Latest / SOMMELIER / Christian Frens – Pures Wein-Entertainment
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- 0:00Mein Name ist Christina Hilker, ich bin Summeliere, habe viele Jahre in der Topgastronomie gearbeitet
- 0:18und habe mich 2006 selbstständig gemacht.
- 0:21Ich habe damals schon mit Christian Frenz zusammengearbeitet, das heißt ich habe Aufträge
- 0:26angenommen von der Agentur Summeli Konzult und als 2008 dann Christina Fischer ihre Anteile
- 0:32verkauft hat, also die Agentur Summeli Konzult bestand aus Markus del Monego mit seiner Firma
- 0:37Kafka, Christian Frenz und Christina Fischer.
- 0:40Da bin ich eingestiegen bei Summeli Konzult und habe die Anteile von Christina Fischer
- 0:44übernommen und Christian kenne ich bereits seit 2001 und zwar Christian und ich, wir
- 0:52waren beide in einem Programm, das nannte sich damals noch Nachwuchsförderprogramm
- 0:56der Summeli Union.
- 0:57Heute ist das Summeli College und dort wurden junge Summeliers gefördert mit Workshops,
- 1:03mit Reisen etc.
- 1:05Und Christian und ich waren die ersten, die davon profitiert haben, die da teilgenommen
- 1:10haben.
- 1:11Ja, da haben wir uns kennengelernt, ja, hatten damals schon ein sehr freundschaftliches und
- 1:17schönes Verhältnis miteinander und ich habe dann auch angefangen, als ich mich dann eben
- 1:22selbstständig gemacht habe, 2006 Aufträge anzunehmen von Summeli Konzult und ich hatte
- 1:27damals den Christian auch vermittelt, als es darum ging, dass die Firma Unger einen
- 1:33Moderator gesucht hat für die Bang- und Olufstour.
- 1:36Das hat immer der Josef Schreibläner gemacht und die suchten nach einem Summeli, der das
- 1:40übernehmen könnte.
- 1:41Und da habe ich sofort an den Christian gedacht, den ich ja wie gesagt aus dem Nachwuchsförderprogramm
- 1:46kannte, weil der Christian schon immer sehr smart war, sehr gut moderieren konnte und ich
- 1:51fand auch von der Optik her, dass er da sehr gut reinpasst, ja, Produkte wie die Stereoanlagen
- 1:57oder die elektronischen Sachen von Bang- und Olufstour zu präsentieren und das eben auch
- 2:01in einer illustren und unterhaltsamen Art, wie man ihn halt kannte oder wie man heute
- 2:06noch kennt.
- 2:07Ja, und das glaube ich hat Christian auch so ein bisschen ermöglicht, dass er dann damals
- 2:11als dann Christina Fischer und Markus Dämonegow nach einem Geschäftsführer für Summeli Konzult
- 2:16gesucht haben, was er dann eben diesen Part übernommen hat.
- 2:20Das war 2004, wenn ich mich recht entsinne.
- 2:23Und ja, wie gesagt, das war so der Anfang von Summeli Konzult und als dann ich mich
- 2:29selbstständig gemacht habe, habe ich das sehr gerne genutzt, dort eben mit Christian
- 2:33oder mit dem Team von Summeli Konzult zusammenzuarbeiten.
- 2:36Und 2008 bin ich dann Gesellschafterin geworden.
- 2:40Also ich bin eingestiegen sozusagen, habe die Anteile von der Christina Fischer übernommen,
- 2:44gerade dann mit Markus Dämonegow, mit Christian Frenz eben Gesellschafter bei Summeli Konzult
- 2:51und als Markus Dämonegow dann seine Anteile in 2018, also die Anteile der Firma KfK
- 2:57verkaufte.
- 2:58Da blieben der liebe Christian und ich übrig.
- 3:01Das heißt, wir sind die alleinigen Gesellschafter dieser wunderbaren Agentur.
- 3:04Und wir haben schon viele große Projekte auf die Beine gestellt miteinander, ob das Hotspot
- 3:09Pino war, ob das die Zusammenarbeit mit der Schweiz war, ob das unsere jährliche Veranstaltung
- 3:16der Signature Wine Show, die immer Samstag vor der Pro Weinstadt findet, war oder auch
- 3:23Weinreisen, die wir gemeinsam organisiert haben und realisiert haben.
- 3:28Also wir betreuen ein breites Feld miteinander.
- 3:32Und was ich an Christian so schätze oder was die Zusammenarbeit so angenehm macht, dass
- 3:37er eigentlich immer positiv ist und dass er immer lösungsorientiert ist und dass er
- 3:42alles auch, sag ich mal, er kann super improvisieren, er kann super Konzepte schmieden und er hat
- 3:52einfach einen wunderbaren Humor.
- 3:53Also egal, wir haben natürlich auch schon Projekte gehabt, wo wir dachten, ja, wir haben
- 3:58den Auftrag im Kasten und wir waren so sicher, dass das alles klappt und dann haben wir schon
- 4:03unseren Champagner drauf getrunken, aber dann ging es doch schief.
- 4:07Und ja, aber wir haben immer weitergemacht.
- 4:10Also wir haben uns irgendwie davon nicht abschrecken lassen und wir haben nicht nur viel Arbeit,
- 4:15die wir gemeinsam realisieren und große Projekte, die wir stemmen, sondern wir lachen auch hier
- 4:20miteinander.
- 4:21Und Christian ist auch immer zu haben für netten Scherz und es macht es einfach sehr
- 4:26angenehm zusammenarbeit und über die Jahre, die wir uns kennen, sind wir nicht nur Geschäftspartner,
- 4:32sondern eben auch gute Freunde geworden.
- 4:34Also wir tauschen uns auch durchaus mal aus, wenn es im privaten Rahmen hängt oder wenn
- 4:40irgendwie Sorgen im Raum stehen.
- 4:42Und das bestärkt uns zum einen, dass wir sehr vertrauensvoll miteinander umgehen in unserer
- 4:48Freundschaft und das ist für mich auch sehr wichtig, jemanden zu haben, dem ich vertrauen
- 4:54kann, dass ich auch aufzählen kann, wenn man vielleicht mal gesundheitlich ausfällt.
- 5:02Oder wenn es mal Schwierigkeiten gibt oder man sich mal zurückziehen muss und sich auf
- 5:08was anderes konzentrieren muss.
- 5:09Und das ist sehr viel wert, finde ich.
- 5:12Und ich denke, das geht Christian ähnlich.
- 5:14Dass er weiß, wenn er mir was anvertraut und sagt, du, Christina, ich brauche da jetzt
- 5:19mal eine Auszeit oder kannst du dich mal darauf fokussieren oder kannst du das bitte übernehmen?
- 5:23Ich muss gerade irgendwas anderes parallel regeln, dann läuft das eigentlich perfekt mit uns
- 5:28beiden.
- 5:29Jeder kennt so die Stärken und die Schwächen des anderen und was ich da sehr angenehm finde
- 5:34an Christian ist, dass das nie thematisiert wird, sondern wir sprechen uns da fast plint
- 5:40ab.
- 5:41Wenn man weiß, das liegt dem einen nicht so besonders, sondern übernimmt das der andere.
- 5:44Und ja, so kleine Erektoten kann man schon erzählen.
- 5:48Also ich habe eine ganz fürstellige Orientierung.
- 5:50Also ich verlaufe mich immer, immer, immer.
- 5:52Und Christian thematisiert das nicht.
- 5:54Ich sage, Christina, ich bring dich geschwind, weil er, glaube ich, weiß, dass ich nie ankomme,
- 5:58wenn ich den Weg alleine suchen gehe, aber das nur so am Rande.
- 6:02Ja, und Christian und ich, wir haben viel vor, wir haben uns auch von Corona nicht abschrecken
- 6:07lassen.
- 6:08Wir haben auch in dieser Zeit andere Formate entwickelt, ob das Video-Geschichten waren
- 6:14mit Kunden, ob wir uns auf andere Sachen fokussiert haben, wo wir auch Ideen geschmiedet haben,
- 6:20wie geht es weiter, wenn dann Corona vorbei ist.
- 6:22Und das hat uns, glaube ich, auch über diese doch flaute oder diese schwere Zeit von Corona
- 6:29hinweg geholfen.
- 6:30Und Christian, und das schätze ich auch sehr an ihm, der behält auch immer die Zahlen im
- 6:34Blick.
- 6:35Also er schaut halt auch, dass wir uns nicht verspekulieren oder verkalkulieren.
- 6:39Und deswegen gibt es uns auch nach wie vor und ich freue mich schon auf die nächsten 20,
- 6:4530 Jahre, in denen ich mit Christian weiter zusammenarbeiten kann und darf.
- 6:50Und wir haben sehr viel Projekt in der Pipeline.
- 6:53Manchmal ist es zu viel, aber auch da gilt tief durchatmen, man gemeinsames Glas Wein
- 6:59trinken und mal drüber lachen und dann einfach weitermachen.
- 7:02Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somelje, die interessantesten
- 7:27Weinkeller unserer Zeit.
- 7:29Mein heutiger Gas ist eloquenter, ist lustiger, ist amüsanter, ist tiefsinniger, ist wesentlich
- 7:35gedankenkomplexer als ich es je war und hat es zum Beruf gemacht.
- 7:38Also ich meine, jeder Somelje redet viel.
- 7:41Das Kernaufgabe seiner Tätigkeit ist mehr oder weniger seine Jobdescription.
- 7:45Aber er hat es geschafft, dem Wein zu nutzen, um zu unterhalten, zu entertainen.
- 7:48Ich freue mich unfassbar auf Christian Frenz, Geschäftsführer von Somelje-Konsult und einer
- 7:53der Weinpersönlichkeiten in Deutschland.
- 7:56Seine wahrscheinlich berühmteste Anstellung als Somelje war bei Christina Fischer in
- 8:00Fischer 2 Genussentafel Freuden in Köln und natürlich hat er Wettbewerbe mitgemacht.
- 8:04Aber was sie ihn so besonders macht und warum er allein von der Wortgewalt eine einzigartige
- 8:10Ausstrahlung hat, erleben wir gleich und darauf freue ich mich ganz besonders.
- 8:14Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner,
- 8:18bei der Schlumberger Gruppe mit den Handelshäusern Konzi Jovini, Segnetz, Schlumberger und den
- 8:23Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung
- 8:27ganz herzlich bedanken.
- 8:29Dank Ihnen ist er heute hier.
- 8:30Herzlich willkommen lieber Christian Frenz.
- 8:33Bist du schon besoffen?
- 8:36Das Datum deutet darauf hin, dass man da schon sein kann.
- 8:41Ja, ich habe auch schon einen 3 Kapultino bei dir gehört.
- 8:443 Kapultino und Champagner macht man das bei euch so am...
- 8:47Das ist ein Standard.
- 8:48Donnerstag ist immer Kapultino, Champaus, Frühstück.
- 8:53Heute ist Weiberfassendag.
- 8:54Und Weiberfassendag ist alles anders in dieser Stadt.
- 8:58Und immer in der Stadt.
- 8:59Nettart.
- 9:00Du erinnerst dich sicherlich.
- 9:02Grau.
- 9:03Vier zu lange her.
- 9:04Ich muss es mal wieder, aber ich glaube es wird mittlerweile wirklich zur Turinummer,
- 9:07oder?
- 9:08Es ist nicht mehr das, was du in Erinnerung hast.
- 9:12Es ist sicherlich in gewissen Fedeln, also in manchen Stadthallen, auch hier in der Südstadt
- 9:16noch recht muckelig.
- 9:17Also da geht man in eine Karschemme und Schunkel mit fremden Menschen und singt Lieder und
- 9:23trinkt viel Kölsch.
- 9:24Das ist auch wunderbar und auf der Straße ist es, wenn man an den Richen klats ist, ist
- 9:29es toll.
- 9:30Und besonders.
- 9:31Aber es hat auch skurrile Züge angenommen, wenn ich so auf die Studenten-Ecke gucke, die
- 9:40Zürbische Straße, die erinnert...
- 9:42Menschliche Entgleisung ohne Ende, glaube ich.
- 9:47Aber auf 24, fast sieben, oder?
- 9:49Da gibt es keine Nachtruhe, oder?
- 9:53Nee, morgen gibt mir einer Jungs noch einmal schlafen, dann ist Aschermittwoch.
- 9:57Sehr gut.
- 9:58Und ich kenne Leute, die haben das geschafft, also fast.
- 10:03Die sind mal in der Karschemme und in der Ecke eingeschlafen.
- 10:05Ich kenne noch ein paar alte Körner, die wirklich Donnerstag bis Dienstag bis Nubbelverbrennung
- 10:11durchgezogen haben.
- 10:12Aber die Jungs sind heute, die fahren...
- 10:14Ich kenne sie sehr gut, was ein guter Freund ist, die fahren heute weg.
- 10:17Also, die haben zwei, drei Jahre...
- 10:18Ja, viele.
- 10:19...volles Programm gemacht und jetzt sind wir null.
- 10:21Gibt ja...
- 10:22Ja.
- 10:23Aber es wird dort eigentlich nur so aus Interesse oder aus meiner Erinnerungshalt, ich weiß
- 10:27nicht, ob sich das geändert hat, nur Kölsch und Bier getrunken, ne?
- 10:30Weil das gar kein Thema.
- 10:31Nee, auch Vorsicht.
- 10:33Es gibt Sitzungen im Black Tie.
- 10:36War ich auch schon ein, zwei Mal, lange her, aber habe ich auch schon mitgenommen.
- 10:40Wirklich?
- 10:41Ja, ja, da musst du dann noch gucken, dass die Fliege vernünftig gebunden bekommst
- 10:44und dann man schätten Knöpfe rein und auf geht's.
- 10:46Und das sind dann so meistens Veranstaltungen, die mittag losgehen mit Weinsfang.
- 10:50Mit Weinsfang?
- 10:51Ja, ja.
- 10:52Da gibt's kein...
- 10:53Da gibt's im Froyer, gibt's Kölsch, aber im Saal selber gibt's nur Wein.
- 10:57Bin ich auch mal mächtig.
- 10:59Ja, abgestoffelt.
- 11:00Aber es war sehr feuchtfuldig.
- 11:02Und was gibt's ja für Weine?
- 11:04Also, und passt das?
- 11:05Also, kann man so mit Wein feiern oder ist das dann eigentlich despektierlich und es
- 11:09geht eigentlich nur um den Alkohol?
- 11:11Oh, man kann gut feiern.
- 11:15Also, da waren exzellente Redner, also wirklich so die Größen, die man aus dem Fernsehen
- 11:19kennt, von daher war das auch unterhaltsam.
- 11:21Da waren tolle Bands und das war schon auch nicht, also es war schon Feierstimmung.
- 11:26Der Wein war auch trinkbar, weiß ich nur, es war weil.
- 11:29Ja, und das war ähnlich wie mit den Grenzen in der Kascheb, also in der Kneipe.
- 11:37Wir waren glaube ich 15 Leute und die Leute haben schneller Flaschen bestellt, als wir
- 11:41trinken konnten.
- 11:42Also, da stand da ja irgendwann unglaublich viele Flaschen auf dem Tisch.
- 11:44Das ist ja so eine Umsicht beim Kanaball.
- 11:46Ich kenne das auch so in meinem Freundeskreis, wenn man dann irgendwie feiert, dann bestellt
- 11:50jeder einen Kranz nach dem anderen und irgendwann stehen die Grenze, also die Hälfte der Gläser
- 11:55sind nach abbevoll und da kommt schon der nächste, da hat das immer so ein bisschen.
- 11:58Und so war das auch mit dem Riesling und dementsprechend viel wurde konsumiert.
- 12:02Du hast aber kein Mitleid mit dem Riesling.
- 12:04Der passt dann schon dahin und also so grundsätzlich, dieses Exzessive darf man mit Wein saufen,
- 12:10wäre eigentlich mehr die Frage, die ich hätte stellen dürfen.
- 12:13Das verträgt der Riesling schon.
- 12:14Und Herr Weich versteckt das auch.
- 12:16Der stört sich nicht.
- 12:17Der schubt dann die Paletten, der durchgeht.
- 12:20Und Bill hat auch kein Beleidigungsschreiben geschickt.
- 12:23Das ist sicherlich nicht.
- 12:25Macht mal, der hat sich wieder machten.
- 12:27Ich war nie da, aber ich denke mal, wenn du nach Mainz gehst, ich glaube, da wird ja
- 12:31viel Wein getrunken.
- 12:32Also das ist halt jetzt hier in Köln mit unserem eigenen Kölsch halt so ein Thema.
- 12:36Aber ich glaube, andere kannevalistische Kulturen haben andere Getränke und am Ende kommt das
- 12:42her.
- 12:43Im hadischen Jahr.
- 12:44Ich kann das nur so vom Hören sagen, das ist ja noch viel mehr ritualisiert da, soweit
- 12:48ich das gehört habe.
- 12:50Und ich glaube, Alkohol ist da auch mächtig im Spiel.
- 12:52Und die trinken dann heute Wein, oder?
- 12:54Stimmt.
- 12:55Schönes Spiel.
- 12:56Du bist ja ja richtig reingewachsen auch in diese Kannevalskultur.
- 12:59Also eben auch allgemein die Zommlerie.
- 13:01Das aus dem Eisladen in Serbs?
- 13:03Geht das überhaupt?
- 13:04Das ist ein Ding.
- 13:05Ist ja legendär, oder?
- 13:06Euer Eisladen, euer Heimschald.
- 13:07Aber die Nährung ist ja nicht, aber die Geschichte.
- 13:10Bisschen Gastdruck hindurch und durch eigentlich.
- 13:13Ja, wobei ich ja bin ich.
- 13:16Wobei ich ein bisschen späte Erweckung war.
- 13:20Also meine Eltern handen ja erst in den 80er Jahren die Idee und da war ich ja auch schon
- 13:25zehn Jahre, elf Jahre alt.
- 13:30War sehr traurig meines Vaters.
- 13:31Der war eigentlich als Ingenieur in einem Unternehmen, in einem Industrieunternehmen
- 13:37und hatte immer irgendwie so die Idee, will mal selber Eis produzieren.
- 13:40Meine Großmutter hat dann erzählt, dass er da schon zu Abitzeiten vorhin gesprochen
- 13:43hat.
- 13:44Echt?
- 13:45Ja, das war, ich habe das gar nicht so als Kind so richtig wahrgenommen.
- 13:48Aber meine Großmutter und meine Mutter haben ja sieht, das war immer so sein Ding.
- 13:51Und dann haben wir dann ein Haus.
- 13:53Meine Eltern besagen das in den Haus, da hatten sie aber keinen Zugriff, weil da noch
- 13:56ein Konsum drin war.
- 13:58Du kannst damit was anfangen.
- 13:59Ich weiß nicht, ob jeder hier damit was anfangen kann.
- 14:01Das sind diese Lebensmittel oder diese Einkaufsgeschäfte in der DDR gewesen.
- 14:06Und als die dann praktisch rausgegangen sind, also wir, unser eigenes Haus, was mein Urgroßvater
- 14:11gebaut hatte, wiederbekommen, hat mein Vater gesagt, nee, hier ziehen wir nicht ein, hier
- 14:14bauen wir einen Kaffee rein.
- 14:15Und dann war das nicht so einfach in der DDR, weil du musstest Anträge stellen und eine
- 14:20Selbstständigkeit als Gastronomor sowieso nicht so gerne gesehen und auch äußerst
- 14:25schwierig.
- 14:26Und man hat ihm auch tatsächlich zweimal abgelehnt.
- 14:28Also, da gibt es Ordner zu, mein Vater hat das alles dokumentiert, das hoch unterhaltsam.
- 14:34Und dann kam irgendwann eine Rede von Honnicker, wo er irgendwie '87 oder so in einem Nebensatz
- 14:45gesagt hat, dass zukünftig das private Handwerk und der Handel, der private Handel mehr zu
- 14:51unterstützen ist, los, die DDR stand ja wirtschaftlich mit dem Rücken zu Wand.
- 14:54Und das Ding war abgedruckt irgendwie im neuen Deutschland.
- 14:57Das hat mein Vater dann ausgeschnitten, hat das irgendwie nochmal in seiner Bewerbung
- 15:00aufgegriffen und dann haben sie ihn tatsächlich erlaubt, sich selbstständig zu machen.
- 15:04Im tiefsten, na, tiefsten Sozialismus.
- 15:07Und dann mit Handwerkern im Freundeskreis mit Elektrikermeister als Großvater und Beziehungen
- 15:16in Westen, wurde dann eben ein Kaffee gebaut und das musste erstmal Eismaschinen kriegen
- 15:21und so weiter und so weiter.
- 15:22Das stell ich mir schwer vor.
- 15:24Ja, was die da improvisiert haben und was die so Kontakt, dieses Waden, die die anbaut,
- 15:29man braucht Kontakt.
- 15:30Krass, die Nebensätze, also beim nächsten Nebensatz wurden ja die Mauern aufgemacht.
- 15:35War ja auch nur Nebensatz, der für Baremünze genommen wurde.
- 15:39Stimmt, der ergenommen.
- 15:40Dann war dann irgendwie frei und keiner wusste, was eigentlich passiert.
- 15:44Aber ich finde es schön, dass diese Geschichten, dass die nicht verloren gehen.
- 15:48Ich habe ja die Weingeschichte der ehemaligen DDR so ganz, ganz akribisch damals zusammen
- 15:54interessanterweise mit der Super-Elo aufgearbeitet.
- 15:57Echt?
- 15:58So eine Reportage über ganz, ganz viele Ausgaben.
- 16:01Das war jetzt bestimmt auch schon sechs, sieben Jahre her.
- 16:03Total interessant, auch so mit Zeilen zu reden, also auch diese Kreativität, die damals gelebt
- 16:07wurde.
- 16:08Deswegen fühle ich das gerade sehr, wie das Ding mit der Eismaschine war.
- 16:11Hast du noch eine Erinnerung an das Eis?
- 16:13War das irgendwie interessant, vermutlich gut, vergleichbar?
- 16:16Ja, also da war ja, glaube ich, sein Meisterschück.
- 16:19Hat er einen alten Conditor aufgetan, der war schon in Rente, der hat nach ganz traditionell
- 16:25Eis gemacht mit so einem Vollmilch, Voll-Ei-Ansatz, nur Eimel-Tucker, aber alles frisch.
- 16:31Also ich kann mich sehr genau erinnern, wie wir in der Saison irgendwas zwischen 500
- 16:35und 800 Eier mit der Hand am Tag aufgeschlagen haben.
- 16:38Opa und ich, uah, täglich, täglich, auch mal an die Sonnenalarm, Wahnsinn.
- 16:43Und mehr kam da nicht ran und dann kam halt Früchte ran, dann kam ein bisschen nach
- 16:46oben ran, Schokolade, Kakao war ein Riesenthema, erst mal Kakao bekommen, dann kam aus Kuba
- 16:49damals.
- 16:50Ja, der war aber qualitativ excellent, also dann kam mein Vater auch ein Buch drüber
- 16:53schreiben über Kakao-Qualitäten und es gab drei Sorten.
- 16:57Mein Vater hat immer Vanille, Schokolade und eine Fruchtsorte gemacht.
- 16:59Einfach weil die Produktionskapazitäten nicht mehr hergegeben haben, weil wenn du heute
- 17:05in so einer modern, sagen wir mal, modernen Eismaschine in fünf, sechs Minuten deine
- 17:10acht Liter Eis produziert hast, dann hat das damals eine Viertelstunde oder länger gedauert
- 17:14und wenn das richtig heiß war und die Maschinen, die waren ja damals noch extern, also wir
- 17:18hatten noch eine Maschine aus, wenn das zu warm war, dann hat das auch mal eine halbe
- 17:23Stunde gedauert und da gibt es, um mal so ein Bild zu skizzieren, auf das du mich gerade
- 17:26ansprachst.
- 17:27Da gibt es Erinnerungen, wie mein Vater damals zu mir gesagt, Chrisin, gehen wir mit einem
- 17:32Garten-Schlauch raus und spritze das Maschinenhaus an, damit das Hauskühler wird, damit die
- 17:37Eismaschinen ein bisschen mehr ziehen.
- 17:39Also so abenteuerlich, das kann man sich gar nicht vorstellen, dann haben wir versucht,
- 17:44dieses Haus ein bisschen abzukühlen, weil die Hitze, die die Eismaschinen produzieren,
- 17:48dass sich so drin gestaut haben, dass praktisch die Kühlung nicht mehr richtig funktioniert
- 17:52hat.
- 17:53Und draußen vorm Kaffee standen die Leute 50 Meter Schlange.
- 17:56Das konnten wir ja im Osten, da waren wir ja gut.
- 18:01Und das war echt so.
- 18:02Meine Mutter hat dann um 13 Uhr die Lücke aufgemacht und dann wurde der Mama Schoko Vanille Erdbeere
- 18:07verkauft und dann war Erdbeere aus, dann war Schoko aus, kurz vor zwei war dann die Vanille
- 18:15oder Schokolade, also letzte Sorte aus und dann, ja, das Mokroladen runter und ein Zettel
- 18:23dran gemacht, in einer Viertelstunde geht es weiter oder so.
- 18:26Ich glaube, da ist einer gegangen, ich kann es vergessen, als Ossy ist man stehen geblieben.
- 18:30Und dann, das waren ja auch noch richtig große Kugeln, die waren ja fast so groß wie Tennisbälle,
- 18:35das kann man sich ja heute kaum noch vorstellen und dann ging die Lücke wieder hoch und dann
- 18:39ging es weiter.
- 18:40Und dann muss man wissen, das war ja so ein technischer Aspekt, ich, nicht dass ich noch
- 18:43richtig eine Änderung habe, durftest du in der DDR, glaube ich, Eis nicht einfrieren.
- 18:47Also du musst es als zumindest mit der Erlaubnis, die mein Vater hatte, das kann ich jetzt aber
- 18:52so nicht mehr ganz genau wiedergehen, durftest du nur das Eis verkaufen, was du am selben
- 18:56Tag produziert hast.
- 18:58Also mein Vater war es nicht erlaubt, am Tag vorher vorzuproduzieren.
- 19:02Ah, das war ein hygienischer Themen auch gewesen.
- 19:04Das heißt, du hattest halt auch nur eine gewisse Menge, die du eben verkaufen konntest und
- 19:12das war halt so die Herausforderung damals und dann, ja, dann hat mein Vater angefangen,
- 19:16Spaghetti Eis zu machen.
- 19:17Ich glaube, vielleicht war er der erste im Osten, ich weiß es nicht.
- 19:20Und Spaghetti Eis braucht ja erstmal eine Spaghetti Presse, die es so nicht gab im Osten.
- 19:24Da wurde von Tante Marcin aus Stuttgart eine Spätzlepresse besorgt.
- 19:29Dann brauchste noch Erdbeermark.
- 19:31Glaubst du auch nicht in der DDR, das war doch schwierig.
- 19:33Dann hat mein Vater so eine Quelle aufgetan.
- 19:35Irgendwo ein Rostock, gab es eine Fabrik für Erdbeermark, die haben, glaube ich, fast
- 19:39nur für den Westen produziert.
- 19:41Aber wenn die Dosen irgendwie in den Dach hatten oder das Etikett falsch draufgeklebt
- 19:45war, dann haben die das nicht abgenommen und dann gab es da jemand, der hat das gesammelt
- 19:49und zweimal im Jahr hat mein Vater das Telefon geklingelt.
- 19:52Wir haben wieder genug.
- 19:53Dann ist er mit seinem Lader und einen Anhänger nach Rostock gedüßt.
- 19:56Das war so eine 4-Stunden-Auto-Fahrt.
- 19:57Er hat Kofferraum, Beifahrersitz, Rücksitz, Anhänger voll geknallt mit Erdbeermarkdosen
- 20:03und dann hatten wir wieder für ein halbes Jahr genug Erdbeermark.
- 20:05So hat man eine Eisdiebel in der DDR betrieben.
- 20:08Warum bist du jetzt Weinaffin und nicht Eisaffin und machst in Spiegel Italiens ins Herbst?
- 20:17Ja, das ist die Frage.
- 20:18Du bist halt abgebogen, oder?
- 20:22Irgendwo stand mal links, Bein, rechts, Eis und ich hatte eine rechts, links, Fächer.
- 20:27Und deswegen bist du jetzt nicht reich, sondern zommel je.
- 20:32Genau.
- 20:33Aber...
- 20:34Und versorgst du das Geld was andere dann irgendwie ja genau, was andere irgendwie genießen?
- 20:38Ja.
- 20:39Wie kam das bei dir?
- 20:40Also wie bist du aus Serbstan in Westen?
- 20:43Also du bist ja jetzt schon fast in Köln eingebürgert, oder?
- 20:46Ja, ja.
- 20:47Ich weiß nicht, ob man heute ja dann irgendwann dazu hier in Köln ist jetzt bei mir ja auch
- 20:52schon 25 Jahre.
- 20:54Oh, ich glaube, dies ist ja am September 25.
- 20:58Ja, irgendwann stellte sich die Frage, wie es nach der Schule weitergeht und meine Eltern
- 21:05haben halt so schon gedacht, na ja, wenn der junge Gastronomisch ein bisschen was kann,
- 21:09das kann nicht schaden, vielleicht will er es ja mal machen.
- 21:11Da war es ja auch so die Zeit, wo mein Vater dann erkannt hat, so wie es jetzt läuft,
- 21:16also die Bedingungen, die im Osten funktioniert haben ja im Westen nicht mehr funktioniert,
- 21:21also man musste ja auch expandieren, man musste ja dann auch eine neue Technik investieren,
- 21:26in weitere Cafés, da hat er ja auch gut losgelegt und am Ende dann auch recht erfolgreich.
- 21:32Aber als Einzelkind war dann so dieser Frage, macht das, macht das nicht?
- 21:37Und wenn das macht, soll das richtig machen?
- 21:39Also dann mal Gastronomie lernen.
- 21:40Ja, dann ging das halt los, ne?
- 21:42Dann bin ich in die Lüneburger Heide in so ein gutes Hotel mit einer sehr anständigen
- 21:48Küche und einem Pipapot, wie das so war und da habe ich dann so die Gastronomie von der
- 21:52Pika aufkennen und erleben gelernt.
- 21:55Also wirklich, es war auch schmerzhaft so, manche.
- 21:58Lüneburger Heide, klingt aber nicht nach Weinzentrum.
- 22:01Null.
- 22:02Null?
- 22:03Null?
- 22:04Ja, ach du, die Weinkarte war gar nicht so schlecht, also ich kann mich erinnern, da gab es,
- 22:07also wir hatten den Namen ja schon Wein und so und die Bürgerspital, dann konntest
- 22:11du auch mal, wenn du wolltest, jetzt auch Mutant trinken können, ne?
- 22:15Also das hatte der Chef dann auch im Keller und das war standauf auf der Karte.
- 22:19Ja, damals ja für lächerliche Preise, 200 Mark oder was so was damals noch gekostet hat.
- 22:26Oder Kugschampagne, das gab es da schon und dieses Hotel war, das Schwerpunktthema USP
- 22:32war da weit, also es war ein Hotel mit einem riesen Stall und da waren viele große, so
- 22:41die Fuchsjachten, also das sind so Jagdveranstaltungen, wo eine Mäute hinter so einem Pseudofuchs
- 22:46hinterherrennt und die Reiter dann im feinsten Frag dann auf ihren, so roten Frag auf ihrem
- 22:52Fernsehts und hergaloppieren und da kamen die Reiter aus ganz Europa, da waren also Haufen
- 22:57Ihen und Österreicher und Schweizer, wo die alle herkamten.
- 23:01Und das waren ja oft auch Leute, die ja Genusser fienen waren, Weiner fienen waren, in der
- 23:09Welt rum kamen und die haben natürlich dann in erster Linie ihre Pferde im Blick gehabt,
- 23:14aber am Abend wurde auch gut gegessen und gut getrunken und dann wurde auch gut Wein
- 23:16getrunken.
- 23:17Also Wein spielt da schon eine Rolle, aber im Rahmen meiner Ausbildung war ich da zu weit
- 23:23weg.
- 23:24Also ich war vielleicht unter den Auszubildenden schon der, der sich dafür am meisten interessiert
- 23:28hat.
- 23:29Da ist aber auch kein richtiger, es gab, also zumal die sowieso nicht, aber es gab jetzt
- 23:32auch kein, der so das Thema da richtig gemanagt hat und somit gab es auch keinen Guide, der
- 23:38mich an die Hand genommen hätte.
- 23:40Braucht man, ne?
- 23:41Also man braucht jemand, der dich irgendwie erstmal einführt oder der, der das vorlebt,
- 23:45der eine Präsenz hat und wer war es dann bei dir?
- 23:50Wer war der?
- 23:51Wer war der?
- 23:52Der war der, der war in der USA, der war in der Schweiz.
- 23:53Eindeutig.
- 23:54Auch da?
- 23:55Also ich bin ja da dann...
- 23:56Bist du zum Geldverdienende hin oder weil jemand so die gesagt hat, "Jung, wenn du einmal
- 23:59Italien nah sein möchtest, dann musst du erstmal die Schweiz".
- 24:02Ja ja, ja so.
- 24:03Ich habe ja nie einen Masterplan gehabt, ob das geht sicher, wie so ein roter Fahnen
- 24:08durch mein Leben.
- 24:09Also Geschäftsideen und neue Projekte fallen mir immer zu, ich weiß nicht so, dass ich
- 24:14jetzt darauf gezielt hin arbeite.
- 24:17Das ist natürlich schon ein bisschen so meine Lebenslinie, aber da war es halt so...
- 24:22Ist das gut, wenn ich fragen darf oder ist es besser, wenn man sich am Anfang seiner
- 24:25Karriere Gedanken macht und sagt, das möchte ich gerne machen.
- 24:28Ich meine, du hast damit jetzt Leben gelernt und du, bei mir war es ja ähnlich, witzigerweise,
- 24:32aber letztlich kommt man weiter, wenn man plant?
- 24:37Ich glaube schon.
- 24:41Also ich denke mal, es gibt ja so ein, zwei Kollegen in unserem Umfeld, wo der ja schon
- 24:46in...
- 24:47Also guck mal, Christina, meine Geschäftsfalt.
- 24:48Die haben einen Plan.
- 24:49Die haben einen Plan.
- 24:50Die haben einen Plan.
- 24:51Ich hätte einen, der einen Plan hat.
- 24:53Sag ich jetzt auch, wenn die sich das hört, dann sind die Quatsch.
- 24:56Christina, glaube ich, die war ja in Amerika und dann haben sie sich mit dem Eltern zusammen
- 25:01gemacht, was machst du denn?
- 25:02Und dann, ja, du kannst das Sprach affinieren, in einer Gastronomie hilft ihr das, willst
- 25:05ihr nicht mal in der Gastronomie angucken?
- 25:06Und dann hat die, glaube ich, ein Praktikum gemacht und dann ist die ins Baarreis und
- 25:09so.
- 25:10Also die ist dann schon sehr gezielt.
- 25:11Also die hat schon, sich glaube ich, sehr genau überlegt, wo sie ihre Ausbildung macht,
- 25:15was das von...
- 25:16Von Haus ist und was danach kommt.
- 25:18Und dann hat sie einen jungen Fan kennengelernt, dann ging es auf die Sommelier-Schule, da
- 25:21hat sie ja, glaube ich, einen 1a-Abschluss gemacht als Jahrgangsbeste und so.
- 25:25Also wenn du auf ihre Wiede guckst, dann siehst du halt, das sieht ein bisschen nach einem
- 25:29Masterplan aus.
- 25:30Wenn du auf meine Wiede guckst, das ist eher so, da geht eine Tür auf und ich gucke mal,
- 25:34ich gucke mal durch, ob ich durchgehe.
- 25:36Und dann, meistens, bin ich dann so neugierig, dass ich durchgehe und dann bin ich halt in
- 25:40einer neuen Situation, die ich dann annehme.
- 25:43So, dass sie dann so meinen, sieh.
- 25:47Aber um deine Frage vorher zu beantworten, also in der Schweiz war es halt so, der gab's
- 25:50zumindest einen Restaurantleiter, der sehr Wein affin war.
- 25:54Der Weinkeller war da so ein Heiligtum.
- 25:56Und er hat dann irgendwann, der 2. oder 3. Saison, mich so als Komi an seine Seite genommen.
- 26:03Was erst mal bedeutete, du durftest die Weinkühlschränke auffüllen abends, dann alle beim Feierabend
- 26:08Bier saßen, bist du nochmal abgestiegen in den Keller und hast die Liste dann von
- 26:12der Rezeption bekommen, musstest die Weine wieder auffüllen.
- 26:15Das war also eher Arbeit, aber das fand ich cool, das hat mir Spaß gemacht.
- 26:18Das finde ich auch ganz gut.
- 26:19Also es war für mich damals in der Speisemeisterin Stuttgart, wo Christina auch war, einen
- 26:24der ersten Aufgaben, ich durfte den Keller aufräumen, ich fand das großartig, hab das
- 26:28mit ganz, ganz viel Liebe gemacht und damit warst du mit den Eliketten vertraut, konntest
- 26:31dir eine Ruhe anschauen.
- 26:32Was ist eigentlich ein Casalernischen von Kesselstadt oder was ist denn, keine Ahnung,
- 26:38Mutorn, warum sind die Bilder so lustig und dann fängst du an darüber zu lesen und
- 26:41dann entdeckst du ein Interesse, du kannst natürlich noch nicht verkostet und das kommt
- 26:46dann so nach und nach und von dem her, I feel you.
- 26:49Aber Interesse, jetzt wo du das sagst, fällt mir gerade so, das ist aber ganz tief aus meinem
- 26:53Stamm hier und raus gekrampt.
- 26:54Ich kann mich erinnern, dass ein Gast, ein Stammgast, es war auch so ein Reiter aus
- 26:58Berlin, der war die Hälfte des Jahres in der Lüneburger Heide, könnte dir sogar noch
- 27:03sagen, was der jeden Tag gegessen mit getrunken hat, aber der hat mir zum Abschluss der Ausbildung
- 27:07einen Weinbuch geschenkt, nämlich hier diesen Weinatlas, den wir irgendwie alle mal bekommen
- 27:11haben, von Johnson.
- 27:14Also muss der ja irgendwie doch schon damals gemerkt haben, dass ich so eine gewisse Affinität
- 27:18zu dem Thema Wein habe.
- 27:20Schön.
- 27:21Ja, ja.
- 27:22Ja, irgendwie war da eine Bezüge, aber die Erweckung war noch nicht da, die kam dann
- 27:26erst in der Schweiz.
- 27:27Genau wie bei dir.
- 27:29Es war dann spannend im Keller und dann fügte sich da einen zum anderen, dann hast du irgendwie
- 27:35mal im Buch was nachgeguckt, wo das ist, Google, Google gab es ja noch nicht.
- 27:39Und dann, ja, dann kam das.
- 27:43Wie hieß der, der Mietere, weißt du es noch?
- 27:46Markus Kohler.
- 27:47Oh, Kohler, nicht Kohler.
- 27:49Markus Kohler, der hat das Feinkostgeschäft seines Schwiegervaters in Interlaken übernommen.
- 27:56Ich weiß, ich habe den seitdem nie wieder gesehen, ich habe irgendwann mal Google,
- 27:58dann habe ich auch gedacht, wenn du irgendwann mal ins Berne Oberland kommst, besuchst du
- 28:01die.
- 28:02Sollte ich jetzt mal machen.
- 28:04Mal gucken.
- 28:06Bestimmt witzig.
- 28:07Also da hat du den ersten Weinkontakt, den ersten ernsthaften, wo du langsam vom Bier
- 28:11weggeführt und durftest Flaschen auffüllen und dann warst du Kommissor Mehl.
- 28:17Und dann warst du ja, du kannst dich besser, ich glaube du warst da mal sogar in, was
- 28:22ist nicht in Kalifornien in den 90ern, Ende der 90er war das bei dir.
- 28:25Ja, Ende der 90er bis 2000, ja.
- 28:27Und da war es so, das war ja, wann war ich denn da, 95, 96 war ich da, 94, 95, 96, da
- 28:33kam die ersten neuen Weltweine.
- 28:35Und das war ja irgendwie so, also für mich damals völlig krass.
- 28:40Was ist das, wo kommt das her, wie schmeckt das und viel Holz und was mir brauch ich
- 28:43in der Runde nicht erzählen.
- 28:45Aber das war so spannend und dann, ja, dann war es auch so für die Jungs, die Weinerfina
- 28:52waren, als ich für die war das auch neu und dann hat man das so gemeinsam entdeckt.
- 28:56Dann ist man nach Bern zu einer Verkostung gefahren und dann, das war schon irgendwie,
- 29:00und das fand ich irgendwie damit, damit zu ziehen und dabei zu sein fand ich irgendwie
- 29:04spannend.
- 29:05Und dann habe ich das so ein bisschen für mich festgehalten.
- 29:08Und das Thema Eis war dann irgendwie nicht mehr, um nochmal zurückzukommen, weil er dann
- 29:12keine Rolle mehr gespielt hat.
- 29:13Ja.
- 29:14Ja, genau.
- 29:15Finde ich ganz wichtig, also auch wenn man selber die Position hat, die wir dann irgendwann
- 29:19hatten, dass man sich Leute an die Hand nimmt und einfach diese Begeisterung weiter trägt
- 29:25und andere damit inspiriert und infiziert und das eben nicht nur für sich selber macht.
- 29:30Das können manche ganz, ganz gut, wie eine spätere Lehrmeisterin von dir ja auch, die
- 29:34Christina, die hat ja ganz, ganz viele mehr oder weniger infiziert, aber manche vernachlässigen
- 29:40auch so, das ist auch so ein wenig.
- 29:42Und du hast ja auch ganz viele mehr oder weniger schon begeistert in deiner lebendigen Art.
- 29:46Aber ich wollte dich nicht unterbrechen, du bist in der Schweiz.
- 29:48Was kam danach?
- 29:49Bundeswehrleit, oh das war hart.
- 29:52Ich stand, also es war richtig so, ich hätte da einen großen Sprung machen können, weil
- 29:58am Ende der Saison sind so viele im Service die wichtige Positionen begleitet haben ausgeschieden
- 30:06und man hat mit mir ein Gespräch geführt, ob ich da zweiter Serviceleiter werden wollte
- 30:11und das Thema Wein auch noch mehr begleite und da hatte ich richtig Bock drauf und ich
- 30:16fühlte mich da auch echt wohl.
- 30:18Aber dann kam eine Schreiben vom Kreiswehrersatzamt, dass ich zweimal zurückgestellt wurde, also
- 30:23ich war noch nicht gemustert und dass ich jetzt, wenn ich wieder in Deutschland bin,
- 30:29nicht im Ausland arbeiten darf, bevor ich gemustert bin.
- 30:32Vor allem war es ein bisschen schön, da habe ich mich mit dem Kreiswehrersatz auseinander
- 30:38gesetzt, habe da mal angerufen und dann haben die gesagt, sie müssen jetzt erst mal gemustert
- 30:42werden und dann kann es sein, dass sie eingezogen werden, oder auch nicht.
- 30:46Aber vorher kriegen sie jetzt keine Freigabe mehr für die Schweiz.
- 30:49Und dann habe ich gesagt, ja dann machen wir doch mal jetzt eine Musterung und dann haben
- 30:52die gesagt, nee, nee, nee, den Tag geben wir vor, das kann dauern.
- 30:54Und dann hockte ich in Serbs und wusste nicht so richtig, was jetzt als nächstes kommt
- 30:58und dann war vielleicht so der entscheidende Moment, dann rief eine treuere Weggefährte,
- 31:03mit der ich in der Ausbildung war, der damals auch die Türen in der Schweiz geöffnet hat,
- 31:06der René Wippich rief mich an und sagte, ich bin hier im Fürstenhof in Leipzig, den wir
- 31:11haben gerade eröffnet.
- 31:12Wir brauchen noch Leute für das Thema Wein, wir sind hier, wir haben ein Zommelier, den
- 31:19Grundbischler, der war da, aber wir haben viele Veranstaltungen und wir brauchen Leute,
- 31:24haste Bock, uns zu unterstützen.
- 31:25Und dann bin ich da hin, weiß ich noch genau, wie ich da im Gespräch mit der FMB-Bundetschau
- 31:32und der Personalleitung geführt habe, dann haben die gesagt, was ich nur verdienen würde
- 31:36und dann habe ich gesagt, das ist schwierig, weil mein Arbeitslosengeld ist höher als
- 31:39das, was sie zahlen.
- 31:40Dann hatte die eine echt geile Idee, dann hatte die gesagt, sie bleiben arbeitslos, wir
- 31:43kümmern uns, dass sie hier ein Praktikum machen und dann können sie uns bei den ganzen
- 31:47Weinveranstaltungen hier unterstützen.
- 31:48Und Ende offen, also die haben gesagt, wenn die Bundeswehr anruft, dann sind sie weg,
- 31:56aber so lange können sie erst mal hier mitmachen.
- 31:58Wir besorgen ihnen hier eine Wohnung, eine Personalwohnung, haben sie keine Kosten und
- 32:01dann war das ein echt interessanter Deal.
- 32:02Und das war klasse, in der ersten Woche, weiß ich noch, war Heger und Keller da, in der
- 32:07zweiten Woche war Caroline Krug da, in der dritten Woche war Lünn Spaß, es ging, jede
- 32:12Woche war da irgendwann los.
- 32:13Alle wollten nach Leipzig und ich bin da so reingel, war da dann sogar als...
- 32:18Komi, Komi, Somelier irgendwie mit dabei und hab dann den Jungs da zugearbeitet und das
- 32:25war spannend.
- 32:26Also das war Zufall, das war vielleicht ein bisschen Glück, aber es war für diesen Moment
- 32:32genau das Beste, was mir passieren konnte.
- 32:34Hast du das Gefühl, du konntest Wein damals schon verstehen?
- 32:37Also in diesen Jungen Jahren kann man Wein ergreifen oder ist es bunter, lustige Welt
- 32:40und man wird auch betrunken?
- 32:42Ja, das war auch der Fall.
- 32:45Nee, ich hab das nicht getroffen.
- 32:48Nee, da fehlt mir das Rüstzeug.
- 32:49Also ich fand das noch zu kontinuierlich ein bisschen Wein vor Kosten und hatte so ein
- 32:52bisschen Ideen, weil ich in der Schweiz ja ein bisschen was gelernt hatte, aber ich bin
- 32:56da eher fasziniert mitgelaufen und hab diese bekannten Namen dann eben mal persönlich
- 33:03kennengelernt und dass die Weine bewundert und...
- 33:05Ja, Wein, nee, ich glaub so richtig verstanden hab ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, würde
- 33:13ich sagen.
- 33:14Das dauerte dann noch eine Weile, bis ich mich dann wirklich theoretisch schon mit beschäftigt
- 33:18hab und dann auch sensorisch irgendwie fitter wurde.
- 33:20Aber...
- 33:21Weil in all diesen Zeitrauben war da jemals, weil du ja in diesem Epicenter mehr oder weniger
- 33:26bist oder da auch herkommst, Sahle und Strutenthema oder Sachsen, weil die waren ja gerade am
- 33:32Aufblühen.
- 33:33Ich mein es gab damals Lützendorf, es gab Pawe, es gab ein paar Kleine, es hat sich entwickelt
- 33:36auch aus diesem eingeschlafenden und man redet manchmal ein bisschen zu wenig, gerade
- 33:42jetzt eben auch in diese neuzartigen Entwicklungen.
- 33:44Wir hatten jetzt gerade mit Janik Schumann ja den Podcast, der ja Sachsen sehr, sehr
- 33:49stark beriegt mit Wackerbad und manchmal noch ein bisschen zu unterblichend wahrscheinlich
- 33:54damals ja auch, oder?
- 33:56Naja, in den 90ern, ich war ja 96 bis...
- 33:59Also 96 bin ich da hin und dann war Bundeswehr und dann bin ich tatsächlich noch auf die
- 34:04Hotelverschule in Leipzig, also von daher war ich 4,5 Jahre in Leipzig, war ja Broschwitz
- 34:09auf diesem Thema, also der Broschwitz war auch in Campi Hauswein, in Leipzig wie in Dresden
- 34:16oder in Taschenberg-Palle auch und dadurch gab es so eine gewisse Affinität zu Broschwitz
- 34:21und das hat mich dann auch irgendwie, das hat mich sofort erreicht, das fand ich auch
- 34:26spannend, dass das ganze Produkt und die Geschichte, wie der da durchgestartet ist, aber so das
- 34:35drum herum habe ich nicht so viel mitbekommen.
- 34:37Das hat noch lange gedauert bis ich so richtig erst geblickt habe, was im Osten an Wein
- 34:43so abgeht.
- 34:44Das muss ich ehrlich sagen, ja.
- 34:46Broschwitz war omnipräsent, weil es einfach eine wirtschaftliche enge Kooperationen gab
- 34:51zwischen Kempinski und ihm, aber...
- 34:54Wo man auch ganz klar sagen muss, was der Georg Prinz zur Lippe Ende der 90er oder Mitte
- 35:00der 90er, Ende der 90er zusammen mit seinem Team, mit Martin Schwart und Peter Bohnen,
- 35:06was Deutschland weit ins Leben gerufen hat, das war schon, also allein diese beiden Regionen,
- 35:13sehr federführend, sehr großartig.
- 35:17Schade, dass es jetzt mittlerweile, die sich sehr schwer tun, aber damals also für den
- 35:23Osten müsste man so ein kleines Nachträgeres denken, mal letztlich, bloß Broschwitz irgendwie
- 35:29hinstellen.
- 35:30Das sehe ich auch so wie du.
- 35:31Das habe ich aber schon so ein bisschen damals schon erkannt.
- 35:35Da waren schon Leute drum herum, die das auch so gesehen haben, wie du das jetzt...
- 35:39Gut, jetzt im Nachhinein kann man das immer noch besser schildern, aber damals gab es
- 35:42schon nur die, die dachten, also das, was die hier leisten, was die an Know-how mitbringen
- 35:47und an Türen öffnen, das ist schon schon außergewöhnlich.
- 35:52Das habe ich irgendwie schon auch mitbekommen, ohne dass ich das richtig bewerten konnte
- 35:55zu der damaligen Zeit.
- 35:56Ja.
- 35:57Ja, und dann Hotelverschule und dann kam Christina Fischer.
- 36:03Sie kam zu dir oder kamst zu ihr?
- 36:07Also wie kommt man von der Hotelverschule Leipzig zu Christina Fischerfeld?
- 36:09Da brauchst du ja auch ein Ticket oder brauchst du zumindest irgendwie...
- 36:13Google war da ja immer noch nicht.
- 36:14Stimmt.
- 36:15Das war so, dass ich eigentlich was ganz anderes vorhatte.
- 36:18Eismach.
- 36:19Ne, ne, ne, immer noch nicht.
- 36:21Vielleicht nicht immer ein bisschen.
- 36:24Ne, ich wollte...
- 36:26Manchmal habe ich so gedacht, weil ich jetzt dann anfangen soll mit Eismach.
- 36:30Aber na ja.
- 36:31Ne, liebe, man lernt dann niemand kennen und dann irgendwie nach Berlin oder wenn man
- 36:35nach Berlin und kurz bevor wir dann eben dann angefangen haben, dass die eigentlich
- 36:38in Rheinland habe ich noch einen besseren Job, ich gehe jetzt natürlich durch.
- 36:41Ja, aber dann komme ich mit und dann, ja, was machst du im Rheinland?
- 36:45Und dann war wieder Renny Wippich, wie immer.
- 36:46Das ist ja so ein bisschen mein Job-Hunter gewesen.
- 36:49Der sagte, ich fasse mal auf, ich bin jetzt beim Hendrik Thomas.
- 36:52Also der war dann, Renny war mittlerweile im Luiz-Jacob als Kommissomalie beim Hendrik
- 36:57gelandet und der sagte, ich frage jetzt mal Hendrik ob der mal mitgekommen ist.
- 37:01Und dann kann ich mit Christina reden.
- 37:02Ich muss dazu sagen, ich war ja vorher auf der Probein und da war ich abends auf einer
- 37:05Party bei Christina.
- 37:06Das war ja damals so, dass man dann das Mann und Maus nach Köln gefahren sind und dann
- 37:11bei Christina versackt sind.
- 37:12Und da kannte ich schon das Fisch aus weingenussend Havelfreunden und ich habe dann auch schon
- 37:16Christina erlebt, ohne dass ich jetzt mit ihr dann irgendwie groß was geredet hätte.
- 37:20Aber das war dann so die Idee.
- 37:22Und dann hat die Christina gesagt, ja, dann komm noch mal.
- 37:26Übrigens, da gibt es eine kleine Parallel zu unseren VT.
- 37:30Ich war eine Woche vorher in Lerbach und habe dann Gespräche geführt.
- 37:34Was war das?
- 37:3798, 99?
- 37:38Das war 99.
- 37:3999.
- 37:40Falsch.
- 37:41Das war 2000.
- 37:42Das muss ich auch gut August sein.
- 37:45Da war ich schon da.
- 37:46Oh wow.
- 37:47Ja, das war der Grund.
- 37:48Mit dem hast du dann Gespräch gehabt.
- 37:50Also war es im RDR, das Rund der Müller oder war es mit Schloss Lerbach?
- 37:54Er war Schloss Lerbach.
- 37:56Also wir wissen nicht, wer das war, weil das Gespräch dann was geführt hat.
- 37:59Ich kriege das nicht mehr so ganz zusammen wie...
- 38:02Ja bist du vorbereit heute, oder?
- 38:04Nee, das ist 30 Jahre her.
- 38:06Ich kann mich erinnern, ich war Beenzberg und habe zwei Gespräche an dem Tag geführt.
- 38:12Ein Gespräch war ein Desaster, weil die mich...
- 38:13Ich glaube, das war Schloss Beenzberg.
- 38:15Und Lerbach war ein nettes, gutes Gespräch.
- 38:17Da gab es aber irgendwie keine Option.
- 38:19Ja, logisch.
- 38:20Da gab es keine Option.
- 38:21Wir haben so ein paar Minute und haben zwei so ein paar Minuten.
- 38:24Was weiß ich da?
- 38:25Also dich habe ich nicht getroffen.
- 38:27Wenn ich mich natürlich daran erinnert...
- 38:29Aber...
- 38:30Der kleine Zwerg, der darum läuft...
- 38:33Die nämndt mich.
- 38:35Wer redet denn da mit den Marken und wofür?
- 38:36Wovor?
- 38:36Ich ist gar keine Markin.
- 38:37Sie ist so klein.
- 38:38Sorry.
- 38:39Wir können jetzt gleich noch genug.
- 38:42Also was...
- 38:43Pass auf.
- 38:43Das war irgendwie...
- 38:45Das war irgendwie...
- 38:45Wir kamen dann nicht weiter und dann war ich kaum wieder
- 38:48in Serbs, dann sagte Renny "Fahr mal nach Köln zu Fisch" und dann ich dann "Glasse, echt?"
- 38:53Ich bin gerade 500 km hin und zurückgefahren, jetzt grock ich da wieder hin.
- 38:56Und dann weiß ich noch, es war warm und ich saß auf der Terrasse mit Christina und...
- 39:00Wir haben uns unterhalten und dann sagte sie zu mir "Ja, was soll ich denn jetzt mit nem...
- 39:05Absolventen von der Hotelverschule..."
- 39:08"Frends, ich hab endlich, ehrlich gesagt, keine Verwendung."
- 39:11Und ich hab auch schon vier Somelis hier...
- 39:13Oder ne drei mit ihren und vier...
- 39:16Ach, kommen Sie mal, hat der ganze gesagt.
- 39:19W-Wahr machen wir schon irgendwas.
- 39:21Also...
- 39:22Was ja auch in der Zeit war, ist, dass man nicht vergessen...
- 39:25Entschuldigen, wenn ich immer wieder reinkrätsche...
- 39:26Bitte.
- 39:27Aber damals war das nicht so, dass...
- 39:29Das Fachkräftemangel war, sondern...
- 39:31Da gab es Wartelisten, gerade beim Namen wie Christina Fischer,
- 39:34die ja damals im Fernsehen wahnsinnig präsent war,
- 39:37ähnlich wie eben Schloss Leerbach, da hat man großen Stapel mit Bewerbungen gehabt.
- 39:41Und morgens beim Kaffee hat man irgendeine von unten oder von der Mitte rausgezogen,
- 39:45gesagt "Den hören wir uns heute mal an."
- 39:47Und da rutschte man rein oder nicht und das war ja dann ein Riesenglücksfall,
- 39:51dass sie gesagt hat "Na kommen Sie doch mal bitte."
- 39:53Also das war ja dann in der Tat dann...
- 39:55Glück.
- 39:56Also nicht wie heute, wo man...
- 39:57Ja, und ich habe mich so komisch gesagt, wie der Freisigner.
- 39:59Die Kölner sagen ja auch "Jude", also die sagen ja statt...
- 40:04Also nicht alle, aber die einen sagen so...
- 40:06Statt gut "Jude", also mit dem "J".
- 40:09Ob warum Christina das macht, die ist ja gar keine Reihenländer, weiß ich gar nicht.
- 40:12Aber die hat zumindest immer gesagt "Na jude, dann machen wir das."
- 40:15Und dann habe ich so noch gedacht, die verarschte einen Dialekt.
- 40:18Ich bin noch weiß, wenn es Auto gestehen hatte.
- 40:21Die braucht dich nicht und jetzt sagte "Na dann kommen Sie mal, machen wir schon, jude."
- 40:26Irgendwie habe ich ein ganz komisches Gefühl gehabt, das war seltsam.
- 40:29Aber am Ende dachte ich "Na ja, komm hast du nichts zu verlieren."
- 40:33Und meine Eltern waren völlig von Kopf gestoßen.
- 40:36Was machst du denn jetzt mit Wein?
- 40:38Und du bist ja ein bisschen auf der Hotelverschule gewesen und du hast es doch ins Kontrolen.
- 40:41Und da war es so...
- 40:43Die konnten überhaupt nicht...
- 40:45Also was macht der denn da jetzt?
- 40:46Warum geht der denn jetzt in Service?
- 40:50Wieder, ne? So, die waren jetzt so...
- 40:53Ehr irritiert.
- 40:54Ich glaube die ganze Manöver-Hotelverschule dann nach Berlin.
- 40:58Ach nee, doch nicht Berlin, jetzt doch Rheinland.
- 41:00Das war für meine Eltern ein bisschen...
- 41:02Das war den Suspekt.
- 41:04Und ehrlich gesagt, als ich dann hier war,
- 41:06war ich auch völlig...
- 41:08...verschuldig gar gar gar.
- 41:10Also die Liebe, wegen der ich dorthin ging ins Rheinland, oder hierher kam, muss man ja sagen,
- 41:14die war sehr schnell verloschen.
- 41:16Also da war ich auf einmal wieder Single und Curlen war fürchterlich.
- 41:20Also diese...
- 41:20Du kennst ja ja, Curlen ist ja nun nicht gerade erstmal eine schöne Stadt, hörte ich.
- 41:24Nee, nee, oder dann dachte ich, ach, doch Scheiße, jetzt hängst du hier.
- 41:29Und bei Christina ist ja auch nicht Zuckerlenken, da ist ja Action.
- 41:32Also die Bude ist ja mittags und abends bumsvoll.
- 41:35Haufen Veranstaltungen und immer Action.
- 41:37Die Chefin ist, sie ist immer am Anschlag, weil sie natürlich Fernsehen, Buchprojekte, Kochkurse, Wein, Simmeln...
- 41:44Wow, was da geleistet wurde.
- 41:46Ja, Alter, Alter, Alter.
- 41:46Allein die Wein-Seminare, da war ja, glaube ich, jeden zweiten Tag war da...
- 41:50Frau Maakristin, meine ich.
- 41:51...in dieser Galerie, in diesem Nebenraum und das alles und das darf man nicht vergessen, reingebastelt.
- 41:56Also da war ja nichts für ein Restaurant gemacht.
- 41:59Du gängst durch eine Hausflur und was...
- 42:00Wünschest du das sagst, nicht ich?
- 42:02Ich kann es sagen, ich war Beobachter, genau.
- 42:06Aber Christina war schon bei dir im Podcast, oder?
- 42:07Ja, ja.
- 42:08Ja, dann kannst du ja nicht mehr absagen.
- 42:12Das war gewundertswert, es war wirklich großartig, da war unter einer normalen Kellertreppe war das Weinlager mehr oder weniger.
- 42:19Also es war, was ich halt als Einblick hatte und ich hatte nicht viel.
- 42:22Ja, wir haben viel Wugel.
- 42:23Aber bei dem, was ich hatte, dachte ich also, boah, und das machen die hier.
- 42:27Mittwoch war Lagerntag, da bist du mit dem Vito, also so ein kleines Vito-Transporter halt, ne?
- 42:35Sag mal, in so einer Bulli-Größe bist du dann nach Ehrfeld ins Lager gefahren, bei 12 Grad, in riesen Lagerhalle, da waren, weiß ich nicht, wie viele hunderte Paletten da standen und weiß ich nicht, 4, 5 Fruchigale gehörten uns, da standen im besten Zeiten bestimmt.
- 42:51Also ich würde mal sagen, 35 Paletten hatte Christina da zu stehen und dann hast du praktisch Weine für die Woche zusammengesucht, also da praktisch stehen Bestand im Fischers aufgestockt.
- 43:02Dann bist du mit einem, bist du mit einem dekkefolgeladenen Vito auf dem hohen Staufenring, eines der meist befahrensten Straßen in Göln gefahren, hast in 2. Reihe geparkt.
- 43:10Ist da nie was passiert, das ist ein Wunder.
- 43:14Ja, auch wenn 4 Sommies beschäftigt sind, dann weißt du, was da gedreht wurde.
- 43:18Also das da nicht bei Glasbegleitung und 5 Flaschen am Abend, die man da auf Insta ablichten kann.
- 43:24Also das war ein bisschen anders klar, glaube ich.
- 43:26Ja, der war schon, also hat Spaß gemacht.
- 43:29Also die hat ja, warum nicht drüber reden, die hat unglaublich viel bewegt.
- 43:32Ich habe extremst viel gelernt, wirklich, da muss man alle superlativer anwenden.
- 43:36Ich habe Tag einen Tag aus bei ihr nur gelernt, ob das die Petra Morva oder GLRW oder wer auch immer da als Sommelier vor mir stand und wo ich mir viel abgucken konnte.
- 43:45Natürlich Christina an allererster Front, also fachlich am Gast im Keller, wie ein Schwamm, kannst du alles aufsaugen.
- 43:55Das war super, nicht alles war richtig, also manche Sachen würde ich vielleicht im Nachhinein anders machen, aber so wie das damals lief, hat das gut funktioniert.
- 44:05Und dann auch wiederum im Rahmen dieser Überforderung, dass es dann trotzdem so funktioniert und dass sie dann trotzdem auch die Leute so geprägt hat, die dann wiederum erfolgreich wurden, das fand ich dann auch.
- 44:14Wie du sagst, es dauerhaft überfordert mit Buch, mit Fernsehen, mit Seminaren, mit Leuten koordinieren, mit...
- 44:21Ja, die war schon immer am Anschlag, muss ich ehrlich sagen.
- 44:24Also gesund war das nicht, das Pensum, was sie gefahren hat, das weiß ich selber, das ist ja auch kein Geheimnis, dass Christina...
- 44:32Also sie hat auch immer versucht, alles möglich zu machen, ob das für Winzer oder für Kollegen war oder wen auch immer, wo geht nicht, gibt es eigentlich einen.
- 44:40Also irgendwie hat man dann gesagt, ja komm, das machen wir noch, oder das kriegen wir auch noch hin.
- 44:42Und das waren natürlich oft nicht immer für sie und auch für das Team nicht so gesund.
- 44:46Aber am Ende, und das will ich auch noch anfügen, sind es ja nicht nur die fachlichen Themen, die man da lernt.
- 44:52Das Netzwerk ist natürlich unschlagbar, ne?
- 44:55Du siehst wer da ein und aus ging und wie man da alles kennengelernt hat und welche Leute heute noch in meinem beruflichen Umfeld eine wichtige Rolle spielen, da muss ich ehrlich sagen, war Christina für mich Goldstaub.
- 45:06Das ist so.
- 45:07Und dann kam halt 2001 und das war sicherlich dann das Entscheinende, die Gründung des Zommeliers, heute heißt das Zommeliers College, das hieß damals noch Förderprogramm oder Junior,
- 45:19Nachwuchsförderprogramm der Zommelier Union, so war der damalige Titel unter der Leitung von Markus Demonego und G. Bonfer, genau die haben das damals.
- 45:28Und da hat sie dann auch mich reingehieft, also ich musste dann dann diese Aufnahmeprüfung teilnehmen, irgendwie habe ich nicht alles falsch angekreuzt und dann war ich dabei.
- 45:38Und die Leute, die ich da kennengelernt habe, zum Beispiel Christina, zum Beispiel Thomas Sommer, zum Beispiel Jan Wimbös und wie sie alle heißen, das sind ja noch Wegeferten, die bis heute da sind und wichtig sind.
- 45:50Und ja, und das ist alles, muss man am Ende sagen, Netzwerk Christina.
- 45:55*Klopfen*
- 45:58Eigentlich dürfte Breuer kein Wein mehr im Keller haben, denn egal welchen Zommelier man fragt, rankt dieses Weingut immer ganz, ganz weit oben, im Bewusstsein, in der Anerkennung, in Maronomé, in der Tople, Pfeife, eines jeden Zommeliers.
- 46:23Steht das Weingutgeorg Breuer in Rüdesheim. Und es mag wahnsinnig exponierte Weine in diesem Weingut geben, aber das Großartige ist, also egal welchen Weimarm probiert man hat, immer einem Breuer im Glas.
- 46:33Man kann ihn wieder erkannt, man kann ihn schmecken, man hat eine Identität. Woher kommt das?
- 46:37Also die Wurzeln des Weinguts reichen bis ins Jahr 1880 zurück, als es von Bernhard Scholl und Albert Hildebrand als Teil einer Weinhandlucke gegründet wurde.
- 46:47Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die Familie Breuer Peter Breuer, übergabe später seinem Sohn Georg, der es von 1910 bis 1908 begleitete, und der nicht nur den Namen des Weinguts prägte, sondern auch den Export und das Ansehen des Hauses maßgeblich ausbaute.
- 47:03Etwas über 100 Jahre nach der Gründung in den 1980er Jahren führte Bernhard Breuer Georg Sohn, das Weingut zur internationalen Anerkennung, mit seiner Vision seinem Engagement sind sehr neue Maßstäbe für die Qualität der Rheingauer Weine.
- 47:18Nach seinem frühen Tod im Jahr 2004 übernahm seinen Tochter Theresa, die Leitung des Weingutes, mit Unterstützung des langjährigen Betriebsleiters Hermann Schmorranz und des Kellermeisters Markus Luden führte sie die Familie in Tradition fort und verbindet dabei traditionelle Werte mit modernen Ansätzen.
- 47:34Es klingt furchtbar technisch, auch wenn es im gewissen Weise imposant ist, aber jemand der Berne hat, vor allem der Theresa kennengelernt hat, weiß wie viel Leben diesem Weingut steckt, wie viel Vision, wie viel Besonderheit, wie viel Außergewöhnlichkeit und spürt es dann wiederum in den Wein, das finde ich so großartig.
- 47:50Man schmeckt die Handschrift von Theresa Breuer in den Wein, auch wenn sie natürlich nur sinnbildlich für die Betriebsführung steht, aber ist es nicht in jeder Küche auch so?
- 47:58Erstaunlich.
- 47:59Manchmal schreibt das Leben Drehbücher, die Hollywood nicht besser hinkriegen würde.
- 48:03Da wächst Theresa Breuer in einem der berühmtesten Weinregion Deutschlands auf, der Rheingau-Klassiker schlechthin und eigentlich wollte sie über was ganz anderes machen, Tourismus oder ihre Leidenschafts-Sport ausleben, die große weite Welt entdecken und dann klopft das Schicksal an die Tür und ihr Vater Bernhard Breuer, einer der großen Visionäre des modernen deutschen Weinbaus, stirbt plötzlich.
- 48:23Theresa gerade mal 20 Jahre alt, 20, das muss man sich überlegen. Was macht sie? Sie übernimmt das Wein ohne zu zöger.
- 48:30Und Theresa hat das Weingut nicht nur übernommen, sie hat es komplett neu erfunden. Also, die alten Werte, die alte Großartigkeit beibehalten, aber es neu definiert.
- 48:38Und es ist zu ganz neuen Hüllen geführt.
- 48:40Mit einem Weitblick, der weit über die Hügel des Rheingaus hin ausreicht, mit einer Hingabe, die man in jeder Flasche Breuerwein schmeckt und mit einer Haltung, die keine Kompromisse kennt.
- 48:51Und seitdem steht fest, diese Frau spielt nicht auf Sicherheit. Sie setzt auf Tyroir, auf Handwerk und auf Nachhaltigkeit.
- 48:58Und sie macht es mit einer Mischung aus Wissen, Mut und ganz viel Herzblut.
- 49:03Riesling, Riesling, Riesling, aber bitte mit Charakter.
- 49:07Rheingau und Riesling, eine Liebesgeschichte für die Ewigkeit. Und natürlich ist Riesling mit 86% der Rebfläche der unangefochten Star im Hause Breuer.
- 49:16Der Rest, vermutige Experimente mit Spätbogunder, mit Weißbogunder, sogar Orlearn.
- 49:21Ja, dort wird noch weiße Orlearn angebaut.
- 49:23Und dann gibt es dort den Gebes zur Warschriesling.
- 49:27Trocken, Spontangärung mit wilden Hefen, Ausbau im Edelstahl, keine Schönung, keine Filtration, minimaler Eingriff, maximaler Ausdruck.
- 49:34Die Böden, Schiefer, Quarziet und Löse.
- 49:37Diese unverkennbar salzige Mineralität geben.
- 49:40Theresa Breuer ist nicht nur eine der wichtigsten Frauen des deutschen Weinbaus.
- 49:45Sie ist auch eine globale Botschafterin für den Rheingau, für den Riesling.
- 49:49Ihre Weinerreise um die ganze Welt, von New York bis London über Tokio, hin nach Singapur.
- 49:55Und wer glaubt, dass sie nur Winzerin ist, hört sich gewaltig.
- 49:59Sie gibt Seminare, hält Vorträge, fördert Nachwuchswinzer und diskutiert über nachhaltige Weinbaupraktiken.
- 50:05Eine Frau mit einer Mission.
- 50:07Doch das letzte Wort hat bei ihr immer der Wein.
- 50:09Und der 2023er Gebysauvarschriesling trocken von Theresa Breuer, vom Weingut Georg Breuer, vermarkt das, was nur ganz wenige Weine können.
- 50:19Er ist auf der einen Seite groß, auf der anderen Seite unkompliziert.
- 50:22Er ist tiefsinnig, aber eben auch faszinierend.
- 50:25Er ist fruchtig und trotzdem von Würze und Tiefe geprägt.
- 50:29Er ist mineralisch aber nicht anstrengend.
- 50:31Er kann jung getrunken werden, er kann reifen.
- 50:33Er ist ein toller Solist, aber ein großer, der Speisebegleiter.
- 50:36Er ist nicht abhängig von der Temperatur oder vom Glas.
- 50:39Er ist immer das, was er ist, egal wo, wie und wann er serviert wird.
- 50:44100% Riesling, 100% Reingau, 100% Breuer.
- 50:48Vielen Dank für dieses Statement.
- 50:51Dem Hause Breuer und nicht zuletzt, ob gleich am Schluss, dem Handelshaus Schlumberger.
- 50:56Warst du dann auch so ein typisches Wettbewerbskind,
- 51:08das dann von Wettbewerb zu Wettbewerb geschleudert wurde
- 51:12und möglichst ein Gewinnen sollte, oder das dann eher nicht?
- 51:16Also magst du auch Wettbewerbe? War das ein Thema bei dir?
- 51:20Ist es noch ein Thema, was ...
- 51:22Ja, das war ja damals, das war ja Pflicht im College-Atom.
- 51:25Das du mitmachst bei Wettbewerben?
- 51:27Ja, das stand in der ...
- 51:29Ich glaube heute ist das sogar noch anders geregelt, aber damals war es so ...
- 51:33Ich weiß nicht ob es drin stand, aber es wurde so ein bisschen gefordert.
- 51:37Und ich habe dann beim DVI da zweimal teilgekommen, bin zweimal dritter gewonnen.
- 51:43Das war schon cool, das lag mir, glaube ich, dann auch ein Stück weit.
- 51:50Als ich das erste Mal, ich nahm einmal teil, war im Finale und bin dann dritter gewonnen
- 51:54und dachte, okay cool, hätte ich jetzt nie gedacht.
- 51:56Und dachte dann, nächstes Jahr gibt es Gas, aber dann war nicht genug Gas.
- 52:00Also dann war wieder dritter und dann habe ich gedacht, ja, das ...
- 52:03Das kommt ja manchmal auch auf die Mitbewerber drauf an.
- 52:06Also das ...
- 52:07Ja, die war natürlich stark.
- 52:08Im Folgejahr war da, ich meine, wenn Thomas mitmacht oder wenn da ...
- 52:11Ja, Georgie hat gewonnen, glaube ich, in dem Jahr, wo ich dritter gewonnen habe.
- 52:13Ah, ja.
- 52:15In ersten Jahr hat Georgie ...
- 52:18Der hat Platz eins und ich Platz drei.
- 52:21Das ist für Christina auch cool, ne? So mal ihre zwei Sommeliers.
- 52:24Haben ja den gerockt.
- 52:26Also ich finde Wettbewerbe wichtig für die Karriere.
- 52:29Du siehst es in meinem Umfeld, muss ich es ganz klar sagen.
- 52:32Sommelierkonzert hat den Vorteil, wenn wir einen Sommelier vermitteln, der Wettbewerbe gewonnen hat.
- 52:41Und allerbeste Beispiel ist meine geschätzte Geschäftspartnerin.
- 52:44Christina hat ja ziemlich alles gewonnen, wo sie irgendwann mal angetreten ist.
- 52:48Und wenn das dann in der Witter steht, das verkauft sich natürlich anders.
- 52:53Also wenn jetzt eine Agentur oder ein Industrieunternehmen einen Sommelier anfragt und du sagst,
- 52:58das ist die Christina Helker und die war beste Sommeliere des Jahres.
- 53:02Und die hat der Tier, die, weiß ich nicht, Trophé Barron Rothschild gewonnen.
- 53:05Und das ist hier gewonnen und war dann im Halbfinale der Europameisterschaft und so weiter und so weiter.
- 53:11Das ist dann für die natürlich ein klares,
- 53:14oftmals ein Argument, die oder denjenigen zu buchen.
- 53:18Von daher kann ich nur sagen, aus meiner unternehmerischen Perspektive junge Sommeljies,
- 53:24liebe junge Sommelier, macht Wettbewerbe.
- 53:27Es hilft euch in der späteren Vermarktung.
- 53:29Thomas Sommer ist ein Musterbeispiel und viele andere mehr müssen wir jetzt nicht alle einzeln aufziehen.
- 53:34Wenn ich mir manchmal den Ablauf der Wettbewerbe angucke, dann bin ich mir so,
- 53:38ich denke, das ist natürlich brutal schwer.
- 53:43Ich hol mal ein bisschen weiter aus.
- 53:45Die Vorrunde des Wettbewerbs Sommelier Trophé, bester Sommelier Deutschlands,
- 53:51findet dann verschiedene Standorten in Deutschland statt, manchmal auch in Köln.
- 53:55Und dann machen wir das bei uns in den Konferenzräumen in der Lindenstraße.
- 54:00Und dann bin ich auch mal derjenige, der diese Prüfung überwacht.
- 54:05Und dann gibt es dann mal diesen heiligen Moment, wo man den Umschlag aufmacht mit dem Fragebögen.
- 54:09Die kennt ja keiner vorher, auch wir kennen die nicht.
- 54:11Die werden ja von einer Jury erstellt, meistens unter der Leitung von Marc Eimert.
- 54:15Und dann machst du den Umschlag auf und ziehst das raus und verteilt dann eben die Fragebögen.
- 54:20Und dann ist immer einer über und dann guckt man sich dann natürlich auch an.
- 54:23Und dann sitze ich mal davor und denke, oh Alter, wer soll denn das wissen?
- 54:26Das hat ja heute ein Niveau.
- 54:28Das ist ja so tricky teilweise.
- 54:33Also ich glaube, wenn ich da 20 Prozent weiß, dann bin ich schon richtig gut.
- 54:38Und dann siehst du halt, wie so ein vorherigen Richter dann damit 60, 75 Prozent richtig beantwortet,
- 54:43auf Fragen rausgeht.
- 54:44Und dann bin ich immer schon, dann muss ich schon gut, das beeindruckt mich.
- 54:48Aber, und das ist ja die Kerseite, ich sage halt auch, ja, wow, was die Mädels und Jungs drauf haben,
- 54:53ist beeindruckend, was die von Wissen haben.
- 54:55Aber mit dem Thema am Tisch, mit das alles überragende Thema Gastgeber zu sein, hat der Wettbewerb erstmal wenig zu tun.
- 55:07Das gibt sicherlich dann im Finale und im Halbfinale Prüfungen, die auf der Wüne stattfinden,
- 55:12wo kritische Gastrosituationen abgebildet werden, wo die dann auch richtig abliefern.
- 55:18Aber wenn ich mir mal angucke, wie die Kollegen dann überhaupt erstmal den Weg ins Halbfinale schaffen
- 55:23über diesen Fragebogen, dann muss ich sagen, ja, da kommen nur die weiter, die richtig, richtig, richtig viel Fachwissen haben,
- 55:29sonst würden sie dann diesen Fragebogen nicht so toll ausfüllen können.
- 55:33Aber mit dem Alltag am Tisch oder im Keller hat es wenig zu tun.
- 55:38Das ist halt so ein bisschen mein Blick auf das Thema Wettbewerb.
- 55:41Darf ich den dann mal zwischen kräschen und bitte vergiss deine weiteren Ausführungen nicht?
- 55:46Was ist denn der große Unterschied?
- 55:48Also, was muss der denn am Tisch leisten, liefern, wenn das Fundament nicht Fachwissen sein soll?
- 55:54Das sollte ja eben... Das ist ja die Souveränität, die du irgendwo hast, um in die Kommunikation mit dem Gast zu gehen.
- 56:00Und selbst wenn du keine Ahnung, wenn der aus der Südwest-Hoskane einen Weingut aufgegraben hat,
- 56:05dann weißt du zumindest, die vier Städte sind drum herum und kannst mit ihm eine Kommunikation aufbauen, die dann wiederum hilfreich ist.
- 56:10Und der Rest ist dann menschliche Kompetenz, die man irgendwo aufbringen muss, wo es egal ist,
- 56:15ob du Fachwissen hast oder nicht, wenn du Nasenbär bist, bist du Nasenbär.
- 56:18Aber letztlich spricht ja eigentlich nichts dagegen, sich dieses Fachwissen anzueignen
- 56:23und dort mit einer gewissen Souveränität dann auch auszustrahlen.
- 56:27Oder habe ich dich da falsch verstanden?
- 56:29Nein, nein, das ist natürlich recht natürlich.
- 56:30Also Fachwissen ist das Fundament, ohne funktioniert es nicht, wie in allen anderen Berufen auch.
- 56:37Und wo ist dann der Unterschied zum Alltag?
- 56:40Ja, ich meine, Fachäthioten gibt es ja in vielen Bereichen.
- 56:43Also, wenn du die letzte auch doch Tone riebst, dann geh Orgien weißt, aber kein Blick für deinen Gast hast.
- 56:52Und der verdustet.
- 56:53Oder trinken wir einen, den er nicht will.
- 56:55Oder was weiß ich?
- 56:56Also, ich glaube, dass das Thema Dienstleistungen in der Summlerie in einem ganz wichtiger Aspekt ist
- 57:05und die Affinität zu dem Thema hast du oder hast du nicht.
- 57:11Oder du hast jemand, der dich da ran führt.
- 57:13Also, das hast du ja vorhin so schön geschüttert.
- 57:15Es gibt ja diese tollen Kolleginnen und Kollegen, die einen so unter die Fittiche nehmen
- 57:21und dann guckst du dir das ab, wie du mit einem Gast umgehst und dann bist du auch ein guter Gastgeber.
- 57:26Das sind, glaube ich, ganz wichtige Eigenschaften.
- 57:29Und wenn du das nicht hast, dann kannst du sonst wie viel über Wein wissen.
- 57:34Ich glaube, du wirst als Weinkerne noch nicht sehr erfolgreich sein, weil du einfach dieses Gespür für die Situation und für den Gast nicht mitbringst.
- 57:47Hör ich daraus, dass zu wenig Praxis Lastigkeit in dem Wettbewerben ist?
- 57:53Oder interpretiere ich das der Fall schreien?
- 57:55Oder kann man was aus den Wettbewerben an Praxis mit einem Alltag nehmen?
- 57:59Oder sind es zwei verschiedene Welten, die man überhaupt nicht miteinander vergleichen kann?
- 58:03Nein, ich glaube, da ist ganz viel passiert.
- 58:06Ich bin jetzt bei den großen Wettbewerben wie Weltmeisterschaft, eine Obermeisterschaft nicht dabei.
- 58:10Da fahren andere Kollegen hin.
- 58:12Bei uns im Verein, jetzt in der Sommelierunion, da gibt es zwei, drei Verantwortliche für unsere internen Wettbewerbe.
- 58:20Und die fahren dann auch zu den großen internationalen, um da immer so den aktuellen Trend mitzubenehmen.
- 58:26Da bin ich jetzt nicht dabei.
- 58:28Aber wenn es zum Beispiel um die Trophy, die beste Sommelier Deutschland geht, bin ich natürlich auch im Publikum.
- 58:32Und da muss ich sagen, hat sich ganz viel getan.
- 58:35Die Organisatoren, also sprich die Jury und der Jurypräsident, die gucken schon, dass das Thema Praxis mehr und mehr implementiert wird.
- 58:47Also das ist schon, glaube ich, in den letzten Jahren hat sich da ganz viel getan.
- 58:51Und das sind auch realistische Situationen, wie sie, glaube ich, auch in einem Restaurant tatsächlich stattfinden.
- 58:56Aber das Problem ist auch immer, das objektiv zu bewerten.
- 59:03Weil das Subjektiv natürlich immer mit dabei ist.
- 59:06Was auch wichtig ist.
- 59:08Ja, weil das ist natürlich auch eine gewisse Gefahr.
- 59:10Dann ist der eine Kollege sympathischer als die andere Kollegin, weil der vielleicht gerade einen frechen Spruch macht und dann kriegt er den halben Punkt mehr.
- 59:18Und wenn das natürlich dann ausschlaggebend ist, dann muss ich sagen, aber gut, das ist wie im Fußball.
- 59:22Der eine Ball geht gegen Infos und rollt Richtung Spielfeld.
- 59:26Und der andere geht gegen Infos und rollt rein.
- 59:28Und dann ist halt dann manchmal einfach nur Glück.
- 59:31Hört vielleicht auch dazu.
- 59:32Und ich kann mich an eine, ohne dass ich aus dem Nähkästen plaudere, ich kann mich an eine Trophi erinnern, wo die beiden Finalisten, glaube ich, punktgleich oder so, 0,25 Unterschied waren.
- 59:45Also wo die Jury echt dargesetzt sind.
- 59:47Boah, das ist aber knapp.
- 59:49Und dann muss man halt sagen, der eine gewinnt alles und steht morgen in allen Zeitungen und der andere ist halt nur Platz 2.
- 59:59Und das ist dann schon echt halt ...
- 1:00:02Kann ich mich erinnern, das haben alle gesagt, oh, das ist jetzt echt krass.
- 1:00:07Aber zwei Sieger können es auch nicht geben.
- 1:00:09Und ich wurde dann entschieden, dann doch Sympathie und wer hat die bessere Souveränität und das ist einfach nochmal alles gescheckt.
- 1:00:16Oder die Wessizzeit.
- 1:00:18Genau.
- 1:00:19Also ich war jetzt nicht eine Jury, ich war jetzt nur durch ein Organisationsteam und dadurch war ich in der Jury-Sitzung mit dabei und konnte das von der Seitenlinie aus beobachten.
- 1:00:27Die haben dann nochmal alle Punkte durchgerechnet.
- 1:00:29Und dann wurde ich noch mal geguckt, okay, wie hast du das bewertet?
- 1:00:35Ja, ja, hier war er für mich von, hier war der für mich von.
- 1:00:38Also, da wurde schon sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen.
- 1:00:43Aber am Ende habe ich so gedacht, nein, ich war nicht gleich gut.
- 1:00:47Gab es für dich da mal eine Person, die du erlebt hast, in diesen Werben, die jetzt nachhaltig für dich immer noch prägend herausgestochen ist, wo du sagst, das was der Mark damals geliefert hat, das war ...
- 1:01:01Ja, Mark war immer eine eigene Liga.
- 1:01:03Ja, Mark war immer eine eigene Liga.
- 1:01:05Das muss mich ganz klar sagen.
- 1:01:07Also, bei der Weltmeisterschaft war ich nicht dabei, das habe ich im Livestream geguckt, kann mich gut erinnern.
- 1:01:12An dem Tag, das war der Samstag vor der Proveien, haben wir, nee, das war der Freitag vor der Proveien, da haben wir unsere eigene Veranstaltung, die Signature Wine Show, aufgebaut.
- 1:01:22Und wir kamen überhaupt nicht voran, weil wir ständig am Rechner gehangen haben und den Livestream geguckt haben.
- 1:01:27Und der Mark ist ja irgendwie, ja, er war am Halbfinale und Deutschland war glücklich.
- 1:01:32Und dann auf einmal, wow, er ist im Finale und äh, das gibt es ja gar nicht.
- 1:01:37Der kleine Kerner Bub jetzt im Finale und dann rockt der das Ding.
- 1:01:40Wir waren alle wie verzauberte und ...
- 1:01:45Ich weiß nicht, ich musste mich dann an die, die damals, als wir in Deutschland Papst hatten, hat auch die Bildzeitung geschrieben, wir sind Papst.
- 1:01:54Wir sind Papst, genau.
- 1:01:55Und ich habe dann geschrieben, wir sind Storm of the World, weißt du?
- 1:01:57So haben wir uns irgendwie alle gefühlt und uns für Mark gefreut und das hat uns schon alle sehr beeindruckt, was er da abgeliefert hat.
- 1:02:03Das muss man ganz klar sagen, aber ich kann mich auch an das Finale von Thomas damals in Burg Schwarzenstein erinnern.
- 1:02:10Naja, so ein bisschen Kopf an Kopfrennen mit, das war auch, da waren beide stark und Thomas war echt auch ...
- 1:02:16Thomas war, war, war witzig und auch, ja, es gibt schon ein paar Sachen, wo ich da im Motto war.
- 1:02:23Ich kann mich auch so was im realen Leben auch schon mal, dass du in einem Restaurant fast ein Zoll jedi mit seiner Leistung unfassbar beeindruckt hat.
- 1:02:32Ja, wenn ich jetzt ...
- 1:02:35Marco, Franz, Entschuldigung.
- 1:02:39Ich habe Marco neulich im Sonora erlebt, was das neulich war im Sommer.
- 1:02:43Seine lockeren, coolen Art und hat ganz gut gesessen.
- 1:02:48Ich konnte so sehen, wie er da den Laden im Schuhn gehalten hat und das hat mich schon mal eindruckt, wie er auf der einen Seite dieses ...
- 1:02:54... lockerer in diese 3 Sterne Bruder reinbringen und auf der anderen Seite einfach wirklich perfekt an jedem Tisch irgendwie abliefert, so weit man das ...
- 1:03:00... die Gespräche konnte man ja da nicht so hören, aber man hat ja so ein bisschen gesehen, wie die Organisation funktioniert und das fand ich schon so.
- 1:03:06Ich dachte, da kann sich der Clemens aber sehr glücklich schätzen, dass er so einen coolen Sommelheder für sich gewinnen konnte.
- 1:03:14Ja, aber es ist immer schwierig, einen herauszustellen.
- 1:03:18Was du bei dem Wettbewerben hast, dir dein eigenes Bild davon gemacht, was im Sommelhedisch, und ...
- 1:03:27... warst offizieller Sommelhedisch von Christina Fischer, was für dich ja dann schon mal ein riesen Meilenstein war.
- 1:03:33Also es war ja dann mehr oder weniger in dieser Sommeltätigkeit schon mehr oder fast der Höhepunkt deiner Karriere.
- 1:03:40Ja, danach habe ich auch gesagt, dass mit dem Tisch ist jetzt genug, aber vier Jahre da im Fischers ...
- 1:03:46... im Fischers gerockt und ...
- 1:03:50Was eine lange Zeit ist, also das glaubt man nicht, aber mit diesem Pen, so was man normalerweise auch zu dieser Zeit damals, teilweise sieben Tage, die man auch wenn man die Weinreisen mitnimmt ...
- 1:04:00... und dann jeden Tag 15, 18, 20 Stunden, 20 vielleicht nicht ganz, aber schon ein paar mehr, da sind vier Jahre, das ist fast ein Drittel der Lebenszeit.
- 1:04:09Ja, ja, er war, vorgegen wie im Fluss.
- 1:04:14Du musst dich gleich in die Japanie einschätzen, ohne mich das zu hören.
- 1:04:18Ja, das wird noch nicht.
- 1:04:20Aber wir haben ja mal gelernt in der Lidio, dass man sich, wenn man eine kritische Frage hat, erst mal ein Glas trinkt, ...
- 1:04:25... erst mal ein Stück Wasser trinkt, damit man Zeit zum Nachdenken hat, das war keine kritische Frage.
- 1:04:29War cool, also war natürlich irgendwie immer was los, also das Tagesgeschäft im Restaurant habe ich dann so im Jahr drei und vier ein bisschen zurückgefahren, ...
- 1:04:40... weil ich zunehmend die Armveranstaltung moderiert habe, auch Seminarer dann mehr gemacht habe, im Keller halt viel gemacht habe, ...
- 1:04:49... dann war ich jetzt nicht mehr jeden Abend am Tisch, aber das war intensiv, klar.
- 1:04:59Also man hatte dann eben irgendwie permanent mit Top Winzern zu tun und hatte mit wichtigen Händlern zu tun, ...
- 1:05:08... die standen ja Schlange und genauso wie du sagst, man war dann halt Teil des Fischersteams und war dann da irgendwie der Sommel, ...
- 1:05:17... einer der Sommeliers und damit hatte man schon auch ein bisschen Status.
- 1:05:23Was ja übrigens für mich ja so ein, also eines meiner Lieblingsthemen ist, dass viele Sommeliers, ...
- 1:05:30... die in einem renommierten Restaurant tätig sind, ihre Position falsch bewerten, um das mal ganz vorsichtig auszudrücken, weil ...
- 1:05:41... man drückt es mal direkt aus, um das auch krasser Themen zu nehmen.
- 1:05:46Sie nehmen sich selber für wichtiger, als sie eigentlich sind oder aufgrund des Renommés des Restaurants wird ihm mehr Kompetenz zugesprochen, ...
- 1:05:53... als sie eigentlich haben.
- 1:05:56Na Kompetenz will ich ja mal, Kompetenz ist ja durchaus da, aber ...
- 1:06:02... Wichtigkeit und Status und Einfluss, da glaube ich, überschätzen Sie Sicherheit.
- 1:06:09Das ist halt immer so, wenn du dann bei den berühmten Koch der Sommelier bist und alle wollen irgendwie auf die Karte ...
- 1:06:17... dieses Restaurants, dann bist du als Sommelier dieses Restaurants natürlich ein sehr wertvoller Gesprächspartner ...
- 1:06:23... und wirst gerne zu Verkostung, zu Weinreisen und Co. eingeladen, mit der Hoffnung, dass du dann ...
- 1:06:29... das ein oder andere Neue entdeckst und über deine Personen der Weg auf die Weinkarte führt.
- 1:06:35Ja, und wenn du das ein, zwei, drei Jahre machst, dann hast du natürlich, völlig normaler Prozess und auch völlig legitim, ...
- 1:06:41... dann hast du natürlich auch so, merkst du halt schon, okay, du kommst durch Türen, wo vielleicht andere nicht so schnell durchkommen.
- 1:06:48Das stimmt.
- 1:06:49Und dann gibt es die Sprungbrett.
- 1:06:50Absolut.
- 1:06:51Ja, und so, jetzt passiert aber Folgendes.
- 1:06:53Ja, so mein Lieblingsthema, Lieblingsthema, das Quatsch aber etwas, was ich oft angesprochen werde, ...
- 1:06:58... ich glaube, wir haben auch schon mal drüber gesprochen, vor ein paar Jahren, und das hier ist Folgendes.
- 1:07:02Also die ersten Stammgäste sagen, Mensch, kannst du nicht mal eine Weinprobe bei uns zu Hause machen, ...
- 1:07:06... mit einem kleinen Anwaltskanzlei, und wir haben ein paar Geschäftspartner, und das trinken alle gerne Wein.
- 1:07:10Vielleicht mal so mal zwei, drei Stunden, um ein kleines Interessante Probe, und dann machst du das, dann kriegst du da irgendwie 500 Euro für ...
- 1:07:17... und dann fragt der nochmal an, und dann kriegt er nochmal 500 Euro, und dann ...
- 1:07:21... irgendwann kommt man natürlich dann, und dann merkt man dann auch, dass der ganz interessantes Nebengeschäft oder so, ...
- 1:07:27... und dann kommt ja oft der Moment, wo man sagt, ja, ist jetzt die Gastronomie das Thema, was ich mein Leben lang machen will, ...
- 1:07:33... will ich in 20 Jahren noch um Mittag nach Bläser polieren, und so weiter, und dann ist ...
- 1:07:40... ja, bei vielen dir Gedanken, ja, ich könnte mich doch ein, ihr ist homologisch selbstständig machen, ...
- 1:07:45... gut, man kann natürlich aus dich als Gastronom selbstständig machen, viele Kolleginnen und Kollegen ...
- 1:07:51... sehen sich dann eher als Referenten, als Moderatoren, als Seminarleiter und so weiter, was es da so an Dienstleistungen gibt, ...
- 1:07:58... und dann wagt man halt den Weg in die Selbstständigkeit, ...
- 1:08:03... und der ist steinig und oft auch zum Scheitern verurteilt, weil ...
- 1:08:10... in dem Umblick, wo der große Name nicht mehr strahlt, wo du nicht mehr der aktive Sommelier im Restaurant XY bist, ...
- 1:08:19... sondern der ehemalige Sommelier aus diesem Restaurant verblasst natürlich die Attraktivität.
- 1:08:25Das geht nicht von heute auf morgen, Netzwerke funktionieren dann teilweise noch, ...
- 1:08:30... aber ich habe halt dutzendfach erlebt, wie die Kollegen dann eben durchstarten, dann melden sie ihr Gewerbe an ...
- 1:08:39... und dann kriegen sie irgendwie noch so eine Unterstützung am Anfang, ...
- 1:08:42... so eine Existenzgründung darlehnen, oder du kannst bis dann von einer Sozialversicherung befreien, ...
- 1:08:48... oder Krankenversicherung kannst du dann über Zeit um das Arbeitsamt ein bisschen und so, ...
- 1:08:52... was ist da alles so für ein Tunisier?
- 1:08:54Was, wo ich sagen würde oder prognostizieren würde, 90 Prozent aller Kollegen von 98 bis 2010, ...
- 1:09:01... die irgendwie im zwei, drei Sterne Restaurant tödlich waren.
- 1:09:05Ist hochgegriffen 90 Prozent, aber würde ich jetzt aber teile ich so ungefähr?
- 1:09:10Ja, viele gehen auch in Handel, ne?
- 1:09:12Ja, es ist aber trotzdem, dass du dann halt, es geht ja auch um die Situation, ...
- 1:09:15... dass du nicht mehr das bist, was du eigentlich bist und damit erst mal klarkommen musst.
- 1:09:20Dass du aus dem Scheinwerfer dich komplett rauskommst, ...
- 1:09:22... mit einmal dich auch komplett neu definieren, neu aufstellen musst und einen neuen Weg finden musst ...
- 1:09:26... und mit einmal nicht mehr herblabbern oder Frau blabbern, ja, ja.
- 1:09:31Und dann ist die 500 Euro, die du da vielleicht noch, die du vom halben Jahr noch neben deinem Einkommen ...
- 1:09:37... als Taschengeld hatte, sage ich mal, die, wo du jetzt leben musst.
- 1:09:42Und dann bist du mal alle, wie viel du da an vater Start abdrückst und so weiter.
- 1:09:47Und dann hast du halt nur noch 300.
- 1:09:49Und dann merkst du auf einmal, oh, du machst keine sechs Veranstaltungen im Monat, ...
- 1:09:54... sondern nur drei.
- 1:09:55Klar, das heißt du hast keine 3000, sondern du hast nur 1500.
- 1:10:00Und der Preissprung auf 1000 oder so ist dir auch nicht so richtig geglückt.
- 1:10:04Und dann merkst du auf einmal, oh, der bucht ja nicht mehr mich, der bucht ja mein Nachfolger, ...
- 1:10:08... weil der liebe Rechtsanwalt, mit dem ich ja eigentlich doch so einen guten Draht hatte, ...
- 1:10:15... um sich dann vielleicht doch mehr für den Zommelier aus dem Restaurant interessiert ...
- 1:10:19... als für mich, als Person, muss nicht so sein, aber habe ich halt oft beobachtet.
- 1:10:23Und dann wird es halt schwierig.
- 1:10:24Und dann geht der Preiskampf los, dann fängst du an, dich für 400 Euro zu verkaufen ...
- 1:10:27... oder für 350 und so.
- 1:10:29Und damit bist du eigentlich im Scheitern verurteilt.
- 1:10:34Und das habe ich halt ehrlich, ich will da jetzt auch nicht draufhauen ...
- 1:10:37... und ich will das auch nicht verurteilen.
- 1:10:39Und ich habe höchstens Respekt für jeden, der diesen Schritt wagt.
- 1:10:42Und die Eier hat das mal zu machen.
- 1:10:45Und es gibt ja auch Beispiele, wo es langfristig funktioniert hat.
- 1:10:48Aber der Weg ist hart und nicht unumrutsch.
- 1:10:52Und da muss ich ganz ehrlich sagen, habe ich ganz, ganz viel von euch gelernt ...
- 1:10:55... bzw. euch bewundert, weil vielleicht um den Sprung hinzubekommen ...
- 1:10:58... und ich hätte aber noch zu dieser Fischersache eine Frage, die ich ganz, ganz wichtig finde.
- 1:11:02Vielleicht können wir das nochmal aufgreifen.
- 1:11:04Ich habe das ja dann mehr oder weniger das Unternehmen, was du dann später begleitet hast.
- 1:11:09Nämlich Sommekonselt, was von Markus de Monega und Christiana Fischer ins Leben gerufen wurde ...
- 1:11:13... und was dafür mehr oder weniger verantwortlich war, dass diese Preistabilität zum einen gehalten wurde.
- 1:11:19Dass die Leute, die engagiert wurden, wirklich das Geld bekommen, was sie verdienen, auch aufgrund ihrer Historie verdienen.
- 1:11:26Und die Branche zumindest bis 2020, keine Ahnung, bis 2024 oder wie auch immer ...
- 1:11:32... hat dem Unternehmen sehr viel zu verdanken, welts für preistreue Stand und für Wirtschaftlichkeit.
- 1:11:40Habe ich dir jetzt zuvor gegriffen?
- 1:11:43Nein, das ist eine schöne Analyse.
- 1:11:46Also war nicht immer ganz so einfach, wie sich das jetzt so anhört, wenn es wieder schön ist.
- 1:11:49Ja, also erstmal richtig, das ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
- 1:11:54Da gab es halt Markus und Christiana, die die Idee hatten, auch Hans-Jahner Bendig ...
- 1:11:57... soll man an der Stelle mal erwähnen.
- 1:11:59Markus hat ja auch einen wichtigen Geschäftspartner, der dann ganz federführend war.
- 1:12:04Und dann ging das '99 los.
- 1:12:06Ich glaube Markus wurde '98 in Wien Weltmeister und dann '99 entstand die Idee.
- 1:12:10Christiana ist glaube ich seit '99 bei Wox gewesen, im Kochduell.
- 1:12:14Und dann kam ja diese Popularitätsschub bei den Beinen und dann kamen diese vielen Anfragen ...
- 1:12:19... und dann haben sie halt diese Idee entwickelt.
- 1:12:21Komm, lass uns doch eine Geschäftsmodelle daraus entwickeln.
- 1:12:24Wir können ja eh nicht alle Anfragen selber bedienen, wollen das auch nicht, ...
- 1:12:27... weil wir das Kapazitäten gar nicht haben.
- 1:12:30Und dann vermitteln wir halt geschätzte Kolleginnen und partizipieren dann der Vermittlung.
- 1:12:34So war da die Idee.
- 1:12:36Und das kann ja nur funktionieren, wenn du in einem gewissen Preissniveau arbeitest.
- 1:12:41Also da bleibt ja nichts kleben.
- 1:12:43Und das haben wir eigentlich versucht, konsequent fortzuführen.
- 1:12:48Und wir sehen auch, dass uns das gelungene, angemessene Honorare zu generieren.
- 1:12:58Ich kann ja ehrlich sagen, ich plaudere ja mal, weil wir sind ja hier unter uns ...
- 1:13:02... so ein bisschen aus dem Näklästchen.
- 1:13:04Ich kann mich an erste Veranstaltungen oder Anfragen erinnern.
- 1:13:07Da kam mal was von Volvo, die wollten irgendwie eine Roadshow machen ...
- 1:13:13... und da wollte ich ein Zommelier vormitteln.
- 1:13:15Das war für mich so, das Ding musste ich jetzt nagem, den Auftrag brauchste.
- 1:13:19Und das war damals, ich weiß nicht, wie wir auch in der anderen Zeit ...
- 1:13:21... da waren wir irgendwie noch mit 600, 700 Euro so, 100 war unterwegs.
- 1:13:26Und ich wollte das durchsetzen.
- 1:13:29Dann habe ich gemerkt, irgendwie klappte das nicht.
- 1:13:31Und dann habe ich mir überlegt, gehst du jetzt auf 650 oder gehst du auf 600 oder ...
- 1:13:35... gehst du auf 580 so, so wie kriegste die noch?
- 1:13:38Aber ich weiß nicht so, ich wollte unbedingt diesen Auftrag, das ist vorbei.
- 1:13:43Wir haben heute ein klar kalkuliertes Honorar.
- 1:13:46Wir wissen, was die Kolleginnen und Kollegen wert sind.
- 1:13:49Und wenn der Kunde das nicht zahlen kann, dann ist das halt so.
- 1:13:52Dann bräuchte ich da auch nicht krummbar.
- 1:13:54Da kommt es auch nicht weiter.
- 1:13:56Und dann macht sich ja auch nach, darüber hinaus dann auch unglaubwürdig.
- 1:13:59Wenn du jetzt hier in der Ravad gibst, dann musst du ja wissen, ...
- 1:14:01... ja alle, wir kennen diese Mechanismen, die man ja beim nächsten Mal auch geben ...
- 1:14:03... oder musst du denen anderen geben.
- 1:14:04Und dazu ist der Markt ja viel zu transparent.
- 1:14:06Also da bin ich auch so ein bisschen abgehärtet im Laufe der 20 Jahre.
- 1:14:11Ich kann jetzt draußen mir kommen zu sagen, dass sind die, ich bin ja im 21. Jahr der Selbstständigkeit.
- 1:14:15Und hast du das aber auch vermittelt?
- 1:14:16Das finde ich eben ganz wichtig.
- 1:14:17Also du hast mir beigebracht, wie man eigentlich auch diesen Betrag XY sehen sollte.
- 1:14:22Also dass man da nicht ein Abend ist und dann keine Ahnung, du hast vorhin 500 Euro genannt ...
- 1:14:26... oder 600 oder 700 oder was auch immer.
- 1:14:29Das runtergerechnet auf die Stunden, die man dort ist, inklusive dem, ...
- 1:14:33... dass man danach dann vielleicht noch mit dem ein oder anderen Pleuschchen hat, ...
- 1:14:37... die Abfahrt, die Anfahrt nimmt, die Vorbereitung, fünf Jahre Schulung, ...
- 1:14:41... dann die drei Tage Vorbereitung, um sich auf das Thema vorzubereiten, ...
- 1:14:44... dass man das alles mit rein rechnet und dann bist du dann irgendwann, ...
- 1:14:47... nicht gerade bei Mindestlohn, aber weit unter dem Stundenlohn eines Kfz-Mechanikers in Nordrhein-Westfalen.
- 1:14:53Und das ist dein Schulgang?
- 1:14:59Also du hast es weitergegeben in genau dem Bereich.
- 1:15:01Ja, also sehr gut zusammengefasstet ist, genau unser Ansatz.
- 1:15:07Du musst das ganz dich nicht verschärbeln, das funktioniert nicht.
- 1:15:11Und ich verstehe aber natürlich auch, ach jetzt ist das Chance bei Herz in meiner Brust.
- 1:15:15Also die junge Kollegin, der junge Kollege, der jetzt wirklich mit voller Energie ...
- 1:15:20... sich in diese Thema Selbstständigkeit stürzt und der sagt natürlich dann, ...
- 1:15:24... "Oh, komm, wenn ich den habe, dann könnte langfristig was draus werden."
- 1:15:28"Komm, ich habe zwar ausgerechnet, ich brauche 700, ...
- 1:15:31... wenn ich das jetzt für 550 mache, dann habe ich es natürlich nach hinten raus, ...
- 1:15:34... könnte sich das ausdahlen."
- 1:15:35Und da muss ich sagen, das kann strategisch auch aufgehen.
- 1:15:38Das kann aufgehen.
- 1:15:39Wenn du dann natürlich da dann einen Fuß in der Tür hast ...
- 1:15:43... und ein gewisses Volumen an Veranstaltungen generierst, ...
- 1:15:46... dann hast du vielleicht auch an dem Punkt alles richtig gemacht.
- 1:15:50Aber verschärbeln darf man sich halt nicht.
- 1:15:53Und grenzt dann eventuell auch Veranstaltungen aus, die dann vielleicht mehr bringen?
- 1:15:57Also das muss man strategisch, wie du sagst.
- 1:16:00Da habe ich nochmal zurück rudern in die Fischerszeit, ...
- 1:16:03... als du anfingst zu moderieren, ist jeder Somelier, ...
- 1:16:06... der am Tisch dann irgendwie einigermaßen souverän bis dreizehn kann, ...
- 1:16:09... automatisch auch ein guter Moderator für keine Ahnung, ein Seminar, ...
- 1:16:14... für fünf Leute, zehn Leute, 50 Leute, was die ja teilweise gemacht hat.
- 1:16:19Also bist du ein Naturtalent, musstest du dir Skills irgendwie aneignen, ...
- 1:16:23... das heißt teilweise Rhetorische oder wie bist du die Sache rangegangen ...
- 1:16:26... oder wie sollte man vernünftigerweise mit der Thematik umgehen, ...
- 1:16:29... dass du mit ein paar gefragter Fachmann bist und Seminare abhältst?
- 1:16:34Das sind zwei Fragen. Also die erste Frage ist ja ...
- 1:16:37Es waren mehr als zwei, aber drei ist das.
- 1:16:40Schreib ja mit hier.
- 1:16:42Schreib Protokoll.
- 1:16:44Schreib Protokoll.
- 1:16:45Schreib Paniatrige und mitschreib. Du bist noch bei mir, ja?
- 1:16:48Von dem Beis schreib ich ein Angebot und ...
- 1:16:51Du bist selbstständig halt.
- 1:16:54Ja, genau.
- 1:16:57Also es gibt mega Zommeliers am Tisch und du kannst die nicht auf die Bühne stellen.
- 1:17:04Ja, das ist so.
- 1:17:06Wir fangen im Gotteswillen nicht an hier ...
- 1:17:10... Namen zu nennen, aber es gibt Zeit wirklich.
- 1:17:13Ich habe Zommeliers erlebt, ich dachte, wie witzig ist der Typ denn?
- 1:17:17Und dann habe ich den ein paar Wochen später auf einem Messer moderieren sehen ...
- 1:17:20... oder hören oder dann dachte ich, was macht er?
- 1:17:23Was tut er?
- 1:17:25Das geht es da nicht.
- 1:17:27Das geht ganz anders, was wir das nie machen.
- 1:17:29Der ist ja nicht mal mehr witzig in der großen Runde.
- 1:17:32Nee.
- 1:17:34Ist er witzig?
- 1:17:36Ist er vielleicht auch kein Substanzteil?
- 1:17:38Nein, manchmal ist es, dass sich Retaud seines Restaurants fehlt ...
- 1:17:41... oder dass er keinen Gespür für größeres Publikum hat ...
- 1:17:44... oder dass er die Message oder die Aufgabe des Auftraggebers nicht verstanden hat.
- 1:17:47Also was er eigentlich präsentieren soll, das gibt ja auch Zommeliers.
- 1:17:50Die sind durchaus interessant als Moderatoren ...
- 1:17:53... und haben einen gewissen Charme und eine gewisse Energie ...
- 1:17:56... in ihren Moderationsstil.
- 1:17:59Aber präsentieren nicht ihren Auftraggeber.
- 1:18:02Wenn im Weinregion XY dir 1000 Euro gibt, damit du auf der Probe ...
- 1:18:0640 Minuten lang deren Philosophie transportierst ...
- 1:18:09... und du machst alles, aber nicht deren Philosophie transportieren, ...
- 1:18:12... sondern erzählst ja deine Weinanechtoten ...
- 1:18:15... oder was du da auch nicht tun kannst.
- 1:18:18Und dann erzählst du ja deine Weinanechtoten ...
- 1:18:21... oder verlierst dich in irgendwelchen Themen, ...
- 1:18:24... dann ist das einfach nicht professionell oder egal.
- 1:18:27Du weißt, worauf ich hinaus will.
- 1:18:30Also das habe ich halt erlebt und um die andere ...
- 1:18:33... also da muss man halt genau hinschauen, ...
- 1:18:36... was ist das für einen Mensch und was kann der ...
- 1:18:39... und was kann der nicht, ohne dass das während ist.
- 1:18:42Und dann kann man das lernen, ...
- 1:18:45... weil ja so ein bisschen die zweite Teil der ...
- 1:18:48... einer Frage, ja, ich glaube, ...
- 1:18:51... dass es einfach Naturtalente gibt, die ...
- 1:18:55... haben halt so ein gewisses Gespür für Publikum ...
- 1:18:59... und die haben halt den Gespür für die Situation ...
- 1:19:02... und wissen, wann ist zu viel, ganz, ganz, ganz wichtig, ...
- 1:19:06... wann ist weniger mehr, ...
- 1:19:09... wenn du in deiner, wenn du in deiner, ...
- 1:19:12... auf mit deiner Moderationskarte, ...
- 1:19:15... vier Themen zu diesem Bein hast ...
- 1:19:18... und du merkst beim zweiten Thema, oh, die brechen dir weg, ...
- 1:19:21... dann kannst du vielleicht das dritte Thema noch anreißen, ...
- 1:19:24... weil es dich gehört, ...
- 1:19:26... aber du solltest dich einfach damit abfinden, ...
- 1:19:29... dass das vierte Thema jetzt mehr kaputt macht, ...
- 1:19:32... als dass du das gewinnst. Und das muss man auch können.
- 1:19:35Und ich kenne halt, ...
- 1:19:37... ich kenne halt Leute, die ziehen dann halt Thema 4 ...
- 1:19:40... unterhaltungswert über ...
- 1:19:42... unterhaltungswert überwissenswert, ...
- 1:19:45... wenn du das so ranken würdest.
- 1:19:48Also wenn du natürlich in der Masterclass ...
- 1:19:51... als Fachreferent gebucht bist ...
- 1:19:54... und du hast Freaks vor dir, ...
- 1:19:56... dann musst du Content liefern, dann musst du halt richtig ...
- 1:19:59... musst du halt Daten zahlen, Fakten ...
- 1:20:02... unterbrücken, weil du das einfach ...
- 1:20:05... das Publikum, das von dir erwartet in der Position ...
- 1:20:08... ein lockeres Wein in deinem Vor- ...
- 1:20:10... jetzt letzte Woche bei mir vor 100 ...
- 1:20:13... Verlagsmitarbeiter, ...
- 1:20:15... wo du bist, die eigentlich gekommen sind, ...
- 1:20:17... um einen schönen Abend zu haben, ...
- 1:20:19... dann ist das Fachwissen völlig nehmendesslich, ...
- 1:20:22... die wollen einfach einen guten Abend haben.
- 1:20:24Und da musst du das ...
- 1:20:26... das Beispiel mit der Moderationskarte angebracht hast ...
- 1:20:29... und gesagt hast du hast vier Themen ...
- 1:20:31... und wenn die Leute wegbrechen, ...
- 1:20:33... oder wie brechen sie dann wegfangen, anzureden, ...
- 1:20:36... an Substanz, dass du es nicht verwendetest ...
- 1:20:38... in der Masterclass oder unterhaltsungswert, ...
- 1:20:40... wenn du ein Wein dein hast, also deine Vorbereitung ...
- 1:20:42... ist einfach scheiße und du musst dann nicht weiter ...
- 1:20:44... durchziehen, oder habe ich das falsch verstanden?
- 1:20:46Also die Situation ist abhängig.
- 1:20:48Also das eine ist natürlich, dass du ein Thema ...
- 1:20:50... daneben liegst, ne?
- 1:20:52Also, hast du ein Thema, was dich nicht interessiert, ...
- 1:20:54... hast Weine, die dir nicht schmecken, hast du ...
- 1:20:56... einen Setting, was nicht funktioniert, ...
- 1:20:58... also mal mal mal so hin gucken, woran liegst du denn?
- 1:21:00Du kannst ja durchaus in einer Moderation ...
- 1:21:05... die sensationelle Weine haben, du kannst ...
- 1:21:07... eine perfekte Spannungsbogen ...
- 1:21:10... in deiner Moderation vorbereitet haben, ...
- 1:21:13... aber die Akustik ist scheiße.
- 1:21:16Oder die Zuhörer sehen dich nicht, weil der Raum ...
- 1:21:19... halt irgendwie, habe ich auch schon erlebt, ...
- 1:21:21... einfach so ist das nur 30% der Anwesenden, ...
- 1:21:24... die ich richtig sehe, alle anderen stehen so blöd, ...
- 1:21:26... dass er dich irgendwie nicht sehen ...
- 1:21:28... dann hast du halt auch echt schwere Karten, ne?
- 1:21:30Also das Gesamtpaket ist ja ein bisschen ...
- 1:21:33... das, was es am Ende ausmacht. Also das eine ist ...
- 1:21:36... Inhalt und das andere ist ...
- 1:21:38... das Setting. Also wie sehen dich die Leute, ...
- 1:21:40... wie hören dich die Leute, wie nehmen die sich wahr?
- 1:21:44Und da kann man ...
- 1:21:46... da kann man nur einen Einfluss drauf nehmen.
- 1:21:48Also ich habe oft bei meiner Roadshow, bei B&O, ...
- 1:21:50... habe ich geguckt, wenn der Veranstalter gedacht, ...
- 1:21:52... sie stehen dann hier. Und ich dachte, okay, ...
- 1:21:54... jetzt stehe ich hier in der Ecke und ich weiß jetzt schon, ...
- 1:21:56... der erwartet 60 Gäste und 30 von den 60 ...
- 1:21:59... können mich kaum sehen, dann habe ich gesagt, ...
- 1:22:00... nee ich stelle mich da nicht hin, ich stelle mich woanders hin.
- 1:22:02Ich stelle mich hin, die fand ich nicht immer gut, ...
- 1:22:04... aber am Ende hat es halt funktioniert.
- 1:22:06Und das sind so die Kleinigkeiten, die es dann ausmachen, ...
- 1:22:08... ob es eine gute oder eine sehr gute oder vielleicht auch ...
- 1:22:10... eine schlechte Veranstaltung wird.
- 1:22:12Wo sowas ist. Das muss man halt ...
- 1:22:15... das könnte man ganz im Podcast sogar machen.
- 1:22:19Wie inszeniert man die perfekte Weinmoderation?
- 1:22:24Da muss man wirklich ...
- 1:22:25Wir haben gerade ein Podcast, also dann lass laufen.
- 1:22:28Ja, ich weiß, es soll ja folgen, weil dir geben die ...
- 1:22:30... neuen Stunden dauern.
- 1:22:33Da muss ja noch mal ein Keller, muss ja eine Flasche hochholen.
- 1:22:36Nein, schau.
- 1:22:39Ich werde jetzt auch nicht als Ohrlehrer und Belehrentier ...
- 1:22:41... daherkommen, es gibt ja auch ...
- 1:22:43Kannst du, also wirklich?
- 1:22:44Aber Fakt ist, ich mache das seit 20 Jahren so.
- 1:22:46Ich habe ja auch ein bisschen mit, ...
- 1:22:48... habe ja auch eine 5 von da, also ein paar Tage habe ich ...
- 1:22:50... ja auch schon Lebenserfahrungen mit und ich habe, ...
- 1:22:52... glaube ich schon ein Gespür für die Situation, ...
- 1:22:54... was funktioniert und was nicht funktioniert.
- 1:22:56Und was erfolgreich sein kann und was ...
- 1:22:59... und ich habe auch Lehrgeld bezahlt, ich habe auch ...
- 1:23:01... auf Messen moderiert und bin abgesoffen.
- 1:23:04Ich stand auf einer ...
- 1:23:08... Messe in Frankfurt und da waren 100 Leute auf dieser Party ...
- 1:23:14... und wir haben am Anfang 50 zugehört, nach 10 Minuten ...
- 1:23:17... haben wir noch 20 zugehört und dann gar keiner.
- 1:23:19Und das ist hart.
- 1:23:21Und dann musst du überlegen, ob du das noch mal willst.
- 1:23:24Und dann bin ich aber auch so, dass ich mittlerweile auch ...
- 1:23:26... aufgrund meiner Erfahrung mit den Organisatoren ein ganz ...
- 1:23:29... klares Gespräch führe und sage, glauben Sie, ...
- 1:23:31... dass die Idee so gut ist oder ich glaube, ...
- 1:23:33... das könnte schwierig werden und damit ist ...
- 1:23:35... Ihnen auch nicht geholfen und dann organisiert man ...
- 1:23:37... das halt anders.
- 1:23:39Das verfränzt man so ein bisschen.
- 1:23:44Also es ist, ich will jetzt nicht sagen, es ist eine Kunst, ...
- 1:23:47... aber es ist ein Handwerk so.
- 1:23:49Und ich will auch nicht sagen, dass ich es perfekt beherrsche, ...
- 1:23:52... weil ich es gibt Dinge, die moderiere ich nicht, ...
- 1:23:54... das habe ich auch keine Lust zu. Es gibt Themen, ...
- 1:23:56... die ich nicht mache, logischerweise, aber das geht ja ...
- 1:23:58... jedem so und dann gibt es aber auch Situationen, ...
- 1:24:00... die ich nicht mache. Also ich moderiere auch ungern.
- 1:24:02Machen wir mal ein Beispiel, einen Zominierwettbewerb.
- 1:24:08Auch mal ein Thema, ob ich so einen Zominierwettbewerb ...
- 1:24:10... als Gastgeber moderiere.
- 1:24:12Und das mache ich halt ungern, weil da ist eine ganz klare ...
- 1:24:14... Dramaturgie gefragt.
- 1:24:16Also du musst ja damit alle Wettbewerber oder ...
- 1:24:19... alle Teilnehmer des Wettbewerbs eine faire Chance haben ...
- 1:24:22... und dann musst du ja eine ganz klare, ...
- 1:24:24... einen roten Fahnen folgen.
- 1:24:26Und das liegt mir nicht.
- 1:24:28Also ich improvisiere auch gerne mal oder mache auch mal ...
- 1:24:31... so eine kleine Anekdote.
- 1:24:33Und das ist dann einfach nicht passend oder ...
- 1:24:36... das könnte Probleme bereiten.
- 1:24:38Und das weiß ich und dann habe ich damals auch gesagt, ...
- 1:24:41... ich glaube, da gibt es Leute, die können das besser.
- 1:24:43Und das muss man halt auch mal akzeptieren ...
- 1:24:45... und dann auch sich eingestehen und nicht unbedingt auf ...
- 1:24:47... ich moderiere euch alles weg.
- 1:24:51Und das ist, glaube ich, so der Anfang von einem ...
- 1:24:54... von einem gewissen beruflichen Erfolg in diesem Bereich, ...
- 1:24:57... dass man halt sagt, das kann ich, das kann ich nicht, ...
- 1:25:00... das kann ich gut, das kann ich weniger gut.
- 1:25:02Und das wird auch honoriert.
- 1:25:05Also der Kunde ist dankbar, wenn man ihm ganz klar sagt, ...
- 1:25:08... was er kriegt und warum man es lieber nicht macht, ...
- 1:25:11... weil er eben das nicht kriegt, was er erwartet.
- 1:25:13Und dann sind wir wieder bei "Zurück zur Frage".
- 1:25:15Was ist damals gelernt?
- 1:25:17Also du hast es damals gelernt oder du hast es ...
- 1:25:19... und Christine hat es dir beigebracht oder ...
- 1:25:21... es war abends keiner da und das ist Christine moderierbar.
- 1:25:24Also und etwa, ich habe natürlich schon gesehen, was sie macht.
- 1:25:27Ich habe ja gesehen, wie sie da die Kochkurse moderiert ...
- 1:25:30... und habe auch gesehen, wie Christine Ballet ...
- 1:25:33... ihre Seminare vorbereitet und nach welcher Dramaturgie sie ...
- 1:25:37... aufbaut und dann war ich, ich glaube, ich habe einen Talent, ...
- 1:25:41... ich kann ganz gut beobachten.
- 1:25:43Und habe gesagt, okay, das machst du so, das machst du so ...
- 1:25:46... und das habe ich mir dann angenommen ...
- 1:25:49... und dann einen eigenen Stil entwickelt.
- 1:25:51Und dann war bei mir natürlich, das war wieder mal ...
- 1:25:55... so eine Tür, die aufging und ich hatte die Eier durchzugehen.
- 1:25:58Ich habe dann dieses Angebot von Ungerweine angenommen, ...
- 1:26:01... das kennen wir ja, viele werden es kennen, Ungerweine, ...
- 1:26:04... ein Fraßdorf, die hatten ein Projekt mit Bang und Olufsen, ...
- 1:26:07... diesen Sound-Steller aus Dänemark, die haben Roadshows ...
- 1:26:11... in Bang und Olufsen Stores organisiert.
- 1:26:15Da gab es immer ein Weinthema, ...
- 1:26:18... war mal Champagner, war mal ein bekanntes ...
- 1:26:21... Rotweinweingut oder wie es ja ein anderes Thema ...
- 1:26:24... und das waren dann im ersten Jahr, glaube ich, 56 ...
- 1:26:27... Veranstaltungen am Stück, im zweiten Jahr war es dann ...
- 1:26:30... schon knapp 70, im dritten Jahr ging es über 80, 85 ...
- 1:26:33... und dann bin ich dann praktisch von Mitte August ...
- 1:26:36... bis Anfang Dezember in einem kleinen Transporter ...
- 1:26:39... durch Deutschland gefahren, später dann auch durch ...
- 1:26:42... und habe aber am Veranstaltung moderiert, ...
- 1:26:45... immer dieselbe Show, immer dieselbe Weine ...
- 1:26:48... und immer dieselbe Herausforderung, ...
- 1:26:50... du musst dir mit der Umgebung klar kommen, ...
- 1:26:52... du musst mit den Veranstaltern vor Ort ...
- 1:26:55... eine klare Strategie entwickeln, eine Konzeption, ...
- 1:26:58... wie der Abend zu laufen hat und das alleabendlich, ...
- 1:27:01... teilweise, in einer Woche war Hammer, ...
- 1:27:03... habe ich Montag angefangen, habe Samstagssonatag ...
- 1:27:06... durchmoderiert und dann ging es noch mal die ganze ...
- 1:27:08... Woche glaube ich bis Freitag durch, da habe ich ...
- 1:27:10... die Veranstaltung am Stück gemacht. Und wenn du das mal ...
- 1:27:12... so durch hast, dann lernst du halt ganz viel ...
- 1:27:15... und kriegst einen Blick für die Veranstaltung, ...
- 1:27:19... für den Raum, für das Publikum, ...
- 1:27:21... entwickelst du ein Gespür für die Situation, ...
- 1:27:24... lernst was funktioniert, was funktioniert nicht, ...
- 1:27:28... wo schießt man über das Ziel hinaus, wo ist ...
- 1:27:31... vielleicht zu locker und so weiter und das war halt eine, ...
- 1:27:34... das war die perfekte Schmiede, das war damals 2004 ...
- 1:27:38... und dann kam das Angebot von Christina, die ...
- 1:27:40... Agentur zu übernehmen, dann kam Bang und Olofsen ...
- 1:27:43... mit Ungerweiner gesagt, wir machen das weiter, das war super ...
- 1:27:45... und dann wuchs das von Jahr zu Jahr, das ging ja dann ...
- 1:27:47... im dritten, vierten Jahr glaube ich über 100 Veranstaltungen, ...
- 1:27:50... das war natürlich auch wirtschaftlich für uns, ...
- 1:27:52... ja wirtschaftlich halt auch ungewöhnlich wichtig.
- 1:27:54Du alleine.
- 1:27:55Nee, da brauchte ich dann Hilfe. Unser gemeinsamer Freund ...
- 1:27:57... Matthias Dattern war dabei, Axel Biesler hat ...
- 1:28:01... Veranstaltung modiert, also ich habe dann Leute mit dazugeholt, ...
- 1:28:03... weil ich das gar nicht mehr leisten konnte.
- 1:28:05Das war für mich eigentlich so der perfekte Stadt in die ...
- 1:28:10... Somerilie-Konzert-Selbstständigkeit, ich hatte A) ...
- 1:28:13... ein hochattraktives Projekt, aus dem ich sehr wertvolle ...
- 1:28:16... Kontakte mitnehmen konnte, ich habe heute noch Kunden, ...
- 1:28:19... 25 Jahre später, oder, na das stimmt nicht, 20 Jahre später, ...
- 1:28:23... die mich buchen, ich habe damals das Geld verdient, ...
- 1:28:26... um die anderen Tore zu kaufen und ich hatte die perfekte ...
- 1:28:28... Plattform, um meinen Stil zu entwickeln und zu lernen, ...
- 1:28:32... zu lernen, zu lernen, zu lernen und zu lernen.
- 1:28:35Und ja, das war halt, ja, noch ein Glück haben, ne?
- 1:28:40Und wie gesagt, es gibt heute noch Kunden, die kenne ich aus dem ...
- 1:28:44... Jahr 2004 und die buchen mich, oder uns.
- 1:28:47Könntest du wieder zurück ins Restaurant? Also einmal ...
- 1:28:53... Somerilie gewesen, immer wieder Somerilie, also wie Fahrrad ...
- 1:28:55... gepannt lernen oder, wenn so in die Richtung, wo du jetzt ...
- 1:28:58... bist, hast du ja gesagt, muss man es lernen, braucht ...
- 1:29:01... auch Erfahrung, braucht eine gewisse Sensibilität für die ...
- 1:29:04... Situation oder für dieses Business-Modell, aber andersrum geht das, ...
- 1:29:07... also wenn es mal Scheiße läuft, Restaurant geht immer.
- 1:29:11Ja, weil, ich habe jetzt so ...
- 1:29:17[Motor]
- 1:29:33Weine, natürlich auch manche Weingüter und da herausresortieren, ...
- 1:29:37... deren Besitzer haben manchmal etwas richtig Faszinierendes.
- 1:29:41Sie können Geschichten erzählen und nicht selten ...
- 1:29:45... Geschichten von einer Reise. Das haben wir natürlich auch beim ...
- 1:29:49... Wein, wir haben die sensorische Reise im Glas, aber dann gibt es ...
- 1:29:53... manchmal auch diese unfassbaren Geschichten wie die von Joseph Babbage, ...
- 1:29:59... der im Jahr 1916 als 14-jähriger Junge aus Dalmatien die Küsten ...
- 1:30:05... Neusselands erreichte. Wie unfassbar ist das denn? Alleine als ...
- 1:30:10... 14-jähriger Junge hatte Joseph schon damals eine unbeirrbare Vision.
- 1:30:15Mit 14 Jahren. Und so legte er in Henderson Oakland den Grundstein ...
- 1:30:20... für das, was heute der einen der angesehensten ...
- 1:30:23... Weingüter Neusselands ist. Babbage Wines. Kaum ein Weingut geht so ...
- 1:30:28... mit der Geschichte Neusselands ein Herr wie Babbage.
- 1:30:32Und um die Besonderheit Neusselands zu verstehen hilft ein Blick zurück.
- 1:30:35Diesmal geht es relativ einfach, denn es ist kein Riesenrahr der Geschichte, ...
- 1:30:39... denn ausnahmsweise haben mal Römer und Griechen nichts damit zu tun.
- 1:30:42Die Geschichte des Weinbaus in Neusselands ist grad mal 200 Jahre alt.
- 1:30:47Um begann 100 Jahre bevor Joseph Babbage den Boden Neusselands betrat.
- 1:30:52Um begann im Jahre 1819 als der anglikanische Missionar, ...
- 1:30:57... Samuel Martin die ersten Reben in Neusselands pflanzte.
- 1:31:01So richtig los ging es dann erst 1933, als James Babsey ein im Bordeaux ausgebildeter ...
- 1:31:06... Inologe, Rebstöckgewinn nach Neusseland brachte und somit den Grundstein ...
- 1:31:10... für den professionellen Weinbau legte. Das waren natürlich ganz viele ...
- 1:31:13... missionarische Tätigkeiten, ganz viel geistiger Hintergrund.
- 1:31:16Vielleicht ist der nächste Meilenstein 1851 als Missionare die Mission Estate Winery ...
- 1:31:21... in Hawkes Bay gründeten. Das älteste noch existente Weingut in Neusseland.
- 1:31:26Ja und dann 1916, wie gesagt, kam schon Joseph Babbage, der mit Sicherheit ...
- 1:31:31... keinen leichten Start hatte. Und die Erklärung dafür ist eigentlich relativ einfach ...
- 1:31:35... und interessanterweise weiß die kaum jemand. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts ...
- 1:31:40... also in der Zeit als Joseph Babbage sein Weingut etablierte, erschwerten ...
- 1:31:44... abstinenzbewegungen und strenge Alkoholgesetze den Weinverkauf in Neusseland erheblich.
- 1:31:49Und erst 1960 und das gilt mehr oder weniger als die Geburtstunde des modernen ...
- 1:31:54... Neuseeländischen Weins, wurde der Ausschank von Wein bzw. Alkohol ...
- 1:31:59... in Restaurants wieder regulär erlaubt. 1970 dominierten noch die deutschen ...
- 1:32:04... Rebsorten wie zum Beispiel in Möller-Togau. Die Neuseeländischen Weinberge ...
- 1:32:081990 war der Schadonni die absolut führende Weiswein-Rebsorte in Neuseeland ...
- 1:32:14... und seit 2005 ist der Sauvignon Blanc die unangefochtene Nummer 1 ...
- 1:32:19... in Neuseeland, in der Rebsortenkultur dort und das wahrscheinlich ...
- 1:32:23... weil sie es ganz einfach schaffen einen ganz eigenen Stil zu etablieren.
- 1:32:27Und parallel mit diesen eigentlich internationalen Rebsorten ...
- 1:32:31... entwickelte sich auch die weltweite Präsenz der Neuseeländischen Wein ...
- 1:32:34... 1982 exportierte Neuseeland 0,5 Millionen Liter Wein.
- 1:32:382011 waren es bereits 179 Millionen Liter Wein, was damals 70 Prozent ...
- 1:32:44... der Produktion entsprach. Heute sind es 85 Prozent.
- 1:32:48Und mitverantwortlich dafür zeichnet sich ohne Frage Joseph Babbage, der junge Mann, ...
- 1:32:53... der große Junge, der damit die ersten Weinberge mit eigener Handpflanze ...
- 1:32:59... und mit mutigem Pioniergeist und einem unfassbar schlichten Edikett ...
- 1:33:03... es wirklich geschafft hat, den Neuseeländischen Sauvignon Blanc weltweit zu etablieren.
- 1:33:08Heute wird das Feingut von den Söhnen des 1983 leider verstorbenen Joseph Babbage geführt ...
- 1:33:13... um Peter und Joe, schein den gleichen Pioniergeist und Innovationsgeist ...
- 1:33:18... an den Tag zu legen, wie einst ihr Vater.
- 1:33:20Natürlich, wenn man von Neuseeland redet, muss man vom Marlboro reden.
- 1:33:24Mit dem Sonnenreich Neuseeland, 2400 Sonnenstunden, ein dramatisches Wechselspiel aus Maritime und Kontinental im Klima.
- 1:33:32Denn dort in den Tee-Land zwischen den Southern Alps und der Pazifiküste entstehen Sauvignon Blancs, ...
- 1:33:38... die ziemlich seit Beginn an, seit Mitte der 90er Jahre die Welt in Stauern versetzt hat.
- 1:33:4470 Prozent der gesamten Rebfläche, 23.000 Hektar, finden sich dort.
- 1:33:4885 Prozent der Rebfläche sind mit Sauvignon Blanc bestückt.
- 1:33:52Es ist Sauvignon Blanc-Land und es ist Babbage-Land.
- 1:33:55Es ist ein trockenes Land, ist definitiv nicht viel, aber die Chance ist dabei, die Vorteile daraus zu rekrutieren.
- 1:34:03Und so arbeiten bereits 80 Prozent der Weingüter nachhaltig, bis 2030 sollen 80 Prozent der Weingüter zertifiziert sein.
- 1:34:11Ja, was ist ein Thema?
- 1:34:12Aber wahrscheinlich sind genau deshalb diese Schwemmlandböden auf der einen Seite, ...
- 1:34:16... auf der anderen Seite die Kalk- und Kiesablagerung so absolut perfekt für die Entwicklung des Sauvignon Blancs.
- 1:34:21Die einen Böden regulieren die Feuchtigkeit, die anderen sorgen für Frisch und Präzision in den Wein, was man schmeckt.
- 1:34:28Babbage-Land, das finde ich wiederum so faszinierend, schafft es mit seinem Sauvignon Blanc, ...
- 1:34:32... einen ausdruckstarken, einen charaktervollen, einen expressiven, einen aromenstarken Wein zu erzeugen, ...
- 1:34:38... der aber nicht kitschig wirkt.
- 1:34:40Der nicht wirkt wie Disneyland im Glas, sondern der eine Authentizität hat, wo man sagt, so etwas kann nur aus nur Seeland stammen.
- 1:34:47Und wenn man das schafft, dann ist es großartig.
- 1:34:50Vielen lieben Dank dafür. Vielen Dank für den Weg für ihr. Dank für die Energie.
- 1:34:54Vielen Dank für diese besonderen Weine.
- 1:34:56Dem Hause Babbage aus Neuseeland.
- 1:34:58Und natürlich auch dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
- 1:35:02Ja, man denkt ja immer, ja klar geht, kannst du, wie es geht?
- 1:35:16Aber ich glaube, man unterschätzt das. Also, ich glaube, was man am allermeisten unterschätzt, ...
- 1:35:20... ist die Kondition, die man braucht. Also dieses stundenlang auf den Weinen, lange Wege, immer unter Strom.
- 1:35:28Ja, die Stress.
- 1:35:31Ja, man ist ja permanent auch am reagieren. Also, man passt sich ja einer Struktur an.
- 1:35:38Also die Küche, der Gast. Und man hat ja überhaupt keine Chance, sich daraus zu nehmen.
- 1:35:44Man muss ja wirklich fünf Arme oder fünf Tage am Stück dann eben einfach abliefern.
- 1:35:49Also, wenn jetzt jemand sagt, kannst du mal eine Woche mich als Normalier vertreten, ...
- 1:35:54... dann würde ich das wahrscheinlich machen und brauche danach eine Kuh.
- 1:35:57So ungefähr, ja. Aber richtig dauerhaft.
- 1:36:00Aber du mittels malen bist, du bist niemals Endpunkt.
- 1:36:03Du bist immer zwischen einem, zwischen Gast und zwischen Küche oder zwischen Winzer ...
- 1:36:08... und zwischen dann letztlich Chef, wenn dich selber der Chef bist.
- 1:36:12Du bist immer nur springbar zwischen allen, was man glaube ich nicht unterschätzen darf ...
- 1:36:16... und dieses nicht allein sein.
- 1:36:18Diese ständigen Kommunikation mit dem Service Team, mit dem Gas, mit der Küche und so weiter.
- 1:36:23Und dieses eigentlich zehn Stunden am Tag oder acht Stunden am Tag, reden, reden, reden, reden, ...
- 1:36:28... sich austauschen, agieren, reagieren und so weiter.
- 1:36:32Und das ist glaube ich das, was ich auch mal sehr, was ich auch im Leben hält.
- 1:36:37Aber wo du die Lebensenergie noch für brauchst, die wir als U50 vielleicht nicht mehr ganz so haben.
- 1:36:45Alles gut zusammen.
- 1:36:47Ich glaube so dieses einmal machen, dass das kann schon jeder, ...
- 1:36:49... weil so ein bisschen plappern und unterhalten und so weiter oder begeistern.
- 1:36:52Aber die Kontinuität, dann auch Stammgäste immer wieder zu verzaubern, zu begeistern.
- 1:36:57Was man ja auch nicht unterschätzen darf.
- 1:36:59Die kommen einmal die Woche rein und du brauchst jedes Mal einen neuen, weinen, ...
- 1:37:02... neue Geschichte, in der im Geschmacksbild oder eben auch eine Betrachtung.
- 1:37:05Du hast so halt 60!
- 1:37:07...
- 1:37:09Du hast das jetzt noch besser umrissen als ich, aber ich weiß gar nicht.
- 1:37:13Also das, was du beschreibst, find ich cool, weil so tief bin ich jetzt gedanklich gar nicht drin,
- 1:37:18aber ich hab noch so einen Aspekt, den ich glaube ich unterschätzen würde,
- 1:37:23vielleicht du nicht. Ich glaube die Abläufe, wo es so wichtig ist, dass die reibungslos funktionieren,
- 1:37:33damit du nicht völlig absäubst oder damit du den anderen in deinem Umfeld gerecht wirst.
- 1:37:38Das ist allen voran den Leuten in der Küche. Das darf man nicht unterschätzen. Wenn da Routine fehlt,
- 1:37:43glaube ich, kann es sehr schnell holprig werden. Und das glaube ich, da man jetzt so einfach mal
- 1:37:53einen Top-Laden einsteigen und sagen, ich mach jetzt hier mal 14 Tage das Firmel,
- 1:37:56das kann auch in einem Desaster enden und ich glaube, du bist abends völlig im Marsch.
- 1:38:00Das braucht doch nicht mal ein Top-Laden sein und ich glaube da, genau mit diesen Ausführungen
- 1:38:05und mit diesen Auslöserflören von dem Ablauf kann ich nachvollziehen, was du gesagt hast,
- 1:38:10dass es eben auf der einen Seite Wettbewerbsgrößen geben kann, die aber eine ganz andere Aufstellung
- 1:38:15brauchen, wenn sie dann irgendwann im Laden funktionieren, weil du ja als Zombie alles aufhalten kannst.
- 1:38:20Du kannst dir sagen hier, keine Vorspeise bevor nicht mein erster Wein drin ist,
- 1:38:24wenn du aber nicht hinterherkommst mit dem Wein, dann bringst du alles zum Stocken bzw. andersrum,
- 1:38:30wenn du halt nicht die Kompetenz, die Autorität hast, das klar zu definieren und die Vorspeise
- 1:38:34kommt und dein Wein von dem Weinmenü, deine ersten zwei Weine sind nicht im Glas, dann
- 1:38:39hängst du da und dann ist mehr oder weniger gerade am Anfang oder von mir ist auch am
- 1:38:43Schluss oder von einfach noch immer alles im Eimer. Nur weil du selber nicht auf die Reihe
- 1:38:47kriegst, dich nicht in dieses Team eingelittern kannst bzw. die Abläufe nicht liefern kannst.
- 1:38:51Ja, ich glaube auf diese Schlachten, na ja, keine Lust. Aber würdest du gerne mal in
- 1:38:58irgendeinem Laden nochmal arbeiten? Also hast du da irgendwie ein Traumladen, wo du sagst,
- 1:39:01boah, das wär schon mal richtig cool? Im Norma oder im Granium oder was auch immer. Also da in der,
- 1:39:09nicht im Norma, im Norma. Im Norma. Du trinkst doch halbens mit.
- 1:39:17Ich würde gerne was trinken, aber du bietst mir nichts an, ich hab hier ein Rotwein vorbereitet,
- 1:39:22ich fahr die ganze Zeit auf deine Freizeitung, aber du bist ja noch im Shampoos beschäftigt.
- 1:39:26Aber ich trink zwischen euch auf Wasser. Also nicht jeder Schluck, jeder Schluckgeräusch,
- 1:39:31der du hörst, ist Shampoos. Ich denke auch, ich hab fast ein Liter Wasser schon weggeblichtet.
- 1:39:35Im Norma würde ich auch mal. Ja, im Norma. Peinlich, schön.
- 1:39:42Mega. Aber die Gebäste an Laden, wo du sagst, hör auf, es reicht, Schätz vorbei.
- 1:39:49Wollt ihr gerne mal deinen Können, deinen Wissen oder dich selber an die Grenze bringen würdest?
- 1:39:58Ja, ich glaube, ich bin oft genug mit anderen Themen an der Grenze, da muss ich jetzt nicht noch.
- 1:40:03Nee, vielleicht mal eine Weinbar, irgendwie hier so, was du so umfüllst. Ihr wisst,
- 1:40:10die Valentinen mit ihrer Bariks, das ist ja schon echt cool und nett. Und dann sehe ich ja auch das
- 1:40:14Freunde von ihr und dass die auch mal sagen, Valentine, wenn du um Urlaub bist, mach ich mal
- 1:40:18drei Tage deine Bar und dann denke ich, das könntest du auch mal machen. Da hätte ich auch mal Bock drauf.
- 1:40:22So in diesem bescheidenen Rahmen könnte ich mir das vielleicht auch vorstellen. Aber ich
- 1:40:28bin nicht so vermissen, dass ich sage, ich gehe jetzt hier in irgendein international renommiertes
- 1:40:35Spitznastoren und erfülle mir hier meinen Trauben und mache hier einen auf Somalia ein paar Tage.
- 1:40:40Ich glaube, da bin ich zu euch. Aber rein vom Traum, also was dich rein? Nee, gar nicht.
- 1:40:45Ich weiß nicht, was ich oft gefragt werde. Könntest du dir vorstellen, Winzer zu werden?
- 1:40:50Nein, keine. Kannst du nicht? Also deinen eigenen Wein mal machen und selber mit dem wissen,
- 1:40:55was du auch hast. Du hast ja von der Seite auch eine ganz andere Tiefsinnigkeit, als vielleicht
- 1:41:00mancher Winzer es hat. Also glaubst du nicht, dass du es ganz überreichern könntest?
- 1:41:03Ich sehe aber die Arbeit in Umwartungen. Also es gibt Handwerkliche Berufe,
- 1:41:10die mich vielleicht eher reizen als Winzer. Bei Winzer habe ich auch ein bisschen Schiss
- 1:41:14davor. Du hast ja nur einen Schuss im Jahr. Bist ja den ganzen Jahr am Acker und im Weinberg.
- 1:41:19Dann hast du deine ganzen fortieblichen Themen. Dann hast du deine Personal-Themen und was
- 1:41:22war alles? Und ich glaube, administrative Sachen. Was Winzer heute machen wird. Das sieht kein Mensch,
- 1:41:27was da alles auf die einprasselt. Und dann hast du diesen einen Schuss.
- 1:41:30Und dann siehst du, dass der Kram dir verfault, weil gerade irgendwie...
- 1:41:32Genau, dann hast du den Scheiß spätfroß. Wir waren ja vorhin in Sachsen, was da letztes
- 1:41:36Jahr abging. Also dann hast du, bist du aufgestellt, hast eine Strategie, hast gerade was angepflanzt
- 1:41:41und hast dann "Hey, in drei Jahren machen wir diesen Wohnzimmer." Und dann funktioniert
- 1:41:43das auf einmal alles nicht, weil ein Jahr lang fehlt und du wirtschaftlich total in die
- 1:41:46Knie gehst. Boah, oder die Eier und diese Nerven musst du erst mal haben. Das ist...
- 1:41:51Nee, ich glaube, da wären Berufe, die mich mehr reizen würden, weil...
- 1:41:56Zum Beispiel? Weil du sagst handwerklich, was wärst du? Was wär ein Beruf, wenn du jetzt
- 1:42:01Monkrismoderationsverbot, weil du doof warst?
- 1:42:05Weil mein Beispiel hier, das hat vielleicht ein bisschen was mit diesem Eisthema meines
- 1:42:10Vaters zu tun. Also was ich total bewundere, ist diese Brotschmiede hier in Köln. Brot,
- 1:42:15PR, UT, irgendwie Norwegen, glaube ich, geschrieben, die machen nur Brot, keine Brötchen, keinen
- 1:42:21Kuchen. Ich glaube, 6, 7, 8, ne handwerklich High End. Also was du Gerzeiten betrifft und
- 1:42:28so, das ist alles ganz alte Schule und aber sehr, sehr schick in seiner gläsernen Backstube
- 1:42:34insiniert und die Leute stehen Schlange, das Brot kostet unglaublich viel Geld, aber
- 1:42:40alle wollen's haben. Und wenn du ein Handwerk so perfekt beherrschst und so gut darstellt,
- 1:42:47dass dir die Leute einfach die Wude einrennen und jeder schätzt das Produkt, was du tag
- 1:42:51ein tag aus solide produzierst, das finde ich. Das finde ich, weil, oder ich war mal, ich
- 1:42:59hatte mal das Glück beim Urmacher, da war, wir haben für das Sommelierkonzert für eine
- 1:43:05große Urnschmiede aus der Schweiz, haben wir Veranstaltung moderiert und da sind wir
- 1:43:08bei Juwelio gelandet, die unter anderem auch eigene Urmacher hatten. Also da gab's eine
- 1:43:12Urnabteilung und da gab's einen Urmachermeister, der eben so die teuren Urnen gewartet hat.
- 1:43:17Und der hat mir einmal erlaubt, da mal so ein paar Stunden zuzugucken. Ich mir mir selber
- 1:43:21die Spucke weggeblieben, also wie die da so mit dieser fantastischen Motorik so unglaublich
- 1:43:28komplexe Urwerke da mit winzigsten Instrumenten bearbeiten, das habe ich so gedacht, boah,
- 1:43:36das ist groß. Oder so Goldschmiede, die beeindrucken mich auch solche Leute. So, solche Sachen,
- 1:43:43das fasziniert mich.
- 1:43:44Hast du eher vorstellen als Winzer?
- 1:43:46Ja, ja, du warst da, ja, Winzer ist natürlich ein großer Wein, ist beeindruckend und ich
- 1:43:52war ja nicht umsonst zu frei, nicht umsonst zu gerne zu winzeln und steht dann da und
- 1:43:56erstaunen, was die hier, der Jahr einen Jahr aus muss man ja sagen, dann eben produzieren
- 1:44:00und wie die mit dem Wetter Capriolen umgehen und so weiter, alles bekannt, das beeindruckt
- 1:44:06mich. Aber ich glaube, es wäre nicht mein Beruf. Ich glaube, es gibt die Sachen, die mich noch
- 1:44:12mehr faszinieren, aber ja, mit falsch abgebogen, da hatten wir heute schon mal.
- 1:44:17Zurück zum Sommi, hattest du mal ein schönstes und schlechtestes oder schrecklichstes Sommi-Erlebnis?
- 1:44:23Schlimmer. Ja, schlimmer, nicht. Ich habe mal an einem Tisch ein Wein präsentiert und
- 1:44:30eigentlich sehr positiv besprochen den Wein auch. Aber es ist schon auch eine gewisse Euphorie
- 1:44:36für dieses Produkt transportiert, aber fachlich glaube ich ein paar Sachen durcheinander gebracht
- 1:44:41und hat nicht geschmackert, dass am Nachbar-Tisch der Winzer sitzt.
- 1:44:45Oh nein!
- 1:44:46Da konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen. Da heißt, ich habe wirklich, ich habe da
- 1:44:52eine Nacht gelegen und jetzt musste ich über dich gedacht haben.
- 1:44:54Ja, du wusstest das nicht, das nenne ich nicht den Namen, aber er war wirklich so. Ich stand
- 1:45:00da an dem Tisch und habe den Wein gesprochen und also ich habe den Wein nicht zum Tisch
- 1:45:05überhat, weil ich den Feinen blöd fand, sondern ich habe den Mittagabfall, weil ich den Wein
- 1:45:07cool fand und habe dann meine Euphorie vielleicht ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen und
- 1:45:12ich glaube ein paar Sachen erzählte ich nicht ganz korrekt waren und im Nachhinein, eine
- 1:45:16Stunde später habe ich geschnackert, dass der Winzer am Nimmentisch saß und das alles
- 1:45:18zugehört hat und das ist krass, dieses Gefühl packt mich jetzt wieder, da habe ich mich
- 1:45:24echt ein bisschen geschämt und dachte, wie doof, also ist er doof gelaufen.
- 1:45:29Und du wusstest es nicht anders oder du hast improvisiert oder nein, hattest du falsche
- 1:45:32Informationen oder hast du improvisiert? Man kann ja manchmal auch so alle weil...
- 1:45:36Weil er musste in einem Euphorie und dann hat er dann der Gast eine Frage gestellt und
- 1:45:40dann geht er auf allen und dann wusstest du nicht die Antwort, dann wirst du natürlich
- 1:45:43auch kein, wirst du auch nicht sagen, das weißt du nicht und dann hast du irgendwie so aus
- 1:45:47der Lamenke was rausgehauen und dann denkst du ja, vielleicht jetzt nicht ganz richtig
- 1:45:51oder eigentlich war es auch falsch und wenn ich, ich wusstete, dass der daneben,
- 1:45:57das hat einfach meine Gosche gehalten. Das war so, naja, haben wir alle mal.
- 1:46:01Krass, ja. Schönstes? Hast du irgendwas, wo du mit dem Tränchen nach Hause gegangen bist
- 1:46:07und gesagt hast, juhu, schön, dass ich Berufslebe? Ähnliche Situationen, die ganz
- 1:46:15...ein Wein, also wenn ihr auch keine Namen, Weinkritiker oder der Chefredakteur eines
- 1:46:24Weingites war im Restaurant, wobei ich den als solches, ich wusste, dass er das ist,
- 1:46:28aber da habe ich da in dem Moment gar nicht so richtig auf dem Schirm gehabt und eines
- 1:46:34deutschen Weingites und ich habe dann am Nachbarzisch auch Weine, irgendwie das war
- 1:46:40wie Lamm und so und dann ging es so ein bisschen was man machen wollte und dann habe ich
- 1:46:43gesagt, wir machen Deutsch, wir machen Lemberg, habe das dann glaube ich auch recht nachvollziehbar
- 1:46:48argumentativ aufgebaut, also es war dann eben so, dass die Gäste dann auch geil, das wollen
- 1:46:52wir probieren und das hat er natürlich auch mitbekommen und dann passierte folgendes,
- 1:46:55dieser Gast, der am Nachbarzisch startet, der uns allen, allen sehr bekannter Kritiker und
- 1:47:02Chefredakteur damals war, hat dann meine Chefin Christina angerufen und hat gesagt,
- 1:47:05das hat er ja nicht mehr super gefallen, dass dein kleiner junger Assemble die da wieder da
- 1:47:11eine Lanze für deutschen Wein gebrochen hat und einfach, ich glaube die Gäste wollten auch,
- 1:47:15wollten auch Ruhe oder so, keine Ahnung, wollten irgendwas Französisches trinken, kriege jetzt
- 1:47:19nur nach 25 Jahren nicht mehr so zusammen, aber ich habe dem Gast aus vollster Überzeugung
- 1:47:25nachvollziehbar erklärt, warum er doch jetzt mal eine Lemberger trinken soll so und das scheint
- 1:47:31Eindruck hinterlassen zu haben, dass am nächsten Tag Fischerin zu mir kam und gesagt,
- 1:47:35übrigens, habe ich gerade einen interessanten Anruf bekommen und das fand ich dann halt cool,
- 1:47:40euch dachte okay, wird honoriert, deine Idee und deine, dein Engagement und deine Leidenschaft
- 1:47:51für das Thema, ich will ja nicht sagen, dass es die perfekte Kombination war, aber zumindest
- 1:47:56gab es Leute, die gesagt haben, dass sie das sehr bereichern und sehr wertvoll fanden,
- 1:48:00dass ich mich halt hier so für diese Wein-Stilistik eingesetzt habe und das fand ich so,
- 1:48:04das hat mich dann auch ein Stück weit getragen und ich dachte, ja cool, großartig, schön berührend.
- 1:48:09Also jetzt kannst du ja relativ gut quatschen, auf der anderen Seite hatten Zomin natürlich
- 1:48:12eine andere Aufgabe, also sprich sollte kombinieren, würdest du es grundsätzlich unterteilen und
- 1:48:17unterscheiden, dass du sagst, auf der einen Seite gibt es eben die Handwerker, die hingehen und die
- 1:48:22Speise sehen und sagen, das ist der perfekte Wein dafür und auf der anderen Seite gibt es die
- 1:48:26Laversäcke, so wie jetzt vielleicht du einer bist, warst jetzt direkt, also wo siehst du dich da
- 1:48:33oder findest du, du kannst alles oder kannst beides oder hast du eine klare Ausrichtung,
- 1:48:38sollte man dir haben? Ja, es gab ja schon so die Fischerschule, also da gab es ja schon so,
- 1:48:42ohne dass ich die jetzt noch so... Sie war ja mit Wein und Speisen da ganz
- 1:48:47extra, oder? Ja, das war ja, ich war ja jetzt nicht so... Hat ja auch Pücher geschrieben und war ja
- 1:48:51sicherlich auch eine der ersten, die das so richtig aufgefächert hat und ich meine letztendlich
- 1:48:56war es bei ihr das Kochtuell, ihre Aufgabe war ja am Ende der Sendung zu den zwei Gängen,
- 1:49:02die die Kollegen da sich gerade erkocht haben, einen Wein zu präsentieren, das war ja ihre
- 1:49:09Visitenkarte und das hat sie perfektioniert, dann auch in dieser Sendung über die Idee der Sendung
- 1:49:16perfekt inszeniert und ja so ein Gesicht gegeben, Hendrik und Kai Schadner dann später auch,
- 1:49:24aber Christina war ja die erste und das war dann praktisch so ihr USP und das hat sie im Fischers
- 1:49:29mit ihrem Service und Formuliertiemen mit der Glasweise Weinbegleitung aber dann auch später
- 1:49:35in ihren Seminaren und in ihren Büchern hat weiter gespielt so und das hab ich natürlich
- 1:49:43eingetrichtert bekommen, das war ja so die DNA des Hauses. Jetzt unter uns, das lange noch her,
- 1:49:51wir haben natürlich dann auch irgendwann... Ja, anders auch Leid, also weißt du, wenn du jahrelang
- 1:49:57jeden Abend mit den Flaschen unter den Armen zum Tisch rennst und dieselben Nummer erziehst,
- 1:50:02du kannst ja selber nicht mehr zuhören, du glaubst ja selber nicht mehr, also machst
- 1:50:07er das dann halt? Also ich war so und ich glaube Sebastian hatte ehemalige Spielchen. Also ich
- 1:50:11hatte dann oft noch so ein Spaß, ja die Stammkunden die kümmer ich, ja die, vielleicht haut mir mal
- 1:50:18irgendjemand gegen Schienenbein auf der Straße, dann weiß ich warum, ja den Fortgast gehört,
- 1:50:22aber ich hab mir dann oft so den Spaß, ich hab die Flasche weingeschnappt und hab mir auf dem Weg
- 1:50:27zum Gast überlegt was erzähle ich dir? Also ich hab jetzt nicht überlegt was passt zu dem Essen,
- 1:50:31also ich hab jetzt jetzt, also völlig absurden Quatsch hab ich jetzt auch nicht gemacht,
- 1:50:35aber ich wusste so, das könnte halt was passen und hab dann mir so erst auf dem Weg dahin oder
- 1:50:39kurz vor dem Gast oder am Gast überlegt was erzählst du dir jetzt, warum passt das? Einfach
- 1:50:43um selber nochmal so einen Spannung da reinzubringen, damit er auch irgendwie... Das ist natürlich
- 1:50:50echt krass, aber das war halt so, du kannst nicht jeden Abend immer das selber erzählen.
- 1:50:55Es gibt ja so Zeiten, da hast du halt so aufgrund der Jahreszeit gewisse Speisen und du hast
- 1:51:01gewisse Weins, die du immer erzählst und wenn du das das 500. Mal erzählt hast, dann kannst du
- 1:51:05dich selber nicht mal hören, dann halt okay, sind's mal in anderen Weiden und guckst ob der Gast
- 1:51:09den wir genauso schmeckt, der Gast war glücklich, der war zufrieden, für den war es vielleicht sogar
- 1:51:12besser, weil er mal was anderes erlebt hat und das habe ich dann so ein bisschen, so Sebastian und
- 1:51:17ich haben da so mal unsere Speße gemacht, das war so mein Umgang mit der Situation, wie gesagt,
- 1:51:27wir haben keine Weine serviert, die nicht passen, sondern wir haben einfach mal, guck mir nehmen
- 1:51:33wir mal das mit, mal gucken wie wir das interpretieren und mal ein bisschen sportlicher rangehen und
- 1:51:38das war dann so unsere Art der Weinansprache. Es war ja auch schön, weil du dich dann selber auch
- 1:51:45erweiterst und dich selber experimentell und eben auch wenig trainierst dann irgendwo, was ja
- 1:51:51wichtig ist um deine eigene Identität dann auch letztlich zu bekommen. Hatte man eine Weinspeisen
- 1:51:56Kombination, wo du sagst, boah, das war es ultimative, dass wenn ich so was nochmal probieren kann,
- 1:52:03manchmal ist ja auch ein Spiel der verschiedenen Situationen, aber jetzt ist es rein auf dieses
- 1:52:07technische runtergebrochen, wie es vielleicht Christina gelebt hat oder wie ihr es dort erlebt
- 1:52:13habt oder selber inszeniert oder selber definiert habt. Ich glaube es ist eher so Momente so wurde,
- 1:52:19wo es halt so ein perfektes Essen gab und dann kam der Summeli mit einem Wein,
- 1:52:25den du nicht auf den Schirm hattest und dachtest, wow, also so aus der Jüngstenvergangenheit,
- 1:52:31den Namen hatten wir heute schon mal. Marco Franzelin. Ja, ich war mit dem Sonora. Da geht es
- 1:52:41irgendwie da. Aber hey mir zu sein. Und da war es so, wir haben das Menü hoch und
- 1:52:48runter gegessen und dann gab es irgendwann Klassiker, so Lammkarre, Limousinlamm, war das
- 1:52:54irgendwie, genau. Und dann kann ich mich erinnern, es gab irgendwie geschmorte Paprika und so
- 1:53:03eine Tortellinie, so eine Oberginentortellinie gefüllt, das habe ich noch ganz gut im Kopf.
- 1:53:07Und dann kam der mit einer Flasche, eine Mattenung, weiß ich noch. Und ich sah ihn schon anlaufen,
- 1:53:13dachte, was will er denn, da hast du ja eh, erst mal so, hast du ja eh, wie ich nicht probiert.
- 1:53:19Und was ist denn, also so ein, so erste dachte ich, was hier langweilig ist, dass er jetzt
- 1:53:25damit kommt. Er hatte, ich heiße San Marco von Castello de Rampolla, San Marco. Aber
- 1:53:3296, also richtig reif. Wow, schön. Wow. Ich so, wann hast du denn das, also der muss
- 1:53:39jetzt schon Jahrzehnten überlegen, wann er das letzte Mal betonen hat. Also ewig nicht,
- 1:53:42Castile hatte das viel auch alt. Ja. Und dann checkt er das aus und ich dachte, ist das
- 1:53:48krass. Also erst mal war das viel, viel, viel frischer als in meiner theoretischen Herangehensweise.
- 1:53:53Ich hatte also eine ganz andere Stilistik erwartet, also viel reifer, viel oxidativer,
- 1:53:57viel mehr Unterholz, ganz andere Farbe. Also der Wein als solches so, richtig, ey cool,
- 1:54:05krass. Und dann haben wir das halt so sukzessive und zum Essen rangearbeitet und das hat echt,
- 1:54:15das hat halt einfach von diesen so leicht Mürbengärbstoffen, das hat da so richtig reingepasst
- 1:54:20und das war so, wo ich dachte, dafür machst du das, weil du würdest diesen Wein wahrscheinlich
- 1:54:26nie bestellen. Du hast es ewig nicht getrunken und jetzt kommt er da um die Ecke mit so einer
- 1:54:33super perfekt gereift Macken, um wo immer er die her hat, denn die war einfach, die Flasche
- 1:54:37war perfekt. Und ich, das hatte er ja auch, ich habe ja gesehen, es hat dann vielen Tischen
- 1:54:41gemacht. Also das war ja eine ganz klarer Strategie, denn das hat er jetzt nicht irgendwie
- 1:54:43aufgemacht und dann ist man zählst du den Pferd, sondern der hat das, das war das Thema
- 1:54:48des Amts da. Und ich habe nur so gedacht, ey wow, das war jetzt irgendwie, war schön.
- 1:54:54Also da habe ich mich gefreut, meine Freundin kannte den Wein nicht und ich habe ihnen erzählt,
- 1:54:58dass wir das für Fischers hatten. Ich habe auch einen Freund aus selbst, der ist sehr
- 1:55:01Weinerfiend, der hat das auch viel gekauft, da haben wir das tatsächlich in den 90ern,
- 1:55:06Anfang der 2000er haben wir das da getrunken und jetzt kommt er da und serviert uns diesen
- 1:55:10Warten. Da habe ich so, das fand ich, so mal ein Beispiel, aber es gibt ja auch so Beispiele,
- 1:55:15wo die Situation einfach stimmt. Also ich bin ja sehr gerne in den Bergen unterwegs
- 1:55:20und versuche dann eben mit meiner schlechten Kondition irgendwie den Berg hochzukommen.
- 1:55:25Und wenn du dann, was ich nicht, sechs Stunden bergaufgelaufen bist und anderthalb tausend
- 1:55:28Höhenmeter in den Waden hast und du kommst auf so einer Hütte an und der wird, stellt
- 1:55:32dir eine, eine Platte mit Thüringer Speck, Thüringer Speck ist auch geil. Mit Thüringer
- 1:55:39Speck hin und serviert dir ein solides Glas Wearnatsch. Das ist auch perfekt, ne? Da brauchst
- 1:55:45du auch nichts. Also dann denkst du auch, die Luft, das Licht, der Speck, der Wein, hier
- 1:55:53ist alles eins, hier ist alles perfekt. Und das ist so...
- 1:55:57Wie viel Prozent beim Weintrinken macht das, macht die Umgebung aus. Beim absolut perfekten
- 1:56:02Weintrinken. Also sowohl jetzt als das, was es dort ist, dass du, ich glaube, wäre es
- 1:56:08ein wirklich scheiß Wein, dann würdest du trotzdem nicht gerne trinken oder nicht als
- 1:56:14Weinwerten oder als Weinerlebniswerten, der Wein muss einen gewissen Grundanspruch haben.
- 1:56:17Dann trotz allem. Würde ich mal prognostizieren. Und dann auf der anderen Seite, wie stark
- 1:56:23kann man das beeinflussen? Also die Grundstruktur, also das, was wir so von den Wein erwarten,
- 1:56:35muss natürlich da sein. Da brauchen wir nicht so ein Bewegen dazu, sondern wir Profis genug.
- 1:56:38Das Setting beeinflusst dich, das ist klar. Dann haben wir ja diese ganzen Urlaubsthematiken,
- 1:56:46das eben im Sonnenuntergang und was weiß ich, was wir so für Bilder dann eben gerne inszenieren,
- 1:56:55das eben dann alles irgendwie perfekt ist. Und das wird den, das Getränk, was wir da wahrnehmen,
- 1:57:0014 Tage später bei uns zu Hause am Küchentisch auf einmal anders schmecken. Weil eben nicht
- 1:57:07die Vögel zwitschern und ja die Sonne mittelmehr versinkt und so. Also das ist Vätern und
- 1:57:13dann auf einmal denkt man, was hast du denn da wieder gekauft? Das haben wir alle. Und
- 1:57:18in unserem Umfeld hier. Sogar wir. Ja sogar wir. Nämlich, also wenn irgendein Sommer um
- 1:57:24die Ecke kommt oder ein Beinhändler sagt, also würde mir niemals passieren, oder weiß
- 1:57:29es nicht, aber das ist komisch. Wir sind alle nur Menschen. Aber, ich habe da mal was gehört
- 1:57:36von einem sehr, sehr, sehr geschätzten Kollegen, der leider, glaube ich, momentan nicht so
- 1:57:42gut geht. Gibonfer. Kann man über die Gibonferschule mit den Aromen halten, was man will. Er war
- 1:57:51aus meiner Sicht ein ganz großer Weinkenner und er war einer, der wirklich Leute anstechen
- 1:57:56konnte. Also der konnte Weinbegeisterung transportieren und konnte junge Leute auch
- 1:58:01motivieren. Das war, glaube ich, eine Gabe, die er hatte. Der hat uns im Zominik College
- 1:58:05mal was erklärt und das habe ich eigentlich für mich so mitgenommen. Der hat uns einfach
- 1:58:11erklärt, wenn du sitzt im Urlaub und du ist da ein Stück Brot, was dort gebacken wurde
- 1:58:17und du ist das von einem Teller, der dort gewaschen wurde, mit einem Besteck, was dort gewaschen
- 1:58:21wurde und mit einer Serviette, die dort gebacken wurde und trinkst dazu einen Wein, der dort
- 1:58:28entstanden ist. Denn hast du ein Setting, das von einem gewissen mikrobakteriellen Ambiente
- 1:58:37geprägt wurde. Also Hefen und so weiter, die das Brotreifen ließen, hatten im Kontext
- 1:58:43auch Einfluss auf den Wein und beeinflussen das Spülwasser und so weiter und so weiter.
- 1:58:47Die sind in der Luft, die sind auf dem Tisch und die sind überall dran. Das heißt, alles,
- 1:58:50was du da in diesem Setting konsumierst, siehst und rießt und schmeckst, gehört,
- 1:59:00beinflusst dich gegenseitig und gehört dadurch den Stück weit zusammen. Und wenn du jetzt
- 1:59:06ein Stück da rausnimmst, also das Stück Käse oder das Stück Speck oder die Flasche Wein
- 1:59:14und nimmst das mit zu dir nach Köln, hier in die Kölner Südstadt und es hast eben nicht
- 1:59:19mehr das Finchgauer aus Südtiro dazu oder den Speck oder eben das Wasser, was du dazu
- 1:59:25trinkst und diese Werte, die dort gewalt, sondern du konsumierst das in einem anderen
- 1:59:30Kontext. Dann fügt sich das eben nicht mehr so perfekt zusammen und dann schmeckt das
- 1:59:36und riecht das halt auch anders. Und dann ist es eben nicht nur die Luft, das Licht,
- 1:59:42die Urlaubsatmosphäre und das Ambiente im Großen, sondern es sind halt auch chemische
- 1:59:48Themen, die hier mit rein spielen. Und das hat er uns mal, ich kann nicht leider nicht
- 1:59:53so gut wiedergeben wie er, aber das hat er uns damals für mich zumindest sehr nachvollziehbar
- 1:59:59erklärt und das erklärt auch oft diese leichte Enttäuschung, die man dann eben hat und dann
- 2:00:04ist das für mich auch okay. Ich habe oft Sachen, wo ich denke, du musst diesen Käse mitnehmen,
- 2:00:11da musst du und dann sitzt du damit freud und denkst, oh, alter, wie war der besser
- 2:00:19für letzte Woche im Urlaub? Und dann sagen wir, ja klar, da war es eine Urlaubsstimmung.
- 2:00:23Und da gebe ich mich eben nicht mit zufrieden. Ich finde diesen Ansatz von Bonn vor eben echt
- 2:00:28hoch interessant und ich glaube, dass er einen sehr großen Einfluss hat.
- 2:00:32Ich glaube, ich habe es so in dieser Akribie noch niemals durchdacht, durchdekliniert und
- 2:00:40ja, stimmig zu einem Milliarde Prozent bei ist ja nichts anderes als wahrscheinlich,
- 2:00:44als wenn du einen Zaun im Wald ziehst und das gesamte Ökosystem komplett durcheinander
- 2:00:48gebracht wird. Und so ist es da wahrscheinlich auch, also das eine in der Makroversion und
- 2:00:53das andere dort in der Mikroversion, glaube ich, ist es so. Und manchmal ist es dieses
- 2:00:58unbewusste Fühlen, was man überhaupt nicht in Worte kleiden kann, wo halt verschiedene
- 2:01:01Enzyme und Bakterien mit einmal nicht miteinander reagieren. In deinem Gaumen oder in deinem
- 2:01:07Sinn oder in deiner Nachhaltigkeit oder im Glas und wo auch überwinden. Das ist so komplexes Thema.
- 2:01:11Und das hat dem ja mir uns das mal so erklärt hat. Ich gehe damit auch anders um. Also ich weiß
- 2:01:16so, als wenn ich eine Flasche Wein im Urlaub kaufe und denke, oh, da muss ich so meine Flasche mitnehmen,
- 2:01:20dann weiß ich schon, mal sehen, da bin ich immer schon gespannt, wie die zu Hause schmeckt. Aber
- 2:01:23die Enttäuschung ist dann eine andere, ne? Dann nehme ich das so wahr und denke, oh ja, klar,
- 2:01:28macht Sinn. Kann jetzt sich nicht so präsentieren. Super. Aber dann ist es für mich okay. Und es gibt
- 2:01:33ja Leute, da wollen wir noch nicht mal auf klimatische Bedingungen, wie der Körper sich fühlt. Also
- 2:01:38gar nicht Urlaub, sondern allgemein Luftschwurfen, das kommt ja auch nicht so richtig. Wenn ich jetzt
- 2:01:45zum Beispiel jetzt einen dieser beiden Rotweine, die wir ja angedacht haben, dass wir die probieren,
- 2:01:50zum Beispiel in Ziziana, war für mich eine totale Überraschung. Ich kann mir vorstellen,
- 2:01:57wenn man den auf die Zige im Probiert, dass man diesen Wein ganz anders wahrnehmen würde.
- 2:02:04Bestimmt. Aber was heißt bestimmt? Hundertprozentig. Die Erklärung haben wir ja beide jetzt gerade
- 2:02:12runtergebetet. Wollen wir probieren? Gerne. Die gucken mich so an hier. Ich kann ja eh nicht bloß Wasser
- 2:02:22und Kaffee und das andere zu mich treten. Fangen wir mit denen. Du bist ja rein flüssigheitsmäßig,
- 2:02:27bist du ja da gerade völlig überfordert. Ja, ja, ich muss mal gucken, wie lange die Sendung ist.
- 2:02:31Sollte man das? Also ist Kaffee gut beim Wein probieren oder ist das eigentlich egal? Oder
- 2:02:36du probierst ja rein analytisch wahnsinnig viel, weil du auch labortechnisch probierst. Und
- 2:02:42das wäre vielleicht ganz cool, wenn du den Wein mal labortechnisch einfach betrachtest und sagst,
- 2:02:46dass ich den an den Beinen randschreiten würde. Aber ist da Kaffee etwas, was du... Stimmst du was
- 2:02:53überhaupt? Wir haben uns ja hier zur Frühstückstation verabredet und damit habe ich halt einen Kaffee
- 2:03:02gemacht. Aber eigentlich geht das nicht. Also auf keinen Fall. Bei uns im laborumsansorischen
- 2:03:11Labor brauchen wir das gar nicht verbieten, weil die Prüfer sowieso von sich aus wissen, dass sie
- 2:03:18vorher keinen Kaffee... Also die können morgens ein Kaffee trinken, aber die sollten jetzt nicht,
- 2:03:22wenn sie ankommen, erstmal sich ein Espresso reinziehen. Das ist natürlich in so einen Stand schon
- 2:03:26noch großer Klamauk. Weißt du, was der Kaffee macht? Ich denke mal, die Säuren und Gerbsäure,
- 2:03:37beeinflussen natürlich schon extrem die Wahrnehmung der Zunge oder belegen gewisse Teile der Zunge,
- 2:03:43die du dann eben in der Weineanalyse nicht zur Verfügung hast und damit verfälzt du deinen
- 2:03:49Ergebnis. Nicht nur Kaffee, hier ist es selber, Schokolade, Kohle, ganz viele Sachen. Zampasta?
- 2:03:58Zampasta Brot. Also alle, die so einen ähnlichen Effekt haben wollen, meines Wissens nach. Also
- 2:04:03beim Kaffee war auch meiner Erfahrung die Gerbsäure ganz krass. Die Öle, die Phinolik, die da drin
- 2:04:10steckt, dass das so extrem ist und dem Wein maßgeblich beeinflussen, jemand, der das beim
- 2:04:16Kaffee vielleicht nicht so empfinden kann, sollte sich vorher mal die Zähne putzen, dann ein Glas
- 2:04:20Orangene Saft trinken. Das muss ja nicht immer Wein sein, aber dann... Ich spür das gerade. So schön.
- 2:04:27Ja, ja, das ist ein riesen Thema. Wie stellst du sicher, dass die eine Objektivität bei Sensori
- 2:04:39ist sowieso ein Thema, was sehr schwierig ist, aber wie du eine gewisse Grundsituation schaffst,
- 2:04:45dass du ein reproduzierbares Verkostungsergebnis hast. Also dass wenn wir beide heute den Wein
- 2:04:51probieren, dass wir morgen an einem anderen Tag mit anderer Wetterbedingung, an einem anderen Ort
- 2:04:55möglichst nah an das Ergebnis wieder rankommen. Was ist deine Lösung dabei? Ja, was ist deine
- 2:05:01Lösung? Also brauchst du eine bestimmte Farbe zum Beispiel, eine bestimmte Wandfarbe, um da auch
- 2:05:04so ein bisschen nördiger zu werden. Also muss es weiß sein, muss es blau sein, damit es kühl ist,
- 2:05:10ist es vielleicht gelb oder... Neutralität ist natürlich das Wohl. Also bei uns... Weiß.
- 2:05:14Ja, ja, ja, ja, ne weiß das nicht gleich weiß, ne Vorricht. Also wir haben unser Verkostungslabor
- 2:05:20nach einer Dienenorm eingesichtet. Also es gibt gewisse Weißtöne, viel wichtiger, es gibt gewisse
- 2:05:26Lichttemperaturen, also Licht. Wie sagt man bei Licht? Also Lichttemperaturen, also es gibt
- 2:05:31Weiß, Licht, Tageslicht. Lumen. Ja genau, danke. Lumen. In dem Bereich musst du dich bewegen,
- 2:05:38damit du eben diese Grundlichtstimmung hast. Luftfeuchtigkeit, Rauntemperaturen,
- 2:05:47Riesenthema, wobei... Wie guilliert wir das bei euch im Labor? Es wird gemessen und gespeichert und...
- 2:05:55Irre. Ja, ja, da kriegst du... Wir kriegen eine WhatsApp, eine Krine SMS, wenn wir die Traumtemperatur
- 2:06:01unter oder überschreiten oder wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch oder zu niedrig ist. So weit geht das für uns.
- 2:06:06Wow. Wobei, interessanterweise, die Norm nicht sagt, die Norm sagt nicht, die Dienorm sagt nicht,
- 2:06:15dass du dann die Verkostung abbrechen musst, sondern du musst eine Entscheidung fällen. Und die
- 2:06:19Entscheidung fällt immer der Verkostungsleiter. Das heißt, wenn in deiner Verfahrensanweisung definierten
- 2:06:26Luftfeuchtigkeit eine Unter- oder Überschreitungsstand findet, muss der Penneleiter entscheiden,
- 2:06:35ob die Prüfer noch in der Lage sind, objektiv zu bewerten. Und wenn er der Meinung ist,
- 2:06:41das funktioniert nicht, kann er die Prüfung abbrechen. Also du kannst durchaus auch mal einen zu warmen
- 2:06:48Raum haben, wenn die Prüfer sich wohlfühlen. Das ist immer das entscheidende Kriterium, wenn die
- 2:06:53Prüfer sagen, noch ich fühle mich in der Lage oder ich fühle mich wohl und ich bin konzentriert und
- 2:06:57ich rieche und schmecke gut, dann kann man das machen. Wenn allerdings einer der Prüfer sagt,
- 2:07:03oh, ich habe echt ein Problem. Also ich merke, ich kann mich nicht mehr konzentrieren oder ich
- 2:07:10habe das Gefühl, dass meine nasale Wahrnehmung irgendwie verschwommen ist, da muss abgebrochen
- 2:07:17werden, weil dann kriegst du ja kein reproduzierbares Ergebnis mehr zustande. Und dazu brauchst du
- 2:07:22halt diese technische Unterstützung, damit du halt sagst, das mitteilte die Technik, pass mal auf.
- 2:07:26Es ist geradezu hohe Luftfeuchtigkeit und dann kann der Penneleiter sagen, hey, Kollegen,
- 2:07:31wie ist es? Und dann wenn die alle sagen, ne, wir sind gut überwunderbar, dann kannst du weitermachen.
- 2:07:36Aber wenn dann einer sagen, ja, ich habe jetzt echt ein Problem, ja, dann ist Schluss. Ja, Wahnsinn.
- 2:07:42Und was sonst noch? Also Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Raum, Farbe oder Lichtfarbe dabei?
- 2:07:50Und was noch? Musik? Wer Musikenthema, oder Geräusche überhaupt? Nein, es sollte eigentlich,
- 2:07:58Konzentration ist das höchste Gut, also keine Ablenkung. Jetzt nicht irgendwie nebenbei noch
- 2:08:05Podcasts, Musik im Allgemein würde das Ergebnis auch verfälschen, wenn ich da jetzt die Toten
- 2:08:14Hosen spielen würde, aus dass jemand Würgerreflexe bekommt.
- 2:08:17In Düsseldorfer Band in Köln? Nee, ich glaube grundsätzlich ist es ja so, ja,
- 2:08:26meine, gut, wenn du dich beim Musik gut konzentrieren kannst, wo sollte das eigentlich,
- 2:08:30glaube ich, keinen Schaden? Habe ich mich, das ist eine interessante Frage,
- 2:08:33die du noch nie mitgefasst. Wir sagen Ruhm.
- 2:08:36Ja, jetzt zum Beispiel, Winzer machen es ja auch teilweise in, also es mit dem,
- 2:08:41mit der Flüssigkeit, was es macht aufgrund verschiedener Strömungswellen oder eben auch
- 2:08:47Energiewellen etc., das könnte ja dann letztlich eben auch bei der Verkostung als solches sein.
- 2:08:52Da, Musik wäre schon krass. Ja, ich finde Restaurant und Musik auch ganz schrecklich,
- 2:09:01also da macht es ja auch ganz viel. Ja gut, das ist natürlich ein Kompetent.
- 2:09:05Ja, es ist natürlich ein Unterschied. Also in der Restung bist du natürlich ein Gesamtambiente
- 2:09:11schaffen oder, sagen wir mal, eine Gesamtinszenierung bei der sensorischen
- 2:09:17Qualitätskontrolle, das was wir da machen, geht es ja um den maximalen Fokus auf
- 2:09:23die Präsentation des Produktes und alles, was ablenkt. Gerüche sind das allerschlimmste Fremdgerüche.
- 2:09:31Zu warm, zu kalt, zu feucht, zu laut, das hat Einfluss und das müssen wir halt ausschließen.
- 2:09:41So, das ist so ein, wenn du kannst was du nicht machen kannst, du kannst nicht in den Kopf
- 2:09:44des Prüfers reingucken. Ist klar, ich glaube, wir hatten auch eine geschätzte Kollegin,
- 2:09:51die war auch mal so ein bisschen durch den Wind und das mehrere Tage hintereinander und dann
- 2:09:55stellte sie raus, dass ihr so ein sehr krank ist. Und dann haben wir auch gesagt, ja gut,
- 2:10:00ist das vielleicht jetzt nicht so gut, dass du hier kommst, weil wir merken halt einfach,
- 2:10:07du bist nicht bei der Sache. Also wir monitoren ja die Ergebnisse, also es gibt immer,
- 2:10:11man muss das erklären. Wir bewerten auf noch 100 Punkte Scala, das ist jetzt wahrscheinlich
- 2:10:17für die meisten so weit nachvollziehbar, aber wir haben einzelne Parameter in jedem Produkt,
- 2:10:21die auf einer Scala von 0 bis 12 quantifiziert werden. 0, wenn es überhaupt nicht da ist, also
- 2:10:25ich sag mal Farbe und du probierst einen Gin und den Gin ist wasserklar, dann gibst du immer
- 2:10:32einen 0, weil keine Farbe da ist ja wasserklar. Wenn du allerdings einen Iolicoer probierst im
- 2:10:38Gelb, dann hat er wahrscheinlich eine 11 oder eine 12, weil der halt dort der Gelb ist. So,
- 2:10:41um ein ganz krasses Beispiel zu nehmen. Und da sind wir halt, weil wir da Toleranzbereiche definiert
- 2:10:48haben, sind wir darauf angewiesen, dass die Prüfer sich halt hoch konzentriert, dem einzelnen
- 2:10:52Parametern widmen, damit du die halt dann auch, ich sage es wieder, reproduzierbar quantifizieren
- 2:11:00können. Und wenn du dann in dem Monitoring merkst, dass die Kollegin am Dienstag den Iolicoer nach
- 2:11:07Farbe eine 9 gegeben hat und am Donnerstag eine 11, dann denkst du, das ist das selbe Produkt und
- 2:11:15zwei Punkte nicht. Dann muss man halt mal nachfragen, was ist los? Also,
- 2:11:18hast du die Augen hier aufgemacht oder? Und dadurch ist ja alles im Prinzip keine analytischen,
- 2:11:25sondern rein. Sensorisch. Sensorisch. So Wahrnehmungen sind, ist es natürlich maßgeblich
- 2:11:32wichtig, dass diejenigen fit sind. Ja, ja, genau. Ja. Und wie macht ihr es mit den Gerüchen,
- 2:11:41weil es gibt ja im Allgemeinen, es gibt ja Körpergerüche, es gibt ja Waschmittelgerüche, es gibt
- 2:11:47Weichspülergerüche, was teilweise auch bei Weinproben, wenn du unterwegs bist, wo du dicht
- 2:11:50beieinander stehst, meinst du Weinbörse, noch nicht mal das Papar, sondern der eine hat eine
- 2:11:55heftige Anreise, der andere weniger, der eine nimmt halt Kuschelweich oder was auch immer.
- 2:11:59Ah, stehst da neben und denkst, boah, bitte. Ja. Also hier auch nochmal, das liegt in der
- 2:12:08Verantwortung der Prüfer, ich glaube, da sollten sie alle ein bisschen, oder nähen
- 2:12:12ich ein bisschen damit. Alle unsere Verkosterprüfer sollten damit verantwortungsbewusst umgehen.
- 2:12:20Parfum, sowieso schlicht sich generell aus. Ja, also wenn jetzt wirklich einer, also hat man
- 2:12:29eigentlich nicht, dass jetzt irgendjemand so mit einem Wollpulti kam und der roch wie
- 2:12:32eine Flasche Weichspüler. Wie die Katze aus der Karm. Ja, genau. Also das, weißt du,
- 2:12:40hast ja manchmal so Wolle, nimmt ja so Weichspüler, wie man Weichspüler bei Wolle,
- 2:12:44ich bin ja eigentlich hier auch für die Wäsche verantwortlich zu Hause, aber da weiß ich jetzt
- 2:12:48gerade bei Wolle bin ich jetzt nicht so fit. Nee, weißt du so was, da musste jetzt,
- 2:12:52er musste dann vielleicht auch mal sagen, irgendwas steht hier, haste aber auch mal.
- 2:12:57Manchmal ist es irgendwie, dass irgendjemand, keine Ahnung, irgendwas in der Tasche hat,
- 2:13:01irgendwie oder aber eigentlich, nee, die lassen die Sachen draußen.
- 2:13:07Nee, wir haben eher mal das Thema, dass die Mitarbeiter im Customer Service, also die jetzt
- 2:13:16praktisch vor dem Prüfraum sitzen und die Ergebnisse in den Rechner eingeben und die
- 2:13:19Prüfberichte verschicken, dass die sich einen schönen Kaffee machen und dann mit ihren Kaffee
- 2:13:22Tassen da sitzen und dann die Tür auf und zu und dann sagt der Panel-Liter schon mal,
- 2:13:26ey, das riecht hier so nach Kaffee, das haben wir öfters. Und das ist krass, also wenn du
- 2:13:31einen neutralen Raum hast und du hast genau diese Reine. Genau, boah. Also das habe ich oft,
- 2:13:37gerade da haben wir einen Prüfer, also einen Panel-Liter, der ist da sehr pingelig und der
- 2:13:40kommt doch oft zu mir ins Büro und sagt, ey, das riecht schon wieder so nach Kaffee drin,
- 2:13:44wenn da drei, vier Leute vor, also so drei Meter vor dem Eingang sitzen und sich gerade einen Kaffee
- 2:13:50machen und einen Kaffee auf den Schreib zu stellen, das geht nicht, das zieht hier rein. Oder wir haben
- 2:13:58auch, gut, wir haben natürlich die Klimaanlage und Fenster, haben wir da keine Probleme, aber
- 2:14:02es gab auch schon Situationen, wo eben die Prüfer sagen, wir brauchen frische Luft und du kriegst
- 2:14:07ja in die Klimaanlage nicht die Frischluft wie durch den Fenster und dann machen die das Fenster
- 2:14:11auf und irgendeiner im Nachbarhaus brät sich gerade Zwiebeln an. Das ist so krass, das riecht dann
- 2:14:18so intensiv, dass sich alle angucken, jetzt brauchen wir auch nicht weiter machen. Oder wenn gerade
- 2:14:25Karneval ist, weil ich mich dann hochziehe, ist der in den Schreib. Aber jetzt, wir haben Nerodavila
- 2:14:32im Glas, also wisst ihr vorher, was ihr habt oder probiert ihr egal was, also irgendjemand schenkt,
- 2:14:37nee ihr wisst, was ihr habt, um es ordnungsgebnis einzurordnen oder einzutaxieren und du wüsst es
- 2:14:43jetzt, ist Nerodavila aus Sizilien vom Weingut Regaliari 2020er Jahrgang, das weißt du nicht,
- 2:14:50okay. Nee, wir wissen, also bei unseren, also wenn wir bei unserem Hausverfahren Sensitoreanalytics
- 2:14:55wissen wir Jahrgang, den musst du wissen, wir wissen die Rebsorte oder die Kywe,
- 2:15:01wir wissen die Herkunft Sizilien, wir wissen nicht den Produzenten, wir wissen nicht den Ansteller,
- 2:15:08was wir machen, ist ja oftmals ins Kellerwein oder große Apfel, das wissen wir nicht, weil das
- 2:15:14hätte, könnte ja gegebenenfalls Einfluss auf den Prüfergebnis haben, aber du kannst ja nicht
- 2:15:19den Rotwein einschenken und dem Prüfer sagen, das ist Rotwein. An was soll er sich denn orientieren?
- 2:15:26Ob es so typisch ist, ob es authentisch ist, der Nerodavila mit dieser Kirschroten.
- 2:15:32Herkunft typisch und so, das sind ja so die Aspekte, die dann, ich mach noch mal rein, die dann eine
- 2:15:39Rolle spielen. Ganz ganz großes Thema bei uns ist Frische, Jahrgang, weil wir ja empfinden,
- 2:15:45wir kann ich ja sagen, wir arbeiten für einen großen Discounter und da ist halt das Thema Frische,
- 2:15:50großes Thema und wenn du ein Jahrgangswechsel hast, also jetzt kommt ja gerade Massi 24
- 2:15:56in den Markt und du hast schon kurz nach der Füllung Reifetöne, was ja bei so,
- 2:16:02bei den gigantischen Mengen und diesen recht einfachen Qualitäten nicht ganz so einfach
- 2:16:10zu managen ist. Also ich muss, man muss halt einfach auch mal die Erzeuger und Schutzen,
- 2:16:13das ist nicht so einfach, da Reifetöne zu vermeiden und manchmal sind es halt auch
- 2:16:20Jahrgangsaspekte, aber dann wollen wir jetzt wahrscheinlich abdrücken und das, da gucken wir
- 2:16:23halt hin und wir gucken halt, okay, das ist jetzt der 24er und wenn der in dem Thema Reife
- 2:16:29bei uns eine 3 kriegt und der müsste eigentlich eine 0 haben oder eine 1,
- 2:16:33dann haben wir ein Problem und das melden wir und dann muss halt,
- 2:16:36dann muss halt der Einkäufer oder der, so, dann müssen dann halt entscheiden, wie sie damit umgehen,
- 2:16:42das heißt nicht, dass die den Wein nicht verkaufen können, aber man muss halt wissen,
- 2:16:44bei der nächsten Füllung müssen wir gucken, dass das frisch ist, da gibt es ja durchaus technische
- 2:16:49Möglichkeiten oder Küvitiermöglichkeiten, aber das ist halt so der Kern unserer Aufgabe,
- 2:16:56dass wir einfach gucken, sind die vom Händler definierten Parameter hinsichtlich Qualität
- 2:17:03und Typizität, Typizität meint Herkunft, Frische, Rebs und so weiter, sind die erfüllt.
- 2:17:08Okay, eine Bitte, vergess bitte alles, was ihr bisher über italienischen Wein zu wissen glaubt,
- 2:17:30denn umrühren ist hier und das schlägt richtig ein und Schulterrand ist ein Wein,
- 2:17:36der umrühren auf die Weltkarte gebracht hat, der Lungerrott, die Robesco, Reserver,
- 2:17:41Vigni Monticchio 2018, er ist die Antwort auf alle, die denken, nur Toscana und Piermont hätte was zu
- 2:17:48bieten, es geht hier nicht um Trends, es geht um Jahrhunderte alte Weintradition, geballte Handwerkskunst
- 2:17:55und ein Terror, das so einzigartig ist, dass selbst die Wein erschaffenen Götter neideschwerden,
- 2:18:01einschluck und du spürst, wie Song Jovese in seiner absolut besten Form explodiert,
- 2:18:08dazu jeder, der diesen Wein probiert, redurch oder verpelt in Erfurch und Pures genießen und jeder,
- 2:18:14der er möchte nur eins, mehr, das ist umrühren, das ist klasse, das ist der Wein, der alles komplett
- 2:18:20neu definiert, er ist kühn, er ist mächtig, er ist der König von umrühren, der Lungerrotti, Robesco,
- 2:18:29Reserver, Vigni Monticchio 2018, er ist kein Rotwein für schwache Nerven, er ist ein Statement in
- 2:18:36der Flasche und das Geheimnis, es klingt so einfach, perfektes Terror, optimales Klima,
- 2:18:41meisterhafte Handwerkskunst, aber wäre es so einfach, wäre wahrscheinlich jeder andere
- 2:18:45Wein auch im Wein Olymp, also was ist wirklich das Geheimnis, es fängt oft an mit Geschichte,
- 2:18:51unser Blick zurück begibten in späten 1950er Jahren in Toschado, ein malerischem, mittelalterlichen
- 2:18:58Dorf in Umbrien, hier hatte Georgio Lungerrotti, ein visionärer Agrarunternehmer, den Mut und
- 2:19:05die Weizig, das Potenzial dieser Region zu erkennen, aus einer Familie von Landbesitzern
- 2:19:09stammend, also ein Bewusstsein für Landwirtschaft war, schon da verwandelt er das traditionelle
- 2:19:13landwirtschaftliche Gut in ein spezialisiertes Weigut, das heute als synonym für umbrüche
- 2:19:19Weinechsel entsteht, Georgios Philosophie war geprägt von einem tiefen Respekt vor der Tradition,
- 2:19:26der umbrüchen Weinkultur, gepaart mit einem unermüdlichen Streben nach Innovation,
- 2:19:32er setzte auf die Wiederbelebung autotuneräblich und experimentierte gleichzeitig mit neuen
- 2:19:37Anbaumethoden, sein Engagement für den 1968 wiederhole sein Engagement für den 1968 zur
- 2:19:45Anerkennung der DOCG für Toschano Weine, der ersten in Umbrien und der fünften in Italien,
- 2:19:52das mag man sich mal überlegen, irre. 1990 folgte die DOCG für den Toschano Rosso Reserver,
- 2:19:59eine Auszeichnung, die die Qualitäten und Authentizität der Weine unterstrich,
- 2:20:05betont der hervorhob, exponierte oder was auch immer, wow, Giorgio Longarotti, doch er war
- 2:20:12nicht nur ein pioniertes Weinbaus gemeinsam mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Maria Grazia
- 2:20:18Marchetti gründete 1974 das Weinmuseum von Toschano und später das Olivo- und Öhmuseum.
- 2:20:25Diese Institutionen zeugten von der tiefen Verbindung zwischen Wein, Kultur und der Geschichte
- 2:20:32der Region. Also es geht nicht nur um Wein, es geht um dieses gesamte Erlebnis, bemerkenswert.
- 2:20:37Der Rubezco Reserver Vina Monticchio 2018 ist das Flagship des Hauses Longarotti.
- 2:20:43Diese Wein stammt aus den renommierten Monticchio Weinbergen auf dem Brufa-Högel,
- 2:20:49eine Einzellage auf 300 Meter Höhe, die sich über 15 Hektar erstreckt. Die Böden sind viel
- 2:20:55zeitig, bestehen aus Merkel, Ton und Sand, was dem Wein seine einzigartige Komplexität, Kraft und
- 2:21:03Tiefe verleiht. Die QW besteht zu 80% aus Sangevesa und zu 20% aus Canaiollo. Zwei Rebsorten
- 2:21:10sind in der umbrüchen Weintradition verwurzelt. Die selektive Handlese erfolgt im Oktober,
- 2:21:16gefolgt von einer 15-20 Meisterstandszeit in den Edelstein-Tags. Anschließend reift der Wein
- 2:21:22für 12 Monate in Eichenfässern und weitere vier Jahre auf der Flasche, bevor er in den Verkauf kommt.
- 2:21:28Den Wein zu beschreiben, während Kratzer einer Oberfläche man muss ihn einfach erleben.
- 2:21:33Doch warum ist er so außergewöhnlich? Es ist wahrscheinlich umbrieren. In Kombination mit
- 2:21:39Sangevesa. Ich meine, ohne Grund hat Luca Maroni den 2018er mit 99 von 99 Punkten bewertet.
- 2:21:47Was für ein Ritterschlag und eigentlich interessant, dass viele von uns umbrühen gar nicht auf dem
- 2:21:52Schirm haben. Das grüne Herz Italiens, geprägt von atemberaubter Schönheit, perfekt für den
- 2:21:58Weinbau, das nicht nur wegen der Kalk-Lehmhügel, wegen dem kontinentalen Einfluss, wegen den
- 2:22:04warmen Tagen und Kühlenächten. Es ist etwas in dieser Region, was man sonst nirgends in Italien
- 2:22:10wahrscheinlich in Europa findet. Und Luca Rotti hat es erkannt. Vielen Dank dafür,
- 2:22:14doch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Konziu Vini.
- 2:22:19Da gucken wir dann halt genau hin und sagen halt, in unserer Skalierung passt es ins Profil, bewegt
- 2:22:36sich im Toleranzbereich oder ist zu dunkel, ist zu hell, ist zu sauer oder zu wenig Säure,
- 2:22:42präsentiert sich zu süß und so weiter solche Sachen. Oder ist zu reif, hat zu viel Kohlensohre,
- 2:22:48hat zu grobe Kohlensohre, zu feine gibt es ja nicht. Oder Gerbstoff. Man weiß,
- 2:22:57wenn Pinot Noir in seiner samtigen, ihm Natur gegebenen zarten Gerbstoffstruktur liegt,
- 2:23:05hat dann, sagen wir mal, in der Tarnitenbewertung bei noch vier bis fünf auf einer Skala von
- 2:23:11zwölf. Wenn da auf einmal in der austrockenen, der astrigierenden Wahrnehmung von sechs, sieben,
- 2:23:18acht wahrgenommen wird, dann passt das nicht zu diesem Produkt. Und dann spiegelt sich das in
- 2:23:24unserem Prüfbericht wieder und die Entscheider, das sind nicht wir, wir machen nur darauf aufmerksam,
- 2:23:28wir entscheiden nichts, die sagen dann, okay, hier müssen wir mal gucken, was los ist. Oder
- 2:23:31wir müssen im Auge behalten. Oder umgekehrt. Was dann ein Gerbstoff intensiven Rotwein,
- 2:23:36von dem jeder in der Tarninstruktur eine Acht oder Neun erwartet und der kommt jetzt mit seiner
- 2:23:42Zarten Vier daher, dann passt das nicht zu dem Produkt und laufen. Machen wir aufmerksam und dann
- 2:23:48geht man das Thema an. Um mal so eine grobe Idee zu skizzieren, wie wir sensorisch arbeiten. Und das
- 2:24:00immer unter maximalen Laborbedingungen, soweit das Thema Sensorik das hergibt. Wie würdest du den
- 2:24:12Wein jetzt... Ich habe gehört, du hast es schon probiert. Ich war schon dabei, du hattest ja einen
- 2:24:18anderen Vorlauf mit Schaumwein, aber ich lag trocken. Du lagst trocken. Lassen wir dich mal zu Wasser.
- 2:24:26Ja, dunkelkräftige konzentrierte Ehrenfrucht, das was man vom Neodabula erwartet mit einer gewissen
- 2:24:40ganz leichten eingekochten Note. Dieses Gekochte finde ich hier eher zurückhalten, was ihnen mir sehr
- 2:24:52sympathisch macht. Das ist jetzt hochgradig subjektiv, das hat im Labor nichts zu sagen. Aber ich
- 2:24:59mag diese marmeladigen konzentrierten Töne nicht so. Es ist einfach nicht meine Weinwelt. Und hier
- 2:25:12ist das nur angedeutet. Was erstmal für mich cool ist, weil ich diesen Wein jetzt so... Lass
- 2:25:22ich dann mehr an mich ran, weil ich dann denke, das geht schon für mich in die richtige Richtung.
- 2:25:25Wenn der dann so so dicht und eingekocht daherkommt, dann merke ich schon oft. Das kann ein toller
- 2:25:32Wein sein, aber ich merke, ich selber finde mich hier nicht wieder in einer Labor-Situation. Hat
- 2:25:37das überhaupt nichts zu suchen? Das musst du ausblenden. Wenn ich jetzt hier mit meinem Freund
- 2:25:41Silvia ein Wein trinke, gehört es schon dazu. Und da muss ich sagen, spricht mich das sehr an.
- 2:25:45Ich habe gerade mal zurückgeguckt, aus Rückwählte Kette hatte ich nur 13 Alkohol,
- 2:25:49was hier echt mal geil ist. Was überraschend ist zum einen für Sizilien. Vielleicht ist es auf
- 2:25:55grund der Höhenlagen, der wächst in 600 Meter Höhe. Wahrscheinlich. Ich glaube, das macht sehr,
- 2:26:00sehr viel aus. Und dann die Frage, wann sie lesen. Vielleicht auch die Frage, wann sie lesen.
- 2:26:06Aber ich finde, er hat keinen Gründöne und daher ist es auf keinen Fall zu früh lesen,
- 2:26:12sondern es wirkt schon relativ punktiert. Ich habe mich nicht probiert, ich rieche nur noch.
- 2:26:16Aber sowas nimmt ihr allgemein gar nicht in die Überlegung rein, sondern bei euch ist es rein
- 2:26:21über Analythik, wo ihr sagt. Kirschrot, Berndfrucht. Wir haben Marmelade als Marker. Also Marmeladich
- 2:26:30kann durchaus ein Parameter sein, den wir aufnehmen. Weil ja, gewisse Weine das haben,
- 2:26:36sollen und der Markt ist verlangt. Das gibt ja die Erfolgswelle des Primitivos,
- 2:26:43beruht ja auf diese süßlich Marmelade. Ja, genau. Danke. Wenn der Markt das verlangt,
- 2:26:52wenn das Konzept dieses Weines so aussieht, dass genau dieser Aspekt sein muss, damit der
- 2:27:01Markt ihn gutiert, dann müssen wir den natürlich auch bewerten. Aber das habe ich jetzt hier in
- 2:27:08der Nase überhaupt nicht. Das ist nur ganz leicht. Ich finde ihn eher eine frische fruchtige
- 2:27:16Anmutung und weniger dieses schon leicht oxidierte Geschweige, denn eingekochte. Und das finde ich
- 2:27:24auch. Also wenn er es gar nicht hätte, wäre er eben auch so eine Frage, ob er das Thema da nicht
- 2:27:27verfehlen hätte. Als Zizijana natürlich dann auch eine gewisse Herkunftstreue haben muss und eine
- 2:27:34gewisse dicke und dicht dichte Arbeit. Es kann ja auch sein, dass der Wein irgendwo auf einer
- 2:27:39Weinkarte steht. Es gibt kein Zomeg, der den irgendwie bestellt oder einfach aus dem Handel
- 2:27:46oder aus der Online bestellt. Und wenn er halt nur brillant, frisch geradlinig klar, 11,5 Volumenprozent,
- 2:27:53knackig wäre, dann wäre es ja auch nicht so. Ich weiß ja kein Nirodago aus der Zige. Ja,
- 2:28:00genau. Ich weiß genau, was du meinst. Also da bin ich 100 Prozent bei dir. Und am Gaumen hat er
- 2:28:06die Kraft und er hat auch den Schmelz. Aber er hat natürlich eins. Und das ist schon cool. Er hat
- 2:28:11auch eine gewisse Frische über eine doch recht lebendige Säure und damit auch einen gewissen
- 2:28:17Trinkfluss. Und damit kommt er mir dann schon wieder entgegen. Hast du ein anderes Vokabular,
- 2:28:23wenn wir bei dir jetzt den Wein besprechen als wenn du das professionell, nicht nur Labor,
- 2:28:31natürlich, aber in dieser professionellen Ebene? Im Labor sprechen wir fast gar nicht. Wir machen,
- 2:28:37also ja, wir reden auch natürlich über Wein, aber es ist eigentlich so, dass wir uns versuchen,
- 2:28:42aus dieser beschreibenden Analyse rauszuhalten. Also unser System ist so bewusst so aufgesetzt,
- 2:28:52dass die Beschreibung durch Vokabular oder durch diese üblichen Sätze komplett wegfällt. Und
- 2:29:05wir nur einzelne Parameter rauspicken und die quantifizieren. Also es gibt in unserem Labor
- 2:29:10Bericht, in unserem Prüfbericht, fast kein Text. Es gibt eine Zusammenfassung des Panelleiters. Da
- 2:29:19wird aber dann eher so eine übergreifende Analyse. Also wenn dann wirklich mal, also da steht dann
- 2:29:26halt der Wein entspricht seinen regionaltypischen Kriterien und bla bla bla, aber da wird jetzt
- 2:29:34nicht reingeschrieben, die Reife Erdbeere erinnert an weiß ich nicht, bla bla bla. So was wollen wir
- 2:29:40da nicht sehen, weil das ist schwer reproduzierbar. Wir versuchen uns wirklich auf die Parameter und
- 2:29:48deren Intensität zu konzentrieren und das was wir gerne machen, also du und ich und unsere
- 2:29:54Berufssumpf, dass wir über Formulierungen uns erklären, wie wir den Wein wahrnehmen,
- 2:30:00das versuchen wir da eben bewusst auszublenden. Da muss man sich ein bisschen reinfuchsen.
- 2:30:05Wie das Formulier ist natürlich schon dazu neigen, so in unseren Sprechen zu verfallen und uns
- 2:30:13Informationen über dieses uns gelernte Vokabular zu transportieren, das sind halt zwei Welten,
- 2:30:22aber das eine schliegt das andere nicht aus. Also ich kann den Wein auf Sensitore Analytics
- 2:30:27analysieren und danach mit meinem Freund Sivir eine Flasche trinken und dann über den Wein
- 2:30:31sprechen. Kannst du auch, du kannst dich darin fallen lassen. Ja natürlich, ja ja. Wann trinkst du
- 2:30:36Wein? Also wann ist für dich Moment für Wein? Außer jetzt gerade oder wenn Karneval ist? Ja,
- 2:30:42du nix anderes zu tun hast. Nee, es ist ja doch schon so, dass ich merke, dass ich weniger Wein trinke,
- 2:30:49das ist wegen deinem Kreisenalter oder wegen Übersättigung? Nein, warum wissen wir auch nicht.
- 2:30:55Merkst schon, dass ich jetzt gerade so in so sehr intensiven Zeiten, wo viel im Büro ansteht,
- 2:31:03dass ich die Energie maximal brauche und wenn ich abends dann noch zwei Gläser,
- 2:31:10drei Gläser Wein mit Freunden trinke, dass das am Morgen dann eben nicht so super funktioniert
- 2:31:14oder vielleicht funktioniert es am Morgen noch, aber ich merke, dass ich dann am Mittag echt
- 2:31:17müde werde und darum fällt das irgendwie weg. Ich trinke sehr gerne Wein in Gesellschaft mit
- 2:31:24Freunden, ob im Restaurant oder zu Hause, das ist schon so ein Moment, wo das irgendwie dazu gehört,
- 2:31:31beim Kochen auf jeden Fall. Das ist übrigens schwierig, wenn man unter der Woche mal kocht und
- 2:31:36dann eigentlich keinen Wein trinkt, dann denke ich, ich muss es dir jetzt beim Schnippeln
- 2:31:39ein Glas Wein trinken, aber muss man sich dann irgendwie wegdrücken. Das gelernte Wein trinken,
- 2:31:46wo man sagt, man hat diese Gesamtsituation auch mit dabei. Aber am Wochenende, wenn man sich darauf
- 2:31:51- Ja, genau. Aber genau das, was du gerade gesagt hast, wenn man sich dann so, weil man weiß,
- 2:31:56das wird jetzt ein toller Abend und man fängt jetzt an hier irgendwie seine Mies on Place in der
- 2:31:59Küche zu machen und dann ist das das schönste Glas Wein dazu zu trinken. Da gehört es hin.
- 2:32:07Ich trinke auch gerne zu Hause mit meinen Eltern. Wenn man dann so was ich nicht im Garten sitzt und
- 2:32:14versagt, dann finde ich auch immer so ein Glas Wein irgendwie, das ist irgendwie so und das gehört
- 2:32:17dazu. So, das sind die Momente, wo ich gerne, gerne Wein trinke. Das sind dann Alltagsweine oder
- 2:32:25sind das immer die Riesengranaten, die du aufziehst oder sammelst du Wein und dann wird der Keller
- 2:32:31leer geplündert oder? Es sind eigentlich Alltags, also das wandelt sich gerade. Also du stichst
- 2:32:41da so ein bisschen in so ein bisschen, du kommst in eine interessante Zeit mit deiner Frage. Also ich
- 2:32:45merke, dass ich früher, wenn ich jetzt so sage, ich trinke mal ein Glas Wein, dass ich den Schrank
- 2:32:51aufgemacht habe und geguckt habe. Was muss denn jetzt weg oder was ist denn, was ist denn jetzt
- 2:32:56nicht so ganz, dass, also es gibt ja so Sachen, wo man so, oh, das muss aufheben und das ist so
- 2:33:00großartig. Und dann hast du vermeintlich immer so ein bisschen eher die kleineren Sachen getrunken.
- 2:33:04Mittlerweile ist es so, dass ich denke, ja, wie lange willst du noch warten? Was wartest du denn jetzt?
- 2:33:10Wie lange lieb ich denn noch? Ja, ich weiß nicht. Und dann, ey, nee, jetzt günstete ich jetzt mal,
- 2:33:17also da merke ich schon, so eine gewisse Veränderung in der Strategie. Ich sammle kein Wein, ich habe,
- 2:33:24weiß ich nicht, ich brauche nur Flaschen Wein im Keller, aber es ist nicht so, dass ich wie
- 2:33:28manche andere Kollege jedes Jahr die Holzkisten staple und dann eben in der Subscription dann eben
- 2:33:34über Jahrzehnte hinaus plane und da irgendwie den Anspruch habe, einen tollen repräsentativen
- 2:33:43Weinkeller aufzubauen. Das brauche ich nicht. Wenn ich dann in so einem Weinkeller stehe,
- 2:33:48dann denke ich immer wow und geil und großartig, aber ich, also bei mir verdrusted keiner. Es gibt
- 2:33:55genug leckere Sachen zu trinken. Es sind dann meistens halt Einzelflaschen oder eben Sachen,
- 2:34:00wo ich dann mal eine Sechserkiste gekauft habe, weil ich ihn gerade cool finde und dann trinkt man
- 2:34:04das halt. Es ist jetzt nicht so, dass ich in den Keller gehe und dann über Jahrzehnte hinweg die
- 2:34:09Wein schätze dann eben zu den Gimborzjahren der Gäste aussuchen kann. Ja, das habe ich nicht.
- 2:34:20Aber hier unten ist die Rodavola, also diese Frische, die ist schon beeindruckend. Ja, man ja so,
- 2:34:25wenn man sich nachhaltigt. Also ich glaube, dass der sich auch, also sich säure bild und die
- 2:34:30Entwicklung doch mal maßgeblich verändern und dass man gerade den Wein am Anfang wahrscheinlich
- 2:34:38auch noch ein wenig anders taxierend einschätzen würde. Ich glaube, dass der große Unterschied
- 2:34:41zu den Wein, die du eben für den Discounter bewertest, da hat man einen Moment Aufnahmen und
- 2:34:45da wird nicht viel passieren bzw. sind die wahrscheinlich direkt nach dem Aufmachen
- 2:34:49in ihrer optimalen Form und bauen danach ab und bei so einem Neuro, also es ist jetzt einfach dir in
- 2:34:56den Mund gelegprognostiziert. Bei den Nerodavola ist es, glaube ich, so dass der einfach, wie wir es
- 2:35:01auch beim Wein gelernt haben, sich entwickelt, vielleicht auch das richtige Glas nochmal dankend,
- 2:35:07wertschätzt und sich dann nochmal anders präsentiert und mit ein bisschen Luft nochmal komplett
- 2:35:12verändert. Also gutes Glas, ein bisschen Luft, perfekte Temperatur, wenn das Paket stimmt,
- 2:35:22super. Habt ihr bestimmte Gläser bei euch beim Verkosten? Ja, es gibt einen Diener.
- 2:35:28Natürlich wahrscheinlich immer Standardgläste. Ja, okay, Diener genaumte. Was ist das?
- 2:35:32Es gibt zwei Gläser, das eine ist das sogenannte Kentierter, also die Leute, die fach Leute,
- 2:35:37die können es ihr in der O-Glas, das ist ein perfektes Kölner. Also ich muss anders anfangen.
- 2:35:42Die Idee dahinter ist absolut nachvollziehbar, man einigt sich auf ein uniformelles Glas,
- 2:35:47damit jeder in der Welt zumindest über das Glas hin erstmal die identische Wahrnehmung hat. Also
- 2:35:51der Weinmaker im Keller in Sizilien oder ich weiß nicht, in Schiele sollte den Wein so wahrnehmen,
- 2:35:59wie das Labor in Köln. Dazu braucht es dasselbe Glas und da hat man dann zumindest in Europa
- 2:36:06Norm formuliert, wo die Gläser in ihrer Größe, Länge und Kehschform definiert sind. Und da gibt es
- 2:36:16zwei Gläser und diese, das eine ist das Sensors, das andere ist das die in der O-Glas und diese
- 2:36:19zwei Gläser kriegt man überall bei verschiedenen Herstellern, die produzieren diese Größen und
- 2:36:24damit ist man dann erstmal safe. Ich selber finde die Gläser nicht ideal, weil wir alle aus anderen
- 2:36:31Gläsern trinken, aber für den Zweck und für diese Arbeit, die wir da verrichten, sind sie völlig okay.
- 2:36:38Und wie gesagt, sie sollen halt genormt sein. Daher gibt es doch, brauchen wir noch nicht diskutieren,
- 2:36:43weil um als akkreditiertes Prüflabor agieren zu können, muss man sich halt an diese Normen
- 2:36:49orientieren und da die Norm nun mal so ist, wie sie ist, ist sie gesetzt und es wäre vergeben,
- 2:36:54liebes Mühe sich jetzt Gedanken zu machen, ob diese eine Wein vielleicht aus diesem Glas sich
- 2:36:57besser präsentiert. Das ist mir sicher also und jeder so liefert ihr das perfekt auseinandernehmen,
- 2:37:02aber es spielt bei uns keine Rolle. Ja, was ja auch Sinn macht, also was ja letztlich geht es
- 2:37:10jetzt bei euch um Normung und um Rasterdenken und da ist das Glas natürlich, wie ist es mit
- 2:37:17der Temperatur? Habt ihr da strenge Vorgaben, dass ihr immer konzentriert bei acht Grad probiert,
- 2:37:23also Weintemperatur, nicht Außentemperatur und den Rotwein bei perfekten 18 Grad oder wie sehen
- 2:37:29eure Temperaturfenster da außen, wie halten ihr die ein? Wir haben kalibrierte Kühlschränke mit
- 2:37:35Sensoren. Das ist wirklich wahr. Wir haben nicht, ich kenne das so letztlich. Gestern war erst die
- 2:37:40Techniker da, wir müssen die einmal im Jahr, müssen wir die Sensoren kalibrieren lassen,
- 2:37:44kosten eine Schweine Kohle, ich muss unbedingt, also da muss ich aber also. Und ja gerade,
- 2:37:49ich bin da immer ein bisschen sackig, weil du baust diese Fühler dann aus, die steckst du zu
- 2:37:54einem Kalibrierungslabor und die gucken dann, ob die Fühler das messen, was wirklich gegeben ist.
- 2:38:02Also theoretisch, du kannst ja den Fühler in den Kühlschrank hängen und der Kühlschrank steht
- 2:38:05bei 14 Grad und dann zeigt ihr das Messgerät 14 Grad an. Es kann natürlich auch sein,
- 2:38:09dass der Kühlschrank 15 Grad hat und das Messgerät kaputt ist und dir trotzdem 14 Grad anzeigt und
- 2:38:13damit das ausgeschlossen ist, musst du das einmal im Jahr, das gibt die Norm vor, kalibrieren lassen.
- 2:38:17Und das kostet vierstellig. Und dann baust du deine 8 Sensoren aus und schickst die dann eben
- 2:38:25zum Kalibrierungslabor, die sind dann auch vier Wochen weg, das heißt du brauchst ein zweites
- 2:38:29Set, also das ist alles ein Riesenterra. Und ja, und da muss man halt auch sagen,
- 2:38:34ist das für die Weinprüfung so entscheidend, ob der Wein 14 oder 15 Grad hat, das kann man mal
- 2:38:41diskutieren. Fakt ist, wenn ich unseren Nerodagula bei 6 Grad verkoste und danach bei 26, dann haben
- 2:38:49wir zwei komplett verschiedene Produkte. Weil einfach diese Kühnentemperaturen,
- 2:38:53die gab es auch ganz anders, herausstechen als 26. Bei 26 wird er breit, der Alkohol spielt eine
- 2:39:00große Rolle. Alkohol transportiert Aromen, Alkohol transportiert Textur, suggeriert Wärme
- 2:39:06im Mund und damit wirkt der Wein komplett anders. Das ist schon klar, dass man, dass man,
- 2:39:11dass das nicht funktioniert, aber ob der Mensch zwischen 14 und 15 oder sagen wir mal zwischen
- 2:39:1513 und 16 Grad so richtig in seiner Aromen oder Texturwahrnehmung unterscheiden kann,
- 2:39:21wage ich zu bezweifeln. Aber die Norm sagt, das muss alles gemessen und dokumentiert werden und
- 2:39:28darum richten wir uns halt danach. Ein spannendes Feld kann ich sagen. Und welche Temperaturen
- 2:39:34habt ihr da? Also was ist bei Weißfeld, was bei Rotwein? Ich kann dir sagen wie die Lagern,
- 2:39:39die alle Wein, Kühlschränke für Weißwein stehen bei 9 Grad, die relativ kühl. Neun relativ kühl,
- 2:39:47es ist eigentlich, also kühl wäre bei mir 6 bis 5 bis 6. Ja, aber schauen wir mal,
- 2:39:50wenn wir die bei, also wir wollen die gerne bei 10, 11 probieren, weil sie dann was ja optimal
- 2:39:56eigentlich stimmt. Ja, du hast recht, ich muss mich, ich muss mich revidieren. Und die Roten
- 2:40:00stehen bei 15, weil wir die gerne bei 16, 17 probieren. Und die Raumtemperatur wird über die
- 2:40:07Klima-Lage relativ konstant gehalten. Und wir sind auch die Gläser relativ konstant in der,
- 2:40:11also wenn wir natürlich, können wir ja alle, wenn man einen kühlen Wein, einen warmen Glas gibt,
- 2:40:15wird er halt sehr schnell warm. Klar, ja. Wobei jetzt sagen wir mal, für uns das Thema Temperatur
- 2:40:24waren nicht mal so ganz, da sind wir so gut organisiert, dass es eigentlich ganz gut durchläuft.
- 2:40:30Also was nicht passieren darf ist, dass jetzt der, wir nennen ihn immer Spaß, ist aber Muncheng,
- 2:40:34das ist der Customer Service, der für uns die Probenvorbereitung macht. Wenn der die Flasche
- 2:40:39zu früh aus dem Kühlschrank nimmt, aufmacht und serviert, dann wird natürlich das Produkt
- 2:40:42aufwärmer. Da die Panelleiter dann Kontrollblick drauf haben, funktioniert das eigentlich relativ
- 2:40:48gut oder eigentlich immer gut. Womit wir eher Probleme haben, sind Gerüche im Glas. Also wir
- 2:40:54haben ja neueste Spültechnik mit Osmosanlage und Almpie-Papode, die wird regelmäßig gewattet und
- 2:40:59wir haben so ziemlich alles, was es an Qualitätssicherung in diesem Bereich gibt. Da implementiert
- 2:41:06kostet eine Schweine, Kohle muss ich auch wieder sagen, also so eine Spülmaschine, weil man sie
- 2:41:09richtig wartet in der Gläschleimmaschine, das ist auch kein, kein, kein weniges Projekt. Und
- 2:41:18trotzdem, obwohl wir alles machen, was geht, hast du immer mal wieder einen Rek, riecht das Glas.
- 2:41:24Und du kennst das ja sehr gut. Und wo riecht, denn da riecht das Glas. Und riecht rein, also
- 2:41:29wir hatten, wir hatten Frühjahr in unserem Prozess vorgeschrieben, das Customer Service,
- 2:41:33wenn ein neues Rekord in das Glas rein riechen soll, aber das ist quatsch, weil so lange da
- 2:41:37kein Getränk drin ist, riecht es ja nicht, meistens nicht, manchmal schon, aber in der
- 2:41:41Null von zehn, fänd ich. Diese verdammten Gerüche entstehen ja erst, wenn irgendwie das Getränk
- 2:41:45aus der Oberfläche was raus saugt. Und somit haben wir jetzt, hat das ein bisschen verändert,
- 2:41:52der Penneleiter, der dann rein riecht, sagt, ob es okay ist. Wenn der das Gefühl hat, dass mit dem
- 2:41:57Glas was nicht stimmt, er wird ein neues Rek geholt und er wird neue Gläser eingeschränkt.
- 2:42:03Aber die Klimaanlage als solches ist kein Problem, weil dir mehr oder weniger die Nasenschleimhäute
- 2:42:09gravierend austrocknet und du dann noch mal eine ganz andere Wahrnehmung hast. Also ich würde
- 2:42:13eher bei der Klimaanlage stocken, als bei dem, was man irgendwie ausschwenken kann.
- 2:42:17Okay, alles klar. Ich hätte gedacht, es wäre trotzdem ein Problem, dass dieses, aber egal,
- 2:42:23das würde jetzt wahrscheinlich... Es gibt, wir haben einen Zufall, der sagt,
- 2:42:26wenn die Klimaanlage so lange läuft, kann er nicht mehr verkosten.
- 2:42:29Der Mietgänger ist so. Also ich bin immer relativ sin, aber mein persönliches Leid interessiert
- 2:42:34dir keinen. Daher, wo persönliches Leid, was ist Wein eigentlich für dich?
- 2:42:38Kein Leid.
- 2:42:40Aber kannst du Wein in einen Wort pressen? Jetzt auch nach dem ganzen auch technischen
- 2:42:46Erfahrungen, die du hast und auch mit der Emotionalität, die du gelebt hast. Gibt es für dich ein Wort für Wein?
- 2:42:52Ja, ich glaube, das Wein schon für mich ein... eine Art Lebensgefühl ist. Also ich mag es schon
- 2:43:05am Ende eines schönen Tages, wenn man jetzt eine schöne Wanderung gemacht hat und ich gehe
- 2:43:11für Fisch, ich habe einen tollen Fisch gefangen oder ich war schief. Also irgendwas, was so schön
- 2:43:15ist, dass ich dann gerne noch abends ein Glas Wein trinke und dann irgendwie so nochmal
- 2:43:19innehalte und auf dieses Erlebnis zurückblicke und da trinke ich gerne ein Glas Wein. Natürlich
- 2:43:27nicht unbedingt ein Bier oder so, das mag ich dann irgendwie, diesen Schluck Wein dazu.
- 2:43:33Und damit verlängert das für mich, dieser Weingenuss verlängert so ein bisschen diese Emotionen
- 2:43:39oder macht das dann irgendwie nochmal vollendet so und von diesem Kontext gehört irgendwie
- 2:43:48Wein für mich so ein Stück zum Leben dazu und dann ist er auch sehr wertvoll. Aber in
- 2:43:55ein Wort ist es ein schöner Gedanke. Das ist schwierig. Hast du aber im Prinzip perfekt dekliniert.
- 2:44:02Also könntest du dir das also dein Leben doch ohne Wein vorstellen. Nicht nur diesen beruflichen
- 2:44:09Aspekt, wo du sagst, okay ist meine Lebensgrundlage, weil ich analysiere jeden Tag Weine oder
- 2:44:14ich moderiere Weine, sondern reinformen. Nicht beachtet, du müsstest es gesundheitlich,
- 2:44:19aber ist Wein für dich so wichtig, dass es unbedingt zum Leben dazu gehört, wie zum
- 2:44:25Beispiel Lesen, Bücher etc., Musik oder was auch immer. Oder sagst du, ne, hatte ich genug,
- 2:44:31Spiel habe ich durchgespielt. Wenn es die Gesundheit verlangt, glaube ich.
- 2:44:38Ja, das sind immer extrem Zustände, dann kannst du ja mehr oder weniger aufbauen als
- 2:44:42immer. Ja, gibt es aber Leute, die können das nicht. Da wissen wir ja auch, sie dürfen
- 2:44:45da nicht kein Argument tun. Ja, gut, die haben ein anderes Problem. Und die können
- 2:44:50aus anderen Gründen nicht und nicht und sage ich mal aus den schönen Gründen, die wir ja
- 2:44:55mit Wein irgendwo dann einher bringen. Was wärst du eigentlich für ein Wein, wenn du
- 2:44:59ein Wein wärst? Ein Klopp. Schon irgendwas mit viel Säure, so ein bisschen ADAS in flüssiger
- 2:45:10Form. Also immer ein bisschen unter Strom und immer ein bisschen Action und ...
- 2:45:19Echt, du bist für mich eine der ruhigsten und gesetzten Leute, die ich kenne. Total.
- 2:45:28Du hast für mich auch eine so wahnsinnig ruhige Ausstrahlung und du redest zwar schnell
- 2:45:32und auch lebendig, aber für mich rußt du immer, egal wie viel Stress oder Arbeitsanfall
- 2:45:38ist oder was auch immer, du hast eine Grundruhe und das finde ich, das wertschätzt dich schon
- 2:45:42immer an dir. Daher du brichst mein Christian Weltbild grad komplett durcheinander.
- 2:45:47Ja, also was, ich hab so eine, ja ich, oha, jetzt wird es dünnes Eis. Mein Arzt sagt was
- 2:45:59anderes genau als du. Es gibt ja schon so, es gibt auch Kollegen, die sagen, ich gehe
- 2:46:05manchmal auch ein bisschen sportlich so an Veranstaltungen. Also Vorbereitung ist wichtig,
- 2:46:07aber ich hab auch schon, ich hab dann auch manchmal auch eine gewisse Ruhe und ein Gnerdeskrima
- 2:46:12alles hin. Und da gab es auch schon Leute, die gesagt haben, Christian, jetzt war ein
- 2:46:16bisschen mehr Knallgas und so, wo ich dann denke, so, dann passieren, dann kriegen wir
- 2:46:21alles schon hin. Das ist dann wahrscheinlich die Wahrnehmung, die du hast, aber ich kann
- 2:46:26auch so, ich bin auch so ein Typ, gerade im Büro, so 7, 8 Bälle gleichzeitig in der Luft,
- 2:46:35da ist dann auch schon mal ein Tagesgeschäft. Also dass ich sehr viel in den Gleichzeiten
- 2:46:40arbeite und echt auch so getrieben bin und sehr unter Strom stehe und am liebsten dann
- 2:46:47auch noch allen gerecht werde und dann kommen halt noch so Anfragen von Freunden. Er kann
- 2:46:52es ja machen und wo jeder normale Mensch sagen würde, er, das schaffst du jetzt nicht, hast
- 2:46:55dir keine Kapazitäten und immer, ja, krima schon hin mache ich auch noch mit. So und
- 2:46:58das bin ich halt auch, dass ich dann eben, vielleicht auf einmal, auf ein, zwei Hochzeiten
- 2:47:05so viel tanze. Was ja aber nicht, nichts mit einem Grundgemüt zu tun hat und daher die
- 2:47:10Frage, was wärst du für eine Rebsorte? Oder was wärst du für ein Weins? Muss er keine
- 2:47:16Rebsorte sein? Ist keine auch eine Gewähne, herkunft, eine Machart, eine gemischte Satz
- 2:47:21der Kader Rebsorte. Vielleicht bist du ja ein gemischter Satz?
- 2:47:24Also, gemischter Satz samt es, hab ich so gedacht, vielleicht bist du wirklich ein gemischter
- 2:47:28Satz? Entschuldigung, ich wollte dir jetzt nichts in den Mund legen. Oh, ich glaube, ich
- 2:47:36wär gerne Weltlinie, hab ich. So, schon auch bisschen Aroma, also ein bisschen Pfeffer
- 2:47:43ist im Spiel. Holzkangen muss aber nicht, schmeckt zum Essen, also ist auch einer der
- 2:47:51was bereichert. So, das, glaube ich, das wäre so, könnte ich mir vorstellen, aber nicht
- 2:47:56rot. Also, ich, Christgang, also wenn du mich nach einer Rebsorte fragst, würde ich nicht
- 2:47:59auf die Idee kommen, über eine rote Rebsorte nachzudenken. Ich bin sofort gedanklich im
- 2:48:03weißen Kontext. Das ist vielleicht auch bezeichnend.
- 2:48:06Hm, sehr interessant. Aber wer wird sich gerade bei dieser Frage-Anfort-Nummer
- 2:48:12bin, wer wir gerade bei dieser Frage-Anfort-Nummer sind, digital oder analog? Jetzt nicht beruflich
- 2:48:19und du brauchst alles digital, sondern rein aus dem Gefühl heraus.
- 2:48:22Ich bin totaler Analog, ich lese Bücher, Produkt und bin auch jetzt...
- 2:48:28Klar, ich hab ja auch mein Handy permanent im Hand, geht's ja nicht ohne und...
- 2:48:35Aber ich hab schon gerne, schon gerne den Buch in der Hand und ich koche auch lieber
- 2:48:43als wenn ich mir was zu essen bestelle und...
- 2:48:45Ja, ich...
- 2:48:46Auch lieber Buch als Film oder ist Film dann doch Inspiration auf einer anderen Ebene?
- 2:48:52Ich hab Buch.
- 2:48:53Fernseher hab ich nicht, hab ich nicht. Ohne Fernseher.
- 2:48:56Ich fand so vielen witzigerweise.
- 2:48:58Ich hatte lange Zeit gehabt.
- 2:48:59Ich weiß auch nicht, wann ich das...
- 2:49:02Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal analog Fernsehe geguckt habe, aber ich höre
- 2:49:06für ganz vielen, dass Fernsehe abgeschafft wurde und bei mir ist das eigentlich auch was,
- 2:49:10was an der Wand klebt und eigentlich schwarz ist.
- 2:49:13Ja, der klebt die hier an der Wand.
- 2:49:14Was ich auch genieße. Der klebt bei mir an der Wand.
- 2:49:17Ja, aber der ist abgenommen, weil das Buchegal woanders hin sollte und das Buchegal passt
- 2:49:21nur an der Wand irgendwie oder das sollte dahin, wo der Fernseher hing und der ultragroße
- 2:49:26und schicke moderne Fernseher ist seit vier Jahren im Keller und dem geht's da gut.
- 2:49:32Ich guck ab und zu mal vorbei.
- 2:49:34Wenn ich eine Flasche Wein hole, schau ich mir den Fernseher, da geht's dir gut.
- 2:49:38Ja, hab nicht viel zu tun, aber soweit ganz gut und dann lass ich ihn wieder in Ruhe.
- 2:49:42Nee, ich brauch das nicht.
- 2:49:43Also momentan guck...
- 2:49:44Ja, wir gucken mal, wir streamen ja mal irgendwie auf...
- 2:49:47Ah, wir ist ja schon lächerlich, dann auf den Laptop gucken wir dann auf den Quatsch.
- 2:49:50Aber ich bin ein großer Radiohörer, allerdings dann digital.
- 2:49:57Ich höre viel Nachrichten und hab so meine Sendung und die guck ich höre ich dann halt,
- 2:50:05so die stream ich mir dann halt rein.
- 2:50:07Also das mein ich schon viel.
- 2:50:08Tolle Entscheidung, das ist wirklich...
- 2:50:10Und auf hier morgens morgens höre ich halt Nachrichten.
- 2:50:13Also halt...
- 2:50:14Was ist halt die Blingsblume?
- 2:50:16Blume?
- 2:50:17Hm?
- 2:50:18Ich hab ein Lieblingsbaum mit Abstand, eine Lieblingsblume...
- 2:50:23Wow, welcher Baum?
- 2:50:25Ein Ahornbaum, also das ist...
- 2:50:27Ich verschenke auch Ahornbäume, es gibt ein paar Freunde, wenn die das jetzt hören,
- 2:50:31wenn die was eigentlich sich freuen.
- 2:50:32Ich hab neun...
- 2:50:33Du hättest jetzt sagen müssen, ich hab's an einen Freund verschenkt, damit der eine sich
- 2:50:38auf den Haufen geführt.
- 2:50:39Ich kann von dir was lernen.
- 2:50:43Nee, ich hab als Erstklässler vom Fußballplatz kleine Ahornbäume mit nach Hause geführt.
- 2:50:48Dann hab die auf dem Balkon meiner Eltern im Blumenkassen gezüchtet.
- 2:50:53Fünf Stück?
- 2:50:54Ja.
- 2:50:55Und zwei sind eingegangen, drei hat mein Vater dann im nächsten Sommer im Garten eingepflanzt.
- 2:50:59Der eine ist unglaublich gewachsen, den muss da dann fallen, der andere war eher so klein
- 2:51:06und knochig, aber ganz hübsch.
- 2:51:07Und einer ganz am Ende des großen Garten, meine Eltern haben sehr großen Garten, der
- 2:51:10Wuchs da.
- 2:51:11Und dieser Baum ist mittlerweile, lass mich mal überlegen, der ist dann jetzt 40 Jahre
- 2:51:17alt, hat einen Durchmesser vom halben Meter, also ein richtig ordentlicher Baum, der ist
- 2:51:21der Schrecken aller Nachbarn, weil er gigantische Mengen Laub produziert.
- 2:51:24Meine Eltern zählen jedes Jahr die Säcke, diese Kern, also wir sind dann irgendwann
- 2:51:29so an die 50 Laubsäcke, die geführt werden und weggefahren werden.
- 2:51:32Und dieser Baum ist auch sehr produktiv und produziert jedes Jahr gigantische Mengen
- 2:51:37an kleinen Ahornbäume.
- 2:51:3899 Prozent werden von meinen Eltern im Frühjahr rausgehackt, aber in der einen oder anderen
- 2:51:42Ecke wächst dann mal einer und die lasse ich dann zwei, drei Jahre im Garten stehen bis
- 2:51:50die so einen halben Meter groß sind und die verschenke ich dann.
- 2:51:53Ich habe immer mal wieder Freunde von mir, kriege dann einen Ahornbaum.
- 2:51:56Toller Gedanke.
- 2:51:57Und ich habe auch so mein Freund Klaus, der hat den im Garten, der ist mittlerweile auch
- 2:52:01schon beachtlich nach 15 Jahren, also ich verschenke gerne Ahornbäume, es gibt auch
- 2:52:05ein paar Ahornbäume, die leider eingegangen sind, weil es einfach zu trocken war in den
- 2:52:08letzten Sommern.
- 2:52:09Das ist so mein Baum, passt auch ein bisschen zu meinem Lieblingsland Kanada, ich mag Kanada
- 2:52:14sehr, ich gehe auch wieder zum Fischen hin, zum Lachsfischen, ist ja dann die Landesflagge
- 2:52:19der Ahorn.
- 2:52:20Also das ist so mein Baum.
- 2:52:23Blume, ich gehe jeden Freitag Blumen kaufen, das ist ein Ritual.
- 2:52:28Also schön, ja, Freitag kaufe ich Blumen.
- 2:52:31Bist du selber oder kaufst du die dann?
- 2:52:33Ich kauf die so, was gerade gibt und dann, was mir gefällt, so in einer Farbkombination
- 2:52:41und dann guckt man zu Hause, wie kurz man die dann abschneidet und in welcher Wase die
- 2:52:44sich am besten präsentieren.
- 2:52:45Das ist so dieses Freitag Ritual, das mache ich eigentlich schon immer.
- 2:52:50Manchmal kommt auch was dazwischen, dann gefällt er immer Freitag.
- 2:52:54Kanawalmorgens.
- 2:52:55Ja, jetzt Kanawalm ist natürlich Strüstier, da haben wir in den Töten geboren.
- 2:52:59Die wollen ein bisschen Strüstier, die halten.
- 2:53:04Die fangen ich dann genau, aber die kannst du ja nicht sehen.
- 2:53:08Ne, also eine Blume, ich finde diesen, da bin ich wahrscheinlich einer der wenigen
- 2:53:15im Restaurant, will man die ja nicht lilen?
- 2:53:16Ich mag den Geruch von dir hier, ich weiß das im Restaurant, will man sie nicht haben,
- 2:53:21weil sie viel zu penetrant riechen.
- 2:53:22Meine Freunde finden sie auch nicht so schön, ich finde sie cool, aber traue ich mir halt
- 2:53:26zusätzend zu kaufen, ansonsten halte ich es bei Blumen eher so mit der Saison.
- 2:53:31Also Blumen schwierig, kann ich nicht so richtig benennen, bauben ganz klar Aachen.
- 2:53:37Ja gut, aber mit Liege bist du ja ganz weit vorne.
- 2:53:40Welche aktuelle oder historische Persönlichkeit unserer Zeit hat am meisten für den Wein
- 2:53:45oder für die Kulinarität getan?
- 2:53:47Ja, ich glaube das waren schon so die Jungs um Breuer, meiner Breuer, für die die so
- 2:53:55in den End 80, andner 90er, die so damals im Rheingau den Grundstein für das große
- 2:54:03Gewächs gelegt haben, mit der Katerbewegung, den Erfolg der großen Gewächse, der ist
- 2:54:08ja hinlänglich bekannt und...
- 2:54:10Krass, aber dass du die beiden in einem Atemzug nennst, weil die ja völlig konträr gearbeitet
- 2:54:16haben und sich trotzdem bereichert haben und gleichermaßen am GG Wunder jeder auf seiner
- 2:54:24Ebene gearbeitet haben.
- 2:54:25Ja, da kommen wir noch ein paar andere, aber das ist jetzt sehr subjektiv.
- 2:54:31Also ich habe die relativ zeitgleich kennengelernt auf der Natur Ende der 90er mit René damals
- 2:54:37von Hendrik Thoma organisiert, sind wir so eine Woche lang durch die deutschen Weinbaugebiete
- 2:54:40gerast und haben halt die damaligen deutschen Spitzenwinzer besucht und das sind so Persönlichkeiten,
- 2:54:46die mir irgendwie besondere Erinnerungen geblieben sind, nebenan dann auch.
- 2:54:49Ja, aber ich glaube so die Jungs, die um die Jahr 1000 Wände sich für die großen Gewächse
- 2:55:00stark gemacht haben und damit vielleicht auch die Basis für die heutige Qualitätspyramide
- 2:55:05gelegt haben, diese haben schon für den deutschen Wein großes bewirkt.
- 2:55:09Welcher Koch dürfte, wie gehen wir davon aus, dass er in 40 Jahren noch lebt, bei deinem
- 2:55:18Begriebnis kochen und welchen Wein wird es so?
- 2:55:21Ja, da muss Clemens kochen.
- 2:55:25Okay, Clemens welchen Wein gäbe es und welche Speise gäbe es?
- 2:55:33Also Klassiker.
- 2:55:34Ja, Klassiker natürlich ist nicht auf seinem Mist gewachsen, ist glaube ich so alt wie er.
- 2:55:38Die Tat ist natürlich jetzt ein alter Schuh und alle, es gab ja auch Leute die Schmunzeln,
- 2:55:44ich finde es ja einfach genial, sein Vorgängers Tat mit der Creme fraiche und dann Kaviar
- 2:55:53drauf.
- 2:55:54Ich habe ja, jetzt treffen sie ja ab und zu zum Fischen und dann haben wir mal so in
- 2:56:00der Ufterwiese gelegen, da ist man eingedrunken und dann habe ich in meiner Naivität gesagt,
- 2:56:06ja diese Tat, das muss ich auch mal probieren und was muss man denn da beachten, da hat er
- 2:56:10mich angeguckt, so, Clemens hast du nur alle Latten am Zaun, ich glaube so, du kannst
- 2:56:14das.
- 2:56:15Also wir reden mal nicht über die Konsistenz der Creme fraiche, weil das kriegst du schon
- 2:56:21mal gar nicht in Deutschland, dass ja allein den Röschli so cross-Tag-eintag aus hinzubekommen
- 2:56:27ist, ich will nicht sagen 'ne Kunst, aber das ist schon ein richtiges Handwerk, also
- 2:56:33die Hamburg hat er mir erzählt, acht bis zehn Sorten Kartoffeln im Keller und gucken
- 2:56:36jeden Tag wie der Wassergehalt von welcher Kartoffel ist und machen dann Test.
- 2:56:40Ist es so?
- 2:56:41Ja, zumindest hat er es mir so verkauft, ich gehe mal davon aus als Kaffee.
- 2:56:44Also wenn mir kein Klamot erzählt, er sagt, also es glaubt man nicht, dass du mal so
- 2:56:47eben die unterste Schicht dieser Tat hinkriegst in der Konsistenz wie sein Anspruch ist, ich
- 2:56:53muss natürlich sagen, ich hätte niemals den Anspruch das so gut hinzubekommen wie er,
- 2:56:56aber zumindest in die Richtung wäre ja schon mal cool und dann habe ich mir so gedacht,
- 2:57:01mein Gott, ey, was für ein geiles Handwerk, wir hatten es ja heute schon mal, ich finde
- 2:57:04ja Köche, die beeindrucken mich ja einmal mehr in dieser Liga.
- 2:57:09Ja, das glaube ich ein cooles Gericht.
- 2:57:12Das, wenn das alle auf meiner Beernigung essen, das finde ich völlig, das finde ich gut.
- 2:57:18Welchen Wein?
- 2:57:20Oh.
- 2:57:21Gebe es jetzt unabhängig davon, also von dem Passungsgrad dazu oder dem Harmoniegrad
- 2:57:27zu dem Gericht, sondern was würdest du gerne servieren, wenn du in großen rohen Mengen?
- 2:57:33Ich glaube schon dann doch rot vielleicht, Pino Noir, wird es am Ende dann wohl werden,
- 2:57:43irgendwas.
- 2:57:44Ja, machen wir hier, Schweiz, Litwahn, Tom Litwahn.
- 2:57:48Schön.
- 2:57:49So was, also jetzt schon auch ein bisschen herausfordern, ein bisschen auch in seiner Wildheit und in
- 2:57:58seiner Säure außerhalb des klassischen Pino Schemas, aber am Ende dann eben doch Pino,
- 2:58:04so, das könnte ich mir vorstellen, das ist was, wo ich mich freuen würde, wenn die Leute
- 2:58:08daran ein bisschen Spaß haben.
- 2:58:10Most overrated Weintool, was ist es für dich?
- 2:58:13Also weißt du, was ich über seit Jahren nicht mehr verwende, obwohl es hinter mir hier
- 2:58:18am Frank steht, sind Dekantas.
- 2:58:20Dekantas?
- 2:58:21Du warst gerade zu dich am Mikro, du hast keine gehört, sag doch mal, was du dich seit Jahren,
- 2:58:26Dekantas?
- 2:58:27Du verwenden keinen Dekantas mehr?
- 2:58:28Nein, weißt du, ich habe mittlerweile, also wir haben eine gute große Gläser, ohne dass
- 2:58:34ich jetzt Namen nenne, das ist aus strategischen Gründen, du kannst auch, ah nee, du darfst
- 2:58:39keine Namen nennen, okay?
- 2:58:40Aber du mit zuvielem Glashersteller und so intensiv, dass ich das abgewöhnt habe, da
- 2:58:43eine Empfehlung auszusprechen.
- 2:58:45Aber die Welt ist voll, du kennst dich ja sehr gut aus Silvio, die Welt ist voll mit hervorragenden
- 2:58:52Weinglesern, die so unglaublich viel mit den Weinen machen.
- 2:58:56Ich finde es super spannend, wenn der Wein ins Glas kommt und wir in den nächsten Minuten,
- 2:59:01manchmal auch in der nächsten Stunde im Glas beobachten, was der Wein so an Facetten
- 2:59:07heraus schält.
- 2:59:08Und ich habe da so ein Spaß dran, dass ich sage, ich nehme mir eine gewisse Erfahrung
- 2:59:16oder eine gewisse Wahrnehmung oder ich nehme mir eine gewisse Phase der Weinentwicklung,
- 2:59:22in dem ich den vorher in die Karaffe gebe.
- 2:59:26Ich habe die und die stehen hier und die waren hundertfach im Einsatz, aber seit Jahren
- 2:59:30irgendwie nicht, weil ich irgendwie denke, guck mal hier, wie verschlossener er ist
- 2:59:34und dann sehe ich auf einmal, wow, guck mal jetzt kommt so langsam die Frucht oder das
- 2:59:38Holz verändert sich oder was auch, oder ich fange an und stelle drei Gläsern nebeneinander
- 2:59:42und gucke mir an, wie die Weine sich in den unterschiedlichen Gläsern, wie die zu mir
- 2:59:48sprechen und was da so an Facetten sich herausbildet.
- 2:59:52Und das finde ich so spannend, dass ich irgendwie nicht mehr die Kantille.
- 2:59:57Das ist völlig voll.
- 2:59:58Früher war das so gerade Weißwein, auch können wir ja alle ein bisschen zu Champagner
- 3:00:02erwähnt, oh, da braucht es Luft.
- 3:00:03Ja, ja, dann kommt es schon her.
- 3:00:04Mach mal schon mal.
- 3:00:05Und hat sich irgendwie, hat sich komplett gewandelt in meiner Wahrnehmung.
- 3:00:10Ja.
- 3:00:11Sprich, dafür dich, weil du mit einer anderen Sensibilität letztlich und Beobachtungsfreude
- 3:00:16und letztlich auch einfach noch zugehst und nicht alles, letztlich ist ja die Kantille
- 3:00:19ja nur das zeitgemäße Element, welches die Weine punktuell zu dem Punkt bringt, wo
- 3:00:26wir es einfach haben wollen.
- 3:00:27Und wir uns gar nicht mehr die Zeit nehmen, mit Ruhe und mit Besonnenheit, uns auf den
- 3:00:31Wein einzulassen, den Wein zu beobachten und aufmerksam bei dem Wein zu sein.
- 3:00:34Was wiederum für deine Langsamkeit spricht, was wiederum für meinen Theorie spricht,
- 3:00:38ja, ich meine ohne mich da selber zu Bauchpinseln.
- 3:00:43Ja, wenn da vier Gäste sitzen und du musst den Wein jetzt auf dem Punkt servieren und
- 3:00:48du merkst, oh, das ist aber ein...
- 3:00:49Ja.
- 3:00:50Und dann ist natürlich so ein Decanter, warum nicht erklären.
- 3:00:53Restaurantalltag, unerlässlich, dann ist wichtig, wenn der Wein meist nur eine Chance
- 3:00:56hat.
- 3:00:57Der wird probiert und der Gast sagt, super, gut oder nicht und der kriegt doch keine
- 3:01:01zweite Chance, es wird nicht revidiert, wenn der sagt Scheiße.
- 3:01:03Ja, aber wenn wir noch mal auf deine Frage kommen, ich weiß, viele denken jetzt über
- 3:01:06hochtechnische Dinge, ich finde einfach so, der Decanter hat sich in meinem Leben irgendwie
- 3:01:11erübrigt.
- 3:01:12Ja, ein bisschen erübrigt.
- 3:01:13Ich schmeiße ihn nicht weg, vielleicht kommt der Tag, wo ich ihn immer wieder brauche,
- 3:01:18aber ich brauche ihn aktuell irgendwie gar nicht.
- 3:01:23Ja.
- 3:01:24Welche Region ist unterbewertet?
- 3:01:27Weltweit.
- 3:01:28Ja, ja.
- 3:01:29Also du kannst auch Thailand sagen oder Japan oder...
- 3:01:34Was mir so auffällt in der Zeit ist, ich habe jetzt aus Zufällen heraus ein paar Mal Mittel
- 3:01:45reingetrunken und mir ist...
- 3:01:48Aus Zufällen.
- 3:01:49Ja, es ist irgendwie so, das gab es dann irgendwie...
- 3:01:51Ja, das klingt immer so.
- 3:01:53Ja, warum?
- 3:01:54Ich fass es anders.
- 3:01:55Du hast eine Karte und dann ist Mittel rein und ich muss leider...
- 3:01:59Ich überblätter es.
- 3:02:00Ich bleib jetzt mein Deutschland und dann hast du irgendwie so die Ecken, wo du so hinrenst
- 3:02:06und dann denkst, oh, guck mal hier, oh, dieser Jagern von dem, das ist aber...
- 3:02:10Das hast du jetzt lange nicht getrunken und dann noch aus der Martinum, guck mal mal
- 3:02:13auf das...
- 3:02:14Und das bleibst du bei...
- 3:02:15Also ich bleib da nicht hängen, es gibt andere Leute, die sehen das anders, aber es gab
- 3:02:19jetzt immer mal wieder irgendwie Situationen, wo es das gab und ich immer wieder gedacht
- 3:02:22Alter, ist das lecker und vielleicht doch ein bisschen Klimawandel, Gewinner, keine Ahnung
- 3:02:29und so.
- 3:02:30Und das ist jetzt aber, das ist eine Momentaufnahme, das war so in den letzten Wochen mehrfach
- 3:02:35die Situation, dass ich gedacht habe, Christian, dann kannst du auch mal wieder...
- 3:02:38Und ich weiß auch, viel im Auto unterwegs und bin dann immer am Mittel rein vorbei gedüßt
- 3:02:41und habe mich gefragt, warum hältst du hier nicht mal an?
- 3:02:44Was ewig nicht mehr bei einem Mittel rein, kann man sich auch mal wieder machen.
- 3:02:49Schön.
- 3:02:50Ja.
- 3:02:51Welche Auspostel preferierst du?
- 3:02:56Ich habe in letzter Zeit wieder von mehr Jura getrunken, weil mich dieses Oxidativ-Wilde
- 3:03:07echt anspricht.
- 3:03:10Ich...
- 3:03:11Auch bei Cremance, wo man ja dann eher so ein bisschen vorsichtig ist, das war das Oxidatives
- 3:03:17im Ufobar, ich gebe ja zunehmend viele Champagner, wenn wir da dieses auch so handhaben, aber
- 3:03:21da gehört es hin, aus meiner Sicht war, die haben sich ja nie in der Mode angepasst,
- 3:03:24die haben das immer so gemacht und jetzt trifft es gerade in den Zeitgeist und da muss
- 3:03:28ich sagen, finde ich mich aktuell wieder.
- 3:03:30Also das sind so Sachen, wo ich denke, das entspricht meiner Trinklaune.
- 3:03:35Das ist ein bisschen wildere.
- 3:03:38Ziel und Wünsche?
- 3:03:42Im beiden Kontext oder grundsätzlich?
- 3:03:45Allgemein überhaupt.
- 3:03:46So als Schlusswort, als letzte Frage, als du darfst es noch sagen, bevor wir den Tat
- 3:03:51rausholen und den Pinot Noir.
- 3:03:53Aber wie gesagt, auch der Zuge, den kriege ich gar nicht.
- 3:04:00Ja, das ist Donnerstag.
- 3:04:02Ja, das ist Donnerstag.
- 3:04:04Ja, weibersfassend.
- 3:04:05Also je nachdem waren derjenige, den Podcast zu hören, das ist ja, wir sind eigentlich
- 3:04:10zeitlos.
- 3:04:11Ja, wir haben ja mit ihm...
- 3:04:12Jeder liebt in seiner Welt.
- 3:04:14Ich glaube, Reisen ist ein Thema, was ich intensivieren möchte.
- 3:04:23Ich merke, dass ich, wenn ich in andere Regionen komme, immer, ja, das Aufsauge und wenn wir
- 3:04:34dann Leute begegnen, die viel mehr reisen und die auch mutiger reisen als ich, also
- 3:04:40auch mal sich ins Auto setzen und zwei Jahre nicht nach Hause kommen, immer so ein Extrembeispiel,
- 3:04:44da habe ich so das Paar kennengelernt.
- 3:04:46Wow, kenn ich keinen.
- 3:04:47Ich habe ein paar Geogien getroffen, die so sehr, sehr lange unterwegs sind und sehr
- 3:04:53ambitionierte Reiseziele hatten und da war ich nur auf so Stationen.
- 3:04:56Also diese Menschen haben mich beeindruckt.
- 3:04:58Und ich merke in meinem Nutzungsverhalten von Instagram als auch so, wenn wir dann mal
- 3:05:03das Laptop aufklappen und irgendwas gucken, dass ich sehr gerne so Reise-Dokus gucke, also
- 3:05:08so Leute, die mit ihrem VW-Bus um die Welt reisen oder mit ihrem Motorrad oder ich habe
- 3:05:12eine Lesung bei Globetrotter Live erlebt von einem, der mit dem Fahrrad um den nördlichen
- 3:05:18Polarkreis gefahren ist.
- 3:05:19Das war ein Erfotorgeografiestudent, der es einfach losgefahren Richtung Warsaw, dann
- 3:05:23ist er nach Moskau und hat jetzt, jetzt macht er die ganz große Runde und dann war er nach
- 3:05:27dreieinhalb Jahren wieder da.
- 3:05:30Das fasziniert mich.
- 3:05:32Jetzt will ich um Gottes, ich werde das nie machen, weil ich nicht der Typ bin und weil
- 3:05:36ich meine Lebenssituation dann nicht reinpasst, vielleicht doch mein Alter und so weiter.
- 3:05:40Aber diese Menschen faszinieren mich und ich merke, dass ich, ja ich habe kein Fernwehre,
- 3:05:45aber ich würde schon ganz gerne das ein oder andere noch sehen und dabei auch ein bisschen
- 3:05:52mehr Zeit haben.
- 3:05:53Also abseits der touristischen Fade, so ein bisschen in die Kultur, in die Essens-Trinkkultur
- 3:05:59eintauchen und so ein bisschen mehr über das Leben in der großen weiten Welt erfahren.
- 3:06:05Das wäre so ein Traum.
- 3:06:06Wenn man das dann vielleicht noch so ein bisschen mit meiner Leidenschaft fischen verbinden
- 3:06:09kann, also Patagonien will ich mal, das ist noch ein Ziel und so, wenn das alles mal so
- 3:06:16vielleicht sich noch realisiert, dann wäre ein Träume wahr.
- 3:06:19So habe ich mir das gewünscht und ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß wie ich dabei.
- 3:06:29Es ist toll, wenn man auf der einen Seite lachen kann, wenn man Späße machen kann, trotzdem
- 3:06:33sehr viel Ernsthaftigkeit transportieren, sehr viel Tiefsinn und sehr viel Gedankenansätze
- 3:06:37einfach ausspinnen oder mal darüber nachdenken, wie du so viel in Tiefsinnen kannst.
- 3:06:41Mit Christian konnte ich das.
- 3:06:42Vielen lieben Dank, dass du unser Gast fasziniert hast.
- 3:06:44Danke, dass du aus dem Nähkästchen geplaudert hast.
- 3:06:46Danke, dass du uns an deiner für unsere Tätigkeit teilhaben lassen und uns diese Einblicke gewährt
- 3:06:53hast.
- 3:06:54Vielen lieben Dank dafür, dass du unser Gast fasziniert hast.
- 3:06:56Und dass du die Weinwelt, die Sommergewelt einfach ein bisschen bunter machst, mit deiner
- 3:07:00besonderen Arten, mit deiner Liebenswürdigkeit.
- 3:07:02Und noch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten, dafür, dass ihr da seid.
- 3:07:09Ich freue mich dann wirklich darüber.
- 3:07:10Ich freue mich super darüber, wenn ich die Hörerzahlen sehe und ich freue mich darüber, dass ihr
- 3:07:14uns die Treue haltet.
- 3:07:15Ich würde mich auch sehr freuen, wenn ihr uns bewertet, ob Apple Podcast auf Spotify,
- 3:07:19ich weiß gar nicht, ob es irgendwo anders noch geht.
- 3:07:22Aber vielen lieben Dank für gegebenenfalls jede Anerkennung.
- 3:07:25Und noch ein großes Dankeschön für die Begleitung auf Social Media.
- 3:07:28Für mich ganz wichtig, ganz besonders, weil da sehe ich auch euch.
- 3:07:31Also es ist keine Einbadstraße, wo ich immer nur Output generiere.
- 3:07:35Sondern da kann man interagieren.
- 3:07:37Danke für die Nachrichten per E-Mail oder per die MPM oder wie auch immer.
- 3:07:41mag es mit euch zu interagieren.
- 3:07:43Daher gerne weiter so.
- 3:07:45Vielen lieben Dank dafür.
- 3:07:46Und natürlich auch ein großes Dankeschön unseren Partner, der Schlumbergergruppe.
- 3:07:50Mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnes Konziowini und dem Privatkundenportal Bremer
- 3:07:55Weinkolleg für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung.
- 3:07:59Und dank ihnen dürfen wir nächste Woche wieder eine Episode unserer neuen Rubrik "Somie
- 3:08:06& Friends" präsentieren.
- 3:08:07Und jedem in der Branche, jedem Somie, bin ich sicher, ist er ein Begriff.
- 3:08:12Und für jeden, der ihn vielleicht nicht kennt, will er einfach gerne Weintrinker ist, will
- 3:08:17er vielleicht nicht diesen tiefen Einblick in die Branche hat, der kann sich auf nächste
- 3:08:20Woche freuen und kann sich darauf freuen, eine ganz besondere Weimpersönlichkeit kennenzulernen.
- 3:08:24Ich freue mich sehr auf die kommende Woche und auf Sascha Speicher.
- 3:08:28Mein Name ist Jörg Linke.
- 3:08:43Ich habe das für Gnügen und die große Ehre, heute ein paar Worte über meinen lieben Freund
- 3:08:47Christian Frenz zu sagen.
- 3:08:50Christian und ich, wir kennen uns seit 25 Jahren, damals haben wir uns kennengelernt
- 3:08:55bei Fischer's Weingenuss und Tafelfreuten, wo er so militärlich war.
- 3:08:59Und da war von Anfang an eine große Sympathie da.
- 3:09:03Das lag vielleicht auch ein bisschen an meinem nostalgischen Fußball-Trikot, das ich damals
- 3:09:08anharte, wie ich ein paar Kartonwein in den Laden geschleppt habe.
- 3:09:12Aber auch darüber hinaus war man uns sofort sympathisch und auf einer wählen Länge auch,
- 3:09:19was den Umgang mit Wein betrifft, eben dieser Blick immer hinter die Kulissen auf, die
- 3:09:27Menschen, die da dahinter stehen, die die Weine produzieren, die die Weine verwagten.
- 3:09:32Es war uns immer, beidens sehr wichtig, diese menschliche Komponente, die dahinter steckt
- 3:09:41und nicht nur der sture Blick auf das Produkt.
- 3:09:44Und so sind wir über die Jahre immer in engem Kontakt gewesen.
- 3:09:49Natürlich war für mich immer ein Highlight nach Köln zu kommen, um da gemeinsam Dinge
- 3:09:57zu tun, zu essen, zu trinken, zu feiern.
- 3:10:01Und umgekehrt war der Christian oder ist der Christian nach wie vor ein sehr gängig gesehener
- 3:10:09Gas bei mir in München.
- 3:10:10Und bei allen möglichen Projekten, die wir gemeinsam getan haben oder die wir gemeinsam
- 3:10:21begleitet haben.
- 3:10:22Eines der wichtigsten Projekte, das uns auch sehr zusammengeschweißt hat, war die Blindprobe
- 3:10:28oder die Blindprobesensorium, die wir 2006 auf die Beine gestellt haben zusammen mit
- 3:10:33einem blinden Freund mit Florian Derobey.
- 3:10:36Da haben wir das Ganze ausgetüftelt, das ist ein Wahnsinnsorik-Seminar in völliger
- 3:10:42Dunkelheit.
- 3:10:43Das Ganze war erst mal als Roadshow konzipiert, wo wir eine große Spazikiste gebaut haben,
- 3:10:5210 Meter lang, 3 Meter breit, 3 Meter hoch.
- 3:10:55Und in dieser Blackbox haben wir diese Wein-Degustationen, diese Wein-Seminare in völliger Dunkelheit
- 3:11:02veranstaltet.
- 3:11:03Damit waren wir in München, in Köln, in Berlin, in Weinhaussteins, in der Steieramark, in
- 3:11:09Südtirol.
- 3:11:10Später hat das Ganze dann festes Zuhauseinfülls am Schlern gefunden.
- 3:11:14Mittlerweile ist es in Köln angekommen bei Christian Frenz und als Highlight 2025 auch
- 3:11:24auf der Proveien, wo man einen Seminar teilnehmen kann.
- 3:11:28Und das war schon eine sehr, sehr besondere Zeit über die Blindprobe und wie ich schon
- 3:11:34gesagt habe, hat uns auch noch mal zusätzlich zusammengeschweißt, dieses gemeinsame Projekt.
- 3:11:39Bei allen Hüren, die wir damit übersprungen haben, kann ich mich nicht an irgendwelche
- 3:11:46Konflikte erinnern.
- 3:11:47Das war immer so ein Konsens und ich denke, das ist auch etwas, was Christian sehr auszeichnet,
- 3:11:54dass er immer diesen Konsens sucht, immer diese freundliche menschliche Komponente mit
- 3:12:04sich trägt und darüber auch natürlich sehr viele Kontakte geschaffen hat.
- 3:12:09Wenn ich alleine an den Verfasser dieses Podcast denke, den ich dankenswerterweise auch über
- 3:12:16Christian kennengelernt habe und über dieses Thema blindprobe, aber eben auch viele andere
- 3:12:22Menschen, die mir wichtig sind, die eine Bedeutung haben in meinem Leben, wo ich die Kontakte
- 3:12:29auch den Christian zu verdanken habe.
- 3:12:32Und das ist etwas, was ich wirklich sehr, sehr an ihm schätze, diese verbindende Art,
- 3:12:39diese, ja, dieses immer wieder auf andere zugehen.
- 3:12:43Und damit ist er für mich einfach eine ganz besondere Persönlichkeit in der Weinbranche,
- 3:12:54genau die ich sehr schätze.
- 3:12:56Ja, was gibt es sonst noch zu erzählen?
- 3:12:59Natürlich seine fachliche Kompetenz und Bestritten in Sachen Wein und damit auch für mich immer
- 3:13:07ein guter Ratgeber, wenn ich etwas Weinwissen von Außen brauche, worüber ich auch immer
- 3:13:17sehr dankbar bin, wenn er da mit seiner Expertise zur Verfügung steht.
- 3:13:24Und natürlich immer wieder bei dem Thema Veranstaltungen, wo er immer ein offenes
- 3:13:29Ohr hat und auch die verrücktesten Dinge bereit ist mitzumachen.
- 3:13:34Auch darüber bin ich sehr dankbar.
- 3:13:36So, jetzt hoffe ich, dass er auch selber mit dem Zufrieden ist, was ich hier so über
- 3:13:43ihm berichte und denke, dass es einen spannenden Podcast gibt, wenn sich Silvia Nietzsche mit
- 3:13:53Christian Frenz unterhält.
- 3:13:54[Musik]