?
- 41:53Ja.
- 41:54Und auch Interesse und Verständnis und Wissen?
- 41:56Ja, total.
- 41:57Könnte dich ersetzen?
- 41:58Ja.
- 41:59Ist nicht oft zu finden von weiser Seiten?
- 42:02Ja, das stimmt.
- 42:03Das ist absurd sowieso, finde ich, dass wir immer wieder Menschen finden,
- 42:08auch sehr, sehr gute Menschen in der Gastronomie,
- 42:10sowohl Köche als auch sommeliers, die gar nicht so gerne essen und trinken
- 42:14oder auch relativ wenig Interesse an der anderen Seite bewusst gesagt haben.
- 42:20Für mich ist es total nicht nachvollziehbar, aber es ist natürlich auch eine persönliche Sache.
- 42:26Man kann Wein ja auch sehr analytisch sehen.
- 42:28So geht es sicherlich auch.
- 42:30Für mich ist es immer der leidenschaftliche Weg gewesen und der Weg über Genuss.
- 42:34Deswegen, nein, ich könnte auch nicht wieder mit einem Ehemann zusammenleben,
- 42:39den ich gerne Wein trinkt, noch mit einem Koch arbeiten,
- 42:42dem das irgendwie alles am Arsch vorbei geht.
- 42:44Und ihr sagt, ja, nee, so ein hier geht auch schon.
- 42:47Also selbst der Kochwein ist bei uns mit Hand, Fuß, Herz, Leib und Seele ausgesucht
- 42:51und etwas, was wir auch trinken würden.
- 42:54Wenn du selber essen gehst, bist du Team Weinenmenü oder Flasche?
- 42:57Kommt aus Setup drauf an.
- 42:59Also es gibt kein Kredo, dass du sagst immer die Flasche,
- 43:01ich brauche Tirol oder Weinenmenü,
- 43:03weil ich mir selber so viel Arbeit mit dem Aussuchen der einzelnen Wein
- 43:07und ich möchte sehen, wie es ein Kollege macht oder möchte inspiriert werden
- 43:09oder möchte sehen, wie der es abstimmt.
- 43:11Genau, also wenn ich merke, da macht sich jemand Gedanken drum
- 43:14und es ist ja meistens so, wenn jemand sagt, und ihr wollt ihr nicht und so
- 43:17und das, dann würde ich das immer machen.
- 43:20Wenn das aber auch gar nicht irgendwie groß thematisiert wird,
- 43:23sondern nur eine Option wäre, dann würde ich das sehen.
- 43:27Und man sieht es ja auch so ein bisschen an der Karte
- 43:29beziehungsweise oftmals den Wein begleitenden Sachen auch schon mit drauf.
- 43:33Wenn es Sachen sind, die ich sonst nicht trinken würde,
- 43:35weil es einfach, sag ich mal, so günstig und so einfach ist
- 43:39vom Geschmacksprofil, dann würde ich es nicht machen.
- 43:41Interessiert dich beim Weinmenü mehr die Weinausfall
- 43:44oder die Präsentation des Weinmenü?
- 43:47Also der Typ, der dort ist, sprich Service-Personal oder Sommi
- 43:50oder wie freaky oder wie bodenständig oder wie gezielt diese ausgewählt wurden?
- 43:56Ich glaube erstes, aber allgemein Thema Essen gehen,
- 44:01suchen wir ganz viel danach aus, was für ein Gastgeber steht uns gegenüber.
- 44:05Gerade wenn es jetzt nicht so absolute Destinationsgastronomien sind,
- 44:09ins Franzien fährst, weil du ins Franzien fährst, klar.
- 44:12Aber wenn wir jetzt im Alltag essen gehen, was viel zu selten vorkommt,
- 44:16weil wir einfach kaum aus Hamburg rauskommen
- 44:19und auch zeitlich einfach sehr, sehr eingebunden sind,
- 44:22dann gehen wir eigentlich immer eher danach essen,
- 44:25wofür wir uns wohl, wo ist ein Gastgeber mit Persönlichkeit.
- 44:28Und da lasse ich mich dann meistens auch leiten oder beraten.
- 44:33Das ist mir wichtig oder das geht gar nicht.
- 44:36Was macht ihr? Wie tickt ihr?
- 44:38Wo du sagen würdest, das wäre jetzt cool bei euch zu trinken.
- 44:41Und gar nicht so sehr, ob das jetzt total fancy ist oder superklassisch.
- 44:46Das würde ich erst ab nach, wenn ich irgendwo regelmäßig hingehe
- 44:50und weiß, was mich erwartet, dann würde ich irgendwann auch sagen,
- 44:53ja, heute mache mal, entscheide mal.
- 44:55Oder heute weiß ich, ich will genau die Flasche Wein trinken,
- 44:57weil ich will eigentlich nur mit meinem Mann in der Ecke sitzen
- 44:59und nicht gestört werden.
- 45:01Das ist dann so ein bisschen situationsabhängig.
- 45:03Hattest du mal das Mindblowing-Erlebnis schlechthin?
- 45:07So, das haben wir jemäßig, wo du sagst, wow, von der Auswahl
- 45:10oder die Karte oder wie ich es präsentiert haben oder der Service,
- 45:13das war für mich...
- 45:15Eigentlich zwei Sachen.
- 45:18Der allererste Sternerestaurant besucht,
- 45:21da war ich ganz frisch in meiner Kochlehrer.
- 45:24Das war das erste Mal in Frankenberg in der Sonne essen.
- 45:26Ich hatte ein Stern damals.
- 45:28Und da war es das erste Mal so, wie Chateau-Moussard trinken,
- 45:30die ersten Fruchtbetonweine.
- 45:32Das war einfach cool, weil es eine ganze neue Welt war,
- 45:35die ich so nicht kannte, bis da in eher so Deutschland
- 45:37rieseligen große Gewächs.
- 45:39Das erste, warum ich sozialisiert worden bin.
- 45:42Das war ein tolles Moment.
- 45:44Und der Leonard Weng, der damals war, der hat es auch ganz liebevoll.
- 45:47Also mit einem guten Verständnis gemacht,
- 45:49dass man sich nicht blöd gefühlt hat.
- 45:51Das fand ich total schön, weil das ja leider Gottes auch oft vorkommt.
- 45:54Gerade auch unter Kollegen, dass man dann so ein bisschen zeigen muss,
- 45:57was man kann, finde ich, eine ganz, ganz fürchterliche Attitude
- 46:00und auch absolut sinnbefreit.
- 46:02Weil ich glaube, wir müssen uns alle nicht gegenseitig beweisen,
- 46:05dass wir jetzt mehr Ahnung von Wein haben oder irgendwas besser können.
- 46:08Sondern es sollte immer darum gehen, den Moment und den Gast irgendwie zu verstehen.
- 46:11Gerade wenn man ja auch für anderes Verständnis grundsätzlich trifft.
- 46:14Genau.
- 46:16Also ich finde es ja auch schön, wenn jemand was hat, was ich nicht kenne
- 46:19oder was ich nicht verstehe, oder wo ich vielleicht irgendwie auch,
- 46:22weil unser Restaurant kolonärisch ganz anders ausgeregt,
- 46:24überhaupt keinen Fokus drauf lege.
- 46:26Also es gibt ganz viele Sachen, da bin ich überhaupt nicht tief in der Materie drin.
- 46:29Ich weiß nicht, was ich bescheide, aber da könnte ich dir jetzt
- 46:31keine 15 super kleinen, total toll arbeitenden Familienbetriebe nennen,
- 46:35weil ich mich im Piment halt nicht so intensiv auskenne.
- 46:39Das ist ja total schön, wenn mir dann ein Kollege gegenübersteht, der sagt,
- 46:42erzähl mal was trinkst du eigentlich gerne.
- 46:45Ich weiß dann, wo ich in der Gäke John das passende für dich finde.
- 46:48Und das letzte, sehr aktuelle, schöne Wine-Pairing-Erlebnis
- 46:52hatten wir im Ups bei Nancy Grossmann, als sie noch da war.
- 46:56Ich habe gesagt, ah cool, das war so was, richtig, da ist das Gedanke,
- 47:00da ist Leidenschaft reingeflossen, das ist nicht nur irgendwie,
- 47:02ich habe Wein aufgemacht, von dem ich glaube analytisch theoretisch passte,
- 47:05sondern das ist mit Herz und Hand ausgewählt und das hat Spaß gemacht zu trinken.
- 47:09Und auch so eine Faszination, weil sie das auch nicht so überfreakig gelebt hat.
- 47:12Genau.
- 47:13So ein dieses menschliche und dieses herzliche und dieses natürliche.
- 47:16Und das passt total in dieses Set-up.
- 47:18Also das so, du hast ja auch Lieden, Billy Wagner ist halt ein Billy Wagner,
- 47:23den kann ich aber nicht kopieren und in jedes x beliebige Restaurant setzen,
- 47:26ich mache das jetzt genau auf die gleiche Art und Weise,
- 47:28sondern Nancy Grossmann ist Nancy Grossmann, das Rutz ist das Rutz.
- 47:31Und das halt in dem Set-up super gut funktioniert
- 47:33und für uns als Gäste total Spaß gemacht.
- 47:36Das ist einfach so ein bisschen Persönlichkeit,
- 47:39bisschen das absolut fachlich, da ist nichts irgendwie.
- 47:43Da kannst du ja nicht sagen, das ist schlecht oder das passt nicht,
- 47:45sondern das hat ein absolut hohes Niveau
- 47:47und hat da drüber aus eine Leichtigkeit und eine Persönlichkeit, die ist einfach schön.
- 47:52Ja, das war toll.
- 47:54Da bist du in den Rheinfall?
- 47:56Also musst du mit Namen, Kranzbiefen arbeiten, aber wo du sagst,
- 47:59leider, was macht ihr da?
- 48:01Auch in einem hoch dekorierten Restaurant und ganz netter, junger Kollege,
- 48:08beim zweiten Corking Wein war es wirklich so, wow, echt ärgerlich.
- 48:15Und hatten zurückgenommen oder?
- 48:17Ja, dann zurückgenommen.
- 48:18Aber vorher probiert und überhaupt, dass es zu euch gekommen ist.
- 48:20Wir haben schon die letzten Gäse aus der Flasche bekommen und gesagt,
- 48:23das ganze Restaurant hat es schon gekriegt, los, alles so,
- 48:26auch sehr wenig Servicekontakt, so dass man auch gar keine Gelegenheit hatte,
- 48:29irgendwie das rechtzeitig anzunagnen, aber das Essen da,
- 48:31dann hast du irgendwie keinen Wein im Glas gehabt.
- 48:33Und es war einfach so in jeder Hinsicht.
- 48:35Schade.
- 48:36Schade, genau.
- 48:38Zumal wir auch, wenn wir essen gehen, also wir trinken schnell,
- 48:41wir trinken gerne, wir trinken viel, es ist auch total in Ordnung.
- 48:44Gerade Weinbegleitung muss das jetzt nicht permanent volles Glas sein,
- 48:47sondern ich habe lieber noch eine zweite Flasche am Tisch,
- 48:49wo ich sage, die trinke ich so aus Genüsslichkeit nebenbei
- 48:52und trinkt das Pairing halt wirklich, um zu gucken, was passiert.
- 48:54Also wenn man dann so Gorniks im Glas hat
- 48:57und auch so gar keine Möglichkeit hat, zu reagieren.
- 48:59Das ist dann ja, wo man auch so, also wo es Essen auch nicht mehr schmeckt.
- 49:02Genau, das macht dann keinen Spaß einfach.
- 49:04Und dann muss man auch ehrlich sagen, irgendwann hast du ja auch
- 49:07einen Preisniveau, da ist es auch nicht mehr akzeptabel.
- 49:09Also wenn ich im Nachbarschaftsrestaurant nebenan sitze
- 49:12und die Hütte brennt, dann bin ich total entspannt damit,
- 49:15wenn mein Glas mal leer ist, aber wenn ich irgendwann so
- 49:17über 1000 Euro auf der Rechnung habe, dann halt nicht mehr.
- 49:20Aber auch losgelöst vom Preis, finde ich.
- 49:22Also wenn die Situation einfach nicht stimmt, egal was es kostet
- 49:24oder egal wie was, jeder auch von unseren gestern,
- 49:27der unterschiedliche Sensibilität dann letztlich auch gegenüber Preis.
- 49:30Aber wenn eben der Wein da nicht zum Hauptgang da ist
- 49:33oder eben korke, der wo es reklamiert, dann schiebt man so ein Stück
- 49:36dem Fleisch an den Streifen.
- 49:38Das kleine einmal eins dessen, was so Gastgeber sein ist.
- 49:40Was ist für dich das einmal eins? Also Richtung Weinservice?
- 49:43Vielleicht darf ich ganz kurz, du hattest gerade Piemont
- 49:46und du hast Trinken gesagt, ich habe zwei Malen mitgefallen.
- 49:49Aber ich habe die natürlich ganz willkürlich, willkürlich ausgesucht.
- 49:53Sehr schön.
- 49:54Ich dachte zum einen ein Barberer, zum anderen ein Kohlfeldliner.
- 49:56Bin gespannt.
- 49:57Das klassische Set-up, wie man es so macht.
- 49:59Monks und Arms.
- 50:00Wie du mit dem Wein umgehst, wie du die probierst,
- 50:02vielleicht können wir dir einfach ins Glas geben, wenn ich das...
- 50:04Sehr gerne.
- 50:05Darf. Ich würde mit dem Roten in der Tat anfangen,
- 50:07weil du es gerade erwähnt hast.
- 50:09Und vielleicht den erstmal sitzen und ruhen lassen
- 50:13und die Frage weiterverfolgen.
- 50:15Ja.
- 50:16Das kleine einmal eins dessen Gastgeber sein,
- 50:18gerade im Thema Wein, ne?
- 50:20Als Service im Allgemeinen.
- 50:22Service im Allgemeinen.
- 50:23Weil es ja so zum einen das menschliche oder der menschliche Aspekt dabei
- 50:26und dann darüber hinaus, aber vielleicht auch so das Handwerkliche.
- 50:29Das würde mich wahnsinnig interessieren.
- 50:30Was ist da für dich wichtig?
- 50:31Was setzt du bei deinen Mitarbeitern voraus?
- 50:33Das sind jetzt zwei lange Fragen.
- 50:35Und ich rede ja sowieso schon so viel.
- 50:37Ich rede auch schnell.
- 50:38Von daher kriegen wir die unter.
- 50:40Das menschliche...
- 50:42Also ich glaube, es gibt Dinge, die sind allga...
- 50:46Ich meine, sollten sie standard sein, wenn ich mit Menschen arbeite,
- 50:50was sowas wie Hüftlichkeit, Pünktlichkeit, persönliche Ikeene angehe.
- 50:53Aber das merken wir auch immer wieder ein Thema, Tatsache.
- 50:57Das wurde ich da vor, Leute, Fingernägel das oder so, ne?
- 51:00Ich habe mir die Haare gemacht, weil natürlich ziehe ich mich sauber an
- 51:03und natürlich gucke ich das irgendwie die Kleidung, die ich zur Arbeit trage,
- 51:06die ich mir dann auch so sieht, zumindest passt.
- 51:08Dass es ein gewisses Deal hat oder nicht, das finde ich gar nicht so.
- 51:11Aber so hat... Ja, da ist jemand, der ist zur Arbeit gekommen, der hat sich...
- 51:14Der hat geguckt, dass er ordentlich aussieht, dass er pünktlich ist,
- 51:17dass das alles irgendwie passt.
- 51:18Das finde ich ist schon mal so eine Grundvoraussetze.
- 51:20Und im Respekt der Gäste gegenüber, die sich ja auch schön machen,
- 51:22die auch ihre Fingernägel, die Haare kämmen.
- 51:24Also da sollte man gleichermaßen...
- 51:26Das allgemeinem Alltag auf was, was sich unseren Kindern immer sagt,
- 51:28es geht gar nicht, was du schön findest und was nicht, ist total egal.
- 51:31Aber zu sagen, wenn du mit anderen Menschen in Kontakt trittst,
- 51:34du hast du dich ordentlich gemacht und dass du einmal auf alles geachtet hast,
- 51:37dass das genau das, was du sagt hast, etwas mit Grundrespekt zu tun.
- 51:40Sein Mitmenschen gegenüber.
- 51:42Jemand, der im Service arbeitet, muss...
- 51:46Ich finde, das kann man zum gewissen Teil lernen.
- 51:49Es ist aber auch ein bisschen, glaube ich, talent oder einfach
- 51:52ein Charakterzug, den man hat oder eine Gabe.
- 51:55Ein Blick auf Menschen werfen können und einfach Gefühle,
- 51:59Situationen irgendwie spüren können
- 52:02und den Anspruch zu haben,
- 52:04erst mal jedem freundlich und vor allem aufmerksam gegenüberzulegen.
- 52:08Weil nur wenn ich diese Aufmerksamkeit habe
- 52:10und die Bereitschaft, jeden Gast neu zu sehen,
- 52:12dann habe ich erst die Möglichkeit zu erkennen, was will er denn.
- 52:16Und zwar unabhängig von dem Set-up, wo ich bin,
- 52:18sondern will da bespaßt werden, geht's dem schlecht, geht's dem gut,
- 52:22braucht der schnell irgendwas, will er in Ruhe gelassen werden,
- 52:24muss sich den viel mitnehmen, weil der vielleicht total aufgeregt ist
- 52:27und gar nicht weiß, wie er sich bewegen soll
- 52:29oder will er einfach heute nur kommen
- 52:32und will was essen, was trinken und in Ruhe gelassen werden.
- 52:35Das sollte man, zumindest ist gelingt einem nicht immer,
- 52:39aber die Bereitschaft zu haben, jeden Gast neu anzugucken
- 52:42und sagen, warum ist der Gast hier
- 52:44und was erwartet er von mir und was kann ich ihm bieten.
- 52:47Das sind so diese menschlichen Dinge,
- 52:49die sollte man im Service mitbringen
- 52:51und das ist an manchen Tagen unfassbar anstrengend.
- 52:54Aus persönlichen, wie geht's mir raus,
- 52:56dass bei manchen Gästen unfassbar anstrengend,
- 52:58wo es wirklich Arbeit ist, bei manchen Gästen fließt das total leicht.
- 53:01Aber wenn ich nicht die Bereitschaft habe, diesen Weg immer wiederzugehen,
- 53:04dann sollte ich keinen Service machen.
- 53:06Und das schaltest du dazwischen Herzlichkeiten-Professionalität?
- 53:09Also gibt es bei dir eine Grundprofessionalität
- 53:11im Ansatz der Kommunikation
- 53:13oder läuft alles über Herzlichkeit,
- 53:16dass jeder eben auch in seiner Individualität
- 53:18von deinen Servicemitarbeitern so sein kann, wie er ist?
- 53:21Also ich glaube, es gibt ganz, ganz wenige Menschen,
- 53:24die können das nur rein aus ihrer Herzlichkeit heraus.
- 53:27Die haben so ein einnehmendes Wesen,
- 53:29die müssen auch gar keine Ahnung haben von der Materie,
- 53:32bei denen bist du einfach gern.
- 53:34Aber grundsätzlich eine Professionalität zu sagen,
- 53:38ja, ich kann mit Gästen mit Menschen umgehen,
- 53:41ich will das auch und ich mache mir die Mühe,
- 53:43die sollte man an die Tag legen und darüber hinaus.
- 53:46Wenn dann noch Persönlichkeit ins Spiel kommt, dann ist halt toll.
- 53:49Und ich finde es bei uns im Team sehr, sehr schön zu sagen,
- 53:53wir haben halt alles Charakterkörpfe,
- 53:55aber ich weiß auch, jeder von denen kann mit jedem Gast grundsätzlich.
- 53:58Aber dann im Service können wir spielen und sagen,
- 54:01mit dem Tisch harmoniert es halt total gut oder das ist da,
- 54:04ist das super.
- 54:05Und jeder weiß auch, wo er ein bisschen mehr aus sich rausgehen kann
- 54:08und wo er einfach ein bisschen professioneller ist.
- 54:10Das ist so dann die große Kunst, finde ich,
- 54:12wenn man das absolut spielen kann.
- 54:14Und auch im Team hat was so breit gefächert ist,
- 54:16dass du dich als Gast auch erinnerst an Persönlichkeiten
- 54:19und an Menschen und nicht, weil sie den Riesen auftritt haben,
- 54:21sondern weil ich gesagt habe,
- 54:23der waren viele tolle Leute an meinem Tisch.
- 54:25Und irgendwie war das auch total schön,
- 54:27dass da immer jemand anders war.
- 54:29Und ich irgendwie gemerkt habe, die ticken alle total unterschiedlich,
- 54:32die haben aber alle die gleiche Leidenschaft.
- 54:34Das ist, wenn man so ein Team haben darf
- 54:37und so ein Team auch leiden darf und wachsen sehen darf,
- 54:40das ist schon ganz, ganz groß.
- 54:42Fachlich ist egal, wo man arbeitet,
- 54:48ob ich irgendwo Bierzapfel im Veranstaltungszelt
- 54:51oder Sterneservice mache,
- 54:53sollte man immer wissen, wo man ist, was man anbietet,
- 54:56was geht und was nicht geht.
- 54:58Und ich glaube, je größer das Angebot ist
- 55:01und je mehr Menschen da auch ganz viel Arbeit
- 55:03und ganz viel Achtsamkeit reinstecken,
- 55:05es geht ja nicht nur um die Mitarbeiter,
- 55:07die dann in der Küche stehen zum Beispiel,
- 55:09sondern auch um den Erzeuger, um den Winzer, der das macht.
- 55:13Wenn da ganz viel Aufmerksamkeit, Zeit reingeflossen ist,
- 55:17dann habe ich einfach den Respekt vor der Arbeit
- 55:20an den Menschen zu haben, mich damit auseinanderzusetzen,
- 55:22zu wissen, was ich tue, was ich verkaufe
- 55:24und das auch an die Gäste weitergeben zu können.
- 55:26Das wäre so dieses professionelle Grundwissen,
- 55:30von Laden zu Laden dann einfach ein bisschen variiert.
- 55:33Das würde ich schon erwarten.
- 55:35Aber was setzt du hier an Weinfachkompetenz
- 55:37und Servicekompetenz voraus?
- 55:39Also Tropfenfreieinstecken ist klar.
- 55:41Aber sollte ...
- 55:43Was sagt das nicht?
- 55:45Da ist neulich gerade wieder eine Weinbar.
- 55:47Da gingen die Flaschen nicht auf, bis ich dann irgendwann gesagt habe,
- 55:49"Darf ich bitte?"
- 55:51Ich glaube, sie tun sich gleich wie sie hat sich auch wehgetan.
- 55:54Das war echt ...
- 55:56Das tat mir sehr leid.
- 55:58Aber jetzt klappt es besser aus, ich habe es geübt.
- 56:01Und grundsätzlich, also worauf legt ihr hier Wert?
- 56:04Zumindest, was ich hier vor mir stehen habe,
- 56:06eine sehr, sehr gute Glasausweiche.
- 56:08Weißt du, ob das eure Standardklese sind?
- 56:10Ja, leider unsere Standardklese.
- 56:12Das ist ja ein relativ großer Parameter da,
- 56:14oder ist ein großer Punkt dabei.
- 56:16Was noch, was ist dir selber wichtig?
- 56:18Was möchtest du sehen?
- 56:20Ich kann damit umgehen,
- 56:22wenn jemand gar keine Ahnung hat.
- 56:24Von Gäste oder Serviceseite?
- 56:26Von Gäste Seite sowieso.
- 56:28Es wäre schlimm, wenn ein Gast Ahnung haben muss,
- 56:30um bei uns ein willkommener Gast zu sein
- 56:32und ein glücklicher Gast zu sein.
- 56:34Weil das ist meine Aufgabe, das zu leiten,
- 56:36dass das funktioniert.
- 56:38Nein, von Serviceseite.
- 56:40Das ist eine sehr eigene Konzept aus,
- 56:42mit einer eigenen Akademie.
- 56:44Das heißt, du hast ja ganz unbeleckte junge Menschen,
- 56:46denen du natürlich alles beibringen musst.
- 56:48Was man nicht beibringen kann,
- 56:50ist ein Grundrespekt vor den Dingen, die du hast.
- 56:52Du sprichst gerade das Thema Glas an, was natürlich, ja, so.
- 56:55Man muss nicht wissen, wie man ein Mund gegasendes Glas poliert.
- 56:58Aber man muss zuhören und man muss es üben.
- 57:00Man kann eins kaputten machen, auch zwei, auch drei.
- 57:03Fünfzehn sind dann zu viel.
- 57:05Das kann man nicht beibringen.
- 57:07Das muss eine Menschen eigen sein,
- 57:09aber die Zusammenkeit hat alles andere.
- 57:11Das ist meine Aufgabe, die Leute mitzunehmen
- 57:13und zu schulen.
- 57:15Sehe ich ganz klar so.
- 57:17Plus, klar, Erfahrung ist cool.
- 57:19Aber wie wir Dinge handhaben,
- 57:21wie wir ein Fokus drauflegen
- 57:23und wie wir hier Sachen ineinandergreifen,
- 57:25ist ja sowieso noch mal eine eigene Welt.
- 57:27Das heißt, es hat jeder Mitarbeiter
- 57:29sowieso eine Einarbeitungsphase bei uns.
- 57:31Und was dein Settings so grundsätzlich?
- 57:33Also, wenn Weinwechsel ist, ihr nehmt neue Gläser,
- 57:35ihr behaltet die Gläser, ihr dekantiert,
- 57:37ihr lasst grundsätzlich jeden probieren,
- 57:39ihr lasst nur den Mann,
- 57:41die Frau, den Größen, den Blonden,
- 57:43was auch immer probieren.
- 57:45Immer nur den Kleinstift.
- 57:47Aber nur wenn er auf dem Block ist.
- 57:49Bei den Begleitungen ist es so,
- 57:53dass wir alles vorbereiten.
- 57:55Es kommt immer drauf an, es gibt Weiner,
- 57:57die brauchen einfach viel Zeit,
- 57:59um im Glas dann genau das zu zeigen, was sie zeigen sollen.
- 58:01Also ihr öffnet auch eine Flasche drei Tage vorher?
- 58:03Ja.
- 58:05Wir arbeiten dann einfach mit Luft,
- 58:07Pippe, spielen sehr mit Temperatur.
- 58:09Also das ist mir unglaublich wichtig,
- 58:11dass der Wein auch in der richtigen Temperatur
- 58:13ins Glas geht, um das erzählen zu können,
- 58:15was ich halt mit dem Gericht
- 58:17in dem Moment sagen möchte.
- 58:19Ist die richtige Temperatur deine Temperatur
- 58:21oder die Gastwunschtemperatur?
- 58:23In der Begleitung ist es meine Temperatur.
- 58:25Weil, also das weiß der selber,
- 58:27je nachdem, wenn ich jetzt das hier,
- 58:29den Rotwein, den wir haben, den ich,
- 58:31wo ich nur reingerochen habe, nicht toll,
- 58:33noch nicht probiert habe,
- 58:35wenn ich den aber eiskalt ins Glas gebe,
- 58:37erzeugt das ja eine ganz andere Wahrnehmung,
- 58:39als wenn ich den bei 25 Grad Raumtemperatur
- 58:41da rein drücke.
- 58:43Und beides kann ja funktionieren
- 58:45und kann ja das sein, was ich möchte.
- 58:47Das merke ich manchmal,
- 58:49das ist oft gerade bei Neuren Mitarbeitern schwierig.
- 58:51Das ist ja, ja, es ist doch egal so.
- 58:53Nein, ist es nicht egal.
- 58:5510 Grad Unterschied sind,
- 58:57fundamental zerstören.
- 58:59Das ist was, da sind wir sehr,
- 59:01sehr klar bei der Glasauswahl natürlich auch.
- 59:03Da gibt es manchmal
- 59:05Weine, wo man sagen kann,
- 59:07ob das jetzt das Universalglas oder das Beaujolais ist,
- 59:09tut an der Stelle nichts zur Sache.
- 59:11Aber ihr habt nur Jusaphine Hütte, oder?
- 59:13Jusaphine Hütte und Zwiegel zuerst.
- 59:15Das war unsere Erstausstattung,
- 59:17dann ist Jusaphine Hütte jetzt ein bisschen dazugekommen.
- 59:19Und da, also ich versuch,
- 59:21die Weine, die Glasauswahl begrenzt
- 59:23zu halten, weil es ist ja auch wiederum,
- 59:25ich liebe Gläser und es ist ein schönes,
- 59:27ein tolles Hobby und es gibt,
- 59:29wenn man sich drinnen verliert,
- 59:31gerade so wie wir Weine nörts,
- 59:33dann kann man ja auch noch das 18. Glas finden,
- 59:35was man unbedingt auch.
- 59:37Bei The First, ich glaube, die haben 16 verschiedene Gläser,
- 59:39oder? Ja, ja, genau.
- 59:41Wir haben uns damals auch 3 begrenzt,
- 59:43jetzt sind es noch 2, die wirkt hier,
- 59:45wir haben noch das Chirass und das Beaujolais
- 59:47in Standardnutzung
- 59:49und den Rest von Jusaphine Hütte,
- 59:51wobei wir es ja auf Champagner und Universal begrenzt haben
- 59:53und ein paar Rotweingläser haben,
- 59:55die aber eher im Flaschenbereich gehen.
- 59:57Das ist ja auch ein Biss.
- 59:59Wenn ich das hier auch in den Vorgaben entsprechen,
- 1:00:01also würdest du das Chirassglas immer
- 1:00:03nur für Chirass und nur - nein,
- 1:00:05du spielst ja mit einem Versuch, die Weine anzuführen,
- 1:00:07versuchst die dann, die richtigen Gläser zu geben
- 1:00:09und damit letztlich den Wein zu betonen.
- 1:00:11Exakt, um da zu gucken,
- 1:00:13welches Glas, welche Temperatur,
- 1:00:15welches Setup brauche ich gerade.
- 1:00:17Und da hast du Parameter für deine Mitarbeiter auch?
- 1:00:19Dadurch, dass wir ja alles zusammen essen und trinken,
- 1:00:21kann man sagen, so, das ist genau das
- 1:00:23und das hat dann eine Varianz von Biss
- 1:00:25und was soll am Umsetzen.
- 1:00:27Aber im Arm-Service bin ich ja darum,
- 1:00:29auch zu gucken,
- 1:00:31funktionieren die Dinge, wo müssen wir
- 1:00:33vielleicht das Setup anders machen,
- 1:00:35damit das auch so gelebt werden kann
- 1:00:37oder was wäre, zwar das Ideal ist,
- 1:00:39aber bei uns im Service, wenn wir mit 35 Gästen
- 1:00:41voll sind, einfach gar nicht umsetzbar,
- 1:00:43also wie muss ich dann gucken,
- 1:00:45dass es anders funktioniert.
- 1:00:47Das ist schon, das ist ich immer so,
- 1:00:49als meine Mutti-Aufgaben.
- 1:00:51Ich runde den Damen und Herren auch mehr Gläser hinterher,
- 1:00:53als dass ich Gläser ausschenke.
- 1:00:55Das ist aber auch völlig in Ordnung,
- 1:00:57weil ich will ja ein Team haben von Menschen,
- 1:00:59die wissen, was sie tun und die Spaß daran haben.
- 1:01:01Und dann beim flachen Wein
- 1:01:03ist es der Gast.
- 1:01:05Beim Karafien-Dekantieren gibt es das vor
- 1:01:07oder hat da auch jeder Service Mitarbeiter
- 1:01:09seine Eigenkompetenz, was er sagt.
- 1:01:11Ich belüfte nur dunkelgelbe Weine.
- 1:01:13Nur wenn ich das fühle.
- 1:01:15Was ja gar nicht so verkehrt ist,
- 1:01:17wenn er das sagen würde, also das wäre dann schon mega.
- 1:01:19Kirtisch-Gelbe.
- 1:01:21Wenn man das für sich so beschlossen hat,
- 1:01:23wenn wir beim Thema Flaschenwein sind,
- 1:01:25finde ich, die Entscheidungswoche hat der Gast.
- 1:01:27Ich würde immer
- 1:01:29mit einer Vorstellung ran gehen,
- 1:01:31weil ich kenne ja meine Weine
- 1:01:33und auch die Mitarbeiter kennen sie entweder
- 1:01:35oder würden sich rückversichern und sagen,
- 1:01:37so viel von Gefühl her, was sagst du, Luft,
- 1:01:39ja, nein, Temperatur passt
- 1:01:41und würde auch mit diese Empfehlung
- 1:01:43an den Tisch gehen und sagen,
- 1:01:45ich würde es so handhaben,
- 1:01:47aber probieren sie mal,
- 1:01:49schauen sie, wie gefällt es ihnen
- 1:01:51und was wollen sie auch von den Weinen?
- 1:01:53Es ist ja auch die Frage,
- 1:01:55in welchem Setup trinke ich manche Sachen.
- 1:01:57Wenn ich das alleine total langsam trinke,
- 1:01:59reicht das vielleicht völlig,
- 1:02:01den Wein in der Flasche zu lassen
- 1:02:03und zu Glas zu nehmen.
- 1:02:05Und damit ein bisschen zu spielen, wenn ich aber weiß,
- 1:02:07ich sitze so sechs am Tisch.
- 1:02:09Ja, gut, welcher Zeit soll der Wein dann noch haben?
- 1:02:11Dann muss ich halt einfach anders damit arbeiten.
- 1:02:13Und wenn du dann noch eine Gruppe hast, die schnell trinkt,
- 1:02:15dann ist es ja wieder ein ganz anderes Setup.
- 1:02:17Aber das ist aber die Kompetenz,
- 1:02:19die darf ich auf diesem Niveau erwarten,
- 1:02:21dass ein Someli und ein Gastgeber da entsprechend
- 1:02:23auf die Situation reagiert
- 1:02:25und nicht seinen Schema durchfährt.
- 1:02:27Und sagt, das ist immer so,
- 1:02:29kannst du machen, ist dann halt aber am Gast vorbei.
- 1:02:31Hast du sonst irgendeinen Tool, wo du sagst,
- 1:02:33das ist für mich immens wichtig,
- 1:02:35temperaturmäßig, irgendwas
- 1:02:37oder auschankmäßig oder belüftungsmäßig
- 1:02:39oder seid ihr ja ganz plain?
- 1:02:41Ganz plain.
- 1:02:43Brauchst du auch nichts, willst du auch nichts,
- 1:02:45kannst du auch nichts wegschmeißen?
- 1:02:47Ist ja immer die Frage,
- 1:02:49was möchtest du erzählen?
- 1:02:51Ich weiß, unsere Weine
- 1:02:53sollten alle nicht zu eisekalt sein,
- 1:02:55außer der Gast möchte das,
- 1:02:57dann justieren wir danach.
- 1:02:59Und die können grundsätzlich immer eher
- 1:03:01mit einem größeren Glas als mit einem zu kleinen Glas um.
- 1:03:03Diese Grundvoraussetzung haben wir aber geschaffen.
- 1:03:05Und den Rest
- 1:03:07ist die Kompetenz
- 1:03:09des Mitarbeiters und die Entscheidung des Gastes.
- 1:03:11Da bin ich eigentlich relativ
- 1:03:13unromantisch.
- 1:03:15Zurück zur Ursprungsfrage, was ist Wein für dich?
- 1:03:17Liebe, Geschichte.
- 1:03:19Ja, toll.
- 1:03:21Gerade mit der Geschichte ist wahrscheinlich das eine Pragmatische auch,
- 1:03:23was ihr ja im Restaurant ohnehin lebt.
- 1:03:25Und liebe wahrscheinlich das, was du das Gefühlsmäßige
- 1:03:27dabei ist.
- 1:03:29Dass du immer noch egal, wie viele Flaschen Wein du nachhandt hattest
- 1:03:31oder auch
- 1:03:33gerade wenn du
- 1:03:35hast ja so manche Weine, die begegnen dir immer wieder.
- 1:03:37Du trinkst einfach häufig.
- 1:03:39Die haben sich beim ersten Mal begeistert
- 1:03:41und dann ist es so,
- 1:03:43das ist so toll.
- 1:03:45Und das ruft instant eine Erinnerung wach
- 1:03:47oder du trinkst es und du bist direkt
- 1:03:49elektrisiert.
- 1:03:51Das ist doch wundervoll.
- 1:03:53Das ist ein Getränk, was du aus vergammeltem Traum machst.
- 1:03:55So was auslösen kann.
- 1:03:57Total geil.
- 1:03:59Ich finde die Gedanken schön, den ich weiß nicht,
- 1:04:01wie ich den das erste Mal hatte.
- 1:04:03Dass man ein Wein letztlich ein zweites Leben
- 1:04:05oder das ist ein Element ist,
- 1:04:07wo eine Sache ein zweites Leben bekommt.
- 1:04:09Das ist ein schönes Ansatz.
- 1:04:11Da ist es ein schöner Ansatz.
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- 1:12:57Da ist es ein schönes Ansatz.
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- 1:13:01Da ist es ein schönes Ansatz.
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- 1:13:51Da ist es ein schönes Ansatz.
- 1:13:53Da ist es ein schönes Ansatz.
- 1:13:55Und du sagst nicht, ich hol mir das Kochbuch.
- 1:13:58Was sagt er über sich seine Küchenphilosophie?
- 1:14:01Wie geht er an?
- 1:14:02Über das Rezept kann ich mir erschließen.
- 1:14:05Wie tickt er? Das gibt's ja für Service und Wein.
- 1:14:08Es gibt schon, ich finde es bei Christina Fischer,
- 1:14:11mit ihrem Reislingbuch hat er viel bewegt.
- 1:14:14Das gibt es jetzt, aber das war damals noch weniger
- 1:14:17und viel zu wenig zugänglich.
- 1:14:19Gerade Menschen in der Ausbildung,
- 1:14:22die musst du zuschütten mit Möglichkeiten.
- 1:14:24Das kannst du alles an das Worten.
- 1:14:27Weil diese Leidenschaft zu füttern,
- 1:14:29gerade in den ersten Jahren ist, glaub ich,
- 1:14:31mit das Wichtigste, was du machen kannst.
- 1:14:34Gerade im Service, wo vieles nachher über Routine kommt,
- 1:14:38über eine Sicherheit, über Erfahrungswerte,
- 1:14:40dass du echt gehörte mit Situationen ganz anders um,
- 1:14:43sowohl im Handling mit Gästen, als aber auch mit Entscheidungen.
- 1:14:47Wie kaufe ich ein, was passt, was nicht,
- 1:14:49weil es natürlich ein Erfahrungsschatz ist, der wächst.
- 1:14:52Diese Leidenschaft hätte man mir auch im Anfang durchaus füttern können.
- 1:14:56Deswegen finde ich solche Formate wie,
- 1:14:59dass du das machst und dass ich allgemein viel bewegt,
- 1:15:02total wichtig und total wertvoll,
- 1:15:04weil wir auch die Leute konsumieren das.
- 1:15:06Aber ist die auch mit eurer Akademie,
- 1:15:08die weit über die normale Berufschausbildung hinausgeht
- 1:15:11und wo man ein anderes Feuer lebt, wo die Leute anders inspiriert,
- 1:15:15wo ihr vielleicht Vorbild für den einer anderen seid.
- 1:15:18Hast du jemanden, wo du weißt, dass du denen so unfassbar inspiriert hast,
- 1:15:22dass du stolz auf dem bist, was aus dem geworden ist,
- 1:15:25in denen fünf, sechs Jahren kannst du kurz grüßen.
- 1:15:27Hallo, Peter. - Ja, tatsächlich.
- 1:15:29Alain Rowe ist einer unserer ersten Auszubildenden,
- 1:15:32der seine Prüfung bei uns gemacht hat,
- 1:15:35der dann auch für ein halbes Jahr weggegangen ist.
- 1:15:37Er wollte gucken, ob das bei anderen besser oder schlechter ist.
- 1:15:41Wenn ich mir überlege, wie der angefangen hat,
- 1:15:44muss man sagen, wir haben keine typischen Auszubildenden,
- 1:15:47die jetzt mit 16 aus der Schule kommen,
- 1:15:49und die Menschen Mitte 20, Anfang 30, die schon ein Studium haben,
- 1:15:53oder war zum Beispiel schon selbstständig in der Gastronomie
- 1:15:57mit einem Kaffee, und die alle irgendwie sagen,
- 1:15:59ja, Gastronomie ist schon cool, aber kannst du nicht machen,
- 1:16:03ist nix wert, geh mal lieber studieren, du hast der Abitur.
- 1:16:07Die Familie war dagegen so ein schlechter Ruf,
- 1:16:09und das dann nicht gemacht haben
- 1:16:12und irgendwann in ihrem Leben aber doch an dem Punkt sagen,
- 1:16:15es ist aber meine Leidenschaft, ich will das machen, ich will das lernen.
- 1:16:19Ich will die Menschen an Begegnisse,
- 1:16:21die mit so einem riesigen Strauchvoll Erwartung in die Gastronomie kommen,
- 1:16:25diese ominöse Gastronomie, die irgendwann auch gleich ist.
- 1:16:28Wo man die nicht kaputt spielt. - Ja.
- 1:16:31Und dann trotzdem merkst du, was hast du denn für eine Attitude,
- 1:16:35oder was hast du für eine Erwartungshaltung?
- 1:16:38Oder du glaubst wirklich, das ist alles nur Leidenschaft und Kreativität?
- 1:16:42Nein, das ist auch ganz viel, Routine, stupide Arbeiten.
- 1:16:44Ja, das ist anstrengend.
- 1:16:46Auf den Schälen macht keinen Spaß, macht auch 15 Jahre später
- 1:16:49nicht mehr Spaß, aber du kannst gucken,
- 1:16:51dass du dein tägliches Set-up, deine Routine,
- 1:16:53deine Bewegungsamplituden so machst.
- 1:16:56Dass es einfach ist, dass es schnell, es effektiv ist,
- 1:16:59wie viele Dinge, wir werden unser Leben lang gläserpolieren als Someliers.
- 1:17:02Ich werd immer schmutzige Teller abrollen, das ist halt so.
- 1:17:06Aber das kann ich ja gut machen,
- 1:17:08und das kann ich ja als einen wichtigen, sinnvollen
- 1:17:12und total effektiv gestalteten Teil meiner täglichen Arbeit machen.
- 1:17:16Und Menschen daran wachsen zu sehen.
- 1:17:18So, die sind am Anfang gesagt, das völlig geht gar nicht.
- 1:17:21Und dann auf einmal sagt es, ja, cool, absolute Souveränität
- 1:17:25in solchen Sachen verstanden, das ist cool,
- 1:17:27das muss ich mir rausarbeiten.
- 1:17:29Und dabei die Liebe für die Gastur, die mich nicht kaputt gemacht,
- 1:17:33sondern größer gemacht, das schön zu sehen, dass es möglich ist.
- 1:17:37(Sie schreit.)
- 1:17:44(Sie schreit.)
- 1:17:46(Sie schreit.)
- 1:17:51Hast du dich jemals gefragt, was es braucht, um einen Wein zu kreieren,
- 1:17:58der nicht nur den Gaumen erfreut, sondern auch Geschichte
- 1:18:01in jeder seiner Aromenote erzählt?
- 1:18:03Das war ein guter Kavalkina.
- 1:18:05Tieferwurzelter in der Region Venezien
- 1:18:07liefert darauf eine beeindruckende Antwort.
- 1:18:09Seit 1908 ist Kavalkina, Hüter der Weinbordtraditionen
- 1:18:12Wegbereiter moderner Techniken.
- 1:18:14Kavalkina ist mehr als nur ein Weingut.
- 1:18:16Es ist ein Ort von historischer Bedeutung.
- 1:18:18Die Region wurde erstmals 1876 als Weinbaugebiet erwähnt
- 1:18:23und war Schauplatz der berühmten Schlacht von Custozza
- 1:18:26während des interjändischen Unabhängigkeitskrieges.
- 1:18:28Das Weingut liegt im Herzen des Custozza-Gebietes.
- 1:18:31Die Appellation DOC Custozza, die 1971 offiziell allekannt wurde,
- 1:18:35verdankt Kallwakina viel und umgekehrt.
- 1:18:38Auf 100 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel
- 1:18:40wachsen die Reben auf kalkhaltigen, gut trainierten Böden.
- 1:18:44Kallwakina war es auch, dass 1962
- 1:18:46den ersten Custozzawein produzierte.
- 1:18:48Ein Meilenstein für die Region.
- 1:18:50Hier wird nichts dem Zufall überlassen.
- 1:18:53Die Trauben werden natürlich von Hand gelesen, um sicherzustellen,
- 1:18:56dass nur die besten Bären in die Produktion gelangen.
- 1:18:58Niedere Erträge garantieren höchste Qualität.
- 1:19:01Die traditionelle Geoerziehung der Reben
- 1:19:03sorgt für optimale Belüftung und Sonneinstrahlung.
- 1:19:05Kallwakina verbindet all hergebrachte Methoden
- 1:19:08mit moderner Technik.
- 1:19:09So wird die Temperatur während der Gehrung streng kontrolliert,
- 1:19:12um die Frische der Weine zu bewahren.
- 1:19:14Zudem achtet das Weingut auf einen reduzierten Einsatz von Zulfiden,
- 1:19:18um den natürlichen Charakter der Weine zu erhalten.
- 1:19:20Seit Generationen wird Kallwakina als Familienbetrieb geführt.
- 1:19:23Diese familiäre Bindung ist in jedem Tropfen weinspürbar.
- 1:19:27Kallwakina besitzt rund 27 Hektar Weinberge
- 1:19:29und ist mit 250.000 Flaschenproduktionen
- 1:19:32nicht nur einer der bedeutenden Produzenten der Region,
- 1:19:35sondern auch ein Bewahrer der Traditionen.
- 1:19:37Einzelne Weine werden in kleinen Chargen produziert,
- 1:19:40um die Individualität der einzelnen Tropfen sicherzustellen.
- 1:19:43Es geht nicht nur um die Verarbeitung der Trauben,
- 1:19:45sondern um die Kunst, Weine zu kreieren,
- 1:19:48die das Theroat und die Seele der Region widerspiegeln.
- 1:19:51Der durchschnittliche Ertrag liegt bei etwa 60 Hektar pro Hektar.
- 1:19:54Was für die Exklusivität und den besonderen Charakter der Weine spricht.
- 1:19:58Einer der Herzensfeine des Weingutes ist der Bianco di Custozza.
- 1:20:01Doch was macht dem Bianco di Custozza heute so besonders?
- 1:20:04Seine Frische und Zugänglichkeit
- 1:20:06hat dem Favoriten vieler leidenschaftlicher Weintrinker gemacht.
- 1:20:09Und das nicht nur in Italien, sondern weit über die Grenzen hinaus.
- 1:20:13Ein wesentlicher Grund für die Einzigartigkeit des Bianco di Custozza
- 1:20:16ist das besondere Mikroklima.
- 1:20:18Der Gardasee spielt hierbei eine ganz besondere Rolle.
- 1:20:21Er mildert die Sommerhitze und bringt in nächten Kühle Briesen,
- 1:20:24die eine langsame und gleichmäßige Reifung der Trauben ermöglichen.
- 1:20:28Die keighaltigen mineralreich-morenen Böden,
- 1:20:30die durch Gletscher der letzten Eiszeit geformt wurden,
- 1:20:33hat der ristische Frisch und Mineralität.
- 1:20:35Doch was steckt genau im Glas, wenn du einen Bianco di Custozza trinkst?
- 1:20:39Haupttrebsorten sind Gaganega, Trebiano Toscano und Cortese.
- 1:20:42Der Gaganega bringt die blumige Note und fülle in die Küwe.
- 1:20:45Der Trebiano für die Struktur und Frische Sorte.
- 1:20:48Der Cortese, lokal als Bianca fernander bekannt,
- 1:20:51verleiht dem Wein eine knackige Säure und feine Zitrusnoten.
- 1:20:54Erlaubt, wäre es auch kleine Anteile von Malvasia,
- 1:20:57Riesling Italico, Pinno Bianco oder Shardoni einzusetzen.
- 1:21:00Wobei Kavalkina sich auf die drei Haupttrebsorten spezialisiert.
- 1:21:03Der nächste Punkt bei Kavalkina ist kontrollierte Gehrung.
- 1:21:06Diese moderne Technik sorgt dafür,
- 1:21:08dass der Wein bei niedrigen Temperaturen,
- 1:21:10d.h. zwischen 15 und 18°C, um die frische
- 1:21:12und die aromatische Intensität zu bewahren.
- 1:21:14Die Geherzeitbetriegen erregelt 10 bis 15 Tage.
- 1:21:17Je nach gewünschter Struktur und Komplexität des Jahrgangs.
- 1:21:20Und wenn man dann ein Glas Bianco di Custozza von Kavalkina vor sich hat,
- 1:21:24von dem strahlenden Strohgelb geistert ist
- 1:21:26und selbst bei leichter Entfernung zu die Zitrusfrüchte,
- 1:21:29die bürden den Gründen ab für die Floralenoten,
- 1:21:31die das zweidenschaftlich wahrnimmt,
- 1:21:33am Gaumen dieses mineralische, spürten diesen leichenussigen Abgang,
- 1:21:37der auf den Ausbau auf der Feinhefe zurückzuführen ist,
- 1:21:39versteht man nicht, warum dieser Wein trotz seiner Bekanntheit
- 1:21:43oder Sommys immer noch als Insiderwein gefeiert wird.
- 1:21:45Und wenn wir schon über Insiderweine reden,
- 1:21:48darf man definitiv einen nicht vergessen.
- 1:21:50Den arme Deo aus dem Hause Kavalkina, den Superjore,
- 1:21:52das Aushängeschild dieser Wein aus Viennitzien,
- 1:21:55einer der am meisten unterschätzten Weihswein Italians,
- 1:21:58verdient es, ins Rampenlicht zurückzuwerden.
- 1:22:00Und die Custozza, die Superjore-Qualität,
- 1:22:03muss strengere Auflagen erfüllen.
- 1:22:04So darf dieser Wein erst nach einer mindestens
- 1:22:07einjährigen Reifezeit auf den Markt gebracht werden,
- 1:22:10damit er seine beeindruckende Komplexität und Tiefe entwickelt.
- 1:22:13Und im Fall des Arme Deo ist es,
- 1:22:14sodass er eine außergewöhnlich lange Zeit auf der Hefe verbracht hat,
- 1:22:18was ihm eine zusätzliche Cremigkeit,
- 1:22:20eine elegante Textur und einen feinen Schmilz verleiht.
- 1:22:23Nicht zuletzt dieser erhöhte Aufwand
- 1:22:25verleiht ihm einen Lagerpotenzial von mindestens 5 bis 8,
- 1:22:28nicht selten 10 bis 15 Jahren.
- 1:22:30Und die dann geöffnete Flasche entwickelt ein komplexes Aroma,
- 1:22:33das an hohen, nicht anmandeln, angetrocknete Früchte erinnert
- 1:22:36und ihn zu einem absolut perfekten Speisebegleiter werden lässt.
- 1:22:39Das Geheimnis der Erfolge des Superjores
- 1:22:41liegt definitiv in den strengen Vorschriften.
- 1:22:43Es dürfen nur Trauben aus ausgewährten Parzellen
- 1:22:45für die Herstellung verwendet werden.
- 1:22:47Der Bianco di Custozza Superjore ist ein echter Wein des Terroirs.
- 1:22:50Häufig wird ein vertikalen Verkostung präsentiert,
- 1:22:53um das Entwicklungspotenzial über die vielen Jahre hinweg zu demonstrieren.
- 1:22:56Der Bianco di Custozza Amadeo aus dem Hause Cavalquina bietet alles,
- 1:23:01was einem großen Weißwein ausmacht.
- 1:23:03Komplexität, Eleganz, Tiefe und eine außergewöhnliche Geschichte,
- 1:23:07die in jeder Flasche mitschwingt.
- 1:23:09Somelis in Italien und darüber hinaus
- 1:23:11bezeichnen dem Bianco di Custozza Superjore
- 1:23:14als eine der unterschätzten Weißweine,
- 1:23:16der das Potenzial hat, auch die internationale Weinzigen zu erobern.
- 1:23:19Vielen lieben Dank für diese Schlückchenmagie,
- 1:23:21was im Amadeo steckt.
- 1:23:22Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur,
- 1:23:25dem Handelshaus Segnis.
- 1:23:26(Schwingen)
- 1:23:27Hattest du jemanden zu einem anderen Berufswunsch?
- 1:23:39Also, wer bist du außer Sommi oder Köchin oder Gastronomen?
- 1:23:42Hm ... ich wäre wahrscheinlich in der musikale Schukunst.
- 1:23:46Er ist ja auch ein großer Teil deines Lebens, ne?
- 1:23:49Ja, also, das war so über die Schullaufbahn einfach das,
- 1:23:51was ich immer gemacht hab und was klar war.
- 1:23:54Und ich hab mich eigentlich auch nichts anderes gesehen.
- 1:23:56Irgendwas im landwirtschaftlichen Bereich.
- 1:23:59Wäre so gedanklich, weil ich ...
- 1:24:01dieser Bezug zu Natur und dieses Unverständnis dafür,
- 1:24:05dass Menschen einfach wahllos, hochkünstlich verarbeitete,
- 1:24:08unendlich haltbare Lebensmittel in sich reinstopfen,
- 1:24:10das hatte ich schon als Kind nicht.
- 1:24:12Und fand es immer total wichtig, mich damit auseinanderzusetzen.
- 1:24:15Wahrscheinlich wäre ich doch irgendwie dann in diesem Sektor gelandet.
- 1:24:19Aber ich hatte seitdem ich das erste Mal wirklich
- 1:24:24so ein gastronomisches Gefühl hatte,
- 1:24:26ich hätte nie das Bedürfnis zu sagen, oh, hätt ich mal.
- 1:24:29Oder das würde ich gerne machen,
- 1:24:31sondern das ist ein absoluter Traumberuf.
- 1:24:33Und ich bin unfassbar dankbar,
- 1:24:35dass ich das auch noch in eigener Regie jeden Tag machen darf
- 1:24:39und in Abstimmung mit Thomas sagen kann, was finden wir richtig?
- 1:24:43Wo wollen wir hin? Welchen Weg wollen wir gehen?
- 1:24:45Und einfach das umsetzen davon,
- 1:24:48dem ich glaube, das ist richtig, das ist gut,
- 1:24:50das macht mir Spaß und das macht Menschen glücklich
- 1:24:52und schafft Erinnerungen.
- 1:24:54Das ist ein absolutes Maximum an Freiheit und an Luxus,
- 1:24:58was man in der Arbeitswelt erreichen kann.
- 1:25:00Ich finde es großartig, dass ihr so bewusst mit den Elementen,
- 1:25:04mit denen ihr arbeitet, umgeht.
- 1:25:06Und einfach auch, euch dessen Bewusstsein,
- 1:25:08dass halt sehr viele Menschen da draußen sind,
- 1:25:11die jeden Tag Müll mehr oder weniger, es ist ja nichts anderes,
- 1:25:14und sich reinschütten oder konsumieren oder ...
- 1:25:16Wir haben kleine Kinder gesehen, dass was Menschen essen
- 1:25:20und was auch in Schulen und Kindergärten so serviert wird.
- 1:25:23Und glauben Sie, sie sind davon glücklich,
- 1:25:25aber wenn man das andere mal probiert,
- 1:25:27das ist ja manchmal beim Wein nicht anders.
- 1:25:29Wenn man irgendein Industrieprodukt probiert
- 1:25:31und mal ein sehr, sehr handwerklich,
- 1:25:34sehr natürlichen Wein probiert, man hat ein anderes Grundgefühl,
- 1:25:37man hat eine andere Empfindung letztlich dabei.
- 1:25:39Und das fühlen lernen, dabei gibt es für dich Grenzen nach oben
- 1:25:44oder unten, wo du sagst, du hast vorhin schon mal gesagt,
- 1:25:47du probierst alles, wo ist die Grenze nach unten,
- 1:25:49wo du sagst, nee, bitte nicht.
- 1:25:52Auch wenn ich nach Rostock aufgewachsen bin,
- 1:25:54ich brauch keinen Sekt mit einer roten Kappe oben drauf.
- 1:25:57Ja, also ... - Also, gibt's da eine Grenze?
- 1:26:00Oder nach oben genauso, wo du einfach sagst,
- 1:26:02"Davon hätte ich mir auch ein Kleinwagen kaufen können."
- 1:26:05Oder ist das egal, oder sagst du, der Moment ist es wert?
- 1:26:08Oder eigene Wirtschaftlichkeit oder Möglichkeit mal außen vorgelassen?
- 1:26:13Ja, ja, das ... so hätte ich die Frage.
- 1:26:15Also, ich glaube, an Industrieprodukten muss ich jetzt ...
- 1:26:20mit meiner Expertise nicht mehr viel probieren,
- 1:26:22weil das ein oder andere hat man schon mal getrunken.
- 1:26:25Ich muss nicht noch mal Rotkäppchen probieren,
- 1:26:27um mir sicher zu sein, dass ich kein Rotkäppchen trinken möchte.
- 1:26:31Es gibt auch so eine finanzielle Untergrenzung,
- 1:26:33wie ich sage, ja, ein Wein aus Neuseeland für unter 6 Euro,
- 1:26:37das kann ich mit meinem wirtschaftlichen und ökologischen Gewissen
- 1:26:40nicht vereinbaren. Das möchte ich auch gar nicht probieren,
- 1:26:43weil das ist Geld in einen Topf, von dem ich glaube,
- 1:26:46der sollte ganz schnell zugemacht werden.
- 1:26:49Das ist ein gemeinsames Euro, das ist allgemein relativ schwierig.
- 1:26:52Ich wollte es nur möglichst plakativ machen,
- 1:26:54wo das jeder verstehen kann, wenn das Ding um die halbe Welt
- 1:26:57geflogen worden ist. Da kann das nicht sein,
- 1:26:59das darf nicht sein, dass das möglich ist.
- 1:27:02Da bin ich aus politischer Sicht ein ganz klares Nein.
- 1:27:04Es gibt Grenzen, das darf man nicht probieren,
- 1:27:07da muss man auch nicht eine große Reportage darüber machen,
- 1:27:10was billig alles noch trinkbar ist.
- 1:27:12Das finde ich einfach verwerflich.
- 1:27:14Kann ich mich auch gerne mit aus dem Fenster lehnen?
- 1:27:17Dann trinke ich ihn nicht.
- 1:27:19Ob ich gewisse Rebsorten oder gewisse Macharten
- 1:27:22dann in der Bandbreite probieren muss,
- 1:27:26da würde ich auch sagen, okay,
- 1:27:28da habe ich jetzt zwei, drei Varianten gerade gemacht.
- 1:27:31Ich muss nicht noch den, was fällt mir denn ein,
- 1:27:33für ein plakatives Beispiel.
- 1:27:36Restaurantbesuch vor einigen Jahren,
- 1:27:38ja super, wir haben unseren eigenen Solarer,
- 1:27:40so gesagt, ja, okay, gut.
- 1:27:42Und ich habe noch drei andere gesagt, nee,
- 1:27:44da muss ich dann nicht noch mal nachprobieren,
- 1:27:47ich habe jetzt dann doch gerne die letzte Flasche Kabinetts
- 1:27:50zum Abschluss des Abends und dann ist in Ordnung.
- 1:27:52Nein, es muss kein Solarer, sondern es darf gerne Riesling sein.
- 1:27:56Da gibt es so die Untergrenze,
- 1:27:58aber das jetzt sagen würde aus der Region nicht,
- 1:28:01oder die Stilistik nicht, oder die Rebsorte nicht,
- 1:28:04da würde ich keine Grenze, bei dem nach oben ...
- 1:28:08gibt es mal, ich glaube so ab 120 Euro die Flasche im Restaurant,
- 1:28:15sind wir das, wir einfach gucken,
- 1:28:17können wir, haben wir gerade die Mousse dafür,
- 1:28:19überhaupt bewusst den Wein zu trinken?
- 1:28:22Und dann gibt es so eine Grenze ab 300, 400 Euro,
- 1:28:24wo ich wirklich sage, da muss ich mir mit meinem Mann
- 1:28:27oder mit den Gästen, mit denen ich dann da sitze,
- 1:28:30schon tief in die Augen gucken, sagen wollen wir das,
- 1:28:33also das muss dann bei uns allen so eine Begeistung auslösen.
- 1:28:36Ich finde, alles hat irgendwann eine Grenze erreicht,
- 1:28:39wo es den Wert nicht mehr abbilden kann.
- 1:28:42Das ist beim Kleidungsstück so,
- 1:28:44dass bei einer Flasche Wein so bei einem Essen so ...
- 1:28:47Wo ich verstehen kann, dass der Preis spekulativ entstanden ist,
- 1:28:50wo ich aber nicht bereit bin, 10.000 Euro für eine Flasche Wein zu zahlen,
- 1:28:54weil auch das für mich eine wirtschaftliche Perversion in eine Richtung ist,
- 1:28:58die der Welt nicht so schadet wie Lobudgetweine,
- 1:29:00die ich aber auch nicht unterstützenswert finde.
- 1:29:03Auch für die Eigenkarte?
- 1:29:05Also bist du da genauso, dass du sagst, also keine Ahnung,
- 1:29:08den aus dem Jura, aus dem Loathal, aus Slowenien,
- 1:29:11die halt drei, vier, fünf Stellen vor dem Koma hat,
- 1:29:16traurig nicht, keine Ahnung.
- 1:29:18Wir hatten eine Situation,
- 1:29:20dass wir einen Weinkeller überhaupt nicht groß,
- 1:29:22aber mit so ein paar hochpreisigen Sachen
- 1:29:25geerbt haben oder kaufen konnten mehr oder minder.
- 1:29:28Die Sachen sind jetzt da und die verkaufe ich auch gerne,
- 1:29:31weil das eher so ein Freundschaftsding war,
- 1:29:33sie sagten, wir gucken mal, was da ist.
- 1:29:35Wir haben Gäste, die werden sich da freuen, und das ist in Ordnung.
- 1:29:39Ich habe für mich nie den Reiz zu sagen,
- 1:29:41ich habe jetzt die ganz großen Namen und Teuer,
- 1:29:44und guck mal, da kostet die Flasche 10.000 Euro.
- 1:29:47Wow, toll.
- 1:29:48Verstehe ich, dass man da auch eine Begeistung für haben kann.
- 1:29:51Es gibt ja für alles Leidenschaften.
- 1:29:53Für mich wäre es immer viel reizvoller zu gucken,
- 1:29:56was gibt's denn für Alternativen?
- 1:29:58Wo gibt's denn großartige Weine,
- 1:30:00ähnliche Stilistik, die aber Spaß machen,
- 1:30:02wo das Preis-Leistungsverhältnis anders ist?
- 1:30:05Ich verstehe aber auch total, dass man manchmal Momente hat,
- 1:30:08und ich sage so, komm.
- 1:30:10Wir geben Essen ganz superklassisch,
- 1:30:13es ist irgendwie ein besonderer Tag,
- 1:30:15und wir trinken, weil die Weinkart ist eher großnamig,
- 1:30:18und wir trinken jetzt auch richtig ein Bollinger.
- 1:30:21Dass man dann dieses Momentum auch zelebriert,
- 1:30:24ist für mich persönlich und als Sonneli eher unspannend im Alltag.
- 1:30:29Es ist beim Essen genauso, also beim Menüse,
- 1:30:32dass du sagst, manche Menüse sind einfach komplett overpriced,
- 1:30:36oder siehst du es da dann schon fairer kalkuliert?
- 1:30:39Variert da ja auch, also keine Ahnung,
- 1:30:42zehn Gänge kostet einem einen Restaurant,
- 1:30:44so ein so viel im anderen Kostet, mal acht.
- 1:30:47Ist es dann Image oder ist der Aufwand, der dort getrieben wird?
- 1:30:51Also von Kühnenside wird es ja immer noch mehr verargumentiert,
- 1:30:54und wird es noch mehr dargestellt.
- 1:30:56Wir haben so viel, keine Ahnung, Praktikanten,
- 1:30:59trotzdem alle bezahlt werden, wir haben,
- 1:31:01nehmen halt das Gras aus, links, rechts,
- 1:31:04was halt von dem Bauer damit ihr auch ordentlich leben kann
- 1:31:07und auch KWR essen kann, dass das kostet.
- 1:31:10Da gibt es mehr Argumente dafür,
- 1:31:12aber Fakt ist ja dann trotzdem,
- 1:31:14dass es unterschiedliche Preisklassen von Restaurants gibt.
- 1:31:18Aber ist es da glaubwürdiger als beim Wein,
- 1:31:20wo man es ja auch verargumentieren kann?
- 1:31:23Manches Weingut im Burgund oder im Bordeaux liest Minuten genau,
- 1:31:26und die haben nicht zehn Erntehelfer, sondern 250.
- 1:31:30Also akzeptierst du es bei der Küche eher?
- 1:31:34Das war jetzt eine Mehrfrage, als eigentlich die Antwort.
- 1:31:37Ganz ehrlich finde ich,
- 1:31:38Preiskastion in der Gastronomie eine riesen Verarsche per se.
- 1:31:42Wir haben es geschafft, so eine absurde,
- 1:31:45völlig wahrlose Preiskastion an den Tag zu legen,
- 1:31:49dass du das als Gast doch gar nicht mehr nachvollziehen kannst.
- 1:31:53Warum kostet, warum glaub ich immer noch mit Wasser
- 1:31:57meinen Getränkeumsatz subventionieren zu müssen?
- 1:32:01Warum müssen die Getränke das Essen subventionieren?
- 1:32:04Dann sitze ich in einem Sternenrestaurant.
- 1:32:06Grundsätzlich ist es genau das, was du sagst.
- 1:32:09Hochwertige Lebensmittel, viele Mitarbeiter,
- 1:32:11hoher Arbeitsaufwand, kostet das Preis, wo ich mir da denke.
- 1:32:15Kaisergranat, Waren-Einsatz, der gerade auf dem Tellig, sind 50 Euro.
- 1:32:19Ich weiß, dass der Stein gerade das Kilo 95 Euro im Einkauf kostet.
- 1:32:23Das könnt ihr Preis sich gar nicht darstellen.
- 1:32:26Das Menü müsste das fünffache kosten.
- 1:32:29Das Menü hat aber kostet heute genauso viel,
- 1:32:32wie es vor vier Wochen gekostet hat,
- 1:32:34wo die Lebensmittelpreise ganz andere waren.
- 1:32:36Das sind Sachen, kalkulieren wir so was wirklich ehrlich
- 1:32:40und kommunizieren wir so was ehrlich an unsere Gäste.
- 1:32:43Gerade im Hochpreis ist es nicht so,
- 1:32:45weil wir haben ja ganz oft im Sternebereich
- 1:32:48Dinge subventioniert durch das Hotel, den Schworz,
- 1:32:51dass man sagt, irgendwie am Ende des Jahres
- 1:32:53muss da eine Zahl stehen, rot-schwarz, ein gewisses Plus.
- 1:32:57Da hat man sich innerbetrieblich geeinigt,
- 1:33:00dass wir den wirklichen realen Preis verlangen
- 1:33:03für das, was wir an Waren-Einsatz, an Arbeit
- 1:33:07und an Grundhaltungskosten haben.
- 1:33:09Und an das, was am Gewinn auch ausgemacht ist,
- 1:33:11weil wir sind ja keine Wohlfahrt, sondern wir müssen alle Geld,
- 1:33:15wollen auch gerne Geld mit dem verdienen.
- 1:33:18Was wir machen, findet, glaube ich, ganz selten statt.
- 1:33:21Und es ist, glaube ich, auch gerade dadurch,
- 1:33:24dass wir die Preise so sonderbar kalkuliert haben über Jahrzehnte.
- 1:33:28Ganz schwer für Gäste verständlich und kommunizierbar.
- 1:33:31Was ist ein wirklich realer Preis für Service-Essen-Trinken
- 1:33:36in der Gastronomie?
- 1:33:38Also sollte man alles gleich durchkalkulieren?
- 1:33:40Also alles mal Faktor XY oder keine Mischkalkulation machen?
- 1:33:44Es ist immer die Frage, wie du es machst.
- 1:33:46Und ich glaube, das ist total abhängig von dem Ort, wo du bist.
- 1:33:50Menü kannst du anders kalkulieren als ein Alakardgeschäft,
- 1:33:53Impulsgastronomie anders als Destinationsgastronomie.
- 1:33:57Und vielleicht fängt da schon das Problem an,
- 1:33:59dass wir immer noch in den Berufsschulen
- 1:34:01und im Kleinen einmal einst ist, wenn nichts wird, wird Wirtlern.
- 1:34:05Es gibt einen Kalkulationsfaktor.
- 1:34:07Ja, okay, gut.
- 1:34:08Aber hast du mal eine ganzen Grundkosten gedacht,
- 1:34:11ob ich mein Laden am neuen Wall hab
- 1:34:13oder irgendwo in Bild steht in Hamburg,
- 1:34:15sind halt völlig unterschiedliche Dinge.
- 1:34:18Nein, da reicht der Kalkulationsfaktor auf den wahren Einsatz,
- 1:34:21nicht ansatzweise auf, um ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Bild
- 1:34:25zu machen.
- 1:34:26Vielleicht eines der größten und wichtigsten Themen,
- 1:34:29die Auseinandersetzung von uns Gastronomen
- 1:34:32und auch ein Verständnis in unseren Mitarbeitern zu schulen.
- 1:34:36Was kosten Dinge? Was müssen sie kosten, damit sie funktionieren?
- 1:34:41Damit sie auch langfristig für die Gäste Spaß machen können.
- 1:34:44Und zum Beispiel sind wir gerade an einem Punkt,
- 1:34:46das ist ein gewisse Lebensmittel, können wir und wollen wir nicht einkaufen,
- 1:34:51weil wir unsere Preise dann so exponentiell steigen lassen müssten.
- 1:34:55Dass es nicht mehr das Angebot ist, was wir machen wollen.
- 1:34:58Ich möchte keinen Humatermidor für 210 Euro verkaufen.
- 1:35:02Ist für mich im Preisleistungsverhältnis nicht das Angebot,
- 1:35:06was machen wir? Müßte ich aber tun.
- 1:35:08Und ich finde es auf der einen Seite sehr ...
- 1:35:11Nein, ich finde es nicht auf der einen, ich finde es richtig,
- 1:35:14dass wir darüber reden, dass wir ganz offen darüber reden.
- 1:35:17Man fragt sich immer so ein bisschen, warum reden wir überhaupt darüber,
- 1:35:21warum müssen wir es rechtfertigen?
- 1:35:23Ob volent der Frecher kalkulieren, müssen es nicht.
- 1:35:26Zum Beispiel keine Ahnung, ein Jeanshersteller,
- 1:35:28keiner weiß, was wirklich ein Jeans-On-T-Shirt im Einkauf kostet,
- 1:35:32aber es macht sich keiner die Mühe.
- 1:35:34Bei unserer Art vom Business liegt alles offen.
- 1:35:38Wir zahlen teilweise auch im Weimbereich fast die gleichen Preise,
- 1:35:41wie jeder Endverbraucher.
- 1:35:43Wir haben einen Abschlag von 10, 15 Prozent, davon kann keiner leben.
- 1:35:47Wenn wir das jetzt realistisch nehmen würden.
- 1:35:50Wo fängt es da an?
- 1:35:51Darüber zu reden, auch dass der Gast eben einen Platz kauft.
- 1:35:56Er hat eine Miete mehr oder weniger für seinen Platz bezahlt.
- 1:35:59Ihr war ja einen der ersten, die mehr oder weniger einen Cover-Preis
- 1:36:03genommen haben und den auch nicht mit 6,50 Euro,
- 1:36:05was mehr oder weniger nicht ...
- 1:36:07Ja, da hätte ich jetzt nicht ... - ... eine Aufregung.
- 1:36:10Wo man einfach wirklich ...
- 1:36:12Das versucht auch zu verargumentieren.
- 1:36:14Ja, es ... zum Beispiel für mich ein Thema,
- 1:36:17wo ich auch reinwachsen musste in den Gesprächen mit Thomas ist,
- 1:36:20das günstigste Glas Wein, was wir ausschenken können.
- 1:36:23Wo ich gesagt hab, ja, aber ich hab Weine, die sind im Einkauf sehr ...
- 1:36:27günstig, die sind aber total gut.
- 1:36:28Und die sind auch genau eine Sparte, die möchten Gäste trinken.
- 1:36:32Die haben ihren Platz bei uns.
- 1:36:34Ich kann das Glas Wein aber nicht für 6,50 Euro verkaufen.
- 1:36:37Weil das ein Service mit aber läuft, das das Glas gewaschen poliert wird.
- 1:36:41Das kostet ja auch.
- 1:36:42Also muss ein Glas, unabhängig vom Flascheneinkaufspreis,
- 1:36:45einfach auch einen gewissen Grundpreis haben.
- 1:36:48Da hab ich mich zum Beispiel auch rein in der Rolle des Gastgebers
- 1:36:51und des Sommeliers am Anfang unwohl gefühlt für gewisse günstige Sachen,
- 1:36:55ein verhältnismäßig zu wohnen Preis zu nehmen.
- 1:36:58Wie drum weiß ich aber, dass wir die Preisstruktur im Allgemeinen
- 1:37:02mit dem Thema Wein unfassbar trinkvollig kalkulieren.
- 1:37:05Also, es sind so Sachen, ja, da hätte mein Sommelier
- 1:37:09"Herz anders" entschieden, als mein logischer Verstand letzten Endes sagen musste,
- 1:37:13nee, dafür kann ich's aber nicht ...
- 1:37:15Ich weiß nicht, was ich verkaufen soll.
- 1:37:17Wenn ich das auch noch in zehn Jahren machen möchte,
- 1:37:19kann ich nicht für fünf Euro Glas Wein auf den Tisch stellen.
- 1:37:23Das funktioniert in diesem Set-up einfach nicht.
- 1:37:25Ich find's aber schön, dass ihr euch bei der Schaffung des Restaurants
- 1:37:30bei vielen Parametern Gedanken gemacht habt
- 1:37:32und diese Kosten einfach auch entstehen lassen.
- 1:37:35Die werden irgendwo dann irgendwo auch abgearbeitet werden müssen
- 1:37:38oder rückfinanziert werden müssen.
- 1:37:40Was war für dich damals wichtig bei der Entstehung?
- 1:37:43Die Raumluft wichtig war, die Raumfarbe war ...
- 1:37:47Die Atmosphäre wichtig, alle Kälte im Wein.
- 1:37:50Man war ja schon ganz weit in der Planung des Ladens.
- 1:37:53Ich bin ja dann dazu gestoßen,
- 1:37:55als gerade diese Location gefunden worden ist.
- 1:37:58Da steckte schon ganz viel Gedanken.
- 1:38:00Das hat mich damals überhaupt erst an diesen Projekt so fasziniert.
- 1:38:03Er hat sich Gedanken gemacht über alles,
- 1:38:06über jeden Zentimeter, dessen wir arbeiten möchten.
- 1:38:08Alles, was in der Küche ist, ist Maßanfertigung.
- 1:38:11Das hat mich von vornherein total glücklich gemacht.
- 1:38:14Vieles andere ist dann einfach wirklich nachgewachsen,
- 1:38:17dass ich es sehr schön fand, einen Rahmen zu haben,
- 1:38:20wo ich gar nicht alles von Anfang an definieren musste,
- 1:38:23sondern konnte, lass uns mal kleiner anfangen,
- 1:38:26lass uns mal simpler anfangen und gucken,
- 1:38:28wie lebt sich dieser Laden überhaupt?
- 1:38:31Du kannst ja so viel planen, wie du willst.
- 1:38:33Die Stimmung, was wird wirklich konsumiert,
- 1:38:36wohin entwickelt sich so ein Konzept?
- 1:38:38Wie arbeitet man wirklich? Wie sind Laufwege?
- 1:38:40Wie ist ein Set-up? Was läuft von alleine?
- 1:38:43Was ist mir aber total wichtig?
- 1:38:45Was will ich verkaufen? Für was soll der Laden stehen?
- 1:38:48Das kann man nie planen. Da kann man eine Idee von haben.
- 1:38:51Aber das muss gelebt werden.
- 1:38:52Und das so wachsen lassen zu können, das war total super.
- 1:38:55Gibt es eine gewisse, sehr sensible,
- 1:38:58also auch sehr geschmackssensibel,
- 1:39:00aber gewisse Einflüsse, wo du sagst, die beeinflussen Wein?
- 1:39:03Sind's Wandfarben?
- 1:39:04Ist es die Luftigkeit hier drin? - Definitiv.
- 1:39:06Ist es, ja.
- 1:39:07Vielleicht am stärksten ist es auch das,
- 1:39:10was wir immer wieder merken, wenn wir essen gehen,
- 1:39:12ist Raumluft per See, aber gerade offene Küchen- oder Küchenkonzepte,
- 1:39:18wo das irgendwie mehr in den Gastraum reingeht.
- 1:39:21Das ist schon echt mies manchmal.
- 1:39:25Du bist sehr musikalisch, das ist musikwichtig für ein Wein.
- 1:39:28War das hier wichtig, dass du gesagt hast,
- 1:39:30ich mach deine Playlist, ein Setting,
- 1:39:32einmal am Ammusen Geiger vorbeikommen,
- 1:39:34damit der Bordeaux schmeckt oder wie auch immer?
- 1:39:37Das ist ein Bordeaux-Signalist, die auch wirklich
- 1:39:40jetzt inzwischen komplett korrertiert ist über den Abend.
- 1:39:43Durch euch oder habt ihr jemand? - Nein, durch uns.
- 1:39:46Ach, schön. - Ja, ja.
- 1:39:47Nur durch euch oder dabei? - Ein bisschen Wahnsinn muss sein.
- 1:39:50Mit aber lassen schon immer was einfließen, weil man hört,
- 1:39:54was hören die Leute so und dadurch Dinge entdeckt.
- 1:39:56Aber grundsätzlich sind das schon wir,
- 1:39:59die sich dieser 48 Stunden reine Bearbeitungszeit
- 1:40:02von wahlosen Musiktiteln noch mal zusätzlich können.
- 1:40:05Echte Musik allgemein beim Essen gehen,
- 1:40:08ganz, ganz wichtiger Faktor, ganz schlimmer Faktor oft mal.
- 1:40:12Zu leise, zu belanglos, zu wahllos, zu schlecht in der Qualität.
- 1:40:17Dann lieber gar nicht, also das ist ...
- 1:40:20Gar nicht, ist auch schlimm.
- 1:40:21Also wenn du im Raum bist ... - Ja, aber diese Fahrstuhlmusik,
- 1:40:25dieses 98. Klassik-Pop-Metley in bisschen Elektro und leise,
- 1:40:30das ist auch so, boah.
- 1:40:32Nein, da gibt's, finde ich, ganz viele Sachen, die schlimm sein können.
- 1:40:36Welche ist, also was, die perfekte Musik für Wein?
- 1:40:39Kann man das für allgemeine oder kann man das nicht?
- 1:40:42Na so, wie Wein ja auch nicht der Wein ist,
- 1:40:44sondern seine Situation hat, wo er passt,
- 1:40:47muss die Musik zu der Situation passen, vielleicht eher.
- 1:40:51Wir haben ein paar Berre für uns. - Ja.
- 1:40:53Was wäre die perfekte Musik dafür?
- 1:40:55Oder wie probierst du den erst mal?
- 1:40:57Vielleicht ...
- 1:40:58(Sie lacht.)
- 1:41:01Ich probier relativ schnell immer, muss ich sagen.
- 1:41:04Also, gucken, riechen, schmecken,
- 1:41:06aber ich verweile nicht die ersten zehn Minuten in der Nase
- 1:41:09und analysiere das durch,
- 1:41:11sondern ich hab das schon gerne zügig am Gaumen.
- 1:41:14Ähm ...
- 1:41:15Dafür die perfekte Musik.
- 1:41:17Jetzt, zu meiner Stimmung passen,
- 1:41:22wäre es so ein bisschen Elektrospringen, Tatsache.
- 1:41:25Aber auch. - Er ist schon ein bisschen belebt.
- 1:41:27Das hat eine deutliche Frucht, aber auch eine Säure.
- 1:41:30Das ist aber trotzdem mundvoll.
- 1:41:32Da passiert schon was, wo man so nachschmecken kann.
- 1:41:36Das ist jetzt keine ganz leichte Doodle-Easygoing-Sondag-Nachmittag-Musik.
- 1:41:40Sondern da darf man sich auch schon bewegen wollen mit.
- 1:41:43Der Wein bewegt, finde ich, auch was im Mund.
- 1:41:46Ja, ist aber schön, dass man das ...
- 1:41:49Ich könnte mir vorstellen, die Flasche gut,
- 1:41:51ohne irgendwas einfach so dabei zu haben.
- 1:41:53Ich bin ja ganz ... oder nicht grundsätzlich,
- 1:41:56aber teilweise anders.
- 1:41:57Ich probiere und rieche langsam.
- 1:41:59Ich liebe, seinen verschiedenen Schichten zu definieren.
- 1:42:02Aber ich trink schnell.
- 1:42:04Wenn du dann durch bist, dann ist das ...
- 1:42:06Weil die Arbeit durch ist, dann kommt die ...
- 1:42:09Ich komm lieber immer wieder zurück und baue das so auf.
- 1:42:12Ich hab ein sehr schnelles erstes Bild.
- 1:42:15Das bestätigt sich auch oft.
- 1:42:17Und justiere dann aber lieber nach über den Trinkprozess.
- 1:42:20Mhm.
- 1:42:22Dem finde ich schön, weil der eine ganz klare Fruchtausstrahlung hat.
- 1:42:26Bei dem vermisst man auch auf keinen Fall das Holz.
- 1:42:29Nee.
- 1:42:30Das Edelstahlausbau steht Ihnen richtig gut,
- 1:42:32betont ihn, fundamentiert ihn.
- 1:42:34Ich hab gerade noch mal auf die Flasche geguckt.
- 1:42:37Vom Alkohol mit 13,5, finde ich den ...
- 1:42:39immer noch frisch.
- 1:42:41Das ist ja eigentlich relativ viel, auch für Barbera Dasti.
- 1:42:45Ist das ja schon teilweise eine Ansage.
- 1:42:48Wir haben jetzt auf beihirklicher Raumtemperatur stehen.
- 1:42:51Ja. - Aber er hat trotzdem eine Lebendigkeit.
- 1:42:54Der Tastapazitätlichkeit, den Trinkfluss, ich mag die ...
- 1:42:57Textur daran.
- 1:42:58Es fährt eigentlich was zu essen dabei,
- 1:43:00obwohl man den auch so trinken könnte.
- 1:43:02Ich würd sagen, wenn man zwei Schluck ist,
- 1:43:05dass du sagst, oh ja, würde ich jetzt im Restaurant setzen
- 1:43:08und hätte gesagt, ich trink nur eine Flasche Wein.
- 1:43:10Ich würde doch mal in die Karte gucken.
- 1:43:12Was ich an ihm mag, ist typisch Pimont.
- 1:43:15Man riecht rein, man hat so diese Kirscharumate,
- 1:43:17das leicht Bärige mit dabei.
- 1:43:19Man hat eine gewisse Feigliedrigkeit,
- 1:43:21man hat den gefrischen Frucht wie der Toskana.
- 1:43:24Man hat so diese sich langsam entwickelnde Erhaben,
- 1:43:27als würde man so fast den Nebel des Piemonts riechen.
- 1:43:30Ja, aber du hast trotzdem von Anfang an eine Dichte,
- 1:43:33in die du dich nicht reintrinken musst,
- 1:43:35sondern da ist ja direkt von Anfang an was da so was Seidiges im Mund,
- 1:43:39der ist präsent.
- 1:43:40Das ist schon ungewöhnlich schön.
- 1:43:42Das ist für mich so ein Haus, wo ich selber realisieren musste.
- 1:43:47Also nicht bei dem Haus, sondern allgemein.
- 1:43:49In meinen jungen Jahren war ich immer der Überzeugung,
- 1:43:52Weingüter müssen klein sein.
- 1:43:54Wir haben 3, 4, 5 Hektar, die haben 70 Hektar,
- 1:43:57was nicht so klein ist.
- 1:43:58So pittorell ist das.
- 1:43:59Aber ich musste realisieren,
- 1:44:01dass auch Weingüter mit einer Größe von 50, 100,
- 1:44:04manchmal sogar 200 Hektar,
- 1:44:05teilweise auch sehr handwerkliche Weine produzieren können.
- 1:44:09Hast du da eine Überzeugung oder bist du da fundamentalistisch unterwegs?
- 1:44:14Die Entwicklung, die du durchgebracht hast,
- 1:44:16die geht vielen so, dass man sagt,
- 1:44:19ich setze mich jetzt mehr damit auseinander.
- 1:44:22Und ich glaube, je kleiner das ist, desto besser ist es auch.
- 1:44:26Wenn man vielleicht aus der Sozialisierung der ganz großen Weine,
- 1:44:31dieser industrialisierteren Welt,
- 1:44:33kommt ja auch erst mal einen schönen Schritt,
- 1:44:35das zu sagen, das geht also auch in ganz klein.
- 1:44:38Und vielleicht finde ich da mehr Diversität.
- 1:44:40Aber wie auch bei anderen Sachen, nur weil etwas größer ist,
- 1:44:44muss es nicht schlecht sein.
- 1:44:45Die Wahrscheinlichkeit, dass es kommentieller wird
- 1:44:48an Individualität und an Handwerk weniger,
- 1:44:51die ist ja sehr groß, das stimmt schon.
- 1:44:54Aber es gibt durchaus sehr, sehr gute Sachen,
- 1:44:56wo man sagen kann, das ist groß, aber das ist top.
- 1:44:59Und das ist mit ganz viel Sinn, Verstand und Handwerk gemacht.
- 1:45:03Ja, aber das ist ... - Wahrscheinlich bei mir dann der Prozess,
- 1:45:07dass man aus dem Rasterdenken herauskommt und versucht,
- 1:45:10ein bisschen auch noch zu sein.
- 1:45:12Wenn ich mit Thomas am Anfang diese Gespräche hatte,
- 1:45:15das ist so groß, wie können das?
- 1:45:17Das ist, glaube ich, ein sehr typischer Weg,
- 1:45:19den man als Zommelier geht.
- 1:45:21Gibt es ein Instrument, was für dich perfekt Wein reflektiert?
- 1:45:24Also wo du sagst, das ist für mich Wein,
- 1:45:27wenn ich das höre, denke ich an Wein,
- 1:45:29das ist so Kontrabass, das ist Saxophon,
- 1:45:31das ist ja selber Spiel, das ist Flöte.
- 1:45:33Ich wäre tatsächlich wahrscheinlich eher beim Klavier.
- 1:45:39Weil es so unglaublich facettenreich ist.
- 1:45:42Es kann total standardbelanglos sein.
- 1:45:45Jeder kann da drauf einen sauberen Ton erzeugen.
- 1:45:48Genau, es kommt auf den Instrumenten drauf an.
- 1:45:50Saxophon oder Geige möchtest du nicht hören,
- 1:45:53wenn das jemand so gar nicht kann.
- 1:45:55Aber ähnlich wie beim Wein,
- 1:45:57kannst du ja grundsätzlich erst mal einen Wein zu machen,
- 1:46:00der auch schmeckt mit allen Möglichkeiten,
- 1:46:02die man hat, ist ja jetzt kein Hexenwerk.
- 1:46:05Auch wenn da viel Arbeit drinsteckt.
- 1:46:07Aber grundsätzlich ist das ja umsetzbar,
- 1:46:09wenn man die entsprechenden Mittel zu handelt.
- 1:46:12Du kannst bei einem Klavier
- 1:46:13einen sauberen Ton erzeugen.
- 1:46:15Das macht aber noch lange nicht Spaß.
- 1:46:17Das ist auch noch lange nicht außergewöhnlich.
- 1:46:20Aber ein Klavier kann von absoluter Klassik bis zu,
- 1:46:22ich weiß gar nicht, was ist denn das,
- 1:46:24überhaupt für ein Instrument von begleitend bis allein stehend,
- 1:46:28von kurz trunkend, ich setze mich dran und es macht einfach nur Spaß.
- 1:46:32Es kann Abendfüllen sein, kann das alles darstellen.
- 1:46:35Und genau das kann Wein ja auch.
- 1:46:37Stimmt. Welcher Wein wärst du?
- 1:46:38Wahrscheinlich Schaumwein.
- 1:46:40Ja, klassische Champagnermethode.
- 1:46:43Aber auch jetzt aus Deutschland kommen
- 1:46:45oder aus der Champagne oder Franschakorta
- 1:46:48sei man dahingestellt.
- 1:46:50Aber schon eher was mit Tiefe Lager.
- 1:46:53(Lachen)
- 1:46:55(Klingeln)
- 1:47:01(Klacken)
- 1:47:07(Klingeln)
- 1:47:08(Klacken)
- 1:47:09Es gibt definitiv eine, die man einmal probiert haben muss.
- 1:47:14Und einer dieser ist der Myseni, wie Wynne, Domain Georges Comte-Vogu.
- 1:47:19Eines der interessantesten Weingüter
- 1:47:21aus dem idyllischen Winzerdorfchen, Champagne Myseni.
- 1:47:24Mit seinen rund 300 Einwohnern hat sich Champagne Myseni
- 1:47:27den ursprünglichen Charme eines klassischen Winzerdorfs
- 1:47:29an der Côte de Nuit bewahrt.
- 1:47:31Es gibt hier eine Kirche, eine Schule, ein Kindergarten, ein Rathaus
- 1:47:34und ein paar wenige Geschäfte.
- 1:47:36Und ja, es gibt Winzer.
- 1:47:38Und davon gibt es immer einen 49, die sich die 176 Hektar Weinberge
- 1:47:42des Dorfes teilen.
- 1:47:43Und es gibt hier eines der bekanntesten Weingüter
- 1:47:46des gesamten Begunts, wenn ich sogar Frank reise.
- 1:47:48Die Domain Georges Comte-Vogu.
- 1:47:50Gegründet wurde Champagne Myseni im 12. Jahrhundert.
- 1:47:53Franzista Cienza München aus dem nahegelegenen Klosters Zito.
- 1:47:57Etis 90. Jahrhunderts fügte man den Ortsnamen,
- 1:47:59den Namen seines berühmtesten Weinberges.
- 1:48:02Den müßt sie nie hinzu.
- 1:48:04Mit dieser Weintradition ist die Domain Comte Georges Comte-Vogu,
- 1:48:08die seit 1766 in Familienbesitz ist.
- 1:48:11Cérice Francois, Melchor de Vogueux war der erste Namensträger.
- 1:48:15Aber es war Comte Georges Comte-Vogu,
- 1:48:17der das Weingut im 20. Jahrhundert zu internationalem Ruhm führte.
- 1:48:21Seit dem Tod des Grafen 1987
- 1:48:23wird die Domain von seinen Enkelkindern den Schwestern,
- 1:48:26Klärde Cousin und Marie-Dela Doucette geführt.
- 1:48:29Die tägliche Leitung des Betriebes liegt jedoch
- 1:48:31in den Händen dreier absoluter Experten.
- 1:48:34Im Keller kümmert sich der Önologo John Lippertelli
- 1:48:36um den Weinausbau.
- 1:48:37Während John lügt Pippa, seit 1988
- 1:48:40den Verkauf und das Marketing verantwortet.
- 1:48:42Eric Pugogni, der seit 1996
- 1:48:44als Weinbergsleiter fungiert, komplettiert das Team.
- 1:48:47Die Erträge sind natürlich bewusst niedrig gehalten,
- 1:48:50insbesondere bei den älteren Reben.
- 1:48:52Um die Überreife zu vermeiden, beginnt die Lese früh
- 1:48:54und wird ausschließlich per Hand durchgeführt.
- 1:48:57Während der Erntezeit beschäftigt die Domain etwa 40 Helfer.
- 1:49:00Die Trauben werden sanft enttrappt
- 1:49:02und im reirenden Tisch von unerwünschten Resten befreit.
- 1:49:05Die alkoholische Gärung beginnt auf natürliche Weise
- 1:49:08nach der Gärung, werden die Wein im Mittel schwerkraft,
- 1:49:10in den darunter liegende Kellern geleitet.
- 1:49:13Im Gegensatz zu vielen anderen Weingütern setzt man schon seit jeher,
- 1:49:16bei Vogueux auf nur sehr wenig Neues Holz.
- 1:49:19Bei den Cochruis werden selten mehr als 40% Neufesser verwendet.
- 1:49:23Neben der außerfrage stehenden Großartigkeit dieser Experten
- 1:49:27basiert die Exzellenz der Domain zu einem großen Teil
- 1:49:30auf ihren herausragenden Weinbergsbesitz.
- 1:49:33Fast zehn, der insgesamt 12,5 ha Rebfläche,
- 1:49:36liegen auf Grand-Grüteran.
- 1:49:38Der Mycini ist dabei das Herzstück.
- 1:49:40Die Geschichte des Mycini-Reichbissens Mittelalter zurück.
- 1:49:43Es ist eng mit der Familie Mycini verbunden,
- 1:49:46die den Weinberg eins besaß und im 14. Jahrhundert
- 1:49:48zu den einfluchsreichsten Familien des Begunstzehnten.
- 1:49:51Obwohl die Familie erloscht,
- 1:49:53lieb ihr Name in der Region fest verankert.
- 1:49:55Über die Jahrhunderte wechselte der Besitz natürlich mehrfach.
- 1:49:59Die Familie Bouillard, deren Vorfahrt Jean-Morson,
- 1:50:021450 die Kapelle von Chabauimilchini stiftete durch Heirat,
- 1:50:06gelangten die Ländern im Jahre 1528 an die Familie Meillard
- 1:50:11und später an die Bouillard.
- 1:50:13Deren letzte Erben, Kathrin Bouillard, 1766,
- 1:50:16den Marquis-Series-François-Mêcher de Vogueux heiratete.
- 1:50:20Bis heute besitzt die Familie de Vogueux
- 1:50:22den größten Teil des Weinbergs,
- 1:50:24der nun in der 19. Generation geführt wird.
- 1:50:28Damit gilt der Besitz als eine der ältesten kontinuierlich bewirtschafteten Weinberge
- 1:50:32an der Cour d'Or.
- 1:50:33Am 11. September 1936 erhielt der Mycini
- 1:50:37durch ein Dekret den Status eines Grand-Grues
- 1:50:40und damit auch seine eigene Appellation.
- 1:50:42Besonders bemerkenswert ist,
- 1:50:44dass diese Appellation als einzige der Cour de My
- 1:50:47sowohl rot als auch weiß Wein hervorbringt.
- 1:50:50Der Weinberg, der sich in einer Höhe von 260 bis 300 Meter
- 1:50:52über den Meeresspiegel befindet,
- 1:50:54liegt an einem leicht ansteigenden Hang.
- 1:50:57Mit einer Neigung von 8 bis 14 Prozent,
- 1:50:59der nach Ost-Süd-Ost ausgerichtet ist.
- 1:51:01Seine Nachbarn sind im Norden und Osten
- 1:51:04die Villages- und Prämiekruelagen, der Gemeinden Chabot-Mycini
- 1:51:07und Vigio, während der berühmte Clôde Vigio südöstlich angrenzt.
- 1:51:11Südlich schließen die Grand-Grues-Lagen,
- 1:51:13Eschesso und Grand-Anchesson an.
- 1:51:15Der Mycini selbst gliedert sich in drei Parzellen.
- 1:51:18Le Mycini mit 5,8 Neuen Hektar,
- 1:51:21Lipetie Mycini mit 4,1 Neuen Hektar
- 1:51:24und Lacombe-Dauvaux mit 0,61 Hektar.
- 1:51:27Die rund 15 Eigentümer teilen sich die Anbaufläche, wobei die Domain
- 1:51:31kommt Georges de Vogueux mit 7,14 Hektar.
- 1:51:35Den größten Anteil besitzt und somit maßgeblich den Stil
- 1:51:37dieser Grand-Grues-Lage prägt.
- 1:51:39Das Klima des Mycini lässt sich als Übergangsklima
- 1:51:42zwischen Maritime und kontinentalen Einflussen beschreiben,
- 1:51:45wobei die kontinentalen Bedingungen überwiegen.
- 1:51:47Das spezielle Mikroklima des Mycini,
- 1:51:49bedingt durch seine reine Ostlage, ist vergleichsweise kühl.
- 1:51:53Doch die Lage profitiert von intensiver Sonneneinstrahlung.
- 1:51:56Zwischen die Teele, der kommt Chamboll und der kommt Dauvaux.
- 1:51:59Gelegen ist der Weinberg,
- 1:52:01zudem vor kaltem Fallwinden und Spätfröstengeschütz.
- 1:52:04Die Böden des Mycini sind überwiegend lehmkalkhaltig,
- 1:52:07wobei die oberen Schichten in den höhergelegenen Bereichen
- 1:52:09merklich dünner ist als die im unteren Teil.
- 1:52:13Die reichlich vorhandenen Kalksteine spielen dabei eine Schlüsselrolle,
- 1:52:16indem sie tagsüber gespeicherte Wärme
- 1:52:18in den kühlen Nächten abgeben.
- 1:52:20Der rote Mycini, wie Vignier, der Domain kommt George de Bourgu,
- 1:52:24wird von Kennen als die Referenz angesehen.
- 1:52:26Dieser Wein entfaltet ein außergewöhnliches Bouquet,
- 1:52:29das banal gesprochen an rote Früchte, Blume und Gewürze erinnert.
- 1:52:32Aber eigentlich ist es nicht, in Worte zu kleiden.
- 1:52:34Zumindest berichten dies immer wieder
- 1:52:37selbst die anerkanntesten Weinkritiker weltweit.
- 1:52:40Seine Textur ist bemerkenswertseidig
- 1:52:41und das Aroma hält unfassbar lange an.
- 1:52:44Wie gesagt, ein Wein, den man nicht beschreiben kann,
- 1:52:47den man einfach fühlen muss.
- 1:52:48Und es ist definitiv einer der Weine, ohne dessen Genuss
- 1:52:51die persönliche Weinträgerkarriere nicht komplett ist.
- 1:52:53Vielen Dank dafür für dieses Weinerleben.
- 1:52:56So ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur,
- 1:52:58dem Handelzaus Segnitz.
- 1:53:00Wenn du vorhin erwähnt hast,
- 1:53:11dass du dir Landwirtschaft vorstellen könntest,
- 1:53:13auch Winzerin, falls ja, wo wäre das?
- 1:53:16Nee, wäre es nicht.
- 1:53:19Nee, wäre es nicht.
- 1:53:22Ich wäre eher die Kräuterhexe.
- 1:53:24Okay.
- 1:53:26Also, das ist ...
- 1:53:27Der Bezug, um ...
- 1:53:29Der Wunsch ist immer noch irgendwann mal ein Hotel
- 1:53:31oder ein kleines Häuschen zu haben.
- 1:53:33Neben dem, das 100, 200 soll immer das 100, 200 bleiben.
- 1:53:37Aber irgendwann wird man ja auch alt.
- 1:53:38Das wäre so wurschend.
- 1:53:40Und da wäre eher die Vorstellung,
- 1:53:42darmendollen Garten, ein bisschen Landwirtschaft.
- 1:53:44Also, ein autarkes System drum herum zu haben.
- 1:53:47Wenn sich das so ergeben sollte, dass da Weinbau möglich wäre,
- 1:53:51wäre das total großartig.
- 1:53:53Wäre aber nicht mein Fokus.
- 1:53:55Das ist nicht auch ein Ziel mehr oder weniger von dir und Thomas?
- 1:53:58Ja. - Ihr drei Seitenhof.
- 1:53:59Und alles selber anbauen, bisschen was verkaufen.
- 1:54:02Exakt.
- 1:54:03Einfach für die Naturleben.
- 1:54:05Was das machst du, wenn du wirklich auch einen Betrieb
- 1:54:07davon versorgen willst,
- 1:54:09machst du das nicht alleine und nicht nebenbei,
- 1:54:11sondern da brauchst du ganz viele Menschen,
- 1:54:13du brauchst das richtige Setup.
- 1:54:15Ich glaube, das hat viel mit Momentum zu tun.
- 1:54:17Wann trifft man auf die richtigen, ja,
- 1:54:19erst mal wann findet man die richtige Fläche.
- 1:54:22Und dann kommt der Rest dazu.
- 1:54:24Mhm.
- 1:54:25Aber ja, wenn wir so was finden würden, das wäre großartig.
- 1:54:28In welcher Region wäre das dann?
- 1:54:30Also, wäre es hier im flachen Land?
- 1:54:33Oder wäre es ...
- 1:54:34Flaches Land, ja, immer flaches Land.
- 1:54:36Ich bin flachlandkind. - Okay.
- 1:54:38Bekennend vorzugsweise in der Nähe zum Meer vorbei, die Nordsee.
- 1:54:42Für mich kein Meer, sondern dieses kleine Bumswasser,
- 1:54:45was ich da Ostsee nennt.
- 1:54:46Das wäre ideal, aber ich glaube ...
- 1:54:49Riechwitzigerweise, ne? Ich bin auf Rügen aufgewachsen.
- 1:54:52Ich wohne leider zu weit weg vom Meer.
- 1:54:54Aber da, wo man aufgewachsen ist, da ist man dann ...
- 1:54:57Ich mag die Weile wirklich gerne, es gibt eine gewisse Freiheit.
- 1:55:00Ich kann mich überall sehr wohlfühlen,
- 1:55:02gerade was Natur macht.
- 1:55:03Ich mag auch süddeutsche Lebensart,
- 1:55:05viel lieber als norddeutsches, kondinarisches Verständnis.
- 1:55:09Ich glaube, das ist auch sehr nachvollziehbar,
- 1:55:11dass man lieber vielfältig und französisch inspiriert ist
- 1:55:14als Soljanka mit Kochschinken außer Packung.
- 1:55:17Aber ...
- 1:55:19die landschaftliche Weite, das ist schon ...
- 1:55:21Wenn ich aus Hamburg rausziehen würde,
- 1:55:24dann wär's schon richtig aufs Land.
- 1:55:26Hm. Hast du einen Lieblingsweinregion,
- 1:55:28weil du gerade Frankreich erwähnt hast?
- 1:55:30Ist es Frankreich, oder egal, oder bist du da ganz offen und sagst,
- 1:55:34nein, ich begund können die anderen machen oder keine Ahnung?
- 1:55:37Ja, es ist ...
- 1:55:38Ähm ...
- 1:55:40Ich mag die Abwechslung, ich trink unglaublich viel,
- 1:55:43sag ich mal, den kroatischen, georgischen Bereich,
- 1:55:46weil ich es einfach spannend finde,
- 1:55:48wo ich aber immer wieder Sachen finde, wo ich weiß,
- 1:55:51das schmeckt mir, das macht mich glücklich,
- 1:55:54das begeistert mich unabhängig von Stilistik oder Rebsorte.
- 1:55:57Ähm ...
- 1:55:59Ist Deutschland, Mosel, Baden-Pfalz ...
- 1:56:02Mhm.
- 1:56:03tatsächlich?
- 1:56:05Und ...
- 1:56:06Bougoundloir, Jura, das sind so die ...
- 1:56:09sag ich mal, sicheren Bänke.
- 1:56:11Mhm.
- 1:56:12Und die Wahrscheinlichkeit, dass mich der Wein glücklich macht,
- 1:56:16für sich genommen, schon sehr rufs.
- 1:56:18Und du schätzt, welche Weinregionen ...
- 1:56:20Ist es Kroatien, ist Georgien, oder gibt es noch andere Sachen,
- 1:56:24wo du sagst, Leute, guck mal mehr drauf,
- 1:56:26das habt ihr überhaupt nie auf den Schirm?
- 1:56:28Hm ... - Wenn ihr nicht im 100, 200 seid.
- 1:56:31Wenn ihr nicht im 100 seid ...
- 1:56:33Ach, ganz viel, ehrlich gesagt.
- 1:56:35Okay. - Ja.
- 1:56:36Exemplarisch?
- 1:56:39Süd.
- 1:56:40Und mit dem Solaris.
- 1:56:42Trinkt mehr Solaris, Menschen.
- 1:56:44Ähm ... - Bänden wir haben dich lieb.
- 1:56:46Ähm ... Ja, es ist ...
- 1:56:48(Lachen)
- 1:56:49Das eine schließt das andere ja nicht aus.
- 1:56:52Ja.
- 1:56:53Ich glaube, in den Regionen ist es oftmals auch eher so,
- 1:56:58dass du sagst, ja, Bougound, aber warum trinken wir nicht Alligouté?
- 1:57:02Das ist ja auch wieder so eine Geschichte,
- 1:57:04warum geben wir dem so einen kleinen Stellenwert eher so zu gucken?
- 1:57:07Weil wir das irgendwie was Spannendes machen.
- 1:57:10Brauchst du Alligouté, um bei dir zu bleiben, nicht die Zeit?
- 1:57:13Vielleicht auch die Klimaveränderung, das Bewusstsein der Winzer.
- 1:57:17Auch diese Veränderung der Grundstilistik der Winzer.
- 1:57:20Das hat ein Alligouté früher in dieses Schema, viel Holz,
- 1:57:23nicht reingepasst hat. - Genau.
- 1:57:25In dieser reduktiven Art und ... - Das ist ja oftmals auch ...
- 1:57:28Diese Modetrends haben ja auch eine Berechtigung.
- 1:57:31Man kann ja Musel auch fürchterlich schäuzlich machen.
- 1:57:34Das ist ja einfach so.
- 1:57:35Die Wahrscheinlichkeit hat immer wieder auf Weintemen draufzuschauen.
- 1:57:39Man sagt, was passiert da, da immer mal wieder reinzuschmecken.
- 1:57:43Ich persönlich verabscheue Gewürztraminer in den meisten Varianten.
- 1:57:47Ist aber auch wieder eine der Sorgen,
- 1:57:50die, glaub ich, am häufigsten bei mir in der Begleitung auftauchen.
- 1:57:53Varianten, die mich selber überraschen, weil es so vielfältig sein kann.
- 1:57:57Ich würde das nicht auf eine Region beschränken,
- 1:57:59sondern auf das immer wiederkehrende ...
- 1:58:02Es gibt Veränderungen, Wein ist ein Trendthema wie alles andere auch.
- 1:58:06Wenn man da immer wieder bewusst draufschaut,
- 1:58:08dann gibt's wahrscheinlich 90 Prozent der Sachen,
- 1:58:12die unterschätzen wir gerade, weil wir die anderen 10 Prozent
- 1:58:15präsent haben oder weil da gerade eine Stilistik gefunden wurde,
- 1:58:19die uns alle glücklich macht oder die wir verstehen.
- 1:58:21Das wird aber in zehn Jahren wieder ganz anders aussehen.
- 1:58:24Das sind auch Fragen oder einfach ... - Sich selber zu fragen.
- 1:58:28... die mit Randengebiete einfach auch anders draufzuschauen.
- 1:58:31Was ist das für eine Grenze? Würdest du ...
- 1:58:33... ein Zyra von der Mosel ... - Probieren, ja.
- 1:58:36Probieren. Und wer ist auch da mit dabei?
- 1:58:38Und würdest sagen, den Tieren von der Leitschaft aus ...
- 1:58:41Ist es nicht gerade um die Gebfläche,
- 1:58:43die nicht mit Riesling gestockt ist?
- 1:58:45Nein, da bin ich nicht so. - Okay.
- 1:58:47Wenn wir mal ganz ehrlich sind, wir reden sowieso von Monokulturen
- 1:58:50in den meisten Fällen und die Frage, was dem Boden gut tut und was nicht,
- 1:58:54die ist ja wesentlich kleiner zu setzen.
- 1:58:56Aber auch mal sagen muss, die Flächen muss mit Riesling bepflanzt sein.
- 1:59:00Ja, weiß ich nicht.
- 1:59:02Da würde mein Idealismus aufhören, sondern ...
- 1:59:05wirklich gucken, was funktioniert.
- 1:59:08Wobei man da auch immer sagen muss, funktioniert der Zyra jetzt gut
- 1:59:12dafür, dass er auf einer Rieslingfläche steht?
- 1:59:15Oder ist es ein guter Zyra,
- 1:59:16was auch wieder zwei gänzlich unterschiedliche Paar Schwur sind?
- 1:59:20Die Region ist der Winzer, der ist versteht, zu interpretieren,
- 1:59:23egal wo der herkommt, ist manchmal auch so ein Parameter.
- 1:59:26Das, was bei dem einen großartig sein kann,
- 1:59:29ist bei dem anderen okay und ein Versuch wert.
- 1:59:31Aber jetzt auch nicht so, dass ich sagen würde,
- 1:59:33dafür lohnt es sich, die Welt zu verändern.
- 1:59:36Und es ist dann der Wein, der dich überzeugt als solch ist?
- 1:59:40Oder ist es, dass Thomas ein Gericht kreiert hat?
- 1:59:43Du sagst, explizit dazu würde ich den jetzt ins 100, 200 nehmen.
- 1:59:47Mhm. Der Wein als solch ist.
- 1:59:49Also, gerade wenn wir von so Sondergeschichten sprechen,
- 1:59:52weil dann passt vielleicht die Sondergeschichte, dass ich sagen kann,
- 1:59:55ja, okay, wenn man hat diese Euphorie, das würde jetzt super gehen.
- 1:59:59Aber wenn man dann ganz ehrlich ist und auf die sachliche Ebene zurückkommt,
- 2:00:02gibt es 90 andere Weine, die das mindestens genauso gut machen,
- 2:00:06wenn nicht sogar besser.
- 2:00:08Und dann würde ich nicht nur aus Senderzionsgeilheit
- 2:00:11bei dem besonderen Wein bleiben oder bei dem außergewöhnlichen.
- 2:00:15Inspiriert ihr euch gegenseitig?
- 2:00:17Hast du manchmal auch ein Wein, wo du sagst,
- 2:00:19ich hab dir und die Komponenten kreieren mir was dazu?
- 2:00:22Das Miteinanderessen und Trinken, das macht schon.
- 2:00:25Also, das gibt schon viele Impulse in verschiedenste Richtungen.
- 2:00:28Gibt es für dich mal die eine?
- 2:00:30Glaub ich, dass Thomas sonst jemals freiwillig Sanddorn
- 2:00:32oder harzer Käse verarbeitet hätte.
- 2:00:35Okay, das war's du.
- 2:00:36Ja, ja, das musste dann irgendwann Monate später siekerte,
- 2:00:39das dann doch durch.
- 2:00:40Aus dem Weinresultierende oder war das einfach deine Vorliebe,
- 2:00:44Historie, dass du bei den Küstenkindest ...
- 2:00:47Beides unterschiedliche Zusammenhänge ist aber beides schon vorgekommen.
- 2:00:51Und auch meine Weine vorlieben haben sein Geschmacksbild
- 2:00:54natürlich auch verändert, bereichert, beeinflusst, klar.
- 2:00:57Glaubst du, die ultimative Wein-Speisen-Kombination, wo du sagst,
- 2:01:02davon gern 100 pro Stunde?
- 2:01:04Die meisten Sachen, die wir machen, sind zu gehaltvoll.
- 2:01:08Da kann man nicht 100 pro Stunde von essen.
- 2:01:10Olerosso-Scheri und Käsetos ist bei uns so ein Klassiker.
- 2:01:14Gerüstetes Rupemädtos, eine warme Deichkäse-Creme
- 2:01:17obendrauf oder alter Gouda und Rohr-Champignon.
- 2:01:19Das ist sehr umarmi, sehr cremig, sehr würzig.
- 2:01:22Und dazu trockener Olerosso-Scheri, perfekte Nussigkeit.
- 2:01:26Das ist so ... ja.
- 2:01:28Ist es bei dir nur Wein oder hast du einen Ausgleich?
- 2:01:32Du bist ja eigentlich overloaded mit Familie,
- 2:01:35mit Business, mit Wein und so weiter.
- 2:01:38Aber gehst du jeden Tag drei Stunden joggen
- 2:01:41und hörst vier Podcasts oder spielst du noch Saxophon?
- 2:01:44Ich musste nicht durch die drei Stunden hernehmen.
- 2:01:47Ich bin froh, weil ich es schaffe, so ein bisschen Yoga zu machen.
- 2:01:50Also eher so das Heiligtum ist der Start in den Tag,
- 2:01:55bevor alle anderen wach sind.
- 2:01:57Wenn ich das hinkriege, sind die Tage meistens besser und entspannter.
- 2:02:03Was würdest du mit Wein niemals tun?
- 2:02:05Gibt es für dich irgendwas, wo du sagst,
- 2:02:08"Kenn, dass das ihr sowas macht?"
- 2:02:10Und dann nicht die übliche, keine Ahnung, Cola, Bordernummer,
- 2:02:14sondern vielleicht irgendwas ...
- 2:02:16Zeitpunkt schließt du aus, Situation schließt du aus.
- 2:02:19Das ist alles Stimmungssache.
- 2:02:21Ist alles Leben und Live.
- 2:02:23Genieß es als ...
- 2:02:25Ich weiß nicht, ob man fertige Weine zusammenschütten muss
- 2:02:28oder andere Sachen an Gewürzen und Kram reinmachen muss.
- 2:02:32Wobei, warum nicht auch ein Blühwein trinken,
- 2:02:35wenn ich das glücklich mache?
- 2:02:37Nee, finde ich außer, dass ich nicht verstehe,
- 2:02:40warum man Softdrinks in den Körper tut.
- 2:02:42Nichts.
- 2:02:44Kein Sacrilege, wo ich sage, das gibt gar nicht.
- 2:02:47Ich verstehe nicht, warum man sich Eiswürfel in den Wein macht.
- 2:02:51Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:02:53Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:02:56Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:02:58Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:01Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:03Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:06Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:08Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:11Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:13Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:16Ich weiß nicht, ob man das nicht macht.
- 2:03:18Da haben die Jungs, weil wir ein reines Männerteam haben,
- 2:03:24einen anderen Bezug zu den 98.000 eingelegten Sachen,
- 2:03:27die sie im Portfolio haben,
- 2:03:30was ich nicht immer auf dem Schirm habe.
- 2:03:33Dass in die Richtung geht das Menü,
- 2:03:36dass das geschmacksbilder oder Stilistiken,
- 2:03:39oder dass es eine Aromenwelt ist, die wir dabei haben
- 2:03:42oder dieses Mundgefühl erzeugen,
- 2:03:44um das von Küchenseite produziert wird.
- 2:03:48Und wir zusammen in die Justierung gehen und Sachen schneiden.
- 2:03:52Dann ist bei diesen eilwohlfreien Sachen die große Frage der Haltbarkeit.
- 2:03:56Wie schnell verändern sich diese Geschichten?
- 2:03:59Wir machen es täglich neu.
- 2:04:01Aber wenn man sich im Laufen des Abends verändern,
- 2:04:03das funktioniert dann auch nicht.
- 2:04:06Das ist ein großes Thema dabei,
- 2:04:08weil wir auch da nicht mit Haltbarmachern künstlichen Dingen
- 2:04:12arbeiten wollen.
- 2:04:14Und dann entsteht das so gemeinschaftlich
- 2:04:17und ist dann aber auch eine sichere Bank,
- 2:04:19die produziert wird, jeden Tag nachgeschmeckt wird.
- 2:04:22Und das variiert mit jeder Saison?
- 2:04:24Auch mit jedem, wenn ihr Gerichte austauscht,
- 2:04:27dass da jedes Mal, oh, okay?
- 2:04:29Ja, sonst langweilig.
- 2:04:30Hofft ihr dazu, macht ihr alles selber?
- 2:04:32Alles, wow.
- 2:04:34Das Einzige, was wir dazu kaufen, ist alkoholfreies Bier,
- 2:04:37weil wir mit Kerwider hier ein exzellentes alkoholfreies IPA haben.
- 2:04:41Und es gibt eine Industriesünde,
- 2:04:44und das ist Tonicwasser, weil der klassische Gin Tonic ist.
- 2:04:48Aber ansonsten ist alles, was hier ist, selbst gemacht.
- 2:04:52Es gibt auch keine Cola, keine Fanta, keine Sprite.
- 2:04:55Was macht ihr mit Kindern, die ins Restaurant haben Wasser?
- 2:04:58Oder die alkoholfreien Sachen mitprobieren?
- 2:05:01Die Kinder sind auch gar nicht so unglücklich damit.
- 2:05:04Das sind eher die Erwachsenen, die ihre Cola vermissen.
- 2:05:07Aber selten, weil man inzwischen weiß, was ein erwartet,
- 2:05:10wenn man in 200, 200 geht.
- 2:05:12Im Großen und Ganzen sind die Gäste nicht überrascht.
- 2:05:15Füllt ihr das auch ab und geht es zum Verkauf an?
- 2:05:19Nee, sollten wir begeistet? - Ja, eigentlich schon.
- 2:05:22Dass es zu wenig Kreativität gibt und es wäre gut.
- 2:05:25Ist eine Frage der Haltbarkeit.
- 2:05:27Aber das ist allgemein, was so wir sagen,
- 2:05:29Butter, gewisse Standardsachen, das 102er,
- 2:05:32da fehlt uns noch die Zeit für ...
- 2:05:34Aber das ist eigentlich dämlich,
- 2:05:36weil die Nachfrage auch da ist, unseren Gästen anzuwäten,
- 2:05:40dass man das zumindest mitnehmen kann oder abholen kann.
- 2:05:43Das müssen wir noch machen.
- 2:05:45Gibt es getränkt, was im Weihn nachkommt?
- 2:05:47Hast du da jemand was gefunden,
- 2:05:49oder sagst du, es hat die gleiche Komplexität, Individualität,
- 2:05:53Vielschächtigkeit, Entwicklungsfähigkeit?
- 2:05:55Komplexität gibt es schon viele Sachen.
- 2:05:58Du kannst ja auch mit Bier, mit Tee,
- 2:05:59mit unglaublich viele Sachen machen,
- 2:06:01gerade wenn du das dann auch noch verschneidest
- 2:06:04und mit Fruchtauszügen oder spätestens wenn Holzlaub
- 2:06:07solche Sachen zum Einsatz kommen.
- 2:06:10Aber Wein bleibt Wein, und ich finde,
- 2:06:12dass Nachahmen gar nicht erstrebenswert.
- 2:06:14Also, ich hab noch nie versucht,
- 2:06:16einen Rotweinmoment nachzumachen oder einen Wiesling-Moment,
- 2:06:19sondern es soll ein eigenständiges Getränk sein, was dazu passt.
- 2:06:23Würdest du dich genauso erfüllen,
- 2:06:25wenn du sagen würdest, kein Wein,
- 2:06:27könntest du dir ein Leben ohne Wein vorstellen?
- 2:06:30Ja, bestimmt, aber es wäre schon schade, weil ich Wein liebe.
- 2:06:33Ich find es schade, dass er irgendwann betrunken macht.
- 2:06:37Wenn es nicht so wäre, könnte ich auch nehmen.
- 2:06:39Das ist eigentlich bedauerlichste dabei, dass man Grenzen hat.
- 2:06:43Irgendwann geht es halt nicht mehr.
- 2:06:45Aber ich möchte mein Leben ohne Wein nicht vorstellen.
- 2:06:48Und wenn du es müsstest, welches Getränk wäre,
- 2:06:50wäre es dann Tee oder wäre es ...
- 2:06:53Es wäre wahrscheinlich in der Hauptkomponente Wasser
- 2:06:56und dann situationsabhängig das, wo du bist und was ist da mit.
- 2:06:59Das bereicherte Genussbereich.
- 2:07:01Weil dann ist es wirklich nur, wie man Wein auch trinkst,
- 2:07:04drei, vier Sachen, wo du sagst, das ist jetzt gerade besonders.
- 2:07:08Aber Wein könnte ich alternativ zu Wasser trinken,
- 2:07:11alles andere nicht.
- 2:07:12Alkoholfreier Wein? - Nein.
- 2:07:14Schon mal was probiert, was dir überzeugt hat?
- 2:07:17Ja, Sachen, die okay waren, aber eben auch okay.
- 2:07:21Wenn ich so viel bessere natürliche alkoholfreie Sachen trinken kann,
- 2:07:25warum soll ich ein Lebensmittel so künstlich verändern,
- 2:07:28damit es irgendwie auch okay ist?
- 2:07:30Ist für dich wie mit Fleischlosen Alternativ,
- 2:07:34wo man sagt ... - Ja, bitte nein, keine Ersatzprodukte.
- 2:07:36Grundsätzlich finde ich das Thema Ersatzprodukt schwierig,
- 2:07:40sich inspirieren zu lassen, von Dingen künstlich nachzuahmen.
- 2:07:44Kann ich mir auch immer nicht vorstellen,
- 2:07:46dass das so gut ist für den Körper, wenn wir da so ...
- 2:07:49einen Fleischersatzprodukt reindrücken, was ungekühlt drei Jahre haltbar ist.
- 2:07:53Komisch, kann ich mir nicht so ...
- 2:07:55Wenn die Natur so gar nicht damit zurechtkommt,
- 2:07:58wahrscheinlich nicht so ideal.
- 2:08:00Aber so weit denken die meisten leider gar nicht.
- 2:08:03Und Essen trinken immer noch zu sekundär.
- 2:08:05Selbst Wein, der gewisse Stabilisatoren wie ...
- 2:08:08keine Ahnung, Säure oder sonstiges hat, ist ja nicht drei Jahre offen.
- 2:08:11Nein, natürlich nicht. - ... haltbar.
- 2:08:13Da würde nichts passieren. - Verderblichkeit ist was Gutes.
- 2:08:17Und Veränderung auch.
- 2:08:18Das zeigt, dass es noch lebt. - Genau.
- 2:08:21Und Leben ist erstrebenswert, gerade wenn wir über Ernährung sprechen.
- 2:08:25Bist du eher digital oder analog?
- 2:08:27Die Kombination aus beiden ist total wichtig.
- 2:08:30Ich empfinde digital als etwas sehr Sinnvolles.
- 2:08:34Wir arbeiten ja auch gerade im Restaurant viel digital,
- 2:08:37was der deswegen um EZDRAPP angeht.
- 2:08:39Wir werben digital.
- 2:08:41Natürlich, Social Media ist für uns ein total wichtiges Tool.
- 2:08:44Umso schöner finde ich, dass es Dinge gibt, die analog bleiben.
- 2:08:48Das Handwerk, der Gastkontakt, die Stimmung hier vor Ort.
- 2:08:52Mach ich mir überhaupt keine Gedanken,
- 2:08:54dass das irgendwann ein Roboter ersetzen kann.
- 2:08:57Nicht bereichern.
- 2:08:58Dass man sagt, ich bin jetzt noch der Geschichtenerzähler,
- 2:09:01aber den Wein bringt ein Roboter.
- 2:09:03Ich glaube, für gewisse Konzepte, ja, in diesem Falle
- 2:09:07wird es keinen Sinn machen, unsere Weinauswahlen,
- 2:09:09das Momentum viel zu individuell ist.
- 2:09:11Der Roboter könnte mir nicht sagen, was ich sehen muss,
- 2:09:15vor dem ich mich dem tischen.
- 2:09:16Das muss ich aber sehen, um zu wissen,
- 2:09:19mit welcher Annonce ich den Wein, der speziell ist, ins Glas gebe.
- 2:09:23Und das erste Moment, wenn der Gast reinricht,
- 2:09:25die Farbe sieht, da muss ich dabei sein,
- 2:09:27das kann auch keine Technik machen.
- 2:09:29Deswegen, in vielen Bereichen sollte man das viel mehr machen,
- 2:09:33weil es total dämlich ist,
- 2:09:35da menschliche Arbeitskraft zu binden.
- 2:09:37In diesem individuellen Segment, wo wir arbeiten, glaube ich.
- 2:09:40Sonst eher Film oder Buch?
- 2:09:43Eigentlich Buch aus "Zeitmangel" leider Film.
- 2:09:48Ganz ehrlich.
- 2:09:50Ich liebe Bücher, ich kann da total drin versinken.
- 2:09:53Es legt auch total großen Wert drauf,
- 2:09:55dass es auch in unserem Leben als Familie eine große Rolle spielt.
- 2:09:59Kucke aber auch gerne Film.
- 2:10:01Und wenn du dich fortbildest, ist das digital?
- 2:10:05Oder ist das analog?
- 2:10:07Also nimmst du da fünf Bücher zur Hand
- 2:10:09und versuchst dich da durch oder Magazine?
- 2:10:11Und dich da durchzukämpfe?
- 2:10:13Magazine klar, weil es schneller zu konsumieren ist.
- 2:10:17Ansonsten eher digital, weil ich oft konkrete Sachen suche.
- 2:10:21Und da natürlich digital schneller bin.
- 2:10:23Bildest du dich noch fort?
- 2:10:26Ich hoffe, jeden Tag.
- 2:10:28Welche Medien verwendest du dort?
- 2:10:30Oder hast du da einen Tipp hinweis, wo du sagst,
- 2:10:34wenn man schon diese Ebene hat, die ich habe,
- 2:10:36manchmal auch Freakieke, weil du nicht nur
- 2:10:39diese Mainstream-Informationen brauchst,
- 2:10:41sondern das Individuelle.
- 2:10:43Oder ist die Kommunikation mit dem Winzen?
- 2:10:45Da ist es wirklich viel der persönliche Austausch.
- 2:10:48Es ist nach wie vor sehr individuell und mühevoll.
- 2:10:51Aber gerade in dem, was wir tun, sei es jetzt Wein
- 2:10:54oder Gastgeber allgemein, ist Fortbildung vieles,
- 2:10:57was gar nicht so offensichtlich konkret mit der Thematik zu tun hat,
- 2:11:01sondern hat auch was mit dem Wissen über Mode, Kultur.
- 2:11:04Dass man einfach sagt, ich beschäftige mich mit anderen Dingen
- 2:11:08und ziehe dadurch wieder ganz viel für mich mit,
- 2:11:11was ich in meinen Alltag irgendwie umsetzen kann.
- 2:11:14Sich vielleicht einfach breiter zu informieren
- 2:11:16und in verschiedenste Lebensbereiche reinzugucken,
- 2:11:19dass Menschen Dinge sehr gut und sehr leidenschaftlich machen.
- 2:11:22Was machen die da?
- 2:11:24Was habe ich mit Football-Vermarktung zu tun?
- 2:11:26Aber trotzdem kannst du da Dinge hören und verstehen.
- 2:11:29Krass, das ist eine Sichtweise auf eine Thematik
- 2:11:32oder wie man mit einem Problem umgeht,
- 2:11:34oder wo man sich Inspirationen oder Lösungsansätze sucht,
- 2:11:37wer ich in meiner Gastronomieblase nie drauf bekomme.
- 2:11:40Diese Art von Weitererfilderung finde ich unglaublich spannend.
- 2:11:44Manchmal sogar noch weiterbringend,
- 2:11:46als wäre man in seiner Gastrodeweinblase gefangen.
- 2:11:49Weil wir alle sehr eng beieinander sind
- 2:11:51in den Problematiken in Anführungsstrichen.
- 2:11:54Wo man sagt, das geht nicht, oder das passt nicht.
- 2:11:57Habt er nie funktioniert. Wilder Gast nicht.
- 2:11:59Haben wir die Mitarbeiter für.
- 2:12:01So, mit den Ferdliner noch.
- 2:12:03Als letzten Abschiedsschuk ist das eine gute Geschichte.
- 2:12:06Magst du Ferdliner?
- 2:12:07Ich wollte sagen, grüner Ferdliner,
- 2:12:09auch so eine Rebsorte, die von absoluter Belanglosigkeit
- 2:12:13bis zur absoluten Begeisterung alles auslösen kann.
- 2:12:16Ist es da beim Riesling nicht genauso? - Ja.
- 2:12:18Ist ja auch eine Rebsorte. - Bei der variabelten Geschichten.
- 2:12:22Ja.
- 2:12:23Die Nase sagt eher Begeisterung als absolute Belanglosigkeit.
- 2:12:26Wie wichtig ist bei Weingütern für dich Tradition?
- 2:12:31Ist das total unerheblich oder spielt das irgendwie eine Rolle?
- 2:12:35Also ist es für dich jetzt bei dem Wein Ausschlag geben,
- 2:12:3815. Generation, 17. Jahrhundert? - Nein.
- 2:12:40Wenn die letzten Jahre angefangen hätten, der Wein funktioniert,
- 2:12:44ist es für dich genauso ... findest du es eher störend?
- 2:12:47Ja, das schon.
- 2:12:49Aber genauso auch schon in meiner Zeit gesehen,
- 2:12:52dass eine neue Generation übernommen hat,
- 2:12:57sich freischwimmen, trotzdem ein gutes Verständnis dafür hat,
- 2:13:00was ist Tradition, was nicht.
- 2:13:02Das kann halt total nach hinten losgehen.
- 2:13:04In jede Richtung.
- 2:13:06Ich bewege mich nicht oder zu viel, kann ja auch tödlich sein.
- 2:13:09Ich glaube, es ist sehr individuell wichtiger,
- 2:13:12immer zu gucken, wie wird damit umgegangen.
- 2:13:14Nur, weil es neu ist, ist es auch nicht gut.
- 2:13:18Aber ja, gute Tradition kann halt oftmals
- 2:13:21auch langweilige Tradition sein.
- 2:13:23Wo es nicht sonderlich gut ist oder nicht mit viel Leidenschaft gemacht wird,
- 2:13:27wird es ja nicht besser, nur weil man es 15 Generationen macht.
- 2:13:30Das war schwierigst für einen Winzer zu unterscheiden.
- 2:13:33Wenn man noch neue Ideen hat, wenn man durch die Welt gereist ist,
- 2:13:37dann zu sagen, meine Idee ist vielleicht anders.
- 2:13:39Da sind wir vielleicht auch wieder in Österreich an der Mosel,
- 2:13:42das Bestehende aufzugeben, damit auch dieses schöne wegzuwerfen.
- 2:13:46Was ist richtig, was ist falsch?
- 2:13:48Ich habe dich vorhin gebeten, den ins Eis zu tun.
- 2:13:51Das war das Schlimmste, was wir machen konnten.
- 2:13:54Man riecht nichts, man spekt nichts von dem Wein.
- 2:13:57Das wäre mehr dünne Gläser und hohe Temperaturen.
- 2:14:00Auf der Emprore, das trifft du gleich wieder an.
- 2:14:03Ich glaube, wenn man so ein Thema ist,
- 2:14:05du kannst ja bei Wein nicht instant reagieren.
- 2:14:08Du hast ja immer Vorlaufphasen, du hast Zeit, du brauchst Geduld.
- 2:14:12Die Idee, wenn du aus dem Jura kommst und sagst,
- 2:14:15ich mach mal Papa, wir machen das jetzt so,
- 2:14:17und du hast dann sechs Jahre später das Resultat,
- 2:14:20würdest du vielleicht dann auch schon wieder sechs Jahre später
- 2:14:24ganz anders auch an die Umsetzung gehen.
- 2:14:26Das unterschätzt man immer so ein bisschen,
- 2:14:28wenn man so gar nicht in dieser Thematik ist,
- 2:14:31oder das nur als Konsument sieht, dass der Winter nicht sagen kann,
- 2:14:35ich mach das jetzt so und ein sofortiges Ergebnis hat.
- 2:14:38In der Küche können wir ganz anders reagieren.
- 2:14:41In der Landwirtschaft auch schon bei vielen Sachen möglich.
- 2:14:45Aber in der Landwirtschaft einfach mit der Natur
- 2:14:47und mit mehr Zeit arbeiten.
- 2:14:49Gerade deswegen versuche ich dann mal auch mit sehr viel Verständnis
- 2:14:53und vielleicht einer gewissen ...
- 2:14:56Gute hört sich jetzt so erhaben an,
- 2:14:58aber auch Menschen sagen, ja, klar, wie soll er das dann machen?
- 2:15:01Er braucht eine gewisse Zeit zu agieren, sich neu zu orientieren,
- 2:15:05was passt, was was nicht.
- 2:15:07Das kannst du im Wein nicht innerhalb von sechs Wochen machen.
- 2:15:10Und er braucht eine gewisse Greifbarkeit, Identifizierbarkeit.
- 2:15:14Und er kann das auch sehen.
- 2:15:16Ist das bei uns Tommy's genauso?
- 2:15:18Ich glaube, da wird's niemals so gesehen.
- 2:15:20Aber letztlich hat ja doch jeder so eine Handschrift,
- 2:15:23dass man sagt, ich erkläre den Wein auf diese Weise,
- 2:15:26ich suche die Weine aus, brauchen wir das auch?
- 2:15:29Ich glaube ja.
- 2:15:30Also, leider gibt es das viel zu wenig.
- 2:15:34Auch dem geschuldest, wenn das will, der Gast.
- 2:15:37Oder das muss man halt immer haben.
- 2:15:39Und sonst dadurch viele Möglichkeiten der Individualität
- 2:15:43oder uns genommen wird und wie sie uns nehmen lassen,
- 2:15:46wie auch immer man es macht.
- 2:15:48Aber als wir so sprachen, dass ich glaub,
- 2:15:50du hast auch mit Sebastian Georgie schon eine Folge gemacht,
- 2:15:53der auch ganzerseits für mich ist, Wein pairing, nee, Wein ist Wein.
- 2:15:57Und nicht die jetzt hier sitzen, sagt für uns,
- 2:15:59aber das pairing hier in diesem Set-up ist das halt.
- 2:16:02Die Königsdisziplin, darin sind wir gut, dafür stehen wir.
- 2:16:05Und das doch zu haben, zu wissen, da geh ich zu einem Kollegen,
- 2:16:09der ist da absolut, und der legt da seinen Fokus drauf.
- 2:16:12Ich will begleitend trinken, aber da haben die keinen Spaß dran,
- 2:16:16das wollen die nicht machen.
- 2:16:17Wenn man so was viel mehr hat und so was auch viel mehr kommuniziert
- 2:16:21werden würde, weil man sich traut, manche Sachen machen wir,
- 2:16:25manche Sachen machen wir sehr gut, manche Sachen machen wir gar nicht.
- 2:16:29Das wäre schon schön, wenn wir uns das auch selber zutrauen würden.
- 2:16:32Das sind vielleicht auch nach Außentragen,
- 2:16:35dass man damit greifbar wird für den Gast.
- 2:16:37Aber er soll es ein bisschen ...
- 2:16:39Das, was man so empfiehlt.
- 2:16:42Oder du am Ende des Amts hast gesagt,
- 2:16:44Wein pairing machen wir eigentlich gar nicht,
- 2:16:46das haben wir nur für Sie gemacht.
- 2:16:48Das macht doch die Mund vorher auf.
- 2:16:51Wie kann man so was machen?
- 2:16:52Gibt es eine Erklärung in der Karte auf der Homepage?
- 2:16:55Macht ja auch keiner auf der Homepage.
- 2:16:58Man kann es aus einer Insta-Story oder Insta-Account herauserraten.
- 2:17:01Ja, viel färben wir.
- 2:17:03Könnte es schon eher, dass die bei den Minikarten das reinschreiben
- 2:17:07und sagen, wir arbeiten mit lokalen Produkten?
- 2:17:09Wir haben ja auch ein paar Leute lesen.
- 2:17:11Das merke ich immer.
- 2:17:13Es wird unglaublich wenig gelesen.
- 2:17:15Ja, klar, du hast den Gast, der kennt jedes Detail deiner Internetseite.
- 2:17:20Aber grundsätzlich ...
- 2:17:21Ist das schon ...
- 2:17:23Kannst du nicht erwarten, dass die Menschen lesen, was du schreibst?
- 2:17:27Selbst im Buchungsprozess nicht.
- 2:17:29Also, sich nur darauf zu verlassen, das ist schwer.
- 2:17:32Ich denke da ganz viel drüber nach,
- 2:17:34wie kann man Service besser kommunizieren?
- 2:17:36Woher stehen wir? Was erwartet dich hier bei uns?
- 2:17:39Ich glaub, wir haben da inzwischen schon
- 2:17:41uns bewussten Worthing für gesucht.
- 2:17:44Merken aber immer wieder Küchenphilosophie, das Set-up.
- 2:17:47Wie ticken wir als Unternehmer, was haben wir für politische Werte?
- 2:17:51Es ist viel einfacher zu sagen, was haben wir für eine Servicekultur?
- 2:17:54Er ist individuell, leidenschaftlich.
- 2:17:56Aber was heißt denn das für den Gast?
- 2:17:58Unglaublich schwer.
- 2:18:00Müssen wir vielleicht alle ein bisschen mehr drüber nachdenken
- 2:18:04und eine Suchwagen und eine Sprache für Entwickler neu?
- 2:18:07Wir sind zu vorsichtig, Joa, zu cozy mit dem Gast.
- 2:18:10Da seid ihr schon ...
- 2:18:11Forsch oder politisch auch in euren Aussagen.
- 2:18:15Man kann es wahrscheinlich nicht überstrapazieren,
- 2:18:17dass man die ganze Zeit nur immer auf dieses Rauf haut und sagt,
- 2:18:21das ist richtig.
- 2:18:22Letztes Mal musst du es ja leben.
- 2:18:24Das Erlebnis hat der Gast, wenn er bei uns ist.
- 2:18:27Darüber sollte man trotzdem ein bisschen sprechen,
- 2:18:30aber wenn wir es nicht umsetzen können, ist es auch schwierig.
- 2:18:34Das ist ja ...
- 2:18:35Warum Maxin Weinwild vorhin gesagt hast du Maxin Feldliner?
- 2:18:38In Hamburg ist es kein typischer Feldliner,
- 2:18:40weil der typische Feldliner in Hamburg muss optimal geschmacksneutral sein.
- 2:18:45Und ermöglicht kalt und nicht passieren.
- 2:18:47Das sozusagen der Eiswürfel, die Geschmackszugabe ist.
- 2:18:50Genau, exakt.
- 2:18:51Wo das eigentlich völlig wurscht ist, welche Ribsorte drin hast,
- 2:18:54hauptsache Frisch und Jung.
- 2:18:56Aber es passiert was.
- 2:18:58Wir haben ja wirklich den echt kaltem Glas gehabt,
- 2:19:01der kommt ja jetzt erst.
- 2:19:03Man kann auf jeden Fall Blind sagen, dass es grüner Feldliner ist.
- 2:19:07Trotzdem merkst du, dass ein bisschen mehr Handwerk,
- 2:19:10das bisschen mehr Stilistik des Winzers reingeflossen.
- 2:19:13Das finde ich immer sehr spannend, wenn man es schafft.
- 2:19:16Ribsorte, Region und trotzdem Stilistik des Weingrutz des Winzers.
- 2:19:21Ohne dass das eine das andere übertüncht oder nicht verloren geht.
- 2:19:25Das, glaube ich, ist hier ...
- 2:19:27Definierst du eine Ribsorte über die Aromatik oder über die Haptik?
- 2:19:31Oder ...
- 2:19:32Allgemein die Kustaturik oder die Typizität?
- 2:19:36Vordergründig über die Aromatik.
- 2:19:38Ein Zweiter, aber direkt immer die Haptik,
- 2:19:41weil ich finde, Mundgefühle und gewisse ...
- 2:19:44Ja, einfach Zusammensetzung, die du spürst,
- 2:19:47sind schon ganz entscheidend.
- 2:19:49Gerade wenn du Sachen hast, die manchmal dichter beieinander liegen.
- 2:19:52Ich finde es hier schon sehr typisch.
- 2:19:55Das Abfliege, das richtig saftig Abfliege,
- 2:19:57das vielleicht pfeffrige, würzige ...
- 2:19:59Der kommt aus dem Weinfüttel vom Weingutz-Setzer.
- 2:20:02Das ist eine Region, die erst langsam am Auge.
- 2:20:05Also, typisch, natürlich, aber auch typisch österreichisch.
- 2:20:10Aber man findet noch keine richtigen Worte dafür, oder?
- 2:20:13Zumindest nicht in unserem deutschen Konsumverständnis.
- 2:20:16Wenn du jetzt sagen würdest ...
- 2:20:18auf den Weinkarten präsent und dann wüsstest du auch genau,
- 2:20:23was erwartet dich, dann gibt's, glaube ich, noch nicht.
- 2:20:28Aber es taucht zumindest das Häufige auf den Weinkarten auf,
- 2:20:31was ja auch immer ein richtiger Schritt ist.
- 2:20:34Ich mag den Sponti dabei, weil er dem noch so eine gewisse Facette gibt.
- 2:20:38Ich mag die Salzigkeit hinaus.
- 2:20:40Sätze ist natürlich schon ein großer Name dort in der Region.
- 2:20:45Ich weiß nicht, ob das immer gut oder schlecht ist,
- 2:20:48die Benchmarkbeine dort zu probieren oder zu trinken.
- 2:20:51Naja, irgendwo musst du ja anfangen.
- 2:20:55Das ist immer so, dass ...
- 2:20:57Du musst ja anfangen, die Region kennenzulernen,
- 2:20:59wenn man die großen Namen trinkt.
- 2:21:01Für mich persönlich ist es das nicht,
- 2:21:03sondern ich würde immer eher gucken,
- 2:21:06wenn ich die Möglichkeit habe, je nachdem,
- 2:21:08in welchem Setup du bist, dass ich mit den kleinsten
- 2:21:11oder den absoluten, vielleicht kleinen Traditionsbetrieben,
- 2:21:14also irgendwie einen anderen Zugang finde.
- 2:21:17Ich verstehe das aber total, wenn man sich von den bekannten Namen
- 2:21:20erst mal nur trinkt, weil man natürlich logischerweise sagt,
- 2:21:24für offensichtlich machen die das gut
- 2:21:26und offensichtlich haben die Verstanden, worum es geht.
- 2:21:29Wenn das für viele Leute gut funktioniert,
- 2:21:32dann scheint es wohl die Region zu präsentieren.
- 2:21:35Es ist für mich total legitimer Ansatz,
- 2:21:37gerade für Nichtsommeliers, sondern Menschen, die gerne weintrinken.
- 2:21:41Sie sich von da aus abzuarbeiten, was hat mir gefallen,
- 2:21:44wo kann ich das vielleicht bei kleineren Winzern suchen und finden?
- 2:21:48Eine pragmatische Herangehensweise einfach.
- 2:21:50Gibst du dich noch Wünsche, Ziele,
- 2:21:52was du von dir erwarten kannst?
- 2:21:54Hast vor hast, was man von euch erwarten kann,
- 2:21:57was man von dir erwarten kann?
- 2:21:59Ich glaube, die letzten sechs Jahre haben wir jetzt gut genutzt
- 2:22:03und verstanden ...
- 2:22:05Ich weiß auch, Krassjahre war mit Corona.
- 2:22:07Ja, ja, da waren keine sechs Jahre Gattkontakte.
- 2:22:10Wir sind als Unternehmer sind wir schneller erwachsen geworden.
- 2:22:14Ich bin auch viel älter geworden, als ich sowieso schon bin.
- 2:22:17Aber da reift man schneller einfach, wenn man das durchhält.
- 2:22:21Nee, aber jetzt wirklich ein auf das Thema Wein bezogen.
- 2:22:25Ist es schon, was das ...
- 2:22:27Wir haben, glaube ich, die Stilistik.
- 2:22:29Wie wollen wir an das Thema Wein rangehen?
- 2:22:31Was ist uns wichtig, wofür stehen wir mit dieser Parrying-Geschichte?
- 2:22:35Verstanden, das ist ein Prozess, der sich immer weiterentwickelt,
- 2:22:39wo man immer mehr sagen kann, okay, das passt.
- 2:22:41So arbeiten wir, das sind die Erzeuger.
- 2:22:43Das nächste große Thema, was ich gerne machen möchte,
- 2:22:46über so vielleicht die nächsten sechs, sieben, acht, neun, zehn Jahre,
- 2:22:50in unserer Stilistik, in unserem Verständnis.
- 2:22:55D.h., welcher Umfang wäre da ideal?
- 2:22:57Zehntausend Positionen, 200, irgendwas dazwischen?
- 2:23:00Ich glaub, erst mal 200 anfangen und aufzubauen.
- 2:23:04Das ist ja einfach auch was ...
- 2:23:06Das hat was mit Lagermöglichkeiten zu tun.
- 2:23:08Wir kriegen jetzt erst mal eine richtige Kellerfläche,
- 2:23:11weil, weißt du, es ist schon weh, nicht dazu da, Dinge zu lagern.
- 2:23:15Wenn du auch aus einem Kühlhaus oder einer Lagerfläche rausarbeitest,
- 2:23:19kannst du dir noch so hübsch draufschreiben, das bleibt liegen.
- 2:23:22Wenn du aber weißt, die Gäste, die den Wein lieben,
- 2:23:25fragen danach, ist mein Gastgeberherz immer zu schnell dabei,
- 2:23:29das dann doch aufzumachen, das ein bisschen aus den Augen aus den Sinn,
- 2:23:32da eine Struktur für zu schaffen, auch mit einem gewissen Plan
- 2:23:36auf die Suche zu gehen, sagen, ich weiß jetzt, was ich möchte,
- 2:23:39wie das ist, und kann mir auch Geld erwirtschaften,
- 2:23:42Weine zu kaufen, die ich einfach nur zurücklege.
- 2:23:45Das ist für die nächsten Jahre mein persönlicher Weinwunsch
- 2:23:48und für die nächsten Jahre mein Leben.
- 2:23:50(Lockere Musik)
- 2:23:52Was für eine großartige Energie, was für eine Lebendigkeit,
- 2:23:55was für eine allein schon wehrwale, aber eben auch meinungsfeste Ausstrahlung.
- 2:23:59Vielen lieben Dank, liebe Sophie, für das Gespräch,
- 2:24:02für deine Gedanken, für deine Meinung und dass du heute unser Gast warst.
- 2:24:06Interessant, wie du deine Rolle als Sommerer, als Geschäftsfrau
- 2:24:09und als Servicefachkraft siehst, bewertest ein Ordnis und ganz aktiv lebst.
- 2:24:13Vielen Dank für die Gedanken.
- 2:24:15Noch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Kommentieren,
- 2:24:18für die ihr euch heute heute heute Abend begleiten.
- 2:24:21Einfach das, die an unserer Seite seiten.
- 2:24:23Auch ein großes Dankeschön unserem Partner, der Schlumberger Gruppe.
- 2:24:26Mit den Handelshäusern Segnetz, Schlumberger, Konziowini
- 2:24:29und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt
- 2:24:32für die händische und wirtschaftliche Unterstützung.
- 2:24:35Dank Ihnen ist es möglich, dieses Projekt am Leben zu erhalten.
- 2:24:38Vielen lieben Dank dafür.
- 2:24:39Wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 2:24:42Ich freu mich auf den kommenden Freitag, wir gehen nach Berlin.
- 2:24:46Das ist nicht Billy Wagner, sondern ein anderes Sommelier dort,
- 2:24:49hauptsächlich für die Weinauswahl zuständig ist.
- 2:24:52Und so freu ich mich auf die kommende Woche,
- 2:24:54auf Freitag und auf Steve Hart.
- 2:24:56(Dynamische Musik)
- 2:24:57Einen wunderschönen guten Tag.
- 2:25:10Hier spricht der Gerhard Retter.
- 2:25:11Ich bin Sommelier und Metre, lebe in München.
- 2:25:14Ich bin ursprünglich Österreicher und habe das große Vergnügen,
- 2:25:18ein paar Worte zu einer meiner Lieblingskolleginnen,
- 2:25:21was das um die Welt zu verlieren.
- 2:25:24Es geht um Sophie Lieman.
- 2:25:26Sie ist die Chefin des 100/200, das macht sie mit ihrem Mann.
- 2:25:32Und das ist eine ganz klare Rollenverteilung.
- 2:25:35Thomas ist die 100, sie ist die 200.
- 2:25:38Schamant, charismatisch, kompetent, intelligent.
- 2:25:43Sehr fleißig.
- 2:25:45Sie hält den Laden bei Sammern.
- 2:25:47Sie erdert und motiviert diesen genialen Koch.
- 2:25:51Sie führt das Team, sie leitet die Gäste.
- 2:25:54Betriebswirtschaftlich, absolut top.
- 2:25:58Ja, neben den betrieblichen Belangen
- 2:26:01ist sie auch noch Mutter und betreut eine Familie,
- 2:26:05auch eine Batchfarkfamilie, was wirklich nicht immer einfach ist.
- 2:26:10Ich möchte sagen, wer das unter einen Hut bringt,
- 2:26:14das mit so viel Passion und Leidenschaft,
- 2:26:16mit Freude, mit strahlenden Augen, lebt und verkörpert wie Sophie.
- 2:26:22Da kann man nur den Hut ziehen und sagen, wo ist der Nobelpreis?
- 2:26:28Ich habe schon angemerkt, dass er ein glücklicher Mann ist.
- 2:26:31Dieser Imbusch?
- 2:26:33Ja? Lieber Thomas, ich weiß, dass du es weißt.
- 2:26:37Und es ist schön, dass es euch gibt als Bar.
- 2:26:40Ich stehe auf euch.
- 2:26:41Ich bin der Meinung, wir werden noch ein Feuerwerk erleben.
- 2:26:45Das tut man jetzt schon.
- 2:26:47Aber es ist noch lange nicht, dass es weniger wird.
- 2:26:51Ich glaube, ihr seid auf so einen tollen Wege
- 2:26:54und fast so gemeinsam auf den Weg gebracht hast.
- 2:26:59Ist einfach mehr als beeindruckend.
- 2:27:03Schabot, viel Erfolg weiterhin.
- 2:27:05Ich freue mich auf die nächsten Treffen,
- 2:27:08die Zeiten bei euch im Lokal.
- 2:27:10Und ich danke für die langjährige Freundschaft.
- 2:27:13Ja, wir hatten auch vergnügliche Zeiten am See.
- 2:27:17Ciao, ciao ihr Lieben. Pia-di.
- 2:27:19(Lässige Musik)
- 2:27:23(Lässige Musik)