Latest / LebensWert - das Jetzt versichern / Stress – die unsichtbare Macht der Erwartungen
Transcript
- 0:00Speaker 0: Erwartung, da steckt ja das Wort Warten drin.
- 0:02Speaker 0: Und die Warte ist ja dieses Ausguckloch in einem Turm und ich nehme dann auch immer dieses Bild, dass eigentlich was passiert hier oben?
- 0:10Speaker 0: Da sitzt jemand und wir gucken runter also vielleicht damals als Soldat mit einem Gewehr im Anschlag und guckt entweder kommt der König angeritten oder der Feind kommt angeritten.
- 0:20Speaker 0: aber man ist eigentlich in einer Warteposition.
- 0:23Speaker 0: Worauf wartet man?
- 0:24Speaker 0: auf das, was da kommt?
- 0:26Speaker 0: Und ich beschreibe, dass dann immer das eigentlich Erwartungen nichts anderes sind als unsere Vorstellungen.
- 0:30Speaker 0: Unsere Vorstellung von wie sollen wir sein?
- 0:33Speaker 0: Wie sollen andere sein?
- 0:34Speaker 0: Wo glauben wir, dass andere uns sehen?
- 0:37Speaker 0: und wie solln wir
- 0:38Speaker 0: sein?!
- 0:38Speaker 0: Wie soll der Urlaub sein – die Vorstellung, wie mein Leben verlaufen soll!
- 0:42Speaker 0: Die Vorstellung wie ich auszusehen habe also ganz viele Bilder in unserem Kopf und ich stelle mir das denn so vor Wir sitzen alle in diesem Turm gucken darunter und warten, dass unsere Vorstellung in Erfüllung gehen oder diese Erwartungshaltung in Erfüllung gehen.
- 0:54Speaker 0: Und dieses Bild ist eigentlich so, dass ich mir immer wünsche, dass wir runterkommen von diesem Turm und mal in die anderen Türme reingehen.
- 1:01Speaker 0: Da sind wir bei diesen Perspektivwechseln.
- 1:04Speaker 1: Hallo und herzlich willkommen bei Lebenswert – das jetzt versichern!
- 1:08Speaker 1: Mein Name ist Shilu Könke und ich bin Host im Podcast.
- 1:12Speaker 1: Ich freue mich gemeinsam mit meinen Gästen Themen aus der Gesellschaft aufzugreifen, die direkten Einfluss auf unser Leben und die Lebensqualität haben.
- 1:21Speaker 1: Wir sprechen über Fragen rund um mögliche Lebensrisiken, den Lebenswandel an sich aber auch ganz persönliche Lebensgeschichten.
- 1:28Speaker 1: Und darüber uns das jetzt bewusst zu machen.
- 1:31Speaker 1: Das Jetzt also genau diesen Moment in dem sich alles gut und richtig anfühlt.
- 1:36Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören!
- 1:41Speaker 1: Nachdem wir uns in unserer Miniserie im letzten Jahr mit den psychischen Erkrankungen und insbesondere mit der Depression beschäftigt haben geht es uns heute darum früher anzusetzen und uns mit Wegen-und Methoden zu beschäftigen, die uns darin unterstützen.
- 2:00Speaker 1: Dass diese negative Stressspirale durch die sich psychische Erkrankungen erst entwickeln können gar nicht erst entsteht!
- 2:10Speaker 1: Und meine heutige Gäste in Bianca Maria Klein liefert mit ihren Einblicken aus ihrem sehr bewegten und spannenden Lebenslauf genau die richtigen Beispiele dafür, wie es gelingen kann.
- 2:22Speaker 1: Genau diese negative Stressspirale zu durchbrechen und sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren und sein eigenes Leben radikal zu verändern.
- 2:32Speaker 1: Sie ist heute erfolgreich etabliert als Workshop-Begleiterin und Business Coach mit Schwerpunkt auf dem Change Management und der Führungskräfte Entwicklung.
- 2:43Speaker 1: Und weiß aus ihrer eigenen Erfahrung sehr gut die hohen Erwartungen, die wir an uns selber richten erzeugen den größten Druck unnötigerweise oftmals, den wir uns aussetzen können Und die richtige Haltung dazu kann nicht nur eine positive Veränderung herbeiführen, sondern bedeutet eben auch eine neue Lebensqualität und darüber wollen wir jetzt sprechen.
- 3:07Speaker 1: Herzlich willkommen liebe Bianca Maria Klein!
- 3:09Speaker 1: Ich freue mich dass du hier bist.
- 3:10Speaker 0: Danke für die Einladung.
- 3:11Speaker 0: ich freue mich auf das ich hier bin Und was für eine schöne Anmoderation.
- 3:15Speaker 0: Ich danke dir, das hast du sehr schön formuliert?
- 3:18Speaker 1: Ja es hat mich sehr beeindruckt.
- 3:19Speaker 1: wir haben ja schon ein Vorgespräch geführt und da hast du so ein bisschen ausführlicher berichtet wie dein Lebensweg verlaufen ist und was dich bewogen hat aus deiner sehr erfolgreichen Karrierelaufbahn würde ich sagen die Du verfolgt hast einige Jahre oder viele jahrelang auch mit ganz unterschiedlichen Orten, an denen du gelebt hast.
- 3:40Speaker 1: Du bist viel umgezogen bis viel gereist und da war viel Dynamik auf jeden Fall drin auch eine gewisse Unruhe Und du bist dann irgendwann an einen Punkt gekommen An dem du für dich selber entschieden hast dass es so nicht mehr weitergeht und hast dein Leben eben wie gesagt sehr stark verändert.
- 4:00Speaker 1: und darüber wollen wir sprechen.
- 4:02Speaker 1: Vielleicht kannst du uns einmal dahin führen wie zu diesem Bruch gekommen ist, dass du aus deiner Karrierelaufbahn entschieden hast für dich das du da rausgehst und dein Leben umkrempelst und dich einmal um dich selber kümmerst.
- 4:18Speaker 1: Wie ist es dazu gekommen zu diesem Punkt?
- 4:20Speaker 0: Erst mal eine schöne Frage!
- 4:22Speaker 0: Und tatsächlich während du die Frage schon stellst, brodelt es schon so ein bisschen in mir weil zuerst worauf ich immer so ein Bisschen stoße ist das Wort erfolgreiche Karrieren.
- 4:32Speaker 0: Weil das ist ja immer rückblickend, kann man sagen.
- 4:35Speaker 0: Das war eine Karriere, es war ein toller Weg.
- 4:38Speaker 0: Was hat man alles geschafft?
- 4:40Speaker 0: Was bedeutet für einen selber eigentlich erfolgreich sein?
- 4:44Speaker 0: und diese Frage da fing's schon mal an dass ich mir das eigentlich gar nicht gefragt habe wo will ich eigentlich genau hin?
- 4:49Speaker 0: was ist denn eigentlich wirklich Erfolg?
- 4:52Speaker 0: wie definiere ich das überhaupt?
- 4:53Speaker 0: und wer definiert eigentlich was für ne junge Frau als sie angefangen haben in der Medizintechnik zu arbeiten?
- 5:01Speaker 0: Was würde eigentlich eine erfolgreiche Karriere bedeuten, wie würdet ihr das aussehen?
- 5:05Speaker 0: Habe ich mich gar nicht gefragt.
- 5:06Speaker 0: Ich habe es einfach gemacht.
- 5:08Speaker 0: und jetzt hast du gesagt Bruch und auch für so radikale Veränderung Das war es eigentlich gar nicht.
- 5:15Speaker 0: Und das ist auch immer das, was ich versuche so zu vermitteln.
- 5:18Speaker 0: Das meiste im Leben ist ein Prozess und es war nicht so, dass ich morgens aufgestanden bin und gesagt habe Mensch alles misst und ab jetzt mache ich alles anders oder ich muss irgendwas anderes machen sondern... Ich bin diesen Karriereweg gegangen weil sich das in dem Moment immer richtig angefühlt hat.
- 5:35Speaker 0: Es hat mir aber wahnsinnig viel Spaß gemacht!
- 5:39Speaker 0: Wenn man so hinterher schaut, ist es natürlich Leistungsdruck.
- 5:42Speaker 0: Aber für mich war das auch eine Form von Weiterkommen.
- 5:46Speaker 0: Ich war wie ein Schwamm und hab alles aufgesaugt.
- 5:48Speaker 0: was kann ich erleben?
- 5:49Speaker 0: Was kann ich lernen?
- 5:50Speaker 0: Hab sehr viel aufgeschaut auf die Leute, die länger schon dabei waren.
- 5:55Speaker 0: Hab versucht bisschen nachzuahmen.
- 5:57Speaker 0: Wie machen sie das also?
- 5:59Speaker 0: Für mich im Nachhinein eigentlich alles ein normaler Verlauf wenn man so jung ist und im Leben so etwas gestalten möchte oder was erreichen möchte.
- 6:08Speaker 0: Und diese Fragestellungen kamen für mich gar nicht in Betracht zuerst.
- 6:13Speaker 0: Wo willst du eigentlich genau hin?
- 6:14Speaker 0: Fühlt sich das richtig an, entspricht das deinem Wesen oder deiner Persönlichkeit?
- 6:21Speaker 0: Das war einfach nicht im Vordergrund und deswegen sagte ich es ist ein Prozess und das ist so was ich immer so gerne mitgebe dass man das nicht glaubt man muss von einem darum anderen alles entscheiden alles umändern, sondern es geht darum in sich hinein zu fühlen.
- 6:38Speaker 0: ist der Weg auf dem ich bin noch der Richtige.
- 6:41Speaker 0: Also wie als wenn ich so durch den Wald gehe und einfach weitergehe und die Bäume sehen eigentlich immer gleich aus.
- 6:46Speaker 0: aber ich habe irgendwie so ein Gefühl, hm ich weiß gar nicht ob das mich an das Ziel führt.
- 6:52Speaker 0: vielleicht bleibe ich mal stehen gucke mich mal um, vielleicht ist da ein Weg der nicht ganz so ordentlich und geebnet ist, aber vielleicht fühlt sich das besser an.
- 7:01Speaker 0: Deswegen war es eher so ein Stehenbleiben erstmal und gucken was eigentlich los?
- 7:06Speaker 0: Ich hoffe du beantwortet jetzt schon deine Frage!
- 7:08Speaker 1: Ja also natürlich in der Hinsicht auf jeden Fall dass du gut beschrieben hast eine prozessuale Entwicklung war und du hast natürlich auch zurecht gesagt, dir ist das gar nicht in den Sinn gekommen zu beginnen.
- 7:21Speaker 1: Also bei Berufseinstieg sagen wir mal also der Griffkarriere ist ja auch immer so ein bisschen behaftet mit gewissen Erwartungen Und darüber wollen wir vor allen Dingen sprechen über das Thema Erwartung und Erwartungshaltung die wir selber haben, die das Umfeld an uns hat oder die irgendwie aus dem Außen so an uns herangetragen wird Auch unterschwellig.
- 7:39Speaker 1: durchaus gibt es ja auch gesellschaftliche Erwartungshaltungen ganz viel Und insofern hast du das sehr gut hergeleitet und ich kann total verstehen.
- 7:49Speaker 1: Und ich glaube, dass geht vielen Leuten so die erstmal in den Beruf einsteigen und gucken sich ausprobieren und weiterentwickeln und einfach so im Flow sind.
- 7:59Speaker 1: Und vieles passiert auch ohne dass man ist bewusst beeinflusst weil man auch noch gar nicht so diese Durchsetzungsfähigkeit vielleicht oder diese Reichweite hat, dass man großes Netzwerk hat und das man irgendwie planen kann.
- 8:12Speaker 1: Wirklich richtig was ist der nächste Step?
- 8:14Speaker 1: Und ich glaube man hat auch gar nicht so das Interesse in dem Alter wirklich alles zu verplanen sondern es passiert eben und man geht mit.
- 8:22Speaker 1: Vielleicht gucken wir einmal darauf weil ich gesagt habe du bist auch viel gereist also du hast schon auch viel Es war schon auch viel Anstrengung dabei, viel Unruhe.
- 8:33Speaker 1: Auch körperlicher Art ne?
- 8:35Speaker 1: Also denn du warst nicht immer an einem Ort Du warst auch im Ausland und hast viele Auslandsreisen gemacht.
- 8:40Speaker 1: Du bist in einem internationalen medizintechnischen Konzern gewesen Das muss man vielleicht noch dazu sagen um zu verstehen wieviel Dynamik das Ganze hatte.
- 8:49Speaker 1: Und du hast dann natürlich auch gerade schon so ein bisschen in deiner Antwort beschrieben oder vielleicht habe ich es nur rausgehört, weil ich jetzt schon weiß von dir so ein bisschen aus dem Vorgespräch.
- 9:01Speaker 1: Das ist natürlich auch nicht nur eine rein positive Entwicklung war die deinen Erfolg und deine Karriere gepusht hat du bist dann auch Führungskräftkraft geworden
- 9:10Speaker 1: usw.,
- 9:11Speaker 1: sondern es hat schon auch gesundheitlich dich beansprucht.
- 9:15Speaker 1: Und auf diesen Punkt würde ich gerne wenn ich darf nochmal genauer zu sprechen kommen was genau aus deiner Sicht am Ende dazu geführt hat, dass du deinen beruflichen Weg verändert hast.
- 9:30Speaker 0: Also tatsächlich ist das Stichwort Erwartung.
- 9:33Speaker 0: deswegen mache ich ja jetzt auch das was ich jetzt tue und kühre mich sozusagen um dieses Erwartungsmanagement was so ein großes Wort ist.
- 9:40Speaker 0: aber es geht genau darum eigentlich wirklich diese Fragen zu stellen zu den Erwartungen Haltung die man in sich trägt oder die von außen suggeriert werden.
- 9:50Speaker 0: Ich versuch das deswegen immer im Einstieg erst mal zu beschreiben, dass es für mich vieles Normalität ist.
- 9:54Speaker 0: Dass man wenn man startet als junger Mensch in die Karriere, das Vieles finde ich auch einfach dazugehört dieses Aussaugen an Erfahrung.
- 10:02Speaker 0: und tatsächlich kommt's aber auf das Umfeld an.
- 10:05Speaker 0: Ich hatte sehr großes Glück weil das waren richtig schöne ganz tolle Kollegen, ich hatte tolle Chefs die mich gefördert haben aber auch gefordert haben.
- 10:13Speaker 0: Und für mich war das, und ich komme auch aus einem Haushalt, wo nicht rumgegammelt wurde am Wochenende und so, also schon gechillt und auf dem Sofa abhängen und lange ausschlafen.
- 10:23Speaker 0: Das war immer ein bisschen ... Nicht negativ behaftet, aber mir wurde immer so vermittelt, mach was draus!
- 10:29Speaker 0: Aber es war immer so langweile gibt's nicht.
- 10:31Speaker 0: So machen.
- 10:33Speaker 0: Deswegen war das für mich eigentlich normal dieser Drive diesen Ehrgeiz zu haben alles immer weiterzumachen.
- 10:41Speaker 0: Entscheidenden Punkt angesehen habe.
- 10:43Speaker 0: Ich habe mir gar nicht erlaubt, die Dinge zu hinterfragen und diese Erwartungshaltung, die ich gefühlt hab in meinem Umfeld.
- 10:52Speaker 0: dann Konzern Medizintechnik.
- 10:53Speaker 0: das war zu einer Zeit also Anfang der zweitausender da war auch gerade eine ganz neue Therapie, die wirklich groß auf dem Markt waren in der Kardiologie im defibrillatoren Bereich war was wahnsinnig spannend war.
- 11:07Speaker 0: mein Vater war da auch Da war ganz viel auch so, ich kann froh sein dass ich jetzt hier bin.
- 11:17Speaker 0: Ich muss eigentlich dankbar sein was ich hier erlebe Und jedes Mal, wenn mir dann auch was...
- 11:23Speaker 1: Du warst sozusagen genau vor Ort an dieser Stelle, wo diese medizinische Fortschritt passiert
- 11:29Speaker 0: ist.
- 11:30Speaker 0: Genau.
- 11:30Speaker 0: Dann hast
- 11:30Speaker 1: du das quasi aus erster Hand mitbeobachtet?
- 11:33Speaker 1: Mitbeobachtet!
- 11:34Speaker 0: Dann wirklich in einem sehr wertschätzenden Umfeld aber halt sehr ärgerlziges Umfeld und da natürlich junge Frau in einer auch sehr stark dominierten Männerwelt und dann, wie gesagt aus einem Haushalt wo mit zwei älteren Brüdern also das war schon so ein bisschen immer dieses Gefühl du musst dich hier beweisen.
- 11:53Speaker 0: Und dieses Beweisen wollen ganz intensiv tatsächlich plus mir nicht selber zu erlauben Dinge zu hinterfragen hat eigentlich dazu geführt dass ich nie wenn mir einen Job angeboten wurde was natürlich für meinen Ego auch super war.
- 12:08Speaker 0: Er will es nicht nochmal das machen oder das habe ich immer ja gesagt Dieses Jahr, ich denke mal drüber nach oder schlafe erst mal ein paar Nächte drüber.
- 12:16Speaker 0: Das gab es nicht sondern einfach ja klar mache ich.
- 12:18Speaker 0: das war dann damit verbunden oft umzuziehen in andere Länder zu ziehen alles im Nachhinein wo viele sagen oh ist ja toll großartig und ich bereue davon gar nichts aber was ich bereuhe is nicht mehr fragen gestellt zu haben und diese Erwartung die ich in mir gefühlt habe die ich mich selber auf erlegt habe nicht hinterfragt habt.
- 12:40Speaker 0: Das waren dann so Dinge wie, naja dein Vater erwartet das von dir ich muss das halt machen oder wenn der Chef irgendwas gefragt hat dass sich immer gesagt habe ja ich muss dem beweisen.
- 12:50Speaker 0: Erwartungshaltung dass ich das auch kann gerade weil ich ja neu bin oder weil ich zeigen muss.
- 12:58Speaker 0: Stress halte ich auch gut aus.
- 12:59Speaker 0: Stunden lang im Auto gesessen teilweise wenig geschlafen und Alles, was ich im Nachhinein denke, wie habe ich das eigentlich gemacht?
- 13:07Speaker 0: Und klar, weil man jung war konnte man das machen.
- 13:10Speaker 0: Aber weil da sehr stark dieser Beweisungsdrang war, hat man das einfach ... hab ich es und auch natürlich Kolleginnen und Kollegen ausgehalten.
- 13:19Speaker 0: Wenn ich jetzt im Nachhin an sagen würde, wie ist es so weit gekommen, dass ich dann wirklich einen klassischen ... Man nennt es ja eigentlich Burnout.
- 13:26Speaker 0: aber damals, das war Jahre später natürlich.
- 13:30Speaker 0: Also das war alles circa zehn Jahre, hab ich das alles gemacht.
- 13:34Speaker 0: Ich mag diesen Brickgriff nicht so ganz, weil das war nicht nur ein Ausbrennen.
- 13:39Speaker 0: Sondern es war eigentlich ein wirkliches Nicht-Hinter-Fragen von dem was ich wirklich will und Es war eine Erschöpfung.
- 13:46Speaker 0: Das waren richtiges Und das heißt ja auch eigentlich diese diese Diagnose auch so erschöpfungssyndrom beziehungsweise bei mir War dass ne Anpassungsstörung womit ich erst mal gar nichts anfangen konnte weil gesagt wie so Moment ich bin doch ich pass mich doch immer angepasst.
- 13:59Speaker 0: genau das ist ja also verrückt in diesem vor Ort.
- 14:01Speaker 0: Ja, ich bin total angepasste Und das hat mich so tatsächlich auch völlig aus dem Konzept gebracht, dass mein Körper plötzlich komplett nachgelassen hat.
- 14:11Speaker 0: Also es fing an mit kleinen Vivichien.
- 14:13Speaker 0: also ich hatte schon immer Migräne als Kind und diese ganzen Symptome die dann kamen.
- 14:18Speaker 0: Ich hatte plötzlich irgendwie sind mir die Haare mehr ausgefallen, ich hatte unreine Haut, ich habe dann irgendwo plötzlich Schmerzen gehabt oder einfach auch diese extreme Müdigkeit und dann hab' ich halt immer nur so ja das ist halt der Job!
- 14:30Speaker 1: Ja, der Körper signalisiert das viel früher.
- 14:32Speaker 0: Genau und ich habe diese Signale aber einfach nicht beachtet.
- 14:35Speaker 0: Und ja, deswegen war es ein Prozess dieses Nicht-einfachmorgens aufzustehen sagen so jetzt hab' ich keine Lust mehr sondern eigentlich hat der Körper mir gesagt so Jetzt ist irgendwie mal eigentlich Ruhe angesagt und das habe ich einfach übertüncht mit weiterarbeiten bis es dann auch soweit kam als Führungskraft und da war ich damit konfrontiert dass ich mit meinen Mitmenschen nicht richtig kann also ganz bewusst irgendwie auch gefühlt habe.
- 15:01Speaker 0: Irgendwie komme ich hier so nicht weiter und dann wie vom Kopf in den Bauch, in den Körper rein diese ganzen Druckgefühle also irgendwas war da einfach nicht stimmig und emotional hab' ich da wahnsinnig drunter gelitten dass meine Harmoniebedürfnis hier nicht gedeckt ist mein Bedürfniss nach beweisen.
- 15:21Speaker 0: Ich kann es doch gut.
- 15:22Speaker 0: die Leute mögen mich und ich komm noch mit allen klar das war einfach nicht mehr gegeben.
- 15:27Speaker 0: Und dieses Zusammenspiel körperlicher Stress, emotionaler Stress hat dann irgendwann dazu geführt.
- 15:33Speaker 0: Das ist irgendwie wie so eine Art... Wie gesagt einmal hat jemand den Stecker gezogen?
- 15:37Speaker 1: Ja und das war die Erschöpfung quasi vollkommen da.
- 15:41Speaker 1: Die hatte ich dann einfach überrollt.
- 15:46Speaker 1: Was hast du denn in dem Moment gemacht?
- 15:48Speaker 1: Also wie bist du vorgegangen?
- 15:50Speaker 1: Hattest du sofort Eine Idee, wie es weitergehen kann oder an wen du dich richten kannst.
- 15:55Speaker 1: Wo du dir Hilfe holst?
- 15:56Speaker 1: Was hast du gemacht in der Situation
- 15:58Speaker 0: also da ich das ist auch noch dieser Aspekt eigentlich gewohnt war Ich brauche keine Hilfe so dieses.
- 16:06Speaker 0: da ist meine Familie die ist da und Freunde ja aber ich war eigentlich eher diejenige die freundengeholfen hat als ich war immer die die ich komm schon alleine durch.
- 16:15Speaker 0: deswegen war das für mich extrem mühsam.
- 16:18Speaker 0: der Gedanke dass ich Hilfe brauche Und mein Hausarzt damals hat das so angedeutet, ja ich könnte mir vorstellen dass Psychotherapie eine psychologische Unterstützung gut sah und da hab' ich gesagt ne, auch gleich dieses Neh, dann nehme ich jemand anders den Platz weg und alles abgetan.
- 16:38Speaker 0: Ich bin noch nicht psychisch krank und es hat gar nichts damit zu tun Aber da war trotzdem in mir die Stimme eigentlich wie so eine Art, na Mensch das wäre aber ganz schön wenn jemand mal zuhört.
- 16:47Speaker 0: Und ich hatte zur Zeit durch meine Position als Führungskraft angefangen selber einen Coach zu nehmen und mich mit dieser ganzen Thematik Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen eher eigentlich mit der Idee dass braucht mein Team und ich als Chefin muss sie anders auftreten.
- 17:03Speaker 0: Und ich hatte wahnsinniges Glück.
- 17:05Speaker 0: Ich hatte eine ganz tolle Coach, die mir sehr geholfen hatte auch tatsächlich damals schon gesagt hat sie könnte sich das bei mir vorstellen dass ich das selber mal mache und dann war das aber eigentlich mein Coaching Prozess abgeschlossen.
- 17:17Speaker 0: Aber in dem Moment wo es mir so schlecht ging habe ich mich an Sie gewendet.
- 17:21Speaker 0: Ich hab sie sozusagen wieder nach obwohl ich die Ausbildung alles schon gemacht hatte Change Management Moderation also all diese Dinge Wo ich von vornherein eigentlich hätte auch schon ein bisschen wissen müssen, wie kommt es so?
- 17:32Speaker 0: Dass man so erschöpft ist.
- 17:33Speaker 0: An dir habe ich nicht
- 17:34Speaker 1: auf dich bezogen.
- 17:35Speaker 1: Ich hab's
- 17:35Speaker 0: nicht auf mich bezogen!
- 17:37Speaker 0: Das betrifft andere und muss ja anderen helfen.
- 17:40Speaker 0: Und sie ... das war ein wirklich großes Glück.
- 17:42Speaker 0: Sie hat eigentlich von vorein gesagt, dass ist kein Coaching-Thema mehr.
- 17:46Speaker 0: So wie dir es geht und was du mir beschreibst, bräuchtest du mal eine Auszahl der Therapie.
- 17:52Speaker 0: Und dann musste ich mich ein bisschen mit diesem Gedanken einfach erstmal abfinden.
- 17:57Speaker 0: Das ist ja schon eine Weile her, deswegen war es noch nicht ganz so dramatisch mehr den Therapieplätzen.
- 18:02Speaker 0: Sie hat mir niemand empfohlen und bei dem habe ich begonnen, eine Therapie zu machen und hab sofort gemerkt, Mensch das tut mir gut!
- 18:09Speaker 0: Mit jemandem komplett neutralen, den ich nie gesehen habe, wertungsfrei über mein Leben zu sprechen.
- 18:16Speaker 0: Der mir dann empfohlene hatte eigentlich mal ganz raus zu gehen, aus meinem ganzen Umfeld rauszugehen und in eine psychosomatische Klinik zu gehen.
- 18:24Speaker 0: Und das war Shilu für mich ein Moment wo ich dachte ne was ist denn jetzt los?
- 18:30Speaker 0: Also es war wie so ein Kartenhaus was zusammenbricht die Vorstellung du musst in so einer Klinikum.
- 18:36Speaker 0: und gleichzeitig habe ich aber ganz intuitiv gefühlt dass ich sehne mich aber eigentlich danach mal wirklich Ruhe zu haben.
- 18:46Speaker 0: Ich konnte mir nur nicht vorstellen, was passiert denn in so einer Klinik?
- 18:49Speaker 0: Den Burnout-Begriff zu der Zeit gab es ja auch nicht so und also das war mit sehr viel muss ich wirklich dazu sagen schambehaftet.
- 18:57Speaker 0: Ich habe mich geschämt dass ich so jetzt nach so einem Ja, Karriereverlauf und eigentlich war ich doch immer.
- 19:04Speaker 0: Und da kommt so ein bisschen auch dieses Bild was ich oft in meinen Vorträgen benutze der Wonder Woman.
- 19:09Speaker 0: also ich habe immer diese Comicfigur so verherrlicht und rede heute noch darüber dass ich so sein wollte.
- 19:16Speaker 0: Ich wollte diese gut aussehen, eine starke dynamische fröhliche Frau sein die keine Hilfe braucht, die ja fröhlich ist und glänzt und anderen mit ihrem Glanz irgendwie in ihrem Leben weiterhilft.
- 19:28Speaker 0: das ist jetzt so betrieben dargestellt.
- 19:29Speaker 0: aber da war schon so ne Erwartung an mich Und ich glaubte dass meine Umwelt das von mir erwartet und ich betone das bewusstso weil Das es eigentlich der Kern meiner Arbeit zu sagen wir müssten das hinterfragen was wollen denn eigentlich andere von mir?
- 19:43Speaker 0: und stimmt es überhaupt dass meine Eltern, meine Chefs und meine Kollegen wollten.
- 19:49Speaker 0: Dass ich da immer so glänze- und fröhlich bin wahrscheinlich überhaupt nicht weil das war ja gar nicht ganz authentisch.
- 19:56Speaker 0: Wahrscheinlich hätte ich damals viel mehr wirklich erzählt.
- 19:59Speaker 0: wie es mir geht wäre vielleicht sogar sympathischer gewesen Weiß man im Nachhinein nicht.
- 20:04Speaker 0: aber das habe Ich nicht gemacht.
- 20:05Speaker 0: Und diese Scham behaftete Das musste ich erst mal lernen auch zu verstehen.
- 20:11Speaker 0: Da ist überhaupt keine Scham dahinter sondern Ich habe dann, weiß ich noch wie zu Freunden gesagt hab es wäre für mich leichter gewesen.
- 20:18Speaker 0: Ich werde die Treppe runter gefallen und hätte mir beigebrochen.
- 20:20Speaker 1: Hätte eine
- 20:21Speaker 0: Entschuldigung gehabt.
- 20:22Speaker 0: und genau weil es war schon... Es gab Momente, das sage ich hier ganz offen.
- 20:28Speaker 0: Ich glaube, da können sich viele so ein bisschen mit reinfühlen.
- 20:32Speaker 0: Es gab momente, wenn ich im Auto saß, stundenlang in dem Job davor noch, wo ich mir fast gewünscht hätte, einen Autounfall zu haben.
- 20:40Speaker 0: Also gar nicht Schlimmes!
- 20:41Speaker 0: Aber der war eine Sehnsucht.
- 20:42Speaker 0: Jetzt möchte ich eigentlich mal irgendwie liegen im Krankenhaus sein und mich kümmern ... also sich kümmert jemand um mich?
- 20:50Speaker 0: Und das fand ich erschrecken.
- 20:51Speaker 0: Das fand ich richtig erschreckend.
- 20:52Speaker 0: zwischendurch und gleichzeitig habe ich diesen Gedanken immer wieder weggeschoben, und hab nicht gesagt naja woher kommt das denn eigentlich?
- 20:58Speaker 0: sondern einfach nur so quatsch weiter machen.
- 21:00Speaker 0: aufgeben ist keine option Was ich auch immer noch glaube, aber es ist eine andere Form von Glaubenssatz.
- 21:07Speaker 0: Ich glaube
- 21:08Speaker 1: das auch.
- 21:09Speaker 1: Aber es ist ganz wichtig dass man nicht hart zu sich selbst dann ist indem er dazu hart zu sein.
- 21:13Speaker 0: Genau und wenn man das aber nie gelernt hat so und immer glaubt herrte ist der Weg war das halt in dem Moment für mich wie so ne innere Revolution.
- 21:23Speaker 0: auf einmal bin ich dort also jetzt in der Klinik mit ganz vielen anderen den Tag viel viel schlimmer Dinge passiert sind auch viel mit Tod und Trauer.
- 21:32Speaker 0: Und dann wurde mir plötzlich bewusst, A. Es gibt einen Weg, dir geht es nicht so schlecht wie es wahrscheinlich anderen geht und gleichzeitig ist das in Ordnung dass es dir nicht gut geht.
- 21:44Speaker 0: also der Vergleich hat mit zwar gut getan aber ich durfte den auch zulassen und den habe ich ja früher nie zugelassen.
- 21:50Speaker 0: Das war immer so anderen geht's schlimmer als die er macht weiter.
- 21:53Speaker 0: Und in dieser Klinik, was ich jetzt wirklich als mal das Geschenk meines Lebens so betrachte, habe ich mich natürlich auch das erste Mal überhaupt mit psychischen Erkrankungen beschäftigt und mit Psychosomatik beschäftigt.
- 22:06Speaker 0: Deswegen sage ich auch immer es ist ein Weg weil ich da lernen durfte wie's ist wenn man sich Zeit für sich nimmt, wenn man Dinge hinterfragt.
- 22:13Speaker 0: Das war eine wunderschöne Erfahrung.
- 22:15Speaker 0: aber jetzt mit der Arbeit die ich jetzt mache denke ich immer ich wünsche vielen dass sie halt vorher.
- 22:20Speaker 0: Also das ist gar nicht, dass da zu kommt.
- 22:21Speaker 0: Auch wenn es toll war da, wie ich immer wieder sage, so eine Auszeit könnte ich mir häufiger noch wünschen.
- 22:27Speaker 0: aber das war sehr anstrengend für mich und ich wünschte mir... Ich hätte halt vorher gestartet!
- 22:33Speaker 0: Ich sag' das auch zu allen die mich danach fragen oder auch mal auf Fragen ja, wie geht's dir denn jetzt?
- 22:39Speaker 0: Du sagtest zu Beginn radikale Veränderung.
- 22:42Speaker 0: Ja, es is ne radikal Veränderungen Aber radikal eigentlich.
- 22:46Speaker 0: nur weil ich jetzt auf sozusagen dass alles genommen habe, was ich gelernt habe und jetzt es anders anwende.
- 22:53Speaker 0: Radikal ist es eigentlich nicht denn das war wie gesagt alles ein Weg und ein Prozess und der geht immer weiter.
- 22:59Speaker 0: also es ist... Ich hab immer noch Momente wo ich meine eigenen Erwartungen hinterfragen muss, wo ich mich selber ertappe, dass sich da viel zuviel von mir will oder wie ich zu Beginn gesagt dass ich mich mal fragen muss, wo willst du hin?
- 23:13Speaker 0: Was bedeutet eigentlich Erfolg für dich?
- 23:15Speaker 0: Also was erwarte ich jetzt alleine in so ein Gespräch, das ich führe.
- 23:19Speaker 0: Gibt es da eigentlich eine Erwartungshaltung, die dahinter ist?
- 23:21Speaker 0: Was erwartet Chilou jetzt von mir in einem Gespräch?
- 23:24Speaker 0: oder
- 23:25Speaker 1: was
- 23:26Speaker 0: passiert in einem Jahr?
- 23:27Speaker 0: diese typischen Fragen?
- 23:28Speaker 0: Wo willst Du hin?
- 23:29Speaker 0: Das kommt immer wieder!
- 23:31Speaker 0: Aber jetzt habe ich ne Technik, die anders zu beantworten und vor allem die Fragen auch zuzulassen und sie nicht zu verdrängen.
- 23:38Speaker 0: Und das ist, was ich so gerne auch sage, genießt diesen Weg.
- 23:43Speaker 0: Weil wenn man sich einmal auf diesem Weg macht, sich selber mehr zu mögen und sich selbst zu nähern – das macht riesig Spaß!
- 23:52Speaker 1: Das merkt man dir auch an, dass du jetzt dadurch natürlich vielmehr... nicht nur zu dir selber gefunden hast, sondern auch genau weiß was deine Motivation ist und warum du das machst.
- 24:02Speaker 1: Was du heute machst?
- 24:03Speaker 1: Und das ist eben sehr schön.
- 24:04Speaker 1: Ich möchte nochmal einmal zurück auf dieses Thema Auslandsreisen und auch andere Wohnorte.
- 24:10Speaker 1: Glaubst Du dass der Blick aus der Distanz heraus die Perspektive wechseln zu können und auch zusehen Ist das der richtige Weg auf dem ich noch bin?
- 24:19Speaker 1: hat Dir das geholfen damals oder hatte das gar nichts damit zu tun?
- 24:24Speaker 0: doch absolut.
- 24:25Speaker 0: Also erst mal habe ich ja das Glück, ich bin mit zwei Kulturen aufgewachsen also italienische Mutter und deutscher Vater, das hat natürlich mich auch schon geprägt.
- 24:33Speaker 0: Zwei verschiedene Perspektiven sozusagen aus Kultursicht.
- 24:37Speaker 0: es ist zwar in vielen Dingen gar nicht so unterschiedlich aber das hat mich natürlich auch mit zwei Sprachen schon geplägt.
- 24:42Speaker 0: Von daher und ich war immer interessiert an anderen Ländern, an anderen Kulturen.
- 24:46Speaker 0: Und ich glaube das Interesse und die Neugierde, die ich eh schon in mir hatte hat eigentlich mitbeinhaltet dass man irgendwie Perspektiven wechsel kann.
- 24:54Speaker 0: Aber das war schon in mich sowieso glaub' ich drin eine Neugiere unten in der Lust auch die Perspektive zu wechseln.
- 25:01Speaker 0: Womit ich das gerne noch beantworten möchte?
- 25:02Speaker 0: Weil das möchte ich immer so als Bild mitgeben.
- 25:05Speaker 0: Ich hole jetzt kurz aus aber Ich beschäftige mich ja mit dem Thema Erwartungen.
- 25:10Speaker 0: Und als ich anfing, habe ich mich erst mal mit dem Wort auch beschäftigt.
- 25:13Speaker 0: und Erwartung, da steckt das Wort Warten drin.
- 25:16Speaker 0: Die Warte ist dieses Ausguckloch in einem Turm und ich nehme dann auch immer dieses Bild, dass eigentlich was passiert hier oben?
- 25:23Speaker 0: Da sitzt jemand und wir gucken runter also vielleicht damals als Soldat mit einem Gewehr im Anschlag und guckt entweder kommt der König angeritten oder der Feind kommt angeritten.
- 25:33Speaker 0: aber man ist eigentlich in einer Warteposition.
- 25:37Speaker 0: Worauf wartet man?
- 25:38Speaker 0: auf das, was da kommt?
- 25:39Speaker 0: Und ich beschreibe, dass dann immer das eigentlich Erwartungen nichts anderes sind als unsere Vorstellungen.
- 25:44Speaker 0: Unsere Vorstellung von wie sollen wir sein, wie sollen andere sein und wie glauben wir, dass andere uns sehen.
- 25:51Speaker 0: und wie solln wir sein?
- 25:52Speaker 0: Wie soll der Urlaub sein die Vorstellung, wie mein Leben verlaufen soll, die Vorstellung, wie ich auszusehen habe also ganz viele Bilder in unserem Kopf und ich stelle mir das denn so vor Wir sitzen alle in diesem Turm gucken darunter und warten, dass unsere Vorstellung in Erfüllung gehen oder diese Erwartungshaltung in Erfüllung gehen.
- 26:08Speaker 0: Und dieses Bild ist eigentlich so, dass ich mir immer wünsche, dass wir runterkommen von diesem Turm und mal in die anderen Türme reingehen.
- 26:15Speaker 0: Da sind wir bei diesen Perspektivwechseln.
- 26:17Speaker 0: Also eigentlich mal gucken ... Die Vorstellung, die eine Shilu hat oder meine Kollegen haben muss ja anders sein!
- 26:24Speaker 0: Weil mein Turm ist ja meine Prägung, meine Erziehung, meiner Zweisprachigkeit... das, was mir meine Eltern, meine Lehrer oder vielleicht irgendwann die Uni-Professoren vermittelt haben.
- 26:37Speaker 0: Das ist ja alles in meinem Kopf!
- 26:39Speaker 0: So funktioniert meine Welt – in meinem Turm.
- 26:42Speaker 0: und wenn ich dann mal da runter steige und mir den Turm von jemand anderes angucke also so ein bisschen nicht jetzt so Rapunzelmäßig aber so Ich gehe auch in den Turmen und schaue mal von da aus runter und denke ach sehr interessant Shilu's Turm Und der Ausblick von ihrem Turm ist ein ganz anderer.
- 26:57Speaker 0: Vielleicht ist das ja auch mal interessant, also dieses Perspektivwechsel wirklich zwischenmenschlich zu machen und zu gucken woher kommt denn dieser Blick von mir?
- 27:08Speaker 0: Und warum kommt der Blick von den anderen eigentlich ganz anders bei mir an?
- 27:12Speaker 0: Also diese Neugierde zu haben, nicht nur kulturell wurde mir da in die Wiege gelegt sondern durch das Reisen durch ganz internationales Arbeiten wirklich die Neugiere in den anderen Menschen.
- 27:25Speaker 0: Also wie sieht der Turm also die Erwartung?
- 27:28Speaker 0: Die Vorstellung der Anderen aus und stimmt überhaupt meine Perspektive.
- 27:33Speaker 0: Also kann ich einfach sagen, die Welt soll so aussehen nur weil ich so erzogen geprägt wurde und deswegen hat mir das glaube ich sehr geholfen erstmal zu verstehen wir sind alle so unterschiedlich.
- 27:43Speaker 0: Nur fühlt sich das halt nicht immer gut an und es fühlte sich auch nicht immer good an wenn der Chef eine Erwartungshaltung hat oder die Geschwister wo man eigentlich Da wäre ich nicht so einverstanden mit es.
- 27:54Speaker 0: Und dann aber die Fähigkeit zu besitzen, auch ganz bewusst zu sagen nee, die Erwartung erfülle ich aber nicht weil sie meinen Bedürfnissen nicht entspricht.
- 28:01Speaker 0: Ich habe eine andere Vorstellung.
- 28:03Speaker 0: Deswegen darf ich auch Nein sagen.
- 28:04Speaker 0: zum Beispiel
- 28:05Speaker 1: Das ist ein ganz schönes Bild finde ich das Bild mit den Türmen und der Warte sozusagen Die jeder hat dem Ausblick, der Perspektive auf das Leben Und gleichzeitig, finde ich steckt dahinter ja auch immer eine bestimmte Wertung.
- 28:21Speaker 1: Du hast es auch beschrieben, wenn du selber eine Erwartungshaltung auf dein Leben hast und wie sich deine Laufbahn entwickeln soll dann wertest du damit ja auch gleichzeitig ein dass das gut ist diese Erwartungshaltung.
- 28:36Speaker 1: die soll so sein und andere Erwartungen sind dann eben vielleicht nicht so gut.
- 28:41Speaker 1: und deswegen finde ich das so schön wie du es beschrieben hast die Perspektive auch auf menschlicher Ebene zu wechseln.
- 28:49Speaker 1: und trotzdem da die Frage jetzt anschließend.
- 28:52Speaker 1: Kannst du ein Beispiel nennen von einer Erwartungshaltung, die du vorher hattest, die dann verändert hast nachdem du dich in die Perspective eines anderen Menschen begeben hast?
- 29:03Speaker 0: Also die erste, die mir jetzt wirklich so intuitiv einfällt ist tatsächlich ... Die Erwartungshaltung.
- 29:10Speaker 0: ich muss immer für andere da sein Ich muss anderen helfen zuhören, wenn sie mich brauchen und möglichst Hilfestellung zu leisten.
- 29:21Speaker 0: Als dann aber alles so viel wurde und ich eigentlich gemerkt habe die Kapazitäten, die ich habe, soviel zuzuhören, so viele Hilfe zu leisten plus meinen Job zu machen plus meine eigenen Situationen mit Beziehungen oder Umzügen eigentlich alles geregelt zu bekommen wie ich zu Anfang gesagt habe, war nämlich nicht diejenige, die selber um Hilfe gebeten hat.
- 29:43Speaker 0: Also ich hatte immer ein sehr starkes Ohr für andere aber ich hab selten das Ohr von anderen benutzt oder genutzt.
- 29:49Speaker 0: und dann habe ich versucht es irgendwie trotzdem zu machen.
- 29:54Speaker 0: und als ich gelernt habe dass ist für den Anderen ja gar nicht unbedingt so schön ist wenn ich immer da bin und helfe aber innerlich mich eigentlich gar nicht bereit dafür fühle oder gar nicht die Kapazitäten habe.
- 30:08Speaker 0: Das heißt also bis mir irgendjemand mal auch gesagt hat, das werde ich nie vergessen eine Freundin, die zu mir sagte warum sagst du mir das nicht?
- 30:16Speaker 0: Dass du eigentlich dafür gerade gar keine Kraft hast denn das ist ja für mich viel schlimmer zu wissen Ich erzähle dir meine Probleme und du hast selber welche Und vielleicht hätte ich in dem Moment ja auch einfach sagen können Na ja, wir reden später über mein Thema.
- 30:31Speaker 0: Komm erst du mal mit deinem.
- 30:33Speaker 0: Also jetzt mal ganz banal gesagt dass es eigentlich für jemanden anderen kein schönes Gefühl ist wenn man etwas macht was der andere eigentlich gar nicht bereit ist zu tun oder gar nicht die Kraft zu hat.
- 30:43Speaker 0: und da ist mir klar geworden dass ich da eigentlich die anderen auch ein Stück weit so betrüge.
- 30:48Speaker 0: Und da habe ich meine Erwartungshaltung geändert, weil ich plötzlich die Perspektive der anderen Person eingenommen habe.
- 30:53Speaker 0: Das ist ein gutes
- 30:54Speaker 1: Beispiel.
- 30:54Speaker 1: das macht es auch noch etwas klarer glaube ich an dieser Stelle denn ich bin sicher wir haben alle Beispiele dafür die uns sofort einfallen wo wir eine bestimmte Erwartungshaltung hatten an uns oder anders umfällt Und dann, die vielleicht noch mal relativiert haben nachdem es gelungen ist eine andere Perspektive mal einzunehmen und das zu hinterfragen ob das wirklich richtig und gut war in dem Moment.
- 31:17Speaker 1: Du hast dieses schöne Bild von den Türmen genutzt und das erscheint mir schon so wie eine Methode um aus einer anderen Sichtweise einmal auf das eigene Leben zu gucken oder nicht gar nicht so groß sondern auch die eigene Haltung in bestimmten Momenten zu gucken.
- 31:33Speaker 1: Wie ist es ansonsten?
- 31:36Speaker 1: noch möglich Klarheit zu gewinnen.
- 31:38Speaker 1: Gibt es noch andere Methoden, die dir einfallen oder Techniken, die uns im Alltag helfen?
- 31:45Speaker 1: Einfach mal auf bestimmte Themen oder Momente einen anderen Blick zu bekommen!
- 31:51Speaker 0: Ja, tatsächlich habe ich eine eigene Methode entwickelt.
- 31:54Speaker 0: Und ich hatte dir ja anfangs gesagt dass ich gerade ein Buch geschrieben habe.
- 31:59Speaker 0: was gerade beim Verlag ist, wird gerade produziert kommt im Herbst raus und da beschreibe ich das tatsächlich so ein bisschen intensiver auch und es ist eine Methode mit nur drei Fragen.
- 32:12Speaker 0: Die haben mir damals sehr geholfen, die sind aus mir raus entstanden weil ich eigentlich sehr pragmatisch bin und ich brauche Klarheit.
- 32:21Speaker 0: Und ich brauch manchmal so sehr ... das ist meine deutsche Seite.
- 32:24Speaker 0: ein bisschen Struktur und Ordnung auch in meinen Gedanken.
- 32:28Speaker 0: Diese drei-Frage-Methode, das nenne ich die Blackbox-Methode kam hier der Begriff von Blackbox wenn man einen Flugzeug absturzt.
- 32:36Speaker 0: Man braucht diese eine Box um zu verstehen was passiert Und um zu verhindern, dass es normal passiert.
- 32:43Speaker 0: Diese drei Fragen habe ich dir mal mitgebracht und kann dich gerne einfach sagen das ist ganz einfach.
- 32:49Speaker 0: Ich beschreibe das immer so.
- 32:50Speaker 0: die erste Frage ist was passiert eigentlich wirklich?
- 32:53Speaker 0: Also versuchen in diese Situationen sich eine Brille aufzusetzen und sagen jetzt bin ich der Kriminalpolizist der irgendwie zum Tatort kommt.
- 33:00Speaker 0: Wir gucken die Situationen der wir gerade sind Die Vergangenes oder vor uns liegt ganz neutral.
- 33:06Speaker 0: Wir versuchen ganz bewusst die Emotion und Interpretation wegzulassen.
- 33:11Speaker 0: Und wir gucken nur auf die Fakten, also das schreiben uns am besten auf.
- 33:14Speaker 0: so was ist eigentlich wirklich die Situation?
- 33:16Speaker 0: Und dann ist die zweite Frage – und das ist so dieses Kernthema – wer erwartet was?
- 33:21Speaker 0: Wirklich in den Situationen zu gucken, was ist die Erwartungsrichtung?
- 33:25Speaker 0: Und es gibt immer nur drei!
- 33:26Speaker 0: Es gibt eigentlich Was erwarte ich von mir selber?
- 33:29Speaker 0: Was erwartete ich von anderen?
- 33:31Speaker 0: Und was erwarten andere von
- 33:33Speaker 0: mir?!
- 33:33Speaker 0: Es gibt nur diese drei Richtungen.
- 33:35Speaker 0: Und in der Situation sich zu fragen, welche Erwartungsrichtung kenne ich wirklich?
- 33:40Speaker 0: Das ist eigentlich meistens meine eigene oder die von anderen Fals, die mir das explizit gesagt haben.
- 33:45Speaker 0: Ist aber selten der Fall.
- 33:46Speaker 0: Richtig!
- 33:48Speaker 0: Selten wissen wir in solchen emotionalen Situationen eigentlich wirklich was will der andere von mir?
- 33:52Speaker 0: und in dem Moment wo ich verstehe dass ich das eigentlich gar nicht weiß da liegt eigentlich schon die Lösung.
- 33:59Speaker 0: Es wird immer klarer und das erlebe ich halt seit Jahren, seitdem ich das mache auch mit meinen Kunden.
- 34:03Speaker 0: Dass in dem Moment wie so eine Art Entspannung kommt weil es plötzlich klar ist naja... Mit dieser Unklarheit ist ja klar dass sie mich nicht gut fühle.
- 34:11Speaker 0: also das heißt da wirklich erstmal gucken was ist die Situation wer erwartet wo?
- 34:16Speaker 0: bin ich mir sicher dass sich das weiß.
- 34:18Speaker 0: Und die dritte Frage, das ist so ein bisschen die schwierigere.
- 34:20Speaker 0: Aber was macht mir Angst?
- 34:22Speaker 0: oder was macht mit Sorge für die, für die das Wort Angst zu groß ist?
- 34:26Speaker 0: Aber was ist eigentlich dieses innere Unruhegefühl?
- 34:29Speaker 0: und da wirklich tiefer reinzugehen?
- 34:32Speaker 0: Okay ich habe Angst einen Nein zu bekommen.
- 34:34Speaker 0: Ich hab Angst dass der Partner mich verlässt.
- 34:36Speaker 0: Ich habe Angst ehrlich zu sein weil ich dann als Schwach dargestellt werde.
- 34:42Speaker 0: All diese Themen zu gucken, was ist es, was mir Sorge macht und ich habe gesehen dass durch diese drei Fragen ganz viel wirklich so bewusst sein.
- 34:51Speaker 0: Passiert.
- 34:52Speaker 0: Es sind ja drei einfache Fragen?
- 34:54Speaker 1: Ja, wobei bei der zweiten Frage zum Beispiel wer erwartet was?
- 34:57Speaker 1: also wenn ich jetzt nicht ganz sicher bin was andere von mir erwarten kann Ich dann hingehen und das fragen.
- 35:02Speaker 1: Also ich war mal so ganz platz.
- 35:04Speaker 1: ist es Dann eine Lösung das zu adressieren?
- 35:07Speaker 1: oder?
- 35:08Speaker 1: ich meine Das ist ja auch nicht einfach sowas zu viel adressierend wir kennen es im Alltag auch zu selten wahrscheinlich Und es hängt viel mit Vertrauen zusammen dann in der Situation Einfach die nachfrage zu stellen
- 35:19Speaker 0: Und das ist dann der sozusagen zweite Schritt.
- 35:21Speaker 0: Der erste Schritt sind diese drei Fragen erst mal für sich zu beantworten, also in ihre eine Selbstreflektion zu gehen und vielen ist das schon zu groß das Wort.
- 35:28Speaker 0: Deswegen sage ich ja stell dir doch einfach erstmal nur die drei Fragen im Stift schreibe dir das mal auf.
- 35:32Speaker 0: Ich würde mir so wünschen für die Zuhörer mal ein bisschen sich zu sensibilisieren.
- 35:37Speaker 0: auf wie oft vermuten wir etwas?
- 35:40Speaker 0: Genau wie du sagst, der nächste Schritt ist dann in einen Gespräch zu gehen.
- 35:45Speaker 0: Das macht ja vielen Angst!
- 35:46Speaker 0: Ja, dieses ... Jetzt muss ich mit denen reden.
- 35:49Speaker 0: Und jetzt muss sich da offenbaren wie es mir geht und ich muss zugeben dass ich damit Schwierigkeiten habe.
- 35:54Speaker 0: Da sage ich immer ja das ist eigentlich das was wir zwischenmenschlich machen müssen nämlich kommunizieren.
- 35:59Speaker 0: aber ich mache's dir leichter indem wir Fragen stellen weil wenn du eine Frage stellst musst du hier erstmal gar nichts erklären sondern du stellst ne Frage und ich stelle das dann mal wie so ein Bild dar.
- 36:09Speaker 0: Du nimmst so einen Ball und gehst in ein Gespräch und sagst du Shilu ich möchte heute gerne mal mit dir best besprechen Und zu Beginn des Gesprächs hast du den Ball und wirfst ihn einfach mal rüber.
- 36:19Speaker 0: Und wartest ab, was denn da von dem anderen kommt?
- 36:21Speaker 0: Das sind ganz einfache Fragen.
- 36:23Speaker 0: dieses Du... Was erwartest du in der Situation für mich?
- 36:26Speaker 0: Was wünschst du dir?
- 36:27Speaker 0: Was brauchst du?
- 36:28Speaker 0: Wie hast du gerade unseren Streit unserer Situation
- 36:31Speaker 0: empfunden?".
- 36:32Speaker 0: Also möglichst offene Fragen, damit nicht nur so ein Ja oder Nein kommt.
- 36:35Speaker 0: Sondern dass eine Frage kommt oder ich stehe eine Frage stellen kann und eine Antwort kommt wo ich sofort mit den Informationen etwas anfangen kann.
- 36:42Speaker 0: Und das ist ein bisschen eine Trainingsfrage.
- 36:44Speaker 0: Was sind immer die gleichen Fragen?
- 36:46Speaker 0: Und dann auch am Ende sagen okay wie können wir einen Weg finden, dass es uns beiden damit gut geht weil du involvierst den anderen in sozusagen eine Lösung zu finden.
- 36:56Speaker 0: und gleichzeitig ist es in der Form von Wertschätzung zu sagen du Ich erzähle dir nicht einfach nur, was ich doof finde.
- 37:02Speaker 0: Wie es mir geht sondern ich involviere dich und gucke auch wie geht's dir denn damit?
- 37:07Speaker 0: Also das ist diese sozusagen drei Fragen erstmal für sich selbst da entsteht sowieso viel Klarheit und dann in die Fragen an die anderen zu gehen.
- 37:16Speaker 0: Und meine Erfahrung ist jetzt durch gerade mit vielen Teams, dass das ganz oft nicht passiert.
- 37:21Speaker 0: Sondern wir klagen an, wir bewerten und gehen in Rechtfertigung.
- 37:27Speaker 0: Wir sagen den anderen grad wenn wir auch Führungskräfte sind wie es zu sein hat weil nochmal unser Turm ist ja der Turm den wir uns vorstellen und stellen viel zu wenig Fragen.
- 37:38Speaker 0: Wie stellst du dir das denn vor?
- 37:40Speaker 0: Unsere Zusammenarbeit was ist deine Erwartungshaltung wenn wir zusammenarbeiten Und wenn ich dir sage, was ich erwarte oder mir wünsche.
- 37:47Speaker 0: Wie ist das für dich?
- 37:49Speaker 0: Und es hört sich für viele immer so weich an und so Ja, dafür habe ich ja keine Zeit.
- 37:54Speaker 0: Wenn ich jetzt mit jedem besprechen würde, was die sich wünschen, dann kommen so Sprüche wie hier kein Wunschkonzert.
- 38:00Speaker 0: Das macht mich manchmal ein bisschen traurig, weil ich glaube aber, dass eigentlich die Essenz des Ganzen und Erwartungsmanagement ist genau das.
- 38:07Speaker 0: Ich hab den anderen einzulassen selber schon zu fühlen, was brauche ich bevor ich in eine Beziehung gehe, ob das nun Arbeitsbeziehung ist oder Beziehungen zu Hause.
- 38:17Speaker 0: Also diese Fragen sind eigentlich die Basis einer zwischenmenschlichen Kommunikation.
- 38:23Speaker 0: Zusammenarbeit?
- 38:24Speaker 0: Ja
- 38:24Speaker 1: sehr gut!
- 38:24Speaker 0: Das habe ich ihm vergessen.
- 38:25Speaker 0: natürlich auch wenn ich eine Erwartungshaltung an den anderen habe, habe ich das eigentlich je kommuniziert weil ich kann ja ganz viel von dir erwarten.
- 38:33Speaker 0: aber und das ist ja so dieses Kernthema Wenn Ich das nicht ausspreche, wenn ich das nicht in der Lage bin so zu formulieren, dass der andere versteht was ich meine.
- 38:42Speaker 0: Dann kann er ja auch nicht sagen nein!
- 38:44Speaker 0: Ich erfülle die Erwartung nicht oder ja gerne mache ich weil wir können ja nicht die Gedanken der anderen lesen und die anderen können meine Gedanken nicht lesen.
- 38:51Speaker 0: das heißt also da immer zu prüfen kenne ich die der Anderen?
- 38:54Speaker 0: Und habe ich meine wirklich ausformuliert und ich denke gerade in dem Bereich so private Beziehungen passiert das ganz selten.
- 39:03Speaker 0: Und da ist, glaube ich der Kern, wo auch darin meine Arbeit besteht, wo ich dieses Buch drüber geschrieben habe was für ein Schlüssel zu Erfolg aber auch zu Glück ist wenn man Erwartungen bespricht hinterfragt ausspricht und bewusst danach lebt.
- 39:22Speaker 1: Ich finde es sehr gut weil das beschreibt eigentlich die Klarheit die dann entstehen kann und es beschreibt für mich nicht eine falsche Harmonie, weil ich glaube das wird dir auch mal als Rückfrage gestellt.
- 39:34Speaker 1: Wie ist jetzt denn darum hier irgendwie auf Zwang einen Harmoniebedürfnis zu erfüllen oder sowas?
- 39:40Speaker 1: Das ist ja gar nicht hier das Ziel sondern es geht nur um die Klarheit.
- 39:44Speaker 1: und trotzdem kann ich dann wenn ich die Klarkeit habe bei meiner Haltung bleiben und kenne aber einfach die Haltung unsichtweise des anderen und kann darauf dann bestimmt auch an der ein oder anderen Stelle eingehen und ein Kompromiss vielleicht auch finden gemeinsam.
- 39:59Speaker 1: Also diese Klarheit ist, glaube ich das Wichtige.
- 40:01Speaker 1: Und das Harmoniebedürfnis... Das ist trotzdem etwas was mir noch mal wichtig ist zu hinterfragen weil natürlich gibt es das auch in ganz vielen Konstellationen dass Menschen ein überhöhtes Harmonie-Bedürfnissen haben.
- 40:16Speaker 1: also dieses überhöhte Harmonie Bedürfnisse ist auch etwas was ja gar nicht so erstrebenswert und wünschenswert ist wie gefährlich permanent das Harmoniebedürfnis.
- 40:27Speaker 1: Was kannst du da aus deiner Erfahrung jetzt auch als Workshop-Begleiterin oder als Coach sagen?
- 40:34Speaker 1: Erlebst du das häufig, erlebst du es auch in Teamkonstellationen häufig?
- 40:39Speaker 0: Sehr häufig!
- 40:39Speaker 0: Gerade natürlich in Berufen wo auch soziale Berufe sowieso darum geht den anderen zu helfen und ich erlebt es vor allem ganz oft wenn es Stresssituationen, darum geht schnell Entscheidungen zu treffen und die Leute Angst haben Entscheidung zu treffen.
- 41:00Speaker 0: und dann in Konflikte eventuell zu geraten.
- 41:02Speaker 0: Das ist natürlich das Schlimmste für harmoniebedürftige Menschen, in eine Konfrontation zu geraden.
- 41:06Speaker 0: Und ich sehe das sehr oft und versuche aber immer zu sagen also ich kann nichts Besseres passieren als Konflikte zu haben.
- 41:12Speaker 0: Denn Konflichte so wissen wie das Pfeffer in der Suppe nicht nur das Salz sondern das macht es ja eigentlich so spannend und daraus entsteht ganz viel.
- 41:20Speaker 0: Aber wir haben halt nie gelernt und ich muss auch wirklich sagen damals auch an der Schule nicht wirklich Wie geht man mit Konflickten konstruktiv um?
- 41:28Speaker 0: Was ist denn das positive da?
- 41:30Speaker 0: Und Harmonie an sich ist ja das, was wir brauchen.
- 41:33Speaker 0: Also um Gottes Willen.
- 41:35Speaker 0: Das ist ja der Schönste, was uns passieren kann, dass wir harmonisch miteinander arbeiten.
- 41:38Speaker 0: aber es muss halt harmonisch konstruktiv sein – effizient und effektiv also wenn wir in einem Team arbeiten und Projekte haben.
- 41:45Speaker 0: Das heißt nicht um jeden Preis!
- 41:48Speaker 0: Was ich in meinen Coachings und auch in meinem Team-Meeting oft sage lasst uns doch mal gucken, was alles positiv an einem Konflikt ist.
- 41:56Speaker 0: Also warum brauchen wir nicht um jeden Preis Harmonie?
- 41:58Speaker 0: Was kann aus einem Konflikt entstehen.
- 42:00Speaker 0: Und wenn ich jetzt zurückgehe zu dieser Methode und überhaupt zum Erwartungsmanagement, ist es nicht nur Klarheit was du gewinnen kannst sondern mein Ziel ist es die Leute in die Selbstsicherheit zu bekommen.
- 42:10Speaker 0: das heißt also Ich bin mir meiner sicher hat ja auch ganz viel mit psychologischer Sicherheit zu tun in Intimes.
- 42:16Speaker 0: ne ich kann in Ruhe schlafen auch wenn ich ein Fehler gemacht habe ich kann das ansprechen.
- 42:21Speaker 0: aber was da durch entsteht auch durch diese Methodik Wenn du Erwartungshaltung hinterfragst, ist diese Sicherheit dir selbst gegenüber.
- 42:30Speaker 0: Dass du dafür einstehst was dir wichtig ist, was deine Bedürfnisse sind, was deiner Erwartungshaltung sind und in dem Moment wo du trainierst sicherer aufzutreten, sicherer wirklich innen drin zu sein hast Du auch nicht mehr so'n starkes Harmoniebedürftest.
- 42:44Speaker 0: weil du bist ja sicher dass auch wenn ich mal nein sage auch wenn Ich dir mal sage du verstehe ich alles aber ich bin andere Meinung.
- 42:52Speaker 0: oder könnten wir so machen?
- 42:54Speaker 0: Ich hab da noch eine andere Idee, wollen wir uns die nochmal anschauen.
- 42:57Speaker 0: Also all diese Dinge mit denen wir so hardern, die eigentlich leicht aussehen aber halt wirklich Menschen so schwer fällt und das trainiere ich mit dieser Methodik oder mit dieser Thematik weil wenn wir alle selbstsicherer sind und viel mehr zu uns stehen was nichts mit Egoismus zu tun hat weil du das vorhin auch gesagt hattest gehen wir auch ganz anders und viel wertschätzen damit aneinander um.
- 43:17Speaker 0: dann sind Konflikte etwas was sich dann immer ein bisschen lustig versuche zu sagen wonach wir uns sehen.
- 43:23Speaker 0: Aber was kann Schöneres passieren, als in einem Konfliktgespräch oder eine Diskussion in einer Auseinandersetzung zu gehen und da vielleicht bereichert rauszukommen?
- 43:32Speaker 0: Ohne das Gefühl zu haben.
- 43:33Speaker 0: Oh Gott!
- 43:33Speaker 0: Der mag mich jetzt nicht mehr oder jetzt hat das negative Konsequenzen oder so.
- 43:37Speaker 0: Und das ist alles ne Form des Trainings.
- 43:41Speaker 0: Hey ich mach' mich mal auf den Weg und lerne
- 43:43Speaker 0: das.".
- 43:44Speaker 0: Weil das uns leider nicht in die Wiege gelegt wurde.
- 43:47Speaker 0: Es
- 43:47Speaker 1: ist auch sicher eine Typfrage und ich mag das Wort Auseinandersetzung an der Stelle eigentlich auch sehr gerne, weil ich glaube darin schwingt ja schon mit Ich setze mich jetzt mit dir auseinander.
- 43:58Speaker 1: Also es ist nicht nur...ich stülpt ihr jetzt meine Meinung drüber Und wir haben ein Streit oder einen Konfliktgespräch Sondern wir führen hier jetzt ne Auseinsandersetzung.
- 44:07Speaker 1: Das hat auch was Respektvolles aus meiner Sicht also von daher
- 44:13Speaker 0: Das ist wie so ein Bild.
- 44:14Speaker 0: Wir setzen uns und wir setzen dann vielleicht das Puzzle auch wieder zusammen, also da ist es eine Auseinandersetzung, die zu einer Zusammensetzung führt.
- 44:22Speaker 1: Konstruktiv?
- 44:22Speaker 0: Genau!
- 44:22Speaker 0: Es ist konstruktiv.
- 44:23Speaker 0: Was sind jetzt so die Erkenntnisse aus dieser ganzen Weg, den ich gegangen bin, ist genau das eigentlich viel... Also ich hätte mir gewünscht, ich hätte mehr an meiner Selbstsicherheit von Anfang an gearbeitet, dass ich vieles hinterfrage, dass sich auch zulasse was man eigene Interessen sind ja, dass auf den Grund gehe, dass man so forsche.
- 44:43Speaker 1: Ja genau umso schöner ist es jetzt, dass du genau auf dem richtigen Weg für dich bist das du den gefunden hast und dass du auch jetzt das alles ausstrahlst aus meiner Sicht auch hier im Gespräch dass du bei dir bist und weißt warum du diesen weg gewählt hast.
- 45:01Speaker 1: Zum Schluss, weil du auch gerade so schön den Bogen zu dem Gesprächsbeginn geschlagen hast ist mir noch mal wichtig auch zu sagen dass das Erwartungsmanagement natürlich nicht nur negative Erwartungen betrifft die ich oder andere an mich haben sondern auch Erwartung die positiv sein können.
- 45:19Speaker 1: Weil sie eben positiv auf meine Wünsche und auf meine Ziele einzahlen sind es wieder positive Erwartungen, die nicht in diesen negativen Stress führen sondern mit Motivation verbunden sind.
- 45:33Speaker 1: In einer positiven Art und Weise und die mich bestimmt auch pushen um dahin zu kommen.
- 45:38Speaker 1: Insofern kann man das Ganze natürlich auch umdrehen und in eine positive Richtung lenken.
- 45:44Speaker 1: Zum Abschluss habe ich die Frage noch und du hast es eigentlich gerade schon sehr schön beschrieben mit dem ganzen Thema Selbstbewusstsein Wie wichtig ist es sich selbst zu mögen?
- 45:54Speaker 0: Also bevor ich diese sehr schöne Frage beantworte, muss ich noch einmal kurz zurück.
- 45:59Speaker 0: Das ist so schön wie du das gesagt hattest mit dem Stress nochmal.
- 46:02Speaker 0: Denn ich versuche eigentlich immer zu erfragen auch bei meinen Kunden oder auch manchmal bei Freunden wenn sie von Stress sprechen was für eine Art von Stress meinst du denn?
- 46:13Speaker 0: deswegen frage ich immer Ist es Stress im Entwicklungssinn, in Motivationssinn?
- 46:18Speaker 0: Du bewegst etwas Du hast Freude, bei dem du tust oder ist es etwas wo was so Druck behaftet.
- 46:25Speaker 0: Und da ist glaube ich der Begriff Stress tatsächlich besser angebracht und ich finde wir da sollten wie immer ein bisschen auf unsere Wortwahl achten weil wenn wir unserem Gehirn immer wieder sagen ich bin so gestresst dann fühlt sich das wie so gleichgesetzt mit einem Stress an der unseren Körper nicht gut tut.
- 46:44Speaker 0: und deswegen versuche ich mal zu sagen ich Bin so motiviert Und ich möchte so viel noch schaffen.
- 46:49Speaker 0: Ich habe eigentlich zu wenig Zeit für all das, was ich machen
- 46:51Speaker 0: möchte.".
- 46:52Speaker 0: Das gibt mir ein ganz anderes Gefühl auch wenn ich mit meinen Mitmenschen rede.
- 46:55Speaker 0: Wenn ich sage, es ist super!
- 46:56Speaker 0: Es ist einfach nur ganz viel.
- 46:58Speaker 0: Es hört einfach nie auf.
- 46:59Speaker 0: Als Selbstständiger sag' ich das immer.
- 47:01Speaker 0: Sollte nicht auf.
- 47:01Speaker 0: Ich könnte einen Tag von Nacht arbeiten.
- 47:04Speaker 0: Aber da ist etwas Positives drin und deswegen war mir das jetzt nochmal wichtig.
- 47:09Speaker 0: sensibilisiert euch auf die Sprache.
- 47:12Speaker 0: Denn das macht ja ganz viel mit unserem Kopf, was wir uns dann mal selber einreden.
- 47:16Speaker 0: Ja und so deiner Frage, also wie wichtig ist es sich selbst zu mögen?
- 47:22Speaker 0: Ich glaube das ist die Basis.
- 47:24Speaker 0: Ich glaube sogar dass ist ein bisschen die Essenz unseres Lebens wenn wir jetzt ganz philosophisch werden wollen.
- 47:29Speaker 0: ich glaube Wenn wir am Ende unses Leben sagen können Wir haben einen leben geführt was dazu geführte Dass ich mich selbst mag Und zufrieden bin mit dem Was mein Weg war Kann einem ja nichts Besseres passieren.
- 47:42Speaker 0: Aber ich glaube so im Alltag daran zu arbeiten, sich selbst zu mögen in einen wirklich gefühlten Selbstwert zu gehen.
- 47:50Speaker 0: Zu wissen Ich bin es wert respektiert toleriert gemocht zu werden und dadurch eine Sicherheit auszustrahlen ist die Basis weil ich mir immer belege wie sollen mich denn andere mögen wenn ich mich selbst nicht mag?
- 48:04Speaker 0: Und Wie soll ich auch andere möge Wenn ich mich selber nicht mag?
- 48:10Speaker 0: Und deswegen glaube ich, da ist ganz... Ja es ist die Basis sich selbst zu mögen.
- 48:15Speaker 0: Ich weiß das hört sich immer so groß an aber das ist auch einfach nur eine Frage dass sich auf den Weg zu machen und zu gucken was ist denn an mir so liebenswert?
- 48:23Speaker 0: Was sind denn die Punkte die ich an mir selbst vielleicht nicht so mag?
- 48:27Speaker 0: Aber die kann ich ja ändern!
- 48:28Speaker 0: Und deswegen ganz wichtig hast du vorhin gesagt, dass es kein Harmoniebedürfnis und also auch keinen Egoismus sich selbst zumögen um daran zu arbeiten sondern es ist ein Schutz Es ist ein Selbstschutz Ein Schutz für besseres Miteinander.
- 48:41Speaker 1: Das sind ganz, ganz schöne abschließende Worte, liebe Bianca Maria!
- 48:44Speaker 1: Vielen vielen Dank, dass du hier gewesen bist und das du uns die wertvollen Einblicke gewährt hast in deinem Leben.
- 48:50Speaker 1: In was dich letzten Endes auch als Mensch auszeichnet... Ich finde es war ein ganz schönes Gespräch, ich habe dir gerne zugehört.
- 48:57Speaker 1: Ich fand die Einbliccke sehr wertvoll.
- 48:59Speaker 1: und ja wie gesagt ganz ganz vielen dank, dass Du hier warst und Dich bereit erklärt hast heute hier mein Gast zu sein.
- 49:05Speaker 1: Danke Bianca-Maria Klein.
- 49:07Speaker 0: Danke
- 49:09Speaker 1: schön.