Latest / SOMMELIER / Shahzad Talukder - Der beständige Wein-Handwerker
Transcript
- 0:00Hallo, mein Name ist Ludolf May vom Weingut.
- 0:17Ludolf May aus der Rechtsstadt in Franken.
- 0:20Ich freue mich, dass heute mein Verhältnis zu Schätzart darlegt zu dürfen.
- 0:30Ich kenne Schätzart seit gut zehn Jahren.
- 0:35Damals kann man gut entsinnen, wo er bei Bienen Beluga in Dresden gearbeitet hat, als Chef-Sommelier.
- 0:43Wir haben uns in Berlin bei einer VdP-Verkostung ausgetauscht und haben mir erzählt, wie er in einer schwierigen Situation kam.
- 0:53Nachts dunkle Strass-Adresden, als von Restaurant Hangelaufen, war wahrscheinlich von zwei Rechtsradikalen angegriffen worden.
- 1:04Er hat mit ihnen geredet und konnte die Situation ohne großen Schaden ausarbeiten oder davonziehen.
- 1:14Er war ziemlich nervös, hat er mir erzählt, aber es ist alles gut gegangen.
- 1:19Das ist sicherlich eine seiner Kernkompetenz, dass er wunderbar ausgleichende Art hat.
- 1:26Er hat eine sehr zurückhaltende Natur und hohes Fachwissen.
- 1:32So ist er auch im Restaurant am Gast. Er ist nicht aufdringlich.
- 1:36Aber wenn jemand etwas fragt, kann er sehr in die Tiefe von diesem fundiertes Wissenpreis geben.
- 1:44Er ist sicherlich einer der Top-Sommeliers von Deutschland und ein sehr guter Freund von mir. Vielen Dank.
- 1:51[Musik]
- 2:12Ganz herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Sommelier, die interessantesten Mundschenke unserer Zeit".
- 2:19Mein heutiger Gast Shazata Lukta, ein klein bisschen über Mitte 30, sorgt dafür, dass es den Teilnehmer bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischen Hof richtig gut geht.
- 2:30Zumindest von der Wino-Fielenseite. Wenn er sich nicht um Staatsgäste kümmert, dann kümmert er sich vor, nämlich um das Münchner Zwei-Sterne-Restaurant-Atelier im Hotel Bayerischen Hof.
- 2:40Darüber hinaus betreut er in diesem Haus die Weinauswahl und die Weinkarten der sieben Restaurants und der sechs Bars. Was für eine Aufgabe.
- 2:49Da ist es erstaunlich, dass er in Mitte des Jahres 2023 noch die Vizepräsidentschaft des Verbandsorganes der Sommeliers in Deutschland, der Sommelier Union übernahm.
- 2:59Zumindest wird ihn nicht langweilig. Und das wurde es ihm auch nicht im Restaurant Leer-Linster in Luxemburg,
- 3:04in welchem er zuvor als Chef-Sommelier für über drei Jahre tätig war. Und die 1200-Position Weinkarte, welche das Huesus der klassischen Weinwelt-Bistete bespielte.
- 3:16Allein wenn ich seine Insta-Post aus dieser Zeit betrachte, wünschte ich, zumindest 90% dieser Weine wieder einmal getrunken haben zu dürfen.
- 3:23Zu Leer-Linster fühlte es ihn nach seiner Anstellung beim Bienen-Beluger, dem Einstern-Restaurant in Dresden,
- 3:29in welchem er von 2015 bis 2018 seine Wienophile und berufliche Heimat fand und für welches er extra aus der Fernschweiz aus Andermatt, vom Restaurant The Shady Andermatt, übersiedelte.
- 3:41Und so freue ich mich über die Maßen, ihn heute hier zu Gast zu haben und seinen Erfahrungen, seinen Geschichten, seiner Philosophie zu lauschen.
- 3:48Herzlich willkommen, lieber Chasat Talukka!
- 3:55Bevor wir in die heutige Podcast-Folge einsteigen möchten, möchten wir uns ganz herzlich bei unserem heutigen Begleiter, unserem supporter, unserem Unterstützer,
- 4:02den Weingut Markovic aus dem österreichischen Kanuntum ganz herzlich bedanken.
- 4:06Ich kann mich persönlich an keine meine Weinkarten erinnern, an den Markovic nicht gelistet war.
- 4:11Schon immer haben mich diese Weine geprägt von eleganzdichte, Ausdruck ohne jemals opulent zu wirken und diesem stetig präsenten Hauch Frische sehr fasziniert und begeistert.
- 4:21Zwei Drittel der Produktion gehören bei Markovic dem Rotwein, die in den Weingärten um Göttlesbrunn und Höflein wachsen dürfen.
- 4:28Seit ein paar Jahren bringt sich Gerz Tochter Johanna immer mehr ins Weingut ein und hat nicht nur ihre eigene Weinlinie gekreiert,
- 4:35sondern arbeitet gemeinsam mit ihrem Vater daran, die Präzision in den Weinen maßgeblich zu erhöhen.
- 4:40Diese nach wie vor kraftvoll, aber eben nicht üppig zu überextrahiert oder zu holzgeprägt erscheinen zu lassen,
- 4:46sondern mit eleganten, seidigen, feinen, differenzierten Terminen einen ganz eigenen Ausdruck zu verleihen.
- 4:53In den modernen Kelleranlagen finden über 1000 Barikfässer Platz.
- 4:57Samf getoasted, sollen sie die Weine ergänzen, ohne sie jemals zu überdecken oder zu verfälschen.
- 5:02Und extrem interessant fand ich einen Artikel, den ich über seinen kräftigen Pignonore, der von Schotterböden mit kahlkreichem Untergrund herrührt,
- 5:10in welchem dokumentiert wurde es am 4. April 2011 eine ganz besondere Blindverkostung von Bugunderveinen stattfand.
- 5:18Der absolut und legendäre Bugunderspezialist Alan "Burghout" Meadows ließ berühmte Weine,
- 5:24einen Pignonore vom Bayer Philip aus Neuseeland, einen Pignonore von den Domänen Zirin aus Oregon
- 5:30und einem Pignonore von Gerhard Markowicz aus dem österreichischen Kanuntum,
- 5:34gegen drei berühmte Weinen der noch berühmteren Domäne de la Rimoniconte antreten.
- 5:39Und der Markowicz Reserve Pignonore aus Österreich beeindruckte ganz klar am meisten.
- 5:45Sicher ist es nicht das erste Mal, dass österreichische Rotweine und ganz besonders Pignonores Verkoster im Blindelkustationen verblüfft und beeindruckt haben,
- 5:53aber gerade diese Verkostung wird den ein oder anderen richtig wachgerüttelt haben.
- 5:58Seit über 30 Jahren zeichnet sich Gerhard Markowicz dafür verantwortlich,
- 6:03dass dieses Weingut aus einem Dornröschen Schlaf erwachen durfte.
- 6:071990 übernahm er den älterlichen Mischbetrieb, aus dem er ein reines Weingut machte.
- 6:13Vorher wurde der Wein einfach nebenher erzeugt, das Geld wurde mit Getreide und Zuckerrüben verdient.
- 6:17Nach und nach kaufte Markowicz Rehnflächen dazu, sodass aus ein paar Zeilen inzwischen Sage und Schreibe 43 Hektar geworden sind.
- 6:25Dass Gerhard Markowicz ein absolutes Ausnahmetalent ist, konnte man bereits 1999 vermuten, als er vom Fallstaff Magazin zum Winter des Jahres gekürt wurde.
- 6:35Und im Jahr 2001 schaute die gesamte Weinwelt erneut nach Götlesbrunn, als Markowicz einen der modernsten Kellereigebäude Österreichs errichten ließ.
- 6:42Denn Gerhard Markowicz dachte schon damals in einem ganz anderen, einem viel größeren Rahmen.
- 6:47Doch neben dem Gebäude, neben der Philosophie, ist eines für Gerhard Markowicz immens wichtig.
- 6:52Es sind seine Lagen. Denn wenn man es vermag, den ureigenen Charakter dieser Lagen herauszuarbeiten, ergibt sich die Eleganz in den Weinen von ganz alleine.
- 7:02Das kann nun dumm.
- 7:03Bis einen der wenigen Weinbaugebiete, wo zwei Bergzüge das Tiroir prägen.
- 7:08Rund um Götlesbrunn spüren wir den Alpineinfluß vom Leiterberg und im östlichen Bereich jenen vom Spitzberg als Ausläufer der Kapaten.
- 7:17Die kleinen angrenzenden Waldflächen um Götlesbrunn sorgen für kühlere Nächte und somit für wesentlich mehr Frisch und Komplexitäten in den Wein.
- 7:25Warum sind seine Küwes so besonders?
- 7:28Wahrscheinlich, weil er in den Wein immer die Harmonie und die Balance sucht.
- 7:31Um das Bestmögliche zu erreichen, braucht man natürlich Erfahrung, um auch die Entwicklung des Weines sensorisch mit einzuplanen.
- 7:39Und daher danke für diese besonderen Weine, danke für die Visionen und vor allem danke für die Unterstützung beim heutigen Podcast.
- 7:45Rottgast, Liebe Johanna und Gerhard Markowicz.
- 7:48Was ist eigentlich für dich Wein?
- 7:53Für mich ist Wein Genuss und Leben.
- 7:59Ich mache einen sehr großen Landteil aus in meinem Leben.
- 8:04Und beschäftigt mich teilweise von morgens bis abends.
- 8:10Neben meiner Frau gibt es einige Dinge, die ich in meinem Leben nicht vermissen möchte.
- 8:17Die sind gar nicht keine Sachwerte, sondern es ist Genuss.
- 8:22Da ist ein großer Teil Wein.
- 8:25Aber neulich habe ich auch gesagt, meine Morgenroutine sieht folgendermaßen aus.
- 8:33Kaffee, Techno, Dusche.
- 8:37Das beschreibt mich schon ziemlich gut.
- 8:41Genauso wie der Kaffee morgens dazu gehört, gehört für mich am Amts im Genuss der Wein dazu.
- 8:46Oder wenn es passt, natürlich auch zum Mittag ein schönes Kabinettchen.
- 8:52Kannst du dir noch ein Leben ohne Wein vorstellen?
- 8:55Also wäre das für dich denkbar möglich?
- 8:59Möglich ist alles, aber mit macht es mehr Spaß.
- 9:04Hat es du jemals vor irgendwas anderes zu werden als Sommelier?
- 9:08Du bist ja schon sehr präsent im Allgemeinen.
- 9:13Du hast eine ganz, ganz unfassbar tolle Karriere, die du jetzt noch beläufst, also nicht hinter dir.
- 9:19Aber gab es ja jemals die Überlegung, mal was anderes außer Wein zu machen?
- 9:24Und wenn ja, was wäre das dann? Wenn nein, was wäre das trotzdem?
- 9:28Tatsächlich bin ich eigentlich eher aus der Sehnsommelier geworden.
- 9:33Das war gar nicht die erste Intention, war gar nicht die erste Gedanke.
- 9:38Ich habe mein Abitur gemacht und war eher in Naturwissenschaften orientiert.
- 9:44Und der Plan war, Bioinformatik zu studieren.
- 9:49Und ich hatte mir dort zwei Schwerpunkte gesetzt.
- 9:52Ich wollte entweder in die intelligente Prothetik, sprich Prothesen, die sich ansteuern lassen,
- 10:00bewegen lassen aktiv, oder die aus ihrem Grunddesign heraus eine Bewegung ermöglichen.
- 10:08Oder das andere Feld wäre auf Deutsch Menschmaschine Interface, allerdings aus Gehirn, also Human Brain Interfaces zu bauen.
- 10:23Das war eigentlich mein Ziel und dann kam damals die hessische Landesregierung auf die glorreiche Idee,
- 10:33Studiengebühren einzuführen. Und das konnte ich mir nicht leisten.
- 10:38Also ich war einer derjenigen, die dann ihr Studium nicht antreten konnten, weil ich es Geld schlichtweg nicht hatte.
- 10:44Und was habe ich dann gemacht? Ich bin Kellner angegangen.
- 10:48Also damals waren alles was man heute unter Lieferando oder Uber Eats, sprich die ganzen Liefer-Service waren noch nicht so präsent,
- 10:57waren noch nicht im Alltag angekommen, noch im Aufbau.
- 11:02Also ist man klassisch Kellnern gegangen, damals über eine Leiharbeitsfirma, die verschiedene To-Hotels, Messen, etc. bedient, mit Leihpersonal.
- 11:13Und ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass es mir Spaß gemacht hat.
- 11:17Ich habe dann ein Jahr später trotzdem mein Studium angefangen, weil bis dahin hatte ich ja dann zumindest ein kleines Einkommen,
- 11:27ein bisschen was auf die Seite gelegt, so wie ich mein Studium antreten konnte.
- 11:31Und ich habe auch die ersten drei Semester studiert, im vierten Semester gab es noch ein bisschen Chaos,
- 11:40auch von Seiten der Uni damals, wer sich noch dran erinnern kann, war die große Umstellung von Diplom zu Bachelor und Master.
- 11:49Und gerade in meinem Studiengang lief das nicht so reibungslos ab.
- 11:54Da gab es dann gerade im vierten Semester einige Unstimmigkeiten, wenn man dann in den Kurs sitzt.
- 12:01Und der Professor fängt an, ja herzlich willkommen.
- 12:04Wir bauen heute auf folgenden Modulen auf und wir sitzen als vier Semester dabei.
- 12:09Da habe ich so, die hatten wir alle nicht.
- 12:11Da darf ich mal fragen, ich bin ein Semester seit ihr.
- 12:15Und als Antwort kommt durch die Reihe, ja Semester 8, Semester 9.
- 12:19Oh.
- 12:20Und da hat man also so, hm, trockene Antwort vom Professor war, naja, müssen sie selber nacharbeiten.
- 12:27Okay, das hilft nicht gerade Wirtschaften.
- 12:30Es hilft nicht gerade Wirtschaften.
- 12:32Es war eine der Gedanken, wo ich dann final entschlossen habe, entweder die Uni oder den Studiengang zu wechseln oder was ganz anderes zu machen.
- 12:40Und in meinem Job gab es einen Person, die mich schon seit längerem ein bisschen in die Richtung Wein gedrückt hatte, gesagt hatte,
- 12:51das passt zu dir, das würde dir Spaß machen, du verstehst es, du kannst es, du hast ein Händchen für.
- 12:58Und ich war ja in Frankfurt, oder in Frankfurt habe ich studiert und habe in der Nähe von Frankfurt gearbeitet.
- 13:05Entsprechend war der Rheingau damals ein großer Teil und ich sage immer, ich bin aufgewachsen mit, in der einen Mutterbrust,
- 13:13mit Riesling, in der anderen Mutterbrust, mit Ableboy.
- 13:18Zwei ungleichige Tränke, aber beide doch mit Genuss verbunden für mich.
- 13:23Und ja, so wurde Riesling zum ersten Wein, mit dem ich mich näher beschäftigt habe.
- 13:28Und dann habe ich die Entscheidung getroffen, ich lasse das Studium sein, wechsel in die Gastronomie und habe mir damals direkt als Ziel gesetzt,
- 13:39okay, wenn ich in die Gastronomie gehe, dann werde ich sommer je.
- 13:44Und das habe ich dann auch ziemlich konsequent verfolgt.
- 13:49Toll. Hattest du damals, weil du sagst, ich habe jemand vom Wein infiziert oder damit begeistert, war das dein Vorbild?
- 13:57Hattest du ein Vorbild? Hast du heute ein Vorbild?
- 14:00Es ist immer noch eine Art Vorbild für mich, war der FMB-Manager von einem größeren Hotel, fünf Sterne in der Nähe von Frankfurt.
- 14:12Damals auch Kampinski, oben in Königstein.
- 14:17Und der damalige FMB-Manager, David Österreich, der war für mich immer noch einer der, oder ist heute noch für mich eines der großen Vorbilder,
- 14:26weil er es im größten Geschäftsaufkommen immer noch geschafft hat, sehr sachlich, sehr ruhig, sehr fokussiert zu bleiben.
- 14:35Niemals laut und sehr effektiv zu arbeiten, was mich immer fasziniert hat.
- 14:43Und trotzdem immer noch Spaß, eine Leidenschaft vermittelt hat und mich eben auch so wie du gesagt hast, mit Wein infiziert hat.
- 14:53Letztlich ist ja das, was auch einen guten Sommie ausmachen sollte.
- 14:57Was ist für dich ein guter Sommie?
- 15:00Also als du den entschlustern hattest, Sommie zu werden, hat es ja bestimmt so ein Idealbild vor Augen, wo du sagst,
- 15:07auch wenn ich das werden möchte, dann so kannst du das irgendwie in Worte definieren, kleiden, das?
- 15:14Hm, finde ich persönlich immer eine schwierige Frage.
- 15:19Ich kann für mich selber manchmal nicht beantworten oder für mich heute noch, wie ich sage mal,
- 15:28beinah unwohl, wenn mich jemand als Top-Sommelier oder Ähnliches bezeichnet oder mir zu meiner Karriere gratuliert.
- 15:41Für mich war es immer Leidenschaft, mir hat das Spaß gemacht, mir macht das immer noch Spaß.
- 15:47Ich kann mich damit identifizieren und das war eigentlich immer das, was mich getrieben hat,
- 15:55hat in viel Interesse viel Freude daran.
- 16:00Mir war es mit Wein nie langweilig und es gibt viele Dinge, die mich sehr schnell langweilen.
- 16:09Ich bin immer jemand, der viel Input braucht und sucht und so hat sich das durchgezogen.
- 16:20Wie gesagt, mit Wein war mir einfach nie langweilig.
- 16:26Das war das Einzige, was mich immer getrieben hat.
- 16:30Du bist ja Vizepräsident der Sommelier Union, was ja auch schon für einen gewissen Karriereweg spricht,
- 16:36weil da ja nicht jeder ins Vorstandskrämium gewählt wird.
- 16:42Da habt ihr doch bestimmt eine Definition über ein Sommelier, wo ihr sagt, das muss er können, das sollte er können.
- 16:49Das sind die Ansätze, wie man sich dort hinbewegen sollte, also wie so eine Sommelier-Karriere aussehen sollte.
- 16:59Haben wir ja klar.
- 17:01Also ein Sommelier-Kerngebiet ist natürlich ein möglichst breites Fachwissen über Getränke,
- 17:08aber auch über Getränke und Speisenwechselwirkungen.
- 17:13Und klassischer Kernelement sind natürlich die Weinempfehlungen zu speisen.
- 17:20Wir sind Gastgeber, wir betten den Gast in einer gewissen Art und Weise ein und leiten ihn durch den Abend.
- 17:34In dem Fall, wir sind quasi kulinarische Museumswerte, ohne dass es jetzt irgendwie alt und angeschaut klingen soll.
- 17:46Sondern Gast soll sich entspannen, soll sich wohlfühlen und wir sorgen für alles drum herum und dass es funktioniert
- 17:53und nehmen unser Team, was wir im Hintergrund haben, natürlich mit.
- 17:58Und für mich ist immer ein großes Element, mein Team mitzunehmen, in Freude am Wein zu vermitteln, in Freude am Genuss zu vermitteln,
- 18:10die auch möglichst viel, sag mal, Wissen über Wein zu vermitteln, ohne dass es trocken und langweilig sein soll.
- 18:22Natürlich gehört für ein Somelier auch viel theoretisches Wissen, viel Fachwissen dazu.
- 18:29Wie wird Wein hergestellt, welcher Wein wird wo hergestellt, welchen Wein gibt es wo, wenn auf der Flasche steht?
- 18:36Chassania Montrachet, wir kennen alle, die Franzosen schreiben ihre Rebsorten nicht drauf.
- 18:41Das ist eine Selfverschändigkeit ist, was es drin, wie ist der Wein voraussichtlich ausgebaut
- 18:48und welches waren die schlechtesten, welches waren die besten Jahre.
- 18:52Aber wenn ich das in Gast trocken vorbeete, dann schläft er mir am Tisch noch ein.
- 18:59Also, Kernelement ist es natürlich auch eine gewisse Freude daran zu vermitteln
- 19:05und unser Fachwissen gut verpackt mit Freude weiterzugeben.
- 19:12Ein Somelier hat natürlich, dass es auch Teil der Wahrheit die Aufgabe auch immer zu schauen,
- 19:24dass auch ein Gast, dass auch die Kollegen je nach Anlass nicht über die Strenge schlagen.
- 19:31Also, Gast durch das Daffel, wir dürfen durchaus feiern, wir dürfen durchaus den Moment genießen.
- 19:37Aber wenn es daran geht, Alkohol ist immer noch eine Droge, dass es vielleicht zu viel wird.
- 19:44Es ist auch unsere Aufgabe, rechtzeitig einzuschreiten.
- 19:48Und im Zweifelsfalle auch dafür zu sagen, dass der Kollege oder der Gast oder unsere Mitmenschen,
- 19:59und es ganz allgemein zu formulieren, vielleicht nicht mehr mit hohem Alkoholpegel sich in das Steuer zu setzen
- 20:10oder zu Not auch zu sagen, vielleicht wäre der Abend an diesem Moment besser beendet.
- 20:17Oder eben auch manchmal keine Dummheiten zu machen.
- 20:21Ich erinnere mich an, ich weiß nicht, ob du den kennst oder ob das jetzt schon 25, 30 Jahre her.
- 20:29Es gab mal einen Weinhändler, der in Deutschland relativ legendär war.
- 20:33Das war der Jochen Slavi, der war in Düsseldorf ansässig, hat einen Wein gut hauptsächlich vertreten.
- 20:39Was gusse es hätte? Er war ganz großartig und war ein totaler Genießer.
- 20:42Und die kamen mittags ganz gerne zu uns, nach der Schlosshautel Erbach, zu Dieter Müller,
- 20:50und haben dann das Amis Buschmenü genossen und dazu verschiedene Weine getrunken.
- 20:55Und das ist immer sehr ausgiebig.
- 20:57Und es war mal ein Mittag, ich war noch relativ neu in diesem Restaurant,
- 21:02hatten vielleicht irgendwie 5, 6 Flaschen Wein oder es war ein bisschen mehr zu dritt.
- 21:09Und er wollte dem noch einen draufsetzen und sagt, oh, den 90er Lafitte würde ich schon immer mal probieren.
- 21:15Können wir den jetzt aufmachen?
- 21:18Und da habe ich ihm eben gezielt von abgeraten und zu einem anderen Wein geraten.
- 21:22Er, diesen Wein hätte lieber zu einem anderen Zeitpunkt trinken sollen, wo er ihn bewusst wahrnimmt,
- 21:28wo er ihn offen wahrnimmt, wo er ihm auch nicht mehr, also nicht so alkoholisiert wahrnimmt.
- 21:32Und noch Jahre danach, also wenn ich ihn 5 oder 10 Jahre danach auf der Pro Wein oder eben auch im Restaurant oder sonst irgendwo getroffen habe,
- 21:40meint er, das war so einer der großmütigsten Momente, die er hatte, also dass jemand nicht dem Umsatz will, den Wein auch noch verkauften aufreißt,
- 21:51sondern einfach sagt, es ist jetzt nicht von Vernunft, sondern einfach von dem Moment geprägt.
- 21:59Und das hat er in dem Sinne noch nie erlebt, dass man sagt, okay, dann nehmen wir halt einen wesentlich einfachen Wein, der jetzt trotzdem bestehen kann
- 22:06und genießen den einfach zu einer anderen Zeit.
- 22:09Also ich finde, das hat auch ganz, ganz viel mit Verantwortung zu tun.
- 22:13Findest du, Zommi, sollte sich irgendwann spezialisieren.
- 22:17Bei dir klingt es fast, als wäre es der Riesling, weil du ja zumindest mit einer Mutterbrust, damit großgezogen wurdest.
- 22:23Braucht man eine Spezialisierung und ist Riesling dein Kernthema?
- 22:29Ich bin jemand, ich spezialisiere mich ungern tatsächlich, ich bin das Gegenteil.
- 22:35Und ich finde es tatsächlich auch schöner, wenn sich ein Zommli mit möglichst viel auskennt.
- 22:42Ich glaube, eine Spezialisierung ist das Gegenteil, wie ich ein Zommli definieren würde.
- 22:50Ich würde von einem Zommli immer ein möglichst breites Wissen erwarten.
- 22:56Man kann nie alles wissen, darum geht es gar nicht.
- 22:59Das kann niemand, das kann kein Mensch leisten.
- 23:02Man darf auch Dinge nicht wissen, das darf man auch formulieren, das darf man auch sagen.
- 23:08Und da darf man auch nachfragen, denn nur so lernt man sie dann.
- 23:12Auch ich weiß nicht alles und da bin ich auch froh drum, wenn ich alles wüsste, kann ich morgen ein Feierabend machen.
- 23:19Ich bin jemand, ich möchte wenig missen, fair missen.
- 23:27Ich mag Wein genauso wie japanische Sake, Nihonshu.
- 23:33Ich bin leidenschaftlicher Kaffee-Tricker, ich trinke genauso Tee.
- 23:39Und schau, da habe ich auch sehr genau darauf Fassi für Tee-Tricker.
- 23:44Da schmeckt mir auch nicht alles und wie lange er zieht, bei welcher Temperatur er gebraut wurde, aufgegossen wurde.
- 23:52Ich trinke genauso gerne ein Feierabend-Bier.
- 23:56Und wenn es kein Feierabend-Bier ist, dann darf es auch mal ein kräftiges Belgische sein, darf es ein IPA sein.
- 24:02Und sich einzuschränken auf, ich sag mal, nur Bier, nur Riesling, nur Frankreich, ist eine Beschneidung der Geschmackspalette.
- 24:20Ich werde regelmäßig gefragt, was mich an Sake zum Beispiel so fasziniert.
- 24:28Und ich sage immer für mich, es ist Sake wie eine zusätzliche Farbpalette.
- 24:36Wenn ich von Wein ausgehe, dass ich, sagen wir mal, die ganze Farbpalette habe,
- 24:42dann ist Sake nochmal eine zusätzliche Farbpalette mit Abstufungen, mit Farben, die Wein gar nicht abbilden kann.
- 24:52Wenn ich sage, Wein hat die leuchtenden Farben, hat Sake alle Graustufen, ohne dass das Grau irgendwie negativ klingen soll,
- 25:03sondern alle Grauschattierungen, jede einzelne Nurance und kann mit Speisen teilweise besser, teilweise anders interagieren.
- 25:14Und gibt mir viel mehr Tools an die Hand, als wenn ich das komplett ausblenden würde.
- 25:23Und gleichzeitig heutzutage kommen mir auch alkoholfreie Begleitungen mehr zum Tragen oder sind ein wichtiges Element geworden,
- 25:33was ich sehr schön finde, denn das Schlimmste, was ich für einen Gast empfinden würde,
- 25:43wenn ich jetzt sage, aus welchem Grund auch immer, ich trinke kein Alkohol.
- 25:47Und ich muss bei Wasser und dieser unsäglichen braunen Browser bleiben und esse dazu ein 7 oder 10 Gängemenü, was perfekt austariert ist,
- 25:59wäre für mich als Gast sehr schrecklich.
- 26:02Da ist Tee ein nahelegendes Element und wenn ich so was ausblende, vermisse ich viel.
- 26:10Und da war auch viel weniger Werkzeug zur Hand, wenn man es jetzt vielleicht nicht mit einem Künstler vergleicht,
- 26:16als Handwerker nur mit einem Kreuzschraubenzieher komme ich auch nicht weit.
- 26:21Findest du, es gibt etwas, was dem Wein nahe kommt?
- 26:27Ist das bei dir Tee oder vielleicht doch Apfelwein oder Appleboy?
- 26:31Wie du es aussprechen würdest oder ist Wein in der Art einzigartig?
- 26:40Wein ist einzigartig in der Palette, in der Breite, die es an Geschmack, an Facetten,
- 26:52an Geschmackspalette liefert, an verschiedenen Schattierungen, Abstufungen,
- 27:00wenn man ganz wann er anfängt, trocken bis süß.
- 27:05Aber es gibt ja auch so Extreme wie Yngwie Blanc, der sehr neutral schmeckt
- 27:12und dann dieses überladene Rosentraminer, Gewürztraminer, Torrentes,
- 27:18die vor Aromatik, Floralität, nur sprühen und absolut die Gegenteil sind.
- 27:26Also in diesem Sinne ist Wein sich schon einzigartig.
- 27:31Das einzige, was für mich dann nahe kommt, aber das liegt auch daran,
- 27:37dass ich mich viel in der Zeit damit beschäftigt habe oder in den letzten Jahren.
- 27:41Ihre japanische Sache, du hast eben Appleboy angesprochen,
- 27:45wenn mir jetzt nur von Appleboy ausgeht, darf vielleicht nicht,
- 27:48aber wenn man die Gesamtheit aller Apfelbasierten, fermentierten Getränke,
- 27:56sprich Cider, Cidre, Apfelwein, im Betracht sieht von Frankreich, von Großbritannien, von Deutschland
- 28:09und da die Unterschiede betrachtet, hat das auch eine ähnliche Komplexität.
- 28:14Aber bei Weitem nicht diese Geschmacksbeidete, diese breite, diese extreme Vielfalt, die Wein liefert.
- 28:24Und das macht für mich auch irgendwo gewisse Faszination an Wein aus,
- 28:30dass man nie alles probiert hat, dass man nie alles entdeckt hat und nie jeden Geschmack kennt.
- 28:37Ich finde das manchmal ein wenig schade, dass solche Produkte wie Apfelwein zum Beispiel,
- 28:47diese unter dem Radar laufen, weil es gibt teilweise total spannende Geschichten,
- 28:54sei es, dass die wild fermentiert sind, dass die im Holz ausgebaut sind,
- 29:00dass es bestimmte Apfelorten sind aus bestimmten Regionen
- 29:03und sich da so ein bisschen reinzukämpfen macht manchmal unglaublich viel Spaß.
- 29:08Ich glaube, da hast du noch einen tieferen Einblick, als ich es wahrscheinlich jemals hätte.
- 29:13Ja, ist auch unheimlich schade und wird oft eben so als Nischenprodukt gesehen,
- 29:21hängt aber auch damit zusammen, dass es natürlich oft in bestimmten Regionen angesiedelt ist.
- 29:27Also Apfelwein, diejenigen oder Apfelfermentierten Getränke, die man bekommt, die einfach verfügbar sind,
- 29:37sind oft nicht die feine Qualität, sag ich mal, oft hat man dann eher doch ein Industrieprodukt.
- 29:46Ich war tatsächlich erstaunt, dass ich hier in München jetzt gegenüber in unser Getränke-Shop gegangen bin
- 29:54und da stand echter Frage für der Appleboy, weil ich sehr freudig überrascht,
- 29:58aber das ist doch eher die Seltenheit, dass man das dann auch in Deutschland überall bekommt.
- 30:03Also es ist ja oft eher kleinteilig, man bekommt im Saarland ganz andere Apfelweine als in der Region Frankfurt.
- 30:11In Großbritannien werden ganz andere Apfelweine gemacht als in der Britannien.
- 30:18Und die Ad-Räge sind natürlich wesentlich niedriger, man produziert von gar nicht so eine große Menge.
- 30:25Darum ist das automatisch kleinteiliger und lokaler.
- 30:30Und bin ich jetzt an, wir waren, das muss ich überlegen, letztes Jahr, 2023 in der Britannien und haben fast nur Sider getrunken,
- 30:41weil es einfach wirklich Spaß macht, weil es weniger Alkohol hat, ist ein großer Vorteil auch in dem Fall,
- 30:49dass man so eine leichte Restzüße hat, man hat nur zwischen 4 und 8 Volumen Prozent Alkohol
- 30:56und da kann man auch wirklich dann mittags ein Fläschchen zum Essen genießen, kann dann noch,
- 31:01noch mal Wander gehen, kann auch noch Auto fahren, ohne dass man sich Sorgen machen muss
- 31:05und das macht einfach Spaß, auch ein gewisser Genuss dahinter.
- 31:09Aber selbst das bekomme ich auch hier nicht in München, wenn ich bestimmte Produzenten suche,
- 31:14weil die Auflagen viel, viel, viel zu klein sind.
- 31:17Da ist ja Wein durch seine Historie, durch seine Geschichte doch viel, viel verbreiteter
- 31:24und auch von der weltweiten Anbaufläche einfach.
- 31:27Wir sprechen bei Wein von einer massiven Überproduktion.
- 31:31Da wäre Apfelwein immer annähernd die Produktion kommen würde.
- 31:36Na ja, bräuchten wir viele Apfelweine.
- 31:39Ist dabei aber nicht auch das Problem nur so als Gedankenansatz, dass der Konsument dann letztlich fast nicht bereit ist,
- 31:47den gleichen Wert für einen Apfelwein oder für ein Wein ähnliches oder ein weinhaltiges Getränk aufzubringen,
- 31:55wie für den Wein selber, also dass man da ganz, ganz krass mit der Image oder was auch immer kämpft
- 32:04und der Aufwand aber trotzdem für den Produzenten ein ähnlicher bis hin zu demgleichen ist?
- 32:10Ja und nein.
- 32:14Was du ansprichst, ist die Spitze der Weinwelt.
- 32:19Sind Cropgrüße, Prämiergrüße, bestimmte Produzenten, die weltweit als Topspitze, als Topweine angesehen werden,
- 32:27die sicherlich auch ein Großteil der Weinkarten in Gomi Restaurants im Filet-Dining-Bereich ausmachen,
- 32:36die ein Großteil der Restaurants Weinlisten und Assortiments in Gastronomie ausmachen.
- 32:43Aber wenn man die breite Masse betrachtet und sich, gerade in Deutschland, ist ein ganz großes Thema,
- 32:50den Durchschnittspreis einer Flasche Wein anschaut, den Konsument bereit ist zu zahlen,
- 32:56sind wir nicht weit weg von standard Apfelbasierten Getränken.
- 33:02Da ist der Unterschied, müsste so bei zwei Euro oder so was liegen, wobei bei Wein, glaube ich,
- 33:08ich habe jetzt die aktuellsten Zahlen nicht parat, aber wir sind weit unter 10 Euro,
- 33:13lass das 5 Euro sein, die der Konsument bereit ist, im Durchschnitt zu zahlen und dann sind wir noch hoch.
- 33:20Ich würde wahrscheinlich drauf tippen, dass wir irgendwo bei 3,60 Euro sind, da sind wir aber von Apfelwein nicht weit entfernt.
- 33:28Nein, deswegen zwei verschiedene Passchur. In der Spitzengastronomie ist es ganz klar,
- 33:39so dass Apfelwein ein ganz anderes Image hat und nicht die, das Ansehen, die Daseinsberechtigung hat,
- 33:47wie Spitzenweine, wie Spitzenproduzenten im Weinbereich, wie ein Krogerü.
- 33:54Da ist sicherlich ein ganz großer Gap, aber wenn man die breite Masse betrachtet, ist der Gap sehr klein, würde ich sagen.
- 34:04Der Preis aktuell im Durchschnitt ist 2,95 Euro, daher lagst du mit 3,60 Euro gar nicht so verkehrt.
- 34:12Ich meine dabei auch mehr, ob ein Konsument oder dass ich es selten empfunden habe, dass ein Konsument bereit ist,
- 34:1920 Euro zum Beispiel für eine Flasche Apfelwein zu bezahlen. Ich habe die Erfahrung selber gemacht.
- 34:25Wer ich am Anfang dachte, es wäre auch ganz toll, die große weite Welt der Alkoholischen Getränke in dieser Weinrichtung zu präsentieren.
- 34:34Meiner Weinkran hat ich immer eine Seite mit alternativen Weinähnlichen Getränken, also Apfelwein, Birnenwein,
- 34:43Kürschwein, Flaumenwein etc. auch Sake und vielleicht lag es an der Lokalität, die wir hatten, aber ich habe es nie erlebt,
- 34:52dass jemand gerne irgendwie 20 Euro für den Wein bezahlt hat.
- 34:55Vielleicht ist aber auch die Situation, dass wir nicht die Chance hatten, den Glasweise zu einem Menü zu servieren.
- 35:01Machst du das, dass du Apfelwein deine Weinfolge mit einem baust?
- 35:06Jetzt gerade nicht, ist aber tatsächlich angedacht für den kommenden Herbst.
- 35:12Und das ist immer ein guter Einstieg, gestern auch Unterschwellig heranzuführen.
- 35:19Aber klar ist es ein Produkt, das viel mehr Erklärung, viel mehr Überzeugungsarbeit braucht, wo man Hands-on direkt am Gast auch ein bisschen mehr dazu erzählen muss,
- 35:30ein bisschen mehr dazu erklären muss. Der Mensch ist ein Tier, das sich auch ein bisschen bequem macht und sich dort aufhält, wo es sich wohl fühlt.
- 35:42Und wir haben Wein aus Trauben näher und breiter kennengelernt, das ist wesentlich präsenter in unserem Kulturkreis, als dass es Apfelwein ist.
- 35:55Und wenn wir eine große Weinkarte an der Hand haben und uns da ausleben können und wirklich auch sagen können, ich habe etwas gefunden, da habe ich jetzt richtig Lust drauf.
- 36:07Dann ist es immer, glaube ich eher oder schneller gesagt, da habe ich wirklich Lust drauf.
- 36:14Das kenne ich, das habe ich lange nicht mehr getrunken, das nehme ich jetzt oder das kann ich selten bekommen, als dass ich dann noch sage,
- 36:21wenn ich das schon alles an der Hand habe, trinke ich selten, bekomme ich selten, mag ich sehr gerne, aber das lasse ich jetzt trotzdem liegen und probiere was Neues aus.
- 36:33Findest du, weil du es öfters erwähnt hast, wir können in Deutschland Sake also nicht machen, sondern trinken.
- 36:39Ich hatte auf das Gefühl, dass wir fast ein bisschen zu grobmotorisch sind für Sake und die vielen Feinheiten und die differenzierte Tiefsinnigkeit in diesem Getränk.
- 36:56Eine sehr gute Frage. Ich sage immer, man muss sich eintrinken, man muss sich bewusst darauf einlassen, wenn man das einfach nebenbei probiert, dann wird man immer in diesem Moment haben,
- 37:13der schmeckt aber komisch, aber wer sich noch daran erinnern kann, das erste Bier hat auch den wenigsten geschmeckt. Auch da haben wir uns eingetrunken, da haben wir uns auch an den Geschmack adaptiert, würde ich sagen.
- 37:29Man muss es zwei, drei, vier, fünf Mal probieren und dann idealerweise auch nicht den gleichen Sake. Man muss sich bewusst damit beschäftigen, man muss sich auch dessen bewusst sein, dass man eine ganz andere Haptik hat.
- 37:45Sake hat eine ganz andere pH-Wert wie Wein und darum auch eine ganz andere Wiskosität. Wir haben nicht diese präsente Säure, die uns die Romen von Wein irgendwo auf dem Silbertablett darstellt und kommuniziert.
- 38:01Das haben wir bei Sake alles nicht, das heißt wir müssen uns auch daran gewöhnen, in dem Fall Sake aktiv zu probieren und zu hinterfragen, was schmeckt, wo sind die Norsen, wie wirkt er bei einer anderen Temperatur und sich auch mit einem geschulten Gaumen, auch als Sommelier durchaus, damit aktiver beschäftigen, damit aktiver interagieren,
- 38:29als dass wir das von Wein kennen und man muss sich auf eine ganz andere Palette an Romen einstellen und das ist sicherlich ungewohnt am Anfang, aber ich glaube, wenn man mit diesem Hintergrund daran geht, dass mit diesen Gedanken probiert, dann können wir Sake durchaus.
- 38:51Wie stellst du deine Weinmenüs zusammen oder deine Getränkebegleitung? Hast du da immer einen Ansatz, dass du sagst, es sollte möglichst bunt sein oder rein auf die Speisen funktionieren oder damit kombinierbar sein oder gibt es da einen Ansatz für dich?
- 39:13Ich hatte in den letzten Jahren viele verschiedene Ansätze und ich glaube auch, eine Weinbegleitung, eine Menübegleitung muss auch immer zur Lokalität passen.
- 39:25Ich kann nicht im Bayerischen Hof eine Menübegleitung bauen, die möglichst wild und fancy ist, zu 90% aus Orange Wein besteht und dann der letzte fancy Stuff aus dem hinterletzten Winkel der Welt.
- 39:45Kann ich schon, aber meine Gäste werde ich damit nicht abholen oder den Großteil meiner Gäste nicht.
- 39:53Darum sage ich, eine Weinbegleitung muss auch zur Lokalität, muss auch zum Koch passen. Die Kombination von Sommelier und Koch muss auch irgendwo zueinander passen, man muss sich vertrauen.
- 40:05Man muss sich auch blind vertrauen können, dass man sagt, was er eine macht, wird schon zum anderen passen. Es gibt auch Kombinationen, wo das vielleicht mal nicht passt.
- 40:17Da sind wir ja nicht nur, als Sommeliers, nicht nur Gastgeber und Vermittler von Wein zu Gast, sondern auch irgendwo ein Moderator von Speisen, in dem wir den Wein oder das Getränk dabei als Katalysator gebrauchen können.
- 40:39Im Idealfall um eine Speise noch besser, noch dedizierter, noch spannender zu gestalten.
- 40:49Und gleichzeitig müssen wir die Balance halten, dass auch der Gast sich damit wohlfühlt. Also das Schlimmste finde ich, wenn man Gast überfordert und der Gast am Ende rausgeht und sagt, das habe ich überhaupt nicht verstanden, das hat mir gar nicht geschmeckt.
- 41:07Der Gast wird nicht wiederkommen. Wir wollen unsere Gäste halten, wir wollen unsere Gäste wieder begrüßen.
- 41:15Und darum ist meine Weinbegleitung im Moment meistens sehr klassisch, schon in der Weinwelt angesiedelt.
- 41:23Aber wenn ich sage, es passt einfach zum Gericht, da gibt es fast keine bessere Begleitung dazu, dann kann es schon passieren, dass da auch mal ein japanischer Sake d'Archete oder das mal ein zuletzt hatt ich ein Frambos Boon aus Belgien von Boon Breweries.
- 41:39Wunderbares Himbeer Bier und jetzt werden manche vielleicht dieses schreckliche Getränk mit dem Berliner Namen im Kopf haben. Es hat gar nichts damit zu tun, sondern ein schön trockenes oder trocken gebrautes Bier, was mit einem Drittel frischer Himbeeren verbraut wird.
- 41:57Aber der ganze Zucker wird eben durchvergohnt, man nimmt die Früchte anstatt Hefen, um das Bier zu brauen und heraus kommt eine ganz spannende Kombination von malzigen Bieraromen mit einer frischen knackigen Fruchtzeure und diesen schönen fruchtigen Aromen von Himbeeren und Sauerkirchen, was eine ganz spannende Kombination sein kann, sowohl zu Käse als auch zum richtigen Dessert.
- 42:23Und wenn ich das Gefühl habe, das passt einfach dazu, mache ich es inzwischen oft so, dass ich dem Gast dann in der Begleitung noch mal die Wahl lasse, ob er lieber klassisch bei Wein bleiben möchte oder doch mal etwas anderes probieren möchte, zum Beispiel in den Sake oder das Himbeer Bier, das Frambos Boon.
- 42:43Und ich bin inzwischen etwas davon abgekommen, dem Gast zu sagen, ja, das gibt es dazu, das ist jetzt meine Wahl, sondern ich sage, ich habe zwei Sachen vorbereitet, entweder bleiben klassisch in der Weinwelt oder hier wäre noch mal was Spannendes, ein Sake, ein Frambos Boon, was möchtest du gerne haben.
- 43:05Und oft kommt es dann vor, gerade an einem klassischen Zweihertisch, zwei Personen, dass die Gäste sagen, wir probieren beides, ich nehme den Wein und ich nehme den Sake und dann wird hin und her probiert und sich damit auseinandergesetzt und das finde ich immer eigentlich den schönsten Moment, wenn Gäste sich dann teilweise darauf einlassen und beides nebeneinander probieren.
- 43:31Und ja, das ist für mich ein schöner Effekt, das zu sehen, wie man sich dann nochmal ganz anders damit auseinander setzt, auch dann hinterfrägt man, was macht eigentlich jetzt der Wein mit dem Essen, wenn ich es zusammen probiere und was macht das andere getränkt mit dem Essen.
- 43:50Und dann sieht man, was für Effekte das hat, wie unterschiedlich das die Speise beeinflusst, ist für mich inzwischen sogar schöner als zu sagen, ja, ich habe jetzt ein Sake dazu hingestellt, den musst du jetzt trinken.
- 44:06Es ist ein schöner Gedanke, dass man den Gast auch mündig macht, dass man den Gast auch in die Kommunikation mit einbindet, sich mit ihm austauscht, finde ich total spannend.
- 44:15Wenn du jetzt ein neues Weinmenü zu einem neuen Menü zusammensetzt, hast du da irgendwas Handwerkliches, was du uns mitteilen kannst, also sagst, okay, es muss zu einem Drittel Rotwein sein, es sollten, du sagst ja, schon bekanntere Sachen oder klassischere Sachen sein.
- 44:32Wie ist es dann bei dir, gehst du hin und suchst dann die Bluechips raus, dass du sagst, ich habe von der A, das war ein Gutmeier-Nickel, oder versuchst du innerhalb der A dann irgendwie etwas Unbekannte zu finden oder eben im Bugund oder im Bordeaux.
- 44:50Und da dann eben auch Entdeckungen zu offerieren, hast du für dich, wo man sagt so, also der jemand, der nicht so bewandert ist, als Sommelier oder in der Weinwelt, so geht man als Sommelier hin und macht ein Weinmenü?
- 45:09Ich glaube, schwierig in eine Form zu bringen oder in ein Regelwerk, ich finde auch, das macht irgendwie die Sommelier aus. Jeder Sommelier arbeitet ein bisschen anders, jeder Sommelier denkt ein bisschen anders und geht auch an eine Weimengleitung anders ran.
- 45:27Was mir immer persönlich wichtig ist, in dem Land, wo ich arbeite, aus dem Land möchte ich auch mindestens ein Wein in der Weimengleitung haben. Ich finde es super schade, wenn ich in Deutschland bin und kein einzigen deutschen Wein in der Weimengleitung hätte.
- 45:41Ich finde es genauso schade, wenn ich vorhin Luxemburg war, kein Luxemburger Wein in der Weimengleitung zu haben. Ich finde das gehört dazu. Man muss auch das Land, in dem man sich gerade befindet aus der Sommelier Sicht, irgendwo mit Einbetten darf es auf keinen Fall ignorieren.
- 45:58Das gehört dazu und das würde ich vermissen, wenn ich das nicht hätte. Da lege ich sehr, sehr großen Wert darauf. Eine große Regel, ob jetzt mehr Weißwein, mehr Rotwein, habe ich persönlich nicht.
- 46:14Ich bin auch jemand, ich breche gerne mal die alteingefahrenen Regeln. Früher hat man zum Beispiel gesagt, Calpsbries, da gehört Weißwein dazu. Bei der Interpretation, die Anton Kschwendner, mein Küchenchef, von Calpsbries hat, würde ich immer zu einem Rotwein greifen oder zu einem sehr kräftigen Champagner.
- 46:34Was ich persönlich sehr, sehr gerne dazu trinke, ist Schaman Rose von Benoamage, was wirklich ein richtig rassiger, weiniger Champagner ist, der absolut nichts mit Apparitivcharakter zu tun hat, sondern wirklich ein Champagner ist, der von Speisen lebt, von Begleitung lebt, der auch Fleischigaromen braucht.
- 46:57Die Kombination ist unheimlich spannend, immer noch diese Perla-Shirt. Ich bin jemand, ich baue gerne auch ein Champagner mit ins Menü oder auch vorne ein Rotwein.
- 47:10Wir haben mit Weißwein begonnen, dann kommt ein Champagner und dann wechseln wir auf Rotwein, weil es für mich eine spannende Übergang ist, nicht von Weißwein direkt auf Rotwein zu gehen, sondern noch mal so was Lebendiges, was Frisches trotzdem rassig ist dazwischen zu haben.
- 47:30Es gab es aber auch schon, dass ich mit Rotwein begonnen habe, wenn es einfach die Speise geliefert hat, schön frischen, leichten Spätbegründe zu beginnen, macht Bars.
- 47:45Gleichzeitig würde ich nie in eine Weim begleitung gehen und sagen, ich suche mir jetzt nur die besten Weingüter aus, nur die größten Namen. Dafür gibt es einfach zu viel, zu viel guten Wein auf dieser Welt und das ist ja was so einheimlich schönes, diese Palette, die man hat.
- 48:08Ein Wein ist nicht deswegen gut, nur weil er teuer ist oder weil er ein großer Name dahinter steht. Eine Kombination von Bekanntem und weniger Bekanntem oder auch Unbekanntem ist viel spannender als nur große Namen runter zu beten, denn das kann jeder, hätte ich fast gesagt.
- 48:30Gibt es wirklich eine Obergrenze an zu servierenden Weinen, wo du sagst, so lange kann der Gast mitgehen, ab dann wird es schwierig?
- 48:40Wir haben die Weim begleitung entsprechend im Menü mit maximal sieben Gläser und Wein und ich glaube, dass ist auch so ziemlich die Obergrenze. Darüber hinaus wird es doch sehr viel von den verkosteten Wein, auch von der Menge an konsumiertem Alkohol.
- 49:03Wenn man jetzt auf 8, 9 oder 10 Gläser gehen würde, wird es doch irgendwann viel ausser, man reduziert die Menge an Wein.
- 49:12Ich bin aber auch jemand, ich serviere äußerst ungern halbe Weim begleitungen. Wenn ich nur 5cl habe, dann glaube ich, kann man die Wechselwirkungen von Wein und Speisen nicht richtig erfassen.
- 49:37Es fehlt dieser Spannungsbogen, ich habe gerne diesen kompletten Bogen, den Wein erst mal vor der Speise schon mal probieren zu können, dann kommt die Speise dazu und idealerweise habe ich dann noch ein Schluck Wein im Glas, wenn die Speise schon vorbei ist.
- 49:53Und so habe ich einen Spannungsbogen quasi, dann einen kulinarischen Weg und wenn ich einfach die Menge halbiere, kann ich das gar nicht so erfassen. Darum würde ich auch nicht hingehen und sagen, wir machen jetzt einfach nur 5cl und dafür 14 Weine.
- 50:15Außer bei einer Weinprobe, wo ich jetzt sage, ich stelle einen bestimmten Winzer vor, es geht um ein bestimmtes Gebiet, ein bestimmtes Thema, nur Riesling, nur Produzent X, Y, dann ist das so was anderes.
- 50:27Aber wenn ich jetzt wirklich sage, es geht um eine Weim begleitung, klassisch, im Menü, glaube ich, dass 7 Gläser schon ziemlich die Obergrenze sind und man soll schon schönes Glas Wein haben.
- 50:38Ich bin auch kein Fan von 5cl, also ich finde zum einen verkommt dann das Menü selber zum Arbeitsessen, wenn man halt immer versucht in diesen 5cl die größtmögliche Erkenntnisse herauszuziehen und es geht so jegliche Art von Weinlust verloren.
- 50:54Man lässt sich gar nicht so auf den Wein oder dann eben auch auf die Kombinatorik von Wein und Speisen ein, also da er 0,1 oder sogar 0,1,5 um den Wein nochmal ganz anders zu greifen.
- 51:04Es gibt definitiv gewisse Weingüter, die man als Somnie kennen sollte, es gibt definitiv gewisse Weine, die man als Somnie einmal probiert haben muss und einer derer es ohne Frage, Tinto Piscera Reserva.
- 51:32Darum würde ich den Tinto Piscera Reserva 2019 empfehlen.
- 51:36Verantwortlich für diesen Wein zeichnet sich die Familie Fernandez Rivera, ein Familienunternehmen aus der Gemeinde Piscera de Duero in der Region Castillen Leon im Dior-Bereich Rivera de Duero im Norden Spaniens.
- 51:48Das Weingut wurde 1972 vom gelernten Landmaschinen-Techniker Alejandro Fernandez, der mit der Erfindung von Landmaschinen für Zuckerrüben ein großes Vermögen erworben hatte und Esperanza Rivera.
- 51:59Der Ursprung war eine kleine Kellerei aus Nanturstein aus dem 16. Jahrhundert, das heutige Stammgut Tinto Piscera.
- 52:05Der Besitz umfasst heute vier Kellereien und das Hotel Piscera.
- 52:09Alejandro Fernandez geht nebenbei zur Zier als bedeutender Wegbegleiter des modernen Rivera de Duero Weinstiers.
- 52:16Er wird auch als der König des Tempranillo bezeichnet.
- 52:19Die drei Enkelen von Esperanza Rivera und Alejandro Fernandez übernahm 2019 die Leitung.
- 52:24Die Weinberge umfassen insgesamt 220 Hektar.
- 52:27Doch das Flaggschiff der Kellerei, Tinto Piscera, ist Piscera de Duero oder kurz Piscera zu Ehren der gleichnamigen Gemeinde, der das Grundabhaar geboren wurde.
- 52:35Dieses hier hat neben Pingus und dem Weingut, wiegerstizir, zu dem besten und exklusivsten Wein Spaniens und auch der Welt.
- 52:42Der absolute Durchbruch in der Weinwelt für Alejandro Fernandez erfolgte als Janos.
- 52:47Sein Top Piscera 1985 absolute Höchstbewertung von Robert Parker erhielt.
- 52:52Und 1992 wurde er von Robert Parker als Petrus auf Spain bezeichnet und schlagartig weltberühmt.
- 52:59Der Wein wird Sorten rein aus Tempranillo, welche hier sehr stark ertragsbeschränkt kultiviert wird, gekältet.
- 53:06Nach der Gärung erfolgt eine zweiväuchige Meisterstandzeit, danach die mallaktische Gärung Barikfässern aus französischer und amerikanischer Eiche, in welchen auch der mehrjährige Ausbau erfolgt.
- 53:16Danach erfolgt keine Schöne und keine Filtration.
- 53:18Im Weingut werden die Qualitäten Krianzer, Reserver und Grarreserver erzeugt, die sich durch das Alter der Rebstöcke, die Traubenauswahl, das Alter der Bariks und die Dauer des Barikausbaus bis zu vier Jahren unterscheiden.
- 53:30In ganz besonderen Jahrgängen wie 82, 86 und 94 entsteht auch der Prestigewein des Weingutes Janos Piscera.
- 53:37Der Name bezieht sich auf den doppelgesichtigen römischen Gott der Zeit, doch der Wein mit dem definitiv besten außergewöhnlichsten Preis-Leistungsverhältnisse ist ohne Frage der Reserver.
- 53:46Denn er zeigt das ganze Können, die Philosophie und die Tiefe der Pisceraweine und zeigt, was aus dem Rivere di D'Oreo entstehen kann.
- 53:54Doch was macht die Weine aus dem Rivere di D'Oreo so besonders? Wahrscheinlich ist es die extreme Höhenlage von 750 bis 850 Meter über dem Meeresspiegel.
- 54:03Vielleicht ist es auch das Klima, die Mischung aus kontinentalen und mediterran Einflüssen mit tagsüber sehr heißen Temperaturen von bis über 40 Grad und nachts einem Abfall von bis auf 15 Grad.
- 54:14Diese extremen Temperaturschwankungen bzw. die nächtliche Ruhephase wirken sich sehr positiv auf die Nährstoffaufnahme und den Säure gehalten den Weintrauben aus.
- 54:23Es gibt auch die extrem facettenreichen Bodentypen, die dieses 115 Kilometer lange und 35 Kilometer breite von 8000 Winzern bewirtschaften Gebiet geprägt von sandigen Böden, die auf Kalkstein aufliegen, auszeichnen.
- 54:3621.000 Hektar umfasst das Rivere del D'Oreo und die Weine, die hier entstehen, suchen nicht nur in Spanien, sondern auch in der Weinwelt ihresgleichen, wie der Tinte Piscera Reserra aus dem Jahre 2019.
- 54:48Man könnte ihn mit seinen dunklen Früchten, mit seiner rauchigen Aromatik, mit seiner Tief, mit seiner Charakteristik, mit seiner Fülle, mit seiner Substanz, mit seiner Entwicklungsfähigkeit, mit seiner Lagerpotenz beschreiben.
- 54:58Aber all das würde diesem Wein nicht gerecht werden, dann muss ihn einfach probieren, muss ihn verkostet haben, muss ihn vielleicht auch gleichsetzen mit anderen Wein und wird merken, dass Alecano Fernandes nicht ohne Grund als der König des Tempranius bezeichnet wurde.
- 55:12Und ich bin ganz sicher, dass Chassati ihn nicht nur einmal probiert hat.
- 55:15Genießt du selber ein Weinmenü, wenn du im Restaurant bist oder bist du Teamflasche und ...
- 55:30Da bin ich absolut Teamflasche.
- 55:33Aber ich glaube, das hat tatsächlich etwas mit mir zu tun. Ich kann mich bei einer Weimegleitung weniger entspannen.
- 55:45Ich schaue mir selten Weinkarten vorher an. Ich entscheide spontan, worauf ich heute in dieser Situation zu diesem Menü lustig blätterne durch den Weinkarten und irgendwo springt mir was ins Auge und weiß, okay, das passt jetzt für mich heute.
- 56:06Das möchte ich gerne trinken.
- 56:08Es kann schon sein, dass ich dann vielleicht noch sage, okay, doch mal Glacien da, doch mal Glacien da.
- 56:12Aber eine ganze Weimegleitung ist mir persönlich oft zu anstrengend.
- 56:17Ich möchte auch ein Wein über den ganzen Abend erleben.
- 56:20Ich möchte mich damit beschäftigen, wie verändert sich der Wein, wenn er ein bisschen mehr Sauerstoff bekommen hat, wenn er ein bisschen stand, wenn er kaffeet das oder nicht.
- 56:31Das ist für mich ein Erlebnis und wesentlich entspannender als wenn ich eine Weimegleitung genieße.
- 56:43Und nimmst du dann die Beratungsleistung eines Kollegen in Anspruch oder bist du dann zehorientiert und sagst, jetzt kämpfe ich mich selber durch die Karte und ich weiß, was ich trinken möchte?
- 56:54Kommt darauf an.
- 56:59Gibt es keine pauschale Antwort?
- 57:02Wenn ich sehe, es ist zum Beispiel jetzt ein Ressort im Jura im Achboa, die eine extreme Ausfall an lokalen Wein haben, dann höre ich durchaus auf den Berat des Kollegen und sag mal, was hast du?
- 57:23Du spannst da.
- 57:24Trink normalerweise gerne das oder hätte ich eher auf den Stil Lust.
- 57:27Gebe ich schon in eine Richtung, auf die ich Lust hätte und sag, was soll man probieren?
- 57:32Was macht Spaß?
- 57:34Weil der hat sicherlich noch ein Fläschchen da, was ich nicht kenne, was ich nicht probiert habe und was mir viel Spaß machen wird.
- 57:41Wenn es aber eine eher allgemein geschriebene Weinkarte ist, wo es überwiegend Klassiker zu finden sind, dann schaue ich vielleicht schon durch und sag das Fläschchen nehme ich heute darauf, habe ich Lust.
- 57:56Es kommt auch mal auf meine persönliche Stimmung an.
- 57:58Es kommt auch darauf an, wie kommunikativ ich sein möchte an dem Abend.
- 58:06Man kennt es ja von sich selbst vielleicht, vielleicht auch nicht, vielleicht bin ich so.
- 58:11Es gibt auch Abende oder Tage, wo ich sage, ich möchte jetzt mein Essen, mein Wein genießen und meine Ruhe haben.
- 58:18Ich glaube, das ist eine Berufskrankheit, weil wir den ganzen Tag mehr oder wegen geahm reden sind, dass man die ruhigen Momente dann einfach auch genießt und mal nicht zu reden, sondern sich darauf einzulassen.
- 58:30Manchmal ist es auch ein Restaurant, dass Kommunikation sehr wichtig ist, sich darüber auszutauschen, auch über das Menü auszutauschen, aber manchmal ist es einfach ganz wunderbar, in dieser ganz eigenen Wäldern zu schwelgen und sich auf die Speisen, auf dem Wein einzulassen.
- 58:44Wann trinkst du Wein? Also gar nicht so degustieren, du bist auf einer Probe, du bist daher auch sehr, sehr aktiv, sondern dieses reine aktive Trinken.
- 58:52Das reine aktive Trinken, gerne, wenn ich mal einen meiner wenigen freien Tage ohne zuwürzliche Termine habe.
- 59:05Meine Frau flucht schon immer, dass mein Terminkalender so voll ist, dass ich immer unterwegs bin.
- 59:11Aber dann trink ich sehr gerne Wein und setze mich auch auf die Terrasse am Nachmittag und genieße die Flasche.
- 59:19Da bin ich auch tatsächlich hier jemand, der am Nachmittag die Flasche genießt und wenn wir zu zweit sind, dann am späten Abend vielleicht noch einen anderen Wein.
- 59:31Und mir darf ja auch die Zeit nehme und das ja, am Nachmittag schon genieße.
- 59:38Aber klassisch auch, wenn wir mal essen gehen, dann gehört Wein natürlich für mich auch als Kernelement dazu.
- 59:46Und da trink ich genauso, wenn wir am Mittag im Heregänge essen gehen, was selten genug vorkommt, trink ich eine Flasche Wein dazu.
- 59:56Wenn wir abends essen gehen, sowieso, das gehört für mich einfach absolut dazu, dass das wird zu 99,9% nicht vorkommen, dass ich ein schönes Menü genieße ohne Wein.
- 1:00:11Wenn du dann deine Terrasse-Situation hast, dann ein Alltagswein. Also hast du einen Alltagswein?
- 1:00:17Wenn ja, welcher ist dieser?
- 1:00:19Ein Alltagswein. Ein schwieriger Begriff für mich.
- 1:00:25Ich weiß, was ich gerne trinke und das sind vielleicht auch meine Alltagsweine.
- 1:00:30Ich bin unheimlicher Champagner, liebhaber. Gerade in den letzten Jahren haben wir das große Glück, dass die Winzer Champagner ein großes Comeback-Feiern und immer mehr verfügbar ist.
- 1:00:46Und auch hier in Deutschland verfügbar ist und direkt verfügbar ist.
- 1:00:50Und mit dieser Vielfalt haben wir auch wieder eine Geschmackspalette, dass man auch da eine unheimliche Vielfalt hat und Champagner wieder als Wein wahrgenommen wird.
- 1:01:04Das ist ja oft, das schmunzel ich immer ein bisschen, wenn jemand mich fragt, Wein oder Champagner.
- 1:01:11Für mich ist Champagner genauso Wein, ist nur eine besondere Ausprägung an Wein.
- 1:01:15Es ist ein bestimmter Stil, im Sinne davon, dass es eben mit Kohlensaure daherkommt und eine Flasche vergangen ist und eine gewisse Zeit auf der Hefe lag und dadurch eine gewisse zusätzliche automatische Komplexität liefert.
- 1:01:28Oder eine bestimmte Seelistik. Aber auch dort ist die Weinwelt ja so vielfältig geworden, dass man entscheiden kann, was für ein Wein, was für ein Champagner möchte ich jetzt trinken.
- 1:01:41Worauf habe ich Lust? Eher was frisches, knackiges, salziges oder ihr das mollige, buttrige, breite, wohlfühlte Champagner.
- 1:01:51Oder habe ich jetzt wirklich Lust auf was rassiges, kräftiges, intensiver, schweres, wo ich fast schon drauf kauhe, sage ich mal.
- 1:02:03Das finde ich wunderbar, damit ich mich wohl fühle. Wenn es jetzt aber im Sommer 40 Grad hat, dann kann ich mir am Nachmittag auch vorstellen.
- 1:02:13Schön gekühlten Kappi-Riesling, so eine schön leichte, restsüße, was fruchtiges, geht super runter.
- 1:02:20Das ist so immer Kategorie, sage ich immer, gefährliche Weine, Flasche auf den Flaschen leer.
- 1:02:26Das ist in der Tat Wahnsinn, was da passiert ist in den letzten fünf oder zehn Jahren bei dem Winzerschampagnan.
- 1:02:32Welche Vielfalt, welche auch teilweise unterschiedliche Charakteristik oder Stilistik von Champagnan dort mit einmal auf dem Markt sind oder hier präsent sind oder hier verfügbar sind.
- 1:02:44Man früher hätte noch fast selber in die Region fahren müssen. Das finde ich auch sehr großartig.
- 1:02:49Wenn du diese ganz besondere Flasche hast, die du seit 10, 15 Jahren im Keller hast, wie muss der perfekte Moment für dich für den perfekten Wein sein?
- 1:03:00Gibt es einen Setting, also dass du keine Ahnung, dass Licht auf 3 stimmt und die Musik anmachst und deine Frau dazu singt?
- 1:03:09Oder gibt es irgendwas, wo du sagst, so ist perfekt für Wein?
- 1:03:14Schöne Vorstellung. Es hat etwas mit meinem mentalen Einstellung zu tun.
- 1:03:21Ich muss entspannt sein, ich muss eine gewisse Ruhe haben, ich muss gerade keinen Stress haben und nicht noch zwei Projekte, die ich abschließen muss,
- 1:03:33sondern ich muss in dem Moment ruhig entspannt sein und wissen, okay, ich kann mich jetzt auf einlassen.
- 1:03:39In welcher Situation es ist, ob es bei einem Restaurantbesuch ist oder zu Hause, das ist dort absolut zweitrangig.
- 1:03:45Das hat primär eigentlich etwas mit meiner aktuellen Stresssituation und mentalen Einstellungen zu tun.
- 1:03:55Und würdest du die Flasche dann lieber wieder runter in den Keller bringen und sagen, heute ist nicht mein Tag, heute ist kein Petrustag?
- 1:04:02Absolut, ja. Also wenn es der Moment nicht hergibt, wenn ich weiß, ich kann mich jetzt darauf nicht einlassen, kann es nicht voll genießen, dann lasse ich das sein.
- 1:04:10Dann trinke ich was anderes, wo ich sage, Bier, wir sombeln je es, wir sind ja oft so sehr verkopfte Menschen, gerade was Wein betrifft.
- 1:04:20Ich sage immer, ich trink unheimlich gern ein Feier am Bier, warum machen wir das?
- 1:04:27Oder ich kenne viele Kollegen, die das genauso sehen.
- 1:04:31Warum machen wir das? Man stellt uns ein Glas Wein hin und wir sind so darauf trainiert, dass wir, wenn wir den ersten Schluck probieren,
- 1:04:38dass wir in Sekunden auseinandergenommen haben, analysiert haben und für uns entschieden haben, ob es uns gefällt, ob es uns schmeckt, ob uns etwas daran stört, was für uns persönlich daran vielleicht in perfekt ist.
- 1:04:54Wir haben selten als Sommelis, glaube ich, diesen Moment, dass wir ein Wein trinken und völlig da wir abschalten können.
- 1:05:03Diesen Moment kenne ich von mir persönlich seit vielen Jahren nicht mehr.
- 1:05:08Den kann ich haben bei einem unkomplizierten Bier, bei einem Pilz oder bei einem klassischen Helen hier in München, aber nicht bei Wein.
- 1:05:21Das ist für mich immer mit mentalen Grundaktivität verbunden.
- 1:05:31Wenn ich zu gestresst bin, trink ich über etwas, was einfacher ist, wo ich sage, das gefällt mir, schmeckt mir, ist ein schöner Trockner-Riesling, ist ein schöner Kabinett, ist ein leichter Shabli,
- 1:05:43etwas, was mir Spaß macht, aber was nicht das Budget sprengt und was wenig zu kompliziert ist.
- 1:05:52Das stimmt in der Tat, dass wenn man Wein trinkt, die Arbeitsmaschine sofort wieder anläuft und man dann wieder damit arbeiten ist und sich darauf einlassen zu ihm auch schaut,
- 1:06:04könnte ich den irgendwo einsetzen, brauche ich den, brauche ich den nicht. Hattest du schon mal dieses Nonplus Ultra Wein Bar Wein Location oder Wein Restaurant Erlebnis,
- 1:06:17dass du sagst, dass der Ort demüsst es 1.000 Facht auf der Welt geben?
- 1:06:25Gute Frage, wenn du jetzt so lange drüber nachdenken musst, wahrscheinlich noch nicht.
- 1:06:34Du reichst ja auch hier, also in Israel oder was gerade in den Staaten, hattest du berichtet,
- 1:06:39vielleicht dort oder gerade in München oder, dass die Nonplus Ultra Wein Bar, die du jedem ans Herz legen würdest?
- 1:06:48Nonplus Ultra Wein Bar. Würde mir jetzt keine Wein Bar einfallen, sondern was mir unheimlich viel Spaß gemacht hat, war in der Britanie am Strand zu sitzen,
- 1:07:09Krabben zu pulen, Muscheln zu knacken, Flasche Sider dazu trinken oder Siedler.
- 1:07:19Das war für mich Entspannung pur, das war für mich Kopfausschalten, genießen und alles andere um mich herum vergessen.
- 1:07:29Da braucht es kein aufwendiges Setting dazu, da braucht es kein Chichi, da braucht es wenige Zutaten.
- 1:07:42Das ist für mich viel mehr Entspannung, das muss auch kein wunderschönes Lokal das durchdesignt ist,
- 1:07:50wo die Lichtstimmung auf Zehntelprozent eingestellt ist sein, das ist mehr ein Erlebnis, mehr ein Gefühl.
- 1:08:03Genauso, wer mich kennt, ich sage immer, ich bin ein einfacher Mensch, das in dem Sinne, dass man mich sehr einfach, sehr glücklich machen kann.
- 1:08:17Man stelle mir ein Glas Champagner hin und ein gutes Stück Butter, ein gutes Stück Brot, wenn es noch brioche und vorgraher ist, bin ich noch glücklicher.
- 1:08:31Aber die Umgebung dazu ist dann fast irrelevant.
- 1:08:36Es ist manchmal auch der Moment, dass Wein perfekt für diese Situation ist, gibt es irgendwas, was du mit Wein niemals machen würdest, also wo du sagst, das Typisches macht man nicht.
- 1:08:52Man sollte mit Wein nicht trauern.
- 1:08:55Sehr guter Ansatz, sehr schön. Stimmt. Stimmt sehr.
- 1:09:00Manchmal hilft es natürlich, diese Emotion reinzukommen, es ist kein guter Trauerbegleiter, das stimmt.
- 1:09:08Also rein vom Händischen gibt es irgendwie was, wo du sagst, ich würde ein Rotwein niemals kalt servieren, ein Weißwein niemals warm oder bist du da total grenzfrei und egal was der Gast möchte oder wie du es selber interpretierst, findest du spannend.
- 1:09:28Und mixt auch Weine oder wie auch immer, also hast du da Grenzen oder bist du da frei von jeglicher Befindlichkeit?
- 1:09:38Weine zu mischen, auf die Idee kam ich da sich noch nie. Interessanter Gedanke, glaube würde ich von mir aus nicht machen, nein.
- 1:09:51Wenn der Gast sagt, er hätte den Wein gerne wärmer, gerne kälter, dann bekommt er das auch.
- 1:09:58Ich bin in dem Moment nicht derjenige, der den Wein genießt oder trinkt, das ist der Gast und der soll sich damit primär wohlfühlen.
- 1:10:07Ich glaube, ich für mich persönlich eine Idee, wie ich es am liebsten trinken würde und genießen würde, aber das muss nicht immer ein zu eins auch die Meinung von meinem Gast sein.
- 1:10:19Da sollte sich, muss mir manchmal selber auch vorhalten, man ist ja doch Mensch, aber man muss sich immer versuchen dran zu erinnern, man ist in der Situation nicht derjenige, der den Wein genießt und trinkt, sondern der Gast.
- 1:10:36Und dann zeige ich den auch so, wie der Gast das gerne hätte. Klar, sollte ein Wein nie zu warm sein, was jetzt für mich zu kühl ist oder zu warm, aber wie gesagt, für den Gast nicht dasselbe sein.
- 1:10:55Das finde ich auch ein ganz wertvoller Ansatz, dass jeder ja ein unterschiedliches auch empfinden hat, eine unterschiedliche Sensibilität und man da vielleicht manchmal auch Rücksicht drauf nehmen sollte und nicht nur dieses laut Textbuch, so machen wir das so, ist das ideal und nur so wird das gemacht.
- 1:11:12Gibt es für dich ein schlimmstes zu mir Erlebnis, wo du sagst? Das möchte ich bitte nie wieder erleben.
- 1:11:19Es gab durchaus eine Situation, die tat mir dann schon ein bisschen weh, das war schon fast mit Herzschmerz verbunden, eine größere Gruppe, die haben viele Flaschen genossen, auch sehr teuer, man denkt an die größten Bordeaux, wir haben an dem Abend, glaube ich, es waren 10 Personen oder 11, nach dem Abend hatten wir in jedem Fall keine einzige Flasche Angelus und Petrismä im Haus.
- 1:11:46Es war nicht hier in München, sondern damals in der Schweiz und es gab einen Gast, der wollte später am Abend doch gerne sein Wein mit der berühmten dunkelbrauen Brause gemischt haben und das hat mir so weh, dass ich gedacht habe, ich stelle ihm jetzt seine Cola nebenan und habe gesagt so, gonna bring you a coke,
- 1:12:15please you gonna mix it yourself.
- 1:12:18Oh, ich habe gesagt, das mache ich nicht.
- 1:12:22Ich habe es niemals erlebt, also es sind viele Berichtner von aber ich hatte das Glück nie, also Rotwein Cola, hatte ich nie ausschämen dürfen oder habe ich nie ausschämen dürfen.
- 1:12:32Interessanterweise ist es so etwas, was viele im Kopf haben, dass es sowas Asiatisches sei, ist es gar nicht. In diesem speziellen Fall war es ein asiatischer Gast, aber ich komme aus Frankfurt und im Rheingau ist ja auch so eine Partyhochburg und es war eines ganz am Anfang in der Gastronomie, als ich noch einmal Student war
- 1:13:01und auch mal ab und zu auf so Faschingspartys Kellner musste, möchte ich auch zur Tage übrigens bitte, bitte, bitte nicht nochmal machen.
- 1:13:11Es gibt ein eigenes Wort dafür, dort unten gerade im Raum Bingen, finde ich ganz, ganz schrecklich, das heißt dort kalte Bushy und bei mir bestellt ich jemand eine kalte Bushy und ich meinte so, bitte was.
- 1:13:23Und muss erst nachfragen, was es denn ist, dass es eben Rotwein Cola, das wird dort gerade auch in der Jugend gut genossen in den rauen Mengen, also das hat gar nichts mit bestimmten Kulturkreisen zu tun, bzw. müssen wir da in unserem eigenen Kulturkreis vielleicht schneller schauen als in anderen Kulturkreisen.
- 1:13:45Ich finde es ganz, ganz schrecklich, ich muss es ja nicht trinken.
- 1:13:50Hab ich was gelernt, gibt es wirklich ein schönstes von mir, wo du sagst, da ging mein ganzes Berufsherz auf oder mein kein menschliches Herz und das würde ich am liebsten so einmal die Woche.
- 1:14:03Ja, das ist eigentlich ganz banal, aber das hat viel mit Respekt und Anerkennung zu tun. Das schönste Erlebnis, was ich habe, wenn Gast sagt, ich trinke das gerne oder man kennt sich vielleicht, es ist ein Stammgast, man kennt die Präferenzen schon.
- 1:14:27Ich habe das Budget, such was aus, ich vertraue dir. Man darf in den Keller gehen und sagen, was passt jetzt zum Gast, was passt auch zum Abend, was passt auch für sein Budget.
- 1:14:39Es sind auch immer so die Grenzen, die ich gerne abstecke, weil es ist einfach zu sagen, ich ziehe jetzt einfach die Flasche 4.000 Euro aus dem Keller, mach damit mein Umsatz und das muss er jetzt bezahlen.
- 1:14:52Aber das ist vielleicht nicht das Ziel, sondern die Flasche zu finden, die an dem Abend zum Gast passt und da möglichst wenig Grenzen zu haben und wenn der Gast sagt, such was aus, wie vertrauen die?
- 1:15:08Das ist eigentlich so das schönste Kompliment, was man auch als Sommerlehrer bekommen kann.
- 1:15:15Wie sehr hältst du dich ans Budget? Also im gesetzlichen Fall sagt 100 Euro.
- 1:15:22Ist das für dich in der Tat die emotionale Grenze oder wenn du weißt, der Wein ist absolut perfekt, dass du versuchst dieses Budget zu überreizen oder hast du pauschal das Empfinden, dass du versuchst, massiv unter dem Budget zu bleiben, um dem Gast das Gefühl zu geben, es ist vielleicht gar nicht so teuer gewesen oder da agiert jemand preisbewusst.
- 1:15:44Oder ist es für dich 400 Euro im Pistalen unbedingt und es darf 100 Euro kosten?
- 1:15:51Nein, ich fasse das schon eher als eine Orientierung auf und je nach Preis range und man hat ja ein Gefühl für den Gast in der Regel dann schon, sehe ich das als Orientierung und das kann durchaus sein, dass ich das überschreite oder unterschreite.
- 1:16:11Aber man sollte es natürlich nicht überschreiten, man sollte das Budget nicht um 100% überschreiten, vielleicht auch nicht um 50%, aber ich sag mal, wenn es um 20 bis 30% überschritten ist, um 10% unterschritten, da fühle ich mich wohl, aber in jedem Fall werde ich natürlich auch dem Gast das kommunizieren, wenn ich sein Budget in einem gewissen Rahmen überschreite und sag der, du hast 100 Euro genannt, wenn der Wein jetzt dann doch 120, 130, dann ist das ein
- 1:16:40120, 130 kostet, werde ich dem Gast natürlich sagen, wir sehen das ein bisschen über Budget, aber das macht wirklich Spaß, ich glaube das passt zu Ihnen am Abend und auch zum Menü, ist das für Sie in Ordnung, da werde ich nicht ohne Kommunikation das Budget überschreiten, es kann auch sein, dass es ein Gast ist, der sagt, mein Budget sind 800 Euro, such was aus, wir wollen was genießen, wenn ich dann aber gleich hingehe und sage, naja das sind jetzt nicht 800 Euro, sondern 1200 Euro,
- 1:17:09ist es vielleicht übers Ziel hinaus, wenn es aber 850 sind, 900 Euro, kann man das ja kommunizieren und 90% der Gäste werden sagen, ist in Ordnung, vertrauen wir Ihnen, wenn der Wein unter dem Budget ist, dann kommuniziere ich es in der Regel nicht und stell es hin und sage,
- 1:17:31ich glaube das ist was für Sie, das wird Ihnen Spaß machen und freue mich, wenn es im Gast gefällt, ich sehe das eher als Orientierung und nicht als harte Grenze.
- 1:17:41Gibt es für dich Grenzen nach oben und unten, zum einen was du selber trinkst, als auch was du auf die Karte nimmst, dass du sagst, über, also ich hatte in der Weinbar teilweise die Entscheidung getroffen,
- 1:17:56da ich gesagt habe, ich möchte die und die Weine nicht auf der Karte haben, weil die in dieser Atmosphäre nicht zur Geltung kommen und das waren dann meistens Weinen, die nach oben sehr sehr preisintensiv waren.
- 1:18:07Bei euch ist glaube ich ein solventeres Publikum wahrscheinlich im Bayerischen Hof, aber hast du da Grenzen nach oben oder eben nach unten?
- 1:18:16Für mich persönlich klar, also es gibt durchaus einige Weine, die meinen persönlichen Geldmittel sprengen, gibt es viele Weine auf der Welt, gerade wenn wir rundher ins Bugund schauen oder auch ins Bordeaux,
- 1:18:31einige Weine sind im Preis, auch im Einkaufspreis so explodiert, das sprengt meinen Budget ganz klar.
- 1:18:39Jetzt für meine Weinkarte gibt es dort eigentlich keine, für mich persönlich zumindest, keine Grenzen, meine Geschäftsführung sieht das manchmal etwas anders,
- 1:18:54aber ich gehe bei der Geschaltung einer Weinkarte nicht von meinem eigenen Budget aus, nicht von meinem eigenen Geldbeutel.
- 1:19:04Wir haben Gäste, die sind bereit für eine Flasche Weine 40 Euro auszugeben. Es gibt genauso Gäste, die sagen, den Wein bekommen wir in fast keinem Restaurant, was der jetzt kostet, ist mir egal.
- 1:19:21Ich trinke den Wein jetzt und die haben diese Entscheidung auch in eine Minute getroffen und geben dafür den Gegenwert eines Kleinwagens aus.
- 1:19:31Es ist jetzt nicht mein persönliches Budget, aber mir macht es Spaß, wenn die Gäste das finden können, was sie darauf Lust haben, was sie vielleicht auch gesucht haben.
- 1:19:43Die Gäste haben gesagt, den Wein haben wir seit Jahren nirgends auf einer Weinkarte gesehen, wir nehmen jetzt das Flaschen, wir haben Lust daran, wir probieren das jetzt.
- 1:19:51Auf der anderen Seite war es ein anderer Gast, der hat auch knapp 10.000 Euro für eine Flasche Wein ausgegeben, hat gesagt, der Wein liegt zwar in meinem eigenen Weinkeller,
- 1:20:00auch der Jahrgang, aber den will ich jetzt zu Hause noch nicht trinken, der darf da noch ein bisschen liegen.
- 1:20:05Aber ich finde es schön, dass sie eine Flasche da haben, wir genießen das jetzt heute Abend und trinken nur einen gläsen Rotwein noch dazu.
- 1:20:12Die Gäste fühlen sich damit wohl und freuen sich daran, also warum nicht?
- 1:20:20Und Grenzen nach unten, hast du da? Du sagst also, das muss es mindestens im Restaurant kosten bzw. wenn ich selber Wein trinke, dann egal ob im Urlaub oder privat, soll das unbedingt kosten?
- 1:20:39Komplexe Frage, wir haben im Bayerischen Hof natürlich nicht nur ein Restaurant, sondern viele verschiedene Situationen, in denen wir Wein, Gastronomie und Speisen präsentieren.
- 1:20:54Und zu jedem Konzept gehört auch eine andere Preisspanne und da gibt es sicherlich auch Konzepte oder Bars oder Restaurants, wo es auch nach oben eine Deckelung gibt, wo wir sagen, hier darüber hinaus,
- 1:21:08das kommt so selten vor, macht das wenig Sinn.
- 1:21:11Nach unten gibt es vor allem qualitative Grenzen, wenn der Wein nur billig ist, aber nach nix spekt, dann wird das den Weg auf die Weinkarte nicht finden.
- 1:21:27Und klar gibt es auch gewisse wirtschaftliche Grenzen, wo wir sagen, wenn wir den Preisbereich einkaufen und noch einigermaßen versuchen, ein Fair zu kalkulieren, verdienen wir zu wenig dran und da muss man ja auch klar darüber sprechen.
- 1:21:46Gastronomie in der Größenordnung des Bayerischen Hofs ist kein günstiges Geschäft, ist sehr personaleufwendig, ist sehr mit sehr viel Vorarbeit verbunden, ist mit sehr hohen Kosten verbunden in Sachen Unterhaltung und generellen Betriebskosten.
- 1:22:07Das heißt, wir haben natürlich auch irgendwo ein gewisses wirtschaftliches Interesse, das finde ich auch vollkommen legitim ist und auch legitim sein muss.
- 1:22:18Wir können ja nicht uns hinstellen und sagen, wir arbeiten jetzt gratis, einfach nur damit sie sich wohl fühlen.
- 1:22:26Das funktioniert nicht, das ist an der Realität vorbei und darum gibt es natürlich wirtschaftliche Grenzen auch unten, wo es einfach keinen Sinn mehr macht, den Wein auf die Karte zu setzen.
- 1:22:36Wenn ich sage, der Wein kostet jetzt nur sagen wir mal 25 Euro, das wird bei uns wenig Sinn machen.
- 1:22:44Was ist dein Einstieg? Also wo fängt bei dir im Gummis die Preistruktur an?
- 1:22:51Wir sind relativ günstig im Gummis würde ich sagen, der günstigste Wein liegt unter 50 Euro und ich glaube, das ist sehr, sehr fair.
- 1:23:05Du sagst, du bist für verschiedene Outlets zuständig, also bestückst du für alle die Weine auch und gestaltest die Weinkarten oder bist du rein aufs Gummirestaurant spezialisiert?
- 1:23:19Ich bin abends im Gummirestaurant zu finden, vor allem um den Hands-on Service zu machen, die direkte Weinempfehlung im Gast um die Gäste auch in der Weimit-Latte mitzunehmen und zu unterstützen, auch den Service zu unterstützen.
- 1:23:34Natürlich auch nicht mit einem anderen auszutauschen, da bin ich schon abends immer im Gummis, im Atelier anzutreffen und auch schon in der Vor- und Nachbereitung oft.
- 1:23:45Aber Großteil der Weinkarten liegt auch in meiner Verantwortung des Hauses.
- 1:23:55Sobald ein Gast auch in anderen Outlets, in anderen Restaurants oder auch mal im Room Service eine spezielle Frage hat, wo die Kollegen nicht mehr weiterkommen, bin ich der Ansprechpartner dafür.
- 1:24:04Genauso bin ich der Ansprechpartner, wenn Gäste eine tiefergehende Weinempfehlung für ihre Veranstaltung, für ihr Event haben möchten.
- 1:24:15Wenn wir dann Abendessen haben, Mittagessen, ein spezielles Geschäftsessen, gibt es zu viele verschiedene Settings und die Gäste jetzt vielleicht keine direkte Vorstellung haben.
- 1:24:28Ich will jetzt 40 Euro ausgeben und möchte dafür einen Riesling haben.
- 1:24:33Da bin ich immer für alle Kollegen immer gerne da und unterstütze da auch an allen Fronten.
- 1:24:39Genauso, ich sitze jetzt gerade dran, bei uns intern heißt das Weinkartenwechsel, der entsprechend parallel zum Wirtschaftsjahr läuft.
- 1:24:49Schau ich auch darüber, was macht jetzt wirtschaftlich Sinn, wo haben wir vielleicht zu wenig Flaschen im Jahr verkauft, was liegen geblieben ist.
- 1:24:59Slowmo, sprich Slowmoving, Items, vielleicht auch ein bisschen auszusteuern oder Fokus darauf zu legen, okay, da müssen wir vielleicht ein bisschen mehr verkaufen im Jahr, damit es Sinn macht.
- 1:25:13Das ist genauso auch Teil meiner Aufgaben wie die direkte Weinempfehlung am Gast.
- 1:25:19Wie viele Karten betreust du dann?
- 1:25:21Das ist eine gute Frage.
- 1:25:27Es sind doch eine ganze Menge.
- 1:25:29Das heißt nicht immer, dass die Weinkarten 1 zu 1 geschrieben sind für jedes Outlet eine neue Weinkarte, sondern wir haben gewissermaßen eine Masterweinlist für das Haus.
- 1:25:43Viele Weinkarten speisen sich dann eben in Teilen daraus. Das heißt, wir haben unsere große Bankett-Weinkarte zum Beispiel, die sehr vielfältige Gestaltete ist, zum Beispiel viele verschiedene Champagner.
- 1:25:59Dann nehmen wir daraus ein Teilelement und kreieren daraus die Weinkarte zum Beispiel für das Bluesbar, für die Dachterrasse oder einen Weinsortiment, dass die Falksbar ergänzt.
- 1:26:15Die Falksbar ist eher als Cocktail Outlet geschrieben, aber auch da haben natürlich Gäste, die sagen, ich möchte lieber ein Gläßchen Champagner, lieber ein Gläßchen Wein gelesen.
- 1:26:23Und dann nehmen wir quasi einen Teilelement aus unserer Masterweinlist.
- 1:26:29Könnten die auch die Gummibweinkarte bekommen oder ist die rein fürs Gummirestaurant vorbei?
- 1:26:35Auf Anfrage können die auch die Gummibweinkarte bekommen und auch die Weine aus der Gummibweinkarte.
- 1:26:43Das sind aber auch Gäste, die dann aktiv danach nachfragen, diesen Wunsch werden wir nicht verweigern.
- 1:26:53Kalkulierst du überall gleich oder hast du einen anderen Kalkulationsfaktor in der Bar oder?
- 1:26:59Weil das Haus ist ja das gleiche?
- 1:27:01Das Haus ist das gleiche. Die Kalkulation liegt nicht in meinen Händen, das macht jemand anderes im Haus, der sich um die Kalkulation im Gesamthaus kümmert.
- 1:27:13Da sind aber auch die einzelnen Outlets durchaus anders kalkuliert.
- 1:27:17Ist ja interessant. Ich hatte es bisher immer so, wenn ich die Karten geschrieben habe, da war ich dann letztlich auch für die Kalkulation, somit eben auch für den Wahneinsatz etc.
- 1:27:25Aber es ist in so einem großen Haus natürlich eine ganz andere Nummer.
- 1:27:29Es war bestimmt auch für dich eine riesen Umgewöhnung von einem doch etwas privateren geführten Unternehmen dann in so einem Riesen.
- 1:27:38Wie viele Mitarbeiter habt ihr? Ich glaube 800 hast du mal gesagt oder so?
- 1:27:41800 sind das glaube ich im Moment nicht ganz, aber es ist schon so die Kernzahl, die wir eigentlich hier bräuchten, um alles am Laufen zu halten.
- 1:27:51In so einem großen Haus, wir haben knapp 400 Zimmer und Zuiten im Betrieb.
- 1:27:57Wir haben mehrere Restaurants im Betrieb, wir haben jetzt zurzeit eines geschlossen, weil wir dort zum Beispiel kein vollständiges Küche- und Serviceteam auf die oder gestellt bekommen zurzeit.
- 1:28:10Da sieht man auch so ein bisschen die Problematik, die natürlich uns alle bewegt, aber jetzt auch nicht mehr auf die Branche Gastronomie zu schreiben ist, sondern wir sehen ja überall, dass ein Teil Personal fehlt.
- 1:28:24Jetzt habe ich da eine ursprüngliche Frage fast vergessen.
- 1:28:28Dass du vor ein kleines Unternehmen hattest oder in einem kleinen Unternehmen tätig warst und dann eigentlich fast so ein Monsterunternehmen gewechselt bist, also rein von der Größe.
- 1:28:38Was die größten Herausforderungen waren, wie anstrengend das war oder ob das in dem Sinne, weil du Somieh bist, eigentlich kein Problem ist, man kann überall arbeiten.
- 1:28:51Klar kann man überall arbeiten, aber so einfach war es nicht.
- 1:28:59Es gab durchaus einige Momente, wo ich mal laut, mal leise geflucht habe und einige Tage, wo es auch weniger Spaß gemacht hat oder wo ich gesagt habe, jetzt auf Deutsch gesagt, ihr könnt mich allermal, diese Momente gibt es, da darf man auch drüber sprechen, die darf man gar nicht verschweigen, finde ich.
- 1:29:23Aber ich glaube, die hat man überall, die hat man mal mehr, mal weniger, die hat man vielleicht öfter mal, wenn man sich jetzt umstellt auf so ein großes Haus, von einem kleinen Haus.
- 1:29:34Und für mich war tatsächlich die größte Umstellung auch eben die Kalkulation nicht in der Hand zu haben.
- 1:29:39Ich habe die letzten Jahre die Kalkulation immer an meiner Hand gehabt und das war durchaus die größte Umstellung, das abzugeben und mich da auch an gewisse Vorgaben und gewisse Strukturen zu erhalten.
- 1:29:55Das war für mich schon eine Umstellung, ein Lernwert. Das hat mal vormal Nachteile, aber daran muss sie mich wirklich gewöhnen und auch daran gewöhnen, vielleicht nicht alle Freiheiten zu haben, wie ich sie vorher hatte.
- 1:30:21In Luxemburg war ich direkt davor und hatte größtmögliche Freiheit, kaum Vorgaben.
- 1:30:31Man hat mir vertraut in der Geschaltung der Weinkarte, ich hatte einen sehr großen Weinkeller mit sehr hoher Lagerkapazität, auch zur Verfügung, hatte sehr hohe Werte auch an der Hand, die direkt vor Ort lagen.
- 1:30:47Und jetzt ist es eher so, dass eine gewisse Balance im Sinne von lagenden wahren Werten gefunden werden muss, auch mit der zur Verfügung gestehenden Kapazität an Lager,
- 1:31:04welches für die Größe des Hauses durchaus gering ist, wo wir aber ganz anders arbeiten, das heißt das Haus wird in der Regel fünf bis sechs von sieben Tagen beliefert.
- 1:31:22Das heißt, es kommt an fünf Tagen Wein rein, wenn wir Groß-Events haben, man kennt es, die Münchner Sicherheitskonferenz findet seit Jahrzehnten, muss man inzwischen schon sagen, bei uns im Haus statt, so eines der größten Events, die den gesamten Betriebsablauf ein bisschen auf den Kopf stellt.
- 1:31:46Wir kommen an unsere Grenzen, wenn wir zum Beispiel, sagen wir mal, eine Woche nicht beliefert werden können aus Sicherheitsgründen, Ausgründen von Feiertagen etc.
- 1:31:57Das bedarf schon einiges an Vorplanung, das logistisch zu meistern, da ist es jetzt nicht einfach mal, wir können als großes Haus ein Monat ohne Lieferung auskommen.
- 1:32:09In kleinen Häusern in Luxemburg war das planbar, es ist absolut gar kein Problem gewesen, die Ware so reinzubekommen, dass man ein Monat, im extremen Fall hätten wir wahrscheinlich auch zwei Monate abgesehen jetzt von Frischware,
- 1:32:24aber was alles, was Getränke betrifft, hätte man locker so planen können, dass man zwei Monate ohne Lieferung auskommt. Das geht im Bayerischen Hof nicht, da muss man schon auch enger kommunizieren, schneller kommunizieren, viel mehr kommunizieren und das sind durchaus andere Strukturen, an die man sich gewinnen muss.
- 1:32:45Aber ich sage mal, ich glaube, es gibt überall, an jedem Arbeitsplatz gibt es Dinge, die einem mehr und einem weniger gefallen.
- 1:32:52Findest du aber, es sollte ein erfahrener Somniere genau diese Wege durchlaufen haben, das sei mal in einem kleinen Lokal arbeitet, mal in einem so riesigen Unternehmen, mal eben mit der einen Struktur, mal mit der anderen Struktur,
- 1:33:07oder sollte man sich im Vorfeld seinen Weg suchen und sagen, ich bin halt ein Somni für Max 10 Tische und keine Ahnung, eine Servicebrigade von fünf.
- 1:33:25Mich hat es immer bereichert und ich habe es auch aktiv so gesucht, möglichst viele Kontrasse zu haben, möglichst viele verschiedene Facetten der Gastronomie, der Hospitalty und auch das Somniere Daseins zuzuerleben.
- 1:33:43Als ich in Königstein damals angefangen habe, da war ich noch kein Somniere, sondern am Anfang Komi, dann später Chefdero, da habe ich so das klassische Restaurantgeschäft eingebettet, in ein Hotel erlebt von einer mittleren Größe, dann bin ich in die Schweiz gegangen, in der Schweiz habe ich neben meinem ersten Chefdero parallel meinen Somniere gemacht, war dann später Komi Somniere
- 1:34:10und da war das Segment ganz klar, Geld spielt keine Rolle, wir sind in Superluxury und wir können uns ausleben, wir haben einen großen Weinkeller, es gab einen witzigen Moment, denke ich heute noch oft dran, wo mich ein Gast herbeigerunken hat und gefragt hat so, können Sie mir nochmal kurz helfen,
- 1:34:31welche Spalte standen jetzt die Preise und welche Spalte waren die Jahrgänge, weil es fast gleich war, 1990 neben 2000 steht, wo der Gast dann kurz erwirrt war, Entschuldigung, was war jetzt der Preis und was ist der Jahrgang, weil es nicht so ersichtlich war, witzige Geschichte und danach bin ich nach Dresden gegangen
- 1:34:57und du kennst Dresden noch besser wie ich, eines der allerersten Themen, die ich auf dem Schreibtisch hatte, war, wir brauchen einen Wein, indem wir den Preissegment und da war klar, wir brauchen einen Einstiegspreis, wo wir sagen, das Glas Wein kostet 3,50 Euro und wir müssen was daran verdienen, das ist ein ganz anderes Setting, ein ganz anderes Vorgabe
- 1:35:20und da muss man auf einmal ganz anders arbeiten, ganz anders denken und gleichzeitig neben dem Gomi-Restaurant damals und dem Feinkostladen der Weinbar, die alle in einem einzigen Objekt fahren, du kennst es, gibt es heute leider nicht mehr aus verschiedenen Gründen, was an sich schon mal eine Komplexität liefert,
- 1:35:48kam dann auch noch der Semper-Opernball und das Schauspielhaus auf dem Schreibtisch und Semper-Opernball hat aufgrund der Komplexität der Planung für einen einzigen Tag, aber in der Regel, wenn man alle vor- und nachgespräche, die ganze Warenlogistik und auch die Planung von Waren zu und ablauf,
- 1:36:13in Betracht sieht und acht Monate gedauert. Also auf dem letzten Sempo-Oprenwahl, den ich betreut habe,
- 1:36:19war es so,
- 1:36:22die Planung standen fest, die Weine standen fest und es stand auch
- 1:36:26drei Monate bevor der Sempo-Oprenwahl stattgefunden hat, fest,
- 1:36:30welche Weine, die übrig bleiben, es bleiben immer weine übrig, wir haben immer mehr Wein vorhanden,
- 1:36:36wie
- 1:36:38getrunken wird, wir laufen nicht leer, aber es stand drei Monate schon vorher schon fest,
- 1:36:43Wein A läuft in Ressort B, Wein B läuft zurück zum Händler, Wein C
- 1:36:51läuft in ein anderes Restaurant, der nächste Weine bleibt vor Ort in der Sempo-Oprenwahl, wird dort ausgeschenkt,
- 1:36:57also die ganze Vor- und Nachplanung war eine ganz ganz andere als in einem regulären Ressort Betrieb.
- 1:37:04Und
- 1:37:07war eine sehr prägende Zeit für mich
- 1:37:09sowohl Dresden an sich
- 1:37:12als auch die Zivilfältigkeit der Ressorts, der
- 1:37:16verschiedenen Gegemeiten und dieser Planungsaufwand dahinter,
- 1:37:22worauf ich dann anschließend gesagt habe, okay,
- 1:37:26ich gehe nach Luxemburg und konzentriere mich mal aufs
- 1:37:30Kerngeschäft, sag ich mal, ein Ressort, einen Weinkeller
- 1:37:36und
- 1:37:38ja
- 1:37:40große Bandbreite und sehr francophil. Das haben wir auch sehr, sehr viel Spaß gemacht,
- 1:37:44dort zu arbeiten mit dieser Vielfalt an Weinen, mit dieser auch Vielfalt an
- 1:37:50französischen Wein, eine
- 1:37:54gigantische Begunter- und Baudour-Auswahl, ich konnte mich ausdoben, ich hatte
- 1:38:01allein 80 verschiedene Champagnas auf der Karte und die Gäste hatten genauso Spaß dran, haben sich rauf und runter probiert,
- 1:38:09hatten eine Besonderheit
- 1:38:14von Benoît de Y, der macht aus einer Parzelle
- 1:38:18sowohl ein weißen Couture-Champagnas, ein weißer Stillwein aus der Champagne,
- 1:38:26er macht einen roten Couture-Champagnas, weil die Traube ist ménier und er macht aus derselben Parzelle auch eine Champagne klassisch.
- 1:38:33Interessant. Wo hat man das schon in dieser
- 1:38:37Vielfalt und da gibt es auch Gäste, die sich darauf einlassen und sagen, okay, wir probieren das jetzt nebeneinander spannend aus derselben Parzelle, vom selben Winzer,
- 1:38:45die selben Trauben in einem ganz anderen Produkt verpackt zu haben, wo man sieht, okay, da ist auch eine gewisse Interesse für eigentlich
- 1:38:54technische Weinbereitung, was kommt daraus?
- 1:38:56Konnte man das Gleichness in die Unterschiedlichkeit greifen?
- 1:38:58Ja, man hat die Rebsorte und die Handschuhe vom Winzer natürlich schon irgendwo ein bisschen
- 1:39:04wiedererkannt, aber Ménier als weißen Couture-Champagnas zu trinken ist was ganz anderes als Roten oder als Champagne heißt.
- 1:39:13Ganz andere Frische oder auch Komplexität dahinter, wobei ich immer tatsächlich die Champagne-Ausprägung als am
- 1:39:21komplexesten und ausgewogensten empfand.
- 1:39:25Der weiße Couture war dann eher was Frisches, was Angenehmes,
- 1:39:30aber ihm hat für mich persönlich so ein bisschen die Komplexität
- 1:39:35gefehlt.
- 1:39:38Und der Rote war in dem Moment auch einfach zu jung,
- 1:39:41wo man gesagt hat, okay, das ist
- 1:39:45vielleicht noch nicht ganz entwickelt, das hätte jetzt vielleicht noch ein bisschen im Keller liegen
- 1:39:49bleiben dürfen, aber in der Situation, dass so nebeneinander zu pränen ist natürlich auch unheimlich spannend.
- 1:39:53Oder auch Gäste zu haben, die sagen
- 1:39:58von dem, von dem wir es so, ihr habt 12 Jahrgänge da nebeneinander liegen.
- 1:40:06Was soll ich noch heute trinken?
- 1:40:09Dann hat man sich entweder auf einen Jahrgang geeinigt oder auch mal gesagt, okay,
- 1:40:15wir trinken jetzt zwei Jahrgänge nebeneinander, die könnten beide zu dir passen, aber sind doch unterschiedlich.
- 1:40:19Und schön, diese Vielfalt, diese Komplexität zu haben.
- 1:40:24Und nach bald vier Jahren auch natürlich eine sehr enge Bindung zu vielen Stammgästen, die ich dort hatte,
- 1:40:32die das Restaurant immer noch hat,
- 1:40:37war natürlich auch ein gewisses Vertrauen aufgebaut und
- 1:40:43gewisse Verständnis füreinander.
- 1:40:45Und das hat natürlich unheimlich viel Spaß gemacht.
- 1:40:48Und in dem Sinne würde ich sagen,
- 1:40:50man nimmt sehr viel mehr mit, wenn man sich solche Kontraste sucht
- 1:40:54und in solchen ganz unterschiedlichen Konzepten arbeiten arbeitet
- 1:40:59und auch
- 1:41:02sich solche unterschiedlichen Aufgaben immer wieder neu stellen kann.
- 1:41:06Natürlich finden sich Italien auf nahezu jeder Weinkarte im breiteste Auswahl mit vielen verschiedenen Qualitäten wieder.
- 1:41:12Die meisten haben nur Südtirol, Toscana oder Spiemon vertreten.
- 1:41:16Kaum jemand pflegt diese Ausdruckung,
- 1:41:18die man in der Küche auf der Karte vertreten kann.
- 1:41:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:38Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:40Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:42Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:44Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:46Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:48Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:50Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:52Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:54Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:56Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:41:58Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:00Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:02Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:04Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:06Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:08Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:10Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:12Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:14Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:16Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:18Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:38Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:40Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:42Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:44Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:46Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:48Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:50Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:52Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:54Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:56Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:42:58Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:00Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:02Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:04Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:06Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:08Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:10Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:12Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:14Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:16Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:18Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:38Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:40Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:42Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:44Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:46Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:48Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:50Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:52Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:54Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:56Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:43:58Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:00Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:02Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:04Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:06Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:08Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:10Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:12Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:14Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:16Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:18Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:38Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:40Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:42Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:44Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:46Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:48Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:50Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:52Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:54Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:56Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:44:58Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:00Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:02Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:04Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:06Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:08Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:10Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:12Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:14Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:16Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:18Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:38Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:40Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:42Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:44Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:46Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:48Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:50Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:52Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:54Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:56Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:45:58Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:00Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:02Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:04Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:06Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:08Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:10Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:12Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:14Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:16Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:18Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:38Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:40Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:42Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:44Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:46Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:48Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:50Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:52Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:54Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:56Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:46:58Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:00Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:02Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:04Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:06Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:08Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:10Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:12Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:14Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:16Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:18Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:20Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:22Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:24Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:26Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:28Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:30Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:32Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:34Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:36Und das ist natürlich ein sehr guter Wettbewerb.
- 1:47:38Würde ich fast sagen,
- 1:47:44meine Weinkarten waren nie wirklich klein.
- 1:47:48Ich hatte immer Weinkarten, die mehr als 100 Position hatten.
- 1:47:54Aber die kleinste im Verhältnis war dann sicherlich in Dresden.
- 1:47:58Aber auch die war, würde ich nicht als klein,
- 1:48:02sondern als der Lokalität angepasst betrachten,
- 1:48:04wo wir immer noch bei 350 Positionen waren,
- 1:48:10was für mich per Definition keine kleine Weinkarte ist.
- 1:48:14Wie viele Positionen sollte eine Weinkarte mindestens haben, wo du sagst,
- 1:48:17das ist eine Weinaffinne-Karte.
- 1:48:20Und es wird alles gut abgebildet.
- 1:48:26Wenn wir jetzt von einem Lokal ausgehen,
- 1:48:30was jetzt kein bestimmtes Thema gesetzt hat
- 1:48:32und was keine Weinbar ist, die zum Beispiel ein bestimmtes Weingut repräsentiert,
- 1:48:36würde ich sagen, 100 Weine reichen, absolut.
- 1:48:40Mit 100 Weinen kann man eine spannende Weinkarte mit vielen verschiedenen Stilen
- 1:48:44und auch in verschiedene Preiskategorien gestalten.
- 1:48:48Das ist immer auffindiger, sich dort zu begrenzen,
- 1:48:52als wenn man sagt, man muss sich nicht begrenzen.
- 1:48:56Wenn ich eine Begrenzung habe und sage,
- 1:48:58ich habe 100 Slots für eine Weinkarte zur Verfügung,
- 1:49:02dann muss ich das mehr hinterfragen, mehr hinterdenken.
- 1:49:05Wie baue ich das auf, als wenn ich sage,
- 1:49:08ich habe 4, 5, 6, 7, 8 in der Position zur Verfügung
- 1:49:11und kann die bespielen, wie ich will.
- 1:49:14Da ist die Kleinheit mit mehr Auffahrt, mit mehr Arbeit verbunden.
- 1:49:18Gibt es für dich einen Ort, wo du,
- 1:49:21sei es nur für einen Tag oder für eine Woche oder wie auch immer,
- 1:49:25und komplett losgelöst noch mal Wein empfehlen würdest?
- 1:49:29Also ein Restaurant oder eine Situation,
- 1:49:33also wo du sagst, das wäre für mich ein Traum?
- 1:49:37Schwierige Frage.
- 1:49:53Ich sage mal, am wohlsten habe ich mich immer gefühlt,
- 1:49:56Wein zu empfehlen, bisher in Luxemburg.
- 1:50:00Da war viel Vertrauen, also Vertrauen von Gästen,
- 1:50:05dass mir entgegengekommen ist.
- 1:50:08Und gleichzeitig ist als sommelier ein unheimlich schönes Gefühl,
- 1:50:14einen großen, weit gefächerten Weinkeller zu haben,
- 1:50:19mit einer großen Jahrgangstiefe,
- 1:50:23mit Begunth von ganz im Norden bis ganz im Süden durchdekliniert
- 1:50:29und auch Spezialitäten zu haben, wie Saubri,
- 1:50:34die eben nicht der Chardonnay sind aus dem Begunth,
- 1:50:38sondern die Pinugri sind, schön Gamme an der Hand zu haben
- 1:50:42und einfach wirklich sich ausleben zu können.
- 1:50:45Dieses Gefühl, diesen Keller symbolisch gesprochen,
- 1:50:49im Rücken zu haben und zu sagen, ich kann aus dem Follen schüpfen
- 1:50:53und kann mich ganz auf den Gast einlassen,
- 1:50:57ihm das zu empfehlen, was er gerne trinken möchte
- 1:51:03und auch in einer gewissen Art und Weise ein sehr solventes Publikum zu haben,
- 1:51:11das selten ein enge, preislichen Rahmen gesetzt hat.
- 1:51:17Das ist ein unheimlich schönes Gefühl
- 1:51:19und das hat mir immer sehr, sehr viel Spaß gemacht.
- 1:51:21Und ja, das Gefühl würde ich gerne nochmal replizieren wollen.
- 1:51:27Das kann natürlich sein, ich meinte aber gar nicht so sehr,
- 1:51:30wo du schon gearbeitet hast, sondern mehr,
- 1:51:32dir steht die Welt zur Verfügung.
- 1:51:34Und egal, ob Japan, Kopenhagen oder Paris
- 1:51:38ist 19. Jahrhundert, 17. in 50 Jahren oder wo auch immer.
- 1:51:42Also komplett frei gedacht, wo würdest du gerne einmal,
- 1:51:46entweder lange oder auch nur für einen Tag arbeiten?
- 1:51:51Japan.
- 1:51:54Wobei es von der Arbeitswelt sicherlich eine der Vordernden ist,
- 1:51:58aber es für mich eine unheimlich faszinierende Kultur
- 1:52:03und es gibt ja so sehr ich das zumindest,
- 1:52:09drei Hochküchen auf dieser Welt ohne jetzt andere Kulturen abwerten zu wollen.
- 1:52:16Aber das, was die Spitzengasronomie prägt,
- 1:52:23sind drei Hochküchen der Welt,
- 1:52:25sind natürlich Italien, Frankreich und Japan.
- 1:52:28Eine Ausprägung an gastronomischer Vielfalt
- 1:52:33und auch Genauigkeit, mit der da gearbeitet wird,
- 1:52:37eine Komplexität, die wenige Küchen gleichwertig entwickelt haben.
- 1:52:44Und allein das fasziniert mich so sehr.
- 1:52:49Das würde ich gerne mal erleben.
- 1:52:52Hattest du schon mal eine Weinspeisenkombination,
- 1:52:55das war für mich mein Blowing?
- 1:53:11Gute Frage.
- 1:53:13Mir fällt jetzt spontan keine Kombination ein,
- 1:53:19was vielleicht an der Vielzahl der Eindrücke liegt,
- 1:53:23die ich schon sammeln durfte.
- 1:53:28Am Prägensten sind für mich eigentlich immer
- 1:53:34Erlebnisse, die ich auch weingütern hatte,
- 1:53:37wenn ich weingüter besucht habe, wenn ich vor Ort war,
- 1:53:39wenn ich mit dem Winzer gesprochen habe,
- 1:53:41wenn wir dort vielleicht auch was gegessen haben,
- 1:53:44sei es ein Menü oder sei es auch ein Hausmannskost.
- 1:53:50Das sind eigentlich die prägensten Momente,
- 1:53:53mit denen ich die meisten Emotionen verbinde.
- 1:53:58Situationen, ich bin in Deutschland zu den Brüdern Rings gelaufen.
- 1:54:07Wir waren dort mit einem kleinen Team, haben dort verkostet.
- 1:54:10Wir kamen an, gerade aus der Champagne zurückgefahren.
- 1:54:13Die meinten, ihr habt bestimmt Hunger, ja, haben wir.
- 1:54:16Und die Oma hatte gekocht und es gab Pfälzer Hausmannskost als erstes.
- 1:54:20Super, wunderbares Erlebnis.
- 1:54:24Und dann haben wir kurz gegessen, dann haben wir uns hingesetzt,
- 1:54:27haben 40 Weine durchprobiert.
- 1:54:29Auf der anderen Seite waren wir im Alentecho,
- 1:54:32im Portugal, auf einem Riesengut,
- 1:54:36was im kleinsten Teil Wein machte.
- 1:54:38Das sprich, Wein waren in Anführung Zeichen nur 80 Hektar.
- 1:54:41Die Farm war riesengroß mit Olivenhain,
- 1:54:47mit Kühen, Schafen, mit eigenem Getreideanbau,
- 1:54:52mit einem Privatsee, damit man eben nicht trocken läuft,
- 1:54:55sondern damit der See eben auch über 4, 5 Jahre das Wasser liefert,
- 1:54:58falls das mal 4 Jahre nicht regnet, also ganz andere Dimension.
- 1:55:02Das heißt auch, man kommt dort an, fährt,
- 1:55:06und man fährt erst mal so 10, 15 Minuten,
- 1:55:09bis man dann eigentlich auf dem Grundstück ist,
- 1:55:12wo dann die Verkostung stattfindet,
- 1:55:14wo das Weihgut an sich ist.
- 1:55:16Dann ist man schon 15 Minuten gefahren,
- 1:55:19und dort war natürlich auch entsprechend nichts drumheroben,
- 1:55:23keine Großstadt, nichts, sondern man war mitten auf dem Land.
- 1:55:26Und wir hatten einen Mittagstermin,
- 1:55:29der sich dann doch auf ein inklusive Nachmittagstermin
- 1:55:33bis kurz vor 19 oder 20 Uhr gezogen hat.
- 1:55:37Und wir waren mit einer größeren Truppe da,
- 1:55:40und die wurden langsam schon nervös,
- 1:55:44weil sich der Abendtermin immer weiter verzögert hat.
- 1:55:47Wir hatten natürlich noch einen Anschlusstermin.
- 1:55:49Und der Küchenschäft dort war sehr jung, war, glaube ich, 32,
- 1:55:55auf jeden Fall unter 35, und hatte gesehen,
- 1:55:59welche Gäste kommen, hat gesehen, das sind ja alles Somnis,
- 1:56:03aus mindestens einen Stern.
- 1:56:06Und jetzt zeige ich mal, was ich kann,
- 1:56:09und hat es halt vorher nicht verraten,
- 1:56:12und hat uns zum Mittagessen dann 17 Gänge dorthin gestellt.
- 1:56:16Wow.
- 1:56:17Entsprechend hat sich das natürlich dann gezogen,
- 1:56:19und das war eines der, war fast das letzte,
- 1:56:24was ich ganz hinten auf dem Land im hinterletzten Dorf quasi erwartet habe.
- 1:56:28Und es war so faszinierend, es war so gut ausgearbeitet.
- 1:56:31Es sind einfach Momente, Emotionen, die man erlebt,
- 1:56:37und mit die schönsten Momente, die ich in der Weinwelt erlebt habe.
- 1:56:43Ich glaube, ich will gerade alle T-Shirts beziehungsweise vor in China und Japan erwähnt,
- 1:56:46ist welche Region ist im Allgemeinen unterbewertet?
- 1:56:50Im Allgemeinen unterbewertet.
- 1:56:54Ist ja immer die Frage unterrepräsentiert oder unterbewertet,
- 1:57:04wenn du jetzt sagst, unterbewertet?
- 1:57:07So spontan.
- 1:57:14Unterbewertet vielleicht Sprochelet.
- 1:57:16Ich glaube, das Sprochelet macht gerade wieder eine Veränderung durch,
- 1:57:24die so ein bisschen unter dem Rad da ist.
- 1:57:26Das, was wir sagen würden, die jungen Wilden produzieren spannende Weine.
- 1:57:33Man hat ein unheimlich gutes Preis-Leistungsverhältnis,
- 1:57:37weil es eben unterbewertet ist.
- 1:57:39Es sind Weine, die eine ganz eigene Aromatik dabei so vorbringen,
- 1:57:44die wunderbar spannend sein kann, die mit Vielfalt an Speisen begleiten kann.
- 1:57:51Das Bochelet, die Weine können sowohl Fisch begleiten,
- 1:57:57können aber auch komplexe schwere Fleischgerichte begleiten,
- 1:58:00können aber auch vegetarische Gerichte begleiten.
- 1:58:03Die können im Sommer, die können im Winter passen.
- 1:58:05Ich glaube, dass die Region, die am meisten unterbewertet ist,
- 1:58:11weiß natürlich auch lange von dem Ruf Bochelet, wo gelebt hat,
- 1:58:15und dort aber auch viel kaputt gemacht hat.
- 1:58:19Wo Bochelet hat es im Gegensatz zum Beispiel zu Österreich nicht geschafft, wieder aufzustehen.
- 1:58:26Österreich mit seinem Glyko-Skandal hat das sehr schnell geschafft,
- 1:58:30wieder aufzustehen und zu sagen, okay, das war ein großer Fehler.
- 1:58:35Der hat uns fast zerstört.
- 1:58:36Jetzt packen wir alle Energie rein, auf Qualität zu setzen
- 1:58:41und sind dort sehr schnell wieder aufgestanden
- 1:58:44und stehen jetzt stärker da als je zuvor.
- 1:58:49Das hat es Bochelet nicht geschafft.
- 1:58:51Bochelet haben viele immer noch im Kopf, ja, Bochelet nur wo
- 1:58:54und der Gamel kann man sowieso nicht trinken.
- 1:58:57Ich habe Gamel gerade im Hauptgang in der Weinbegleitung zum wunderbaren Lammgericht,
- 1:59:04was er auch schon gesagt hat, wo ich sage, das Lamm ist nicht so schwer
- 1:59:10und auch nicht so viele verbinden ja auch Lamm mit Schaf.
- 1:59:15Wo ich immer sage, na ja, ist der größte Fehler, oft ist da der Fehler.
- 1:59:18Wenn das Lamm halt zu alt war, dann schmeckt es nach Schaf.
- 1:59:21Das wird ein schönes junges Lamm sein.
- 1:59:25Das tut uns vielleicht weh, wenn wir uns das bildlich vorstellen,
- 1:59:28aber ein junges Lamm, das schmeckt auch schön leicht, frisch
- 1:59:32und es braucht gar keine schweren Weine.
- 1:59:35Wenn man das mit einem schweren Wein erschlägt, dann ist das Lamm doppelt gestorben
- 1:59:40und da finde ich passten Bochelet jetzt gerade wunderbar dazu.
- 1:59:45Ich habe einen schönen Brühe dazu und das geht einfach so wunderbar
- 1:59:48und man hat nicht dieses Gefühl, dass man nach dem Hauptgang mit einem schweren Rotwein satt ist,
- 1:59:53sondern man ist immer noch wach, aktiv, frisch
- 1:59:57und kann weiter genießen und weiter trinken.
- 2:00:01Und das liegt mir zum Beispiel.
- 2:00:03Du hattest mich vorhin gefragt, woher auflege ich Wert in der Weinbegleitung,
- 2:00:08da auflege ich Wert, dass man nach dem Hauptgang nicht satt ist und nicht müde ist.
- 2:00:12Es geht ja danach noch weiter.
- 2:00:14Wir kommen noch zu Käse oder wir kommen auch zu Käse und Dessert oder einem von beiden.
- 2:00:18Und ich finde es schade, wenn man nach dem Hauptgang satt ist
- 2:00:22und sagt, oh ja, jetzt kommt halt noch Dessert und dann gehe ich schlafen.
- 2:00:25Da finde ich schade, ich glaube, oder ich versuche immer, das so spannend zu halten,
- 2:00:31dass eben es keine irgendwo Spitze gibt
- 2:00:36und man sagt, das war jetzt das Top-Erlebnis, das war jetzt der Hauptgang.
- 2:00:40Heißt ja im Rückschluss automatisch auch, danach wird es wieder abfallen
- 2:00:45und das soll es ja auf gar keinen Fall,
- 2:00:47sondern ich möchte, dass immer eine gewisse Grundspannung, immer eine gewisse Grundidee da ist,
- 2:00:51immer so ein bisschen Spannung aufhalten wird.
- 2:00:54Okay, was kommt jetzt, was kommt jetzt, was kommt jetzt?
- 2:00:57Ja, das liegt mir persönlich am Herzen,
- 2:01:02dass es eben keine klassische Spitze beim Hauptgang gibt.
- 2:01:08Gibt es einen gewissen Ausbaustil, den du persönlich präferierst?
- 2:01:12Also, wohl als Speisebegleiter, weil du das gerade angesprochen hast,
- 2:01:15als eben auch zum Reihen genießen und trinken?
- 2:01:19Ein Speisebegleiter, da gibt die Speise den Ausbaustil vor.
- 2:01:25Also, da muss der Wein sich an die Speise anpassen oder zur Speise passen.
- 2:01:34Aber es gibt ja trotzdem so Stile, die man besonders gerne serviert,
- 2:01:38wenn man die gut erklären kann, wenn man da eine gewisse Affinität zu hat,
- 2:01:41wenn man da eine ganz andere Leidenschaft hat als Stile,
- 2:01:44also wenn man Holz überladende Weine nicht mag,
- 2:01:48dann können die manchmal zur Speise durchaus harmonieren
- 2:01:52und man suchst die vielleicht aufgrund dessen aus
- 2:01:54oder wird die halt gut ankommen oder wie auch immer,
- 2:01:56aber es liegt einem selber nicht so.
- 2:01:58Da war eigentlich so der Gedanke, was magst du selber?
- 2:02:02Was ich selber mag, was...
- 2:02:07Gut.
- 2:02:15Was immer gut funktioniert und wo man sich als Omnias
- 2:02:20ein bisschen zurücklehnen kann, um das so ganz provokativ zu sagen,
- 2:02:24ist so der klassische Chardonnay mit ein bisschen Holz,
- 2:02:27nicht zu viel, ein bisschen Malor, sprich so das leichtbuttrige, kremige.
- 2:02:31Das ist so ein bisschen das Gefällige, was Spaß macht, was elegantes.
- 2:02:36Und ich glaube, das brauchst du auch manchmal in der Weinbegleitung,
- 2:02:39dass der Kass so ein bisschen zurücklehnen kann
- 2:02:41und das jetzt nicht nur völlig verkopfte,
- 2:02:43anschränkte Weine hat in der Weinbegleitung,
- 2:02:46wo er nur denken muss.
- 2:02:47Man braucht auch diesen Moment, wo man sich mal zurücklehnen kann
- 2:02:49und sagen kann, oh, das kann ich jetzt einfach genießen.
- 2:02:51Das haben viele Gäste.
- 2:02:52Das habe ich persönlich auch bei einem schönen, elegant weich
- 2:02:56ausgebauten Chardonnay, der aber, du hast gerade gesagt,
- 2:02:59nicht zu viel Holz sein haben darf.
- 2:03:01Es soll nicht nach Holzbalken schmecken.
- 2:03:04Das darf jetzt nicht den Eindruck erwecken.
- 2:03:07Ich beise jetzt gerade ins frische Eichenholz oder frische Akatier
- 2:03:13und könnte jetzt eigentlich auch Holzspäne kauen.
- 2:03:16Das macht natürlich auch keinen Spaß.
- 2:03:18Find ich immer zum Beispiel, hatte ich jetzt neulichen Erlebnisse,
- 2:03:25wo Winzer ganz stolz meinte, ja, wir haben in dem Rotwein
- 2:03:28ein 200-prozent-neues Holz.
- 2:03:31Es fragen sich manche vielleicht, was ist 200-prozent-neues Holz?
- 2:03:35Naja, ich baue den Wein erstmal im neuen Holz aus,
- 2:03:38dann ist der Wein fertig, dann packe ich den da raus
- 2:03:41und packe ihn nochmal in neue Holzfässer.
- 2:03:44Und der Wein braucht wahrscheinlich 40, 50 Jahre,
- 2:03:48bis er irgendwann zur Geltung kommt bei dieser Ladung
- 2:03:51an Holz- und Gerbstoffen und Vanille, die er dann automatisch hat.
- 2:03:57Aber kommt dann noch der Wein wirklich zum Tragen
- 2:04:04oder das ist was, was ich mit Akuen betrachte?
- 2:04:10Ja, aber ich glaube, es ist immer, für mich ist es zumindest einfacher
- 2:04:16zu formulieren, was ich persönlich nicht mag,
- 2:04:19als zu formulieren, was ich alles mag.
- 2:04:22Und dann habe ich viele Wein-Style, die ich sehr schätze,
- 2:04:27die auch sehr unterschiedlich sind.
- 2:04:29Und es kommt oft darauf an, ob eine gewisse Idee,
- 2:04:38eine gewisse Feingefühle für eine persönliche Stilistik
- 2:04:42von Seiten des Winzers vorliegt, die im Wein zu betragen kommt,
- 2:04:48als das ist ein bestimmtes Gebiet, das, wo ich sage,
- 2:04:51das ist jetzt für mich der Gewinner.
- 2:04:54Ich trinke persönlich, also ich würde zum Beispiel auch selten sagen können,
- 2:05:00oder für mich fällt es immer schwer, das sind die drei Top-Weine, die ich mag.
- 2:05:04Das sind bei mir meistens ihr Gebiete, und da wäre es ganz klar,
- 2:05:10Champagner, Bugund und Riesling.
- 2:05:14Riesling ist jetzt kein Gebiet, aber deutscher Riesling,
- 2:05:17in dem Fall, wenn man es auf dem Gebiet beschränkt,
- 2:05:19das sind die Weine, wo ich sage, okay, da habe ich eigentlich immer Lust drauf,
- 2:05:22die zu trinken, die zu probieren.
- 2:05:24Und umgekehrt das, was ich womit ich am wenigsten zurechtkomme,
- 2:05:27was persönlich einfach nicht mein Gusto ist,
- 2:05:30sind diese hocharomatischen Trauben wie Gewürzraminer Traminer
- 2:05:37und noch schlimmer Rosentraminer.
- 2:05:39Es gibt bei euch oben so eine spezielle Ausprägung,
- 2:05:41dieses extreme Rose-Petals, Rosenblüten, rausgearbeitetes.
- 2:05:46Es ist eine Aromatik, mit der ich mich sehr, sehr schwer tue.
- 2:05:50Die schönste Ausprägungen sind dann für mich noch ein leicht gereifte,
- 2:05:55ganz trocken ausgebauter Gewürz-Traminer.
- 2:05:59Damit komme ich dann noch am besten zurecht.
- 2:06:02Aber dieses sehr blumige mag ich persönlich nicht.
- 2:06:08Witzigerweise habe ich festgestellt,
- 2:06:11das, was man am wenigsten mag,
- 2:06:13erkennt man am schnellsten im Glas, im Blind-Testing.
- 2:06:16Das ist immer so, bin ich immer dankbar,
- 2:06:20wenn ich so etwas in der Prüfung habe
- 2:06:23oder durch die Gläser durchreche,
- 2:06:25dann ist das meistens, wo ich mich am schnellsten wohlfühle
- 2:06:28und sage, okay, das ist das.
- 2:06:30Weil ich sage, für mich persönlich schreckliche Aromatik,
- 2:06:35dann bin ich mir meistens ziemlich schrecklich sicher,
- 2:06:38was es ist.
- 2:06:40Das, wo man sagt, das mag man am wenigsten,
- 2:06:45ist das dankbarste in einer Prüfung.
- 2:06:47Hattest du schon mal darüber nachgedacht,
- 2:06:49selber Wein zu produzieren, also den Wunsch,
- 2:06:51ein eigenes Weinkutze haben?
- 2:06:53Hatt ich noch nicht, nein.
- 2:06:55Klar, das ist immer eine schöne romantische Vorstellung,
- 2:07:00ist aber auch mit sehr, sehr viel Arbeit verbunden.
- 2:07:03Das ist Handwerke, das ist Landwirtschaft.
- 2:07:08Ich persönlich würde sagen, das können andere besser.
- 2:07:12Wenn du dazu genötigt wirst, in welcher Region
- 2:07:17müsste das denn aber sein?
- 2:07:19Geld ist egal, also wie so immer im Leben.
- 2:07:25Geld ist egal, wie so immer im Leben.
- 2:07:27Schöne Vorstellungen.
- 2:07:30Entweder im Bugund, Klassiker,
- 2:07:37Geld spielt ja keine Rolle.
- 2:07:40Oder irgendwo, wo es warm ist, ich bin Mensch, der Wärme liebt.
- 2:07:49Du hast mediterranes Griechenland oder Israel.
- 2:07:55Ja, sehr cool.
- 2:07:56Da hast du auch eine gewisse Affinität zu Israel,
- 2:07:58das finde ich großartig.
- 2:08:00Dass du diese Weizigkeit schon sehr früh gelebt hast
- 2:08:02und diesen Wein in gewisse Bühne letztlich auch gegeben hast,
- 2:08:06wärst du dann mehr so ein freakiger Winzer,
- 2:08:09der seine Weine auch mit Musik beschaltet
- 2:08:13oder wärst du eher so der nüchterne Winzer, der sagt,
- 2:08:17heute 18.30 wird gespritzt und morgen um 19.50 wird ausgebrochen
- 2:08:23oder was auch immer, also da, dass du rein nach Tablet arbeitest.
- 2:08:28Irgendwas in der Mitte, also es wäre sicherlich mal spannend,
- 2:08:32was rauskommt, wenn ich den Wein von morgen
- 2:08:35durchs Abend mit Techno beschalle, wobei ich viele Musik Richtung mag
- 2:08:41und auch ganz unruhig Musik höre.
- 2:08:44Aber ich wäre wahrscheinlich nicht derjenige,
- 2:08:46der meine Weine mit Musikbeschef beschallt.
- 2:08:49Ich wäre aber auch nicht der Winzer, der strikt nach Schedule G,
- 2:08:54sondern ich wäre schon jemand, der jeden Tag durch meine Weinwerke läuft
- 2:09:01und wahrscheinlich würde ich mein Weingut auch so begrenzen,
- 2:09:04dass ich schaffe, jeden Tag durch alle Parzellen einmal durchzulaufen,
- 2:09:08um sie wenigstens gesehen zu haben und zu schauen,
- 2:09:11was passiert gerade, was brauchen die Weinwerke gerade
- 2:09:15und natürlich auch ein gewisses Team in der Grund haben müsste,
- 2:09:20wo ich dann schein sagen könnte hier, könnt ihr mal in Weinberg A fahren,
- 2:09:24glaube mir, müssen da rein oder am nächsten Tag.
- 2:09:27Also da müsste mein Team wahrscheinlich mit einer sehr schnelllebigen,
- 2:09:31sag mal, Vorgabe. - Gastromentalität.
- 2:09:36Absolut, ja. Aber ich würde mich, glaube ich, dann als Winzer unwohl fühlen,
- 2:09:43wenn ich riesen Flächen hätte, die ich nicht komplett überschauen kann.
- 2:09:49Da bin ich schon jemand, ich möchte gern alles unter Kontrolle haben.
- 2:09:54Was aber nicht heißt, alles unter Kontrolle zu haben,
- 2:09:57heißt nicht, alles schrick nach Plan zu machen.
- 2:10:01Das sind für mich zwei unterschiedliche Dinge.
- 2:10:04Also Techno-Beschallung, ich weiß nicht, ob es dem Wein gut tut.
- 2:10:07Also Techno am Morgen, finde ich bei dir schon relativ krass,
- 2:10:10findest du Techno passt gut zum Wein trinken?
- 2:10:12Oder gibt es irgendwie für dich eine Musik, die dir würde sagen,
- 2:10:15das ist perfekt zum Wein?
- 2:10:18Hm, perfekt zum Wein.
- 2:10:22Hm.
- 2:10:24Unterschiedlich.
- 2:10:29Kommt oft meine Grundschimmung an.
- 2:10:35Wenn ich irgendwo draußen bin, im Sommer, am Main sitze
- 2:10:39und da eine Flasche Wein trinke, oder hier an der ESA,
- 2:10:42weil ich noch nicht geschafft habe, by the way,
- 2:10:45dann darf da nebenbei auch gerne Techno laufen.
- 2:10:50Wenn ich jetzt aber in einer schönen Weinbasitze
- 2:10:55was großes trinke und darauf Lust habe,
- 2:10:58dann darf es auch ein schöner Jazz sein, melodischer Jazz.
- 2:11:02Habe ich unheimlich gerne nebenbei als Musik laufen,
- 2:11:06als Hintergrundmusik quasi, weil es eine gewisse Lebendigkeit hat,
- 2:11:10aber auch eine Musikrichtung ist mit viel, viel, zum einen,
- 2:11:15Intelligenz, zum anderen, Lebensgefühl und Spontanität,
- 2:11:21die gewisse Parallelität zum Wein hat,
- 2:11:27der ja auch bei den besten Weingütern eigentlich nie
- 2:11:30strikt nach Plan geschrieben ist.
- 2:11:33Also bei klassischer Musik halte ich mich ja doch schon eher
- 2:11:37an die Partitur und arbeite die einmal ab.
- 2:11:40Und gut, manchmal baue ich eine kleine Variation ein,
- 2:11:43aber meistens halte mich schon an die Partitur.
- 2:11:46Bei Techno-elektronische Musik habe ich eine gewisse Konstante drin
- 2:11:56und Jazz lebt von einer gewissen musikalischen Intelligenz,
- 2:12:01aber auch von Spontanität, von den verschiedenen Akteuren
- 2:12:07in der Band, die aufeinander eingehen, die aufeinander achten,
- 2:12:11die miteinander interagieren.
- 2:12:13Und das Gleiche bringt, glaube ich, ein schöner Wein mit,
- 2:12:17ist auch die Handschrift eines guten Winzers,
- 2:12:20der sich jedes Jahr neu darauf einstellt, was liefert mir
- 2:12:24mein Weinberg, meine Weinberge, wie läuft die Fermentierung ab,
- 2:12:28ist sie stabil oder nicht?
- 2:12:30Und gehe ich damit entspannt um oder zwinge den Wein jetzt
- 2:12:34in eine Fermentierung, weil ich ein bestimmtes Ergebnis haben will.
- 2:12:37Gibt es ein Instrument, das dem Wein bestmöglichst reflektiert?
- 2:12:41Noch mal.
- 2:12:43Gibt es ein Instrument in deiner Wahrnehmung,
- 2:12:46deinem Bewusstsein, wo du sagst, das reflektiert den Wein am besten?
- 2:12:50In Cello came, glaube ich, am nächsten.
- 2:12:53Ich habe selber viele Jahre Geige gespielt, aber Geige sehe das eins.
- 2:12:58So habe ich das damals nicht erfunden.
- 2:13:01Irgendwann hatte ich keine Lust mehr drauf,
- 2:13:03aber ich habe das viele Jahre auch sehr gerne gemacht.
- 2:13:06Und glaube, rückblickend sagen zu dürfen,
- 2:13:12auch gar nicht so schlimm gespielt habe.
- 2:13:16Aber ich glaube, mit Cello wäre ich, glaube ich,
- 2:13:21durchaus acht Jahre, oder so, als ich das gespielt habe,
- 2:13:25durch eine gewisse Zeit in der Kindheit damit verbracht habe.
- 2:13:29Ich glaube, Cello wäre aber eher das Instrument,
- 2:13:32das Wein repräsentiert, weil es doch meine Oktaverlinitiker ist,
- 2:13:35und den besseren Klangraum hat, der für mich mehr mit Wein einhergeht,
- 2:13:43als die Geige, die in der Oktaverhöhe ist.
- 2:13:46Wärst du ein Wein? Welcher wärst du?
- 2:13:49Wär ich ein Wein? Welcher wäre ich?
- 2:13:52Die Frage wurde mir schon mal gestellt.
- 2:13:59Ich weiß nicht mehr, was ich damals geantwortet habe,
- 2:14:03aber die Antwort war ziemlich gut.
- 2:14:06Jetzt spontan würde ich wahrscheinlich sagen,
- 2:14:13ein Patnat, irgendwo einschätzbar, aber doch irgendwo nicht ganz.
- 2:14:20Und wild?
- 2:14:21Manchmal wild, manchmal ganz brav, manchmal ein bisschen netter,
- 2:14:27manchmal ein bisschen trockener.
- 2:14:30Man weiß nie ganz, was man bekommt.
- 2:14:34Vor allem von Flasche zu Flasche unterschiedlich.
- 2:14:36Du hast ja immer so eine kleine Wundertüte drin.
- 2:14:38Das macht es ganz so unfassbar reizvoll.
- 2:14:41Das finde ich eigentlich dabei sehr schön.
- 2:14:43Siehst du bei ihm persönlich eher von einer intelligenten
- 2:14:47oder von der emotionalen Ebene?
- 2:14:49Wolltest du eher den wissenschaftlichen Teil oder den gefühlvollen?
- 2:14:57Ich glaube eher den wissenschaftlichen Teil.
- 2:15:00Ich bin schon jemand, der Dinge auch hinterfragt,
- 2:15:05im Kopf auseinander nimmt, auseinander dividiert.
- 2:15:09Da würde ich mich ganz klar auf Intelligenz berufen
- 2:15:20und weniger Emotionalität.
- 2:15:24Und grundsätzlich eher digital oder analog?
- 2:15:29Also magst du Weinkarten in iPad-Form?
- 2:15:34Angedommen ist es absolut in die Perfektion getrieben,
- 2:15:37dass man auch so Informationen mit dabei hat oder irgendwelche Videos
- 2:15:41oder man hat ein richtiges Unterhaltungsprogramm dabei.
- 2:15:44Oder eher Weinkarten, 100 Seiten aufschlagen und lieber darin lesen?
- 2:15:51Ein Mittelding davon.
- 2:15:54Also ich glaube, das ist tatsächlich eher digital.
- 2:15:56Aber was ich persönlich nicht brauche, sind irgendwelche Videos,
- 2:15:59wo mir jetzt noch jemand was dazu erzählt,
- 2:16:02sondern da dürfen gerne einige Informationen zusätzlich geliefert sein,
- 2:16:08wie zum Beispiel in der kleinen Lagenkarte
- 2:16:10oder eine kleine Beschreibung des Weingurts oder des Weinwerks, je nachdem.
- 2:16:14Aber auch da sollte der Informationsfluss nicht zu viel sein,
- 2:16:18weil ich mich ja nicht den ganzen Abend mit der Weinkarte beschäftigen will,
- 2:16:22sondern ich will auch irgendwann fertig sein und mein Wein gewählt haben.
- 2:16:26Gleichzeitig mag ich das Gefühl zu blättern,
- 2:16:33aber das lässt sich zum Beispiel,
- 2:16:35und das ist dann für mich eine angenehme digitale Form einer Weinkarte,
- 2:16:41wenn ich auch da quasi die digitalen Seiten umblättern kann.
- 2:16:46Ein Grund, dass sich im Leben auch eher digital oder analog ist?
- 2:16:54Digital.
- 2:16:56Digital. Buch oder Film?
- 2:16:58Ich habe früher sehr, sehr, sehr gerne gelesen und habe Bücher sehr, sehr gerne.
- 2:17:10Heutzutage schaffe ich es leider gar nicht mehr so viel zu lesen,
- 2:17:15was ich mir manchmal wünsche, dass ich mir wieder die Zeit dafür nehme.
- 2:17:20Auch neben der Fachliteratur, also das bin auch mal buchlich.
- 2:17:23Auch neben der Fachliteratur.
- 2:17:25Fachliteratur, ja, absolut.
- 2:17:28Fachliteratur immer gerne lieber im Papierformat, nicht digital.
- 2:17:34Tatsächlich kann ich da mit weit besser arbeiten,
- 2:17:37aber ich glaube, das ist auch so ein bisschen ein Generationending.
- 2:17:42Man sagt, na ja, ich bin halt noch mit wirklich,
- 2:17:48du auch mit Papier aufgewachsen mit physischen Büchern
- 2:17:52und tue mich da ein bisschen schwerer,
- 2:17:56wenn ich jetzt Fachliteratur nur digital habe, damit zu arbeiten.
- 2:18:00Da habe ich die Papierform doch lieber.
- 2:18:03Ich bin aber auch ein großer Fan von Filmen
- 2:18:07und ja, mag auch sehr, es gibt ja verschiedene Formate an Filmen.
- 2:18:19Es gibt diese reine Unterhaltungsindustrie, die auch ihre Berechnung hat,
- 2:18:24die ich auch gerne mal schaue, warum abzuschalten.
- 2:18:27Wo es jetzt nicht groß viel, viel, sagen wir mal,
- 2:18:33keine tiefen Kraft nicht mehr steht.
- 2:18:37Genau, ich habe aber auch gerne Filme, die eine Tiefe, eine Komplexität,
- 2:18:45eine Idee vielleicht auch erst am Ende verraten,
- 2:18:48wo man mitdenken muss, wo man vom Anfang bis Ende aufpassen muss,
- 2:18:53die man vielleicht auch zwei, drei Mal gesehen haben muss,
- 2:18:55um vollkommen zu verstehen.
- 2:18:57Deine wenigen Zeit hast du ein Hobby?
- 2:19:00Mein Hobby ist mein Beruf Wein.
- 2:19:04Also, Wein all day.
- 2:19:07Gleich nach dem Kaffee, nach der Technomozie kommt gleich Wein.
- 2:19:13Ja, doch.
- 2:19:15Magst du Weintools?
- 2:19:17Also, magst du Sachen, mit denen man mit Wein arbeiten kann?
- 2:19:23Jetzt mal vom Dekant an abgesehen, das ist ja kein Ermesser, oder?
- 2:19:28Ja, Wein Tools digital greife ich immer gerne auf Wein Searcher zurück.
- 2:19:38Wäre so das einzige große digitale Tool, was ich nutze.
- 2:19:45Generell habe ich auch am Gast eigentlich immer so eine kleine Palette an Tools bei mir.
- 2:19:57Fühlt man sich dann immer so wie Schwer bewaffnet,
- 2:20:00hat man ein klatschisches Kellnermesser, hat man dann einen Spangenzieher dabei,
- 2:20:05dann habe ich noch einen Überdrucköffner dabei,
- 2:20:08quasi so wie eine kleine Luftpumpe, mit der man den Korknern rausheben kann.
- 2:20:12Findest du den cool?
- 2:20:14Also, ich habe da immer Probleme mit gehabt.
- 2:20:16Ich habe da nie einen Einsatz für gefunden, wo ich sage,
- 2:20:18jetzt ist der besser als entweder ein Spangenkorknernzieher oder ein Konventioneller.
- 2:20:23Für mich hat es schon einige Male Sinn gemacht,
- 2:20:27es gibt wenige Weine, wo das vielleicht Sinn macht.
- 2:20:29Aber ich finde, man hat noch mal ein anderes Gefühl bei bestimmten Korken,
- 2:20:33als wenn man die Spangen benutzt.
- 2:20:35Interessant, okay.
- 2:20:36Die Patronen für Korva habe ich natürlich immer dabei.
- 2:20:40Und im Portemonnaie ist für den Notfall auch immer ein Dropstop.
- 2:20:45Okay, was ist Overrated?
- 2:20:47Dropstop wiederum.
- 2:20:53Echt?
- 2:20:54Im Restaurant wird man mich nie mit einem Dropstop arbeiten sehen.
- 2:20:58Okay.
- 2:20:59Gut, liegt auch daran, dass ich mich jetzt im Gummy,
- 2:21:05im Fine Dining Bereich bewege.
- 2:21:07Da finde ich, hat das keine Ästhetik,
- 2:21:10zumindest bei dem gestehen schon für eine gewisse Klassik.
- 2:21:15Ich finde es persönlich nicht schön,
- 2:21:17will ich in einem anderen Restaurant arbeiten.
- 2:21:19Darum macht es Sinn machen.
- 2:21:21Aber ich persönlich verbinde mehr Ästhetik damit,
- 2:21:26ohne Dropstop zu arbeiten.
- 2:21:29Man kann doch aber soweit reinschehen,
- 2:21:31dass man ihn fast nicht sieht.
- 2:21:32Und letztlich verhindert man ja,
- 2:21:34dass der Wein durch die Gleitmittel,
- 2:21:36die den Korken helfen, in die Flasche einzukommen,
- 2:21:39dass die Schmack abferben oder abgeben,
- 2:21:41was durchaus präsent ist, wenn man das mal miteinander vergleicht.
- 2:21:44Ja, ich persönlich, wie gesagt,
- 2:21:53ich mag dir als Ästhetik die Optik davon,
- 2:21:55zumindest im Fine Dining im Gummy-Bereich nicht.
- 2:21:58Ja, also von der Ästhetik-Szene kann ich das durchaus verstehen.
- 2:22:03Ja, ich glaube, es gäbe auch durchaus einige Gäste,
- 2:22:05die irritiert schauen würden,
- 2:22:07würde ich das bei uns im Atelier einführen.
- 2:22:10Ja, war es noch overrated?
- 2:22:12Was ist noch overrated?
- 2:22:15Wenn dir das einfällt, also muss ja nicht,
- 2:22:18alle Sachen haben ja meistens
- 2:22:20ein gewisses Marktpräsent oder auch ein Daseinsberechtigung.
- 2:22:23Was ist overrated? Lugana.
- 2:22:27Du aus München sagst, Lugana ist overrated.
- 2:22:29Du hast diese Grad 80% deiner Gäste verloren.
- 2:22:32Für mich persönlich ist Lugana overrated,
- 2:22:38aber es wird nie von unserer Weinkarte verschwinden.
- 2:22:41Das ist wiederum das, was ich eingangs schon gesagt habe.
- 2:22:45Das, was ich als overrated empfinde,
- 2:22:49kann für einen Gast was ganz anderes sein.
- 2:22:52Und wenn der Gast das trinken möchte,
- 2:22:55bekommt das natürlich auch.
- 2:22:57Man kann ja auch im Rahmen dessen,
- 2:22:59versuchen, einfach Qualität zu leben.
- 2:23:01Und auch bei Lugana oder bei,
- 2:23:03keine Ahnung, Prosecco, Rosewein oder wie auch immer,
- 2:23:05wo die Grenze nach unten halt unterirdisch ist.
- 2:23:08Gibt es dann teilweise trotzdem Produkte,
- 2:23:11die Grund dafür sind, warum das multipliziert und
- 2:23:14warum das so extrem gelebt wurde?
- 2:23:17Also die waren mit einem gewissen,
- 2:23:19bewussteren Qualitätsansatz einhergegen oder dahergegen.
- 2:23:23Und das schönste Beispiel ist ja das Liebfrauenstift in Deutschland.
- 2:23:26Also man sagt, der Ursprung war gar nicht schlecht,
- 2:23:29aber was daraus geworden ist,
- 2:23:31möchte man keinen empfehlen, so bei Lugana wahrscheinlich auch.
- 2:23:34Also dass der Ursprung gar nicht so verkehrt war.
- 2:23:36Das sind teilweise ganz interessante Sachen,
- 2:23:38auch teilweise Experimente,
- 2:23:40die ich gar nicht so uninteressant fand.
- 2:23:42Ja, absolut, kann man das leben
- 2:23:45und kann auch da spannende Sachen finden.
- 2:23:48Aber oft ist er ein sehr eng gestricktes Bild
- 2:24:00oder geschmackliche Bandbreite
- 2:24:02mit diesen Begriff verbunden, die erwartet wird
- 2:24:05und auch bedient werden soll.
- 2:24:07Ich bin fast sicher, das schassert sich nicht,
- 2:24:26weil der Auswahl seiner Weine für die Weinkarte
- 2:24:29für sein Weimennü von Bewertung beeindrucken lässt
- 2:24:32und es auch im Maßgeblich Ausschlag geben für ihn sind.
- 2:24:35Doch wenn er hört, dass der von mir hier zur Präsentation angedachte Wein
- 2:24:39beim Falstaff-Brotwein-Preis mehrfach Gesamtsieger,
- 2:24:42mehrfach den ersten Platz in der Kategorie "Güwe" belegt hat,
- 2:24:45dann lässt auch ihn, und da bin ich sicher, das nicht kalt.
- 2:24:48Zumindest entlockt es ihm ein nicht geringes Interesse.
- 2:24:52Ried Rosenberg 2021
- 2:24:55Ohne Frage, ein großer Kanundum-Klassiker,
- 2:24:58der seine Herkunft in Idealform präsentiert.
- 2:25:01Engmaschig, kompakt am Gaumen, tiefes, granatintensiver Duft,
- 2:25:04die an dunkle Beeren, an Kassis, an Bachholde, an Gewürzenelke erinnern.
- 2:25:08Eine perfekte Tanninkultur und ein nahezu unendlicher Abgang.
- 2:25:12Was Gerhard Markowicz aus dieser Paradelage
- 2:25:16dem Rosenberg herausarbeitet, ist einzigartig.
- 2:25:19Nicht zuletzt, weil die Kombination aus verschiedenen Gesteinsformationen einzigartig ist.
- 2:25:23Etwas mehr als nur 900 Hektar groß ist das Kanundum,
- 2:25:27befindet sich direkt an der Grenze der Slowakai
- 2:25:29und wird von 190 Weinbaubetrieben bewirtschaftet.
- 2:25:33Daraus ergibt sich eine Kleinteiligkeit,
- 2:25:35welche die absolute, ideale Individualität dieses Gebietes garantiert.
- 2:25:39Einer der Benchmark-Winzer, einer der Vorreiter,
- 2:25:42einer der Ausnahme-Winzer ist Gerhard Markowicz.
- 2:25:46In fünf Lesedurchgängen von Ende September bis Anfang Oktober
- 2:25:49werden händisch die Trauben für diese Parade-Küwe selektiert.
- 2:25:53Bontan führt es bis 20 Tage auf der Maische bei 30 bis 32 Grad
- 2:25:58in Holzgerständern vergoren mit anschließenden biologischen Säureabbau,
- 2:26:02im Barrik, erfolgt der Ausbau dieser Küwe aus 55 Prozent,
- 2:26:062 getreißig Prozent mehr Lohn, 15 Prozent blau-fränkisch,
- 2:26:1020 Monate lang in Eichenholzfässern in verschiedenen Größen.
- 2:26:13Die wilden Rosen, die an den Böschungen wachsen und die Weinlage säumen,
- 2:26:16haben dieser 4,8 Hektar großen 250 Meter über dem Meerespiegel gelegenen
- 2:26:21und von Waldflächen umrannten Lage ihre Namen gegeben.
- 2:26:25Der Untergrund dieser Lage besteht aus Urmeersedimenten,
- 2:26:28mit Lähm, Kalk und verschiedenen Sanden.
- 2:26:31Während der Oberboden eine 30 bis 40 Zentimeter dick Geschicht
- 2:26:34aus Donausschotter bildet, naturgemäß verändert sich die Bodensituation
- 2:26:37im Verlauf des Hanges.
- 2:26:39Im obersten Bereich ist der Rosenberg recht kark und kiesig,
- 2:26:42dort steht der Meerlohn der Blau-fränkisch.
- 2:26:44Im Talverlauf wird es ein wenig lediger, also absolut perfekt für den Zweigeld.
- 2:26:49Und so sieht Gerhard Markowicz den absolut idealen Ausdruck dieser Lage
- 2:26:53im Zusammenspiel dieser 3 Rebsorten.
- 2:26:56Was der Grund für diese "Küwe" für den Ried Rosenberg
- 2:26:59mit seiner Struktur und mit seiner außergewöhnlichen Langlebigkeit ist,
- 2:27:02österreichische Rotweine bestimmen und beeindrucken schon seit über 30 Jahren die Rotweinwelt.
- 2:27:08Und einer, der sich maßgeblich dafür verantwortlich zeichnet,
- 2:27:11ist Ohne Frage der kompromisslose Gerhard Markowicz.
- 2:27:14Ohne Frage ist es fast ein Mussfischer-Sat,
- 2:27:17dass er diesen auf seiner Weinkarte listet.
- 2:27:19Aber zurück zum Ernst, die Tools.
- 2:27:31Was würdest du sofort wegschmeißen?
- 2:27:33Was für die sofort wegschmeißen?
- 2:27:41Was ich nicht...
- 2:27:45...Kellnermesser ohne Gelenk.
- 2:27:48Ja, die sind grauselig.
- 2:27:50Ich finde das so schade, dass die teilweise ästhetischen
- 2:27:54oder die höchsten, also besten Designer-Kellnermesser
- 2:27:57sind so unpraktikabel, allein aufgrund der Tatsache,
- 2:28:00dass sie keinen Gelenk haben.
- 2:28:02Ja, also alles was...
- 2:28:05oder vielleicht eigentlich bräuchte man,
- 2:28:07um es noch überspitzt zu sagen,
- 2:28:09außer den...
- 2:28:12quasi wie Pultap, um die Wacke zu nennen.
- 2:28:15Oder den ursprünglichen Erfinder.
- 2:28:18Alle Kellnermesser, die nicht so gebaut sind,
- 2:28:24oder Korkenheber, Korkenzieher.
- 2:28:27Größte Unsinn sind mit sich halt elektronische Korkenheber.
- 2:28:33Das ist einfach nur Ressourcenverschwendung.
- 2:28:37Ja, das stimmt.
- 2:28:39Ich habe von meinem Papa ganz liebe Grüße und zwar lieb geweint.
- 2:28:43Aber ich habe eine Bohrmaschine geschenkt bekommen
- 2:28:46und da war ein Tool mit dabei, also eine Korkenzieher.
- 2:28:49Da konnte man mit der Bohrmaschine seine Korken aufmachen.
- 2:28:52Also es gibt...
- 2:28:55...Gerät nichts anderes zu antreten.
- 2:28:57Der Sinnlosigkeit kann grenzenlos sein.
- 2:29:00Du wirst wahrscheinlich im Bayerischen Hof keinen Einfluss
- 2:29:03auf die Weingleser haben, aber es gibt auch die Korkenzieher.
- 2:29:06Hast du sicher deine absolut preferierte Wahl?
- 2:29:09Was ist dein Favorit?
- 2:29:12Mein Favorit im Moment bevorzuge ich tatsächlich
- 2:29:15"Spiegel laut definition".
- 2:29:18Da sowohl das Bordeaux als auch das Bogunderglas.
- 2:29:21Unheimlich dünnes filigranes Glas,
- 2:29:24was ich sehr, sehr gerne habe.
- 2:29:27Was viele Weine wirklich auch zum Tragen bringt.
- 2:29:30Wo ich zum Beispiel auch sehr gerne Champagnes habe.
- 2:29:33Gerade aus dem Bordeaux-Glas.
- 2:29:36Ich habe mit den Gläsern insofern immer persönliche Schwierigkeiten.
- 2:29:39Man mag aber eine ganz eigene Ansicht sein,
- 2:29:42weil ich finde, der Wein kommt damit nicht so zur Geltung.
- 2:29:45Also er wirkt für mich immer wie so ein Mantel gekleidet.
- 2:29:48Es gibt so andere Gläserglasarten, die dem Weim brillanter
- 2:29:51und definierter herausarbeiten, die teilweise auch schöner.
- 2:29:54Und das hat für mich immer so eine gute Frage.
- 2:29:57Ich habe mich auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:00Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:03Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:06Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:09Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:12Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:15Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:18Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:21Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:24Ich bin auch sehr gerne mit dem Weim prägen.
- 2:30:27Ich bin vielleicht auch ...
- 2:30:29Okay, noch einmal.
- 2:30:31Wenn ich Weim jetzt genieße und jetzt nicht analysieren muss,
- 2:30:41weil ich in der Prüfung sitze, weil ich nicht weiß, was im Glas ist
- 2:30:45oder weil ich ihn bewerten muss,
- 2:30:47wenn ich Weim genieße, bin ich vielleicht auch jemand,
- 2:30:52der trotz der Examenliebe sich nicht allzu lange
- 2:30:56mit zum Beispiel der Nase, mit dem olfaktorischen Auseinandersetz,
- 2:31:01sondern ich bin jemand, der viel mehr auf den Wein an sich am Gaumen direkt wertlegt
- 2:31:09und sich viel mehr damit beschäftigt.
- 2:31:12Und da magst du recht haben, dass das olfaktorische kommt
- 2:31:16in den definition Gläser nicht immer perfekt raus,
- 2:31:19aber es ist ein Glas, mit dem ich mich sehr, sehr wohl fühle,
- 2:31:23wo ich das Gefühl habe, der Wein kann da ruhen
- 2:31:27und ich kann den Wein genießen
- 2:31:29und der Wein, wie gesagt, kann dort ruhen
- 2:31:37und hat nicht zu viel Lebendigkeit, nicht zu viel Bewegung drin.
- 2:31:44Das ist vielleicht das, auch gerade im Hinblick darauf,
- 2:31:48dass ich, wenn es jetzt schönere Weine ist,
- 2:31:51wo ich wirklich die Zeit dafür nehme,
- 2:31:53dann ist der Wein ja da vielleicht nicht nur 30 Sekunden im Glas,
- 2:31:57sondern mehrere Minuten und darf da auch mal 10 Minuten drinstehen
- 2:32:01und dann habe ich es gerne, wenn ich das Gefühl habe,
- 2:32:03dass der Wein eine gewisse Ruhe im Glas hat
- 2:32:05und ich mich dann ganz in meinem Tempo auf dem Wein am Gaumen konzentrieren kann.
- 2:32:12Und ja.
- 2:32:15Wo ist denn das hat prägen?
- 2:32:17Also es ist ein sehr schönes, sehr schöne Kernaussage zu irgendwie,
- 2:32:20total spannend, der letzte Step in, oder der im Augenblick,
- 2:32:25neuesten Step war ja bei dir, es wird uns vorhin schon erwähnt,
- 2:32:28die Nominierung oder die Wahl als Vizepräsident der Sommelier Union.
- 2:32:33Was kann die Sommelier Union für alle,
- 2:32:35die diesen Verband nicht kennen?
- 2:32:39Ich habe die Sommelier Union ja auch über viele Jahre
- 2:32:45ganz unterschiedlich kennengelernt
- 2:32:48und ich muss jetzt nachschauen, wie lange ich schon mitliebt bin,
- 2:32:52aber ich glaube schon relativ lange.
- 2:32:54Was am mindestens seit ich in Dresden war.
- 2:32:58Für mich war, oder ist die Sommelier Union ein Verein,
- 2:33:04der sehr viel Verkostungsangebot liefert,
- 2:33:11sehr viel Erlebnis liefert.
- 2:33:14Für mich hat es immer geprägt,
- 2:33:18dass ich in den Kalendern schauen konnte.
- 2:33:22Es gab in vielen verschiedenen Regionen in Deutschland
- 2:33:26spannende Verkostungen zu ganz unterschiedlichen Themen
- 2:33:30und die wurden mal intensiver, mal oberflächlicher beleuchtet,
- 2:33:36wo ich in recht kurzer Zeit mir viel Weinwissen aneignen konnte,
- 2:33:43wo ich viel gelernt habe, wie man Wein probiert,
- 2:33:45was unterschiedliche Regionen ausmacht.
- 2:33:50Es ist ein sehr offenes Netzwerk.
- 2:33:55Ich habe es immer erlebt, dass man sehr herzlich aufgenommen wird.
- 2:34:01Man fängt ja immer irgendwo an
- 2:34:04und als ich angefangen habe, mich da wirklich in die Weinwelt einzufinden,
- 2:34:08habe ich mich da sehr schnell wohlgefühlt.
- 2:34:11Man ist schnell beim Du, man beginnigt sich auf Augenhöhe.
- 2:34:14Es ist nicht wie in anderen Ländern,
- 2:34:18dass man sich so ein bisschen gegenseitig kritisch beäugt
- 2:34:23oder auch neidisch ist und sagt, die erzähle ich nichts,
- 2:34:26weil mein Wissen ist mein Wissen,
- 2:34:28sondern es ist immer ein Wissen teilen, darüber reden,
- 2:34:34sich darüber austauschen,
- 2:34:36sich auch vielleicht auch verschiedene Standpunkte teilen
- 2:34:41und zu diskutieren.
- 2:34:43Und das ist, glaube ich, die Kernkompetenz,
- 2:34:45dass man ein schönes Netzwerk hat,
- 2:34:47um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen
- 2:34:51und sich in einem schönen Rahmen Weinwissen aneignen kann.
- 2:34:59Also in dem Sinne mehr ein Netzwerk,
- 2:35:02also die Kernkompetenz der Sommelunion ist das Netzwerken.
- 2:35:06Der einzelne Mitglieder untereinander,
- 2:35:08weil die Verkostung finden ja meistens initiiert
- 2:35:11von verschiedenen Händlern z.T. oder anderen Personen statt.
- 2:35:16Die veranschalten ja nicht die Sommelunion
- 2:35:18oder täusche ich mich da.
- 2:35:20Da täuscht du dich tatsächlich.
- 2:35:22Also wir haben ja zurzeit sind es 13 Regionalsprecher,
- 2:35:25die über das ganze Bundesgebiet verteilt sind.
- 2:35:28Die in den einzelnen Regionen ihre Verkostungen machen.
- 2:35:34Und die sind dazu angehalten,
- 2:35:37dass sie wenigstens sechs Veranstaltungen im Jahr planen.
- 2:35:41Wenn man das jetzt mal hochrechnet,
- 2:35:43die 13 Regionalsprecher im gesamten Bundesgebiet,
- 2:35:47jeder macht alle zwei Monate Verkostung.
- 2:35:50Da hat man schon ganz schön viel Reisitätigkeit,
- 2:35:53wenn man dann, so wie ich das früher gemacht habe,
- 2:35:55sich vielleicht auch nicht nur auf eine Region fokussiert.
- 2:35:59Ich bin oft sowohl auf die Verkostungen in Köln gefahren,
- 2:36:04dann mal nach Berlin, mal schnell nach Frankfurt.
- 2:36:06Das geht ja alles mit dem ICE wunderbar.
- 2:36:09Und dann kann man vieles an Verkostungen mitnehmen.
- 2:36:13Klar, auch manche Händler, dann ihre Verkostung
- 2:36:16oder manche Weihendmarketingagenturen,
- 2:36:20die dann auch nochmal schauen,
- 2:36:23welche Sommeliers, welche Verkoster lade ich ein.
- 2:36:28Aber das kann natürlich dann auch sein,
- 2:36:31gerade wenn man jetzt am Anfang seiner Karriere steht,
- 2:36:33dass man auf diese Verkostung vielleicht genau nicht kommt,
- 2:36:36weil der Händler die Marketingagentur sagt,
- 2:36:39nee, wir möchten lieber die hochrangigen Sommeliers,
- 2:36:44die in einstehender, zweistehender, dreistehender stehen
- 2:36:47und darunter nehmen wir nichts an.
- 2:36:49Aber auch dahin muss man sich ja entwickeln.
- 2:36:52Und das war für mich die Sommelier Union,
- 2:36:55dass man in dieses Netzwerk gekommen ist
- 2:36:58und über die Regionalsprecher, die da viel Herzblut,
- 2:37:03viel ihrer Freizeit, viel Energie investieren,
- 2:37:06auch spannende Verkostungen zusammenzustellen
- 2:37:08und auch mal mit einem Händler zusammenarbeiten
- 2:37:10oder einem Glashersteller oder einem bestimmten Thema,
- 2:37:12ganz klar, also die sind ja auch darauf angewiesen,
- 2:37:15dass die Weine zur Verfügung gestellt bekommen
- 2:37:17oder Verkostungsthemen finden,
- 2:37:22in dieses Netzwerk reinzukommen
- 2:37:25und sich dort Weinwissen aneignen zu können.
- 2:37:30Und dort gibt es eben nicht die Beschränkung,
- 2:37:32dass man sagt, man muss jetzt irgendwer Großes sein,
- 2:37:35einen großen Namen haben,
- 2:37:37um auf die Verkostung in München
- 2:37:41oder in Frankfurt oder in Köln zu kommen.
- 2:37:43Nein, das ist, man ist Mitglied
- 2:37:46und kann man auf die Verkostung
- 2:37:48und manche Verkostungen sind ja auch für nicht Mitglieder offen.
- 2:37:50Das entscheidet ja auch die Region immer von sich,
- 2:37:54sodass man auch mal reinstuppern kann.
- 2:37:56Und das hat mir sehr viel geholfen
- 2:37:59und das finde ich schön
- 2:38:01und das macht für mich auch die Sommelier Union aus.
- 2:38:05Und gleichzeitig haben wir auch ein Tool,
- 2:38:12das Sommelier College um Nachwuchs,
- 2:38:16Sommelier Nachwuchs in die Spitzenpositionen
- 2:38:21sowohl in den Welt bewerben
- 2:38:23als auch in den Restaurants zu bringen.
- 2:38:27Also, Sommelier College ist für eins intern,
- 2:38:31worauf sich die Mitglieder nochmal separat bewerben,
- 2:38:40die sich dann zur Aufgabe setzen,
- 2:38:43neben ihrem Beruf immer im Ball zu bleiben.
- 2:38:47Es sind schon ausgebildete Sommeliers,
- 2:38:49die im Restaurant stehen und die sagen,
- 2:38:52"Naja, ich ruhe mich jetzt nicht darauf aus
- 2:38:54und ich will noch mehr wissen, ich will noch mehr lernen,
- 2:38:57ich will noch weiterkommen,
- 2:38:59ich möchte die Sommelier Trophy machen
- 2:39:02und dann idealerweise der beste Sommelier Deutschlands werden.
- 2:39:05Wenn ich beste Sommelier Deutschlands werde,
- 2:39:07wenn ich beste Sommelier Europas werde
- 2:39:10und wenn ich beste Sommelier Europas werde,
- 2:39:12dann gehe ich natürlich auf den Wettbewerb
- 2:39:14für den besten Sommelier der Welt."
- 2:39:17Oder die auch sagen,
- 2:39:20"Ich möchte mir Weinwissen aneignen,
- 2:39:23um eine sehr große Weinkarte zu bedienen
- 2:39:26und da einfach so viel Elan, so viel Herzblut zeigen,
- 2:39:30nie stillzustehen und immer zu lernen,
- 2:39:33was ja auch, weil es Gott nicht einfach ist."
- 2:39:36Das College für manch ein, der es nicht kennt,
- 2:39:39ist nichts anderes als eine Schule für Sommeliers,
- 2:39:43die durch diesen Verband zur Verfügung gestellt wird
- 2:39:47oder wie kann man sich das vorstellen,
- 2:39:49wenn man es so in Einsatze oder in Zweisätze packen müsste?
- 2:39:53Das ist schon ziemlich perfekt definiert.
- 2:39:56Es ist eine Schule, auch inklusive Tests, inklusive Berichten,
- 2:40:00die wir dann einfordern quasi.
- 2:40:03Ich spreche jetzt aus Vorstandssicht,
- 2:40:06aber das liegt uns dann auch am Herzen,
- 2:40:09dass da auch ein gewisses Feedback kommt.
- 2:40:12Und wir beleuchten eben auch Themen,
- 2:40:16die jetzt für ein Sommelier nicht immer offensichtlich sind.
- 2:40:22Wirtschaftliche Themen, wie kalkuliere ich,
- 2:40:26Gesetzgebungen zu Alkohol,
- 2:40:29die ja durchaus in verschiedenen Ländern anders sein können,
- 2:40:32andere Getränkekunden, wie Sake, wie Tee, wie Kaffee,
- 2:40:37Anbaugebiete, auch für diese Themen,
- 2:40:40die manchmal in Sommelierschulen nicht in allen,
- 2:40:44aber in manchen Sommelierschulen vielleicht zu kurz kommen
- 2:40:47und auch in unserem Arbeitsalltag manchmal zu kurz kommen,
- 2:40:51um die nochmal gesonder zu betrachten.
- 2:40:54Und wenn man das Programm, das dauert,
- 2:40:58drei Jahre abgeschlossen hat,
- 2:41:01ist glaube ich bisher jeder daraus gestärkt herausgegangen.
- 2:41:05Das Interessante ist, wenn man sich die deutsche Sommelierlandschaft
- 2:41:08anschaut, dass sie nicht wenige, die das Kolossus besucht haben,
- 2:41:11danach in sehr führende Positionen zu finden
- 2:41:14und haben sich in der Branche sehr schnell etablieren können.
- 2:41:17Wie kommt man da hin?
- 2:41:19Kommt man Dienstags um 10 an.xy?
- 2:41:22Oder wie bewirbt man sich, oder wird man berufen,
- 2:41:25oder wird man ausgewählt?
- 2:41:28Man bewirbt sich zunächst in einem ersten Schritt
- 2:41:31und dann wird die College-Sleitung entscheiden,
- 2:41:36wer am geeignetesten ist.
- 2:41:39Wir begrenzen die Plätze natürlich auch.
- 2:41:42Wir haben als Verein zum einen natürlich nicht die finanziellen Mittel,
- 2:41:47eine Klasse von 100 Sommeliers in diesem Stil auszubilden,
- 2:41:52zum anderen werden diese College-Einheiten, diese Klassen,
- 2:41:58sag ich mal zu groß,
- 2:42:01kennen wir alle aus der eigenen Schulzeit oder aus der Uni-Zeit,
- 2:42:05wird es zu groß, lernt man weniger, weil man weniger mitbekommt.
- 2:42:09Wir versuchen da schon, den Denen halt sehr direkt zu vermitteln
- 2:42:14und deswegen begrenzen wir das auch sehr stark,
- 2:42:17dass wir sagen, diese Klassen werden nicht zu groß.
- 2:42:21Das heißt, da ist die Entscheidung wirklich in der College-Leitung.
- 2:42:26Es zeigt die Stephanie Hain, die im Frontenay, im Hamburg ist,
- 2:42:31die hat die College-Sleitung da inne.
- 2:42:34Und macht es auch sehr schön, sehr persönlich, sehr nahe
- 2:42:39und wie gesagt, es ist ein sich begegnen auf Augenhöhe
- 2:42:45und alle haben das gleiche Ziel, eben besser zu werden,
- 2:42:49noch besser zu werden, als man schon ist.
- 2:42:52Und wir freuen uns dann immer, wenn die College-Teilnehmer
- 2:42:57dann auch Erfolge zu feiern haben,
- 2:43:00wenn die Trophy-Gewinner quasi der deutsche Wettbewerb
- 2:43:07zum besten Sommelier Deutschlands daraus hervorgehen.
- 2:43:11Wenn wie Marc Almert ein Weltmeister daraus hervorgeht,
- 2:43:14der jetzt im Borelack in der Schweiz,
- 2:43:20das Wein-Portfolio entscheidet mitbestimmt,
- 2:43:25da freuen wir uns immer, wenn so große Persönlichkeiten
- 2:43:29daraus hervorgehen und so große Erfolge dahinterstehen.
- 2:43:33Also ihr habt da ja, das finde ich eben,
- 2:43:38unglaublich interessant, auch immer wahnsinnig
- 2:43:41kompetente, qualitative und sehr anerkannte Lehrkräfte,
- 2:43:44die diese Studenten, Schulen oder Begleiten, was kostet das?
- 2:43:51Also wenn ich mich jetzt einschreiben möchte,
- 2:43:54was müsste ich da für diese drei Jahre barappen
- 2:43:56oder was müsste ich dafür aufbringen?
- 2:43:58Also eine allgemeine MS oder was auch immer Ausbildung,
- 2:44:01ist ja enorm teuer, ist es bei euch auch?
- 2:44:05Nein, wir finanzieren das zu weit über 90 Prozent
- 2:44:11aus unseren, mit verschiedenen Sponsoren und Partnern
- 2:44:16für die Teilnehmer selber, wenn nur einen kleinen symbolischen Beitrag,
- 2:44:21ich muss jetzt nachschauen, ein Sommelier Kollege aus Stuttgart,
- 2:44:28Evangelos Patas, sagt immer, was nichts kostet, ist nichts wert.
- 2:44:33Warum ganz kostenfrei ist es nicht.
- 2:44:36Aber wenn ich mich jetzt nicht irre, sind das wenige 100 Euro,
- 2:44:40also weit unter 500, die das für die gesamten drei Jahre kostet.
- 2:44:44Was es am meisten kostet für die Teilnehmer, ist es Zeit,
- 2:44:48viel Zeit und Elan, die dort reingesteckt werden
- 2:44:51und die meisten Teilnehmer, die stehen dann bis Samstag nachts
- 2:44:56um ein oder zwei Uhr im Restaurant, packen schnell ihre Tasche,
- 2:44:59schlafen zwei Stunden, gehen morgens um 10 Uhr auf den Zug,
- 2:45:02fahren zum College, kommen dort am Mittag an,
- 2:45:05dann geht es nach einem kleinen Snack direkt in die erste Session
- 2:45:10mit einem Ausbildungsinhalt, dann geht es meistens kurz schnell
- 2:45:15ins Hotel einchecken, weil die wenigsten Teilnehmer dann vor Ort sind
- 2:45:20oder wir auch den Standort immer wechseln.
- 2:45:23Und dann geht es abends direkt ins zweite Session
- 2:45:28mit einem Abendessen meistens kombiniert.
- 2:45:30Aber auch da wird es einem nicht langweilig,
- 2:45:32das heißt auch da geht es darum nochmal ein bestimmtes Gebiet,
- 2:45:35bestimmtes Thema zu verkosten, zu beleuchten.
- 2:45:37Auch da ist nochmal Theorie verpackt und am nächsten Morgen geht es
- 2:45:41gleich morgens weiter los und hat man auch einen ganzen Tag Input
- 2:45:45von morgens bis abends und hat dann quasi den Montag voll durchgetaktet
- 2:45:54bis Dienstag Mittag oft und die meisten fahren entweder Dienstag früh
- 2:45:59oder Dienstag Mittag, je nachdem wie das Programm gerade gestrickt ist,
- 2:46:03aus dem College direkt wieder zurück in ihrem Betrieb
- 2:46:06und arbeiten direkt weiter.
- 2:46:08Das heißt, die größte Ressource, die die Kollegen aufbringen,
- 2:46:13ist ihre Zeit, ihre Freizeit zu opfern, um noch mehr zu lernen,
- 2:46:18anstatt sich zurückzulehnen und zuhause das Wochenende zu genießen.
- 2:46:21Was daraus entsteht, ist teilweise auch ganz, ganz spannend und sehr,
- 2:46:25sehr starke Netzwerke, also viele, die dann über viele Jahre und Jahrzehnte
- 2:46:29verbunden sind und gerade aus den Netzwerken kann man,
- 2:46:32egal ob bei einer Job suche oder bei einfach der Frage,
- 2:46:36welchem Wein könnte ich dazu servieren,
- 2:46:38unglaublich viel lernen.
- 2:46:40Was sind sonst gute Netzwerke, die du selber bespielst oder die du empfiehlst?
- 2:46:45Das ist schon eine gute Frage.
- 2:46:56Ich glaube, der Großteil meines Netzwerks ist entstanden
- 2:47:06aus der Assemblee Union oder hängt direkt oder indirekt damit zusammen,
- 2:47:11weil sich auch die Branche da irgendwo zusammenfindet.
- 2:47:16Und klar, überschneiden sich die Netzwerke dann teilweise,
- 2:47:24wenn man zum Beispiel von bestimmten Zeitschriften eingeladen wird
- 2:47:30oder als Jury Mitglied in Verkostungen anfängt,
- 2:47:40auch immer eine gute Methodik, schnell über Wein viel zu lernen.
- 2:47:50Wenn man zum Beispiel zwei Webbewerber, bei denen ich immer sehr gerne
- 2:47:56hingegangen bin oder hingehe noch teilweise, ist Munlusvini,
- 2:48:00was sehr breite Palette an Weinen ansteht, wo man sehr konzentriert Wein bewerten muss,
- 2:48:08auch aus einer gewissen neutralen Sicht und seinen persönlichen Geschmack
- 2:48:12mal ganz hinten anstellen muss oder nicht ganz hinten,
- 2:48:16aber relativ weit hinten anstellen muss, wo man sehr schnell,
- 2:48:20sehr großen Überblick darüber bekommt, was an Wein auf dem Markt ist,
- 2:48:24von bis um welches Thema es gerade geht.
- 2:48:28Und auf der anderen Seite ein wunderbar organisierter Wein-Wettbewerb
- 2:48:32ist auch bis vor Kurzem, hieß es doch, "Best of Gold",
- 2:48:35jetzt "Besser Franken", sprich die besten fränkischen Weine,
- 2:48:39die gekürt werden, wo man in verschiedenen Themengebieten verkostet.
- 2:48:44Und das sind auch zwei Netzwerke, die sich teilweise überlappen
- 2:48:47mit der Somerilunion, aber jetzt nicht nur, wo man nochmal
- 2:48:51einen ganz anderen Einblick teilweise in die Weinwelt hat.
- 2:48:54Die in der Somerilunion beschäftigen wir uns nicht nur,
- 2:48:59aber oft, ich sag mal, jetzt mit der gehobenen Weinwelt
- 2:49:05und beschäftigen uns jetzt weniger mit dem absoluten Einfliegssignen,
- 2:49:13weil wir auch finden, Wein sollte einen gewissen Wert haben,
- 2:49:19denn, sag mal, die Weine von höherer Qualität,
- 2:49:27die jetzt nicht bei 3 oder 5 Euro die Flasche angesiedelt sind,
- 2:49:32sondern vielleicht bei 10 bis 20, da hat der Winzer auch viel mehr
- 2:49:39die Möglichkeit ordentlich zu arbeiten, sauber zu arbeiten,
- 2:49:44nicht nur mit der Chemiekeule zu arbeiten,
- 2:49:47seine sich Gedanken zu machen, durchs Weinjahr zu gehen
- 2:49:50und nicht streng nach Lehrbuch oder Spritzkalender zu arbeiten.
- 2:49:55Also dürfen auch nicht vergessen, der Winzer lebt davon,
- 2:49:59von dem, was wir ihm für die Weinflasche geben
- 2:50:02und wenn wir uns da im zu niedrigen Preissegment bewegen,
- 2:50:06hat der Winzer am Ende nichts übrig.
- 2:50:11Das größte Beispiel, es gibt immer zu Sylvester,
- 2:50:15in der deutschen Weinwelt oder in den deutschen Supermärkten
- 2:50:21ein wunderbares Produkt, was sprudelt, was jeder schon mal getrunken hat,
- 2:50:27wo dann die großen LEH-Ketten das Bewerben jetzt nicht 299,
- 2:50:33sondern 299, was bleibt einem Weinbauern,
- 2:50:37der meistens nur noch Trauben anbaut,
- 2:50:39am Ende davon übrig von so einer Flasche Wein,
- 2:50:42der hat dort wahrscheinlich 8 Cent, wo er vielleicht 1 Cent netto gewinn macht,
- 2:50:47da bleibt nicht viel übrig.
- 2:50:49Und da können wir auch keine großartige Qualität erwarten
- 2:50:52oder auch keinen nachhaltigen Weinbau.
- 2:50:54Und dafür setzen wir uns von der Somalia Union auch ein,
- 2:51:03dass man eine gewisse Wertigkeit,
- 2:51:06eine gewisse Nachhaltigkeit,
- 2:51:10eine gewisse Sorgsamkeit pflegt
- 2:51:17und was uns sehr am Herzen liegt,
- 2:51:20auch den Weinproduzenten, den Winzern, den Weinbauern,
- 2:51:24den Traubenbauern auf Augenhöhe zu begegnen
- 2:51:28und uns da auch direkt auszutauschen
- 2:51:30und das Netzwerk jetzt nicht nur auf Somaliers,
- 2:51:34Gastronomen, Hospitality zu beschränken,
- 2:51:37sondern auch einen direkten Draht in die Weingüter in die Region zu pflegen
- 2:51:41und so organisieren wir ja auch Reisen für unsere Mitglieder
- 2:51:45in verschiedene Weinbaugebiete.
- 2:51:47Ins Bordeaux zum Beispiel, jetzt waren wir gerade im Südtirol
- 2:51:52und besuchen die Weingüter dort, gehen in die Weinberge direkt,
- 2:51:55schauen uns an, wo kommt der Wein her, wie sieht der Boden aus,
- 2:51:58wie riecht der Boden, wie wachsen die Trauben?
- 2:52:00Die Trauben wachsen ganz anders in der Champagne als im Bordeaux,
- 2:52:03als im Südtirol, sind ganz andere Anbaumethoden.
- 2:52:06Als ich persönlich vor vielen Jahren das erste Mal in der Champagne war,
- 2:52:09habe ich geschaut, Mensch, die Trauben stehen ja so niedrig,
- 2:52:12sehr so ewig klein, 80 cm Wuchse höher.
- 2:52:16In Deutschland haben wir teilweise 2 m Laubwand,
- 2:52:19da steht man quasi wortwörtlich vor der Wand.
- 2:52:23Und das direkt zu sehen ist ja auch ein Erlebnis.
- 2:52:26Und da legen wir Wert darauf auch für alle Mitglieder,
- 2:52:31ganz egal ob alter Hase, der schon 40 Jahre im Geschäft ist,
- 2:52:35oder junges Mitglied, das gerade ein Jahr Chefdoror ist
- 2:52:39und sich überlegt, möchte ich denn in Zukunft vielleicht sommer je werden,
- 2:52:43alle mitzunehmen und auch auf Augenhöhe.
- 2:52:46Und das freut uns immer, wenn wir dann einen bunten Mix an Mitgliedern,
- 2:52:50zum Beispiel auf einer Weinreise haben,
- 2:52:53und sich da so die Erfahrenden mit den Greenhorns austauschen können
- 2:52:59und da auch so ein bisschen die Angst genommen wird.
- 2:53:03Also jemand wird dort sagen, ja jetzt fängst du gerade an,
- 2:53:07du darfst mich nicht ansprechen, ganz im Gegenteil,
- 2:53:10das ist eigentlich für mich, ich habe es immer so empfunden.
- 2:53:16Und ich hoffe, dass empfinden auch die restlichen Mitglieder so,
- 2:53:23dass man dort als Greenhorn, als Jungenspund auf jedes Mitglied
- 2:53:31und sei es noch so erfahren und sei es, mag es noch so viele Titel haben,
- 2:53:36immer offen hingehen kann und zu 99,9% auch direkt per Du ist
- 2:53:44und ganz offen Fragen stellen kann, voneinander lernen kann.
- 2:53:49Der wird nie jemand auslachen oder sagen, das ist jetzt aber eine dumme Frage,
- 2:53:54sondern er wird immer eine offene Basis sein,
- 2:53:57sich über Wein und unseren schönen Berufsstand zu unterhalten.
- 2:54:02Ist das offen für alle auch für was das für mich ist?
- 2:54:05Auch für Wassersommeliers.
- 2:54:08Was ist das für ein Wassersommeliers?
- 2:54:10Findest du das gut, diese Multiplikation der verschiedenen Einzelsparten
- 2:54:15oder meintest man, man sollte mehr oder weniger sich nicht zu sehr spezialisieren als Sommelier?
- 2:54:21Wie sieht das bei so einer extremen Geschichte aus?
- 2:54:25Magst du Wassersommeliers?
- 2:54:27Müssen wir vielleicht einmal aufspalten.
- 2:54:34Die Person des Wassersommeliers hat durchaus ihre Berechtigung.
- 2:54:40Der Begriff "Sommelier mit Spezialisierung auf"
- 2:54:46wird zurzeit absolut inflationär benutzt, was ich extrem kritisch betrachte.
- 2:54:54Ein Sommelier ist von der ursprünglichen Begrifflichkeit
- 2:54:59eigentlich jemand, der sich ganz bewusst nicht beschränkt und nicht spezialisiert,
- 2:55:03sondern sich idealerweise mit allen, was Getränke und Speisen betrifft, auseinandersetzt.
- 2:55:12Inzwischen gibt es den Begriff Fleisch-Sommelier, Käsesommelier, Wurst-Sommelier,
- 2:55:19Cannabis-Sommelier, das ist jetzt kein Witz, gibt es tatsächlich.
- 2:55:23Wassersommelier ist jetzt noch die harmeloseste Vereinfachung
- 2:55:28und dieser Begriff wird inzwischen so inflationär benutzt,
- 2:55:34weil man sagt, das ist ein Begriff, der eine gewisse Wertigkeit,
- 2:55:39eine gewisse Kompetenz ausstrahlt, was ja zum einen ein Komplement ist,
- 2:55:44ein Buchstand des Sommeliers, was irgendwie wenn man ihn aber so auseinander nimmt und so aus dem Kontext reißt,
- 2:55:52abwertet im Endeffekt.
- 2:55:55Darum sehe ich das durchaus anders.
- 2:55:59Jetzt sich mit Wasser intensiv auseinanderzusetzen, das hat durchaus eine Berechtigung.
- 2:56:04Jedes Wasser hat eine unterschiedlichen Grad an Mineralisierung,
- 2:56:09wenn wir jetzt gerade von Mineralwässern sprechen, die ja doch noch was anderes sind,
- 2:56:14wie Tafelwasser, Oberflächen, Wasserleitungswasser.
- 2:56:18Gerade bei Mineralwasser hat man ja egal aus welchem Brunnen in Deutschland oder auch nicht aus Deutschland,
- 2:56:25das kommt an anderen Grad an Mineralisierung, damit auch in anderen Geschmack.
- 2:56:31Hat man natürlich oder eine zugesetzte Kohlensäure.
- 2:56:36Hoch-Höße-Eisengehalt, wie Hoch-Höße-Magnisum-Gerhalt,
- 2:56:40da macht es durchaus Sinn, sich mit Wasser an sich zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.
- 2:56:44Muss ich sagen, mache ich vielleicht persönlich auch nicht so, wie ich es machen sollte,
- 2:56:50da sich Wasser manchmal oft schon eher als Banalenbegleiter oder als Durstlöscher,
- 2:56:57aber den aus dem Kontext gerissenen Begriff des "you name it, somily" sehe ich sehr kritisch.
- 2:57:07Geht mir genauso, ich verstehe auch nicht, warum die nicht sich als Experten bezeichnen.
- 2:57:13Also warum diese Spezialisierung nicht einfach als Experten bezeichnet würde
- 2:57:17oder gibt es sehr viele auch andere schöne Worte, anstatt sich dann selber zu degradieren
- 2:57:22und zu sagen, ich beherrsche nicht das große Ganze, sondern nur das Wasser.
- 2:57:26Also es ist nicht dein Ziel, das Wasser so mehr zu werden, hast du andere Ziele oder Wünsche für die Zukunft,
- 2:57:31wo du sagst, das ist mein "next step"?
- 2:57:37Noch mal um auf die Begrifflichkeit zurückzukommen.
- 2:57:40Ich finde es ja eigentlich noch schlimmer, wenn man jetzt zum Beispiel ein Brozomelier betrachtet.
- 2:57:45Ein Brozomelier verunglimpft ja eigentlich seinen eigenen Berufsstand, nämlich den des Bekkers,
- 2:57:51in dem er sich nicht mehr als Becker definiert, sondern jetzt sagt, ich bin Brozomelier.
- 2:57:55Eigentlich wertet er seinen eigenen Berufsstand ab, weil man könnte ja implementieren,
- 2:58:05dass für ihn die Wertigkeit eines Brozomeliers über dem eines Becker steht.
- 2:58:10Also sieht er seinen eigenen Berufsstand schlechter als er eigentlich ist.
- 2:58:14Sehr schöne Ansätze.
- 2:58:17Eigene Ziele, eigener "next step", im Moment bin ich ziemlich gut ausgelasset.
- 2:58:25Und schaffe weniger, als ich möchte, als es so in den letzten Jahren so ein bisschen in die Breite gelaufen.
- 2:58:36Wofür ich auch sehr dankbar bin, das macht mir sehr viel Spaß, so die ganze Bühne, die ich im Moment bedienen darf.
- 2:58:44Ich bin ein baröschen Hof, als "Somelier" hauptberuflich tätig.
- 2:58:51Die "Somelier Union" nimmt jetzt auch viel Raum in Anspruch, was auch Schönes, was auch Spaß macht
- 2:58:59und was für mich auch durchaus auch ein Mehrwert und Lernwert hat,
- 2:59:06das jetzt nicht mehr nur aus Mitgliedssicht zu sehen, sondern eben aus Vorstandssicht zu schauen,
- 2:59:17wie viel Pflege braucht es und für einen, wie viel Aufwand, wie viel Organisation steht dahinter,
- 2:59:23wie viel Kommunikation intern als auch extern spricht zu Partnernsponsoren.
- 2:59:32Gleichzeitig bin ich jetzt an der IHK München noch in der Ausbildung der nächsten "Somelier Generation" tätig,
- 2:59:41was mir auch viel Spaß bereitet.
- 2:59:43Also ich bin immer jemand, der auch sein Wissen gerne teilt.
- 2:59:47Manchmal fällt es mir dann schwer, mein Wissen in wenige konzentrierte Worte zu fassen,
- 2:59:55so wie die Jahre, so viele Gedanken, die bei manchen Dingen dabei stehen,
- 3:00:03dass es mir manchmal schwer fällt, mich auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren.
- 3:00:09Wenn mich jetzt jemand zum Beispiel fragt, wie wird Wein hergestellt,
- 3:00:12dass man ganz rote zu bringen auf die ganz einfachen Schritte, fällt mir manchmal schwer.
- 3:00:18Persönlich würde ich gerne die Zeit finden, mein WSIT Diploma endlich mal zu beenden
- 3:00:27und dann noch den Weinakademiker, wo viel mehr zur Zeit, ehrlicherweise, die Zeit fehlt.
- 3:00:37Da wisse ich jetzt im Moment nicht, wo ich die Zeit hernehmen soll, dafür konzentriert zu lernen.
- 3:00:43Mir fehlen jetzt noch zwei Prüfungen, um das abzuschließen.
- 3:00:48Aber allein das Segment D3, sprich "Wines of the World", braucht doch einige Monate an Vorbereitung,
- 3:00:58das ganze Wissen oder die ganzen Anforderungen so aufzubereiten, dass man sie dann abrufbereit hat.
- 3:01:04Mir persönlich steht dann noch meine Doktorenhandschrift im Weg,
- 3:01:09die bei einer handschriftlichen Briefung nicht immer von Vorteil ist.
- 3:01:13Ich sage immer, bei meiner Handschrift ist eine automatische Verschlüsselung mit dabei.
- 3:01:18Hat in so einer Situation natürlich nur Nachteile.
- 3:01:22Wir hätten wahrscheinlich noch Stunden, Ideen, Gedanken, Philosophien und Erfahrung austauschen können.
- 3:01:34Und während so eines Gesprächs wird einem immer wieder bewusst, wie viele vielschichtige,
- 3:01:41komplexe, interessante, außergewöhnliche Aufgaben dieser Beruf in sich hat.
- 3:01:46Das Engagement von Chasat finde ich so großartig, denn es gibt so viele Proben, wo ich ihn sehe, treffe,
- 3:01:52wo ich es auf den sozialen Medien verfolgen darf und nicht zuletzt deshalb ist sein Erfahrungsschatz so unermesslich groß.
- 3:01:59Vielen lieben Dank lieber Chasat, dass du dir Zeit genommen hast, dass du heute unser Gast warst
- 3:02:05und diese Folge der interessantesten Zombies unserer Zeit bereichert und begleitet hast.
- 3:02:10Und natürlich auch ein ganz großes Dankeschön dem Partner, dieses Podcast.
- 3:02:14Der Schlummbägergruppe mit den Handelshäusern segnet Schlumberger Conziovini und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt
- 3:02:22für die händische und wirtschaftliche Unterstützung und Begleitung.
- 3:02:26Und lasst mal not least natürlich auch ein ganz großes Dankeschön an euch fürs Zuhören,
- 3:02:32mithören, fürs Kommentieren, fürs Teilen, fürs Supporten.
- 3:02:35Und ich weiß, dass gerade dieses lange Format das ein oder andere abfordert.
- 3:02:40Aber ich glaube gerade deshalb ist es für nicht wenige interessant und kommt die Persönlichkeiten der einzelnen Zombies besonders gut zum tragen.
- 3:02:47Daher noch einmal ein ganz großes Dankeschön.
- 3:02:50Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
- 3:02:54Und so sehr ich diese aktuelle Folge genieße freue ich mich schon auf die kommende Woche und auf unseren nächsten Gast.
- 3:02:59Den Zombie, der alles in dieser Zombie-Welt bespielt und durchgespielt hat.
- 3:03:04In jedem Bereich zu den erfolgreichsten zählt, Europameister war natürlich Zombie, Einzelhändler, Großhändler
- 3:03:11und seit einigen Jahren mit seiner neu eröffneten Weimbar für richtig furorisort.
- 3:03:17Bernd Kreis aus Stuttgart ist in der kommenden Woche unser Gast und als er mir feriert, dass er mittlerweile schon nahezu 60 Jahre ist, bin ich fast hinten übergefallen.
- 3:03:26Aber natürlich, wie sollte man sonst dieses Pensum, dieses Lebenswerk bewältigt haben?
- 3:03:31Ich freue mich sehr auf dich lieber Bernd.
- 3:03:39Ein großes Dankeschön auch dem zweiten Begleiter von Zombie, die interessantesten Munchenke unserer Zeit, dem Familienunternehmen Familie Fernandez Rivera.
- 3:03:47Unglaublich, wenn man sich überlegt, dass dieses Weingut gerade einmal 50 Jahre alt ist und schon so viel nicht nur in der spanischen, sondern in der allgemeinen Weinwelt bewegt und geprägt hat.
- 3:03:57Als König des Tempranios, als spanischer Petrus, bezeichnet, tituliert und gefeiert, ist es erstaunlich, welch ein Weg Alejandro Fernandez zusammen mit Esperanza Rivera in diesen 50 Jahren gegangen ist.
- 3:04:10Neben dem Stammhaus Piscera haben sie im Laufe der Zeit drei weitere Kellereien aufbauen können.
- 3:04:15Die Kellerei Condado de Hasa in der Provenz Borus wurde 1995 erworben und schon wenig später wurden die Weine dieser Kellerei in der Top 100 Weinliste des renommierten Weinmagazins Wine Spectator gelistet.
- 3:04:281998 wurde in Vardillo de Guerrena in der Provenza Mora die 300 Jahre alte Kellerei de Esa la Grandia erworben und modernisiert. Ein Teil des Langkuts wird nach wie vor für Land- und Viehwirtschaft genutzt.
- 3:04:40Hier werden neben Wein, Reiferkäse, Kichererbsen und kalt gepresste Olivenöl erzeugt.
- 3:04:46Und schließlich wurde 1999 Carpode Gritana in Castilla Lamancha die Kellerei El Vincullo errichtet, welche neben Tempranillo auch Eiränen anbaut und kältert.
- 3:04:57Nicht anders als mit voller Bewunderung kann man Alejandro Fernandez für seinen Vision danken.
- 3:05:02Schon früh war es ein Lebenstraum der Familie Fernandez Rivera, ein eigenes Weingut zu besitzen und große Rotweine zu kältern.
- 3:05:09Doch stellte es zu dieser Zeit ein ganz großes Wagnis dar, denn zu dieser Zeit war es Rivera y Duero, noch ein weitgehend unbekanntes Weinbaugebietend, hat abgesehen von Ausnahmerscheinungen wie Vega Zizilla keinerlei Repetition für hochwertige Weine.
- 3:05:22Lange produzierte man in diesem Gebiet klimatische Extreme mit sehr heißen Sommer- und äußerst kalten Wetter und ausschließlich leichte Rotweine für den baldigen Konsum.
- 3:05:30Die Familie kannte früh das Potenzial dieser Region, hatte die Vision von konzentrierten im Holzfas gereiften Rotweinen mit großem Lagerpotenzial.
- 3:05:39Nachdem der erste Jahrgang Pesquera 1975 noch auf altertümlicher Weise mit einer alten Steinern Weinpresse aus dem 16. Jahrhundert gekältert worden war, entwickelte sich die Bodega Rasant weiter und bereits im Jahr 1982 markierten zwei bedeutende Meilensteinen die Geschichte des Weingutes.
- 3:05:56Zum einen erhielt das Anbaugebiet Rivera y Duero den offiziellen Status einer DO zum anderen schwärmte der Weinkritiker Robert Parker vom Pesquera als den Chateau Petrus Spaniens, ein grandioser Vergleich und ein Ritterschlag für die noch junge Bodega.
- 3:06:10Aufgrund dieser beiden Faktoren erhöht sich der Bekantheitsgrad der Region quasi über Nacht und ebenso die Nachfrage nach dem Wein vom Pesquera, sodass die Familie Fernandez in weitere Weinberge beste Eichenholzfässer und moderne Ausrüstung im Weinkeller investieren konnte.
- 3:06:25Mit Mut, Pioniergeist und Leidenschaft wurde die Familie Fernandez zum Weg bereitet für den Aufstieg des gesamten Weinbaugebietes und zur Galleonsfigur für die neue spanische Weinbaugeschichte weg von der Massenproduktion hin zur Herstellung von hochwertigen Weltklasseweinen.
- 3:06:39Daher eine große Ere und ein Geschenk, die Familie Fernandez Rivera freute als Gast zu wissen, als Unterstützer als Begleiter und bei ihnen Gast sein zu dürfen.
- 3:06:48Und ein herzliches Dankeschön dem Handelshaus Schlumberger, dem Vertreter für die Weine aus dem Hause Fernandez Rivera.
- 3:07:13Servus zusammen, mein Name ist Valentin Krel, ich bin Chefgarten-Schirm, Restaurant in Bayerischen Hof und darf heute ein paar Worte über den lieben Herrn Schassadzalukter verlieren.
- 3:07:26Es war natürlich auf jeden Fall eine große Überraschung für mich, ich bin sehr gefreut, dass er auf mich zugekommen ist, als er mich gefreut hat, ob ich da irgendwie ein paar Worte sagen kann.
- 3:07:34Genau, weil wir kennen uns auch erst seit zwei Jahren, ich bin erst seit knapp zwei Jahren in Bayerischen Hof, kennen uns seitdem auch noch gar nicht so lang oder deswegen noch gar nicht so lang.
- 3:07:42Deswegen hat er mich umso mehr gefreut, dass ich jetzt ein bisschen was sagen darf.
- 3:07:47Zum ersten Mal richtig Kontakt hatte ich mit Schassadz, als wir beide Feierabendrunde in der Bar in München zusammen saßen, ein bisschen geredet haben.
- 3:07:53Er hat mir ein bisschen von sich erzählt, was der Ursprung ist, seine Herkunft, wo er schon überall war, wo er schon überall gelebt hat, was er schon alles gesehen hat.
- 3:08:02Und so weiter und so fort, da war ich natürlich sehr stark beantragt.
- 3:08:06Das ist phänomenal, was er schon alles gemacht hat bzw. gesehen hat.
- 3:08:12Deswegen wundert es mich auch gar nicht, dass der Bayerische Hof ihn als Hetzermilie haben möchte oder haben wollte.
- 3:08:21Aufgrund seines Ehrgeizes und der Zielschribigkeit und der Professionalität kann sich jeder gut geschätzen, ein Typ wie Schassadz im Team zu haben.
- 3:08:32Schassadz ist natürlich auch ein Typ mit Wieso, Träumen und Zielen, die solle jede von uns haben.
- 3:08:38Wenn man erfolgreich sein will, muss man so was mit sich bringen.
- 3:08:41Unser Ehrgeiz ist immer hartnäckig dran, das alles zu verwirklichen, wie er sich das ganze vorstellt.
- 3:08:51Das ganze Thema Bein, Gastronomie, liegt ihm echt am Herzen und er lebt er und liebt er.
- 3:08:57Deswegen habe ich auch meinen größten Respekt vor, dass er das alles so durchzieht, auch wenn es eigentlich von aussichtslos erscheint.
- 3:09:04Er will an sich durch seine Träume und Visionen und durch seine Zielschribigkeit das ganze Ding,
- 3:09:09was er verfolgt, auf die nächste Stufe hin, was in meiner Meinung nach auch gelingt,
- 3:09:16missprofessionell, wie gesagt.
- 3:09:19Und das ganze Thema Bein hat er mir auch aufgrund seiner Professionalität und Liebe hingegeben.
- 3:09:26Dazu ist er sehr, sehr viel näher gebracht und meine Interesse ist geweckt.
- 3:09:31Wir hatten letztes Sommer bzw. späten Frühling eine Vorspeise mit Hamachi und Kopfsalat und Spargel.
- 3:09:42Dazu hatte mir ein Glas Wein gegeben, was aus der Weinbegleitung war.
- 3:09:48Das war damals ein riesigen Feinherb mit 2021 der Ergang von Fritz Hark.
- 3:09:54Ich habe die Vorspeise gegessen und habe den Schock Wein dazu getrunken und dachte mir so, wow, wie geil ist das denn.
- 3:10:02Die leichte, mutierende Säure mit dem Hamachi, mit dem Kopfsalat und dem Spargel, das war einfach unbeschreiblich geil.
- 3:10:10Deswegen dachte ich mir, dass ich meinen Wissen im Thema Wein auf jeden Fall noch ausbauen muss,
- 3:10:15weil ich vielleicht früher oder später natürlich auch in die richtige Selbstständigkeit gehen möchte
- 3:10:20und ein Verständnis für Wein auf jeden Fall genauso wichtig ist wie Verständnis für Topqualität und Topprodukte in der Küche.
- 3:10:28Aufgrund des Ganzen, dass ein Wein so wichtig sein kann für eine Vorspeise,
- 3:10:34wurde mein Interesse natürlich noch viel, viel mehr geweckt.
- 3:10:37Vielen, vielen Dank an Schasshat.
- 3:10:39Das war einfach ein bombastischer Wein zu einem, sagen wir mal, guten Gericht.
- 3:10:43Es war auf jeden Fall richtig geil.
- 3:10:45Und deswegen sage ich mir, dass ich zum ganzen Thema Wein mich auch weiterbilden sollte,
- 3:10:52weil ein Verständnis für Wein genauso wichtig ist wie ein Verständnis für gutes Essen oder gute Produkte,
- 3:10:58bzw. auch was zusammenpasst.
- 3:11:00Und deswegen habe ich jetzt auch dieses Jahr mein WSAT Level 2 gemacht,
- 3:11:04weil ich mich einfach in dem Thema Wein noch weiterbilden will und das auch in Zukunft natürlich noch machen will,
- 3:11:11umso mehr Wissenbar hat, umso besser ist es natürlich für die Zukunft.
- 3:11:16Ich kann eigentlich nur jetzt abschliessagen, dass es ein richtig, richtig cooler Typ ist.
- 3:11:19Man macht auf jeden Fall Spaß mit dir zusammenzuarbeiten oder mit ihm zusammenzuarbeiten.
- 3:11:24Soll es sich jeder mal eine Scheibe von dir abschneiden,
- 3:11:27deine Professionalität, deine Ehrgeiz, deine Zielstöpfigkeit
- 3:11:30und deine Liebe und Hingabe für den Beruf ist nicht mehr gang und gäbe bei jedem.
- 3:11:35Wenn man Gastronomie macht, dann sollte man es verkörpern und du machst es auf jeden Fall.
- 3:11:39Ich freue mich auf jeden Fall auf das nächste Glaus Champagne mit dir, auf die nächste Probe mit dir.
- 3:11:44Es wird auf jeden Fall geil. Vielen, vielen Dank, dass du mich deinem Thema Wein mitgenommen hast
- 3:11:51und mir das ganze näher gebracht hast.
- 3:11:54Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dir.
- 3:11:57Macht sehr Spaß und ich weiß es sehr zu schätzen, dass wir uns sehr gut verstehen.
- 3:12:02Und jetzt natürlich noch einen anderen viel Spaß beim Patschers.
- 3:12:07[Musik]